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DEUTSCHE

NORM Dezember 2016

DIN EN 13257
D
ICS 59.080.70 Ersatz für
DIN EN 13257:2015-07
Siehe Anwendungsbeginn

Geotextilien und geotextilverwandte Produkte –


Geforderte Eigenschaften für die Anwendung in Deponien für feste
Abfallstoffe;
Deutsche Fassung EN 13257:2016
Geotextiles and geotextile-related products –
Characteristics required for use in solid waste disposals;
German version EN 13257:2016
Géotextiles et produits apparentés –
Caractéristiques requises pour l’utilisation dans les ouvrages d’enfouissement
des déchets solides;
Version allemande EN 13257:2016


© DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Technische Baubestimmungen, 2019

Gesamtumfang 48 Seiten
DVD TB 02/2020, lizensiert für: Kocks Consult GmbH

DIN-Normenausschuss Textil und Textilmaschinen (Textilnorm)


DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau)

© DIN Deutsches Institut für Normung e. V. · Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, Preisgruppe 18
nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e. V., Berlin, gestattet.
Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
www.din.de
www.beuth.de
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2580036
DIN EN 13257:2016-12

Anwendungsbeginn
Anwendungsbeginn dieser Norm ist 2016-12-01.

Die CE-Kennzeichnung von Bauprodukten nach dieser Norm kann erst nach der Veröffentlichung der
Fundstelle dieser Norm im Amtsblatt der Europäischen Union bzw. im Bundesanzeiger von dem dort
genannten Termin an erfolgen.

Hinweise hierzu erhalten die Anwender der Norm auf den entsprechenden Webseiten der Europäischen
Union oder auf den entsprechenden Webseiten der Bauaufsichtsbehörden.

Neben dieser Norm darf die im Ersatzvermerk genannte Norm DIN EN 13257:2015-07 noch für eine
bestimmte Übergangsphase angewendet werden, sofern dies im Amtsblatt der Europäischen Union bzw. im
Bundesanzeiger entsprechend verbindlich festgelegt wurde.

Nationales Vorwort
Dieses Dokument (EN 13257:2016) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 189 „Geokunststoffe“
erarbeitet, dessen Sekretariat vom NBN (Belgien) gehalten wird.

Für die deutsche Mitarbeit ist der Arbeitsausschuss NA 106-01-11 AA „Geotextilien und Geokunststoffe“ im
DIN-Normenausschuss Textil und Textilmaschinen (Textilnorm) zuständig.

Für die in diesem Dokument zitierten Internationalen Normen wird im Folgenden auf die entsprechenden
Deutschen Normen hingewiesen.

ISO 10390 siehe DIN ISO 10390


ISO/TS 13434 siehe DIN EN ISO 13434

Änderungen

Gegenüber DIN EN 13257:2015-07 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) In 4.2 ∗) Tabelle 1, wurden alle mit H gekennzeichneten Eigenschaften durch „A“ ersetzt. Die Eigenschaft
„Beschädigung beim Einbau“ wurde mit „S“ gekennzeichnet und ein entsprechender Absatz wurde in 4.3
ergänzt.
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b) In ZA.3 wurde das Beispiel gestrichen;

Frühere Ausgaben

DIN EN 13257: 2001-04, 2005-04, 2014-06, 2015-07


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∗) Im Europäischen Dokument EN 13257 wird fälschlicherweise auf 4.1, anstelle 4.2, verwiesen und demnach hier
richtig angegeben.

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DIN EN 13257:2016-12

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Literaturhinweise

DIN ISO 10390, Bodenbeschaffenheit — Bestimmung des pH-Wertes

DIN EN ISO 13434, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Weiterreißprüfungen


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DIN EN 13257:2016-12

— Leerseite —
EUROPÄISCHE NORM EN 13257
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Oktober 2016

ICS 59.080.70 Ersatz für EN 13257:2014+A1:2015

Deutsche Fassung

Geotextilien und geotextilverwandte Produkte —


Geforderte Eigenschaften für die Anwendung in Deponien
für feste Abfallstoffe
Geotextiles and geotextile-related products — Géotextiles et produits apparentés —
Characteristics required for use in Caractéristiques requises pour l’utilisation dans les
solid waste disposals ouvrages d’enfouissement des déchets solides

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 4. Juni 2016 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter
denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand
befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN-
CENELEC oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen
Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem
Management-Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, der ehemaligen
jugoslawischen Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland,
Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der
Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.
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EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


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EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION


COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

CEN-CENELEC Management-Zentrum: Avenue Marnix 17, B-1000 Brüssel

© 2016 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 13257:2016 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN
vorbehalten.
DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Inhalt
Seite

Europäisches Vorwort ....................................................................................................................................................... 4


Einleitung .............................................................................................................................................................................. 5
1 Anwendungsbereich............................................................................................................................................ 6
2 Normative Verweisungen .................................................................................................................................. 6
3 Begriffe und Abkürzungen ................................................................................................................................ 7
3.1 Begriffe .................................................................................................................................................................... 7
3.2 Abkürzungen ......................................................................................................................................................... 8
4 Geforderte Eigenschaften und entsprechende Prüfverfahren .............................................................. 8
4.1 Allgemeines ............................................................................................................................................................ 8
4.2 Auswahl der für eine bestimmte Anwendung zutreffenden Norm ...................................................... 9
4.3 Eigenschaften für besondere Anwendungsbedingungen ...................................................................... 11
4.3.1 Steifigkeit bei 2 %, 5 % und 10 % ................................................................................................................. 11
4.3.2 Zugfestigkeit von Nähten und Verbindungen ........................................................................................... 11
4.3.3 Durchdrückverhalten ....................................................................................................................................... 11
4.3.4 Scherverhalten .................................................................................................................................................... 11
4.3.5 Zugkriechen ......................................................................................................................................................... 11
4.3.6 Beständigkeit gegen Beschädigung beim Einbau .................................................................................... 11
4.3.7 Schutzwirksamkeit (EN 14574) ..................................................................................................................... 11
4.3.8 Wasserdurchlässigkeit normal zur Ebene ................................................................................................. 11
4.4 Freisetzung gefährlicher Stoffe...................................................................................................................... 11
5 Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit (AVCP) .................................................... 12
5.1 Allgemeines .......................................................................................................................................................... 12
5.2 Angabe von Eigenschaften ............................................................................................................................... 12
5.3 Bestimmung des Produkttyps (PTD) ........................................................................................................... 12
5.4 Werkseigene Produktionskontrolle (WPK) .............................................................................................. 13
5.5 Verifizierung von Werten ................................................................................................................................ 13
5.6 Erstinspektion des Werks und der WPK .................................................................................................... 14
5.7 Laufende Überwachung der WPK ................................................................................................................. 14
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6 Kennzeichnung ................................................................................................................................................... 15
Anhang A (normativ) Werkseigene Produktionskontrolle ................................................................................ 16
A.1 System zur werkseigenen Produktionskontrolle .................................................................................... 16
A.1.1 Allgemeines .......................................................................................................................................................... 16
A.1.2 Produktentwicklung ......................................................................................................................................... 16
A.1.3 Produktion ........................................................................................................................................................... 16
A.1.4 Endprodukte ........................................................................................................................................................ 16
A.1.5 Vorschriften für A.1.2, A.1.3 und A.1.4 (anzuwenden, falls zutreffend) ........................................... 17
A.2 Bewertung des Systems der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) ..................................... 18
A.2.1 Allgemeines .......................................................................................................................................................... 18
A.2.2 Prüfliste ................................................................................................................................................................. 18
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A.2.3 Prüfhäufigkeit ..................................................................................................................................................... 22


Anhang B (normativ) Aspekte der Dauerhaftigkeit .............................................................................................. 24
B.1 Allgemeines .......................................................................................................................................................... 24
B.1.1 Nutzungsdauer .................................................................................................................................................... 24
B.1.2 Erst- und Wiederholungsprüfung der Dauerhaftigkeit ......................................................................... 24

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

B.1.3 Verwendung von Umlaufmaterial .................................................................................................................25


B.2 Witterungsbeständigkeit (alle Produkte) ..................................................................................................25
B.3 Produkte für eine Anwendung ohne Bewehrungsfunktion und mit einer Nutzungsdauer
bis zu 5 Jahren .....................................................................................................................................................25
B.4 Andere Anwendungen und Nutzungsdauern bis zu 25 Jahren, 50 Jahren und 100 Jahren .......26
B.4.1 Allgemeines ..........................................................................................................................................................26
B.4.2 Prüfungen bestimmter Werkstoffe...............................................................................................................26
Anhang C (informativ) Anleitungen für die Auswahl der für eine bestimmte Anwendung
zutreffenden Norm.............................................................................................................................................29
Anhang D (informativ) Wesentliche technische Änderungen gegenüber den Vorgängernormen ........31
Anhang ZA (informativ) Abschnitte dieser Europäischen Norm, die die Bestimmungen der EU-
Bauproduktenverordnung (EU-BauPVO) betreffen ................................................................................32
ZA.1 Anwendungsbereich und maßgebende Merkmale..................................................................................32
ZA.2 Verfahren zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit (AVCP) von
Geotextilien und geotextilverwandten Produkten in Deponien für feste Abfallstoffe ................36
ZA.2.1 System(e) zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit (AVCP-Systeme) ......36
ZA.2.2 Leistungserklärung (DoP) ...............................................................................................................................39
ZA.3 CE-Kennzeichnung und Etikettierung..........................................................................................................43
Literaturhinweise .............................................................................................................................................................44
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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Europäisches Vorwort
Dieses Dokument (EN 13257:2016) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 189 „Geokunststoffe“
erarbeitet, dessen Sekretariat vom NBN gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis April 2017, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis Juli 2018 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Elemente dieses Dokuments Patentrechte berühren
können. CEN ist nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu identifizieren.

Dieses Dokument ersetzt EN 13257:2014+A1:2015.

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der
EU-Verordnung Nr. 305/2011.

Zum Zusammenhang mit Verordnung (EU) Nr. 305/2011 siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil
dieses Dokuments ist.

Anhang D enthält Angaben zu den wesentlichen technischen Änderungen zwischen dieser Europäischen
Norm und der vorherigen Ausgabe.

Entsprechend der CEN-CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, die
ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island,
Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn,
Vereinigtes Königreich und Zypern.
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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Einleitung
Diese Europäische Norm ermöglicht Herstellern die Beschreibung von Geotextilien und geotextilverwandten
Produkten auf der Grundlage angegebener Eigenschaftswerte, die sich auf die vorgesehene Anwendung
beziehen, vorausgesetzt, die Prüfung erfolgt nach dem vorgeschriebenen Verfahren. Sie enthält außerdem
Verfahrensweisen zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit und werkseigenen
Produktionskontrolle.

Diese Europäische Norm darf auch von Planern, Endverbrauchern und weiteren Interessierten zur
Festlegung der relevanten Funktionen und Anwendungsbedingungen herangezogen werden.

In dieser Europäischen Norm bezieht sich die Verwendung des Begriffs „Produkt“ auf ein Geotextil oder ein
geotextilverwandtes Produkt.

Diese Europäische Norm ist Bestandteil einer Reihe von Normen, die Anforderungen an Geotextilien und
geotextilverwandte Produkte für eine bestimmte Anwendung behandeln. Anhang C enthält einen Leitfaden
für die Auswahl der zutreffenden Norm.
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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm legt die relevanten Eigenschaften von Geotextilien und geotextilverwandten
Produkten, die in Deponien für feste Abfallstoffe verwendet werden, sowie die geeigneten Prüfverfahren zur
Bestimmung dieser Eigenschaften fest.

Bei ihrer vorgesehenen Anwendung haben diese Geotextilien und geotextilverwandten Produkte eine oder
mehrere der folgenden Funktionen zu erfüllen: Filtern, Trennen, Bewehren und Schützen. Die Trennfunktion
wird immer in Verbindung mit Filtern oder Bewehren genutzt, folglich ist Trennen nie allein vorgegeben.

Diese Europäische Norm ist nicht auf geosynthetische Dichtungsbahnen anwendbar, wie in EN ISO 10318-1
festgelegt.

Diese Europäische Norm behandelt die Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit (AVCP) des
Produkts nach dieser Europäischen Norm und die Verfahren für die werkseigene Produktionskontrolle.

Besondere Anwendungen können Anforderungen hinsichtlich zusätzlicher Eigenschaften


und - vorzugsweise genormte – Prüfverfahren enthalten, wenn diese technisch relevant sind.

