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Bundesrecht konsolidiert

Gesamte Rechtsvorschrift für Umweltinformationsgesetz, Fassung vom 11.10.2020

Langtitel
Bundesgesetz über den Zugang zu Informationen über die Umwelt (Umweltinformationsgesetz - UIG)
StF: BGBl. Nr. 495/1993 (NR: GP XVIII RV 645 AB 905 S. 101. BR: 4475 AB 4462 S. 564.)
[CELEX-Nr.: 390L0313, 382L0501, 388L0610]

Änderung
BGBl. I Nr. 137/1999 (NR: GP XX RV 1652 AB 1975 S. 176. BR: AB 6005 S. 656.)
[CELEX-Nr.: 390L0313]
BGBl. I Nr. 108/2001 (NR: GP XXI RV 592 AB 701 S. 75. BR: AB 6411 S. 679.)
BGBl. I Nr. 76/2003 (NR: GP XXII RV 74 AB 167 S. 27. BR: AB 6843 S. 700.)
[CELEX-Nr.: 31996L0082]
BGBl. I Nr. 6/2005 (NR: GP XXII RV 641 AB 660 S. 82. BR: AB 7149 S. 715.)
[CELEX-Nr.: 32003L0004]
BGBl. I Nr. 128/2009 (NR: GP XXIV RV 396 AB 424 S. 45. BR: 8197 AB 8207 S. 779.)
BGBl. I Nr. 50/2012 (NR: GP XXIV RV 1726 AB 1757 S. 153. BR: AB 8715 S. 808.)
BGBl. I Nr. 97/2013 (NR: GP XXIV RV 2290 AB 2315 S. 203. BR: 8973 AB 8995 S. 821.)
BGBl. I Nr. 95/2015 (NR: GP XXV RV 696 AB 711 S. 85. BR: AB 9440 S. 844.)
[CELEX-Nr.: 32012L0018]
BGBl. I Nr. 74/2018 (NR: GP XXVI RV 272 AB 281 S. 45. BR: AB 10039 S. 885.)
[CELEX-Nr.: 32009L0031]

Text
Ziel des Gesetzes
§ 1. Ziel dieses Bundesgesetzes ist die Information der Öffentlichkeit über die Umwelt, insbesondere
durch
1. Gewährleistung des Rechts auf Zugang zu den bei den informationspflichtigen Stellen
vorhandenen oder für diese bereitgehaltenen Umweltinformationen;
2. Förderung der systematischen und umfassenden Verfügbarkeit und Verbreitung von
Umweltinformationen. Zu diesem Zweck werden, nach Maßgabe vorhandener Mittel, bevorzugt
elektronische Kommunikationsmittel eingesetzt.
Umweltinformationen
§ 2. Umweltinformationen sind sämtliche Informationen in schriftlicher, visueller, akustischer,
elektronischer oder sonstiger materieller Form über
1. den Zustand von Umweltbestandteilen wie Luft und Atmosphäre, Wasser, Boden, Land,
Landschaft und natürliche Lebensräume einschließlich Berggebiete, Feuchtgebiete, Küsten und
Meeresgebiete, die Artenvielfalt und ihre Bestandteile, einschließlich genetisch veränderter
Organismen, sowie die Wechselwirkungen zwischen diesen Bestandteilen;
2. Faktoren wie Stoffe, Energie, Lärm und Strahlung oder Abfall einschließlich radioaktiven
Abfalls, Emissionen, Ableitungen oder sonstiges Freisetzen von Stoffen oder Organismen in die
Umwelt, die sich auf die in Z 1 genannten Umweltbestandteile auswirken oder wahrscheinlich
auswirken;
3. Maßnahmen (einschließlich Verwaltungsmaßnahmen), wie zB Politiken, Gesetze, Pläne und
Programme, Verwaltungsakte, Umweltvereinbarungen und Tätigkeiten, die sich auf die in den
Z 1 und 2 genannten Umweltbestandteile und -faktoren auswirken oder wahrscheinlich
auswirken, sowie Maßnahmen oder Tätigkeiten zu deren Schutz;
4. Berichte über die Umsetzung des Umweltrechts;
5. Kosten/Nutzen-Analysen und sonstige wirtschaftliche Analysen und Annahmen, die im Rahmen
der in Z 3 genannten Maßnahmen und Tätigkeiten verwendet werden;

