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Innovative Mitte

Gut leben statt mehr haben


Von einer Kultur der Selbstversorgung und Fremdveredelung
zu einer Kultur der Fremdversorgung und Selbstveredelung

Wie sind eine Gesellschaft und Wirtschaft beschaffen, die Menschen in allen Lebenslagen und Natur in seiner
Vielfalt wertschätzt? Was denkt ihr?

Die "erste Aufklärung" hat uns den Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit gebracht
und uns von der Sklaverei des Geistes befreit.

Das freie Bürgertum und das freie Wirtschaften haben uns materiellen Wohlstand gebracht – aber die
Gnadenlosigkeit menschlicher Fehleinschätzung, die Missgunst unter den Menschen und der Missbrauch von
Freiheit haben auch die menschlichen und natürlichen Ressourcen in unverantwortlicher Weise zu Lasten
heutiger und künftiger Generationen übernutzt.

Wenn alles gut geht, wird uns eine "zweite Aufklärung" – der Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten
Rücksichtslosigkeit – mit den Mitmenschen und der Natur versöhnen und die Lebenszufriedenheit mehren.

Ohne Wirtschaftlichkeit schaffen wir es nicht, ohne Menschlichkeit ertragen wir es nicht, ohne Gemeingüter
erleben wir es nicht.

Gemeinsam denken - Persönlich handeln

Initiativ-Programm von Herbert Haberl


Unternehmer und Aktivist für ein faires ökosoziales Miteinander

Anrufen: +49 170 7620660; Schreiben: waehle@innovativemitte.de; Mein Profil: Xing, LinkedIn; Google

InnovativeMitte; Mehr dazu in: Twitter, Facebook, Youtube

Obwohl aus Gründen der Lesbarkeit im Text die männliche Form gewählt wurde beziehen sich die Angaben auf
Angehörige beider Geschlechter.
1   für mehr Zufriedenheit der Menschen ..........................................................3  
1.1   über  den  Ausgang  aus  der  selbstverschuldeten  Rücksichtslosigkeit........................... 4  
1.2   über  den  empathischen  Menschen........................................................................................... 6  
1.3   über  eine  empathische  Wirtschaft .........................................................................................10  
1.4   über  die  Kunst  des  Dialogs........................................................................................................12  
1.5   über  gewaltfreie  Konfliktlösung .............................................................................................13  
1.6   über  interkulturellen  und  interreligiösen  Dialog.............................................................14  
1.7   für  universelle  Menschenrechte .............................................................................................15  
1.8   für  universelle  Menschenpflichten ........................................................................................20  
2   Demokratische Willensbildung und legitime Machtausübung ....................24  
2.1   für  mehr  unabhängige  und  reformfähige  Demokratie....................................................24  
2.1.1   für  mehr  Bürgerbeteiligung  und  Bürgermündigkeit .............................................................. 26  
2.1.2   für  mehr  Konkordanzdemokratie................................................................................................... 26  
2.1.3   für  die  Direktwahl  des  Bundespräsidenten................................................................................ 26  
2.2   für  demokratisch  legitimierte,  unabhängige  Verwaltung  von  Rechten ....................27  
2.2.1   für  Demokratie  statt  Lobbykratie,  für  Selbstbestimmtheit  statt  Bürokratie ............... 27  
2.2.2   für  Meinungsfreiheit  und  informationelle  Selbstbestimmung  (Publikative) .............. 27  
2.2.3   für  eine  vergesellschaftlichte  Geldschöpfung  (Monetative)................................................ 28  
3   für eine anständige, nachhaltige Wohlstandsbildung..................................32  
3.1   über  empathische  Wohlstandsbildung.................................................................................33  
3.2   über  arbeiten  und  tätig  sein .....................................................................................................35  
3.3   über  Geld  und  Spekulation  sowie  Kredit  und  Schuldenpolitik ....................................37  
3.4   für  die  Trennung  von  Geschäftsbanken  und  Kapitalmarkthandel..............................38  
3.5   für  eine  Finanztransaktionssteuer.........................................................................................40  
3.6   für  eine  geordnete  Insolvenz  von  überschuldeten  Staaten ...........................................40  
3.7   für  die  Staatsbürgersteuer ........................................................................................................43  
4   für eine Energieversorgung aus 100% erneuerbaren Energien ...................46  
4.1   über  die  Energieversorgung.....................................................................................................46  
4.2   für  eine  Neuverteilung  der  Marktanteile .............................................................................47  
5   für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ......................................48  
5.1   Über  unsere  Sozialordnung ......................................................................................................48  
5.2   Kulturimpuls  bedingungsloses  Grundeinkommen ..........................................................49  
5.3   Konzeption  eines  bedingungslosen  Grundeinkommens ................................................50  
6   Quellenangaben .......................................................................................... 52  

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 2 von 52 vom 29.05.11
1 für mehr Zufriedenheit der Menschen

Wie sind eine Gesellschaft und Wirtschaft beschaffen, die Menschen in allen Lebenslagen
und Natur in seiner Vielfalt wertschätzt? Was denkt ihr?

Die "erste Aufklärung" hat uns den Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten
Unmündigkeit gebracht und uns von der Sklaverei des Geistes befreit.

Das freie Bürgertum und das freie Wirtschaften haben uns materiellen Wohlstand gebracht –
aber die Gnadenlosigkeit menschlicher Fehleinschätzung, die Missgunst unter den Menschen
und der Missbrauch von Freiheit haben auch die menschlichen und natürlichen Ressourcen
in unverantwortlicher Weise zu Lasten heutiger und künftiger Generationen übernutzt.

Wenn alles gut geht, wird uns eine "zweite Aufklärung" – der Ausgang des Menschen aus der
selbstverschuldeten Rücksichtslosigkeit – mit den Mitmenschen und der Natur versöhnen
und die Lebenszufriedenheit mehren.

Was ein gutes und würdevolles Leben ist, ist der Definition und der Lebensführung des
Einzelnen überlassen. Die Würde des Menschen durch Dritte ist unantastbar. Sie zu achten
und zu schützen ist Verpflichtung aller persönlichen und institutionellen Gewalt.

Ich will eine „gut ausgebaute Strasse“ einer im Wettbewerb stehenden und auf Mensch und
Natur Rücksicht nehmenden Marktwirtschaft mit „Leitplanken“ demokratisch legitimierter
Regulierung, die das rechte Maß findet zwischen der Freiheit, zu tun, was man persönlich für
Wohlstand mehrend empfindet und der Verantwortung, zu tun, was die Würde des anderen
achtet, Leid vermeidet und die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt.

Demokratie und Ethik bedürfen aufgeklärter und empathischer Menschen, für Autokratie
und Egomanie reichen ängstliche und fügsame Menschen.

Eine Kultur des „mehr haben wollen“ bedarf der Idee der persönlichen Bereicherung und der
Angst vor Verlust des Ansehens oder des Vermögens. Eine Kultur des „gut leben wollen“
bedarf der Idee der persönlichen Reifung und der Freiheit zu Kooperation und Bildung.

Die praktische oder ethische Maxime der Selbstveredelung ist: „Handle und entscheide dich
stets so, dass du durch dein Handeln und Entscheiden eigenes und fremdes Leben und Glück
eher mehrst als minderst.“ Gemeint sind hier alle Dimensionen des Lebens, das physische
wie das psychische, das emotionale wie das soziale, das intellektuelle wie das handwerklich-
praktische, das sittliche wie das religiöse, das kreative wie das bewahrende Leben.

Ohne Wirtschaftlichkeit schaffen wir es nicht, ohne Menschlichkeit ertragen wir es nicht,
ohne Gemeingüter erleben wir es nicht.

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 3 von 52 vom 29.05.11
1.1 über den Ausgang aus der selbstverschuldeten Rücksichtslosigkeit

Ich schlage vor, dass wir eine "zweite Aufklärung" starten - den Ausgang des Menschen aus
der selbstverschuldeten Rücksichtslosigkeit.

Die Mehrheit weiß heute, dass eine den Menschen schonende und die Natur bewahrende
Wirtschaft zu gestalten ist. Aber wie? Die Politik findet heute (noch) kein schlüssiges
Konzept, die heutige Philosophie denkt darüber kaum oder nicht nach. Wir spüren, was zu
tun ist, aber wie umsetzen? - das ist die Frage.

Aus der Geschichte können wir lernen, das staatliche Machtausübung ohne Toleranz
(Autokratien, Diktaturen) ins Elend führen. Der Widerstand dagegen wurde zunächst mit
Gewalt gegen Menschen oder Gemeinschaften (Hexenverbrennungen, Glaubenskriege)
beantwortet.

Die philosophische Lösung war die Aufklärung, sprich der Ausgang des Menschen aus der
selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Die politische Lösung war Trennung von Staat und Kirche, später dann die Gewaltenteilung.

Aus der Geschichte können wir lernen, das wirtschaftliche Machtausübung ohne Toleranz
(Autokratien, Kommunismus, Kapitalismus, Konsumismus) letztlich ins Elend führen.

Der Widerstand dagegen wurde zunächst mit Gewalt gegen Menschen oder Staaten
(Verfolgung, Weltkriege) beantwortet.

Die politische Lösung einer Machtausübung mit Toleranz nennen wir heute Demokratie,
Rechtsstaat, Menschenrechte und soziale Marktwirtschaft.

Die philosophische Lösung ist immer noch Gleiche: Aufklärung, heute Bildung genannt - der
Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Und heute erkennen wir, dass uns die Extreme persönlichen, wirtschaftlichen oder
staatlichen Wohlstandsaufbau ohne genügend Rücksichtnahme auf das Gemeinwohl und die
Gemeingüter uns Geizhälse, Gierhälse und Blender gebracht haben und uns diese immer
mehr ins Elend stürzen:

 Geizhälse wie "Geiz-ist-geil"-Haltung oder dem Anderen keine Zeit für


Orientierung geben oder seine Meinung nicht gelten lassen können (Intoleranz,
Egozentrik, Glückssuche ohne Sinngebung)
 Gierhälse wie internationale Finanzoptimierer, die das Ich-Wohl über das
Gemeinwohl stellen, mit der Folge einer Finanz- und jetzt Wirtschaftskrise,
morgen Vertrauenskrise, übermorgen vielleicht wieder bürgerliche und staatliche
Auseinandersetzungen.
 Blender, die uns mit dem Glauben an Arbeit und Wohlstand in allen Lebenslagen
den Blick auf die Zunahme von Unbehagen, psychischen Krankheiten und von
ungeschützt Arbeitenden und Arbeitslosen (Prekariat) und damit auf mögliche
Auswege aus den Problemen verstellen.

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 4 von 52 vom 29.05.11
Der homo economicus hat in über 300 Jahren Industrialisierung und Globalisierung den
Wohlstand der Nationen erarbeitet. Aber dabei auch die menschlichen und natürlichen
Ressourcen zu Lasten heutiger und zukünftiger Generationen in nicht mehr vertretbarer
Weise (aus)genutzt, denn überwiegend gewann dabei der Geschäftssinn des
Rücksichtsloseren, nicht der Gemeinsinn des Klügeren, des Faireren.

Der Widerstand dagegen heißt momentan Rückzug ins Private, Sinnsuche,


Politikverdrossenheit, Protest, Terror.

Die politische Antwort ist unklar. Man ist uneins, wie man „die Geister, die man rief“ im
Zaum halten kann. Es fehlt an der einenden Vision. Man wählt das kleinere Übel. Im besten
Fall den Kompromiss, oft genug aber den Weg sich und den Anderen etwas vorzumachen.

Und was macht die Philosophie? Nichts!

Ich schlage vor, dass wir eine "zweite Aufklärung" starten - den Ausgang des Menschen aus
der selbstverschuldeten Rücksichtslosigkeit. Gestalten wir den „homo empathicus“.

Mein Wunsch ist, dass die Menschen diesmal eine Lösung zur Schonung der Menschen und
zur Bewahrung der Natur finden bevor Gemeinschaften die Antwort wieder in
Ungleichgewichten, Intoleranz und Gewalt finden.

Wie sind eine freie Gesellschaft und Wirtschaft beschaffen, die Menschen in allen
Lebenslagen und Natur in seiner Vielfalt wertschätzt? Was denkt ihr?

Die Aufklärung hat uns von Machtausübung ohne Toleranz befreit. Nun ist es an der Zeit, das
eine "zweite Aufklärung" uns vom Wohlstand ohne Rücksicht auf Mensch und Natur befreit.

Wenn alles gut geht, wird eine "zweite Aufklärung" uns mit der bisherigen Geschichte und
dessen Gewinnern und Verlierern sowie der Natur versöhnen und uns Wege zeigen, mit
beiden zukünftig schonend umzugehen, bevor wieder und weiter Gewalt gegen Menschen
und Gesellschaften eine Klärung der Verhältnisse mit sich bringen.

Es wäre wunderbar, wenn wir diesmal aus Einsicht und nicht aus Katastrophen lernen.

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 5 von 52 vom 29.05.11
1.2 über den empathischen Menschen

„Empathie“ ist ein wesentliches Merkmal der „sozialen Intelligenz“. Gemeint ist die
Fähigkeit, sich in andere Menschen und Situationen hineinzufühlen. Sachverhalte mit ihren
Augen, ihrem Herzen wahrzunehmen. Ein Mensch, der dazu nicht oder dazu nur in extremen
Situationen in der Lage ist, dürfte kaum empathisch sein.

(Im nächsten Abschnitt ist manches aus „Weisheit für Unweise“ von Rupert Lay)

Dazu gehört den anderen geduldig bis zum Ende zuzuhören und sich erst dann Rederecht
einzuräumen, wenn der Partner einige Augenblicke geschwiegen hat. Es bedeutet sich beim
Reden in die Werteinstellungen, Erwartungen, Interessen, Bedürfnisse des anderen zu
versetzen und auch von dorther die Situation einschätzen, wertschätzen zu können.

Auch bedarf es einer fehlerfreundlichen Kultur und Technologie. Menschen machen Fehler
und eine fehlertolerante Kultur und Technologie ermöglichen ein „Irrtum ist nützlich“. Wir
machen Fehler, weil wir systematischen Irrtümern erliegen, die wir aber mit Hilfe des
Mitmenschen rechtzeitig erkennen kennen und die so dann nicht zum Schaden werden.

 Wir überschätzen unsere emotionalen Reaktionen, überhöhen das Glücksgefühl


und übertreiben die Sorge.
 Unsere Vorliebe für Anekdoten und Verallgemeinerungen trübt oft das objektive
Urteilsvermögen
 Unsere Tendenz zur Vereinfachung verhindert oft den Blick auf das Ganze.
 Wir empfinden eine Sachlage unterschiedlich je nach Situation und sozialen
Kontext
 der Mensch such tendenziell eher Rückhalt, statt die eigene Überzeugung kritisch
zu prüfen
 Das Leugnen unserer Irrtümer schützt das Selbstwertgefühl und stärkt die
Überzeugung, Einfluss zu besitzen

Aus dieser Not kann man eine Tugend machen. In einer Kultur der Fehlertoleranz ist der
Irrtum ein fester Bestandteil der Wissensvermittlung an Schulen, Universitäten und im
Berufsleben. Vielleicht steht morgen „Error Management Training“ auf dem Programm.

Die sture Gewissheit ist besonders für das Erobern geeignet, eine fehlerfreundliche Kultur
und Technologie für das Anpassen.

Toleranz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, einen anderen Menschen in seinem
Anderssein (solange es nicht zu sozialunverträglichem Verhalten führt) zu akzeptieren. Und
es ist das authentische Verhalten, das uns attraktiv für Andersartige macht.

Authentisch ist ein Mensch genau dann, wenn er das sagt, wenn er so handelt, wie es von
seinem Gewissen eingefordert wird. Solche Authentizität setzt voraus, dass ein Mensch in
emotionalem, sozialem und rationalem Gleichgewicht ist.

Deshalb ist auch die Festlegung, dass ein Volksvertreter letztlich nur seinem Gewissen
gegenüber verantwortlich ist, zu unterstützen und jeder Gruppenzwang (Fraktionszwang,
Macht- und Wirtschaftsmonopolisierung, Sippenhaft, Korruption, ...) abzulehnen.

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 6 von 52 vom 29.05.11
Andere und anderes ernst nehmen, heißt auch die Ängste eines Menschen ernst nehmen,
selbst wenn er in vergleichbaren Situationen völlig angstfrei agieren oder reagieren kann. Die
Werteinstellungen, Bedürfnisse, Erwartungen und Interessen des anderen ernst zu nehmen,
und mögen sie noch so sehr von den eigenen abweichen, ist sicherlich Grundlage jedwelcher
empathischer Haltung.

Empathische Menschen werden in jedem Fall darauf verzichten, anderen über die
Vermittlung der eigenen Werteinstellungen, Bedürfnisse, Erwartungen und Interessen einen
Weg zu weisen, sondern sich bemühen, das diese ihren eigenen Weg finden.

Wer glaubt, dass das was er erarbeitet und erdenkt, sei für seine Selbstversorgung und
Selbstsicherheit wird konsequent durch das Appellieren, Fördern und Fordern anderer, also
mittels Fremdveredelung, deren Akzeptierbarkeit für das eigene Ego absichern.

