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Österreichische Post AG

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Bund der Tiroler Schützenkompanien,
Brixner Straße 1, 6. Stock, Bauernbundhaus, 6020 Innsbruck
ISSN 2531-4874

9 772531 487407

Mitteilungsblatt der Schützen der Alpenregion


46. Jahrgang • erscheint zweimonatlich • N° 1 | Febraur 2022 • Bozen · Innsbruck · Kronmetz · Kochel am See

3G oder 2G? 1G:


Gemeinsam!
Tirols Schützen und Marketenderin-
nen wurden in der Corona-Thematik
immer wieder aufgefordert, Positi-
on zu beziehen. Einmal dafür und
einmal dafür. Wir wissen ganz genau,
was zu tun ist – aber auch was nicht.
Und wir wissen, was wir sind: Eine
Gemeinschaft, die sich den Traditio-
nen unserer Heimat verpflichtet fühlt,
die unsere Landesidentität verteidigt
und die Landeseinheit fördert. Eine
Gemeinschaft, die in einem starken
Miteinander Teil dieses Landes ist.
Ein starker Teil Tirols. Und so werde
ich mich als Landeskommandant auch
weiterhin nur für eine einzige Seite
stark machen – für die unsere, für uns
Schützen und Marketenderinnen! In
der gegenwärtigen G-Diskussion rund
um „Genesen, Geimpft oder Getestet“
zählt für mich nur ein einzig relevan-
tes G. Nämlich jenes: Gemeinsam!

… meint euer Landeskommandant


Thomas Saurer

LIEBE
„Es genügt nicht, zu jammern“ –
Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier
ERINNERUNG:
Bischof Stecher
zum 100.
3
in St. Pauls
von Renato des Dorides

FROHER Am 8. Dezember 2021 wurde in St. Pauls wieder der verstorbenen und lebenden Tiroler
AUFBRUCH: Freiheitskämpfer der 1950er und 1960er Jahre gedacht.
Von Schloss zu
Schloss wandern
4
Schützen aus ganz Südtirol und Welschtirol brachten durch die Teilnahme an dieser Gedenkfeier
ihren Respekt, Achtung und Dank für den selbstlosen und uneigennützigen Einsatz und Opfertod
für Volk und Heimat Tirol zum Ausdruck. Die Aufstellung der Formationen mit Fahnenabord-
nungen erfolgte entlang der Paulsner Straße mit anschließender Meldung und Abschreiten der
WEHMÜTIGER Front durch LKdt. Mjr. Renato des Dorides, den Obmann des SHB Roland Lang und den LKdt.
ABSCHIED: des WTSB. Mjr. Enzo Cestari. Am Friedhof von St. Pauls begrüßte Roland Lang alle Anwesenden
Freiheitskämpfer und bedankte sich für die zahlreiche Teilnahme. LKdt. Renato des Dorides verlas einen Brief
Sepp Mitterhofer von Mjr. Thomas Saurer vom BTSK, der sich wegen der verschärften Corona-Maßnahmen in
beerdigt
11 Österreich für die Nichtteilnahme entschuldigte. Eine angekündigte Schlechtwetterfront ließ nicht
lange auf sich warten und erreichte mit zunehmendem Schneefall die Teilnehmer der Gedenkfeier
Trotz Corona-Vorschriften und eisiger Kälte
„Standhaft im Gegenwind”

2 Aus den LANDESTEILEN …

während des von Pater Reinald Romaner über die zunehmend selbstzerstörerische da sie der italienische Staat seit den 60er
OFM und Landeskurat Pater Christoph Verleugnung unserer Tiroler Herkunft und Jahren als „terroristi latitanti“ mit interna-
Waldner OT zelebrierten Wortgottesdienstes all dessen, was Tiroler Identität ausmacht, tionalem Haftbefehl verfolgt und keinen
in Gedenken an die verstorbenen Freiheits- zu jammern! Wir müssen mit allen zur Schlussstrich zieht. Einigen von ihnen wur-
helden. Durch die SK Sepp Kerschbaumer Verfügung stehenden modernen demo- den schwerwiegende mörderische Attentate
Eppan wurde eine perfekte Ehrensalve kratischen Mitteln für unsere Heimat in die Schuhe geschoben, die sie niemals
abgefeuert. Vor der Gedenktafel der Frei- kämpfen, all das schützen und verteidigen, begangen haben. Attentate, die nachweislich
heitskämpfer der 60er Jahre hielt Dr. Eva was sie so einzigartig macht!“, so die Worte gezielt von geheimer Stelle gesteuert und
Klotz eine viel beachtete Gedenkrede. „In der Gedenkrednerin Dr. Eva Klotz, bevor durchgeführt wurden. Dieser Staat, der sich
der Führungsspitze unseres Landes herrscht die Musikkapelle St. Pauls die Weise des als demokratisch bezeichnet − dieser Staat
mittlerweile Orientierung, eine ganz offene, „Guten Kameraden“ zur Niederlegung der bringt nicht den Mut auf, die seit über 60
und zwar die nach Rom ausgerichtete! An Kränze erklingen ließ − gefolgt von der Jahren im Exil lebenden, zwischenzeitlich
der Spitze der Präsident der Provinzregie- Tiroler Landeshymne und einer Strophe der gealterten Widerstandskämpfer zu begna-
rung Bolzano/Bozen. Ich sage nicht „Lan- Österreichischen Bundeshymne. In seinen digen und wieder in ihre Heimat zu lassen.
deshauptmann“, denn dieser Begriff weist Schluss- und Dankesworten erinnerte LKdt. Diesen Freiheitskämpfern gebührt ebenso
in die Gegenrichtung, nach Norden, nach Renato des Dorides auch an die noch leben- unser Dank und unsere Achtung − für den
Tirol auf das Vaterland Österreich! Wer den Freiheitskämpfer, die ebenso schwere Mut, den sie aufgebracht haben, einem so
Italien so verinnerlicht hat, dass ihn dieser Folterungen erdulden und lange Haftstrafen mächtigen Staat zu trotzen“, so der LKdt.
Vorwurf nicht mehr trifft, geschweige denn absitzen mussten; auch an jene Freiheits- des SSB in seiner Schlussansprache, die er
beleidigen könnte, der will keine politische kämpfer – die im Exil Zuflucht gefunden mit den Worten beendete: „Unsere Hei-
Veränderung, der hat auch kein Verständnis haben, um unmenschlichen Misshandlun- mat ist Tirol – unser Vaterland war immer
für den Ruf nach Selbstbestimmung und gen zu entgehen. „Bis heute ist ihnen eine schon Österreich.“ n
das „Los von Rom“! Es genügt aber nicht, freie Wiederkehr in die Heimat versagt,

Sigmundskron von Richard Andergassen

Ehrenamt in Not - Mahnwache


Am internationalen Tag des Ehrenamtes, den 5. Dezember 2021, hat
der Südtiroler Schützenbund am Eingang auf Schloss Sigmundskron
ein Zeichen für das in Not geratene Südtiroler Ehrenamt gesetzt.
Mit der Verlesung und Veröffentlichung eines Manifests – umrahmt
von Spruchbändern und Fackeln – hat der SSB öffentlich die argen
Umstände im Ehrenamt aufgezeigt. Der Bundesausschuss und die
sieben Bezirksleitungen des Südtiroler Schützenbundes stellten sich
vor dem Schlosstor in Formation zu einer Mahnwache auf. „Dieser
geschichtsträchtige Ort wurde bewusst gewählt. Bereits 1957 wurden
arge Umstände im Land auf diesem Schloss kundgetan. Wir geben
heute ebenfalls – wie Magnago damals formulierte – unser deut-
sches Wort, dass wir weiterkämpfen und niemals aufhören werden,
uns für unser Land einzusetzen, wenn es beschnitten und bedroht
wird“, so LKdt. Mjr. Renato des Dorides. Nach seinen einleitenden
N° 1 | Februar 2022
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3
Südtiroler Scü

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Worten wurden sieben Spruchbänder von Majoren der Bundeslei- durch den Landeskommandanten. Darin fordert der SSB den Südti-
tung mit begleitenden Gedanken vorgestellt. „Ihr verschenkt das roler Landtag auf, durch ein eigenes Landesgesetz das Ehrenamt in
Ehrenamt an Rom, ist das der Lohn?“, „Es war einmal das Ehren- Südtirol in der bis heute bewährten Form zu retten, um nicht auch in
amt…“, „Ehrenamt − Fluch oder Segen für unser Land?“, „Südtiroler diesem Bereich die autonomen Befugnisse aus der Hand zu geben.
Ehrenamt! Wo bleibt die Autonomie?“ oder „Stärkt das Ehrenamt, Abschließend gibt der Südtiroler Schützenbund noch einen bekann-
nicht die Bürokratie!“ waren die Fragen und Forderungen auf eini- ten Gedanken zum Ehrenamt mit: „Ehrenamt ist keine Arbeit, die
gen der sieben Spruchbänder. Es folgte die Verlesung des Manifests nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist!“ n

Innsbruck von Heinz Wieser

Zum 100. Geburtstag von Bischof Dr. Reinhold Stecher


Der frühere Großoffizier des Ritterordens vom Heiligen Grabe zu Jerusalem und ehemalige Oberhirte der Diözese Innsbruck,
Bischof Dr. Reinhold Stecher, der am 29. Jänner 2013 im Alter von 91 Jahren verstarb, war eine großartige Persönlichkeit, ge-
kennzeichnet von Herzlichkeit, Toleranz und Grundsatztreue sowie von der Liebe zur Heimat.

Die Jahre seiner Jugend waren geprägt von scheidungen blieb Stecher stets seinen im
Gefängnis, Front und sehr viel Schreckli- tiefen Glauben verwurzelten Überzeugun-
chem. Der einstige sehr geschätzte Oberhir- gen treu. Damit erwarb er sich großen Re-
te unserer Diözese kam vor 100 Jahren, also spekt und höchste Wertschätzung, die weit
am 22. Dezember 1921, zur Welt. Dieses Ju- über die katholische Kirche hinaus reichte.
biläum nahm der vor sieben Jahren gegrün- Dr. Reinhold Stecher, der am 25. Jänner
dete Bischof-Stecher-Verein zum Anlass, 1981 die Bischofsweihe aus der Hand seines
um gemeinsam mit der Diözese Innsbruck, Vorgängers, Bischof DDr. Paulus Rusch, er-
dem Land Tirol, der Stadt Innsbruck und hielt, stellte sein bischöfliches Wirken unter
anderen Einrichtungen an diesen großen den Wahlspruch „Servire et confidere“ –
Tiroler Bischof zu erinnern, da Stecher eine „Dienen und vertrauen“. Stechers Beliebt-
Ausnahmeerscheinung unserer Zeit war. heit im Tiroler Volk nahm bald seinen Lauf:
Die Tiroler Bevölkerung verehrte ihn wäh- Der Bischof machte auch im Ruhestand auf
rend seiner aktiven Zeit und auch in den sich durch profilierte Predigten, Verfassen
Jahren danach, die von seinem karitativem von Artikeln und Büchern sowie durch Ver-
Wirken geprägt waren. Wie kein anderer nissagen aufmerksam. Besonders bekannt
verstand es Reinhold Stecher in seinen sind Stechers Aquarelle und Karikaturen. Er
Predigten in Bildern zu sprechen und den nimmt mit feinen Pinselstrichen besondere
Gläubigen das, was ihm wichtig war, zu ver- Orte und Kraftplätze, Berge, Kirchen und
mitteln. Mit Reinhold Stecher verlor nicht Kapellen in den Blick und erzählt auf seine
nur die Kirche, sondern das ganze Land Weise von Heimat und Beheimatung. Er
Tirol eine unvergleichliche Persönlichkeit. brachte die Bilder jeweils für einen guten
Er war trotz seines hohen Amtes als Bischof Zweck in die Öffentlichkeit. Er verstand es
der Diözese Innsbruck stets nahe bei den immer, die christliche Botschaft klar zu for-
Menschen und nahm ehrlichen Anteil an mulieren und die Menschen anzusprechen.
ihren Sorgen und Nöten. In all seinen Ent- Seine 16-jährige Regierungszeit im bischöf-
Burgenwanderung
N° 1 | Februar 2022
im historischen Welschtirol

4 Aus den LANDESTEILEN …

lichen Amte verfügte über Höhepunkte, die Priesterseminar das Theologiestudium. nes Nachts das Gnadenbild. Ein Zufall und
nur selten ein Bischof erlebt. So zählten zu Nach der Vertreibung durch die Gestapo die Intervention von Bischof DDr. Paulus
den bedeutendsten Ereignissen der Besuch setze er das Studium in St. Georgen am Rusch retteten Stecher vor dem Konzentra-
des Heiligen Vaters, Papst Johannes Paul II., Längsee in Kärnten fort. Im Frühjahr 1941 tionslager. Er musste in den Krieg ziehen
in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck wurde Stecher im Zusammenhang mit und kehrte 1945 nach 3.600 km Fußmarsch
am 27. Juni 1988, die Renovierungsarbei- der Aufhebung des Wallfahrtsortes Maria in die Heimat zurück. Am 19. Dezember
ten seiner Kathedralkirche, des Domes Waldrast für zwei Monate in Haft genom- 1947 empfing er aus der Hand von Bischof
zum hl. Jakobus, die am 24. Oktober 1993 men. Die Gestapo beschlagnahmte namens DDr. Paulus Rusch das Sakrament der
feierlich abgeschlossen wurden, und die der Reichsregierung Kloster und Kirche Priesterweihe. Beispielhafte Toleranz hat
Seligsprechung von Pfarrer Otto Neururer, von Maria Waldrast. Nun geschahen zwei Stecher sowohl in seinem Einsatz für die
der dem ehemaligen Innsbrucker Oberhir- Dinge, die der geheimen Staatspolizei in Flüchtlinge als auch in seinem Kampf gegen
ten die erste hl. Kommunion reichte, am die Knochen fuhren: Das erste war eine den Antisemitismus gezeigt. 1997 über-
24. November 1996 in Rom. Der Sohn des Protestwallfahrt, bei der 600 Gläubige vor gab er den Hirtenstab seinem Nachfolger,
damaligen Landesschulinspektors Dr. Heinz der versperrten Kirche Rosenkranz beteten. Bischof Dr. Alois Kothgasser. Sein Wirken
Stecher begann kriegsbedingt in dem in St. Weiters retteten in einer halsbrecherischen war ein Segen für das Land Tirol! n
Michael bei Matrei a.Br. untergebrachten Aktion zwei junge Matreier Katholiken ei-

Trient von Enzo Cestari

5 Welschtiroler Burgen – von Schloss zu Schloss gehen


Die neue Initiative des WTSB lässt unser gemeinsames Erbe an Kunst, Geschichte und Tradition erlebbar machen.

vorgeschlagenen Schlösser kennenzulernen. Ein Land, das seit jeher


mit der Geschichte des historischen Tirol, der Familie Habsburg und
letztlich der Geschichte Mitteleuropas verbunden ist. Wir erwarten
euch, in der Überzeugung, dass ihr zufrieden sein werdet.“
Coupon zum Ausschneiden und an der Kasse vorzeigen, um den
ermäßigten Preis zu erhalten. n

Der Welschtiroler Schützenbund freut sich, bekannt zu geben, dass


er mit dem Schloss Buonconsiglio eine Vereinbarung getroffen hat,
um die 5 wichtigsten Burgen des Trentino zu einem ermäßigten
Preis besuchen zu können. Diese Ermäßigung ist allen Mitgliedern
der Schützenbünde Tirols und Bayerns und deren Familien vorbe-
halten. Die Vereinbarung gilt für den Zeitraum vom 1. April bis 30.
Juni 2022. Die Schlösser (siehe beiliegendes Merkblatt) und die ver-
einbarten Preise sind: Schloss Beseno € 5,00, Schloss Buonconsiglio
€ 6,00, Schloss Caldes Eintritt frei, Schloss Stenico € 6,00, Schloss
Thun € 5,00. Unter 14 Jahren ist der Eintritt in alle Schlösser frei.
Es ist ratsam, die Website www.buonconsiglio.it zu konsultieren
oder die verschiedenen Referenznummern (siehe beigefügtes
Merkblatt) anzurufen, bevor Sie einen Besuch organisieren. Diese
Vereinbarung wurde allen Landeskommandanten beim Landes-
kommandantentreffen am 16. Oktober in Beuerberg vorgestellt. In
der Einladung von Welschtiroler LKdt. Enzo Cestari mit dem Gruß
des Präsidenten der P.A.T. Maurizio Fugatti, des Landtagspräsiden-
ten des Trentino Walter Kaswalder und Landeshauptmann Mauri-
zio Fugatti heißt es: „Liebe Schützen, liebe Marketenderinnen, […] es
ist eine großartige Gelegenheit, unser Land durch den Besuch der fünf
N° 1 | Februar 2022

