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Rechnungswesen Internes Rechnungswesen


Financial Accounting (Finanzbuchhaltung) Management Accounting
für Banken, Staat, Investoren, ... für Management, interne Entscheidungen
à Vermögens- und Ertragslage (Gesamtbild) à Detailinformationen
Bilanz Kosten- und Leistungsrechnung
GuV Investitionsrechnung
Finanzrechnung
gesetzlich geregelt keine gesetzlichen Formvorschriften

AMC 1 -FINANCIAL ACCOUNTING
1. EINFÜHRUNG IN DIE DOPPELTE BUCHHALTUNG (Kapitel 1-3)
Funktionen
• Dokumentation (Aufzeichnung von Vermögen, Schulden)
• Information (Gläubiger, Mitarbeiter, Lieferanten, ...)
• Kontrolle (Wirtschaftlichkeit, Rentabilität)
• Entscheidungsgrundlage (Einkauf, Finanzierung, Lagerhaltung)

Rechtliche Vorschriften
UGB, AGG, GmbHG, EStG, UStG, BAO, internationale Regelungen, ...
Buchführungspflichtig:
• Kapitalgesellschaften (AG, GesmbH)
• Personengesellschaften bei denen kein unbeschränkt haftender Gesellschafter eine natürliche Person
ist (GesmbH& Co)
• Einzelunternehmen (e.U.) und Personengesellschaften (KG), deren Umsatz
- in 2 aufeinanderfolgenden Jahren > 700 000 € ist (+ 1 Jahr Puffer!)
bzw.
- in 1 Jahr > 1 Mio € ist
NICHT Buchführungspflichtig:
• Freie Berufe
• Land- und Forstwirte
• Ausgenommene Unternehmer (Buch S. 20)
à Einnahmen- Ausgabenrechnung, steuerliche Pauschalierung oder freiwillig doppelte Buchhaltung

Ordnungsgemäße Buchführung:
- Geschäftsfälle müssen sich verfolgen lassen
- Lebende Sprache, Abkürzungen und Symbole müssen festliegen
- Vollständig, zeitgerecht und geordnet
- Änderungen müssen ersichtlich sein
- Abschriften und Geschäftsbriefe sind aufzubewahren
- Bei Elektronischen Datenträgern muss die Wiedergabe bis zum Ablauf der Aufbewahrungsfrist (7
Jahre ab Ende des Kalenderjahres der letzten Eintragung) gesichert sein

Der Beleg
= Bindeglied zwischen Geschäftsfall und Verbuchung
Werden im Unternehmen organisiert und in Gruppen geordnet (z.B. K Kassabeleg, B Bankbeleg, ...)
KEINE Buchung ohne Beleg!
• Externe Belege: dienen der Außenbeziehung eines Unternehmens (Eingangsrechnungen, Quittungen,
Kontoauszüge, ...)
• Interne Belege: auf Grund innerbetrieblicher Vorgänge (Inventuraufzeichnungen, Privatentnahme, ...)
• Eigenbelege: vom Unternehmer/Bevollmächtigten ausgestellt, wenn sonst kein Beleg anfallen würde
(Trinkgeld, Privatentnahme, ...)





Verfahrensweise im Unternehmen
1. Eingangsstempel
2. Belegkontrolle: formale, rechnerische, sachliche Prüfung und Kontrollvermerk
3. Belegsymbol und Zuordnung zur Beleggruppe (z.B. ER Eingangsrechnung)
4. Vorkontierung: Konten auf denen Beleg zu verbuchen ist und jeweiliger Betrag werden angeführt
(Kontierungsstempel)
5. Buchungsvermerk: nach tatsächlicher Verbuchung, um doppelte Buchungen zu vermeiden
6. Aufbewahrungspflicht: 7 Jahre ab Ende des Kalenderjahres in dem der Jahresabschluss festgestellt
wurde

Das Konto
Soll Haben
Anfangsbestand Sparbuch
Bargeld Lieferantenverbindlichkeiten
Kassa Saldo (= Kontostand; Differenz aus Soll und Haben
Summe)
Summe der linken Seite Summe der rechten Seite
à Soll Buchung à Haben Buchung

Der Saldo wird jeweils nach der größeren Kontoseite benannt und steht auf der jeweils anderen Seite
(Sollsaldo steht auf Haben Seite und vv)!

1) Paginiertes Konto
Spalten: Datum, Beleg, Text (Bezeichnung der Sache), Betragsspalten (Soll und Haben), Gegenkonto
2) T-Konto/ folliertes-/ zweiseitiges Konto
siehe oben; in der Praxis nicht existent
3) EDV Konten
Elektronische Buchführung

Die Bilanz
Wie reich ist das Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt? (Bestandskonten)
= wertmäßige Gegenüberstellung von Vermögen und Schulden


Bilanzgleichungen:
Aktiva = Passiva
Aktiva = Eigenkapital + Fremdkapital
Aktiva – Fremdkapital = Eigenkapital

Betriebsvermögensvergleich:
Jahresgewinn= Endeigenkapital (Schlussbilanz)
- Anfangseigenkapital (Eröffnungsbilanz)
+ Privatentnahme
- Privateinlagen

à Jahresergebnis und Endeigenkapital müssen nicht immer gleich hoch sein

Bei Maschinen, Einrichtungen etc. können oft Bewertungsschwierigkeiten und Verzerrungen entstehen, da sich
die Preise der Güter im Laufe der Zeit verändern. Der echte Gewinn ist meistens höher als der in der Bilanz

ausgewiesene. Eine Überschuldung in einer Bilanz (Schulden>Vermögen) wird als Negatives Eigenkapital auf
der Passiva Seite ausgewiesen.

Gewinn und Verlust Rechnung (GuV)


Wie reich ist das Unternehmen über einen Zeitraum betrachtet? (Erfolgskonten)
= Gegenüberstellung von Aufwänden und Erträgen eines Geschäftsjahres


à Gewinn/ Verlust stellen jeweils Soll-/Habensaldo dar
Aufwand= alles was bezahlt wird um „verbraucht“ zu werden (Strom, Versicherung, Miete, Personal, ...)

Monatsergebnis:
Gewinn oder Verlust (Saldo) einer Periode

Die doppelte Gewinnermittlung besagt, dass Betriebsvermögensvergleich und Monatsergebnis
(Gewinn/Verlust) immer zum selben Ergebnis kommen müssen!

Buchungen in der doppelten Buchhaltung
Inventur: Bestandserfassung und Bewertung aller Vermögensgegenstände
Inventar: alle Vermögensgegenstände
Eröffnung von Konten
1) Eröffnungsbilanzkonto: alle Anfangsbestände der Konten werden im EBK gegengebucht (auf der
gegenteiligen Seite verbucht)
! Eigenkapital ermitteln und als eigenes Konto eröffnen
2) Eröffnung von Bestandskonten und Erfolgskonten im Laufe des Jahres, auf denen die einzelnen
Geschäftsfälle aufgezeichnet werden (Kassa, Bank, Lohnaufwand, Abschreibungen, Privat,
Eigenkapital, ...)
! Nicht vergessen Anfangsbestände zu übertragen
Laufende Buchungen
Manche Buchungen wirken sich nur auf die Bilanz aus (reine Bestandsbuchungen), Buchungen von Aufwänden
und Erträge in der GuV beeinflussen aber das Eigenkapital positiv/negativ und wirken sich auch auf die Bilanz
aus (z.B. Barzahlung von Löhnen vermindert Kassa Betrag)
Arten von Buchungen
Reine Bestandsbuchungen
• Bilanzverlängerung: Vermehrung des Vermögens durch Vermehrung von Schulden (Aktiva Ý PassivaÝ)
• Aktivtausch: „Umschichtung“ des Vermögens in der Aktiva (AktivaÝ, Aktiva ß)
• Passivtausch: Schuldenverminderung durch Vermehrung anderer Schulden (PassivaÝ, Passiva ß)
• Bilanzverkürzung: Vermögensverminderung durch Schuldenverminderung (Aktivaß, Passivaß)
Buchung in Bilanz und GuV
• Erfolgswirksame Buchung: Aufwände/Erlöse haben Auswirkungen auf den Gewinn
! Wichtige Buchungen
Waren werden als Aufwand verbucht (meist gleich verbraucht)
Erlöse werden nur betragsmäßig verbucht (keine Warenbezeichnung)
Erlöse werden bei Lieferung der Ware verbucht, nicht erst bei Bezahlung
Privatentnahme: Privatentnahmen mindern im Endeffekt das Eigenkapital und Kassa (wenn bar) bzw.
Bankkonto in der Bilanz. Sie werden zusätzlich im Soll eines Vorkontos zum Eigenkapitalkonto (Privatkonto)
verbucht und zu Jahresende saldiert. Sie haben KEINE Auswirkung auf den Gewinn (GuV)!