Wer jedoch erkennt, dass das was er erarbeitet und erdenkt immer erst die Grundlage dafür
ist, das andere Dinge erarbeiten und erdenken können, derer er selbst bedarf, der wird er
auch schnell erkennen, das es sehr förderlich ist, wenn er an seiner Attraktivität und sozialen
Verträglichkeit arbeitet, also Selbstveredelung und Kooperationsfähigkeit entwickelt.

Wir brauchen einen Wandel von einer Kultur der Selbstversorgung und Fremdveredelung zu
einer Kultur der Fremdversorgung und Selbstveredelung.

Dies führt zum homo empathicus – zum mitfühlenden, Rücksicht nehmenden Menschen.

Empathie, Mitgefühl ist dabei nicht zu verwechseln mit Mitleid. Ein entsozialisiertes Mitleid
(also Mitleid ohne Mitgefühl) entartet zur untätigen Betroffenheit, ein entrationalisiertes
Mitleid degeneriert zu einer Form der Philanthropie, die das Eigene mit seinen
Werteinstellungen, Bedürfnissen, Erwartungen und Interessen vergessen lässt.

Mitgefühl, Toleranz und Hilfe zur Selbsthilfe für den Mitmenschen bedarf viel mehr Kraft
und Mut als das ignorieren, fördern und fordern, ausgrenzen oder missbrauchen des
Mitmenschen.

Für eine Kultur der Selbstversorgung und Fremdveredelung reichen selbstbewusste und
wettbewerbsfähige Menschen – für eine Kultur der Fremdversorgung und Selbstveredelung
braucht es ethisch gereifte und kooperationsfähige Menschen. Im ersten Fall ist Egozentrik,
Vorsicht und Kontrolle die Mutter des Erfolgs – im zweiten Fall ist es Gemeinsinn, Zutrauen
und Fürsorge.

Ob denn die Fürsorge und das Zutrauen von dem Empfangenen ausgenutzt oder missbraucht
wird, ist meines Erachtens nicht eines Frage dessen Charakters, sondern dessen Erfahrungen
im Umgang mit seiner Freigebigkeit. Misstrauen und Missgunst sind genauso wie Vertrauen
und Toleranz sich selbst verstärkende soziale Systeme.

Auch Erfolglosigkeit kann mit Sinn erfüllt werden. Die Erfolglosigkeit ist für nicht wenige
Menschen ein Grund zu existentiellen Leiden. Gemeint ist hier nicht die Erfolglosigkeit des
faulen Menschen, sondern jene solcher Menschen, die sich mit Mühe auf einen Weg begeben
haben, an dessen Ende nicht der erwünschte Erfolg steht. Sicher sind manche Menschen
nicht erfolgreich, weil sie bestimmte psychische Dispositionen mitbringen, die ihnen den
Weg zum Erfolg schwermachen. Hier sind etwa zu nennen:

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 7 von 52 vom 29.05.11
1. Menschen mit geringer „sozialer Intelligenz“, die nicht in der Lage sind, dauerhafte
und belastbare soziale Beziehungen aufzubauen.
2. Menschen mit negativer Weltsicht, die in allem zunächst einmal das Bedrohliche, das
Negative, die Gefahren sehen. Nicht selten fehlt es ihnen an Urvertrauen in sich, in
andere, in soziale Beziehungen…
3. Menschen mit übertriebenem Ehrgeiz, die unter allen Umständen besser sein wollen
als andere. Um dieses Ziel zu erreichen, neigen sie dazu, eigene Fehler zu vertuschen,
zu integrieren, andere schlechtzumachen.
4. Menschen mit starken Dominanzansprüchen, die nicht realisiert werden können, weil
sie etwa Personen als Vorgesetzte haben, die ihnen zu geringe Freiheitsräume lassen
(und sie so zu Alpha-Kämpfen provozieren).
5. Menschen mit ausgeprägten Mindergefühlen (Minderwertgefühlen,
Minderanerkennungsgefühlen, Minderleistungsgefühlen). Sie neigen dazu, sich und
allen anderen beweisen zu müssen, dass ihre Minderungen zu Unrecht bestehen.
6. Menschen mit ausgeprägter Ich-Schwäche, die nicht in der Lage sind, einzusehen,
dass sich menschliches Leben im Spannungsfeld von Egoismus und Altruismus,
zwischen Egozentrik und Gemeinsinn abspielt. Sie suchen dagegen eine
vereinfachende Lebensorganisation.

Misserfolge gehören zum „normalen“ Leben dazu wie Erfolge. Wer unter Misserfolgen
übermäßig leidet, hat sein Leben in aller Regel an der Peripherie der zu lösenden Aufgaben
organisiert und es verlernt (oder niemals gelernt), aus seiner eigenen Mitte heraus zu leben.

Es geht um ein ausgewogenes Verhältnis von Freiheit und Verantwortung. In einer Welt
begrenzter Güter und Wissen ist auch der Verzicht auf volle Autonomie geboten. Viele eigene
und fremde Entscheidungen und Handlungen begrenzen oder beenden die personale
Autonomie. Für einen heranreifenden Menschen bedeutet Freiheit zumeist das Fehlen von
Zwängen, für einen reifen Menschen zumeist, über verschiedene Handlungsoptionen
verfügen zu können. Wir sind in den Handlungsmöglichkeiten nie ganz frei aber genauso gut
nie alternativlos.

Der Verzicht auf ein Gehabtwerden: Ein Mensch, der von irgendetwas besessen wird, das an
sich durchaus sinnvoll sein kann, wird durch dieses Besessensein nicht nur unfrei, sondern
auch in die Sinnlosigkeit entlassen. Erfolg, Einkommen, Ansehen, Einfluss… zu haben ist
durchaus sinnvoll, solange ein Mensch all dieses besitzt. Wird er aber von einem oder
mehreren dieser sinnvollen Besitzstände besessen, besitzen sie ihn also, statt dass er sie
besitzt, dann wird die Sinnlosigkeit im Sinn offenbar. Der Sinn verschwindet im Unsinn. Für
manche Menschen, die etwa nicht nur Erfolg haben, sondern von ihrem Erfolg gehabt
werden, wendet sich der sinnvolle zum unsinnigen Erfolg. Doch der Verzicht darauf, von
irgendetwas besessen zu werden (und sei es „nur“ von der eigenen Aggressivität), will gelernt
sein – und der Weg solchen Lernens kann mühsam sein.

Der Verzicht auf ein Sofort: Ein großer Feind jeder Sinnfindung sind die Ungeduld und die
Unfähigkeit, die Spannung zu ertragen, die sich einstellt im Verzicht auf Mögliches und
Nützliches. Nicht wenige Menschen sind der eigentümlichen Auffassung, dass die
schnellstmögliche Befriedigung von Bedürfnissen höchste Lust bereitet.

Erst der Verzicht auf den Versuch, alles möglichst im Sofort zu erhalten macht Sinnsuche wie
ja auch Weisheit erst möglich. Denn Lebenssinn ist nicht etwas Vorzufindendes, sondern
muss aktiv geschaffen werden. Und dazu gehört ganz sicher der Verzicht auf ein Sofort.

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 8 von 52 vom 29.05.11
Der Verzicht auf ein „Alles oder Nichts“: Die meisten Menschen, die nach absoluten
Sinnformeln suchen, tun dies aus der Position eines „Alles oder Nichts“. Entweder erfasse,
begreife, verstehe ich den Sinn meines Lebens, oder aber ich verfehle ihn. Erst wenn der
Verzicht auf die Alles-oder-Nichts-Position mitunter nach schmerzlichem Lernen aufgegeben
wurde, kann die Sowohl-als-auch-Position, die der Weisheit und der erfolgreichen
Sinnsuche, entfaltet werden.

Erst wenn ein Mensch nicht mehr unter seinen Grenzen leidet, wird er reif genug sein, sie als
Chancen zu werten. Er wird nicht mehr das Alles suchen, sondern sich auf die beschwerliche
Wanderschaft machen, um das Besinnen von Handlungen und endlich seines eigenen Lebens
zu lernen. Für manche Menschen ist jedoch die Alles-oder-nichts-Position ein
Rechtfertigungsgrund für die Annahme einer fundamentalen Sinnlosigkeit des menschlichen
Lebens, ja des gesamten Seienden.

Die Erfahrung radikaler Sinnleere deckt kompensatorisch den Aufregungs- und


Sensationsbedarf, und so beginnt ein emotionales Leben aus zweiter Hand, das nicht selten
begleitet wird von sozialem Rückzug, da das konkrete soziale Leben, will man es nicht gegen
Normen organisieren, fad schmeckt. Da das Sensationsbedürfnis kaum mehr durch reale
Ereignisse befriedigt wird, beginnt ein Leben in der Phantasie der informierenden und
unterhaltenden Beiträge der Druck- oder Funkmedien.

Eine beliebte Methode, der Sinnlosigkeit gerecht zu werden, ist die Flucht in sensationelle
Scheinwelten. Das Fußballstadion, der Tennisplatz, die Rennbahn, die Kriminalgeschichten
werden zu Orten, an denen das wirkliche Leben spielt.

Nicht zuletzt deshalb fügen wir uns Systemen die uns mit „Brot und Spielen“ Angst nehmen
und Zerstreuung bieten, auch wenn deren tun vielleicht längst mehr Leid als Nutzen bietet,
mehr zerstört als aufbaut.

Es geht um ein Zusammenleben empathischer Menschen, die jederzeit bereit sind, bisher als
sinnvoll erlebte Lebensweisen zu erweitern oder auch mal aus Einsicht zu revidieren statt aus
Sorge über Veränderung „ideologische Ghettobildung“ zu betreiben und sich mit gleich
besorgten zu arrangieren statt sich an der Idee eines besseren Lebens für alle zu versuchen.

Zu empathischen Verhalten gehört auch:

1. Keiner der Beteiligten darf der Meinung sein, er verfüge über eine Lösung, die frei
wäre von Irrtümern und Täuschungen.
2. Alle Beteiligten müssen davon überzeugt sein, dass mittels vernetzter
Kommunikation eigene Irrtümer, Täuschungen, aber auch eigenes Unwissen
minimiert werden.
3. Sie müssen bereit sein, sich gegen solche Minimierungen nicht zu sperren
(emotionale und/oder soziale Widerstände aufzubauen).
4. Sie müssen (im psychologischen Sinn) ein Team sein, das Probleme optimal lösen
will, und keine Gruppe, die Beziehungen abzuklären versucht.
5. Sie müssen bereit sein, herrschaftsfrei miteinander umzugehen. Dazu kann es nötig
sein, Techniken zu beherrschen (etwa die des Diskurses), die strukturell die
Ausübung von Herrschaft ausschließen.

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Es geht um eine Kultur der Rücksichtnahme und Fehlerfreundlichkeit, Wertschätzung und
Konflikttransformation, um ein Sinn maximierendes statt Gewinn maximierendes Verhalten
und die Bewahrung der Gemeingüter.

Alles Gute in der Welt geschieht nur dadurch, dass jemand etwas mehr tut als er muss.

Es geht um gut leben statt um mehr haben.

1.3 über eine empathische Wirtschaft

Unser heutiges System der Wohlstandsmehrung ist die arbeitsteilige (soziale)


Marktwirtschaft. Unternehmen bedürfen Kredite/Einlagen zur Finanzierung der Produktion
bis der Konsument zahlt. Kredite sind also neben Ressourcen, Arbeitskraft und Innovation
Voraussetzung für die Produktion.

Kredite (Bankgeld) sind Geldschöpfung der Geschäftsbanken, so wie Bargeld Geldschöpfung


durch Zentralbanken darstellt. Das Schuldenmachen also systemnotwendig. Der Kredit ist
der Motor, das Produktionsergebnis sind Güter und Dienstleistungen, Abfälle und
Emissionen.

Die Arbeitsteiligkeit und die (fast) unbegrenzte (überwiegend private) Geldschöpfung führen
zu dem heutigen exponentiell wachsenden Produktionssystem in einer begrenzten Welt. Das
kann nicht auf Dauer gut gehen.

Die Frage ist also nicht ob wir ein Problem kriegen, sondern wann – und nicht, ob wir
umsteuern müssen, sondern ob wir aus Einsicht oder Katastrophen lernen (Finanzkrisen,
Wirtschaftskrisen, Atomkrise, Glaubwürdigkeitskrisen, ...).

Aus systemimmanten Gründen (siehe Prof. Binswanger: Wachstumsspirale) braucht diese


Wirtschaftsordnung ein weltweit durchschnittliches Wachstum von 1,8 % oder es bricht
zusammen. Man kann nicht einfach abschalten oder es zu einer Kreislaufwirtschaft
organisieren. Schon das Vermeiden von Krisen (Finanzen, Ressourcen, Absatz...) ist
(typischerweise) Illusion – noch dazu, wenn demokratisch verfasste Regulierung kaum mehr
stattfindet. Man könnte also sagen, dass „die Exekutive zwar an der Regierung, aber nicht
mehr an der Macht ist“ und damit die Demokratie unterlaufen wird.

Also was tun? Schritt 1 ist, das wichtigste volkswirtschaftliche Steuerungsinstrument, die
Geldmenge (Bar- und Bankgeld), wieder vollständig unter demokratische Kontrolle zu
bekommen, also die Geldschöpfung der Banken (Kredite aus Giralgeld) in die Hand der
Bundesbank geben. Es geht um den Aufbau einer Monetative neben Legislative, Judikative
und Exekutive.

Das ist aber nur hinreichend wirksam, wenn das spekulative Bankgeschäft von der
Kreditwirtschaft (wieder) getrennt wird und unregulierte Spekulation verboten oder
"umzäunt" wird, d.h. lizenzloser Börsenhandel (z.B. bestimmte OTC-Geschäfte), bestimmte
Finanzinstrumente (Kreditvergabe ohne Risiko wie CDS-Zertifikate) oder bestimmte
Hedgefonds verbieten oder als "Spielkasino" betreiben, in der den Gewinnen entsprechende

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Verluste gegenüber stehen und keine Pyramidenspiele a la Madoff oder verantwortungslose
Kreditvergaben oder Schuldenmachen möglich sind.

Und nun? Mehr Marktwirtschaft oder mehr Staatswirtschaft? Oder was? Der Kommunismus
hat gezeigt, das "Plan" nicht zu hinreichender Wertschöpfung und zu Repressalien führt.

Demgegenüber z.B. führt „Markt“ ohne Wettbewerb (z.B. Berliner Wasserbetriebe


„Privatisierung“) zu ungerechten Monopolgewinnen. Ein freier Markt ohne Regulierung
ebenso.

Letztlich zeigt sich: Solange Systeme einer Macht- oder Geldakkumulation bedürfen oder
dieses bewirken, ist ihr Nutzen zunächst Wohlstand mehrend und zuletzt selbst zerstörend.

Zu erkennen ist, dass Kommunismus zu Machtanhäufung und Korruption führt,


Kapitalismus zu Geldanhäufung und Rücksichtslosigkeit. Also in beiden Fällen zu
Autokratien wenn nicht sogar Diktaturen, die sich alle letztlich als selbst zerstörerisch
erweisen und dabei viele unschuldige ins Verderben reißen.

Der „Schlüssel zum Glück“ sind Demokratie und Gewaltenteilung, Menschenrechte und
Menschenpflichten, Bildung statt Beliebigkeit sowie Humanismus statt Fundamentalismus.

Ich will Demokratie, Grundrechte und Gewaltenteilung, Menschenrechte- und


Menschenpflichten, eine „gut ausgebaute Strasse“ nachhaltiger Fremdversorgungswirtschaft
mit Leitplanken „demokratischer und ethischer Verkehrskontrollen“, also eine
demokratiekontrollierte, nachhaltig handelnde Geld-, Finanz- und Wirtschaftsordnung.

Demokratiekontrolle ist weder staatliche, noch private, noch planwirtschaftliche Kontrolle,


sondern eine Regulierung, die Gemeingüter und Leben und Lebensgemeinschaften bewahrt
und deren Gedeihen sichert.

Es geht also nicht um Plan oder Markt, sondern um eine Anpassung und Regulierung eines
Geld-, Finanz- und Wirtschaftsystems, das heute aufgrund der nicht nachhaltigen
Produktion und der Kapital akkumulierenden Finanzierung zunehmend Wohlstand
vernichtet statt mehrt.

Eine auf finanzielle und ökologische Schulden aufgebaute Konsumkultur senkt letztlich den
Wohlstand, anstatt ihn zu heben.

Eine - nennen wir sie empathische Marktwirtschaft - ist nicht Gewinn sondern Sinn
maximierend, d.h. wirft nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine ökologische wie auch
soziale Rendite ab und soll so zu mehr Verteilungsgerechtigkeit auch hinsichtlich zukünftiger
Generationen führen. Es geht um finanzielle, gesellschaftliche und ökologische
Nachhaltigkeit bei der Wertschöpfung.

„Nichts darf als selbstverständlich verstanden werden. Nur indem es sich verändert, bleibt
das Wahre wahr, das Gute gut, das Sinnvolle sinnvoll und das Nützliche nützlich.“ (Autor
unbekannt)

Es geht nicht um mehr oder weniger Freiheit oder Besitz, sondern um einen Wechsel der
Verpflichtungen. Es geht nicht um Schuld und Rechtfertigung sowie Fördern und Fordern,

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nicht um Selbstgeiselung und Vorhaltungen, sondern um Verantwortung und
Rücksichtnahme, also um Selbstveredelung und Vorbildcharakter.

