Sie sind auf Seite 1von 1

Home > News > Restliches Ausland

Coronavirus
abonnieren

News Schweiz Symptome Infos International

Coronavirus: Schweizer
Familie über prekäre Lage in
Brasilien

Beitrag von Noëlle Schnegg


Am 19. Juni 2021 - 20:32
Brasilien

Brasilien hat das Coronavirus noch längst nicht


unter Kontrolle. Mitarbeiter einer
Hilfsorganisation sprechen mit Nau.ch über die
dramatische Lage.

Die Familie Volkart setzt sich in Brasilien für Strassenkinder


ein. Im Nau.ch-Gespräch sprechen sie über ihren Alltag in São
Paulo. - Keystone/zVg

Das Wichtigste in Kürze

In Brasilien ist die Corona-Situation


noch immer dramatisch.

Die Situation auf den Strassen hat sich


seit der Pandemie massiv
verschlechtert.

Schweizer Mitarbeiter einer


Hilfsorganisation schildern ihr Leben
in São Paulo.

«Ich führe eine lange Liste von Bekannten, die am


Coronavirus starben, die Liste wächst immer
noch.» Heidi (45) und Mike Volkart (47), ein
Schweizer Ehepaar, erlebt die Tragödie in der
brasilianischen Millionenmetropole São Paulo
hautnah.

In diesem Jahr ist das Coronavirus immer näher


zur Familie Volkart gerückt: Der Vater einer
Schulkollegin ihres ältesten Sohnes, eine 38-
jährige Nachbarin, ein junges Ehepaar, Mitarbeiter
der Organisation. Die Liste der Toten im
Bekanntenkreis ist lang.

Während in Europa die Impfkampagnen


voranschreiten und die Massnahmen weiter
aufgehoben werden, bleibt die Corona-Situation
in Brasilien dramatisch. Rund 17,7 Millionen
Menschen infizierten sich bisher mit dem
Coronavirus. Mit über 496'000 Toten hat das
Land hinter den USA die zweithöchste Todesrate
weltweit.

Das Ehepaar Heidi und Mike Volkart mit ihren vier Kindern. –
zVg

Heidi und Mike Volkart entschieden sich im Jahr


2000, nach Brasilien auszuwandern. In São Paulo
setzen sie sich mit der christlichen
Hilfsorganisation «ABBA» (Assosiação Brasileira
Beneficente Aslan) für Strassenkinder ein. Das
Land zählt etwa sieben Millionen Kinder und
Jugendliche, die auf der Strasse leben.

Volkarts haben seither ein Kinderhaus aufgebaut,


um Kindern und Jugendlichen einen würdigen
Alltag bieten zu können. Ausserdem hat Schreiner
Mike eine Lehrschreinerei gegründet.

Anzahl Menschen auf der Strasse


hat sich verdoppelt
Corona verschlimmerte die Situation auf den
Strassen Brasiliens massiv. «In den Monaten des
Lockdowns hat sich die Anzahl an Menschen, die
auf der Strasse leben, verdoppelt», sagt Heidi
Volkart.

Millionen von Menschen würden von dem leben,


was sie an einem Tag verdienen. Meist verkaufen
sie ihre Ware auf den Strassen. Als sie aber nicht
mehr das Haus verlassen durften, hatten die
Familien am Abend kein Essen auf dem Tisch.
Heidi Volkart: «Die Menschen verhungerten.»

Armenviertel, sogenannte Favelas in São Paulo. – zVg

Während des Lockdowns verteilte die


Hilfsorganisation warme Mahlzeiten an die
Menschen auf der Strasse. Ausserdem verteilte
«ABBA» Masken, Desinfektionsmittel, diverse
Hygieneprodukte und Flüssigseife an Bedürftige.

Coronavirus: Impfkampagne geht


schleppend voran
Auch über ein Jahr nach Pandemie-Beginn gibt es
nicht viel Positives aus dem Land zu berichten. Die
spät gestartete Impfkampagne geht nur langsam
voran: Derzeit erhielten rund 28 Prozent eine
erste Dosis, 11,3 Prozent sind vollständig geimpft.

Ein grosses Problem nebst den


Lieferverzögerungen: Bundesstaaten und
Gemeinden haben unterschiedliche Kriterien zur
Impfung von priorisierten Gruppen verabschiedet.
Dies erschwert die genaue Überwachung der
landesweiten Daten. Zu diesem Schluss kommt
eine Umfrage zweier Universitäten aus Rio de
Janeiro und São Paulo.

Eine Gesundheitsarbeiterin verabreicht einer Frau, die auf der


Strasse lebt, eine Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs gegen das
Coronavirus in Rio de Janeiro. - Keystone

São Paulo hat diese Woche damit begonnen,


Personen zwischen 50 und 59 Jahren gegen das
Coronavirus zu impfen. Ausserdem können sich
nun Menschen ab 18 registrieren, um die am Ende
des Tages übrig gebliebenen Impfdosen erhalten
zu können.

Das Ziel von Brasiliens Gesundheitsminister


Marcelo Queirogan ist es, die Bevölkerung bis
Ende 2021 durchgeimpft zu haben. «Die Zeit läuft
gegen uns», sagt der Infektiologe Renato Kfouri
gegenüber «BBC News Brasil». Denn jedes Mal,
wenn sich die Impfung verzögere, würden sich
mehr Todesfälle häufen.

Mehr zum Thema:

Marcelo Daten Vater BBC Coronavirus

Weiterlesen
Brasilien

Mehr als 100'000 Corona-Tote im


Bundesstaat São Paulo

Gegen Diskriminierung

WHO verpasst Corona-Mutanten neue


Namen

Hunderte Corona-Tote

Brasiliens Gefängnisse extrem überfüllt

Mehr in News
Nach zwei Jahren

Wichtige Küstenstrasse in Libyen wieder


geöffnet

Nach drei Monaten

Russischer Botschafter wieder in den


USA

Mitten in der Stadt

27-jähriger Mann in Lausanne tot


aufgefunden

Mehr aus Brasilien


An einem Tag

Alle Inselbewohner in Brasilien gegen


Covid-19 geimpft

Brasília

Brasilien: Über 500.000 Corona-Tote und


neue Proteste

Gemäss Regierung

Brasilien verzeichnet über halbe Million


Corona-Tote

Meinungen (55)

Meinung verfassen...

Nau.ch folgen

Facebook

Twitter

Instagram

News Politik

Sport Matchcenter

People Wirtschaft

Videos Nau Plus

Games Stimmen der Schweiz

Lifestyle Themen

Archiv

Werbung Team

Jobs Gewinnspiele

Kontakt Sitemap

Impressum / AGBs

Durch das Nutzen von nau.ch sind Sie mit


der Verwendung von Cookies einverstanden.
Info © 2021 Nau media AG

OK

43 55

Das könnte Ihnen auch gefallen