Diese Europäische Norm darf zur Festlegung von Bemessungswerten herangezogen werden, in dem die im
Zusammenhang mit den in EN 1997-1 (Eurocode 7) angegebenen Definitionen berücksichtigt werden, z. B.
Sicherheitsbeiwerte. Für das Produkt sollte die Bemessungsdauer festgelegt werden, weil seine Funktion
zeitlich befristet sein kann, als Einbauhilfe, oder dauerhaft, der Lebensdauer des Bauwerks entsprechend.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden Dokumente, die in diesem Dokument teilweise oder als Ganzes zitiert werden, sind für die
Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene
Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments
(einschließlich aller Änderungen).

EN 12224, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Bestimmung der Witterungsbeständigkeit

EN 12226, Geokunststoffe — Allgemeine Prüfverfahren zur Bewertung nach Beständigkeitsprüfungen

EN 12447, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Prüfverfahren zur Bestimmung der


Hydrolysebeständigkeit in Wasser

EN 13719, Geokunststoffe — Bestimmung der langfristigen Schutzwirksamkeit von Geokunststoffen im Kontakt


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mit geosynthetischen Dichtungsbahnen

EN 14574, Geokunststoffe — Bestimmung des Pyramidendurchdrückwiderstandes von Geokunststoffen auf


harter Unterlage

EN ISO 1043-1, Kunststoffe — Kennbuchstaben und Kurzzeichen — Teil 1: Basis-Polymere und ihre besonderen
Eigenschaften (ISO 1043-1)

EN ISO 3696, Wasser für analytische Laborzwecke — Spezifikation und Prüfverfahren (ISO 3696)

EN ISO 9862, Geokunststoffe — Probenahme und Vorbereitung der Messproben (ISO 9862)
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EN ISO 10318-1, Geokunststoffe — Teil 1: Begriffe (ISO 10318-1)

EN ISO 10319, Geokunststoffe — Zugversuch am breiten Streifen (ISO 10319)

EN ISO 10320, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Identifikation auf der Baustelle (ISO 10320)

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

EN ISO 10321, Geokunststoffe — Zugprüfung von Verbindungen/Nähten am breiten Streifen (ISO 10321)

EN ISO 10722, Geokunststoffe — Indexprüfverfahren zur Bewertung von mechanischen Schäden bei
wiederholter Belastung — Beschädigung durch körnige Materialien (ISO 10722)

EN ISO 11058, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit


normal zur Ebene, ohne Auflast (ISO 11058)

EN ISO 12236, Geokunststoffe — Stempeldurchdrückversuch (CBR-Versuch) (ISO 12236)

EN ISO 12956, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Bestimmung der charakteristischen


Öffnungsweite (ISO 12956)

EN ISO 12957-1, Geokunststoffe — Bestimmung der Reibungseigenschaften — Teil 1: Scherkastenversuch


(ISO 12957-1)

EN ISO 12957-2, Geokunststoffe — Bestimmung der Reibungseigenschaften — Teil 2: Schiefe-Ebene-Versuch


(ISO 12957-2)

EN ISO 13426-1, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Festigkeit produktinterner Verbindungen —


Teil 1: Geozellen (ISO 13426-1)

EN ISO 13426-2, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Festigkeit produktinterner Verbindungen —


Teil 2: Geoverbundstoffe (ISO 13426-2)

EN ISO 13431, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Bestimmung des Zugkriech- und des
Zeitstandbruchverhaltens (ISO 13431)

EN ISO 13433, Geokunststoffe — Dynamischer Durchschlagversuch (Kegelfallversuch) (ISO 13433)

EN ISO 13438, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Auswahlprüfverfahren zur Bestimmung der
Oxidationsbeständigkeit (ISO 13438)

ISO 10390, Soil quality — Determination of pH

ASTM D7409 — 15, Standard Test Method for Carboxyl End Group Content of Polyethylene Terephthalate
(PET) Yarns

ASTM D4603 — 03(2011)e1, Standard Test Method for Determining Inherent Viscosity of Poly(Ethylene
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Terephthalate) (PET) by Glass Capillary Viscometer

3 Begriffe und Abkürzungen


3.1 Begriffe

Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach EN ISO 10318-1 und die folgenden Begriffe.

3.1.1
Produkt
geotextiles oder geotextilverwandtes Erzeugnis
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3.1.2
Spezifikation
Dokument, in dem die Arbeit, die Funktionen und die besonderen Anwendungsbedingungen des Produkts
beschrieben sind

7
DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

3.1.3
Umlaufmaterial
RWM
(en: rework material)
Material, das im Verlauf eines Verfahrens entsteht und im selben Prozess wieder verwendet werden kann

3.1.4
Rezyklat
PCM
(en: post-consumer material)
Material aus Haushalten oder gewerblichen, industriellen Einrichtungen und Institutionen, die
Endverbraucher des Produkts sind, das nicht mehr länger für den vorgesehenen Zweck verwendet werden
kann
Anmerkung 1 zum Begriff: Darin enthalten ist zurückgeführtes Material aus der Lieferkette.

3.1.5
Regenerat
PIM
(en: post-industrial material)
Material, abgetrennt bei einem Herstellungsverfahren aus dem Abfallstrom

3.2 Abkürzungen
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Abkürzungen nach EN ISO 1043-1 und EN ISO 10318-1 und
die folgenden Abkürzungen.

— AR: Aramid

— GCO-R: Bewehrung Geoverbundstoff

4 Geforderte Eigenschaften und entsprechende Prüfverfahren


4.1 Allgemeines
Die Hauptfunktionen von Geotextilien und geotextilverwandten Produkten in Deponien für feste Abfallstoffe
sind Filtern, Trennen, Bewehren und Schützen. Sind Drän- oder Erosionsschutzsysteme Bestandteil der
Konstruktion, so müssen die Anforderungen der zutreffenden Normen ebenfalls erfüllt werden. Da die
Trennfunktion immer in Verbindung mit einer anderen Funktion verwendet wird, darf die Trennfunktion
niemals allein festgelegt werden.
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Die Spezifikation muss festlegen, welche Funktionen und Anwendungsbedingungen relevant sind (siehe
Tabelle 1). Der Hersteller muss die notwendigen Angaben auf der Grundlage der in dieser Europäischen
Norm nach 5.1 festgelegten Anforderungen und Prüfverfahren zur Verfügung stellen.

Die Eigenschaften, ihre Bedeutung für die Anwendungsbedingungen sowie die anzuwendenden
Prüfverfahren sind in Tabelle 1 angegeben. Die Liste der Eigenschaften in Tabelle 1 enthält Eigenschaften,
die für alle Anwendungsbedingungen relevant sind (A), und Eigenschaften, welche für besondere
Anwendungsbedingungen relevant sind (S). Die Angabe „—“ bedeutet, dass die Eigenschaft für die
betreffende Funktion nicht relevant ist.

Wenn für dieselbe Eigenschaft Daten für mehr als eine Funktion zur Verfügung gestellt werden müssen,
muss folgende Rangordnung gelten: A hat Vorrang vor S und S hat Vorrang vor „—“.
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Die Funktionen und Anwendungsbedingungen, die den mit „S“ gekennzeichneten Eigenschaften aus
Tabelle 1 entsprechen, sind in 4.3 aufgeführt.

Die Dauerhaftigkeit muss in Übereinstimmung mit den Anforderungen von Anhang B beurteilt werden.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

4.2 Auswahl der für eine bestimmte Anwendung zutreffenden Norm

Anleitungen für die Auswahl der für eine bestimmte Anwendung zutreffenden Norm sind in Anhang C
aufgeführt.
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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle 1 — Geotextilien und geotextilverwandte Produkte für die Anwendung in Deponien für feste Abfallstoffe – Funktionen,
funktionsbezogene Eigenschaften und anzuwendende Prüfverfahren
Funktionen
Eigenschaft Prüfverfahren
Filtern Trennen Bewehren Schützen
(1) Zugfestigkeitb EN ISO 10319 A A A A
(2) Dehnung bei Höchstzugkraft EN ISO 10319 A A A A
(3) Steifigkeit bei 2 %, 5 % und 10 %c EN ISO 10319 — — S —
(4) Zugfestigkeit von Nähten und
EN ISO 10321 S S S S
Verbindungenc, d
(5) Durchdrückverhalten (CBR-Versuch)a, b EN ISO 12236 S A A siehe (10)
(6) Durchschlagverhalten (Kegelfallversuch)a EN ISO 13433 A A A A
EN ISO 12957-1;
(7) Scherverhalten S S S S
EN ISO 12957-2
(8) Zugkriechen EN ISO 13431 — — S —
(9) Beständigkeit gegen Beschädigung beim
EN ISO 10722 S S S S
Einbau bei wiederholter Belastung
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EN 13719 — — — A
(10) Schutzeigenschaften
EN 14574 — — — S
(11) Charakteristische Öffnungsweite EN ISO 12956 A A — —
(12) Wasserdurchlässigkeit normal zur Ebene
EN ISO 11058 A A S —
(Geschwindigkeitsindex)
(13) Dauerhaftigkeit Nach Anhang B A A A A
Bedeutung:
A: für alle Anwendungsbedingungen relevant
S: für besondere Anwendungsbedingungen relevant
„—“: zeigt an, dass die Eigenschaft für diese Funktion nicht relevant ist.
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a Das Durchdrückverhalten kann für einige Produkttypen nicht relevant sein, z. B. GGR, GCO-R oder GST.
b Falls die mechanischen Eigenschaften (Zugfestigkeit und Durchdrückverhalten) in dieser Tabelle mit „A“ gekennzeichnet sind, ist die Verwendung von nur einer
Eigenschaft, entweder Zugfestigkeit oder Durchdrückverhalten, in der Projektspezifikation gewöhnlich ausreichend.
c Die Festigkeit produktinterner Verbindungen von Geozellen ist nach EN ISO 13426-1 zu prüfen.
d Die Festigkeit produktinterner Verbindungen von Geoverbundstoffen ist nach EN ISO 13426-2 zu prüfen.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

4.3 Eigenschaften für besondere Anwendungsbedingungen


4.3.1 Steifigkeit bei 2 %, 5 % und 10 %
Angaben über die Steifigkeit sind für die Bewehrungsfunktion notwendig, falls die Strukturverformung
bewertet werden muss.
4.3.2 Zugfestigkeit von Nähten und Verbindungen
Angaben über die Zugfestigkeit von Nähten und Verbindungen sind für alle Funktionen notwendig, falls das
Produkt mechanisch zu verbinden ist und Last über die Nähte und Verbindungen abgetragen wird.
4.3.3 Durchdrückverhalten
Angaben über das Durchdrückverhalten oder alternativ über die Zugfestigkeit sind für die Funktion Filtern
notwendig, wenn dies in der Spezifikation verlangt wird, d. h. wenn die Art der Beanspruchung auf der
Baustelle ein mögliches Risiko des Durchdrückens der Filterschicht erwarten lässt.
4.3.4 Scherverhalten
Angaben über das Scherverhalten sind für die Trenn- und Filterfunktion notwendig, wenn das Produkt unter
Bedingungen eingesetzt wird, bei denen Produkt und angrenzendes Material eine unterschiedliche
Bewegung ausführen können, die die Standsicherheit des Bauwerks gefährden kann. Die Scherparameter
können unter der Verwendung von standortspezifischen Materialien im direkten Scherversuch nach
EN ISO 12957-1 oder, bei Auflasten bis zu 5 kPa, durch einen Schiefe-Ebene-Versuch nach EN ISO 12957-2
gemessen werden.

Ebenso sollte das Scherverhalten mit angrenzenden Materialien, z. B. Boden oder geosynthetische
Dichtungsbahn, berücksichtigt werden.

4.3.5 Zugkriechen
Angaben zum Zugkriechen können verwendet werden, um einen Hinweis zum Widerstand gegenüber einer
Dauerbelastung zu geben, wenn das Produkt eine Bewehrungsfunktion ausübt.
4.3.6 Beständigkeit gegen Beschädigung beim Einbau
EN ISO 10722 kann als eine Indexprüfung, die die relative Produktleistung anzeigt, angewendet werden.
Eine Prüfung mit standortspezifischem Boden und standortspezifischen Bedingungen kann für ein
spezifisches Konzept relevantere Ergebnisse liefern.
4.3.7 Schutzwirksamkeit (EN 14574)
Angaben zur Schutzwirksamkeit nach EN 14574 sind notwendig, wenn ein Risiko besteht, dass scharfe
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Gegenstände oder Materialien auf das Schutzmaterial drücken.


