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Impressum:

Autoren:
Thorben Prenzel, Miriam Barnat

Dieses Handbuch basiert auf einer Zusammenfassung der beiden Aktiv-gegen-Lärm-


Studien
„Was Umweltgruppen und Lärmbetroffene vor Ort gegen Verkehrslärm tun können“
von Helmar Pless sowie
„Handlungsmöglichkeiten von kommunalen Entscheidungsträgern, Verbänden,
Initiativen und Bürgerinnen und Bürgern“ von Joy Hensel und Brigitte Martin

Email: laerm@bund.net

Auftraggeber:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V (BUND)
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin
Telefon: 0 30/2 75 86-0
www.bund.net/verkehr
V.i.S.d.P.: Dr. Norbert Franck
Mai 2004

Das Handbuch wurde finanziell vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundes-


amt gefördert. Die Förderer übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauig-
keit und Vollständigkeit der Angaben sowie für die Beachtung privater Rechte Dritter. Die
geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der Förderer überein-
stimmen
Lärm geht uns alle an: Lauter Verkehr belästigt viele Menschen Tag für Tag. Wie kann
ich gegen den Straßenlärm vor meiner Haustür vorgehen? Der Flughafen in meiner Nähe
soll ausgebaut werden, wie kann ich einen effektiven Lärmschutz erreichen? Wie kann
ich den Lärm messen, der durch vorbei fahrende Züge erzeugt wird? In unserer Reihe
Aktiv gegen Lärm geben wir die Antworten: Wir liefern Infomaterial und Aktionshilfen.

Strategisches Vorgehen gegen Verkehrslärmprobleme:


BUND-
Handlungsanleitungen
Warum ist es laut? Problemdefinition

Welche Maßnahmen • Hinweise zum Schutz


kommen in Betracht, den Informationsbeschaffung gegen Schienenlärm
Lärm zu reduzieren? • Aktiv gegen Lärm:
Handlungsanleitung gegen
Straßenlärm
Welche Maßnahme Zieldefinition • Aktiv gegen Lärm:
möchte ich durchsetzen? Handlungsanleitungen
gegen Fluglärm

Was kann ich tun, damit Öffentlichkeitsarbeit: • Tipps und Tricks für eine
• Politiker erfolgreiche Lobbyarbeit
diese Maßnahmen
durchgeführt werden? • Verwaltung • Tipps und Tricks für eine
• Menschen vor Ort effektive Pressearbeit

Erfolg

Der BUND engagiert sich gegen Lärm: Mit unserem von Bundesumweltministerium und
Umweltbundesamt geförderten Projekt Umwelt und Gesundheit im Bereich Lärm zeigen
wir Möglichkeiten für einen effektiven Lärmschutz vor Ort auf. Unser Ziel ist es, Umwelt-
gruppen und Bürgerinitiativen bei ihrer Arbeit für mehr Lärmschutz effektiv zu unterstüt-
zen. Parallel sind wir auf Bundesebene aktiv, um Bewegung in die politische (Lärm-) A-
rena zu bringen.

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Um mehr über das Projekt Umwelt und Gesundheit im Bereich Lärm und über das Thema
Lärm zu erfahren, besuchen Sie uns im Internet: www.bundgegenlaerm.de
Inhalt:
Einleitung: Wie Sie dieses Buch lesen können..............................................1
I Einführung in das Thema Lärm ...................................................................3
Was ist wie laut? .................................................................................................. 3
Lärm und Gesundheit .......................................................................................... 3
Akustische Grundbegriffe ................................................................................... 4
Wertminderung von Grundstücken ................................................................... 5
II Was man gegen Lärm tun kann .................................................................6
1. Maßnahmen, für die bauliche Veränderungen vorgenommen werden
müssen................................................................................................................... 6
Schallschutzwände und –wälle /Tunnel........................................................ 6
Schallschutzfenster/ Fassadenmaterialien..................................................... 7
Lärmmindernde Fahrbahnbeläge.................................................................... 7
Was kann ich tun? ........................................................................................... 9
Best Practice .................................................................................................... 12
Checkliste:........................................................................................................ 12
2 Verlangsamung des Verkehrs........................................................................ 14
Was kann ich tun? ......................................................................................... 16
Best Practice .................................................................................................... 19
Checkliste:........................................................................................................ 19
3 Verstetigung .................................................................................................... 20
Was kann ich tun? ......................................................................................... 20
Best Practice .................................................................................................... 20
Checkliste:........................................................................................................ 21
4 Verlagerung von Verkehr .............................................................................. 22
Was kann ich tun? ......................................................................................... 23
Best Practice .................................................................................................... 23
Checkliste:........................................................................................................ 23
5 Lärmminderungsplanung............................................................................... 24
Lärmminderungsplanung nach § 47a.......................................................... 24
Lärmminderungsplanung nach der EU-Richtlinie ..................................... 25
Was kann ich tun? ......................................................................................... 27
Best Practice .................................................................................................... 28
Checkliste......................................................................................................... 29
6 Geräuschminderung am Fahrzeug................................................................ 30
Geräuscharme Fahrzeuge............................................................................... 30
Reifen ............................................................................................................... 30
Was kann ich tun? ......................................................................................... 31
III Was die Kommune sonst noch tun kann:...............................................32
Bauleitplanung / Stadtentwicklung................................................................. 32
Verknüpfung mit Luftreinhalteplänen ............................................................ 35
Förderung von Fußverkehr ............................................................................... 37
Förderung Fahrradverkehr ................................................................................ 38
Förderung öffentlicher Nahverkehr ................................................................. 38
Güterverkehrsmanagement ............................................................................... 39
Parkraummanagement ...................................................................................... 40
Ansprechpartner anbieten................................................................................. 40
Leitbild: die Ruhige Kommune......................................................................... 41
Mediation ............................................................................................................ 42
Anhang ..............................................................................43
A Best Practice Lärmminderungsplanung ...................................................... 43
B Rechtsquellen .................................................................................................. 47
Bundesimmissionsschutzgesetz .................................................................... 47
Verkehrslärmverordnung (16. BimSchV Auszüge) .................................... 49
Verkehrswege-Schallschutzmaßnahmenverordnung – 24. BImSchV ..... 50
Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)................................................................. 51
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ......................................... 53
DIN 18005 – Schallschutz im Städtebau (Auszug) .................................... 54
Umweltinformationsgesetz – UIG (Auszug) ................................................ 55
Umweltinformationskostenverordnung - UIGKostV (Auszug) ................. 55
C Musteranträge ................................................................................................. 57
Musterantrag auf Auskunft nach dem Umweltinformationsgesetz ........ 57
Musterantrag auf verkehrsbeschränkende Maßnahnahmen..................... 58
Musterschreiben zur Durchsetzung eines Lärmminderungsplanes .......... 61
D Wie ermittle ich Lärm? .................................................................................. 62
E Hinweise Ermittlung Durchschnittliche Täglichen Verkehrsstärke ......... 63
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Zur besseren Orientierung möchten wir Ihnen kurz den grundsätzlichen Aufbau dieses
Handbuches erläutern. Nehmen Sie sich die Zeit – es hilft Ihnen, sich einen Überblick zu
verschaffen. Um Herauszufinden, welche Maßnahmen für Sie in Frage kommen, müssen
Sie das Handbuch nicht von Anfang bis zum Ende durchlesen. Jedes Kapitel ist so konzi-
piert, dass Sie es auch einzeln lesen können.

Zum Aufbau:

Im ersten Kapitel finden Sie eine kurze Einführung in die Grundbegriffe der Akustik. Die-
se „Fachwörter“ benötigen Sie, wenn Sie ihr Anliegen Verwaltungen und Politikern ver-
mitteln wollen.

Das zweite Kapitel bietet verschiedene Hilfestellungen für das Engagement gegen Lärm.
Sie finden dort unter anderem Handlungsanleitungen, Musterformulare, Fallbeispiele
(Best Practices), Checklisten, etc. In jedem Abschnitt haben wir für Sie Hinweise einge-
rahmt, wo Sie weitere Informationen finden können. Mehr siehe unten.

Im dritten und letzten Kapitel werden Maßnahmen beschrieben, die darüber hinaus von
der Kommune durchgeführt werden können. Auf diese können Sie als Bürger nur lang-
fristig Einfluss nehmen. Dazu gehören z.B. die Bauleitplanung, die Förderung von Rad-
und Fußverkehr, Güterverkehrsmanagement und die Einrichtung eines geeigneten An-
sprechpartners für das Thema Lärm. Gerade diese Maßnahmen sind für die zukünftige
Entwicklung des Lärmproblems wichtig. Da dieses Handbuch einen umfassenden Über-
blick über die Handlungsmöglichkeiten gegen Lärm geben will, dürfen sie nicht fehlen.
Als Argumente oder Anregungen im Gespräch mit der Verwaltung sind sie auch für Bür-
ger sehr nützlich.

Was kann ich gegen Lärm tun? Das zweite Kapitel:

Wie oben beschrieben finden Sie im zweiten Teil dieses Handbuchs Möglichkeiten, Lärm
zu verringern oder zu vermeiden. Zur Orientierung hier ein Überblick über die einzelnen
Begriffe:

Einerseits besteht die Möglichkeit bauliche Maßnahmen vorzunehmen, um Lärmeinwir-


kungen (Immissionen) in den Wohnraum zu verringern. Schallschutzwände und lärm-
mindernder Fahrbahnbelag sind Maßnahmen an den Verkehrswegen, man nennt sie da-
her aktive Lärmschutzmaßnahmen. Schallschutzfenster sind eine weitere Möglichkeit,
das Eindringen des Lärms in den Innenraum zu verhindern. Sie gehören zu der Gruppe
der passiven Lärmschutzmaßnahmen, wie alle Verbesserungen an Gebäuden. Was diese
Maßnahmen kosten und ihren Nutzen finden Sie unter Punkt 1: „bauliche Veränderun-
gen“.

Geschwindigkeitsbeschränkungen, Tempo 30 Zonen und Verringerung der Fahrbahnflä-


che durch Parkplätze in der Stadt führen ebenfalls zu einer Minderung des Lärms. Man
fasst diese Maßnahmen unter dem Oberbegriff ‚Verlangsamung’ zusammen. Informatio-
nen hierzu unter Punkt 2: „Verlangsamung“.

Wenn der Verkehr verstetigt wird, wenn man also versucht, das Beschleunigen und Ab-
bremsen zu vermeiden, wirkt sich das ebenfalls positiv auf den Lärmpegel aus. Mittel
hierfür sind Kreisverkehre oder z.B. einstellbare Tempolimits. Punkt 3: „Verstetigung“.

Verlagerung von Verkehr ist eine weitere Möglichkeit, besonders befahrene und damit
laute Straßen zu entlasten. Insbesondere der LKW-Verkehr lässt sich durch (zeitlich be-
schränkte) Fahrverbote umlenken. Wichtig ist es darauf zu achten, eventuelle Schleich-
wege zu vermeiden und nicht anderen Bürgern die Last aufzuerlegen. Lesen Sie mehr
dazu im Punkt 4: „Verlagerung“.

Die Lärmminderungsplanung ist Gegenstand des fünften Abschnitts. Sie ist ein umfas-
sendes Planungsinstrument, das allen Kommunen zur Verfügung steht. Im Rahmen der
Lärmminderungsplanung werden besonders laute Orte in der Kommune identifiziert. Ein
Aktionsplan soll dazu führen, dass diese Orte leiser werden, ohne dabei die Probleme le-
diglich an einen anderen Ort zu verschieben. Hier können Sie mehr darüber lesen und
warum Sie als Bürger an dieser Planung teilnehmen sollen. Punkt 5: „Lärminderungspla-
nung“.

Im letzten Abschnitt des zweiten Teils finden Sie Informationen zu lärmarmen Fahrzeu-
gen. Dazu gehören Vorschriften, Tipps zum Einkauf und Hinweise zu Reifen. Die Reifen
spielen bei der Lärmentwicklung ab einer Geschwindigkeit von ca. 35 Km/h eine wichti-
gere Rolle als der Motor. Punkt 6: „Geräuschminderung am Fahrzeug“.

Wir hoffen, dass diese Fülle von Information Ihnen bei ihrer Arbeit weiterhilft. Denken
Sie daran, der Kampf gegen Lärm ist nicht einfach, aber er lohnt sich.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir in dem folgenden Text weitestge-
hend die männliche Form, gemeint sind selbstverständlich immer Personen beiderlei Ge-
schlechts. Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg bei Ihrem Kampf gegen Lärm wünscht
Ihnen das Lärmteam des BUND.
sollten ca. 30 dB (A) vorherrschen, um
) $ *+ " , " ungestört zu schlafen

Durch die logarithmische Einteilung der Dauerbelastungen von mehr als 60 dB


dB-Skala verursachen zwei gleichlaute (A) tagsüber gelten als gesundheitlich
Schallquellen zusammen immer genau 3 beeinträchtigend. Durch Lärm steigen die
dB mehr Lärm als eine von beiden allein. Risiken für Krankheiten des Herz/-
Eine (theoretische) Zusammenlegung Kreislauf-, Magen/-Darm- und Immunsys-
zweier gleich stark befahrener Straßen tems. Schon bei Pegeln über 45 dB (A)
mit Einzelpegeln von jeweils 65 dB (A) nachts lassen sich Änderungen der
auf eine gemeinsame Trasse ergibt dem- Schlafstadien feststellen.
nach einen Gesamtpegel von 68 dB (A).
Eine solche Pegeländerung von 3 dB Besonderen Belastungen ist das Gehör
wird von einem Menschen deutlich ausgesetzt. Ab 80-85 dB (A) Mittelungs-
wahrgenommen. pegel wird das Hörvermögen gemindert.

Gehörschädigung auch bei kurzzeitiger Einwirkung möglich

militärische Tiefflüge
Diskothek, Presslufthammer (Arbeitsplatz)

Lkw im Stadtverkehr *
Pkw im Stadtverkehr * * Vorbeifahrtpegel in 7,5 m Abstand

Motorrasenmäher (am Arbeitsplatz)


normale Unterhaltung
Leerlaufgeräusch in 7,5 m Abstand (Pkw-Ottomotor)
üblicher Hintergrundschall im Hause
ruhiges Zimmer

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 110 120 130 140


dB(A)

Ein Unterschied von 1 dB (A) liegt an der Wer kennt nicht das taube Gefühl in den
Schwelle der Wahrnehmbarkeit. Erst eine Ohren nach einem Disko- oder Konzert-
Zu- bzw. Abnahme um 10 dB(A) wird als besuch. Im schlimmsten Fall kommt es
Verdoppelung bzw. Halbierung der Laut- zu einem Tinnitus (dauerhaftes Ohrge-
stärke wahrgenommen. räusch). Wiederholte und lang andauern-
de hohe Lärmpegel können Schwerhörig-
Straßenverkehrslärm an einer Straße mit keit bewirken. Vorübergehende Taubheit
über 45 dB (A) Außenpegel nachts lässt kann besonders bei plötzlichen, sehr lau-
Menschen bei geöffnetem Fenster nicht ten Geräuschen, wie z.B. Pistolenschüsse
mehr in Ruhe schlafen. Bei mehr als 60 oder Knallkörper in unmittelbarer Nähe
dB (A) Außenpegel tagsüber und geöff- auftreten.
netem Fenster kann man sich nicht mehr
vernünftig unterhalten. Im Innenraum
Fluglärmgesetz. Hier wird noch der Pa-
rameter q = 4 verwendet (Leq4). Bei der
Schallpegel Bewertung mit Hilfe des Leq ist zu beach-
ten, das die vom Menschen unterschied-
Beim Schall handelt es sich um Luft- lich empfundenen Eigenschaften von
druckschwankungen, die in der physika- Geräuschen dabei nicht berücksichtigt
lischen Einheit Pascal (Pa) gemessen sind. So wird Fluglärm als lästiger wahr-
werden. Für unser Gehör relevant ist der genommen als Straßenverkehrslärm und
Schall mit Schalldrücken von knapp Straßenverkehrslärm lästiger als Schie-
hörbar (0,00002 Pa) bis zur Schmerz- nenlärm.
grenze (100 Pa). Wegen der unhandli-
chen Größen verwendet man eine loga- Beurteilungspegel
rithmische Größe das Dezibel (dB). Der
Schall(druck)pegel wird mit dem Buch- Bei Beurteilungspegel Lr wird für eine
staben „L“ abgekürzt. bestimmte Beurteilungszeit (z. B. 16
Stunden am Tag oder 8 Stunden in der
Schallwahrnehmung Nacht) ermittelt. Er setzt sich aus dem
Mittelungspegel und ggf. verschiedenen
Die Schallwahrnehmung hängt nicht nur Zuschlägen (z. B. für Impulshaltigkeit)
vom Schalldruck, sondern auch von der zusammen. Dadurch wird der Störgrad
Tonhöhe, d.h. von der Schwingungsfre- verschiedener Lärmarten berücksichtigt .
quenz der Schallwellen ab. Wahrnehm- So werden z.B. für signalgesteuerte
bar sind Frequenzen von 16 bis 20 000 Kreuzungen und Einmündungen wegen
Hz (Hertz). Die Hörempfindlichkeit ver- des als besonders lästig empfundenen
läuft nicht in allen Frequenzbereichen Verkehrsablaufs Zuschläge angesetzt.
parallel mit dem physikalisch messbaren Dieser Beurteilungspegel wird mit Im-
Schallpegel. Zwischen 3.000 und 4.000 missionsgrenzwerten oder Orientie-
Hz ist unser Ohr am empfindlichsten. rungswerten (z.B. in der Bauleitplanung)
Tiefe und sehr hohe Frequenzen nehmen verglichen.
wir dagegen nicht so gut wahr. Um eine
hörgerechte Schallmessung zu erreichen, Maximalpegel
wird das physikalische Messergebnis kor-
rigiert, meistens nach der Bewertungs- Für bestimmte Fragestellungen empfiehlt
kurve A. Der A-bewertete Schallpegel sich die zusätzliche Berücksichtigung des
L(A) mit der Maßeinheit dB(A) stellt eine Maximalpegels Lmax oder des Spitzenpe-
Annäherung an die menschliche Laut- gels L1, der nur in einem Prozent der
stärkeempfindung dar. Messdauer erreicht oder überschritten
wird.
Mittelungspegel
Schallausbreitung und Frequenzspektrum
Zur Beurteilung längerfristiger, im
Schallpegel schwankender Geräusche, Die Wellenlänge ist für die Beugung des
wird bei einer kontinuierlichen Pegel- Schalls an Hindernissen von Bedeutung.
messung der mittlere Verlauf als Mitte- Schall kleiner Wellenlänge kann durch
lungspegel Lm oder als energieäquivalen- Hindernisse gut abgeschirmt werden. Bei
ter Dauerschallpegel Leq3 (international großen Wellenlängen wird der Schall zu
LAeq) berechnet. Beide Kennwerte sind in einem Teil um das Hindernis herum ge-
Deutschland identisch definiert – mit beugt. Für die Schallausbreitung spielt
Ausnahme von Messungen nach dem das Frequenzspektrum also eine wesent-
liche Rolle. Tieffrequenter Schall lässt wenn die Grenzwerte (die finden Sie im
sich nicht so gut abschirmen wie hö- Anhang B, S. 47) in beträchtlichem Um-
herfrequenter. fang überschritten werden. Zusätzliche
Mit zunehmendem Abstand von einer Voraussetzung ist, dass auch der ge-
Straße nimmt das Geräusch ab, und zwar gendübliche – gewöhnliche – Straßen-
mit 3 bis 4 dB (A) pro Entfernungsver- verkehrslärm in erheblichem Maße über-
dopplung. troffen werden muss. Als „Gegend“ gilt
laut Urteil der örtliche Bereich, der im
Emission / Immission Mietspiegel zusammengefasst wurde. Die
genaue Auslegung ist Sache des jeweili-
Als Emission bezeichnet man die Ab- gen Finanzamtes.
strahlung des Schalls von einer Ge-
räuschquelle. Der Emissionspegel bei der
Kfz-Zulassung ist wegen besonderer
Messbedingungen nur begrenzt mit dem
Emissionspegel des Kraftfahrzeugs im
Straßenverkehr vergleichbar. Als Immis-
sion bezeichnet man die Einwirkung von
Schall an einem Bezugspunkt. Die Höhe
der Einwirkung wird in der Regel als
Mittelungspegel oder Beurteilungspegel
angegeben.

Starke Lärmbelastung vermindert unter


Umständen die Grundsteuer des Haus-
oder Wohnungseigentümers. Nach § 82
Abs. 1 Satz 1 Bewertungsgesetz (BewG)
ist der sogenannte Grundstückseinheits-
wert zu ermäßigen, wenn wertmindernde
Umstände vorliegen. Als solche wert-
mindernde Umstände kommen gemäß §
82 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BewG u.a. unge-
wöhnlich starke Beeinträchtigungen
durch Lärm in Betracht. Das Finanzamt
kann deshalb in begründeten Einzelfällen
den Einheitswert des Grundstücks um bis
zu 5 Prozent mindern, wenn eine unge-
wöhnlich starke Beeinträchtigung durch
Verkehrslärm vorliegt. Nach einem Urteil
des Bundesfinanzhofs vom 18. 12. 1991
(II R 6/89, veröffentlicht im Bundessteu-
erblatt 1992, Teil II, Seite 279) sind als
Orientierungshilfe die Grenzwerte für die
Lärmvorsorge (16. BImSchV) heranzuzie-
hen. Nach dem Urteil kommt eine Ermä-
ßigung allerdings erst dann in Frage,
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Wie mindern bauliche Maßnahmen Lärm? Durch Schallschutzwände und –fenster wird
der Schall daran gehindert, in den Wohnraum einzudringen. Lärmmindernder Fahrbahn-
belag verringert die Reifengeräusche, die ab einer Geschwindigkeit von ca. 35 km/h die
Motorengeräusche übertönen. Hier finden Sie eine Beschreibung der Wirkung und Kosten
dieser Maßnahmen.
In dem Absatz „Was kann ich tun“ werden die Rechtsansprüche für verschiedene Fälle
beschrieben: Bei Neubau oder wesentlichen Änderungen besteht Anspruch auf Schall-
schutz. Rechtsansprüche für Lärmschutz an bestehenden Straßen nennt sich Lärmsanie-
rung. Diese ist nur unter sehr eng gefassten Bedingungen möglich.

