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UMWELTRECHT

1. Umweltrecht als Querschnittsmaterie


Gesamtheit aller rechtlichen Umweltschutzaktivitäten, die dem Schutz der Umwelt vor
anthropogenen Eingriffen und der Verbesserung der Umweltsituation dienen.
Umweltrecht ist kein einheitliches Recht. Die Bestimmungen sind über einzelne Rechtsbereiche
verteilt (Abfallrecht, Chemikalienrecht usw.) und auch diese Rechtsgebiete sind rechtlich nicht
konkret definiert.

2. Aufbau des Umweltrechts (EU, Bund, Länder)

EU-Verordnung gilt immer direkt und sofort! EU-Richtlinien brauchen länger in der Umsetzung und
werden nicht in allen Ländern gleich umgesetzt.

3. Der Begriff Umweltrecht

 1. Kreis:
Bewahrung
des Einzelnen
vor Gefahr und
Belästigung.
 2. Kreis: Schutz
natürlicher
Lebewesen
und
Bewahrung der

Lebensgrundlagen
= Luftreinhaltung, Schutz der Gewässer, Boden- und Naturschutz
 3. Kreis: Globale Probleme = Ozonschicht, Klimawandel, Verunreinigung der Meere
4. Umweltbehörden für die Überwachung und den Vollzug
Österreich hat keine Umweltbehörde und auch kein Umweltschutzgesetz, Regelungen finden sich in
zahllosen Vorschriften des Bundes und der Länder. Alle Behörden, die zur Vollziehung der
Vorschriften berufen sind = Bund, Länder und Bezirke.

5. Zweck und Prinzipien des Umweltrechts


 Schutzprinzip
o Bewahren von Schützenswertem
 Vorsorgeprinzip
o Reduzierung der Ursachen von Beeinträchtigungen (Vermeide das Vermeidbare -
Stand der Technik)
 Reparatur von Schäden
o Erhaltenswerten Zustand wiederherstellen
 Prinzip Nachhaltigkeit
o Nutzung natürlicher Ressourcen nur in dem Maße, wie sie nachwachsen können
 Verursacherprinzip
o Umweltkosten zahlt der, der sie verursacht (z.B. Emissionen einer bestimmten
Industrieanlage)
Zahlung über Verschmutzungsrechte
 Gemeinlastenprinzip
o Kollektivierung von Umweltkosten (z.B. Emissionen des individuellen PKW-Verkehrs)
- Zahlung über Steuern

6. Instrumente des Umweltrechts


 Umweltplanung (z.B. ÖGUT)
 Raumordnungsrecht, Mineralgewinnung, Verkehrswege, Gewässerbewirtschaftungsplan
 Aktionspläne für das Luftreinhalterecht und Lärmbekämpfung
 Vom emissionsorientierten Anlagenrecht zu immissionsorientierten Umweltqualitätszielen
 Zugang zu Umweltinformationen
 Beteiligung der Öffentlichkeit
o Einsichtnahme-, Stellungnahme-, Anhörungs- und Parteirecht
 Umweltanwaltschaften
 Beiziehung der Zivilgesellschaft
o Zulassung NGOs
o Bürgerinitiativen (ab 200 Unterschriften Umweltverträglichkeitsprfg.-G)
 Umweltförderungen (Umweltförderungsgesetz,…)
 Umweltabgaben (Ökostromgesetz, Naturschutzabgabe, Kohleabgabe,…)
 Ökonomische Instrumente (EZG, EEffG, …)
 Umweltzeichen
 Umweltmanagementsysteme (EMAS, ISO 14001)
 Umweltvereinbarungen
7. Verankerung des Umweltrechts in den EU Verträgen
 Vertrag von Maastricht (1992) - Politik auf dem Gebiet der Umwelt
 Vertrag von Amsterdam(1997) - nachhaltige Entwicklung
 Vertrag über die EU (2012) - Umweltschutz, Umweltqualität, nachhaltige Entwicklung
 Vertrag über die Arbeitsweise der EU (2012) - Umweltpolitik
o Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Verbesserung ihrer Qualität
o Schutz der menschlichen Gesundheit
o Umsichtige und rationelle Verwendung der natürlichen Ressourcen
o Förderung von Maßnahmen z.B. Bekämpfung des Klimawandels

8. Bundesverfassungsgesetz über den umfassenden Umweltschutz


§ 1 (1): Die Republik Österreich (Bund, Länder, Geminden) bekennt sich zum umfassenden
Umweltschutz
§ 1 (2) ... Bewahrung der natürlichen Umwelt ... Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft, des Wassers,
des Bodens ... Vermeidung von Lärm
§ 2: Mit der Vollziehung dieses Bundesverfassungsgesetzes ist die Bundesregierung betraut.

