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Instrumente

1. Druckmessung

• Drücke werden in der Luftfahrt im SI-System (Pa) und in der Einheit des
englischsprachigen Raums angegeben.

• Bei Flüssigkeiten und Gasen in Bordsystemen in (psi) oder manifold


pressure-Angaben

• Höhenmesserbezugsangaben in (inHg)

Druckeinheiten:

• Pascal (Pa)

• Bar

• Inches of mercury (inHg)

• Pounds per square inch (psi)

Psi Bar inHg Pa hPa mBar

1 0,069 2,04 6895 68,95 68,95

14,5 1 29,53 100 000 1 000 1 000

0,49 0,034 1 3386 33,86 33,86

0,0001 0 0 1 0,01 0,01

0,0145 0 0,0295 100 1 1

0,0145 0 0,0295 100 1 1

Es muss unterschieden werden zwischen:

• Druck: Aktuell gemessener Druck, z.B. Gesamtdruck am Pitotrohr

• Absoluter Druck: Druck, der in Bezug auf ein Vakuum entsteht, z.B.
Ladedruck

• Differenzdruck: Druck, der gegenüber einem bestimmten Bezugsdruck


herrscht, z.B. Staudruck im Fahrtmesser, Suctiondruck des Kreiselantriebs
oder Kraftstoffdruck.
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Vorzugsweise werden federelastische Druckmessgeräte verwendet, bei denen die
Messgröße (der Druck) das Messelement verformt. Diese Geräte werden als
Deformationsmanometer bezeichnet:

Alle Messelemente werden als pressure transmitter verwendet, d.h. der Druck
wird am Druckmesser gemessen und dann mechanisch an einen Synchro
geleitet, der die Signale umwandelt.

• Bourdonrohr (Röhrenfeder): Messung von größeren Differenzdrücken

- kreisbogenförmig gebogenes, flexibles Rohr

- streckt sich bei innerem Überdruck, hat einen flachen Querschnitt

- Bewegung des Rohrs wird durch ein Hebelwerk an Zeiger oder Messgeber
einer

elektrischen Fernübertragung übertragen.

- zur Messung von Flüssigkeitsdrücken (Öl, Kraftstoff), aber auch bei

Pneumatikanlagen verwendet.

• Membran (pressure capsule): Messung von niedrigen Differenzdrücken

- zwei runde zusammengelötete Bleche, konzentrisch gewellt

- gewährleisten höhere Festigkeit und Elastizität

- Druck wird in Innenraum der Dose geleitet, die sich dann ausdehnt

- z.B. im Fahrtmesser verwendet

• Aneroiddose (aneroid capsule): Messung von niedrigen absoluten Drücken

- gleich wie Membrandosen aufgebaut

- im Inneren herrscht ein Vakuum

- wird in einem Höhenmesser verwendet

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• Druckmittler (diaphgram): Messung von mittelhohen absoluten Drücken
oder Differenzdrücken.

- Bricht ein Bourdonrohr, tritt die im Rohr befindliche Flüssigkeit oder das
Gas aus.

Bei „gefährlichen“ Flüssigkeiten wird deshalb der Druck über eine


Membran auf eine

neutrale Flüssigkeit (z.B. Toluol) übertragen.

• Faltenbalg (bellow): Messung von mittelhohen absoluten Drücken oder


Differenzdrücken.

- entweder als Druckübertragungselement (Druckmittler) oder als


Druckmesselement

verwendet.

- zylindrisches Gehäuse, durch Faltenbalg in 2 Kammern unterteilt.

- Schraubenfeder will Balg gestreckt halten, der zu messende Druck will


ihn zusammen –

drücken.

- Gleichgewichtsdruck über Hebelwerk einem Zeiger mitgeteilt, der den


Druck anzeigt

Zwei typische Anwendungsbeispiele für Druckmessgeräte:

• Manifold absolute pressure / MAP (Ladedruck)

• Engine pressure ratio / EPR

MAP – Gauge:

• Manifold pressure = absoluter Druck, der mit der MAP – gauge gemessen
wird

• wird zur Leistungseinstellung bei Kolbenmotoren mit Verstellpropeller


benötigt

• zwei Faltenbälge (bellows): ein verschlossener mit einer Schraubenfeder,

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ein weiterer in den der Ladedruck vom Motor geleitet wird. Alternativ
werden auch Aneroid- und Membrandosen verwendet.

