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Berechnung von Energieübertragungsnetzen

Voraussetzungen:
 Symmetrische Betriebsweise des Netzes
 vollkommen symmetrischer, dreiphasiger Aufbau der Betriebsmittel
 Keine transienten Ausgleichsvorgänge

Notwendige Schritte zur Netzberechnung:


1. Auftrennen des Netzes in einen Teilabschnitt, für den die Berechnung erfolgen soll,
Vereinbarung von Übergabeleistungen an den Trennstellen
2. Erstellen des Ersatzschaltbildes
- Nummerierung aller Knoten des Netzwerks, Festlegung eines Bezugsknotens
- Ersetzen der Betriebsmittel durch ihre einphasigen Ersatzschaltungen
3. Normierung aller Werte auf eine Bezugsspannung UB und eine Bezugsleistung SB
4. Durchführen der Berechnung durch ein einfaches oder formales Verfahren

1 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Aufbereitung des Netzes:
Auftrennen des Netzes, Betrachtung eines Teilnetzes
S9 S 10
9
~
10

11 Leitungen
Netzeinspeisung S5 8
S 11

5
S1 S2
4 12
Netz 1 1
7 Netz 2
2
6

S4 S7 S 12
Übergabeleistung betrachteter
3 Netzteil

S3

Netz 3

2 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Aufbereitung des Netzes: Normierung der Netzelemente (I)

Sinn:
 Fehlererkennung, da artgleiche Systemparameter innerhalb eines engen
Toleranzbereichs liegen (Beispiel Spannung)
 Nennübersetzungen der Transformatoren sind automatisch
berücksichtigt
physikalische Größe
bezogene Größe 
Bezugsgröße

Vereinbarung:
u, i, z, s: Kleinbuchstaben für bezogene Größen
U, I, Z, S: Großbuchstaben für physikalische Größen

Grundgleichungen elektrischer Netze: 2 Bezugsgrößen:


Ohmsches Gesetz: U = ZI Bezugsspannung: UB
Leistungsgleichung: S = 3UYI*. Bezugsleistung: SB

3 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Aufbereitung des Netzes: Normierung der Netzelemente (II)

2 Bezugsgrößen:
Bezugsspannung: UBm des Teilnetzes m Leiterspannung, d. h. verkettete
Spg.
UB ist der Nennwert der Leiterspannung des betrachteten Netzes

Bezugsleistung: SB Drehstromleistung
Man wählt einen für die Rechnung günstigen Wert, z. B. SB =100MVA, oder
man nimmt als Bezugsleistung die Scheinleistung eines wichtigen
Betriebsmittels (Transformator, Generator)
Berechnung der bezogenen Werte:
U
3  UBm S 3 U  I*
u  Ym
 UBm 
I
i  m  Im  s   u  i*  p  j q
  IBm SB SB 3  UBm  IBm
 3 
Z S
U
u  m z Z B
ZBm 2
UBm UBm
4 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Aufbereitung des Netzes: Normierung der Netzelemente (III)

Berechnung der tatsächlichen Impedanz eines Betriebsmittels:


2 UNA: Nennwert der Leiterspannung des Betriebsmittels
UNA
Z A  zA  SNA: Nennleistung
SNA
zA: bezogene Impedanz

Berechnung der auf UB und SB bezogenen Impedanz:


2 2
ZA UNA S U  S 
z  zA   B  zA   NA   B 
2
ZBm SNA UBm  UBm   SNA 

Transformatoren: zA = juk

Generatoren: zA = jxd synchrone Reaktanz, im Dauerbetrieb wirksam


zA = jx‘d transiente Reaktanz, für dynamische Stabilität wirksam
zA = jx‘‘d subtransiente Reaktanz, bei Eintritt eines Kurzschlusses
wirksam
5 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Aufbereitung des Netzes: Normierung der Netzelemente (IV)

U1 1
Berücksichtigung einer komplexen Transformatorübersetzung: ü 
U2 k1  k2  e j 
Einführung der Bezugsspannungen Per-Unit-Übersetzung:
der beiden Netzseiten:
U1 UB2 U 1 UB2
t   ü  B2  
U1  U1 UB2  UB1 UB1 U2 UB1 UB1 k1  k2  e j  UB1
ü      t 
U 2  UB1 U 2  UB2 UB2

Längsregeltransformatoren:
Phasendrehung K30 ist fest
1 UB2 o U U U o
t j
  ü  e jK 30  B2  1  B2  e jK 30 und verändert sich nicht
k1  k2  e UB1 UB1 U2 UB1  kann auch weggelassen
werden
UB2 U2N
U U o U1  jK 30o
 1  B2  e jK 30  e t t 
U1
U2N UB1 UB1 UB1

Stufenschalter auf Nennstellung:


Bezugsspannung UB1 ist identisch t  t  U1N  1
mit der Nennspannung UN1: UB1

6 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Analyseverfahren

 Überlagerungssatz
 Vereinfachung durch Stern-Dreieck-Umwandlung
 Knotenpotential-Verfahren

Überlagerungssatz
Wirkung einer Summe von Quellen = Addition der einzelnen Wirkungen
auf die
Ursachen (Quellen)
 Spannungsquellen bis auf eine kurzschließen
 Stromquellen bis auf eine auftrennen
U1
U1 U1
Z1

Z1 Z2 Z1 Z2 Z1 Z2
I0 U20 U10 Z2 U20 I0
U10 U1

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HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Knotenpotential-Verfahren:
Vollständige Knotenadmittanzmatrix (KAM)

Schritte
1
 Alle Impedanzen in Admittanzen umwandeln Y ik 
Zik
 Queradmittanzen von Leitungen oder Transformatoren zu einer Queradmittanz Yj0
am Knoten j zusammenfassen

 zu- und abfließende Ströme eintragen


Konvention (willkürlich) I2
zufließende Ströme: - 2
Y12
abfließende Ströme: + Y23 I3
1
Y24
I1 3
Die inneren Ströme im Netzwerk Y14 4 Y34
lassen sich durch die Spannungen
Y10 Y20 Y30
uj und uk und die Admittanzen Yjk U1 I4 U2 U3
Y40
ausdrücken. U4
Sie treten im Gleichungssystem
nicht auf. 0 Neutrale U = 0

8 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Knotenpotential-Verfahren:
Vollständige Knotenadmittanzmatrix (KAM)
I2 2
Y12 I 4  U 4 Y 40  (U3  U 4 ) Y 34  (U 2  U 4 ) Y 24  (U1  U 4 ) Y 14
Y23 I3
oder
1
Y24 I 4  U 4  (Y 40  Y 34  Y 24  Y 14 )  U3 Y 34  U2 Y 24  U1 Y 14
I1 3
Y14 4 Y34 Bildungsgesetz der KAM:
n
Y10 Y20 Y30 Diagonalelemente:Gii    (Y ik  Y i 0 )
U1 I4 U2 U3
Y40 k 1
k i
U4
Außenelemente: Gik ist die Summe aller
0 Neutrale U = 0 Admittanzen vom Knoten
i zum Knoten k
U1 U2 U3 U4 

(Y10  Y12  Y14 ) Y 12 0 Y14 I1

Y 12 (Y 20  Y 12  Y 23  Y 24 ) Y 23 Y 24 I2

0 Y 23 (Y 30  Y 23  Y 34 ) Y 34 I3

Y14 Y 24 Y 34 (Y 40  Y 14  Y 24  Y 34 ) I 4

9 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Knotenpotential-Verfahren:
Verkürzte Knotenadmittanzmatrix (VKAM)

 G11 G12 ... G1n   U1   I1 


     
G21 G22 ... G2n   U 2   I 2 
        oder G  U  I G = KAM
 ... ... ... ...   ...   ... 
     
G
 n1 Gn2 ... Gnn  U n   I n 

Probleme:
- Falls die Queradmittanzen Yj0 = 0 sind, so ist das Gleichungssystem überbestimmt,
d. h. detKAM = 0
- Selbst wenn Yj0  0 ist, so kann detKAM  0 sein, die Lösung des
Gleichungssystems ist prinzipiell möglich, die Lösung kann in der Praxis aber
stark fehlerbehaftet sein

Lösung:
Vorgabe einer Referenzspannung un=1 (n=0) am Referenzknoten n
Am Referenzknoten kann keine Leistung vorgegeben werden, diese ergibt sich aus einer
Lastflußberechnung, als Referenzknoten wird ein leistungsstarkes Kraftwerk ausgewählt

10 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Knotenpotential-Verfahren:
Verkürzte Knotenadmittanzmatrix (VKAM)
Der Referenzknoten sei der Knoten n:
m  n 1
Wenn un und in bekannt sind,
 g11 g12 ... g1m g1n   u1   i1 
so kann die letzte Gleichung
     
g g 22 ... g 2m g 2n   u2   i 2  weggelassen werden, da dann
 21      m = n - 1 Unbekannte (u1,…,um)
 ... ... ... ... ...    ...    ... 
      existieren, dafür werden
g g m2 ... g mm g mn   um   i m  m Gleichungen benötigt.
 m1     
g g n2 ... g nm g nn   un   i n 
 n1 

Daraus resultiert:
 u1  Problem:
 g11 g12 ... g1m g1n     i1 
   u2    Die reduzierte KAM ist nicht mehr
g g 22 ... g 2m g 2n     i 2 
 21    ...     symmetrisch, d. h. die Matrix-Inversion
 ... ... ... ... ...     ...  ist nicht möglich
  u   
g g ... g g     i m 
m
 m1 m2 mm mn   
 un 
11 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Knotenpotential-Verfahren:
Verkürzte Knotenadmittanzmatrix (VKAM)
Die Symmetrie kann auf mehrere Arten erzeugt werden:
1. Die Anteile gin  un werden auf die rechte Seite gebracht

 g11 g12 ... g1m   u   i   g1n 


 1
     1  
 g 21 g 22 ... g 2m  u2
    i 2   u   2n 
g
   n  
 ... ... ... ...   ...   ...   ... 
   