on) aus, wenngleich diese aus Gründen


Ein bewährter Schutz gegen den Lärm der Sicht- und Lichtdurchlässigkeit wün-
von Straßen sind die aktiven Schall- schenswert sind.
schutzmaßnahmen Wand und Wall. Je nach Material und Gestaltung kostet
Wegen des Eingriffes in das Landschafts- ein Quadratmeter Lärmschutzwand etwa
und Stadtbild, aber auch wegen der ho- 300 bis 600 Euro. Bei schwierigen Lagen
hen Kosten sollten Schallschutzwände können die Kosten darüber liegen. Ab-
und -wälle immer nur dann zum Einsatz sorbierende Lärmschutzwandbekleidun-
kommen, wenn Lärm nicht anders ver- gen sind mit ca. 130 Euro je Quadratme-
mieden oder vermindert werden kann. In ter zu veranschlagen.
der Praxis sind mit Lärmschutzwänden
oder –wällen Abschirmwirkungen beim Lärmschutzwälle lassen sich in der Regel
Mittelungspegel in der Größenordnung harmonischer als Lärmschutzwände in
von fünf bis 15 Dezibel zu erzielen. Die die Landschaft einfügen. Sie haben je-
Vorbeifahrtpegel lassen sich dadurch um doch einen wesentlich höheren Platzbe-
bis zu 20 dB (A) mindern. (Eine Lärmre- darf und können deshalb erhebliche
duzierung um zehn Dezibel wird als Hal- Grunderwerbsschwierigkeiten und -
bierung der Lautstärke wahrgenommen, kosten verursachen. Platzsparender ist
s. Kap.1 „Grundbegriffe“). Durch den ein Lärmschutzwall mit aufgesetzter
Einsatz von Schallschutzwänden wird Lärmschutzwand. Die Kosten für Lärm-
der Lärm aber nicht nur geringer, son- schutzwälle streuen stark. Hohen Einfluss
dern ändert auch sein Frequenzspektrum. haben Bodenpreise, aber auch Transport-
Höherfrequente Geräusche werden stär- kosten für das Schüttgut.
ker abgeschirmt. Dadurch wird der Lärm In besonders problematischen Fällen (z.B.
auch als weniger belästigend empfunden. in innerstädtischen Bereichen bei hoher
Insbesondere bei beidseitiger Bebauung Bebauung, bei starkem Ansteigen des
ist auch auf die Oberfläche der Schall- Geländes seitlich der Straße oder zur
schutzanlage (Grad der Schallabsorption) Schonung wertvoller Landschaftsbe-
zu achten, da anderenfalls durch Refle- standteile) kann die Führung der Straße
xionen und im Tunnel eine sinnvolle Alternative
Mehrfachreflexionen Pegelerhöhungen sein. Diesem außerordentlich wirksamen
die Folge wären. Dies schließt an man- Schutz stehen jedoch hohe Bau- und
chen Stellen Glaselemente (hohe Reflexi-
Betriebskosten (Beleuchtung, Belüftung,
Reinigung) gegenüber.
Die Wirkung von Bäumen und Sträu- Durch den Einsatz moderner offenporiger
chern als Schallschutz wird häufig über- Straßenbeläge, die es sowohl für Beton-
schätzt. Eine einzelne Baumreihe oder decken als auch für Asphaltdecken gibt
Hecke ist akustisch ohne nennenswerte (sog. Flüster- oder Dränasphalte bzw. –
Wirkung, hat aber erfahrungsgemäß po- betone), lassen sich gegenüber herkömm-
sitive Einflüsse auf das subjektive Wohl- lichen Straßenbelägen die Lärmemissio-
befinden des Menschen. Denn Lärm er- nen um bis zu 10 dB (A) verringern. Im
scheint lauter, wenn die Geräuschquelle Durchschnitt ist mit offenporigen Stra-
nicht nur zu hören, sondern auch zu se- ßenbelägen eine dauerhafte Minderung
hen ist. des Verkehrsgeräusches von rund
6 dB(A) möglich, was akustisch einer
Reduktion der Verkehrsmenge auf etwa
ein Viertel entspricht.
Wenn alle anderen Maßnahmen nicht Offenporige Straßendecken sind reich an
greifen, nicht ausreichen oder unverhält- Hohlräumen und schlucken insbesondere
nismäßig sind, muss der Schall am Im- die lästigen Abrollgeräusche im höheren
Frequenzbereich. Außerdem vermindern
missionsort selbst, also an der Wohnung,
gedämmt werden. Meist dringen Ver- sie das gefürchtete Aquaplaning, die
Sprühfahnenbildung und die Blendwir-
kehrsgeräusche durch unzureichend
kung. Schwieriger ist allerdings der Win-
schallgedämmte Fenster oder Rolladen-
terdienst: Der Belag darf nicht gesplittet
kästen ein. Bei geschlossenen, fachge-
werden, weil sich dann die akustisch
recht eingebauten und instandgehaltenen
wirksamen Poren zusetzen. Das Salzen
Einfach- oder Isolierglasfenstern beträgt
muss zum richtigen Zeitpunkt erfolgen.
die Schallpegeldifferenz zwischen Au-
Die Poren können im Laufe der Zeit ver-
ßen- und Innengeräusch mindestens 25
schmutzen, wodurch der Effekt der Ge-
dB (A). Fenster werden nach der VDI-
räuschminderung nachlässt. Es kann
Richtlinie 2719 („Schalldämmung von
notwendig sein, eine aufwändige Reini-
Fenstern“) in 6 Schallschutz-Klassen ein-
gung der Fahrbahn durchzuführen. Nach
geteilt. Ein Schallschutzfenster der
ökonomischen Reinigungsverfahren wird
Schallschutzklasse 4 hat eine Lärmmin-
zur Zeit geforscht.
derungswirkung von 40-44 dB(A), ein
In den Niederlanden und in Luxemburg
Schallschutzfenster der höchsten Schall-
sind offenporige Straßenbeläge bereits
schutzklasse 6 von über 50 dB(A). Die
Standard. Auch in Italien sind die priva-
Schallminderung wirkt jedoch nur, so-
ten Strecken mit offenporigem Drä-
lange das Fenster geschlossen ist. Des-
nasphalt versehen. Hier lag die Haupt-
halb ist auf ausreichende Lüftungsmög-
motivation für den Einsatz bei den Si-
lichkeiten zu achten. Ggf. ist ein zusätz-
cherheitsaspekten. Im Tunnel reduziert
licher Einbau schallgedämmter Lüftungs-
der Dränasphalt die Brandgefahr, da aus-
einrichtungen notwendig. Die Preise für
laufendes Benzin schnell in die unteren
ein Schallschutzfenster variieren zwi-
Schichten des Fahrbahnbelages gelangt,
schen 150 und 550 Euro je Quadratme-
wo brennendes Benzin erstickt. Zwar
ter. Die Kosten für Lüftungseinrichtun-
sind offenporige Asphalte teurer, aber
gen betragen ca. 600 Euro je Fenster.
durch sie können die Aufwendungen für
Lärmschutzwälle und -mauern reduziert
werden.
Bis vor kurzem ging man noch davon Pegelminderungen um 3 dB(A) und bei
aus, dass offenporige Straßenbeläge nur 30 km/h um 2 dB(A).
auf schneller befahrenen Straßen ihre Die örtlichen Bauverwaltungen reagieren
Wirkung entfalten. Inzwischen sind je- derzeit noch sehr reserviert, wenn man
doch zweilagige, offenporige Asphalte mit der Forderung nach einem lärmar-
auf innerörtlichen, mit geringeren Ge- men (offenporigen) Belag an sie heran-
schwindigkeiten (50-70 km/h) befahrene tritt. Sie berufen sich auf ein einschlägi-
Strecken in der Erprobung. Erste Unter- ges Rundschreiben des Bundesverkehrs-
suchungen an einer solchen Probestrecke ministeriums vom 26.3.2002 (VkBl. Heft
in Augsburg (B 17 zwischen Gabelsber- 8, S. 313), wo es heißt: „Ich weise noch-
ger und Eichleitner Straße) zeigten, dass mals darauf hin, dass offenporige As-
auch hier gegenüber herkömmlichen Be- phalte nur in Ausnahmefällen und ört-
lägen um etwa 7 dB(A) geringere Geräu- lich begrenzt dort zum Einsatz kommen
sche entstehen dürfen, wo ohne offenporigen Asphalt
Einhausungen oder seitliche Schallhin-
Weitere Auskünfte hierzu erteilen: Stadt dernisse in unvertretbarer Höhe, z.B.
Augsburg, Referat Umwelt- und Wand in über 10 m Höhe, errichtet wer-
Verbraucherschutz, Thomas Schaller, den müssten“. Die hier vertretene Auf-
Maximilianstr. 4, 86150 Augsburg, fassung muss als völlig überholt angese-
Email: umweltreferat@augsburg.de so- hen werden und konterkariert auch die
wie Dr.-Ing. Thomas Beckenbauer vom Bemühungen der Bundesregierung, lärm-
Schalltechnischen Beratungsbüro Müller- armen Straßenbelägen zur Marktreife zu
BBM in Planegg bei München, Email: verhelfen (vgl. etwa das vom Bundesfor-
Tbeckenbauer@MuellerBBM.de). schungsministerium geförderte Verbund-
vorhaben zum Thema im Rahmen des
In verkehrsberuhigten Bereichen „Forschungsverbundes leiser Verkehr“).
(Schrittgeschwindigkeit) und in Zonen
mit einer zulässigen Höchstgeschwindig- Auf Straßen mit hoher Lärmbelastung in
keit von 10 oder 20 km/h ist der Stra- Siedlungsnähe sollten grundsätzliche
ßenbelag im Hinblick auf die Geräusche lärmarme Deckschichten aufgebracht
irrelevant. Hier dominieren die Antriebs- werden. Offenporige Deckschichten emp-
geräusche des Fahrzeuges. Hier muss fehlen sich aus Gründen der Minimie-
also nur sichergestellt sein, dass die rung des Verkehrslärms sowie der Ver-
Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird. kehrssicherheit aber auch für den allge-
Bei Geschwindigkeiten ab 20/30 Km/h meinen Einsatz.
kann es auf Pflaster zu erhöhten Ver- Über Funktionsbauverträge sollte mit
kehrsgeräuschen kommen, so dass nur dem Bauunternehmen vereinbart werden,
geräuschgünstige Pflasterbeläge verwen- dass das Unternehmen eine Gewährleis-
det werden sollten. Ein Austausch von tung von mindestens acht Jahren für die
Kopfsteinpflaster gegen herkömmlichen akustische Wirksamkeit der lärmarmen
Asphalt bewirkt innerhalb von Ortschaf- Straßendecke übernimmt.
ten eine Lärmminderung von bis zu
6 dB(A), hat aber optische Nachteile. Der
Ersatz von Betonfahrbahnen oder gerif-
felten Gussasphalte durch nicht geriffelte
Gussasphalte, Asphaltbetone oder
Splittmatrixasphalte bewirkt bei zulässi-
gen Geschwindigkeiten über 50 km/h
Art der zu schützen- Tag Nacht
den Nutzung
Einen Rechtsanspruch auf Lärmschutz Gewerbegebiete 69 59
gibt es im bundesdeutschen Recht im Kern-, Dorf-, Misch- 64 54
wesentlichen nur beim Neu- oder Aus- gebiete
bau von Straßen. Die rechtlichen Rege- Reine und allgemeine 59 49
lungen dafür finden sich in §§ 41 und 42 Wohngebiete, Klein-
Bundes-Immissionsschutzgesetz siedlungsgebiete
(BimSchG) und in der 16. Bundes- Krankenhäuser, Schu- 57 47
Immissionsschutzverordnung (Verkehrs- len, Kur- und Alten-
lärmschutzverordnung) In folgenden fünf heim
Fällen besteht danach ein Rechtsan- Tab.: Immissionsgrenzwerte bei Neubau
spruch auf Lärmschutz: und wesentlicher Änderung von Straßen
1. Neubau einer öffentlichen Straße, und Schienenwegen (Werte in dB (A),
2. Wesentliche Änderung einer Straße Beurteilungspegel vor dem Fenster)
durch bauliche Erweiterung um einen
oder mehrere durchgehende Fahrstreifen Das BImSchG schreibt vor, Lärm unmit-
oder Gleise. Eine Erhöhung des Lärmpe- telbar an der Lärmquelle zu vermindern
gels ist nicht notwendig. oder zu vermeiden. Erst wenn dieser ak-
Wesentliche Änderung einer Straße oder tive Lärmschutz unverhältnismäßig
eines Schienenweges durch einen erheb- aufwändig ist, sollen Maßnahmen zum
lichen baulichen Eingriff (z.B. Bau von passiven Lärmschutz ergriffen oder Ent-
Ein- und Ausfädelungsstreifen, Abbiege- schädigungen gewährt werden.
streifen sowie Radwegen), der den Ver- Detaillierte Regelungen bezüglich des
kehrslärm passiven Schallschutzes enthält die 24.
3. um mindestens 3 dB(A) erhöht (ent- BlmSchV (Verkehrswege-
spricht einer Verdoppelung des Ver- Schallschutzmaßnahmenverordnung).
kehrsaufkommens); Als Schutzmaßnahmen gelten nicht nur
4. auf mindestens 70 dB(A) tags oder der Einbau von Schallschutzfenstern,
mindestens 60 dB(A) nachts erhöht; sondern auch Lärmschutzmaßnahmen an
5. von mindestens 70 dB(A) tags oder Türen, Rolladenkästen, Wänden, Dächern
mindestens 60 dB(A) nachts erhöht (aus- sowie an Decken unter nicht ausgebau-
genommen Gewerbegebiete). ten Dächern. Auch schallgedämmte Lüf-
(Den genauen Wortlaut finden Sie im tungseinrichtungen können vor allem in
Anhang Kapitel 5.1.2.) Schlafzimmern dazu gehören. Bei Maß-
Nicht zu den erheblichen baulichen Ein- nahmen der Lärmvorsorge (nach 16.
griffen werden Ummarkierungen und BImSchV) werden die Kosten notwendi-
hierdurch Schaffung zusätzlicher Fahr- ger, per Rechnung belegter Lärmschutz-
streifen, Erneuerung der Fahrbahnober- aufwendungen zu 100 Prozent erstattet.
fläche, Bau von Verkehrsinseln oder Hal- Den Anspruch können nur die Eigentü-
tebuchten gerechnet. mer von Wohnungen und Häusern, nicht
Die 16. BImSchV enthält Grenzwerte für aber die Mieter geltend machen. Wenn
Verkehrslärmimmissionen abgestuft auf die Prognosen eine Überschreitung der
die jeweiligen Gebietsstruktur für den Grenzwerte voraussagen, geschieht die
Tageszeitraum (6.00 Uhr – 22.00 Uhr) Erstattung für Lärmschutzaufwendungen
und die Nacht (22.00 Uhr – 6.00 Uhr) meist unproblematisch.
(siehe Tabelle). Die Gebietsart ist aus den
Bebauungsplänen zu entnehmen.
Was ist, wenn die Prognosen über den desfernstraßen. Einzelheiten der Lärmsa-
Lärm zu niedrig angesetzt sind? nierung sind für die Straße geregelt in
Grundsätzlich muss man bereits in der den Richtlinien für den Verkehrslärm-
Phase der Planfeststellung des Neu- bzw. schutz an Bundesfernstraßen in der Bau-
Ausbaus intervenieren, um sicher zu ge- last des Bundes (VLärmSchR 97). Bei der
hen, dass eventuell. notwendiger Lärm- Lärmsanierung an Straßen gelten folgen-
schutz auch berücksichtigt wird. Es muss de behördeninterne Immissionsgrenzwer-
eine Einwendung fristgerecht erhoben te:
werden, um später Klage erheben zu
können. Anderenfalls wird die Planfest- Art der zu schützen- Tag Nach
stellung bestandskräftig. Sobald das den Nutzung t
Planfeststellungsverfahren für den Neu- Gewerbegebiete 75 65
oder Ausbau einer Straße bekannt wird, Kern-, Dorf-, Misch- 72 62
sollte man versuchen an die Prognosen gebiete
(Immissionsprognosen) zu kommen. Reine und allgemeine 70 60
Wichtig sind die Eingangsdaten, d.h. das Wohngebiete, Klein-
geschätzte Verkehrsaufkommen und die siedlungsgebiete
jeweiligen Anteile der Verkehrsarten. Krankenhäuser, Schu- 70 60
Diese werden zum Beispiel öffentlich len, Kur- und Alten-
ausgelegt, wenn das Verfahren mit Öf- heim
fentlichkeitsbeteiligung abläuft, was bei
Planfeststellung in der Regel der Fall ist. Tab.: Immissionsgrenzwerte bei der
Man kann auch einen Antrag nach dem Lärmsanierung von Straßen und (Werte
Umweltinformationsgesetz stellen (siehe in dB(A), Beurteilungspegel vor dem
Anhang C, S. 57). Die Prognosen sind Fenster)
auf ihre Plausibilität hin zu überprüfen,
z.B. durch Vergleich der geschätzten Die Richtlinien der beiden Programme
Verkehrszahlen mit anderen Schätzun- zur Lärmsanierung legen fest, dass nur
gen oder Untersuchungen. Hierzu die Gebäude geschützt werden können,
braucht man eigentlich die Unterstüt- die vor Inkrafttreten des Bundes-
zung von sachkundigen Experten wie Immissionsschutzgesetzes zum
z.B. Ingenieurbüros. Holen Sie sich Hilfe 01.04.1974 (bei den neuen Bundeslän-
von Planern oder Rechtsanwälten. dern vor dem 01.10.1990) erstellt wur-
den, bzw. dass der Bebauungsplan vor
Meist bemerkt man allerdings erst dass diesem Termin verabschiedet wurde. Ab
es lauter geworden ist, wenn die Straße diesem Termin müssen Kommunen und
bereits gebaut wurde und das Planfest- Baulastträger für ausreichenden Immissi-
stellungsverfahren längst abgeschlossen onsschutz Sorge tragen. Erstattet werden
ist. Dann handelt es sich allerdings um bis zu 75 Prozent der erbrachten Auf-
Lärmsanierung wendungen für Lärmschutz am Haus.
Unter Lärmsanierung versteht man Maß- Von wenigen Ausnahmen abgesehen,
nahmen zum Schallschutz durch den können an stark belasteten bestehenden
Baulastträger oder das Verkehrsunter- Straßen keine Schallschutzansprüche
nehmen an bestehenden lauten Ver- geltend gemacht werden. Nach neuerer
kehrswegen. Sie ist nicht rechtsverbind- Rechtsprechung der Oberverwaltungsge-
lich geregelt. Jedoch gibt es in Deutsch- richte und des Bundesverwaltungsgerich-
land, soweit im Bundeshaushalt dafür tes ist es allerdings unzulässig, Grund-
Mittel zur Verfügung stehen, seit 1978 rechte (Recht auf körperliche Unver-
ein Lärmsanierungsprogramm für Bun- sehrtheit oder die Nutzung des Eigen-
tums) zu beeinträchtigen. Nach dieser zunahme um mindestens 3 dB(A). Der
Rechtsauffassung sind von der o.g. Anspruch auf Lärmschutz muss jedoch
Lärmsanierungspflicht auch die sog. von den Betroffenen geltend gemacht
Ausbaustrecken betroffen, bei denen werden, die oftmals keine Informationen
zwar nur punktuell Baumaßnahmen zur über die Lärmdaten haben bzw. nicht um
Steigerung der Leistungsfähigkeit ver- ihre Rechte wissen. In der Praxis wird
wirklicht werden, wodurch sich aber die das Recht auf ausreichenden Lärmschutz
Schallemission auf der gesamten Stre- von Betroffenen nach Verwaltungsver-
ckenlänge erhöht. fahrensgesetz aus diesen Gründen kaum
Sollten die sehr hohen Grenzwerte tat- wahrgenommen.
sächlich überschritten werden, ergibt Schließlich gibt es noch eine weitere
sich das Problem, das niemand in der Möglichkeit, die aber nur in wenige Fäl-
Verwaltung für die Kontrolle der Lärm- len durchzusetzen sein dürfte: Nach § 75
werte zuständig ist. Hier kann man einen Abs.2 VwVfG einen Antrag auf ergän-
Antrag auf verkehrsbeschränkende Maß- zende Planfeststellung aufgrund von
nahmen zum Schutz vor Lärm und Ab- Ereignissen oder Folgen, die in der Plan-
gasen nach §45 Abs. 1 Nr. 3 Abs. 1b Nr. feststellung nicht voraussehbar waren.
5 StVO stellen (siehe Anhang CII S. 57). Dazu gehören nach der Rechtsprechung
Es ist dann mit dem Ermessen der Stra- nicht schlechte oder falsche Prognosen.
ßenverkehrsbehörde zu argumentieren.. Diese müssen unbedingt im Zeitpunkt
Die Verwaltung muss ihr Ermessen aus- der Planfeststellung angegriffen werden,
üben, insbesondere dann, wenn die Wer- wenn sie erkennbar falsch sind. Die Öff-
te der Verkehrslärmschutzverordnung nung der innerdeutschen Grenze oder die
erreicht werden oder knapp eingehalten Einführung einer Maut mit entsprechend
werden. geändertem Fahrverhalten dürfte bei
Diesen Antrag kann man generell stellen, Planfeststellung der bestehenden Straßen
wenn das Planfeststellungsverfahren nicht in die damaligen Verkehrs und
vorbei bzw. die Straße gebaut wurde, Immissionsprognosen Eingang gefunden
auch wenn man nicht in eins der Pro- haben (höherer LKW-Anteil, mehr Ver-
gramme zur Lärmsanierung aufgenom- kehr). Aufgrund von 75 Abs. 2 kann kei-
men werden kann/darf. Die Kommune ne völlige Einstellung des Betriebes ein-
kann Verkehrsbeschränkung nach eige- mal planfestgestellter Anlagen verlangt
nem Ermessen anordnen. werden, wohl aber Schutzmaßnahmen
Verkehrsbeschränkende Maßnahmen bzw. Betriebsregelungen.
sind z.B. Verlangsamung, Verstetigung
und Verlagerung von Verkehr. Lesen sie Die Anträge nach 45 Abs. 1 Nr. 3, Abs.
in den nächsten Kapiteln weiter, was dies 1b Nr. 5 StVO sind bei der zuständigen
im einzelnen bedeutet. Straßenverkehrsbehörde zu stellen (häu-
fig bei der Stadt oder dem dazugehörigen
Einen Anspruch auf Lärmschutz bei be- Landkreis).
stehenden Straßen gibt es außerdem ge- Anträge nach 75 Abs. 2 VwVfG sind bei
mäß § 75 Abs. 2 Verwaltungsverfahrens- der für straßenrechtliche Planfeststellun-
gesetz, allerdings nur unter sehr engen gen zuständigen Behörde (75 Abs. 2
Voraussetzungen. Zunächst muss eine VwVfG) zu stellen.
Planfeststellung vorangegangen sein.
Darüber hinaus muss durch die Maß-
nahme in der Regel eine erhebliche
Mehrbelastung auftreten, die derzeit
gleichgesetzt wird mit einer Immissions-
Vorbildlich und durch den Deutschen Weitere Informationen: Stadt Ludwigs-
Arbeitsring für Lärmbekämpfung 2002 hafen, Postfach 211225, 67012 Ludwigs-
ausgezeichnet ist die Stadt Ludwigsburg hafen; Internet: www.dalaerm.de unter
mit ihrem Projekt zur Umgestaltung des der Rubrik „DAL-Wettbewerbe“.
ehemaligen Kasernengeländes. Das 11 ha
große Areal liegt im Stadtgebiet Lud-
wigsburg umgeben von meist kleinteili- !
ger Wohnbebauung. Die Stadt beschloss,
die brachliegende Fläche einer Wohnnut- Was tun?
zung zuzuführen. Bei der Umnutzung der Informationen sammeln:
Flächen stand das Lärmproblem im Vor- • Welche Gebietsart (Bebauungs-
dergrund, da der Baublock auf zwei Sei- plan)
ten von verkehrsreichen Straßen flan- • Neu- oder Ausbau oder bestehende
kiert wird. Auf 70% der Fläche wurde die Straße? (siehe Grafik nächste Sei-
16. BlmSchV überschritten. Es wurden te)
Werte von 73/63 dB(A) gemessen. Ziel • Mischen Sie sich möglichst ein,
war die Einhaltung der 16. BlmSchV und sobald sie von Planungen einer
der Orientierungswerte der DIN 18005 im neuen Straße gehört haben.
Sinne der zukünftigen Flächennutzung. • Wer ist Ansprechpartner?
Die Stadt Ludwigsburg schrieb einen
• Wie laut ist es?
Wettbewerb aus, welcher die Lärm-
• Versuchen Sie, offizielle Wer-
schutzproblematik als “wesentliche
te/Prognosen zu bekommen (Um-
Randbedingung“ einschloss. Die Lösung
weltinformationsgesetz)
des Wettbewerbsgewinners zeigt einen
vier/fünfgeschossigen geschlossenen Ge- • Eigene Messungen durchführen,
bäuderiegel mit Einkaufszentrum, um einen Vergleich zu bekommen.
Dienstleistung und Wohnen zur emittie- (Lärmpegelmessgeräte bei Um-
renden Straße (Friedrichstraße). Parallel weltverbänden leihen)
in einer zweiten Baureihe noch einmal Finden Sie so heraus, was sie erreichen
niedrigere, Lärm abschirmende können und wollen und gehen Sie
Zeilenbauten. Im Anschluss folgt eine strategisch vor.
kleinteilige Einfamilienhausbebauung.
Mit der Staffelung von Art und Maß der Die Broschüren „Tipps und Tricks für
Bebauung, Nutzungsverteilung innerhalb eine erfolgreiche Lobbyarbeit“ und
der Baugebiete, Bauweise und Verkehrs- „Tipps und Tricks für eine effektive Pres-
lenkung wurde zwischen der Randbe- searbeit“ helfen weiter. Die Hefte erhal-
bauung der stark belasteten Friedrich- ten Sie beim BUND Verkehrsreferat
straße und der umliegenden kleinteiligen (www.bundgegenlaerm.de ).
Baustruktur städtebaulich ein fließender
Übergang zwischen alter und neuer Be-
bauung geschaffen.
Lärmsanierung Lärmvorsorge
Schallschutzanspruch ge- (§ 41 – 43 BImSchG)
setzlich nicht geregelt

Bestehender Verkehrsweg Bestehender Verkehrsweg


ohne erheblichen baulichen mit erheblichem
Eingriff baulichen Eingriff

kein öffentlich-rechtlicher Pegelerhöhung *) Anbau durchgehender


Schutzanspruch Fahrstreifen oder Gleise
nein ja (§1 Abs.2 Nr.1 16.BImSchV)

Lärmsanierungs- Wesentliche
programme, Änderung

Neubau eines
Verkehrsweges

! " #$ %

& !& " #$ %


Schallschutzanspruch
bei Überschreitung der
Immissionsgrenzwerte
(IGW) (§ 2 Abs. 1 16.
BImSchV) vorrangig durch
Schallschutz am Verkehrs-
BImSchG = Bundesimmissions- weg (§ 41 Abs. 1 BImSchG)
schutzgesetz
BImSchV = Verordnung zum Bundes-
Immissionsschutzgesetz
*) Erhöhung um mindestens 2,1 dB(A), Anspruch auf Schall-
falls Beurteilungspegel nach dem schutz am Gebäude bei
Umbau unter 69,1/59,1 dB(A) tags/ verbleibender Über-
nachts, sonst um mindestens 0,1 schreitung der IGW (§42
dB(A) BImSchG in Verb. mit 24.
BImSchV)

Rechtsanspruch auf Schutz vor Verkehrslärm nach Hendlmeier (2003)


# " "

Wie mindert Verlangsamung den Lärm? Je schneller ein Auto fährt, umso lauter ist es
auch. Unter Verlangsamung versteht man die Reduzierung der Geschwindigkeit des Ver-
kehrs. Um dies zu erreichen, kann man Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen.
Sie finden in diesem Abschnitt Informationen zu der Einrichtung von Tempo 30 Zonen
und Geschwindigkeitsbeschränkungen außerorts. Die Verringerung des Lärms durch die
Maßnahmen wird dargestellt. Dazu kommen Informationen, wie und bei wem ein Antrag
zu stellen ist.