Es geht nicht um einen Wohlstand des „mehr und nützlicheren“, eine ständige anwachsende
Bedarfsweckung und Bedarfsbefriedigung, gemessen als Bruttoinlandsprodukt (BIP), ohne
Beachtung der Wirkungen seines Handelns auf die gesamte Wertschöpfungskette und die
Würde heutiger und zukünftiger Generationen, sondern um den Wohlstand als Fähigkeit zu
Gedeihen, gemessen als Gemeinwohlbilanz und das Hinterlassen einer
regenerierungsfähigen Natur.

Es geht um die Einsicht, dass in einer begrenzten Welt bestimmte Freiheiten entweder
unmöglich oder unmoralisch sind.

Empathisches Wirtschaften ist eine Systemalternative zu kapitalistischer Markt- und


zentraler Planwirtschaft.

Es ist eine Form des Wirtschaftens, in der sich das Streben von Gewinnstreben und
Konkurrenz auf Gemeinwohlstreben und Kooperation ausrichtet.

Ohne Wirtschaftlichkeit schaffen wir es nicht, ohne Menschlichkeit ertragen wir es nicht,
ohne Gemeingüter erleben wir es nicht.

Es geht um gut leben statt mehr haben.

1.4 über die Kunst des Dialogs

In einer begrenzten Welt gewaltfrei miteinander auszukommen heißt mit Freundlichkeit,


Anpassungsfähigkeit und Konfliktlösungskompetenz für den Gemeinsinn zu sorgen, der
einem im Gegenzug die notwendigen Freiräume zur persönlichen Entfaltung bietet.

Die Kunst des Dialogs und der gewaltfreien Konfliktlösung sind dazu der Schlüssel.

Es geht um die Fähigkeit mit der Unterschiedlichkeit der Menschen umzugehen, bei der
Durchsetzung seiner Interessen kein Leid zu erzeugen und im Falle von Unrecht sich wieder
versöhnen zu können.

Namhafte Menschenrechtler und Wissenschaftler von Gandhi bis Galtung haben mit ihrem
Beispiel und ihren Methoden gezeigt, dass wertschätzender Dialog und gewaltfreie
Konfliktlösung möglich sind.

Unter den Menschenrechtlern haben Nelson Mandela mit der „Wahrheits- und
Versöhnungskonferenz“ oder Wissenschaftler wie Galtung mit der „integrativen
Konflikttransformation“ gezeigt, wie Menschen ihre Konflikte gewaltfrei und auf
wertschätzende Weise lösen können.

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... mehr über die Kunst des Dialogs in der nächsten Fassung

1.5 über gewaltfreie Konfliktlösung

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden der dialogischen Konfliktbearbeitung zeichnet


sich Dialog-Methode von Transcend durch Einzelgespräche mit den Konfliktparteien aus. An
diesem Vorgehen ist generell vorteilhaft, dass die Verteidigungsmechanismen der Parteien
nach und nach beseitigt und ihre Kreativität stimuliert werden können. Kernaufgabe ist es
dabei nicht, Positionen zu empfehlen, die allen Parteien möglichst nahe liegen
(Kompromisse), sondern die Konfliktparteien auf ein gemeinsames Treffen vorzubereiten
und sie zu befähigen alleine zu einer kreativen Lösung ihres Konfliktes zu kommen.

Hierzu ist wichtig, die fixierten Positionen und Perzeptionen kognitiv auszuweiten und die
gegenseitige Empathie zu erhöhen. Der Schlüssel liegt in der Einführung von gemeinsamen
„Ankern“: Der positive Anker ist eine für alle Konfliktparteien akzeptable gemeinsame
Position, der sie sich verpflichtet fühlen.

Der erste positive Anker nimmt die Form einer „Therapie der Vergangenheit“ an: Mit den
Leitfragen „Was lief wann und wo falsch?“, „Was hätte man damals anders machen können?“
und „worum geht/ging es eigentlich?“ werden gemeinsame Interessen herausgestellt.

Der negative Anker nimmt die Form einer finsteren Prognose für alle Konfliktparteien an, die
sich bewahrheitet, wenn sie den Konflikt in der gegenwärtigen Form weiter austragen. Dies
bereitet den Boden für einen zweiten positiven Anker – der „Therapie der Gegenwart“: einer
gemeinsamen Vision.

Der Transcend-Dialog vollzieht sich in vier Prozessen, deren Linearität in der Praxis jedoch
nicht zwangsläufig gegeben sein muss:

 Verstehen der Ziele aller Konfliktparteien;


 Unterscheidung zwischen „illegitimen“ (Interessen) und „legitimen“
(Grundbedürfnisse) Zielen;
 Alle Konfliktparteien verhandeln eine gemeinsame Lösung und integrieren die
„legitimen“ Ziele;
 Versöhnung.

Die Verstehen eines Konflikts, in dem man die darin liegenden Grundbedürfnisfixierungen,
dessen Tiefenkultur und Tiefenstruktur hinterfragt, bringt häufig Klarheit über die
strukturelle Gewalt, den Tiefenwidersprüchen und Machtungleichgewichten, die das
Handeln der Menschen prägen.

Der strukturellen Gewalt, dem Machtungleichgewicht, liegt eine Pathologie zugrunde – das
sog. „PSFM-Syndrom“:

 Penetration – als Gegenteil von Autonomie


 Segmentation – als Gegenteil von Integration
 Fragmentation – als Gegenteil von Solidarität

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 Marginalisation – als Gegenteil von Partizipation

Die gesamte Kultur (Religion und Ideologie, Sprache und Kunst, empirische und formale
Wissenschaft) ist von tiefenkulturellen Mustern bzw. Programmierungen durchzogen, die
direkte und strukturelle Gewalt legitimieren.

Das kognitive „DMA-Syndrom“ ist von

 Dualismus (wir vs. sie)


 Manichäismus (gut vs. böse) und
 Armageddon (ein letztes alles entscheidendes Ereignis) gekennzeichnet.

Das emotionale „MMT-Syndrom“ impliziert

 Mission (Sendungsbewusstsein)
 Mythos (Auserwähltsein) und
 Trauma (Verletzungen von Feinden

Die Tiefendimension akteurszentrierter Gewalt resultiert aus der Nichterfüllung von


Grundbedürfnissen: Überleben, Wohlbefinden, Identität und Freiheit. Diese Bedürfnisse
sind gleichwertig und können von allen drei Gewaltarten bedroht sein.

1.6 über interkulturellen und interreligiösen Dialog

Menschen suchen seit Anbeginn nach einer Erklärungen für Leben, Bewusstsein, Ethik, Tod
und Leid, suchen nach Antworten auf die Fragen „Was können wir wissen?“, „Was können
wir tun?“ und „Was dürfen wir hoffen“.

Viele finden Ihren Halt in einer Religion , andere in „weltlichen“ Lebensführungsmodellen,


manche in der Philosophie oder einer Welt ohne die Gottesidee.

Die Freiheit zur individuellen Lebensführung und religiösen Haltung ist ein persönliches
Recht und die damit auch vorhandenen unterschiedlichen Haltungen bedürfen eines
toleranten und ergebnisoffenen Dialogs kultureller und religiöser Überzeugungen.

Wir leben in einem weitgehend säkularen Staat, der den Gläubigen das Recht auf ihre
Religion garantiert und den Ungläubigen das Recht, frei zu sein von Religion. Und das ist gut
so.

Die Initiative „Weltethos“ von Hans Küng ist beispielgebend für einen interkulturellen und
interreligiösen Dialog, für die Schaffung von Gemeinsinn aus Selbsterkenntnis und ohne
strukturelle Gewalt.

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1.7 für universelle Menschenrechte

Das Grundgesetz des Bundesrepublik Deutschland erklärt die Würde des Menschen für
unantastbar. Die durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember
1948 genehmigten und verkündete universellen Menschenrechte erläutern wie diese Würde
im praktischen Leben und politischen Handeln zu verwirklichen sind.

Die universellen Menschenrechte

Präambel

Da die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde
und ihrer gleichen und unveräußerlichen Rechte die Grundlage der Freiheit, der
Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt bildet,

da Verkennung und Missachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei führten, die das
Gewissen der Menschheit tief verletzt haben,

und da die Schaffung einer Welt, in der den Menschen, frei von Furcht und Not, Rede- und
Glaubensfreiheit zuteil wird, als das höchste Bestreben der Menschheit verkündet worden ist,

da es wesentlich ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechts zu schützen, damit
der Mensch nicht zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung als letztem Mittel
gezwungen wird,

da es wesentlich ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen


zu fördern,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Satzung ihren Glauben an die grundlegenden
Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die
Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den
sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen bei größerer Freiheit zu fördern,

da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten


Nationen die allgemeine Achtung und Verwirklichung der Menschenrechte und
Grundfreiheiten durchzusetzen,

da die gemeinsame Auffassung über diese Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für
die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,

verkündet die Generalversammlung die vorliegende Allgemeine Erklärung der


Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal,
damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig
halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung dieser Rechte und
Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende Maßnahmen in nationalen und
internationalen Bereiche ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Verwirklichung
bei der Bevölkerung sowohl der Mitgliedstaaten wie der ihrer Oberhoheit unterstehenden
Gebiete zu gewährleisten.

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Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft
und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2

Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten
ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion,
politische oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum,
Geburt oder sonstigen Umständen.

Weiters darf keine Unterscheidung gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen
oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, ohne
Rücksicht darauf, ob es unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung
besitzt oder irgendeiner anderen Beschränkung seiner Souveränität unterworfen ist.

Artikel 3

Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Artikel 4

Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und


Sklavenhandel sind in allen Formen verboten.

Artikel 5

Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher Behandlung oder Strafe
unterworfen werden.

Artikel 6

Jeder Mensch hat überall Anspruch auf Anerkennung als Rechtsperson.

Artikel 7

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf
gleichen Schutz gegen jede unterschiedliche Behandlung, welche die vorliegende Erklärung
verletzen würde, und gegen jede Aufreizung zu einer derartigen unterschiedlichen
Behandlung.

Artikel 8

Jeder Mensch hat Anspruch auf wirksamen Rechtsschutz vor den zuständigen
innerstaatlichen Gerichten gegen alle Handlungen, die seine ihm nach der Verfassung oder
nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzen.

Artikel 9

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Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen
werden.

Artikel 10

Jeder Mensch hat in voller Gleichberechtigung Anspruch auf eine der Billigkeit
entsprechendes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen
Gericht, das über seine Rechte und Verpflichtungen oder über irgendeine gegen ihn erhobene
strafrechtliche Beschuldigung zu entscheiden hat.

Artikel 11

(1) Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist so lange als unschuldig
anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine
Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz
nachgewiesen ist.

(2) Niemand kann wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die im
Zeitpunkt, da sie erfolgte, auf Grund des nationalen oder internationalen Rechts nicht
strafbar war. Desgleichen kann keine schwerere Strafe verhängt werden als die, welche im
Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung anwendbar war.

Artikel 12

Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, sein Heim oder
seinen Briefwechsel noch Angriffen auf seine Ehre und seinen Ruf ausgesetzt werden. Jeder
Mensch hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen derartige Eingriffe oder Anschläge.

Artikel 13

(1) Jeder Mensch hat das Recht auf Freizügigkeit und freie Wahl seines Wohnsitzes innerhalb
eines Staates.

(2) Jeder Mensch hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen sowie
in sein Land zurückzukehren.

Artikel 14

(1) Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgungen Asyl zu suchen und zu
genießen.

(2) Dieses Recht kann jedoch im Falle einer Verfolgung wegen nichtpolitischer Verbrechen
oder wegen Handlungen, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen
verstoßen, nicht in Anspruch genommen werden.

Artikel 15

(1) Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Staatsangehörigkeit.

(2) Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch ihm das Recht
versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln.

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Artikel 16

(1) Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne Beschränkung durch Rasse,
Staatsbürgerschaft oder Religion das Recht, eine Ehe zu schließen und eine Familie zu
gründen. Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche
Rechte.

(2) Die Ehe darf nur auf Grund der freien und vollen Willenseignung der zukünftigen
Ehegatten geschlossen werden.

(3) Die Familie ist die natürliche und grundlegende Einheit der Gesellschaft und hat
Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.

Artikel 17

(1) Jeder Mensch hat allein oder in Gemeinschaft mit anderen ein Recht auf Eigentum.

(2) Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.

Artikel 18

Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht
umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit,
seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der
Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten
zu bekunden.

Artikel 19

Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit,
Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen
Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu
verbreiten.

Artikel 20

(1) Jeder Mensch hat das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit zu friedlichen
Zwecken.

(2) Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.

Artikel 21

(1) Jeder Mensch hat das Recht, an der Leitung der öffentlichen Angelegenheiten seines
Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter teilzunehmen.

(2) Jeder Mensch hat unter gleichen Bedingungen das Recht auf Zulassung zu öffentlichen
Ämtern in seinem Lande.

(3) Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser
Wille muss durch periodische und unverfälschte Wahlen mit allgemeinem und gleichem

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 18 von 52 vom 29.05.11
Wahlrecht bei geheimer Stimmabgabe oder in einem gleichwertigen freien Wahlverfahren
zum Ausdruck kommen.

Artikel 22

Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit; er hat Anspruch
darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit unter
Berücksichtigung der Organisation und der Hilfsmittel jedes Staates in den Genuß der für
seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlichen
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten zu gelangen.

Artikel 23

(1) Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und
befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.

(2) Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen
Lohn für gleiche Arbeit.

(3) Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende
Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende
Existenz und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen ist.

(4) Jeder Mensch hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Berufsvereinigungen zu
bilden und solchen beizutreten.

Artikel 24

Jeder Mensch hat Anspruch auf Erholung und Freizeit sowie auf eine vernünftige
Begrenzung der Arbeitszeit und auf periodischen, bezahlten Urlaub.

Artikel 25

(1) Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Lebenshaltung, die seine und seiner Familie
Gesundheit und Wohlbefinden, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche
Betreuung und der notwendigen Leistungen der sozialen Fürsorge, gewährleistet; er hat das
Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität, Verwitwung, Alter
oder von anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.

(2) Mutter und Kind haben Anspruch auf besondere Hilfe und Unterstützung. Alle Kinder,
eheliche und uneheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.

Artikel 26

(1) Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Der Unterricht muss wenigstens in den
Elementar- und Grundschulen unentgeltlich sein. Der Elementarunterricht ist obligatorisch.
Fachlicher und beruflicher Unterricht soll allgemein zugänglich sein; die höheren Studien
sollen allen nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten und Leistungen in gleicher Weise offen stehen.

(2) Die Ausbildung soll die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und die
Stärkung der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten zum Ziele haben. Sie soll
Verständnis, Duldsamkeit und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen

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oder religiösen Gruppen fördern und die Tätigkeit der Vereinten Nationen zur
Aufrechterhaltung des Friedens begünstigen.

(3) In erster Linie haben die Eltern das Recht, die Art der ihren Kindern zuteil werdenden
Bildung zu bestimmen.

Artikel 27

(1) Jeder Mensch hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen,
sich der Künste zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Wohltaten
teilzuhaben.

(2) Jeder Mensch hat das Recht auf Schutz der moralischen und materiellen Interessen, die
sich aus jeder wissenschaftlichen, literarischen oder künstlerischen Produktion ergeben,
deren Urheber er ist.

Artikel 28

Jeder Mensch hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in welcher die in
der vorliegenden Erklärung angeführten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden
können.

Artikel 29

(1) Jeder Mensch hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle
Entwicklung seiner Persönlichkeit möglich ist.

(2) Jeder Mensch ist in Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen
unterworfen, die das Gesetz ausschließlich zu dem Zwecke vorsieht, um die Anerkennung
und Achtung der Rechte und Freiheiten der anderen zu gewährleisten und den gerechten
Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und der allgemeinen Wohlfahrt in einer
demokratischen Gesellschaft zu genügen.

(3) Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall im Widerspruch zu den Zielen und
Grundsätzen der Vereinten Nationen ausgeübt werden.

Artikel 30

Keine Bestimmung der vorliegenden Erklärung darf so ausgelegt werden, dass sich daraus
für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht ergibt, eine Tätigkeit
auszuüben oder eine Handlung zu setzen, welche auf die Vernichtung der in dieser Erklärung
angeführten Rechte und Freiheiten abzielen.