Aus den LANDESTEILEN … 5


Trient von Enzo Cestari

Da castello a castello
Patrimonio di arte, storia e tradizione

La Federazione Schützen del Welschtirol è lieta di annunciare di Cestari. Care Marketenderinnen, Cari Schützenkameraden, cari
aver stipulato un accordo con il castello del Buonconsiglio per poter amici. È con sommo piacere, anche a nome della Federazione, che
visitare i 5 maggiori castelli del Trentino ad un prezzo agevolato. porto alla vostra attenzione questa iniziativa che è stata realizzata
Questa agevolazione è riservata a tutti i soci delle Federazioni del grazie alla disponibilità della nostra Provincia Autonoma di Trento
Trentino, Süd Tirol, Nord Tirol, Baviera ed ai loro famigliari. e della Direzione del Castello del Buonconsiglio. Credo che sia una
L’accordo è valido per il periodo 1° aprile – 30 giugno 2022 bella occasione per conoscere la nostra terra attraverso la visita dei
I castelli (vedi dépliant allegato) e le tariffe concordate sono: Castel cinque castelli proposti. Terra legata da sempre, alla storia del Tirolo
Beseno € 5,00, Castello del Buonconsiglio € 6,00, Castel Caldes storico, alla famiglia d’Asburgo ed in definitiva alla storia della Mit-
ingresso gratuito. Castel Stenico € 6,00, Castel Thun € 5,00. teleuropa. Vi aspettiamo numerosi, sicuri che resterete sicuramente
Sotto i 14 anni l’ingresso è gratuito in tutti i castelli. Si consiglia soddisfatti. n
di consultare il sito web www.buonconsiglio.it o telefonare ai vari
numeri di riferimento (vedi dépliant allegato) prima di organizzare
una visita. Questo accordo è stato presentato a tutti i Landeskom-
mandenten nella riunione Landeskommandanttreffen tenuto il 16
ottobre a Beuerberg. Un invito e saluto da parte del Presidente della
P.A.T. Maurizio Fugatti e dal Presidente del Consiglio Provinciale
Walter Kaswalder, Landeshauptmann Maurizio Fugatti, Landes-
kommandant Enzo Cestari (WTSB) und Landtagspräsident Walter
Kaswalder.
Cari Schützen, care Marketenderinnen a nome della Provincia Au-
tonoma di Trento e del Consiglio provinciale Vi diamo il benvenuto
nel nostro Trentino (Welschtirol). Con questa iniziativa avrete la
possibilità di conoscere 5 castelli della nostra terra. Castelli pieni
di storia e tradizioni secolari. Sarà per noi un grande onore averVi
nostri ospiti. Un saluto da parte del Landeskommandant Enzo

Coupon da ritagliare e da mostrare alla cassa per


ottenere la tariffa agevolata.
N° 1 | Februar 2022

6 Aus den LANDESTEILEN …


Pinzon von Lukas Wegscheider

Nestbeschmutzer
Als Nestbeschmutzer werden abwertend Menschen bezeichnet, die das soziale, wirtschaftliche oder politische System, in dem
sie selbst leben oder tätig sind, kritisieren oder Missstände aufzeigen. Soweit die Definition aus dem Duden. Bezeichnet sich
jemand selbst als „Nestbeschmutzer“, bekommt dieser Ausdruck nochmals eine andere Bedeutung.

Bekleckert jemand das Nest von außen, ohne selbst darin zu woh- diese und andere volkstümlerische Vereine ein Symbol der Rückwärts-
nen, überrumpelt sich der Begriff nochmals etwas. Julian Fischnaller gewandheit und des einfältigen Konservatismus sind, denke ich bei Ti-
jedenfalls wäre gern so ein Nestbeschmutzer. Ein richtig guter, mit roliban vor allem an eine recht neue Art von Sittenwächter*innen“ [...].
mächtig Dampf im Enddarm– entschuldigt bitte den Ausdruck. Die Wortwahl der ersten Sätze legt die ganze Voreingenommenheit
Jedenfalls beschreibt der mittlerweile in Wien lebende Lehrer seine klar und zeigt, in welche − recht einbahnige − Richtung die restliche
ganz eigene, eigenartig getrübt-vertrübte Sicht unseres Landes im Ausführung gehen wird. Na gut, wir Angesprochenen sind natürlich
mit ausreichend Humor beseelt, da locker mitzuschmunzeln. Trotz-
dem können diese polemischen Zeilen als Offenbarung der eigenen,
ziemlich bodennahen Toleranz-Schwelle Mitmenschen gegenüber
angesehen werden, welche Brauchtum und

EU
Glauben im Herzen tragen. Warum er „volks-
tümlerische Vereine“ so negativ behaftet
sieht, verschweigt der Schreiber. Darauf einen
fundierten, aufklärerischen Blick auf unse-
re eigene Wesensart zu erlangen, wäre zwar
spannend, wird aber geheim gehalten. Einfältig

R
jedenfalls kann nicht nur Konservatismus sein,
sondern auch das Anpöbeln verwurzelter Sitten
und Gebräuche einer Gesellschaft. Vielleicht
würde der zitierte Begründer der Psychoanalyse
dann mal nicht nur den „Tirolibaner*innen“
die Ohren langziehen, sondern auch dem guten
Herrn Fischnaller.

Heldenverehrung im Fokus
„Einen tiefen Einblick in das Gemüt der
Südtiroler*innen gibt unsere Heldenverehrung: ‚Es
blutete der Brüder Herz, ganz Deutschland ach in
Schmach und Schmerz.‘ Zugegeben, Hymnen sind oft
stupide, aber wir schaffen es, das dümmste Lied und
P Skolast

die rückschrittlichste Persönlichkeit, die wir finden


können, an oberste Stelle zu setzen. Gerade Andreas Hofer, dieser
Tiroler al-Baghdadi, ist für ein modernes Land als Symbol so ungeeig-
net wie es nur geht: frauenfeindlich, bigott, ständig besoffen, Impfgeg-
Wie der Volksheld von Diktaturen und auch von der heutigen Poli- ner und eigentlich ziemlich erfolglos. Damit können sich viele unserer
tik noch benutzt wird, um Botschaften anzubringen. tapferen Mandr offensichtlich gut identifizieren.“
Uhhh, da scheint grad jemand in der Lage zu sein, Minute für
„Skolast“, dem Medium der Südtiroler Hochschülerschaft. Ob diese Minute Leben, Wirken und das Nasenbohren Vater Hofers mit
sich damit einen Gefallen getan hat, ist eine andere Geschichte, absolut unfallfreier Sicherheit nacherzählen zu können. Grad so,
jedenfalls fällt auch dieser Text in die Kategorie der freien Mei- als wäre der Herrn Fischnaller in Manndeckung ganz nah dabei
nungsäußerung und wurde in einem Südtiroler Online-Magazin gewesen und zeitlebens nicht einen Millimeter von seiner Seite bzw.
wiedergegeben. Um was es geht, schreibt Fischnaller aufschlussreich vom seinem Trinknapf gerückt. Das Verwursteln von historischen
am Anfang seines Aufsatzes: „Wir Südtiroler*innen sind Expert*innen Begebenheiten und Persönlichkeiten mit aktuellem Geschehen geht
im schönen Schein“. Ein gelungener Einstieg also, solch eine Verallge- aber auch immer in die Hose. Generell. Ist dann nicht eine Exklusi-
meinerung à 360°. vität des Herrn (Be-)Lehrers. Es bedarf nicht nur eines fundierten,
geschichtlichen Wissens, sondern noch mehr des Einfühlvermögens
Julian Fischnallers Schubladendenken in die jeweilige Zeit, um Abläufe richtig zu- bzw. einordnen, richtig
Und das Schubladendenken der Fischnaller'schen Weltanschauung analysieren zu können. Wer sich ein „modernes Land“ herbei-
wird ganz munter gesteigert mit: „Tiroliban. Die Überschrift wird die sehnt, geprägt von Vielfalt, Offenheit und Förderung der Diversi-
meisten von uns an unseren bekannten Trachtenverein in den engen tät, dürfte auch jene Messerspitze Toleranz und eigene Vielfalt in
Hosen denken lassen. An die tapferen Recken, die ihre Feuerstöckchen sich tragen, um „so genannte“ „Konservative“, „Traditionelle“ und
in die Luft halten und bei denen dann doch nur heiße Luft und ein „Brauchtumsliebhaber*innen“ nicht nur zu akzeptieren, sondern
wenig Rauch rauskommt − was würde Freud dazu sagen? Obwohl auch wertzuschätzen. Das wäre dann echte Offenheit. Auch die As-
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Aus den LANDESTEILEN … 7


soziation Andreas Hofers mit dem Terroristen Abu Bakr al-Baghdadi
wird in den Augen des Kritikers eine Abkürzung sein, um das eigene
Bild dieser historischen Figur nochmals zu dämonisieren, ist aber im
Grunde eine fragwürdige Verzerrung der Schicksale jener Frauen,
Mädchen, Kinder und Männer, die diesen Terroristen zum Opfer
gefallen sind. Die sunnitischen Gotteskrieger haben mit bestialischer
Grausamkeit „Ungläubige“ und Andersdenkende attackiert, willkür-
lich hingerichtet, gesteinigt und geköpft, ertränkt und bei lebendigem
Leib verbrannt oder „einfach“ in die Luft gesprengt. Und − einer
globalen Strategie folgend − schauermäßig den blanken Terrorismus
über soziale Netzwerke in die Welt versendet. Al Baghdadi sah sich
als Kalif, Nachfolger des Propheten Mohammed und Stellvertreter
Allahs auf Erden, gewillt, einen islamistischen Staat zu errichten.
Und dieses Kalifat in die Welt zu exportieren. Als er von der US-
geführten Spezialeinheit umzingelt worden war, hat er sich einen
Sprengstoffgürtel umgehängt und diesen im Beisein seiner
Kinder zur Detonation gebracht. Ja, bei ausreichend Alkohol,
steriler historischer Unwissenheit, oder auch bei genügender

U
Boshaftigkeit kann da vielleicht eine
Parallele erkannt werden. Läge dem
Nestbeschmutzer eine ehrliche Diskus-
sion, eine spannende Aufarbeitung der
Thematik am Herzen, könnte man nun
über Heldentum vortrefflich sinnieren.
Dabei würde am Ende herauskommen,
dass vielleicht jeder einzelne seine eige-
nen, ganz persönlichen, individuellen
Vorstellungen davon hat. Bereits eine Die Vereinnahmung Andreas Hofers in der Werbung.
Definition des Begriffs ist da ziemlich
schwierig. Menschen haben gerne Vorbil-

A
der, welchen sie nachahmen können. Die keit auch keine Scheu vor Niederlagen in sich. Gut sein, in Sieg wie
Orientierung, Halt geben. Menschen hö- Niederlage. Und im Falle einer Niederlage auch dafür einzustehen,
ren von Kindesbeinen an im Allgemeinen Verantwortung zu übernehmen. Heldentum ist im Grunde eine
gerne Geschichten, dazu auch Heldenge- Geschichte, und das, was daraus in der Folge gemacht wird. Mit
schichten, Abenteuergeschichten. Sicherheit ist es keine angeborene Eigenschaft. Heldeninnen sind
zudem sehr sichtbar. Und folglich kritisierbar. Auch weit über ihren
t 2020 Julian Fischnaller, Skolast – Ausgabe Tod hinaus. Das wirkliche Gefährliche an den Helden ist, dass sie als
2020: „[...] An die tapferen Recken, die historische Figuren beliebig, vielseitig eingesetzt werden können. So
ihre Feuerstöckchen in die Luft halten
wie eben AH, der sich nicht wehren konnte, als er von Nazis, Kom-
und bei denen dann doch nur heiße Luft
und ein wenig Rauch rauskommt [...]“. munisten oder immer noch von andern Pappnasen und Knallfrö-
schen vereinnahmt wird.
Kritik und Wertung sind zwei Paar Schuhe
Natürlich darf auch das Handeln Andreas Hofers kritisiert werden. Ich habe nur diese zwei kurzen Passagen aus dem Text herausgefil-
Wer verbietet das!? Das eine ist aber, Kritik anbringen, den histori- tert, den Rest erspare ich dem Leser gerne, wird dort doch klischee-
schen Kontext aufzuarbeiten, und das andere ist werten. Die Person haft ein Südtirol gezeichnet, in dem Gewalt gegen Frauen, Ausländer
an sich abzuwerten, wie in diesem Fall. Nebenbei darf irgendwo und Homophobie allgegenwärtig seien. Selbst gegen den erreichten
auch ruhig die Frage gestellt werden, mit welcher Legitimität, wie Wohlstand, die Speckherstellung sowieso, das soziale Verhalten der
weit sich denn der Kritisierende selbst die Freiheit herausnehmen Studierenden, Glühwein, Lederhosen, Après-Ski und das Kreuz im
kann, andere zurechtzuweisen. Gelungene Kritik ist jedenfalls Klassenzimmer wird gepoltert. Und nun kommen wir auch zum
immer auch das Bemühen um einen Dialog. Auf den Kritiker als springenden Punkt: Während sich AH nicht selbst zum Helden
Scharfrichter kann dabei verzichtet werden. Grundsätzlich wäre die erklärt hat, bezeichnet sich der Herr Fischnaller per Autodefinition
Frage, was heute noch Helden ausmacht, sehr interessant. Könnte selbst als Nestbeschmutzer. Muss demnach was richtig was Cooles
man wieder gut und gerne tageweise philosophieren, und jeder sein, sich diesbezüglich als Hero zu beweihräuchern. Die Schulter-
auf seine Art und Weise definiert, wer, was Held*in ist. Probieren klopfer in den eigenen Reihen werden Hornhaut auf den Händen
wir es einmal mit Zivilcourage, charakterlicher Integrität. Helden bekommen haben. Vielleicht unterscheidet auch so etwas echte von
halten Wort und stehen zu dem, was sie sagen. Stehen dazu ein, Möchtegern-Helden. Und während von dem einen Andreas-Hofer-
zur Klarheit der Werte. Helden haben Mut. Ziele zu verfolgen und Museen, Feierlichkeiten, Straßen, Plätze und Mahnmale gepflegt
zu verwirklichen. Helden haben Kraft. Nicht physische, aber jene werden sowie eine gewisse kollektive Erinnerung bleibt, bleibt dem
Kraft, die man aufbringen muss, für Dinge einzustehen für die man Nestbeschmutzer am Ende der Veranstaltung unweigerlich haupt-
steht. Menschen, die gegen politische Repressionen ankämpfen, sind sächlich eines übrig: umgeben von den eigenen Exkrementen zu
Helden in den Augen der Unterdrückten. Vielleicht birgt Tapfer- sein. Und entschuldigt bitte schon wieder den Ausdruck. Danke. n
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8 Aus den LANDESTEILEN …


Bozen von Mag. phil. Andreas Raffeiner

75 Jahre Südtirolautonomie, was nun…?


Interview mit Thomas Benedikter
Am 5. September 1946 wurde zwischen Karl Gruber und Alcide Degasperi in Paris der (völkerrechtliche) Grundstein für die
Südtirolautonomie gelegt. Die heutige Ausgabe der Tiroler Schützenzeitung unterhielt sich mit dem Wirtschafts- und Po-
litikwissenschaftler Thomas Benedikter über dieses 33 Zeilen umfassende Papier, die Autonomie, den Südtirolkonvent, die
Toponomastik, die Selbstbestimmung, sein neues Buch und vieles mehr.