• Leistung wird erhöht => Ladedruck steigt (Motor mit Turbolader) =>
Blasebalg für Ladedruck dehnt sich aus => Übertragung an die MAP-gauge
über ein Gestänge bzw. elektrisch => Anzeige

• Mit zunehmender Höhe nimmt der atmosphärische Druck (statische Druck)


ab und der Blasebalg würde sich zu weit ausdehnen. Um dem
entgegenzuwirken, ist in dem abgeschlossenen Blasebalg eine geeichte
Schraubenfeder, deren Federkonstante dem atmosphärischen Druck
entspricht. Der Blasebalg kann sich zwar weiter ausdehnen, aber da die
Ausdehnung in entgegengesetzte Richtung auf ein Gestänge wirkt, hebt
sich die Fehlanzeige durch Druckabnahme auf!

EPR:

• Bei Strahltriebwerken wird die Leistung u.a. als engine pressure ratio / ERP
angegeben.

ERP =

• Druck am Niederdruckverdichtereinlass (P1) wird mit Hilfe einer


Druckabnahmestelle ähnlich einem Pitotrohr gemessen.

• Öffnung zeigt in Flugrichtung, ist vor dem FAN angebracht und wird durch
Warmluft gegen Eisansatz geschützt.

• Hinter letzter Turbinenstufe: mehrere Abnahmestellen, messen Druck im


Niederdruckverdichterauslass

• Verschiedene Drücke werden zusammengeführt und an elektr. Druckmittler


gesendet.

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• Druckmittler (pressure ratio transmitter) verrechnet die beiden Drücke
miteinander => ERP – gauge – Anzeige im Cockpit

• Bei allen pitot-static Anlagen besteht Gefahr einer Leistungsblockade bzw.


Leitungsbruch. In diesem Fall muss die Leistung mit den Werten N1, EGT,
N2 eingestellt werden.

• Blockade / Bruch am Verdichtereinlass: EPR steigt an. Bei Beibehaltung


einer konstanten EPR tritt eine Leistungsabnahme ein.

• Blockade / Bruch am Turbinenauslass: EPR nimmt ab. Bei Beibehaltung


einer konstanten EPR werden weitere Limits (N1, EGT, N2) überschritten.

Signalübertragung:

• Meistens elektrisch zur Cockpitanzeige gebracht, d.h. am Ort der Messung


wird durch den Druck eine elektrische Komponente (z.B. Widerstand)
verändert. Die Veränderung wird über eine elektrische Leitung ins Cockpit
übertragen. Vorteile sind das geringe Gewicht, Verfügbarkeit der Messung
für verschiedene Instrumente und im geringen Leistungsverlust.

Anzeigen:

Grüner Farbbereich Betriebsbereich

Gelber Farbbereich Vorsichtsbereich

Roter Strich Mindest- bzw. Höchstdruck

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2. Temperaturmessung

• Temperatur kann als innere Energie eines Stoffes angesehen werden.

• Z.B. sind Dichte, Widerstand und Viskosität temperaturabhängig

• Celsius (°C) und Fahrenheit (°F) sind in der Luftfahrt üblich: Verhältnis der
beiden Einheiten

°C = °F = ( 2 * °C ) – 10% + 32

K (Kelvin) °C (Celsius) °F (Fahrenheit)

0 -273 - 460

273 0 32

255 - 18 0

• Bei manchen Temperaturanzeigen gibt es einen zusätzlichen Zeiger


(trailing pointer), der im Normalfall deckungsgleich mit dem roten Strich

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ist. Bei Überschreitung der Maximaltemperatur wird dieser mitgezogen
und bleibt auf dem Maximalwert stehen.

Grüner Farbbereich Betriebsbereich

Gelber Farbbereich Vorsichtsbereich

Roter Strich Mindest- bzw.