1.8 für universelle Menschenpflichten

Den Vereinten Nationen und der Weltöffentlichkeit zur Diskussion vorgelegt vom
InterAction Council: Die universellen Menschenpflichten

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Präambel

Da die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde
und der gleichen und unveräußerlichen Rechte die Grundlage für Freiheit, Gerechtigkeit und
Frieden in der Welt ist und Pflichten oder Verantwortlichkeiten (responsibilities) einschließt,

da das exklusive Bestehen auf Rechten Konflikt, Spaltung und endlosen Streit zur Folge
haben und die Vernachlässigung der Menschenpflichten zu Gesetzlosigkeit und Chaos führen
kann,

da die Herrschaft des Rechts und die Förderung der Menschenrechte abhängen von der
Bereitschaft von Männern wie Frauen, gerecht zu handeln,

da globale Probleme globale Lösungen verlangen, was nur erreicht werden kann durch von
allen Kulturen und Gesellschaften beachtete Ideen, Werte und Normen,

da alle Menschen nach bestem Wissen und Vermögen eine Verantwortung haben, sowohl vor
Ort als auch global eine bessere Gesellschaftsordnung zu fördern - ein Ziel, das mit Gesetzen,
Vorschriften und Konventionen allein nicht erreicht werden kann, da menschliche
Bestrebungen für Fortschritt und Verbesserung nur verwirklicht werden können durch
übereinstimmende Werte und Maßstäbe, die jederzeit für alle Menschen und Institutionen
gelten,

deshalb verkündet die Generalversammlung der Vereinten Nationen

diese allgemeine Erklärung der Menschenpflichten. Sie soll ein gemeinsamer Maßstab sein
für alle Völker und Nationen, mit dem Ziel, dass jedes Individuum und jede gesellschaftliche
Einrichtung, dieser Erklärung stets eingedenk, zum Fortschritt der Gemeinschaften und zur
Aufklärung all ihrer Mitglieder beitragen mögen. Wir, die Völker der Erde, erneuern und
verstärken hiermit die schon durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
proklamierten Verpflichtungen: die volle Akzeptanz der Würde aller Menschen, ihrer
unveräußerlichen Freiheit und Gleichheit und ihrer Solidarität untereinander. Bewußtsein
und Akzeptanz dieser Pflichten sollen in der ganzen Welt gelehrt und gefördert werden.

Fundamentale Prinzipien für Humanität

Art. 1 Jede Person, gleich welchen Geschlechts, welcher ethnischen Herkunft, welchen
sozialen Status, welcher politischen Überzeugung, welcher Sprache, welchen Alters, welcher
Nationalität oder Religion, hat die Pflicht, alle Menschen menschlich zu behandeln.

Art. 2 Keine Person soll unmenschliches Verhalten, welcher Art auch immer, unterstützen,
vielmehr haben alle Menschen die Pflicht, sich für die Würde und die Selbstachtung aller
anderen Menschen einzusetzen.

Art. 3 Keine Person, keine Gruppe oder Organisation, kein Staat, keine Armee oder Polizei
steht jenseits von Gut und Böse; sie alle unterstehen moralischen Maßstäben. Jeder Mensch
hat die Pflicht, unter allen Umständen Gutes zu fördern und Böses zu meiden.

Art. 4 Alle Menschen, begabt mit Vernunft und Gewissen, müssen im Geist der Solidarität
Verantwortung übernehmen gegenüber jeden und allen, Familien und Gemeinschaften,

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Rassen, Nationen und Religionen: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem
andern zu.

Gewaltlosigkeit und Achtung vor dem Leben

Art. 5 Jede Person hat die Pflicht, Leben zu achten. Niemand hat das Recht, eine andere
menschliche Person zu verletzen, zu foltern oder zu töten. Dies schließt das Recht auf
gerechtfertigte Selbstverteidigung von Individuen und Gemeinschaften nicht aus.

Art. 6 Streitigkeiten zwischen Staaten, Gruppen oder Individuen sollen ohne Gewalt
ausgetragen werden. Keine Regierung darf Akte des Völkermordes oder des Terrorismus
tolerieren oder sich daran beteiligen, noch darf sie Frauen, Kinder oder irgendwelche
anderen zivilen Personen als Mittel zur Kriegsführung mißbrauchen. Jeder Bürger und
öffentliche Verantwortungsträger hat die Pflicht, auf friedliche, gewaltfreie Weise zu handeln.

Art. 7 Jede Person ist unendlich kostbar und muß unbedingt geschützt werden. Schutz
verlangen auch die Tiere und die natürliche Umwelt. Alle Menschen haben die Pflicht, Luft,
Wasser und Boden um der gegenwärtigen Bewohner und der zukünftigen Generationen
willen zu schützen.

Gerechtigkeit und Solidarität

Art. 8 Jede Person hat die Pflicht, sich integer, ehrlich und fair zu verhalten. Keine Person
oder Gruppe soll irgendeine andere Person oder Gruppe ihres Besitzes berauben oder ihn
willkürlich wegnehmen.

Art. 9 Alle Menschen, denen die notwendigen Mittel gegeben sind, haben die Pflicht,
ernsthafte Anstrengungen zu unternehmen, um Armut, Unterernährung, Unwissenheit und
Ungleichheit zu überwinden. Sie sollen überall auf der Welt eine nachhaltige Entwicklung
fördern, um für alle Menschen Würde, Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit zu
gewährleisten.

Art. 10 Alle Menschen haben die Pflicht, ihre Fähigkeiten durch Fleiß und Anstrengung zu
entwickeln; sie sollen gleichen Zugang zu Ausbildung und sinnvoller Arbeit haben. Jeder soll
den Bedürftigen, Benachteiligten, Behinderten und den Opfern von Diskriminierung
Unterstützung zukommen lassen.

Art. 11 Alles Eigentum und aller Reichtum müssen in Übereinstimmung mit der
Gerechtigkeit und zum Fortschritt der Menschheit verantwortungsvoll verwendet werden.
Wirtschaftliche und politische Macht darf nicht als Mittel zur Herrschaft eingesetzt werden,
sondern im Dienst wirtschaftlicher Gerechtigkeit und sozialer Ordnung.

Wahrhaftigkeit und Toleranz

Art. 12 Jeder Mensch hat die Pflicht, wahrhaftig zu reden und zu handeln. Niemand, wie
hoch oder mächtig auch immer, darf lügen. Das Recht auf Privatsphäre und auf persönliche
oder berufliche Vertraulichkeit muß respektiert werden. Niemand ist verpflichtet, die volle
Wahrheit jedem zu jeder Zeit zu sagen.

Art. 13 Keine Politiker, Beamten, Wirtschaftsführer, Wissenschaftler, Schriftsteller oder


Künstler sind von allgemeinen ethischen Maßstäben entbunden, noch sind es Ärzte, Juristen

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und andere Berufe, die Klienten gegenüber besondere Pflichten haben. Berufsspezifische
oder andersartige Ethikkodizes sollen den Vorrang allgemeiner Maßstäbe wie etwa
Wahrhaftigkeit und Fairneß widerspiegeln.

Art. 14 Die Freiheit der Medien, die Öffentlichkeit zu informieren und gesellschaftliche
Einrichtungen wie Regierungsmaßnahmen zu kritisieren - was für eine gerechte Gesellschaft
wesentlich ist -, muß mit Verantwortung und Umsicht gebraucht werden. Die Freiheit der
Medien bringt eine besondere Verantwortung für genaue und wahrheitsgemäße
Berichterstattung mit sich. Sensationsberichte, welche die menschliche Person oder die
Würde erniedrigen, müssen stets vermieden werden.

Art. 15 Während Religionsfreiheit garantiert sein muß, haben die Repräsentanten der
Religionen eine besondere Pflicht, Äußerungen von Vorurteilen und diskriminierende
Handlungen gegenüber Andersgläubigen zu vermeiden. Sie sollen Haß, Fanatismus oder
Glaubenskriege weder anstiften noch legitimieren, vielmehr sollen sie Toleranz und
gegenseitige Achtung unter allen Menschen fördern.

Gegenseitige Achtung und Partnerschaft

Art. 16 Alle Männer und alle Frauen haben die Pflicht, einander Achtung und Verständnis in
ihrer Partnerschaft zu zeigen. Niemand soll eine andere Person sexueller Ausbeutung oder
Abhängigkeit unterwerfen. Vielmehr sollen Geschlechtspartner die Verantwortung für die
Sorge um das Wohlergehen des anderen wahrnehmen.

Art. 17 Die Ehe erfordert - bei allen kulturellen und religiösen Verschiedenheiten - Liebe,
Treue und Vergebung, und sie soll zum Ziel haben, Sicherheit und gegenseitige
Unterstützung zu garantieren.

Art. 18 Vernünftige Familienplanung ist die Verantwortung eines jeden Paares. Die
Beziehung zwischen Eltern und Kindern soll gegenseitige Liebe, Achtung, Wertschätzung
und Sorge widerspiegeln. Weder Eltern noch andere Erwachsene sollen Kinder ausbeuten,
missbrauchen oder misshandeln.

Schluss

Art. 19 Keine Bestimmung dieser Erklärung darf so ausgelegt werden, daß sich daraus für
den Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht ergibt, eine Tätigkeit auszuüben
oder eine Handlung vorzunehmen, welche auf die Vernichtung der in dieser Erklärung und
der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 angeführten Pflichten, Rechte und
Freiheiten abzielen.

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2 Demokratische Willensbildung und legitime
Machtausübung

Ich bin dankbar in einem demokratischen Rechtsstaat zu leben, der die Würde des Menschen
achtet und das weltoffene Miteinander pflegt. Dies gilt es zu bewahren.

Alle Menschen sollen gedeihen können. Dazu braucht es eine Ordnung die Autonomie,
Integration, Solidarität und Partizipation ermöglicht und Penetration, Segmentation,
Fragmentation sowie Marginalisierung verhindert.

Monopolisierung von Wissen, Vermögen, Macht und Deutungshoheit untergraben den


Gemeinsinn und ermöglichen den Missbrauch zum Vorteil weniger und dem Nachteil vieler.

Das Verhalten und die Möglichkeiten von Bürgergemeinschaften werden wesentlich durch
die Art der Willensbildung und Machtausübung geprägt.

Die besten Ordnungen zur Vermeidung von Missbrauch und Unrecht sind demokratisch
legitimiert, haben eine Gewaltenteilung und achten die Menschenrechte und
Menschenpflichten.

Jeder, der die Interessen anderer vertritt, muss dazu demokratisch legitimiert und dem
Gewissen und Gemeinwohl verpflichtet sein.

Was ist aber, wenn das Eigeninteresse, das Gemeinwohlinteresse, das ethische und
ökologische Empfinden im Widerspruch stehen?

Dann handle und entscheide dich stets so, dass du durch dein Handeln und Entscheiden
eigenes und fremdes personales Leben eher mehrst als minderst und die für heutiges und
zukünftiges Leben notwendigen Gemeingüter erhältst.

Das ist der Anspruch. Und dort wo Bürger den Anspruch nicht erfüllt sehen, bedarf es der
Freiheit, sich ohne Angst vor Unterdrückung, Ausgrenzung und Missachtung für eine Welt
des gut leben statt mehr haben einsetzen zu dürfen.

2.1 für mehr unabhängige und reformfähige Demokratie

Wenn Bürger unmündig bleiben und sich weder bei Wahlen noch bei der gesellschaftlichen
Willensbildung mit Beiträgen und Initiativen beteiligen;

wenn beispielsweise unser Sozialsystem aus 140 Subventionen besteht, die über 60
Institutionen umverteilt werden;

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wenn die Weltsteuerliteratur zu über 60% in deutscher Sprache ist;

wenn in Berlin 5000 Lobbyisten auf 500 Volksvertreter einwirken und das mit meist bestens
ausgestatteten Budget an Geld und Zeit;

wenn Abgeordnete dem Fraktionszwang unterliegen;

wenn der unmittelbare Jobwechsel von Abgeordneten zwischen hochdotierten und


hochpriviligierten Wirtschafts- , Staats- und Verbandsposten möglich ist;

wenn das Arbeiten für den Staat schlechter bezahlt, unsicherer und weniger angesehen ist,
als das Arbeiten in der Wirtschaft;

wenn das Pflegen von Maschinen und Bürokratien mehr Ansehen und Einkünfte ermöglicht
als das Pflegen von Menschen und Selbstbestimmtheit;

wenn Abgeordnete Nebeneinkünfte intransparent und in einer Höhe erhalten, die keinen
Gegenwert in der dafür erbrachten Leistung findet;

wenn bei der Sozialwahl durch sogenannte Friedenswahlen, einer Wahlhandlung ohne Wahl,
über 90% aller Posten unter den Berufsfunktionären aufgeteilt werden noch bevor das Volk
zur Wahl gerufen wird;

wenn ein Regierungschef gleichzeitig Parteichef ist und so möglicherweise zwischen dem
Wohl des Ganzen und der ihn seiner Interessengruppe zu entscheiden hat;

dann

untergräbt das die Unabhängigkeit des Volksvertreters;

lenkt ihn von seiner Aufgabe, das Gemeinwohl zu fördern;

behindert Wichtiges, wenn z.B. eine Energiewende, eine Regulierung des Geldsystems oder
des Bankenwesens zu organisieren sind;

geht alle Staatsgewalt nicht mehr vom Volke aus;

schwächt es die Demokratie und macht sie zum Feigenblatt einer nicht mehr reformfähigen
Ordnung;

kann das (wieder) zu autokratischer, willkürlich handelnder oder sogar Menschen


verachtender Machtausübung führen.

Deshalb will ich die Unabhängigkeit der Volksvertreter stärken sowie mehr zivilen Dialog
und bürgergesellschaftliche Teilhabe bei den Entscheidungsprozessen.

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Zurückzudrängen sind zeitgleich Lobbykratie und Bürokratie als Missbrauch des privaten
oder staatlichen Regulierungsauftrags.

2.1.1 für mehr Bürgerbeteiligung und Bürgermündigkeit

Diktaturen brauchen ein starkes Militär, starke Demokratien brauchen den mündigen Bürger

Bürgerbegehren, Petitionen, Volksentscheide

... mehr zu Bürgerbeteiligung in der nächsten Fassung

2.1.2 für mehr Konkordanzdemokratie

Als Konkordanzdemokratie wird ein Typus der Volksherrschaft bezeichnet, der darauf
abzielt, eine möglichst große Zahl von Akteuren (Parteien, Verbände, Minderheiten,
gesellschaftliche Gruppen) in den politischen Prozess einzubeziehen und Entscheidungen
durch Herbeiführung eines Konsenses zu treffen. Demzufolge spielt die Mehrheitsregel als
Entscheidungsmechanismus keine zentrale Rolle im politischen System. Das Gegenmodell
zur Konkordanzdemokratie wird als Konkurrenzdemokratie oder Mehrheitsdemokratie
bezeichnet.

... mehr dazu in der nächsten Fassung

2.1.3 für die Direktwahl des Bundespräsidenten

Die Demokratie, die Grund- und Bürgerrechte sowie die Gemeingüter zu erhalten ist
wesentlich. In einer Analogie gesprochen, nicht anders als Gesundheit ein höchst
erhaltenswertes Gut ist. Im Gesundheitswesen kennen wir dafür den Befund, die Therapie,
die Rehabilitation und die Prävention. Und erkennen heute zunehmend, dass mehr
Prävention sinnvoll ist.

So wie Pressefreiheit den „Befund“ , unabhängige Volksvertreter die „Therapie“ und eine
unabhängige Rechtssprechung die „Rehabilitation“ von „gefährdeter Demokratie und
Rechte“ ermöglicht bzw. vollzieht, so will ich durch eine Direktwahl des Bundespräsidenten
und einer Erweiterung seiner Befugnisse erreichen, dass dieser sich als Vertreter aller Bürger
präventiv für den Erhalt des Gemeinwohls und der Gemeingüter einsetzen kann.

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 26 von 52 vom 29.05.11
Ideen und Vorschläge dazu finden sich in den Verfassungen anderer Demokratien wie
Österreich, USA usw.

... mehr dazu in der nächsten Fassung

2.2 für demokratisch legitimierte, unabhängige Verwaltung von Rechten

2.2.1 für Demokratie statt Lobbykratie, für Selbstbestimmtheit statt


Bürokratie

Manche Rechte wie die Gesetzgebung (Legislative), die Machtausübung (Exekutive) und
Rechtsprechung (Judikative) sind demokratisch legitimiert und voneinander unabhängig
organisiert, so dass sie der privaten oder staatlichen Monopolisierung entzogen und stets
dem Gemeinwohl dienlich sein können. Die Erfahrungen mit Autokratien und Willkür
gebieten dies.

Andere Rechte wie Meinungsbildung (Publikative), Wahlrecht, Freizügigkeit oder


Marktwirtschaft unterliegen der freien Ausübung durch den Bürger und werden so zu dem
persönlichen Wohl dienenden Privatgütern.

Entscheidend für eine stabiles, faires und nachhaltiges Gemeinwesen ist die wechselseitige
Kontrolle staatlicher oder privater Machtausübung und das wiederum braucht Transparenz
über die Absichten und die Wirkungen des Handelns.

Entscheidend ist auch, dass Bürokratie und Lobbykratie einem nicht den Hals abschnüren
oder die Demokratie untergraben. Dies ist heute jedoch in einer nicht mehr vertretbaren
Weise der Fall.

Darum gilt es das System der Gewaltentrennung und Gewaltenverschränkung zu verbessern;


hin zu Demokratie statt Lobbykratie, hin zu Selbstbestimmtheit statt Bürokratie.

2.2.2 für Meinungsfreiheit und informationelle Selbstbestimmung


(Publikative)

Die Verbreitung von und der Zugang zu Informationen und Meinungen sind frei. Jede Person
und Organisation ist frei, Informationen und Meinungen zu verbreiten, solange durch Form,
Inhalt und Kontext alle Grundrechte, Menschenrechte und Menschenpflichten gewahrt
bleiben.