4.3.8 Wasserdurchlässigkeit normal zur Ebene
Angaben über die Wasserdurchlässigkeit sind notwendig, wenn die Bewehrungsstruktur einem
Wasserdurchfluss ausgesetzt ist.

4.4 Freisetzung gefährlicher Stoffe


Nationale Vorschriften zu gefährlichen Stoffen können bei der Einführung der von dieser Europäischen
Norm abgedeckten Bauprodukte auf dem Markt des betreffenden Landes die Vorlage eines Nachweises und
einer Deklaration über die Freisetzung von solchen Stoffen und teilweise über deren Gehalt fordern.
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Bis harmonisierte europäische Prüfverfahren zur Verfügung stehen, sollten der Nachweis und die
Deklaration über die Freisetzung von gefährlichen Stoffen bzw. über deren Gehalt unter Berücksichtigung
der nationalen Vorschriften, die am Ort der Verwendung gelten, erfolgen.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

ANMERKUNG Eine Informationsdatenbank über europäische und nationale Bestimmungen zu gefährlichen Stoffen
ist verfügbar über die Internetseite http://ec.europa.eu/growth/tools-databases/cp-ds/index_en.htm.

5 Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit (AVCP)


5.1 Allgemeines
Die Übereinstimmung von Geotextilien und geotextilverwandten Produkten mit den Anforderungen dieser
Europäischen Norm und mit den angegebenen Werten ist folgendermaßen nachzuweisen:

— durch Bestimmung des Produkttyps (PTD);

— durch eine werkseigene Produktionskontrolle (WPK) durch den Hersteller, einschließlich Bewertung
des Produkts.

Der Hersteller muss stets die Gesamtkontrolle behalten und muss über die Mittel verfügen, die erforderlich
sind, um die Verantwortung für das Produkt zu übernehmen.

5.2 Angabe von Eigenschaften


Die in Tabelle 2 festgelegten Eigenschaften, mit Ausnahme der Dauerhaftigkeit, sind als Mittel- und
Toleranzwert(e) für ein Vertrauensniveau von 95 % anzugeben. Die ermittelten Werte dürfen unter
Anwendung des in 5.5 angegebenen Verfahrens verifiziert werden.

ANMERKUNG Das Vertrauensniveau von 95 % entspricht dem Mittelwert minus (und/oder plus) ein Toleranzwert
(siehe Anhang ZA, Tabelle ZA1.X, Spalte Anmerkungen). Sowohl der Mittelwert und der Toleranzwert werden durch den
für die Produktleistung verantwortlichen Hersteller für die entsprechende Eigenschaft festgelegt (diese beiden Werte
basieren nicht zwingend auf einer statistischen Berechnung).

Angaben zur Dauerhaftigkeit müssen nach Anhang B formuliert werden.

5.3 Bestimmung des Produkttyps (PTD)


Vom Hersteller sind PTD-Prüfungen durchzuführen, mit denen die Kennwerte, die vom Hersteller zur
Erfüllung der Anforderungen dieser Europäischen Norm angegeben werden müssen, bestimmt werden.

PTD-Prüfungen sind auch bei bestehenden Produkten durchzuführen, wenn sich eine Änderung bei den
Grundstoffen oder im Herstellungsverfahren auf die angegebenen Eigenschaften oder die Verwendung eines
Produkts auswirkt. In diesen Fällen sind die PTD-Prüfungen auf die Eigenschaften, die davon betroffen sind
oder bestätigt werden müssen, und auf neue Eigenschaften, die sich aus einer Änderung der Verwendung
ergeben, zu beziehen.
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Die durchzuführenden Prüfungen müssen Referenzprüfverfahren sein, wie in dieser Europäischen Norm
festgelegt, und sind unter Berücksichtigung der vorgesehenen Verwendung des Produkts aus den in
Tabelle 2 angegebenen Eigenschaften auszuwählen:
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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle 2 — Erforderliche Eigenschaften für PTD und AVCP

Eigenschaft Funktionen
Zugfestigkeit Filtern, Trennen, Bewehren, Schützen
Dehnung bei Höchstzugkraft Filtern, Trennen, Bewehren, Schützen
Durchdrückverhalten (CBR-Versuch) Trennen, Bewehren, Schützen
Durchschlagverhalten (Kegelfallversuch) Trennen, Filtern, Bewehren, Schützen
Schutzeigenschaften Schützen
Charakteristische Öffnungsweite Filtern, Trennen
Wasserdurchlässigkeit normal zur Ebene Filtern, Trennen
Dauerhaftigkeita Filtern, Trennen, Bewehren, Schützen
a Bezüglich der Dauerhaftigkeitskriterien siehe Tabelle 1 und Anhang B.

Die Ergebnisse der PTD-Prüfungen sind aufzuzeichnen und für die Inspektion zugänglich aufzubewahren.

Die Probe für die PTD-Prüfungen muss nach EN ISO 9862 einer normalen Produktionscharge entnommen
werden, wobei Materialien und Herstellungsverfahren der normalen Produktion entsprechen müssen. Die
Probengröße muss ausreichend groß sein, um die Bestimmung der in Tabelle 2 festgelegten Eigenschaften
zu ermöglichen. Manuell hergestellte Proben, Kleinserien zur Erprobung und andere Prototypen der
Entwicklungsphase dürfen nach den gleichen Verfahren geprüft werden, dürfen aber nicht als Kennwerte
der PTD-Prüfungen verwendet werden.

5.4 Werkseigene Produktionskontrolle (WPK)

Bevor ein Produkttyp in den Verkehr gebracht wird, muss ein System zur WPK eingerichtet und in einem
Handbuch dokumentiert werden. Anschließend müssen sämtliche grundlegenden Veränderungen der
Rohstoffe und Zusätze, Herstellungsverfahren oder des Überwachungsplans, die sich auf die Eigenschaften
oder Verwendung eines Produkts auswirken, im Handbuch aufgezeichnet werden.

Im Handbuch müssen die Verfahren für die WPK, die für die angegebenen und durch die Bestimmung des
Produkttyps bestätigten Eigenschaften gültig sind, aufgeführt sein.

Die Verfahren für die WPK müssen ein System zur ständigen innerbetrieblichen Überwachung der
Produktion umfassen, um sicherzustellen, dass solche Produkte den Anforderungen dieser Europäischen
Norm entsprechen und die gemessenen Werte mit den angegebenen Werten übereinstimmen.
© DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Technische Baubestimmungen, 2019

Anhang A (normativ) enthält alle Punkte, die bei der Bestimmung der geeigneten Kontrollmaßnahmen zu
berücksichtigen sind. Der Hersteller muss die Kontrollmaßnahmen festlegen und in seinem WPK-Handbuch
aufzeichnen. Diese Maßnahmen müssen im Detail angegeben werden, einschließlich der durchzuführenden
Prüfverfahren und der Häufigkeit dieser Prüfungen (siehe auch A.2).

Wenn zutreffend, muss das in A.2.3 angegebene Verfahren angewendet werden, um die Konformität des
Produkts bezüglich einer oder mehrerer Eigenschaften zu prüfen.

5.5 Verifizierung von Werten


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Wenn die Verifizierung der Werte erforderlich ist, muss die Übereinstimmung der Eigenschaften mit den in
5.2 festgelegten Werten auf Messungen beruhen, die an zwei repräsentativen Proben (A und B), die zwei
unterschiedlichen Rollen entnommen wurden, durchgeführt werden. Die Probenahme muss nach
EN ISO 9862 erfolgen.

Für die Qualitätskontrolle auf der Baustelle darf ebenso CEN/TR 15019 berücksichtigt werden.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Die in Tabelle 2 angegebenen Eigenschaften sind nach den entsprechenden Europäischen Normen an den
aus Probe A vorbereiteten Messproben zu messen.

Wenn das/die Prüfergebnis(se) für eine bestimmte Eigenschaft innerhalb der/des vom Hersteller
angegebenen zulässigen Toleranzwerte(s) liegt/liegen, wird das Produkt bezüglich dieser Eigenschaft als
konform angenommen.

Wenn das/die Prüfergebnis(se) für eine bestimmte Eigenschaft außerhalb des 1,5fachen Toleranzwertes
liegt/liegen, ist das Produkt bezüglich dieser Eigenschaft nicht konform. Liegt/liegen das/die
Prüfergebnis(se) für eine bestimmte Eigenschaft zwischen dem 1- bis 1,5fachen Toleranzwert, müssen
Messproben aus der Probe B geprüft werden.

Wenn das/die Prüfergebnis(se) der Messprobe B für dieselbe Eigenschaft innerhalb der/des angegebenen
Toleranzwerte(s) liegt/liegen, wird das Produkt bezüglich dieser Eigenschaft als konform angenommen.
Liegt/liegen das/die Prüfergebnis(se) außerhalb der/des Toleranzwerte(s), wird das Produkt nicht
angenommen.

5.6 Erstinspektion des Werks und der WPK


Die Erstinspektion des Werks und der werkseigenen Produktionskontrolle ist nach der endgültigen
Festlegung und Einführung des Herstellungsverfahrens durchzuführen. Das Werk und die Dokumentation
der werkseigenen Produktionskontrolle sind zu bewerten, um zu bestätigen, dass die in 5.4 und im
Anhang A festgelegten Anforderungen erfüllt wurden.

Während der Inspektion ist nachzuweisen,

a) dass alle Ressourcen, die zum Erreichen der in dieser Europäischen Norm geforderten
Produkteigenschaften erforderlich sind, verfügbar sind und ordnungsgemäß eingesetzt werden,

und

b) dass die Verfahren der werkseigenen Produktionskontrolle, die in der Dokumentation der werkseigenen
Produktionskontrolle festgelegt sind, in der Praxis angewendet werden,

und

c) dass das Produkt mit den für die Bestimmung des Produkttyps entnommenen Proben, für die die
Übereinstimmung der Produktleistung mit der Leistungserklärung (DoP) nachgewiesen wurde,
übereinstimmt.

Alle Standorte, an denen das Produkt fertig gestellt wird oder zumindest abschließend geprüft wird, sind zu
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bewerten, um zu bestätigen, dass die vorstehend erwähnten Bedingungen a) bis c) verfügbar und eingeführt
sind.

Sofern das System der werkseigenen Produktionskontrolle für mehr als ein Produkt, eine Fertigungslinie
oder einen Produktionsprozess gilt und die Erfüllung der allgemeinen Anforderungen bei der Bewertung
eines Produkts, einer Fertigungslinie oder eines Produktionsprozesses nachgewiesen wird, ist eine erneute
Bewertung der allgemeinen Anforderungen bei der Bewertung der werkseigenen Produktionskontrolle für
weitere Produkte, Fertigungslinien oder Produktionsprozesse nicht erforderlich.

Alle Bewertungen und ihre Ergebnisse sind im Bericht über die Erstinspektion zu dokumentieren.

Die einzelnen Schritte dieser Inspektion sind in A.2 festgelegt.


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5.7 Laufende Überwachung der WPK


Die Überwachung der werkseigenen Produktionskontrolle ist mindestens einmal je Jahr durchzuführen. Sie
muss für jedes Produkt eine Überprüfung des Prüfplans bzw. der Prüfpläne für die werkseigene
Produktionskontrolle und des Herstellungsverfahrens bzw. der Herstellungsverfahren mit einschließen, um

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

festzustellen, ob seit der vorherigen Bewertung oder Überwachung Änderungen vorgenommen wurden. Die
Bedeutung etwaiger Änderungen ist zu beurteilen.

Es sind Überprüfungen durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Prüfpläne weiterhin korrekt umgesetzt
werden und dass die Produktionseinrichtungen weiterhin in geeigneten zeitlichen Abständen
ordnungsgemäß gewartet und kalibriert werden.

Die Aufzeichnungen von Prüfungen und Messungen, die während des Produktionsprozesses und an den
Endprodukten durchgeführt werden, sind zu prüfen, um sicherzustellen, dass die Prüf- bzw. Messergebnisse
weiterhin den Ergebnissen für die Proben, die der Bestimmung des Produkttyps unterzogen wurden,
entsprechen und dass die vorgesehenen Maßnahmen zum Umgang mit nichtkonformen Produkten ergriffen
wurden.