9. Primärrecht und Sekundärrecht – was ist das?


Primärrecht (=Verfassung)
Grundverträge, Beitrittsverträge, Europäische Akte, Verträge von Maastricht, Amsterdam, Nizza …
Sekundärrecht
Einfache Gesetzte, Verordnungen (unmittelbar geltend), Richtlinien (grundsätzlich
umsetzungsbedürftig), Entscheidungen (individuell verbindlich), Empfehlungen sowie
Stellungnahmen

10. Nationales Umweltrecht (Beispiele)


Zugehörig:
Abfallrecht, Anlagenrecht, Chemikalienrecht, Gefahrengutrecht, Luftreinhalterecht,
Umweltmanagement, Wasserrecht
(+Bergrecht, Eisenbahnrecht, Energiewirtschaftsrecht, Forstrecht, Futtermittelrecht,
Naturschutzrecht, Pflanzenschutzrecht)
Nicht zugehörig:
Arbeitnehmerschutz, Lebensmittelrecht, Tierschutz, Strahlungsschutz

11. Was ist eine gewerbliche Betriebsanlage? Gewerbeordnung GewO – gewerbliche


Betriebsanlagen (Beispiele)
Eine Betriebsanlage umfasst alle Gebäude, Räume, Freiflächen, betriebliche Einrichtungen und
Anlagen, die eine betriebliche Einheit darstellen und regelmäßig der Gewerbeausübung dienen (z.B.
ein Gasthaus, eine Werkstätte, ein Verkaufslokal, ein Lager, ein Gasthaus, etc.).
 Normalanlagen
 Nicht genehmigungspflichtige Anlagen
 IPPC-Anlagen (Integrated Pollution Prevention and Control)
 Seveso-III Anlagen (Anlagen mit hohen Schadenspotential)
 Bagatellanlagen
 Anlagenänderung
(Geltungsbereich: gewerbsmäßige Tätigkeit, selbstständig, regelmäßig, Ertragsabsicht)
12. Welche Voraussetzungen müssen für die Genehmigung einer Betriebsanlage erfüllt sein?
Eine Betriebsanlage ist zu genehmigen für:
 Stand der Technik eingehalten
 Vermeidung von raussehbaren Gefährdungen
 Beeinträchtigung au ein zumutbares Maß beschränkt (Feststellung durch Gutachter)
 Einhaltung aller behördlichen Bestimmungen (Magistrate, BHs)
 Einhaltung der Emissionsgrenzen gem. Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L)

13. Wann unterliegt eine gewerbliche Betriebsanlage der Gewerbeordnung?


Eine Genehmigungspflicht besteht bei:
 Gefährdung von Leben und Gesundheit
 Beeinträchtigung der Nachbarn durch Geruch, Lärm, Rauch, Staub, Erschütterungen etc.
 Beeinträchtigung von Kirchen, Schulen, Krankenanstalten, Kuranstalten, Betrieben mit
öffentlichem Interesse etc.
 Beeinträchtigung des Verkehrs auf Straßen
 Nachteilige Einwirkung auf Gewässer

14. Wiederkehrende Überprüfung nach der GewO - Legal Compliance


 Prüfinhalt
o Werden Auflagen aus dem Genehmigungsbescheiden eingehalten?
o Werden sonstige zutreffende gewerberechtliche Vorschriften eingehalten?
 Frist: 3 Jahre – IPPC/Seveso III, 5 Jahre – Normalanlagen, 6 Jahre – Bagatellanlagen
 Ausstellung einer Prüfbescheinigung
 Unverzügliche Behebung allfälliger Mängel
 Prüfung durch geeignete Person(en)
o Akkreditierte Stellen (TÜV)
o Staatlich autorisierte Prüfanstalten
o Ziviltechniker, Gewerbetreibende (im Rahmen ihrer Befugnisse)
o Fachkundige Betriebsangehörige (Bildungsgang, fachliche Kenntnisse, Erfahrungen)