Tempo 30
In geschlossenen Ortschaften werden wohnerdichten zusammen treffen. Nicht
mit der Herabsetzung von Tempo 50 auf nur der Mittelungspegel sinkt durch eine
Tempo 30 Pegelminderungen von 1,5 solche Maßnahme, es lassen sich dadurch
dB(A) bis 2,5 dB(A) erreicht. Dieser Effekt insbesondere auch die besonders lästigen
kann aber noch verstärkt werden, wenn Spitzenpegel durch Kraftfahrzeuge mit
sich durch die Verlangsamung des Ver- überhöhter Geschwindigkeit erheblich
kehrs eine Verstetigung des Verkehrs- reduzieren. Eine Begrenzung der Höchst-
lärms ergibt und Kraftfahrer auf Straßen geschwindigkeit verringert neben dem
ausweichen, die mit einer Lärm auch die Schadstoff- bzw. CO2-
Geschwindigkeit von 50 km/h befahren Emissionen und die Unfallhäufigkeit.
werden können. Beispielsweise können Stickoxide bei
Die Einführung von Tempo 30-Zonen Tempo 30 gegenüber Tempo 50 um ca.
wurde 2001 mit einer Änderung der 40 % reduziert werden, wenn mit der
Straßenverkehrsordnung (StVO) und der Temporeduzierung ein gleichmäßiger
Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Geschwindigkeitsverlauf verbunden ist.
StVO deutlich erleichtert. So heißt es nun
in § 39 Abs. 1a StVO: „Innerhalb ge- Problem:
schlossener Ortschaften ist abseits von Allerdings stößt die Forderung von Tem-
Vorfahrtstraßen (Zeichen 306) mit der po 30 auf Hauptverkehrsstraßen meist
Anordnung von Tempo 30-Zonen (Zei- auf massiven Widerstand von Interes-
chen 274.1) zu rechnen.“ Weiterhin wur- sengruppen. Auch für die Straßenver-
de § 45 Abs. 1c geändert. Zwar schließen kehrsbehörden hat in der Regel die
diese Bestimmungen eine Einbeziehung Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs
von Straßen des überörtlichen Verkehrs ein stärkeres Gewicht als der Schutz der
und weiterer Vorfahrtsstraßen aus, doch Bevölkerung vor Lärm und Abgasen.
bietet der § 45 Abs. 1 StVO die Möglich- Geschickt durchgeführte Lobby- und
keit, auch an Hauptverkehrsstrecken Öffentlichkeitsarbeit kann hier hilfreich
Tempo 30 anzuordnen. Die Straßenver- sein .
kehrsbehörde kann demnach Tempo 30
für den ganzen Tag oder nur für die Die Broschüren „Tipps und Tricks für
Nachtstunden anordnen, wenn dies dem eine erfolgreiche Lobbyarbeit“ und
„Schutz der Bevölkerung vor Lärm“ dient „Tipps und Tricks für eine effektive Pres-
(Wortlaut in Anlage B). Eine solche searbeit“ helfen weiter. Die Hefte erhal-
Maßnahme ist oft besonders wirksam, da ten Sie beim BUND Verkehrsreferat
an Hauptverkehrsstraßen meist hohe (www.bundgegenlaerm.de ).
Immissionspegel und hohe Ein
Geschwindigkeitsbeschränkungen: Die Straßenbauverwaltung steht häufig
Die Einführung einer generellen Ge- noch auf dem Standpunkt, dass Lärm-
schwindigkeitsbeschränkung von 120 schutzmaßnahmen gemäß § 45 StVO erst
km/h auf Autobahnen reduziert die ergriffen werden sollen, wenn durch die-
Lärmimmission um 0,5 dB(A) an Werk- se Maßnahme eine Pegelminderung von
tagen sowie um 1 dB (A) an Sonntagen mindestens 3 dB(A) erzielt wird. Auch
(Mittelungspegel in 25 m Entfernung). hier beziehen sich die Straßenbehörden
Bei einem Tempolimit von 100 km/h gerne auf die Lärmschutzrichtlinien des
werden die Werte bei etwa 1,5 (werktags) Bundesverkehrsministeriums aus dem
bis 3 dB (A) (sonntags) liegen. Besonders Jahre 1981. Verkehrsorganisatorische
wirkungsvoll im Hinblick auf die Lärm- Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbe-
reduzierung sind Geschwindigkeitsbe- schränkungen oder Lkw-Fahrverbote
schränkungen auf Autobahnen für Pkw weisen in der Regel jeweils lediglich Pe-
auf 80 km/h und für Lastkraftwagen auf gelverminderungen von weniger als 3
60 km/h. Bei geringen Verkehrsmengen dB(A) auf. Für die Betroffenen sind sol-
und geringen Lkw-Anteilen können da- che Maßnahmen aber dennoch hörbar
durch hohe Minderungen einzelner Spit- wirksam, denn zum einen lassen sich
zenpegel um bis zu 10 dB (A) für Pkw dadurch Geräuschspitzen abbauen, zum
und 3 dB (A) für Lkw erzielt werden. Be- anderen können sie Bestandteil eines
dauerlicherweise finden Geschwindig- Maßnahmenbündels sein. Außerdem sind
keitskontrollen an Streckenabschnitten, derartige verkehrsorganisatorische Maß-
bei denen ein Tempolimit aus Lärm- nahmen auch im Hinblick auf begleiten-
schutzgründen eingeführt wurde, nur de Wirkungen wie beispielsweise eine
sehr selten statt. Erhöhung der Verkehrssicherheit vorteil-
haft.
Derzeit ist nicht gesetzlich geregelt, ab Kommunalverwaltung und Umweltinitia-
welchem Belastungswert verkehrsbe- tiven sollten die Straßenverkehrsbehör-
schränkende Maßnahmen (wie Ge- den dahingehend überzeugen, dass bei
schwindigkeitsbeschränkungen sowie der Anordnung verkehrsbeschränkender
Fahrbahnverengungen durch Fahrbahn- oder verkehrslenkender Maßnahmen an
markierungen) nach § 45 Abs.1 StVO bestehenden Straßen (§ 45 Abs. 1 StVO)
ausgelöst werden. Die meisten Straßen- auch Maßnahmen ergriffen werden, die
verkehrsbehörden orientieren sich hier für sich genommen weniger als 3 dB(A)
an den viel zu hohen Richtwerten der Pegelminderung erbringen. Außerdem
„Lärmschutz-Richtlinie StV“ aus dem sollten verkehrsbeschränkende Maßnah-
Jahre 1981. Die Richtlinie sieht Pegel men nach § 45 Abs.1 StVO bereits beim
von 75 dB(A) tagsüber bzw. 65 dB(A) Überschreiten der Immissionsgrenzwerte
nachts in Mischgebieten und 70 dB(A) der 16. BImSchV angeordnet werden.
tagsüber bzw. 60 dB(A) nachts in allge-
meinen Wohngebieten vor. Fortschrittli- An folgenden Empfehlungen des BUND
chere Straßenverkehrsbehörden orientie- können Sie sich in Gesprächen mit der
ren sich dagegen an den strengeren Verwaltung orientieren:
Grenzwerten der 16. BImSchV (64 dB(A) • Mit Ausnahme der Hauptstraßen
tagsüber bzw. 54 dB(A) nachts in Misch- sollte der Grundsatz lauten: Tempo
gebieten und 59 dB(A) tagsüber bzw. 49 30 und „rechts vor links.
dB(A) nachts in allgemeinen Wohngebie- • Auf besonders belasteten Haupt-
ten). In einen Urteil vom 10.4.2003 hat verkehrsstraßen sollte die Einfüh-
das Verwaltungsgericht Berlin diese Pra- rung von Tempo 30 aus Lärm-
xis bestätigt (Az. VG 11a 835.02). schutzgründen geprüft werden
(evtl. als Maßnahme, die nur für im Einvernehmen mit der Gemeinde an-
die Nachtstunden gilt). zuordnen.
• Für Lkws sollte auf Autobahnen Die Straßenverkehrsbehörden ordnen
und Bundesstraßen in Siedlungs- neben den Tempo 30 Zonen innerorts
nähe wenn möglich Tempo 60 bei auch folgendes an:
Nacht und Tempo 80 bei Tag gel- die Parkmöglichkeiten für Bewohner,
ten. die Kennzeichnung von Fußgängerberei-
• Wichtig ist eine regelmäßige Ü- chen und verkehrsberuhigten Bereichen
berwachung der Einhaltung der (nach § 45 Abs. 1 Nr. 3 StVO).
Geschwindigkeitsbeschränkung.
• Innerorts sollte der Straßenraum Die Zonenanordnung darf sich nach § 45
auf die verringerte Höchstge- Abs. 1c Satz 2 StVO nicht auf Straßen
schwindigkeiten angepasst und des überörtlichen Verkehrs (Bundes-,
zurückgebaut werden (z.B. Umges- Landes- oder Kreisstraßen) und auf Vor-
taltung der Ortseingangsbereiche fahrtstraßen erstrecken. In zentralen
mit Reduzierung der Fahrbahnflä- städtischen Bereichen mit hohem Fuß-
che und Schaffung von Torsituati- gängeraufkommen und überwiegender
onen). Aufenthaltsfunktion (verkehrsberuhigte
• Je nach Verkehrs- oder Städtebau- Geschäftsbereiche) kann die Straßenver-
situation eignen sich auch Mittel- kehrsbehörde nach § 45 Abs. 1d StVO
inseln, Verschwenkungen, die auch Zonen-
wechselseitige Anordnung mar- Geschwindigkeitsbeschränkungen von
kierter Stellplätze oder Aufpflaste- weniger als 30 km/h anordnen.
rungen.
Wer ist zuständig?
• Vom Einbau von Schwellen ist im
Die Zuständigkeit richtet sich nach der
Interesse eines gleichmäßigen
jeweiligen Zuständigkeitsverordnung zu
Fahrverlaufs abzuraten.
§ 44 Abs. 1 StVO, die die Bundesländer
• Die Abstände zwischen den ein-
erlassen haben.
zelnen Maßnahmen sind so zu
Für Autobahnen sind dies in der Regel
wählen, dass dem Fahrer ein zwi-
entsprechende Landesbehörden für Ver-
schenzeitliches Beschleunigen
kehr.
kaum Zeitvorteile bringt und somit
Für Kreisstraßen bzw. Landesstraßen
nicht aussichtsreich erscheint.
sind in kreisfreien Städten häufig die
Oberbürgermeister als Kreisordnungsbe-
hörde zuständig, in kreisangehörigen
Gemeinden mittlerer Größe (ca. 50.000
Für die Verlangsamung sollte man einen Einwohner) sind es ebenfalls die Ober-
Antrag auf verkehrsbeschränkende Maß- bürgermeister als örtliche Ordnungsbe-
nahmen (nach § 45 Abs. 1 Nr. 3 StVO) hörde.
bei der zuständigen Straßenverkehrsbe- Auch in kleineren Gemeinden mit unter
hörde stellen. 50.000 Einwohnern kann unter Umstän-
Die Straßenverkehrsbehörde ist (nach § den der Bürgermeister (ausgenommen
45 Abs. 1b StVO) ermächtigt, die not- zumeist Bundesstraßen) für die Anord-
wendigen Anordnungen zu treffen. Das nung von Verkehrsbeschränkungen und
bedeutet, dass sie verpflichtet ist, den Verkehrsverboten an Landes- und Kreis-
Antrag zu prüfen und insbesondere das straßen zuständig sein, wenn sich die
ihr zustehende Ermessen fehlerfrei aus- Anordnung nicht über das Gemeindege-
zuüben hat. Etwaige Maßnahmen sind biet hinaus auswirkt.
Beispiel: Eine entsprechende Zuständig- Wer ist für die Lärmseite zuständig bzw.
keitsregelung trifft etwa § 8 Abs. 1 Nr. 1 für die Beurteilung der Frage, ob die Sa-
c aa) der hessischen Verordnung zur Be- nierungsgrenzwerte erreicht werden?
stimmung straßenverkehrsrechtlicher Wer ist für eine Planfeststellung zustän-
Zuständigkeiten vom 23. Januar 2001 dig, wenn die Straße erweitert oder ge-
(GVBl. I, S. 90). ändert wird?
Der Bürgermeister einer kleinen Kommu- Wie ist die bestehende Straße genehmigt
ne oder der Oberbürgermeister einer und welche Festsetzung trifft die Ge-
kreisangehörigen Gemeinde bzw. einer nehmigung hinsichtlich des zu erwarten-
kreisfreien Stadt kann also durchaus den Verkehrsaufkommens und des
Verkehrsbeschränkungen, insbesondere Schutzes der Anlieger? Welche Prognose
Geschwindigkeitsbeschränkungen, an lag der Genehmigung zugrunde?
Kreis- und Landesstraßen anordnen . Wie ist das Verkehrsaufkommen? Wo
Denn das Verbot nach § 45 Abs. 1c Satz gibt es dazu Material? Gibt es Daten zu
2 StVO an Bundes-, Landes- oder Kreis- Verkehrszählungen, auch solche, die län-
straßen Tempo 30 anzuordnen bezieht ger zurück liegen?
sich nur auf die Ausweisung von Tempo- Stimmt die tatsächliche Belastung mit
30-Zonen. Einzelne Geschwindigkeitsbe- der für diese Kategorie üblicherweise
schränkungen sind davon nicht erfasst. erwarteten Verkehrsmenge überein?
Das bedeutet, dass auch an Durchgangs- Gibt es Untersuchungen, wie hoch die
straßen der Verkehrslärm durch eine Ab- Anteile von Ziel-, Quell- und
senkung des Tempos verringert werden Durchgangsverkehr sind?
kann. Unter Umständen ist dies auch Gehört die Straße zum „Grundstraßen-
kleineren Kommunen im Rahmen ihrer netz“ der Kommune?
Zuständigkeit direkt möglich, ohne dass Um welche Nutzungsart handelt es sich
es der Anordnung einer vermeintlich bei dem anliegenden Gebiet? Ist es bei-
übergeordneten Behörde (Kreis o.a.) be- spielsweise reines Wohngebiet, allgemei-
darf. nes Wohngebiet, Mischgebiet, Gewerbe-
Allerdings wird es erforderlich sein, dar- gebiet, Sondergebiet?
zulegen, dass Tempolimits an Kreis- und Wer ist zuständig für die Anordnung von
Landesstraßen den überörtlichen Ver- Tempo 30 oder die flächendeckende
kehrsfluss nicht nachteilig verändern, Einführung von Tempo 30-Zonen?
sondern sich die Kapazität der Straße
und die Flüssigkeit des Verkehrs eher Um diese Informationen zu erhalten,
erhöhen. können sich Verbände wie auch Bürge-
rinnen und Bürger auf § 4 des Umweltin-
Was ist vorzubereiten? formationsgesetzes berufen, welches ei-
Bevor ein solcher Antrag gestellt wird, nen Auskunftsanspruch über umweltre-
ist es ratsam, einige Vorarbeiten zu leis- levante Informationen gegenüber Behör-
ten und möglichst viele Informationen den regelt. Insbesondere sind auch die
über die betreffende Straße oder das Kosten für Informationen einfacher Art
Straßennetz zusammenzutragen, für die wie Kopien oder einfache Auskünfte
der Antrag gestellt werden soll. nach einer Gebührenordnung begrenzt
Die Vorfragen lauten: (Umweltinformationskostenverordnung –
Ist es eine Bundesstraße eine Autobahn UIGKostV- Anhang B, 55). Ein Muster
oder eine Kreisstraße? für eine Anfrage nach dem UIG ist in
Wer ist für den Unterhalt der Straße zu- dem Anhang C (S. 57) enthalten.
ständig? Wer ist Straßenbaulastträger? Zur Vorbereitung eines Antrages ist es
hilfreich, aufgrund der festgestellten
Verkehre die Immissionspegel im Wohn-
haus mit einem vereinfachten Rechen- Für weitere Informationen und Begrün-
programm auszurechnen, die im Internet dungshinweise siehe Michael Zschiesche,
benutzt werden können. Autoland - Rechte von Anwohnern ge-
gen Autolärm und Abgase. Eine Arbeits-
Den Lärmrechner des DAL finden sie hilfe, Berlin 1997, zu beziehen unter
unter http://www.ufu.de/sites/direkt/publikatio
http://www.dalaerm.de/rechner/start.htm nen.htm#umweltrecht

Zum Antrag Die Bescheidung eines Antrages auf


Der Antrag auf verkehrsbeschränkende Lärmschutzmaßnahmen nach § 45 StVO
Maßnahmen sollte sorgfältig begründet ist i.d.R. kostenlos. Erst bei Einlegung
werden. Das Muster im Anhang C (S. 58) eines Widerspruchs entstehen geringe
kann daher nur einige Anregungen ge- Gebühren. Danach ergeht ein Wider-
ben, die immer auf die konkrete Situati- spruchsbescheid, gegen den geklagt wer-
on vor Ort angepasst werden müssen. Es den kann.
ist ratsam, fachliche Hilfe von Planungs-
büros oder Anwälten bzw. Interessenver- Wer den Klageweg beschreiten möchte,
bänden in Anspruch zu nehmen. kann sich Ratschläge beim Unabhängi-
Ziel des Antrags sollte sein, mit der gen Institut für Umweltfragen einholen
Kommune ins Gespräch zu kommen und (Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin, e-
gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. mail: recht@ufu.de). Die Initiative
Der Verwaltungsrechtsweg sollte nur „Rechtsschutz gegen Lärm und Luft-
dann beschritten werden, wenn die Bür- schmutz“ des UfU hat eine ganze Reihe
gerinnen und Bürger das Gefühl haben, von Prozesserfolgen erreicht.
auf der Stelle zu treten. Dann ist es sinn-
voll, um einen rechtsmittelfähigen Be- Begleitende Aktion
scheid zu bitten, gegen den dann vor Ein Antrag an die Gemeinde sollte mög-
dem Verwaltungsgericht eine Verpflich- lichst mit einer Unterschriftensammlung,
tungsklage erhoben werden kann. Leserbriefen, Pressearbeit und Infostän-
Je sorgfältiger der Antrag begründet ist, den verknüpft werden. Der Verkehrsclub
desto eher wird eine Kommune bereit Deutschland (VCD) bietet ein Tempo 30-
sein, sich auf das Anliegen einzulassen. Aktions-Set an, der öffentlichkeitswirk-
Qualifizierte Vereinsvertreter ermögli- same Aktionen unterstützt. Das Set ent-
chen es, mit der Kommune auf gleicher hält zwei Bahnen (je 0,5 m breit, 13,3 m
Augenhöhe zu reden oder ihr, falls es an bzw. 27,7 m lang), mit denen sich die
Fachkompetenz fehlt, mit Vorschlägen unterschiedlichen Anhaltewege von Au-
aushelfen zu können. tos aus Tempo 30 und Tempo 50 ein-
Der Antrag ist an die zuständige Stra- drucksvoll visualisieren lassen. Außer-
ßenverkehrsbehörde zu richten. Der Mus- dem sind in dem Set Schilder mit den
terantrag im Anhang gibt lediglich An- wichtigsten Fakten, Faltblätter zum Ver-
haltspunkte für den Inhalt. Für die ge- teilen und Hintergrundinformationen
naue Formulierung des eigenen Antrags enthalten. Das Set kann gekauft (129
wird letztlich der konkrete Sachverhalt Euro, 119 für VCD-Mitglieder) oder ge-
entscheidend sein. mietet werden (pro Woche: 35 Euro, 30
Euro für VCD-Mitglieder).
Der VCD verleiht auch ein Laser-
Geschwindigkeits-Messgerät, das sich
ebenfalls öffentlichkeitswirksam einset-
zen lässt. Der Mietpreis beträgt für VCD- kehrsmengen, Zusammensetzung des
Mitglieder 50 Euro bzw. für Nichtmit- Verkehrs sowie der Geschwindigkeiten.
glieder 95 Euro für den ersten Tag und Als besonders erfolgreich erwies sich die
20 Euro für jeden weiteren Messtag. Geschwindigkeitsreduktion immer dann,
wenn ampelgeregelte Kreuzungen in ra-
Weitere Informationen: VCD, scher Abfolge dem Autofahrer eine Er-
www.vcd.org höhung des Tempos unsinnig erscheinen
lassen. Aus diesem Grunde empfiehlt die
Senatsverwaltung folgende flankierenden
Maßnahmen: Reduzierung der
In Berlin haben Anwohner der stark mit Fahrstreifenbreiten, Optische Einengung
Lärm und Abgasen belasteten Brücken- des Querschnitts, Anpassung der Ampel-
straße (tägliche Durchfahrten von über schaltungen und Überwachung der Ge-
30.000 Kfz) mit Unterstützung des BUND schwindigkeit. In einem weiteren Ver-
Berlin auf dem Klageweg ein Nachtfahr- such in der stark befahrenen Beusselstra-
verbot für Lkw und Tempo 30 während ße in Berlin-Moabit im Jahre 2002 wur-
der Nacht durchgesetzt. Durch Gutachten den diese Ergebnisse nochmals bestätigt.
wurde festgestellt, dass vor dieser Maß- Hier wurde durch die Einführung von
nahme Mittelungspegel von 74,6 dB(A) Tempo 30 eine Lärmminderung von 1 - 2
tagsüber und 68,4 dB(A) nachts und da- dB (A) nachgewiesen. Eine weitere Min-
mit eine nächtliche Überschreitung der derung von 0,5 – 1 dB (A) ließe sich
Richtwerte um 3,4 dB(A) vorlagen. durch eine bessere Einhaltung der Ge-
schwindigkeit erzielen.
Weitere Informationen: BUND Berlin,
Martin Schlegel, Crellestr. 35, 10827 Ber- Weitere Informationen: Senatsverwal-
lin. Eine Chronologie über das Verfahren tung für Stadtentwicklung IX D, Brü-
steht im Internet unter: www.bund- ckenstr. 6, 10173 Berlin,
belin.de/positionen/verkehr/abgase.pdf. Internet: www.smile-
europe.org/PDF/beusselstrasse_1.pdf.

Als Reaktion auf diese und andere Kla- !


gen gegen Straßenverkehrslärm führte
die Berliner Senatsverwaltung 1999/ • Informationen sammeln: Siehe
2000 einen Modellversuch durch, bei Fragenkatalog
dem u.a. in sechs Straßen eine ab- • Antrag auf verkehrsbeschränkende
schnittsweise Beschränkung der zulässi- Maßnahmen formulieren
gen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h • Antrag von jemanden mit Know-
in der Zeit von 22 bis 6 Uhr vorgenom- How checken lassen
men wurde. Der Modellversuch beinhal- • Öffentlichkeit informieren um den
tete rechnerische Überprüfungen der Druck zu erhöhen (Aktio-
Lärmbelastung, ergänzt durch Verkehrs- nen/Pressearbeit)
erhebungen und Lärmmessungen sowie • Nachfassen bei der Verwaltung
Bewohner- und Gewerbebefragungen. (siehe Studie Lobbyarbeit)
Auf den Strecken wurde eine deutliche
Reduzierung des Verkehrsaufkommens
(in der Nacht um 11-17 %) und eine
Lärmminderung zwischen 0,2 bis 2,7
dB(A) festgestellt. Die Differenzen erga-
ben sich durch unterschiedliche Ver-
$ "

Wie mindert Verstetigung Lärm? Die Höhe der Fahrzeuggeräusche wird nicht nur von der
Geschwindigkeit, sondern auch vom Geschwindigkeitsverlauf bestimmt. Häufiges Be-
schleunigen verursacht viel Lärm. Daher können insbesondere Maßnahmen zur Versteti-
gung des Verkehrsflusses zur Lärmreduktion beitragen. In diesem Abschnitt lesen Sie
mehr über Kreisverkehre und Co.

Als sehr wirkungsvoll hat sich die Ein- Ampelschaltungen gleichmäßiger gestal-
richtung von Kreisverkehren erwiesen. tet werden.
Während an Straßenkreuzungen mit
Ampeln durch das gleichzeitige Anfah- Weitere Informationen zu den Möglich-
ren vieler Fahrzeuge zusätzlicher Moto- keiten der Lärmminderung durch Kreis-
renlärm entsteht, fließt der Verkehr in verkehre: Universität Stuttgart / Vaihin-
Kreisverkehren deutlich flüssiger. Eine gen, Lehrstuhl für Bauphysik, Prof. Dr.-
Untersuchung von Prof. Schew-Ram Ing. Schew-Ram Mehra, Pfaffenwaldring
Mehra an der Universität Stuttgart konn- 7, 70569 Stuttgart, Email:
te nachweisen, dass die Umwandlung mehra@po.uni-stuttgart.de.
von lichtsignalgeregelten Kreuzungen in
eine Kreisverkehranlage eine Senkung
des Mittelpegels um etwa 3 dB (A) be-
wirkte. Noch positiver fiel die subjektive Grundsätzlich kann man auch einen An-
Beurteilung durch die Anwohner aus. Die trag auf Einrichtung eines Kreisverkehrs
unmittelbar am Knotenpunkt lebenden stellen. Ein Antrag an die Verwaltung ist
Anwohner bemerkten eine deutliche Ver- der Beginn von Kommunikation mit der
besserung. Verwaltung. Die Beschreibung für eine
Der Geschwindigkeitsverlauf kann aber Antragstellung nach § 47a StVO finden
auch durch moderne Verkehrserken- Sie im Abschnitt ‚Verlangsamung’ „Was
nungs- und Steuerungssysteme verstetigt kann ich tun?“. Den Antrag selbst finden
werden. So kann der Verkehrsfluss durch Sie in Anhang C (S. 58).
Verkehrszeichen mit einstellbaren Tem-
polimits gleichmäßiger gestaltet werden.
Erfahrungen zeigen, dass solche dynami-
schen Tempolimits stärker beachtet wer-
den, da die Fahrzeugführer elektronische Auf der Südautobahn im Bereich von
Verkehrszeichen für „intelligenter“ hal- Gleisdorf (Österreich) hat die ASFINAG
ten. (siehe Kasten) im Jahr 2002 eine etwa
fünf Kilometer lange multifunktionale
Aus Lärmschutzgründen sind Kreis- Lärmschutzanlage eröffnet. Auf der Basis
verkehre lichtsignalgeregelten Kreuzun- von Lärmmessungen werden elektroni-
gen vorzuziehen. Bei der Planung von sche Verkehrsbeeinflussungssysteme ak-
Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ist tiviert. Bei Überschreitungen der Immis-
darauf zu achten, dass die Fahrer nicht sionsgrenzwerte von 60 dB (A) bei Tag
zu immer neuen Stopp- und Beschleuni- und 50 dB (A) bei Nacht im Ortsgebiet
gungsmanövern gezwungen werden. von Gleisdorf wird die zulässige Ge-
Schließlich sollte der Verkehrsfluss durch schwindigkeit auf der Autobahn stufen-
dynamische Tempolimits und optimierte weise für Pkw auf 100 km/h bzw. 80
km/h und für Lkw auf 80 km/h bzw. 60
km/h reduziert. Damit wird eine Schall-
pegelminderung von bis zu fünf Dezibel
erreicht.

Weitere Informationen: Autobahnen-


und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG
(ASFINAG), Rotenturmstr. 5-9, PF 983,
A-1011 Wien, Internet:
www.asfinag.at/umwelt/
umwelt_start.htm.

Im Raum München wurde die Stauwahr-


scheinlichkeit mit Hilfe von dynami-
schen Tempolimits durch elektronische
Verkehrszeichen gesenkt.

• Informationen sammeln: Ist ein


Kreisverkehr für die Lösung der
Probleme sinnvoll?
• Antrag auf verkehrsbeschränkende
Maßnahmen formulieren
• Antrag von jemanden mit Know-
How checken lassen
• Öffentlichkeit informieren, um den
Druck zu erhöhen (Aktio-
nen/Pressearbeit)
• Nachfassen bei der Verwaltung

Die Broschüren „Tipps und Tricks für


eine erfolgreiche Lobbyarbeit“ und
„Tipps und Tricks für eine effektive Pres-
searbeit“ helfen weiter. Die Hefte erhal-
ten Sie beim BUND Verkehrsreferat
(www.bundgegenlaerm.de ).
% " "

Wie mindert Verlagerung von Verkehr Lärm? Bei der Verlagerung von Verkehr entlastet
man besonders befahrene und damit laute Straßen dadurch, dass die Fahrzeuge auf ande-
re Straßen umgeleitet werden. Insbesondere der LKW-Verkehr lässt sich durch (zeitlich
beschränkte) Fahrverbote umlenken. Ortsumfahrungen sind jedoch nicht unbedingt eine
Lösung. Lesen sie, wie eine Verlagerung für alle Parteien nützlich zu gestalten ist.

