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Zusätzliche Lernleistung

im Fach Religion
von Tobias Schürg

Charles
Darwin
Sein Leben und seine Theorie.

ZL Religion 2006 – Charles Darwin – von Tobias Schürg – Seite 1


Inhaltsverzeichnis
1. Biografie..................................................................................................................................3
1.1 Jugend.............................................................................................................................3
1.2 Ausbildung.....................................................................................................................3
1.3 Expedition mit der Beagle..............................................................................................4
1.3.1 wie er dazu kam......................................................................................................4
1.3.2 Die Expedition (1831 bis 1836)..............................................................................4
1.3.3 die Expedition im Detail.........................................................................................5
1.4 Heirat und Kinder...........................................................................................................6
1.5 Tod..................................................................................................................................6
1.6 Nachleben.......................................................................................................................6

2 Darwins Evolutionstheorie.....................................................................................................7
2.1 Anfänge der Theorie.......................................................................................................7
2.2 Die Theorie.....................................................................................................................7
2.2.1 genetische Variabilität (Variation).........................................................................7
2.2.2 Selektion (Auslese).................................................................................................8
2.3 Veröffentlichung seiner Theorie....................................................................................8

3 Entstehung des Lebens...........................................................................................................9


3.1 Nach der Bibel (1. Mose)...............................................................................................9
3.2 Nach der Evolutionstheorie............................................................................................9

4 Reaktionen und Probleme....................................................................................................10


4.1 Kritik und Einwände....................................................................................................10
4.1.1 von Seiten der Kirche bzw. des Glaubenden........................................................10
4.1.2 von Seiten der Wissenschaft.................................................................................10
4.2 das „Intelligent Design“...............................................................................................10
4.2.1 Die Situation in den USA.....................................................................................11
4.3 Missverständnis der Evolutionstheorie........................................................................11

5 andere wichtige Forscher für Darwin...................................................................................11


5.1 Jean-Baptiste de Lamarck (1744 – 1882).....................................................................11
5.2 Thomas Robert Malthus (1766 – 1843).......................................................................12
5.3 Georges Cuvier (1769 – 1832).....................................................................................12
5.4 Alfred Russel Wallace (1823 – 1913)..........................................................................12

6 Eigene Ansicht.....................................................................................................................12
6.1 Umfrage in der Stufe....................................................................................................13

7 Quellenangaben:...................................................................................................................14
7.1 Printmedien..................................................................................................................14
7.2 Filme.............................................................................................................................14
7.3 Internet..........................................................................................................................14

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1. Biografie
1.1 Jugend
Charles Robert Darwin wurde am 12. Februar 1809 als fünftes
von sechs Kindern und zweiter Sohn in The Mount, einem Teil
von Shrewsbury, England geboren. Seine Eltern waren Robert
und Susannah Darwin, seine Großväter der Kunstkeramiker
Josiah Wedgewood und der Naturwissenschaftler Erasmus
Darwin.

1.2 Ausbildung
Von 1818 bis 1825 besuchte Darwin die „Schrewsbury School
for Boys“. Schon dort entwickelte er eine besondere Vorliebe für die Natur.
Im Alter von sechzehn Jahren nahm ihn sein Vater von der Schule, weil er glaubte, dass
sein Sohn dort seine Zeit verschwenden würde. So begann er 1825 ein Medizinstudium
welches er zwei Jahre später (1927) abbrach. Die Vorlesungen Langweilten ihn, die zu
behandelnden Krankheiten widerten ihn an und das Sezieren und die grausamen Zustände
die zu dieser Zeit bei Operationen herrschten - die Narkose war noch nicht erfunden -
fand er abstoßend.
Da sein Vater einsah, dass aus Darwin kein Mediziner werden würde und er sich Sorgen
um die weitere Zukunft seines Sohnes machte schrieb er ihn 1828 in Cambridge für
Theologie ein mit der Hoffnung, dass Charles einmal Pfarrer werden würde. Außerdem
war das Theologiestudium damals eine übliche Laufbahn für einen naturbegeisterten
Menschen.
In Cambridge studierte Darwin zwar gewissenhaft auch die theologische Literatur,
besonders begeisterte ihn aber die Biologie, dessen Vorlesungen er auch regelmäßig
besuchte. Er wurde von Wissenschaftlern wie William Whewell, Adam Sedgwick und
John Stevens Henslow für die Naturwissenschaften, wie z.B. Geologie begeistert.
Professor Henslow war der erste Erwachsene der Darwin wirklich ernst nahm und wurde
zu einem seiner wichtigsten Freunde. Aber auch schon vorher sammelte er gerne Käfer,
eine Leidenschaft, zu der er durch seinen Cousin William Darwin Fox kam. Darwin
beendete sein Studium am Christ College der Universität Cambridge mit dem Examen.