Aus welchem Grund sah Italien die Erfül- Sie haben vor kurzer Zeit ein Buch über die
lung der Grundsteinlegung der Südtirol- Autonomien der Welt geschrieben. Ist die
autonomie so lange als inneritalienische Südtirolautonomie wirklich die „weltbes-
Angelegenheit an, zumal der Vertrag auf te Autonomie“, wenn wir beispielsweise
Drängen Großbritanniens entstand und Katalonien, die Åland-Inseln oder auch
durch die Einfügung in den Friedensvertrag Schottland zum Vergleich heranziehen?
mit Italien internationalen und völkerrecht- Nein, Südtirol ist mit Sicherheit nicht die
lichen Charakter aufweist? „weltbeste Autonomie“, was schon dadurch
Eine widersprüchliche Argumentation, die widerlegt wird, dass selbst der SVP-
Italien schließlich nach langen Disputen Reformvorschlag zum Autonomiestatut
auch vor der UNO nicht aufrechterhal- (eingebracht im Parlament im März 2013
ten konnte. Als Teil des Friedensvertrags und wiedereingebracht im März 2018) die
zwischen Italien und Österreich hatten Mehrheit der Statusartikel abändern würde.
diese Bestimmungen von Anfang an völ- Im weltweiten Vergleich sind eine ganze
Bild: Hanna Battisti kerrechtlichen Charakter. Es war Teil der Reihe von Territorialautonomien weiter
italienischen Hinhaltetaktik, dass Rom dem fortgeschritten als jene Südtirols. Für ein
Herr Benedikter, was fällt Ihnen spontan Vertrag zunächst nur inneritalienischen echtes Ranking müssten allerdings genaue
ein, wenn ich Ihnen das Schlagwort Pariser Charakter zuschrieb. Kriterien erstellt werden.
Vertrag (Gruber-Degasperi-Abkommen)
nenne, der vor 75 Jahren geschlossen Ist es legitim, den Pariser Vertrag als „Ma- In Südtirol sind die italienisch-tolomeischen
wurde? gna Charta für Südtirol“ zu bezeichnen, so Orts- und Flurbezeichnungen amtlich, die
Der Pariser Vertrag war eher ein Diktat wie es manche Zeithistoriker tun? deutschen und ladinischen Namen ge-
Roms als ein Kompromiss zwischen Italien Der Pariser Vertrag ist die völkerrechtliche duldet. Warum will man die historischen
und Österreich, zwischen Degasperi und Grundlage für die Südtirol-Autonomie und Toponyme nicht gleichstellen? Das franko-
Gruber. Bei Friedensverträgen wird selten somit ein ganz wichtiger rechtlicher Anker, phone Aostatal wählte 1946 einen anderen,
das Volk gefragt, doch in Paris ist 1946 der uns Südtirolern in bestimmten Grenzen wenngleich radikaleren Weg…
nicht nur das Volk, sondern auch die poli- die Einklagbarkeit unserer Autonomierech- Südtirol hat gleich nach dem Krieg und bei
tische Elite Südtirols komplett übergangen te vor internationalen Instanzen (IGH) Inkrafttreten des 1. Autonomiestatuts 1948
worden. Mehr noch: Das Abkommen ist sowie die Schutzmachtrolle Österreichs die Chance verpasst, dieses unselige Erbe
weder vom Nationalrat in Wien ratifiziert garantiert. Der Text selbst ist alles andere der Faschistenzeit hinter sich zu lassen.
(was selbst Völkerrechtler im Außenamt als eine „Magna Charta“. Die damalige SVP-Führung hatte nicht
für notwendig gehalten hatten), noch im
Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden.
So ist der Pariser Vertrag nur durch eine
Resolution des Nationalratsausschusses für
Auswärtiges angenommen worden, der es
als Zwischenlösung betrachtete. Ein weite-
rer Kardinalfehler: Weder die Bevölkerung
noch die politische Vertretung Südtirols
durfte bei Abgrenzung des Autonomie-
gebiets mitentscheiden. Das Ergebnis ist
ambivalent: Wenige Autonomielösungen
weltweit beruhen auf zwischenstaatlichen
Verträgen, und unsere Autonomie ist durch
diesen schludrigen Vertrag zumindest
international abgesichert. Aber der vage
Inhalt (Grund für 25 Jahre langen Streit
bis zum Paket) und die Absenz breiter de-
mokratischer Legitimation dieses Vertrags
geben auch zu denken.
N° 1 | Februar 2022

Aus den LANDESTEILEN … 9

Bild: Landes-Pressedienst / Ivo Corrà


den Mut, dieses Thema gleich anzugehen.
Man hätte das Beispiel Aosta heranziehen
können. Zum anderen waren die nationa-
listischen Kräfte in Südtirol, im Trentino
und in Rom noch zu stark. Es blieb beim
offiziellen Rang der Tolomei-Namen und
bei der bloßen Duldung der deutschen Na-
men. Heute sind die Tolomei-Namen nicht
nur ein bleibender kulturgeschichtlicher
Frevel, sondern auch ein Armutszeugnis
für fast alle italienischen Parteien, die es aus
Opportunismus und im Geist des „banalen
Nationalismus“ nie geschafft haben, sich
von diesem faschistischen Erbe zu distan-
zieren.

Vor einigen Jahren gab es einen sachlich


und auch emotional geführten Autonomie-
konvent. Hatten Sie nach seinem Abschluss
den Verdacht, dass da Geld zum Fenster hi- gung, seitens der SVP keine neue Haltung. Nein, Territorialautonomie darf nicht
nausgeworfen und die teils rege Beteiligung Die SVP hatte damit auch eine Chance gleichgesetzt werden mit Regelungen zu
der Bevölkerung bewusst oder geflissentlich vertan, die demokratische Legitimation den Rechten der jeweiligen ethnischen oder
ignoriert wurde? Oder ist Südtirol noch für die Forderung nach mehr Autonomie sprachlichen Minderheit im Bereich des
nicht bereit, Bürgerinnen und Bürgern gegenüber Rom auszuspielen. Ich habe Bildungssystems oder in einem anderen
mehr Souveränität zu übertragen? allerdings schon vor Beginn des Konvents politischen oder sozialen Kernbereich. Kern
Nein, das Geld in mehr Bürgerbeteiligung ausgeführt, dass er nicht funktionieren wird einer Territorialautonomie ist die Übertra-
bei der Reform des Autonomiestatuts ist und einen Gesetzentwurf für die Einsetzung gung eines Grundstocks von legislativen
zu Recht investiert worden. Die Ergebnisse eines direkt gewählten Autonomiekonvents und administrativen Zuständigkeiten, die
des Konvents von 2016/17 sind aber aus vorgelegt. von einem frei gewählten Regionalparla-
undurchsichtigen strategischen Gründen ment mit möglichst wenig zentralstaatlicher
im Papierkorb gelandet. Die SVP hat nie Noch zur Autonomie: Sind mehrsprachige Einmischung ausgeübt werden. Mehrspra-
klar begründet, warum sie den Prozess der CLIL-Unterrichtsexperimente, die In-Frage- chige Bildungssysteme gibt es auch auf
partizipativen Reform des Statuts nicht Stellung des Artikels 19 des Autonomiesta- Wunsch von Minderheiten in verschie-
weitergeführt hat und die Vorschläge tuts und die Aufweichung des Proporzes denen autonomen Regionen. Manche
des Autonomiekonvents nicht einmal im durch bewusste falsche Sprachgruppenzuge- Regionen (wie z.B. Korsika) wären froh,
Landtag zur Diskussion und Abstimmung hörigkeitserklärung das Ende der Autono- wenn die Minderheitensprache zumindest
gestellt hat. Es geht hier um eine grobe mie? ko-offiziellen Rang erhielte. Auch der eth-
Missachtung einer Form von Bürgerbeteili- nische Proporz ist im weltweiten Vergleich
von Autonomiesystemen eine Ausnahme.
Er ist in vielen autonomen Regionen weder
sinnvoll noch notwendig. Mit der heutigen
Südtiroler Proporzregelung steht und fällt
auch nicht unsere Autonomie. Eine positive
Überwindung des Proporzes habe ich in
meinem Buch „Mehr Autonomie wagen“
(Internet) vorgeschlagen, ist aber von nie-
mandem aufgegriffen worden.

Ist Südtirol überhaupt – juristisch gesehen


– in der Lage, eine Vollautonomie in Form
eines „Staates im Staat“ zu erhalten, somit
alles von Rom außer Landesverteidigung
und Außenpolitik verlangen?
Der Südtiroler Landtag könnte jederzeit
eine weitreichende Reform des Autono-
miestatuts von 1972 verlangen. Allerdings
muss ein solcher Vorschlag durch den
Welschtirol besinnt sich immer mehr
N° 1 | Februar 2022
auf seine Tiroler Wurzeln

10
und seine Geschichte
Aus den LANDESTEILEN …

Regionalrat, wo im gleich die Zähne gezo- Verfassungsrang automatisch abgeändert. Gebiets verstanden wird, scheint dieser Weg
gen würden, vor allem hinsichtlich jeder Seit September 2021 wird uns vor dem durch die italienische Verfassung versperrt
Schwächung der Region Trentino-Südtirol. Landtag in Bozen die Autonomie erklärt ... zu sein. Aber bitte, die Geschichte ist offen.
Weitere Zähne würden einem solchen Na ja, eine „Erklärung der Autonomie“ Eine perfektionierte Autonomie könnte
Vorschlag im Parlament gezogen, das nicht kann man diese paar schwer lesbaren sich als ein auf Dauer optimales System des
verpflichtet ist, irgendetwas davon per Stelen wohl nicht bezeichnen. Die Autono- Minderheitenschutzes ohne Grenzverände-
Verfassungsgesetz anzunehmen. Ande- mie wird auch nicht stetig fortentwickelt, rung erweisen, eine halbfertige Autonomie
re autonome Regionen sind mit solchen sondern hat seit 2001 gar Rückschritte könnte mittelfristig auch für neuen Kon-
Vorstößen sofort stecken geblieben. „Vollau- erfahren. Unsere Autonomie wird viel fliktstoff sorgen. Die Geschichte ist offen.
tonomie“ oder „Staat im Staat“ sind eher gepriesen, ist aber in wesentlichen Aspekten
leere Formeln. Ein Reformprojekt muss unvollständig. Sie ist als Territorialautono- Wohin steuert Südtirol, wenn wir in 25
verfassungsrechtlich gut begründet sein, mie tatsächlich unvollständig und höchst Jahren die 100. Wiederkehr des Pariser
muss aber nicht unbedingt die Verfassung reformbedürftig. Wenn unter Selbstbestim- Vertrages von 1946 erinnern…
selbst abändern. Die Verfassung würde aber mung die freie Entscheidung der Südtiroler Wenn ich bloß in die Kristallkugel blicken
durch die Verankerung eines „3. Statuts“ im Bevölkerung über die Souveränität des und die Zukunft voraussagen könnte! n

Lavis von Hildegard Flor

Gedächtnisstrecke für Andreas Hofer eröffnet


Für ein länderübergreifendes Projekt
wurden Gedenktafeln an 15 Orten
angebracht. In Lavis wurde eine Stele
enthüllt. Welschtirol besinnt sich
immer mehr auf seine Tiroler Wurzeln
und seine Geschichte.

Was bisher kaum bekannt war, soll nun an


die Oberfläche kommen. Prägende Figur
ist einmal mehr Andreas Hofer. Ihm soll
eine Reihe von Erinnerungsstätten ge-
widmet werden. Das Projekt wurde vom
Welschtiroler Schützenbund (WTSB) den
beiden Landeshauptleuten Ugo Rossi und
Maurizio Fugatti vorgeschlagen und für
gut befunden. Sowohl die Stele in Lavis als
auch alle anderen mit Schildern versehenen
Gedenkstätten tragen einen QR-Code mit Bei der Enthüllung der Andreas-Hofer-Stele in Lavis: v.l. Museumsdirektor Giuseppe Ferran-
dem Hashtag #hoferwarhier in Deutsch, di, Landeshauptmann Maurizio Fugatti, Bgm. Andrea Brugnara, LKdt. Enzo Cestari und der
Italienisch und Englisch und wurden an Laviser Hauptmann Bruno Damaggio. Foto: Tiziana Conci
folgenden Orten errichtet oder angebracht,
die etwas mit dem Aufstand der Tiroler oder bereits 2017 von Simone Marchiori angeregt gelegenen Gedenkorte anbinden, sodass ein
dem Aufenthalt von Andreas Hofer zu tun und dann weiterentwickelt wurde. Cestari historischer Erinnerungsweg zwischen Inns-
haben: Cles, Ballino, Predazzo, Vezzano, Vo- dankte allen am Projekt Beteiligten, unter bruck und Hofers Hinrichtungsstätte Mantua
lano, Mori, Revò, St. Romedius, Lavis, Tione anderem auch dem Laviser Bürgermeister entstehen würde.
und Ala. Dazu kommen auch Innsbruck, Andrea Brugnara für die Vorbereitung der
St. Leonhard in Passeier, Meran, Bozen und Gedenkstätte. Sie befindet sich am nörd- Jungschützen übergeben
Neumarkt. Mithilfe des QR-Codes können lichen Brückenkopf des „Pont de fer“, der Dokument
die anderen Orte aufgefunden werden. Zur eisernen Brücke über den Avisio, wo auf der Im Zuge der Enthüllung der Andreas-Hofer-
Enthüllung der Andreas-Hofer-Stele in anderen Straßenseite das Mahnmal für die 65 Stele überreichten fünf Jungschützen ein vom
Lavis am 11. Dezember 2021 hat sich eine von den Franzosen erschossenen Schützen WTSB ausgearbeitetes Dokument an den
große Festgemeinde aus Ehrengästen und steht. Weiters erinnert eine Straße an den Welschtiroler Landeshauptmann Mauri-
Schützen eingefunden. Der LKdt. des WTSB Major Carlo de Sebastiani, Kommandant der zio Fugatti. Neben einer Einführung und
Enzo Cestari hieß alle herzlich willkommen, Königsberger Schützen (1760–1800). Bei der abschließenden Anmerkungen enthält es
besonders die drei Museumsvertreter Giu- Sitzung des Dreierlandtages anlässlich seines folgende Themen: 1. Europa der Regionen,
seppe Ferrandi (Trient), Monika Gögele vom dreißigjährigen Bestehens hat man sich unter 2. Kultur, Schule, Jugend und Forschung, 3.
Museum Passeier und ihren Vorgänger Albin anderem über den Ausbau der Radwege auf Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus,
Pixner. Cestari erläuterte den Werdegang der Nord-Süd-Route geeinigt. Hier möchte 4. Institutionelle Zusammenarbeit, 5. Mobili-
des Projekts, das insgesamt 16 Orte umfasst, der WTSB auch die oben genannten abseits tät, 6. Gesundheit und Umwelt. n
Sein Einsatz für Tirol
wird unvergessen bleiben

Aus den LANDESTEILEN … 11


Obermais von Renato des Dorides

Sepp Mitterhofer – der unbeugsame Tiroler Freiheitskämpfer


Unmut, Ohnmacht und Verzweiflung über eine zutiefst antideutsch-tirolerische Entwicklung im südlichen Tirol Ende der
50er, Anfang der 60er Jahre führten beherzte heimatbewusste Landsleute zu einem Zusammenschluss und zu gewagten
Aktivitäten, die vor allem den Staat in seiner dominanten italianisierenden Rolle im Land treffen sollte.

Den Freiheitskämpfern vom „BAS“ war LKdt. Renato des Dorides am Grabe sen Volkstumskampf unbeirrt weiterzufüh-
bewusst, welches Risiko sie dabei auf sich des Freiheitskämpfers: „Lieber Sepp, als ren. Der heutige Widerstand siecht dahin
nahmen. Sepp Mitterhofer war einer von unmittelbarer Nachbar, Jugendfreund und in unseren trägen Köpfen. Das jahrzehnte-
ihnen. Er führte mit vielen weiteren Ge- Weggefährte war es mir ein Anliegen, einen lange Wirken für unsere Heimat an deiner
sinnungsgenossen und Freiheitskämpfern Nachruf an deinem Grabe vorzubringen: Seite sowie an der Seite weiterer Freiheits-
einen Kampf gegen die Willkür des Staates Wir tragen mit dir, lieber Sepp, heute ein kämpfer und Verfolgter der 60er Jahre
und gegen eine schrittweise Anpassung Stück Tirol zu Grabe, ein Stück Tirol, für erfüllt mich rückblickend mit Stolz. Deine
der Landesregierung an Vorschriften und das du und viele Mitstreiter unerschrocken Ziele konnten nicht alle erreicht werden,
Vorgaben aus Rom unter Benachteiligung gekämpft haben, ein Stück von dem Tirol, aber sei versichert, lieber Sepp, wir werden
der eigenen Landsleute. Das „Los von dem unser Einsatz galt und von dem wir dein Wirken für die Heimat immer in Eh-
Rom“ und die Selbstbestimmung waren die alle geträumt haben. Auch wenn du nun ren halten und deinen lebenslangen Einsatz
Endziele im Freiheitskampf. Mit gezielten wieder mit deiner geliebten Moidi geeint für die Selbstbestimmung stets würdigen
Aktionen, unter strikter Verschonung von sein kannst, erfüllt uns dein Heimgang und wachhalten. Als Landeskommandant
Menschenleben, rechnete man nach einer im November 2021 mit tiefer Trauer. Du des Südtiroler Schützenbundes kann ich dir
fortgeschrittenen Eskalation mit einem warst mir Vorbild in der Kindheit, in der versichern: Noch ist nicht alles verloren –
Aufrütteln und mit Unterstützung aus gro- Jugend und standst mir als enger Freund wir geben nicht auf – dein Einsatz für Tirol
ßen Teilen der Tiroler Bevölkerung. stets in vielen Situationen zur Seite. Als wird unvergessen bleiben.“
Die Aktivisten aber wurden in Stich gelas- du dich nach deiner Freilassung zeitweise In den letzten Jahren wurde es – bedingt
sen. Der Staat schlug mit aller Härte zu, in Falzeben zurückgezogen hast, konnten durch das Alter − still um Sepp Mitterhofer,
die Landespolitik distanzierte sich von den wir in langen persönlichen Aussprachen aber der kameradschaftliche Kontakt konn-
Betroffenen, von den Ereignissen − und viele Gemeinsamkeiten im Kampf um die te bis zu seinem Tode von engsten Freun-
auch die Kirche verurteilte alle Aktivitäten Einheit Tirols festhalten. Unter anderem den und Weggefährten aufrechterhalten
der Freiheitskämpfer. Diese wurden allein hast du mir damals gesagt: „Mit Waffen werden. Sein Einsatz bei der Bürgerkapelle
gelassen − Misshandlungen und un- und Sprengstoff haben bereits wir gekämpft und bei der SK Obermais sowie sein Wir-
menschliche Folterungen mussten erduldet und die Welt auf unser Schicksal im südli- ken im Befreiungsausschuss Südtirol (BAS),
werden und langjährige Haftstrafen wurden chen Tirol aufmerksam gemacht. Die Opfer im Südtiroler Heimatbund (SHB) und bei
verhängt. Sepp Mitterhofer war einer der waren groß, wir wurden gefoltert, in Ketten der Bewegung Südtiroler Freiheit wer-
Unbeugsamen. „Sie haben uns gefoltert und gelegt und eingesperrt, von unseren eigenen den unvergessen bleiben. Auch namhafte
unsere Körper geschunden, unseren Geist Politikern verleugnet und im Stich gelas- Politiker und Persönlichkeiten aus Inns-
und unseren Willen zur Freiheit jedoch sen. Jetzt geht’s um ein Aufrütteln unserer bruck und Wien zählten zu seinem engsten
gestärkt“, so die Worte von Sepp Mitterho- Landsleute und unserer Landespolitiker, Freundeskreis und erwiesen ihm Anerken-
fer nach beinahe 8 Jahren Gefangenschaft und alle friedlichen Mittel müssen uns nung. Nun hat uns der unbeugsame Wider-
in staatlichen Gefängnissen. dabei recht sein. Deine Worte blieben nicht standskämpfer für immer verlassen und ein
ungehört, aber nur wenige hatten Mut, die- nachdenkliches Erbe hinterlassen. n
N° 1 | Februar 2022