g ... g mm   um   i m  g 
 m1 g m2  mn 

2. Eine bessere Variante erhält man durch Betrachtung der Zeile i in obiger Gleichung:

u1  g i1  u2  g i 2  u3  g i 3  ...  um  g im

 i i  un  g
in


 i i  un  g  g  g  ...  g  un  y
i1 i2 i3 im i0  mit i  1, 2,..., m

Dies läßt sich durch Betrachtung eines konkreten Beispiels verifizieren

12 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Knotenpotential-Verfahren:
Verkürzte Knotenadmittanzmatrix (VKAM)

Damit erhält man:

 g11 g12 ... g1m   u1  un   i1   y10 


       
g g 22 ... g 2m   u2  un   i 2  y 
 21       un   20 
 ... ... ... ...   ...   ...   ... 
       
g g m2 ... g mm   um  un   i m  y 
 m1   m0 

oder

g  uV  un   iV  un  y
V 0

13 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Verkürzte Knotenadmittanzmatrix (VKAM): Beispiel (I)

i1 110-kV-Netz: i2


u1 u2  Einfachleitung
12  55km
Doppelleitung

13  55km

14  55km  23  69km  Leiterimpedanz: Z‘ = (0,157 + j0,410) /km


 34  46km
 Bezugsspannung: UB = 110 kV
 Bezugsleistung: SB = 100 MVA
 u4 u3 
i3  Knoten 4 ist der Potentialknoten mit u4 = 1
i4

Z S 1  100MVA
Z S  100MVA z13  13  Z13  B  (0,157 j 0,410) 55km
z12  12  Z12  B (0,157 j 0,410) 55km ZBm 2 2 km 110kV2
ZBm U
2
Bm
km 110kV2 U Bm
o
j 69,047
o
j 69,047  0,0357 j 0,0932 0,0998e  z13  z14
 0,0714 j 0,1864 0,19961e

Z 23 S  100MVA Z34 S  100MVA


z23   Z 23  2B  (0,157  j 0,410) 69km z34   Z34  2B  (0,157  j 0,410)  46km
110kV  110kV 
2 2
ZBm UBm km ZBm UBm km
o o
 0,0895  j 0,2338  0,25035e j 69,047  0,0597  j 0,1559  0,16694e j 69,047

14 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Verkürzte Knotenadmittanzmatrix (VKAM): Beispiel (II)

i1 110-kV-Netz: i2
o
 j 69,047

u1 u2  Einfachleitung
y 12  5e
12  55km
Doppelleitung o
 j 69,047
y 13  y 14 10e
13  55km

14  55km  23  69km  j 69,047


o
y 23  4e
 34  46km
o
 j 69,047
 u4 u3  y 34  6e
i3
i4

 (y12  y13  y14 ) y12 y13 y14 


 
 y12 (y12  y 23 ) y 23 0   ( y  y  y ) y12 y13 
Y    12 13 14 
 y13 y 23 (y13  y 23  y 34 ) y 34  gV   y12 ( y12  y 23 ) y 23 
   
 y14 0 y 34 (y14  y 34 )   y y ( y  y  y ) 
 13 23 13 23 34 

 25 5 10 10   25 5 10 
   
5 9 4 0   j 69,047o   5 9 4   e j 69,047
o

  e
 10 4 20 6   10 4 20 
 
 
 10 0 6 16 

15 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Verkürzte Knotenadmittanzmatrix (VKAM): Beispiel (III)
i1 i2


u1 u2 
12  55km
Einfachleitung
gV  uV  un   iV  un  y 0
Doppelleitung

13  55km Y 0 0 gV  uV  un   iV


14  55km  23  69km
 7,1304 6,0870 4,7826 
 34  46km 1   j 69,047
gV1  6 0870 17 3913 6 5217 e
o

, , ,
100  
 u4 u3   4,7826 6,5217 8,6957 
i3
i4
Ergebnis:
Vorgabe:
 U1   u1   0,9667 j 0,0628
     
 I1   300 j 50    
    UV  U 2  u 2 UB  0,9591 j 0,0837 110kV

 I 2    100 A      
    U   u   0,9666 j 0,0653
 I   200 j 20  3  3  
 3  
oder  - j3,7186 
o
 106,5631 e 
 i 1   I1   300 j 50  0,5716 j 0,0953  o
- j4,9864
    3 U   3 110000    105,9003 e kV
i V  i 2  I 2  B   100    0,1905   o
    SB   100106 
 200 j 20

 0,3811 j 0,03811
106,5662 e- j3,8627 
 i  I   
 3  3      
16 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Verkürzte Knotenadmittanzmatrix (VKAM): Beispiel (IV)
i1 i2


u1 u2  Interessant:
Einfachleitung
12  55km
Betrachtung der Queradmittanzen bei
Doppelleitung
Freileitungen
13  55km
110-kV-Freileitung: CB‘ = 9 nF/km
14  55km  23  69km
YB‘ = j2,8310-6 1/(km) oder yB‘ = j3,4210-4 1/km
 34  46km 69 km lange Freileitung: yB = j0,0236
 u4 u3 
i3
i4
y 12  5 e  j 69,047
o

Strom am Referenzknoten aus der letzten Gleichung der KAM:


y 13  y 14  10 e  j 69,047
o
i 4  u1  y14  u3  y 34  u 4  (y14  y 34 )  1,1432 j 0,1334

y 23  4  e  j 69,047
o
oder

y 34  6  e  j 69,047
o
SB 100MVA
I 4  i 4  IB  i 4   (1,1432 j 0,1334)   (600  j 70)A
3  UB 3  110kV

Aufgrund der fehlenden Queradnittanzen ist die Berechnung über Stromsumme einfacher:
I 4  I1  I 2  I 3  (300 j 50)A  (100)A  (200 j 20)A (600 j 70)A

17 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Behandlung von Transformatoren mit der komplexen
Übersetzung ü (I)
Transformatoren werden berücksichtigt durch
I1 I2‘ I2
- Relative Kurzschlußimpedanz ZT
2
U1N
ZT  uk 
SN U1 U2‘ U2
- Komplexe Übersetzung
U1 U1N ü : 1
ü und speziell üN 
U2 U2N
 yT t  yT   u1   i1 
2
        mit t2  t
Direkt aus der Schaltung ablesbar: t*  y t  y   u2   i 2 
2
 T T

I1  (U'2  U1) YT


U
I '2  (U'2  U1) YT U'2 I '2 1 t  ü  B2
ü  UB1
oder U2 I 2 ü*

 YT YT   U1   I1   YT ü YT   U1   I1 


           
Y YT  U'2   I '2   ü*  Y ü YT  U 2   I 2 
2
 T  T

18 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Behandlung von Transformatoren mit der komplexen
Übersetzung ü (II)
t = t = 1 tritt auf, wenn
- keine (variable) Phasendrehung der Spannungen U1 und U2 vorliegt
- die Leerlaufspannungen U1 und U2 mit den jeweiligen
Bezugsspannungen UB1 und UB2 identisch sind
i m
ij t
j yT k ik

h ijk ikj
n
y0j uj uk y0k
Modifikation der KAM:

 uj uk  
    


  y ji  y jh  y 0 j  y T  t  yT  ij

 t*  yT 
 y km  y kn  y 0k  t 2  y T   ik
    
19 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Behandlung von Transformatoren mit der komplexen
Übersetzung ü (III)
 uj uk  
     Sonderfall: t t

  y ji  y jh  y 0 j  y T  t  yT  ij

 t  yT 
 y km  y kn  y 0k  t 2  y T   ik
    
y1  y 2  yT i m
ij y2 = tyT
j k ik

h
y 1  y T  y 2  y T  t  y T  y T  1  t  n
uj uk
y0j y1 y0k
y3

y 2  y 3  t 2  yT

y 3  t 2  yT  y 2  t 2  yT  t  yT
yT t tyT
tyT (t-1)
 t  y T   t  1 yT (1-t)

20 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Behandlung von Transformatoren mit der komplexen
Übersetzung ü (III)
Modifikation des Vektors y0:
Aus: g  uV  iV  un  g
V n
folgt für die Zeile j:
u1  g  u2  g  ...  u j  g  uk  g  ...  um  g
j1 j2 jj jk jm

 i j  un  g jn


 i j  un  g  g  ...  g  g  ...  g
j1 j2 jj jk jm j0 T 
 un  y  y  t  y
T  
u1  g  u2  g  ...  u j  g  uk  g  ...  um  g g  uV  un   iV  un  y
k1 k2 kj kk km V 0

 i k  un  g
kn
 
   
y
* 10
 i k  un  g  g  ...  g  g  ...  g  un  y  t  y  t  y 2  
k1 k2 kj kk km k0 T T  y 
 20 
 ... 
 