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1.3 Expedition mit der Beagle

1.3.1 wie er dazu kam


Ursprünglich wollte Darwin mit einigen Studienkollegen nach dem Abschluss des
Studiums Madeira besuchen, aber dieser Plan fiel ins Wasser.
Henslow jedoch empfahl ihn als Begleiter für Robert Fitzroy, den Kapitän der HMS
Beagle, die zu einer fünfjährigen Expedition (1831-1836) aufbrechen sollte, um die
Küstenlinie Südamerikas zu kartieren. Vor der Abfahrt verbrachte Darwin noch ein paar
Wochen mit Sedgwick und erforschte Gesteinsschichten in Wales.

1.3.2 Die Expedition (1831 bis 1836)


Am 27. Dezember 1831 stach die Beagle, welche
ursprünglich ein Kriegsschiff der Royal Navy war,
im Hafen von Devonport (England) in See.
Während der fünfjährigen Fahrt teilte Darwin eine
Kabine mit Fitzroy, einem Marineoffizier und
Meteorologen.
Seine Arbeit während der Expedition erlaubte es
ihm, sowohl die geologischen Eigenschaften von
Kontinent und Inseln wie auch eine Vielzahl von
Lebewesen und Fossilien zu untersuchen. Auf der Reise besuchte er die Kapverdischen
Inseln, die Falklandinsel, die südamerikanische Küste, die Galápagos-Inseln und
Australien und sammelte eine große Zahl von Proben. Die Fragen zu Flora und Fauna der
besuchten Gebiete, die Darwin sich während der Fahrt stellte, waren der Ausgangspunkt
für die Evolutionstheorie, die ihn später weltberühmt machen sollte.
Am 2. Oktober 1836 endet die Weltreise in Falmouth.

Die Stationen von Charles Darwins Weltumsegelung an Bord der HMS Beagle.

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1.3.3 die Expedition im Detail

● Dezember 1831 - Beginn der Expedition, Abfahrt von Plymouth


● Schwere See im Golf von Biskaya - Darwin ist seekrank
● Wegen ungünstiger Strömungen keine Landung auf Madeira möglich
● Wegen Befürchtung der Inselbevölkerung, dass eine Krankheit aus England
eingeschleppt werden könnte, keine Landung auf Teneriffa möglich
● Atlantik- und Äquatorüberquerung nach Brasilien über Kapverde-Inseln
● Februar 1832 - Landung im brasilianischen Bahia (Salvador), wo Darwin
Pflanzenproben sammelt und erstmals mit der Sklaverei in Berührung kommt
● Weiter nach Rio de Janeiro, wo Darwin zwei Monate lang die Natur beobachtet. Er
fängt 86 Käfer an einem Tag!
● Nächste Station ist die Insel Tierra del Fuego, wo drei Einheimische und ein
christlicher Missionar zurückbleiben, um mit den Bewohnern zu arbeiten
● Auf den Falkland-Inseln beobachtet Darwin winzige, primitive Meerestierchen von
pflanzenartiger Beschaffenheit
● Juni 1834 - Die "Beagle" umrundet die Südspitze Südamerikas durch die stürmische
Magellanstraße
● Weiter zur Insel Chiloe und der Inselgruppe Chonos, wo Darwin tätige Vulkane
beobachtet
● Februar 1835 - In Valdivia erlebt Darwin ein Erdbeben und besucht die durch das
Beben fast vollständig zerstörte Stadt Concepcion
● September 1835 - Die "Beagle" läuft die Galapagos-Inseln an, wo Darwin das
interessanteste Material für seine Studien vorfindet, die nur auf dieser Inselgruppe
vorkommenden Finken
● Januar 1836 - Die Expedition kommt in Australien an
● April 1836 - Darwin untersucht ein Atoll (ein Korallenriff um eine Lagune) auf den
Keeling- und Kokosinseln
● Die Expedition umrundet die Südspitze Afrikas, das stürmische Kap der Guten
Hoffnung, und überquert den Atlantik, um weitere Studien in Brasilien zu betreiben
● Oktober 1836 - Die "Beagle" kommt in Falmouth an.

Von seiner Reise brachte er 770 Seiten Tagebucheinträge, 2000 Seiten Notizen, 1500
in Spiritus eingelegte Tiere sowie 4000 etikettierte Häute und Knochen.