12 Aus den LANDESTEILEN …


Bozen
von Mag. phil. Andreas Raffeiner

Ettore Tolomei über die Vorzüge


der Grenze bei Salurn
„Dass sich die italienischen Landkarten bisher mit den österreichischen verschworen haben, um dem Publikum die deutschen
Namen aufzuzwingen, liegt da nicht die Notwendigkeit einer raschen Revision auf der Hand, auch um von uns und anderen
den Eindruck zu nehmen, dass wir uns zur Eroberung von Ländern anschickten, auf die wir in unserer nationalen Hinsicht
kein Recht haben?“ (Tolomei, Archivio, XI, S. 13)

Ettore Tolomei und die Grenze


bei Salurn
Wie unbegründet und wider die Ambitio-
nen des Risorgimento der Anspruch auf die
Brennergrenze war, wussten die Verfechter
dieser Forderungen wohl am besten. Denn
es gibt in Europa kaum ein Gebiet, wo die
Grenzmarkierungen so genau und klar ge-
zogen sind wie in Südtirol. Niemand hat das
besser erkannt als Ettore Tolomei, der Haupt-
verfechter der Brennergrenze. Schon im
Jahre 1907 notierte er, in die Welt posaunend,
dass Südtirol keine geografische Grenze bil-
de. Wie er aber in Wahrheit darüber urteilte,
kann in seinem nationalistischen, mehr-
bändigen Werk “Archivio per l’Alto Adige”
nachgelesen werden. Als im Jahre 1926 die
italienische Regierung in Rom beschlossen
hatte, Südtirol von Trient abzusondern, um
nach den Worten des Duce „dieses Gebiet
schneller italianisieren zu können“, protes- Alpen im Hintergrund. Wer hingegen von bestand, mit niederträchtigsten Geschichts-
tierte Tolomei heftig und polemisierend Norden kommend das Oberetsch verlässt, lügen und tölpelhaften Fälschungen
gegen die Abtretung des Bezirkes Neumarkt vor dem öffnet sich plötzlich in lichterfüllte mindestens den Schein eines Rechtes auf
vom Alto Adige und verteidigte übelgelaunt Weise das Becken von Mezzolombardo, den südlichen Tiroler Landesteil abzuleiten.
und wütend das bis zu jenem Augenblick von mit den Bergen um Trient im Hintergrund. Dieses Endziel konnten Tolomei und seine
ihm totgeschwiegene Bestehen einer bedeu- Es ist plötzlich ein ganz neues Becken. Mitarbeiter umso leichter erreichen, da sie
tenden, natürlichen Grenze bei Salurn. Das Trentino beginnt.“ (ebd.) Selbst über über die durchgängige Unwissenheit der Ita-
die hohe militär-geografische Geltung der liener über die effektive Lage hervorragend
Abermaliger Blick ins “Archivio” Salurner Grenze ließ sich Tolomei bereits informiert waren, und tatsächlich, nur weni-
Folglich schrieb Tolomei: „Der Bezirk Bo- früher bisweilen unbedachte Äußerun- ge in Italien fanden den Schwindel, der hier
zen, wie er war und ist, beginnt nach dem gen entschärfen, so dort, wo er von der getrieben wurde, heraus, zumal es dort im
Gesetz der Natur an der Enge von Cadi- Mendel sagt, dass ihr Besitz „vom Rande Allgemeinen keiner für möglich hielt, dass
no bei Salurn [...]. Die Berge löscht man des Nonsberges aus die Beherrschung des „Wissenschaftler“ und Leute im Range eines
nicht aus. Grundlegend ist die geologische Etschtales“zugelassen hätte, ja dass man Senators wie Tolomei zu solchen heuchleri-
Struktur, mit der evidenten Einheit des von dort aus „Bozen nicht mehr und nicht schen Arbeitsweisen greifen würden.
großen Porphyrbeckens von Bozen, mit weniger beherrscht als Rom von der Peters-
der klaren geografischen Ausprägung der kuppe aus.“ (Archivio, X, S. 141, 303, 307) Ohne Selbstbestimmung und
beiden hohen, großartigen Bergketten, die Minderheitenrechte
es umschließen [...]. Die Enge von Cadino Tolomei, ein Meister der Täuschung Als es dann dank genauer vorbereitender
ober Salurn ist die natürliche Grenze des Wie man weiß, ist das Etschtal die Lebens- Propaganda gelungen war, der italienischen
Oberetsch.“ (Archivio, XXII, S. 206) Und: ader schlechthin und Bozen die Hauptstadt Bevölkerung und der Staatsmacht in Rom
„[...] Halten wir uns jederzeit dies vor Südtirols. Genauso gut bewandert wie auf den Gewinn Südtirols als erforderliche und
Augen: Das Oberetsch ist eine vollkom- geografischem Gebiet war Tolomei über rechtmäßige Zielsetzung plausibel zu ma-
mene, kristallklare geografische Einheit. Südtirol in (vor)geschichtlicher, volkskund- chen, und als die Annexion dann 1920 ohne
Von der Salurner Klause bis zum Brenner.“ licher und sprachwissenschaftlicher Hin- das Recht auf Selbstbestimmung und jed-
(Archivio, XXVII, S. 498) Und: „[...] Wer sicht. Um in Italien und im Ausland aber ein wede Minderheitenrechte wirklich erfolgte,
von Süden kommend das Trentino verlässt, angebliches Begehr auf die Brennergrenze musste die Realität der vorausgegangenen
vor dem öffnet sich beim Austritt aus der zu rechtfertigen, wurde ein großer „wissen- Werbetrommel angepasst werden, um diese
Klause das weite, malerische Becken von schaftlicher“ Apparat ins Leben gerufen, nicht als Unaufrichtigkeit erscheinen zu
Neumarkt, mit Bozen und den Etschländer dessen Bestimmung im Wesentlichen darin lassen. n
N° 1 | Februar 2022

Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN 13


Fiss
von Wilfried Grießer

Jakob Lauterer - Regimentspokalschießen


der Schützen mit Spitzenleistungen
Über Einladung der SK Fiss wurde am 4. November 2021 im neu gestalteten Schützenheim in Fiss die Preisverteilung zum
„Jakob Lauterer“-Regimentspokalschießen abgehalten. Das landesweit ausgeschriebene Scharfschießen mit Schweizer Kara-
binern hatte ja am 21. August in Pfunds-Tschingls stattgefunden.

Die Siegermannschaft des Regimentspokalschießens „SK Pfunds 1” EMjr. Fritz Gastl erhält einen Scheck für die Oberländer Schützenhilfe.

Regimentskdt. Mjr. Christoph Pinzger und von Alfred Gastl aus Galtür und Philipp und Sepp Pohler aus Ehrwald. Der Mann-
OLt. Hubert Juen, Schießwart des Schützen- Zangerl aus Steeg. In der Mannschaftswer- schaftssieg in dieser Klasse war der Schüt-
viertels Oberland, bedankten sich bei den tung erreichte die Mannschaft SK Pfunds zengilde Imst 2 mit Johann Bacher, Peter
Organisatoren der Pfundser Schützenkom- 1 mit den Schützen Herbert Wachter, Egon Grassl, Iwan Bacher und Cornelia Santeler
panie und Gilde für die mustergültige und Pinzger, Franz Pinzger und Thomas Mark nicht zu nehmen.
unfallfreie Ausrichtung des Bewerbes. 248 mit 192 Ringen den ersten Platz. Sie sind Zum Zweck, in Not geratenen Schützen im
Teilnehmer, die an einem Tag insgesamt 409 somit die heurigen Gewinner der Regi- Tiroler Oberland rasch und unbürokratisch
Serien auf die 10er-Ringscheiben feuerten, mentsehrenkette. Auch der Wanderpreis, zu helfen, wurde heuer die „Oberländer
erforderten eine tadellose Organisation, eine geschnitzte Jakob-Lauterer-Figur, geht Schützenhilfe“ gegründet. Während des
mussten doch neben den allgemeinen Si- bis zum nächsten Bewerb von Kappl wieder Schießbewerbes war dafür eine Spendenbox
cherheitsbestimmungen auch die geltenden nach Pfunds. aufgestellt. Im Rahmen dieser Preisver-
Corona-Maßnahmen eingehalten werden. Im gleichzeitig ausgetragenen Schießen für teilung konnten Schützenobmann Marcel
Die Teilnehmer aus ganz Tirol konnten ihre Schützengilden gab es ebenfalls Spitzenrän- Knapp und Mjr. Christoph Pinzger einen
Treffsicherheit in diesem Bewerb wieder ge für die Sportschützen. In der Einzelwer- Scheck mit dem erfreulichen Betrag von
bestens beweisen. Die Einzelwertung in der tung kam Josef Wachter aus Pfunds mit 1.200.- € übergeben. Der nächste Bewerb
Regimentsklasse gewann Thomas Wille 53,5 Ringen auf den ersten Platz, hinter wird kommendes Jahr erstmals in Steeg im
aus Fieß mit 52,4 Ringen, dicht gefolgt ihm folgten Bernhard Thurner aus Imst Lechtal ausgetragen. n

Brixen von Josef Kaser

Ein Tiroler Geschichtskalender für jeden Tag


Der Schützenbezirk mit dessen Bezirkslei- Anlass als historischer Ort ausgewählt tenden Persönlichkeiten vor oder schildern
tung gab im Gedenken an die Machtergrei- wurde. Der Bürgermeister der Stadt Brixen traditionelles Brauchtum. Es sind auch
fung der Faschisten vor 100 Jahren einen Peter Brunner, der Verwalter des Vinzen- Beiträge über Südtirol und Südtirol hinaus
Kalender heraus, der den Fokus auf die tinums mit geistlichen Herren, zahlreiche enthalten, wo immer Tiroler Beteiligung war
jüngere Geschichte Südtirols legt. Man wollte Ehrengäste, Schützen und Interessierte sind und Menschen schikaniert wurden oder ums
etwas Bleibendes schaffen. Auf Vorschlag des zur Vorstellung erschienen. Im Kalender Leben gekommen sind. Aus diesem Grund
Kulturreferenten entstand ein immerwähren- bringen die namhaften Autoren in kurzen der Titel: „Über den Horizont – Ein Tiroler
der Kalender mit 365 Seiten und 349 Bildern, Beiträgen einen umfassenden Überblick Geschichtskalender für 365 Tage“. Dieser
der eine Fülle an Informationen bietet. Die über die Geschichte der letzten 100 Jahre. reichbebilderte Kalender für jeden Tag mit
Kalendervorstellung fand im Parzivalsaal Abwechselnd erzählen sie von historischen Texten und Angabe zur weiteren Vertiefung
des Vinzentinums statt, das 1872, also vor Ereignissen großer und kleinerer Tragweite, und Zeilen für Notizen ist eine wahre Fund-
150 Jahren errichtet wurde und zu diesem stellen das Leben und Wirken von bedeu- grube und lädt zum Blättern und Lesen ein.
N° 1 | Februar 2022

14 Wir gratulieren …

Je ein Seitenbericht wurde in Ladinisch und


Italienisch verfasst. Der Kalender ist im Büro
des SSB, in den Brixner Buchhandlungen
Athesia und Weger bei den Schützenkompa-
nien zum Preis von zehn Euro, ab 4 Stück um
8,00 Euro erhältlich. n

Mag. Konrad Willeit, Initiator und Projekt-


leiter Bezirkskulturreferent Josef Kaser, die
Historikerin Dr. Margareth Lun, der Vizeob-
mann des Tiroler Geschichtsvereins Oswald
Mederle, Koordinator Mag. Alex Lamprecht,
Mitarbeiter EHptm. Sepp Kirchler und
Bezirksmajor Florian Lechner.

Rodeneck
von Mirjam Cestari

ELt. Franz Amort – 90


Am 27. Oktober feierte unser Ehrenleut-
nant und Gründungsmitglied Franz Amort
(Graa) seinen 90. Geburtstag. Die Schüt-
zenkompanie besuchte den Jubilar mit einer
Abordnung und feuerte zu seinen Ehren
eine Ehrensalve ab. Zudem überreichte ihm
der Hptm. Andreas Silgoner eine Relief-
Holztafel als Erinnerung an die aktive
Schützenzeit in der SK Rodeneck. n

Wattens-Wattenberg

Fahnenpatin Daniela
Rochelt – 70
Das Ehrenmitglied und Fahnenpatin der
Rettenberger SK Wattens-Wattenberg,
Daniela Rochelt, feierte im August ihren
70. Geburtstag. Selbstverständlich rückte
eine Abordnung der Kompanie, unter der
Führung von Hptm. Günter Schrott, zur
Gratulation aus. Nachdem es im vergange-
nen Jahr nicht möglich war, bedankte sich
Hptm. Schrott zudem für 30 Jahre Fahnen-
patenschaft und überreichte der Jubilarin
eine Schießscheibe, welche von der Fritzner
Künstlerin Martina Zangerl gestaltet wurde.
Die Kompanie gratuliert auf diesem Wege
nochmals recht herzlich und schickt ein
herzliches Vergelt’s Gott für die sehr groß-
zügige Unterstützung in den vergangenen
30 Jahren. n
N° 1 | Februar 2022

Bundesgeneralversammlung 2022 in Kochel am See


Die diesjährige Bundesgeneralversammlung von München nach Italien brachte es mit den in Kochel ein markantes Denkmal er-
des Bundes der Bayerischen Gebirgsschüt- sich, dass in Kriegszeiten eine Schutzmann- innert. Die Kompanie Kochel hat 1959 und
zenkompanien soll am 3. April 2022 in schaft am Kesselberg aufgeboten wurde. 1985 die Bundesgeneralversammlung schon
Kochel am See stattfinden. Der Termin steht So ist der früheste bekannte Einsatz von einmal ausgerichtet. Der Patronatstag fand
unter dem Vorbehalt der Möglichkeiten, die Gebirgsschützen in der Kocheler Gegend 1977 und 1992 in Kochel statt. Die Kocheler
einem die Pandemie erlaubt. aus dem Jahr 1525 belegt. 1905 wurde die Gebirgsschützen unter Hauptmann Herbert
Kochel am See liegt im Landkreis Bad Tölz- Kompanie als „Historische Bauerngruppe“ Bernhauer heißen die Vertreter der 47
Wolfratshausen. Im Süden der Gemeinde wiedergegründet. Bei ihrem Ausrücken Kompanien herzlich willkommen! n
ragt mit dem gekrümmten Rücken der Bene- wird sie von einem Darsteller des Schmieds
diktenwand, dem Rabenkopf, Jochberg, Her- Balthes (Schmied von Kochel) begleitet, an
zogstand und Heimgarten der erste Kamm
der Alpen auf. Unter seinen Wänden glänzt
der Kochelsee, an dessen Ufer die Ortschaft
Kochel am See liegt. Über die traditionsrei-
che Kesselbergstraße gelangt man an den
200 m höher gelegenen Walchensee. Diesen
Höhenunterschied nutzt das Walchensee-
kraftwerk - eine der interessantesten Was-
serkraftanlagen Deutschlands (erbaut 1924)
- zur Stromgewinnung. Heute leben die gut
4.000 Einwohner vom industriellen Maschi-
nenbau, vom heimischen Handwerk, von
Gewerbe, Landwirtschaft sowie Fremdenver-
kehr. Die reizvolle Gegend um den Kochel-
see inspirierte Maler wie Franz Marc und
seine Künstlergruppe Blauer Reiter (Wassily
Kandinsky, Gabriele Münter). Der Walchen-
see zog Lovis Corinth in seinen Bann. Die
Lage an der kürzesten Straßenverbindung

Oberammergau
von Hans Baur

Gedenken zum 90. Geburtstag von


Ministerpräsident Max Streibl (*06.01.1932 +11.12.1998)
Am 6. Januar 2022 hat Bayerns Regierungsspitze in Oberammergau durch einen Besuch am Grab an das Wirken des ehemali-
gen Ministerpräsidenten Max Streibl erinnert, der an diesem Tag 90 Jahre alt geworden wäre.