15. Rechtsquellenregister und Rechtspflichtenregister


Einrichtungen wie die Europäische Union, die Republik Österreich sowie alle Bundesländer und
dazugehörige kommunale Regelungen nehmen Einfluss bzw. fließen in die gesetzlichen
Verpflichtungen. Die Pflichten werden auf die operative Basis reduziert.
Lokale Vollzugsbehörden, wie die Bezirkshauptmannschaft oder Magistrate erstellen und prüfen (?)
behördliche Auflagen. Die Unternehmer haben eine Holpflicht, um sich über die gesetzlichen
Verpflichtungen zu informieren.
Rechtsquellen: EU-VO, technische Normen, EU-RL, Gesetze, VO, Bescheide

16. Genehmigungskriterien für IPPC Anlagen


IPPC-Anlagen (Integrated Pollution Prevention and Control) sind industrielle Anlagen, die im Bereich
Abwasser, Chemie, Zement, Stahl, Nahrungsmittel und Getränke eingesetzt werden. Beispiele:
Mineralöl- und Gasraffinerien, chemische Anlagen zur Herstellung von Dünger- und
Pflanzenschutzmitteln, Kunststoffhersteller, Pharmaindustrie, Zementherstellung,
Papiel/Pappe/Karton-Hersteller, Bleichen/Waschen/Färben.
 Vorsorgemaßnahmen gegen Umweltverschmutzung
 Effiziente Verwendung von Energie
 Unfallvermeidung
 Vorbeugemaßnahmen für die Zeit nach dem Betrieb
(keine nachwirkenden Umweltbelastungen nach Auflassung)
 Einhaltung der Emissionsgrenzwerte
 Überwachung der Emissionen
(Messmethodik, Messhäufigkeit, Bewertungsmethoden)
 Alle Anlagen(teile) am Stand der Technik
 Mind. jährliche Übermittlung der Ergebnisse der Emissionsüberwachung
 Lfd. Wartung und Überwachung der Vorsorgemaßnahmen gegen Boden und
Grundwasserverschmutzung (Übermittlung von Prüfergebnissen alle 5 Jahre Grundwasser
und 10 Jahre Boden)
 Maßnahmen für abnormale Betriebsbedingungen
 Prüfung der Einhaltung der BVT-Schlussfolgerungen (beste verfügbare Technik) alle 4 Jahre
 Behörde hat die Genehmigung einer IPPC-Anlage zu veröffentlichen

17. Seveso II bzw. III Anlagen – zusätzliche Genehmigungskriterien


Eine Seveso Anlage ist eine unfallgeneigte Anlage bei der ein erhöhtes Risiko für die Umwelt vorliegt.
Name kommt von Ortschaft Seveso in Italien, wo 1976 ein Chemieunfall mit Austritt von hochgiftigen
Dioxinen und Kontamination der Umwelt auf mehrere tausend Hektar stattgefunden hat.

Besonderes Genehmigungsverfahren:
 Verhütung und Beherrschung der Gefahren bei schweren Industrieunfällen
 Mengenschwellen von Stoffen im Anhang 5 der GewO
 Verpflichtung zu einem Sicherheitskonzept, einem Sicherheitsbericht und Notfallplänen
 Umweltinspektion alle 3 bzw. 5 Jahre (abhängig von der Schwelle)
 Information der Öffentlichkeit über die Gefahrenpotentiale und die Sicherheitsmaßnahmen
 Im Genehmigungsverfahren treffen zudem alle Verpflichtungen aus dem GewO zu (wie IPPC)