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1.4 Heirat und Kinder
Im Jahr 1939 heiratet er seine Kusine Emma Wedgewood, mit welcher er insgesamt 10
Kinder hatte, von denen 3 bereits früh starben.
Den Kindern ließ er große Freiheit. Sie durften herumtoben und hingehen, wo sie
wollten, was damals sehr ungewöhnlich war. Die Mädchen lernten zu Hause Geographie,
Musik, Singen und Fremdsprachen, aber keine Mathematik oder andere
naturwissenschaftlichen Fächer, außer ein wenig Pflanzenkunde. Die Jungen erhielten
zuerst Unterricht von einem Lehrer und besuchten dann, bevor sie zu weiterführenden
staatlichen Schulen wechselten, eine kleine Privatschule in Surrey.
Von 1839 bis 1842 lebte er mit seiner Frau in London. Dann zog er auf einen Landsitz
in Down, wo er bis zu seinem Tod blieb.

1.5 Tod
Charles Darwin starb am 19. April 1882 im Alter von 73 Jahren in Downe und wurde am
26. April in der Westminster Abbey bestattet.

1.6 Nachleben
Im Jahr 2000 wurde sein Bild auf die britische 10-Pfund-Note gedruckt und ersetzte
damit Charles Dickens. Ein Grund soll gewesen sein, dass Darwins Bart nur schwer zu
fälschen ist.

Im Jahr 1950 erklärte Papst Pius XII, dass Darwins Theorie eine „ernstzunehmende
Hypothese“ sei.
1996 erklärt Papst Johannes Paul II, die Evolutionstheorie sei „mehr als eine Hypothese“
und sieht sie im Einklang mit der Schöpfungsgeschichte.

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2 Darwins Evolutionstheorie
2.1 Anfänge der Theorie
Nach seiner Weltreise begann Darwin die gesammelten Proben zu analysieren und
stellte Ähnlichkeiten zwischen Fossilien und noch lebenden Tieren in der gleichen
Region fest. Auch fiel ihm auf, dass sich Tiere einer Art auf den verschiedenen Inseln
nur in bestimmten Punkten unterschieden, sich im Großen uns Ganzen aber recht
ähnlich waren.
Ein Beispiel dafür sind die Galápagos-Finken, auch Darwin-Finken genannt, oder
Galapagos Schildkröten welche Darwin auf den Galápagos Inseln (Inselgruppe im
Pazifischen Ozean) entdeckte.
Darwin ging davon aus, dass z.B. all die verschiedenen Schildkrötenarten von einer
einzigen Art abstammten und sich an die unterschiedlichen Lebensbedingungen der
verschiedenen Inseln angepasst hatten. So hatte sich bei ihnen unter anderem die Form
des Rückenpanzers anders entwickelt. Auch die Finken hatten sich optimal an ihre
Lebensweisen und -räume angepasst. Ihre Farben unterscheiden sich ebenso wie die
Formen ihrer Schnäbel, die dem Verzehr von Beeren, Insekten oder dem Stochern in
Baumrinden angepasst sind.

2.2 Die Theorie


die Theorie beschreibt zwei Schritte:

2.2.1 genetische Variabilität (Variation)


Aus seinen Analysen heraus entwickelte er die Theorie, dass die Welt nicht
unveränderlich ist sondern einem kontinuierlichen Veränderungsprozess unterliegt,
welcher allmählich und nicht in großen Sprüngen erfolgt. Des weiteren folgerte er,
dass alle Organismen eine gemeinsame Abstammung haben und sich über einen
langen Zeitraum zu dem entwickelt haben, was sie jetzt sind.
Da die Mendelschen Regeln noch nicht allgemein bekannt waren und die Kenntnisse
über Chromosomen erst viel später gewonnen wurden ging Darwin, wie allgemein im
19. Jahrhundert von der Pangenesistheorie aus, bei der die Vererbung von
Modifikationen angenommen wird.
Heute weiß man durch Mutation, eine rein zufällige Veränderung des Erbguts, und
Rekombination, der individuellen Zusammenstellung der Geninformationen, werden
neue Gene mit neuen Eigenschaften erzeugt. Dies ist ein völlig zufälliger Prozess.

