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Stellungnahme der

Fachschafts-Koordinations-Kooperative
der Universität Osnabrück
zur

Weiterentwicklung des
universitären Prüfungswesens
INHALT:

1. Einleitung ........................................................................................................................... 3
2. Aktuelle Bestandsaufnahme............................................................................................... 4
3. Aktuelle Kritikpunkte bezüglich OPIuM ........................................................................... 6
4. Kritik an der Weiterentwicklung des Prüfungswesens ...................................................... 7
5. Stellungnahme und Fazit.................................................................................................. 10

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1. Einleitung

Die Fachschafts-Koordinations-Kooperative (FKK) möchte als ein


fachbereichsübergreifendes studentisches Gremium Position beziehen zu der geplanten
Zentralisierung des Prüfungswesens. Aufgrund der nachhaltigen Auswirkungen einer
Änderung des Prüfungswesens auf die Studienplanung der Studierenden, sehen wir eine
Stellungnahme der FKK, als universitätsweiter Vertreter aller Fachschaften, als zwingend
notwendig an.
Auf den folgenden Seiten werden wir uns, nach einer kurzen Bestandsaufnahme des aktuellen
Prüfungswesens aus studentischer Sicht, mit der vorgeschlagenen Änderung des
Prüfungswesens auseinandersetzen. Die daraus entstehenden weitreichenden Probleme
werden wir ausgiebig und kritisch darstellen. Die aufgezeigten Kritikpunkte legen
unmissverständlich dar, dass eine derartige Umstrukturierung des Prüfungswesens die
Bedürfnisse der Studierenden ignoriert.
Des Weiteren möchten wir die mangelhafte Informationspolitik seitens der
Universitätsleitung gegenüber den studentischen Gremien, bzw. der studentischen Vertreter,
kritisieren. Wir sehen es als zwingend notwendig an, dass bei der Entscheidungsfindung über
ein neues Prüfungswesen an einer Universität, welches insbesondere den Studienverlauf der
Studierenden nachhaltig beeinflusst, die studentischen Vertreter von Anfang an und
vollständig mit einbezogen werden. Eine solche Miteinbeziehung versteht sich unserer
Ansicht nach an einer demokratischen Gruppenuniversität von selbst. Umso bedauerlicher ist
es, dass dies in diesem Punkt von der Hochschulleitung übergangen wurde.
Wir geben außerdem zu Bedenken, dass eine weitere derartige tiefgreifende Änderung,
insbesondere vor dem Hintergrund der im November stattgefundenen Studierendenproteste,
ein Rückschritt in der Konsolidierung der Beziehungen zwischen Hochschulleitung und
Studierenden darstellt. Ein Wiederauflammen der Proteste ist damit vorprogrammiert.

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2. Aktuelle Bestandsaufnahme

