Sie sind auf Seite 1von 1

Koronare Herzkrankheit

Von Dr. med. Fabian Sinowatz


12. April 2021

Alle NetDoktor-Inhalte werden von medizinischen


Fachjournalisten überprüft.

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist die häufigste


Todesursache in den westlichen Industrieländern.
Durch Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung") kommt es
zu einer Einengung der Herzkranzgefäße
(Koronararterien). Die Koronare Herzerkrankung wird
auch als ischämische Herzkrankheit bezeichnet, da
eine Engstelle in einem Herzkranzgefäß zu
Sauerstoffmangel (Ischämie) in Teilen des Herzens
führen kann. Durch die Koronare Herzerkrankung
kann ein Herzinfarkt entstehen. Lesen Sie hier alles
Wichtige über die Koronare Herzkrankheit.

ICD-Codes für diese Krankheit: I24 | I20 | I25

Artikelübersicht
Koronare Herzkrankheit

Beschreibung

Symptome

Ursachen und Risikofaktoren

Untersuchungen und Diagnose

Behandlung

Sport als Therapie bei KHK

Krankheitsverlauf und Prognose

Koronare Herzkrankheit (KHK):


Beschreibung
Die Koronare Herzerkrankung (KHK) ist eine
schwerwiegende Erkrankung des Herzens, bei der es
zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels kommt.
Grund dafür sind verengte Herzkranzgefäße. Diese
Schlagadern nennt man auch "Koronararterien" oder
"Koronarien". Sie umgeben den Herzmuskel
kranzförmig und versorgen ihn mit Sauerstoff und
Nährstoffen.

Die Ursache für eine Koronare Herzkrankheit (KHK)


ist die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) der
Herzkranzgefäße: Blutfette, Blutgerinnsel (Thromben)
und Bindegewebe lagern sich in den Innenwänden
der Gefäße ein. Dies verringert den inneren
Gefäßdurchmesser, sodass der Blutfluss behindert
wird.

Ein typisches Symptom für die Koronare


Herzkrankheit (KHK) ist ein Engegefühl in der Brust
(Angina pectoris), welches unter körperlicher
Anstrengung zunimmt, da es zu einem Missverhältnis
zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffverbrauch
kommt (Koronarinsuffizienz). Ein Herzinfarkt oder der
plötzliche Herztod können durch die Koronare
Herzerkrankung ausgelöst werden. Die Koronare
Herzerkrankung (KHK) gehört zu den wichtigsten
Volkskrankheiten und führt seit Jahren auch in
Deutschland die Todesursachenstatistik an. Die
Koronare Herzkrankheit (KHK) betrifft eher Männer,
die im Durchschnitt auch früher erkranken als Frauen.

NetDoktor Symptom-Checker

Welche Krankheit verursacht meine


Beschwerden?

SYMPTOME CHECKEN

Koronare Herzkrankheit: Definition

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist definiert als


Zustand, bei dem es durch die Arteriosklerose
("Gefäßverkalkung") zu einer Mangeldurchblutung
und damit zu einem Missverhältnis von
Sauerstoffangebot und Sauerstoffverbrauch
(Koronarinsuffizienz) in Teilen des Herzmuskels
kommt.

Koronare Herzkrankheit: Einteilung:

Je nach Ausmaß der arteriosklerotischen


Veränderungen lässt sich die Koronare Herzkrankheit
in folgende Schweregrade einteilen:

Koronare Herzkrankheit –
Eingefäßerkrankung: Einer der drei Hauptäste
der Herzkranzgefäße ist von einer oder mehreren
Engstellen (Stenosen) betroffen.
Koronare Herzkrankheit –
Zweigefäßerkrankung: Zwei der drei Hauptäste
der Herzkranzgefäße sind von einer oder
mehreren Engstellen (Stenosen) betroffen.
Koronare Herzkrankheit –
Dreigefäßerkrankung: Alle drei Hauptäste der
Herzkranzgefäße sind von einer oder mehreren
Engstellen (Stenosen) betroffen.

Zu den Hauptästen zählen dabei auch ihre


abgehenden Äste, also das gesamte Stromgebiet, in
dem sie den Herzmuskel versorgen.

ZUM INHALTSVERZEICHNIS

Koronare Herzkrankheit:
Symptome
Die Symptome hängen davon ab, wie stark die
Herzkranzgefäße durch die Koronare Herzkrankheit
verengt sind und an welcher Stelle sich der Engpass
befindet. Leichte Verengungen verursachen häufig
keine Symptome. Bei einer starken Verengung der
Gefäße verursacht die Koronare Herzkrankheit
jedoch typische Beschwerden:

Koronare Herzkrankheit:
Bin ich betroffen?