Höchsttemperatur

Unter anderem können noch folgende Temperaturen gemessen / angezeigt


werden:

• Outside air temperature / OAT (Außenlufttemperatur)

• Cylinder head temperature / CHT (Zylinderkopftemperatur)

• Exhaust gas temperature / EGT (Abgastemperatur)

• Internal turbine temperature / ITT (Turbineninnentemperatur)

• Schmierstofftemperatur

• Kabinenlufttemperatur

• Vergasertemperatur

Je nach zu messender Temperatur werden verschiedene Temperaturmessfühler


verwendet:

Bimetallthermometer - 30 °C bis 200 °C

Elektrische Widerstandsthermometer - 50 °C bis 400 °C

Thermoelemente (thermo couple) Bis 2100 °C

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2.1 Bimetallthermometer (mechanisch)

• Zwei Metallstreifen (z.B. Messing und Eisen) mit unterschiedlichen


Ausdehnungs- koeffizienten aneinander geschweißt / verlötet => bei
Temperaturänderung: Krümmung des Streifens.

• Spiralförmig an der Zeigerachse befestigt (bei kleinen Flugzeugen)

• Verwendet um Außenlufttemperatur und ggf. Kabinentemperatur zu


messen

2.2 Elektrische Widerstandsthermometer (Bsp.: Wheatstone‘ sche


Brückenschaltung)

• Metalle ändern den elektrischen Widerstand mit der Temperatur. Wird als
Messwertgeber ein stromdurchflossener Leiter verwendet, ändert sich auch
dessen Widerstand mit der Temperatur => Widerstandänderung wird im
Cockpit zur Temperaturanzeige genutzt.

Wheatstone‘ sche Brückenschaltung:

• Besteht aus drei konstanten und einem variablen Widerstand.

• Variable Widerstand = Messfühler (feine Nickelwicklung)

• Bei Temperaturänderung im Messfühler => Widerstand ändert sich => in


der Stromschaltung fließt Spannung => Spannungsfluss bewegt über
Spuleninstrument einen Zeiger.

• Nachteile: bei Stromausfall keine Werte, durch schadhafte Kontakte starke


Fehlanzeigen

Bauart bei vielen Temperaturmessungen verwendet:

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• Abgastemperatur (EGT)

• Öltemperatur

• Elektrisches Außenthermometer

• TAT probe

2.3 thermo couple (Thermoelement)

• Besteht aus zwei verschiedenen, verlöteten Metallen, zwischen denen bei


Erwärmung der Lötstelle eine elektrische Spannung entsteht.

• Im Turbinenbereich (Temperaturen bis 2100 °C) von Strahltriebwerken


verwendet man spezielle Legierungen aus Aluminium / Nickel (Alumel) und
Chrom / Nickel (Chromel).

• Spannung eins Alumel / Chromel – Thermoelements beträgt 4 mV / 100 °C


Temperatur- unterschied zwischen der heißen Lötstelle und den kalten
Enden der Messleitungen im Cockpit.

• Als Anzeigegerät dient ein Millivoltmeter ( hochempfindliches


Drehpulsinstrument, hoher Innenwiderstand)

• Anlage im Flugzeug besteht aus 8 – 10 Thermoelementen => Mittelwert


wird ermittelt

=> Durchschnittstemperatur wird angezeigt

• Funktioniert auch bei Ausfall einzelner Thermoelemente!

• Bei niedriger Spannung spielt der Leitungswiderstand zum Anzeiger eine


große Rolle.

=> Deshalb werden die unterschiedliche Leitungslängen zu den


Triebwerken durch Abgleichwiderstände ausgeglichen.

• Anzeige funktioniert auch bei elektrischem Totalausfall!

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2.4 Temperaturmessungen in Strömungen

Vorsichtsmaßregeln beim Einbau von Messsonden, die zu beachten sind:

• Möglichst im Bereich der größten Strömungsgeschwindigkeit anbringen.

• Messgeber darf aufgenommene Wärme nicht an Umgebung / Befestigung


abstrahlen.

• Messfühler müssen möglichst klein sein, um Verfälschungen der


Messungen zu vermeiden.

• Bei der Messer der OAT ergeben sich durch die Bewegung des Flugzeugs
(Strömungsstau) Anzeigefehler. Die Temperaturanzeige (indicated outside
air temperature / IAOT) muss korrigiert werden.