6 Kennzeichnung
Der Hersteller muss das Produkt deutlich und unauslöschbar mit den in EN ISO 10320 festgelegten Angaben
kennzeichnen.
ANMERKUNG Bezüglich der CE-Kennzeichnung siehe ZA.3.
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EN 13257:2016 (D)

Anhang A
(normativ)

Werkseigene Produktionskontrolle

A.1 System zur werkseigenen Produktionskontrolle


A.1.1 Allgemeines

Die im Handbuch zur werkseigenen Produktionskontrolle in Bezug auf das aus 5.4 bestimmte
Kontrollsystem aufzuführenden Punkte sind in A.1 angegeben.

Die einzelnen Schritte der werkseigenen Produktionskontrolle sind in der Checkliste (A.2) aufgeführt.

ANMERKUNG Bei Herstellern, die ein System zur WPK nach EN ISO 9001 anwenden, welches sich auf die
Bestimmungen dieser Europäischen Norm bezieht, wird davon ausgegangen, dass sie in der Lage sind, die WPK-
Anforderungen dieser Europäischen Norm zu erfüllen.

A.1.2 Produktentwicklung

Der Hersteller muss angeben, wie die für die Anwendung des Produkts und dessen Spezifikation
wesentlichen Produktkonstruktionsanforderungen und -kriterien eindeutig ermittelt, überprüft, überwacht
und aktualisiert werden.

Der Hersteller muss die Kommunikationswege zwischen der Entwicklungsabteilung und den internen
Produktionsabteilungen oder externen Unterauftragnehmern beschreiben.

A.1.3 Produktion

A.1.3.1 Rohstoffe oder angelieferte Materialien

Der Hersteller muss die Annahmekriterien für Rohstoffe oder angelieferte Materialien und seine Verfahren,
die eine Einhaltung dieser Kriterien sicherstellen, festlegen.

Der Hersteller muss durch Analysen und/oder Zertifikate von seinen Lieferanten dokumentieren, dass alle
Rohstoffe oder angelieferten Materialien der erklärten Leistung, einschließlich Dauerhaftigkeit, entsprechen.
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A.1.3.2 Produktionsprozess

Die wesentlichen Merkmale der Produktionseinrichtung und des Produktionsprozesses sind mit Angabe der
Häufigkeit von Überwachungen und Prüfungen festzulegen, gemeinsam mit den für die
Produktionseinrichtung und für den Produktionsablauf erforderlichen Werten oder Kriterien. Es ist zu
dokumentieren, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, wenn Kontrollwerte oder -kriterien nicht erreicht
werden. Diese Aufzeichnungen müssen für die Inspektion zur Verfügung stehen.

A.1.4 Endprodukte

A.1.4.1 Prüfungen am Endprodukt


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Die Größe der Proben und die Häufigkeit der Probenahme müssen zusammen mit den Prüfergebnissen
dokumentiert werden. Diese Aufzeichnungen müssen für die Inspektion zur Verfügung stehen.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

A.1.4.2 Alternative Prüfverfahren

Wenn alternative Prüfverfahren angewendet werden, sind Einzelheiten zu diesen alternativen Prüfverfahren
und Vorgehensweisen mit ihrer Korrelation zu den Referenzprüfverfahren zu dokumentieren und für die
Inspektion zur Verfügung zu stellen.

A.1.4.3 Ausrüstung

Prüfgeräte, die einen Einfluss auf die Prüfergebnisse haben, müssen nach rückverfolgbaren Nationalen oder
Internationalen Normen kalibriert sein.

Der Hersteller muss über die Anlagen, die Ausrüstung und das Personal verfügen oder sie verfügbar haben,
mit denen/dem er die erforderlichen Nachweise führen und Prüfungen durchführen kann. Diese
Anforderungen darf er durch Vergabe von Unteraufträgen an eine oder mehrere Prüfstellen oder Personen,
die über die notwendigen Fachkenntnisse oder die notwendige Ausrüstung verfügen, erfüllen.

Der Hersteller muss die Überwachungs-, Mess- und Prüfgeräte, unabhängig vom Besitzstand, in
vorschriftsmäßigem Betriebszustand kalibrieren oder überprüfen und warten.

Die entsprechenden Kalibrierungen müssen nach Normen oder den Prüfverfahren des Geräteherstellers mit
vorgeschriebenen Mess- und Prüfinstrumenten durchgeführt werden.

Die Ausrüstung ist in Übereinstimmung mit der Spezifikation oder dem Referenzprüfsystem, auf das sich die
Spezifikation bezieht, einzusetzen.

A.1.5 Vorschriften für A.1.2, A.1.3 und A.1.4 (anzuwenden, falls zutreffend)
A.1.5.1 Dokumentation

Daten, Einzelheiten und Ergebnisse von Inspektionen und von Prüfungen, die im Rahmen der werkseigenen
Produktionskontrolle durchgeführt wurden, sind in geeigneter Weise zu dokumentieren. Diese Dokumente
sind 10 Jahre aufzubewahren.

Die Dokumentation muss die Produktbeschreibung, das Herstellungsdatum, das gewählte Prüfverfahren, die
Prüfergebnisse sowie die Annahme- oder Ablehnungskriterien enthalten und mit einer Unterschrift der für
die Überprüfung verantwortlichen Person, die den Nachweis geführt hat, versehen sein.

A.1.5.2 Auswertung der Ergebnisse

Soweit dies möglich und zulässig ist, sind die Ergebnisse der Inspektionen und Prüfungen statistisch nach
Attributen oder Variablen auszuwerten, um festzustellen, ob die entsprechende Produktion mit den
Anforderungen und den angegebenen Werten für die Produkte übereinstimmt.
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A.1.5.3 Rückverfolgbarkeit

Im Handbuch sind Systeme zur Rückverfolgbarkeit und zur Lenkung der Entwicklung, der angelieferten
Materialien und der Verwendung der Materialien anzugeben. Das System für die Lagerhaltung der
Endprodukte muss im Handbuch angegeben sein.

A.1.5.4 Korrekturmaßnahmen für fehlerhafte Materialien und Produkte

Die unverzüglichen Maßnahmen, die zu ergreifen sind, wenn die angelieferten Materialien oder Endprodukte
die Anforderungen nach dieser Europäischen Norm nicht erfüllen, sind zu beschreiben und zu
dokumentieren. Diese Maßnahmen müssen die erforderlichen Schritte zur Behebung des Mangels, für eine
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Überarbeitung des Handbuchs, falls notwendig, zur Feststellung und Aussonderung fehlerhafter Rohstoffe
oder angelieferter Materialien und Endprodukte sowie zur Entscheidung, ob diese zu verwerfen oder neu zu
beschreiben sind, enthalten.

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A.1.5.5 Personal

Der Hersteller muss sicherstellen, dass das am Prozess beteiligte Personal ausreichend geschult ist. Die
Arbeitsbeschreibung sowie der Verantwortungsbereich der ausführenden Personen sind im Handbuch
festzuhalten.

A.1.5.6 Qualitätsmanagement

Im Handbuch sind die Maßnahmen zur Sicherstellung, dass alle der oben genannten Anforderungen wirksam
sind, zu beschreiben.

A.2 Bewertung des Systems der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK)


A.2.1 Allgemeines
Ein System zur werkseigenen Produktionskontrolle gilt nur für eine Produktionsstätte. Bei mehreren
Produktionslinien in derselben Produktionsstätte sind alle zu überprüfen.

Die werkseigene Produktionskontrolle muss die spezifizierten Produkte, die in derselben Produktionsstätte
hergestellt werden, abdecken. Jedes von der WPK erfasste Produkt ist eindeutig zu kennzeichnen. Um dem
abgedeckten Bereich ein neues Produkt hinzuzufügen, muss der Hersteller die Ergebnisse der PTD des
neuen Produkts für die Erweiterung des Systems der WPK vorlegen. Diese sind bei der nächsten
Folgeinspektion zu berücksichtigen. Bei einem neuen Produktionsprozess muss der Hersteller eine neue
Inspektion beantragen.

Folgeinspektionen müssen mindestens einmal je Jahr für jede Produktionslinie und jede Produktionsstätte
durchgeführt werden.

Alle Fragen in der Prüfliste sind bei der ersten Inspektion sowie bei jeder Folgeinspektion zu prüfen.

A.2.2 Prüfliste
Ein Beispiel einer WPK-Prüfliste ist in Tabelle A.1 angeführt.

Die mit „E“ gekennzeichneten Punkte werden als besonders wichtig betrachtet, d. h., es sind unverzügliche
Korrekturmaßnahmen zu ergreifen, wenn die Anforderung nicht erfüllt wird.

Die Bewertung kann zu Bemerkungen Typ A, B oder C führen:

— A: eine sofortige Korrekturmaßnahme ist erforderlich;


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— B: Korrekturmaßnahmen sind innerhalb von 3 Monaten zu ergreifen;

— C: Korrekturmaßnahmen sind vor der nächsten Inspektion zu ergreifen.

Wenn eine Typ-B-Bemerkung nicht in der vorgeschriebenen Zeit korrigiert wird, ändert sie sich in eine
Typ-A-Bemerkung, und wenn eine Typ-C-Bemerkung nicht in der vorgeschriebenen Zeit korrigiert wird,
ändert sie sich in eine Typ-B-Bemerkung.
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Tabelle A.1 — Prüfliste für WPK

Frage Relevanz Bemerkung


1 Produktkonstruktion
1.1 – Verfügt der Hersteller über eine Beschreibung, wie Ist nur zu Aus der Dokumentation des
die Konstruktionsanforderungen und -kriterien bewerten, Herstellers zu entnehmen.
festgelegt, geprüft, überwacht und aktualisiert werden, wenn es der
um für die Anwendung des Produkts und für seine Hersteller
Spezifikation eindeutig und zutreffend zu sein? fordert.
1.2 – Verfügt der Hersteller über eine Beschreibung der Ist nur zu Aus der Dokumentation des
Kommunikation zwischen den Entwicklungs- und den bewerten, Herstellers zu entnehmen.
internen Produktionsabteilungen oder zu den externen wenn es der
Unterauftragnehmern? Hersteller
fordert.
2 Produktidentifizierung und Rückverfolgbarkeit
2.1 – Welche Mittel werden für die eindeutige E Aus der Dokumentation des
Identifizierung eines jeden einzelnen hergestellten Herstellers zu entnehmen.
Endprodukts verwendet?
2.2 – Ist es möglich, das Datum, den Ort und die E Aus der Dokumentation des
allgemeinen Herstellungsbedingungen (einschließlich Herstellers zu entnehmen.
des verwendeten Rohstoffes) durch die
Kennzeichnungen auf dem Endprodukt festzustellen?
2.3 – Stimmt die Kennzeichnung auf dem Endprodukt E
mit EN ISO 10320 überein?
3 Kontrolle des Produktionsablaufs
3.1 – Gibt es Dokumente, welche die Parameter des E Aus der Dokumentation des
Produktionsprozesses definieren, die die Qualität Herstellers zu entnehmen.
beeinflussen könnten?
3.2 – Sind die Normen und Verfahren eingeführt? E
3.3 – Werden die spezifizierten Anforderungen an die E Aus der Dokumentation des
Prozessablaufsteuerung, einschließlich zugehörigem Herstellers zu entnehmen.
Personal und Ausrüstung, dokumentiert?
4 Eingangskontrolle und -prüfung der Rohstoffe
4.1 – Gibt es Listen für die Spezifikation der E Aus der Dokumentation des
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angelieferten Rohstoffe? Herstellers zu entnehmen.


4.2 – Gibt es Unterlagen, welche festlegen, welche E Aus der Dokumentation des
Maßnahmen zu ergreifen sind, wenn bei den Rohstoffen Herstellers zu entnehmen.
keine Konformität festgestellt wird?
4.3 – Sind Art und Häufigkeit der Bewertung der E Aus der Dokumentation des
angelieferten Rohstoffe beschrieben und werden sie Herstellers zu entnehmen.
befolgt?
5 Überwachung und Prüfung während der Herstellung
5.1 – Gibt es Überwachungen oder Prüfungen während E Aus der Dokumentation des
des Herstellungsprozesses mit besonderen Herstellers zu entnehmen.
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Anforderungen an die Ergebnisse?