In der Planung berücksichtigen Zulassungs-Ordnung festgelegten Werte


Mit Hilfe einer entsprechend angelegten zur Unterscheidung zwischen lärmarmen
Stadtentwicklungs- und Verkehrspla- und lauten Lkw praxisfern sind. Nach
nung lässt sich der Verkehr bündeln und dieser Bestimmung werden die meisten
auf weniger lärmempfindliche Routen Lkw als „lärmarm“ eingestuft.
verlegen. So lassen sich Straßen neben- Zu einer Verlagerung von Verkehrsströ-
einander führen. Sinnvoll ist besonders men können aber auch städtebauliche
eine Bündelung des Lkw-Verkehrs als Maßnahmen betragen. Die Nutzung von
dominierender Geräuschquelle sowie des Schleichwegen kann etwa durch Durch-
Durchgangsverkehrs, wobei möglichst fahrverbote, Einbahnstraßenregelungen
unempfindliche Straßen (z.B. geringe oder die Einrichtung von verkehrsberu-
Bewohnerdichte, hoher Gewerbeanteil) higten Zonen unterbunden werden. Die
dafür gewählt werden sollten. Ausweisung von Lkw-Routen im Stadt-
gebiet trägt zu einer Bündelung der be-
Bei bestehenden Straßen sonders lärmintensiven Schwerverkehre
Aber auch bei bereits bestehenden Stra- bei.
ßen gibt es Handlungsmöglichkeiten. Zur Entlastung von lärmbetroffenen Be-
Durch § 45 Abs. 1 der Straßenverkehrs- wohnern von Innenstädten werden gerne
ordnung (Wortlaut in Anlage B (S. 51)) auch Ortsumfahrungen in die Diskussion
können die Ordnungsbehörden zum gebracht. Die Erfahrung zeigt jedoch,
Schutz der Anwohner vor Straßenver- dass die Bedeutung des stadteigenen
kehrslärm zeitlich und räumlich be- Verkehrs häufig unter- und die voraus-
schränkte Fahrverbote für bestimmte sichtliche Entlastungswirkung einer
Fahrzeugarten anordnen. In Betracht Ortsumfahrung häufig überschätzt wird.
kommen eine ggf. zeitlich befristete Für eine Reduzierung um drei Dezibel –
Sperrung für den Schwerverkehr (Lkw einer für das menschliche Ohr deutlich
über 7,5 t zul. Gesamtgewicht) oder den wahrnehmbaren Pegeländerung – müsste
gesamten Lastkraftwagen-Verkehr. das Verkehrsaufkommen an der bisheri-
gen Ortsdurchfahrt bei gleichbleibenden
Aufgrund der hohen geräuschmäßigen Kfz-Anteilen und –Geschwindigkeiten
Bedeutung von Lastkraftwagen ist ein um die Hälfte herabgesetzt werden. Orts-
Lkw-Fahrverbot auf Straßen mit hohem umfahrungen alleine führen daher nur
Lkw-Anteil das wirksamste Mittel zur selten zu einer hörbaren Entlastung an
Lärmbekämpfung. Das Instrument des der Ortsdurchfahrt. Gleichzeitig kommt
Nachtfahrverbotes nur für laute Lkws es aber zu einer Neuverlärmung von pe-
haben in der Vergangenheit nur sehr ripher gelegenen Siedlungsbereichen in
wenige Kommunen angewendet (siehe der Nähe der Ortsumfahrung.
unten). Dieses Instrument greift inzwi-
schen kaum noch, da die in Anlage XXI
zu § 49 Abs. 3 Straßenverkehrs-
Lärmschutzzonen außerhalb von Kurge-
bieten für zwei Stadtteile ein, in die mit
Kommunalverwaltung und Umwelt- Ausnahmen weniger Stunden am Vor-
initiativen sollten die Straßenverkehrs- mittag (7 bis 11 Uhr) nur lärmarme, spe-
behörden dahingehend überzeugen, dass ziell gekennzeichnete Lkw ab 3,5 t ein-
bei der Anordnung verkehrsbeschrän- fahren dürfen. Mit Mitteln des Bundes
kender oder verkehrslenkender Maßnah- und des Landes wurde außerdem die Be-
men an bestehenden Straßen (§ 45 Abs. schaffung von lärmarmen Lkws bezu-
1 StVO) auch Maßnahmen ergriffen wer- schusst. Im Jahre 1994 wurden acht wei-
den, die für sich genommen weniger als tere Lärmschutzzonen ausgewiesen.
3 dB(A) Pegelminderung erbringen, aber
als Teil eines Maßnahmenbündels aufge- Weitere Informationen: Stadt Heidelberg,
fasst werden können. Außerdem sollte Amt für Umweltschutz, Postfach 10 55
die Straßenverkehrsbehörde dahingehend 20, 69045 Heidelberg, Email: Umwelt-
überzeugt werden, dass verkehrsbe- amt.Heidelberg@heidelberg.de.
schränkende Maßnahmen nach § 45
Abs.1 StVO bereits beim Überschreiten In einem Pilotversuch in der stark befah-
der Immissionsgrenzwerte der 16. renen Beusselstraße in Berlin-Moabit im
BImSchV angeordnet werden sollten. Jahre 2002 wurden die Auswirkungen
eines Durchfahrtverbotes für Lkw unter-
Tipp: Wenn Ihre Straße zum Schleichweg sucht. Die Maßnahme erbrachte eine
geworden ist: Lärmminderung von 1-2 dB(A).
Rufen Sie Ihre Nachbarn (vielleicht per
Flugblatt) dazu auf, ihre Fahrzeuge nicht Weitere Informationen: Senats-
halb auf dem Gehweg und lückig ver- verwaltung für Stadtentwicklung IX D,
setzt zu parken, sondern rechts und links Brückenstr. 6, 10173 Berlin, Internet:
am Straßenrand gegenüber auf der Fahr- www.smile-
bahn. Dies ist eine jederzeit umkehrbare europe.org/PDF/beusselstrasse_1.pdf.
Verkehrsberuhigung mit eigenen Mitteln.
Diese Aktion ist vollkommen legal und !
führt zum Erfolg, weil der Schleichweg
an Attraktivität verlieren wird. • Informationen sammeln: Sind
Durchfahrverbote möglich?
Auch für die Verlagerung von Verkehrs- • Antrag auf verkehrsbeschränkende
strömen und die dazu notwendigen Maßnahmen formulieren
Maßnahmen können Sie einen Antrag • Antrag von jemanden mit Know-
bei der zuständigen Straßenverkehrsbe- How checken lassen
hörde stellen. Informationen dazu finden • Öffentlichkeit informieren, um den
Sie im Kapitel ‚Verlangsamung’ „Was Druck zu erhöhen (Aktio-
kann ich tun?“, den Antrag im nen/Pressearbeit
Anhang C (S. 58).
• Nachfassen bei der Verwaltung

Die Broschüren „Tipps und Tricks für


eine erfolgreiche Lobbyarbeit“ und
Fahrverbot nur für laute Lkws haben „Tipps und Tricks für eine effektive Pres-
bislang nur sehr wenige Kommunen ein- searbeit“ helfen weiter. Die Hefte erhal-
geführt, beispielsweise Bad Reichenhall ten Sie beim BUND Verkehrsreferat
und Heidelberg. Im Jahre 1991 richtete (www.bundgegenlaerm.de )
Heidelberg als erste Stadt in Deutschland
& '

Wie mindert Lärmminderungsplanung Lärm? Im Rahmen der Lärmminderungsplanung


stellen die Kommunen Pläne auf, wo es wie laut ist. Für besonders laute Orte in der Stadt
werden dann Maßnahmen geplant, die dort den Lärm reduzieren. Die Kommunen sind
nach § 47a Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) rechtlich dazu verpflichtet, diese
Planung durchzuführen. Die EU hat mittlerweile eine eigene Richtlinie verabschiedet, die
von den Mitgliedsstaaten bis zum 18. Juli 2004 in nationales Recht umgesetzt werden
sollte. Das bedeutet, dass die Grundlagen für Lärmminderungsplanung sich gerade verän-
dert.
Geplante Veränderungen
• Erstmals sollen ruhigere Gebiete geschützt werden
• Stärkere Öffentlichkeitsbeteiligung
• Es werden Fristen festgelegt, in denen die Lärmminderungspläne erstellt und um-
gesetzt werden müssen
• Das Verursacherprinzip wird verschärft.

Stand im Mai 2005:


Die Umsetzung in deutsches Recht steht noch aus, da der Bundesrat den Referentenent-
wurf Ende November 2004 als nicht finanzierbar abgelehnt hat.
Die Verhandlungen im Vermittlungsausschuss sind gescheitert, die Entscheidung über die
Umsetzung liegt nun bei den Bundesländern. Im Folgenden werden die noch geltende
Regelung und die Neuerungen dargestellt, die sich ergeben können.

Aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.bundgegenlaerm.de.

Lärmanalyse gehören außerdem der


" # $ %
Empfindlichkeitsplan und der Konflikt-
Die deutschen Städte und Gemeinden plan. Der Empfindlichkeitsplan ordnet
sind seit 1990 gemäß § 47 a BImSchG den Gebietsausweisungen (etwa Wohn-
zur Aufstellung eines Lärmminderungs- oder Gewerbenutzung) bestimmte Lärm-
plans verpflichtet, wenn ein abgestimm- Richtwerte zu. Der Konfliktplan zeigt
tes Vorgehen gegen verschiedenartige schließlich als Differenzpegelkarte auf,
Lärmerzeuger notwendig ist. Die Lärm- um wie viel dB (A) die nutzungsabhän-
minderungspläne sollen die Lärmbelas- gigen Richtwerte über- oder unterschrit-
tung und die Lärmquellen darstellen ten sind.
(Lärmanalyse) und die Maßnahmen zur Für Bereiche, in denen Überschreitungen
Minderung oder Verhinderung eines wei- der Richtwerte vorliegen, oder wo bei
teren Anstiegs aufzeigen. Bei der Lärm- verschiedenen Lärmquellen für mindes-
analyse wird der von allen wichtigen tens zwei Lärmarten die Richtwerte um
Geräuschquellen ausgehende Lärm er- jeweils nicht mehr als fünf dB (A) unter-
fasst (Straßen-, Schienen- und Flugver- schritten sind, sind von der Gemeinde
kehr, Gewerbe und Freizeiteinrichtungen) Lärmminderungsmaßnahmen zu planen.
und in Lärmkarten dargestellt. Auf den Der Konfliktplan sollte durch Betroffen-
Lärmkarten lässt sich genau sehen, wo heitsuntersuchungen (Anzahl der betrof-
Lärmkonflikte bestehen, wie stark die fenen Einwohner, Art der Betroffenheit)
Belastungen sind und welche Geräusch- konkretisiert werden, um eine Prioritä-
quellen dafür verantwortlich sind. Zur tensetzung bei den Lärm-
minderungsmaßnahmen zu ermöglichen. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin,
Erst die Kopplung des Konfliktplans mit dass der Straßenverkehr mit Bund, Län-
den Ergebnissen der Betroffenheits- dern, Landkreisen und Gemeinden ganz
untersuchungen hilft Stadt- und Ver- unterschiedlichen Baulastträgern unter-
kehrsplanern zu entscheiden, wo die liegt. Hinzu kommen die Straßenver-
Lärmminderungsplanung am sinnvolls- kehrsbehörden, die für die Umsetzung
ten und effektivsten einzusetzen ist. Im der straßenverkehrsrechtlichen Regelun-
Maßnahmenplan werden schließlich die gen zuständig sind. Diese Vielfalt der
einzelnen Schallschutzmaßnahmen mit Ebenen und Zuständigkeiten schränkt die
den dazugehörigen Rechtsgrundlagen Handlungsmöglichkeiten der Kommunen
und die Stellen aufgeführt, die für ihre als Träger der Lärmminderungsplanung
Umsetzung zuständig sind. Zudem sollen stark ein. Auch auf den Schienenfern-
die zeitliche Abwicklung und eine Ab- und Flugverkehr kann die Kommune nur
schätzung der zu erwartenden Lärment- sehr begrenzt Einfluss nehmen.
lastung beschrieben werden.
Rechtlicher Rahmen
Bis zum Sommer 2000 hatten von den Die Kommunen sind nach § 47a des
14.316 Gemeinden Deutschlands 350 Bundes-Immissionsschutzgesetzes
Gemeinden mit Arbeiten an einem (BImSchG) verpflichtet, Lärmminde-
Lärmminderungsplan begonnen. Von rungsplanung durchzuführen. Der Wort-
diesen 350 hat nicht einmal die Hälfte laut des Gesetzes finden Sie im Anhang
die Lärmanalyse abgeschlossen und eine B (S.47f.).
konzeptionelle Maßnahmenplanung Die Nichtbefassung und Umsetzung von
durchgeführt. Es handelt sich hierbei Lärmminderungsplanung ist allerdings
überwiegend um kleinere und mittlere nicht sanktioniert und kann bislang noch
Gemeinden. nicht erfolgreich von Dritten eingeklagt
werden. Denkbar ist eine Beschwerde bei
Schwierigkeiten der Kommunalaufsicht oder beim
Der Grund für die Zurückhaltung bei der Ministerium, das auf Landes- oder Bun-
Aufstellung von Lärmminderungsplänen desebene für den Bereich zuständig ist,
liegt nicht nur an der Finanznot der um die Untätigkeit in diesem Bereich
Kommunen, sondern auch daran, dass publik zu machen.
das Gesetz keine Fristen zur Aufstellung Ein Antrag auf Lärmminderungsplanung
nennt und dass lärmgeplagte Bürger kei- könnte – natürlich um die individuellen
ne Handhabe haben, eine Kommune zur Daten ergänzt - so aussehen, wie im An-
Aufstellung eines Lärmminderungsplanes hang C (S. 61)dargestellt.
gemäß § 47 a BImSchG zu zwingen.
Auch die Umsetzung von Maßnahmen
" & ' (
aus dem Lärmminderungsplan kann
nicht eingeklagt werden. Die Umsetzung )
der Lärmminderungspläne scheitert oft
daran, dass die für die Aufstellung des
Die „Richtlinie des Europäischen Parla-
Planes meist zuständige Umweltverwal-
ments und des Rates über die Bewertung
tung keine Maßnahmenzuständigkeit hat
und die Bekämpfung von Umgebungs-
und dass § 47 a BImSchG keine eigen-
lärm“ (EU-Umgebungslärmrichtlinie) trat
ständige Ermächtigung zur Umsetzung
am 18. Juli 2002 in Kraft. Sie musste bis
von Lärmschutzmaßnahmen kennt. Es
zum 18. Juli 2004 in deutsches Recht
gibt auch keine Grenzwerte, die zwin-
umgesetzt werden. Die Richtlinie defi-
gend Aktivitäten fordern.
niert „Umgebungslärm“ als unerwünsch-
te oder gesundheitsschädliche Geräusche von fünf Dezibel für die vierstündige
im Freien, die durch Aktivitäten von Abendzeit und zehn Dezibel für die acht-
Menschen verursacht werden, einschließ- stündige Nachtzeit gemittelte Schall-
lich Lärms, der von Verkehrsmitteln so- druckpegel.
wie Geländen für industrielle Tätigkeiten Ziel der Richtlinie ist ausdrücklich nicht
ausgeht. Die Richtlinie setzt Fristen für nur die Bekämpfung des Lärms in lauten
die Erstellung von Lärmkarten und dar- Gebieten, sondern auch die Erhaltung der
auf aufbauend Lärmminderungsplänen Ruhe in bisher leisen Gebieten.
(„Aktionspläne“ in der Sprache der
Richtlinie) zur Bekämpfung der wesentli-
chen Lärmquellen. Allerdings bezieht Beteiligungsmöglichkeiten
sich diese Pflicht nur auf Ballungsräume Die EU-Umgebungslärmrichtlinie betont
und Hauptverkehrswege (siehe Tabelle). auch die Öffentlichkeitsbeteiligung. In
Artikel 8 Absatz 7 der Umgebungslärm-
Untersuchungsbe- Lärm- Akti- richtlinie heißt es: „Die Mitgliedstaaten
reich karten ons- sorgen dafür, dass die Öffentlichkeit zu
bis pläne Vorschlägen für Aktionspläne gehört
bis wird, dass sie rechtzeitig und effektiv die
Ballungsräume Möglichkeit erhält, an der Ausarbeitung
>250.000 und der Überprüfung der Aktionspläne
Einwohner 30.Juni 18.Juli mitzuwirken, dass die Ergebnisse dieser
Hauptverkehrsstra- 2007 2008 Mitwirkung berücksichtigt werden und
ßen dass die Öffentlichkeit über die getroffe-
>6 Mio. nen Entscheidungen unterrichtet wird. Es
Fahrzeuge/Jahr sind angemessene Fristen mit einer aus-
Ballungsräume reichenden Zeitspanne für jede Phase der
>100.000 Mitwirkung der Öffentlichkeit vorzuse-
Einwohner 30.Juni 18.Juli hen.“
2012 2013 Lärmkarten und Aktionspläne sollen alle
Hauptverkehrsstra- fünf Jahre überprüft und bei Bedarf ü-
ßen berarbeitet werden.
>3 Mio. Für Gemeinden bzw. Ballungsräume un-
Fahrzeuge/Jahr ter 100.000 Einwohner gilt weiterhin die
Verpflichtung aus § 47 a BImSchG zur
Neue Lärmindizies Aufstellung von Lärmminderungsplänen.
Das Vorgehen bei der Erstellung der Derzeit greifen die beiden Instrumenta-
Lärmkarten und Aktionspläne ähnelt rien jedoch noch nicht lückenlos inein-
weitgehend dem Verfahren bei der ander. Schwierig dürfte es z.B. werden,
Lärmminderungsplanung nach § 47 a der Öffentlichkeit überzeugend zu ver-
Bundes-Immissionsschutzgesetz. deutlichen, dass etwa im Rahmen der
Allerdings werden durch die Richtlinie Bauleitplanung andere Lärmindizes he-
neue Lärmindizes eingeführt. Für die rangezogen werden als bei der Lärmkar-
Beschreibung der Lärmbelastung werden tierung und der Aktionsplanung nach
als kennzeichnende Größen der Lden als der Umgebungslärmrichtlinie. Im Gegen-
Maß für die allgemeine Belästigung und satz zur Umgebungslärmrichtlinie legt
der Lnight als Maß für die Störungen des der §47a BImSchG keine Fristen für die
Schlafes eingeführt. Lnight ist dabei der Erstellung von Lärmminderungsplänen
über die Nacht, Lden der über den gesam- fest.
ten 24-stündigen Tag mit Zuschlägen
gegnungsstätte zwischen Politik und
Verwaltung sowie Verbänden,
Warum beteiligen? Bürgergruppen sowie Bürgerinnen und
Die aktive Beteiligung an der Lärmmin- Bürgern einzurichten, hat sich in
derungsplanung durch Verbände, Bür- anderen Bereichen schon vielfach
gergruppen und der interessierten Bür- bewährt.
gerschaft sollte von Anfang an erfolgen. Beharrlich bleiben
Auch wenn sie bisher noch nicht recht- Öffentlicher Druck und beharrliches
lich verbindlich vorgeschrieben ist. Run- Nachfragen helfen, das Verfahren in
de Tische zum Beispiel verursachen Poli- Gang zu setzen. Das kann über eine An-
tik und Verwaltung - ähnlich wie die frage einer Fraktion an den Magistrat
Agenda-21-Prozesse - zwar vordergrün- mit der Bitte um Auskunft über den
dig mehr Arbeit, gleichzeitig steigert sich Stand der Lärmminderungsplanung ge-
dadurch aber erheblich die Akzeptanz für schehen. Bleibt die Stadt untätig, sollte
die Lärmminderungsplanung in der Be- durch einen Antrag im Stadtparlament
völkerung. Druck gemacht werden, den zuvor ange-
sprochene Abgeordnete einreichen. Dazu
Was ist zu tun? müssen im Vorfeld Kontakte zu Kommu-
nalpolitikerinnen und Kommunalpoliti-
Informationen sammeln kern geknüpft werden.
Zunächst ist es für den Verband oder die
Initiative wichtig, vorhandene Informati- Die Broschüren „Tipps und Tricks für
onen über den Stand der Lärmminde- eine erfolgreiche Lobbyarbeit“ und
rungsplanung in ihrer Stadt zusammen- „Tipps und Tricks für eine effektive Pres-
tragen. Dazu sollte – wenn Lärmschutz- searbeit“ helfen weiter. Die Hefte erhal-
beauftragte oder Ruhebeauftragte fehlen ten Sie beim BUND Verkehrsreferat
– Kontakt zu betreffenden Ämtern (Um- (www.bundgegenlaerm.de ).
weltämter, Stadtplanungsämter, Bauäm-
ter) aufgenommen werden. Auch im Rat Gelder sinnvoll einsetzen
der Stadt bzw. bei den Stadtverordneten Der Aufwand bei der Erstellung des
und ihren Fraktionen kann diesbezüglich Schallimmissionsplanes sollte auf ein
angefragt werden. Vielleicht gibt es auch notwendiges Minimum reduziert werden.
einen städtischen Umweltausschuss, der Beispielsweise kann auf Immissions-
sich des Themas angenommen hat oder empfindlichkeits- und Konfliktpläne zu-
Stadtverordnete, die sich des Themas gunsten einer tabellarischen Darstellung
annehmen wollen. verzichtet werden, wie dies das Land
Brandenburg seinen Kommunen emp-
Kooperation anbieten fiehlt. Das Land Sachsen-Anhalt rät sei-
Ziel sollte es sein, das Verfahren der nen Kommunen, Schallimmissionspläne
Lärmminderungsplanung bzw. die Be- nur noch für Straßen- und Schienenver-
schäftigung mit dem Thema Lärm und kehrslärm aufzustellen. Auch dies spart
Ruhe ins öffentliche Bewusstsein zu rü- Kosten. Die Kostenpriorität sollte statt-
cken. Hierzu muss von Anfang an Poli- dessen bei der Maßnahmenplanung lie-
tik und Verwaltung eine konstruktive gen.
Kooperation angeboten werden. Denken
Sie daran, die Behörden sind nicht ver- Ist die Lärmminderungsplanung erfolgt,
pflichtet, aktiv zu werden. Der Vor- fehlt oft das Geld für die Umsetzung.
schlag, Runde Tische oder Beiräte als Denn für die Aufstellung von Lärmmin-
Schnittstelle und institutionalisierte Be- derungsplänen erhalten die Kommunen
Zuschüsse – für die Maßnahmen nicht. Ähnliche Programme existieren teilweise
Im Vorfeld ist dementsprechend darauf auf Landesebene und sollten in Erfah-
zu achten, dass Haushaltsmittel bereitge- rung gebracht werden. Weitere Möglich-
stellt werden. Alternativ lassen sich dem keiten bieten unter Umständen das Ge-
Titel Verkehr oder Verkehrsentwicklung meindeverkehrsfinanzierungsgesetz oder
kurzfristig Mittel für eine Lärmminde- verschiedene Städtebauförderprogramme.
rungsplanung entnehmen. Alternativ können den Haushaltstiteln
Verkehr oder Verkehrsentwicklung Mittel
Sponsoring entnommen werden, da Lärmminde-
Die wichtige Vorarbeit der Verbände und rungsplanung auch durch die Lenkung
Initiativen vor Ort kann dem Thema Ru- von Verkehrsströmen geschieht, die ei-
heschutz und Lärmminderung mehr Be- nen wesentlichen Anteil an der innerört-
deutung verleihen, mit der Folge, dass lichen Lärmbelastung haben.
Sponsoren (etwa aus dem örtlichen Ge- Es ist nicht ausgeschlossen, dass Kom-
werbe) für konkrete Maßnahmen zu ge- munen sich am Lärmschutz an bestimm-
winnen sind. Krankenkassen und Ver- ten Bahn- oder Straßenstrecken mit ei-
bände aus dem Gesundheitswesen sowie genen Mitteln beteiligen, um belastende
Rentenkassen, bestimmte Berufsgruppen Situationen zu beenden.
und Gewerbetreibende, aber auch sonsti-
ge lokale Arbeitgeber können als Ver- Mit Hilfe von sachverständigen Personen
bündete gewonnen werden. sollte zunächst geklärt werden, ob die
Voraussetzungen für die Erstellung eines
Sonderprogramme Lärmminderungsplanes nach § 47 a
Der Einsatz von Haushaltsmitteln zur BImSchG oder nach der EU-
Lärmbekämpfung ist in Zeiten knapper Umgebungslärmrichtlinie gegeben sind.
Kassen immer eine Frage der politischen Ein beispielhafter Antrag auf Lärmmin-
Prioritäten. derungsplanung findet sich im Anhang C
Die Bereitschaft, hierfür Geld in die Hand (S.61). Er muss um die örtlichen Anga-
zu nehmen wächst, wenn es Zuschüsse ben ergänzt werden.
durch den Bund oder das Land oder
sonstige Stellen gibt. Fördermöglichkei-
ten sollten in Erfahrung gebracht und die
Gemeinden angehalten werden, entspre- Lärmminderungsplanung Celle:
chende Anträge zu stellen. Des weiteren
sollten sich die Gemeinden dafür einset- Die Lärmminderungsplanung wurde als
zen, dass die Lärmverursacher (Straßen- Pilotprojekt für das Land Niedersachsen
baulastträger, Bahn) entsprechende Mit- mit entsprechender Förderung durchge-
tel beantragen und die Lärmsanierung führt. Zu den Maßnahmen zählten ein
vorantreiben. neues Wegweisesystem für Lkws, eine
Konzeption zur Innenstadtbelieferung
Es gibt einen Haushaltstitel zur Lärmsa- mit Kleinmengen durch einen
nierung an Bundesstraßen nach der Dienstleister (vgl. Kapitel III‚ Was die
Richtlinie für den Verkehrslärmschutz an Kommune sonst noch tun kann’ Güter-
Bundesfernstraßen in der Baulast des verkehrsmanagement), Maßnahmen zur
Bundes (VLärmSchR 97). Über die ge- Reduzierung von Geschwindigkeit und
nauen Anspruchsvoraussetzungen und der Verkehrsmenge, Ausbau des Radwe-
Vergabekriterien informiert das Bundes- genetzes, Schallabschirmungen im Stra-
ministerium für Verkehr. ßenseitenraum und privaten Straßen-
randbereich, Abstandsvergrößerungen,
lärmmindernde Fahrbahnbeläge und
Maßnahmen zur Verstetigung des Fahr-
verlaufs. Während der Kfz-Anteil 1978 • Informationen sammeln: Wie ist
noch bei 53 % lag, könnte dieser bis Mit- der Stand der Lärmminderungs-
te der 1990er Jahre auf 39 % gesenkt planung in der Verwaltung? Wie
werden. Der Radverkehrsanteil stieg hin- ist die Haltung gegenüber der Pla-
gegen von ca. 9 % auf 28 %. nung?
• Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit
Weitere Informationen: Stadt Celle, Abt. (Siehe die BUNDHandbücher Tipps
Verkehrsplanung, Helmuth-Hörstmann- und Tricks für die Lobby- und Öf-
Weg 1, Neues Rathaus, 29221 Celle, die fentlichkeitsarbeit)
Folien einer Power-Point-Präsentation • Zusätzliche Geldquellen?
zur Lärmminderungskonzeption Celle • Überprüfung der Umsetzung der
stehen als Download-Angebot unter Planung
www.smile-
europe.org/PDF/knabe_5_de.pdf zur Ver-
fügung.

Lärmminderungsplanung Hansestadt
Rostock:

Die Hansestadt Rostock gehört zu den


wenigen Kommunen, die Lärmminderung
seit vielen Jahren kontinuierlich und
zielgerichtet betreiben. Die Schwerpunkte
wurden dabei auf folgende Maßnahmen
gelegt: Einführung von Tempo 30 auch
auf Hauptverkehrsstraßen, Förderung des
Umweltverbundes (Bus und Bahn, Rad,
Fußverkehr), das Flächennutzungskon-
zept einer "Stadt der kurzen Wege", Ver-
kehrsberuhigung und die Sanierung von
Straßenoberflächen. Die Erstellung und
Umsetzung des Lärmminderungsplanes
wurde durch eine intensive Öffentlich-
keitsarbeit begleitet. Durch einen von
einem externen Fachmann moderierten
Arbeitskreis Lärmminderungsplanung
konnten Entscheidungsprozesse in den
Ausschüssen und der Bürgerschaft kon-
sensorientiert vorbereitet werden.

Weitere Informationen: Hansestadt Ros-


tock, Amt für Umweltschutz, Steffen No-
zon, Neuer Markt 1, 18050 Rostock, In-
ternet:
www.rostock.de/Internet/stadtverwaltung
/amt73/laerm.jsp,
Email: steffen.nozon@rostock.de.
( ) *

Wie mindern geräuscharme Fahrzeuge den Lärm? Einerseits kann man Fahrzeuge kaufen,
die sehr leise Motorgeräusche von sich geben. Wichtiger für die Geräuschentwicklung ab
einer Geschwindigkeit von ca.35 km/h sind die Reifengeräusche. Daher lässt sich durch
den Kauf von geeigneten Reifen ebenfalls eine Reduzierung des Lärms erreichen.

)
*
Ab einer Geschwindigkeit von ca. 35
Nach § 38 Abs. 1 Bundes- km/h übertreffen bei modernen Pkws die
Immissionsschutzgesetz (BImSchG) müs- Rollgeräusche die Antriebsgeräusche. Bei
sen Kraftfahrzeuge so beschaffen sein, neuen Lkws dominieren die Rollgeräu-
dass vermeidbare Emissionen verhindert sche oberhalb von etwa 60 km/h. Die
und unvermeidbare Emissionen auf ein Fahrzeugnutzer können durch eine be-
Mindestmaß beschränkt werden, wobei wusste Reifenwahl die von ihrem Fahr-
sich die Anforderungen am Stand der zeug ausgehenden Lärmemissionen ent-
Technik orientieren müssen. Allerdings scheidend beeinflussen. Denn bei den zur
sind die Handlungsspielräume bezüglich Zeit auf dem Markt erhältlichen Fahr-
der Beschaffenheit von Fahrzeugen auf zeugreifen gibt es beim Abrollgeräusch
nationaler Ebene weitgehend einge- Unterschiede bis zu 7 Dezibel.
schränkt. Produktvorschriften, also auch Seit dem 4. August 2003 unterliegen
Emissionsanforderungen von Fahrzeugen neue Reifentypen einer Genehmigung
und Maschinen, werden in der Regel nur nach der EU-Reifenrichtlinie
auf europäischer Ebene geregelt. So hat (92/23/EEC). Neue Pkw-Reifen über 145
die EU für Pkw einen Grenzwert für den mm bis 165 mm Breite müssen danach
Pegel bei beschleunigter Vorbeifahrt in einen Grenzwert von 73 dB(A) einhalten.
Höhe von max. 75 dB (A) erlassen. Für Der Grenzwert geht hoch bis auf einen
Lkw und Busse gilt der Grenzwert von Wert von 76 dB(A) bei den Reifen über
max. 81 dB (A). 215 mm. Für die Genehmigung von neu-
Besonders leise und schadstoffarm sind en Kraftfahrzeugtypen, die dann also
Gas-, Solar- oder/und Elektrowagen, eine Erstzulassung erhalten sollen, wird
Hybridantriebe sowie Brennstoffzellen- die Richtlinie erst im nächsten Jahr ver-
antriebe. Mit Erdgas betriebene Linien- bindlich. Die Genehmigung aller Reifen-
busse sind nicht nur wesentlich leiser, typen nach dieser Richtlinie ist erst im
sondern führen verglichen mit Dieselmo- Jahre 2009 verbindlich und es gibt Aus-
tor betriebenen Bussen auch zu einer nahmen für bestimmte Reifenklassen.
drastischen Verminderung der NOx- Erst am 30. September 2011 müssen alle
Emissionen, zu einer Verringerung der Reifen, die auf die Straße kommen, den
CO2-Emissionen und zu keinen Partikel- Geräuschgrenzwerten dieser Richtlinie
emissionen. Ein Brennstoffzellen-Bus ist entsprechen. Die Grenzwerte der EU-
praktisch emissionsfrei, ausgesprochen Reifenrichtlinie sind allerdings viel zu
leise und bietet vibrationsfreien Fahr- hoch. Eine Untersuchung der akustischen
komfort. Allerdings befindet sich diese Eigenschaften von 82 marktrelevanten
derzeit noch sehr teuere Technologie PKW-Reifentypen im Auftrag des Um-
noch im Erprobungsstadium. weltbundesamtes im Jahr 2003 zeigte,
dass sämtliche Neu-Reifen unter den EU-
Grenzwerten liegen (Ergebnisse unter:
www.umweltbundesamt.de).

