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XVI.

Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 145 seduta n. 145

vom 5.4.2022 del 5/4/2022

Antwort des Landeshauptmannes Risposta del presidente della Provincia


Kompatscher auf die Anfrage Nr. 1/4/2022, Kompatscher all'interrogazione
eingebracht von den Abgeordneten Knoll n. 1/4/2022, presentata dai consiglieri
und Atz Tammerle Knoll e Atz Tammerle

KOMPATSCHER (Landeshauptmann - SVP): Wir haben natürlich gleich nachgefragt, wobei sich lei-
der bestätigt hat, was Sie sagen. Die Online-Formulare für Terminvormerkungen sind derzeit tatsächlich nur
in italienischer Sprache verfügbar. Es hat geheißen, dass sie noch in Übersetzung seien. Unsere Forderung
ist natürlich jene, dass das so schnell wie möglich erledigt wird. Sie sind noch nicht übersetzt worden und
eine Kontrolle gestern hat ergeben, dass es immer noch nicht online ist. Auf alle Fälle werden wir darauf
drängen.
Sie haben gesagt, dass es diese Situationen sehr oft gibt. Die Landesregierung hat sich auf einen
Textentwurf für eine Durchführungsbestimmung über die Agentur der Einnahmen geeinigt und diesen der
Zwölfer-Kommission übermittelt. Das Ziel ist es, die Zuständigkeit für die Unterstützung der Verwaltung und
Organisation der Agentur der Einnahmen von Bozen zu übernehmen. Das gilt im Übrigen auch für das Per-
sonal. Die Agentur der Einnahmen in Südtirol kassiert ja hauptsächlich für das Land. Deshalb ist es doch
logischer, dass die Leute bei uns und nicht beim Staat angestellt sind. Es gibt ja auch schon eine entspre-
chende staatliche Bestimmung, aber das muss mit Durchführungsbestimmung geregelt werden. Wenn wir
diesen Schritt setzen, dürfte es wesentlich einfacher sein, das Sprachproblem bei der Agentur für Einnah-
men definitiv zu lösen. Inzwischen müssen wir insistieren und entsprechend fordern, was in Südtirol Recht
ist, nämlich dass die Dienste zweisprachig sind.
XVI. Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 145 seduta n. 145

vom 5.4.2022 del 5/4/2022

Replik des Abgeordneten Knoll auf die Replica del consigliere Knoll alla risposta
Antwort des Landeshauptmannes Kom- del presidente della Provincia
patscher auf die Anfrage Nr. 1/4/2022 Kompatscher all'interrogazione n. 1/4/2022

KNOLL (SÜD-TIROLER FREIHEIT): Das war übrigens eine der ersten Anfragen von mir als Abge-
ordneter im Südtiroler Landtag. Damals ging es um die Agentur für Einnahmen in Meran und die Zettel, die
man am Schalter abholen konnte, standen auch nur in italienischer Sprache zur Verfügung. Die Ausrede war
damals, dass irgendetwas mit dem Drucker gewesen wäre, weshalb man es nicht in Deutsch ausdrucken
konnte. Vielleicht wäre es sinnvoll, sich für die Zukunft zu überlegen, dass sämtliche Unterlagen, die von
öffentlichen Institutionen zur Verfügung gestellt werden, einer Kontrolle unterzogen werden müssen. Bevor
beispielsweise Unterlagen oder Formulare herausgegeben oder auf Homepages Texte veröffentlicht werden,
sollten diese kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass beide Landessprachen – manches Mal auch die
ladinische Sprache – gegeben sind und es eine korrekte Sprache ist. Ich war kürzlich bei einer Minderheiten-
tagung in Serbien, wo es sechs Sprachen gibt. Da sind wir ja noch sehr bescheiden unterwegs. Dort gibt es
eine eigene Behörde, die sich nur darum kümmert, dass die Mehrsprachigkeit eingehalten wird. Da wird jede
Unterlage und jede Textzeile, die veröffentlicht wird, zuerst darauf kontrolliert, ob sie alle Sprachen berück-
sichtigt und dann wird sie auch noch auf den Inhalt kontrolliert. Ich glaube, dass das auch in Südtirol sinnvoll
wäre, weil diese Behörden sehr oft sehr kreativ sind. Wir waren einmal beim INPS und haben beanstandet,
dass auf der Homepage alles nur in italienischer Sprache zur Verfügung steht. Als Antwort haben wir dann
bekommen, dass man dabei sei, das Ganze auf Internet umzustellen, weshalb es nicht möglich war, es auch
in deutscher Sprache zur Verfügung zu stellen. Vielleicht wäre es eine Anregung, so etwas zu prüfen. Es
gibt jetzt ja diese Sprachstelle bei der Landesregierung. Dann könnte man solche Sachen vielleicht verhin-
dern.

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