Sie sind auf Seite 1von 36

M·plus 385

SICHERHEIT KOMPAKT

Infos für fte


krä
Führungs
n
Das Plus a
!
Sicherheit

Das Sicherheitsdatenblatt

Sicherheitsinformation für Führungskräfte

www.auva.at
2
Inhalt

Einleitung 4

Abschnitt 1: Bezeichnung des Stoffs bzw. Gemischs


und des Unternehmens 6

Abschnitt 2: Mögliche Gefahren 8

Abschnitt 3: Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen 11

Abschnitt 4: Erste-Hilfe-Maßnahmen 12

Abschnitt 5: Maßnahmen zur Brandbekämpfung 14

Abschnitt 6: Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung 15

Abschnitt 7: Handhabung und Lagerung 17

Abschnitt 8: Begrenzung und Überwachung der


Exposition/Persönliche Schutzausrüstungen 22

Abschnitt 9: Physikalische und chemische Eigenschaften 25

Abschnitt 10: Stabilität und Reaktivität 27

Abschnitt 11: Toxikologische Angaben 28

Abschnitt 12: Umweltbezogene Angaben 29

Abschnitt 13: Hinweise zur Entsorgung 30

Abschnitt 14: Angaben zum Transport 31

Abschnitt 15: Rechtsvorschriften 32

Abschnitt 16: Sonstige Angaben 32

Glossar 33

Weiterführende Informationen 35

Redaktionsschluss: 20.03.2018

3
Einleitung
Hinweis gefährlichen Produkten ist der Käuferin bzw. dem
Käufer auf Verlangen ein Sicherheitsdatenblatt aus-
Dieses Merkblatt ist für Unternehmerinnen und zuhändigen. Wichtig ist vor allem der Hinweis auf die
Unternehmer, Vorgesetzte und Präventivfachkräfte Aktualität des Datenblattes. Ältere Datenblätter sind
in Klein- und Mittelbetrieben gedacht. Es soll einen nur bedingt aussagekräftig, da die Benutzerin bzw.
Überblick über die in Sicherheitsdatenblättern der Benutzer nicht weiß, ob der Hersteller die Zu-
enthaltenen Informationen liefern sowie Tipps für sammensetzung des Produktes inzwischen geändert
den richtigen Einsatz des Sicherheitsdatenblattes hat oder neue Gefährdungen erkannt worden sind.
im Betrieb geben. Innerhalb des ersten Jahres nach der Lieferung ist der
Lieferant verpflichtet, bei Änderungen der Verwen-
derin bzw. dem Verwender automatisch ein aktuelles
Das Sicherheitsdatenblatt (SDB) muss in deutscher Datenblatt zuzusenden.
Sprache abgefasst sein und soll der gewerblichen Nut-
zerin und dem gewerblichen Nutzer eines chemischen Für den Inhalt des Sicherheitsdatenblattes ist das im
Produktes als Grundlage dienen, alle notwendigen Abschnitt 1 genannte Unternehmen verantwortlich.
Maßnahmen für den Schutz von Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmern und den Umweltschutz zu treffen.
Die kostenlose Abgabe eines Sicherheitsdatenblattes Grundsätzlich ist immer der ungefährlichere
für gefährliche Stoffe und Gemische an berufliche Stoff einzusetzen, bei bestimmten Arbeits-
Verwenderinnen und Verwender ist spätestens gleich- stoffen (siehe § 42 ASchG) gilt eine Ersatz-
zeitig mit der erstmaligen Lieferung des Produktes pflicht.
vorgeschrieben. Bei im Einzelhandel erhältlichen

Verwendung des Sicherheitsdatenblattes im Betrieb


Das Sicherheitsdatenblatt ist die Grundlage der genen Server abgelegt werden. Im eigenen Interesse
Arbeitsstoffevaluierung (§ 41 ASchG). Es ist daher sind die Anforderungen nach bestem Wissen und
erforderlich, in der Arbeitsstätte von allen verwendeten mit größtmöglicher Sorgfalt zu erfüllen – so wird die
Arbeitsstoffen aktuelle SDB griffbereit zu haben. Dies Notärztin bzw. der Notarzt z. B. mit einer CD wenig
gilt auch für Baustellen, wenn sie länger als fünf Tage anfangen. Hinsichtlich der praktischen Handhabung ist
bestehen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es sinnvoll, eine deutliche Trennung der aktuellen SDB
Einsicht in die SDB zu gewähren, als Unterweisungsun- von den alten Versionen beziehungsweise von jenen
terlagen sind sie jedoch nur bedingt geeignet. Für die alter Produkte, Bemusterungen usw. vorzunehmen.
vorgeschriebene Information und Unterweisung der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind z. B. Betriebs- Zur Arbeitsstoffevaluierung ist eine Sammlung aller
anweisungen, wie sie in Deutschland verpflichtend SDB alleine jedoch noch nicht ausreichend. Ergänzend
zu erstellen sind, weitaus zweckmäßiger (siehe dazu dazu müssen die Art, das Ausmaß und die Dauer der
Merkblätter der AUVA zum Thema Unterweisung und Einwirkung auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Information bei Arbeiten mit gefährlichen Arbeitsstof- ermittelt, die möglichen Gefahren bei den jeweiligen
fen). Insbesondere bei Unfällen mit Chemikalien ist es Arbeiten beurteilt und erforderliche Maßnahmen
hilfreich, wenn man der Ärztin bzw. dem Arzt oder der festgelegt werden. Zudem sind auch Angaben zu den
Feuerwehr die entsprechenden SDB möglichst rasch Lager- und Verarbeitungsmengen hilfreich. Es wird
zur Verfügung stellen kann. Des Weiteren sind sie empfohlen, diese Informationen im Verzeichnis der
häufig bei behördlichen Erhebungen oder Verfahren verwendeten gefährlichen Arbeitsstoffe („Arbeitsstoff-
erforderlich. verzeichnis“), das verpflichtend zu führen ist, zu doku-
mentieren. Diesen Unterlagen der Arbeitsstoffevaluie-
In welcher Form die SDB verwaltet werden, ist nicht rung sind die SDB und andere relevante Dokumente
vorgeschrieben. Sie können beispielsweise in Ordnern (z. B. Messergebnisse, Bescheide) beizuordnen.
in Papierform oder als Dateien auf dem betriebsei-

4
Die vier wichtigsten Abschnitte für die Anwenderin bzw. den Anwender

Im Folgenden wird ein Überblick über die für Abschnitte von Sicherheitsdatenblättern und ihre
Anwenderinnen und Anwender vier wichtigsten Inhalte gegeben:

Die vier wichtigsten Abschnitte für die Anwenderin bzw. den Anwender

2. Mögliche 4. Erste-Hilfe- 6. Maßnahmen bei 8. Expositionsbegren-


Gefahren Maßnahmen unbeabsichtigter zung und Persönliche
Freisetzung Schutzausrüstung

■ Einstufung des Stoffs/ ■ Beschreibung der ■ Gesundheitsschutz ■ Grenzwerte


Gemischs Maßnahmen ■ Umweltschutz ■ Expositionsbegrenzung
■ Kennzeichnungs­ ■ akute und verzögert ■ Rückhaltung und
elemente auftretende Symptome Reinigung
■ sonstige Gefahren

Woran erkennt man ein brauchbares Sicherheits­


datenblatt?
■ Wurde das Sicherheitsdatenblatt gemäß Verordnung ■ Sind beim Hautschutz Handschuhmaterial und
(EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Materialdicke angegeben?
Zulassung und Beschränkung chemischer ■ Sind beim Atemschutz Filtertypen angegeben?
Stoffe (REACH) in der Fassung der Verordnung (EU)
Nr. 453/2010 erstellt? Nach REACH sind insbesondere für (Rein-)Stoffe
■ Stimmen die Angaben (Handelsname, Kennzeich- sogenannte erweiterte Sicherheitsdatenblätter (eSDB)
nung) im SDB mit den Angaben auf dem Gebinde zu liefern. Diese enthalten einen unter Umständen
überein? sehr umfangreichen Anhang, der für eine Reihe von
■ Wird auf die österreichische Rechtslage Bezug ge- identifizierten Verwendungen die Expositionsszenarien
nommen? beschreibt und Risikomanagementmaßnahmen angibt.
ώ Wird in Abschnitt 15 auf die österreichischen In diesem Fall kann es nötig sein, dass die Arbeitgebe-
Rechtsvorschriften verwiesen? rin bzw. der Arbeitgeber die Sicherheitsfachkraft und
ώ Ist bei den Notrufnummern die österreichische die Arbeitsmedizinerin bzw. den Arbeitsmediziner bei-
Vergiftungsinformationszentrale (+43 1 406 43 zieht, um die relevanten Inhalte des eSDB in Betriebs-
43) angegeben? anweisungen zu übersetzen und in die vorgeschriebe-
ώ Entsprechen die im Abschnitt 8 angegebenen ne Information und Unterweisung der Beschäftigten
Grenzwerte der aktuellen Fassung der GKV? einzubringen.
■ Werden von möglichen Zersetzungsprodukten
Grenzwerte angegeben?
■ Entspricht die Einstufung der Komponenten der Hinweis
harmonisierten Einstufung gemäß CLP (zu finden
in der CLP-Verordnung, Anhang VI)? Auf die Anhänge zum Sicherheitsdatenblatt wird
■ Liegen bei flüchtigen Substanzen Angaben zum in diesem Merkblatt nicht eingegangen.
Siedepunkt oder Dampfdruck vor?

5
Abschnitt 1: Bezeichnung des Stoffs bzw.
Gemischs und des Unternehmens
Bezeichnung des Stoffs bzw. Gemischs und des Unternehmens

Produktidentifikator Verwendung des Stoffs Einzelheiten zum Notfallnummer


oder Gemischs Lieferanten
Gilt für Hersteller, Importeur,
Alleinvertreter, nachgestellten
Anwender oder Händler in
gleichem Maße.