Der amtierende Ministerpräsident Markus Versöhnung. Selbstkritisch brachte er zum


Söder würdigte Max Streibl mit folgenden Ausdruck, dass man zu lange und zu wenig
Worten: „Wir verneigen uns in Dankbarkeit über die Leistung von Max Streibl nachge-
und Respekt. Wir würdigen einen starken dacht hat. Streibls zurückhaltende Politik
Landesvater und er hat Großartiges geleis- hat vieles bewirkt. In all seinen Regie-
tet, seine Heimat geliebt und geprägt. Max rungserklärungen stellte Streibl die Rolle
Streibl hat einen Ehrenplatz in der bayeri- Bayerns im vereinten Deutschland und
schen Geschichte.“ im zusammenwachsenden Europa in den
Söder, der von seinem Stellvertreter Hubert Mittelpunkt. Streibl machte immer deut-
Aiwanger, Landtagspräsidentin Ilse Aigner lich, dass der Vertrag von Maastricht ein
und Staatskanzleichef Florian Herrmann Meilenstein auf dem Weg zu einem einigen
begleitet worden war, setzte ein deutliches Europa werden soll. Er machte aber auch
und geradezu symbolhaftes Zeichen der deutlich, dass Bayern im Bundesrat den
Berichte aus Bayern N° 1 | Februar 2022

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Maastricht-Verträgen nur zustimmt, wenn ihm gelungen ist, vom Bau der Wiederauf- Kompanie Kochel am See sowie Schutzherr
durch Grundgesetzänderung die Eigen- bereitungsanlage (WAA) in Wackersdorf und Ehrenmitglied des Bundes der Bayeri-
ständigkeit und Selbstverantwortung der abzusehen, damit den großen Protest der schen Gebirgsschützenkompanien. n
Länder gesichert wird. Damit ging selbst Bevölkerung zu beenden, und darüber
die Opposition im Wesentlichen einig. Der hinaus für die betroffene Region einen

Max Streibl
EG-Kommissionspräsident Jacques Delors finanziellen Ausgleich zu erwirken.
bekannte sich daraufhin klar zum Prinzip Es gelang ihm auch, den langjährigen Streit
der Subsidiarität und zum Föderalismus in bezüglich des Neubaus der Bayerischen
Europa. Die im Juli 1992 erfolgte Neufor- Staatskanzlei auf dem Gelände des ehema- Von 1970 bis 1977:
mulierung des Artikels 23 GG wird zur ligen Armeemuseums am Hofgarten beizu- Minister für Landesentwicklung
Sternstunde für den Föderalismus und die legen. Max Streibl und Oberbürgermeister und Umweltfragen
Eigenstaatlichkeit Bayerns. Es ist insbeson- Georg Kronawitter stellten der Öffentlich- Von 1977 bis 1988:
dere das Verdienst von Max Streibl, dass es keit ein neues, wesentlich kleineres Modell Minister für Finanzen
gelungen ist, die Rechte der Länder darin zu des Neubaus vor, der nun ausschließlich der Von Oktober 1988 bis Juni 1993:
stärken und das Subsidiaritätsprinzip in der Staatskanzlei vorbehalten ist. Bayerischer Ministerpräsident
Europapolitik zu verankern. Max Streibl war Ehrenleutnant der Gebirgs-
Nicht hoch genug ist einzuschätzen, dass es schützenkompanie Eschenlohe, Mitglied der

München
von Hans Baur

Der Staatsbesuch von Charles de Gaulle in München 1962


Bericht und Analyse eines bedeutenden Ereignisses in Auszügen, verfasst von Prof. Dr. Ferdinand Kramer und Doktorandin
Isabella Kratzer, veröffentlicht in der „Revue d’Allemagne et des Pays de langue allemande“.

Tausende Menschen standen entlang der drängte die französische Seite auf ausdrück-
Straßen vom Flughafen München-Riem bis lichen Wunsch des französischen Staatsprä-
zur vormalig königlichen Residenz in der sidenten wiederholt darauf, dass sich dieser
Innenstadt. Bejubelt von der Menschen- unmittelbar an die Bevölkerung wenden
menge fuhr der französische Staatspräsident konnte. Von Anfang an war die Reise nach de
Seit an Seit mit dem bayerischen Minister- Gaulles Willen also auf Massenwirkung und
präsidenten Hans Ehard im offenen Wagen entsprechende Inszenierung ausgerichtet.
stehend durch die Münchner Innenstadt. Vor Er wollte die große symbolische Wirkung,
rund einhunderttausend Menschen sprach die große Demonstration der deutsch-fran-
de Gaulle am Odeonsplatz zur Menge: „Am zösischen Aussöhnung, eben nicht nur der
heutigen Tag, an welchem Frankreich Gast Politik, sondern der Völker.
von Bayern ist, möchte ich Ihnen sagen, wie Von Anfang an wollte die Staatsregierung
viel dieser Besuch mir bedeutet und wie sehr mit dem Empfang de Gaulles vor breiter
mich der freundliche Empfang Münchens Öffentlichkeit bayerische Staatlichkeit de-
berührt. Wie auch immer in der Vergangen- monstrieren, die man in München trotz der
Bevor durch den Élysée-Vertrag von 1963 die heit die Streitigkeiten zwischen den Fran- föderalen Ordnung des Grundgesetzes doch
deutsch-französischen Beziehungen in ein zosen und Deutschen waren, so weiß doch durch die Bonner Politik seit 1949 vielfach
neues Stadium traten, statteten Bundeskanz- jeder, dass stets und trotz allem zwischen wieder gefährdet sah. Bei den wenigen
ler Konrad Adenauer und Staatspräsident Bayern und meinem Land ein gegenseitiges Begrüßungsworten, die Ministerpräsident
Charles de Gaulle dem jeweiligen Nachbarn Verständnis und eine besondere Sympathie Ehard am Flughafen in Riem sprechen sollte,
einen viel beachteten Staatsbesuch ab. Im bestanden haben. Aber heute, wo Frankreich war demonstrativ von „bayerischem Boden“
Rahmen von de Gaulles Deutschlandreise und Deutschland vor der gleichen Bedro- die Rede, auf dem der Gast gelandet sei, von
besuchte der Staatspräsident Bonn, Düssel- hung stehen und in der neuen Welt so vieles der „bayerischen Staatsregierung“ und dem
dorf, Duisburg, Hamburg, Ludwigsburg und gemeinsam zu bewältigen haben, gilt es nur, „gesamten bayerischen Volk“, das den Staats-
München, wo der Aufenthalt insofern einen sich zu vereinigen. Demnach kann und muss gast in der „bayerischen Landeshauptstadt“
spezifischen Charakter gewinnen sollte, als die Freundschaft, jawohl die Freundschaft willkommen heiße.
die Erinnerung an die historischen Beziehun- zwischen Franzosen und Bayern sowohl Die offensive Entwicklung von Formen
gen zwischen Bayern und Frankreich nicht in der Gegenwart wie in der Zukunft ein bayerischer Staatsrepräsentation auch als
nur in den Dienst der deutsch-französischen Schwerpunkt sein. Von ganzem Herzen und Ausdruck des staatlichen Selbstverständnisses
Annäherung, sondern auch gleichzeitig in im Namen Frankreichs, Dank an München, und der Föderalismuspolitik des Freistaats
den Dienst bayerischer Föderalismus-Politik dieser liebenswerten und prachtvollen ist in den 1950er und dann vor allem in den
gestellt wurden und die bayerische Staatsre- Hauptstadt. Es lebe München, es lebe Bayern, 1960er Jahren zu beobachten. Sehr bewusst
gierung dezidiert die Staatlichkeit Bayerns es lebe Deutschland, es lebe die bayerische- erinnerte die bayerische Seite den Staatsgast
und historische Legitimation demonstrieren französische Freundschaft!“ an zentrale Stationen der politischen Bezie-
wollte und konnte. Bei den Vorbereitungen der Reise de Gaulles hungen zwischen Bayern und Frankreich.
N° 1 | Februar 2022 Berichte aus Bayern

17
Von ganz anderer Qualität war die geweckte Weltkriege erspart geblieben“. Darauf habe de immer mehr heraus aus den Kabinetten und
Erinnerung in Verbindung mit der Kranz- Gaulle geantwortet: „Und Ihnen das Leiden“. konnte zunehmend zu einem Anliegen brei-
niederlegung am Mahnmal des unbekannten Der General und der deutsche Kriegsver- ter Bevölkerungsschichten werden.
Soldaten vor der Ruine des Armeemuseums. sehrte gaben sich die Hand – augenfälliger Bei der Rede de Gaulles auf dem Odeonsplatz
De Gaulle wandte sich dabei persönlich und und ergreifender hätte man den Willen zur hatten auch die bayerischen Gebirgsschützen
direkt an einzelne schwer Kriegsversehrte Aussöhnung kaum personalisieren und Aufstellung genommen (die Ehrenkompanie
aus dem 1. und 2. Weltkrieg. Ein Dialog aus inszenieren können. stellte Gaißach) und wurden damit Teil der
einem Vier-Augen-Gespräch wurde dann Ohne Zweifel hat der Besuch de Gaulles in Demonstration bayerischer Staatlichkeit, was
vielfach in der Presse verbreitet: Einer der Deutschland auf beiden Seiten des Rheins das sich seitdem oftmals bei Staatsbesuchen und
Versehrten sagte demnach „Wenn das vor gegenseitige Vertrauen erheblich gestärkt. Die Empfängen wiederholt hat. n
50 Jahren geschehen wäre, wären uns zwei deutsch-französische Verständigung rückte

Samerberg von Markus Wörndle Bad Aibling von Uwe Hecht

Gedenken der Samerberger Heilig Abend in Bad Aibling


Gebirgsschützen Wenngleich auch 2021 die zentrale Gedenkfeier für die Opfer
der Sendlinger Mordweihnacht von 1705 am Heiligen Abend in
Die Gebirgsschützenkompanie Samerberg feierte ihren alljähri- Waakirchen pandemiebedingt erneut ausfallen musste, so erinnerte
gen Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Kameraden 2022 die Aiblinger Gebirgsschützenkompanie doch gemeinsam mit den
wieder unter Coronabedingungen in der Törwanger Pfarrkirche. Abordnungen aus Rosenheim und Raubling an dieses Ereignis. Im
Nach dem von Diakon Günter Schmitzberger feierlich zeleb- Anschluss an einen Wortgottesdienst wurde an der Erinnerungska-
rierten und von Samerberger Bläsern umrahmten Gottesdienst pelle ein Gesteck niedergelegt. Am 1. Weihnachtsfeiertag erfüllten
trafen sich die Gebirgsschützenkameraden zu einer Andacht am die Aiblinger dann ihr Versprechen, die im August gesegnete Glo-
Kriegerdenkmal. n cke in der Kapelle anzuschlagen. n

Rosenheim von Günter Reichelt

30 Jahre Sebastiani-Wallfahrt in Rosenheim


Bereits um 1600 bestand in Pang eine Sebastiani-Bruderschaft „um ein seliges
Ende und Abwendung aller Übel des Leibes und der Seele, besonders der verhee-
renden Pest.“ Seit Alters her pflegte man aus vielen Gemeinden, bis hinein ins
Tiroler Nachbarland, eine Wallfahrt zum „Heiligen Blut nebst Rosenheim“. Diese in
den Wirren Zeit zum Erliegen gekommene Wallfahrtstradition hatte vor nunmehr
30 Jahren die GSK Rosenheim wieder aufgenommen.

Wenn auch in diesem Jahr eine Wall- den Kompaniepfarrer Geistl. Rat Andreas
fahrt in größerem Umfang von Happing Maria Zach mit Stadtpfarrer Sebastian
nach Heilig Blut aufgrund der bekannten Heindl zelebrierte. Die Nachbarkompanien
Umstände nicht möglich war, so gedachten Aibling, Raubling, Neubeuern, Samerberg
die Gebirgsschützen doch am Namenstag und Flintsbach waren mit Abordnungen
des Heiligen mit einem Festgottesdienst, vertreten. n
Foto: Gaby Saal
Berichte aus Bayern N° 1 | Februar 2022

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Wir gratulieren …
Gaißach

Balthasar Bauer – 80
Der Ehrenfähnrich der GSK Gaißach Zudem war er stellvertretender Hauptmann
Balthasar Bauer – der „Mooser-Hausl“ 1973 bis 1982 und von 1988 bis 2009. 2015
– konnte im November 2021 seinen 80. stiftete er das Gipfelkreuz am Rechelkopf.
Geburtstag feiern. 1958 ist er der Kompanie Weit über die Grenzen des Landkreises Bad
beigetreten. Von 1964 bis 1973 war er deren Tölz-Wolfratshausen ist er auch als Rosser
Kassier und von 1973 bis 2009 Fähnrich. und Leonhardi-Fahrer bekannt. n

Gmund

Harald Schrangl – 70
Der Gmunder Gebirgsschütze Harald führung des jährlichen Bundesschießens
Schrangl wurde am 7. Januar 2022 70 Jahre verantwortlich und betreut die bayerische
alt. Er trat 1991 in die Gebirgsschützen- Mannschaft, die beim Alpenregionsschie-
kompagnie Gmund ein und war von 2000 ßen antritt.
bis 2009 ihr Schützenmeister. 2009 wurde Für seine Verdienste wurde er mit der
er zum Bundesschützenmeister des Bundes Medaille in Gold am blauen Band und dem
der Bayer. Gebirgsschützenkompanien Maximilianskreuz ausgezeichnet. n
berufen. Seitdem ist er für die Durch-

München München
von Hans Baur

Traditionsbildung und 50 Jahre Arbeitsgemeinschaft


Repräsentation der Alpenländer
Der Geschäftsbericht 2021 der Ludwig-Maximilians-Universität Auf Initiative der Länder Bayern und Tirol wurde 1972 in Mösern/
in München enthält den Hinweis, dass ein Forschungsprojekt, Tirol die Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (Arge Alp) gegrün-
ausgehend von der Landesdefension der frühen Neuzeit bis an die det. Ziel des Beratungsgremiums war eine bessere Zusammenarbeit
Gegenwart heran, die Transformationen von ursprünglich militä- vor allem auf den Gebieten Umweltschutz, Verkehr, Tourismus und
rischen Aufgaben der Gebirgsschützen bis hin zur gegenwärtigen Kultur. Gründungsmitglieder waren Tirol und Vorarlberg, Grau-
gesellschaftlichen und repräsentativen Funktion untersucht. Dabei bünden, Südtirol, Trient und Lombardei sowie Bayern. Salzburg, St.
werden Aspekte der Traditionsbildung in Bayern, das Vereins- Gallen und Tessin kamen später hinzu. Es war der erste Zusammen-
und Verbandsleben sowie die politischen und repräsentativen schluss staatlicher und autonomer Einheiten außerhalb der Ebene
Funktionen für Königreich und Freistaat Bayern im Vordergrund der National- und Bundesstaaten. n
stehen. Das Projekt wird mit Mitteln des Bayerischen Landtags
finanziert. Leitung: Prof. Dr. Ferdinand Kramer; Bearbeiter: Dres.
Martin Kessler, Maria Schneider, Claudia Schemmer. n

Bad Aibling

Manfred Ortner †
Im Alter von nur 59 Jahren ist am und mit großem Engagement aus. In seiner
1. Januar 2022 der Hauptmann der GSK Amtszeit als Hauptmann richtete die Kom-
Aibling Manfred Ortner verstorben. Er war panie die Bataillonsfeste 2015 und 2017
Gründungsmitglied der Kompanie und trat des Bataillons Inn-Chiemgau aus, dessen
dieser im Dezember 1980 als Schütze bei. Gauhauptmann-Stellvertreter er seit 2012
Von 2001 bis 2007 bekleidete er das Amt war.
des Fähnrichs und war anschließend drei Manfred Ortner hinterlässt eine große
Jahre Oberleutnant. 2010 wurde er an die Lücke, die nur sehr schwer zu schließen ist.
Spitze der Kompanie gewählt. Er war damit Seine Kameraden verabschiedeten ihn mit
der vierte Hauptmann nach der Wieder- allen Ehren und einem dreifachen Salut auf
gründung und übte dieses Amt vorbildlich dem Aiblinger Friedhof. n
N° 1 | Februar 2022

Aus den KOMPANIEN … 19


Achenkirch
von Fabian Woloschyn

Kommandoübergabe bei der Aschbacher SK Achenkirch


Am 7. November 2021 beging die Gemeinde Achenkirch gemeinsam
mit der Aschbacher Schützenkompanie den Seelensonntag und ge-
dachte aller Opfer von Gewalt und Krieg. Nach der hl. Messe wurde
am Kriegerdenkmal ein Kranz für die Gefallenen der beiden Welt-
kriege sowie für alle verstorbenen Schützenkameraden niedergelegt.
Im Anschluss erfolgte die Jahreshauptversammlung der Aschbacher
Schützenkompanie im Gasthaus Marie in Achenwald. Obm. Alfred
Eder konnte neben zahlreichen Ehrengästen auch den Komman-
danten des Schützenviertels Unterland Mjr. Manfred Schachner
sowie eine Abordnung der GSK Tegernsee begrüßen. Nach den
Berichten der einzelnen Funktionäre erfolgten die Neuwahlen als
Haupttagesordnungspunkt.
Bei diesen Neuwahlen stellte sich Franz Kronberger nach 21 Jahren
als Hauptmann und 42 Jahren im Kompanievorstand nicht mehr
der Wahl. Für seine langjährigen und vielseitigen Verdienste um Offizielle Säbel- und Kommandoübergabe vom alten an den neuen
das Achentaler Schützenwesen wurde Franz Kronberger von der Hauptmann
Vollversammlung die Ehrenhauptmannschaft verliehen.
Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Obmann Alfred Eder Die Aschbacher SK Achenkirch gratuliert allen Neu- und Wie-
gewählt. Neuer Obmann und Oberleutnant der Kompanie ist dergewählten sowie den geehrten Mitgliedern. Wir sind stolz und
Fabian Woloschyn. Im Zuge der Versammlung wurden verdiente voller Zuversicht, die über 350-jährige Geschichte der Achentaler
Mitglieder der Kompanie für langjährige Treue zum Tiroler Schüt- Schützen gemeinsam weiterzuschreiben, Werte und Traditionen zu
zenwesen ausgezeichnet. erhalten und die Zukunft damit aktiv mitzugestalten. n