Abschluss
1) Inventur, Abstimmung über Forderungen und Schulden
2) Indirekte Warenverbrauchsermittlung
Der Warenverbrauch muss als Aufwand in der GuV ausgewiesen werden!
Anfangsbestand
+ Zukäufe laut Aufzeichnungen (+ Transportkosten bzw. - Retourwaren)
- Endbestand laut Inventur
= Warenverbrauch/-einsatz
- Summe an Zukäufen (als Verbrauch verbucht)
= Mehrverbrauch/Lagerabbau bzw. Minderverbrauch/Lageraufbau

Ist der Endbestand kleiner als der Anfangsbestand liegt ein Lagerabbau vor (Verbrauch>Zukauf)
(5) HW-Verbrauch / (1) Vorrat
Wurde weniger verbraucht als zugekauft wurde liegt ein Lageraufbau vor (Verbrauch<Zukauf)
(1) Vorrat / (5) HW-Verbrauch
Der Wareneinsatz muss als Saldo im HW-Verbrauch aufscheinen!

3) Ermittlung der Abschreibung
Abschreibungen werden als Aufwand in der GuV verbucht
(7) Abschreibung / (0) Anlagekonto bzw. (1) Umlaufkonto

!"#$%&''(")#*+,-
Abschreibung=
.+#$%ä-0-+ 2(-0(")#3&(+,

4) Privatentnahmen
Privatentnahmen müssen vom Privatkonto auf das Eigenkapitalkonto gegengebucht werden (mindern
Eigenkapital)
(9) Privat / (2) Bank/Kassa
Abschließen: (9) Eigenkapital / (9) Privat
5) Abschluss im engeren Sinn
1) In den Einzelkonten Saldo gegen SBK (Schlussbilanzkonto) bzw. GUV buchen
(jeweils auf der gegenteiligen Seite)
2) GuV Saldo und Privatkonto Saldo gegen Eigenkapitalkonto buchen (jeweils auf gegenteiliger Seite)
! Verlust im Eigenkapitalkonto (EK) im Soll
Gewinn im EK im Haben
3) Bestandskonto Salden und Eigenkapitalkonto Saldo gegen SBK Buchen (auf ursprünglicher Seite)

Rohgewinn= Differenz aus Verkaufserlösen und Warenverbrauch

Kontenrahmen – Kontenplan
Es gibt unverbindliche Rahmenempfehlungen für Kontenpläne der einzelnen Firmen (Kontenrahmen). In
Österreich ist das der Einheitskontenrahmen (EKR).
Kontenklasse 0-9
Bilanz
Aktiva Passiva
0 Anlagevermögen 3 Rückstellungen, Verbindlichkeiten und
Gebäude, Maschinen, ... passive Rechnungsabgrenzungsposten
à Fremdkapital
1 Vorräte 9 Kapitalkosten, Rücklagen,
Abschlusskonten
à Gewinn, Eigenkapital
2 Sonstiges Umlaufvermögen, aktive
Rechnungsabgrenzungsposten
Kassa, Bankguthaben, Forderungen, ...

GuV
Aufwände Erträge
5 Materialaufwand und bezogene 4 Betriebliche Erträge
Leistungen
6 Personalaufwand 8 Finanzerträge und Finanzaufwendungen
7 Abschreibungen und sonstige
betriebliche Aufwendungen
8 Finanzerträge und Finanzaufwendungen

9 Kapitalkosten, Rücklagen,
Abschlusskonten
à Gewinn

Buchungssätze
Einzeilig
o Konto (+Kontonummer) auf dem im Soll gebucht wird, steht an erster Stelle
o Konto (+Kontonummer) auf dem im Haben gebucht wird an zweiter Stelle
Abtrennung der beiden Teile: „an“ oder „/“

z.B. Barabhebung vom Bankkonto für die Kassa EUR 5000,00.
à (2) Kassa an bzw. / (2) Bank EUR 5000,00.

Zweizeilig
z.B. Warenverkauf um EUR 18000,00 zuzüglich 20% USt auf Ziel
Soll-Konten Haben-Konten Betrag
(2) Lieferforderungen (4) Umsatzerlöse 18000,00
(2) Lieferforderungen (3) Umsatzsteuer 3600,00

Auswertung des Jahresabschlusses
Eigenkapitalquote
Eigenkapital in % des Gesamtkapitals:
𝐸𝑖𝑔𝑒𝑛𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙 + 𝑅ü𝑐𝑘𝑙𝑎𝑔𝑒𝑛
𝑥 100
𝐺𝑒𝑠𝑎𝑚𝑡𝑘𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙

4. NETTOALLPPHASENUMSATZSTEUER MIT VORSTEUERABZUG
Umsatzsteuer (USt)
Produkt: Nettopreis 20 000 €
+ 20% USt 4 000 €
= Bruttopreis 24 000 €
Verkäufer: kauft Produkt um Nettopreis, erhält Bruttopreis von Käufer
à führt USt an Finanzamt ab
Käufer: zahlt Bruttopreis €
à kann als Unternehmer USt (Vorsteuer) vom Finanzamt zurückverlangen,
WENN vorzugsteuerabzugsberechtigt

Umsatzsteuer= vom Nettoentgelt berechnete Steuer, die an das Finanzamt abgeführt werden muss (idR 20%)
Vorsteuer= von Vorlieferanten verrechnete USt kann der Unternehmer idR vom Finanzamt zurückfordern
z.B. Reparaturen, verkaufte/unverkaufte Waren, Büromaterial, Anlagen, ...

Die meisten Unternehmer können die in Rechnung gestellte Vorsteuer von der USt abziehen!
à USt – Vorsteuer = abzuführender Betrag
Die Vorsteuer und die Zahllast werden pro Periode berechnet, dabei muss kein wirtschaftlicher
Zusammenhang zwischen Einkäufen und Verkäufen bestehen!
à USt auf alle Verkäufe und Erlöse
à Vorsteuer auf alle Einkäufe und Aufwände