■ Name des Produktes ■ identifizierte ■ Anschrift ■ Notfallinformations­


gemäß REACH Verwendungen ■ Telefonnummer dienst
• Stoffe: Artikel 18, Absatz 2 ■ Verwendungen, von ■ zeitliche Erreichbarkeit
• Gemische: Artikel 18, ■ E-Mail-Adresse der
Absatz 3, Buchstabe a
denen abgeraten wird für das Sicherheitsda­
tenblatt zuständigen
■ Registrierungsnummer Person
■ andere Bezeichnungen
• Synonyme
• Produktcodes anderer
Unternehmen
• Nummern

Produktidentifikator

Stoffname/Handelsname: Essigsäure 80 %
Index-Nr.: 607-002-00-9
EG-Nr.: 200-580-7
CAS-Nr.: 64-19-7
REACH-Registrierungsnr.: 01-2119475328-30-xxxx
Andere Bezeichnung: Äthansäure 80 % E260

■ Der Produktname muss mit dem Namen auf dem ■ Die CAS- und die EG-Nummer erleichtern es, in
Gebinde übereinstimmen. diversen Datenbanken (siehe Anhang) spezifische
■ Bei nach REACH registrierten Stoffen muss die Substanzdaten abzufragen.
Registrierungsnummer angegeben sein.

6
Relevante identifizierte Verwendungen des Stoffs oder Gemischs und
Verwendungen, von denen abgeraten wird

Verwendung des Stoffs/des Gemischs:


Baustoffindustrie: Mörtel, Putz, Kalksandstein, Porenbeton, Feuerfestmaterial
Chemische Industrie: Neutralisation, pH-Einstellung, Katalysator
Landwirtschaft: Bodenverbesserung, Düngemittel
Bauwesen, Tief-, Gleis- und Straßenbau: Bodenstabilisierung, Bodenverbesserung
Biozidanwendungen: Desinfektionsmittel
Umweltschutz: Rauchgasreinigung, Abwasserreinigung, Schlammbehandlung
Papier- und Farbenindustrie: Hilfsstoff, Füllstoff, Bindemittel, Pigment
Glasindustrie: Hilfsstoff

■ Im Sicherheitsdatenblatt müssen eine oder umgesetzt werden. Wird die Chemikalie im


mehrere Verwendungen angeführt sein. Betrieb anders verwendet, muss mit dem
■ Zusätzlich kann auch die „identifizierte Lieferanten Kontakt aufgenommen werden
Verwendung“ angegeben sein. – dieser soll die betreffende Verwendung
ώ Diese findet man nicht in allen Sicherheits­ ebenfalls als identifizierte Verwendung in
datenblättern. Sie beschreibt die sichere das SDB aufnehmen. Der Lieferant darf eine
Verwendung eines Stoffs. solche Aufnahme nur aus Gründen des
ώ Falls in einem SDB eine identifizierte Menschen- oder Umweltschutzes verweigern.
Verwendung angegeben und ein Tut er dies, muss der Betrieb selbst ein
Expositionsszenarium im Anhang zu finden ist, Expositionsszenarium erstellen und die ECHA
müssen die sich da­raus ergebenden Vorgaben über diesen Umstand informieren.

Einzelheiten zum Lieferanten, der das Sicherheitsdatenblatt bereitstellt

Firma: Max Mustermann GmbH


1234 Wien
Telefon: +43 1 123 45 67
Telefax: +43 1 123 45 67-89
E-Mail-Adresse: max@mustermann.at
Verantwortliche/ausstellende Person: Abteilung Produktsicherheit

■ Die Firmendaten müssen vollständig mit Anschrift ■ Bei der angegebenen Kontaktperson können fach-
und Telefonnummer angegeben sein. kundige Auskünfte zum Produkt und dem SDB per
E-Mail angefordert werden.

Notrufnummer
In Notfällen kann man sich an den im SDB angegebe- österreichische Vergiftungsinformationszentrale
nen Notfallinformationsdienst beziehungsweise an die +43 1 406 43 43 wenden.

7
Abschnitt 2: Mögliche Gefahren
Mögliche Gefahren

Einstufung des Stoffs Kennzeichnungselemente Sonstige Gefahren


oder Gemischs

■ nach CLP-Verordnung (GHS) ■ Gefahrenpiktogramme ■ relevant im Sinne von PBT


■ voller Wortlaut der Einstufung ■ Signalwörter und vPvB
und Gefahrenhinweise in ■ Gefahrenhinweise ■ Gefahren ohne Einstufung
Abschnitt 16 • Staubexplosionsgefahr
• Erstickungsgefahr
• Erfrierungsgefahr
• etc.

Einstufung des Stoffs oder Gemischs

Einstufung gemäß Verordnung (EG) Nr. 1272/2008

VERORDNUNG (EG) Nr. 1272/2008


Gefahrenklasse Gefahrenkategorie Zielorgane Gefahrenhinweise
Entzündbare Flüssigkeiten Kategorie 3 H226
Akute Toxizität Kategorie 4 H312
Akute Toxizität Kategorie 4 H332
Schwere Augen- Kategorie 2 H319
schädigung/-reizung
Reproduktionstoxizität Kategorie 1B H360D

Den Volltext der in diesem Abschnitt ausgeführten Gefahrenhinweise finden Sie unter Abschnitt 16.

Aus der Einstufung gehen die relevanten Gefahren an dem dieses Produkt verwendet wird bzw. mögli-
hervor, die vom Stoff oder Gemisch ausgehen kön- cherweise auftritt, ist zu beurteilen, in welcher Form
nen. Sie werden anhand von Gefahrenklassen bzw. jede einzelne Gefahr für die jeweilige Mitarbeiterin
Gefahrenkategorien dargestellt. bzw. den jeweiligen Mitarbeiter relevant sein kann.
Erforderlichenfalls sind entsprechende Maßnahmen
Diese Gefahren sind die Grundlage für die jeweilige zum Schutz der Mitarbeiterin bzw. des Mitarbeiters
Gefährdungsbeurteilung! Für jeden Arbeitsplatz, festzulegen und zu dokumentieren.

8
Kennzeichnungselemente

Kennzeichnung gemäß Verordnung (EG) Nr. 1272/2008

Gefahrensymbole:

Signalwort: Gefahr

Gefahrenhinweise: H226 Flüssigkeit und Dampf entzündbar.


H312 Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt.
H319 Verursacht schwere Augenreizung.
H332 Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
H360D Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
Sicherheitshinweise:

Prävention: P201 Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.


P210 Von Hitze/Funken/offener Flamme/heißen Oberflächen
fernhalten. Nicht rauchen.
P280 Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/
Gesichtsschutz tragen.

Reaktion: P303 + P361 + P353 BEI KONTAKT MIT DER HAUT (oder dem Haar):
Alle beschmutzten, getränkten Kleidungsstücke sofort ausziehen.
Haut mit Wasser abwaschen/duschen.
P308 + P313 BEI EXPOSITION oder falls betroffen: Ärztlichen Rat
einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.

Lagerung: P403 + P235 Kühl an einem gut belüfteten Ort aufbewahren.

Die Kennzeichnungselemente sind die gefahrenrele- ■ Druckgaspackungslagerungsverordnung:


vanten Informationen, die auch auf der Verpackung H222, H223
anzugeben sind. Nach CLP-Verordnung werden sie ■ Verordnung explosionsfähige Atmosphären:
dargestellt durch: H220–228, H241–261, EUH018
■ Gefahrenpiktogramme ■ Giftrecht: H300, H301, H310, H311, H330, H331
■ Signalwörter: „Gefahr“ oder „Achtung“ ■ Sprengmittelgesetz: H200–205, H240, H241,
■ H-Sätze (Hazard Statements bzw. Gefahrenhinwei- EUH006
se) und gegebenenfalls europäische EUH-Sätze ■ ArbeitnehmerInnenschutzgesetz §§ 42, 43(1),
■ P-Sätze (Precautionary Statements bzw. Sicher- 44(4), 47: H340, H350, H360
heitshinweise) ■ Grenzwerteverordnung, 2. Abschnitt: H340
■ Allgemeine Arbeitnehmerschutzverordnung: nahe-
Aufgrund der H-Sätze kann oft schon eine erste Ein- zu alle H3xx-Sätze
schätzung getroffen werden, welche Rechtsvorschrif- ■ Mutterschutzgesetz: nahezu alle H3xx-Sätze
ten für diesen Stoff zusätzlich relevant sein können. ■ Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz: nahezu
Untenstehend sind einige Beispiele angeführt, welche alle H-Sätze
H-Sätze auf eventuell zusätzlich relevante Rechts-
vorschriften hinweisen können (ohne Anspruch auf So ist im obigen beispielhaften Ausschnitt aus einem
Vollständigkeit): Sicherheitsdatenblatt bei der Lagerung die Verord-
■ Verordnung über brennbare Flüssigkeiten: nung über brennbare Flüssigkeiten zu berücksichti-
H224–226 gen (H226). Weiters muss sowohl bei der Lagerung

9
als auch der Verwendung die Gefahr von explosions- Die P-Sätze sind Sicherheitshinweise, die einen Teil
fähigen Atmosphären beurteilt werden (H226). Auf- der Maßnahmen in der Gefährdungsbeurteilung
grund von H360 gibt es besondere Verpflichtungen darstellen.
gemäß ArbeitnehmerInnenschutzgesetz. Darüber
hinaus ist eine gesonderte Beurteilung der Gefähr-
dung von Jugendlichen und Frauen durchzuführen.

Sonstige Gefahren
Die in diesem Abschnitt angeführten Gefahren
sind zu evaluieren.

10
Abschnitt 3: Zusammensetzung/Angaben
zu Bestandteilen
Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen

Stoff oder Gemisch

Gilt für jeden einzelnen Stoff im Gemisch.