Aus der modifizierten KAM:  y  y  (1 t ) 
y   j0 T 
g j1  g j 2  g j 3  ...  g jm  g jn  y j 0  yT  t  yT 0
 
*
 y k 0  yT  t  (t  1) 
 
und  ... 
 
 
g k1  g k 2  g k 3  ...  g km  g kn  y k 0  t 2  yT  t *  yT
y
m0

21 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Hybridprobleme und ihre Lösung mit Hilfe
der Hybridmatrix (I)
Bisher: Entweder waren - alle Ströme oder
- alle Spannungen bekannt

Oft in der Praxis: gemischtes Problem, ein Teil der Ströme und ein Teil der Spannungen
sind bekannt
Y  -1
Y 12 3e -j(/2)

U1 Y 13 5e -j(/2)
1 I3 Y 14 2e -j(/2)
13=666m
3 Y 24 2e -j(/2)
14=1666m 34=3333m Y 34 1e -j(/2)

12=1111m 4
24=1666m I4
2  I1   (Y12  Y 13  Y 14 ) Y 12 Y 13 Y 14   U1 
U2      
     
I2   Y 12 (Y 12  Y 24 ) 0 Y 24  U2 
   
I   Y 13 0 (Y 13  Y 34 ) Y 34  U 
 3    3
     
I   Y 14 Y 24 Y 34 (Y 14  Y 24  Y 34 )  U 4 
 4 

22 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Hybridprobleme und ihre Lösung mit Hilfe
der Hybridmatrix (II)

Mit den Zahlenwerten des Beispiels:  10 3 5 2  U1   I1 


     
 3 5 0 2   j  U2   I 2 
 e 2     
 5 0 6 1 U   I 3 
   3  
 2 2 1 5  U   I 
  4  4

Nun:  35  j 
3  e j 
5 17  j  
 6 e 
6 6
e 
3. Gleichung nach U3 auflösen und in    U1   I1 
 3  e j   j     
5  e j  0 2e
die anderen Gleichungen einsetzen liefert   U2   I 2 
 5 1 1     
 0   e j    I 3  U3 
 6 6 6     
  U   I 
 17  e j  1 29  j    4   4 
 2  e j    e 
 6 6 6 

 121 e j  121 e j  27 17   U1   I1 


4. Gleichung nach U4 auflösen und in      
 121 e j  121 e j   U   I 
die anderen Gleichungen einsetzen liefert 1 2 12
 2    2 
29  27 2 5  e j  e j    I 3   U3 
    
 j    I  U 
 17 12 e j  6  e   4   4 

23 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Hybridmatrix: Partielle Inversion

1. Ersetze das zu invertierende


Pivotspalte Diagonalelement (Pivotelement) durch
seinen Reziprokwert,
 G11 G12 G13 G14  2. Multipliziere alle nichtdiagonalen Elemente
  Pivotelement
  der Pivotspalte mit dem Reziprokwert
 G 21 G 22 G 23 G 24  Pivotzeile
G 
Pivotelemets,
 G31 G 32 G 33 G 34  3. Multipliziere alle nichtdiagonalen Elemente
 
  der Pivotzeile mit dem negativen
 G 41 G 42 G 43 G 44 
Reziprokwert Pivotelemets,

 G13  G 31 G13  G 32 1 G13  G 34 


 G11  G G12  G13  G14  4. Subtrahiere von jedem
 G33 G 33 G 33 
33
außerhalb der Pivotzeile und
 
 G G G 23  G32 1 G 23  G34  -spalte liegenden Element
 G 21  23 31 G 22  G 23  G 24   das Produkt der zugehörigen
 G 33 G 33 G 33 G 33 
H   Elemente in der Pivotzeile
 G  1 G 32 
1 1
G 34 
1  und der Pivotspalte dividiert
 31
G 33 G 33 G 33 G 33  . (0.1)
  durch das zu invertierende
  Pivotelement.
 G 43  G 31 G 43  G32 1 G 43  G34 
 G 41  G 42  G 43  G 44  
 G 33 G 33 G 33 G 33 

24 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung: Leistungsgleichungen (I)

Leistung an den Knotenpunkten Mit


i  g u
si  ui  i *i mit i  1,2,3,...,n
folgt
oder
s  udiag  g*  u*
u1 0  0   i 1 
*

0 u  0   *   g* g*
  i 2   u ... g1*n   u* 
s 2
  diag  i
*  u1 0 ... 0   11 12   1
       
    0 u2 ... 0   g* g* ... g 2* n   u*2 
 0 0  un  i *n     21 22  
 ... ... ... ...   ... ... ... ...   ... 
 
0 0 ... un   * *
 *
*    
g g
 n1 n2 ... g nn   un 

Die Leistung an den Knotenpunkten kann auch so geschrieben werden:


n
si  ui  g *ik  uk* für i  1, 2,..., n
k 1

mit ui  ui  e j i uk*  uk  e j k g *ik  gik  e j ik  Gik  jBik

25 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung: Leistungsgleichungen (II)
n
si  ui  gik  uk j i
uk  uk  e j k gik  gik  e j ik  Gik  jBik für
* * * *
mit ui  ui  e i  1, 2,..., n
k 1

Die Leistung an den Knotenpunkten kann auch so geschrieben werden:


kartesische Koordinaten:
n j i  j k  n j i k  
si ui   uk Gik  jBik  e e   ui   uk Gik  jBik  e  mit i 1, 2,..., n
k 1  k 1 

n 
ui   uk  Gik cos(i k )  Bik sin(i k )  j Gik sin(i k )  Bik cos(i k )
k 1 

Polarkoordinaten:
n  n j    
si  ui    gik  uk  e j i  e j k  e j ik   ui    gik  uk  e  i k ik   mit i  1, 2, ..., n
k 1  k 1 
n 
pi  Resi   ui    gik  uk  cos  i  k  ik 
k 1 
n 
qi  Imsi   ui    gik  uk  sin i  k  ik  i  1, 2,..., n
k 1 
26 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflussflußberechnung:
Art der verschiedenen Netzknoten

Jeder Netzknoten i wird durch die 4 Größen Lastflußberechnung:


 Wirkleistung pi Ein Bilanzknoten ist notwendig,
 Blindleistung qi da die Summe aus eingespeister
 Spannungsbetrag ui und abgenommener Wirk- und
 Phasenwinkel der Spannung i Blindleistung zuzüglich der Verluste
gekennzeichnet. = 0 sein muß.
Problem:
Knotenart Gegeben Gesucht Verluste sind zunächst
Leistungsknoten +P, +Qind oder - U,  unbekannt
Qkap

Speiseknoten
zufließende Ströme: -
(auch Generatorknoten oder -P, U Q, 
abfließende Ströme: +
spannungsgeregelter Knoten)
Bilanzknoten (n) Steuerung der Lastfluß-
(auch Slack-Knoten oder Un, n = 0 P, Q
berechnung, abhängig von
Bezugsknoten)
der Art der Netzknoten
27 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung:
Erstellen und berechnen der Netzdaten,
Stromiteration Aufbau der KAM und der VKAM

Schätzung der Spannungen im


ersten Schritt, z. B. u = [1, 1, … , 1]

s i ,soll pi ,soll  j  qi ,soll


i i   
u i    1 u i    1
s*i ,soll
Berechnung der Stöme
pi,soll  jqi,soll
i i ()   mit i  1,2,..., n  1
ui* (  1) ui* (  1)

Berechnung der Spannungen

    iV     u n  y0   u n
1
uV      gV    
 1 
uV ()   g  iV ()  un  y   un
V 0
  

Berechnung der Leistungen


si ()  ui ()  i *i () mit i  1,2,..., n  1

si ()  ui ()  i *i () mit i  1,2,..., n  1


Prüfen ob
si ()  si ,soll   mit i  1,2,..., n  1

Berechnung aller Leitungsströme und


28 Leistungsflüsse über die Leitungen
INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung: Stromiteration, Beispiel (I)

i1 i2


u1 u2   Leiterimpedanz:
Einfachleitung
Z‘ = (0,157 + j0,410) /km
12  55km
 Bezugsspannung:
Doppelleitung
UB = 110 kV
 Bezugsleistung: SB = 100 MVA
13  55km
 23  69km
 Knoten 4 ist der Potentialknoten mit u4 = 1
14  55km
oder U4 = 110/3 kV
 34  46km
 Vorgegebene Leistungen
 u4 u3  P1 = 150 MW, cos  = 0,93
i3
i4 P2 = 75 MW, cos  = 0,93
P3 = -180 MW, cos  = 0,93
(zufließende induktive Leistung)
Y 0 0 gV  uV  un   iV
P P  tan()
s1  1  j  1  1,5  j  0,593
SB SB

P  tan()
 25 5 10   u1  u4   i 1 
P
s2  2  j  2  0,75  j  0,296
   j 69,047 
o    SB SB

 5 9 4   e   2 4   i2 
u  u
P P  tan() 
 10 4 20  u  u   i  s3   3  j  3   1,8  j  0,711
   3 4  3  SB SB 

29 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung: Stromiteration, Beispiel (II)
 u1  u 4   7.1304 6,087 4,7826  i1 
     
u  u    1  6,087 6,5217  e j 69,047  i 2 
o
17,3913
 2 4
100    
u  u   4,7826 6,5217 8,6957 i 
 3 4   3

Spannungen: u1 u2 u3
Startwerte 0. Schritt: 1.0000 1.0000 1.0000
1. Schritt: 0.9517 - 0.0527i 0.9242 - 0.0827i 1.0261 + 0.0284i
2. Schritt: 0.9336 - 0.0518i 0.8952 - 0.0809i 1.0076 + 0.0291i
3. Schritt: 0.9317 - 0.0532i 0.8915 - 0.0837i 1.0069 + 0.0293i
4. Schritt: 0.9311 - 0.0532i 0.8904 - 0.0837i 1.0065 + 0.0293i

Ströme: i1 i2 i3
0. Schritt: 0 0 0
1. Schritt: 1.5000 - 0.5930i 0.7500 - 0.2960i -1.8000 + 0.7110i
2. Schritt: 1.5370 - 0.7083i 0.7766 - 0.3898i -1.7721 + 0.6438i
3. Schritt: 1.5665 - 0.7221i 0.8013 - 0.4031i -1.8053 + 0.6534i
4. Schritt: 1.5685 - 0.7261i 0.8031 - 0.4074i -1.8066 + 0.6536i

Leistungen: s1 s2 s3
Sollwerte 0. Schritt: 1.5000 + 0.5930i 0.7500 + 0.2960i -1.8000 - 0.7110i
1. Schritt: 1.4587 + 0.4853i 0.7176 + 0.2115i -1.8267 - 0.7807i
2. Schritt: 1.4717 + 0.5816i 0.7268 + 0.2861i -1.7669 - 0.7004i
3. Schritt: 1.4979 + 0.5894i 0.7481 + 0.2923i -1.7987 - 0.7107i
30 4. Schritt: 1.4991 + 0.5926i 0.7491 + 0.2956i -1.7991
INSTITUT FÜR - 0.7108i UND
ELEKTROENERGIESYSTEME
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung: Stromiteration, Beispiel (III)

Der Strom i4 kann aus der letzten Gleichung der KAM bestimmt werden (wie bei
Beispiel 1):
i 4  u1  y14  u3  y 34  u4  (y14  y 34 )  0,565  j 0,4799
.
Die Leistung s4 ergibt sich dann zu
s4  u4  i4*  0,565  j  0,4799

.
Diese Leistung hat negatives Vorzeichen und muß deshalb am Knoten 4 eingespeist
werden.