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EN 13257:2016 (D)

Tabelle A.1 (fortgesetzt)


Frage Frage Frage
5.2 – Gibt es Unterlagen für die Überwachung oder E Aus der Dokumentation des
Prüfung während des Herstellungsprozesses mit Herstellers zu entnehmen.
Anforderungen an die Ergebnisse?
5.3 – Legen diese fest, welche Maßnahmen bei E Aus der Dokumentation des
Nichtübereinstimmung des Produkts mit den Herstellers zu entnehmen.
Anforderungen ergriffen werden müssen?
5.4 – Werden die nichtkonformen Produkte von den E Aus der Dokumentation des
konformen Produkten getrennt, wenn sie während des Herstellers zu entnehmen.
Herstellungsprozesses entdeckt werden?
5.5 – Gibt es ein Verfahren zum Umgang mit E Aus der Dokumentation des
nichtkonformen Produkten? Herstellers zu entnehmen.
6 Endkontrolle und -prüfung
6.1 – Gibt es Einrichtungen, Ausrüstungen und Personal E Aus der Dokumentation des
zur Durchführung der Endkontrolle und -prüfungen? Herstellers zu entnehmen.
Diese Anforderung darf durch
den Abschluss eines
Untervertrages mit einer oder
mehreren Organisationen oder
mit Personen, die über die
erforderlichen Fähigkeiten und
Ausrüstungen verfügen, erfüllt
werden.
6.2 – Gibt es Normen und Verfahren für die Endkontrolle E Aus der Dokumentation des
und -prüfung? Sind diese eingeführt worden? Herstellers zu entnehmen.
6.3 – Welche Prüfungen sind eingeführt (angewendete E Aus der Dokumentation des
Normen) und mit welcher Häufigkeit werden sie Herstellers zu entnehmen.
durchgeführt? Diese Prüfungen sollten
vorrangig die
Referenzprüfverfahren sein, die
in den harmonisierten Normen
aufgeführt sind und für die
Erstprüfung (en: Initial Type
Test, ITT) verwendet werden.
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Wenn diese Prüfungen nicht


nach diesen Referenzverfahren
durchgeführt werden, muss es
eine nachgewiesene Korrelation
zwischen dem (den)
Prüfverfahren, das (die) für die
WPK verwendet wurde(n), und
der entsprechenden
Referenzprüfung geben.
6.4 – Entsprechen die geprüften Eigenschaften den E Aus der Dokumentation des
angegebenen „Anwendungs-/Funktions“- Herstellers zu entnehmen.
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Kombinationen (siehe relevante harmonisierte


Norm(en))?
6.5 – Sind Spezifikationen für die Ergebnisse der E Aus der Dokumentation des
Endkontrolle und -prüfung schriftlich festgelegt? Herstellers zu entnehmen.

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EN 13257:2016 (D)

Tabelle A.1 (fortgesetzt)


Frage Frage Frage
6.6 – Gibt es dokumentierte Verfahren, die festlegen, E Aus der Dokumentation des
welche Maßnahmen zu ergreifen sind, wenn das Herstellers zu entnehmen.
Endprodukt nicht mit den festgelegten Anforderungen
übereinstimmt?
6.7 – Gibt es entsprechende Aufzeichnungen, die E Aus der Dokumentation des
vollständig nachweisen, dass ein Produkt geprüft wurde Herstellers zu entnehmen.
und mit den festgelegten Anforderungen
übereinstimmt?
6.8 – Können durch diese Aufzeichnungen die Personen E Aus der Dokumentation des
identifiziert werden, welche für die Prüfung der Herstellers zu entnehmen.
Endprodukte und für die Freigabe zur Auslieferung
verantwortlich sind?
7 Kontrolle der Überwachung, Messung und Prüfausrüstung
7.1 – Gibt es festgelegte Verfahren zur Überwachung, E Aus der Dokumentation des
Kalibrierung und Wartung der für den Nachweis der Herstellers zu entnehmen.
Übereinstimmung des Produkts mit den festgelegten
Anforderungen verwendeten Ausrüstung?
7.2 – Wird die Überwachungs-, Mess- und E Aus der Dokumentation des
Prüfausrüstung gegenüber einer Ausrüstung kalibriert Herstellers zu entnehmen.
und justiert, die einen bekannten und gültigen Bezug zu Kalibrierungsnachweise für
national oder international anerkannten Normen hat? Überwachungs-, Mess- und
Prüfausrüstung sowie, falls
vorhanden, Ringversuchs-
ergebnisse prüfen.
8 Kontrolle der nichtkonformen Produkte
8.1 – Gibt es dokumentierte Verfahren, um E Aus der Dokumentation des
sicherzustellen, dass nichtkonforme Produkte nicht Herstellers zu entnehmen.
versehentlich verwendet oder geliefert werden können?
8.2 – Werden insbesondere nichtkonforme Produkte E Aus der Dokumentation des
identifiziert, dokumentiert und vom Rest der Produktion Herstellers zu entnehmen.
getrennt?
8.3 – Gibt es dokumentierte Verfahren, welche die E Aus der Dokumentation des
Herstellers zu entnehmen.
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Verantwortung für die Untersuchung der


nichtkonformen Produkte festlegen, und wer darf Organisationsdiagramm prüfen.
Entscheidungen über diese Produkte treffen?
9 Korrekturmaßnahmen
9.1 – Gibt es dokumentierte Verfahren zur Anwendung E Aus der Dokumentation des
geeigneter Korrekturmaßnahmen bei Herstellers zu entnehmen.
Nichtübereinstimmung?
9.2 – Wenn ja, sind diese Verfahren eingeführt und E Aus der Dokumentation des
werden die Korrekturmaßnahmen dokumentiert (vor Herstellers zu entnehmen.
allem solche aufgrund von Verbraucherbeschwerden)?
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9.3 – Wurden Korrekturmaßnahmen aufgrund des E Aus der Dokumentation des


vorangegangenen Audits ergriffen? Wenn ja, mit Herstellers zu entnehmen.
welchem Ergebnis?

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EN 13257:2016 (D)

Tabelle A.1 (fortgesetzt)


Frage Frage Frage
10 Handhabung, Lagerung und Verpackung
10.1 – Sind die Verfahren zum Schutz des Produkts Aus der Dokumentation des
während der Handhabung, Lagerung und Verpackung Herstellers zu entnehmen.
beschrieben?
10.2 – Sind die Verfahren und Mittel zur Handhabung,
Lagerung und Verpackung geeignet, um zu verhindern,
dass das Endprodukt beschädigt wird oder an Wert
verliert?
10.3 – Ist die Kennzeichnung des Endprodukts in E
Übereinstimmung mit den Vorschriften der
harmonisierten Normen?
11 Kontrolle der Qualitätsnachweise
11.1 – Sind die Qualitätsnachweise lesbar und werden E Aus der Dokumentation des
sie über mindestens 10 Jahre aufbewahrt, so dass man Herstellers zu entnehmen.
bei Nachfrage schnell auf sie zugreifen kann? Elektronisch aufbewahrte
Nachweise sind vor Änderung
und Löschung zu schützen.
12 Personal
12.1 – Stellt der Hersteller sicher, dass das am Verfahren E Aus der Dokumentation des
beteiligte Personal entsprechend ausgebildet ist? Herstellers zu entnehmen.
12.2 – Werden die Arbeitsbeschreibungen und die E Aus der Dokumentation des
Verantwortlichkeiten der ausführenden Personen im Herstellers zu entnehmen.
Handbuch festgelegt?
13 Zurückziehen der Zertifikate
13.1 – Wurde ein zeitweiliges oder endgültiges E Aus der Dokumentation des
Zurückziehen ausgesprochen? Wenn ja, welche Herstellers zu entnehmen.
praktischen Maßnahmen wurden festgelegt und
eingeführt?

A.2.3 Prüfhäufigkeit
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Die werkseigene Produktionskontrolle muss die Prüfhäufigkeit für die in Tabelle 1 festgelegten mit „A“ –
gekennzeichneten Eigenschaften präzisieren. Tabelle A.2 zeigt die erforderlichen Mindestprüfhäufigkeiten.
Diese Tabelle sollte zusammen mit den Punkten 5 und 6 der Prüfliste von Anhang A in Bezug auf die
Kontrollprüfung während der Herstellung und Prüfung des Endprodukts verwendet werden.
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EN 13257:2016 (D)

Tabelle A.2 —Mindestprüfhäufigkeit für WPK

Eigenschaft Prüfverfahren Mindestprüfhäufigkeiten


Zugfestigkeit EN ISO 10319a 1 je Charge und 1 je Woche
Dehnung bei Höchstzugkraft EN ISO 10319a 1 je Charge und 1 je Woche
Durchdrückverhalten EN ISO 12236a 1 je Charge und 1 je Woche
(CBR–Versuch)
Durchschlagverhalten EN ISO 13433a 1 alle 6 Monateb
(Kegelfallversuch)
Schutzeigenschaften EN 14574 1 jedes Jahrb
Charakteristische Öffnungsweite EN ISO 12956a 1 jedes Jahrb
Wasserdurchlässigkeit normal zur EN ISO 11058a 1 jedes Jahrb
Ebene (Geschwindigkeitsindex)
Dauerhaftigkeitseigenschaften Anhang B alle 5 Jahre
a Die Anwendung von alternativen Prüfungen zur Bestätigung der Überwachung der Parameter ist akzeptabel,
vorausgesetzt, der Hersteller kann die Gültigkeit des alternativen Verfahrens gegenüber einer robusten
statistischen Korrelation beweisen.
b Ausgenommen, wenn die Korrelation mit anderen werkseigenen Produktionskontrollen für das Produkt
nachgewiesen werden kann.

ANMERKUNG Eine Charge ist eine kontinuierlich hergestellte Produktmenge desselben Rohstoffes und nach
derselben Spezifikation der Produktion. Für gewebte Geotextilien wird ein Kettbaum, definiert als ein Einzellos von
Kettbaumelementen auf einer Einzelproduktionsmaschine, als Charge betrachtet.
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Anhang B
(normativ)

Aspekte der Dauerhaftigkeit

B.1 Allgemeines
B.1.1 Nutzungsdauer
Die Bestimmungen und Bewertungsverfahren dieses Anhangs beruhen auf der vorgesehenen Anwendung
der Geotextilien und geotextilverwandten Produkte, wie im Anwendungsbereich dieser Europäischen Norm
angegeben, und auf ihrer vorgesehenen Nutzungsdauer in Jahren. Sie basieren auf dem gegenwärtigen Stand
der Technik, des Wissens und der Erfahrung. Die Nutzungsdauer bezieht sich auf die Dauer, während der der
Geokunststoff seine geforderten Eigenschaften nach diesem Anhang aufweist, wobei davon ausgegangen
wird, dass er ordnungsgemäß eingebaut, angewendet und gewartet worden ist.

Bei einem Geokunststoff, der die Anforderungen dieses Anhangs erfüllt, stellt die Nutzungsdauer eine
Mindestangabe dar. Die tatsächliche Nutzungsdauer kann unter normalen Anwendungsbedingungen
deutlich länger sein, ohne die in der EU-BauPVO festgelegten wesentlichen Anforderungen der Bauwerke
durch eine größere Schädigung zu beeinträchtigen.

Die angegebene Nutzungsdauer des Geokunststoffes kann nicht als eine vom Hersteller angegebene Garantie
interpretiert werden, sondern sollte nur als ein Mittel für die Auswahl eines Produkts entsprechend dessen
vorgesehener Nutzungsdauer angesehen werden.

Die in diesem Anhang beschriebenen Prüfungen erlauben nicht die Bestimmung von Abminderungsfaktoren.
Die in diesem Anhang beschriebenen Prüfungen sind Orientierungsprüfungen, die die Funktionsfähigkeit
eines Produkts über einen bestimmten Zeitraum aufzeigen. Die Referenzfestigkeit und die Restfestigkeit der
in diesem Anhang B untersuchten Produkte müssen auf dieselbe Art und Weise nach EN 12226 bestimmt
werden.

B.1.2 Erst- und Wiederholungsprüfung der Dauerhaftigkeit


Ein Produkt muss einer Erstprüfung seiner Dauerhaftigkeit nach diesem Anhang unterzogen werden.

Ein unverändertes Produkt muss nach 5 Jahren erneut geprüft werden. Ein Produkt wird als unverändert
betrachtet, wenn Rohstofflieferung, Produktionstechnologie sowie Prozess und Stabilisierung des Produkts
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keiner signifikanten Veränderung im Herstellungsverfahren unterliegen.

Wenn ein Produkt einer signifikanten Veränderung des Herstellungsverfahrens unterliegt, muss es auf
dieselbe Art und Weise wie ein neues Produkt geprüft werden.

Eine signifikante Veränderung des Herstellungsverfahrens wird wie folgt definiert:


— Änderung in der chemischen Zusammensetzung (CAS-Nr.);
— Reduzierung der Konzentrationsniveaus der Rohstoffe in der Polymer-Rezeptur;
— Ersetzen eines Polymers in der Rezeptur unabhängig jedweder Änderungen in der Konzentration.