18. Ziel und Besonderheiten Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz – Beispiele für UVP Pflicht


UVP ist ein spezielles Verfahren, das die Auswirkung eines Projektes auf die Umwelt identifiziert und
bewertet. Das Prüfverfahren wird anhand einer dreispaltigen Prüftabelle ausgewählt (ordentliches vs.
vereinfachtes Verfahren).
Besonderheiten des UVP-Gesetzes:
 Umfassende Genehmigungskonzentration
 Eine einzige Genehmigung statt Kumulationsprinzip
 Aufwändiges Verfahren
 Umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung
 Weitergehender Beurteilungsmaßstab

19. Welche Verfahre und UVP Pflichtige Projekte gibt es?

Unbedingte UVP-Pflicht (Beispiele):


 Kraftwerke
 Industrieanlagen
 Abfallbehandlungsanlagen
 Bergbau (v.a. Fracking)
 Infrastrukturprojekte (Bahn, Straßen, Häfen, Flugplätze, Schigebiet)
 Behandlung radioaktiver Stoffe
 Massentierhaltung
20. Chemikaliengesetz – Zusammenhänge

Die Hierarchie beginnt bei der GHS (Globally Harmonised System of Classification and Labelling of
Chemicals = Klassifizierung und Kennzeichnung von Chemikalien) der UNO. Auf EU-Ebene wird das
Chemikalienrecht durch die CLP- und die REACH-VO geregelt. Auf österreichischer Ebene wurde dies
durch das Chemikalien-Gesetz, die Chemikalien-VO und die Chemikalienverbots-VO umgesetzt.

21. Geben sie einen Überblick über die mitgeltenden Rechtsvorschriften des Chemikaliengesetz –
Abschnitt I – Beispiele für Pflichten
Allgemeine Bestimmungen, Kennzeichnung und Verpackung:
 §3 gefährliche Eigenschaften
 §4 Gefahrenklassen gem. CLP-V
 §18 Sicherheitsmaßnahmen
 §19 Allgemeine Sorgfalts-, Informations- und Mitteilungspflicht
 §20 Aus- und Einfuhr von gefährlichen Chemikalien
 §23 Verpackungspflicht
 §24 Kennzeichnungspflicht
 §25 Sicherheitsdatenblatt
22. Wozu dient die REACH-VO – Beispiele für die wichtigsten Abschnitte
REACH = Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien
Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH)

Wichtigste Abschnitte:
 Registrierung von Stoffen
 Gemeinsame Datennutzung
 Informationen zur Lieferkette
 Nachgeschaltete Anwender
 Bewertung
 Zulassung
 Beschränkungen

23. Wozu dienen GHS Gefahrenklassen und nennen sie Beispiele?


 Physikalische Gefahren – 16
 Gesundheitsgefahren – 10
 Umweltgefahren – 1
 Zusätzliche EU-Gefahrenklasse(n) – 1
Gefahr des Ozonabbaus

24. Was ist ein Sicherheitsdatenblatt – wesentliche Inhalte


 Stoff/Zubereitung/Firma
 Mögliche Gefahren
 Zusammensetzung, Angaben zu den Bestandteilen
 Erste Hilfe-Maßnahmen
 Maßnahmen zur Brandbekämpfung
 Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung
 Handhabung und Lagerung
 Expositionsbegrenzung und persönliche Schutzausrüstung
 Physikalische und chemische Eigenschaften
 Stabilität und Reaktivität
 Angaben zur Toxikologie und Ökologie
 Hinweise zur Entsorgung und zum Transport
 Vorschriften
 Sonstige Angaben

25. Gefahrgutrecht – Überblick


Das Gefahrengutrecht ist nicht wie das Chemikalienrecht geregelt. Jede Ebene hat hier ein eigenes
Recht entwickelt (s. Grafik). EU-weit gelten ADR/RID und ADN für die Beförderung von Gefahrengut.
Diese Codes werde auch in Russland, den USA und China verstanden, aber dort sind die Gesetze
anders. In Österreich gibt es das Gefahrengutbeförderungsgesetz und die VO für die Beförderung
gefährlicher Güter. Die Kennzeichnung muss auf den Verkehrsmitteln erfolgen!
ADR = Beförderung von Gefahrengut auf der Straße
RID = Beförderung von Gefahrengut auf den Schienen
ADN = Beförderung von Gefahrengut am Binnengewässer

Gefahrenstoff ≠ Gefahrengut
Solange der Stoff im Unternehmen befindlich ist, ist es ein Gefahrstoff. Sobald der Stoff auf der
Straße transportiert wird, gilt er als Gefahrgut. Diese Begriffe werden auch anders eingestuft, da das
Risiko anders ist (auf der Straße gibt es z.B. andere Verkehrsteilnehmer, die berücksichtigt werden
müssen).