Die Berechnung der Leistung aus der Summe gemäß

s4  (s1  s2  s3 )  0,4491 j 0,1774

ist deshalb falsch, weil in dem Netzwerk Wirkleistung verbraucht wird. Dies ist in der
Rechnung dann nicht berücksichtigt.

31 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung: Newton-Raphson-Iteration
Entwicklung einer Funktion f(x) in eine Taylor-Reihe:
1 1
f  x   f  x0   f   x0    x  x0   f   x0    x  x0     
2
1! 2!
Abbruch nach dem linearen Glied:
1 f f
f  x   f  x0   f   x0    x  x0   f  x0     x  x0   f  x0   x
1! x xx x xx
0 0

1
 f 
Daraus wird:    f  x   f  x0   x und x  x0  x
 x x  x  
 0

Rekursionsformel zur Bestimmung 1


des Wertes für x, bei dem die  f 
x     K  f  x  und x1  x  x
Funktion f(x) einen bestimmten Wert  x x  x  
annimmt, z. B. f(x) = K,  

Leistungsflussgleichungen:
Funktion der Veränderlichen Spannungen nach Betrag (u) und Phase ()
Die Spannungen können nach obigen Prinzip bestimmt werden, wenn man f(x) = K als
Sollwerte der Leistungen versteht
32 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Verfahren: Suche eines Funktionswertes

f ( x)  x3  8x 2  x  1
f ( x)  41
0.2000
gilt für 20.3385 9.8000
14.7019 8.1021
11.0677 7.2704
x3 und x7 8.8271 7.0229
7.5945 7.0000
7.0955 1.0000
7.0031 4.0000
7.0000 2.8000
2.9988
3.0000

33 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Raphson-Iteration:
Algorithmus ohne Generatorknoten (I)

Einfachster Fall: Netzwerk besteht nur aus Leistungsknoten und dem Bilanzknoten,
Netzwerk wird so durchnummeriert, dass n der Bilanzknoten ist

1 Bilanzknoten: un = 1, n = 0
n-1 Leistungsknoten: Wirk-und Blindleistung pi,soll und qi,soll (i = 1, 2,…,n-1) sind gegeben

pi pi p pi


pi  pi     1   n 1  i  u1   un 1
1  n 1  u1  un 1 
  
pi (  )

qi qi q qi


qi  qi     1   n 1  i  u1   un 1 mit i  1, 2, , n  1
1  n 1  u1  un 1 
  
qi (  )

Leistungsdifferenzen: pi    pi  pi    pi ,soll  pi  

qi    qi  qi    qi ,soll  qi   mit i  1, 2, , n  1

Keine Vorgabe der Leistungen


* * *
für den Bilanzknoten: i  g u sn  un  i n  1 i n  i n
34 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Raphson-Iteration:
Algorithmus ohne Generatorknoten (II)

s - s()  ∆s()  J()  ∆u()


soll

 p p 
p   
soll  p()  ∆p() 
  u   ∆()
oder    q()        ∆u()
q
 soll  ∆q() q q 
 2(n1)1  2(n1)1  2(n1)1    2(n1)1

  u  2(n-1)2(n-1)

ausführlich geschrieben:  p1 p1 p1 p1 


   
 1  n 1  u1  un 1  
 
 p1            1  
     
   pn 1 pn 1 pn 1 pn 1    
       
pn 1    1  n 1  u1  un 1   n 1 
       
 q1    q1 q1 q1 q1   u1   
       
    1  n 1  u1  un 1     
     
q          u 
 n 1   n 1 
 
qn 1 pn 1 pn 1 pn 1 
   
35
 1  n 1  u1  un 1  
2n 1  2n 1
INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Raphson-Iteration:
Algorithmus ohne Generatorknoten (III)

Ziel: Berechnung der Spannungen nach Betrag und Phase


 Matrixgleichung durch Linksmultiplikation mit J()-1 nach u() auflösen

1
  p p  
   p
  u   soll   p()   ∆()
J()-1   ssoll - s()  J()-1  ∆s()  ∆u() oder  
  q
    q()   ∆u()
q q   
     soll     
   u   
  

Berechnung der „neuen“ Werte (+1) aus (1) ()  ∆()


den Werten des letzten Iterationsschritts (): u(1)  u()   ∆u()
     

Problem:
Die Elemente der Jacobi-Matrix müssen bei  p p 
jedem Iterationsschritt neu berechnet werden   u  
   A() B()
J()    C() D()
q q   
 
   u  
 2(n-1)2(n-1)
36 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Raphson-Iteration:
Differentiale von Wirk- und Blindleistung (I)

Wirkleistung p2
p2  u2 g21u1cos(2 1 21) Blindleistung q2
p2 q2
 g22 u2 cos(2 2 22 )   u2  g21u1 sin  2 1 21    u2  g21u1 cos  2 1 21 
1 1
 g23 u3 cos(2 3 23 )
... p2 1

  u  g u cos  2 1 21 
u1 u1 2  21 1
 q2 1

  u2  g21 u1sin  2 1 21 
u1 u1

 g2,n1un1cos(2 n1 2,n1)

p2
q2  u2 g21u1sin(2 1 21)   u2 g21u1sin(2 1 21) q2
  u2  g21u1cos(2 1 21)
2 2
 g22 u2 sin(2 2 22 )  g22 u2 sin(2 2  22 )  g22 u2 cos(2  2 22 )
 g23 u3 sin(2 3 23 )  g23 u3 sin(2 3  23 )  g23 u3 cos(2 3 23 )
... ... ...
 g2,n1un1sin(2 n1 2,n1)  g2,n1un1sin(2 n1 2,n1)  g2,n1un1cos(2 n1 2,n1)
 u2 g22 u2 sin(2 2 22 ) u2 g22 u2 cos(2 2 22 )

p2 1 q2 1
 u  g u cos  2 1 21
u2 u2 2  21 1 
  u2  g21 u1sin  2 1 21
u2 u2

n 
pi  Re si   ui    gik uk cos  i k ik    g22 u2 cos  2 2 22   g22 u2 sin  2 2 22 
k 1   g23 u3 cos  2 3 23   g23 u3 sin  2 3 23 
 n  ... ...
qi  Imsi   ui    gik uk sin  i k ik 
k 1   g2,n1 un1cos  2 n1 2,n1  g2,n1 un1sin  2 n1 2,n1 
i 37
1, 2,..., n 1 u2  g22 u2 cos  2 2 22   
 u2  g22 u2 sin 2 2 
INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
22 
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Raphson-Iteration:
Differentiale von Wirk- und Blindleistung (II)

pi
Wirkleistung:
 j   
 ui  gij  u j  sin i   j  ij 

pi n 
  ui    gik  uk  sin  i  k  ik   ui  gii  ui  sin  i  i  ii  
i k 1 
pi
u j
1
 
  ui  gij  u j  cos i   j  ij 
uj   
pi 1  n  
  ui    gik  uk  cos  i  k  ik    ui  gii  ui  cos  i  i  ii  
ui ui  k 1  

qi
Blindleistung:  j  
  ui  gij  u j  cos i   j  ij 
 
qi n 
  ui    gik  uk  cos  i  k  ik    ui  gii  ui  cos  i  i  ii  
i k 1 
qi
u j
1
 
  ui  gij  u j  sin i   j  ij 
uj   
qi 1  n  
  ui    gik  uk  sin  i  k  ik    ui  gii  ui  sin  i  i  ii  
ui ui  k 1  

38 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Raphson-Iteration: Definition der Hilfsmatrix Z1

 u1 g11 u1ej 1111  u1 g12 u2 ej 12 12   u1 g1n un ej 1n 1n   
     
 
 u2 g21 u1ej 2 121  u2 g22 u2 ej 2 2 22   u2 g2n un ej 2 n 2n  
* *
Z1 ()  udiag,n ()  g  udiag,n ()   
     
 
 j n 1n1 
un gn1 u1e  un gn2 u2 ej n 2 n 2   un gnn un ej n n nn  
   

u1() 0  g11 g12 ... g1n  u*1() 0 


* * *
0 ... 0 ...
    
 0 u ()  * *   
0  g21 g22
*
... ... g2n   0 u*2 () ... 0 
 2 
     
 ... ... ... ...   ... ... ... ...   ... ... ... ... 
    
 0  * *   
... un () gn1 gn2 ... gnn   0
*
 0 0 ... un ()
*

39 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Raphson-Iteration: Definition der Hilfsmatrix Z2

Z 2 ()  udiag,n () g*  e*diag,n ()

 u* () 
 1 0 ... 0 
u ()
 g* ... *
g12 g1*n   1 
 u1() 0 ... 0   11   
  *  u*2 () 
0 u2 () ... 0 ...
   g 21
*
g 22 g 2* n   0 ... 0 
  u2 ()
 ... ... ... ...   ... ... ... ...   
    ... ... 
... un ()   *
... ...
 0 0 * *   
 n1 n2 ...
g g g nn 
 u*n () 
 0 0 ...
un () 

 u1  j  1111  u1  j  12 12   u1  j  1n 1n   


 u  g  u  e  g  u  e  g  u  e  
u2   un 
11 1 12 2 1n n
 1 
 u2  j  2 121  u2  j  2 2 22   u2  j  2 n 2n   
 g21  u1 e 
g  u  e  g  u  e
 
u2   un 
22 2 2n n
  u1 
     
 
 un g  u  e j  n 1n1  un 
gn2  u2  e
j  n 2 n2   un  j  n n nn   
 u1  n1 1  u2    u gnn  un  e  
n 

40 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Raphson-Iteration:
Berechnung der Jacobi-Matrix J()

p
 An ()   ImZ1()  diag qi ()  p1 p1 p1 p1 
     
 1  n  u1  un  
 
p 1         
 Bn()   ReZ 2 ()  diag   pi ()  
u   ui 
 pn
 
pn pn

pn 

 1  n  u1  un   An () Bn ()
      J+ ()
q Cn () Dn ()
 Cn()   ReZ1()  diag  pi ()  q1
 
q1 q1

q1 

 
   1  n  u1  un  
 
       
q 1   
 Dn()   ImZ 2 ()  diag  qi () qn 1 pn pn pn 
u   ui     
 1  n  u1  un  
2n2n