Trotz der hinlänglich bekannten, eher geringfügigen Probleme des derzeitig dezentralen
Prüfungswesens gibt es überwiegend positive Aspekte zu erwähnen, die im Folgenden näher
erläutert werden sollen.
Sicherlich stellen 13 Prüfungsämter verteilt auf 10 Fachbereiche auf den ersten Blick eine
gewisse Belastung des universitären Haushaltes dar. Dies ist gerade in Zeiten leerer
öffentlicher Kassen auch verständlich. Nichtsdestotrotz ist gerade die daraus resultierende
geringere Belastung der Mitarbeiter der Prüfungsämter, als im Landesdurchschnitt in
Niedersachsen üblich, ein Qualitätsmerkmal der Universität Osnabrück. Gerade die höhere
Anzahl von Mitarbeitern in den Prüfungsämtern lässt eine vertiefte Beratung der Studierenden
bei Problemen erst zu. Wir sehen dies nicht als Manko, sondern als Zeichen für die Qualität
des Studiums in Osnabrück an. Eine verringerte Anzahl an Mitarbeitern im zentralisierten
Prüfungswesen sorgt gleichzeitig für eine signifikante Verschlechterung der Serviceleistung
der Universität gegenüber den Studierenden.
Aus unserer Sicht ist das Prüfungswesen jetzt schon negativ geprägt von einer
Überbürokratisierung. Dies würde durch ein zentralisiertes Prüfungswesen nicht verbessert.
Die jetzt schon engen Bindungen der Prüfungsämter an Vorgaben der Universitätsebene,
welche eine notwendige Flexibilität verhindern, werden durch ein zentralisiertes
Prüfungswesen verschlimmert. Dies erhöht sowohl den Druck auf Studierende als auch auf
Dozierende.
Durch fachbereichsspezifische Prüfungsverwaltung besteht die unabdingbare Möglichkeit,
fachlich unterschiedliche Prüfungsverfahren zuzulassen. Eine solche Handhabe würde durch
eine Zentralisierung des Prüfungswesens unmöglich werden. Ein Beispiel hierfür sind die
unterschiedlichen Modalitäten zur Anmeldung für eine Prüfung, welche durch eine
Zentralisierung nicht mehr flexibel den Bedürfnissen des jeweiligen Faches angepasst werden
könnten. Vielmehr besteht hier die Gefahr, dass die Fächer im hoheitlich administrativen
Bereich über einen Kamm geschert würden. Gerade für Studierende anderer Hochschulen ist
die Anerkennung von Studienleistungen beim Wechsel an die Universität Osnabrück durch
fachsspezifische Prüfungsämter, welche die Modalitäten am jeweiligen Fachbereich genau
kennen, im vergleich zu anderen Hochschulen deutlich erleichtert. Dies erhöht indirekt die
Attraktivität und Effektivität der Universität Osnabrück als Studienstandort.

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Einzig die unterschiedlichen Anmeldefristen für die Prüfungen am Ende der Vorlesungszeit
stellt, gerade für die Studierenden der 2-Fächer-Bachelor-Studiengänge, ein Ärgernis dar und
ist beim jetzigen System zu kritisieren.
Zuletzt seien unter den negativen Aspekten die Probleme bei fachübergreifenden
Veranstaltungen, Studiengängen und Professionalisierungsbereichen zu nennen. Hier
herrschen oft Unklarheiten über Leistungspunkte, Prüfungsformen und Ansprechpartner. Ein
steifes und überbürokratisiertes Prüfungswesen ist dann die Ursache für
Koordinationsprobleme von Pflicht-, Wahlpflicht- und Nebenfächern, woraus zum Teil eine
verlängerte Regelstudienzeit und zusätzliche Studiengebühren resultiert. Dies ist jedoch kein
Problem des Prüfungswesens, sondern aufgrund des Angebotes von 2-Fächer-Bachelor-,
Master- und Lehramtsstudiengängen ein systemimmanentes Problem und wird durch die APO
bereits behoben.
Als besonders positiv am derzeitigen Prüfungswesen hervorzuheben ist die profesionelle,
dabei persönliche und fachgerechte Kompetenz der Mitarbeiter der Prüfungsämter. Diese
Mitarbeiter/innen bilden in den Fächern und Fachbereichen das wichtigste und zugleich
zwingend notwendige Bindeglied zwischen Studierenden, Dozenten und
Prüfungsangelegenheiten. Die Mitarbeiter/innen in den Fachbereichsprüfungsämtern sind
kompetente Ansprechpartner, die sich mit den relevanten Studiengängen und
Prüfungsordnungen bestens auskennen, denn schließlich dürfen die noch bestehenden Mängel
in den Ordnungen und im Prüfungswesen nicht zu einem Nachteil für die Studierenden
werden. Durch ein zentralisiertes Prüfungswesen droht hier eine massive Verschlechterung
der Beratung der Studierenden und Verwaltung ihrer Prüfungsfälle.