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6. den Zustand der menschlichen Gesundheit und Sicherheit einschließlich – soweit diesbezüglich
von Bedeutung – Kontamination der Lebensmittelkette, Bedingungen für menschliches Leben
sowie Kulturstätten und Bauwerke in dem Maße, in dem sie vom Zustand der in Z 1 genannten
Umweltbestandteile oder – durch diese Bestandteile – von den in den Z 2 und 3 aufgeführten
Faktoren, Maßnahmen oder Tätigkeiten betroffen sind oder sein können.
Informationspflichtige Stellen
§ 3. (1) Informationspflichtige Stellen im Sinne dieses Bundesgesetzes sind – soweit sich die
Umweltinformationen auf Angelegenheiten beziehen, die in Gesetzgebung Bundessache sind –
1. Verwaltungsbehörden und unter deren sachlicher Aufsicht stehende sonstige Organe der
Verwaltung, die durch Gesetz oder innerstaatlich unmittelbar wirksamen internationalen
Rechtsakt übertragene Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnehmen, sowie diesen zur
Verfügung stehende gesetzlich eingerichtete Beratungsorgane;
2. Organe von Gebietskörperschaften, soweit sie Aufgaben der Privatwirtschaftsverwaltung des
Bundes besorgen;
3. juristische Personen öffentlichen Rechts, sofern sie durch Gesetz übertragene Aufgaben der
öffentlichen Verwaltung einschließlich bestimmter Pflichten, Tätigkeiten oder Dienstleistungen
im Zusammenhang mit der Umwelt ausüben;
4. natürliche oder juristische Personen privaten Rechts, die unter der Kontrolle einer der in Z 1, Z 2
oder Z 3 genannten Stellen im Zusammenhang mit der Umwelt öffentliche Aufgaben ausüben
oder öffentliche Dienstleistungen erbringen.
(2) Kontrolle im Sinne des Abs. 1 Z 4 liegt vor, wenn
1. die natürliche oder juristische Person bei Ausübung öffentlicher Aufgaben oder bei Erbringung
öffentlicher Dienstleistungen der Aufsicht der in Abs. 1 Z 1, Z 2 oder Z 3 genannten Stellen
unterliegt oder
2. eine oder mehrere der in Abs. 1 Z 1, Z 2 oder Z 3 genannten Stellen aufgrund von Eigentum,
finanzieller Beteiligung oder der für die juristische Person einschlägigen Vorschriften
unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann.
(3) Die Ausübung eines beherrschenden Einflusses wird vermutet, wenn eine der in Abs. 1 Z 1 bis 3
genannten Stellen unmittelbar oder mittelbar
1. die Mehrheit des gezeichneten Kapitals besitzt oder
2. über die Mehrheit der mit den Anteilen verbundenen Stimmrechte verfügt oder
3. mehr als die Hälfte der Mitglieder des Verwaltungs-, Leitungs- oder Aufsichtsorgans bestellen
kann.
Freier Zugang zu Umweltinformationen
§ 4. (1) Das Recht auf freien Zugang zu Umweltinformationen, die bei den informationspflichtigen
Stellen vorhanden sind oder für sie bereitgehalten werden, wird jeder natürlichen oder juristischen Person
ohne Nachweis eines Rechtsanspruches oder eines rechtlichen Interesses nach Maßgabe der folgenden
Bestimmungen gewährleistet. Umweltinformationen sind vorhanden, wenn sie sich im Besitz der
informationspflichtigen Stelle befinden und von ihr erstellt wurden oder bei ihr eingegangen sind.
Umweltinformationen werden bereitgehalten, wenn eine natürliche oder juristische Person, die selbst
nicht informationspflichtige Stelle ist, Umweltinformationen für eine informationspflichtige Stelle
aufbewahrt und diese Stelle darauf einen Übermittlungsanspruch hat.
(2) Dem freien Zugang unterliegen jedenfalls Informationen über
1. den Zustand von Umweltbestandteilen wie Wasser, Luft und Atmosphäre, Boden, die
Artenvielfalt und ihre Bestandteile einschließlich genetisch veränderter Organismen und
natürliche Lebensräume, sowie die Wechselwirkungen zwischen diesen Bestandteilen;
2. die Lärmbelastung oder Belastung durch Strahlen einschließlich der durch radioaktiven Abfall
verursachten;
3. Emissionen gemäß § 2 Z 2 in die Umwelt in zeitlich aggregierter oder statistisch dargestellter
Form;
4. eine Überschreitung von Emissionsgrenzwerten;
5. den Verbrauch der natürlichen Ressourcen Wasser, Luft oder Boden in aggregierter oder
statistisch dargestellter Form.

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Mitteilungspflicht
§ 5. (1) Das Begehren auf Mitteilung von Umweltinformationen kann schriftlich oder soweit es der
Natur der Sache nach tunlich erscheint, mündlich gestellt werden. Dies kann in jeder technischen Form
geschehen, die die informationspflichtige Stelle zu empfangen in der Lage ist. Geht aus einem
angebrachten Begehren der Inhalt oder der Umfang der gewünschten Mitteilung nicht ausreichend klar
hervor, so ist dem/der Informationssuchenden innerhalb einer zwei Wochen nicht übersteigenden Frist
eine schriftliche Präzisierung des Ansuchens aufzutragen. Der/Die Informationssuchende ist dabei zu
unterstützen. Bei Entsprechung dieses Präzisierungsauftrags gilt das Begehren als an dem Tag des
Einlangens des präzisierten Ansuchens bei der informationspflichtigen Stelle eingebracht.
(2) Wird das Begehren an eine informationspflichtige Stelle gerichtet, die nicht über die
Umweltinformationen verfügt, so hat sie es – falls ihr bekannt ist, dass eine andere informationspflichtige
Stelle über die Informationen verfügt – möglichst rasch an diese weiterzuleiten oder den/die
Informationssuchende/n auf andere ihr bekannte informationspflichtige Stellen hinzuweisen, die über
diese Informationen verfügen könnten, sofern dies sachlich geboten ist oder im Interesse des/der
Informationssuchenden liegt. Der/Die Informationssuchende ist von der Weiterleitung seines/ihres
Begehrens jedenfalls zu verständigen.
(3) Die informationspflichtigen Stellen haben Umweltinformationen unter Bedachtnahme auf die
Mitteilungsschranken und Ablehnungsgründe (§ 6) sowie in möglichst aktueller, exakter, vergleichbarer
und allgemein verständlicher Form mitzuteilen. Auf Antrag teilen die informationspflichtigen Stellen
dem/der Informationssuchenden mit, wo – sofern verfügbar – Informationen über die zur Erhebung der
Informationen bezüglich Anfragen gemäß § 2 Z 2 angewandten Messverfahren, einschließlich der
Verfahren zur Analyse, Probenahme und Vorbehandlung der Proben, gefunden werden können oder
weisen auf ein angewandtes standardisiertes Verfahren hin.
(4) Die begehrte Mitteilung ist in jener Form zu erteilen, die im Einzelfall vom/von der
Informationssuchenden verlangt wird oder in einer anderen Form, wenn dies zweckmäßig ist, wobei der
elektronischen Datenübermittlung, nach Maßgabe vorhandener Mittel, der Vorzug zu geben ist.
Insbesondere kann der/die Informationssuchende auf andere, öffentlich verfügbare Informationen (§ 9),
die in einer anderen Form oder einem anderen Format vorliegen, verwiesen werden, sofern diese dem
Informationssuchenden leicht zugänglich sind und dadurch der freie Zugang zu den bei den
informationspflichtigen Stellen vorhandenen oder für diese bereitgehaltenen Umweltinformationen
gewährleistet ist. Die Gründe für die Wahl eines anderen Formates oder einer anderen Form sind
anzugeben und dem/der Informationssuchenden so bald wie möglich, spätestens jedoch innerhalb eines
Monats nach Eingang des Antrags bei der informationspflichtigen Stelle mitzuteilen.
(5) Der Zugang zu öffentlichen Verzeichnissen oder Listen und die Einsichtnahme in die beantragten
Umweltinformationen an Ort und Stelle sind unentgeltlich. Kaufpreise oder Schutzgebühren für
Publikationen bleiben davon unberührt. Für die Bereitstellung von Umweltinformationen kann die
Bundesregierung mit Verordnung Kostenersätze festlegen. Kaufpreise, Schutzgebühren und
Kostenersätze für die Bereitstellung von Umweltinformationen dürfen jedoch eine angemessene Höhe
nicht überschreiten.
(6) Dem Begehren ist ohne unnötigen Aufschub unter Berücksichtigung etwaiger vom/von der
Informationssuchenden angegebener Termine, spätestens aber innerhalb eines Monats zu entsprechen.
Kann diese Frist auf Grund des Umfanges oder der Komplexität der begehrten Information nicht
eingehalten werden, besteht die Möglichkeit, diese Frist auf bis zu zwei Monate zu erstrecken. In diesem
Fall ist der/die Informationssuchende von der Verlängerung der Frist unter Angabe von Gründen so bald
wie möglich, spätestens jedoch vor Ablauf der einmonatigen Frist zu verständigen.
(Anm.: Abs. 7 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 95/2015)
Mitteilungsschranken und Ablehnungsgründe
§ 6. (1) Die Mitteilung von Umweltinformationen darf unterbleiben, wenn
1. sich das Informationsbegehren auf die Übermittlung interner Mitteilungen bezieht;
2. das Informationsbegehren offenbar missbräuchlich gestellt wurde;
3. das Informationsbegehren zu allgemein geblieben ist;
4. das Informationsbegehren Material, das gerade vervollständigt wird, noch nicht abgeschlossene
Schriftstücke oder noch nicht aufbereitete Daten betrifft.
(2) Andere als die in § 4 Abs. 2 genannten Umweltinformationen sind unbeschadet der
Mitteilungsschranken des Abs. 1 mitzuteilen, sofern ihre Bekanntgabe keine negativen Auswirkungen
hätte auf:

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1. internationale Beziehungen, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit oder die


umfassende Landesverteidigung;
2. den Schutz von Umweltbereichen, auf die sich die Informationen beziehen;
3. die Vertraulichkeit personenbezogener Daten, sofern ein schutzwürdiges Interesse an der
Geheimhaltung im Sinne der Verordnung (EU) 2016/679 zum Schutz natürlicher Personen bei
der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der
Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung), ABl. Nr. L 119 vom 04.05.2016 S. 1,
sowie des Datenschutzgesetzes, BGBl. I Nr. 165/1999 idF BGBl. I Nr. 24/2018, besteht;
4. Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse, sofern diese durch innerstaatliches oder gemeinschaftliches
Recht geschützt sind, um berechtigte wirtschaftliche Interessen, einschließlich des öffentlichen
Interesses an der Wahrung der Geheimhaltung von statistischen Daten und des
Steuergeheimnisses, zu schützen;
5. Rechte an geistigem Eigentum;
6. die Vertraulichkeit der Beratungen von informationspflichtigen Stellen, sofern eine derartige
Vertraulichkeit gesetzlich vorgesehen ist;
7. laufende Gerichtsverfahren, die Möglichkeit einer Person, ein faires Verfahren zu erhalten, oder
die Möglichkeiten einer Behörde, Untersuchungen
strafrechtlicher oder disziplinarrechtlicher Art durchzuführen.
(3) Das Interesse einer Partei an der Geheimhaltung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen ist
nur schutzwürdig, wenn durch die Veröffentlichung von Umweltinformationen ein Geschäfts- und
Betriebsgeheimnis unmittelbar oder mittelbar durch die Möglichkeit von Rückschlüssen offengelegt
werden kann und dadurch ein nicht nur geringfügiger wirtschaftlicher Nachteil des Inhabers des
Geschäfts- und Betriebsgeheimnisses eintreten kann. Besteht dieser wirtschaftliche Nachteil bloß auf
Grund einer Minderung des Ansehens der Partei in der Öffentlichkeit infolge des Bekanntwerdens
umweltbelastender Tätigkeiten, so besteht kein schutzwürdiges Interesse an der Geheimhaltung.
(4) Die in Abs. 1 und 2 genannten Mitteilungsschranken und Ablehnungsgründe sind eng
auszulegen, wobei im Einzelfall das öffentliche Interesse an der Bekanntgabe der Umweltinformationen
zu berücksichtigen ist. In jedem Einzelfall ist das öffentliche Interesse an der Bekanntgabe gegen das
Interesse an der Verweigerung der Bekanntgabe abzuwägen. Öffentliches Interesse an der Bekanntgabe
kann insbesondere im Schutz folgender Rechtsgüter liegen:
1. Schutz der Gesundheit;
2. Schutz vor nachhaltigen oder schwerwiegenden Umweltbelastungen;
oder
3. Schutz der Rechte und Freiheiten anderer.
Behandlung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen
§ 7. (1) Besteht Grund zu der Annahme, daß durch die Mitteilung der begehrten Information ein
schutzwürdiges Geschäfts- und Betriebsgeheimnis im Sinne des § 6 Abs. 2 Z 4 berührt sein könnte, haben
die informationspflichtigen Stellen den/die Inhaber/in des Geschäfts- und Betriebsgeheimnisses vom
Informationsbegehren zu verständigen und aufzufordern, innerhalb von zwei Wochen bekanntzugeben,
ob Tatsachen, die der begehrten Mitteilung unterliegen können, geheimgehalten werden sollen. In diesem
Fall hat der/die Inhaber/in des möglichen Geschäfts- und Betriebsgeheimnisses das Interesse an der
Geheimhaltung zu begründen.
(2) Hat sich der/die Betroffene gegen eine Mitteilung ausgesprochen und werden die begehrten
Informationen nach Prüfung der Begründung des Geheimhaltungsinteresses und Vornahme der
Interessensabwägung gemäß § 6 Abs. 2, 3 und 4 mitgeteilt, so ist der/die Betroffene von der Mitteilung an
den/die Informationssuchende/n schriftlich zu verständigen.
Rechtsschutz
§ 8. (1) Werden die verlangten Umweltinformationen nicht oder nicht im begehrten Umfang
mitgeteilt, so ist hierüber ohne unnötigen Aufschub, spätestens aber zwei Monate nach Einlangen des
Informationsbegehrens, ein Bescheid zu erlassen. Zuständig zur Erlassung des Bescheides ist die
informationspflichtige Stelle soweit sie behördliche Aufgaben besorgt. Über gleichgerichtete Anträge
kann unter einem entschieden werden.
(2) Als Verfahrensordnung, nach der der Bescheid zu erlassen ist, gilt das Allgemeine
Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 (AVG), sofern nicht für die Sache, in der die Auskunft erteilt wird,
ein anderes Verfahrensgesetz anzuwenden ist.