1  n 
 u q1() 0  0  pi  ui    gik  uk  cos  i  k  ik 
 1  k 1 
1
1   0 q ()  0 
diag  qi ()   u2 2  n 
 ui        qi  ui    gik  uk  sin  i  k  ik  
  k 1 
 0 1
 0  q () 
 un n  i  1, 2,..., n
41 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Erstellen und Berechnen der Netzdaten, Aufbau der KAM und der VKAM

Flußplan des Algorithmus Schätzung der Spannungen im ersten


Schritt, z. B. u = [1, 1, … , 1]

Berechnung der Spannungsmatrizen udiag,n-1(), udiag,n-1*() und ediag,n-1*()

Berechnung der Leistungen



* *
... g1n   u* 
*
 u1 0 ... 0   g11 g12   1
0 u 
0   g * g* ... g2n   u*2 
*
...
s  udiag  g  u  
* * 2
  21 22  
 ... ... ... ...   ... ... ... ...   ... 
     *
0 0 ... un   * * *
... gnn   un 
 gn1 gn2

Berechnung der Jacobi-Matrix


* *
Z1 ()  udiag,n-1 ()  gV  udiag,n-1 () A()   ImZ1 ()  diag qi ()

1 
* * B()   ReZ 2 ()  diag   pi ()
Z 2 ()  udiag,n-1 ()  gV  ediag,n-1 ()  ui 
C()   ReZ1 ()  diag pi ()
 A() B()
J()    1 
D()   ImZ2 ()  diag  qi ()
C() D()  ui 

Berechnung der Differenz von Soll- und Istwert der Leistungen,


Berechnung der Winkel- und Betragsdifferenzen,
Berechnung der neuen Werte für die Spannungen
  psoll   p()   ∆()
J()-1        ∆u()
 qsoll  q()   
  
(1) ()  ∆()
u(1)  u()  ∆u()
     

Prüfen ob
si ()  si,soll   mit i  1,2,..., n  1

42 INSTITUT
Berechnung aller FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME
Leitungsströme und UND
Leistungsflüsse über die Leitungen 5.3 Lastflußberechnung
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Newton-Raphson-Iteration:
Algorithmus mit Generator-, Leistungs- und Bilanzknoten

1 Bilanzknoten:  p1 p1 p1 p1 p1 p1 p1 p1 


un = 1, n = 0      
 1 k  n1 u1 uk1 uk  uk1 un1
 
             
Leistungsknoten:  
 pk 
pk

pk pk

pk pk pk

pk 
Wirk-und Blindleistung 
 p1   1  k  n1 u1  uk1 uk  uk1 un1    
 1
pi,soll und qi,soll sind gegeben      
               
   
    
 pk   pn1 
pn1

pn1 pn1

pn1 pn1 pn1

pn1   k  

Generatorknoten:     k  n1 u1  uk1 uk  uk1 un1   
    1  
Wirkleistung pk,soll und p   
q1  n1

 n1   q1 
q1

q1 q1

q1 q1 q1
 
Spannung uk sind gegeben  q    1

k  n1 u1 uk1 uk  uk1 un1  u1 
 1    
Vorgabe für qk,soll existiert                   
    u  
nicht, k ist gesucht qk1 qk1 qk1 qk1 qk1 qk1 qk1 qk1 qk1   k1 
        
 qk    1  k  n1 u1  uk1 uk  uk1 un1  uk  

    
qk1  qk qk qk qk qk qk qk qk  uk1
uk = 0, da uk durch das        
k  n1 u1  uk1 uk  uk1 un1   
Kraftwerk konstant geregelt     1  
q    
wird  n1  qk1 qk1 qk1 qk1 qk1 qk1 qk1 qk1  un1
     
 1  k  n1 u1  uk1 uk  uk1 u1 
 
Kein Sollwert für die              
 
Blindleistung qk,soll qn1 qn1 qn1 pn1 qn1 qn1 qn1 pn1 
43
    INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME
 UND
 1 k  n1 u1  un1 (IEH)
uk1 uHOCHSPANNUNGSTECHNIK
k  uk1
Newton-Raphson-Iteration:
Algorithmus mit Generator-, Leistungs- und Bilanzknoten
-1
 p1 p1 p1 p1 p1 p1 
    
 1  n1  u1  uk 1  uk 1  un1  
 
          
 
 1   pn1 pn1 pn1 pn1 pn1 pn1   p1  
       
    1  n1  u1  uk 1  uk 1  un1     

     
n1   q1 q1 q1 q1 q1 q1  pn1 
        
un1  
 u1    1  q1  
n1  u1  uk 1  uk 1 
 
                  
     
u  q qk 1 qk 1 qk 1 qk 1 qk 1   qk 1 
 k 1   k 1      
uk 1   1  n1  u1  uk 1  uk 1  un1  qk 1 
     
   q qk 1 qk 1 qk 1 qk 1 qk 1    
   k 1     
un1   1  n1  u1  uk 1  uk 1  u1  
 n1 
q 

 
          

 
qn1 qn1 pn1 qn1 qn1 pn1 
  
 1 1 u1  uk 1  uk 1  un1  
  
44 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung: entkoppeltes Verfahren

Entkoppeltes Verfahren: pi qi


0 und 0
u j  j

 p1 p1 p1   p1 p1 


   0 0  0  
2 n 1  
 1   p1()   1  n 1    1() 
 p2 p2 p2      
  0 0  0 
 1 2 n 1 
         
         
    
  pn1()  p pn 1  n 1 
   ()
 pn 1 pn 1 
pn 1
0 0  0   n 1  
 1 2 n 1   1  n 1  

J  
 0 q1 q1 q1 
0  0   q1 q1 
 u1 u2 un 1    
 
 q2 q2   q1()   u1  un 1    u1() 
 0 0          
u1 u2          
 
               
  qn 1()  q qn 1  un 1()
q1 qn 1 qn 1 
 0 0  0   n1  
 un 1 u2 un 1   u1  un 1  

45 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
DC-Leistungsfluss (I)

Die Leistungsgleichungen können durch 3 Annahmen vereinfacht werden

1) R << X (ohmsche Widerstände werden vernachlässigt):


 
rik  xik n  n  j
 j  Img ik    e    
n n j
g DC, ik   g ik  2  Im g ik    Im g ik   e 2 i , k  1, 2, ..., n
k 1 k 1 k 1  k 1 
 
j 
 gDC, ik   e  2

Für die Leistungsflussgleichungen folgt daraus:


 n    n
pi  Re s i   ui    g ik  uk  cos  i  k     ui   g ik  uk  sin  i  k 
 k 1  2   k 1

 n    n
qi  Im s i   ui    g ik  uk  sin  i  k     ui   g ik  uk  cos  i  k  i  1, 2, ..., n
 k 1  2   k 1

2) Bei kleinen Winkeldifferenzen (i - k): sin(i - k) ≈ (i - k) und cos(i - k) ≈ 1
n n
pi  Re s i   ui   g ik  uk   i  k  qi  Im s i   ui   g ik  uk i  1, 2, ..., n
k 1 k 1

46 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
DC-Leistungsfluss (II)

3) Beträge der Spannungen an allen Knoten sehr ähnlich und


nahe der Bemessungsspannung: ui ≈ uk ≈ 1
n n
pi  Re s i    gik   i  k    Bik   i  k  i  1, 2, ..., n
k 1 k 1

Gleichung zeilenweise schreiben p1  B11  B12  ...  B1n 1  B11 1  B12 2  ...  B1n n 
und Winkel separieren: p2  B21  B22  ...  B2n 2  B21 1  B22 2  ...  B2n n 
...
pn  Bn1  Bn 2  ...  Bnn n  Bn1 1  Bn 2 2  ...  Bnn n 

In Matrixschreibweise:
 n  
 B1,k 0  0 0  
k 1  
 p1   n   B11 B12  B1,n 1 B1,n   1 
   0
 p2  
 B2,k 
k 1
0 0  
  B21 B22 
 
B2,n 1 B2,n   2 

       
                     oder p= Bφ
    B 
  
 p   0
n Bn 1,2  Bn 1,n 1 Bn 1,n   n 1 
n 1
0   Bn 1,k 0   n 11,
 p    B 

Bn,n 1 Bn,n   n 
 n   k 1
  n,1 Bn,2
 n
 
47  0 0  0  Bn,k  INSTITUT FÜRELEKTROENERGIESYSTEME UND
 k 1  HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
DC-Leistungsfluss (III)
 n  
 B1,k 0  0 0  
k 1  
 p1   n   B11 B12  B1,n 1 B1,n   1 
   0
 p2  
 B2,k 
k 1
0 0  
  B21 B22  B2 ,n 1
 
B2,n   2 

       
                     oder p= Bφ
    B   
 pn 1   0
n Bn 1,2  Bn 1,n 1 Bn 1,n   n 1 
0  B 0   n 11,
 p   n 1,k
 B  Bn,n 1

Bn,n   n 
 n   k 1
  n,1 Bn,2
 n
 
 0 0  0  Bn,k  
 k 1  

Berücksichtigung von n = 0
 n  
 B1,k 0  0 0 
 p1     B11 0  1 
k 1
B12  B1,n 1
   n     
 2   0
p B 2 ,k  0 0  B21 B22  B2 ,n 1 0  2 
   k 1     
        
 
 
         oder p= Bmod φ
      
 pn 1   n  Bn 11, Bn 1,2  Bn 1,n 1 0  n 1 
   0
 pn  
0  B
k 1
n 1,k 0  B
  n,1 Bn,2  Bn,n 1