Die Verbreitung von und der Zugang zu Informationen und Ansichten bedarf der Mündigkeit
und Aufgeklärtheit. Die Wertschätzung der eigenen Idee ist im Gleichgewicht mit der
Wertschätzung der Ideen des Mitmenschen zu halten.

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 27 von 52 vom 29.05.11
Die Informationssysteme sind so zu gestalten, dass jeder selbst bestimmen kann, welche
Daten publiziert werden und wem und wie diese zugänglich sind. Die Ausnahme dazu sind
Daten, die für den Erhalt des Gemeinwesens nötig sind und uns vor Missbrauch oder Gewalt
schützen.

... mehr dazu in der nächsten Ausgabe

2.2.3 für eine vergesellschaftlichte Geldschöpfung (Monetative)

In unserer arbeitsteiligen Wirtschaftsordnung ist Geld ein unabdingbares Gemeingut für den
Erhalt den Aufbau und Erhalt von Haushalten und Unternehmen. Geld gibt es als Bargeld
und Bankgeld. Das Bargeld wird durch den Staat geschöpft, das Bankgeld entsteht durch
Kreditvergabe privater Institutionen. Beides ist die Geldmenge mit der wir konsumieren,
investieren, vorsorgen, sparen, spekulieren oder materiellen Reichtum anhäufen.

Am Beispiel vieler Wirtschaftskrisen ist erkennbar, dass diesen immer erst eine Finanzkrise
und dieser eine Geldkrise vorausging. Zuviel oder zuwenig Geld im Verhältnis zur Summe
aller produzierten Güter und Dienstleistungen (Geldmenge im Verhältnis zu
Bruttosozialprodukt) führt letztlich zu Inflation, Deflation oder Depression. Der
Zinseszinseffekt führt zu einem Wachstumszwang.

Heute werden mehr als 90% des umlaufenden Geldes durch private Geldgeber „auf
Knopfdruck“ erzeugt und mit Zinssystem versehen in Umlauf gebracht. Das ist einerseits gut,
hat aber auch zur Spekulation weniger mit dem Wohl vieler geführt.

In der Geschichte der Gelderzeugung gab es private Monopole (Münzrechte, Giralgeld) und
staatliche Monopole, aber aufgrund der Erfahrung mit Missbrauch und Gier wurde die
Geldschöpfung letztlich immer vergesellschaftet.

Vergesellschaftet heißt, dass eine unabhängige Bundesbehörde, die Bundesbank, die der
Stabilität und Solidität unseres Finanzsystems verpflichtet ist, das Geldsystem regelt.

Beispiele für eine Vergesellschaftung der Geldschöpfung sind, dass in Deutschland der Staat
nicht sein eigenes Geld machen kann (das wäre eine vollständige Verstaatlichung der
Geldschöpfung) und der private Geldgeber keine Kredite ohne Mindestreserven vergeben
kann (also keine vollständige Privatisierung der Geldschöpfung).

Das ist gut so, denn nur so wird eine unverantwortliche Anhäufung von Macht beim Staat
oder der Finanzwirtschaft verhindert.

Heute jedoch haben wir eine zu starke Privatisierung des Geldwesens, das Gemeinwesen ist
erpressbar geworden, Gewinne können privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Das
drückt die Politik dann so aus: „die Bankenrettung ist alternativlos“.

Der meines Erachtens vielversprechenste Ansatz ist die Monitative.

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Die Wurzel der jüngsten Finanzkrisen liegt im heutigen Geldsystem. Es erzeugt
überschießend Bankengeld per Kredit und fördert damit Spekulationsblasen ebenso wie
Inflation und die maßlose Überschuldung vieler Beteiligter. Finanz- und Realwirtschaft
können nur funktionieren auf der Grundlage einer stabilen und gerechten Geldordnung.
Deshalb setzen wir uns ein für

1. die Wiederherstellung des staatlichen Vorrechts der Geldschöpfung


2. die Beendigung jeglicher Bankengeldschöpfung
3. die Inumlaufbringung neuen Geldes durch öffentliche Ausgaben.

Geld regiert die Welt – und wer regiert das Geld?

Alle benutzen Geld, aber die Funktionsweise des Geldsystems bleibt weithin so nebulös wie
die Begriffe ‘fraktionales Reservesystem’ oder ‘multiple Geldschöpfung’. Dies liegt im
Interesse der Banken. Sie haben die Geldschöpfung den staatlichen Zentralbanken aus der
Hand genommen. Die Zentralbanken geben im wesentlichen nur das Bargeld in Umlauf, das
lediglich 5–20 Prozent der Geldmenge ausmacht. Der Löwenanteil von 80–95 Prozent
zirkuliert inzwischen bargeldlos und wird von den Banken in Umlauf gesetzt: per Kredit als
Guthaben auf den Girokonten der Kunden.

Zuletzt diente ein Großteil der Geldschöpfung nur mehr bloßen Finanzgeschäften, die keinen
Nutzen mehr für die Realwirtschaft, aber umso größeren Schaden für sie mit sich brachten.
Börsen- und Konjunkturzyklen werden durch die verselbständigte Bankengeldschöpfung
verantwortungslos in Extreme getrieben – manisch überschießend in Hochkonjunktur und
Hausse, verstockt und depressiv in den nachfolgenden Überschuldungskrisen. Geraten die
Banken dabei selbst in Schieflage, stehen die Guthaben der Kunden auf dem Spiel. Verbürgt
sich der Staat für bedrohte Guthaben und Banken, werden damit die Verluste der Banken auf
die Allgemeinheit abgewälzt, während die Profite privat angeeignet werden.

Die Banken sind keinen gesamtwirtschaftlichen, geschweige denn gesellschaftlichen Zielen


verpflichtet. Ihnen die für die Allgemeinheit höchst folgenreiche Aufgabe der Geldschöpfung
zu überlassen, ist ordnungspolitisch unvertretbar. In der modernen Gesellschaft ist die
Geldordnung Teil der Rechtsordnung, tatsächlich eine Frage von Verfassungsrang.

Staatliches Geld, nicht Verstaatlichung der Banken

Alles Geld soll ausschließlich von einer unabhängigen öffentlichen Stelle geschöpft werden.
In der Europäischen Währungsunion fällt diese Rolle der Europäischen Zentralbank und
ihren nationalen Mitgliedsbanken zu. Sie sollen endgültig zur Vierten Gewalt im Staat
werden: zur Monetative, in Ergänzung der Legislative, Exekutive und Judikative. Die
Zentralbank, ähnlich wie die Gerichte, muss unabhängig gestellt und nur dem Gesetz
verpflichtet sein - unabhängig gegenüber Begehrlichkeiten von Regierung und Parlament,
aber auch gegenüber Forderungen der Banken und anderer Geschäftsinteressen. In einer
solchen Geldordnung können auch lokale Komplementärwährungen oder kooperative
Verrechnungssysteme ihren Platz haben.

Die angestrebte Reform der Geldschöpfung ist einfach: Die Guthaben auf Girokonten werden
zu gesetzlichen Zahlungsmitteln gleich Münzen und Banknoten erklärt. Nur noch das System
staatlicher Zentralbanken – die Monetative – ist autorisiert, diese Zahlungsmittel zu
schöpfen. Dadurch geschieht mit dem unbaren Geld heute das gleiche wie bis vor hundert

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 29 von 52 vom 29.05.11
Jahren mit den Banknoten. Damals wurden privat ausgegebene Banknoten durch staatliche
Zentralbanknoten ersetzt. Heute geht es darum, das instabile und unsichere Giralgeld der
Geschäftsbanken zu staatlichem Vollgeld zu machen. Das heute nur teilverstaatlichte Geld
(5–20% Münzen und Banknoten) wird so vollends verstaatlicht, nicht aber die Banken.

Regierung und Parlament hätten an die unabhängige staatliche Zentralbank keinerlei


Ansprüche zu stellen. Jedoch soll das diskretionär neu geschöpfte Geld zinslos der Regierung
überlassen werden, die es durch öffentliche Ausgaben in Umlauf bringt. Zuletzt handelte es
sich in der Europäischen Währungsunion um 200-350 Milliarden Euro jährlich, davon in
Deutschland 60 Milliarden. Das waren 5,5 Prozent des öffentlichen Gesamthaushalts. Dieser
Geldmengenzuwachs war überschießend, aber auch weniger davon ist immer noch sehr viel
Geld, das den öffentlichen Kassen entgeht.

Private und öffentliche Geschäftsbanken können an den Finanzmärkten im gesetzlichen


Rahmen weiterhin frei agieren. Lediglich können sie kein Giralgeld mehr schöpfen, sondern
nur mit dem Geld operieren, das sie selbst einnehmen oder am Geldmarkt oder von Kunden
aufnehmen, und das sie somit bar in der Kasse oder unbar auf ihrem Zentralbankkonto
haben.

Die Unterbindung der Bankengeldschöpfung kann auf einfache und reibungslose Weise
erfolgen: Die bisherigen Girokonten der Kunden werden aus der Bankenbilanz herausgelöst
und separat als Geldkonten in eigenem Recht geführt.

Ein Geldsystem im Interesse der Allgemeinheit. Eine solche Reform hätte fünf bedeutende
Vorteile:

1. Erstens wäre das Geld sicher, auch ohne Staatsgarantie, denn unbare Geldguthaben
könnten bei Insolvenz nicht mehr verschwinden. Der allgemeine Zahlungsverkehr
wäre auch in einer Bankenkrise nicht gefährdet. Politik und Öffentlichkeit wären
durch Bankenkrisen nicht mehr erpressbar.
2. Zweitens wären der Über- und Untersteuerung des Geldangebots durch die Banken
Grenzen gesetzt. Für spekulative Exzesse auf Pump (leverage) ginge den Märkten der
allzu billig verfügbare Geldtreibstoff aus. Der Geldfluss würde sich verstetigen,
Konjunktur- und Börsenzyklen würden moderater verlaufen.
3. Drittens, und im Gegensatz zur heutigen inflationären Geldschöpfung der Banken,
hätte die Zentralbank die Geldmenge erstmals unter vollständiger Kontrolle. Sie kann
Spekulationsblasen und Preisinflation wirkungsvoll vorbeugen, indem sie die
Geldmenge in Übereinstimmung mit dem realwirtschaftlichen Entwicklungs-
potenzial steuert.
4. Viertens käme der laufende Gewinn aus der Geldschöpfung - die Seigniorage -
ungeschmälert dem öffentlichen Haushalt zugute, nicht länger den Banken als
unverdienter Extragewinn. Ein inflationsneutraler Zuwachs der Geldmenge
entspricht dem zu erwartenden Wachstum der Realwirtschaft. So entsprechen nach
heutigen Maßstäben 1-2-3 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland einem
Geldmengenzuwachs und somit einer Seigniorage in Höhe von 25-50-75 Mrd Euro.
Damit lassen sich 2,4 - 4,8 - 7,2 Prozent der öffentlichen Gesamt-ausgaben bestreiten.
5. Fünftens, und aktuell von besonderer Bedeutung, ergibt sich die buchstäblich
einmalige Gelegenheit, die drückende Staatsschuld in wenigen Jahren um zwei Drittel
abzubauen – geräuschlos und ohne schmerzliche Einschnitte. Denn mit der Reform
tritt Vollgeld, das per Seigniorage in Umlauf kommt, an die Stelle des heutigen,

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 30 von 52 vom 29.05.11
verzinslich per Kredit geschöpften Geldes – zum einen des Giralgeldes, darüber
hinaus der Kreditschulden der Banken bei der Zentralbank. Dieser verzinsliche
Bestand an altem Kreditgeld würde im Verlauf weniger Jahre durch Vollgeld
substituiert, woraus der öffentlichen Hand einmalig eine entsprechend hohe
Übergangs-Seigniorage zuflösse. Damit kann der öffentliche Schuldenstand abgebaut
werden. Ende 2008 handelte es sich in Deutschland um Giralgelder in Höhe von 833
Mrd Euro, darüber hinaus um Kreditschulden der Banken bei der Zentralbank in
Höhe von 278 Mrd Euro, zusammen 1.111 Mrd Euro. Das entsprach 67 Prozent der
gesamten Staatsschuld in Höhe von 1.652 Mrd Euro zu diesem Zeitpunkt.

Monetär weitermachen wie bisher ist inakzeptabel. Immer mehr Regulierung und Bürokratie
ist ebenfalls kontraproduktiv. Was wir jetzt brauchen ist eine ordnungspolitische Antwort:
Übergang vom Giralgeld zu Vollgeld und endgültige Etablierung der Zentralbanken als
unabhängige Monetative.

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3 für eine anständige, nachhaltige Wohlstandsbildung

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Wir sind in einer Spirale, die uns über den Kopf wächst, die offensichtlich krank macht.
Daher auch so neue Bezeichnungen wie "Burn out". Daher auch die (abartige) Sucht nach
(scheinbaren) Erfolgen.

Daher auch die immer wieder auftretenden Ungleichgewichte, die sich letztlich in Krisen
entladen – sei es in der Gesundheit, in den Finanzen, in den Auseinandersetzungen.

Das abartige und scheinbare wird deutlich, wenn wir nicht wie üblich den quantitativen
Erfolg wie Arbeitsproduktivität, Bruttoinlandsprodukt oder Vermögen messen, sondern
qualitative Dinge wie die Lebenszufriedenheit, Gerechtigkeit, Vertrauen in seine
Interessenvertreter oder in die Zukunft.

Der Mensch ist voller Ideen und Bedürfnisse und möchte seine Träume verwirklichen. Und
das ist gut so, wenn er sich dabei auch immer wieder beobachtet und klärt, ob sein Handeln
nicht in unverantwortlicher Weise den Mitmenschen, die Biosphäre, ihn selbst oder die
Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinschaft schädigt.

Wir dürfen dem Menschen nicht die Freiheit zur Gestaltung seines Lebens nehmen. Aber der
in unserem heutigen Geld-, Finanz-, Wirtschaftssystem sowie Konsumismus angelegte
systemische Zwang zu „höher, schneller, weiter“ bzw. „mein Haus, mein Boot, mein Auto“
macht aus einem überlegten, freiwilligen und meist ja auch verantwortlichen Handeln ein
Muss, einen Zwang, eine Unfreiheit des ständigen Wachstums und Besserseins, manchmal
auch ohne Sinn.

Die derzeitige Art des Fortschritts mit sehr schnellem und global vereinheitlichtem
Strukturwandel in einer begrenzten Welt führt zwangsläufig in eine instabile Gesamtlage der
menschlichen Zivilisation und der menschenfreundlichen Biosphäre.

Diese Sichtweise ist jedoch nicht pessimistisch, weil ich die Krise nicht als unausweichlichen
Niedergang und Untergang verstehe, sondern als einen Wendepunkt in der Geschichte des
Fortschritts.

Eine entschleunigte Wirtschaft ist eine Gemeinwesen, das

 die Gemeingüter schont


 den Gemeinsinn erhält
 Qualität des miteinander Lebens
 mit einem Auf und Ab des Lebens und der Konjunktur leben kann

3.1 über empathische Wohlstandsbildung

Heute ist gängige Praxis von Organisationen Menschen so zu fördern und zu fordern, dass
Sie den Anforderungen einer Wachstumswirtschaft genügen. Jetzt ist es an der Zeit, das die

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Bürger die Organisationen fördern und fordern, die für einen empathischen und
nachhaltigen Umgang mit Natur und Mensch sorgen.

In einer begrenzten Welt kann man jedoch nicht auf Dauer exponentiell wachsen und eine
Welt im Ungleichgewicht erzeugt nur Krisen oder sogar Auseinandersetzungen. Zukünftig
müssen eine größere Anzahl Menschen mit weniger Ressourcen auskommen und weniger
Abfälle und Emissionen erzeugen. Ein „weiter so wie gehabt“ oder eine kaschierendes
„ökologisch weiter wachsen“ ist nicht verantwortbar. Wir haben nicht das Recht unseren
Nachkommen Schulden- und Müllberge zu hinterlassen.

Anstelle eines Gewinn maximierenden Produktivismus und eines Besitz maximierenden


Konsumismus sollte eine auf Mensch und Natur Rücksicht nehmende, sozial und ökologisch
verträgliche, regional verwurzelte Vielgestaltigkeit der Anbau-, Produktions- und
Lebensweisen treten.

Wir spüren deutlich und sehen an den immer häufiger auftretenden Krisen der modernen
Gesellschaft, dass das vor rund 300 Jahre erfundene Geld- Finanz- und Wirtschaftssystem
und unsere Lebensweise an die ökologischen und moralischen Grenzen eines endlichen
Planeten stößt.

En unendliches Wachstum in einer endlichen Welt ist schlicht nicht möglich. Und ein zu
starkes Ungleichgewicht ist dem Zusammenhalt und dem Frieden abträglich.

Die heute Wohlstandsmehrung zehrt den Planeten aus, wir überbeanspruchen die
natürlichen Lebensgrundlagen.