■ Produktidentifikator ■ Produktidentifikatoren
■ kein Produktidentifikator existent: ■ Konzentrationen in abnehmender Reihenfolge
allgemeine Bezeichnung, Handelsname, • als genaue Prozentsätze oder
Abkürzung • als Bereiche von Prozentsätzen
■ Einstufungen
• Gefahrenklasse und -kategorie
• Gefahrenhinweise (H-Sätze)
■ R egistrierungsnummern
■ EG-Nummer
■ optional: CAS-Nr. und IUPAC-Bezeichnung

Chemische Bezeichnung Identifikationsnummer Menge [%]


INDEX-Nr.: 616-001-00-X
N,N-Dimethylformamid CAS-Nr.: 68-12-2 <= 100
EG-Nr.: 200-679-5

In diesem Abschnitt finden sich die chemische Identität Im Gemisch können auch weitere Stoffe enthalten
des Stoffs oder die Bestandteile des Gemischs; dazu sein, die aufgrund ihrer nicht gefährdenden Eigen-
können auch Verunreinigungen und Stabilisatoren schaften oder ihrer zu geringen Konzentrationen vom
gehören. Die Inhaltsstoffe werden beschrieben durch: Hersteller nicht angegeben werden müssen.
■ einen chemischen Namen (muss nicht der Handels-
name sein); Bei Stoffen und Gemischen mit besonderem Gefah-
■ CAS-Nummer, EG-Nummer: Beide beschreiben den renpotenzial empfiehlt es sich, die Inhaltsstoffe mit
Stoff jeweils eindeutig, d. h. ein Stoff hat immer der Auflistung der untersuchungspflichtigen Stoffe
dieselbe Nummer; aus der Verordnung über die Gesundheitsüberwa-
■ gegebenenfalls die Registrierungsnummer chung am Arbeitsplatz (§ 2) zu vergleichen. Zum
(REACH): Diese Nummer kann für einen Stoff von Beispiel ist N,N-Dimethylformamid dort unter Punkt
Lieferant zu Lieferant variieren. 19 angeführt. Dies bedeutet nicht automatisch, dass
eine Eignungsuntersuchung erforderlich ist. Bei der
Die Konzentrationen dieser Stoffe sind, falls dies tech- Arbeitsstoffevaluierung ist dies aber zu berücksichti-
nisch möglich ist, als genaue Gewichts- bzw. Volumen- gen und die Entscheidung ist zu dokumentieren.
prozentsätze oder als Bereiche anzugeben.

11
Abschnitt 4: Erste-Hilfe-Maßnahmen
Erste-Hilfe-Maßnahmen

Beschreibung der Symptome und Wirkungen Hinweise


Erste-Hilfe-Maßnahmen

■ Einatmen ■ akute Symptome und Wirkungen ■ ärztliche Soforthilfe


■ Haut- und Augenkontakt ■ verzögert auftretende Symptome ■ Spezialbehandlung
■ Verschlucken und Wirkungen • klinische Untersuchungen
• ärztliche Überwachung wegen
■ Hinweise verzögert auftretender Wirkungen
• sofortige ärztliche Hilfe nötig • Gegenmittel
(ja/nein) • Kontraindikationen
• exponierte Person an die frische ■ spezielle Ausstattung am
Luft bringen (ja/nein)
• getränkte Kleidung und Schuhe Arbeitsplatz
ausziehen (ja/nein)
• Persönliche Schutzausrüstung für
Erste-Hilfe-Leistende nötig (ja/nein)

Aufgrund der Hinweise im Sicherheitsdatenblatt chen Rettungsmaßnahmen in der Praxis umzusetzen


ist schon im Zuge der Gefährdungsbeurteilung sind. Bei betriebsinternen Erste-Hilfe-Kursen sowie
gemeinsam mit der Arbeitsmedizinerin bzw. dem den Auffrischungskursen sollten diese Maßnahmen
Arbeitsmediziner zu überlegen, wie die erforderli- berücksichtigt werden.

Allgemeine Hinweise:
Betroffene aus dem Gefahrenbereich bringen und hinlegen. Beschmutzte, getränkte Kleidung sofort
entfernen.
Bei unregelmäßiger Atmung oder Atemstillstand künstliche Beatmung einleiten.
Nach Einatmen:
An die frische Luft bringen, Sauerstoff geben.
Bei Bewusstlosigkeit Lagerung und Transport in stabiler Seitenlage.
Nach Hautkontakt:
Sofort mit Wasser und Seife abwaschen und gut nachspülen.
Nach Augenkontakt:
Sofort mit Wasser mindestens 15 Minuten lang ausspülen, auch unter den Augenlidern.
Nach Verschlucken:
Kein Erbrechen herbeiführen, Mund ausspülen.

12
Beim vorangehenden beispielhaften Ausschnitt aus 15 Minuten lang ausspülen, auch unter den
dem Sicherheitsdatenblatt müssten unter anderem Augenlidern.“ Das bedeutet für die Praxis: Es muss
folgende Fragen bezüglich der Rettungsmaßnahmen geklärt werden, wie und womit die Augen im Not-
geklärt werden: fall ausgespült werden.
■ Hinweis im Sicherheitsdatenblatt lautet: „Be-
schmutzte, getränkte Kleidung sofort entfernen.“ Finden sich im Sicherheitsdatenblatt Hinweise auf Ge-
Das bedeutet für die Praxis: Es muss Ersatzkleidung gengifte, dann ist mit der Arbeitsmedizinerin bzw. dem
vorhanden sein. Arbeitsmediziner abzusprechen, welche Gegengifte im
■ Hinweis im Sicherheitsdatenblatt lautet: „Sauerstoff Betrieb vorrätig sein müssen. Zudem ist eine informa-
geben.“ Das bedeutet für die Praxis: Es muss ge- tive Anleitung für den Not- oder Rettungsarzt beizu-
klärt werden, wie und womit Sauerstoff im Notfall geben; die im betroffenen Bereich Beschäftigten sind
zur Verfügung gestellt wird. in den Entgiftungsmaßnahmen und gegebenenfalls in
■ Hinweis im Sicherheitsdatenblatt lautet: „Bei der Zugänglichkeit von Gegengiften zu unterweisen.
Augenkontakt: Sofort mit Wasser mindestens

13
Abschnitt 5: Maßnahmen zur Brand­
bekämpfung
Maßnahmen zur Brandbekämpfung

Löschmittel Besondere Gefahren Hinweise zur


Brandbekämpfung

■ geeignete Löschmittel ■ z. B. Verbrennungsprodukte ■ Schutzmaßnahmen


■ ungeeignete Löschmittel ■ Schutzausrüstungen

Löschmittel:
Geeignete Löschmittel: CO2, Wassersprühnebel, alkoholbeständiger Schaum.
Ungeeignete Löschmittel: Wasservollstrahl.
Besondere Gefährdung durch den Stoff, seine Verbrennungsprodukte oder entstehende Gase:
Dämpfe sind schwerer als Luft und breiten sich über dem Boden aus.
Dämpfe können mit Luft explosionsfähige Gemische bilden.
Stoff kann sich im Feuer unter Bildung giftiger Gase zersetzen.
Besondere Schutzausrüstung:
Atemschutzgerät anlegen.
Geeignete Schutzkleidung tragen (Vollschutzanzug).
Weitere Angaben:
Gefährdete Behälter mit Wassersprühstrahl kühlen.
Kontaminiertes Löschwasser getrennt sammeln, darf nicht in die Kanalisation gelangen.

In diesem Abschnitt werden Anforderungen an die können, beispielsweise über gefährliche Verbren-
Bekämpfung eines Brandes, der vom Stoff oder Ge- nungsprodukte oder Explosionsgefahren.
misch ausgeht, sowie die erforderlichen Löschmittel
bzw. Schutzausrüstungen (z. B. Selbstrettungsmas- Stationäre Löschanlagen sowie die Beseitigung des
ken), die im Betrieb vorrätig sein müssen, angeführt. Löschwassers sind bereits bei der Planung der jewei-
ligen Betriebsanlage zu berücksichtigen. Die Umset-
Weiters werden Angaben über die Gefahren ge- zung der Maßnahmen soll immer mit der bzw. dem
macht, die von dem Stoff oder Gemisch ausgehen Brandschutzbeauftragten abgesprochen werden.
Ungeeignete Löschmittel dürfen nicht im Arbeitsbe-
reich vorhanden sein. Im Zuge der verpflichtenden
Brandschutzunterweisung sind die Mitarbeiterinnen
Die Brandsituation ist zu evaluieren und die und Mitarbeiter jedenfalls auch über ungeeignete
entsprechenden Maßnahmen sind zu treffen Löschmittel zu informieren.
(z. B. Löschwasserauffangbehälter, Beriese-
lungsanlagen, Atemschutzgeräte, …).

14
Abschnitt 6: Maßnahmen bei
unbeabsichtigter Freisetzung
Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung

Personenbezogen Umweltschutz Methoden und Material

■ Vorsichtsmaßnahmen ■ z. B. Verhütung des Eindringens ■ Rückhaltung


■ Schutzausrüstungen in die Kanalisation • Einrichten von Sperren
• Abdichten
• Eignung von Material für PSA
■ Reinigung
■ Notfallmaßnahmen
• Neutralisieren
• Dekontaminieren
• Absaugen
• Säubern

Es sind geeignete Maßnahmen gegen Verschütten, gelangen kann. Er darf zum Beispiel weder in die
Leckagen oder Freisetzung zu treffen, um schädliche Kanalisation noch in Oberflächen- und Grundwasser
Wirkungen auf Mensch und Umwelt zu verhindern eindringen. Die erforderlichen Materialien für Rück-
oder so gering wie möglich zu halten. Diese Maßnah- haltung und Reinigung müssen in ausreichender
men sind im Vorfeld festzulegen und die erforderli- Menge zur Verfügung stehen. Den Mitarbeiterinnen
chen Mittel, wie z. B. Persönliche Schutzausrüstung, und Mitarbeitern müssen Methoden und Material
zur Verfügung zu stellen. Dabei ist zu bedenken, in bekannt sein.
welchen Mengen der Stoff austreten und wohin er

6. Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung:

Personenbezogene Vorsichtsmaßnahmen:
Zündquellen entfernen. Für ausreichende Lüftung sorgen. Dämpfe nicht einatmen.
Schutzvorschriften (siehe Kapitel 7 und 8) beachten.
Umweltschutzmaßnahmen:
Nicht in die Kanalisation gelangen lassen. Bei der Verschmutzung von Flüssen, Seen oder Abwasser-
leitungen entsprechend den örtlichen Gesetzen die jeweils zuständige Behörde in Kenntnis setzen.
Verfahren zur Reinigung/Aufnahme:
Ausgetretenes Material mit unbrennbarem Aufsaugmittel (z. B. Sand, Erde, Kieselgur, Vermiculite)
eingrenzen und zur Entsorgung nach den örtlichen Bestimmungen in den dafür vorgesehenen Behäl-
tern sammeln. Vorzugsweise mit Reinigungsmittel säubern, möglichst keine organischen Lösemittel
benutzen.