Fleimstal von Marziano Weber

Il nuovo responsabile Emanuele Milan


rinnova la baita degli Schützen
La SK Fleimstal, appena dopo la sua rifondazione, ha ottenuto in metri. Una strada costruita molti anni fa dalla Compagnia per
concessione gratuita dalla Magnifica Comunità di Fiemme una raggiungere la baita con un mezzo è stata colpita duramente da Vaia
baita in località Busato presso la Val de Stuato, una laterale della e distrutta in parte. Grazie alla grande volontà di Emanuele è stata
Val Cadino che porta al passo Manghen. Risalendo a piedi la strada ripristinata a sue spese per non far gravare i costi sulla Compagnia:
boschiva che porta al lago delle Stelune difficilmente ci si accorge è stato portato via il legname a terra che ostruiva il passaggio e
della baita di cui si vede solo il camino. La baita era stata trascurata chiamata una ditta con un piccolo scavatore a ripristinare la strada,
altamente già dal 2016 e la sporcizia e l’uso saltuario lo avevano allungandola di altri 50 metri fin sotto alla baita. L’obbiettivo è quel-
lo di poterla condividere con altre Compagnie per feste o escursioni
guidate in montagna sul fronte della Prima Guerra Mondiale che
si trova a pochi chilometri. Un impegno serio quello dello Schütze
Emanuele Milan ed anche di tutti i volontari e compagni che si sono
dedicati per far tornare viva questa bellissima baita. n

trasformato in un posto invivibile e poco invitante. Quest’anno è


stato deciso di dare l’incarico come responsabile baita allo Schützen
Emanuele Milan di Molina di Fiemme che subito si è attivato nel
sistemare. Con la collaborazione della Compagnia è stato ripulito
l’interno e sistemato il sentiero di accesso lungo un centinaio di
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20 Aus den KOMPANIEN …


Gries
von Werner Neubauer

SK „Major Josef Eisenstecken“ Gries erhält Kulturgut


Im Jahr 2014 hatten sich Friedhofsbesu- Anwesenheit des damaligen Landeskom- lung der Arbeiten wurde am 7. November
cher in Wien besorgt um den Zustand des mandanten Elmar Thaler und einer Ehren- 2021 des Namensgebers in Anwesenheit
Grabes des letzten Sprosses aus dem Haus formation des SSB in Wien eine würdige einer Abordnung der Musikkapelle Gries
des berühmten „Sandwirts“ Andreas Hofer Kranzniederlegung vor dem Grab erfolgen. und zahlreicher Mitglieder der örtlichen
gezeigt und sich deshalb an den Grieser Nun hat sich die SK Gries neuerlich um Feuerwehr mit einer Kranzniederlegung
Schützen Werner Neubauer um Hilfestel- den Erhalt des Tiroler Kulturguts verdient gedacht.
lung gewandt. gemacht. Ihrem Namensgeber Mjr. Josef Mjr. Josef Eisenstecken war ein hoch
Innerhalb kürzester Zeit wurde ein Bild- Eisenstecken verpflichtet, wurde die den geehrter Tiroler Landsturm-Kommandant,
hauer gefunden, der ein Konzept zur Res- Witterungsverhältnissen stark ausgesetz- ein bedeutender Tiroler Freiheitskämpfer
taurierung und Sanierung der bereits stark te marmorne Grabtafel am alten Grieser und k.k. Major in drei Feldzügen: 1797,
in Mitleidenschaft gezogenen Grabstätte Pfarr-Friedhof durch den Restaurator und 1809 und 1813. n
vorlegte. Bereits zum jährlichen Gedenken Bildhauer O. Wiesinger im Oktober 2021
des Todestages im Februar 2015 konnte in zur Gänze restauriert. Nach Fertigstel-

Innsbruck
von Erich Staudinger

Totengedenken und Einweihung des Gedenkkreuzes


Am 7. November 2021 fand das traditi- er wurde die neue Gedenkstätte der SK an unseren Schützenkamerad Hans-Peter
onelle Totengedenken des Erhaltungs- Wilten und der Kaiserschützen 1921, das erinnert, eingeweiht. n
vereins Tummelplatz statt. Obm. Hans
Zimmermann konnte zahlreiche Per-
sönlichkeiten des öffentlichen und des
politischen Lebens des Landes Tirol, der
Stadt Innsbruck, des Militärs und der
Traditionsvereine aus Nord-, Ost- und
Südtirol sowie dem Trentino bei dieser
Feierstunde begrüßen. An der Spitze stand
der Militärkommandant des Landes Tirol
Brigadier Mag. Ingo Gstrein, der in seiner
Gedenkrede an das Leben und Wirken
von Mag. Hans-Peter Schiestl erinnerte.
Die Ehrenkompanie wurde durch die SK
Amras gestellt, und für die musikalische
Umrahmung sorgte die Stadtmusikkapelle
Amras. Im Rahmen dieser Gedenkfei-
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Aus den KOMPANIEN … 21


Innsbruck
von Hans Gregoritsch

Neuer Vorstand gewählt


Mitte November 2021 rückte die Stand-
schützenkompagnie Pradl zur Gedenkfeier
der Verstorbenen aus. Nach der hl. Messe
wurde in der Schützenkapelle neben der
Pradler Kirche ein Kranz niedergelegt
und eine Salve geschossen. Anschließend
fand im Schützenheim die Jahreshaupt-
versammlung mit Neuwahlen statt. Ein
neuer Vorstand wurde gewählt. Er setzt
sich wie folgt zusammen: Hptm. Thomas
Krautschneider, Olt. Michael Buchmayr, Lt.
Walter Wurnitsch, Fähnrich Klaus Miller,
DOj. Roman Strickner und Waffenwart
Markus Senoner. Alle anderen Funktionen
wurden wieder bestätigt. Für seinen be-
sonderen Einsatz für die Kompanie wurde
Leutnant Kurt Buchmayr zum Ehren-
Oberleutnant ernannt. Im Anschluss Der neue Vorstand der Standschützenkompagnie Pradl
wurden Schützen und eine Marketenderin
mit Langjährigkeitsmedaillen und Aus- ausgezeichnet. Im Anschluss gab es ein Kartitsch
von Georg Klammer
zeichnungen geehrt. Alle TeilnehmerInnen, hervorragendes Essen der Familie Strick-
die am Jahresschießen teilgenommen und ner. Mit einem geselligen Beisammensein
ein bestimmtes Ziel erreicht haben, wurden endete ein langer Tag. n

Mils von Christian Unterberger

Neue Fähnriche gewählt


Beim Schützenjahrtag wurden mehrere seine Funktion als 2. Fähnrich zurück und
verdiente Mitglieder der SK Mils geehrt. übernimmt nun die Funktion des Pionier-
Ernst Graus legte nach 30 Jahren seine meisters.
Funktion als Leutnant zurück und wurde Wir bedanken uns bei unseren Kameraden
zum Ehrenleutnant ernannt. für ihre langjährige Tätigkeit als Leutnant

… zur Hochzeit
Ebenfalls nach 30 Jahren als 1. Fähnrich bzw. als Fähnrich. Als Nachfolger wurde
stellte Gerhard Rudig seine Funktion zur Michael Kössler zum Leutnant, Gerhard
Verfügung und wurde zum Ehrenfähn- Schönfelder zum 1. Fähnrich und Stefan
rich ernannt. Günter Baier legte ebenfalls Höger zum 2. Fähnrich gewählt. n Geplant war die Hochzeit bereits am 2.
nach langjähriger Tätigkeit (18 Jahre) Oktober 2020. Doch durch den Covid-
Lockdown musste der Hohe Tag unseres
Jubelpaares Andreas und Daniela verscho-
ben werden. Ein Jahr später, am 2. Oktober
2021, war es dann aber soweit und eine
Schar an Festgästen versammelte sich bei
wunderbarem Herbstwetter auf dem Kirch-
platz von Kartitsch, um dem Jawort unseres
Jungschützenbetreuers Andreas und unse-
rer ehemaligen Marketenderin Daniela in
der Pfarrkirche St. Leonhard beizuwohnen.
Andreas ist seit vielen Jahren Jungschützen-
betreuer unserer Kompanie, begleitet von
seiner Frau Daniela, die als Marketenderin
ihm und uns allen zur Seite stand.
Wir wünschen unserem Jubelpaar Dani-
ela und Andreas für ihren zukünftigen
gemeinsamen Lebensweg viel Glück und
alles Gute. n
N° 1 | Februar 2022

22 Aus den KOMPANIEN …


Radfeld
von Robert Hintner

Erneuerung Radfelder Friedhofskreuz


Ende Oktober 1991 (also vor 30 Jahren) der Gemeinde für die großzügige finanzi-
stellten die Radfelder Schützen zur Erin- elle Unterstützung, der Agrargemeinschaft
nerung an die Volksmission am Friedhof Radfeld für die Spende des Larchbaums,
ein Kreuz auf. Stefan Zwischenberger dem Spenglermeister Roman Thaler aus
und Reinhold Winkler, zwei Schützen der Kramsach für die kunstvolle Ausführung
damals noch jungen Radfelder Kompanie, mit Kupfer am großen Friedhofskreuz,
fertigten das Kreuz an, geweiht wurde es Mario Kreidl fürs Kreuzverbinden und
im Rahmen einer kleinen Feier von Pfarrer allen Kameraden der Kompanie!
Mag. Gerhard Mühlthaler aus Rattenberg. Schützen rücken nicht nur zu den tradi-
Das Kreuz kam in die Jahre und es musste tionellen kirchlichen Festen aus, sondern
im Frühjahr 2021aus Sicherheitsgründen tragen auch zur Belebung von Kultur und
demontiert werden. Fähnrich Reinhold Brauchtum bei. Bischof Reinhold Stecher
Winkler übernahm die Organisation für sagte einmal: „Die Schützen feuern auch
den Bau eines neuen Kreuzes, angefangen Ehrensalven ab, von denen kein Pulver-
vom Baumfällen, Holzschneiden und der dampf verweht“.
Lagerung in seiner Werkstatt bis zur Mon- Solche stillen Salven wurden in den Jahren
tage des Kreuzes. seit der Neugründung der Kompanie auch
Ein Dank gilt dem Bürgermeister und bei uns in Radfeld abgefeuert. n
Schützenkamerad Josef Auer, der Radfel-

Rietz
von Manfred Paregger

Tirols erste Obfrau nimmt ihren Hut


Es ist nun bereits über vier Jahre her, dass
die SK Rietz einstimmig Katharina Bauhofer
zum Obmann − Verzeihung, zur Obfrau −
gewählt hat. In dieser turbulenten Zeit hat sie
es geschafft, die Stromschnellen und Hinder-
nisse zu umschiffen, welche der Strom der
Zeit mit sich brachte. Ihre Amtsperiode war
geprägt von Dialogbereitschaft, Einfühlungs-
vermögen und Herzlichkeit, wodurch sie
sich Respekt und Anerkennung weit über die
Ortsgrenzen hinaus verschafft hat.
Aber auch wenn sie nun keine leitende Posi-
tion mehr einnimmt, hängt sie trotzdem ihre
Tracht noch nicht an den Nagel, sondern
bleibt der Kompanie als Marketenderin
erhalten.
Ebenso musste auch Hauptmann Heinz
Hacksteiner schweren Herzens sein Amt Der neue Ausschuss SK Rietz: Vorne: Katharina Bauhofer, Lukas Schöffthaler, Mario Schöff-
aus persönlichen Gründen niederlegen. thaler, Petra D., Hinten: Manfred P., Thomas S., Hans P., Daniel L., Thomas F., Marcell Ander-
Die Zügel nehmen nun Hauptmann Lukas son, Josef H., Matthias P.
Schöffthaler und Obmann Mario Schöfftha-
ler in die Hand. Mit großem Enthusiasmus ler die Jugendbetreuung in die Obhut von Ausschuss neu vergeben und die Rietzer
und Tatendrang wollen sie frischen Wind in Marcell Anderson, welcher diese äußerst Schützenkompanie startet zuversichtlich in
die Kompanie bringen. Um die ganze Sache wichtige Aufgabe mit Freuden übernimmt. eine neue Amtsperiode. n
abzurunden, übergab Matthias Pfurtschel- Somit wurden bedeutende Positionen im
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Aus den KOMPANIEN … 23


Salurn
von Michael Demanega

Noldin zum landesweiten Vorbild machen


Die diesjährige Dr.-Josef-Noldin-Feier Kurtatscher Bürgermeister Oswald Schiefer und Wirken Noldins in die heutige Zeit.
in Salurn fand pandemiebedingt unter sowie die Vereinsobmänner der Salurner „Der Einsatz Josef Noldins soll uns hierbei
besonderen Voraussetzungen statt. Die Vereine. Am Salurner Friedhof begrüßte Vorbild sein. Noldin ging es nie um seine
heilige Messe zelebrierte Pfarrer Pierluigi Hptm. Arno Mall die Salurner Dorfbevöl- Person, es ging ihm stets einzig und allein
Tosi in der Salurner Pfarrkirche ausschließ- kerung und die Gäste und Ehrengäste, die um die Sache“, stellte Martin Robatscher
lich für die Salurner Dorfbevölkerung. Die Marketenderinnen und Schützen sowie klar. Mit der Ehrensalve sowie der Weise
Musikkapelle Salurn umrahmte die Messe die SK Neumarkt, die in Kompaniestärke des Guten Kameraden und der Landeshym-
feierlich. Anschließend fand die Frontab- angerückt war. Hptm. Arno Mall erinnerte ne endete eine würdige Noldin-Feier. Es
schreitung unter Bezirksmajor Peter Frank in der Ansprache an die 1960er Jahre und ist an der Zeit, Dr. Josef Noldin landesweit
in der Noldinstraße statt. Als Ehrengäs- den zähen Kampf der Südtirolerinnen und zum Vorbild zu machen. n
te begrüßen durfte die SK Salurn den Südtiroler um autonome Rechte und Unab-
Salurner Bürgermeister Roland Lazzeri, die hängigkeit. In der Gedenkrede spannte Olt.
deutschen Gemeinderäte von Salurn, den Martin Robatscher den Bogen vom Leben

Auf dem Friedhof in Salurn: der Festredner Olt. Martin Robatscher

Salzburg
von Gerhard Hauser

Besuch unseres Weihbischofes


Bei herrlichem Herbstwetter besuchte die erste Äbtissin vom Nonnberg. Nach Salzburg. Nach Kaffee und Kuchen in seiner
eine kleine Delegation der SK Stumm/ dem Mittagessen erfolgten die Besichti- Wohnung am Kapitelplatz nahmen wir wie-
Stummerberg mit Pfarrer Hans Peter gungen der Erzabtei St. Peter, des Friedhofs der die Heimreise nach Stumm in Angriff.
Prossegger den Weihbischof Exzellenz und der Katakomben sowie des Doms zu Ein äußerst gelungener Ausflug. n
Dr. Hansjörg Hofer. Dieser gewährte Einbli-
cke in seinen Tagesablauf und zeigte seine
Büroräumlichkeiten am Kapitelplatz 1 sowie
einige Sehenswürdigkeiten von Salzburg.
Das Stift Nonnberg ist reich an Geschichte
und es ist das älteste Frauenkloster (Bene-
diktinerinnenabtei) im deutschen Sprach-
raum. Unterhalb der Festung Hohensalz-
burg wurde dieses Kloster vom hl. Rupert
zwischen 712 und 715 gegründet. Es besteht
seither ununterbrochen, also seit über 1300
Jahren.
Bei der Führung durch die Priorin, die u.a.
den Tagesablauf der 16 Klosterschwestern
unter dem Motto „Ora et labora et lege –
Bete, arbeite und lies“ erklärte, zeigte sie
auch die Krypta, die seit 1043 existiert. Die
Hl. Erentrudis von Salzburg, gest. 718, war
N° 1 | Februar 2022

24 Aus den KOMPANIEN …


Volders
von Herbert Rettl

Zwei Schützenjahre in einer Hauptversammlung


Nachdem pandemiebedingt letztes Jahr Zwei Jahre in einem Rückblick Die Wahl 2021 wurde von Bgm. Maximilian
die Hauptversammlung nicht abgehalten Hptm. Peter Rathgeber ging in seinem Harb geleitet. Neben Hptm. Peter Rathgeber
werden konnte, wurden die Ehrungen, Rückblick auf die Aktivitäten der letzte zwei und seinem Stellvertreter Olt. Erich Klin-
Beförderungen und die Neuwahlen im Jahre ein, die aufgrund der Beschränkungen genschmid wurde der gesamte Vorstand
Rahmen der heurigen Versammlung nach- sehr limitiert waren. Besonders stolz erin- bestätigt und einstimmig wiedergewählt.
geholt. Normalerweise ist für die Senseler nerte Rathgeber an den Bischofsempfang Mit einem dreifachen „Schützen-Heil“
Schützenkompanie am Seelensonntag ein und die Ausrückung am Hohen Frauentag, beendete der Hauptmann die Jahreshaupt-
großes Programm zu bewältigen. Nach der wo nach der Prozession anlässlich des 70. versammlung, hieß es doch, sich für die
Gedenkmesse und dem Gefallenengeden- Geburtstages von Bürgermeister Maximili- nächste Ausrückung am Nachmittag zur
ken am Kirchplatz findet die Jahreshaupt- an Harb eine Ehrensalve abgefeuert werden Gedenkfeier auf dem Tummelplatz bereit-
versammlung und am Nachmittag die konnte und die Angelobung von Tobias zumachen. n
Gedenkfeier am Tummelplatz statt. Pande- Klingenschmid nachgeholt wurde. Ebenfalls
miebedingt nahm am Gefallenengedenken war die Waldermesse Anfang September
2020 aber nur eine Fahnenabordnung teil. 2021 für alle Beteiligten wieder ein beson-
Alle weiteren Themen mussten verscho- deres Erlebnis und zeigte, dass ein Inne-
ben werden. So trifft es die Aussage von halten, Nachdenken und ein Reflektieren
Hptm. Peter Rathgeber sehr gut, dass „zwei besonders in Zeiten von großen Herausfor-
Schützenjahre in einer Hauptversammlung“ derungen besonders wichtig sind.
berücksichtigt werden.
Schützen in Arbeitstracht
Sehr erfreut blicken die Volderer Schützen
der Entwicklungen eines Vereinslokales
entgegen. Im Rahmen der Versammlung
wurde insbesondere der Gemeinde Volders
für die großzügige Unterstützung und
das Wohlwollen gedankt. „So ist es zurzeit
nicht verwunderlich, dass viele Schützen
ihre Schützentracht mit einer Arbeitstracht
getauscht haben und sich tatkräftig an der
Entstehung des Lokals beteiligen“, dankte
Lt. Herbert Rettl im Namen der Kompanie
den Helfern und Unterstützern. Neben dem v.l.: Bgm. Maximilian Harb, Matthias Rath-
Vereinslokal wird auch eine Schießanlage geber, Hptm. Peter Rathgeber
angeschafft, und die Schützen freuen sich
schon sehr auf die Abhaltung der ersten
Bewerbe.