Beim Neukauf von Fahrzeugen und Rei-


fen sollte auf die Umwelteigenschaften
(insbesondere Lärmarmut und Energie-
sparsamkeit) geachtet werden. Gute Ori-
entierung liefern hier die jährlich er-
scheinende Auto-Umwelt-Liste des Ver-
kehrsclub Deutschlands, in der über 300
Pkws auf ihre Umweltverträglichkeit hin
untersucht werden. Dieser Liste können
auch die Vorbeifahrt-Geräuschwerte die-
ser Fahrzeuge laut Typprüfung entnom-
men werden. In der Auto-Umwelt-Liste
2003/2004 zeigten sich Unterschiede bei
den Werten um 6 dB (A). Ein lautes Auto
mit 75 dB (A) – z.B. der Mini-Van Hyun-
dai Trajet – wird als so laut empfunden
wie vier leise Autos – z.B. der Toyota
Yaris Verso 1.3 C und der VW Lupo FSI
mit 69 dB (A) Fahrlärm. Bedauerlicher-
weise werden Neufahrzeuge oft mit Rei-
fen ausgeliefert, die lauter sind als der
während der Geräusch-Typprüfung des
Fahrzeugs verwendete Reifentyp. Hier
sollte kritisch beim Händler nachgefragt
werden.
Informationen über die Abrollgeräusche
von Pkw-Reifen und Nutzfahrzeugreifen
können den Untersuchungen des Um-
weltbundesamtes entnommen werden.
Diese Untersuchungen zeigen auch, dass
Winterreifen nicht lauter als Sommerrei-
fen sein müssen bzw. dass Winterreifen
keine schlechteren Rollwiderstandsbei-
werte als Sommerreifen haben müssen.
Es gibt auch keinen signifikanten Ziel-
konflikt zwischen Abrollgeräusch und
wichtigen Gebrauchseigenschaften wie
Nassbremsverhalten oder Schutz vor A-
quaplaning. Ein umweltfreundlicher
Pkw-Reifen zeichnet sich dadurch aus,
dass sein Abrollgeräusch unter 72 dB (A)
und sein Rollwiderstandsbeiwert, cR <=
1,10% (Sommerreifen) bzw. <= 1,20%
(Winterreifen) ist.
))) & - ! " %

Für die langfristige Verringerung von Lärm spielt die Kommune eine wichtige Rolle.
Selbstverständlich gibt es für die Kommunen noch mehr Möglichkeiten Lärm zu verrin-
gern, als die im folgenden dargestellten. Wir beschränken uns hier auf die wichtigsten:

Damit in Zukunft Lärm gar nicht erst zum Problem wird, sollten in der Bauleitplanung
bereits Schallauswirkungen berücksichtigt werden. Es macht Sinn, Luftreinhalte- und
Lärmminderungsplanung zu integrieren. Die Förderung von Rad- und Fußverkehr und
öffentlichen Verkehrsmitteln ist auch aus dem Blickwinkel der Lärmvermeidung zu emp-
fehlen. Ebenso können sich Güterverkehrs- und Parkraummanagement lärmmindernd
auswirken. Anregungen, was das für die Praxis bedeutet sowie gelungene Fallbeispiele
finden Sie im folgenden Kapitel.

In den letzten Abschnitten dieses Kapitels erhalten Sie Hinweise grundsätzlicher Art: Vie-
le Kommunen entwickeln heutzutage ein Leitbild, also eine Vorstellung, wie die Kommu-
ne in Zukunft wünschenswert wäre. Wenn Ruhe als anzustrebendes Gut darin berück-
sichtigt wird, ist das ein positiver Beitrag zur Bewusstseinsbildung. Für die Bürger hilf-
reich– und damit auch entlastend für die Verwaltungsangestellten – ist es, einen An-
sprechpartner für Lärm einzurichten. Weil die Betroffenheit manchmal sehr groß und in
Folge dessen oft Emotionen im Spiel sind, bietet sich Mediation an, also eine professio-
nelle Vermittlung zwischen den streitenden Parteien.

Es sind nicht immer die großen und damit teuren Lösungen, die Erleichterungen für Be-
troffene bringen. Viele kleine Maßnahmen führen auch zum Erfolg.

+ ' , - in der Regel im Abwägungsprozess


schwächer bewertet.
Für die Regionalplanung und die kom- §9 Abs.1 Nr.24 BauGB lässt die Festle-
munale Bauleitplanung (sowie bei der gung von Schutzflächen oder Vorkeh-
Neuanlage von Verkehrswegen) gilt der rungen zum Schutz vor schädlichen
Trennungsgrundsatz des §50 BImSchG. Umwelteinwirkungen im Bebauungsplan
Demnach sollen Flächen einander so zu (z.B. Lärmschutzwände oder –wälle
zugeordnet werden, dass schädliche bzw. Lärmschutzfenster oder schalldäm-
Umwelteinwirkungen (also auch Lärm) mende Bauteile). „Die von der Bebauung
soweit wie möglich vermieden werden. freizuhaltenden Schutzflächen und ihre
Demzufolge sind laute Gebiete (Indust- Nutzung, die Flächen für besondere An-
rie- und Gewerbegebiete) von Wohnge- lagen und Vorkehrungen zum Schutz vor
bieten zu trennen. Außerdem sollten lau- schädlichen Umwelteinwirkungen im
te Gebiete möglichst an Verkehrswegen Sinne des Bundes-
liegen, die den Verkehr so abführen, dass Immissionsschutzgesetzes sowie die zum
er keine empfindlichen Nutzungen be- Schutz vor solchen Einwirkungen oder
rührt. Im Planungsalltag wird dieser zur Vermeidung oder Minderung solcher
Trennungsgrundsatz jedoch häufig nicht Einwirkungen zu treffenden baulichen
beachtet, um Investoren entgegen zu und sonstigen technischen Vorkehrun-
kommen. § 50 BImSchG wird von der gen“ können demnach im Bebauungs-
Planung zwar oft wahrgenommen, aber
plan festgelegt werden. In der Planungs- dB(A) tagsüber und 49 dB(A) nachts ein-
wirklichkeit werden diese Schutzflächen gehalten werden. Für Mischgebiete müs-
häufig mit „Abstandsgrün“ verwechselt, sen hingegen nur Grenzwerte von 64
die den Lärm meist überhaupt nicht ver- dB(A) tagsüber und 54 dB(A) nachts ein-
mindern. gehalten werden.
Bei der Bauleitplanung (Flächennut-
zungsplanung und Bebauungspläne) Die Stadtentwicklungsplanung sollte sich
werden üblicherweise folgende Orientie- am Ideal der „Stadt der kurzen Wege“
rungswerte der DIN 18005 (Schallschutz orientieren. Das heißt, die Entfernungen
im Städtebau) berücksichtigt: zwischen Arbeitsplätzen, Wohnstätten
und sonstigen publikumsfrequentierten
Bereichen sollten auf ein Mindestmaß
Orientierungswerte Stadtplanung für reduziert werden. Die Planungswirklich-
Verkehrslärm nach der DIN-Norm keit sieht jedoch oft anders aus. So findet
18005 in dB(A), Beurteilungspegel vor man häufig den Neubau von Einkaufs-
dem Fenster (Tag: 6-22 h, Nacht: 22-6h) zentren oder Freizeiteinrichtungen auf
Art der zu schützenden Nutzung Tag Nacht der „grünen Wiese“, die vorwiegend mit
Kern- und Gewerbegebiete 65 55 dem Pkw angesteuert werden müssen.
Dorf- und Mischgebiete 60 50 Dies geschieht oft zum Nachteil klein-
besondere Wohngebiete 60 45
räumiger Strukturen wie z.B. Tante-
Emma-Läden oder Buchhandlungen.
Friedhöfe, Kleingarten- und Park- 55 55
anlagen Durch die Einrichtung bzw. Ausdehnung
von Fußgängerzonen, Fahrradstraßen
allgemeine Wohn- und Kleinsied- 55 45
lungsgebiete und verkehrsberuhigten Straßen kommt
Reine Wohn-, Wochenend- u. 50 40
deutlich mehr Ruhe in die Stadt. Damit
Ferienhausgebiete gewinnen Flächen, die vorher nur als
Sondergebiete je nach Art der 45-65 35-65 Verkehrsflächen dienten, auch wieder
Nutzung ihre soziale Funktion für Aufenthalt,
Kommunikation oder Kinderspiel. Au-
Diese Orientierungswerte müssen bei ßerdem wird die Verkehrssicherheit er-
Planungen jedoch nicht streng eingehal- höht.
ten werden, sondern können im Rahmen
der Abwägung sowohl unter- als auch Handlungsempfehlungen:
überschritten werden. Bei der Genehmi- Die kommunalen Möglichkeiten zur
gung von neuen oder wesentlich geän- Verminderung des Verkehrslärms im
derten Straßen gelten dagegen die ver- Rahmen der Bauleitplanung (z.B. Festset-
bindlich einzuhaltenden Immissions- zung von einzuhaltenden Abständen
grenzwerte der 16. BImSchV. zwischen Lärmquellen und Wohngebie-
Um die strengeren Lärmricht- und - ten, lärmoptimierte Festsetzung von Ver-
grenzwerte zu umgehen, werden Sied- kehrsflächen, Schließung von Baulücken,
lungen, die eigentlich als „Allgemeines Festsetzung einer geschlossenen Bauwei-
Wohngebiet“ auszuweisen wären, viel- se bzw. der Gebäudehöhe, Nutzungsmi-
fach als „Mischgebiet“ in die Bauleitpla- schung in der Kernstadt statt Neuauswei-
nung aufgenommen. Dies wirkt sich sung im Außenbereich, Festsetzung von
dann insbesondere beim Neubau oder der Flächen für Schallschutzeinrichtungen)
wesentlichen Änderung von Straßen sollten ausgeschöpft werden.
nachteilig für die Anwohner aus. Denn Auch die kommunale Wirtschaftsförde-
für allgemeine Wohngebiete müssen ge- rung sollte als Instrument zur Lärmmin-
mäß 16. BImSchV Grenzwerte von 59 derung genutzt werden. So sollten regio-
nale Wirtschaftskreisläufe (hohe Ferti- Atriumbauweise) und Raumnutzungsan-
gungstiefe in der Region, regionale Ver- ordnungen verbindlich festgesetzt wer-
marktung) gestärkt werden, um lange den. So sollten Gebäude, die nicht zum
Transportwege zu vermeiden. dauerhaften Aufenthalt von Menschen
Bei Ansiedelungen von Unternehmen bestimmt sind (z.B. Garagen, Lagerräu-
und der Bereitstellung von Gewerbeflä- me), straßenseitig angelegt werden. In-
chen sollte auf die Lärmauswirkungen nerhalb von Wohnungen sollten ruhebe-
geachtet werden. Unter Umständen kann dürftige Räume wie Wohn- und Schlaf-
es sinnvoll sein, möglichen Investoren zimmer auf der verkehrsabgewandten
anzuraten, vorsorglich ein Lärmgutach- Gebäudeseite angeordnet werden.
ten (Immissionsprognose) anfertigen zu
lassen, um potenzielle Konflikte im Vor- Schließung von Baulücken
feld besser beurteilen zu können und Große Baukörper erzeugen einen hohen
durch entsprechende Bauausführung o- Schallschatten (ca. 25-30 dB(A)), wenn
der/und Betriebsabläufe zu vermeiden. sie parallel zur Straße stehen und keine
Hierzu gehört, die Betriebe zum Einsatz Baulücken aufweisen. Deshalb ist das
lärmarmer Fahrzeuge und zur Beachtung Schließen von Baulücken eine sehr effek-
der Ruhezeiten anzuhalten. Für Betriebe tive Lärmschutzmaßnahme für die dahin-
kann eine „lärmarme Betriebsführung“ ter liegende Bebauung. Auch trägt ein
eine Imageverbesserung bedeuten. Baulückenschluss häufig zu einer Ver-
ringerung von Flächenversiegelung bei,
In der Bauplanung werden die Planun- wenn dadurch die Neuausweisung von
gen auf die Vermeidbarkeit von Lärm- Baugebieten vermieden werden kann.
quellen hin überprüft. Dazu gehören Allerdings kann es im Einzelfall zu ei-
Maßnahmen wie nem Zielkonflikt mit der Luftreinhaltung
• abgesenkte Bürgersteige kommen. Denn eine durchgängige Rand-
• das Vermeiden oder der Rückbau bebauung ist nicht sinnvoll, wenn
von Aufpflasterungen oder soge- Schadstoffanreicherungen vermieden
nannter „Kölner Teller“ werden sollen. Bei Einzelhausbebauung
• die Verlegung lärmmindernden sollte wenigstens durch Mauern oder
Asphalts, Nebengebäude für einen weitgehenden
• Planungen, die keine Balkone oder Lückenschluss oder wenigstens für eine
Vorbauten zur Straße aufweisen Art „Flankenschutz“ gesorgt werden.
• Kreisel an Stelle von Ampelanla-
Best Practice
gen in Kreuzungsbereichen, um
den Verkehr zu verflüssigen.
Verkehrsentwicklungsplanung der Stadt
Weitere Informationen: Heidelberg
Zu der Sanierung von Pflastersteinstra-
ßen als Konfliktfeld zwischen Denkmal- Der Gemeinderat der Stadt Heidelberg
schutz und Gesundheitsschutz hat das hat 1994 einen Verkehrsentwicklungs-
Amt für Umweltschutz der Stadt Rostock plan (VEP) beschlossen, dem ein mehr-
eine Untersuchung durchgeführt. jähriger Vorbereitungsprozess und eine
sehr intensive Bürgerbeteiligung voraus-
Zu der Verringerung von Lärm durch ging. Gemeinsam mit dem VEP wurde
Kreisverkehre siehe Kap. II 3 ‚Versteti- ein Rahmenplan zum Ausbau des Rad-
gung von Verkehr’. verkehrsnetzes beschlossen. Ein Plan zur
Im Bebauungsplan können lärmschüt- Förderung der nicht-motorisierten Ver-
zende Wohnungsgrundrisse (Block- und kehrsarten Gehen und Radfahren mit
dem Titel "Straßenräumliches Hand- In mehreren deutschen Städten wurden
lungskonzept" kam 1996 ergänzend hin- autofreie bzw. autoreduzierte Wohnpro-
zu. Die intensive Bürgermitwirkung beim jekte realisiert. Die genannten Projekt-
Zustandekommen des VEP zielte darauf beispiele zeichnen sich durch eine Orien-
ab, einen möglichst breiten bürgerschaft- tierung auf den ÖPNV, Fußwege, Fahr-
lichen Konsens in Fragen der zukünfti- rad, Car-Sharing-Angebote und Liefer-
gen Verkehrsentwicklung sowie in Bezug dienste aus. Beispielhaft sind die Sied-
auf konkret durchzuführende Maßnah- lungen Freiburg-Vauban, Hamburg Saar-
men zu erreichen. Neben zahlreichen landstraße und Münster Weißenburg.
öffentlichen Veranstaltungen im Vorfeld
der Entscheidung über den VEP erfolgte Weitere Anregungen finden sich auch in
die Mitwirkung der Bürgerinnen und der Broschüre der Länder Brandenburg
Bürger insbesondere im Rahmen des Ver- und Baden-Württemberg herunterzula-
kehrsforums Heidelberg, zu dem alle an den unter:
Verkehrsfragen interessierten gesell- http://www.mluv.brandenburg.de/cms/m
schaftlichen Gruppierungen eingeladen edia.php/2328/lrmfibel.pdf
waren. Der VEP und das straßenräumli- oder
che Handlungskonzept zielten ausdrück- www.autofrei-wohnen.de/ProjekteD.html
lich auf eine Stärkung des Umweltver-
bundes. Viele der vorgeschlagenen Maß-
nahmen wurden inzwischen umgesetzt,
so z.B.: Verbreiterung von Gehwegen, " ' '
Trennung von Geh- und Radwegen,
zahlreiche neue Radwege und Fahrrad- Derzeit fehlt es in den meisten Kommu-
ständer, spezielle Wegweisung für nicht nen an einer Verknüpfung von Lärm-
ortskundige Radler, neue Verkehrsrech- minderungsplänen nach § 47 a BImSchG
ner zur optimalen Steuerung der Am- mit Luftreinhalteplänen nach § 47
peln, Parkhinweissysteme zur Reduzie- BImSchG bzw. der 22. BImSchV. Derzeit
rung des Parksuchverkehrs, Hotel- werden bundesweit diese Fachpläne ge-
Leitsystem zur Vermeidung langer Such- trennt bearbeitet. Der analytische Teil der
fahrten, konsequente Einführung von Luftreinhaltepläne (Emissions-, Immissi-
Tempo 30 Zonen, Beschleunigungspro- ons- und Wirkungskataster) enthält zahl-
gramm für Bahnen und Busse, Ausbau reiche auch in der Lärmminderungspla-
des Straßenbahnnetzes, kundenorientier- nung benötigte Daten. Dies betrifft Daten
tes Tarifsystem („Karte ab 60", Job- zu Flächennutzungen und –struktur, zu
Ticket, Semester-Ticket, MAXX Junior- den Emittenten (z.B. genehmigungsbe-
Ticket) und die Einrichtung einer Mobili- dürftige Anlagen, durchschnittliche täg-
tätszentrale. liche Kfz-Verkehrsmengen) und zu den
Ausbreitungsbedingungen (Topographie).
Weitere Informationen: Stadt Heidelberg, Eine getrennte Bearbeitung dieser Fach-
Stadtplanungsamt, Verkehrsmanage- pläne führt zu erheblicher Doppelarbeit
ment, Postfach 10 55 20, 69045 Heidel- bzw. Mehrkosten und spaltet außerdem
berg; Internet: www.heidelberg.de, hier die Fachleute beider Disziplinen in unnö-
befindet sich auch der Download "Ver- tiger Weise.
kehrsentwicklungsplan Heidelberg - Leit- Das Instrument der Luftreinhalteplanung
linien und Projekte". wird die Kommunen in den nächsten
Jahren verstärkt beschäftigen. Denn ab
dem 1. Januar 2005 gelten die in der 22.
BImSchV festgelegten anspruchsvollen
EU-Luftqualitätsgrenzwerte. Dabei berei- rungsplanung stellt dagegen keine Er-
tet besonders die Einhaltung der Grenz- mächtigungsgrundlage für Anordnungen
werte für Feinstaub PM 10 und Stickoxi- dar. Vielmehr müssen die Maßnahmen
de in vielen Ballungsräumen und Innen- auf die jeweiligen Ermächtigungsgrund-
städten große Schwierigkeiten. Für diese lagen der einschlägigen Vorschriften
Schadstoffe gelten folgende Grenzwerte : (Immissionsschutzrecht, Straßenver-
ab 1.1. 2005: Jahresmittelwert: kehrsrecht, Bauordnungsrecht oder Poli-
für PM 10: 40 µg/m³ Luft zeirecht) gestützt werden.
Tagesmittelwert: Lärmminderungs- und Luftreinhaltepläne
50 µg/m³ Luft sollten in einem Zug erstellt werden und
max. 35 Überschreitungen auf einer einheitlichen Datengrundlage
pro Jahr basieren. Das spart auch Kosten und un-
ab 1.1.2010: Jahresmittelwert: nötige Doppelarbeit. Außerdem helfen
für PM 10: 20 µg/m³ Luft Maßnahmen zur Bekämpfung von Ver-
Tagesmittelwert: kehrslärm in der Regel auch zur
50 µg/m³ Luft Bekämpfung von verkehrsbedingten
max. 7 Überschreitungen Luftschadstoffen.
pro Jahr
Best Practice
Jahresmittelwert Gestützt auf eine neu entwickelte Soft-
für NO2: 40 µg/m³ Luft ware wurde in Augsburg eine Informati-
1-Stunden-Grenzwert: onssystem aufgebaut, das sowohl die
200 µg/m³ Luft Lärm- als auch die Luftschadstoffbelas-
max. 18 Überschreitungen tung flächendeckend für Augsburg er-
pro Jahr fasst und in Karten darstellt. Diese Kar-
ten können unter
Nach Angaben der Senatsverwaltung für www.laermkarten.de/augsburg im Internet
Stadtentwicklung Berlin muss an hoch- abgerufen werden. Damit erhält jeder
belasteten Straßen im Zentrum Berlins Bürger die Möglichkeit, im Internet die
die Feinstaubbelastung um mehr als 60 Schallimmissionen an seinem Wohnort ab-
Prozent gesenkt werden, um die ab 2005 zurufen. Auch Daten über verkehrsbe-
gültigen Grenzwerte einzuhalten. Domi- dingte Luftschadstoffe werden bereit ge-
nierende Quelle der Feinstaub- stellt. Das LLIS wird künftig in kommu-
Belastungen ist der Straßenverkehr. Ins- nale Planungsprozesse eingebunden
besondere dieselbetriebene schwere werden. Im Rahmen der Lärmminde-
Nutzfahreuge stoßen viele Feinstaub- rungsplanung sollen u.a. folgende Maß-
Partikel aus. nahmen angegangen werden: Geschwin-
Anders als die Lärmminderungsplanung digkeitsreduzierungen auch unter 30
nach § 47a BImSchG bzw. nach der EU- km/h, Verlagerung des innerstädtischen
Umgebungslärmrichtlinie gibt es bei Lkw-Verkehrs, lärmarme Straßenbeläge
Luftreinhalteplanung das relative scharfe bei Straßenerneuerungen und Entschär-
Instrument der Eingriffsregelungen. Da- fung besonders belasteter Verkehrskno-
nach muss bei Überschreitung der in der ten.
22. BImSchV festgelegten Grenzwerte
zur Luftqualität nachgewiesen werden, Weitere Informationen: Umweltamt der
mit welchen Maßnahmen die Einhaltung Stadt Augsburg, Internet:
der Grenzwerte zu einem festgelegten www.augsburg.de, hier findet sich auch ein
Zeitpunkt sichergestellt wird. Der Maß- Download mit dem Endbericht zum Pi-
nahmenkatalog aus der Lärmminde- lotprojekt.
) . ) destraßen für verkehrsberuhigte Bereiche
in Betracht.
Die effektivste Möglichkeit zum Schutz Neben der Anlage von verkehrsberuhig-
vor Verkehrslärm im Innenstadtbereich ten Bereichen für besonders sensible Zo-
ist die Anlage einer Fußgängerzone. In nen kommt auch das Anlagen von ver-
Betracht kommen als rechtliche Instru- kehrsberuhigten Geschäftsbereichen nach
mente für Fußgängerzonen baurechtliche § 45 Abs. 1 d StVO (Wortlaut in Anlage
Vorschriften über die Festsetzung von 3) in Frage. In diesen Bereichen hat der
Verkehrsflächen mit besonderer Zweck- Fußgänger Vorrang. Für die Fahrzeuge
bestimmung im Bebauungsplan gemäß § kann ein Tempo von 10, 20 oder 30
9 Abs. 1 Nr. 11 Baugesetzbuch, straßen- km/h angeordnet werden. Eine Trennung
rechtliche Vorschriften über die Teilein- von Fahrbahn und Fußweg muss erfol-
ziehung (Teilwidmung) einer öffentlichen gen.
Straße und straßenrechtliche Vorschrif- Durch geringe Fahrbahnbreiten,
ten über die Anordnung von Verkehrsbe- Sackgassen, Einbahnstraßenregelungen,
schränkungen zur Einhaltung der Si- Verschwenkungen und die Reduzierung
cherheit und Leichtigkeit des Verkehrs von Straßenrandparkplätzen kann der
sowie zum Schutz der Anwohner vor Durchgangsverkehr aus Wohngebieten
Verkehrslärm (§ 45 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. herausgehalten werden. Weitere
1 b Nr. 5 Straßenverkehrsordnung, Wort- Möglichkeiten der Förderung des
laut in Anlage 3). Eine rein straßenver- Fußgängerverkehrs liegen im Einbau von
kehrsrechtliche Anordnung einer Fuß- Signalanlagen, Mittelinseln und
gängerzone kommt allerdings nur in be- sonstigen Überquerungshilfen in stark
sonderen Ausnahmefällen in Betracht, belasteten Straßenräumen und der
etwa wenn wegen der geringen Straßen- Verbreiterung von Fußwegen.
breite in einer Altstadt eine Beschrän-
kung des allgemeinen Kfz-Verkehrs ge- Best Practice
boten erscheint. Die Städte Aachen, Erfurt, Freiburg, In-
Auch die Erweiterung und Schaffung golstadt, Lübeck, Lüneburg und Nürn-
von verkehrsberuhigten Bereichen ver- berg haben große Bereiche ihrer Innen-
ringert die Lärmbelastung und erhöht die stadt mit ausgedehnten Fußgängerberei-
Aufenthaltsqualität des Straßenraumes chen und starken Einschränkungen für
für nicht motorisierte Verkehrsteilneh- den Autoverkehr ausgestaltet. Aachen
mer. Verkehrsberuhigte Bereiche sind hat über diese „fußgängerfreundliche
nach § 42 Abs. 4 a StVO öffentliche Ver- Innenstadt“ hinaus eine systematische
kehrsflächen, für die das Prinzip der Fußgängerförderung in der ganzen Stadt
räumlichen Trennung von Fußgänger- betrieben. Hierzu gehören: systematische
verkehr und Fahrzeugverkehr nicht gilt. Verlegung des Parkens vom Gehweg auf
Die Fußgänger können die gesamte Stra- die Fahrbahn, Einrichtung von Fahrrad-
ßenfläche benutzen. Auch das Spielen abstellanlagen möglichst dort, wo vorher
von Kindern ist auf der gesamten Stra- Kfz-Parkstände waren, Radverkehrsanla-
ßenfläche erlaubt. Für Kraftfahrzeuge gilt gen werden vorzugsweise zu Lasten der
Schrittgeschwindigkeit. Die Schaffung Fahrbahn angelegt und nicht zu Lasten
einer verkehrsberuhigten Zone erfolgt der Fußgänger und geänderte Steuerung
durch straßenverkehrsrechtliche Maß- von Signalanlagen zur Verbesserung der
nahmen, evtl. im Anschluss an eine Fest- Fußgängersicherheit.
setzung nach § 9 Abs. 1 Nr. 11 Bauge-
setzbuch. Faktisch kommen nur Gemein-
täglich ausgelastet ist. Beim Fahrrad-
Weitere Informationen: Stadt Aachen, Klimatest von ADAC und BUND erhielt
Fachbereich Verkehr und Tiefbau, Ver- die Stadt 2004 als einzige deutsche Stadt
waltungsgebäude Am Marschiertor, La- die Note „sehr gut“.
gerhausstraße 20, 52064 Aachen