Die Prüfung eines veränderten Produkts darf für Produkte mit einer Nutzungsdauer von mehr als 5 Jahren
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entfallen, wenn der Hersteller durch regelmäßige Bewertung einschließlich Analysen der Verfahrensweise
und Langzeit-Stabilisatoren nachweisen kann, dass die Art der wirksamen Bestandteile gleichgeblieben ist
und dass der Gehalt dieser Bestandteile nicht geringer ist als in dem zur Erstprüfung der Dauerhaftigkeit
verwendeten Material.

24
DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

B.1.3 Verwendung von Umlaufmaterial


Umlaufmaterial kann ohne Einschränkung verwendet werden, wenn der Ausgangsrohstoff den
Anforderungen nach diesem Anhang entspricht und kein Pelletieren im Aufbereitungsprozess erfolgt.

Erfolgt eine Pelletierung im Aufbereitungsprozess, kann Umlaufmaterial aus derselben Produktion oder
Quelle eingesetzt werden, wenn das Endprodukt den Anforderungen nach diesem Anhang entspricht. Wenn
der Ausgangsrohstoff den Anforderungen nach diesem Anhang entspricht, sind höchstens 10 % des
pelletierten Umlaufmaterials ohne weitere Nachweise zulässig.

ANMERKUNG Pelletierung ist ein thermisches Verfahren, bei dem die aus einem Extruder kommende
Polymerschmelze durch eine Düse gepresst und mit Messern zu Pellets zerschnitten wird. Dieses Verfahren kann die
Eigenschaften des Produkts beeinträchtigen.

B.2 Witterungsbeständigkeit (alle Produkte)


Alle Produkte müssen die beschleunigte Prüfung der Witterungsbeständigkeit nach EN 12224 bestehen, es
sei denn, sie sind am Tag ihres Einbaus zu bedecken. Die Dauer, in der das Produkt ungeschützt auf der
Baustelle verbleiben darf, wird durch die Restfestigkeit am Ende dieser Prüfung gemeinsam mit der
vorgesehenen Anwendung bestimmt. Die höchstzulässige Freiliegedauer ist in Tabelle B.1 angegeben.
Zusätzliche Prüfungen sind für Produkte notwendig, die einer längeren Freiliegedauer ausgesetzt sind.
Tabelle B.1 — Höchstzulässige Freiliegedauer
Höchstzulässige
Anwendung Restfestigkeit
Freiliegedauer nach Einbau
Bewehrung oder andere Anwendungen, > 80 % 1 Monat
bei denen Langzeitfestigkeit 60 % bis 80 % 2 Wochen
erforderlich ist < 60 % 1 Tag
> 60 % 1 Monat
Andere Anwendungen (bei denen
20 % bis 60 % 2 Wochen
Langzeitfestigkeit nicht erforderlich ist)
< 20 % 1 Tag

Ein Produkt, das nicht auf Witterungsbeständigkeit geprüft wurde, muss am Tag des Einbaus bedeckt
werden.

Für eine Gruppe von Produkten, die sich untereinander nur in der flächenbezogenen Masse unterscheiden,
ist nur das Produkt mit der geringsten flächenbezogenen Masse zu prüfen. Die Prüfergebnisse dürfen auf die
anderen Produkte der Produktgruppe angewendet werden, wenn sie nicht selbst geprüft wurden.
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Die Produktbeschreibung muss angeben: „Innerhalb von (Dauer) nach Einbau abzudecken“.

B.3 Produkte für eine Anwendung ohne Bewehrungsfunktion und mit einer
Nutzungsdauer bis zu 5 Jahren
Ein Produkt darf als ausreichend beständig für eine Mindestnutzungsdauer von 5 Jahren betrachtet werden,
vorausgesetzt, es enthält keine biologisch abbaubare Materialien und wird eingesetzt:

— für eine Anwendung ohne Bewehrungsfunktion, und


— in natürlichen Böden mit einem pH-Wert zwischen 4 und 9 (bestimmt nach ISO 10390), und
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— bei einer Bodentemperatur ≤ 25 °C.

Ein solches Produkt darf PCM (Rezyklat) oder PIM (Regenerat) enthalten.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Die Produktbeschreibung muss angeben: „Beständig für mindestens 5 Jahre bei Anwendungen ohne
Bewehrungsfunktion in natürlichen Böden mit 4 ≤ pH ≤ 9 und Bodentemperaturen ≤ 25 °C“.

B.4 Andere Anwendungen und Nutzungsdauern bis zu 25 Jahren,


50 Jahren und 100 Jahren
B.4.1 Allgemeines
Ein Produkt, das aus fabrikneuen Polymeren oder Umlaufmaterial oder einer Kombination aus diesen
besteht, darf als ausreichend beständig in natürlichen Böden mit einem pH-Wert zwischen 4 und 9 und einer
Bodentemperatur ≤ 25 °C betrachtet werden, vorausgesetzt, dass es die entsprechende(n) Material-
prüfung(en) zur festgelegten Nutzungsdauer nach B.4.2 besteht.

Nach Durchführung der in B.4.2 angegebenen Dauerhaftigkeitsprüfungen werden an Kontrollmessproben


Zugprüfungen nach EN 12226 durchgeführt. Die Restzugfestigkeit wird mit der ursprünglichen Zugfestigkeit
der Referenzmessproben (Ergebnis ausgedrückt in Prozent der Restfestigkeit) verglichen.

Ein Produkt, das aus mehr als einem Polymer besteht, muss in seine Bestandteile getrennt werden, wobei
jedes die entsprechenden Prüfungen nach B.4.2 bestehen muss. Falls es nicht möglich ist, das Produkt in
seine Bestandteile zu trennen, müssen Proben der Bestandteile den entsprechenden Prüfungen nach B.4.2
unterzogen werden.

Die leichteste Produktvariante in einer Familie muss die zur Prüfung der Dauerhaftigkeit ausgewählte
Variante sein. Wenn ein Hersteller eine leichtere Produktvariante nach der Erstprüfung herstellt, liegt es in
der Verantwortung des Herstellers zu entscheiden, ob die Größe der Änderung ausreicht, die Prüfung des
Produkts als ein neues Produkt zu fordern. Wenn der Hersteller entscheidet, dass die Änderung von
Bedeutung ist, muss er die leichte Variante als ein neues Produkt überprüfen. Wenn der Hersteller
entscheidet, dass die Änderung nicht von Bedeutung ist, kann er die vorhandenen Angaben zur
Dauerhaftigkeit verwenden, um eine Aussage für das neue Produkt zu treffen. Wenn nach 5 Jahren die in
Tabelle A.2 festgelegte PTD-Wiederholungsprüfung erforderlich ist, muss in jedem Fall das neue Produkt die
für die Prüfung ausgewählte Variante sein, wobei es dann die leichteste Variante in der Produktfamilie ist.

Die Produktbeschreibung muss Folgendes enthalten:

— „Beständig für (Nutzungsdauer angeben) in natürlichen Böden mit 4 ≤ pH ≤ 9 und Bodentemperaturen


≤ 25 °C“ auf der Grundlage der Ergebnisse des Prüfverfahrens (Verweisung auf den entsprechenden
Abschnitt und die Prüfdauer von B.4.2).

B.4.2 Prüfungen bestimmter Werkstoffe


B.4.2.1 Polyester (PET)
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Ein Produkt ohne Bewehrungsfunktion, das ausschließlich aus PET besteht, muss auf innere
Hydrolysebeständigkeit nach EN 12447 geprüft werden (CEG-Gehalt [nach ASTM D7409] und eine
durchschnittliche Molekularmasse (Mn) [nach ASTM D4603] müssen bestimmt werden) mit folgenden
Änderungen:

a) Prüftemperatur: 80 °C;

b) Prüfdauer:

1) für eine Nutzungsdauer bis zu 25 Jahren: 14 d;

2) für eine Nutzungsdauer bis zu 50 Jahren: 28 d;


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3) für eine Nutzungsdauer bis zu 100 Jahren: 56 d.

Die Restfestigkeit muss mindestens 50 % betragen.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Ein Produkt mit Bewehrungsfunktion, das ausschließlich aus PET besteht, muss einen Carboxylend-
gruppengehalt (CEG-Gehalt) von weniger als 30 meq/g (nach ASTM D7409) und eine durchschnittliche
Molekularmasse (Mn) von mehr als 25 000 g/mol (nach ASTM D4603) aufweisen.

Ein Produkt, das ausschließlich aus PET besteht, muss auf innere Hydrolysebeständigkeit nach EN 12447 mit
folgenden Änderungen geprüft werden:
c) Prüftemperatur: 80 °C;
d) Prüfdauer:
1) für eine Nutzungsdauer bis zu 25 Jahren: 28 d;
2) für eine Nutzungsdauer bis zu 50 Jahren: 56 d;
3) für eine Nutzungsdauer bis zu 100 Jahren: 112 d.
Die Restfestigkeit muss mindestens 50 % betragen.
B.4.2.2 Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE)

Ein Produkt, das ausschließlich aus PP oder PE besteht, muss auf Oxidationsbeständigkeit nach
EN ISO 13438, Verfahren A, mit den folgenden Änderungen geprüft werden:
a) Die Kontrollmessprobe muss vor der Prüfung in Wasser (Qualität 2 nach EN ISO 3696) bei 80 °C für eine
Dauer von 28 d eingelagert werden. Das Medium muss alle 7 d gewechselt und einmal am Tag bewegt
werden.
b) Prüftemperatur: 100 °C;
c) Prüfdauer:
1) für eine Nutzungsdauer bis zu 25 Jahren: 28 d;
2) für eine Nutzungsdauer bis zu 50 Jahren: 56 d;
3) für eine Nutzungsdauer bis zu 100 Jahren: 112 d.
Die Restfestigkeit muss mindestens 50 % betragen.
ANMERKUNG Ein Autoklav-Verfahren zur Bestimmung der Oxidationsbeständigkeit von Polyolefinen ist in
Entwicklung. Wenn ausreichende Angaben zur Anwendung für Geotextilien und geotextilverwandten Produkten
vorhanden sind, ist beabsichtigt, dieses als ein Alternativverfahren bei einer zukünftigen Überarbeitung dieser
Europäischen Norm aufzunehmen.

B.4.2.3 Polyamid (PA) und Aramid (AR)


© DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Technische Baubestimmungen, 2019

B.4.2.3.1 Oxidationsbeständigkeit

Ein Produkt, das ausschließlich aus PA-6, PA-6.6 oder AR besteht, muss auf Oxidationsbeständigkeit nach
EN ISO 13438, Verfahren B, mit den folgenden Änderungen geprüft werden:
a) Die Kontrollmessprobe muss vor der Prüfung in Wasser (Qualität 2 nach EN ISO 3696) bei 80 °C für eine
Dauer von 28 d eingelagert werden. Das Medium muss alle 7 d gewechselt und einmal am Tag bewegt
werden;
b) Prüftemperatur: 100 °C;
c) Prüfdauer:
DVD TB 02/2020, lizensiert für: Kocks Consult GmbH

1) für eine Nutzungsdauer bis zu 25 Jahren: 28 d;


2) für eine Nutzungsdauer bis zu 50 Jahren: 56 d;
3) für eine Nutzungsdauer bis zu 100 Jahren: 112 d.
Die Restfestigkeit muss mindestens 50 % betragen.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

B.4.2.3.2 Hydrolysebeständigkeit

Ein Produkt, das ausschließlich aus PA-6 oder PA-6.6 oder AR besteht, muss auf Hydrolysebeständigkeit
nach EN 12447 geprüft werden:

a) Prüfdauer:

1) für eine Nutzungsdauer bis zu 25 Jahren: 28 d;

2) für eine Nutzungsdauer bis zu 50 Jahren: 56 d;

3) für eine Nutzungsdauer bis zu 100 Jahren: 112 d.

Die Restfestigkeit muss mindestens 50 % betragen.


B.4.2.4 Polyvinylalkohol (PVA)
B.4.2.4.1 Oxidationsbeständigkeit zur PTD

Bei Durchführung der PTD muss ein Produkt, das ausschließlich aus PVA besteht, auf
Oxidationsbeständigkeit nach EN ISO 13438, Verfahren C, mit den folgenden Änderungen geprüft werden:

Für eine Nutzungsdauer bis zu 25 Jahren:

— die Kontrollmessprobe ist in verdünnte Schwefelsäure mit einem pH-Wert von 3,0 einzulagern;

— Sauerstoffdruck 30 bar;

— Prüftemperatur: 70 °C;

— Prüfdauer: 28 d.