Frage 1

Leiden Sie plötzlich unter


Brustenge (anfallsartiger
Brustschmerz, Druck oder
Luftnot)?

JA

NEIN

Der Schnelltest

Brustschmerzen

Eine Koronare Herzkrankheit macht sich


typischerweise durch Brustschmerzen, ein
Engegefühl in der Brust oder einen Brennen hinter
dem Brustbein bemerkbar. Ärzte bezeichnen diesen
Zustand als Angina pectoris. Die Koronare-
Herzkrankheit-Symptome treten vor allem bei
erhöhtem Sauerstoffbedarf des Herzens, also bei
körperlicher oder seelischer Belastung auf. Die
Schmerzen bei einer Angina pectoris strahlen häufig
in den linken Arm, teilweise aber auch bis in Nacken,
Hals, Rücken, Kiefer, Zähne oder in den Oberbauch
aus. ("Gefühl wie ein Ring um die Brust").
Verantwortlich für die Schmerzen ist ein
Sauerstoffmangel in der Herzmuskulatur, wenn die
Herzkranzgefäße im Rahmen einer KHK verengt
sind. Wenn die Schmerzen durch die Gabe des
gefäßerweiternden Medikaments Nitroglycerin
abnehmen, ist dies ein deutlicher Hinweis auf das
Vorliegen einer Angina pectoris. Ist ein
Herzkranzgefäß um 70 Prozent seiner normalen
Weite verengt (Stenose), treten Angina-pectoris-
Beschwerden meist auch in Ruhe auf. Sogenannte
Herzstiche (kurze Stiche im Brustkorb) sind kein
spezifischer Hinweis für eine Koronare Herzkrankheit.

Herzrhythmusstörungen

Die Koronare Herzerkrankung löst nicht selten auch


Herzrhythmusstörungen aus. Durch den
Sauerstoffmangel im Herzmuskel werden auch die
elektrischen Impulse (Erregungsleitung) im Herzen
beeinträchtigt. Herzrhythmusstörungen durch die
Koronare Herzkrankheit können durch ein EKG
(Elektrokardiogramm) bestätigt und auf ihr
Gefahrenpotenzial hin beurteilt werden. Denn viele
Menschen haben harmlose Herzrhythmusstörungen
und leiden nicht an einer KHK.

Koronare Herzkrankheit – die…

Fast 20 Prozent aller Todesfälle in Deutschland gehen auf die


Koronare Herzkrankheit zurück. Woran erkennt man, dass
man an einer KHK leidet?

Diabetiker und ältere Menschen nicht


selten symptomlos

Manche Menschen mit einer KHK, vor allem


Diabetiker, haben keinerlei oder kaum auffällige
Beschwerden. Man spricht in diesem Fall von einer
stummen Ischämie (Mangeldurchblutung). Meist sind
bei den Betroffenen die Nerven am Herzen und im
gesamten Körper durch eine Zuckerkrankheit
(Diabetes mellitus) so geschädigt, dass sie die
Schmerzsignale durch die Koronare Herzkrankheit
nicht mehr richtig weiterleiten (Diabetische
Neuropathie). Der Herzmuskel wird also geschädigt,
ohne dass der Diabetiker dies bemerkt. Auch bei
Menschen, die älter als 75 Jahre sind, können die
Koronare-Herzkrankheit-Symptome untypisch sein.
Sie können sich etwa in Übelkeit und Schwindel
äußern, ohne typische Schmerzen in der Brust oder
im linken Arm.

ZUM INHALTSVERZEICHNIS

Koronare Herzkrankheit: Ursachen


und Risikofaktoren
Die Koronare Herzkrankheit (KHK) entsteht im Laufe
der Jahre durch das Zusammenspiel verschiedener
Ursachen und Risikofaktoren. Zahlreiche
wissenschaftliche Studien beweisen, dass die
Koronare Herzkrankheit einen Zusammenhang mit
den hier genannten Risikofaktoren hat. Viele davon
lassen sich durch einen entsprechenden Lebensstil
vermeiden. Dadurch lässt sich das Risiko für die
Entstehung einer KHK drastisch senken.