) . ) Weitere Informationen: Stadtverwaltung


Münster, Martina Güttler, Stadthaus 3,
Zu einem umfassenden Konzept „fahr- Albersloher Weg 33, 48155 Münster;
radfreundliche Kommune“ gehören die Internet: www.muenster.de/stadt.
Entwicklung eines gutausgebauten, si-
cheren, behinderungsfreien und komfor-
tablen Radwegenetzes, die Beseitigung ) . . /
akuter punktueller Mängel im Bestand
(Gefahrenstellen), das Anlegen von Fahr- Die Benutzung des öffentlichen Perso-
radstreifen auf der Fahrbahn, die fahr- nennahverkehrs (ÖPNV) ist im Vergleich
radfreundliche Umgestaltung von Kno- zum motorisierten Individualverkehr ein
tenpunkten und die Verbesserung bzw. erheblicher Beitrag für den Umwelt-
Einrichtung ergänzender Infrastruktur- schutz (geringere Lärm-, Schadstoff- und
einrichtungen (Abstellanlagen, Wegwei- C02-Belastung, Ressourcenschonung). Die
sung, Leitsystem, Fahrradkarten u.a.). Kommunen haben im Rahmen ihrer Bau-
Nach Berechnungen des Umweltbundes- leitplanung (z.B. Anbindung von neuen
amtes kann durch konsequente Radver- Siedlungsgebieten an das ÖPNV-Netz)
kehrspolitik im Entfernungsbereich bis sowie als Aufgabenträger einen ent-
zu 5 km (immerhin jede zweite Pkw- scheidenden Einfluss auf das ÖPNV-
Fahrt) eine Verlagerung von 30 % er- Angebot. Voraussetzung für die Erhö-
reicht werden. Der Nationale Radver- hung des ÖPNV-Anteils am städtischen
kehrsplan und ein Leitfaden des Umwelt- Verkehr sind die Faktoren gut ausgebau-
bundesamtes zeigen die Möglichkeiten tes Streckennetz, Verlässlichkeit, Service
einer systematischen Radverkehrsförde- und Informationen über die Fahrangebo-
rung auf. te und Fahrzeiten, vernünftige Tarife,
Sicherheit, Sauberkeit sowie ein enger
Best Practice Zeittakt. Wichtig sind aber auch die
In Münster ist die Radverkehrsplanung Schaffung geeigneter Verknüpfungs-
seit 1980 integraler Bestandteil der Ver- punkte (Bike & Ride, Park & Ride) und
kehrsentwicklungsplanung. Die Radver- die Gewährleistung von schnellen Ver-
kehrsplanung versteht sich als Planung bindungen (z.B. durch das Anlegen von
im System: Verbesserung der Infrastruk- Busspuren und Bevorrechtigung des
tur (Netz/ Knoten/ Abstellanlagen/ Weg- ÖPNV an Signalanlagen, Durchfahrtspri-
weisung), Radverkehrs-Service plus In- vilegien). Sehr wichtig sind in diesem
formation (z.B. Mobilitätszentrale, Fahr- Kontext aber auch Restriktionen für den
radtage). Der Radverkehrsanteil liegt städtischen Autoverkehr, vor allem ein
heute bei 35% aller werktäglichen Wege gezieltes Parkraummanagement mit Ver-
der Münsteraner. Münster hat mit 3600 knappung und Bewirtschaftung von
Plätzen die größte deutsche Fahrradstati- Parkflächen.
on, die mit einer Reparaturwerkstatt, Bausteine eines umweltorientierten Mo-
Radshop, Waschanlage und einem Fahr- bilitätskonzeptes sind aber auch die För-
radverleih ausgestattet und zu rund 80 % derung von Fahrgemeinschaften und
Mitfahrzentralen im motorisierten Indi- weil die Lkw (insbesondere der Schwer-
vidualverkehr sowie von Car-Sharing- lastverkehr) die dominierenden Ge-
oder Bikesharing-Angeboten. Sinnvolle räuschquellen sind. Innerorts (30-60
Ergänzungen zum ÖPNV stellen weiter- km/h) ist der Vorbeifahrtpegel eines Pkw
hin Bürgerbusse dar, also privat organi- um rund 14 dB(A) niedriger als der eines
sierte und ehrenamtlich betriebene Lkw über 7,5 t. Umgerechnet bedeutet
Kleinbus-Linien. dies, dass eine Minderung um eine Lkw-
Die Verkehrsbetriebe werden sich künftig Fahrt der Minderung um rund 20 Pkw-
einer verstärkten Wettbewerbssituation Fahrten entspricht. Ab einem Lkw-Anteil
stellen müssen, da in Zukunft alle ge- von 10 % wird der Mittelungspegel an
meinwirtschaftlichen Verkehrsleistungen einer Straße nur noch vom Lkw-Verkehr
von der Kommune öffentlich auszu- bestimmt.
schreiben sind. Durch die Festschreibung Moderne telematikgestützte Logistikkon-
von hochwertigen Umweltstandards im zepte können die Auslastung der Fahr-
Ausschreibungstext (z.B. ambitionierten zeuge deutlich erhöhen und zur Ver-
Lärm- und Abgasstandards) hat die kehrsvermeidung beitragen. Durch den
Kommune die Möglichkeit, die durch den Einsatz einer solchen innovativen Tech-
öffentlichen Verkehr verursachten Um- nik profitiert aber nicht nur die Umwelt,
weltbelastungen zu reduzieren. auch die betriebswirtschaftlichen Kosten
werden optimiert, und die Dienstleis-
Best Practice tungsqualität kann verbessert werden.
Einige deutsche Verkehrsbetriebe haben Als City-Logistik bezeichnet man ein
„Umweltfahrkarten“ eingeführt, die auch Konzept der stadt- und umweltverträgli-
die Kennzeichnung des „Blauen Engels“ chen Abwicklung des notwendigen städ-
als besonders umweltfreundliches Pro- tischen Wirtschaftsverkehrs. Meist finden
dukt tragen (z.B. Rhein-Main Verkehrs- sich mehrere Transporteure (Speditionen)
verbund GmbH, Plauener Straßenbahn zusammen, um ihre Fahrten gemeinsam
GmbH und Heilbronner Verkehrsbund durchzuführen. Dabei tauschen die Teil-
GmbH). Das umweltschutzorientierte Ta- nehmer untereinander die Frachten aus
rifangebot dieser Unternehmen unter- und erhöhen so durch Bündelung die
scheidet sich von „konventionellen“ An- Auslastung der Fahrzeuge, die Sen-
geboten in ihren Konditionen, z.B. hin- dungsgröße je Stopp und die Zahl der
sichtlich des Preises, der Übertragbarkeit Empfänger pro Tour. Die Kommune kann
(uneingeschränkte Übertragbarkeit auf derartige Systeme fördern, indem lärm-
andere Personen), der Gültigkeitsdauer armen Lieferfahrzeugen Benutzervorteile
(uneingeschränkte zeitliche Gültigkeit), beim Befahren bestimmter Bereiche ein-
des räumlichen Geltungsbereiches und geräumt werden (Heidelberg, Bad Rei-
der Mitnahmemöglichkeit einer weiteren chenhall), Fahrzeugen der City-Logistik
Person. die Busspur mitbenutzen dürfen (Müns-
ter) oder spezielle Ladezonen für die
Weitere Informationen unter: Stadtlogistik eingerichtet und entspre-
www.blauer-engel.de. chend gekennzeichnet werden.

Best Practice
Die City-Logistik Bremen ist der bun-
desweit größte Kooperationsansatz zur
An Straßen mit Lkw-Verkehr muss die Ladungsbündelung regionaler
durch die Lkw verursachte Geräuschbe- Warentransporte. Heute gehören der
lastung vorrangig verringert werden, GVZ City-Logistik GmbH 11 zum Teil
namhafte Speditionsfirmen an. Durch die
Speditionsfirmen an. Durch die Koopera- und damit das Parkangebot wesentlich
tion der Unternehmen werden monatlich erweitert.
zwischen 1.500 und 1.800 Tonnen ge-
bündelt und in die Innenstadt Bremens ' '
und an ausgewählte Kunden im Bremer
Umland befördert. So werden täglich Wie auf Bundes- und Landesebene soll-
etwa 100 Lkw-Einzelfahrten eingespart. ten hier kompetente Ansprechpartner vor
Ort zur Verfügung stehen. Lärm und Ru-
Weitere Informationen: GVZ-City- he sind ein Querschnittsthema mit Be-
Logistik-Bremen GmbH, Ludwig-Erhard- rührungspunkten zu allen Abteilungen
Strasse 12, 28197 Bremen, Internet: bzw. Ämtern. Umwelt und Beschaf-
www.city-logistik-bremen.com. fungswesen, Gesundheit, Soziales sowie
Verkehr und Wirtschaft sind gleicherma-
ßen angesprochen. Daher gilt es, Mitar-
0 beiter auch in ihren kommunikativen
Fähigkeiten zu schulen und für die
Durch ein Parkraummanagement lässt Lärmbekämpfung und den Schutz ruhi-
sich der städtische Auto-Verkehr ver- ger Gebiete ressortübergreifend zu sensi-
mindern. Hierzu gehören insbesondere bilisieren, um Kommunen für ihre Be-
die Einführung des gebührenpflichtigen wohner, Arbeitnehmer und Gewerbetrei-
Parkens, die Einrichtung von Kurzpark- benden attraktiv zu erhalten.
zonen, die Parkraumverknappung, re- Gerade auf der Ebene der Kommunen
gelmäßige Überwachung und Nutzer- bzw. Landkreise, die den engsten Kontakt
gruppenbevorrechtigungen. Durch eine zu Bürgerinnen und Bürgern hat, ist die
optimierte Wegweisung und straßenbau- Schaffung einer Stelle als Ruhe- oder
liche Gestaltung kann der Parksuchver- Lärmschutzbeauftragte/r als erste An-
kehr verringert werden. Eine Studie der laufstelle für Bürger, Gruppen und Ver-
Prognos AG von 1999 schätzt, dass etwa eine besonders empfehlenswert. Eine
0,6 % der innerörtlichen CO2-Emissionen derartige Einrichtung sollte beim Ober-
eingespart werden können, sofern für bürgermeister bzw. Bürgermeister
alle P&R-Anlagen entlang von Einfall- angesiedelt sein.
straßen jeweils 1 bis 2 dynamische In-
formationstafeln installiert werden, die Best Practice
auf die Anlage hinweisen und über den Die Stadt Hattersheim am Main verfügt
aktuellen Belegungszustand sowie Ange- als bundesweit erste Kommune über eine
bote des öffentlichen Verkehrs informie- Ruhebeauftragte. Ihr Auftrag ist es, Bür-
ren. gerinnen und Bürger in Fragen des akti-
ven Ruheschutzes und der Lärmminde-
Best Practice rung zu beraten. Dabei nimmt sie eine
Im Rahmen der Verkehrsentwicklungs- Mittlerfunktion zwischen ihnen und der
planung wurde in Heidelberg ein neues Stadtverwaltung ein. Innerhalb der Ver-
Parkhinweissystem zur Reduzierung des waltung ist sie dem Büro des Bürger-
Parksuchverkehrs und ein Hotel- meisters zugeordnet. Anfragen und Prob-
Leitsystem zur Vermeidung langer Such- leme, die aus der Bevölkerung an sie
fahrten eingerichtet. Im Rahmen der herangetragen werden, vermittelt sie in
Lärmminderungsplanung Treptow- die verschiedenen Referate der Stadtver-
Köpenick wurde eine Parkraumkonzepti- waltung und wirkt beratend bei referats-
on für landeseigene Flächen entwickelt übergreifenden Planungen mit.
Die Ruhebeauftragte von Hattersheim
bietet regelmäßig Sprechstunden in allen Die Bürger sollten von Beginn der
Stadtteilen an. Allerdings ist sie nicht für Lärmminderungsplanung an einbezogen
die Aufgaben, die in den Bereich der werden. Nach der ersten Bestandsauf-
Schiedsämter fallen, zuständig noch er- nahme der besonders belasteten Gebiete
teilt sie Rechtsauskünfte. Ihre Aufgabe einer Kommune erhöht eine Bürgerver-
schließt die Beratung der Stadt bei über- sammlung und gleichzeitige Einberufung
geordneten Behörden sowie die Vertre- eines Runden Tisches oder Beirates die
tung der Stadt Hattersheim in Ausschüs- Akzeptanz für die Maßnahmenplanung.
sen ein. Oft bringen Bürgerinnen und Bürger
auch ihre subjektiv empfundenen Belas-
tungen durch Lärm mit ein. Werden die-
1 2 3 se systematisch im Rahmen der Be-
standsaufnahme abgefragt und Raum für
Ein wichtiger Schritt kann die Aufnahme Vorschläge der Bevölkerung gelassen, so
des Begriffes Ruhe in das Leitbild der stellt sich neben der größeren Akzeptanz
Stadt sein. Viele Kommunen verfügen auch eine subjektive Zufriedenheit mit
über Leitbilder und Selbstbeschreibungen dem Vorgehen der Kommune ein.
im Rahmen der Verwaltungsmodernisie- Gleichzeitig sollte ein kommunales
rung oder der kommunalen Agenda 21- Lärmmanagement etabliert werden, das
Prozesse senken. bei akuten Ruhestörungen (Freizeitlärm,
Mittel- und langfristig können Verwal- Gewerbelärm, nächtliche Ruhestörung)
tung und Politik die Lärmbekämpfung kurzfristig die jeweiligen Ansprechpart-
und den Ruheschutz zu einem Schwer- ner mobilisiert. Bei mittel- bis langfristig
punkt in der Stadtentwicklung stellen. anhaltenden Belastungen kann kontinu-
Dazu gehört lärmarmes Verhalten auch ierlich eine Verbesserung in kleinen
im eigenen Zuständigkeitsbereich der Schritten anregt und begleitet werden.
Kommune, wie z.B. bei der Beschaffung
lärmarmer Fahrzeuge und sonstiger Ge- Weitere Informationen:
rätschaften. Das bedeutet, die betreffen- Kommunales Lärmmanagement der Stadt
den Ausschreibungen an ökologischen Hamburg unter
Kriterien auszurichten. http://www.hamburg.de/Behoerden/Umw
Bei öffentlichen Baumaßnahmen sollten eltbehoerde/laerm/index.htm
die Baustoffe auf ihre lärmmindernde
Wirkung hin geprüft und ausgewählt Verbände und Anwohner können ange-
werden. Zu nennen sind hier beispiels- regt werden, sich an der Umsetzung von
weise schallabsorbierender Mörtel und Lärmminderungsmaßnahmen zu beteili-
Flüsterasphalt. gen, indem sie bei Baumaßnahmen (z.B.
Neben der Bekämpfung von Verkehrs- Pflanzmaßnahmen) Aufgaben überneh-
lärm sollten aber auch gestaltende Pro- men. So können neben der Verantwor-
jekte wie der Schutz besonders ruhiger tung für eine Sache auch Einsparungen
Freiflächen als Ruhezonen umgesetzt erreicht werden.
werden, um den Bürgerinnen und Bür- Erfolgserlebnisse sollten gemeinsam in
gern Erholungsräume zu erhalten. der Öffentlichkeit dargestellt werden,
Wünschenswert sind gemeindeübergrei- etwa bei der gemeinsamen Gestaltung
fende Planungen, die zum Schutz der eines Platzes oder der Schaffung eines
Ruhe erfolgen und in denen entspre- Ortes der Ruhe durch Kommune und
chende schützenswerte wohnortnahe Bürger.
Gebiete festgelegt werden.
Kleine Maßnahmen führen zum Erfolg können Vorschläge der Bürgerinnen und
Eine Vielzahl kleiner Maßnahmen kann Bürger aufgreifen und einen Interessen-
die Lebensqualität wesentlich steigern sausgleich anregen bzw. einfordern.
und ist häufig leichter umzusetzen als Auch ein Lärmtelefon oder ein Bürgerbü-
eine einzige aufwändige Einzelmaßnah- ro wäre denkbar. Diese Stelle könnte
me. Auch „Minimalschritte“, die das Ge- auch speziell bei Konflikten innerhalb
fühl vermitteln, „es passiert etwas“, füh- der Bevölkerung vermitteln und als
ren zu einer größeren Zufriedenheit bei Schiedsinstanz dienen. Lärm ist ein sozi-
den Bürgern. ales Problem und hat bei den klassischen
Nachbarschaftskonflikten einen hohen
Maßnahmen auf Probe Anteil.
Wurde in der Vergangenheit der vorbeu- Bei größeren Streitigkeiten kann eine
gende Lärmschutz nicht beachtet und professionelle (juristische) Mediation,
sind nun Maßnahmen zur Lärmminde- helfen. Für die Mediation spricht, dass
rung geplant, so sind oft Widerstände zu für die Beteiligten der Gang zum Gericht
erwarten. Wenn diese auftreten, sollte häufig nicht lohnt und zudem das Be-
man Maßnahmen auf Probe durchführen, schreiten des Rechtsweges den Konflikt
und auf preiswerte und umkehrbare eskalieren lässt.
Maßnahmen zu setzen. In Hattersheim am Main wurden enga-
Hier bieten sich folgende Maßnahmen gierte Bürgerinnen und Bürger mit öf-
an: fentlichen Mitteln zu Stadtteilmediatoren
• Mobile Barken zur Straßenveren- ausgebildet. Erforderlich dafür sind
gung kommunikative Fähigkeiten und entspre-
• Betonringen chend qualifiziertes Personal. Ein nicht
• Tempo 30 unwesentlicher Teil dieser Mediationen
• veränderte Verkehrsführung. behandelt Lärmprobleme.

Die Modellmaßnahmen sollten drei bis


sechs Monate bestehen bleiben und nicht
in der Gewöhnungsphase beendet wer-
den.
Bei entsprechender Öffentlichkeitsarbeit
können die Bewohner gegen Ende der
Maßnahme befragt werden, ob sie sub-
jektiv eine Verbesserung erlebten und ob
weitere Maßnahmen aus ihrer Sicht
sinnvoll sind. Schon der Umstand, dass
die Bevölkerung einbezogen wird, be-
wirkt eine veränderte Wahrnehmung der
Situation.

Mediation ist Verhandlung zwischen


Konfliktparteien durch einen neutralen
Dritten (Mediator), der die Verhandlung
nach einem strukturierten Ablauf leitet.
Ruhebeauftragte wie z.B. in Hattersheim
"

+ 0 '

Vorbildliche Lärmminderungsplanungen wurden beispielsweise auch durchgeführt in:

Lärmminderungsplanung Hennigsdorf:

Die Lärmminderungsplanung in Hennigsdorf (Land Brandenburg) wurde bereits 1994-


1996 durchgeführt. Darauf aufbauend wurde ein integrierter Verkehrsentwicklungsplan
erstellt, der die Ziele des Lärmminderungsplanes konsequent weiter verfolgte. Als wich-
tigste Maßnahmen wurden verwirklicht: Sanierung wesentlicher Teile des Hauptstraßen-
netzes mit Austausch der Pflasterbeläge, Ausbau innerörtlicher Entlastungsstraßen, flä-
chendeckend Tempo 30 in Wohngebieten, systematischer Ausbau der Radverkehrsinfra-
struktur, Verbesserungen im ÖPNV und Einführung einer Parkraumbewirtschaftung.
Durch diese Maßnahmen konnten die Zahl der vom Lärm betroffenen Einwohner tags-
über um 19 % und nachts um 20 % gesenkt werden. Der Anteil der potentiell gesund-
heitsgefährdend belasteten Bewohner nahm sogar um 35 % ab. Weitere Informationen:
Stadtverwaltung Hennigsdorf, Rathausplatz 1, 16761 Hennigsdorf

Lärmminderungsplanung Mülheim an der Ruhr:

Die Lärmminderungsplanung der Stadt Mülheim a. d. R. wurde als Pilotprojekt vom Um-
weltministerium und Landesumweltamt des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Die
Maßnahmenvorschläge konzentrierten sich auf Maßnahmen des aktiven und passiven
Schallschutzes, wie die Schließung der Lücken innerhalb der Lärmschutzwände entlang der
A40, Einführung lärmarmer Fahrbahnbeläge auf der A40, LKW-Fahrverbote bzw. Len-
kung des LKW-Verkehrs und ggf. Einbau von Schallschutzfenstern, wo andere Maßnah-
men nicht umsetzbar sind und bislang noch keine ausreichenden Schalldämm-Maße er-
reicht werden.
Das bei der Lärmminderungsplanung federführende Amt für Umweltschutz bemüht sich
außerdem um eine Integration der Maßnahmenvorschläge des Lärmminderungsplanes in
den neuen Verkehrsentwicklungsplan der Stadt (Federführung: Amt für Verkehrswesen
und Tiefbau). Hier spielen vor allen Dingen Maßnahmen wie Verkehrsberuhigung, Ver-
kehrslenkung, Verkehrsvermeidung und Verkehrsverlagerung eine entscheidende Rolle.
Weitere Informationen: Stadt Mülheim a. d. R., Amt für Umweltschutz, Petra Raspel,
Ruhrstraße 32–34, 45468 Mülheim an der Ruhr, E-Mail: Petra.Raspel@stadt-mh.de, Inter-
net: www.muelheim-ruhr.de.

Lärmminderungsplanung Stuttgart-Vaihingen:

In diesem Pilotprojekt wurde die Aufstellung des Lärmminderungsplanes durch eine in-
tensive Beteiligung der Öffentlichkeit begleitet. Es wurde ein Runder Tisch mit neutraler
Moderation eingerichtet. Der Runde Tisch hat ein umfassendes Maßnahmenkonzept zur
Lärmminderung erarbeitet und in einem Ergebnisbericht veröffentlicht. Die Maßnahmen-
planung konzentrierte sich dabei auf die Hauptlärmquelle Straßenverkehr. Die Verwal-
tung hat die Vorschläge des Runden Tisches auf ihre Wirksamkeit und Durchführbarkeit
geprüft und bei positivem Ergebnis in den Lärmminderungsplan aufgenommen. Die wich-
tigste Lärmminderungsmaßnahme ist das flächendeckende Fahrverbot für Lkw über 3,5 t
in Vaihingen. Anlieger sind vom Verbot ausgenommen. Außerdem sind vorgesehen:
Pförtnerampeln, Fahrbahnverengungen, Kreisverkehre, Geschwindigkeitsbeschränkungen,
Lärmschutzwände, Verbesserung des Fahrbahnbelags und des ÖPNV.
Weitere Informationen bei: Stadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Thomas Schene, Gais-
burgstraße 4, 70182 Stuttgart, Internet: www.stuttgart.de, die Broschüre „Pilotprojekt
Lärmminderungsplan Stuttgart-Vaihingen“ kann für 5,11 Euro beim Amt für Umwelt-
schutz angefordert werden.

Lärmminderungsplanung Berlin Treptow-Köpenick

Die Lärmminderungsplanung umfasst die Altstadt Köpenick und Stadtteile Adlershof,


Köllnische Vorstadt, Allende-Wendenschloss und Dammvorstadt. Die Planung wurde
durch eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung begleitet. So hat das
zuständige Bezirksamt gemeinsam mit dem Förderverein Lokale Agenda 21 Treptow-
Köpenick Veranstaltungen in den betreffenden Ortsteilen durchgeführt und diese doku-
mentiert. Um die Belange von schwächeren Verkehrsteilnehmern (Fußgänger, Radfahrer)
bei der Diskussion zu berücksichtigen, wurde ein besonderes Gewicht auf die Beteiligung
der Schulen gelegt. Bei der Veranstaltung im Ortsteil Allende-Wendenschloss berichteten
Schüler über Lärmmessungen und eigene Erfahrungen an einer Hauptverkehrsstraße.
Auch bei den Planungen für die Altstadt Köpenick wurden Schulen gezielt eingebunden.
Folgende Maßnahmen wurden als Empfehlungen des Lärmminderungsplanes bisher er-
folgreich umgesetzt: Die Altstadt wurde von Durchgangsverkehr entlastet. Es wurde eine
Parkraumbewirtschaftung für landeseigene Flächen eingeführt, was zu einer Veränderung
des Parkverhaltens der Angestellten der öffentlichen Verwaltung und damit einer Erhö-
hung des Parkraumangebotes führte. Weiterhin wurden die Ampelschaltungen an die
veränderten Verkehrsströme angepasst.
Weitere Informationen: Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin, Abteilung Bauen und
Stadtentwicklung, Frau Szulzewsky, Alt Köpenick 21, 12555 Berlin, E-Mail:
beate.szulzewsky@ba-tk.verwalt-berlin.de, Internet:
www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/laerm/laermminderungsplanung/de/p2.shtml.

Regionaler Lärmminderungsplan Filder:

Der Plan umfasst die südlichen Stadtbezirke Stuttgarts, Teilgebiete der Stadt Ostfildern,
den Bereich Esslingen-Berkheim sowie die Gebiete von Leinfelden-Echterdingen, Steinen-
bronn, Filderstadt, Neuhausen und Denkendorf. Der Plan konzentrierte sich auf den regi-
onal verursachten, aber lokal wirkenden Lärm. Es wurden also besonders Lärmquellen
betrachtet, die eine Kommune nicht selbst beeinflussen kann. Im Untersuchungsgebiet
waren es vor allem der Flughafen Stuttgart und die Autobahn A 8 und die Bundesstraße
27. Für den Flughafen wurden insbesondere Schallschutzfenster plus Lüfter und ein ver-
stärkter Einsatz lärmarmer Flugzeuge vorgeschlagen. Beim Straßenverkehr lauteten die
Vorschläge: Geschwindigkeitsbegrenzungen, Lärmschutzwände, lärmmindernde Fahr-
bahnbeläge, Führung des Lkw-Verkehrs und Lärmschutzfenster für Betroffene. Das Land,
Flughafen AG und Gemeinden haben sich verpflichtet, im Laufe von fünf Jahren erhebli-
che Mittel für Lärmschutzmaßnahmen bereitzustellen.
Weitere Informationen: Internet: www.laermkarten.de/filder, ACCON GmbH, Ingenieurbü-
ro für Schall- und Schwingungstechnik, Andreas Frahm, Gräfelfinger Straße 133 a, 81375
München.
Projekt SYLVIE der Stadt Wien

Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union ist die österreichische Stadt Wien
neue Wege bei der Lärmsanierung gegangen. Im Rahmen des dreijährigen Projektes SYL-
VIE suchten Lärmbetroffene und Lärmverursacher gemeinsam nach Lösungen für reprä-
sentative Lärmprobleme in der Wiener Innenstadt. In mehreren lokalen Mediationsverfah-
ren (u.a. zu den Problemen Kneipenlärm, Nachbarschaftslärm und Lärm durch Anliefer-
verkehr) konnten einvernehmlich Maßnahmenvorschläge zur Lärmbekämpfung erarbeitet
werden. In einem Teilprojekt wurden Auto- und Busfahrer für ihre Rolle als Lärmverursa-
cher sensibilisiert. So konnten Busfahrer bei Schulungen erfahren, wie groß der Lärmun-
terschied ihres Busses bei unterschiedlichen Fahrweisen sein kann. An der von Wohnbau-
ten gesäumten und stark verkehrsbelasteten Wiener Westeinfahrt werden Autofahrer
durch eine Kombination aus Appellen, Informationen und Kontrollen dazu animiert,
langsamer zu fahren und dadurch den Verkehrslärm zu reduzieren. Die Bürger der Stadt
erhalten durch das LärmOnlineInformationsSystem im Internet (www.lois.wien.at) aus-
führliche Informationen über ihre Lärmbelastung und über Möglichkeiten, sich für Lärm
zu schützen. Der stark bürgerbeteiligungsorientierte Ansatz von SYLVIE bewährte sich:
Wer mit seinen Klagen Gehör findet, leidet weniger und ist eher bereit, Kompromisse zu
akzeptieren.
Weitere: Informationen: Stadt Wien, Umweltschutzabteilung, Ebendorferstr. 4, A-1082
Wien, Internet: www.plansinn.at/sites/sylvie.