15
Beim vorangehenden beispielhaften Ausschnitt aus ■ Hinweise im Sicherheitsdatenblatt lauten u. a.:
dem Sicherheitsdatenblatt müssten unter anderem „Nicht in die Kanalisation gelangen lassen.“ sowie
folgende Fragen bezüglich Maßnahmen bei unbeab- „Ausgetretenes Material mit unbrennbarem Auf-
sichtigter Freisetzung geklärt werden: saugmittel eingrenzen.“
■ „Für ausreichende Lüftung sorgen.“ In diesen Fällen müssen geeignete Bindemittel in
Es ist zu klären, ob die Lüftung durch einen Abzug, ausreichender Menge vorhanden sein; evtl. ist das
das Öffnen von Fenstern oder Türen erfolgen soll. ausgetretene Produkt (unter Bedachtnahme auf
■ „Geeigneten Atemschutz bereitstellen.“ den Umweltschutz) zu verdünnen.
Der geeignete Atemschutz muss auch in entspre-
chender Menge je nach Anzahl der gefährdeten Weitere Hinweise sind in den Abschnitten 8 und 13
Personen zur Verfügung stehen. zu finden.
■ „Zündquellen entfernen.“
Explosionsschutz gemäß VEXAT notwendig.

16
Abschnitt 7: Handhabung und Lagerung
Handhabung und Lagerung

Schutzmaßnahmen zur Sichere Lagerung bei Spezifische Endanwendungen


sicheren Handhabung Unverträglichkeiten

■ Empfehlungen ■ Risikominimierung
• geschlossene Anlagen • explosionsfähige Atmosphären
• Verhinderung von Bränden • korrosive Bedingungen
• Aerosol- und Staubbildung • Entzündbarkeit
• unverträgliche Stoffgemische • unverträgliche Stoffe oder
Gemische
■ allgemeine Hygienemaßnahmen • Verdunstungsgefahr
• nicht essen, trinken, rauchen • potenzielle Zündquellen
• Hände waschen
• Ablegen kontaminierter Kleidung ■ Wirkungen folgender Faktoren
• Witterungsverhältnisse
• Umgebungsdruck
• Temperatur
• Sonnenlicht
• Feuchtigkeit
• Schwingungen
■ Konservierung des Produkts
• Stabilisatoren
• Antioxidationsmittel
■ sonstige Informationen
• Belüftung
• Lagerräume oder -behälter
• Mengenbegrenzungen für
Lagerung
• geeignete Verpackung

7. Handhabung und Lagerung

7.1 Schutzmaßnahmen zur sicheren Handhabung


Hinweise zum sicheren Umgang:
Behälter dicht geschlossen halten. Für ausreichenden Luftaustausch und/oder Absaugung in den
Arbeitsräumen sorgen. Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden. Notfallaugenduschen
sollten in unmittelbarer Nähe verfügbar sein.
Hygienemaßnahmen:
Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten. Beschmutzte, getränkte Kleidung
sofort ausziehen. Gas/Rauch/Dampf/Aerosol nicht einatmen. Straßen- und Arbeitskleidung getrennt
aufbewahren. Berührung mit der Haut und den Augen vermeiden. Bei der Arbeit nicht essen, trinken,
rauchen. Vor den Pausen und bei Arbeitsende Hände waschen. Schwangere Frauen und Frauen im
gebärfähigen Alter sollten diesem Produkt nicht ausgesetzt werden.

17
Ausgehend von den P-Sätzen und Expositionssze- gefährlichen Reaktionen bei Unverträglichkeit ausge-
narien werden hier ergänzende Informationen zur setzt sind.
sicheren Handhabung eines Stoffs oder Gemischs
angeführt. Die Arbeitgeberinnen bzw. Arbeitgeber erhalten in
diesem Abschnitt Hinweise, die in die regelmäßige
Handhabungshinweise müssen in die Unterweisung Unterweisung und Information der Arbeitnehmerin-
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfließen, nen und Arbeitnehmer (§12, §14 ASchG) über die
gegebenenfalls sind auch Hinweistafeln anzubringen. erforderlichen Hygienemaßnahmen am Arbeitsplatz
Damit wird vermieden, dass die betroffenen Arbeit- und die Maßnahmen im Falle von Kontaminierung
nehmerinnen und Arbeitnehmer gesundheitsschädli- von Körper oder Kleidung einfließen sollen.
chen Aerosolen, Dämpfen oder Stäuben und

7.2 Bedingungen zur sicheren Lagerung unter Berücksichtigung von Unverträglichkeiten


Anforderungen an Lagerräume und Behälter:
An einem Platz lagern, der nur berechtigten Personen zugänglich ist. An einem Ort mit lösemittelsi-
cherem Boden aufbewahren. Im Originalbehälter lagern. Geeignete Behältermaterialien: Kohlenstoff-
stahl, Edelstahl.
Hinweise zum Brand- und Explosionsschutz:
Brennbare Flüssigkeiten: Dämpfe können mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Dämpfe sind
schwerer als Luft und breiten sich über dem Boden aus. Von Zündquellen fernhalten – nicht rauchen.
Maßnahmen gegen elektrostatisches Aufladen treffen.
Weitere Angaben zu Lagerbedingungen:
Dicht verschlossen, kühl und trocken aufbewahren. An einem gut belüfteten Ort aufbewahren.

Aufgrund der Angaben im Sicherheitsdatenblatt ist Zusätzliche Informationen können aus der GESTIS
festzulegen, in welcher maximalen Menge und in Gefahrstoffdatenbank, Nachschlagewerken wie „Ge-
welchen Lagerbereichen das Produkt gelagert werden fährliche chemische Reaktionen“ (Roth Weller) oder
darf. Zusammenlagerungsverbote sind zu beachten auch aus dem Abschnitt 8 des Sicherheitsdatenblattes
(räumlich getrennte Lagerung, z. B. auf Auffangwan- bezogen werden.
nen, Lagerung in getrennten Räumen bzw. Brandab-
schnitten).

18
Übersicht zur gemeinsamen Lagerung von gefährlichen Arbeitsstoffen
Die nachstehende Tabelle 1 zeigt, ob die gemeinsame Lagerung folgender zwölf Arten gefährlicher Arbeits­
stoffe möglich ist oder nicht bzw. ob sie nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

1
explosive Stoffe 6
oxidierende Stoffe (brandfördernde organische Peroxide Typ C+D und E+F
Stoffe)
2
Stoffe mit akuter Toxizität (Kategorie 1, 9 krebserzeugende Stoffe (kanzerogene
2, 3 und 4); Stoffe mit spezifischer 7
ätzende Stoffe (Säuren und Laugen); Stoffe); erbgutverändernde Stoffe
Zielorgan-Toxizität (Kategorie 1 und 2); Sensibilisierung der Haut; Stoffe mit (mutagene Stoffe);
Aspirationsgefahr; Sensibilisierung der spezifischer Zielorgan-Toxizität fortpflanzungsgefährdende Stoffe
Atemwege (Kategorie 3, H335) (reproduktionstoxische Stoffe)
3
brennbare Flüssigkeiten; pyrophore 8
entzündbare Feststoffe; pyrophore 10 Stoffe mit spezifischer Zielorgan-
(selbstentzündliche) Flüssigkeiten (selbstentzündliche) Feststoffe; Toxizität (Kategorie 3, H336)
selbsterhitzungsfähige Stoffe und
4 Gaselager 11 selbstzersetzliche Stoffe und Gemische
Gemische;
Typ A+B; organische Peroxide Typ A+B
5
Aerosolpackungen Stoffe und Gemische, die in Berührung
mit Wasser entzündbare Gase 12 akut gewässergefährdende Stoffe;
entwickeln; selbstzersetzliche Stoffe chronisch gewässergefährdende Stoffe
und Gemische Typ C+D und E+F;
ja Eine gemeinsame Lagerung ist möglich.

nein Eine gemeinsame Lagerung ist nicht möglich.

m. E. Eine gemeinsame Lagerung ist mit Einschränkungen möglich, d. h. es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Stoff
Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

1 m. E. nein nein nein nein nein nein nein nein nein nein nein

2 nein ja m. E. nein nein nein nein nein nein nein nein nein

3 nein m. E. m. E. nein nein nein nein nein nein nein nein nein

4 nein nein nein m. E. nein nein nein nein nein nein nein nein

5 nein nein nein nein ja nein m. E. nein nein m. E. nein m. E.

6 nein nein nein nein nein ja m. E. m. E. m. E. ja nein m. E.

7 nein nein nein nein m. E. m. E. m. E. m. E. m. E. ja nein m. E.

8 nein nein nein nein nein m. E. m. E. ja m. E. ja nein m. E.

9 nein nein nein nein nein m. E. m. E. m. E. ja ja nein m. E.