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2.2.2 Selektion (Auslese)
Weiter fiel ihm auf, dass alle Arten eine solche Fruchtbarkeit besitzen, dass ihre
Populationsgröße exponentiell anwachsen würde, es also zur Überproduktion kommen
müsste, wenn alle Individuen sich erfolgreich fortpflanzen würden. Da eine Population
normalerweise weitgehend stabil ist folgerte er, dass jedes Lebewesen in einem
stetigen Wettstreit mit anderen Individuen stehe.
Dieser „Kampf ums Dasein“ wird durch die zufällige Veränderungen der Arten
entschieden. Die am besten angepassten Individuen zeugen am meisten Nachkommen
und verdrängen dadurch die schlechter angepassten. Kampf meint in den wenigsten
Fällen eine beschädigende Auseinandersetzung, sondern die Fähigkeit mit den
Lebensbedingungen besser zurecht zu kommen.
Dieses Prinzip wird als „survival of the fittest“ (Herbert Spencer) bezeichnet, was zu
Deutsch als „Überleben des besser angepassten“ und nicht unbedingt als „Überleben
des Stärkeren“ zu übersetzen ist.
Im Verlauf der Generationen führt diese Auslese zur Abänderung der Population und
Erzeugung neuer Arten. => Evolution
Durch räumliche Barrieren wie Wasserflächen oder Gebirge zwischen verschiedenen
Populationen entwickeln sich diese zu anderen nicht mehr untereinander
fortpflanzungsfähigen Arten.

2.3 Veröffentlichung seiner Theorie


Bereits 1842 schrieb er seine Theorie in einem kurzen Entwurf nieder, welchen er bis
1844 immer weiter ausformulierte. Zwischen 1844 und 1858 modifizierte er seine
Theorien mehrfach, ohne sie jedoch zu veröffentlichen. Mit der Veröffentlichung
wartete er fast 20 Jahre, da er sich den Konsequenzen seiner Theorie bewusst war und
die Zeit nutzte, Argumente für und gegen seine Theorie zu finden, um diese standhaft
zu machen.

Erst am 1. Juli 1858 wurde Darwins Schrift über den Ursprung der Arten durch Mittel
der natürlichen Selektion oder die „Erhaltung bevorzugter Rassen im Kampf um das
Leben“ vor der Königlichen Linné-Gesellschaft verlesen und ein Jahr später
veröffentlicht. Es erregte so viel Interesse, dass die Bestände des Verlags noch am
ersten Tag komplett verkauft wurden.

In seinem späteren, zweiten Hauptwerk “Die Abstammung des Menschen und die
geschlechtliche Zuchtwahl” von 1871 wandte Darwin seine Evolutionstheorie zum
Teil auf den Menschen an.

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3 Entstehung des Lebens
3.1 Nach der Bibel (1. Mose)
Die Schöpfungsgeschichte im 1. Buch Mose der Bibel besteht aus zwei
komplementären Versionen des Schöpfungsgeschichte.
Die erste Erzählung (1. Mose 1,1 -2,4a) befasst sich hauptsächlich mit der Entstehung
des Universums, der Mensch wird nur am Rande erwähnt. Hier erschafft Gott die Welt
durch sein Wort innerhalb sieben Tagen.
Der Mensch wird erst nach den Tieren erschaffen.
In der zweite Erzählung ( 1. Mose 2,4b – 25) wird zuerst der Mensch, Adam,
geschaffen. Danach lässt Gott Pflanzen wachsen und formt aus Erde die Tiere und
Vögel. Danach wird die Frau aus einer Rippe Adams geschaffen.

3.2 Nach der Evolutionstheorie


Laut Darwins Evolutionstheorie hat sich alles Leben aus einem einzigen kleinen
Organismus entwickelt. Dieser Ur-Organismus war Ergebnis des Urknalls und hat sich
selbst durch Zufall über einzelne Atome aus Molekülen und schließlich zu einer
sinnvollen Anordnung von Zellen entwickelt. Zuerst entwickelten sich daraus die
Fische. Später, im Laufe der Zeit waren die Fische aufgrund von diverser Faktoren
wie der Änderung des Salzgehalts und der steigenden Zahl an Feinden gezwungen an
Land zu gehen. So haben sich bei ihnen mit der Zeit Extremitäten ausgebildet und die
Fische wurden über Amphibien zu Landlebewesen. Einige entwickelten sich nun
Weiter zu Vögeln und bevölkerten die Luft, andere entwickelten sich aufgrund des
Platzmangels an Land wieder zu Wasserlebewesen.

Weiter habe sich der Mensch aus dem Affen heraus zu dem entwickelt, was er ist, da
der Affe das Tier mit den meisten Ähnlichkeiten zum Menschen sei.