Nicht unerwähnt bleiben sollen folgende Kommunen:


• Bad Homburg (Hessen), als eine der wenigen deutschen Kommunen hat Bad Hom-
burg ein eigenes Förderprogramm Lärmschutzfenster, Ansprechpartnerin: Stadt-
verwaltung Bad Homburg, Angelika Göhringer, Rathausplatz 1, 61343 Bad Hom-
burg v. d. Höhe.
• Bad Waldsee (Baden-Württemberg), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Bad Wald-
see, Hauptstr. 29, 88339 Bad Waldsee.
• Bad Wörishofen (Bayern), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Bad Wörishofen,
Postfach 1443, 86817 Bad Wörishofen.
• Brandenburg an der Havel (Brandenburg), Ansprechpartner: Stadtverwaltung
Brandenburg a. d. H., Amt für Umweltschutz, Potsdamer Str. 18, 14776 Branden-
burg an der Havel.
• Chemnitz (Sachsen), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Chemnitz, Umweltamt,
Annaberger Straße 93, 09120 Chemnitz.
• Düsseldorf (NRW), Ansprechpartnerin: Landeshauptstadt Düsseldorf, Umweltamt,
Maria Elisabeth Schaack, 40200 Düsseldorf, der Bericht „Lärmminderungsplanung
in Düsseldorf“ kann kostenlos angefordert werden, Internet:
www.duesseldorf.de/umweltamt.
• Eisenhüttenstadt (Brandenburg), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Eisenhütten-
stadt, Fachbereich Stadtentwicklung, Zentraler Platz 1, 15890 Eisenhüttenstadt.
• Esslingen (Baden-Württemberg), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Esslingen,
Rathausplatz 2, 73728 Esslingen am Neckar.
• Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), Ansprechpartner: Stadtverwaltung
Greifswald, PF 3153, 17461 Greifswald; ein Bericht über die Lärmminderungspla-
nung der Stadt kann im Internet unter www.lung.mv-
regierung.de/umwelt/laerm/doc/laermminderung_hgw.pdf, heruntergeladen wer-
den.
• Görlitz (Sachsen), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Görlitz, Umweltamt, H.-
Keller-Str. 14, 02827 Görlitz.
• Gotha (Thüringen), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Gotha, Stadtplanungsamt,
Ekhofplatz 24, 99867 Gotha.
• Ingolstadt (Bayern), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Ingolstadt, Bereich Um-
weltschutz, Burkhard Förster, Rathausplatz 9, 85049 Ingolstadt, Email:
burkhard.foerster@ingolstadt.de
• Leipzig (Sachsen), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Leipzig, Amt für Umwelt-
schutz, 04092 Leipzig.
• Lübeck (Schleswig-Holstein), Ansprechpartner: Stadtverwaltung der Hansestadt
Lübeck, Bereich Umweltschutz, Moislinger Allee 3, 23558 Lübeck.
• Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt), Ansprechpartner: Stadtverwaltung der Lu-
therstadt Eisleben, Postfach 01331, 06295 Lutherstadt Eisleben.
• Marburg (Hessen), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Marburg, Amt für Grünflä-
chen Umwelt- und Naturschutz, Universitätsstr. 4, 35037 Marburg.
• München (Bayern), Ansprechpartner: Stadtverwaltung München, Referat für Um-
welt und Gesundheit, Bayerstr. 28, 80335 München, Internet:
http://dream.lrrl.arch.tu-muenchen.de.
Nienburg (Niedersachsen), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Nienburg, Marktplatz 1, 31582
Nienburg, Tel.: 05021/87-0.
Oranienburg (Brandenburg), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Oranienburg, Bereich
Stadtentwicklung / Bauen, Schlossplatz 2, 16515 Oranienburg.
Schwabach (Bayern), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Schwabach, Umweltschutzamt,
Herr Thomas Kellner, Albrecht-Achilles-Str. 6/8, 91126 Schwabach, E-mail:
Thomas.Kellner@Schwabach.de.
Weiterstadt (Hessen), Ansprechpartner: Stadtverwaltung Weiterstadt, Darmstädter Straße
36, 64331 Weiterstadt.
+ 2 4
+

Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen,


Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz -
BImSchG) vom 14. Mai 1990 (BGBl. I S. 880) zuletzt geändert am 29. Oktober 2001
(BGBl. I S. 2785)

§ 38 Beschaffenheit und Betrieb von Fahrzeugen


(1) Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger, Schienen-, Luft- und Wasserfahrzeuge sowie
Schwimmkörper und schwimmende Anlagen müssen so beschaffen sein, dass ihre durch
die Teilnahme am Verkehr verursachten Emissionen bei bestimmungsgemäßem Betrieb
die zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen einzuhaltenden Grenzwerte nicht
überschreiten. Sie müssen so betrieben werden, dass vermeidbare Emissionen verhindert
und unvermeidbare Emissionen auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben.

§ 41 Straßen und Schienenwege


(1) Bei dem Bau oder der wesentlichen Änderung öffentlicher Straßen sowie von Eisen-
bahnen, Magnetschwebebahnen und Straßenbahnen ist unbeschadet des § 50 sicherzu-
stellen, dass durch diese keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräu-
sche hervorgerufen werden können, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind.
(2) Absatz 1 gilt nicht, soweit die Kosten der Schutzmaßnahme außer Verhältnis zu dem
angestrebten Schutzzweck stehen würden.

§ 42 Entschädigung für Schallschutzmaßnahmen


(1) Werden im Falle des § 41 die in der Rechtsverordnung nach § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1
festgelegten Immissionsgrenzwerte überschritten, hat der Eigentümer einer betroffenen
baulichen Anlage gegen den Träger der Baulast einen Anspruch auf angemessene Ent-
schädigung in Geld, es sei denn, dass die Beeinträchtigung wegen der besonderen Benut-
zung der Anlage zumutbar ist. Dies gilt auch bei baulichen Anlagen, die bei Auslegung
der Pläne im Planfeststellungsverfahren oder bei Auslegung des Entwurfs der Bauleitplä-
ne mit ausgewiesener Wegeplanung bauaufsichtlich genehmigt waren.
(2) Die Entschädigung ist zu leisten für Schallschutzmassnahmen an den baulichen Anla-
gen in Höhe der erbrachten notwendigen Aufwendungen, soweit sich diese im Rahmen
der Rechtsverordnung nach § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 halten. Vorschriften, die weiterge-
hende Entschädigungen gewähren, bleiben unberührt.
(3) Kommt zwischen dem Träger der Baulast und dem Betroffenen keine Einigung über
die Entschädigung zustande, setzt die nach Landesrecht zuständige Behörde auf Antrag
eines der Beteiligten die Entschädigung durch schriftlichen Bescheid fest. Im übrigen gel-
ten für das Verfahren die Enteignungsgesetze der Länder entsprechend.

§ 43 Rechtsverordnung der Bundesregierung


(1) Die Bundesregierung wird ermächtigt, nach Anhörung der beteiligten Kreise (§ 51)
durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die zur Durchführung des
§ 41 und des § 42 Abs. 1 und 2 erforderlichen Vorschriften zu erlassen, insbesondere
über
1. bestimmte Grenzwerte, die zum Schutz der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelt-
einwirkungen durch Geräusche nicht überschritten werden dürfen, sowie über das
Verfahren zur Ermittlung der Emissionen oder Immissionen,
2. bestimmte technische Anforderungen an den Bau von Straßen, Eisenbahnen, Mag-
netschwebebahnen und Straßenbahnen zur Vermeidung von schädlichen Umweltein-
wirkungen durch Geräusche und
3. Art und Umfang der zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Ge-
räusche notwendigen Schallschutzmaßnahmen an baulichen Anlagen.In den Rechts-
verordnungen nach Satz 1 ist den Besonderheiten des Schienenverkehrs Rechnung zu
tragen.
(2) Wegen der Anforderungen nach Absatz 1 gilt § 7 Abs. 5 entsprechend.

§ 47 a Lärmminderungspläne
(1) In Gebieten, in denen schädliche Umwelteinwirkungen durch Geräusche hervorge-
rufen werden oder zu erwarten sind, haben die Gemeinden oder die nach Landesrecht
zuständigen Behörden die Belastung durch die einwirkenden Geräuschquellen zu er-
fassen und ihre Auswirkungen auf die Umwelt festzustellen.
(2) Die Gemeinde oder die nach Landesrecht zuständige Behörde hat für Wohngebiete
und andere schutzwürdige Gebiete Lärmminderungspläne aufzustellen, wenn in den
Gebieten nicht nur vorübergehend schädliche Umwelteinwirkungen durch Geräusche
hervorgerufen werden oder zu erwarten sind und die Beseitigung oder Verminderung
der schädlichen Umwelteinwirkungen ein abgestimmtes Vorgehen gegen verschieden-
artige Lärmquellen erfordert. Bei der Aufstellung sind die Erfordernisse der Raumord-
nung und Landesplanung zu beachten.
(3) Lärmminderungspläne sollen Angaben enthalten über
1. die festgestellten und die zu erwartenden Lärmbelastungen,
2. die Quellen der Lärmbelastungen und
3. die vorgesehenen Maßnahmen zur Lärmminderung oder zur Verhinderung des wei-
teren Anstieges der Lärmbelastung
(4) § 47 Abs. 3 gilt entsprechend

§ 47, Abs.6 BImSchG (Luftreinhaltepläne) lautet:

(6) Die Maßnahmen, die Pläne nach den Absätzen 1 bis 4 festlegen, sind durch Anord-
nungen oder sonstige Entscheidungen der zuständigen Träger öffentlicher Verwaltung
nach diesem Gesetz oder nach anderen Rechtsvorschriften durchzusetzen. Sind in den
Plänen planungsrechtliche Festlegungen vorgesehen, haben die zuständigen Planungsträ-
ger dies bei ihren Planungen zu berücksichtigen.

§ 50 Planung
Bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen sind die für eine bestimmte Nutzung
vorgesehenen Flächen einander so zuzuordnen, dass schädliche Umwelteinwirkungen und
von schweren Unfällen im Sinne des Artikels 3 Nr. 5 der Richtlinie 96/82/EG in
Betriebsbereichen hervorgerufene Auswirkungen auf die ausschließlich oder überwiegend
dem Wohnen dienenden Gebiete sowie auf sonstige schutzbedürftige Gebiete soweit wie
möglich vermieden werden.
, - + ./ 0 1 , 2 3 4

Sechzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes


vom 12. Juni 1990 (BGBl. I S. 1036)

§ 1 Anwendungsbereich
(1) Die Verordnung gilt für den Bau oder die wesentliche Änderung von öffentlichen
Straßen sowie von Schienenwegen der Eisenbahnen und Straßenbahnen (Straßen und
Schienenwege).
(2) Die Änderung ist wesentlich, wenn
eine Straße um einen oder mehrere durchgehende Fahrstreifen für den Kraftfahrzeug-
verkehr oder ein Schienenweg um ein oder mehrere durchgehende Gleise baulich erwei-
tert wird oder
durch einen erheblichen baulichen Eingriff der Beurteilungspegel des von dem zu än-
dernden Verkehrsweg ausgehenden Verkehrslärms um mindestens 3 Dezibel (A) oder auf
mindestens 70 Dezibel (A) am Tage oder mindestens 60 Dezibel (A) in der Nacht erhöht
wird.

Eine Änderung ist auch wesentlich, wenn der Beurteilungspegel des von dem zu ändern-
den Verkehrsweg ausgehenden Verkehrslärms von mindestens 70 Dezibel (A) am Tage
oder 60 Dezibel (A) in der Nacht durch einen erheblichen baulichen Eingriff erhöht wird;
dies gilt nicht in Gewerbegebieten.

§ 2 Immissionsgrenzwerte
(1) Zum Schutz der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrs-
geräusche ist bei dem Bau oder der wesentlichen Änderung sicherzustellen, daß der Beur-
teilungspegel einen der folgenden Immissionsgrenzwerte nicht überschreitet:

Tag Nacht
1. an Krankenhäusern, Schulen, Kurheimen und Altenheimen
57 Dezibel (A) 47 Dezibel (A)
2. in reinen und allgemeinen Wohngebieten und Kleinsiedlungsgebieten
59 Dezibel (A) 49 Dezibel (A)
3. in Kerngebieten, Dorfgebieten und Mischgebieten
64 Dezibel (A) 54 Dezibel (A)
4. in Gewerbegebieten
69 Dezibel (A) 59 Dezibel (A)

(2) Die Art der in Absatz 1 bezeichneten Anlagen und Gebiete ergibt sich aus den Festset-
zungen in den Bebauungsplänen. Sonstige in Bebauungsplänen festgesetzte Flächen für
Anlagen und Gebiete sowie Anlagen und Gebiete, für die keine Festsetzungen bestehen,
sind nach Absatz 1, bauliche Anlagen im Außenbereich nach Absatz 1 Nr. 1,3 und 4 ent-
sprechend der Schutzbedürftigkeit zu beurteilen.

(3) Wird die zu schützende Nutzung nur am Tage oder nur in der Nacht ausgeübt, so ist
nur der Immissionsgrenzwert für diesen Zeitraum anzuwenden.

§ 3 Berechnung des Beurteilungspegels


Der Beurteilungspegel ist für Straßen nach Anlage 1 und für Schienenwege nach Anlage
2 dieser Verordnung zu berechnen. Der in Anlage 2 zur Berücksichtigung der Besonder-
heiten des Schienenverkehrs vorgesehene Abschlag in Höhe von 5 Dezibel (A) gilt nicht
für Schienenwege, auf denen in erheblichem Umfang Güterzüge gebildet oder zerlegt
werden.

, ( 5 - + 6 $ 1 7 ,

Vierundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes


vom 4. Februar 1997 (BGBl. I S. 172), berichtigt am 16. Mai 1997 (BGBl. I S. 1253) zu-
letzt geändert am 23. September 1997 (BGBl. I S. 2329)

§ 1 Anwendungsbereich
Die Verordnung legt Art und Umfang der zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkun-
gen durch Verkehrsgeräusche notwendigen Schallschutzmaßnahmen für schutzbedürftige
Räume in baulichen Anlagen fest,
1. soweit durch den Bau oder die wesentliche Änderung öffentlicher Straßen sowie von
Schienenwegen der Eisenbahnen und Straßenbahnen die in § 2 der Verkehrslärm-
schutzverordnung vom 12. Juni 1990 (BGBl. I S. 1036) oder
2. soweit durch den Bau oder die wesentliche Änderung von Verkehrswegen der Mag-
net-schwebebahnen die in § 2 der Magnetschwebebahn-Lärmschutzverordnung vom
23. September 1997 (BGBl. I S. 2329, 2328)
festgelegten Immissionsgrenzwerte überschritten werden.

§ 2 Art der Schallschutzmaßnahmen Begriffsbestimmungen


(1) Schallschutzmaßnahmen im Sinne dieser Verordnung sind bauliche Verbesserun-
gen an Umfassungsbauteilen schutzbedürftiger Räume, die die Einwirkungen durch
Verkehrslärm mindern. Zu den Schallschutzmaßnahmen gehört auch der Einbau von
Lüftungseinrichtungen in Räumen, die überwiegend zum Schlafen benutzt werden,
und in schutzbedürftigen Räumen mit sauerstoffverbrauchender Energiequelle.

(2) Schutzbedürftig sind die in Tabelle 1 Spalte 1 der Anlage zu dieser Verordnung
genannten Aufenthaltsräume.

(3) Umfassungsbauteile sind Bauteile, die schutzbedürftige Räume baulicher Anlagen


nach außen abschließen, insbesondere Fenster, Türen, Rollladenkästen, Wände, Dä-
cher sowie Decken unter nicht ausgebauten Dachräumen.

(4) Schallschutzmaßnahmen im Sinne dieser Verordnung sind nicht erforderlich,


wenn eine bauliche Anlage
1. zum Abbruch bestimmt ist oder dieser bauordnungsrechtlich gefordert wird;
2. bei der Auslegung der Pläne im Planfeststellungsverfahren, bei Bekanntgabe der
Plangenehmigung oder der Auslegung des Entwurfs der Bauleitpläne mit ausgewiese-
ner Wegeplanung noch nicht genehmigt war oder sonst nach den baurechtlichen Vor-
schriften mit dem Bau noch nicht begonnen werden durfte.
(...)
Schutzbedürftige Aufenthaltsräume nach Tabelle 1 Spalte 1 der Anlage zur Verordnung sind:

• Räume, die überwiegend zum Schlafen benutzt werden


• Wohnräume
• Behandlungs- und Untersuchungsräume in Arztpraxen, Operationsräume, wissen-
schaftliche Arbeitsräume, Leseräume in Bibliotheken, Unterrichtsräume
• Konferenz- und Vortragsräume, Büroräume allgemeine Laborräume
• Großraumbüros, Schalterräume, Druckerräume von DV-Anlagen, soweit dort stän-
dige Arbeitsplätze vorhanden sind
• Sonstige Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen
bestimmt sind

5 - (8 . , 8 4

vom 16. November 1970 (Bundesgesetzlblatt, Teil I, S. 1565), zuletzt geändert am 11. De-
zember 2000 (Bundesgesetzblatt, Teil I, S. 1690)

§22 Ladung
(1) Die Ladung sowie Spannketten, Geräte und sonstige Ladeeinrichtungen sind ver-
kehrssicher zu verstauen und gegen Herabfallen und vermeidbares Lärmen besonders
zu sichern.

§ 30 Umweltschutz und Sonntagsfahrverbot

(1) Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbeläs-
tigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu
lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen. Unnützes Hin- und Herfahren ist
innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn andere dadurch belästigt werden.

§33 Verkehrsbeeinträchtigungen

(1) Verboten ist


der Betrieb von Lautsprechern, (...)
wenn dadurch Verkehrsteilnehmer in einer den Verkehr gefährdenden oder erschweren-
den Weise abgelenkt oder belästigt werden können. Auch durch innerörtliche Werbung
und Propaganda darf der Verkehr außerhalb geschlossener Ortschaften nicht in solcher
Weise gestört werden.

§ 45 Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen


(1) Die Straßenverkehrsbehörden können die Benutzung bestimmter Straßen oder Stra-
ßenstrecken aus Gründen der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs beschränken oder
verbieten und den Verkehr umleiten. Das gleiche Recht haben sie
(...)
3. zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen,
(...)
(1a) Das gleiche Recht haben sie ferner
1. in Bade- und heilklimatischen Kurorten,
2. in Luftkurorten,
3. in Erholungsorten von besonderer Bedeutung,
4. in Landschaftsgebieten und Ortsteilen, die überwiegend der Erholung dienen,
4a. hinsichtlich örtlich begrenzter Maßnahmen aus Gründen des Arten- oder Biotop-
schutzes,
4b. hinsichtlich örtlich und zeitlich begrenzter Maßnahmen zum Schutz kultureller Ver-
anstaltungen, die außerhalb des Straßenraumes stattfinden und durch den Straßenver-
kehr, insbesondere durch den von diesem ausgehenden Lärm, erheblich beeinträchtigt
werden,
5. in der Nähe von Krankenhäusern und Pflegeanstalten sowie
6. in unmittelbarer Nähe von Erholungsstätten außerhalb geschlossener Ortschaften,
wenn dadurch anders nicht vermeidbare Belästigungen durch den Fahrzeugverkehr ver-
hütet werden können.

(1b) Die Straßenverkehrsbehörden treffen auch die notwendigen Anordnungen


(...)
zur Kennzeichnung von Fußgängerbereichen und verkehrsberuhigten Bereichen,
zur Erhaltung der Sicherheit oder Ordnung in diesen Bereichen sowie
zum Schutze der Bevölkerung vor Lärm oder Abgasen oder zur Unterstützung einer ge-
ordneten städtebaulichen Entwicklung.
Die Straßenverkehrsbehörden ordnen die Parkmöglichkeiten für Bewohner, die Kenn-
zeichnung von Fußgängerbereichen, verkehrsberuhigten Bereichen und Maßnahmen zum
Schutze der Bevölkerung vor Lärm und Abgasen oder zur Unterstützung einer geordneten
städtebaulichen Entwicklung im Einvernehmen mit der Gemeinde an.

(1c) Die Straßenverkehrsbehörden ordnen ferner innerhalb geschlossener Ortschaften,


insbesondere in Wohngebieten und Gebieten mit hoher Fußgänger- und Fahrradver-
kehrsdichte sowie hohem Querungsbedarf, Tempo 30-Zonen im Einvernehmen mit der
Gemeinde an. Die Zonen-Anordnung darf sich weder auf Straßen des überörtlichen Ver-
kehrs (Bundes-, Landes- und Kreisstraßen) noch auf weitere Vorfahrtstraßen (Zeichen
306) erstrecken. Sie darf nur Straßen ohne Lichtzeichen geregelte Kreuzungen oder Ein-
mündungen, Fahrstreifenbegrenzungen (Zeichen 295), Leitlinien (Zeichen 340) und be-
nutzungspflichtige Radwege (Zeichen 237, 240, 241 oder Zeichen 295 in Verbindung mit
Zeichen 237) umfassen. An Kreuzungen und Einmündungen innerhalb der Zone muss
grundsätzlich die Vorfahrtregelung nach § 8 Abs. 1 Satz 1 ("rechts vor links") gelten.
Abweichend von Satz 3 bleiben vor dem 1. November angeordnete Tempo 30-Zonen mit
Lichtzeichenanlagen zum Schutz der Fußgänger zulässig.

(1d) In zentralen städtischen Bereichen mit hohem Fußgängeraufkommen und überwie-


gender Aufenthaltsfunktion (verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche) können auch Zonen-
Geschwindigkeitsbeschränkungen von weniger als 30 km/h angeordnet werden.

(9) Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen sind nur dort anzuordnen, wo dies auf-
grund der besonderen Umstände zwingend geboten ist. Abgesehen von der Anordnung
von Tempo 30-Zonen nach Absatz 1c oder Zonen-Geschwindigkeitsbeschränkungen nach
Absatz 1d dürfen insbesondere Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs nur
angeordnet werden, wenn auf Grund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefah-
renlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der in den vorstehenden
Absätzen genannten Rechtsgüter erheblich übersteigt. [...]

5 - (9 (8 . , 9 8 4

Fassung der Bekanntmachung vom 28. September 1988 (BGBl. I S. 1793), zuletzt geän-
dert durch Artikel 1 der sechsundzwanzigsten Verordnung zur Änderung der Straßenver-
kehrs-Zulassungs-Ordnung (26. ÄndVStVZO) vom 5. Dezember 2002 (BGBl. I S. 4509),
ausgegeben am 17.12.2002

§ 49 Geräuschentwicklung und Schalldämpferanlage.

(1) Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger müssen so beschaffen sein, dass die Geräuschent-
wicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht über-
steigt.

(2) Kraftfahrzeuge, für die Vorschriften über den zulässigen Geräuschpegel und die
Schalldämpferanlage in den nachfolgend genannten Richtlinien der Europäischen Ge-
meinschaften festgelegt sind, müssen diesen Vorschriften entsprechen:

1. Richtlinie 70/157/EWG des Rates vom 6. Februar 1970 zur Angleichung der Rechtsvor-
schriften der Mitgliedstaaten über den zulässigen Geräuschpegel und die Auspuffvorrich-
tung von Kraftfahrzeugen (ABl. EG Nr. L 42 S. 16), geändert durch die im Anhang zu die-
ser Vorschrift genannten Bestimmungen,

2. Richtlinie 74/151/EWG des Rates vom 4. März 1974 zur Angleichung der Rechtsvor-
schriften der Mitgliedstaaten über bestimmte Bestandteile und Merkmale von land- oder
forstwirtschaftlichen Zugmaschinen auf Rädern (ABl. EG Nr. L 84 S. 25), geändert durch
die im Anhang zu dieser Vorschrift genannten Bestimmungen,

4. Richtlinie 97/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 1997
über bestimmte Bauteile und Merkmale von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeu-
gen (ABl. EG Nr. L 226 S. 1), jeweils in der aus dem Anhang zu dieser Vorschrift ersicht-
lichen Fassung. (...)

(2a) Auspuffanlagen für Krafträder sowie Austauschauspuffanlagen und Einzelteile dieser


Anlagen als unabhängige technische Einheit für Krafträder dürfen im Geltungsbereich
dieser Verordnung nur verwendet werden oder zur Verwendung feilgeboten oder veräu-
ßert werden, wenn sie

1. mit dem EWG-Betriebserlaubniszeichen gemäß Anhang II Nr. 3.1.3 der Richtlinie


78/1015/EWG des Rates vom 23. November 1978 zur Angleichung der Rechtsvorschriften
der Mitgliedstaaten über den zulässigen Geräuschpegel und die Auspuffanlage von Kraft-
rädern (ABl. EG Nr. L 349 S. 21), zuletzt geändert durch die Richtlinie 89/235/EWG des
Rates vom 13. März 1989 zur Änderung der Richtlinie 78/1015/EWG zur Angleichung
der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über den zulässigen Geräuschpegel und die
Auspuffanlage von Krafträdern (ABl. EG Nr. L 98 S. 1) oder
2. mit dem Genehmigungszeichen gemäß Kapitel 9 Anhang VI Nr. 1.3 der Richtlinie
97/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 1997 über bestimmte
Bauteile und Merkmale von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen (ABl. EG Nr.
L 226 S. 1) oder
3. mit dem Markenzeichen „e" und dem Kennzeichen des Landes, das die Bauartgenehmi-
gung erteilt hat gemäß Kapitel 9 Anhang III Nr. 2.3.2.2 der Richtlinie 97/24/EG des Euro-
päischen Parlamentsund des Rates vom 17. Juni 1997 über bestimmte Bauteile und
Merkmale von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen (ABl. EG Nr. L 226 S. 1)
gekennzeichnet sind. Satz 1 gilt nicht für
1. Auspuffanlagen und Austauschauspuffanlagen, die ausschließlich im Rennsport
verwendet werden,
2. Auspuffanlagen und Austauschauspuffanlagen für Krafträder mit einer durch die Bau-
art bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 50 km/h.

(3) Kraftfahrzeuge, die gemäß Anlage XIV zur Geräuschklasse G 1 gehören, gelten als
geräuscharm; sie dürfen mit dem Zeichen "Geräuscharmes Kraftfahrzeug" gemäß Anlage
XV gekennzeichnet sein. Andere Fahrzeuge dürfen mit diesem Zeichen nicht gekenn-
zeichnet werden. An Fahrzeugen dürfen keine Zeichen angebracht werden, die mit dem
Zeichen nach Satz 1 verwechselt werden können.
(4) Besteht Anlaß zu der Annahme, dass ein Fahrzeug den Anforderungen der Absätze 1
bis 2 nicht entspricht, so ist der Führer des Fahrzeugs auf Weisung einer zuständigen Per-
son verpflichtet, den Schallpegel im Nahfeld feststellen zu lassen. Liegt die Messstelle
nicht in der Fahrtrichtung des Fahrzeugs, so besteht die Verpflichtung nur, wenn der zu-
rückzulegende Umweg nicht mehr als 6 km beträgt. Nach der Messung ist dem Führer
eine Bescheinigung über das Ergebnis der Messung zu erteilen. Die Kosten der Messung
fallen dem Halter des Fahrzeugs zur Last, wenn eine zu beanstandende Überschreitung
des für das Fahrzeug zulässigen Geräuschpegels festgestellt wird.