0  n 
  
 0 0  0 0 

-1
48
Bei Vorgabe der Wirkleistungen p1, p2, … pn φ= Bmod  pINSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung:
Newton-Raphson-Iteration, Beispiel (I)

i1 i2


u1 u2   Leiterimpedanz:
Einfachleitung
Z‘ = (0,157 + j0,410) /km
12  55km
 Bezugsspannung:
Doppelleitung
UB = 110 kV
 Bezugsleistung: SB = 100 MVA
13  55km
 23  69km
 Knoten 4 ist der Potentialknoten mit u4 = 1
14  55km
oder U4 = 110/3 kV
 34  46km
 Vorgegebene Leistungen
 u4 u3  P1 = 150 MW, cos  = 0,93
i3
i4 P2 = 75 MW, cos  = 0,93
P3 = -180 MW, cos  = 0,93
(zufließende induktive Leistung)
Y 0 0 gV  uV  un   iV
P P  tan()
s1  1  j  1  1,5  j  0,593
SB SB

P  tan()
 25 5 10   u1  u4   i 1 
P
s2  2  j  2  0,75  j  0,296
   j 69,047 
o    SB SB

 5 9 4   e   2 4   i2 
u  u
P P  tan() 
 10 4 20  u  u   i  s3   3  j  3   1,8  j  0,711
   3 4  3  SB SB 

49 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung:
Newton-Raphson-Iteration, Beispiel (II)

Sollwerte: s1  1,5  j  0,593 s2  0,75  j  0,296 s3  1,8  j  0,711

Spannungen: u1 u2 u3
0. Schritt: 1.0000 1.0000 1.0000
1. Schritt: 0.9503 - 0.0501i 0.9210 - 0.0764i 1.0256 + 0.0292i
2. Schritt: 0.9316 - 0.0531i 0.8913 - 0.0833i 1.0069 + 0.0293i
3. Schritt: 0.9310 - 0.0533i 0.8902 - 0.0838i 1.0064 + 0.0293i

Ströme: i1 i2 i3
0. Schritt: 0 0 0
1. Schritt: 1.4812 - 0.6142i 0.7185 - 0.3296i -1.7723 + 0.7404i
2. Schritt: 1.5669 - 0.7238i 0.7992 - 0.4052i -1.8040 + 0.6561i
3. Schritt: 1.5696 - 0.7267i 0.8041 - 0.4082i -1.8076 + 0.6538i

Leistungen: s1 s2 s3
0. Schritt: 0 0 0
1. Schritt: 1.4384 + 0.5094i 0.6870 + 0.2487i -1.7961 - 0.8111i
2. Schritt: 1.4982 + 0.5910i 0.7461 + 0.2945i -1.7973 - 0.7135i
3. Schritt: 1.5000 + 0.5930i 0.7500 + 0.2960i -1.8000 - 0.7110i
50 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Leistungsflußberechnung:
Newton-Raphson-Iteration, Beispiel (III)
Entkoppeltes Verfahren Spannungen:u1 u2 u3
0. Schritt: 1.0000 1.0000 1.0000
1. Schritt: 0.9694 - 0.0692i 0.9499 - 0.1066i 1.0144 + 0.0390i
2. Schritt: 0.9228 - 0.0624i 0.8804 - 0.0948i 1.0057 + 0.0264i
3. Schritt: 0.9246 - 0.0510i 0.8818 - 0.0816i 1.0026 + 0.0293i
4. Schritt: 0.9324 - 0.0518i 0.8916 - 0.0825i 1.0069 + 0.0309i
5. Schritt: 0.9317 - 0.0536i 0.8908 - 0.0840i 1.0070 + 0.0291i
6. Schritt: 0.9308 - 0.0534i 0.8901 - 0.0838i 1.0063 + 0.0290i
7. Schritt: 0.9309 - 0.0532i 0.8902 - 0.0838i 1.0063 + 0.0294i
8. Schritt: 0.9310 - 0.0532i 0.8902 - 0.0838i 1.0064 + 0.0294i
Ströme: i1 i2 i3
0. Schritt: 0 0 0
1. Schritt: 1.7170 - 0.0485i 0.8455 - 0.0567i -2.0564 + 0.0637i
2. Schritt: 1.7582 - 0.8133i 0.8594 - 0.4352i -1.9192 + 0.7264i
3. Schritt: 1.5557 - 0.8168i 0.8061 - 0.4382i -1.7853 + 0.6857i
4. Schritt: 1.5481 - 0.7111i 0.8047 - 0.4039i -1.8152 + 0.6413i
5. Schritt: 1.5722 - 0.7175i 0.8038 - 0.4085i -1.8091 + 0.6566i
6. Schritt: 1.5715 - 0.7289i 0.8028 - 0.4084i -1.8043 + 0.6552i
7. Schritt: 1.5692 - 0.7274i 0.8042 - 0.4075i -1.8077 + 0.6527i
8. Schritt: 1.5695 - 0.7265i 0.8044 - 0.4082i -1.8082 + 0.6537i
Leistungen: s1 s2 s3
0. Schritt: 0 0 0
Sollwerte: 1. Schritt: 1.6678 + 0.0717i 0.8092 + 0.0363i -2.0836 - 0.1448i
2. Schritt: 1.6733 + 0.6407i 0.7979 + 0.3017i -1.9109 - 0.7813i
s1  1,5  j  0,593 3. Schritt: 1.4801 + 0.6759i 0.7466 + 0.3207i -1.7699 - 0.7398i
4. Schritt: 1.4803 + 0.5828i 0.7508 + 0.2937i -1.8079 - 0.7018i
s2  0,75  j  0,296 5. Schritt: 1.5032 + 0.5842i 0.7503 + 0.2964i -1.8027 - 0.7139i
6. Schritt: 1.5017 + 0.5945i 0.7488 + 0.2962i -1.7966 - 0.7118i
7. Schritt: 1.4996 + 0.5937i 0.7500 + 0.2954i -1.7999 - 0.7099i
s3  1,8  j  0,711
51
8. Schritt: 1.4999 + 0.5928i
INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
0.7503 + 0.2960i -1.8006 - 0.7110i
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Optimal Power Flow (OPF)
Leistungsflussgleichung: Berechnung von Spannungen und Leistungen bei Vorgabe
von Lasten (P,Q), Kraftwerken (P,U) und Bilanzknoten (u=1, =0)

Frage: Wirtschaftliches Optimum, d. h. welche Kraftwerke sollen eingesetzt werden?


Randbedingung: Wirk- und Blindleistung muss sicher zur Verfügung stehen

 NG 
Aufgabe: Minimierung der Gesamtkosten  
min C( pG,i )  min  K i ( pG,i )
 i 1 
PG ,i PG ,i
= Summe der Kosten der einzelnen KW

Nebenbedingungen: Leistungsflussgleichungen
(Bilanz aus eingespeister und abfließender Wirk- und Blindleistung
erfüllt sein)
n 
pL, i  pG, i  pi  pL, i  pG, i  ui    g ik  uk  cos  i  k   ik    0
 k 1 
n 
qL, i  qG,i  qi  qL, i  qG,i  ui    g ik  uk  sin  i  k   ik    0 i  1, 2, ..., n
 k 1 
pL,i, pG,i, qL,i und qG,i sind positiv
52 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Optimal Power Flow (OPF)
Weitere Nebenbedingungen durch:  Begrenzung durch Kraftwerke (P,Q)
 Einhaltung des Spannungsbandes
pG,i ,min  pG,i  pG,i ,max

qG,i ,min  qG,i  qG,i ,max

ui ,min  ui  ui ,max

allgemeine mathematische Formulierung für min f ( x )


x
dieses nichtlineare Optimierungsproblem
mit g( x )  0
x min  x  x max

NG NG
Sonderfall für die nichtlineare Zielfunktion:
Cges   K i ,ges ( pG,i )  ai  bi  pG,i  ci  pG,i
2
quadratische Modellierung der Kostenfunktion i 1 i 1

C( pG,i )  Cges ( pG,i )  Cges ( 0 )


Berücksichtigung nur der
variablen Kosten 2 2
 ai  bi  pG,i  ci  pG,i  ai  bi  pG,i  ci  pG ,i  K i ( pG ,i )

53 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
OPF: einfaches Verfahren ohne Netzverluste
Allgemein gilt: NG n

 pG,i   pL,k  pV 0
i 1 k 1

NG
 NG n

Definition einer modifizierten Kostenfunktion: C   K i ( pG,i )     pG,i   pL,k 
*
 i 1 
i 1  k 1 
NG
 NG 
 : Lagrange‘scher Multiplikator  2
bi  pG,i  ci  pG,i     pG,i  pL 
 i 1 
i 1  

Bedingungen für ein Minimum:


 d  NG 
  bi  pG,i  ci  pG,i     bi  2  ci  pG,i  
2
C  i  1, 2,...,NG
*
pG,i dpG,i  i 1 
 
NG
 *
C   pG,i  pL  0
 i 1

In Matrixschreibweise: 2  c1 0  0 1  pG1   b1 


 0
 2  c2  0 1  pG 2   b2 
             A X = b
     
 0 0  2  cN 1  pGN   bNG 
G G
 1
 1  1 0      pL 
 

54 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
OPF: einfaches Verfahren ohne Netzverluste

pG3,max pG2,max pG1,max


d
d/dpGi(Ki) sind die Zuwachskosten K (p )
dpG,i i G,i
pG4,max
Bei Ansatz einer quadratischen 
Kostenfunktion sind die Zuwachskosten
linear in pGi

1
4 3 2

pG4 pG3 pG2 pG1 pGi

Die für alle Kraftwerke identischen


Zuwachskosten  (= Lagrange-Multiplikator)
sind so zu wählen, dass die Summe aller
Einspeisungen die Summe pL der Lasten ergibt

55 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
OPF: einfaches Verfahren ohne Netzverluste
pG3,max pG2,max pG1,max
Grenzbedingungen für die d
Einspeiseleistung K (p )
dpG,i i G,i
pG4,max
 Berechnung erfolgt zunächst

ohne Grenzbedingung
 Hat ein KW seine Maximalleistung
erreicht, wird es auf diesem Wert
festgehalten und die Optimierung
mit den restlichen KW fortgesetzt
1
4 3 2
bi  2  ci  pG,i    0 i  1, 2,...,Nopt
Nopt NG

 pG,i   pG,i ,max  pL  0 pG4 pG3 pG2 pG1 pGi


i 1 i Nopt

 b1 
2  c1 0  0 1  pG1   b2 
 0  
 2  c2  0 1  pG 2    
            Ared  X red = bred
      b NG 
 0 0  2  cN 1  pGN   NG 
G G
 1  
 1  1 0      pL   pG,i ,max 
56
 i Nopt  INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Beispiel 4
2
Kostenstruktur und C( PG,1 )  6  0.5  PG,1  0.0006  PG,1