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3. Aktuelle Kritikpunkte bezüglich OPIuM

Das vor einigen Jahren eingeführte OPIuM hat sich mittlerweile fast vollständig etabliert,
weist allerdings immer noch Schwächen auf. Wenngleich das System frühe Informationen
über Prüfungstermine bietet und ein Teil der Studierenden die Notenübersicht sowie die An-
und Abmeldung als einfach und unkompliziert ansieht, überwiegen die negativen Aspekte.
Das System ist fehlerhaft zum Beispiel in Bezug auf Veranstaltungsnamen,
Notenverbuchungen und Prüfungszuordnungen, was nur durch persönlichen Aufwand der
Studierenden und der PrüfungsamtmitarbeiterInnen behoben werden kann. Insbesondere bei
fachübergreifenden Veranstaltungen sind die Anmeldungen und Veranstaltungs-
beschreibungen kompliziert und undurchsichtig.
Ein weiterer Kritikpunkt umfasst das Benachrichtigungssystem an die Studierenden. Sobald
eine Änderung bei OPIuM eingetreten ist, wird eine E-Mail verschickt, auch wenn die
Änderung nicht die Daten der einzelnen Studierenden betrifft. Des Weiteren führen die
unterschiedlichen Anmeldefristen in den einzelnen Fachbereichen zu Komplikationen, die
sich durch eine einheitliche Anmeldefrist oder eine Erinnerungsfunktion für die einzelnen
Fristen beheben lassen.
Kritisch wird auch die teilweise fehlerbehaftete Klausuranmeldung betrachtet. So ist es z.B.
möglich, dass Studierende trotz Anmeldung bei OPIuM nicht dem entsprechenden Professor
zur Prüfung gemeldet werden.
Ein zusätzliches Problem entsteht bei Studierenden von fachübergreifenden Studiengängen,
z.B. Zwei-Fächer-Bachelor. Teilweise kompliziert zu findende Prüfungen erschweren die
Klausuranmeldung und erhöhen somit den Aufwand der Studierenden dieser schon mit einem
hohen Organisationsaufwand verbundenen Studiengänge. Auch werden Anwendungs- und
Nebenfächer teilweise als neue eigenständige Studiengänge deklariert, was zu einer
unübersichtlichen Darstellung der Prüfungen und der erbrachten Leistungen führt.
Zu bemängeln ist ebenfalls, dass Statistiken der Prüfungen nicht einheitlich sind und teilweise
gänzlich fehlen.
Im Allgemeinen ist zu erkennen, dass die Zeit ein großes Problem darstellt. So sind
Prüfungsergebnisse erst nach geraumer Zeit bei OPIuM sichtbar, so dass viele Fachschaften
den Studierenden empfehlen, die Klausureinsicht intensiv zu nutzen.
Wir begrüßen im Allgemeinen die Idee eines Systems wie OPIuM, da schnell und
unkompliziert auf Prüfungsergebnisse zurückgegriffen werden kann und somit den

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ProfessorInnen und PrüfungsamtsmitarbeiterInnen Verwaltungsarbeit abgenommen wird.
Jedoch ist die Umsetzung noch nicht ausgereift und bedarf einiger Überarbeitung.

4. Kritik an der Weiterentwicklung des Prüfungswesens

Auch aufgrund der oben unter Punkt 2 aufgeführten Kritikpunkte wurde von Seiten der
Hochschulleitung die Idee eines zentralen Prüfungswesens entwickelt. Hierbei soll ein
zentrales Prüfungsamt die Koordination von mehreren dezentralen Bereichsprüfungsämtern
übernehmen. Insbesondere der Bereich der administrativen und hoheitlichen
Prüfungsverwaltung soll durch Vorgaben des zentralen Prüfungsamtes geregelt werden. Das
zentrale Prüfungsamt soll unter der Leitung und Vorsitz der Vizepräsidentin bzw. des
Vizepräsidenten für Studium und Lehre stehen und fachlich von einem Aufsichtsrat aus
Studiendekanen beaufsichtigt werden. Die Bereichsprüfungsämter sollen unter der
disziplinarischen Aufsicht des zentralen Prüfungsamtes stehen. Die inhaltliche
Verantwortung, d.h. außerhalb des administrativ-hoheitlichen Bereichs, soll weiterhin in den
Händen der fachbereichsinternen und studiengangsspezifischen Prüfungsausschüsse liegen.
An dieser Konstellation gibt es unserer Ansicht nach viele Kritikpunkte:

a) Eine Zentralisierung der Arbeit der Prüfungsämter birgt die Gefahr einer verstärkten
Bürokratisierung, welche eine wesentliche Erhöhung des jetzt schon, im Zuge der
Umstellung auf das neue Studiensystem, gesteigerten Drucks auf die Studierenden zur
Folge hätte.
Begründet werden kann dies allein schon durch den größeren Zeit- und Arbeitsaufwand,
sowohl für die Studierenden als auch für die Mitarbeiter der Prüfungsämter, welches
eine direkte Folge der Anwendung neuer zentraler Anforderungen wäre, wie z.B. eine
genormte Verfahrensweise. Auch besteht die Gefahr, das Einzelfallentscheidungen der
Prüfungsämter für Studierende nur noch durch komplizierte Antragsverfahren getroffen
werden können, da selbstverständlich jede Entscheidung eines Bereichsprüfungsamtes
gegenüber dem zentralen Prüfungsamt schriftlich belegbar sein muss.

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b) Des Weiteren besteht die Gefahr, dass die demokratische Verantwortlichkeit der
gewählten Vertreter der Gruppen der Universität am jeweiligen Fachbereich ausgehöhlt
wird. Originär sind die Fachbereiche für die Verwaltung der Prüfungen zuständig.
Dementsprechend sind die Studiendekane an den Fachbereichen dafür verantwortlich,
dass die Prüfungen in den einzelnen Studiengängen ordnungsgemäß ablaufen. Dies
beinhaltet auch den administrativ-hoheitlichen Bereich einer Prüfung, der da wäre,
Organisation der Anmeldungen, Erstellung der Scheine für bestandene Leistungen,
Entgegennahme von Widersprüchen gegen die Bewertung einer Prüfungsleistung und
nicht zuletzt Erstellung von Zeugnissen. Die Aufgaben des Studiendekans wurden
häufig inhaltlich an studiengangsspezifische Prüfungsausschüsse delegiert, und der
administrative Bereich einem Prüfungsamt zur Bearbeitung zugeschlagen. Bei einer
zentralen Prüfungsverwaltung verlieren die fachlich zuständigen Prüfungsausschüsse/
Studiendekane die demokratische Verantwortlichkeit und wird von diesen fort auf die
universitäre Ebene angehoben. Die Verantwortlichkeit soll dem Vizepräsidenten für
Studium und Lehre, bzw. einem Aufsichtsrat aus Studiendekanen zugeschlagen werden,
während die Bereichsprüfungsämter unter der Aufsicht des zentralen Prüfungsamtes
stehen sollen. Hier sehen wir die Gefahr, dass die Gruppen der Universität nicht mehr
adäquat an der Kontrolle der administrativ-hoheitlichen Entscheidungen der
Prüfungsämter beteiligt werden, da ausschließlich Hochschullehrer in die
Kontrollinstanzen gewählt werden können. Selbst wenn eine universitätsweite
Prüfungsverwaltung eingeführt wird, muss weiterhin die Beteiligung aller Gruppen der
Hochschule an den Entscheidungsfindungen vorgesehen werden. Die Frage, wie eine
disziplinarische Kontrolle gewährleistet werden soll, wenn die Bereichsprüfungsämter,
oder gar das zentrale Prüfungsamt gegen eine Entscheidung eines
studiengangsspezifischen Prüfungsausschusses verstoßen, bleibt aber auch in diesem
Kontext völlig ungelöst und wird durch die Anhebung auf die universitäre Ebene nur
unnötig erschwert.