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(3) Eine informationspflichtige Stelle im Sinne des § 3 Abs. 1, die zur Erlassung von Bescheiden
nicht befugt ist, hat Anträge im Sinne des Abs. 1 ohne unnötigen Aufschub an die für die Führung der
sachlichen Aufsicht zuständige Stelle, in sonstigen Fällen an die Bezirksverwaltungsbehörde, in deren
Sprengel die informationspflichtige Stelle ihren Sitz hat, weiterzuleiten oder den/die
Informationssuchende/n an diese zu verweisen.
(4) Über Beschwerden in Rechtssachen in den Angelegenheiten des Art. 131 Abs. 2 B-VG
(unmittelbare Bundesverwaltung) erkennt das Verwaltungsgericht des Bundes; über Beschwerden in
Rechtssachen in den übrigen Angelegenheiten erkennen die Verwaltungsgerichte der Länder.
(5) Behauptet ein/eine Betroffene/r, durch die Mitteilung in seinen/ihren Rechten verletzt worden zu
sein, so ist auf dessen/deren Antrag von der informationspflichtigen Stelle, soweit sie behördliche
Aufgaben besorgt, hierüber ein Bescheid zu erlassen. Abs. 2 bis 4 sind sinngemäß anzuwenden.
(Anm.: Abs. 6 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 97/2013)
Veröffentlichung von Umweltinformationen
§ 9. (1) Die informationspflichtigen Stellen haben die für ihre Aufgaben maßgeblichen und bei ihnen
vorhandenen oder für sie bereitgehaltenen Umweltinformationen zur aktiven und systematischen
Verbreitung in der Öffentlichkeit aufzubereiten. Die Bestimmungen über Mitteilungsschranken und
Ablehnungsgründe (§ 6) sowie über die Qualität von Umweltinformationen (§ 5 Abs. 3) sind sinngemäß
anzuwenden.
(2) Insbesondere sind folgende Informationen zugänglich zu machen und zu verbreiten:
1. der Wortlaut völkerrechtlicher Verträge, Übereinkünfte und Vereinbarungen sowie
gemeinschaftliche und sonstige Rechtsvorschriften über die Umwelt oder mit Bezug zur Umwelt;
2. Politiken, Pläne und Programme mit Bezug zur Umwelt;
3. Berichte über die Fortschritte bei der Umsetzung der in Z 1 und 2 genannten Punkte, sofern
solche Berichte von den informationspflichtigen Stellen in elektronischer Form ausgearbeitet
worden sind oder bereitgehalten werden;
4. Umweltzustandsberichte, insbesondere Umweltkontrollberichte gemäß §3 des
Umweltkontrollgesetzes, BGBl. I Nr. 152/1998;
5. Daten oder Zusammenfassungen von Daten aus der Überwachung von Tätigkeiten, die sich auf
die Umwelt auswirken oder wahrscheinlich auswirken;
6. Genehmigungen, die erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben, und
Umweltvereinbarungen oder einen Hinweis darauf, wo diese Informationen erhalten oder
gefunden werden können;
7. Umweltverträglichkeitsprüfungen und Risikobewertungen betreffend die in § 2 Z 1 genannten
Umweltbestandteile oder einen Hinweis darauf, wo diese Informationen erhalten oder gefunden
werden können.
(3) Die Verbreitung von Umweltinformationen, die in angemessenen Abständen zu aktualisieren
sind, sollte nach Möglichkeit über elektronische Medien erfolgen. Die unter Verwendung elektronischer
Technologien zugänglich gemachten Informationen müssen nicht solche Informationen umfassen, die vor
Inkrafttreten dieses Gesetzes erhoben wurden, es sei denn, sie liegen bereits in elektronischer Form vor.
(4) Die Anforderungen für die aktive und systematische Verbreitung von Umweltinformationen
sowie für die praktischen Vorkehrungen zur Erleichterung des Informationszuganges (Abs. 6) können
durch die Einrichtung von Verknüpfungen zu Internet-Seiten sowie von Umweltinformationsportalen im
Internet erfüllt werden, auf denen die zu verbreitenden Informationen zu finden sind.
(5) Im Fall einer unmittelbaren Bedrohung der menschlichen Gesundheit oder der Umwelt,
unabhängig davon, ob diese Folge menschlicher Tätigkeit ist oder eine natürliche Ursache hat, haben
informationspflichtige Stellen, soweit nicht Mitteilungsschranken oder Ablehnungsgründe gemäß § 6
entgegenstehen, sämtliche ihnen vorliegende oder für sie bereitgehaltene Informationen unmittelbar und
unverzüglich zu verbreiten, die es der eventuell betroffenen Öffentlichkeit ermöglichen könnten,
Maßnahmen zur Abwendung oder Begrenzung von Schäden infolge dieser Bedrohung zu ergreifen.
(6) Die informationspflichtigen Stellen haben zur Erfüllung ihrer Mitteilungspflicht (§ 5) praktische
Vorkehrungen zur Erleichterung des Informationszuganges zu treffen, indem sie insbesondere
1. Organisations- und Geschäftseinteilungspläne – soweit vorhanden – veröffentlichen,
2. Auskunftspersonen oder Informationsstellen benennen,
3. Listen und Verzeichnisse betreffend in ihrem Besitz befindliche Umweltinformationen führen.