Bewusst gesund - das neue Portal


von

JETZT KENNENLERNEN

Sauerstoffmangel im Herzen
(Ischämische Herzkrankheit)

Bei Menschen mit einer Koronaren Herzerkrankung


ist die Durchblutung des Herzmuskels gestört. Die
Ursache dafür ist eine Verengung der
Herzkranzgefäße durch Fett- oder Kalkablagerungen
(Arteriosklerose beziehungsweise Koronarsklerose).
Diese Ablagerungen befinden sich in der Gefäßwand
der Herzkranzgefäße und bilden sogenannte
Plaques, welche den Gefäßdurchmesser an einer
oder mehreren Stellen einengen. Dadurch fließt zu
wenig Blut durch die Herzkranzgefäße und es
entsteht ein Sauerstoffmangel im Herzmuskel
(ischämische Herzkrankheit). Es entsteht ein
Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und
Sauerstoffangebot (Koronarinsuffizienz). Dies macht
sich besonders bei Belastung bemerkbar. Ist der
Durchmesser der Herzkranzgefäße um die Hälfte
vermindert, treten in der Regel auch
Durchblutungsstörungen auf.

Beeinflussbare Risikofaktoren für die Koronare


Herzkrankheit:

Risikofaktor Erklärung

Übergewichtige Menschen weisen


meistens erhöhte Blutfette auf: Zu viel
Cholesterin und andere Blutfette sind
schädlich, weil sich dadurch
überschüssige Cholesterinpartikel in
den Gefäßwänden der Schlagadern
Ungesunde ablagern und dort zu Entzündungen
Ernährung und Verkalkungen führen. Die Gefäße
und Übergewicht werden dadurch starrer und enger.
Hinzu kommt, dass im Bauchfett
Entzündungsbotenstoffe gebildet
werden, die direkt schädigend an den
Gefäßwänden wirken und eine
Koronare Herzkrankheit
mitverursachen

Ausreichende Bewegung senkt den


Blutdruck, verbessert die
Cholesterinwerte und erhöht die
Insulinempfindlichkeit der
Bewegungsmangel
Muskelzellen. Bei Bewegungsmangel
fehlen diese schützenden Effekte und
eine
GANZE KoronareZEIGEN
TABELLE Herzkrankheit kann
nach Jahren die Folge sein.

Stoffe aus dem Tabakrauch


Nicht beeinflussbare Risikofaktoren für die Koronare
(Zigaretten, Zigarren, Pfeifen) fördern
Herzkrankheit: unter anderem die Bildung instabiler
Ablagerungen (Plaques) in den
Rauchen
Risikofaktor ErklärungGefäßen. Laut der Deutschen
Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
verkürzt jede Zigarette das Leben um
Frauen haben vor der Menopause
etwa 30 Minuten.
(Wechseljahre) ein niedrigeres Risiko für eine
Koronare Herzkrankheit
Bluthochdruck (KHK). Denn
(Hypertonie) sie
schädigt
Erhöhter Blutdruck
Männliches scheinen nach
direkt dieaktueller Meinung durch die
Gefäßwände.
Geschlecht weiblichen Geschlechtshormone (vor allem
Östrogen)
Hohebesser geschützt. Männer und
LDL-Cholesterin-Werte haben
Erhöhter ein höheres Risiko für eine Koronare
niedrige HDL-Cholesterin-Werte
Cholesterinspiegel
Herzkrankheit.
fördern die Plaquebildung.

In einigen
Ein Familien
schlecht kommen Herz-Kreislauf-
eingestellter Diabetes
Genetische Erkrankungen gehäuft vor,
(Zuckerkrankheit) weshalb
führt Gene mit
zu dauerhaft
Veranlagung großer erhöhten
Wahrscheinlichkeit auch für die
Blutzuckerwerten, die
Diabetes mellitus
Koronare Herzkrankheit eine schädigen
Rolle spielen.
wiederum die Gefäße und
eine Koronare Herzkrankheit
Die Erkrankungshäufigkeit
begünstigen. von Männern steig
ab dem 45., die von Frauen ab dem 50.
Alter Lebensjahr. Je älter ein Mensch ist, desto
wahrscheinlicher liegt eine Koronare
Herzkrankheit vor.

GANZE TABELLE ZEIGEN

ZUM INHALTSVERZEICHNIS

Koronare Herzkrankheit:
Untersuchungen und Diagnose
Eine Koronare Herzerkrankung (KHK) wird von einem
Facharzt für Kardiologie diagnostiziert und
behandelt. Auch der Hausarzt ist ein
Ansprechpartner bei Anzeichen für eine ischämische
Herzkrankheit. Das Anamnesegespräch
(Krankengeschichte) ist von sehr großer Bedeutung
für die Diagnosestellung und die
Verlaufsbeobachtung. Die körperliche Untersuchung
kann Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit
(KHK) identifizieren und eine grobe Einschätzung der
allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit geben.
Die Koronare Herzkrankheit wird durch verschiedene
apparative Untersuchungen erhärtet.

