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UNIVERSITA’ DEGLI STUDI DI VERONA

LINGUA TEDESCA LIVELLO B1

PROVA SCRITTA MARZO 2019

Lebensformen: Abschied von der klassischen Familie

Knapp 20 Prozent der Jugendlichen in Deutschland leben bei einem allein erziehenden Elternteil,
meldete das Statistische Bundesamt am Donnerstag. Auch das traditionelle Familienbild hat sich
verändert. Insgesamt wurden im Jahr 2008 in Deutschland etwa 680 000 Jugendliche zwischen 14
und 17 Jahren von einem allein erziehenden Elternteil betreut. Frauen übernehmen im
Trennungsfall nach wie vor die Haupterziehungsarbeit: etwa 588 000 Jugendliche leben bei der
Mutter, ca. 93 000 beim Vater. Damit wachsen 20 Prozent der 3,4 Millionen Jugendlichen in
Deutschland mit nur einem Elternteil auf. Zwar stellt die „traditionelle Familie“, zu der die
Statistiker auch verheiratete Paare mit Kindern aus früheren Beziehungen sowie mit Stief-, Pflege-
und Adoptivkindern zählen, immer noch den Hauptanteil der Lebensformen. Doch die Anzahl
alternativer Eltern-Kind-Gemeinschaften wächst. Neben den Alleinerziehenden gehören dazu auch
Paare ohne Trauschein und homosexuelle Paare, in deren Haushalten Kinder leben.
Kein sicherer Hafen
Im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten sei deutlich zu beobachten, „dass Kinder und
Jugendliche in einem insgesamt heterogeneren Umfeld aufwachsen“, beschrieb Thomas
Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München, die Entwicklung. Dazu
gehörten auch Übergänge: „Die Eltern trennen sich, die Kinder leben eine Zeit lang mit der Mutter
allein, dann findet sie einen neuen Partner.“
Heranwachsende müssten früh lernen, selbstständig zu werden und sich nicht darauf zu verlassen,
dass Papa und Mama immer zusammen bleiben, erklärte der Experte. „Selbstständigkeit bedeutet
mehr als nur das Hotel Mama als Lebensentwurf zu haben. Man kann vom sicheren Hafen Familie
heute nicht mehr selbstverständlich ausgehen.“
Das Leben außerhalb der Familie
Gesellschaft, Politik und Schulen müssten Kinder stabilisieren, damit sie mit möglichen Brüchen
umgehen könnten, forderte Rauschenbach. „Stabilisierung bedeutet, den Kindern die Zumutung auf
ein selbstständiges Leben abzuverlangen, sie nicht nur zu behüten. Dies beginnt schon im
Kindergartenalter, wenn Kinder nicht nur zu Hause bei den Eltern aufwachsen, sondern in Gruppen
mit anderen Kindern und Erzieherinnen Selbstbewusstsein entwickeln können. Sie sollen früh
lernen, sagen zu können, was sie wollen, und auch den Umgang mit Konflikten, eine positive
Streitkultur, lernen.“

Aus „Focus on-line, Focus Familie“


UNIVERSITA’ DEGLI STUDI DI VERONA
LINGUA TEDESCA LIVELLO B1
PROVA SCRITTA MARZO 2019

Cognome, Nome………………………………………………
Nr. Matricola………………………………………………….
Test informatizzato…………………………………………...

Lebensformen: Abschied von der klassischen Familie

1. Wie hat sich das traditionelle Familienbild in den letzten Jahrzehnten


verändert?

2. Warum ist heute die Familie kein sicherer Hafen mehr und was sollten die
Kinder lernen?

3. Was sind die Aufgaben der Gesellschaft, der Politik und der Schule, damit die
neuen Generationen eine gewisse Stabilisierung bekommen?

Welche Lebensformen kennen Sie außer der traditionellen Familie? Denken sie,
dass das Familienbild auch in Italien wie in Deutschland sich verändert hat?
Sprechen Sie kurz über ihre Familie. (ungefähr 150 Wörter)

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