10 nein nein nein nein m. E. ja ja ja ja ja nein ja

11 nein nein nein nein nein nein nein nein nein nein ja nein

12 nein nein nein nein m. E. m. E. m. E. m. E. m. E. ja nein ja

Tabelle 1: Übersicht gemeinsame Lagerung gefährlicher Arbeitsstoffe

19
Übersicht zur Lagerung von gefährlichen Arbeitsstoffen gemäß
Stoff- Haupt-­ gesetzliche
Arbeitsstoff H-Sätze Bemerkungen
Nr. Piktogramm Grundlagen
H200, H201, Verträglichkeitsgruppen gemäß
1 explosive Stoffe H202, H203, §§ 34, 35 SprG Gefahrguttransport sind zu berück­
H204, H205 sichtigen.

mit akuter Toxizität H300, H310,


Lagerräume nur für Gifte: versperrt
(Kategorie 1 und 2) H330 und für Unbefugte unzugänglich.
Lagerräume auch für andere Stoffe/
mit akuter Toxizität H301, H311, Gemische: Gifte im Sicherheits­
(Kategorie 3) H331 schrank, fest angebracht, mit
Versperrvorrichtung, Schutz vor
mit akuter Toxizität H302, H312, unbefugtem Zugriff.
(Kategorie 4) H332 § 35, §§ 41
bis 43, 46, 48 Für Arbeitsstoffe mit akuter Toxizität
mit spezifischer Zielorgan- ChemG; (Kategorie 1, 2 und 3) oder mit spezi­
2 H370, H372 §12 Giftverord­ fischer Zielorgan-Toxizität (Kategorie
Toxizität (Kategorie 1)
nung; 1) gilt: Giftbezugsschein oder -lizenz
mit spezifischer Zielorgan- § 65 Abs. 4 AAV sind für den Erwerb erforderlich,
H371, H373 Aufzeichnungen über den Verbleib
Toxizität (Kategorie 2)
müssen geführt werden. Verlust oder
irrtümliche Abgabe (gilt für den In­
mit Aspirationsgefahr H304 verkehrbringer) müssen unverzüglich
der Bezirksverwaltungsbehörde oder
der Bundespolizeibehörde gemeldet
mit Sensibilisierung der Atemwege H334 werden.

Wenn bestimmte Lagermengen und


Gebindegrößen nicht überschritten
werden, keine Anforderung an den
Raum.
brennbare Flüssigkeiten; Eine Zusammenlagerung von beson­
H224, H225, § 68, §§ 81 bis
3 pyrophore (selbstentzündliche) 83 VbF
ders gefährlichen brennbaren Flüssig­
H226, H250 keiten mit brennbaren Flüssigkeiten
Flüssigkeiten
der Gefahrenklassen I bis III ist nur in
Sicherheitsschränken zulässig, außer
der Anteil der besonders gefährlichen
brennbaren Flüssigkeiten ist ≤ 5 Liter.

ÖNORM M
H220, H221, 7379, Punkt 3.4; Toxische Gase müssen separat gela­
4 Gaselager H270, H280, §§ 13, 18, 54, gert werden. Abstand brennbare und
H281 61, 69 FGV; brandfördernde Gase ≥ 2 m.
§ 65 Abs. 5 AAV

Lagerraum: nur Druckgaspackungen


lagern.
§§ 8 bis 20 und
Vorratsraum: wenn > 100 m²,
5 Aerosolpackungen H222, H223 §§ 21 bis 27
Lagerung mit leicht entzündlichen
DGPLV
Stoffen und Waren erlaubt; Abstand
zueinander ≥ 5 m.
Tabelle 2: Übersicht zur Lagerung gefährlicher Arbeitsstoffe (gem. GHS-Kennzeichnung), für die eigene Lagerräume definiert sind.

AAV: Allgemeine Arbeitnehmerschutzverordnung Giftverordnung: Giftverordnung 2000


ASchG: ArbeitnehmerInnenschutzgesetz ÖNORM M 7379: „Gaselager – Lagerung von Gasflaschen
ChemG: Chemikaliengesetz 1996 und anderen ortsbeweglichen
DGPLV: Druckgaspackungslagerungsverordnung 2002 Druckgefäßen“
FGV: Flüssiggas-Verordnung 2002 SprG: Sprengmittelgesetz 2010
VbF: Verordnung über brennbare Flüssigkeiten

20
GHS-Kennzeichnung
Stoff Haupt-­ gesetzliche
Arbeitsstoff H-Sätze Bemerkungen
Nr. Piktogramm Grundlagen

oxidierende Stoffe Abstand zu brennbaren Stoffen


6 H271, H272 ≥ 2 m.
(brandfördernde Stoffe)

H290, H314,
ätzende Stoffe (Säuren und
H318
Laugen)
H315, H319
Säuren und Laugen müssen in/
7 über getrennten Auffangwannen
aufbewahrt werden.
mit Sensibilisierung der Haut H317

mit spezifischer Zielorgan-


H335
Toxizität (Kategorie 3)

entzündbare Feststoffe H228

selbstzersetzliche Stoffe und


H242
Gemische Typ C+D und E+F
organische Peroxide Typ C+D
H242
und E+F
Abstand zu brandfördernden Stoffen
8 pyrophore (selbstentzündliche) ≥ 2 m.
H250
Feststoffe
selbsterhitzungsfähige Stoffe
H251, H252 § 65 AAV;
und Gemische § 44 ASchG
Stoffe und Gemische, die
in Berührung mit Wasser H260, H261
entzündbare Gase entwickeln
krebserzeugende Stoffe H350, H351
Die beabsichtigte Verwendung
dieser Arbeitsstoffe ist dem
9 erbgutverändernde Stoffe H340, H341 Arbeitsinspektorat zu melden.
Generell haben Unbefugte keinen
H360, H361, Zugang zu diesen Stoffen.
fortpflanzungsgefährdende Stoffe
H362
mit spezifischer Zielorgan- Verursachen Schläfrigkeit und
10 H336 Benommenheit bei einmaliger
Toxizität (Kategorie 3) Exposition.
selbstzersetzliche Stoffe und
H240
Gemische Typ A+B Abstand zu brandfördernden Stoffen
11 ≥ 2 m.
organische Peroxide Typ A+B H241

akut gewässergefährdende Stoffe H400


Lagerung über entsprechenden
12 H410, H411 Auffangwannen.
chronisch gewässergefährdende
Stoffe
H412, H413
Tabelle 3: Übersicht zur Lagerung gefährlicher Arbeitsstoffe (gem. GHS-Kennzeichnung), für die sich die Anforderungen an
Lagerräume aus der Gefahrenbeurteilung ergeben.

21
Abschnitt 8: Begrenzung und
Überwachung der Exposition/Persönliche
Schutzausrüstungen
Begrenzung und Überwachung der Exposition/Persönliche Schutzausrüstungen

Zu überwachende Grenzwerte Begrenzung und Überwachung Begrenzung und Überwachung


der Exposition der Umweltexposition

Nur, wenn dem Sicherheitsdatenblatt kein Nur, wenn dem Sicherheitsdatenblatt kein
Expositionsszenarium beigelegt ist. Expositionsszenarium beigelegt ist.

■ über 8 Stunden gewichteter ■ technische Schutzeinrichtungen ■ Risikomanagement


Durchschnittswert (TMW) ■ Raumlüftung
• MAK-Wert
• TRK-Wert ■ Absaugung
■ Kurzzeitgrenzwert (KZW) ■ Kapselung
• MAK-Wert ■ Persönliche Schutzausrüstung
• TRK-Wert ■ Augen-/Gesichtsschutz
■ biologische Grenzwerte ■ Hautschutz
■ unter bestimmten Bedingungen ■ Atemschutz
• DNEL-Wert
• PNEC-Wert

8.1 Zu überwachende Parameter


Bestandteile mit arbeitsplatzbezogenen, zu überwachenden Grenzwerten:

Stoff CAS-Nr. MAK-TMW MAK-KZW


Ethanol 64-17-5 1900 mg/m , 1000 ml/m
3 3
3800 mg/m3, 2000 ml/m3

In Abschnitt 8 des Sicherheitsdatenblatts muss auf die ■ TMW (Tagesmittelwert): Beurteilungszeitraum


geltenden österreichischen Grenzwerte für arbeits- i.d.R. 8 Stunden/Tag, 40 Stunden/Woche
bedingte Exposition und die erforderlichen Risikoma- ■ KZW (Kurzzeitwert): Nur in sehr kurzen, in der
nagementmaßnahmen eingegangen werden: GKV festgelegten Beurteilungszeiträumen darf der
■ MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatzkonzentration): TMW-Wert überschritten werden.
Schadstoffgrenzwert in der Luft am Arbeitsplatz,
gesetzlich geregelt in der Grenzwerte-Verordnung Achtung: Sind Begriffe wie TWA, STEL oder
(GKV) AGW angeführt, handelt es sich um ein Sicher-
■ TRK-Wert (Technische Richtkonzentration): Schad- heitsdatenblatt für den deutschen Markt! Die-
stoffgrenzwert in der Luft am Arbeitsplatz, gilt für se Werte sind nicht notwendigerweise iden-
CMR-Stoffe, gesetzlich geregelt in der Grenzwer- tisch mit den österreichischen Grenzwerten.
te-Verordnung (GKV)

22
Abgeleitete Expositionshöhe ohne Beeinträchtigung

Anwendungsgebiet: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer


Expositionswege: Hautkontakt
Auswirkung auf die Gesundheit: systemische Effekte
Wert: 3,31 mg/kg/Tag
Anmerkungen: langzeitige Exposition

Anwendungsgebiet: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer


Expositionswege: Einatmen
Auswirkung auf die Gesundheit: systemische Effekte
Wert: 15 mg/m3
Anmerkungen: langzeitige Exposition

Gegebenenfalls enthält das Sicherheitsdatenblatt: ■ PNEC (Predicted No-Effect Concentration): jene


■ DNEL (Derived No-Effect Level): maximal gesund- Konzentration des Stoffs, unterhalb derer für den
heitlich verträgliche Aufnahmemenge laut Her- betroffenen Umweltbereich keine schädlichen Wir-
stellerempfehlung zur sicheren Verwendung. Hier kungen zu erwarten sind. Diese Konzentration
werden verschiedene Personenkreise (Arbeiterin- wird als vorhergesagte (abgeschätzte) Konzentrati-
nen und Arbeiter, Allgemeinbevölkerung) und Auf- on bezeichnet, bei der keine Wirkung auftritt, und
nahmewege (Verschlucken, Einatmen, Aufnahme stellt somit einen Umweltgrenzwert dar.
über die Haut) berücksichtigt.