Die Restfestigkeit muss mindestens 50 % betragen.

Für eine Nutzungsdauer zwischen 25 Jahren und bis zu 50 Jahren und für bis zu 100 Jahren:

— die Kontrollmessprobe ist in verdünnte Schwefelsäure einzulagern (mit einem pH-Wert von 3 bei
20 °C);

— Prüftemperaturen von 50 °C, 60 °C, 70 °C sind anzuwenden.

Die niedrigste Temperatur darf nicht mehr als 40 K über der In-situ-Temperatur der Anwendung betragen.

— Die Prüfung ist unter Anwendung eines Autoklaven bei einem Sauerstoffdruck von mindestens 2 bar
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durchzuführen.

— Eine Arrhenius-Auswertung ist für die Bewertung der Restfestigkeit von mindestens 50 %, (die
während der Prüfungen erreicht werden muss) für die entsprechende Nutzungsdauer anzuwenden.
B.4.2.4.2 Oxidationsbeständigkeit – Wiederholungsverfahren

Für die Wiederholungsbewertung können folgende Bedingungen angewendet werden, um die in der
PTD-Langzeitdauerhaftigkeit gewählte Nutzungsdauer zu bestätigen:

Die Kontrollmessprobe ist in verdünnte Schwefelsäure mit einem pH-Wert von 3,0 einzulagern.
— Sauerstoffdruck: der gleiche, wie für die PTD verwendet;
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— Prüftemperatur: 70 °C;
— Prüfdauer: in Abhängigkeit von der in der PTD bestimmten Aktivierungsenergie.

Die Restfestigkeit muss einem Vertrauensniveau von mindestens 95 % der PTD entsprechen.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Anhang C
(informativ)

Anleitungen für die Auswahl der für eine bestimmte Anwendung


zutreffenden Norm

Diese Reihe Europäischer Normen wurde erarbeitet, um die für die Anwendung von Geotextilien und
geotextilverwandten Produkte wesentlichen Eigenschaften für besondere Anwendungen oder Bauwerke zu
bestimmen. Manchmal kann jedoch eine Anwendung als Teil einer anderen betrachtet werden. In diesen
Fällen ist es nicht eindeutig, welche Norm anzuwenden ist.

Tabelle C.1 zeigt, wie die zutreffende Norm in Abhängigkeit von der Anwendung auszuwählen ist. Folgende
Schritte sollten in diesem Auswahlverfahren vollzogen werden.

1) Auswählen der Anwendung aus der Spalte 1 (vertikal) der Tabelle;

2) Überprüfen, ob die zutreffende Anwendung in der Reihe 1 (horizontal) in den Spalten 3 bis 6 erwähnt
ist:

— wenn nicht, wird die in der Spalte 2 angeführte Norm angewendet;

— wenn ja, wird die im Schnittpunkt der ersten zutreffenden Reihe und der ersten zutreffenden Spalte
angeführte Norm angewendet.

BEISPIELE:
— Drängraben in einer Straße: Reihe 2 und Spalte 3 sind zutreffend, und EN 13252 sollte angewendet werden;

— Stützbauwerk im Eisenbahnbau: Reihe 3 und Spalte 6 sind zutreffend, und EN 13251 sollte angewendet werden, da
in diesem Fall H > Hc ist;

— externe Erosionsschutzanlage in einem Kanal: Reihe 5 und Spalte 4 sind zutreffend, und EN 13253 sollte
angewendet werden;

— Dränanlage für eine Straße in einem Tunnel: Reihe 2 und Spalte 3 sind zutreffend, und EN 13252 sollte angewendet
werden, nicht jedoch EN 13256 (am Schnittpunkt von Reihe 2 und Spalte 5);
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— Schutzschicht für einen Straßentunnel: Reihe 2 und Spalte 5 sind zutreffend, und EN 13256 sollte angewendet
werden;

— Dränanlage in einem Stützbauwerk: Reihe 9 und Spalte 3 sind zutreffend, und EN 13252 sollte angewendet werden.

ANMERKUNG EN 13252 gilt für Geotextilien und geotextilverwandte Produkte, die als Teil einer Dränanlage, z. B. auf
einem begrünten Dach oder in begehbaren und befahrbaren Dachsystemen angewendet werden. Wenn jedoch diese
Gründachanlagen als Set auf den Markt gebracht werden, gilt EN 13252 nicht
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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle C.1 — Auswahl der zutreffenden Norm

1 2 3 4 5 6
1 Anwendung Norm Dränanlagen Erosions- Tunnelbau und Erd- und Grundbau
schutz- Tiefbauwerke und
anlagen Stützbauwerke
2 Straßen und EN 13249 wenn H < Hc:
sonstige EN 13249
Verkehrsflächen
wenn H > Hc:
EN 13251
3 Eisenbahnen EN 13250 wenn H < Hc:
EN 13250
wenn H > Hc:
EN 13251
4 Rückhaltebecken EN 13254
und Staudämme EN 13252 EN 13253 EN 13256
5 Kanäle EN 13255
6 Deponien für feste EN 13257
Abfallstoffe EN 13251
7 Deponien für EN 13265
flüssige Abfallstoffe
8 Tunnelbau und EN 13256 nicht zutreffend
Tiefbauwerke
9 Erd- und Grundbau EN 13251 nicht zutreffend nicht zutreffend
und Stützbauwerke
Definitionen:
H: - die Höhe der Anlage;
Hc: - bei Straßen und sonstigen Verkehrsflächen: die Höhe, bei der die Verkehrsauflast bestimmend ist;
- bei Eisenbahnen: die Höhendifferenz zwischen Schwellenunterkante und dem Untergrund
(Erdplanum).
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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Anhang D
(informativ)

Wesentliche technische Änderungen gegenüber den Vorgängernormen

Diese Europäische Norm ersetzt EN 13257:2014+A1:2015. Im Vergleich zu dieser Version wurden die
folgenden wesentlichen Änderungen vorgenommen:

— In 4.1, Tabelle 1, wurden alle mit H gekennzeichneten Eigenschaften durch „A“ ersetzt. Die Eigenschaft
„Beschädigung beim Einbau“ wurde mit „S“ gekennzeichnet und ein entsprechender Absatz wurde in 4.3
ergänzt;

— in ZA.3 wurde das Beispiel gestrichen.

Gegenüber den vorherigen Ausgaben (EN 13257:2000 und EN 13257:2000/A1:2005), enthielt


EN 13257:2014+A1:2015 die folgenden wesentlichen technischen Änderungen:

— Liste der normativen Verweisungen aktualisiert;

— Tabelle 1 an das geänderte Mandat M/386 (Aufnahme der Dehnung in Trenn- und Filterfunktionen)
angepasst;

— A.2.3: Mindestprüfhäufigkeiten aufgenommen;

— Anhang B (Dauerhaftigkeit) überarbeitet, um neue Polymere aufzunehmen und die langfristige


Alterungsbeständigkeit für eine Nutzungsdauer bis zu 100 Jahren zu bewerten; die nächste
Überarbeitung der Norm wird die Bewertung der Dauerhaftigkeit bei niedrigen Temperaturen mit
einschließen;

— Anhang B: Klarstellung in Bezug auf die Verwendung von aufbereitetem Material und wesentlichen
Prozessveränderungen;

— Anhang ZA überarbeitet und an das geänderte Mandat M/386 (Aufnahme der Dehnung in Trenn- und
Filterfunktionen) angepasst;

— Anhang ZA: Modifizierung der CE-Kennzeichnung auf der Verpackung.


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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Abschnitte dieser Europäischen Norm, die die Bestimmungen der


EU-Bauproduktenverordnung (EU-BauPVO) betreffen

ZA.1 Anwendungsbereich und maßgebende Merkmale


Diese Europäische Norm wurde gemäß dem von der Europäischen Kommission und der Europäischen
Freihandelszone an CEN erteilten Mandat M/107 „Geotextilien“, modifiziert durch Mandat M/386;
erarbeitet.

Wird diese Europäische Norm im Amtsblatt der EU zitiert, wird davon ausgegangen, dass die in diesem
Anhang aufgeführten Abschnitte dieser Norm die Bestimmungen des einschlägigen Mandats gemäß der
Verordnung (EU) Nr. 305/2011 erfüllen.

Dieser Anhang behandelt die CE-Kennzeichnung der Geotextilien und geotextilverwandten Produkte für die
Anwendung in Deponien für feste Abfallstoffe für die in den Tabellen ZA.1.1 bis ZA.1.8 angegebenen
Verwendungszwecke und führt die einschlägigen geltenden Abschnitte auf.

Der Anwendungsbereich dieses Anhangs entspricht Abschnitt 1 dieser Europäischen Norm, der sich auf die
vom Mandat abgedeckten Aspekte bezieht, und ist durch die Tabellen ZA.1.1 bis ZA.1.8 definiert

Tabelle ZA.1.1 — Maßgebende Abschnitte für Geotextilien und geotextilverwandte Produkte – Filtern

Produkt: Geotextilien und geotextilverwandte Produkte


Verwendungszweck: Filtern (F) in Deponien für feste Abfallstoffe
Abschnitte in dieser und (einer)
anderen Europäischen Geregelte
Wesentliche Merkmale Anmerkungen
(Norm) Normen, die sich auf die Klassen
Wesentlichen Merkmale beziehen
Zugfestigkeit 4.1, Tabelle 1 (1) und 5.1 — (kN/m, –kN/m)a
(in beide Richtungen)
Dehnung bei 4.1, Tabelle 1 (2) und 5.1 — (%, ± %)a
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Höchstzugkraft (in beide


Richtungen)
Durchschlagverhalten 4.1, Tabelle 1 (6) und 5.1 — (mm, +mm)a
Charakteristische 4.1, Tabelle 1 (11) und 5.1 — (µm, ± µm)a
Öffnungsweite
Wasserdurchlässigkeit 4.1, Tabelle 1 (12) und 5.1 — (l/(m2s), −l/(m2s))a
normal zur Ebene
Dauerhaftigkeit Anhang B, 4.1, 5.1 und Tabelle 1 (13) Nach dem einschlägigen
Abschnitt in Anhang B
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zu deklarieren
Gefährliche Stoffe 4.4
a Zu deklarieren als Mittel- und Toleranzwert(e).

32
DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle ZA.1.2 — Maßgebende Abschnitte für Geotextilien und geotextilverwandte Produkte –


Bewehren

Produkt: Geotextilien und geotextilverwandte Produkte


Verwendungszweck: Bewehren (R) in Deponien für feste Abfallstoffe
Abschnitte in dieser und (einer)
anderen Europäischen
Geregelte
Wesentliche Merkmale (Norm) Normen, die sich auf die Anmerkungen
Klassen
Wesentlichen Merkmale
beziehen
Zugfestigkeit 4.1, Tabelle 1 (1) und 5.1 (kN/m, −kN/m)a
(in beide Richtungen) —

Dehnung bei Höchstzugkraft 4.1, Tabelle 1 (2) und 5.1 (%, ± %)a
(in beide Richtungen) —

Durchdrückverhalten 4.1, Tabelle 1 (5) und 5.1 — (kN, −kN)a


Durchschlagverhalten 4.1, Tabelle 1 (6) und 5.1 — (mm, +mm)a
Dauerhaftigkeit Anhang B, 4.1, 5.1 und Nach dem einschlägigen
Tabelle 1 (13) Abschnitt in Anhang B zu
deklarieren
Gefährliche Stoffe 4.4
a Zu deklarieren als Mittel- und Toleranzwert(e).

Tabelle ZA.1.3 — Maßgebende Abschnitte für Geotextilien und geotextilverwandte Produkte –


Schützen

Produkt: Geotextilien und geotextilverwandte Produkte


Verwendungszweck: Schützen (P) in Deponien für feste Abfallstoffe
Abschnitte in dieser und (einer)
anderen Europäischen
Geregelte
Wesentliche Merkmale (Norm) Normen, die sich auf die Anmerkungen
Klassen
Wesentlichen Merkmale
beziehen
© DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Technische Baubestimmungen, 2019

Zugfestigkeit (kN/m, −kN/m)a


4.1, Tabelle 1 (1) und 5.1 —
(in beide Richtungen)
Dehnung bei Höchstzugkraft (%, ± %)a
4.1, Tabelle 1 (2) und 5.1 —
(in beide Richtungen)

Durchschlagverhalten 4.1, Tabelle 1 (6) und 5.1 — (mm, +mm)a

Schutzwirksamkeit 4.1, Tabelle 1 (10) und 5.1 — (N, −N)a

Anhang B, 4.1, 5.1 und Nach dem einschlägigen


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Dauerhaftigkeit Abschnitt in Anhang B zu


Tabelle 1 (13)
deklarieren
Gefährliche Stoffe 4.4

a Zu deklarieren als Mittel- und Toleranzwert(e).