Wir verbrauchen Energie und Ressourcen, die in absehbarer Zeit zu Ende gehen und in
keiner vernünftigen Zeit regenerierbar wären und erzeugen Abfälle und Emissionen, die
dieser Planet nicht mehr aufnehmen kann.

Die Grenzen sind unübersehbar. Die Geschichten dazu heißen Klimawandel, Peak Oil, Peak
Everything, Abholzung der Wälder, Verlust an Biodiversität, Überfischung,
Wasserknappheit, Verschmutzung von Böden und Wasser.

Ganz zu schweigen von den sozialen und gesundheitlichen Folgen der heutigen Form der
Wohlstandsmehrung: Nutzungskonflikte und Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und seelische
Krankheiten.

Oder den Folgen eines verantwortungslosen, schuldenfinanzierten Wachstums: Im Oktober


2008 hatten Regierungen weltweit atemberaubende 7 Billionen US-Dollar an öffentlichen
Geldern zur Verfügung gestellt um riskante Anlagen abzusichern, bedrohte Ersparnisse zu
garantieren und kollabierende Banken mit frischen Kapital zu versehen.

In Deutschland ist seit 2005 die gesamtstaatliche Verschuldung von etwa 1,5 auf 2 Billionen
Euro angestiegen, etwa 240 Milliarden davon für die Rettung des Finanzsystems in der
Hoffnung so eine Weltwirtschaftskrise abzuwenden.

Die Ungleichheit nimmt seit einigen Jahrzehnten wieder rapide zu. Heute verdienen 20% der
ärmsten Erdbevölkerung etwa 2% des Welteinkommens, die reichsten 20% der
Erdbevölkerung etwa 75% des Welteinkommens.

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Wir erleben eine Zunahme unsicherer Lebensverhältnisse. In Deutschland gibt es Regionen
mit über 30% Kinderarmut und etwa 20% der Einkommensbezieher leben in prekären
Lebensverhältnissen wie Armut, Arbeitslosigkeit, Niedriglohnsektor, kurzfristigen
Beziehungs- und Beschäftigungsverhältnissen.

Unser Geldsystem ist durch Zinseszinseffekte und schuldenfinanziertes Wachstum


exponentiell wachsend und das Ungleichgewicht fördernd, das Wirtschaftssystem bräche
ohne Wachstum zusammen - das weltweit Deflation bzw. Rezession vermeidende
Mindestwachstum beträgt nach rund 1.8 % – und der Konsumismus macht uns glauben, das
mehr materieller Reichtum mehr Wohlstand bedeutet.

Ohne Übertreibung: Wir sind in der Zwickmühle und können uns aussuchen, was uns früher
den Hals zuschnürt – die Ressourcenknappheit oder die Schuldenfülle.

Und die westlichen Gesellschaften haben eine besondere moralische Verantwortung an


dieser Situation, denn schließlich haben sie den wesentlichen Anteil der natürlichen
Lebensgrundlagen beansprucht.

Der Missbrauch von Besitz hat zum Kommunismus geführt. Der nahm sich den Besitz und ist
damit gescheitert. Der Missbrauch von Bedürfnissen hat zum Konsumismus geführt. Der
nimmt uns den Verstand und wir werden damit scheitern.

Und nun? Der Ära der rücksichtslosen Anhäufung von Ansehen, Geld und Macht muss eine
Ära neuen Umgangs mit seinen Wünschen, Mitmenschen und der Natur folgen. Wir dürfen
gut leben nicht länger mit mehr haben verwechseln.

Der gesunde Menschenverstand verpflichtet uns, eine global kooperierende


Weltgemeinschaft zu schaffen, in der alle in Würde gedeihen und die Gemeingüter nutzbar
bleiben.

Nun geht es darum, die uns umgebenden gesellschaftlichen Systeme – unsere Geld-, Finanz-,
Steuer-, Wirtschafts- und Sozialordnung - neu zu justieren, dass Sie uns auch bei der
Umsetzung dieser anspruchsvollen Aufgabe unterstützen statt behindert oder korrumpieren.

Es geht um ein neues Verhältnis von materieller und ideeller Wohlstandsmehrung, einem
Wandel von einem Gewinn zu einem Sinn maximierenden Miteinander.

Ich möchte, dass Menschen ihr geistiges und materielles Vermögen mit Verstand und
Empathie im gerechter und nachhaltiger Weise für das mehrheitliche Gedeihen einsetzen.

Dazu hilft uns unsere Vorstellungs- und Gestaltungskraft. Wir können uns vom Mitläufer
oder sogar Opfer gegebener Ordnungen zum Mitgestalter eines empathischen
Wohlstandsmodells erheben, dass den Fetischen eines quantitatives, exponentiellen
Wachstums abschwört.

3.2 über arbeiten und tätig sein

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Es an der Zeit, das Menschen Organisationen fördern und fordern, die den Anforderungen
einer Gleichgewichtsgesellschaft genügen, einer Gesellschaft, die nicht wachsen muss,
sondern qualitativ und quantitativ so wachsen oder schrumpfen darf und kann, das
Gemeingüter nicht übernutzt und Gemeinsinn nicht torpediert wird.

Eines ist klar; in Zukunft werden Arbeitsplätze nicht nur wegfallen, weil wir mit unserem
Ideenreichtum für mehr Arbeitsproduktivität und Ressourceneffizienz sorgen oder weil
Maschinen und Computer die Arbeit verrichten können, sondern auch weil wir
vernünftigerweise für weniger Bürokratie und Konsumismus sorgen oder auf
Tätigkeitsbereiche verzichten.

Genau betrachtet geht es ja auch nicht um den Erhalt von Arbeitsplätzen, sondern den Erhalt
von Einkommensplätzen und das Erwerbsarbeit und Nichterwerbsarbeit in gleicher Weise
gesellschaftlich anerkannt werden.

 Es gilt, neben den klassischen Formen der Nichterwerbsarbeit (Führung des


Haushalts, Erziehung der Kinder) neue Formen zu erschließen, die ebenfalls für die
gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung von erheblicher Bedeutung sind: vereinsamten
Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, Kranken, die nicht mehr die
notwendige menschliche Zuwendung erhalten, diese zu geben.
 Vormundschaften vor allem für junge Menschen sollen übernommen werden.
 Die Arbeitslosigkeit eines tätigen Menschen darf nicht diskreditiert werden, sondern
sollte in der öffentlichen Achtung der Würde des Arbeit Besitzenden gleichgestellt
werden. Die Würde des Menschen darf nicht mit seinem Arbeitsbesitz in Beziehung
gesetzt werden.
 Es gilt anzuerkennen, dass Arbeit zwar eine wirtschaftlich objektivierbare Größe ist.
Zugleich sollte aber akzeptiert werden, dass sie als ethische Größe an sich wertneutral
ist und nur insoweit Wert und Sinn erhält, als sie ihr vom arbeitenden Menschen
gegeben wird. In ähnlicher Weise sollte es auch möglich sein, der Arbeitslosigkeit
Sinn zu geben, wenn schon die Sinnvergabe Sache des stets einzelnen bleibt.

Arbeit muss neu gedacht werden. Es geht um das gleichberechtigte Nebeneinander von
Bildungsarbeit, Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Bürgerarbeit und auch mal Nichtarbeit,
Zeit für Erholung und Besinnung. Und ein dazu passendes Einkommens- und
Vermögensverteilungssystem

 Die Arbeitnehmer müssen in erheblichem Umfange am Produktivkapital beteiligt


werden.
 Die „Information“ wird zum wesentlichen Produktionsfaktor. Damit werden die
Großunternehmen der Industriegesellschaft als Dinosaurier langsam, aber sicher
absterben. Die augenblicklich zu beobachtenden Konzentrationsbewegungen wirken
dann archaisch, wenn sie nicht zum Ziele haben zentral zu planen und zu steuern,
aber dezentral in der Nähe der Absatzmärkte zu produzieren. Aus weltweit
agierenden Konzernen werden Netzwerke.
 Damit entsteht auch ein neuer Arbeitnehmertyp, der bereit und fähig ist, mehr
Verantwortung zu übernehmen, und Flexibilität und Zeitsouveränität sucht und
schätzt. Teilzeitarbeitsplätze werden und müssen entstehen, um dieser veränderten
Lage gerecht zu werden.
 Aber auch die Selbständigkeit wird attraktiver werden. Die neuen Medien
begünstigen kleine Unternehmen, den neu entstehenden Märkten mit geringsten

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Anpassungs- und Umstellungszeiten neue Dienstleistungen anzubieten. In Zukunft
wird nicht mehr der Große den Kleinen schlucken, sondern der Schnelle dem
Langsamen die Aufträge wegnehmen.
 Es wird möglich werden die Faktoren Kapital, Arbeit und Innovationen
zusammenzubringen, denn alle drei sind im Überfluss vorhanden.

Wir haben unsere Verantwortung für uns und die uns tragende Gemeinschaft und Natur neu
zu justieren: Ohne Wirtschaftlichkeit schaffen wir es nicht, ohne Menschlichkeit ertragen wir
es nicht, ohne Gemeingüter erleben wir es nicht.

Dem Recht auf menschliche Behandlung muss ein Recht auf diskriminierungsfreies Tätigsein
und ein die Existenz und Teilhabe sicherndes Einkommen folgen.

3.3 über Geld und Spekulation sowie Kredit und Schuldenpolitik

Eine Laie schon weiß, das Geldentwertung etwas mit der ausgegebenen Geldmenge zu tun
hat. Aber den meisten ist nicht bewusst, das es Geld (unter Fachleuten: Geldmenge M1), in
zwei Formen gibt: Bargeld, erzeugt „aus dem nichts“ von der unabhängigen Bundesbank und
gedruckt durch die Bundesdruckerei sowie Bankgeld, also die Summe aller Kredite im
Umlauf, erzeugt „aus dem nichts“ durch abhängige private Banken und erzeugt „auf
Knopfdruck“ auf dem Girokonto. Und den wenigstens ist bewusst, dass (oft weit) weniger als
10% des Geldes heute Bargeld ist. Alles andere unterliegt der Gewinn maximierenden, heute
(meist hochspekulativ) handelnden Finanzwirtschaft, die zudem globalisiert, wenig oder
nicht besteuert und weitgehend unreguliert wirtschaften kann und darf.

Diese „freie Finanzwirtschaft“ hat zunächst das Kapital für die Industrie- und
Konsumgüterindustrie erweitert und so mehr Angebot und letztlich über den Konsum
materiellen Wohlstand geschaffen. Heute jedoch fällt uns aufgrund der organisierten
Verantwortungslosigkeit (Gier, Spekulation, Haftungsfreiheit) und der systembedingten
Konzentration von Vermögen zu einem weltweit kaum fassbaren Schulden bei vielen und
Vermögenskonzentrationen bei wenigen.

Aus einer sinnvollen Kreditvergabe zur Ermöglichung von Produktion und einer sinnvollen
Spekulation zur Preisfindung und fairem Warentausch wurde eine von der Realwirtschaft
und der Mehrheit der Menschen entkoppelte Spekulation zur Preisfestsetzung, z.B. auf
Rohstoffmärkten, und rücksichtslose Schuldenpolitik.

Aus demokratisch legitimierter und volkswirtschaftlich stabilisierender Geldwirtschaft wurde


ein Spekulationsobjekt für verantwortungslose Finanzoptimierer und unregulierte
Hedgefonds („Finanzkrise“).

Aus einer den Wohlstand fördernden Finanzwirtschaft wurde ein den allgemeinen
Wohlstand bedrohender Finanzfeudalismus („alternativlose Bankenrettung“). Man könnte
sagen, dass in Sachen Geld- und Finanzwirtschaft die Volksvertreter zwar an der Regierung
aber nicht an der Macht sind.

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Das bedroht letztlich die Handlungsfähigkeit der Menschen, Unternehmen und Staaten und
damit letztlich Demokratie und Zusammenhalt. Es wäre nicht das erste Mal in der
Geschichte, das am Ende Bürger oder Staaten in Auseinandersetzungen geraten wenn nicht
sogar wirtschaftlich und gesellschaftlich zusammenbrechen.

Statt freier Marktwirtschaft haben wir die soziale Marktwirtschaft entwickelt und statt freier
Finanzwirtschaft braucht es die regulierte Finanzwirtschaft.

In die volkswirtschaftliche Analyse gehört wieder die monetäre Analyse, denn Wohlstand
entsteht nicht nur aus der Bearbeitung „realwirtschaftlicher“ Faktoren wie Sachkapital,
Arbeitskräfte und Produktivität. Die neueste Erfahrung zeigt, dass Finanzkrisen starke
Steigerungen von Geld- und Kreditmengen vorausgehen und unreguliert diese Krisen
befeuern.

3.4 für die Trennung von Geschäftsbanken und Kapitalmarkthandel

Der aktuelle Versuch der Finanzindustrie die wahren Verluste aus der Hypothekenkrise und
der Staaten die wahren Folgen der Verschuldung zu verschleiern, kann man getrost als
Bilanzfrisieren, wenn nicht Bilanzfälschung bezeichnen. Clever ist dies nicht, denn die
einzige Strategie aus dem aktuellen Dilemma zu entkommen ist eine ehrliche Aufstellung
aller Verbindlichkeiten.

Dass etwas mit den Bilanzen nicht stimmen kann, zeigen nicht nur die Kapitalerhöhungen
und ausländische Fremdinvestoren die vielen Grossbanken zur Hilfe kommen mussten,
sondern auch die inflationstreibenden Aktivitäten der amerikanischen Notenbank, die durch
ihre Zinspolitik nicht die Ursachen, sondern nur die Symptome einer krankhaften Blase
bekämpft. Das Ignorieren von faulen Schulden und das Verschieben der Verluste in die
Zukunft war einer der Hauptgründe für den Niedergang der japanischen Ökonomie in den
90er Jahren. Basel II, welches Banken erlaubt, ihre eigenen Risiko-Modelle zu fahren anstatt
auf die externe Bewertung der Kreditwürdigkeit zu vertrauen, hat in den letzten Wochen
grundlegend versagt. Der Konkurs mancher Finanzinstitution hat aufgezeigt, dass es nicht
ausreicht regulative Anforderungen zu erfüllen um zu überleben, Es scheint offensichtlich,
dass viele Banken, Hypothekenfirmen und Staaten versuchen sich durch
Finanzmanipulationen noch einige Monate länger über Wasser zu halten. Doch hätte es so
weit kommen müssen?

Die im Zuge des US-Immobilienbooms gewährten Kredite wurden gebündelt und auf dem
Verbriefungsmarkt gehandelt. Dabei sind vielfach sehr komplexe Produkte entstanden, deren
Risikostruktur von den Banken absichtlich intransparent gehalten wurde. Es zeigte sich
jedoch, dass die Handelbarkeit und Streuung von Kreditrisiken offenbar nur dann die
Stabilität des Finanzsystems verbessert, wenn die unterliegenden Qualitätsstandards hoch
und transparent sind. Das Universalbankensystem hat jedoch hier nicht zu einer erhöhten
Transparenz, sondern zur Verschleierung der wahren Verhältnisse beigetragen. Es entsteht
der Eindruck, dass die heute betroffenen Banken entweder selbst kaum über eine realistische
Einschätzung der Risiken verfügen oder aber notwendige Informationen nur sehr zögerlich
bereitstellen. Es fehlt heute nicht nur an leistungsfähigen Frühwarnsystemen in Form von
Lenkungs-Cockpits sondern vor allem an einer Regulierung der Marktteilnehmer, wie sie das

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frühere Trennbankensystem in den USA ermöglichte. Wie bei der Asienkrise 1997/98 im
asiatischen Raum ist auch die aktuelle Krise 2007/2008 auf maßlose Investitionen,
exzessiver Kreditaufnahme (Carry Trades in Fremdwährung), hohe Handelsbilanzdefizite
und einer fehlenden Finanzmarktstruktur in den USA zurückzuführen.

Deshalb muss das Glass Steagall Act, welches eine Trennung von Investmentbanken und
Geschäftsbanken vorsah wieder eingeführt werden.

Dessen Aushebelung durch Bill Clinton im Jahre 1999 hat das immense Leverage bei
Finanzprodukten der letzten Jahre und somit z.B. die Immobilien-Blase erst ermöglicht. Das
Aufheben des Gesetzes führte dazu, dass die Hedge Fond Industrie sowie der
Hypothekenmarkt für kaum kreditwürdige Schuldner völlig außer Kontrolle geriet. Die
Aufgabe des Trennbankensystems führte jedoch nicht nur zum Zusammenbruch des
amerikanischen Immobilienmarktes sondern vor allem zur so genannten Finanzialisierung,
d.h. zu einer völlig neuen Form des Kapitalismus, in dem die Banken versucht haben den
Rest der Ökonomie zu dominieren. Die Aufgabe des Trennbankensystems in den USA legte
hierbei den Grundstein für Finanzmanipulationen und die Erhöhung des Risikos durch
Hebelprodukte durch die Investmentbanker.