! „inkl. USt“= USt ist bereits im Preis integriert
„zuzüglich USt“= USt muss noch in den Preis eingerechnet werden

v Steuerbare Umsätze
• Lieferungen und Leistungen
- vom Unternehmer
- im Rahmen seines Unternehmens
- gegen Entgelt
- im Inland
• Eigenverbrauch
Unternehmer verwendet im Inland Gegenstände des Unternehmens für anderweitige Zwecke
• Einfuhr
Gegenstand gelangt aus einem Drittland ins Inland
• Innergemeinschaftlicher Erwerb
Gegenstand gelangt aus der EU ins Inland
• Anzahlungen
Zahlungen, die der Verkäufer vor Lieferung/Leistung erhält

v Steuerbefreiungen
1. Echte Steuerbefreiungen
= Unterliegen nicht der USt, der Unternehmer kann aber die Vorsteuer voll zurückfordern
• Ausfuhrlieferungen
• Lohnveredelungen für ausländische Auftraggeber
z.B. Textilien werden zum Färben ins Inland gebracht und wieder ausgeführt
• Grenzüberschreitende Beförderung in Drittländer von Gegenständen
(Eisenbahnfrachtverehr) und Personen (Schiffe, Flugzeuge)
! Inlandsanteil für Beförderungen von Personen im Eisenbahnverkehr: USt 10 %
2. Unechte Steuerbefreiungen
= Unterliegen nicht der USt, der Unternehmer kann auch keine Vorsteuer zurückfordern
• Kleinunternehmen unter einer bestimmten Umsatzgrenze (freiwillige USt Abführung
möglich)
• Umsätze von Kreditinstituten
• Umsätze von Wertpapieren
• Umsätze von inländischen amtlichen Wertzeichen z.B. Briefmarken
• Umsätze der Post

v Nicht steuerbare Umsätze
• Umsätze, die nicht von Unternehmern stammen
• Umsätze aus dem Ausland
• Ins Ausland verlagerte Leistungen
= Unternehmer ist im Inland, Leistungsempfänger ist ein ausländischer Unternehmer
- Rechtliche, wirtschaftliche, technische Beratung
- Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit
- im Ausland gelegene Grundstücke
Steuersätze
o 20 % Normalsatz
o 10 % ermäßigter Satz
- Lieferung, Verbrauch, Einfuhr und innergeschäftlicher Erwerb von
Lebensmitteln und Milch
Land- und forstwirtschaftlichen Produkten
Bücher, Landkarten, Zeitungen
Medikamenten
- Vermietung und Verpachtung für Wohnzwecke
- Personenbeförderungen mit Verkehrsmitteln AUßER Flugzeugen
o 13% ermäßigter Satz
- Lebende Tiere, Pflanzen, Futtermittel, Brennholz
- Beherbergung (Hotels, Campingplätze)
- Eintrittskarten (Kulturveranstaltungen, Schwimmbäder)
- Antiquitäten (älter 100 J.)
- Personenbeförderungen mit Flugzeugen im Inland
o 19% ermäßigter Satz
in Jungholz und Mittelberg (Vorarlberg) bewirkte Umsätze

Berechnung
Bemessungsgrundlage ist das Entgelt
à zuzüglich Gebühren, Provisionen Verbrauchssteuer, Mehrkosten, Beförderungskosten
à bei Tausch gilt Wert der anderen Ware
NICHT dazu zählen:
- Durchlaufende Posten
= Beträge, die der Unternehmer im Namen eines anderen vereinnahmt/verausgabt
z.B. Zoll, EUSt
- Verzugszinsen und Mahnspesen

AUSANHME: Differenzbesteuerung (Margenbesteuerung)
= nur Differenz zwischen Vorleistung und Erlös ist USt Pflichtig
- bei Gebrauchtwarenhändlern
- bei Antiquitätenhändlern
- Reisebüros (+ Vermittlungsprovision und Eigenleistungen wie Transport)

Vorsteuerabzug
Im Inland umsatzsteuerpflichtige Unternehmer können
- Von anderen Unternehmern verrechnete USt
- Und die Einfuhrumsatzsteuer/Erwerbssteuer
als Vorsteuer zurückfordern

Voraussetzungen:
1. Lieferung/Leistung war für das Unternehmen bestimmt
2. Rechnung muss gesetzliche Voraussetzungen erfüllen
3. Unternehmer darf nicht unecht steuerbefreit sein
4. Objekt darf kein PKW, Kombi oder Kraftrad sein

Ermittlung der USt aus Gesamtbeträgen
z.B. Bruttopreis 216,00 € und 13 % USt
216 : 113=1.91 1.91 x 13 = 24.85 (USt Betrag) 216 – 24.85= 193.05 (Nettobetrag)

Voraussetzungen der Rechnung:

! bei Rechnungen > 10 000 EUR brutto müssen die
UID Nummern des Käufers und Verkäufers
angegeben werden

! bei Bezahlung mit Bar/Karte muss die Rechnung
eine QR Code enthalten

Kleinbetragsrechnung= Betrag < 400,00 (brutto)









à muss Empfänger ausweisen à muss keinen Empfänger ausweisen


Sollbesteuerung
= Besteuerung nach vereinbartem Entgelt
- Buchführungspflichtige Unternehmen
- Nicht buchführungspflichtige Unternehmen, freie Berufe, Vermietung/Verpachtung < 10 000 €
auf Antrag
Die Steuerschuld entsteht am Monatsende der der Lieferung/Leistung!
Wenn die Rechnungslegung NICHT im selben Monat erfolgt, entsteht die Steuerschuld 1 Monat nach
Lieferung/Leistung.
AUSANHME: Anzahlung, Teilzahlung vor Fertigstellung, Vorauszahlung

Istbesteuerung
= Besteuerung nach vereinnahmtem Entgelt
- Für Unternehmer mit Sollbesteuerung bei Anzahlung, Teilzahlung, Vorauszahlung
- Unternehmen der Energieerzeugung und Abfallbeseitigung
- Nicht buchführungspflichtige Unternehmen, freie Berufe, Vermietung/Verpachtung < 10 000 €
ohne Antrag
Die Steuerschuld und der Vorsteueranspruch entstehen am Monatsende der Zahlung der Rechnung!

Veranlagungszeitraum: Kalenderjahr (Umsatzsteuererklärung abgeben)
Voranmeldung& Vorauszahlung: immer am 15. des übernächsten Monats

! SONDERFALL: Unternehmen, deren Umsätze im Vorjahr < 100 000€, können als Veranlagungszeitraum
vierteljährlich wählen

Verbuchung der USt
Konten
• Vorsteuer (2) Aktiva
Forderungen gegen das Finanzamt aus Vorsteuer
• Umsatzsteuer (3) Passiva
Verbindlichkeiten an das Finanzamt aus Umsatzsteuer
• Zahllast (3)
Jeweils am Ende einer Voranmeldungsperiode werden alle Umsatzsteuerkonten (VSt, USt) saldiert und
auf das Zahllast Konto übertragen
Zahllast= Differenz aus USt dieses Monats und VSt dieses Monats
Wenn etwas am 15. Des Monats überwiesen wurde, ist davon auszugehen, dass das die Zahllast von eineinhalb
Monaten vorher ist. Die Zahllast des Vormonats wird dann berechnet durch:
Übriger Betrag (EBK) - Überwiesener Betrag (Bank)

Nettomethode: Nettoentgelt/Wertzuwachs und Umsatzsteuer werden getrennt und sofort verbucht
Bruttomethode: Nettoentgelt/Wertzuwachs und Steuerbetrag werden in Summe aufgezeichnet und am Ende
jedes Voranmeldungszeitraumes herausgerechnet.

Bei verschiedenen Steuersätzen müssen getrennte Erlöskonten je nach Steuersatz geführt werden!

! SONDERFALL: Reverse Charge System
In der Bauwirtschaft und bei Schrott Lieferung muss darf ein Subunternehmer (von Generalunternehmer
beauftragt) nur den Nettobetrag in Rechnung stellen und muss auf die USt hinweisen. Der
Generalunternehmer berechnet dann die Umsatzsteuer und bucht Vorsteuer an Umsatzsteuer.

Die USt/VSt wird meist sofort bei Eingang/Ausgang der Rechnung verbucht. Bei Zahlung einer Schuld oder
Kassieren einer Forderung bleiben die Steuerkonten daher unberührt!