Summenleistung 2
C( PG,2 )  5  0.6  PG,2  0.0005  PG,2
2
C( PG,3 )  3  0.4  PG,3  0.0007  PG,3 PG,1  PG,2  PG,3  800

Beschränkungen: 100 MW  PG,1  250 MW

100 MW  PG,2  250 MW

100 MW  PG,3  350 MW

Zu lösen: PG,1  271.03 MW


0.0012 0 0 1  PG1   0.5 
 0 0.001 0 1 PG 2   0.6 
   PG,2  225.23 MW
 0 0 0.0014 1 PG 3   0.4 
      PG,3  303.74 MW
 1 1 1 0      800 
=0,82523

PG1 auf 250 MW festhalten und LGS modifizieren:


PG,1  250 MW
0.001 0 1 PG 2   0.6  PG,2  237.5 MW
 0 0 . 0014 1   P    0.4 
   G3    PG,3  312.5 MW
 1 1 0      550 
57 =0,8375
INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
OPF: iteratives Verfahren mit Netzverlusten

NG  NG N 
Modifizierte Kostenfunktion muss um C ( pG,i )   K i ( pG,i )     pG,i   pL,k  pV
*

 i 1 
die Summe der Netzverluste (pV) i 1  k 1 
erweitert werden
NG  NG 
 2
ai  bi  pG,i  ci  pG,i     pG,i  pL  pV 
 i 1 
i 1  

 d p
Bedingungen für C* ( pG,i )  K i ( pG,i )      V  0 i  1, 2,...,NG
pG,i dpG,i pG,i
ein Minimum
N
 * G

C ( pG,i )   pG,i  pL  pV  0
 i 1

Annahme: Last an jedem Knoten soll konstant bleiben pV pV pV
 
pL,i = 0 
pG,i  pi  pL,i  pi

58 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
OPF: iteratives Verfahren mit Netzverlusten

Berechnung der Verlustleistung in einem Netz unter der Voraussetzung, dass keine
Admittanzen gegen Erde vorliegen (y0 = 0 ), Herleitung siehe Skript
n 1 n 1
r jk
pV   u  u
   
  p j  pk  q j  qk  cos( j  k )  q j  pk  p j  qk  sin( j  k )
 
j 1 k 1 j k

n
 un  
1
uj

 p j  cos  j  q j  sin  j 
j 1

pj,k und qj,k sind die in die einzelnen Knoten eingespeisten Wirk- und Blindleistungen
uj sind die Beträge der Knotenspannungen; j sind die Phasenwinkel in Bezug auf n = 0

n 1 n 1
pV   r jk  
pi 
  p     
 p j  pk  q j  qk  cos( j  k )  q j  pk  p j  qk  sin(  j  k ) 
 
j 1 k 1 i  u j  uk 
n
 un  
j 1
1 

u j pi  p  cos 
j j  q j  sin  j  Terme der Doppelsumme
n 1 hinschreiben und dann
rik cos i
 2    pk  cos(i  k )  qk  sin(i  k )  un z. B. nach p2 ableiten
u  uk
k 1 i
ui

59 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
OPF: iteratives Verfahren mit Netzverlusten

Iteration zur Berechnung der Optimierung:


1) Berechnung des Leistungsflusses für das gegebene Netz unter Berücksichtigung
von Leistungsknoten, Generatorknoten und Bilanzknoten
2) Berechnung der Netzverluste pV und der Inkremental-Netzverluste Di = pV/pGi.
n 1 n 1 n
rjk
 u u   pj  pk  q j qk cos( j k )  q j  pk  pj qk sin( j k )   
1
pV   un   pj cos  j  q j sin  j
j 1 k 1 j k j 1
uj

n 1
p r cos i
Di  V  2   ik   pk  cos(i  k )  qk  sin(i  k )  un
pi u  uk
k 1 i
ui

3) Lösen des Gleichungssystems:

bi  2  ci  pG,i   Di  1  0 i  1, 2,...,NG


NG

 pG,i  pL  pV 0
i 1

60 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Beispiel 5
s1 s2


u1 u2  y01 = j0,63
Freileitung
y03 = j0,63/2 = j0,315
 j 69,047o
y 12  5e
Kabel
y04 = j0,63/2 = j0,315
o
y 14  9e  j 55
o
 j 55o y 23  4e  j 69,047
y 13  9e

Vorgabe::
s1  1,2  j  0,593
o
y 34  6e  j 69,047

 u4 u3  s 2  0,6  j  0,2
s3
s4
 ( y 01  y 12  y 13  y 14 ) y 12 y 13 y 14  Kostenstruktur KW::
 
 y 12 ( y 12  y 23 ) y 23 0  C( p3 )  6  0.5  p3  0.1 p32
g  
 y 13 y 23 ( y 03  y 13  y 23  y 34 ) y 34  C( p4 )  5  0.6  p4  0.05  p42
 y 14 0 y 34 ( y 04  y 14  y 34 ) 

 22,3507  e j 122,815o o o o  LGS::


 5  e j 69,047 9  e j 55 9  e  j 55 
 o o o 
 5  e j 69,047 9  e j 110,953 46  e j 69,047 0  0.2 0 D3  1  p3   0.5 
  0 0.1 D  1   p    0.6 
 o o o o    4  
 9  e j 55 4  e j 69,047 18,5793  e j 118,055 6  e j 69,047   4
 1 1 0     1.8  pV 
61 
 o 
14,6183  e j 119,994 
o o
 9  e j 55 0 6  e j 69,047 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Beispiel 5

1. Schritt Ausgangspunkt: p3 = 1.2


Spannungen: u1 u2 u3 u4
0.9451 - 0.0578i 0.9158 - 0.0850i 1.0000 + 0.0032i 1.0000
Leistungen: p1 p2 p3 p4
1.2000 + 0.5930i 0.6000 + 0.2000i -1.2000 + 0.0401i -0.6917 + 0.2022i
Lösung der Optimierung: p3 = 0.9663 p4 = 0.9254  = 0.7253

2. Schritt
Spannungen: u1 u2 u3 u4
0.9438 - 0.0705i 0.9140 - 0.1019i 0.9998 - 0.0211i 1.0000
Leistungen: p1 p2 p3 p4
1.2000 + 0.5930i 0.6000 + 0.2000i -0.9663 - 0.0716i -0.9285 + 0.3089i
Lösung der Optimierung: p3 = 1.0150 p4 = 0.8798  = 0.7287

3. Schritt
Spannungen: u1 u2 u3 u4
0.9441 - 0.0678i 0.9144 - 0.0984i 0.9999 - 0.0160i 1.0000
Leistungen: p1 p2 p3 p4
1.2000 + 0.5930i 0.6000 + 0.2000i -1.0150 - 0.0477i -0.8787 + 0.2870i
Lösung der Optimierung: p3 = 1.0046 p4 = 0.8891  = 0.7279

62
Gesamtverluste im Netz: pV = -0.0939 (negativ, d. h. pV muss
INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
eingespeist werden)
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Quadratische Optimierung mit DC-Leistungsfluss
NG NG n
C   K i ,ges ( pG,i )    bi  pG,i  ci  pG,i
2 2
Die variablen Kosten eines Kraftwerks bi  pG,i  ci  pG,i
i 1 i 1 i 1

1 T
sind darstellbar durch C( pG,i )   x H  x  f T  x
2
Dies gilt nur für einen quadratischen Ansatz der Kostenfunktion!

Optimierungsprobleme mit quadratischer 1 


min   x T H  x  f T  x  mit A x  b
x 2 
Zielfunktion und linearen Nebenbedingungen
C x  d
lassen sich geschlossen lösen
x min  x  x max

Matrizen und Vektoren zur Berechnung der Kostenfunktion:


2c1  0 0 0  0 0  b1   pG1 
    
           
   
 0  2cn 1 0 0  0 0 bn 1   pG,n 1 
     
0  0 2cn 0  0 0 b p
H f  n  x G,n 
 0  0 0 0  0 0  0   1 
     
              
 0  0 0 0  0 0  0   
     n 1 
63  0  0 0 0  0 0  2n2n  INSTITUT
0   n 
FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Quadratische Optimierung mit DC-Leistungsfluss
n
DC-Leistungsfluss pi   Bik   i  k  i  1, 2, ..., n
k 1

Für jeden Knoten gilt: Differenz aus eingespeister und abgegebener Leistung fließt
in den Knoten (positiv oder negativ)!
n n
pLi  pGi  pi   Bik   i k  oder pGi   Bik   i k   pLi i  1, 2, ..., n
k 1 k 1

k
in Matrixschreibweise: pG  Bmod φ  pL
pGi Bik
i
 pG1 
pLi  
 n
   
k
a
 11  0 0  B1,k  B11   B1,n1 0 
p
  pL1 
 
Bik  k 1
  G,n1
     pL2 
i      
   G,n     
p

pi  n      
 0  an1,n1 0 Bn11,   Bn1,k  Bn1,n1 0  1
  
 pLn1 
 k 1    
0     p 
0    0  
2 n  n 1 
 an,n B n,1 B n,n1 n Ln
 n1
   b
DC-Leistungsfluss A
 n 2n1

ermöglicht lineare x
0 falls pG, j  0
64Gleichung Ax=b
mit ajj  
1 falls pG, j  0 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Beispiel 6
110-kV-Netz wie Beispiel 5
 j 122,815o
5  e j 69,047
o o
9  e j 55 9  e j 55
o 
 22,3507  e 
 o o o   18.784 -4.669 -7.372 -7.372 
 5  e j 69,047 9  e j 110,953 46  e j 69,047 0  
4,669 8.405 -3.735 0 

g

9  e j 55
o
4  e j 69,047
o
18,5793  e j 118,055
o
6  e j 69,047
o  g DC 
 Im g  
 7.372 3.735 16.396 -5.603 
 