Hier sei nochmals wiederholt, dass die Evolution ein langsam fortschreitender Prozess
ist. Aus diesem Grund stellte sich auch schon Darwin die Frage, ob das Alter der Erde
für eine Evolution nach seinen Theorien ausreiche. Er schätzte das Alter der Erde auf
300 Millionen Jahre. Die Wissenschaft geht heute von einem Erdalter von 4,55
Milliarden Jahren aus, wogegen Theologen das Alter der Erde auf etwa 6000 Jahre
schätzen.

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4 Reaktionen und Probleme
4.1 Kritik und Einwände
Darwin erntete für seine Thesen nicht nur großes Interesse sondern auch viel Kritik.

4.1.1 von Seiten der Kirche bzw. des Glaubenden


Hauptkritikpunkt der Kirche war und ist, dass die Evolutionstheorie nicht dem
Schöpfungsgeschichte der Bibel entspricht.
Daraus folgt die Konsequenz, dass wenn die Schöpfungsgeschichte angezweifelt werden
kann auch die Existenz der Schöpfers nicht sicher ist. Dies würde weiter bedeuten, dass
es keinen Gott gibt und das Dasein somit keinen tieferen Sinn hat. Gesteigert wird dieses
Gefühl des Entsetzens dadurch, dass der Mensch selbst „nur“ vom Affen abstammt.
Darwin selbst fand diesen Gedanken so beunruhigend, dass er die Veröffentlichung
seiner Theorie mit der Beichte eines Mordes verglich.
Schließlich veröffentlicht er seine Theorie doch, da er den wissenschaftlichen Beweisen
mehr vertraute als seinem Glauben.

4.1.2 von Seiten der Wissenschaft


Auch von Seiten der Wissenschaft stammen einige Einwände, welche jedoch nicht
zwangsläufig die ganze Evolutionstheorie in Frage stellen.
Eine Schwäche in der Evolutionstheorie sind fehlende Zwischenstadien, welche als
„Missing-Links“ bezeichnet werden. Diese wurden weitgehend noch nicht gefunden und
falls doch, sind sie oftmals sehr umstritten.
In diesem Zusammenhang ist es auch fraglich wie der Schritt vom Vor-Mensch zum
eigentlichen Menschen mit Geist, Seele und Gewissen verlief. Denn ein „bisschen“
Mensch geht genau so wenig wie ein „bisschen“ schwanger.
Weiter fordern auch sehr viele Wissenschaftler eine „ordnende Kraft“, da es
mathematisch fast unmöglich ist, dass sich allein durch Zufall ein solch komplexes
Systeme wie der Mensch entwickelt.
Viele Wissenschaftler forderten eine Erklärung, welche aber zu Beginn des 20.
Jahrhunderts mit Hilfe der modernen Genetik geliefert wurden.

4.2 das „Intelligent Design“


„Intelligent Design“ ist eine Form von Kreationismus. Kreationisten sind im allgemein
Gegner der Evolutionstheorie und glauben an die Erschaffung der Welt genau so wie sie
in Schöpfungsgeschichte beschrieben ist.
Das „Intelligent Design“ ersetzt Gott durch einen „intelligenten Schöpfer“ und will als
Wissenschaft betrachtet werden. Jedoch wird ihr vorgeworfen, dass sie alles erklären
will, aber auf Fragen keine Antwort liefert, da alles übernatürlich ist.
Gefundene Fossilien werden als Zeugen der Sintflut angesehen.

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4.2.1 Die Situation in den USA
Während man bei uns im Unterricht die Evolutionstheorie und somit auch die
Abstammung vom Affen nur gelegentlich streift und als Tatsache hingestellt
bekommt, ist man sich in den USA überhaupt nicht einig, was zu lehren ist.
Auf Grund der Trennung von Kirche und Staat wird die Schöpfungslehre 1987 vom
Unterricht verbannt. Darauf bildet sich die Lehre des Intelligent Design welche die
Evolutionstheorie als Lüge darstellt. Somit werden 1995 alle Schulbücher mit einem
Aufkleber gekennzeichnet, dass die Evolutionstheorie eine umstrittene Theorie ist und
nicht als Tatsache angesehen werden darf. 1999 wird den Lehrern verboten Urknall
und Schöpfung in Prüfungen zu behandeln.
Obwohl Präsident Buch im August 2005 sagte, dass beide Ansichten gleich
unterrichtet werden sollen wird in Dover der Klage von elf Eltern gegen die
Schulleitung stattgegeben „Intelligent Design“ vom Unterricht auszuschließen da die
Biostunde zum Religionsunterricht wurde.