DNEL-Werte sind, insbesondere wenn sie tiefer lie- Die Grenzwerte sind generell als zulässige
gen als der entsprechende MAK-Wert, bei der Ge- Höchstkonzentrationen zu verstehen.
fährdungsbeurteilung und Maßnahmenfestlegung Gesetzlich ist die Arbeitgeberin bzw. der
zu berücksichtigen. Arbeitgeber gefordert, die Belastung so
weit wie möglich zu reduzieren.

23
Persönliche Schutzausrüstung

Atemschutz
Hinweis: Erforderlich bei Auftreten von Dämpfen
und Aerosolen.
Atemschutzgerät mit Filter.
Empfohlener Filtertyp: A

Handschutz
Material: Butylkautschuk
Durchbruchzeit: ≥8h
Handschuh-Stärke: 0,5 mm
Hinweis: Auswahl des Handschuhmaterials unter Beachtung
der Durchbruchzeiten, Permeationsraten und der
Degradation. Beachten Sie die Angaben des Herstellers
in Bezug auf Durchlässigkeit und Durchbruchzeit sowie die
besonderen Bedingungen am Arbeitsplatz (mechanische
Belastung, Kontaktdauer).
Schutzhandschuhe sollten bei ersten Abnutzungs­
erscheinungen ersetzt werden, auch vor Erreichen der
Durchbruchzeit!

Augenschutz
Hinweis: Dicht schließende Schutzbrille.

Haut- und Körperschutz


Hinweis: Bei der Arbeit geeignete Schutzbekleidung tragen.

Bei der Begrenzung und Überwachung der Exposition noch erforderlich ist, erfolgen nach der Gefährdungs-
haben technische und organisatorische Maßnahmen beurteilung am jeweiligen Arbeitsplatz. Die Angaben
Vorrang vor dem Einsatz von Persönlicher Schutzaus- zur erforderlichen PSA müssen konkret sein, andern-
rüstung (PSA). Die Beurteilung der tatsächlichen be- falls ist beim Hersteller oder Importeur eine Nachbes-
trieblichen Exposition und die Festlegung, welche PSA serung des Sicherheitsdatenblattes anzufordern.
nach Ausschöpfung aller anderen Schutzmaßnahmen

24
Abschnitt 9: Physikalische und chemische
Eigenschaften
Physikalische und chemische Eigenschaften

Grundlegende physikalische Sonstige Angaben


und chemische Eigenschaften
(Beispiele)

■ Aussehen ■ Mischbarkeit
■ Schmelzpunkt ■ Fettlöslichkeit
■ Siedepunkt ■ Leitfähigkeit
■ Flammpunkt
■ Dampfdruck
■ Zersetzungstemperatur

9.1 Angaben zu den grundlegenden physikalischen und chemischen Eigenschaften


Aussehen:
- Aggregatzustand: flüssig
- Farbe: farblos, klar
Geruch: stechend
Geruchsschwelle: keine Information verfügbar
pH-Wert: 1,1 bei 20 °C
Schmelzpunkt/Gefrierpunkt: - 8 °C
Siedebeginn und Siedebereich: 104 °C, bei 1013 hPa
Flammpunkt: 90 °C, Methode: DIN 51755
Zündtemperatur: 550 °C
Explosionsgrenzen: (bezogen auf wasserfreie Essigsäure)
- Untere Explosionsgrenze: 4 % (v/v) (100 g/m3)
- Obere Explosionsgrenze: 17 % (v/v) (430 g/m3)
Dampfdruck: 120 hPa bei 50 °C
20 hPa bei 20 °C
Relative Dampfdichte: keine Information verfügbar
Dichte: ca. 1,071 g/cm3 bei 20 °C
Löslichkeit(en): Wasserlöslichkeit bei 20 °C: beliebig mischbar
Verteilungskoeffizient: - 0,17 (Log pOW)
n-Octanol/Wasser: (bezogen auf wasserfreie Essigsäure)
Selbstentzündungstemperatur: keine Information verfügbar
Zersetzungstemperatur: keine Information verfügbar

9.2 Sonstige Angaben


Brechungsindex: 1,37182 bei 20 °C

25
Die Angaben zu den grundlegenden physikalischen Die 80%ige Essigsäure im vorausgehenden Beispiel
und chemischen Eigenschaften können für die Iden- hat einen Flammpunkt von 90 °C und ist wasser-
tifizierung sowie für die Lagerung und Verarbeitung mischbar. Daher unterliegt sie nicht der Verordnung
des Stoffs oder Gemischs hilfreich sein. über brennbare Flüssigkeiten. Die angegebenen
Explosionsgrenzen beziehen sich auf konzentrier-
Zudem beziehen sich manche gesetzlichen Regelun- te Essigsäure und sind daher nicht direkt relevant.
gen auf physikalische oder chemische Eigenschaften. Hilfreicher ist hier der Verweis auf den Flammpunkt
Die Verordnung über brennbare Flüssigkeiten nimmt im Zusammenhang mit § 3 Abs. 2 der VEXAT. Bei
beispielsweise Bezug auf den Flammpunkt (< 100 °C besonderen Verarbeitungsbedingungen, z. B. beim
bzw. < 55 °C) und die Mischbarkeit mit Wasser. Versprühen, können die Konzentrationen der Explo-
Wenn Hinweise auf die Bildung explosionsfähiger sionsgrenzen dennoch relevant sein. Sicherheitstech-
Atmosphären bzw. die Explosionsgrenzen angegeben nisch interessant ist der pH-Wert, der mit 1,1 sehr
sind, ist die VEXAT anzuwenden. sauer ist. Die Gefahr der ätzenden Wirkung ist bereits
aus der Stoffeinstufung (siehe Abschnitt 2) ersichtlich.

26
Abschnitt 10: Stabilität und Reaktivität
Stabilität und Reaktivität

Reaktivität Chemische Gefährliche Zu Unverträgliche Gefährliche


Stabilität Reaktionen vermeidende Materialien Zersetzungs-
Bedingungen produkte

■ Angabe der ■ unter norma­ ■ Abgabe von ■ Temperatur ■ Familien von ■ bei Verwen­
Gefahren len Umge­ übermäßigem ■ Druck Stoffen oder dung
■ Unverträglich­ bungsbedin­ Druck Gemischen, ■ bei Lagerung
gungen stabil (ja/nein) ■ Licht bei welchen
keiten ■ beim Ver­
(ja/nein) ■ Abgabe von ■ Erschütterung es bei Kontakt
zu gefährli­ schütten
■ Stabilisatoren übermäßiger ■ statische
Wärme Entladung chen Reaktio­ ■ bei Erwär­
■ Sicherheits­ nen kommen mung
hinweise (ja/nein) ■ Schwingun­ kann
■ gefährliche gen
• Wasser
Bedingungen • Säuren
• Basen
• Oxidations­
mittel

10. Stabilität und Reaktivität


10.1 Reaktivität
Dämpfe können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bilden.
10.2 Chemische Stabilität
Keine Zersetzung bei bestimmungsgemäßer Verwendung.
10.3 Möglichkeit gefährlicher Reaktionen
Explosionsgefahr, Entzündungsgefahr bzw. Entstehung entzündlicher Gase und Dämpfe mit:
Alkalimetallen, Erdalkalimetallen, Alkaloiden, starken Oxidationsmitteln, Halogenen oder Halogen­
verbindungen, Chrom(VI)-oxid, Chromylchlorid, Ethylenoxid, Fluor, Perchloraten, Perchlorsäure,
Permangansäure, Phosphoroxid, Salpetersäure, Kaliumpermanganat/Schwefelsäure, Stickstoff­
dioxid, Uranhexafluorid und Wasserstoffperoxid.
10.4 Zu vermeidende Bedingungen
Erwärmung
10.5 Unverträgliche Materialien
Verschiedene Kunststoffe, Gummi.
10.6 Gefährliche Zersetzungsprodukte
Keine gefährlichen Zersetzungsprodukte bekannt.

Die Informationen über die Stabilität und Reaktivität Betriebszustände auftreten, bei denen es zu den hier
des Produkts sind bei den Lager- und Verarbeitungs- beschriebenen gefährlichen Reaktionen kommen
bedingungen zu berücksichtigen. Es dürfen keine kann.

27
Abschnitt 11: Toxikologische Angaben
Toxikologische Angaben

Gefahrenklassen Expositionswege Symptome Wirkungen


(Beispiele)

■ akute Toxizität ■ Verschlucken ■ nach niedriger Expo­ ■ akut


■ Ätz-/Reizwirkung auf ■ Einatmen sition ■ chronisch
die Haut ■ Haut-/Augenkontakt ■ nach hoher Exposition
■ Sensibilisierung
■ krebserzeugende
Eigenschaften
■ spezifische Zielorgan-
Toxizität

11. Angaben zur Toxikologie


Akute Toxizität:

Einstufungsrelevante LD/LC50-Werte
Komponente Art Wert
9016-87-9 Diphenylmethandisocyanat, Oral LD50 5000 mg/kg
Isomere + Homologe

Primäre Reizwirkung:
An der Haut: Reizt die Haut und die Schleimhäute.
Am Auge: Reizwirkung
Sensibilisierung: Durch Einatmen Sensibilisierung möglich.
Durch Hautkontakt Sensibilisierung möglich.
Toxikologische Prüfung: ---
Erfahrungen aus der Praxis: ---
Zusätzliche toxikologische Hinweise: Das Produkt weist aufgrund des Berechnungsverfahrens
der Allgemeinen Einstufungsrichtlinie der EG für
Zubereitungen in der letztgültigen Fassung folgende
Gefahren auf: hochentzündlich, gesundheitsschädlich.