: 7; / < = = > .2 4

Orientierungswerte in dB (A):
Reine Wohngebiete Tag 50
Nacht 35
Allgemeine Wohngebiete Tag 55
Nacht 40
Dorf- und Mischgebiete Tag 60
Nacht 45
Kerngebiete Tag 65
Nacht 50
Gewerbegebiete Tag 65
Nacht 50
' + + ' 7* .2 4

§ 4 UIG – Anspruch auf Informationen über die Umwelt – lautet:

(1) Jeder hat Anspruch auf freien Zugang zu Informationen über die Umwelt, die bei ei-
ner Behörde oder einer Person des Privatrechts im Sinne des § 2 Nr. 2 vorhanden sind.
Die Behörde kann auf Antrag Auskunft erteilen, Akteneinsicht gewähren oder Informati-
onsträger in sonstiger Weise zur Verfügung stellen. Begehrt der Antragsteller eine be-
stimmte Art des Informationszugangs, so darf die Behörde diesen nur dann durch ein
anderes geeignetes Informationsmittel gewähren, wenn hierfür gewichtige, von ihr darzu-
legende Gründe bestehen.

(2) Liegt ein Ausschluss oder ein Beschränkungsgrund nach § 7 oder § 8 vor, sind die
hiervon nicht betroffenen Informationen zu übermitteln, soweit es möglich ist, die betrof-
fenen Informationen auszusondern.

(3) Daneben bleiben andere Ansprüche auf Zugang zu Informationen unberührt.

' + + + - + ( ' 7* ? + , .2 4

Verordnung über Kosten für Amtshandlungen der Behörden des Bundes beim Vollzug des
Umweltinformationsgesetzes
UIGKostV - Umweltinformationskostenverordnung

§ 1 Kosten
(1) Für Amtshandlungen der Behörden des Bundes auf Grund des Umweltinformationsge-
setzes werden Kosten (Gebühren und Auslagen) erhoben; die kostenpflichtigen Tatbestän-
de und die Höhe der Kosten ergeben sich aus dem anliegenden Kostenverzeichnis.
(2) Soweit im Fall einer Amtshandlung mehrere kostenpflichtige Tatbestände entstanden
sind, dürfen die Gebühren insgesamt 1000 Deutsche Mark nicht übersteigen. Ab dem 1.
Januar 2002 beträgt diese Höchstgrenze 500 Euro.
(3) Auslagen werden zusätzlich zu den Gebühren und auch dann erhoben, wenn die
Amtshandlung gebührenfrei erfolgt. Erreichen die Auslagen nicht die Höhe von 5 Deut-
sche Mark, werden sie nicht erhoben.
§ 2 Befreiung und Ermäßigung
Von der Erhebung von Kosten kann ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn dies im
Einzelfall aus Gründen des öffentlichen Interesses oder der Billigkeit geboten ist.
§ 3 Rücknahme von Anträgen
Wird ein Antrag auf Vornahme der Amtshandlung zurückgenommen oder wird ein An-
trag abgelehnt oder wird eine Amtshandlung zurückgenommen oder widerrufen, werden
keine Gebühren und Auslagen erhoben.
§ 4 (Inkrafttreten)
Kostenverzeichnis (Auszug)

Nr. Gebührentatbestand Gebührenbetrag in Euro


ab dem 1. Januar 2002
1.
1.1 mündliche und einfache schriftliche Auskünfte gebührenfrei
auch bei Herausgabe gebührenfrei von wenigen
Duplikaten
1.2 Erteilung einer umfassenden schriftlichen Aus- 0- 250
kunft auch bei Herausgabe von Duplikaten
2 Einsichtnahme
Ohne vorangegangene schriftliche Auskunft 0-250
Nach vorangegangener schriftlicher Auskunft 0-125
Nr. Auslagentatbestand
1 Herstellung von Duplikaten
1.1 Je DIN A 4 Kopie von Papiervorlagen 0,10
.
1.2 Je DIN A 3 Kopie von Papiervorlagen 0,15
1.3 Reproduktion von verfilmten Akten je Seite 0,25
5

@ 2 ' + + .' 7* 4

ABSENDER
(Name, ggf. Organisation, Adresse, Tel.-/Fax-Nr., evtl. E-Mail)
NAME DER BEHÖRDE
ADRESSE
DATUM
Betreff: GEGENSTAND DER ANFRAGE
- Antrag nach § 4 Abs. 1 UIG -

Sehr geehrte Damen und Herren,


(ODER - BESSER - NAME DES KONKRETEN ANSPRECHPARTNERS),
auf Grundlage des § 4 Abs. 1 UIG erbitten wir folgenden Informationen von Ihrer Behör-
de:
- NÄHERE ANGABE (SO KONKRET WIE MÖGLICH), WELCHE INFORMATIONEN BE-
GEHRT WERDEN.
(hier: Ergebnisse von Verkehrszählungen der vergangenen Jahre, Entwicklung der durch-
schnittlichen täglichen Verkehrsmenge, Statistiken, Protokolle über durchgeführte Immis-
sionsmessungen, Beschwerdestatistik, u.U. auch Erkenntnisse über vorhandene Schad-
stoffbelastungen, Luftmessungen etc.)
Wir benötigen diese Angaben um über die von der xy-Straße ausgehende Lärm
-und ggf. Schadstoffbelastung informiert zu sein
Der Zugang zu den begehrten Informationen soll uns vorzugsweise durch Übersendung
von - ggf. um personenbezogene oder anderweitig geschützte Passagen geschwärzten -
Ablichtungen (WENN MÖGLICH NÄHER SPEZIFIZIEREN), ersatzweise durch Einsicht in
die betreffenden Akten ermöglicht werden.
Mit ist bekannt, dass nach § 10 UIG i.V. mit der UIGKostV Gebühren erhoben werden
können.
GGF. ZUSATZ:
Im Rahmen einer Erhebung von Gebühren und Auslagen bitten wir zu berücksichtigen,
dass es sich bei NAME DER ORGANISATION E.V. um einen als gemeinnützig anerkann-
ten Verein handelt und die Informationen in Zusammenhang mit der satzungsgemäßen
Vereinsarbeit verwandt werden sollen und ein öffentliches Interesse an unserer Vereins-
arbeit besteht (§ 2 UIGKostV).
GGF. ZUSATZ:
Sollten die zu erhebenden Gebühren / Verwaltungskosten voraussichtlich einen Betrag
von _xx__ EUR übersteigen, bitte ich im Hinblick auf § 3 UIGKostV darum, vor Kosten-
entstehung unter o.g. Telefon- / Faxnummer / Adresse informiert zu werden.
Ich bitte um eine - auch vorläufige - Rückantwort bis xx (DATUM, DREI WOCHEN AB
ABSENDUNG).
Mit freundlichen Grüßen
(UNTERSCHRIFT)
@ - @ 5

(ABSENDER; VERBAND, INITIATIVE; PRIVATPERSON)


Straßenverkehrsbehörde
(ADRESSE)
Betr. Antrag auf verkehrsbeschränkende Maßnahmen nach § 45 Abs. 1 Nr. 3 StVO

Sehr geehrte Damen und Herren,


als (DIE) Anwohner der XY-Straße bin ich (SIND WIR) stark durch Verkehrslärm betrof-
fen und in Sorge um meine (UNSERE) Gesundheit.
Ich (WIR) beantrage(N) hiermit bei Ihnen,
verkehrsbeschränkende Maßnahmen nach § 45 StVO anzuordnen.
Begründung:
1. Wohnsituation (MÖGLICHST GENAUE BESCHREIBUNG FÜR EINZELPERSON BZW:
BESCHREIBUNG DER WOHNTYPISCHEN MERKMALE FÜR STRAßEN ODER HÄUSER-
ZUG)
Ich wohne seit in der XY-Straße. Gemeinsam mit mir in der Wohnung wohnen: XX. Mei-
ne Schlaf-/Wohnräume/Kinderzimmer sind zur Straße hin ausgerichtet und befinden sich
im Parterre(erster/zweiter/dritter Stock). Das Haus befindet sich in X m Abstand zur Stra-
ße. Die Wohnung verfügt über keinerlei besondere Einrichtungen zum Schallschutz.
2. Verkehrsituation
Nach unseren Erhebungen (soweit eigene Verkehrszählung stichprobenartig erfolgt) be-
fahren die XY-Straße am Tag ca. XX Fahrzeuge. In der Nacht verkehren immer noch XX
Fahrzeuge. Der Anteil an LKWs ist erheblich und macht tags ca. X % aus, nachts beträgt
der Anteil ca. XX. % Weiter sind Lieferwagen zu nennen, die nicht als LKW eingestuft
sind, aber auch keine PKW mehr sind. Weiter verkehren auch Busse, die durch An- und
Abfahren zusätzliche Belastungen bringen. Der Durchgangsverkehr ist erheblich. Beim
gewerblichen Verkehr stören insbesondere rutschende Aufbauten, Leerfahrten mit rut-
schendem Werkzeug, laufende Motoren bei Anlieferung oder Abfahrt.
Der Straßenzustand ist sanierungsbedürftig, da viele Schlaglöcher vorhanden sind bzw.
schadhafte Stellen nicht höhengleich ausgebessert wurden. Gleiches gilt für hoch stehen-
de Kanal- und Gullydeckel, die beim Überfahren durch die Fahrzeuge unnötigen zusätzli-
chen Lärm verursachen.
Die Straße ist durchgehend mit Tempo 50 befahrbar. In der Straße befinden sich XX Am-
pelanlagen/Kreuzungen. Wir können beobachten, dass die Höchstgeschwindigkeit häufig
überschritten wird.
Durch Parkplatzsuchverkehr kommt es zu Verkehrsbehinderungen, die Staus nach sich
ziehen und unnötigen Lärm verursachen.
4. Verkehrslärmpegel
Rechnerisch bedeutet der vorhandene Verkehr einen Innenraumpegel (Dauerschallpegel)
von XX dB (A) tags und XX dB (A) nachts, Spitzenpegel im Innern dürften, z.B. bei vor-
beifahrenden LKW XX dB (A) erreichen.
3. Anzuordnende Maßnahmen
Um die geschilderten Belastungen auf ein gesundheitsverträgliches Maß abzusenken, be-
darf es eines Bündels von Maßnahmen, die in ihrer Gesamtheit bei konsequenter Umset-
zung geeignet sind, Gesundheitsbeeinträchtigungen auszuschließen.
Hier sind zu nennen:
• Verkehrsführung
• Erarbeitung eines Verkehrskonzepts für den Stadtteil
• Umleitung des nächtlichen LKW-Verkehrs, Fahrverbot für LKW in der Nacht
• Anliegerstraße
• Straßenzustand
• Sanierung des Straßenbelags
• Legung von gefederten Kanal- und Gullydeckeln
• Verlegung von Schächten an Stellen, wo sie nicht überfahren werden
• Einführung von Flüsterasphalt

Geschwindigkeit
• Verflüssigung des Verkehrs durch flächendeckende Einführung von Tempo 30
• Möglichst Tempo 30 in der gesamten Straße

Beschilderung
• Aufforderung an roten Ampeln, den Motor abzuschalten, das Autofenster zu
schließen oder das Radio abzuschalten,
• Tafel, die die Dauer der Rotphase anzeigt (Uhr)
• Anzeigen, die die gefahrene Geschwindigkeit anzeigen, auch mobile Anzeigen,
um die Aufmerksamkeit zu erhöhen
• Anzeigetafeln, die den emittierten Schall anzeigen (z.B. in Form einer Ohrmuschel)
Überwachung
• § 30 StVO als Grundlage
• Kontrollen durch zur Verfügung stellen von Personal
• Radarkontrollen
• Schwarze Kästen, im Volksmund „Starenkästen“ genannt, auch mit wechselnder
Bestückung von Kameras
• Kontrolle von Gewerbebetrieben auf Einhaltung der Fahrverbote
• Kontrollen der Fahrzeuge auf rutschende Aufbauten, den Allgemeinzustand der
Fahrzeuge hin (Quietschende Ketten, lärmarme Reifen etc.), laufende Motoren,
Fahrstil, zu Schulungen anhalten

(1) Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbeläs-
tigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu
lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen. Unnützes Hin- und Herfahren ist
innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn andere dadurch belästigt werden.
(2) Veranstaltungen mit Kraftfahrzeugen bedürfen der Erlaubnis, wenn sie die Nachtruhe
stören können,
(3) An Sonn- und Feiertagen dürfen in der Zeit von 0 bis 22 Uhr Lastkraftwagen mit ei-
nem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t sowie Anhänger hinter Lastkraftwagen nicht
verkehren. (Hinweis. Hier sind Ausnahmen möglich für Frischprodukte und kombinierten
Güterverkehr mit Bahn und Schiff).

Ruhender Verkehr
• Parkraumbewirtschaftung
• Einführung von Sammelgaragen außerhalb von Wohngebieten
• Anwohnerparken
• Parkmöglichkeiten außerhalb des Wohngebietes
• Regelungen in Bebauungsplänen und Satzungen zum autofreien Wohnen

Öffentlichkeitsarbeit
• Aufklärung über lärmarmes Fahren und Produkte
• Flyer/Infotafeln, die zu niedrigtourigem Fahren auffordern:
so wird ein PKW im zweiten Gang bei Tempo 50 als so laut empfunden wie zwan-
zig PKW im vierten Gang,
• das Umschalten vom zweiten in den vierten Gang bringt eine Lärmreduktion von
10 dB (A)

Marktverhalten
• Die Kommune sollte ruhige Fahrzeuge beim Ersatzkauf beschaffen
• Elektro-Fahrzeuge (mit Solar-Tankstelle),
• Anschaffung, lärmarmer Reifen für den Fuhrpark,
• Bezuschussung lärmarmer Reifen bei Anschaffung durch Bürgerinnen und Bürger

Es wird gebeten, die Maßnahmen in enger Abstimmung mit den Anwohnerinnen und
Anwohnern zu treffen und diese bei der Entscheidung über den Antrag und im weiteren
Verfahren angemessen zu beteiligen.
Es wird nochmals betont, dass die Maßnahmen in ihrer Summe eine erhebliche Verbesse-
rung bedeuten können, wenn sie richtig ausgewählt und dauerhaft umgesetzt werden.
Dazu nachstehende Übersicht:
Viele kleine Maßnahmen bewirken in ihrer Summe erhebliche Verbesserungen
Maßnahmen zur Lärmminderung im Straßenverkehr haben folgende Wirksamkeit (Quelle
UBA):
• Fahrzeugtechnik/Reifen (Prognose bis 2005) -2-3 dB(A)
• Verkehrsberuhigung/T 30 -2-3 dB(A)
• Gleichmäßige Fahrweise 0-3 dB(A)
• LKW-Fahrverbote -1-3 dB(A)
• Reduzierung der Verkehrsmenge um
o 20 % -1 dB(A)
o 50 % -3 dB(A)
o 90 % -10 dB(A)
• Verlagerung auf den ÖPNV in Abhängigkeit vom
technischen Standard und Besetzungsgrad +6-9 dB(A)
• Neuaufteilung im Straßenraum, Busspur -1-2 dB(A)
• Schallschutzwände + 3-15 dB(A)
• Abschirmende Gebäude -20 dB(A)
• Minderungsziel -13 dB(A), um 65 dB(A) tags einzuhalten

Es wird um eine – auch vorläufige - Rückantwort binnen XX (DATUM; DREI WOCHEN


AB ABSENDUNG) gebeten. Gerne sind wir auch zu einem Gespräch in ihrem Hause oder
vor Ort bereit.
Eine Kopie dieses Schreibens geht an die Gemeinde XY zur Kenntnis und mit der Bitte
um Stellungnahme.
Mit freundlichen Grüßen
(UNTERSCHRIFT)
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DIE SATZBAUSTEINE SIND VERWENDBAR FÜR ANTRÄGE BEIM GEMEINDEVORSTAND


BZW. IM KOMMUNALPARLAMENT, FÜR PRESSEERKLÄRUNGEN ODER LESERBRIEFE.

Umfragen des Umweltbundesamtes zeigen, dass Verkehrslärm inzwischen von den Deut-
schen als die schlimmste Umweltbeeinträchtigung im Wohnumfeld empfunden werden.
Zwei Drittel aller Deutschen fühlen sich durch Straßenverkehrslärm gestört. Jeder sechste
Deutsche fühlt sich sogar hochgradig von Straßenverkehrslärm belästigt.
Verkehrslärm erzeugt enorme volkswirtschaftliche Kosten. Permanente Verkehrslärmbe-
lastungen über 65 Dezibel am Tage bzw. 55 Dezibel in der Nacht sind gesundheitsschädi-
gend (erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Bei Mittelungspegeln von über
60 Dezibel am Tage und 50 Dezibel in der Nacht gehen Fachleute von einer erheblichen
Belästigung durch Verkehrslärm aus.

Sofern vorhanden, Hinweis auf lokale Belastung.

Kinder, die in lärmreicher Umgebung aufwachsen, können sich schlechter konzentrieren


und lernen schlechter lesen und sprechen. Unter Lärm nimmt die Qualität der Arbeit ab
und die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit wird verringert. Grundstücke und Häuser an
lauten Straßen erleiden einen starken Wertverlust. Fenster müssen geschlossen bleiben,
Balkone zur Straße sind nicht nutzbar. Lärm ist einer der Hauptgründe für Umzug und
Stadtflucht. Aber nur Menschen, die es sich leisten können, fliehen vor dem Lärm (und
den Abgasen) in die Außenbezirke und aufs Land - und produzieren bei ihren Fahrten in
die Stadt, den Lärm, vor dem sie selbst geflohen sind. An den besonders lauten Straßen
mit entsprechend hohem Mietverfall konzentrieren sich finanziell schlechter gestellte Be-
völkerungsgruppen. Es kommt zu einer sozialen Teilung der Stadt infolge des Lärm mit
entsprechenden negativen Folgen für die Gesellschaft.

Mit der Lärmminderungsplanung hat die Gemeinde erstmals die Möglichkeit, alle Ge-
räuschquellenarten zusammenfassend zu beurteilen. Die Belastungssituation und die An-
zahl von belasteten Menschen wird transparent. Lärmkonflikte werden frühzeitig erkannt
bzw. können vermieden werden. Die Ergebnisse der Lärmanalyse lassen sich auch in an-
deren Bereichen der Stadtplanung nutzen und somit Kosten sparen. So entfallen künftig
die Kosten für Einzelgutachten bei der Erstellung von Bauleitplänen oder Baugenehmi-
gungen.
Die Lärmminderungsplanung liefert außerdem eine umfangreiche Datenbasis zur Vorbeu-
gung planerischer Fehlentwicklungen und damit verbundenen Folgekosten.
Schließlich werden dadurch das Bewusstsein der Bürger/innen der Gemeinde / Stadt für
den Lärmschutz erhöht und damit langfristig neue Potenziale zur nachhaltigen Lärmmin-
derung erschlossen.

DAS SCHREIBEN SOLLTE AUßERDEM HINWEISE AUF DIE RECHTSLAGE HABEN (SIEHE
BEI LÄRMMINDERUNGSPLÄNE NACH § 47A BIMSCHG BZW. BEI LÄRMMINDERUNGS-
PLÄNE NACH DER EU-UMGEBUNGSLÄRMRICHTLINIE).
D

Die Behörden messen den Lärm nicht, sie berechnen ihn.


Wenn die Daten über die Lärmwerte in dem fraglichen Gebiet bei der Verwaltung vor-
handen sind, ist diese nach dem Umweltinformationsgesetz dazu verpflichtet, sie heraus-
zugeben.
Jeder Bürger hat das Recht, alle Behörden, die Aufgaben des Umweltschutzes wahrneh-
men, nach allen Umweltdaten zu befragen. Grundsätzlich muss die Behörde die Informa-
tion in der Form zur Verfügung stellen, die vom Antragsteller gewünscht wurde (z.B.
schriftlich in Kopien oder Akteneinsicht). Einschränkungen der Informationspflicht sind
gesetzlich nur zum Schutze öffentlicher oder privater Belange vorgesehen, etwa bei In-
formationen über die Landesverteidigung oder ein laufendes strafrechtliches Ermittlungs-
verfahren bzw. bei der Beeinträchtigung schutzwürdiger Interessen Dritter.
Das Verfahren wird dadurch in Gang gesetzt, dass jemand bei einer Behörde den Antrag
auf Übermittlung von Umweltinformationen stellt. Als Anforderung gilt: Der Antrag
muss hinreichend bestimmt sein und insbesondere erkennen lassen, auf welche Informa-
tionen im Sinne des § 3 Abs. 2 gerichtet ist. Eine Begründung muss nicht gegeben wer-
den. Beispiele für lärmbezogene Informationen sind etwa DTV-Werte für Straßen (durch-
schnittliche tägliche Verkehrsmenge), Verkehrsprognosen, Lärmberechnungen im Rahmen
von Bebauungsplänen oder Baugenehmigungen, Schallpegelmessungen von Verkehrswe-
gen oder gewerblichen Anlagen. Die Behörde muss nur die Informationen übermitteln,
die ihr auch vorliegen. Durch einen Antrag nach dem UIG wird die Behörde also nicht zur
Datenerhebung (z.B. Lärmmessung) verpflichtet. Für die Erteilung von Umweltinformati-
onen können Gebühren anfallen. Es empfiehlt sich deshalb eine Bitte um Kostenvoran-
schlag. Übrigens sind in Nordrhein-Westfalen die anerkannten Naturschutzverbände von
Gebühren befreit. Ein Musterantrag auf Auskunft nach dem UIG findet sich im Anhang
(Kapitel 5.2.).

Hat die Verwaltung die Daten selbst nicht, gibt es weiter Möglichkeiten den Lärmpegel zu
ermitteln:
Mit Hilfe des Online-Lärmrechners des Deutschen Arbeitsringes für Lärmbekämpfung (auf
der Internetseite www.dalaerm.de) kann man den Straßenverkehrslärm nach dem gesetz-
lich vorgesehenen Verfahren berechnen. Dieses Berechnungsverfahren wurde in der An-
lage 1 zur 16. BImSchV und der RLS 90 (Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen –
Ausgabe 1990) festgelegt. Mit dem Online-Lärmrechner kann der Zusammenhang zwi-
schen Mittelungspegel und Verkehrsmenge, LKW-Anteil, Geschwindigkeit, Straßenober-
fläche, Steigung; Gefälle sowie dem Abstand zur Quelle (und der davon abhängigen Ab-
sorption) bestimmt werden. Nicht berücksichtigt werden topografische Eigenheiten, Ab-
schirmungen und die Bebauung. Der Rechner geht von der Variante aus, dass der behörd-
lich ermittelte DTV-Wert (durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke) bekannt ist oder
durch eigene Zählungen der stündlichen Verkehrsmenge und des Lkw-Anteil (zulässiges
Gesamtgewicht über 2,8 t) ermittelt wurde (Hinweise zur Ermittlung der DTV-Werte fin-
den Sie in der Anlage E). Die Tageszeit (6-22 Uhr) und die Nachtzeit (22-6 Uhr) werden
getrennt betrachtet.

Sollte die Verkehrsmenge selbst ermittelt werden, gelten folgende Hinweise zu


Unsicherheiten der Zähldaten: Eine Unsicherheit der Zähldaten von zehn Prozent
entspricht einer Pegelunsicherheit von einem Dezibel. Eine Verdopplung der
Fahrzeuganzahl wirkt sich in einer Pegelerhöhung von drei Dezibel. Ein Lkw ist in der
einer Pegelerhöhung von drei Dezibel. Ein Lkw ist in der Geräuschemission vergleichbar
mit etwa zehn Pkw. Er ist folglich für die Genauigkeit der Bewegungszahlen von vorran-
giger Bedeutung. Die Zähldaten des Lkw-Verkehrs können einer zeitlich schnellen Verän-
derung unterworfen sein, daher sollte auf aktuelle Verkehrszähldaten Wert gelegt werden.
Wer mit der Handhabung des Online-Rechners Probleme hat und auch an Interpretati-
onshilfen bei den Ergebnissen interessiert ist, kann bei der Stiftung Warentest (Lützow-
platz 11-13, 10785 Berlin, Tel.: 030/ 2631-0, Internet: www.stiftung-warentest.de) für 47
Euro ein einfaches Lärmgutachten anfordern. Das Gutachten ist auf den Normalfall zuge-
schnitten, wenn Haus und Straße in etwa auf gleichem Niveau liegen und keine großen
Hindernisse dazwischen sind. Die Stiftung errechnet den Lärmpegel von Straßenverkehrs-
lärm nach denselben Formeln wie der DAL-Rechner. Basis der Berechnung ist ein Frage-
bogen, der von dem Antragsteller ausgefüllt werden muss. Dieser enthält Fragen zur Lage
des Hauses, Entfernungen zu Straße, Verkehrsmenge, zulässigen Höchstgeschwindigkeit,
Fahrbahnbelag usw.

In einigen Situationen kann es dennoch sinnvoll sein, Lärm zu messen. Dies ist z.B. der
Fall, wenn man Werte kontrollieren oder mit einer Aktion andere Menschen auf das
Lärmproblem hinweisen möchte.

E6 7 8 9 " :8 9 " ;

Die „Durchschnittliche Tägliche Verkehrsstärke“ (DTV) ist die Anzahl aller Fahrzeuge
(Pkw, Lkw, Bus), die an einem Tag (24 Stunden) im Jahresmittel die Straße durchfahren.
DTV-Werte und Lkw-Anteil können in der Regel bei der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung
oder beim zuständigen Straßenbauamt erfragt werden.

DTV-Werte können annäherungsweise auch nach folgender Methode selbst ermittelt wer-
den (Quelle: Stiftung Warentest). Gezählt werden sollte an einem Dienstag, Mittwoch oder
Donnerstag.

Zähltag:

Zählstelle: (z.B. Potsdamerstr., Ecke Ringstr.)


Uhrzeit Anzahl der Pkw Anzahl Lkw + Busse
16.30 – 16.45
h

Summe:
16.45 – 17.00
h

Summe:
17.00 – 17.15
h

Summe:
17.15 – 17.30
h

Summe:
Gesamtsumme:

Durch Multiplikation der Pkw-Gesamtsumme mit 10 ergibt sich die grob geschätzte
Summe der Pkw für einen 24-Stunden-Tag. Analog verfährt man mit den Lkw. Die Sum-
me aus beiden Fahrzeuggattungen ergibt eine grobe Schätzung für den 24-Stunden-Wert.

Den Lkw-Anteil errechnet man über die Formel:


{[Lkw(1h)*10)]/[Pkw(1h) *10+ Lkw(1h)*10]}*100 = Lkw-Anteil in %

Erläuterungen:
Unter Pkw werden hier Pkw, Kombi und Lieferfahrzeuge (bis 3,5 t) verstanden.
Unter Lkw werden hier Lkw und Busse sowie Lieferfahrzeuge mit Zwillingsreifen an der
Hinterachse verstanden (über 3,5 t).
Zweiräder (Fahrräder, Mopeds und Motorräder) werden nicht gezählt.
Zählen Sie die Fahrzeuge auf allen Spuren (das heißt in beiden Fahrtrichtungen). Bei
vielbefahrenen Straßen ist es sinnvoll, den Zählbogen zu kopieren und zu zweit zu zäh-
len.