26. Überblick über die Pflichten der Beteiligten lt Gefahrengutrecht! Absender- und
Befördererpflichten gem. ADR
ADR = Beförderung von Gefahrengut auf der Straße (European Agreement concerning the interna-
tional Carriage of Dangerous Goods by Road)

Absender Pflichten
 Korrekte
Klassifizierung
gem. ADR/RID/ADN
 nur zugelassene Güter
 Beförderungspapiere
 Zugelassene
Verpackungen
 Kennzeichnung

Beförderer Pflichten
 Mitführung der
Beförderungspapiere
bzw. Verfügbarkeit der
EDI Daten
 Sichtprüfung des Fahrzeuges
und der Ladung
27. Wozu dienen ADR Klassifizierungen? – Beispiele
Klassifizierungskennzeichnungen bestehen meist aus Kombination mehrerer Warnzeichen.
28. Was besagt die Kleinstmengenregelung gem. ADR
Als Privater gilt die Kleinstmengenregelung (Freistellungsregelung). Beim Transport von Gefahrgut
muss bei der Kleinstmengenregelung die 1.000 Punkte-Regel beachtet werden. Eine Beförderung ist
nur dann zulässig, wenn man bei der Berechnung weniger als 1.000 Punkte erreicht.

Verpflichtungen bei Freistellung:


 2 kg ABC-Feuerlöscher (alle 2 Jahre prüfen)
 Bei Gasen: ausreichende Belüftung
 Zusammenlagerungsverbote beachten
 Verpackungen müssen unbeschädigt sein
 Ladungssicherung

29. Ziele des Bundesluftreinhaltegesetz


 Dauerhafter Schutz der Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen
 Schutz des Lebens von Tieren und Pflanzen
 Schutz von Sachen mit wertvollen Eigenschaften
Jedermann ist zur Luftreinhaltung verpflichtet!
Es ist verboten, Materialien außerhalb von Anlagen zu verbrennen!

30. Unterschied Emission und Immission


Emission bedeutet allgemein die Aussendung von Störfaktoren (gasförmig, flüssig, fest) in die
Umwelt, die Luft, Boden oder Wasser verunreinigen. Die Verursacher werden Emittenten (=Sender)
genannt. Dazu gehören Industriebetriebe, Kraftwerke, Autos und auch Heizungsanlagen. Jede
Emission bewirkt eine Immission.
Immission ist die Einwirkung von Störfaktoren aus der Umwelt auf Mensch und die natürliche
Umwelt. Immission ist grundsätzlich die Einwirkung von Verunreinigungen der Luft, des Bodens und
des Wassers auf lebende Organismen oder Gegenstände, z.B. Gebäude oder Menschen (die
Empfänger). Jede Immission kann auf einen oder mehrere Emittenten zurückgeführt werden
31. Immissionschutzgesetz Luft – Nennen sie wesentliche Inhalte!
 Immissionsüberwachung
 Überschreiten des Immissionsgrenzwertes
 Programme, Umweltprüfung von Programmen
 Maßnahmen und Vollziehung der Maßnahmen
 Nationales Ziel für die Reduzierung des AEI (Average Exposure Indicator= Durchschnittswert
für die Exposition der Bevölkerung durch PM 2,5 (Feinstaub))
 Vorsorge, Berichtspflichten, Kontrolle
 Überschreitung der Alarmwerte
 Heizungsanlagen
 Grenzüberschreitende Imissionen

32. Was sind die Ziele des Bund-Umgebungslärmschutzgesetzes?


Das Ziel dieses Bundesgesetzes ist es, schädlichen Auswirkungen von Umgebungslärm auf die
menschliche Gesundheit sowie unzumutbaren Belästigungen durch Umgebungslärm vorzubeugen
oder entgegenzuwirken.