Die toxikologischen Angaben beziehen sich zumeist


auf die Inhaltsstoffe als Reinstoffe und nicht auf Auch ein nicht untersuchter Stoff kann
das Gemisch (Verdünnungseffekt). Sie richten sich bedenklich und gefährlich sein!
vorrangig an (Arbeits-)Medizinerinnen und -Medizi-
ner, Sicherheitsfachkräfte und Toxikologinnen bzw.
Toxikologen.

28
Abschnitt 12: Umweltbezogene Angaben
Umweltbezogene Angaben

Toxizität Persistenz und Bioakkumulati- Mobilität im Ergebnisse der Andere


Abbaubarkeit onspotenzial Boden PBT- und vPvB- schädliche
Beurteilung Wirkungen

■ an aquati­ ■ Prüfergeb­ ■ Octanol/ ■ Neigung zu


schen Orga­ nisse Wasser­­ bodennaher
nismen, akut/ Verteilungs­ Ozonbildung
chronisch koeffizient ■ Neigung zu
• Fische (Kow) Ozonabbau
• Krebstiere ■ Biokonzent­
• Algen ■ Neigung zur
• Wasser­ rationsfaktor Störung
pflanzen (BCF) endokriner
Systeme
■ an terrestri­
schen
Organismen
• Mikro-/
Makro­
organismen
im Boden
• Vögel
• Bienen
• Pflanzen

Dieser Abschnitt ist für den Schutz der Arbeitneh-


merinnen und Arbeitnehmer nicht direkt relevant und
richtet sich vorrangig an die Umweltschutzbeauftrag-
te bzw. den Umweltschutzbeauftragten.

29
Abschnitt 13: Hinweise zur Entsorgung
Hinweise zur Entsorgung

Verfahren der Rechtsvorschriften


Abfallbehandlung

■ für Stoff oder Gemisch ■ EU-Regelungen


■ Art des Behälters ■ nationale Bestimmungen
■ nicht über das Abwasser entsorgen ■ regionale Bestimmungen
■ Vorsichtsmaßnahmen bei Abfall­
behandlungslösungen

13. Hinweise zur Entsorgung

13.1 Verfahren zur Abfallbehandlung


Produkt: Ein Entsorgen zusammen mit normalem Abfall ist nicht
erlaubt. Eine spezielle Entsorgung gemäß lokalen
gesetzlichen Vorschriften ist erforderlich.
Nicht in die Kanalisation gelangen lassen.
Verunreinigte Verpackungen: Reste entleeren. Explosionsrisiko. Leere Behälter einer
anerkannten Abfallentsorgungsanlage zuführen zwecks
Wiedergewinnung oder Entsorgung. Wie ungebrauchtes
Produkt entsorgen.
Europäischer Abfallkatalogschlüssel: Die Abfallschlüsselnummer soll vom Verbraucher –
gemäß dem Verwendungszweck des Produkts – festge-
legt werden.
Abfallschlüssel Österreich: 55311

In diesem Abschnitt des Sicherheitsdatenblatts finden Für den Stoff oder das Gemisch, aber auch das
sich Angaben für eine ordnungsgemäße Abfallbe- kontaminierte Verpackungsmaterial sind geeignete
handlung des Stoffs oder Gemischs und/oder seiner Behälter und Verfahren für die Abfallbehandlung
Verpackung. Personen, die Tätigkeiten bei der Abfall- angegeben.
behandlung durchführen, müssen auch die Sicher-
heitsinformationen aus Abschnitt 8 berücksichtigen.
Abfälle können andere Eigenschaften ha-
Über das Elektronische Datenmanagement Portal des ben als ihre Ausgangsstoffe und müssen
Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus dahingehend einer Gefährdungsbeurteilung
(www.edm.gv.at) sind sämtliche Informationen zur unterzogen werden.
Entsorgung von Abfällen erhältlich. Das aktuelle Ab-
fallverzeichnis enthält die Abfallschlüsselnummern.

30
Abschnitt 14: Angaben zum Transport
Angaben zum Transport

Rechtsvorschriften zum Trans- Kennzeichnungselemente


port gefährlicher Güter

■ Straßenverkehr (ADR) ■ Gefahrgutklasse


■ Eisenbahnverkehr (RID) ■ UN-Nummer
■ Binnenschiffverkehr (ADN) ■ UN-Versandbezeichnung
■ Luftverkehr (ICAO) ■ Transportgefahrenklassen
■ Hochsee (IMDG) ■ Verpackungsgruppe
■ Umweltgefahren
■ besondere Vorsichtsmaßnahmen
für die Verwenderin bzw. den
Verwender

14. Angaben zum Transport

Landtransport ADR/RID:
ADR/RID-Klasse: 8 (Ätzend)
Verpackungsgruppe: II
Kemler-Zahl: 80
UN-Nummer: 2790
Bezeichnung des Gutes: ESSIGSÄURE, LÖSUNG
Tunnelcode: (E)
Seeschifftransport IMDG:
IMDG-Klasse: 8 (Ätzend)
UN-Nummer: 2790
Verpackungsgruppe: II
EMS-Nummer: F-A, S-B
Marine pollutant: Nein/No
Bezeichnung des Gutes: ACETIC ACID SOLUTION
Lufttransport ICAO-TI und IATA-DGR:
ICAO/IATA-Klasse: 8 (Ätzend)
UN/ID-Nummer: 2790
Verpackungsgruppe: II
Bezeichnung des Gutes: ACETIC ACID SOLUTION

Der Abschnitt 14 richtet sich an Unternehmen, die Die UN-Nummer ist für einen Gefahrstoff, eine
mit der Verpackung oder Beförderung gefährlicher gefährliche Stoffgruppe oder einen gefährlichen
Güter befasst sind. Erforderliche Maßnahmen sind Gegenstand festgelegt. Gefahrgüter mit ähnlichen
mit der bzw. dem Gefahrgutbeauftragten abzustim- Eigenschaften werden in Klassen zusammengefasst,
men. die mit den Ziffern 1 bis 9 bezeichnet werden.

31
Abschnitt 15: Rechtsvorschriften
Rechtsvorschriften

Vorschriften zu Sicherheit, Ge- Spezifische Rechtsvorschriften Stoffsicherheitsbeurteilung


sundheits- und Umweltschutz für den Stoff oder das Gemisch

Im Abschnitt 15 finden sich rechtlich relevante Anga- Falls für einen Stoff eine sogenannte Stoffsicherheits-
ben für den Stoff oder das Gemisch, die noch nicht beurteilung nach REACH eingereicht wurde, ist dies
im Sicherheitsdatenblatt erwähnt wurden. hier angegeben; d. h. für diesen Stoff wurde eine
Reihe an Untersuchungen zu seinem Gefährdungspo-
tenzial durchgeführt.

Abschnitt 16: Sonstige Angaben


Sonstige Angaben

Überarbeitung Legende für Literaturangaben Gefahrenhinweise Sicherheits­


des Sicherheits- verwendete und Datenquellen (H-Sätze) hinweise
datenblattes Abkürzungen (P-Sätze)

Abschnitt 16 umfasst Angaben, die nicht in den


Abschnitten 1 bis 15 enthalten sind.

32
Glossar
AGW Arbeitsplatzgrenzwert für Deutschland
Akkumulation Anreicherung
ASchG ArbeitnehmerInnenschutzgesetz
Aufnahmewege Dieser Begriff beschreibt, auf welche Arten ein Stoff in den Körper gelangen kann (Einatmen,
Verschlucken oder Hautkontakt).
BAT-Wert Biologischer Arbeitsstofftoleranzwert. Höchstzulässige Konzentration eines Abbauproduktes im
menschlichen Blut bzw. Harn. In Österreich nicht gesetzlich geregelt.
bioakkumulierend Stoffe, die sich in Lebewesen (Pflanzen, Tieren, Menschen) anreichern, wodurch Konzentrationen
in einem Gewebe erreicht werden, die toxische Effekte haben können.
CAS-Nr. Chemical Abstracts Service Number. Eindeutige Identifizierungsnummer für Chemikalien, z. B.
[50-00-0] Formaldehyd.
Charakterisierung des Stoffgruppe, zu der ein Produkt gehört, z. B. aliphatischer Alkohol, Ester, aromatisches Amin,
Produktes Säure.
CLP-Verordnung Classification, Labelling and Packaging of Chemicals: EU-Verordnung zur Einstufung,
Kennzeichnung und Verpackung von Chemikalien, regelt das GHS.
CMR-Stoffe Sammelbezeichnung für Stoffe, die krebserzeugende (cancerogene), erbgutverändernde (muta­
gene) und/oder fortpflanzungsgefährdende (reproduktionstoxische) Eigenschaften haben.
Dampfdruck Maß für die Flüchtigkeit eines Stoffs. Je höher der Dampfdruck ist, desto schneller verdampft ein
Stoff. Der Dampfdruck steigt stark überproportional mit der Temperatur.
Dichte Gibt an, wie schwer eine bestimmte Volumseinheit ist (1 cm³ Wasser wiegt 1 g; 1 cm3 Eisen
wiegt 7,5 g).
DNEL Derived No-Effect Level. Expositionshöhe, unter der ein Stoff die Gesundheit des Menschen nicht
beeinträchtigt. Nur für toxische Stoffe, nicht für krebserzeugende und erbgutverändernde Stoffe.
ECHA Europäische Chemikalienagentur
Eignungs- und In bestimmten Zeitabständen erfolgende ärztliche Untersuchungen nach § 49 ArbeitnehmerIn­
Folgeuntersuchungen nenschutzgesetz, falls die Gefährdungsbeurteilung eine diesbezügliche Notwendigkeit ergibt.
nach VGÜ Näher geregelt sind die Untersuchungen in der Verordnung über die Gesundheitsüberwachung
am Arbeitsplatz (VGÜ).
EINECS-Nr./ELINCS-Nr. substanzspezifische europäische Stoffnummer
erbgutverändernd Stoffe oder Einflussfaktoren, die eine Änderung der genetischen Information bewirken, z. B.
(auch mutagen) Ethylenoxid.
Exposition Bedeutet, einem Stoff ausgesetzt zu sein.
Flammpunkt Niedrigste Temperatur, bei der sich über einer Flüssigkeit gerade so viel Dampf-Luft-Gemisch
bildet, dass es durch eine externe Zündquelle gezündet werden kann.
fortpflanzungsgefähr- Stoffe oder Einflussfaktoren, die frucht- und fruchtbarkeitsschädigend sein können.
dend (auch reprodukti-
onstoxisch)
gefährliche Diese sind im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (siehe ASchG § 2/6 und § 40) definiert. Dazu
Arbeitsstoffe zählen auch Stoffe, die nicht dem Chemikalienrecht unterliegen und für die somit auch keine
Sicherheitsdatenblätter vorhanden sein müssen, bei denen die Gefährdungsbeurteilung aber
ergibt, dass sie zu Gefährdungen am Arbeitsplatz führen können (z. B. Mehl, radioaktive Stoffe,
Holzstaub und Schweißrauch).
gefährliche Stoffe (nach Stoffe, die gemäß CLP-Verordnung definierte Gefährlichkeitsmerkmale haben, z. B. entzündbar,
dem Chemikalienrecht) hautätzend, akut toxisch.
Gemisch Mischung aus zwei oder mehreren Stoffen