7. BUCHUNGEN IM BESCHAFFUNGS- UND ABSATZBEREICH
BESCHAFFUNG (EINKAUF)
v Wareneinkauf
2 Varianten:
o Sofort als Verbrauch
Einkäufe werden zunächst auf Verbrauchskonten (HW-Verbrauch, Rohstoffverbrauch, Hilfsstoff Verbrauch,
...) verbucht und zu Jahresende korrigiert
(5) HW Verbrauch / (3) Lieferverb. bzw. (2) Kassa/Bank
(2) VSt
o Zunächst als Bestand (1)
Große Unternehmen buchen ihre Einkäufe oft zunächst auf Vorrat und erst bei tatsächlichem Verbrauch auf
Verbrauchskonten (gesamten Verbrauch vom Haben des Vorrats in das Soll des Verbrauchs umbuchen)

! Egal wo die Zukäufe während des Jahres verbucht werden, am Jahresende muss
- auf dem Bestandskonto der tatsächliche Endbestand aufscheinen und in das SBK eingehen
- auf dem Verbrauchskonto der tatsächliche Verbrauch als Saldo aufscheinen und in die GuV eingehen

v Bezugskosten
Retourware, Transportkosten, Versicherung, Rabatte, ... werden auf jene Konten verbucht, auf denen auch der
Einkauf verbucht wurde!
Jede nachträgliche Wertänderung ändert die Steuerlast, daher muss diese auch in den Steuerkonten verbucht
werden.

Transportkosten beim Einkauf, Speditionsnota, ... werden NICHT als (7) Transporte durch Dritte, sondern
als (5) Verbrauch verbucht

! je nachdem ob Wertminderung/-erhöhung durch
jeweilige Nebenkosten müssen sie im Soll oder Haben
verbucht werden










v Kauf von Handelswaren, Rohstoffen, fertig bezogenen Teilen
• Rohstoffe
= Hauptbestandteil der erzeugten Produkte
• Hilfsstoffe
= Nebenbestandteil der erzeugten Produkte
• Betriebsstoffe
= gehen nicht in das Produkt ein (z.B. Heizöl)
• Fertig bezogene Teile
= Zugekaufte Teile, die in das Produkt eingehen (z.B. Schnürbänder)

Einkäufe werden mit ihrem Einstandspreis (= Kaufpreis + Bezugskosten) erfasst
Bezugskosten:
- Frachten
- Rollgeld (=Zustellungsgebühren)
- Zoll und sonstige Grenzabgaben
- Provision
- Transportversicherung
! Beförderung von Gütern ist umsatzsteuerpflichtig 20%
à als Vorsteuer verbuchen
Außer: Postdienstleistungen, grenzüberschreitende Beförderung

Im Kaufvertrag wird geregelt wer die Transportkosten zu tragen hat:
• Klausel „frei“
z.B. frei Haus, frei Lager
Verkäufer trägt die Transportkosten bis zum genannten Ort
• Klausel „ab“
Käufer trägt die Transportkosten ab dem genannten Ort
• Nichts vereinbart
Käufer hat die Transportkosten zu tragen

v Retournierung als Käufer
a. Rechnung noch nicht bezahlt (saldiert):
à Warenverbrauch wird kleiner
à Vorsteuer wird kleiner
à Verbindlichkeit wird kleiner
b. Rechnung bereits bezahlt (saldiert):
Gutschrift
(3) Lieferantenverbindlichkeit / (5) HW-Verbrauch
(2) Vorsteuer

v Nachträglicher Lieferantenrabatt
(3) Lieferverb. bzw. (2) Kassa/Bank / (5) HW Verbrauch
(2) VSt
VERKAUF (Absatz)
v (4) Umsatzerlöse
Verschiedene Erlöskonten:
- Nach Erlösgruppe
- Nach Umsatzsteuersätzen
- Nach Inlands- und Auslandserlösen

(2) Lieferforderungen bzw. (2) Bank/Kassa / (4) HW-Erlöse
(3) USt

v Nebenspesen (Transportkosten)
beim Verkauf (z.B. Transport, Versicherung, ...) werden als Aufwand, im Zahlungsmittelkonto/
Lieferforderungen Konto als Bruttopreis und als Vorsteuerforderung verbucht.

Nebenspesen/-kosten:
- Frachten
- Rollgeld
- Zoll und sonstige Grenzabgaben
- Provisionen
- Versicherungsprämien

• Versandkosten generell
(7) Transporte durch Dritte / (3) Lieferverb. bzw. (2) Bank/Kassa
(2) VSt
• Versand mit Post
(7) Portogebühren / (3) Lieferverb. bzw. (2) Bank/Kassa

v Retournierung als Verkäufer
à Erlöse kleiner
à Umsatzsteuer kleiner
à Forderung an den Kunden kleiner
à Transportkosten Aufwand größer, wenn für den Rücktransport kosten anfallen

Gutschrift
(4) Umsatzerlöse / (2) Lieferforderungen
(3) USt

v Kundenrabatt
z.B. Mengenrabatt, Schlussrabatt, Treuerabatt, Mängelrabatt, ...
! Skonto NICHT

• Sofort gewährte Rabatte
Rabatt in Rechnung berücksichtigt und somit in Bruttopreis und USt Berechnung inkludiert
à wie bei gewöhnlichem Einkauf/Verkauf verbuchen
• Nachträglich gewährte Rabatte
z.B. Mängelrabatt, Treuerabatt
Zerlegen in:
- Reinen Preisnachlass (netto)
- USt Anteil

(4) Erlösberichtigung / (2) Lieferforderungen bzw. (2) Kassa/Bank
(3) USt

v Private Warenentnahme
„Verkauf vom Unternehmer an sich selbst“
Umsatzsteuerpflichtig, Verkäufer entnimmt Ware zum Einstandspreis!
- Entnahme von Handelswaren, Rohstoffen, Fertigerzeugnissen, ...
- Entnahme von Leistungen
- Entnahme von Gegenständen des Anlagevermögens
- Nutzung von Gütern des Anlagevermögens

(9) Privat / (4) Eigenverbrauch
(3) USt

8. VERBUCHUNG VON AUFWENDUNGEN
Vorgehensweise:
1. Um welche Art von Aufwand handelt es sich? Zuordnung zur Kontenklasse
2. Enthält der Beleg eine USt? Kann diese als Vorsteuer geltend gemacht werden?
KEINE USt: Löhne, Abschreibungen Bankzinsen, Postgebühren, Versicherungszahlungen
3. Wurde bereits bezahlt oder entsteht eine Verbindlichkeit?

z.B. Sachaufwand (7)
Reparaturaufwand, Telefongebühren, ...Versicherungsaufwand (steuerbefreit!)

Annuität= gleichbleibende (monatliche/jährliche Zahlung)
z.B. Darlehensrückzahlung und Darlehenszinsen

(3) Darlehen / (8) Zinsaufwand
(2) Bank

9. RECHNUNGSAUSGLEICH
Zahlungsarten:
• Barzahlung
z.B. Nachnahme
Beleg ist der Registrierkassa Ausdruck
• Halbbare Zahlung
Zahlschein, Erlagschein (zusätzliche Kosten: Spesen des Geldverkehrs (7))
• Unbare Zahlung
Überweisung, Dauerauftrag, Karte, Lastschriftverfahren

Zahlungszeitpunkt:
• Vorauszahlung
Ganzer Betrag vor Leistungserstellung
• Anzahlung
Teilbetrag vor Leistungserstellung, Rest danach
• Zahlung bei Übernahme bzw. prompt nach Rechnungserhalt
Bei Leistungserstellung
• Ratenzahlung
Teilbetrag bei Leistungserstellung, Rest danach zu verschiedenen Zeitpunkten
• Kauf auf Ziel
Nach Leistungserstellung z.B. 30 Tage (nach Rechnungsdatum)

Zahlungskonditionen:
• Mit Skonto
Rabatt
à Bei Zahlung sofort oder bei Leistungserstellung
à Bei Zahlung innerhalb einer Frist (nach Erhalt Lieferung/Leistung/Rechnung)
• Netto
à Sofort bei Übernahme ohne Abzug
à Nach Übernahme
• Mit Zinsen
idR Verzugszinsen
à bei Verlängerung des Zahlungsziels
à bei Überschreiten des Zahlungsziels

Tageslosung= Barumsatz des Geschäftstages

Nachnahme
= Frachtführer übernimmt den Auftrag die Ware nur gegen Einziehung (eines vom Absender angegebenen)
Geldbetrages dem Empfänger zu übergeben
Frachtführer erhält eine Entschädigung (Verkäufer) für 1. das Inkasso und 2. die Zustellung an den Absender