Es werden verschiedene Temperaturen gemessen bzw angezeigt:

• static air temperature / SAT : Temperatur der ungestörten Luft

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• outside air temperature / OAT : Temperatur der ungestörten Luft = SAT

• indicated outside air temperature / IOAT : SAT + ram rise +


Instrumentenfehler

• ram air temperature / RAT : SAT + ram rise + Instrumentenfehler = IOAT

• total air temperature / TAT : SAT + ram rise

• ram rise: Temperaturanstieg durch adiabatische Abbremsung der Luft


(Kompression)

OAT / SAT < IOAT / RAT < TAT

Die am Instrument abgelesene Temperatur, ist die RAT. Setzt sich aus OAT,
Instrumentenfehler und ram rise zusammen.

OAT / SAT = TAT – ram rise

OAT / SAT entspricht der um den ram rise korrigierten TAT. Dieser ist bis zu 200kt
IAS (indicated air speed) vernachlässigbar (3°C), steigt aber bei 500kt um bis zu
23°C an.

ram rise = (TAS / 100)²

Faustformel zur Berechnung des ram rise:

Bei modermen Messverfahren wird auch ein recovery factor als Größe mit
angegeben. Er liegt im Bereich zwischen 0 und 1 und gibt an, wie viel % des
tatsächlichen ram rise mitgemessen werden. Ein recovery factor von 0.80
bedeutet, dass 80% des tatsächlichen ram rise gemessen werden.

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TAT-Fühler haben einen recovery facotr von 1.

TAT = SAT + ram rise

Formel dafür:

TAT = SAT * (1 + 0,2 * M²)

Daneben gibt es noch die Formel (M = Machzahl):

• Unterschied zwischen RAT und TAT kommt durch Leistungsverluste, da bei


elektrischen Messverfahren die Leitungen einen Innenwiderstand haben,
der die Messung verfälscht.

3. Drehzahlmesser

• Es werden unterschiedliche Systeme verwendet, die alle aus folgenden


Komponenten bestehen: Drehzahlabgriff, Übertragungssystem und
Anzeigegerät

• Nahdrehzahlmesser sind mit einer biegsamen Welle mit dem Triebwerk


verbunden. Der Abstand zwischen Drehzahlabgriff und Anzeigegerät darf
2m nicht überschreiten (meist bei einmotorigen Flugzeugen verwendet).

• Bei Ferndrehzahlmessern erfolgt die Übertragung elektrisch.

Verschiedene Drehzahlmesseranlagen:

• Wirbelstromdrehzahlmesser mit: - mechanischer Nahübertragung

- elektrischer Fernübertragung

• Impulsdrehzahlmesser
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3.1 Wirbelstromdrehzahlmesser mit mechanischer Nahübertragung (I6, 11, Abb.
12 + 13)

• Besteht aus einer horizontalen Welle, auf der ein kreuzförmiger Magnet
befestigt ist, die vom Triebwerk angetrieben wird.

• Zweite Welle: In Flucht zur ersten, nicht verbunden, Wirbelstromkappe aus


Kupfer / Aluminium darauf angebracht, die sich knapp über Kreuzmagnet
drehen kann.

• Über dem Gesamten befindet sich eine Abschirmkappe aus Weicheisen, um


störende Magnetfelder auszuschalten.

• Auf der zweiten Welle: eine Spiralfeder befestigt, die entgegen dem
Wirbelstromdrehmoment wirkt. Zeiger, der die Drehzahl auf einer Skala
anzeigt.

• Angetriebene Kreuzmagnet erzeugt Wirbelstrom, dessen Magnetfeld vom


Kreuzmagneten mitgenommen wird. Je größer die Drehzahl, desto größer
die Mitdrehkraft, der die Spiral – feder entgegenwirkt.

• Gleichgewichtszustand entspricht der Drehzahl, die der Zeiger in U/min


anzeigt

• Dieses Gerät arbeitet sehr genau, ist aber temperaturempfindlich

• Statt Wirbelstromkappe kann eine Wirbelstromscheibe zwischen


rotierenden Magneten nach dem oben genannten Prinzip verwendet
werden.

3.2 Wirbelstromdrehzahlmesser mit elektrischer Fernübertragung (I6, 12, Abb.


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