Neuaufnahmen und Ehrungen


Die Marketenderinnen erhalten mit Sophia
Klingenschmid Verstärkung. Sie ist das ers-
te Mal beim Bischofsempfang ausgerückt,
Hptm. Peter Rathgeber und so wurde mit einem Augenzwinkern
festgestellt, dass neue Marketenderinnen
„Es freut mich sehr und ich sehe es als Zei- nur in Volders vom Bischof begrüßt wer-
chen der Wertschätzung, Sie als Ehrengäste den.
bei unserem Schützenjahrtag zu begrüßen“, Beim Schützenschnurschießen konnte für
so Hptm. Peter Rathgeber zu den Ehren- seine Leistung im Jahr 2020 Alexander
gästen, Ehrenkranzträger Bgm. Maximilian Wutte das fünfte Mal Gold verliehen wer-
Harb, Ehrenkranzträger und Ortschronist den. Beim Schützenschnurschießen 2021
Karl Wurzer, Ehrenkranzträgerin Waltraud brillierten wieder Erich Klingenschmid
Rathgeber, dem Obmann der Musikkapelle (zum achten Mal Gold) und Gerhard Nie-
Georg Markart und Bettina Tomaschko, derhauser (zum 22. Mal Gold).
von der die Markentenderinnen das ganze
Jahr bei den Ausrückungen mit Blumen- Neuwahlen
sträußen versorgt werden. Da 2020 die Neuwahl nicht möglich war, v.l.: Bgm. Maximilian Harb, Lt. Herbert Rettl
wurde um Aufschub der Wahlen angesucht. und Hptm. Peter Rathgeber
N° 1 | Februar 2022

Aus den KOMPANIEN … 25


Tulfes
von Manfred Arnold

Schützenjahrtag 2021
Bis kurz vor dem heurigen Schützenjahr- Gesellige in den Vordergrund zu stellen, um allen Anwesenden für das Mitfeiern.
tag mit Generalversammlung konnten für ein aktives Dorfleben zu sorgen. Wir So konnte der Schützenjahrtag abermals
die Schützen der SK Tulfes noch davon konnten und wollten deshalb kein gesund- nur im eingeschränkten Maße abgehalten
ausgehen, diesen in der gewohnten feierli- heitliches Risiko eingehen und niemanden werden, um an die verstorbenen Mitglieder
chen Form abhalten zu können. Aufgrund ausschließen. der Schützenkompanie und an die Gefalle-
der stark steigenden Corona-Zahlen im Gemeinsam mit Dekan Augustinus Kühne nen und Vermissten beider Weltkriege zu
November musste aber eine Planänderung wurde ein würdiger Gottesdienst in der erinnern. Die Generalversammlung wird zu
erfolgen, und es durften nur noch der Pfarrkirche gefeiert. Ein Dank gilt der Blä- einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, und
Ausschuss und die Fahnenabordnung am sergruppe der Musikkapelle für die schöne dann wird gemeinsam zum Wohle des Tul-
Festakt teilnehmen. Für uns Schützen ist es musikalische Umrahmung, den Ministran- fer Schützenwesens neu durchgestartet! n
wichtig, das Kameradschaftliche und das ten, den Schützen für das Gestalten und

Vomp
von Melanie Frischauf

Schützensonntag in Vomp
Aufgrund der Covid-bedingten Absage
am Dreifaltigkeitssonntag konnte die SK
Vomp glücklicherweise am 12. September
2021 den traditionellen Schützensonntag
nachholen. Der Schützensonntag ist für
die SK Vomp stets der Start in ein neues
Ausrückungsjahr, bei welchem etwaige
Neuzugänge in der Kompanie begrüßt,
Schützenschnüre verliehen und langjähri-
ge Mitglieder geehrt werden.
In diesem Jahr gab es einen ganz besonde-
ren Moment, denn es konnten vier Brüder,
Johann, Alois, Anton und Otto Kreidl,
für jeweils ihre 50-jährige Mitgliedschaft
in der SK Vomp ausgezeichnet werden.
Die Kompanie freut sich noch auf viele
gemeinsame Ausrückungen. n
Anton Kreidl, Hptm. Andreas Frischauf, Johann Kreidl, Alois Kreidl, Otto Kreidl, Batail-
lonskdt. Karl-Josef Schubert, Schützenkurat Stanislaus Majewski, EHptm. Konrad Streiter
und Obmann Andreas Garzaner
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26 Aus den KOMPANIEN …


Wattens
von Günter Schrott

Jahreshauptversammlung der Rettenberger Schützenkompanie


Nachdem der traditionelle Schützenjahrtag (wird am Christi-Himmelfahrt-Tag gefeiert) auch 2021 coronabedingt nicht gefei-
ert werden konnte, hielt die Rettenberger SK Wattens-Wattenberg eine Jahreshauptversammlung ab, um die angefallenen
Ehrungen der vergangenen zwei Jahre durchzuführen.

Nach der Eröffnung begrüßte Hptm. Innsbruck sowie zu den Verabschiedungen liegt ist Pflicht“. Der Kompaniekomman-
Günter Schrott die Ehrengäste. Anwesend der verstorbenen Mitglieder aus. Außerdem dant bedankte sich bei Melanie Schweibe-
waren der Bürgermeister der Marktgemein- erfolgten Ausrückungen in Tracht ohne rer (Prem), Michaela Hotter (Mair) und
de Wattens Thomas Oberbeirsteiner, der Fahne anlässlich des 70. Geburtstages und Theresa Stainer (Knapp) für ihre geleisteten
Bürgermeister der Gemeinde Wattenberg zu 30 Jahren Fahnenpatenschaft von Dani- Dienste und pflichtbewussten Ausrückun-
Franz Schmadl und der Vize-Bürgermeister ela Rochelt sowie zur Generalversammlung gen. Als Zeichen der Wertschätzung über-
der Marktgemeinde Wattens Willi Greuter. des Schützenbezirkes Hall in Ampass. reichte er ihnen ein kleines Geschenk, das
Weiters begrüßte Hptm. Schrott die Ehren- Ein weiterer Punkt des Berichtes war das sie an die Zeit in der Kompanie erinnern
mitglieder der Kompanie, Ehrenhauptmann traditionelle Schützengrillen der Wattenber- soll.
Mjr. Robert Frötscher und Ehrenleutnant ger Schützen am Wopfner-Hof. Außerdem Leutnant Walter Vogt wurde bei der
Klaus Schrott. Der Bericht des Kompanie- dankte der Hauptmann den Fahrerinnen Kompanieversammlung am 21.8.2020
kommandanten Günter Schrott fiel den und Fahrern für den Dienst „Essen auf Rä- zum Ehrenleutnant ernannt. Die Ehrenur-
Umständen entsprechend kurz aus. Anstelle dern“, welcher heuer bereits 40 Jahre an den kunde wurde ihm nun in diesem Rahmen
der traditionellen Kompanie-Ausrückungen Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von überreicht. Im Anschluss an die Ehrungen
zu Floriani, Schützenjahrtag, Fronleichnam der Kompanie durchgeführt wird. folgten die Grußworte der Ehrengäste und
und Herz-Jesu wurde jeweils eine Feldmesse Nachdem in den vergangenen zwei Jahren nach dem Singen der ersten Strophe der
mit einer Abordnung der Schützenkompanie drei Marketenderinnen geheiratet haben, Landeshymne beendete Hptm. Günter
abgehalten. Weiters rückten je eine Abord- verlassen sie aus freiem Willen die Kom- Schrott die Jahreshauptversammlung mit
nung zur 225. Herz-Jesu-Gelöbniserneue- panie – ganz nach dem Spruch „Eintritt einem dreifachen „Schützen Heil“. n
rung, zur Bundesversammlung des BTSK in und Ausritt ist freiwillig – was dazwischen

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N° 1 | Februar 2022

Unsere JUNGSCHÜTZEN & MARKETENDERINNEN 27


Bozen von Kuno Huber

Kinder schenken
Freude
Aufgrund der anhaltenden Notlage haben
sich Jungschützen mit deren Betreuern aus
ganz Südtirol etwas Besonderes einfallen
lassen. Zusammen in der Familie oder im
kleinsten Kreise mit dem Jungschützenbe-
treuer wurden leckere Kekse gebacken, die
anschließend liebevoll verpackt wurden.
Kurz vor Weihnachten wurden dann landauf
landab die Pflegeheime besucht, um dem
Personal und den Bewohnern die süßen Pa-
kete zu übergeben. Die Freude war bei allen
riesig und die Überraschung gelungen. Die
Jungschützen wollten damit ein Zeichen der
Dankbarkeit und Anerkennung setzen und
zeigen, dass man auch mit Kleinigkeiten in
schwierigen Zeiten Freude schenken kann.
Auf diesem Wege wünschen die Mädchen
und Jungen des Südtiroler Schützenbundes
ein gutes neues Jahr. n Jungschützen brachten Weihnachtskekse in Altersheime

Eppan

Jungschützten geben wieder Gas


Die Jungschützen und Jungmarketenderinnen der SK Eppan trafen Nachmittag wurde geschraubt, gesägt und gefräst, um das beste
sich, um „Pustra Becklen“ zu bauen. Kuno Huber, Jungschützenbe- Resultat zu erzielen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Jedes der
treuer des SSB, hatte in mühsamer Vorarbeit das Holz zugeschnitten Becklen ist ein richtiges Unikat. Die Qualität wurde auch gleich auf
und alte Ski organisiert. Der motivierten Jugend zeigte er dann die Probe gestellt. Mit Vollgas ging es die Wiesen hinunter, und alle
die einzelnen Arbeitsschritte, um das perfekte Beckl zu fertigen. Na- hatten eine Riesengaudi. Den gelungenen Nachmittag ließ man mit
türlich wollte jeder das schnellste und das schönste anfertigen, und einem guten Apfelglühmix und leckeren Keksen ausklingen. n
deswegen machte man sich voller Elan an die Arbeit. Den ganzen
N° 1 | Februar 2022

28 Unsere JUNGSCHÜTZEN & MARKETENDERINNEN


Fließ
von Günter Penninger

Baon Lechtal holt sich den begehrten „Pontlatzadler“


Nach dem coronabedingten langen Verzicht auf gemein-
same Aktivitäten war es heuer wieder möglich, mit dem
Schießtraining zu beginnen und mit dem Schützennach-
wuchs zu arbeiten, diesen zu fördern und zu fordern.
Am 25. September 2021 fand das Jungschützenschießen
des Viertels Oberland statt. 128 Jungschützen und Jung-
marketenderinnen reisten nach Fließ, um sich in den
verschiedenen Klassen zu messen und um den begehrten
„Pontlatzadler“ für die beste Mannschaft zu kämpfen.
Dabei erfüllten sich die Teilnehmer aus dem Lechtal
einen lang gehegten Wunsch.
Mit der Jungmarketenderin Rebekka Zangerl und den
Jungschützen Samuel Zangerl, Lukas Klotz und Alexan-
der Steinberger gewannen sie die Mannschaftswertung
vor der Talschaft Paznaun und dem Bataillon Starken-
berg und nahmen erstmals diese sehr begehrte Wan-
dertrophäe für ein Jahr mit ins Lechtal. Unser Dank gilt
besonders unserem Baon-Jungschützenbetreuer Marco
Reich, der es versteht, seine Schützlinge für das Schüt-
zenwesen und das Schießen zu begeistern. n

Lana von Angelika Haller

Bezirksübergrei-
fende Weiterbil-
dung
Am 17. November 2021 fand die Eröffnung
der Ausstellung „Sechzig Jahre Feuernacht
– Franz Höfler“ statt. Auch einige Mar-
ketenderinnen des Südtiroler Schützen-
bundes nahmen teil. „Dankbar rückwärts,
mutig vorwärts, gläubig aufwärts.“ Mit
diesem Zitat von Franz Josef Strauß been-
dete der Hauptmann der SK Lana Andreas
Pixner seine Ansprache bei der Eröffnung
zur Ausstellung rund um Franz Höfler
und die sechziger Jahre. In diesem Sinne
nahmen es die Marketenderinnen des
Bezirks Burggrafenamt-Passeier sowie des
Bezirks Südtiroler Unterland auf Initia-
tive von Bezirksmarketenderin Angelika
Haller zum Anlass, sich nach langer Zeit
endlich wieder gemeinsam weiterzubilden
und anschließend in gemütlicher Runde
zusammenzusitzen. Die kulturelle Weiter-
bildung und die Kenntnis der Landesge-
schichte ist für die Marketenderinnen des
SSB ein wichtiger Grundpfeiler, weshalb
die Veranstaltung sehr gelegen kam. Ein
herzliches Vergelt’s Gott an die SK „Franz
Höfler“ Lana mit Hptm. Andreas Pixner
für die aufwändige Organisation dieser
sehenswerten Ausstellung. n
N° 1 | Februar 2022

Unsere JUNGSCHÜTZEN & MARKETENDERINNEN 29


Moos in Passeier
von Angelika Haller

Lehrgangswochenende im Jugendhaus Hahnebaum in Passeier


Vom 13. bis 14. November 2021 konnte
nach coronabedingter Pause endlich wieder
der Bezirkslehrgang des Schützenbezirks
Burggrafenamt-Passeier stattfinden. An den
beiden Tagen stand nicht nur die Aus- und
Weiterbildung der Burggräfler Schützen
und Marketenderinnen im Vordergrund.
Auch das Kameradschaftliche, das in letzter
Zeit leider oft zu kurz gekommen ist, wurde
gepflegt. Das abwechslungsreiche Kurs-
programm reichte von der Tiroler Landes-
geschichte über den Aufbau des Südtiroler
Schützenbundes und Grundlagen des Ex-
erzierwesens bis hin zu aktuellen Themen
wie die Medienarbeit in Bund und Bezirk,
die Minderheiten in Europa sowie die
kritische Auseinandersetzung mit unserem
Autonomiestatut. Ein aufrichtiges Vergelt’s
Gott geht an das Organisationsteam sowie
die Referenten Lt. Felix Platter, Bez.-Mjr.-
Stv. Hannes Malleier, Bez.-Mark. Angelika
Haller, Bez.-Mjr. Hannes Holzner, Hptm. ram Klotz, Olt. Stefan Zelger und ehem. Rautscher fürs Kochen sowie den zahlrei-
Stefan Gutweniger, Lt. Manfred Egger, Bundesgeschäftsführer Florian von Ach. chen Teilnehmer/innen, die sich aktiv und
Obj. Federico Garbellini, EHptm. Wolf- Ebenso gilt ein großer Dank Schütze Arno interessiert eingebracht haben. n

Obermais
von Verena Zipperle

Spendenaktion der SK Obermais:


Kerzen gießen für den guten Zweck
Weise den Familienvater bei Waldarbeiten
verloren. Auf diesem Wege bedankt sich
die SK Obermais herzlich bei den mitwir-
kenden Betrieben – Restaurant Brunnen-
platz in Obermais, Eisenwarenhandlung
Brugnara, Despar Untermais Tresch OHG,
Bar Piccolo sowie dem Maiser Wochen-
blatt. Ebenso bedankt sich die SK Ober-
mais bei den verschiedenen Hotelbetrieben
und Privatpersonen für die gespendeten
Kerzenreste und natürlich bei all jenen,
die diese Aktion so erfolgreich gemacht
haben – bei den Käufern und großzügigen
Spendern. Ein herzliches Vergelt’s Gott!
Falls jemand Gefallen an solchen Aktionen
oder am Schützenwesen findet und gerne
nähere Informationen hätte oder Mitglied
werden möchte, der kann sich bei unserem
Im vergangenen Herbst fertigten die Betrieben verkauft werden, und dabei kam Hauptmann Christian Egger melden: +39
Marketenderinnen der SK Obermais aus die stolze Summe von 1.120,00 € zusam- 333 9907855. n
gesammelten Wachsresten verschiede- men. Der Reinerlös wurde dem Bäuerli-
ne Kerzen und Adventskranzkerzen an chen Notstandsfonds übergeben, welcher
und verzierten diese liebevoll. An die 85 die gespendete Summe einer bedürftigen
handgemachte Unikate konnten gegen Familie aus dem Burggrafenamt übergab.
eine freiwillige Spende in einigen Meraner Die Familie hatte im Sommer auf tragische
N° 1 | Februar 2022

30 Wir gedenken …

Roberto de Zanna Golmayer im 62. Lebensjahr mermann Erich Pichler jun., begeistern und zu motivieren.
„kuko“ von dieser Welt abberufen. der im 58. Lebensjahr nach So hatte er von 1961 bis 1991
1967 ist er als Achtjähriger den schwerer Krankheit zu Gott die verantwortungsvolle
† 9. JULI 2021 - ANPEZO Strassener Jungschützen beige- heimgekehrt ist. Funktion des Obmannes inne,
Die SK Ŝizar Anpezo Hayden treten und hat bereits von 1978 Erich Pichler trat im Jahre nebenbei bekleidete er das Amt
trauert um ihren Kameraden bis 1993 die verantwortliche 1979 der Kompanie bei, war des Kompaniewaffenmeisters
Roberto de Zanna „kuko“, der Funktion des Jungschützenbe- viele Jahre Magazineur und im (1961–2015) und des Schrift-
im 91. Lebensjahr verstorben treuers übernommen. Durch Ausschuss tätig, und war ein führers (1961–1976) und führte
ist. Er ist erst im Jahre 2014 seine besondere Fähigkeit und pflichtbewusstes und hilfsbe- von 1989 bis 1996 die Kompa-
Begeisterung für die Funkti- reites Mitglied. nie sogar als Hauptmann-Stv.
onen im Jungschützenwesen Bei der Beerdigung hat sich die Als besonderes Zeichen der
durfte Heinz auch 10 Jahre SK Mutters-Kreith mit dem Anerkennung wurde er am 14.
als Bataillonsjungschützenbe- letzten Fahnengruß und einer April 1991 zum Ehrenobmann
treuer im Osttiroler Oberland Ehrensalve von Erich verab- und am 1. Februar 2019 zum
vorangehen. Als Anerkennung schiedet. Ehren-Oberleutnant ernannt,
seiner Fähigkeiten wurde Heinz worauf er ganz besonders stolz
im Jahre 1988 zum Bezirksjung- war.
schützenbetreuer im Schützen- Für seine langjährige Treue
viertel Osttirol gewählt. Diese EObm. und EOLt. und Verbundenheit wurde ihm

Hans Maierhofer
Funktion erfüllte er 20 Jahre vom BTSK die Verdienstme-
überaus erfolgreich und wurde daille in Silber verliehen, und
dafür 2009 zum Ehren-Bezirks- † 4. NOVEMBER 2021 das Wintersteller Schützenba-
jungschützenbetreuer er- FIEBERBRUNN taillon ehrte ihn 2002 mit dem
der Kompanie beigetreten. Am nannt. Seine Kompanie erwies Die Christian Blattl SK Fieber- Wintersteller-Kreuz.
Anfang war er recht schüch- Heinz die Ehre, indem sie den brunn trauert um ihren Ka- Seine Kameraden der Christian
tern, aber als er die Geschichte Trauerzug vom Elternhaus zur meraden Ehren-Oberleutnant Blattl SK und der Schützengil-
unseres Dorfes gelernt hat, Pfarrkirche und zur letzten Ru- Hans Maierhofer, der nach de begleiteten ihn auf seinem
ist er ein begeisterter Schütze hestätte im Friedhof begleitete. letzten Weg und erwiesen ihm
geworden. Seine Leidenschaft Mit der Ehrensalve der Strasse- mit drei exakten Salven und
hat man gesehen, als er die ner Schützen und dem letzten dem Fahnengruß die letzte
Bewegungen der General- Fahnengruß am offenen Grab Ehre.
de-Charge einüben musste, verabschiedeten sich sämtliche
was wirklich schwer für ihn führenden Funktionäre der
war. Aber er hat es mit Stolz Feuerwehren und Schützen
geschafft. Bis Beginn der Pan- zum letzten Male von Heinz.
demie war Roberto de Zanna Mit Heinz verlieren wir Schüt- Elt. Robert
immer dabei. Am 12. Juli 2021 zen einen hochgeschätzten Ellecosta
hat er einen letzten Fahnen- Kameraden und Freund. Ruhe
gruß mitgenommen und ist zu in Frieden! † 11. NOVEMBER 2021 - BRIXEN
Gott heimgegangen. Die SK Peter Mayr trauert um
ihren Ehrenleutnant Robert
kurzer, schwerer Krankheit im Ellecosta, der im Alter von 91
Erich Pichler Alter von 87 Jahren für immer
Heinz Golmayer die Augen geschlossen hat.
† 23. OKTOBER 2021 Hans war am 1. Mai 1959 unter
+ 3. OKTOBER 2021 - STRASSEN MUTTERS-KREITH dem damaligen Hauptmann
Nach langer Krankheit, jedoch Die SK Mutters-Kreith trauert Peter Bucher in die − ein Jahr
viel zu früh, wurde OLt. Heinz um ihren Kameraden, Zim- zuvor wiedergegründete −
Kompanie als einfacher Schüt-
ze eingetreten und daher auch
maßgeblich am Aufbau des
traditionellen Schützenwesens
in Fieberbrunn mitbeteiligt.
Als überzeugter Schütze
erkannte er wohl schon da-
mals sein Talent, mit seiner
besonderen, vorbildlich Jahren plötzlich und unerwar-
korrekten Art und Weise die tet verstorben ist.
ihm anvertrauten Kameraden Er trat im Jahre 1960 als Grün-
und Marketenderinnen für dungsmitglied der Kompanie
das Tiroler Schützenwesen zu bei. Im Jahre 1968 wurde
N° 1 | Februar 2022

Wir gedenken … 31
er zum Fähnrich gewählt. net. Für die Ausrichtung des storben ist. Jakob Reichegger Mitglied der Kompanie aktiv,
Zugleich wurde er auch der Alpenregionsfestes erhielt war über 60 Jahre lang bei den davon 25 Jahre als Fähnrich
erste Fähnrich der Bundes- Gerold das Maximiliankreuz. Schützen. Im Jahr 1982, vor der „Franzosenfahne“ sowie
fahne, wofür er die Silberne nun fast 40 Jahren, hat er tat- 24 Jahre als Obmann und 12
Verdienstmedaille erhielt. Für kräftig bei der Gründung der Jahre als Oberleutnant. Er war
seine Verdienste ernannte ihn SK Gais mitgeholfen. Vorher verantwortlich für die Organi-
die Kompanie zum Ehrenleut- Karl Rohrer war er 22 Jahre lang Mitglied sation von 3 Bataillonsschüt-
nant. Beim Sterbegottesdienst (Stemmer Karl) zenfesten sowie Initiator des
in der Pfarrkirche verabschie- Neubaus des Schützenheims
deten sich die Kompanie und † 28.11.2021 - ZENOBERG/MERAN und vieler anderer Projekte.
weitere Schützen des Bezirkes. Karl Rohrer vom Erlachhof in Zudem war Willi 18 Jahre Mit-
Während der Männergesang- Zenoberg bei Meran ist im No- glied des Bataillonsausschus-
verein von Brixen das Lied vom vember 2021 im Alter von 96 ses des Baon. Schwaz sowie
guten Kameraden sang, senkte Jahren verstorben. Er war am langjähriger Delegierter zum
sich die Kompaniefahne, die 08.12.1959 Gründungsmitglied Bundesausschuss des BTSK.
er selbst getragen hatte, über der SK Meran. Unter Hptm. Für seine Leistungen wurde
seinen Sarg. Alois Piock wurde er Mitglied Willi Messner mit der Ver-
der Kommandantschaft und dienstmedaille des Landes
übernahm den Rang eines Tirol, der Tiroler Ehren-
Leutnants der Kompanie. amtsnadel in Gold sowie der
EHptm. Anlässlich des Schützenjahr- goldenen Verdienstmedaille

Gerold Tinkhauser
bei der Schützenkompanie des Bundes der Tiroler Schüt-
in Uttenheim. All die Jahre zenkompanien ausgezeichnet.
† 18. NOVEMBER 2021 - BRIXEN war er seinen Freunden und Die Aschbacher SK Achenkirch
Die SK Peter Mayr trauert um Kameraden stets ein Vorbild verliert mit Willi Messner
im Glauben und ein Vorbild einen Schützen mit Leib und
an Verlässlichkeit. Jakob – ein Seele. Seine Einstellung zu den
herzliches Vogelt’s Gött dafür! Werten des Tiroler Schützen-
Am 9. Dezember hat sich die wesens werden uns stets als
SK Gais mit einem letzten Fah- Vorbild dienen und wir werden
nengruß und einer Ehrensalve ihn in ehrender Erinnerung
von Jakob Reichegger verab- behalten.
schiedet.

tags der SSKM am 10.12.2009


wurde der Stemmer Karl für EObm.
Willi Messner
seine 50-jährige Zugehörig-
keit mit der Spange in Gold
ihren Ehrenhauptmann Gerold und einer Urkunde des SSB † 9. DEZEMBER 2021
Tinkhauser, der im Alter von ausgezeichnet. Karl war bis ins
80 Jahren einer heimtücki- hohe Alter aktives Mitglied in
schen Krankheit erlegen ist. der SSKM und er wird jedem
Im Jahr 1969 wurde Gerold als ein sehr korrekter und
zum Leutnant und Schriftfüh- heimatbewusster Tiroler in
rer gewählt. Aufgrund seines Erinnerung bleiben. Schützen
Einsatzes bekleidete er ab 1973 der SK Meran begleiteten Karl
das Amt des Oberleutnants. Rohrer mit einer Fahnenabord-
Ab 1977 bis zum Jahre 1996 nung auf seinem letzten Weg
stand Gerold der Kompanie als am Friedhof von Dorf Tirol. Er
Hauptmann vor. Unter seiner möge ruhen in Frieden!
Hauptmannschaft wurden
Freundschaften mit der SK
Speckbacher Hall in Tirol, den
Gebirgsschützen aus Traun- Jakob Reichegger ACHENKIRCH
stein und der Kompanie von Die Aschbacher SK Achenkirch
Kronmetz geschlossen. Auf- † 6. DEZEMBER 2021 - GAIS trauert um ihren Ehrenobmann
grund seiner Verdienste in der Die SK Gais trauert um ihr Eh- und Ehrenoberleutnant Willi
Kompanie, im Bezirk und im renmitglied Jakob Reichegger, Messner, welcher im Alter von
SSB wurde er mit der Goldenen welcher wenige Wochen nach 84 Jahren verstorben ist.
Verdienstmedaille ausgezeich- seinem 90. Geburtstag ver- Willi Messner war 66 Jahre
N° 1 | Februar 2022

32 Für langjährige Treue WURDEN GEEHRT ...

15 Jahre
Matthias Fuchs, Hanspeter Hölzl und Stefan Strasser (Hopfgarten
Termine 2022
i. Brixental); Reinhard Anfang, Georg Hirschhuber, Alexander 19. Februar Andreas-Hofer-Gedenkfeier in Mantua
Mayer, Matthias Pittl und Hubert Schmid (Mils); Diego Kofler (Ausrichtung Bez. Burggrafenamt/Pass.)
und Klara Jud (Olang); Hansjörg Müller und Robert Müller 20. Februar Andreas-Hofer-Landesgedenkfeier in Meran
(Pradl); Felix Platter und Daniel Zaninelli (St. Pankraz); Alfred Andreas-Hofer-Gedenken am Berg Isel und
Gratzer und Roland Zumkeller (Rum); Edith Zwischenbrugger Hofkirche Innsbruck
und Thomas Pomarolli (Salurn); Markus Told, Alexander Rudig
und Paul Triendl (Sistrans); Hannes Hölzl, Franz Klingenschmid, 12. März Bezirkstag Burggrafenamt/Passeier in Proveis
Matthias Rathgeber, Herbert Rettl und Robert Singer (Volders) Sitzung des BTSK-Bundesausschusses in Mils
19. März Josefi
25 Jahre 20. März Bezirkstag Pustertal in Mareo/Enneberg
Sebastian Astner, Andreas Ehammer und Andreas Schroll 27. März Bezirkstag Bozen in Gries
(Hopfgarten i. Brixental); Michael Felder, Simon Graus und Erich
Peer (Mils); Klaus Jud (Olang); Christian Kahrer (Pradl); Lt. 9. April Landesausschuss Tiroler Schützen in Brixen
Karl-Heinz Huber (Rum); Roland Amort (Salurn); Fhr. Andreas 24. April Weißer Sonntag, BTSK-Bundesversammlung
Triendl und Zgf. Hans Triendl (Sistrans); Lt. Alexander Neuner, in Innsbruck
Olt. Otto Neuner und Uj. Albert Platter (Telfs); Zgf. Siegmund 30. April Tiroler Jungschützen-Schießen in Eppan
Obkircher, Lt. Markus Prem, Zgf. Manfred Kröll, Uj. Josef Schaf-
ferer und Ptf. Markus Hirschhuber (Wattens-Wattenberg) 13. - 15. Mai 26. Alpenregionstreffen der Schützen in St. Martin i.P.

40 Jahre (vorbehaltlich Änderungen oder Streichungen)

Michael Fankhauser und Josef Gabl (Mils); Vinzenz Gartner


(Steinhaus); EHptm. Hans Kirchmair und Herbert Told (Sistrans); Die Durchführbarkeit verschiedener nächster Termine steht
Ptf. Hubert Auer und Uj. Alfred Haid (Telfs); Thomas Winnisch-
aufgrund der aktuellen Situation noch nicht fest. Infos dazu
hofer (Truden); Zgf. Eduard Kofler, Zgf. Peter Marth und Fhr.
Wilfried Leitner (Wattens-Wattenberg) auf: www.schuetzen.com bzw. www.tiroler-schuetzen.at

50 Jahre
Bernhard Oberhofer und Ludwig Tschugg (Mils); Siegfried
Sapelza (Olang); Zgf. Horst Vogelsang (Sistrans) und Lt. Josef Sarg
(Wattens-Wattenberg) sowie die Brüder Johann, Alois, Anton und
Otto Kreidl (Vomp)

55 Jahre
Zgf. Alois Kirchmair (Sistrans) und Oj. Hansjörg Hofer (Telfs)
Impressum
Anschriften der Schriftleitungen:

60 Jahre Bayern: Hptm. Hans Baur, Schöttlkarstr. 7, D-82499 Wallgau,


Tel. 08825/9219560, Fax 08825/9219561 E-Mail: baur-wallgau@gmx.de
Josef Pockenauer, Sebastian Astner und Sebastian Thaler (Hopf- Nord-/Osttirol: Franziska Jenewein, Gschnitz 140, A-6150 Gschnitz,
garten i. Brixental); Zgf. Walter Suppersberger und Zgf. Bernhard Tel. 0664/88265867, E-Mail: zeitung@tiroler-schuetzen.at
Süd-Tirol: SSB, Innsbrucker Straße 29, I-39100 Bozen,
Kirchmair (Sistrans) sowie Zgf. Franz Oberleitner (Telfs) Tel. 0471/974078, E-Mail: presse@schuetzen.com
Redaktionsschluss ist der jeweils letzte Tag der Monate Februar, April,
65 Jahre Juni, August, Oktober und Dezember.
In der TSZ abgedruckte Bilder und Texte unterliegen dem Urheber-
Ehrenfähnrich Hermann Kofler (Sistrans) recht und dürfen nur mit Zustimmung der Schriftleiter reproduziert

75 Jahre
werden.
Die Beiträge müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben.
Ptf. Josef Steinacher (Telfs) Eigentümer und Herausgeber:
Bund der Tiroler Schützenkompanien, Brixner Straße 1, 6. Stock, Inns-
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Eingetragen beim Landesgericht Bozen, Nr. 6/77. Verantwortlicher
Schriftleiter im Sinne des Pressegesetzes Hartmuth Staffler. Die Tiroler
Schützenzeitung versteht sich als Mitteilungsblatt des Südtiroler
Schützenbundes, des Welschtiroler Schützenbundes, des Bundes der
Tiroler Schützenkompanien und des Bundes der Bayerischen Gebirgs-
schützen-Kompanien. Schriftleiter SSB: Mjr. Renato des Dorides; BGSK:
Hptm. Hans Baur; BTSK: Franziska Jenewein, WTSB: Enzo Cestari
Druck: Athesia, Bozen

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