! Verbuchung beim Verkäufer als Lieferforderung (entweder allgemeines Lieferforderungs Konto oder Konto
Nachnahmeforderungen)

1. Verbuchung der Versandkosten (Verkäufer)
• Versendung durch Post (keine USt!)
Portogebühren Soll an Kassa Haben
• Versendung durch andere Frachtführer
Transporte durch Dritte Soll an Vorsteuer Soll an Kassa Haben
2. Eingang des Rechnungsbetrages
Kassa Soll an Spesen des Geldverkehrs Soll an Nachnahmeforderungen Haben
! Wenn Nachnahmekosten summiert ausgewiesen werden, werden diese als Transportaufwand verbucht
Wird die Sendung vom Käufer nicht angenommen, muss der Verkäufer auch den Rücktransport zahlen
3. Nichtannahme der Nachnahmesendung
• Storno der Erlösbuchung
Umsatzerlöse Soll an Umsatzsteuer Soll an Nachnahmeforderungen Haben
• Spesen für Rücksendung
Portogebühren Soll an Kassa Haben an Vorsteuer Soll

18. ANLAGEVERRECHNUNG
Anlagegut= Gut, das dem Unternehmen länger als 1 Jahr dienen soll
v Kauf von Anlagegütern
Anschaffungswert=
Anschaffungspreis OHNE USt
- Anschaffungskostenminderung OHNE USt Rabatte/Skonti/...
+ Anschaffungsnebenkosten OHNE USt Kosten, die notwendig sind um Anlage in Betrieb nehmen zu können

Anschaffungskosten: Bezugskosten (Transport, Zoll, Versicherung, Provision), aktivierungspflichtige Steuern
(z.B. Grunderwerbssteuer) Kosten für Aufstellung/Inbetriebnahme, Kosten für Überprüfung vor Inbetriebnahme

Verbuchung:
(0) Anlagekonto / (2) Kassa/Bank bzw. (3) Lieferverb.
idR (2) Vorsteuer

Gesamtbetrag der Vorsteuer ergibt sich aus den USt Beträgen ALLER zugehörigen Einzelkosten!

v Fremderstellung von Anlagegütern über mehrere Jahre
Da das Anlagegut erst nach Fertigstellung aktiviert werden kann, erfolgt eine Teilrechnungslegung
(Anzahlungen) spätestens am 31.12.
! Anzahlungen werden nach der IST-Besteuerung besteuert, dh das Recht auf Vorsteuerabzug kann erst
nach Zahlung (Forderung ans Finanzamt) geltend gemacht werden

Teilrechnungslegung:
(7) Anlagen im Bau / (2) Kassa/Bank bzw. (3) Lieferverbindl.
(2) Vorsteuer

Nach Fertigstellung:
(0) Zwischenkonto / (7) Anlagen im Bau

v Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)
= Anlagegüter deren Anschaffungswert < 400,00 € (OHNE USt) werden beim Kauf als Abschreibung
verbucht (z.B. günstiger Drucker, ...), am Jahresende wird keine Abschreibung mehr benötigt.
Wenn eine normale direkte Abschreibung den Gewinn mindern würde, kann auch diese Methode
verwendet werden.

(7) Geringwertige Wirtschaftsgüter / (2) Kassa/Bank bzw. (3) Lieferverb.
(2) Vorsteuer

! wirtschaftlich zusammengehörende Wirtschaftsgüter, die einzeln einen geringen Wert haben können
trotzdem nur als Einheit verbucht werden und nicht einzeln als GWG

v Selbsterstellung von Anlagegütern
Im Produktionsprozess fallen verschiedene Aufwendungen (Löhne, Rohstoffe, Energie, ...) an. Nach
Fertigstellung des Gutes muss dieses aktiviert und die Aufwendungen neutralisiert werden.

1. Fertigstellung innerhalb eines Bilanzjahres
(0) Anlagekonto / (4) Aktivierte Eigenleistungen
2. Fertigstellung in mehreren Bilanzjahren
Im Jahr des Baubeginns:
(7) Anlagen im Bau / (4) Aktivierte Eigenleistungen à alle bisherigen Aufwendungen neutralisieren (7) und
bisherige Teilleistung aktivieren (4)
Im Jahr der Fertigstellung:
(7) Anlagen im Bau / (4) Aktivierte Eigenleistungen à Aufwendungen neutralisieren, aktivieren
(0) Anlagekonto / (7) Anlagen im Bau à und gesamten Herstellungswert verbuchen (7) und
Gut aktivieren (0)

Der Unternehmer kann für die Wertermittlung der Anlage aus mehreren Ansätzen wählen. Es wird
zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Mindestsätzen unterschieden (gleich
hoch!). Bilanziert man zum steuerrechtlichen Mindestsatz, werden die Herstellungskosten in der
Unternehmensbilanz und in der Steuerbilanz gleichhoch ausgewiesen.

v Abschreibung von abnutzbaren Anlagegüter
Planmäßige Abschreibung (Afa)
à jährlicher Wertverlust als Aufwand berücksichtigt
à Wert des LKW jährlich berichtigt

Berechnung (Lineare Abschreibung)
- Abschreibungsbasis= Betrag von dem die Berechnung ausgeht (Anschaffungswert)
- Restwert= Wert, den das Anlagegut am Ende der Nutzungsdauer hat (Saldo des Anlagekontos)
- Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer= wie lange das Gut im Unternehmen genutzt werden kann
Gebäude: 40 Jahre (2,5 %)
LKW: 4-7 Jahre (25-14,3 %)
...
- Abschreibungssatz= Prozentsatz des jährlichen Wertverlustes
- Abschreibungsbetrag= jener Betrag, der jährlich in die Konten eingeht
- Kumulierte Abschreibung= Summe aller bisher vorgenommenen Abschreibungen
- Buchwert (Restbuchwert)= Differenz zwischen Anschaffungswert und kumulierten
Abschreibungen

z.B. Anschaffungswert= 250 000 (Kaufpreis inkl. 20% USt + Montagekosten inkl. 20% USt)
Nutzungsdauer: 10 Jahre
à Abschreibungssatz: 100 : 10 = 10%
à Abschreibungsbetrag pro Jahr: 250 000 x 0,1 = 25 000
à kumulierte Abschreibung nach 4 Jahren: 100 000
à Buchwert nach 4 Jahren: 150 000

Wirtschaftsgüter mit Nutzungsdauer < 1 Jahr
• Nutzungsdauer > 6 Monate: voller Abschreibungssatz
• Nutzungsdauer < 6 Monate: halber Abschreibungssatz (z.B. 10% : 2 = 5%)

Substanzwertabschreibung
Bei Bergbauunternehmern, Steinbrüchen etc. ist die Abschreibung für Substanzverringerung
vorgeschrieben

Verbuchung (Direkte Abschreibung)
(7) Planmäßige Abschreibung / (0) Anlagekonto

Halbjahresabschreibung (halber Betrag)
Kauf: ab ≥ 01.07. (Juli)
Verkauf: vor ≤ 01.07. (Juli)

v Ausscheiden von Anlagen
• Anlagenverkauf
USt Pflichtig!
Laufende Buchungen:
1. Verbuchung des Verkaufserlöses
Soll Haben
(4) Erlöse aus Anlagenverkauf Verkaufserlöse OHNE USt
(3) Umsatzsteuer USt aus Verkauf
(2) Bank/Kassa Verkaufserlöse (inkl. USt)

Jahresende:
2. Abschreibung des Altgeräts (ganzes/halbes Jahr)
Soll Haben
(7) Planmäßige Abschreibung Abschreibungsbetrag
(0) Anlagekonto Abschreibungsbetrag
3. Ausscheiden des Buchwertes
Soll Haben
(0) Anlagekonto Restbuchwert
(7) Buchwert abgegangener Anlagen Restbuchwert

Nettoertrag= Verkaufserlös (netto) - Restbuchwert

Stille Reserve aufgedeckt,
wenn (buchhalterisch) Gewinn durch Ausscheiden erzielt
= wenn Erlöse > Buchwert