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c) Auch eine Erhaltung der fachspezifischen Verfahrensweisen für die
Prüfungsverwaltung, die aufgrund der fachlichen Unterschiede der verschiedenen
Wissenschaftsdisziplinen zwingend notwendig ist, wird durch ein zentrales
Prüfungswesen deutlich erschwert. Eine mündliche Prüfung im Bereich der
Naturwissenschaften ist zwingend anders zu gestalten, als eine mündliche Prüfung im
Bereich der Geisteswissenschaften. Hier besteht die Gefahr, dass durch zentrale
Regelungen einzelne fachliche Bereiche nicht mehr abgeprüft werden können, da die
Rahmenregelung eine solche Prüfungsweise möglicherweise nicht zulässt.

d) Die Kenntnisse der Mitarbeiter in den Prüfungsämtern sind evident notwendig, um


einen möglichst reibungslosen Studienverlauf der Studierenden zu gewährleisten. Dies
wird durch ein zentrales Prüfungswesen gefährdet, da durch größere
Bereichsprüfungsämter nicht gewährleistet werden kann, dass der jeweilige
Ansprechpartner des Studierenden sich im jeweiligen Studiengang auskennt. Der
Ausgleich der Mitarbeiter in den Prüfungsämtern bei Krankheitsfall durch Mitarbeiter
aus anderen Bereichsprüfungsämtern erhält zwar die Öffnungszeiten aufrecht, kann aber
den qualitativen Anforderungen an die fachliche Kompetenz der vertretenden
Mitarbeiter nicht gerecht werden, da sich diese nicht in den studiengangsspezifischen
Verfahrensweisen auskennen.

e) Die geplante Umstrukturierung des Prüfungswesens ist besonders zu dem jetzigen


Zeitpunkt äusserst problematisch. Ein Großteil der Studiengänge ist erst kürzlich auf das
Bachelor- / Master-System umgestellt worden und die alten Studiengänge sind noch
nicht vollständig ausgelaufen bzw. werden dies auch vorerst nicht. Die Prüfungsämter
haben immer wieder mit den Problemen dieser Umstellung zu tun, was erhöhten
Arbeitsaufwand sowohl für Studierende als auch für die Prüfungsämter zur Folge hat.
Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Anrechenbarkeit von
Veranstaltungen, unterschiedliche Leistungsanforderungen, ECTS-Punkte und
Prüfungszeitpunkte. Eine Zentralisierung des Prüfungswesens zu diesem Zeitpunkt, in
der sämtliche Statusgruppen der Universität sich immer noch mit den Problemen der
Systeme verschiedener Studiengänge auseinandersetzen, sorgt für eine weitere
wesentliche Belastung des Prüfungswesens. Wir sehen hier die Gefahr, dass im Verlaufe
der Umstellung keine angemesssene Prüfungsverwaltung mehr gewährleistet werden
kann.

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f) Zuletzt seien noch die Gefahr des Stellenabbaus an den Prüfungsamtmitarbeitern und
die daraus resultierende wesentliche Verschlechterung der Beratungsqualität der
Prüfungsämter erwähnt.
Wie schon in der aktuellen Bestandsaufnahme erwähnt, ist die Möglichkeit einer
intensiveren Beratung und Hilfestellung für die Studierenden der Universität Osnabrück
ein deutliches Qualitätsmerkmal, besonders im Hinblick auf andere
Universitätsstandorte. Hier würde ein Stellenabbau darin resultieren, dass sich eine
wichtige Serviceleistung der Universität Osnabrück signifikant verschlechtern würde
und die Bedürfnisse der Studierenden ignoriert würden.

5. Stellungnahme und Fazit

Nach den oben aufgeführten Kritikpunkten der Studierendenschaft erscheint es sicherlich