33. Wasserrechtsgesetz 1959 – wesentliche Abschnitte (7/14 praxisrelevanten Abschnitten)


1. Abschnitt: Rechtlichen Eigenschaft der Gewässer
2. Abschnitt Benutzung der Gewässer
3. Abschnitt Nachhaltigen Bewirtschaftung – Schutz und Reinhaltung
4. Abschnitt Abwehr und Pflege der Gewässer
5. Abschnitt Wasserwirtschaftliche Verpflichtungen
6. Abschnitt Planung und Durchführung von Maßnahmen
7. Abschnitt Erhebung des Zustandes
8.-14. Abschnitt nicht praxisrelevant

34. Regelung der Direkteinleitung im Wasserrecht


Die Direkteinleitung in ein Gewässer ist immer bewilligungspflichtig und daher nur mit
wasserrechtlicher Bewilligung erlaubt.
(Indirekteinleitungen in bewilligte Kanalisation ist nicht bewilligungspflichtig, muss allerdings mit
dem Kanalisationsunternehmen abgeklärt werden.)

35. Drei Vorschriften aus dem Wasserrechtsgesetz?


WRG §5 ff: Gewässerbenutzung

WRG §30 ff: nachhaltige Gewässerbewirtschaftung

WRG §50 ff allgemeine wasserwirtschaftliche Verpflichtungen


36. Ziele der Elektroaltgeräte-Verordnung
 EU Richtlinie 2011/65/EU – RoHS (Restriction of Hazardous Substances)
 Richtlinie 2002/96/EG – WEEE (Waste of Electrical and Electronic Equipment)

In Österreich ist die WEEE-Richtlinie umgesetzt in der Elektroaltgeräteverordnung.


 Ziel ist das Vermeiden, Verringern sowie umweltverträgliche Entsorgen der zunehmenden
Mengen an Elektronikschrott durch eine erweiterte Herstellerverantwortung
 Reduktion der Gesamtauswirkungen der Ressourcennutzung durch Effizienzverbesserungen
 Beschränkung der Verwendung von gefährlichen Stoffen in Elektro- und Elektronikgeräten
(Quecksilber, Blei, Cadmium, Chrom VI, …)

37. Was regelt die Öko-Design Verordnung (Beispiele für den Geltungsbereich)
Energieverbrauchsrelevante Produkte: Inverkehrbringen, Inbetriebnahme, Pflichten des Importeurs,
Kennzeichnung, Information der Verbraucher
Beispiele für den Geltungsbereich:
 Haushaltsgeräte
 Unterhaltungselektronik
 Bürogeräte
 Beleuchtung
 Heizung und Warmwasseraufbereitung
 Energiebetriebe Geräte und Anlagen für den gewerblichen Sektor
 Energieverbrauchsrelevante Produkte wie beispielsweise Fenster

38. Umweltinformationsgesetz – Ziel und PRTR


Ziel dieses Bundesgesetzes für Umweltinformation ist die Information der Öffentlichkeit über die
Umwelt, insbesondere durch:
1. Gewährleistung des Rechts auf Zugang zu den bei den informationspflichtigen Stellen
vorhandenen oder für diese bereitgehaltenen Umweltinformationen;

2. Förderung der systematischen und umfassenden Verfügbarkeit und Verbreitung von


Umweltinformationen. Zu diesem Zweck werden, nach Maßgabe vorhandener Mittel,
bevorzugt elektronische Kommunikationsmittel eingesetzt.