• Anlagentausch
Laufende Buchungen:
1. Aktivierung des Neugeräts
(0) Anlagenkonto / (3) Lieferverbindlichkeiten
(1) Vorsteuer
2. Verbuchung des Tauscherlöses
(2) Lieferforderungen / (0) Anlagenkonto
(3) USt
3. Restzahlung
(3) Lieferantenverbindlichkeiten / (2) Kassa/Bank
Jahresende:
4. Abschreibung des Altgeräts (ganzes/halbes Jahr)
(7) Planmäßige Abschreibung / (0) Anlagenkonto
5. Ausscheiden des Altgeräts
(7) Buchwert abgegangener Anlagen / (7) Planmäßige Abschreibung
6. Abschreibung des Neugeräts (ganzes/halbes Jahr)
(7) Planmäßige Abschreibung / (0) Anlagenkonto

• Ausscheiden von Anlagen durch Schadensfall
a. Mit Schadenersatz (Versicherungszahlung)
1. Forderung an Versicherung bzw. Zahlung von Versicherung
NICHT USt Pflichtig!
(2) Bank / (4) Versicherungsentschädigungen
2. Abschreibung für die Zeit der Nutzung
(7) Planmäßige Abschreibung / (0) Anlagenkonto
3. Ausscheiden der Anlage
(7) Buchwert abgegangener Anlagen / (7) Planmäßige Abschreibung

b. Ohne Schadenersatz
1. Abschreibung für die Zeit der Nutzung
(7) Planmäßige Abschreibung / (0) Anlagenkonto
2. Ausscheiden der Anlage
(7) Buchwert abgegangener Anlagen / (7) Planmäßige Abschreibung

•Ausscheiden von bereits abgeschriebenen Anlagen
Bei direkter Abschreibung muss das Anlagegut nur mehr aus der Anlagekartei
herausgenommen werden. Wurde die Anlage auf einen Erinnerungseuro abgeschrieben,
muss dieser noch als Abschreibung von (0) gegen (7) ausgebucht werden.

Anlagen in den Nebenbüchern
In den Hauptbüchern werden Nutzungsdauer, Anschaffungsdatum, Abschreibungssatz etc. nicht erfasst,
weshalb diese Informationen in Nebenbüchern erfasst werden. Diese können in Form eines
Anlageverzeichnisses oder einer Anlagekartei geführt werden.


19. STEUERLICHE BEHANDLUNG VON KRAFTFAHRZEUGEN







ß Abzusetzende
Kosten für
betriebliche Fahrten




Aufwendungen inkl. Vorsteuer
verbuchen!

Verbuchung bei Privatnutzung
Privatanteil der gesamten Betriebsausgaben ist am Jahresende abzuziehen (steuerrechtlich nicht relevant) und
umzubuchen. Der Erfolg des Unternehmens erhöht sich um diesen Anteil!
(9) Privat / (4) Eigenverbrauch
z.B. der Gesamtbetrag der Betriebsausgaben lautet 1527,77 und die gesamt gefahrenen km sind 2500. Der Privatanteil der
Gesamtkilometer beträgt 375 km.
à 2500 : 1527,77 = 375 : x
à 1,63637 x = 375 /: 1,63637
à x= 229,17
à (9) Privat an (4) Eigenverbrauch EUR 229,17

Leasingaufwendungen
Müssen so verrechnet werden, dass die Mindestabschreibungsdauer von 8 Jahren nicht unterschritten wird

NOVA (Normverbrauchsabgabe)
Wird von der gleichen Basis wie die USt berechnet und hängt von CO2 Emmissionen ab
Käufer: kann auf Antrag rückvergütet werden
Verkäufer: NOVA Steuerschuld entsteht am Ende des Monats der Lieferung und ist 45 Tage abzuführen

Fahrtenbuch
Enthält Ort, Datum, zeit, Kilometerstand am Anfang und Ende der beruflichen Fahrt, Angaben über Ziel und
Zweck der Fahrt, gefahrene Kilometer
à Privatnutzung eines betrieblichen PKWs bzw. betriebliche Nutzung eines privaten PKWs kann nachgewiesen
werden (Verrechnung von Kilometergeld)

SONDERFALL: PKW mit reinem Elektroantrieb
• Vorsteuerabzug möglich
• Planmäßige Abschreibungen steuerrechtlich absetzbar
• Betriebskosten (inkl. USt) steuerrechtlich absetzbar
! Luxustangente bis 40 000 €

Steuern beim Import von Fahrzeugen
Neufahrzeuge (höchstens 6 Monate zugelassen, höchstens 6000 km gefahren):
- Einfuhrumsatzsteuer
- Erwerbssteuer
- NOVA
- Vorsteuerabzug bei Unternehmern
Gebrauchtwagen:
- Einfuhrumsatzsteuer (NICHT wenn aus EU)
- NOVA (Drittländer, EU)

DER JAHRESABSCHLUSS IM DETAIL
• Formelle Bilanzkontinuität
Aufeinanderfolgende Jahresabschlüsse sollen nach den gleichen Gliederungsprinzipien aufgestellt
werden und die gleichen Konten haben
• Materielle Bilanzkontinuität
Bewertungsmethoden sollen beibehalten werden
• Bilanzwahrheit
Die Bilanz soll vollständig sein und die Vorschriften eingehalten werden
• Bilanzklarheit
Alle Werte sollen klar und übersichtlich ausgewiesen werden (Gliederungsvorschriften UGB)
• Bilanzvorsicht
Anschaffungswertprinzip, Imparitätisches Realisationsprinzip
• Wirtschaftlicher Gehalt
Der Bilanzausweis soll sich nicht an rechtliche Konstruktionen, sondern das Maßgebliche halten
• Wesentlichkeit
Die Anforderungen müssen nicht erfüllt werden, wenn die Wirkung ihrer Einhaltung unwesentlich ist
Vorgehensweise:
1. Inventur
2. Bewertung des nicht abnutzbaren Anlagevermögens (Grundstücke, Wertpapiere, ... bei
Wertveränderung)
3. Bewertung des abnutzbaren Anlagevermögens (planmäßige Abschreibung oder außerplanmäßige
Abschreibung bei Schadensfällen)
4. Bewertung von selbsterstelltem Anlagevermögen (Büroeinrichtung etc.)
5. Bewertung der Vorräte (HW Verbrauch, unfertige Erzeugnisse, Fertigerzeugnisse)
6. Bewertung von Forderungen (uneinbringliche/zweifelhafte Forderungen)
7. Bewertung von Rückstellungen (schwebende Prozesse, Garantien, Abfertigungen, ...)
8. Ermittlung von Rechnungsabgrenzungen (Vorauszahlungen, Rückstände)