sinnvoll, das Prüfungswesen weiterzuentwickeln. Hierbei ist jedoch Standardisierung
wichtiger als Zentralisierung. Die Fachschafts-Koordinations-Kooperative spricht sich als
Vertretung der Fachschaften aller Fachbereiche für das Beibehalten der derzeitigen
Prüfungsämter aus. Des Weiteren ist zu erwähnen, das sich nicht nur Studierende gegen die
Zentralisierung der Prüfungsämter geäußert haben, sondern auch die Prüfungsämter selbst. So
haben sich die Prüfungsämter aller Fachbereiche auf der Grundlage verschiedener Argumente
für eine Beibehaltung der jetzigen Situation ausgesprochen und sehen keinen gegebenen
Anlass für die vom Präsidium angestrebten Veränderungen.1
Die durch die HIS GmbH angelegten Bewertungskriterien sind von studentischer Seite nicht
nachvollziehbar und in großen Teilen abzulehnen. Da als primäre Ziele der
Weiterentwicklung die „Servicequalität für Studierende“ und die „Nähe zu Kunden der
Prüfungsverwaltung“ genannt werden, erscheinen einige Vorhaben paradox.2 Wie kann die
Servicequalität für die Studierenden gesichert sein, wenn die „Detailkenntnis“ der
Mitarbeiter/innen nur als ein sekundäres Kriterium erwähnt wird?3 Des Weiteren ist es nicht
nachvollziehbar, wie die „Nähe zum Kunden“ in einem von ‚oben‘ gesteuertem
Prüfungswesen gewährleistet werden soll.
Die von der Fachschafts-Koordinations-Kooperative vertretenen Studierenden sprechen sich
gegen das Szenario „Zentrales Prüfungsamt“ aus und stellen die folgenden Ansprüche:

1
Vgl. Prüwent – Weiterentwicklung des Prüfungswesens. Arbeitsergebnisse, S. 36.
2
Vgl. ebd., S. 26.
3
Vgl. ebd., S. 26.
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Die fachliche Kompetenz ist eines der wichtigsten Kriterien in den Prüfungsämtern, ähnlich
wie der persönliche Kontakt und die oftmals flexiblen Öffnungszeiten. Diese Aspekte sehen
die Studierenden bei einer Zentralisierung des Prüfungswesens als stark gefährdet an. Eine
Aufstockung des Personals in den einzelnen Prüfungsämtern erscheint sinnvoll, um erhöhten
Arbeitsaufwand oder eventuelle Personalausfälle kompensieren zu können.
Zuletzt spricht sich die Fachschafts-Koordinations-Kooperative für eine Standardisierung des
Prüfungswesens aus. Unklarheiten in den Prüfungsordnungen und im Prüfungswesen dürfen
sich definitiv nicht zum Nachteil für Studierende entwickeln.
Die Vereinheitlichung und die bessere Abstimmung bei fachübergreifenden
Prüfungsangelegenheiten sind zwingend notwendig, ebenso wie eine stabile, fehlerfreie,
übersichtliche und sichere Softwareunterstützung der Prüfungsverwaltung. Anstelle einer
Zentralisierung fordert die Fachschafts-Koordinations-Kooperative eine
Koordinationszentrale für Überschneidungen oder Koordinationstreffen der Prüfungsämter
für bessere Kommunikation und höhere Kompetenz in interdisziplinären Fragen, wie es für
die Prüfungsämter am Westerberg bereits stattgefunden hat. Ein solches Treffen sollte zu
einer universitätsweiten und regelmäßigen Vernetzung ausgebaut werden. Dies ist
insbesondere für die Lehramts- und Mehrfächerstudierenden von großer Bedeutung. So
sollten die Fachbereiche, die einen Lehramtstudiengang anbieten, in engem Kontakt mit der
Servicestelle Prüfungsadministration stehen.
Die Studierenden sprechen sich klar gegen eine Zentralisierung des Prüfungswesens aus, da
zentrale Entscheidungen, die die einzelnen Fächer und Fachbereiche betreffen, weiterhin von
politisch Verantwortlichen am Fachbereich getroffen werden müssen – auf keinen Fall auf
zentraler Ebene.

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Für die Fachschaft-Koordinations-Kooperative:
nach Beschluss der FKK auf ihrer 7. Sitzung vom 27.01.2010

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Henrik Radewald Jan-Paul Knölker
Referent für Fachschaften Fachschaftsrat Kultur- und Geowissenschaften

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Christoph Ott
Fachschaftsrat Physik

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Carina Ellermann
Fachschaftsrat Biologie / Chemie

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Mareike Paul
Fachschaftsrat Mathematik / Informatik

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Phillipp Püttmann
Fachschaftsrat Sprach- und Literaturwissenschaft

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Carolin Fehler
Fachschaftsrat Wirtschaftswissenschaften

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Philipp Zeller
Fachschaftsrat Rechtswissenschaften

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