Dadurch wurde eine Finanzoligarchie geschaffen, die durch die Vernetzung des
Massengeschäfts, des Investment Banking, des Hypothekensektors, der Unternehmen, der
Notenbanken sowie der Finanzmedien und sogar des Finanzministers Paulson, dem früheren
Vorstand von Goldman Sachs, eine Machtansammlung bot, wie sie seit der Zeit des
römischen Imperiums nicht mehr gesehen wurde. Mit der Aufhebung des Gesetzes konnten
finanzielle Supermärkte wie die Citigroup, UBS, Deutsche Bank und viele andere ihre
Spekulationsspiele in ungeahnten Maßstab erweitern. Anstatt Vielfalt setzten plötzlich alle
Marktteilnehmer auf die gleichen Wetten, nämlich marode verbriefte Hypotheken.

Mit dem Kollaps dieses Marktes war es klar, dass diejenigen Banken, die alles auf eine Karte
gesetzt hatten, massiv unter die Räder kommen mussten. Dies führte zu einem „Monster“,
wie es der deutsche Bundespräsident Horst Köhler ausrückte, welches nicht mehr zu
kontrollieren war. Die Komplexität und die Hebel der neuen Finanzinstrumente, verbunden
mit irrationalen Gehältern für das Eingehen von Risiken, erzeugten ein Umfeld der
ausufernden Kreditexpansion, welches zu einer Blase ungeheuerlichen Ausmaßes
heranreifte.

Sollte letztendlich noch der amerikanische Bond-Blase platzen, wäre eine


Weltwirtschaftskrise die unausweichliche Folge. Dies kann jedoch noch verhindert werden.

Das schmale Zeitfenster zur Zurückgewinnung des Vertrauen sollte genutzt werden, in dem
das Trennbankensystem sofort wieder eingeführt wird. Viele Grossbanken werden sich
sowieso von ihren maroden Kreditgeschäften trennen müssen. Der Gesetzgeber kann hier als
Katalysator wirken, damit dies so schnell wie möglich geschieht. Wenn George Soros sagt,
dass die Exzesse der Kreditexpansion jetzt nur durch eine Kreditkontraktion gestoppt werden
können, so argumentiert er im Einklang mit Paul Volcker, dem ehemaligen
Notenbankpräsidenten, der es als verwerflich erachtet, wenn die Notenbank, miss-
gemanagte Banken vor dem Ruin bewahren will.

Rezessionen sind etwas natürliches, welches Notenbanken nicht bekämpfen sollten, denn
letztendlich führen diese Kontraktionsphasen der Wirtschaft zu Reinigungsprozessen der

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kreativen Zerstörung wie es der Ökonom Schumpeter nannte, die notwendig sind, um
vorherige Exzesse wieder aufzulösen.

Hinweis: Beim Glass-Steagall Act handelt es sich um zwei Bundesgesetze der USA. Das erste
Gesetz wurde am 27. Februar 1932 von Präsident Herbert Hoover erlassen und diente der
Eindämmung der Inflation während der Großen Depression. In diesem wurde auch der
Goldstandard vorgeschrieben. Das zweite Gesetz wurde am 16. Juni 1933 von Präsident
Franklin D. Roosevelt erlassen, um die Risiken der Banken zu begrenzen und diese vor
riskanten Spekulationen zu schützen. Hierzu wurde die Trennung von Geschäftsbanken und
Investmentbanken angeordnet.

3.5 für eine Finanztransaktionssteuer

Eine Finanztransaktionssteuer funktioniert im Prinzip wie eine Mehrwertsteuer auf


Bankgeschäfte. Der Staat belegt dabei den Handel mit fast allen Finanzprodukten mit einer
minimalen Steuer. Angedacht sind Steuersätze von 0,01 bis 0,5 Prozent. Je nach Steuersatz
und Schätzung würde die Steuer dem deutschen Staat zwischen 12 und 36 Milliarden Euro
einbringen. Zudem soll sie das Geschehen an den Finanzmärkten entschleunigen und
verhindern, dass sich riesige Blasen bilden.

John Maynard Keynes hat bereits 1936, sein Schüler James Tobin 1972 die Einführung einer
Steuer gegen Währungsspekulationen befürwortet. Die Idee ist “Sand ins Getriebe” der
hektischen Transaktionen zu streuen, einfach dadurch, dass für jede Transaktion ein Betrag
gezahlt werden müsste, der sich nach (1.) Höhe des Steuersatzes, (2.) Höhe des gehandelten
Betrags und (3.) Häufigkeit der Transfers berechnen würde. Gilt diese Steuer, müsste ein
Händler pro Transaktion einen Betrag bezahlen und es wäre anzunehmen, dass er sich
genauer als bisher überlegen würde, ob er die Transaktion tätigt oder nicht, als es heutzutage
der Fall zu sein scheint, wenn oft ein Computer-Tastendruck Milliarden um den Erdball jagt.
Anders als die aufwändigen Regulierungsmechanismen, die derzeit zur Aufsicht über das
Finanzgeschehen ersonnen werden, wirkt diese Steuer unmittelbar und umfassend, da jede
Transaktion davon erfasst ist. D.h. ein Katz- und Mausspiel zwischen Händlern und
Kontrolleuren erübrigt sich; man ist nicht davon abhängig, dass Kontrolleure eventuellen
Missbrauch zunächst aufspüren und dann ahnden. Aber: Diese Steuer ist auch interessant,
weil die so erhobenen Gelder “guten Zwecken” zugute kommen könnten, etwa
Armutsbekämpfung, Entwicklung oder Umweltschutz. Die Steuer ist also auch ein
Umverteilungsinstrument.

3.6 für eine geordnete Insolvenz von überschuldeten Staaten

Für Unternehmen gibt es ein Insolvenzrecht und sofern man die Organisation erhalten
möchte und die darin befindlichen Arbeitsplätze und Marktpotentiale retten möchte, ein
geordnetes Insolvenzrecht. Warum nicht auch für Staaten?

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Ein geordnetes Insolvenzrecht für Staaten

 lässt dem Staat hinreichend Mittel, damit die Bevölkerung und die
Organisationen in Würde weiter leben, ihre Gemeinschaft nach innen und außen
erhalten können und hinreichend Mittel zum Wiederaufbau haben.
 regelt eindeutig, unter welchen Umständen eine Insolvenz eintritt und wie dann
zu verfahren ist. Das schafft Sicherheit und erleichtert einen vertrauensvollen
Umgang miteinander. Es fördert die Kooperationsfähigkeit und verhindert das
Misstrauen untereinander.
 verhindert, dass der Schuldner ohne Ende Schulden machen kann, weil er sich
sonst der Insolvenzverschleppung schuldig macht und durch die Gläubiger zur
Räson gebracht werden kann
 sorgt dafür, dass Gläubiger dem Schuldner weder absichtlich noch unabsichtlich
weitere Kredite gibt und sich so die Rückkehr zu einer soliden und seriösen
Haushaltspolitik hinauszögert.
 ist ehrlicher, akzeptabler und günstiger als Austeritätspolitik (strenge
Enthaltsamkeit) wie gerade in Griechenland oder eine ‚ad hoc“ Umschuldung wie
im Falle Argentiniens.
 alle Beteiligten zahlen einen angemessen Anteil an den entstehenden Lasten

Den Ausgangspunkt einer Insolvenzordnung für Staaten bildet die Frage, unter welchen
Umständen der Tatbestand der Insolvenz erfüllt ist. Als ein objektivierbares
Entscheidungskriterium für die längerfristige Tragfähigkeit der Verschuldungssituation
könnte diejenige Primärüberschussquote (Staatseinnahmen abzüglich der Staatsausgaben
ohne Zinszahlungen bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt) herangezogen werden, die
notwendig ist, um den Schuldendienst aus eigener Kraft zu gewährleisten. Ist die zur
Erbringung des Schuldendienstes notwendige Primärüberschussquote über einen längeren
Zeitraum größer als die zumutbare Quote, könnte der betroffene Staat als insolvent gelten.

Die Quote kann ferner dazu dienen, eine "faire" Umschuldung oder einen Teil-
Schuldenerlass zu quantifizieren. In beiden Fällen müssen die Maßnahmen so bemessen
werden, dass die zumutbare und die notwendige Primärüberschussquote übereinstimmen.

Die notwendige Quote muss also durch Umschuldung oder teilweisen Schuldenerlass
entsprechend reduziert werden. Die zumutbare Quote hängt dabei davon ab, welche
Sparanstrengungen man glaubt, dem betroffenen Staat zumuten zu können, wie stark sich
die Einnahmen erhöhen lassen und wie hoch das künftige Wirtschaftswachstum ausfällt.
Eine realistische Einschätzung ist wichtig, denn in dem Augenblick, in dem die Insolvenz
festgestellt wird, ist das Land von den Finanzmärkten abgeschnitten und erhält auf
absehbare Zeit keine privaten Kredite mehr.

Der zuvor abgegrenzte Insolvenztatbestand wird aber - wenn er in einer Währungsunion


auftritt - zunächst auch immer eine zeitweise Finanzierung des unabweisbaren
Liquiditätsbedarfs erfordern, weil die vorhandene Primärdefizitquote erst im Laufe mehrerer
Jahre in eine entsprechende Überschussquote überführt werden kann.

Selbst wenn man den gesamten Schuldendienst in die Zukunft verlagert, bedarf es also einer
im Laufe der Zeit abnehmenden Übergangsfinanzierung, weil eine Überbrückung aus eigener

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Kraft - etwa durch eine nationale Zentralbank - in diesem Fall ausgeschlossen ist. Diesen
Beitrag zur Lösung des Schuldenproblems hätte im vorliegenden Fall die EU zu tragen.

Die Überbrückungskredite sind aber nicht gleichzusetzen mit einem Europäischen


Währungs- oder Kreditausfallfonds, wie er jetzt von politischer Seite erwogen wird. Ein
solcher Fonds soll in erster Linie die Gläubiger vor Vermögensverlusten schützen, während
es hier um die Unterstützung des Anpassungsprozesses geht.

Im Rahmen einer Währungsunion sollte die gemeinsame Zentralbank auf keinen Fall als
"lender of last resort" handeln, da auf diese Weise negative externe Effekte in Form
steigender Inflationsraten in allen Mitgliedsländern zustande kommen können.

Ein "geordnetes" Insolvenzverfahren für Mitgliedsländer einer Währungsunion könnte vor


diesem Hintergrund folgende Eckpunkte aufweisen:

 Zur Feststellung und Durchführung des Insolvenzverfahrens wird ein


Insolvenzausschuss gebildet, dem die unmittelbar Betroffenen (Schuldnerstaat und
Gläubiger), die übrigen Mitgliedsländer der Währungsunion sowie eine neutrale
Partei, etwa der Internationale Währungsfonds (IWF), angehören. Die Neutralität des
IWF wäre insbesondere dann gewährleistet, wenn er nicht selbst zu den Gläubigern
gehört. Es können weitere Fachleute zu Rate gezogen werden.
 Das Insolvenzverfahren kann durch den betroffenen Schuldnerstaat sowie die übrigen
Mitgliedsländer der Währungsunion beantragt werden. Es obliegt dem
Insolvenzausschuss, die Insolvenz festzustellen. Damit einhergehen könnte die
Einstellung aller Zwangsvollstreckungsansprüche gegen den Schuldnerstaat. Zentrale
Aufgabe des Insolvenzverfahrens ist es, über die Umstrukturierung der
Staatsschulden des betroffenen Landes gemäß der oben aufgestellten Kriterien zu
entscheiden.
 Beschlüsse bezüglich der Umstrukturierung der Staatsschuld unterliegen einer
Mehrheitsklausel, damit getroffene Vereinbarungen für alle Gläubiger verbindlich
sind.
 Überbrückungskredite werden von der EU bereitgestellt und im weiteren
Insolvenzverfahren vorrangig behandelt; sie sind also stets voll zu bedienen.
 Das Insolvenzverfahren sollte ferner eine gesetzliche Verankerung, etwa im Rahmen
des EU-Vertrags oder eines erweiterten Stabilitäts- und Wachstumspakts, erfahren.
Dies garantiert die rechtliche Durchsetzbarkeit und auf der anderen Seite rechtliche
Sicherheit und Vorhersehbarkeit für alle Beteiligten.

Ein solches Insolvenzverfahren sollte jedoch immer das letzte Mittel für einen
hochverschuldeten Staat darstellen. Es bleibt zu hoffen, dass ein gestärkter Stabilitäts- und
Wachstumspakt eine abermalige Verschuldungskrise in Zukunft von vornherein unterbindet.

Im Falle Griechenlands könnte man ein Insolvenzverfahren - im Sinne der hier


vorgeschlagenen Regelungen - allerdings auch ohne formales, rechtlich schon verankertes
Insolvenzverfahren für Staaten durchführen, wenn sich die potentiellen Mitglieder des
Insolvenzausschusses im Sinne einer freiwilligen Verhaltensabsprache auf verfahrensmäßige
Eckpunkte einigen würden.

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3.7 für die Staatsbürgersteuer

Als Steuer wird eine Geldleistung ohne Anspruch auf individuelle Gegenleistung bezeichnet,
die ein öffentlich-rechtliches Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen Personen
auferlegt, die einen steuerlichen Tatbestand verwirklichen, wobei die Erzielung von
Einnahmen wenigstens Nebenzweck sein sollte (Definition nach § 3 der deutschen
Abgabenordnung).

Damit sind Steuern eine öffentlich-rechtliche Abgabe, denen keine bestimmte staatliche
Leistung (keine Pflicht zur Gegenleistung und keine Zweckbindung des Gemeinwesens)
gegenübersteht und die zwecks Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs ohne Ansehen der
Person alle zahlen müssen, die den Tatbestand der Steuerpflicht erfüllen. Abgaben im
engeren Sinne müssen hingegen aufgabenbezogen und zweckgebunden verwendet werden.

„Steuer“ kommt aus dem Althochdeutschen stiura, was Stütze bedeutet und im Sinne von
Unterstützung, Hilfe oder auch Beihilfe verwendet wurde. Aus den ursprünglich als
Naturalabgaben in Form von Sach- oder Dienstleistungen (Frondiensten) erhobenen Steuern
sind heute reine Geldleistungen geworden.

So gesehen sind Steuern eine bedingungslos zu zahlende Leistung der Bürger an ihr
Gemeinwesen.

Heute gibt es viele Steuerarten und jede hat ihren Zweck. Und das wir mittlerweile ein
komplett undurchschaubares und auch zunehmend ungerechtes Steuersystem haben, ist
allgemein bekannt.

Doch das für mich wesentliche Problem ist,

 das die Steuern auf Vermögenszuwachs wesentlich geringer sind als die Steuern
auf Einkommenszuwachs und damit das Erschaffen von Vermögen aus Arbeit
wesentlich schlechter gestellt ist als das Erschaffen von Vermögen aus Vermögen.
 das heute die Leistungserbringung mehr besteuert wird als die
Leistungsentnahme und damit Leistungen, die nie zu einem Verbrauch führen
(Verschwendung, Fehleinschätzungen, Fehlleistungen) besteuert werden noch
bevor Haushalte durch Konsum der Herstellung sozusagen einen Sinn gegeben
haben.

Sofern man Steuern mal als „Regulierung bürgerlichen Verhaltens“ sehen möchte, ist damit
klar,

 dass Vermögende für ihr Bemühungen Kapital anzuhäufen, es damit der


Realwirtschaft zu entziehen oder mit dem Vermögen zu spekulieren oder es aus
einem Land, wo sie es verdient haben, abzuziehen „belohnt“ werden. Oder anders:
je unsolidarischer ein Vermögender sich verhält, desto besser geht es ihm.
 das die Leistungserbringung von Menschen schlechter gestellt ist als die
Leistungserbringung durch Maschinen oder Computer und so noch mehr als
sinnvoll Arbeitsplätze abgebaut werden

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 das die ökologischen Kosten des Konsumismus keine Entsprechung in der
Umverteilung findet. Sparsamkeit und nachhaltiger Umgang mit Gütern wird
nicht hinreichend belohnt. Beim Verbrauch von Gütern und damit auch dem
Erzeugen von Abfällen und Emissionen wird weniger Geld an das Gemeinwesen
gegeben als dieses benötigt, um die Gemeingüter „rings um den Konsum“ in
hinreichender Weise bereitzustellen oder zu entsorgen.

Ich bin also für Steuern auf

 Vermögenszuwachs, gleich ob dies durch das Produzieren von Gütern und


Dienstleistungen, durch Kapitalmarkthandel oder sonstigem wie Erbschaften
geschieht
 Konsum und damit realwirtschaftlichen Verbrauch, gleich ob dieser Konsum
durch Haushalte oder Organisationen geschieht

Als halte die Idee einer „Staatsbürgersteuer“ für das geeignete Instrument einer gerechten
und einfachen Umverteilung, die auf die Leistungsfähigkeit des „Steuersubjekts“ hinreichend
berücksichtigt und die Bürokratie klein hält.