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Nationales Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister (nationales PRTR)


§ 9a. (1) Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat im
Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend ein der Öffentlichkeit frei und
unentgeltlich zugängliches, internetgestütztes Schadstofffreisetzungs- und –verbringungsregister
(nationales PRTR) einzurichten und zu führen. Er bedient sich der Umweltbundesamt GmbH (im
Folgenden: Umweltbundesamt) als Auftragsverarbeiter. Die Form der Übermittlung und die
Aktualisierung der Informationen werden durch Verordnung geregelt.
(2) Das nationale PRTR enthält:
1. Informationen über die Freisetzungen der in Artikel 5 Abs. 1 Buchstabe a der Verordnung (EG)
Nr. 166/2006 über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs-
und -verbringungsregisters und zur Änderung der Richtlinien 91/689/EWG und 96/61/EG, ABl.
Nr. L 33 vom 04.02.2006 S. 1 (im Folgenden als „EG-PRTR-V“ bezeichnet) genannten
Schadstoffe, die von Betriebseinrichtungen (Art. 2 Z 4 EG-PRTR-V) mitgeteilt werden müssen,
in denen eine oder mehrere der in Anhang I EG-PRTR-V genannten Tätigkeiten ausgeübt
werden,
2. Informationen über die Verbringung außerhalb des Standortes von in Artikel 5 Abs. 1
Buchstabe b EG-PRTR-V genannten Abfällen und von in Artikel 5 Abs. 1 Buchstabe c EG-
PRTR-V genannten Schadstoffen in Abwasser, die von Betriebseinrichtungen mitgeteilt werden
müssen, in denen eine oder mehrere der in Anhang I EG-PRTR-V genannten Tätigkeiten
ausgeübt werden,
3. den Namen des Eigentümers oder Betreibers der Betriebseinrichtung und gegebenenfalls der
Muttergesellschaft, zu der Informationen nach den Z 1 und 2 in das nationale PRTR eingestellt
werden und
4. Informationen über die Freisetzungen von Schadstoffen aus diffusen Quellen, die in
angemessener räumlicher Detaillierung beim Umweltbundesamt vorhanden sind oder dem
Umweltbundesamt von den zuständigen Behörden für das nationale PRTR zur Verfügung gestellt
werden und deren Aufnahme in das Register ohne aufwändige Aufbereitung möglich ist.
(3) Das Umweltbundesamt stellt Informationen in aggregierter und nicht aggregierter Form in das
nationale PRTR ein, so dass Freisetzungen und Verbringungen nach dem Kalenderjahr und weiteren
Merkmalen gesucht werden können, insbesondere nach
1. der Bezeichnung der Betriebseinrichtung,
2. dem geographischen Standort der Betriebseinrichtung und dem Flusseinzugsgebiet,
3. der Tätigkeit, die in der Betriebseinrichtung ausgeübt wird,
4. dem Eigentümer oder Betreiber der Betriebseinrichtung und gegebenenfalls der
Muttergesellschaft,
5. dem Schadstoff oder Abfall,
6. dem Umweltmedium, in das der Schadstoff freigesetzt wird,
7. der Verbringung außerhalb des Standortes von Abfällen sowie gegebenenfalls dem
Bestimmungsort der Verbringung der Abfälle,
8. der Verbringung außerhalb des Standortes von Schadstoffen im Abwasser sowie
9. der Freisetzung von Schadstoffen aus diffusen Quellen im Sinne von Abs. 2 Z 4.
(4) Zehn Jahre nach der erstmaligen Einstellung der Informationen in das nationale PRTR hat das
Umweltbundesamt ihre Löschung vorzunehmen.
Informantenschutz
§ 9b. (1) Der Betreiber einer Betriebseinrichtung (Art. 2 Z 4 EG-PRTR-V) darf einen
Betriebsangehörigen nicht bestrafen, verfolgen oder belästigen, weil der Betriebsangehörige der
zuständigen Behörde konkrete Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen die Verordnung des
Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit und des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft über begleitende Regelungen im Zusammenhang mit der Schaffung eines
Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters (E-PRTR-Begleitverordnung, E-PRTR-
BV), BGBl. II Nr. 380/2007, oder gegen die EG-PRTR-V anzeigt.
(2) Eine Behörde darf bei der Ausübung ihrer Zuständigkeiten niemanden wegen einer Anzeige, mit
welcher ihr konkrete Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen die E-PRTR-Begleitverordnung oder die
EG-PRTR-V mitgeteilt werden, bestrafen, verfolgen oder belästigen.