Nationales PRTR:
PRTR steht für Pollutant Release and Transfer Register (Schadstofffreisetzungs- und
Verbringungsregister)
Das österreichische PRTR ist eine allgemein zugängliche elektronische Datenbank mit Informationen
von großen österreichischen Industriebetrieben und Kläranlagen zu:
1. Freisetzungen von Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden
2. Verbringung von in Abwasser enthaltenen Schadstoffen außerhalb des Standorts
3. Verbringung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen

Ziel des Österreichischen PRTR ist, BürgerInnen und EntscheidungsträgerInnen aus Wirtschaft,
Wissenschaft, Politik und Verwaltung über die Freisetzung und Verbringung von Schadstoffen zu
informieren, die Beteiligung der Öffentlichkeit an umweltrelevanten Entscheidungen zu erleichtern
und zur Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung beizutragen.
39. Welches Ziel verfolgt das Emissionszertifikatsgesetz 2011?
Ziel dieses Bundesgesetzes ist die Schaffung eines Systems für den Handel mit
Treibhausgasemissionszertifikaten, um auf kosteneffiziente und wirtschaftlich effiziente Weise
Treibhausgasemissionen zu verringern.

40. Wodurch zeichnen sich CDM-Projekte aus?

 „Entwicklungsländer-Modell” (Emissionsvermeidung, von vornherein Investition in „saubere


Industrien”.
 Entwicklungsländer haben an sich keine Verpflichtung Emissionen zu reduzieren.
 Industrieland A führt in Entwicklungsland B eine emissionsvermeidende Investition durch
 Die „eingesparten CO2-Äquivalente” werden als neu generierte Zertifikate betrachtet, die
frei gehandelt werden können.
 Vorteil: Statt „Dreckschleudern” werden gleich umweltverträgliche Industrien in
Entwicklungsländern errichtet.

Der Clean Development Mechanism (CDM) – übersetzt Mechanismus für umweltverträgliche


Entwicklung – ist ein Instrument unter dem Dach des --> Kyoto-Protokolls. Industriestaaten
können damit Projekte zur Treibhausgasreduktion in Entwicklungsländern finanzieren und
sich die Reduktion als eigene Reduktion gutschreiben lassen.

CDM soll dabei helfen, die Kosten zum Erreichen der vertraglich festgelegten Reduktionsziele
möglichst niedrig zu halten. Investoren aus den Industriestaaten können damit Maßnahmen
in Entwicklungsländern finanzieren und sogenannte CER-Zertifikate generieren, um eigene
Klimaschäden auszugleichen, statt sie im eigenen Land vermeiden zu müssen. Ein Land, das
im --> Anhang B des Kyoto-Protokolls aufgeführt ist, kann bei einem Land, welches dort nicht
aufgeführt ist, certified emission reductions (CERs) einkaufen.

41. Wodurch zeichnen sich JI-Projekte aus?

 „Osteuropa-Modell“ (Emissionsreduktion plus Modernisierung der Industrie).


 Industrieland A führt in Land B eine emissionsreduzierende Maßnahme durch.
 Die „eingesparten CO2-Äquivalente“ kommen dem Land A zugute.
 Vorteil: die Einsparung kann in Land B billiger bewerkstelligt werden, weil Land B noch nicht
so hohe Standards hat.
 Voraussetzung 1: Beide Staaten (A und B) müssen zur Emissionsreduktion verpflichtet sein.
 Voraussetzung 2: JI kann nur ergänzend zur primären Emissionsreduktion geltend gemacht
werden.

Im Gegensatz zum «Clean Development Mechanism» werden Joint-Implementation-Projekte


(JI) in anderen Industriestaaten oder Transitionsländern mit einer Reduktionsverpflichtung)
gemäss Kyoto-Protokoll (Artikel 6) durchgeführt. Zertifikate aus JI-Projekten werden
«Emission Reduction Units (ERUs)» genannt.

Emissionsreduktionen ergeben sich durch die Umwandlung von Assigned Amount Units
(AAUs) des Gastlandes in ERUs, die anschliessend an das investierende Land transferiert
werden. Die Gesamtemissionen der betroffenen Staaten verändern sich in diesem
Nullsummenspiel jedoch nicht (anders beim CDM, wo zusätzliche Zertifikate generiert
werden).
42. Welche Regelungen weist das Ozongesetz auf?
Das Ozongesetz regelt die Messung der Ozonkonzentration in der Luft, sieht eine entsprechende
Information der Bevölkerung vor und verpflichtet die Bundesregierung, Maßnahmen zur Reduktion
der Emissionen von Ozon-Vorläufersubstanzen sowie zur Einhaltung von Zielwerten zu setzen.

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