17. WARENBEWERTUNG IM RAHMEN DES JAHRESABSCHLUSSES
= um Bilanz erstellen zu können, müssen den erfassten Gütern am Bilanzstichtag Werte (Geldbeträge)
zugeordnet werden
Hier handelt es sich um (2) Umlaufvermögen, Finanzanlagen ((2) Umlauf-/(0) Anlagevermögen) und
sonstiges (0) Anlagevermögen
Grundsätze:
• Einzelbewertung (soweit möglich)
• Unternehmensfortführungsprinzip (going concern)
für die Wertberechnung wird angenommen, dass das Unternehmen auf jeden Fall fortgeführt
wird
• Grundsatz der Vorsicht
im Zweifel wird vom ungünstigsten Fall ausgegangen
Imparitätisches Realisationsprinzip:
- Realisationsprinzip: nur realisierte Werte werden ausgewiesen
- Prinzip der Verlustantizipation: drohende Verluste werden auch ausgewiesen, wenn sie noch
nicht realisiert sind
• Anschaffunsgwertprinzip
= Güter werden höchstens zu Anschaffungswert bewertet (Obergrenze)
Fremdkapital (Schulden) müssen mindestens zum Anschaffungswert bewertet werden
(Untergrenze)
! Grundsteuer bei Grundstücken zählt NICHT zum AW, Grunderwerbssteuer etc. schon
• Vorsichtsprinzip (Gläubigerschutz)
= Ist der Tageswert zum Bilanzstichtag niedriger als der Anschaffungswert, wird der niedrigerer
Wert angesetzt
- Umlaufvermögen (Finanzanlagen& sonstiges): Abwertung MUSS erfolgen
- Anlagevermögen: Abwertung MUSS erfolgen, wenn die Wertminderung von Dauer ist
(strenges Niederstwertsprinzip). Ist die Abwertung nicht von Dauer, darf sie NICHT erfolgen.
- Finanzanlagen im AV (Aktien, Anleihen): Abwertung MUSS herangezogen werden, wenn sie
von Dauer ist. Abwertung KANN herangezogen werden, wenn sie Abwertung nicht von Dauer
ist. (gemildertes Niederstwertprinzip)
Von Dauer: „Anleihe nähert sich dem Ende ihrer Laufzeit“
Nicht von Dauer: „marktübliche Kursschwankungen“
Aktie im Umlaufvermögen: „gekauft aus Spekulationsgründen“ „für den Wiederverkauf gekauft“
• Zuschreibungspflicht
= fällt der Grund für eine Abwertung weg, MUSS immer aufgewertet werden (Wertaufholung)
! Höchstens bis zum Anschaffungswert
Neue Obergrenze: „Neues Patent angemeldet“

Bewertungsprinzipien im Steuerrecht
Maßgeblichkeit der Unternehmensbilanz für die Steuerbilanz
= wenn unternehmensrechtliche Bewertungsvorschriften den steuerrechtlichen nicht ausdrücklich
widersprechen, gelten sie auch für die Steuerbilanz. Steuerliche Vorteile können nur genutzt werden,
wenn sie auch in der Unternehmensbilanz berücksichtigt werden (zB GWG)

Verbuchung
• Finanzanlagen
Abwertung
(8) Abschreibung von Finanzanlagen / (0) Finanzanlagen
Wiederaufwertung
(0) Finanzanlagen AV bzw. (2) Finanzanlagen UV / (8) Erträge aus Zuschreibung zu Finanzanlagen

Berechnung des zu verbuchenden Werts:
Differenz aus (Kurs der im Vorjahr verbucht wurde x Anzahl Aktien) und (Kurs zu dem jetzt verbucht wird x Anzahl
Aktien)

• Sachanlagen
Abwertung
(7) Außerplanmäßige Abschreibung von Sachanlagen / (0) Anlagekonto
Wiederaufwertung
(0) Anlagekonto / (4) Erträge aus der Zuschreibung zu Sachanlagen

25. WARENEINSATZ ERMITTLUNG
1. Mengenrechnung
a. direkte Einsatzermittlung
nur möglich, wenn Aufzeichnungen über die Menge der entnommenen Waren vorliegen
Anfangsbestand
+ Zukäufe
= Zwischensumme
- Entnahmen lt. Beleg (Verbrauch)
= SOLL Bestand
- IST Bestand (Inventur)
= Schwund
b. indirekte Einsatzermittlung
Anfangsbestand
+ Zukäufe
- Endbestand
= Wareneinsatz

2. Bewertung des Verbrauchs
• Indirekte Warenbewertung
a. Gewogenes Durchschnittspreisverfahren
Aus den gegebenen Daten wird ein Durchschnittspreis errechnet. Ist der Tagespreis geringer, wird
der Endbestand abgewertet. Ist der Tagespreis höher, wird zum Durchschnittspreis angesetzt.
Buchungen:
Anfangsbestand: (9) EBK / (1) Vorrat EUR „Anfangsbestand“
Zukäufe: (5) Verbrauch / (2) Bank EUR „Gesamtpreis“
Wareneinsatz umbuchen: (1) Vorrat / (5) Verbrauch EUR „Lagerabbau“
Abwertung: (5) Abschreibung Vorräte / (1) Vorrat EUR „ Schwund+Abwertung“
Konten abschließen: SBK, GuV

b. FIFO (First in First out) Verfahren
Annahme, dass Waren, die zuerst eingekauft wurden auch zuerst wiederverkauft werden
(Schwund kann nicht berechnet werden)

• Direkte Warenbewertung
a. Gewogenes Durchschnittspreisverfahren
b. FIFO Verfahren
c. Gleitendes Durchschnittspreisverfahren
Wenn Aufzeichnungen durch Scannerkassen erfolgen (Zeitpunkt der Entnahme bekannt).
Dabei wird vor jedem Zukauf der Zwischenstand ermittelt und nach jedem Zukauf der
Durchschnittspreis neu ermittelt. (Zukäufe in chronologischer Reihenfolge geordnet) Zu diesem
Durchschnittspreis werden die nächsten Entnahmen bewertet.

26. BEWERTUNG VON UNFERTIGEN ERZEUGNISSEN, FERTIGERZEUGNISSEN
≠ Handelswaren!
Fertigerzeugnisse= Produkte, die am Bilanzstichtag den Produktionsprozess vollständig durchlaufen haben (UV)
Unfertige Erzeugnisse= Produkte, die am Bilanzstichtag den Produktionsprozess nur erst durchlaufen haben,
dh noch nicht fertig (UV)
Herstellungskosten= Materialkosten + Gemeinkosten + Materialgemeinkosten + Fertigungslöhne
+Fertigungsgemeinkosten (Verwaltungskosten nur in Ausnahmefällen)

Verbuchung am Jahresende:
a) Es wurde auf Lager produziert (Endbestand>Anfangsbestand; Lageraufbau)
Bestand an Fertigerzeugnissen wird richtig ausgewiesen und der zu hohe Aufwand korrigiert.
(1) Unfertige Erzeugnisse / (4) Bestandsveränderungen unfertige Erzeugnisse EUR „Lageraufbau“
bzw.
(1) Fertigerzeugnisse / (4) Bestandsveränderungen Fertigerzeugnisse EUR „Lageraufbau“
Wert: Differenz aus Anfangsbestand und Endbestand
b) Es wurde Lagerware verkauft (Endbestand<Anfangsbestand; Lagerabbau)
Es wurde mehr verbraucht als erzeugt. Der Verbrauch muss vermindert werden und die
Aufwendungen erhöht.
(4) Bestandsveränderungen unfertige Erzeugnisse / (1) Unfertige Erzeugnisse EUR „Lagerabbau“
bzw.
(4) Bestandsveränderungen Fertigerzeugnisse / (1) Fertigerzeugnisse EUR „Lagerabbau“

Gesamtwert nach Mindestansatz berechnen
z.B. Anzahl 52
Materialeinzelkosten (pro Stück)... 104,00
Fertigungseinzelkosten (pro Stück)... 69,00
Materialgemeinkosten... 45%
Fertigungsgemeinkosten... 102,50%
Sonderkosten der Fertigung... 4800,00
Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten... 18% Verwaltungs-/Vertiebskosten NICHT miteinbeziehen!

Materialkosten 104 x 52 = 5408,00
+ Materialgemeink. 45% = 2433,60
+ Fertigungseinzelk. 69 x 52 = 3588,00
+ Fertigungsgemeink. 102,5% = 3677,70
+ Sonderkosten = 4800,00
= Mindestansatz 19907,30

6. & 21. FORDERUNGSBEWERTUNG
Für (2) Forderungen und (3) Verbindlichkeiten gibt es (2) Kunden- und (3) Lieferantenkonten auf denen die
einzelnen Forderungen und Verbindlichkeiten laufend verbucht werden. Diese zählen zu den Nebenbüchern
und werden am Ende summiert als Bewegungen auf die Hauptkonten (Lieferforderungen und
Verbindlichkeiten) übertragen (in Summe, NICHT das Saldo). Da dies nur eine Übertragung und keine Buchung
ist, gibt es keine Gegenbuchungen.