   
 7.372 0 -5.603 12.660 
o o o
 9  e j 55 0 6  e j 69,047 14,6183  e j 119,994 

Kostenstruktur KW: 2c1  0 0 0  0 0  b1   pG1 


    
           
   
C( p3 )  6  0.5  p3  0.1 p32  0  2cn 1 0 0  0 0 bn 1   pG,n 1 
     
C( p4 )  5  0.6  p4  0.05  p42 0  0 2cn 0  0 0 bn   pG,n 
H f   x
 0  0 0 0  0 0  0   1 
     
              
 0  0 0 0  0 0  0   
     n 1 
 0  0 0 0  0 0  2n2n  0   n 

0 0 0 0 0 0 0
0  0   PG1 
0 0 0 0 0 0 0 0   0  P 
    G2 
0 0 0 .2 0 0 0 0 0   0. 5  PG 3 
     
0 0 0 0 .1 0 0 0 0  0. 6  PG 4 
H f   x 
0 0 0 0 0 0 0 0  0   1 
     
0 0 0 0 0 0 0 0  0   2 
0 0 0 0 0 0 0 0  0   
  INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME
  3
 0  4 (IEH)
= 0
65 UND
0 0 0 0 0 0 0 0  88  0 HOCHSPANNUNGSTECHNIK

Beispiel 6

 pG1 
 
 n
   
a
 11  0 0  B1,k  B11  B 1,n1 0 
p
  pL1 
 
 k 1
  G,n1
     L2 
p
     
   G,n     
p

 n      
 0  an1,n1 0 Bn11,   Bn1,k  Bn1,n1 0  1
  
 pLn1 
 k 1    
0     p 
0 an,n Bn,1  Bn,n1 0n2n     Ln n1
 
   n1  b
A
 n 2n1

x
0 falls pG, j  0
mit ajj  
1 falls pG, j  0

0 0 0 0 -19.414 4.669 7.372 0 1.2 


0 0 0 0 4.669 -8.405 3.735 0  0.6 
A b 
0 0 1 0 7.372 3.735 -16.711 0   0 
   
0 0 0 1 7.372 0 5.603 0  48  0 
66 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Beispiel 6

Lösung mit MATLAB:


[x,fval] = quadprog(H,f,C,d,A,b,xmin,xmax) 1 
min   x T H  x  f T  x 
x 2 

Ohne Ungleichungsbedingung:
[x,fval] = quadprog(H,f,[],[],A,b,xmin,xmax) mit A x  b
Cx  d
 PG1   0   0  x min  x  x max
P   0   0 
 G2     
PG 3   0.9333   0.9333 
    0.8667 

P
x   G4   
0 .8667   
fval  Cvar ( PG,i ) 
1 T T
 x H  x  f  x  1.11133

 1  -0.1024  -5.866 o
2
     

 2   -0.1371 
 -7,858
o

   -0.0199   
 3
    -1.144 o
 Lösung der Optimierung aus Beispiel 5:
 0   0   0 
p3 = 1.0046 p4 = 0.8891

1) Winkel sind klein, DC-Leistungsfluss war gerechtfertigt.


2) Abweichungen sind trotz DC-Leistungsfluss (Vernachlässigung der ohmschen
Widerstände) gering (einige %).
67 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND
HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Optimierung mit AC-Leistungsfluss

Allgemeine  NG   n 
min  K i ,ges ( pG,i )  min  bi  pG,i  ci  pG,i  di  pG,i  ...
2 3
i  1, 2, ..., n
Problemformulierung pG ,i
 i 1  G ,i  i 1
p


n 
mit pL,i  pG,i  ui    g ik  uk  cos  i  k  ik    0
 k 1 
n 
qL,i  qG,i  ui   g ik  uk  sin  i  k   ik    0 i  1, 2, ..., n
 k 1 

pG,i ,min  pG,i  pG,i ,max


qG,i ,min  qG,i  qG,i ,max
ui ,min  ui  ui ,max

Zielfunktion und Nebenbedingungen (Leistungsflussgleichungen des AC-Netzes) sind


nichtlinear!

Es existieren zahlreiche Lösungsverfahren für diese Problemstellung.

68 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Optimierung mit AC-Leistungsfluss: Lösung mit MATPOWER

Problemdefinition: Funktion, in diesem Fall “case_skript_BEE”


Diese Funktion enthält die 3 Bereiche
mpc.bus zur Beschreibung der Knoten und ihrer Leistungsabgänge
mpc.gen zur Beschreibung der Kraftwerke und Generatoren
mpc.branch zur Beschreibung des Netzes
sowie
mpc.gencost zur Beschreibung der Kosten der einzelnen Kraftwerke u. Generatoren

%% bus data
% bus_i type Pd Qd Gs Bs area Vm Va baseKV zone Vmax Vmin
mpc.bus = [
1 1 120 59.3 0 0 1 1 0 110 1 1.1 0.9;
2 1 60 20 0 0 1 1 0 110 1 1.1 0.9;
3 2 0 0 0 0 1 1 0 110 1 1.0 1.0;
4 3 0 0 0 0 1 1 0 110 1 1.0 1.0; ];

69 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Optimierung mit AC-Leistungsfluss: Lösung mit MATPOWER

mpc.gen Beschreibung der Kraftwerke und Generatoren


mpc.branch Beschreibung des Netzes

%% generator data
% bus Pg Qg Qmax Qmin Vg mBase status Pmax Pmin Pc1 Pc2 Qc1min
Qc1max Qc2min Qc2max ramp_agc ramp_10 ramp_30 ramp_q apf
mpc.gen = [
3 100 0 300 -300 1 100 1 500 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0;
4 100 0 300 -300 1 100 1 500 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0; ];

%% branch data
% fbus tbus r x b rateA rateB rateC ratio angle status angmin angmax
mpc.branch = [
1 2 0.07152 0.18677 0 500 500 500 0 0 1 -360 360;
1 3 0.06373 0.09101 0.63 500 500 500 0 0 1 -360 360;
1 4 0.06373 0.09101 0.63 500 500 500 0 0 1 -360 360;
3 4 0.05960 0.15564 0 500 500 500 0 0 1 -360 360;
2 3 0.08940 0.23346 0 500 500 500 0 0 1 -360 360; ];

70 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Optimierung mit AC-Leistungsfluss: Lösung mit MATPOWER

mpc.gencost Beschreibung der Kosten der einzelnen Kraftwerke und Generatoren


2
C( p3 )  6  0.5  p3  0.1 p3
normierte Darstellung
C( p4 )  5  0.6  p4  0.05  p42

2
P P 
C( P3 )  6  0.5  p3  0.1 p32  6  0.5  3  0.1  3   6  0.005  P3  1 105  P32 entnormierte
SB  SB  Darstellung
2
2 P P  6 2
C( P4 )  5  0.6  p4  0.05  p4  5  0.6  4  0.05   4   5  0.006  P4  5  10  P4
SB  SB 

mpc.gencost = [
2 0 0 3 1e-5 0.005 6;
2 0 0 3 5e-6 0.006 5; ];

71 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Optimierung mit AC-Leistungsfluss

Allgemeine  NG   n 
min  K i ,ges ( pG,i )  min  bi  pG,i  ci  pG,i  di  pG,i  ...
2 3
i  1, 2, ..., n
Problemformulierung pG ,i
 i 1  G ,i  i 1
p


n 
mit pL,i  pG,i  ui    g ik  uk  cos  i  k  ik    0
 k 1 
n 
qL,i  qG,i  ui   g ik  uk  sin  i  k   ik    0 i  1, 2, ..., n
 k 1 

pG,i ,min  pG,i  pG,i ,max


qG,i ,min  qG,i  qG,i ,max
ui ,min  ui  ui ,max

Zielfunktion und Nebenbedingungen (Leistungsflussgleichungen des AC-Netzes) sind


nichtlinear!

Es existieren zahlreiche Lösungsverfahren für diese Problemstellung.

72 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


HOCHSPANNUNGSTECHNIK (IEH)
Beispiel 7: quadratische Optimierung mit DC-Leistungsfluss

Lösung mit MATLAB:


[x,fval] = quadprog(H,f,[],[],A,b,xmin,xmax) 1 
min   x T H  x  f T  x 
x 2 
Lösung mit MATPOWER:
[results, success] = rundcopf(case_skript_BEE) mit A x  b
Cx  d
x min  x  x max

MATPOWER MATLAB
 PG1   0   0 
P   0   0 
 1   0.070669  -4.04905 
o  G2     
PG 3   0.9333   0.9333 
  
0 107760   
     0.8667 
 -6.17422 
o
 2   . P
x   G4   
0 . 8667   
 3   0.014043  -0.80462o  
 1  -0.1024  -5.866 o
result.x            

 4   0   0  
 2   -0.1371 -7,858
o

 pG 3   0.93333       -0.0199   
 o

  0.93333   3
   -1.144
    
 pG 4   0.86666   0.86666   0   0 
 0 

73 INSTITUT FÜR ELEKTROENERGIESYSTEME UND


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Beispiel 7: Optimierung mit AC-Leistungsfluss

Lösung mit MATPOWER:


[results, success] = runopf(case_skript_BEE)

runopf Ergebnisse Beispiel 5

 1   -0.071863   -4.1174   1   -4.10761 


o o

  
-0.107337       
   
o o
 2   -6.1499  2 -6.14205
 3  -0.016298   -0.9338o   3  -0.91675o 
         

 4  0   0  
 4  0 
 u1   0.94656     u1   
     0.94656     0.9 4653 
u  0.91965   0.91965  u   
result.x   2      x   2    0.91968 
u3 1   u
    1  3   1.000028 
 u4   1   1
  u4   1

 p   1.01261    p   
 3    1.01261   3   1.0150 
 p4   0.8811   0.8811   p4   0.8787 
         
 q3   0.04884   0.04884   q3   0.0477 
 q4   -0.28810     q4   
-0.28810   -0.2870 

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