Krankengeschichte (Anamnese):

Vor der eigentlichen Untersuchung stellt der Arzt


einige Fragen, um mehr über die Art und Dauer der
aktuellen Beschwerden zu erfahren. Auch eventuelle
Vorerkrankungen oder Begleitsymptome sind für den
Arzt relevant. Beschreiben Sie die Art, Dauer und
Stärke der Beschwerden und vor allem, in welchen
Situationen sie auftreten. Der Arzt wird
verschiedenen Fragen stellen, zum Beispiel:

Welche Beschwerden haben Sie?


Wann (in welcher Situation) treten die
Beschwerden auf?
Werden die Schmerzen bei körperlicher Belastung
stärker?
Welche Medikamente nehmen Sie ein?
Gibt es ähnliche Beschwerden oder eine bekannte
Koronare Herzkrankheit in Ihrer Familie, zum
Beispiel bei den Eltern oder Geschwistern?
Gab es in der Vergangenheit bereits
Auffälligkeiten an Ihrem Herzen?
Rauchen Sie? Wenn ja, wie viel und wie lange
schon?
Sind Sie sportlich aktiv?
Wie ernähren Sie sich? Sind bei Ihnen bereits
erhöhte Cholesterin- oder Blutfettwerte bekannt?

Was bedeuten meine Laborwerte?

LABORWERT CHECKEN

Körperliche Untersuchung

Nach dem Anamnesegespräch untersucht Sie der


Arzt. Besonders wichtig ist das Abhören des Herzens
und der Lunge mit dem Stethoskop (Auskultation).
Durch die körperliche Untersuchung gewinnt der Arzt
einen generellen Eindruck Ihrer körperlichen
Leistungsfähigkeit. Manche Ärzte werden auch
vorsichtig auf ihren Brustkorb drücken um zu prüfen,
ob nicht ein Problem des Bewegungsapparates (zum
Beispiel eine Wirbelsäulenerkrankung oder
muskuläre Verspannungen) die Ursache für
Brustschmerzen bei Ihnen ist.

Weitere Untersuchungen:

Ob eine Koronare Herzerkrankung vorliegt, kann vor


allem durch gezielte Messungen und eine bildliche
Darstellung des Herzens und seiner Gefäße eindeutig
beantwortet werden. Zu den weiteren
Untersuchungen gehören:

Blutdruckmessung

Ein erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie) ist ein


entscheidender Risikofaktor für die Entstehung einer
Koronaren Herzkrankheit. Nach aktuellen
europäischen Leitlinien ist der Blutdruck zu hoch,
wenn er in Ruhe systolisch über 140 mmHg und
diastolisch über 90 mmHg liegt (über: "140 zu 90") –
dann sollte eine medikamentöse Behandlung zur
Senkung des Blutdrucks erfolgen.

Oft führen Ärzte auch eine Langzeit-


Blutdruckmessung durch. Patienten bekommen
hierfür ein Blutdruckmessgerät durch das Praxisteam
angelegt und gehen damit nach Hause. Dort misst
das Gerät in regelmäßigen Abschnitten den
Blutdruck. Eine Hypertonie liegt vor, wenn der
durchschnittliche Wert aus allen Messungen über 130
mmHg systolisch und 80 mmHg diastolisch liegt.

Blutuntersuchung:

Zum einen werden bei einer Blutuntersuchung die


Blutfettwerte (Cholesterine, Triglyceride) bestimmt.
Zum anderen kann der Arzt bei akuten
Brustschmerzen durch bestimmte Blutwerte (Marker:
CK, CK-MB, Troponine) überprüfen, ob der
Herzmuskel geschädigt wurde. Weitere Parameter
wie Nieren- und Zuckerwerte spielen hinsichtlich
möglicher Begleiterkrankungen eine entscheidende
Rolle.

Ruhe-Elektrokardiogramm (Ruhe-EKG)

Eine Basisuntersuchung ist das Ruhe-EKG. Dabei


werden die elektrischen Erregungen des Herzens
über Elektroden auf der Haut abgeleitet. Die
Koronare Herzkrankheit (KHK) kann manchmal
typische Veränderungen im EKG aufweisen.

Hinweis:

Das EKG kann aber auch normal sein, obwohl


eine Koronare Herzkrankheit vorliegt!

Inhaltsverzeichnis

Das könnte Ihnen auch gefallen