 Besteuert wird nicht das Jahreseinkommen, sondern das Lebenseinkommen. Daraus


ergibt sich die Trennung in eine laufende Besteuerung des Konsums und eine einmalige
Besteuerung des Vermögenszuwachses (beim Tode)
 Das Lebenseinkommen umfasst laufende Einkommen ebenso wie Wertzuwächse am
Vermögen. Dieses Lebenseinkommen ist der einzige Maßstab der steuerlichen
Leistungsfähigkeit
 Besteuert werden letztlich immer nur natürliche Personen und die Tote Hand. Die
Besteuerung von Körperschaften wird in die Besteuerung von natürlichen Personen
einbezogen.
 Die Staatsbürgersteuer erfasst neben den bisher als Einkommen definierten regelmäßig
anfallenden Einkünften auch unregelmäßig und einmalig anfallende Zahlungen.
Freibeträge sind im Tarif integriert. Das erlaubt niedrigere Steuersätze. Das Bürgergeld,

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eine in der Steuertarif integrierte Pro-Kopf-Subvention, auch Grundeinkommen zu
nennen, sichert allen Staatsbürgern das Existenzminimum. Es vereinfacht und bereinigt
die Subventionslandschaft radikal. Es geht also um mehr als um Steuern, es geht auch um
eine grundlegende Änderung des Sozialsystems.
 Der Steuertarif: S = m * X – B, wobei S = Steuerschuld (S>0) bzw. Subvention (S<0) m =
Marginalsteursatz, z.B. 40 % X = Konsum bzw. Vermögen (bein Tode) B = Bürgergeld,
z.B. 750 € pro Monat

Das heutige System der Einkommensteuern und Subventionen ist das Resultat vieler letzlich
untauglicher Versuche, die inneren Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten dieses System
zu beseitigen oder wenigstens abzumildern. Viele Interessenverbände mischen dabei mehr
oder weniger lautstark mit. Inzwischen ist es völlig undurchsichtig und so kompliziert, dass
selbst "Experten" den Überblick verlieren.

Die Staatsbürgersteuer dagegen ist klar, einfach und gerecht. Sie ist

 für den Steuerzahler


o einfach und transparent
o sozial und gerecht
o unbürokratisch und leistungsfördernd
 ist für die Staatsfinanzen
o ergiebig und effizient
o lückenlos und kaum zu umgehen
o sparsam und leicht zu kontrollieren
 für die Volkswirtschaft
o lenkt privates Kapital optimal
o fördert Investition- und Wachstum
o regt zur privaten Vermögensbildung an
 bedeutet für Unternehmen
o Entscheidungen allein nach Wirtschaftlichkeit
o keine Steuerbilanz und keine definitive Gewinnsteuer
o einfacher Zugang zu privatem Kapital
o niedrigere Lohnnebenkosten
 bedeutet für Finanzinstitutionen und Berater
o mehr Unterstützung ihrer Kunden bei der Steuerermittlung
o keine Steuereffekte bei Anlageformen
o veränderte Beratungsschwerpunkte
o mehr Aufsicht und Kontrolle durch Finanzbehörden
 bedeutet für die Politik
o stabilere Steuersätze, keine Steuerkorrekturen mehr
o stärkere Abhängigkeit vom Erfolg der Volkswirtschaft
o Ziele werden besser und sparsamer erreicht
o Existenzminimum für alle Staatsbürger ist gesichert (Arbeitslose, Rentner ...)

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4 für eine Energieversorgung aus 100% erneuerbaren
Energien

4.1 über die Energieversorgung

Energie ist neben Geld und Schaffenskraft die wesentliche Ressource für ein gutes Leben.

Ein gutes Leben für alle in dieser und den kommenden Generationen Bedarf einer Energie,
die mit risikoarm und fehlertolerant hergestellt und für heute und zukünftige Generationen
Bedarf deckend wie umweltverträglich verfügbar ist.

Den größten Einfluss auf eine sinnvolle Nutzung von Energie hat der Einzelne, sei es als
Verbraucher, Haushaltsvorstand oder Entscheider in Organisationen. Jeder Verbraucher
kann Energie sparsam verwenden oder sogar Produktions- und Lebensmodelle wählen, in
denen der gewünschte Wohlstand mit weniger Energieverbrauch als heute einhergeht. Jeder
Güter und Dienste bevorzugen, die energieeffizient erzeugt sind und genutzt werden können
und Wachstums- oder Luxuseffekte die Bemühen um Energieeffizienz nicht wieder zunichte
machen.

Unser Wohlstand ist heute ca. zu 80% von der Nutzung fossiler Energiequellen abhängig, sei
es als Rohstoff für Transport- und Verpackungseinheiten, Konsumgütern und
Produktionsmittel oder als Quelle für Strom und Temperierung.

Die Gewinnung und Verfügbarkeit sowie die Verarbeitung und der Verbrauch fossiler
Energiequellen stellen aber immer größere Herausforderungen dar und zeitigen zunehmend
Nachteile:

1. Die fossilen Energieformen sind begrenzt und stehen uns nur noch wenige
Generationen zur Verfügung.
2. Der Bedarf nach hinreichender und sicherer Energieversorgung führt zu weltweiter
politischer oder wirtschaftlicher Einflussnahme oder Kolonialisierung und damit zur
Einschränkung selbstbestimmter Lebensmodelle.
3. Die Umformung und der Verbrauch fossiler Energie erzeugt CO2, ein Zuviel davon
sorgt für eine weltweite Klimaerwärmung und dessen Folgen beeinträchtigen das
Leben aller Menschen

Ein möglichst schneller vollständiger Ausstieg aus der Nutzung fossiler Ressourcen für die
Energieversorgung ist demnach unausweichlich und notwendig, damit uns der Rest als
Grundstoff für die chemische Industrie erhalten bleibt.

Die atomare Energiegewinnung erschien da zunächst als die Lösung aller Probleme. Deren
Produktion erschien hinreichend wirtschaftlich und von der Uranproduktion wie zur
Endlagerung vertretbar sicher. Atomstrom kann überall ohne CO2-Abfälle und damit
klimafreundlich erzeugt werden, ist unbegrenzt verfügbar und nicht zuletzt liegen Erzeugung
und Verbrauch nahe zusammen und können sich innerhalb einer homogenen politischen
Einflusssphäre befinden.

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 46 von 52 vom 29.05.11
Wie sich heute zeigt ist jedoch die Produktion von Strom mit abgeschriebenen
Atomkraftwerken (AKW) preisgünstig, doch zuvor wurden hohe staatliche Subventionen
gezahlt und die Gesellschaft zudem trägt die Risiken.

4.2 für eine Neuverteilung der Marktanteile

Die größte Aufgabe der Energiewende ist die Neuverteilung der Marktanteile zu organisieren.

... mehr dazu in der nächsten Ausgabe

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5 für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)

5.1 Über unsere Sozialordnung


Wir haben im 19. Jahrhundert den Sozialstaat heutiger Prägung erfunden. Er war entgegen
allen Unkenrufen bezahlbar und lange ein Erfolgsmodell.

Aber bekanntlich kann man auch Gutes noch besser machen. Das wird zur Notwendigkeit
wenn sich die Rahmenbedingungen geändert und die Nachteile eines Systems überhand
nehmen.

Unsere Innovationskraft führt zur weiteren Rationalisierung und das ist gut so. Maschinen
und Computer nehmen uns zunehmend Arbeit ab.

So wie heute Landwirtschaft mit 2-3 % der Bürger uns alle versorgen kann oder eine
Internetbank das klassische Bankgeschäft mit 10 mal weniger Menschen durchführen kann
als eine klassische Bank oder wenn die 300 größten Konzerne der Welt etwa 50% des
Bruttosozialprodukts erzeugen können, aber keine 50% der Menschen dazu benötigen oder
oder oder ... manche sagen, uns geht die Arbeit aus.

60% der Bundesbürger leben heute von Transfereinkommen und jeder fünfte lebt in
prekären Lebensverhältnissen.

Ich sage dagegen, wir bekommen, was unsere Vorfahren wollten: „das wir es mal besser
haben“. Wir müssen nicht mehr lebenslang in einer Stellung verharren, wir müssen, dürfen
und können vielfältiger werden. Das klingt natürlich wie Hohn, wenn man weiß, was
Existenzangst, Ansehensverlust, Bedürftigkeitsprüfung und Arbeitszwang bei den Menschen
anrichten. Das geht nur mit einem neuen Sozialsystem, mit einem Recht auf Einkommen.

Schluss mit dem Paradigma lebenslanger Erwerbsarbeit und dem Bekämpfen von
Arbeitslosigkeit. Stattdessen ohne Versorgungs- und Versagensängste tätig werden.

Nutzen wir die Phasen der Arbeitslosigkeit, genauer gesagt die Zeit ohne
Erwerbseinkommen, für das, was 60% der Mitbürger heute schon tun: In Familien- oder
Projektarbeit tätig sein, in Erholungs-, Genesungs-, Kind- und Altersphasen Kraft schöpfen
oder das Erreichte genießen.

Dazu braucht es aber ein stetes, verlässliches Einkommen aus Erwerbsarbeit, Vermögen und
Transfereinkommen, in wenigstens Existenz- und Teilhabe sichernder Höhe. Nichts anderes
sollen all die Transfersysteme von Kindergeld über Steuer- und Abgabenbefreiungen,
Arbeitslosenleistungen bis Renten erreichen.

Doch mittlerweile haben der Wahn der Einzelfallgerechtigkeit und die Angst vor Missbrauch
teurer, beängstigende Bürokratien geschaffen, die im Fall von Hartz4 auch noch gegen
Grundrechte verstoßen.

Wogegen den Arbeitsplatz- und Vermögen schaffenden immer mehr Freiheiten zugestanden
werden, kommen Arbeits- und Vermögenslose immer mehr unter Druck.

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Der Kulturimpuls „Bedingungsloses Grundeinkommen“, ein Recht auf Einkommen ohne
Bedürftigkeitsprüfung und Arbeitszwang ist die Lösung.

5.2 Kulturimpuls bedingungsloses Grundeinkommen


Der Mindeststandard, den die gemeinschaftliche Vor- und Fürsorge für ein Leben in Würde
zu gewährleisten hat, ist ein die Existenz sicherndes, gesellschaftliche wie kulturelle Teilhabe
ermöglichendes, bedingungsloses Grundeinkommen sowie die Wahrung der Grundrechte
aller Mitbürger und der Menschenrechte und Menschenpflichten aller Mitmenschen.

Dem Recht auf körperliche, geistige und seelische Unversehrtheit ist ein Recht auf
Einkommen und sozialer Teilhabe hinzuzufügen.

Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das bedingungslos jedem Mitglied einer
politischen Gemeinschaft gewährt wird. Es soll

 die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen,


 einen individuellen Rechtsanspruch darstellen,
 ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden,
 keinen Zwang zur Arbeit bedeuten.

Das Grundeinkommen stellt somit eine Form von Mindesteinkommenssicherung dar, die
sich von den üblichen Systemen der Grundsicherung wesentlich unterscheidet. Das
Grundeinkommen wird erstens an Individuen anstelle von Haushalten gezahlt, zweitens
steht es jedem Individuum unabhängig von sonstigen Einkommen zu, und drittens wird es
gezahlt, ohne dass Arbeitsleistung oder Arbeitsbereitschaft verlangt wird.

Die Würde des Menschen und die soziale Gerechtigkeit erfordern eine Absicherung des
Bürgers, falls er nicht in den Lage ist, sich durch seine Erwerbs- oder Vermögenseinkünfte
selbst zu versorgen.

Was ist der Unterschied zwischen Steuern und einem bedingungslosen Grundeinkommen
(BGE)? Steuern sind eine bedingungslos zu zahlende Leistung der Bürger an ihr
Gemeinwesen, damit dieser für den Erhalt und das Gedeihen des Gemeinwohls sorgen möge.

Und das BGE ist wie eine bedingungslos zu zahlende Leistung des Gemeinwesens an den
Bürger, damit diese für Ihren Erhalt und Gedeihen aller sorgen können. Der Pflicht zum
Abgeben wird so das Recht auf Einnehmen hinzugefügt. Ist doch fair, oder?

Und was für staatliche Einnahmen (Steuern) gilt, sollte auch für staatliche Ausgaben
(Transferleistungen) gelten:

 Gleichmäßigkeit der Leistung: Die Bürger sollen Leistungen im Verhältnis zu


Ihrer Würde, Existenz- und Teilhabesicherung bekommen und da in dieser
Hinsicht allen gleich zu tun ist, in gleicher Höhe.
 Bestimmtheit der Leistung: Zahlungstermin, -art und -betrag sollen jedermann
klar und deutlich sein
 Bequemlichkeit der Leistung: Die Leistung soll zu der Zeit und in der Weise
erbracht werden, die dem Bürger am bequemsten ist

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 Wohlfeilheit der Leistung: Die Kosten der Leistungserbringung sollen möglichst
gering sein

Für ein Grundeinkommen werden viele weitere Argumente angeführt:

 Die Autonomie der Bürgerinnen und Bürger (mehr Autonomie für


Unternehmerinnen und Unternehmer durch deren Befreiung von der
Verantwortung als „Arbeitgeber“
 mehr Autonomie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch die
grundsätzliche Verfügbarkeit der Möglichkeit der Nicht-Erwerbstätigkeit bzw.
einer sinnvollen Tätigkeit außerhalb der Erwerbsarbeit
 mehr Autonomie für Eltern durch die größere Einkommensunabhängigkeit usw.)
 die Verteilungsgerechtigkeit, der Anreiz zu größerer Wertschöpfung und
Rationalisierung
 die Flexibilität des Arbeitsmarktes
 die Effizienz des Sozialstaates
 die Wahrung der Würde aller Menschen
 die Beseitigung von Stigmatisierungen vor allem bei den gegenwärtig Arbeitslosen
und Sozialhilfeempfängern
 die Humanisierung der Arbeit
 die Förderung der Bildung
 die Stärkung der Familien
 die Steigerung der Geburtenrate
 die Förderung von Existenzgründungen wie auch von ehrenamtlichen Tätigkeiten
 die Förderung von Kreativitätspotenzialen durch die Möglichkeit der Muße
 und vieles anderes mehr.

Diese guten Gründe für ein Grundeinkommen gelten in jeder Gesellschaftsordnung und bei
Vollbeschäftigung ebenso wie bei Arbeitslosigkeit. Aber es ist das Scheitern aller bisherigen
Versuche zur Lösung des Problems der Massenarbeitslosigkeit, welches in den letzten
Jahrzehnten dazu geführt hat, dass die Grundeinkommensidee quer durch Europa und die
Welt von einer wachsenden Zahl von Bürgerinnen und Bürgern, in der Wissenschaft und in
Organisationen ernst genommen wird.

Es gibt eine große Bandbreite von Modellvorschlägen. Sie unterscheiden sich in der
konkreten Höhe des Grundeinkommens, in den Quellen seiner Finanzierung, in der Art und
Größe der Einsparung anderer Transferzahlungen und in vielen weiteren Einzelheiten.

5.3 Konzeption eines bedingungslosen Grundeinkommens

Ich bin für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 990 Euro monatlich für
Erwachsene und 590 Euro für Kinder, dass in die derzeitigen sozialen Sicherungssysteme
„hineinwächst“ und diese ersetzt bis auf Fälle, bei denen nur mit mehr Einkommen Würde
und gesellschaftliche Teilhabe erreichbar sind. Das Grundeinkommen soll über eine negative
Einkommenssteuer ausgezahlt und durch die Einnahmen aus Konsum- und Substanzsteuern
finanziert werden.

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Jeder Mensch – gleich ob Mann, Frau oder Kind -, der in Deutschland mehr als fünf Jahre
legal seinen Wohnsitz hat, erhält ein Grundeinkommen:

 990 Euro für Erwachsene und 590 Euro für Kinder pro Monat gewährleisten das
sozio-kulturelle Existenzminimum
 Damit kann jeder Mensch in Würde existieren, kann gesellschaftliche Teilhabe
ausüben, sich absichern, sich bilden, erholen und tätig sein
 Für behinderte Menschen und in der Kinder- und Jugendhilfe wird es weiterhin
bedürftigkeitsgeprüfte Leistungen geben müssen
 Das Grundeinkommen soll durch eine negative Einkommensteuer ausgezahlt und
bedingungslos, also auch ohne Arbeitszwang, gewährt werden.
 Das Grundeinkommen soll schrittweise eingeführt werden, zunächst in der Form
einer Mindestrente und einer Kindergrundsicherung.

Dies ist mein Konzept einer neuen Sozialordnung gegründet auf dem Prinzip der Würde des
Menschen und der Verwirklichung der universellen Menschenrechte und Menschenpflichten.

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V.i.S.d.P.: : Herbert Haberl, Beuthstr. 23, 13156 Berlin Seite 51 von 52 vom 29.05.11
6 Quellenangaben

Ich habe im Text immer wieder auf Quellen hingewiesen wenn ich daraus Textteile oder
ganze Abschnitte übernommen habe und wollte so die Urheberschaft kennzeichnen und
wertschätzen. Ich bitte um Hinweise, falls ich vergessen haben sollte, Hinweise anzugeben.

Folgenden Quellen empfehle ich zum vertiefenden Studium

 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte


 Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten
 Weisheit für Unweise von Rupert Lay
 Weltethos von Hans Küng
 Monetative-Initiative
 CRP-Infotec
 Netzwerk Grundeinkommen
 Prof. Binswanger: Wachstumsspirale
 Die Finanztransaktionssteuer
 Wirtschaftskreislauf
 www.grundeinkommen.de
 www.unternimm-die-Zukunft.de
 Johan Galtung
 Heinz-Dieter Smeets – Insolvenz von Staaten

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