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Koordinierungsstelle für Umweltinformationen


§ 10. (1) Das Umweltbundesamt hat eine Koordinierungsstelle für Umweltinformationen
einzurichten und zu führen.
(2) Aufgabe der Koordinierungsstelle ist es, den Informationsaustausch zwischen den
informationspflichtigen Stellen zu unterstützen und geeignete Maßnahmen vorzuschlagen, um den
Zugang zu Umweltinformationen zu erleichtern und eine hohe Qualität der Umweltinformationen sicher
zu stellen.
(3) Die Koordinierungsstelle ist berechtigt, die bei ihr vorhandenen Umweltinformationen der
Öffentlichkeit in geeigneter Form zugänglich zu machen. Die Bestimmungen über Mitteilungsschranken
und Ablehnungsgründe (§ 6) sind sinngemäß anzuwenden.
Übermittlungspflicht
§ 11. Auf Verlangen haben die informationspflichtigen Stellen Umweltinformationen, über die sie in
Wahrnehmung bundesgesetzlich übertragener Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes verfügen, den
Organen des Bundes, der Länder oder der Gemeinden zur Wahrnehmung von gesetzlich übertragenen
Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes kostenlos zu übermitteln. Davon ausgenommen sind die
Landespolizeidirektionen hinsichtlich jener Umweltinformationen, die sie von anderen Organen der
Verwaltung erhalten haben.
Meldepflicht
§ 12. Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft kann im
Einvernehmen mit dem jeweils sachlich zuständigen Bundesminister mit Verordnung festlegen, dass die
Inhaber/innen von bestimmten, nach bundesgesetzlichen Vorschriften zu genehmigenden Typen von
Anlagen dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
bestimmte Umweltinformationen zu melden haben, die zur Beurteilung der Auswirkungen der Anlage auf
die Umwelt im Normalbetrieb oder im Fall eines schweren Unfalls (§ 14 Abs. 1a) oder zur Erfüllung
nationaler Berichtspflichten im Rahmen der Europäischen Integration erforderlich sind. Andere
gesetzliche Meldepflichten bleiben unberührt.
Bekanntmachung von Emissionsdaten
§ 13. (1) Wer auf Grund bundesgesetzlicher Vorschriften oder darauf beruhenden behördlichen
Anordnungen verpflichtet ist, Emissionen aus seiner Betriebsanlage zu messen und darüber
Aufzeichnungen zu führen, hat über das jeweils letztvergangene Kalendermonat und das jeweils
letztvergangene Kalenderjahr vorliegende Aufzeichnungen in allgemein verständlicher Form an einer
allgemein leicht zugänglichen Stelle bekanntzumachen. Diese Aufzeichnungen können zur Wahrung von
geheimhaltungswürdigen Tatsachen (§ 4 Abs. 3) in Form von Massenstromangaben an gemessenen
Schadstoffkomponenten in kg/Monat und kg/Jahr oder aus Gründen der Übersichtlichkeit oder
Zweckmäßigkeit in zusammengefaßter Form unter Angabe des jeweils höchsten und niedrigsten
Meßwertes im Bekanntmachungszeitraum dargestellt werden.
(2) Wer eine nach bundesrechtlichen Vorschriften genehmigte Betriebsanlage betreibt, hat
unverzüglich die nach diesen Vorschriften erteilten und der Verhinderung oder Verringerung von
Umweltbelastungen dienenden Auflagen und Bedingungen schriftlich dem Betriebsrat mitzuteilen.
Information über die Gefahr von schweren Unfällen
§ 14. (1) Der Inhaber/die Inhaberin einer informationspflichtigen Anlage im Sinne des Abs. 2, die
nach bundesgesetzlichen Vorschriften einer Genehmigungspflicht unterliegt, hat die von einem schweren
Unfall möglicherweise betroffenen Personen sowie die sachlich zuständigen Behörden – insbesondere
auch die örtlich zuständigen Raumplanungs- und Baubehörden – unaufgefordert in regelmäßigen, fünf
Jahre nicht übersteigenden Zeitabständen über die Gefahren und Auswirkungen von schweren Unfällen
und über die dabei notwendigen Verhaltensmaßnahmen im Falle eines schweren Unfalls in geeigneter
Weise zu informieren und diese Information ständig im Internet zugänglich zu machen. Diese
Informationen sind alle drei Jahre zu überprüfen, erforderlichenfalls zu aktualisieren und gegenüber den
möglicherweise betroffenen Personen zu erneuern. Bei möglichen grenzüberschreitenden Auswirkungen
von schweren Unfällen muss der Inhaber/die Inhaberin einer informationspflichtigen Anlage eine
Information mit besonderer Berücksichtigung dieses Umstandes der für Katastrophenschutz oder
Katastrophenhilfe und für allgemeine Gefahrenabwehr zuständigen Stelle sowie der für die Koordination
des Staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagements zuständigen Stelle des Bundesministeriums
für Inneres übermitteln.
(1a) Ein schwerer Unfall im Sinne dieses Bundesgesetzes ist ein Ereignis – z. B. eine Emission, ein
Brand oder eine Explosion größeren Ausmaßes, der Bruch einer Talsperre oder die Freisetzung