33
GHS Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals, in der CLP-Verordnung
geregelt.
Giftbezugsbewilligung Überbegriff für Giftbezugslizenz und Giftbezugsschein.
Giftbezugslizenz Berechtigung zum wiederholten Bezug einer unbestimmten Menge von Giften.
Giftbezugsschein Berechtigung zum einmaligen Bezug einer bestimmten Menge von Giften.
GKV Grenzwerteverordnung. Dort finden sich nähere Bestimmungen zur Einhaltung von Grenzwerten
und zur messtechnischen Kontrolle.
H-Sätze Hazard Statements – Gefahrenhinweise; lösen die R-Sätze ab.
kennzeichnungsfreie Stoffe, die gemäß CLP-Verordnung nicht gekennzeichnet werden müssen. Trotzdem können von
Stoffe solchen Stoffen Gefahren ausgehen, z. B. von Stickstoff.
krebserzeugend (auch Stoffe oder Einflussfaktoren, die die Entstehung von Krebserkrankungen begünstigen oder
kanzerogen od. cance- verursachen, z. B. Benzol, Hartholzstäube.
rogen)
LC50-Wert Letale Konzentration bei Inhalation, bei der mehr als 50 % der Versuchstiere sterben. Angege­
ben in mg/m3 Luft.
LD50-Wert Letale Dosis bei Verschlucken oder bei Aufnahme über die Haut, bei der mehr als 50 % der
Versuchstiere sterben. Angegeben in mg/kg Körpergewicht.
MAK-Wert Maximale Arbeitsplatzkonzentration. Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stoffe in der Atem­
luft. Die Angabe erfolgt in mg/m³ oder ml/m³ (ppm). In Österreich gibt es MAK-Werte für ca.
600 Stoffe. Bei Einhaltung des MAK-Wertes treten im Allgemeinen keine Gesundheitsschäden
auf (siehe GKV).
Mobilität Wanderungsvermögen eines Stoffs (z. B. Perchlorethen in Beton)
ÖNORM S 2100 Abfallkatalog zur Entsorgung von gefährlichen Abfällen
P-Sätze Precautionary Statements – Sicherheitshinweise; lösen die S-Sätze ab.
PBT Persistent, bioakkumulierbar, toxisch; eine umweltrelevante Eigenschaft, die sich schädigend auf
das Ökosystem auswirkt.
persistent Persistente Stoffe sind in der Umwelt stabil. Sie werden nicht oder nur sehr langsam abgebaut
und können sich deshalb in der Umwelt anreichern.
pH-Wert Maßzahl für die saure, neutrale oder alkalische Reaktion eines wässrigen Mediums. Werte von 0
bis 14.
PNEC Umweltgrenzwert für Gewässer, unter dem es keine schädlichen Effekte gibt.
REACH Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien. Die Verordnung EU
Nr. 453/2010 ist eine Änderungsverordnung zu REACH.
Reinstoff Stoff, der einheitlich zusammengesetzt ist und nur aus einer Teilchensorte besteht, z. B. Aceton,
Kohlenmonoxid oder Ammoniak.
Selbstentzündlichkeit Stoff entzündet sich an der Luft selbst.
Sensibilisierung Überempfindlichkeitsreaktion durch Einatmen von oder Hautkontakt mit bestimmten Stoffen
(Allergie).
Signalwörter „Gefahr“ oder „Achtung“; diese sind Teil der Kennzeichnung nach GHS.
Stoffsicherheitsbericht/ Ergeben sich aus Tests und Studien zu den einzelnen Chemikalien und werden in den meisten
Stoffsicherheitsbeurtei- Fällen geheim gehalten.
lung
Toxikologie Lehre von den Giften, deren Wirkungen und Therapiemöglichkeiten
TRK-Wert Technische Richtkonzentration. Luftschadstoffgrenzwert für Stoffe, für die kein MAK-Wert ange­
geben werden kann wie z. B. für CMR-Stoffe. Die Angabe erfolgt in mg/m³ oder ml/m³ (ppm). In
Österreich gibt es ca. 60 TRK-Werte (siehe GKV). Die Einhaltung mindert nur das Gesundheitsri­
siko, muss daher stets weitestmöglich unterschritten werden.

34
unbeabsichtigte Zum Beispiel Auslaufen eines Produktes aus dem Gebinde oder Undichtwerden eines geschlos­
Freisetzung senen Systems mit Stoffaustritt.
VbF-Klasse Einteilung brennbarer Flüssigkeiten aufgrund des Flammpunktes und der Wassermischbarkeit
gemäß der Verordnung für brennbare Flüssigkeiten (VbF).
VEXAT Verordnung explosionsfähige Atmosphären
VGÜ Verordnung über die Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz
Viskosität Maß für die Zähflüssigkeit
vPvB Sehr persistent, sehr bioakkumulierbar. Langlebige Stoffe, die sich in der Umwelt anreichern.
Wassergefährdungs­ Einteilung gemäß der deutschen Verwaltungsvorschrift über wassergefährdende Stoffe.
klasse
Zündtemperatur Jene Temperatur, bei der sich ein Dampf-Luft-Gemisch an einer heißen Oberfläche entzündet.

Weiterführende Informationen
■ AUVA-Merkblätter
www.auva.at/publikationen
■ Alphabetische Liste der Pestizide: Alphabetic List of All Chemicals in the PAN Pesticides Database (englisch)
http://www.pesticideinfo.org/List_ChemicalsAlpha.jsp
■ Arbeitsplatz- und Gefahrenevaluierung
www.eval.at
■ BAuA, Gefahrstoffe
http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Gefahrstoffe.html
■ BG Chemie, Gefahrstoffdatenbank
http://www.gischem.de/
■ BG Chemie, Gefahrstoffwissen
http://www.gefahrstoffwissen.de/
■ Datenbank Gesundheitseffekte: Health Effects (englisch)
http://www.scorecard.org/health-effects/
■ euSDB, umfassende Sammlung von Sicherheitsdatenblättern
www.eusdb.de
■ GESTIS Internationale Grenzwerte: GESTIS International Limit Values (englisch)
http://limitvalue.ifa.dguv.de
■ GESTIS-Stoffdatenbank
http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll?f=templates&fn=default.htm&vid=gestisdeu:sdbdeu
■ GISBAU-Datenbank
http://www.bgbau.de/gisbau
■ Legaleinstufung alt/neu – CheLIST (englisch/deutsch)
http://chelist.jrc.ec.europa.eu
■ Pestiziddatenbank: PAN Pesticides Database – Chemicals (englisch)
http://www.pesticideinfo.org/Search_Chemicals.jsp
■ Toxikologie Notfallmedizin
http://www.gifte.de/
■ Umweltdatenbank
http://www.umweltdatenbank.de/

35
HSP – M.plus 385 – 04/2018 – tev
Grafik & Layout: Frederic Hutter
Titelfoto: R. Reichhart

Das Sicherheitsdatenblatt

Bitte wenden Sie sich in allen Fragen des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit bei der Arbeit an den Unfall­
verhütungsdienst der für Sie zuständigen AUVA-Landesstelle:

Oberösterreich: Steiermark und Kärnten:


UVD der Landesstelle Linz UVD der Landesstelle Graz
Garnisonstraße 5, 4010 Linz Göstinger Straße 26, 8020 Graz
Telefon +43 5 93 93-32701 Telefon +43 5 93 93-33701

UVD der Außenstelle Klagenfurt


Salzburg, Tirol und Vorarlberg: Waidmannsdorfer Straße 42,
UVD der Landesstelle Salzburg 9020 Klagenfurt am Wörthersee
Dr.-Franz-Rehrl-Platz 5, 5010 Salzburg Telefon +43 5 93 93-33830
Telefon +43 5 93 93-34701

UVD der Außenstelle Innsbruck Wien, Niederösterreich und Burgenland:


Ing.-Etzel-Straße 17, 6020 Innsbruck UVD der Landesstelle Wien
Telefon +43 5 93 93-34837 Webergasse 4, 1200 Wien
Telefon +43 5 93 93-31701
UVD der Außenstelle Dornbirn
Eisengasse 12, 6850 Dornbirn UVD der Außenstelle St. Pölten
Telefon +43 5 93 93-34932 Kremser Landstraße 8, 3100 St. Pölten
Telefon +43 5 93 93-31828

UVD der Außenstelle Oberwart


Hauptplatz 11, 7400 Oberwart
Telefon +43 5 93 93-31901

Infos für fte


krä
Führungs
n
Das Plus a
!
Sicherheit

Das barrierefreie PDF dieses Dokuments gemäß PDF/UA-Standard ist unter www.auva.at/publikationen abrufbar.

Medieninhaber und Hersteller: Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Adalbert-Stifter-Straße 65, 1200 Wien


Verlags- und Herstellungsort: Wien

www.auva.at

Das könnte Ihnen auch gefallen