4.3 Missverständnis der Evolutionstheorie


Vor allem im 19. Jahrhundert wurden Darwins Prinzipien des Überlebenskampfes auf die
Gesellschaft übertragen, man spricht hier vom so genannten Sozialdarwinismus. Dabei
wurde der Begriff der besten Anpassung als die Überlegenheit des Stärkeren betrachtet
und der Kampf ums Dasein als gewalttätiger Krieg ums Überleben verstanden.
So gab es die Meinung, dass in einer Zivilisation die natürliche Selektion nicht mehr
funktionieren würde und die überlegene „Menschenrasse“ Gegenmaßnahmen gegen die
unterlegene, welche normalerweise durch den natürlichen Lauf der Dinge ausgefiltert
werden würde, unternehmen müsse.
Diese Sichtweise wurde unter anderem von Hitler benutzt, um die Judenverfolgung zu
rechtfertigen.
Da Darwin seine Vorstellungen mit dem sich damals entwickelnden Sozialdarwinismus
auch auf soziale Konflikte übertragen sah, versuchte er sich davon in einigen Spätwerken
zu distanzieren. So betont er in „Descent of Man“:
Moralische Fähigkeiten sind höher einzustufen als intellektuelle. Moralische
Eigenschaften erleben einen direkten oder indirekten Fortschritt weit mehr durch das
Einwirken von Gewohnheit, Vernunft, Anleitung, Religion etc. denn durch die
natürliche Auslese.

5 andere wichtige Forscher für Darwin


5.1 Jean-Baptiste de Lamarck (1744 – 1882)
In seiner „Philosophie zoologique“ erklärt Jean-Baptiste de Lamarck, dass Tier und
Pflanzenarten veränderlich sind. Gebrauch oder nicht Gebrauch von Organen soll kleine
Umwandlungen bewirken, die weitervererbt werden. Ständiges Hochrecken des Kopfes
hätte demnach der Giraffe über Generationen einen langen Hals beschert.
Darwins Evolutionstheorie wurde durch Lamarck beeinflusst.

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5.2 Thomas Robert Malthus (1766 – 1843)
Malthus ging davon aus, dass das Bevölkerungswachstum exponentiell steige, die
Nahrungsmittelproduktion in derselben Zeit aber nur linear. Diese Tatsache hat er mittels
mathematischen Überlegungen zeigen können.
Diese Entdeckung beeinflusste Darwin besonders bei seiner Selektionstheorie.

5.3 Georges Cuvier (1769 – 1832)


Entwickelte die Katastrophentheorie welche besagte, das die Vielfalt der Lebewesen auf
Katastrophen und deren jeweils nachfolgender Neuschöpfung beruhe.
Diese Sicht der Dinge war zu Darwins Zeiten allgemein anerkannt.

5.4 Alfred Russel Wallace (1823 – 1913)


Entwickelte unabhängig aber trotzdem gleichzeitig eine ähnlich Evolutionstheorie wie
Darwin. Wallace gilt als Wegbegleiter der Abstammungslehre. Er hatte ab etwa 1850
einen lebenslangen Briefwechsel mit Charles Darwin.

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6 Quellenangaben:

6.1 Printmedien
● Die Bibel
● Der Spiegel (Nr. 52, 24.12.2005) – Gott gegen Darwin
● Vittorio Hösle & Christian Illies: Darwin
ISBN: 3-451-04760-8

6.2 Filme
● Joachim Bublath - Evolution, die große Lüge ? (ZDF, 9.6.2004)
● BBC Exklusiv: Gott gegen Darwin (Vox, 13.04.2005)

6.3 Internet
● http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Darwin
● http://www.westga.edu/~chem/courses/xids/lectures/Darwin/sld001.htm
(und folgende Seiten)
● http://www.brunette.brucity.be/PEGASE/DARWIN/dedarwin.htm
(und folgende Seiten)
● http://www.rasscass.com/templ/te_bio.php?PID=479&RID=1
● http://de.wikipedia.org/wiki/HMS_Beagle
● http://home.tiscalinet.ch/biografien/biografien/darwin.htm
● http://de.wikipedia.org/wiki/Selektion_(Evolution)
● http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Russel_Wallace
● http://www.geocities.com/CollegePark/Cafeteria/4537/Kurzzeitkreationismus.htm
● http://de.wikipedia.org/wiki/Kreationismus
● http://evolution.berkeley.edu/

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