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gefährlicher Organismen –, das sich aus unkontrollierten Vorgängen in einer unter dieses Bundesgesetz
fallenden Anlage ergibt, das unmittelbar oder später innerhalb oder außerhalb der Anlage zu einer ernsten
Gefahr für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt führt.
(2) Informationspflichtige Anlagen im Sinne dieses Bundesgesetzes sind Anlagen, bei denen wegen
der Verwendung von Maschinen oder Geräten, Lagerung, Verwendung oder Produktion von
Chemikalien, Abfällen oder gefährlichen Organismen, wegen der Betriebsweise, Ausstattung oder sonst
die Gefahr von schweren Unfällen besteht.
(3) Die Information gemäß Abs. 1 hat folgende Angaben zu enthalten:
1. für alle unter Abs. 2 fallenden informationspflichtigen Anlagen:
a) Name und Firma des Inhabers/der Inhaberin sowie vollständige Anschrift der betreffenden
Anlage;
b) bei Anlagen, die der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194/1994, unterliegen, eine
Bestätigung, dass diese den Bestimmungen des Abschnitts 8a der Gewerbeordnung
unterliegen und dass die Mitteilung gemäß § 84d Abs. 1 GewO 1994 bzw. der
Sicherheitsbericht gemäß § 84f GewO 1994 der zuständigen Behörde vorgelegt wurde; dies
gilt sinngemäß für Anlagen, die anderen bundesrechtlichen Vorschriften auf dem Gebiet des
Anlagenrechts zur Vermeidung schwerer Unfälle unterliegen (§ 59
Abfallwirtschaftsgesetz 2002, BGBl. I Nr. 102/2002, § 30a Eisenbahngesetz 1957, BGBl.
Nr. 60/1957, § 39 Emissionsschutzgesetz für Kesselanlagen 2013, BGBl. I Nr. 127/2013,
§ 146 Gaswirtschaftsgesetz 2011, BGBl. I Nr. 107/2011, § 80a Luftfahrtgesetz, BGBl.
Nr. 253/1957, § 182 Mineralrohstoffgesetz, BGBl. I Nr. 38/1999, alle in der jeweils geltenden
Fassung);
c) Beschreibung der Anlage, insbesondere der sicherheitsrelevanten Betriebsteile, und der
Tätigkeit, die an dem Standort ausgeführt wird;
d) Angaben über die Gefahren, die die Anlage zu einer informationspflichtigen Anlage werden
lassen, insbesondere die Faktoren, die einen schweren Unfall herbeiführen können; im Falle
des Vorhandenseins gefährlicher Stoffe im Sinne des Art. 3 Nummer 10 der Richtlinie
2012/18/EU in einer im Anhang I zur Richtlinie 2012/18/EU angeführten Menge
gebräuchliche Bezeichnungen oder – bei gefährlichen Stoffen im Sinne von Anhang I
Teil 1 der Richtlinie 2012/18/EU – Gattungsbezeichnung oder Gefahreneinstufung der in der
Anlage vorhandenen gefährlichen Stoffe, von denen ein schwerer Unfall ausgehen könnte,
sowie Angabe ihrer wesentlichen Gefahreneigenschaften in einfachen Worten;
e) Unterrichtung darüber, wie die betroffene Öffentlichkeit erforderlichenfalls gewarnt wird; und
angemessene Informationen über das entsprechende Verhalten bei einem schweren Unfall;
f) Angabe der Internetadresse, wo diese Information (Abs.1) elektronisch ständig zugänglich ist;
g) Einzelheiten darüber, wo weitere Informationen eingeholt werden können.
2. für Anlagen, die Betriebe der oberen Klasse im Sinne von Art. 3 Z 3 der Richtlinie 2012/18/EU
sind, zusätzlich auch:
a) allgemeine Informationen betreffend die Art der Gefahren schwerer Unfälle einschließlich
ihrer möglichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt und
Zusammenfassung der Einzelheiten der Hauptarten der Szenarien schwerer Unfälle – mit
deren Auswirkungen und Reichweite auch außerhalb der Anlage – nebst den Maßnahmen, mit
denen ihnen gegengesteuert werden soll;
b) Bestätigung, dass der Inhaber/die Inhaberin verpflichtet ist, auf dem Betriebsgelände – auch in
Zusammenarbeit mit den Notfall- und Rettungsdiensten – geeignete Maßnahmen zur
Bekämpfung von Unfällen und größtmöglichen Begrenzung ihrer Auswirkungen zu treffen;
c) Hinweis darauf, wo in den externen Notfallplan und den Sicherheitsbericht Einsicht
genommen werden kann; die Information gemäß Abs. 1 ist mit dem entsprechenden externen
Notfallplan abzustimmen;
d) Angabe, ob die Anlage bei einem schweren Unfall mit dessen Auswirkungsbereich das
Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats beeinträchtigt und damit die Möglichkeit eines
schweren Unfalls mit grenzüberschreitenden Auswirkungen gemäß dem Übereinkommen über
die grenzüberschreitenden Auswirkungen von Industrieunfällen der Wirtschaftskommission
der Vereinten Nationen für Europa vorliegt.
(4) Die Information der von einem schweren Unfall möglicherweise betroffenen Personen darf aus
Gründen der Zweckmäßigkeit auch mehrere unter die Informationspflicht fallende Anlagen eines
Inhabers/einer Inhaberin oder mehrere in einem räumlichen und sachlichen Zusammenhang stehende, der

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Informationspflicht unterliegende Anlagen mehrerer Inhaber/Inhaberinnen umfassen. Eine