„Quote“= was wir von der Firma noch bekommen
„Ausfall“= was wertberichtigt/abgeschrieben wird (1-Quote)

v Uneinbringliche Forderungen
Von einer uneinbringlichen Forderung ist auszugehen, wenn:
- „Konkursverfahren abgeschlossen“
- Für Sanierungsverfahren bereits Quote festgelegt wurde
- Vergleich (Schuldennachlass) mit Kunden ausgehandelt wurde
- Konkursquote feststeht
- Insolvenzverfahren mangels Masse abgelehnt
Verbuchung:
à Forderung muss aus dem Vermögen ausgeschieden werden
à Berichtigung MIT USt
à Verlust muss als Aufwand verbucht werden (Schadensfall)
à USt bzw. VSt Schuld muss korrigiert werden

(7) Abschreibung Forderungen / (2) Kundenkonto EUR „Nettoforderungswert“
(3) Umsatzsteuer EUR „Umsatzsteuerwert“

v Dubiose Forderungen
Von einer zweifelhaften Forderung ist auszugehen, wenn:
- „Konkursverfahren eingeleitet“
- Mehrere Mahnungen erfolglos waren
- Die Zahlungseinstellung bekannt ist
- Ein Insolvenzverfahren beantragt wurde
Verbuchung:
à Wert muss korrigiert werden (Ausfall der Nettoforderung!)
à Berichtigung OHNE USt
à Verlust muss als Aufwand verbucht werden
à NICHT USt bzw. VSt korrigieren!

EINZELWERTBERICHTIGUNG:
1) Einzelwertberichtigung schätzen/errechnen
2) Schätzung verbuchen:
(7) Zuweisung zur Einzel-WB / (2) Einzelwertber. zu Forderungen EUR „Ausfall“
3) Erhöhung der Wertberichtigung bei neuer Einschätzung:
(7) Zuweisung zur Einzel-WB / (2) Einzelwertber. zu Forderungen
Verminderung der Wertberichtigung bei neuer Einschätzung:
(2) Einzelwertber. zu Forderungen / (4) Erträge aus der Auflösung von WB
4) Höhe des Ausfalls sicher; Korrekturbuchung:
(2) Einzelwertber. zu Forderungen / (7) Abschreibung zu Forderungen

! Bei Wertberichtigungen dürfen Lieferantenkonten zwar nicht angerührt werden ABER in der
veröffentlichten/publizierten Bilanz werden die Wertberichtigungen von den „Forderungen L+L“ abgezogen.
Pauschalwertberichtigungen werden im Anhang separat ausgewiesen.

21. RECHNUNGSABGRENZUNGEN
Abgrenzungen von Vorauszahlungen beziehen sich nur auf den Nettoaufwand, weil Vorauszahlungen der IST-
Besteuerung unterliegen. Die VSt kann im Monat des Rechnungserhalts zurückgefordert werden und die USt
Schuld entsteht im Monat des Geldeinganges.
v Vorauszahlungen (Transitorien)
a. Aktiv: Eigene Vorauszahlung (Aufwand)
= im Abschlussjahr bezahlt aber erst in der Folgeperiode (teilweise/gänzlich) erfolgswirksam
Buchung im Abschlussjahr:
(2) Aktive Rechnungsabgrenzung / Aufwandskonto
Buchung im Folgejahr:
(2) Aktive Rechnungsabgrenzung / Aufwandskonto

b. Passiv: Fremde Vorauszahlung (Ertrag)
= im Abschlussjahr erhaltene Erträge, die aber erst in der Folgeperiode wirksam werden
Buchung im Abschlussjahr:
Ertragskonto / (3) Passive Rechnungsabgrenzung
Buchung im Folgejahr:
Ertragskonto / (3) Passive Rechnungsabgrenzung

v Rückstände (Antizipationen)
a. Passiv: Fremde Rückstände (Erträge)
= Erträge, die erst in Folgeperiode zufließen aber teilweise schon im Abschlussjahr wirksam sind
Buchung im Abschlussjahr:
(2) Sonstige Forderungen / Ertragskonto
Buchungen im Folgejahr (bei Zahlung):
Ertragskonto / (2) Sonstige Forderungen
(2) Bank /
b. Aktiv: Eigene Rückstände (Aufwand)
Buchung im Abschlussjahr:
Aufwandkonto / (3) Sonstige Verbindlichkeiten
Buchung im Folgejahr (bei Zahlung):
(3) Sonstige Verbindlichkeiten / (2) Bank
Aufwandkonto /


22. RÜCKSTELLUNGEN
= Passivposten (Fremdkapital), die für erkennbare Risiken und drohende Verluste gebildet werden
(Vorsichtsprinzip), die von der Verursachung her ins Abschlussjahr gehören, deren Höhe und/oder dem
Rechtsgrund nach noch nicht feststehen („ungewisse Verbindlichkeit“).
Die Bildung der Dotation wird als Aufwand verbucht.
Ist die Dotation höher als der tatsächlich verursachte Schaden, wird eine stille Reserve aufgedeckt.

! Rückstellungen dürfen erst gebildet werden, wenn ein konkreter Schadensfall droht
NICHT: Rückstellung für Firmenjubiläen, Aufwandsrückstellungen für unterlassene Reparaturen etc.
NICHT alle unternehmensrechtlichen Rückstellungen sind auch steuerrechtlich anerkannt
Aus der staffelförmigen GuV ist nicht ersichtlich ob eine Rückstellung gestiegen/gefallen ist

Arten von (3) Rückstellungen:
• Rückstellung für Abfertigungen
• Rückstellung für Pensionen
• Rückstellung für Körperschaftssteuer
• Rückstellung für Rechts- und Beratungsaufwand
• Rückstellung für Gewährleistung und Schadenersatz
• Rückstellung für Produkthaftung
• Rückstellung für nicht konsumierte Urlaube
• Sonstige Rückstellungen

Dotierung einer Rückstellung:
Aufwandkonto / (3) Rückstellung für ...
à Dotierung à Rückstellung

Aufwendungen während des Jahre für Rückstellung:
Als laufender Aufwand verbucht

Auflösung einer Rückstellung (Jahresabschluss):
a. Rückstellung < Aufwand
(3) Rückstellung für ... / Aufwandkonto EUR „Rückstellung“
b. Rückstellung > Aufwand
(3) Rückstellungen für ... / Aufwandkonto EUR „Tatsächlicher Aufwand“
/ (4) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen EUR „zu hoch um ...“

31. Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
= für die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns ist nicht die Erstellung/Erhalt der Leistung wichtig, sondern
die Zahlung
1. Erfolgsermittlung (Nettomethode)
2. Zahllastermittlung

Nicht-buchhaltungspflichtige Unternehmen (meist Eingaben-Ausgaben-Rechnung):
• Unternehmen mit Jahresumsatz < 700 000 €
• Freie Berufe, Land- und Forstwirte

Prinzipien der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung:
- Gewinn= Einnahmen – Ausgaben
- Verkaufs- und Leistungserlöse gelten erst bei Zahlungseingang als realisiert
- Wareneinkäufe werden sofort als Ausgabe (Aufwand) verrechnet
- IST-Besteuerung (erst ab Zahlung wirksam)
Ø Nettosystem: Gewinnermittlung mit Nettobeträgen; USt und VSt werden als Durchlaufposten
behandelt
Ø Bruttosystem: Gewinnermittlung mit Bruttobeträgen; Umsatzsteuer wird bei Zahlung als
gewinnmindernde Ausgabe verrechnet
- Anlagen werden nicht sofort als Ausgabe verrechnet (Anlagenverzeichnis), die Abschreibung kann
sofort bei Inbetriebnahme verrechnet werden
- Keine Inventur

Nicht in Gewinnermittlung zu beachten (nicht erfolgswirksam)
Ø Kreditaufnahme, -rückzahlung
Ø Privatentnahme, -einlage
Ø Barbewegungen zwischen Kassa und Bank
Ø USt und VSt

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