Zusammenarbeit der berührten Inhaber/Inhaberinnen hat jedenfalls dann zu erfolgen, wenn zwischen
benachbarten Anlagen aufgrund ihres Standortes und ihrer Nähe zueinander eine erhöhte
Wahrscheinlichkeit von schweren Unfällen besteht oder solche folgenschwerer sein können (Domino-
Effekte). Dabei sind auch im Auswirkungsbereich von unter die Informationspflicht fallenden Anlagen
liegende und nicht von der Richtlinie 2012/18/EU erfasste Anlagen zu berücksichtigen.
(5) Die Einhaltung der Informationspflicht gemäß Abs. 1 ist durch die über die Gefahr von schweren
Unfällen zu informierenden Behörden (Abs. 1) in regelmäßigen Zeitabständen zu überprüfen.
(6) Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat im
Einvernehmen mit dem jeweils sachlich zuständigen Bundesminister durch Verordnung die
informationspflichtigen Anlagen gemäß Abs. 2 sowie Art und Weise der Information über die Gefahr von
schweren Unfällen einschließlich der Mitwirkung der über die Gefahr von schweren Unfällen zu
informierenden Behörden (Abs. 1) näher zu bestimmen.
Strafbestimmung
§ 15. (1) Sofern die Tat nicht den Tatbestand einer in die Zuständigkeit der Gerichte fallenden
strafbaren Handlung bildet, begeht eine Verwaltungsübertretung und ist von der
Bezirksverwaltungsbehörde zu bestrafen
1. mit Geldstrafe bis zu 1 815 € wer als Betreiber einer Betriebseinrichtung (Art. 2 Z 4 EG-PRTR-
V) einen Betriebsangehörigen nachweislich bestraft, verfolgt oder belästigt, weil er der Behörde
konkrete Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen die in § 9b Abs. 1 genannten Bestimmungen
angezeigt hat, bzw.
2. mit Geldstrafe bis zu 3 630€, im Wiederholungsfall bis zu 7 270€, wer
a) der Meldepflicht entgegen einer gemäß § 12 erlassenen Verordnung oder
b) der Pflicht zur Bekanntmachung von Emissionsdaten gemäß § 13 nicht nachkommt, bzw.
3. mit Geldstrafe bis zu 7 270 €, im Wiederholungsfall bis zu 14 530 €, wer der Informationspflicht
über die Gefahr von schweren Unfällen gemäß § 14 nicht nachkommt.
(2) Stellt die Bezirksverwaltungsbehörde einen Verstoß gegen § 9b Abs. 1 fest, so hat sie den
Betreiber der Betriebseinrichtung zu beraten und formlos schriftlich aufzufordern, den der Rechtsordnung
entsprechenden Zustand binnen angemessener Frist herzustellen. Kommt der Betreiber dieser
Aufforderung in der von der Behörde vorgegebenen Frist nach, so hat die Behörde von der Verhängung
einer Strafe abzusehen. § 21 VStG bleibt unberührt.
Stempelgebühren- und Abgabenfreiheit
§ 16. Begehren auf Mitteilung und Mitteilungen von Umweltinformationen nach diesem
Bundesgesetz unterliegen nicht der Pflicht zur Entrichtung von Stempelgebühren des Bundes und von
Bundesverwaltungsabgaben.
Vollziehung
§ 17. (1) Mit der Vollziehung dieses Bundesgesetzes ist, sofern die Abs. 2 bis 6 nicht anderes
bestimmen, der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft betraut,
hinsichtlich der gemäß § 9a Abs. 1, § 12 und § 14 Abs. 6 zu erlassenden Verordnungen im Einvernehmen
mit dem jeweils sachlich zuständigen Bundesminister.
(2) Hinsichtlich der gemäß § 5 Abs. 5 zu erlassenden Verordnung ist die Bundesregierung zuständig.
(3) Mit der Vollziehung des § 9a Abs. 1 ist hinsichtlich des nationalen PRTR der Bundesminister für
Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft im Einvernehmen mit dem Bundesminister für
Wirtschaft, Familie und Jugend betraut.
(4) Mit der Vollziehung des § 16 ist hinsichtlich der Stempelgebühren der Bundesminister für
Finanzen betraut.
(5) Die Vollziehung dieses Bundesgesetzes obliegt insoweit den Landesregierungen, als es sich auf
die Mitteilung von Umweltinformationen bezieht, in denen die Vollziehung Landessache ist. Dies gilt
nicht für die Erlassung von Durchführungsverordnungen.
(6) Die Mitteilung von Umweltinformationen nach diesem Bundesgesetz ist soweit im eigenen
Wirkungsbereich der Gemeinden und anderer Einrichtungen der Selbstverwaltung zu besorgen, als diese
im Rahmen im eigenen Wirkungsbereich zu besorgender Angelegenheiten bundesgesetzlich übertragene
Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes wahrnehmen.

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Inkrafttreten
§ 18. (1) Dieses Bundesgesetz tritt mit Ausnahme des § 10 Abs. 2 mit 1. Juli 1993 in Kraft. § 10
Abs. 2 tritt mit 1. Jänner 1995 in Kraft.
(2) Verordnungen auf Grund dieses Bundesgesetzes können bereits vor dessen Inkrafttreten erlassen
werden; sie treten frühestens mit dem in Abs. 1 bezeichneten Zeitpunkt in Kraft.
(3) § 15 lit. a und lit. b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 108/2001 treten mit 1. Jänner
2002 in Kraft.
(4) § 10 Abs. 1 und 3, § 12, § 14 Abs. 1, Abs. 1a, Abs. 2, Abs. 3 Z 4 und 7, Abs. 3a, Abs. 5 sowie
§ 17 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 76/2003 treten mit 1. September 2003 in
Kraft.
(5) Mit den Bestimmungen des Abs. 4 wird auch die Richtlinie 96/82/EG des Rates vom
9. Dezember 1996 zur Beherrschung der Gefahren bei schweren Unfällen mit gefährlichen Stoffen, ABl.
Nr. L 10/13 vom 14. Jänner 1997, CELEX-Nr.: 31996L0082, in österreichisches Recht umgesetzt.
(6) § 1, § 2 samt Überschrift, § 3 samt Überschrift, § 4 samt Überschrift, § 5, § 6 samt Überschrift,
§ 7, § 8 Abs. 1, Abs. 3 und Abs. 5, § 9 samt Überschrift, § 10 samt Überschrift, § 11, § 12, § 16 sowie
§ 17 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 6/2005 treten mit 14. Februar 2005 in Kraft.
(7) § 11 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 50/2012 tritt mit 1. September 2012 in
Kraft.
(8) § 8 Abs. 4 und Abs. 5 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 97/2013 tritt mit 1. Jänner
2014 in Kraft; gleichzeitig tritt § 8 Abs. 6 außer Kraft.
(9) § 6 Abs. 2 Z 3 und § 9a Abs. 1 zweiter Satz in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I
Nr. 74/2018 treten mit dem auf die Kundmachung folgenden Tag in Kraft.
Bezugnahme auf Unionsrecht
§ 19. „Durch dieses Bundesgesetz werden die Richtlinie 2003/4/EG über den Zugang der
Öffentlichkeit zu Umweltinformationen und zur Aufhebung der Richtlinie 90/313/EWG des Rates, ABl.
Nr. L 41 vom 14.02.2003 S 26, CELEX-Nr. 32003L0004, und die Richtlinie 2012/18/EU zur
Beherrschung der Gefahren schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen, zur Änderung und anschließenden
Aufhebung der Richtlinie 96/82/EG, ABl. Nr. L 197 vom 24.07.2012 S 1, CELEX-Nr. 32012L0018, in
österreichisches Recht umgesetzt.

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