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle ZA.1.4 — Maßgebende Abschnitte für Geotextilien und geotextilverwandte Produkte –


Filtern und Trennen

Produkt: Geotextilien und geotextilverwandte Produkte


Verwendungszweck: Filtern und Trennen (F + S) in Deponien für feste Abfallstoffe
Abschnitte in dieser und (einer)
anderen Europäischen Geregelte
Wesentliche Merkmale Anmerkungen
(Norm) Normen, die sich auf die Klassen
Wesentlichen Merkmale beziehen
Zugfestigkeit
4.1, Tabelle 1 (1) und 5.1 — (kN/m, −kN/m)a
(in beide Richtungen)
Dehnung bei Höchstzugkraft
4.1, Tabelle 1 (2) und 5.1 — (%, ± %)a
(in beide Richtungen)
Durchdrückverhalten 4.1, Tabelle 1 (5) und 5.1 — (kN, −kN)a
Durchschlagverhalten 4.1, Tabelle 1 (6) und 5.1 — (mm, +mm)a
Charakteristische 4.1, Tabelle 1 (11) und 5.1 — (µm, ± µm)a
Öffnungsweite
Wasserdurchlässigkeit 4.1, Tabelle 1 (12) und 5.1 — (l/(m2s), −l/(m2s))a
normal zur Ebene
Dauerhaftigkeit Anhang B, 4.1, 5.1 und Tabelle 1 (13) Nach dem einschlägigen
Abschnitt in Anhang B
zu deklarieren
Gefährliche Stoffe 4.4
a Zu deklarieren als Mittel- und Toleranzwert(e).

Tabelle ZA.1.5 — Maßgebende Abschnitte für Geotextilien und geotextilverwandte Produkte –


Bewehren und Trennen

Produkt: Geotextilien und geotextilverwandte Produkte


Verwendungszweck: Bewehren und Trennen (R + S) in Deponien für feste Abfallstoffe
Abschnitte in dieser und (einer)
anderen Europäischen
Geregelte
Wesentliche Merkmale (Norm) Normen, die sich auf die Anmerkungen
Klassen
Wesentlichen Merkmale
beziehen
© DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Technische Baubestimmungen, 2019

Zugfestigkeit
4.1, Tabelle 1 (1) und 5.1 — (kN/m, −kN/m)a
(in beide Richtungen)
Dehnung bei Höchstzugkraft —
4.1, Tabelle 1 (2) und 5.1 (%, ± %)a
(in beide Richtungen)
Durchdrückverhalten 4.1, Tabelle 1 (5) und 5.1 — (kN, −kN)a
Durchschlagverhalten 4.1, Tabelle 1 (6) und 5.1 — (mm, +mm)a
Dauerhaftigkeit Anhang B, 4.1, 5.1 und Nach dem einschlägigen
Tabelle 1 (13) Abschnitt in Anhang B
zu deklarieren
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Gefährliche Stoffe 4.4


a Zu deklarieren als Mittel- und Toleranzwert(e).

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle ZA.1.6 — Maßgebende Abschnitte für Geotextilien und geotextilverwandte Produkte –


Filtern und Bewehren
Produkt: Geotextilien und geotextilverwandte Produkte
Verwendungszweck: Filtern und Bewehren (F + R) in Deponien für feste Abfallstoffe
Abschnitte in dieser und (einer)
anderen Europäischen Geregelte
Wesentliche Merkmale Anmerkungen
(Norm) Normen, die sich auf die Klassen
Wesentlichen Merkmale beziehen
Zugfestigkeit
4.1, Tabelle 1 (1) und 5.1 — (kN/m, −kN/m)a
(in beide Richtungen)
Dehnung bei
(%, ± %)a
Höchstzugkraft 4.1, Tabelle 1 (2) und 5.1 —
(in beide Richtungen)
Durchdrückverhalten 4.1, Tabelle 1 (5) und 5.1 — (kN, −kN) a
Durchschlagverhalten 4.1, Tabelle 1 (6) und 5.1 — (mm, +mm)a
Charakteristische 4.1, Tabelle 1 (11) und 5.1 — (µm, ± µm)a
Öffnungsweite
Wasserdurchlässigkeit 4.1, Tabelle 1 (12) und 5.1 — (l/(m2s), −l/(m2s))a
normal zur Ebene
Dauerhaftigkeit Anhang B, 4.1, 5.1 und Tabelle 1 (13) Nach dem einschlägigen
Abschnitt in Anhang B
zu deklarieren
Gefährliche Stoffe 4.4
a Zu deklarieren als Mittel- und Toleranzwert(e).

Tabelle ZA.1.7 — Maßgebende Abschnitte für Geotextilien und geotextilverwandte Produkte –


Bewehren und Schützen

Produkt: Geotextilien und geotextilverwandte Produkte


Verwendungszweck: Bewehren und Schützen (R + P) in Deponien für feste Abfallstoffe
Abschnitte in dieser und (einer)
Wesentliche anderen Europäischen Geregelte
Anmerkungen
Merkmale (Norm) Normen, die sich auf die Klassen
Wesentlichen Merkmale beziehen
Zugfestigkeit (kN/m, −kN/m)a
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4.1, Tabelle 1 (1) und 5.1 —


(in beide Richtungen)
Dehnung bei (%, ± %)a
Höchstzugkraft 4.1, Tabelle 1 (2) und 5.1 —
(in beide Richtungen)
Durchdrückverhalten 4.1, Tabelle 1 (5) und 5.1 — (kN, −kN)a

Durchschlagverhalten 4.1, Tabelle 1 (6) und 5.1 — (mm, +mm)a

Schutzwirksamkeit 4.1, Tabelle 1 (10) und 5.1 — (N, −N)a

Dauerhaftigkeit Anhang B, 4.1, 5.1 und Tabelle 1 (13) Nach dem einschlägigen
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Abschnitt in Anhang B zu
deklarieren
Gefährliche Stoffe 4.4

a Zu deklarieren als Mittel- und Toleranzwert(e).

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle ZA.1.8 — Maßgebende Abschnitte für Geotextilien und geotextilverwandte Produkte –


Filtern, Bewehren und Trennen

Produkt: Geotextilien und geotextilverwandte Produkte


Verwendungszweck: Filtern, Bewehren und Trennen (F + R + S) in Deponien für feste Abfallstoffe
Abschnitte in dieser und (einer)
anderen Europäischen
Geregelte
Wesentliche Merkmale (Norm) Normen, die sich auf die Anmerkungen
Klassen
Wesentlichen Merkmale
beziehen
Zugfestigkeit
4.1, Tabelle 1 (1) und 5.1 — (kN/m, −kN/m)a
(in beide Richtungen)
Dehnung bei Höchstzugkraft
4.1, Tabelle 1 (2) und 5.1 — (%, ± %)a
(in beide Richtungen)
Durchdrückverhalten 4.1, Tabelle 1 (5) und 5.1 — (kN, −kN)a
Durchschlagverhalten 4.1, Tabelle 1 (6) und 5.1 — (mm, +mm)a
Charakteristische 4.1, Tabelle 1 (11) und 5.1 — (µm, ± µm)a
Öffnungsweite
Wasserdurchlässigkeit 4.1, Tabelle 1 (12) und 5.1 — (l/(m2s), −l/(m2s))a
normal zur Ebene
Dauerhaftigkeit Anhang B, 4.1, 5.1 und Nach dem einschlägigen
Tabelle 1 (13) Abschnitt in Anhang B
zu deklarieren
Gefährliche Stoffe 4.4
a Zu deklarieren als Mittel- und Toleranzwert(e).

Die Erklärung der Produktleistung in Bezug auf bestimmte Wesentliche Merkmale ist in denjenigen
Mitgliedstaaten, in denen im Hinblick auf den vorgesehenen Verwendungszweck des Produkts keine
gesetzlichen Anforderungen an die betreffenden Wesentlichen Merkmale bestehen, nicht erforderlich.

In diesem Fall sind Hersteller, die ihre Produkte in diesen Mitgliedstaaten in Verkehr bringen, nicht
verpflichtet, die Leistung ihrer Produkte in Bezug auf diese Wesentlichen Merkmale zu bestimmen oder zu
erklären, und es darf die Option „Keine Leistung festgelegt“ (NPD) in den Begleitangaben zur CE-
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Kennzeichnung sowie in der Leistungserklärung (siehe ZA.3) für diese Wesentlichen Merkmale verwendet
werden.

ZA.2 Verfahren zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit


(AVCP) von Geotextilien und geotextilverwandten Produkten in Deponien für
feste Abfallstoffe
ZA.2.1 System(e) zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit
(AVCP-Systeme)

Das (die) System(e) zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit für Geotextilien und
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geotextilverwandte Produkte in Deponien für feste Abfallstoffe nach Tabellen ZA.1.1 bis ZA.1.8, festgelegt
durch Entscheidung(en) der Kommission 96/581/EG vom 8. Oktober 1996, veröffentlicht im Amtsblatt der
EU unter L254, ist (sind) für den (die) dort vorgesehenen Verwendungszweck(e) und die einschlägige(n)
Leistungsstufe(n) oder -klasse(n) in Tabelle ZA.2 angegeben

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle ZA.2 — Systeme zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit


(AVCP-System(e))

System(e) zur Bewertung


Leistungsstufe(n)
Produkt(e) Verwendungszwecke und Überprüfung der
oder -klasse(n)
Leistungsbeständigkeit
Geokunststoffe Im Straßenbau, — 2+
(Membranen und Eisenbahnbau, Grundbau
Textilien), Geotextilien, und in Mauern, in
Geoverbundstoffe, Entwässerungsanlagen,
Geogitter, zur Erosionskontrolle,
Geomembranen und beim Bau von
Geonetze, die eingesetzt Wasserbecken und
werden: Staudämmen, beim Bau
— als Abdichtungen von Kanälen, beim Bau
gegen Flüssigkeit von Tunneln und
oder Gas Tiefbauwerken, beim Bau
von Deponien oder von
— als Schutzschicht
Auffangbecken für
— als Dränage flüssige Abfallstoffe, beim
und/oder Filter Bau von Deponien für
— als Bewehrung feste Abfallstoffe
Geokunststoffe In allen Bauwerken — 4
(Membranen und
Textilien), Geotextilien,
Geoverbundstoffe,
Geogitter,
Geomembranen und
Geonetze, die eingesetzt
werden:
— als Trennschicht
System 2+: Siehe Verordnung (EU) Nr. 305/2011 (EU-BauPVO), Anhang V, 1.3, einschließlich Zertifizierung
der werkseigenen Produktionskontrolle durch eine notifizierte Zertifizierungsstelle für die werkseigene
Produktionskontrolle auf der Grundlage einer Erstinspektion des Werks und der werkseigenen
Produktionskontrolle sowie laufender Überwachung, Bewertung und Evaluierung der werkseigenen
Produktionskontrolle.
System 4: Siehe Verordnung (EU) Nr. 305/2011 (EU-BauPVO), Anhang V, 1.5.
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ANMERKUNG Wie in den Tabellen ZA.1.1 bis ZA.1.8 angegeben, wird Trennen immer im Zusammenhang mit Filtern
oder Bewehren verwendet.

Die Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit von Geotextilien und geotextilverwandten
Produkten in Deponien für feste Abfallstoffe in den Tabellen ZA.1.1 bis ZA.1.8 muss den in den
Tabellen ZA.3.1 bis ZA.3.2 angegebenen AVCP-Verfahren entsprechen, die sich aus der Anwendung der dort
aufgeführten Abschnitte dieser oder einer anderen Europäischen Norm ergeben. Der Inhalt der Aufgaben
der notifizierten Stelle muss sich auf die Wesentlichen Merkmale beschränken, die ggf. im Anhang III des
maßgebenden Mandats angegeben sind und die der Hersteller zu erklären beabsichtigt.
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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle ZA.3.1 — Zuordnung der Aufgaben zur Bewertung und Überprüfung der
Leistungsbeständigkeit von Geotextilien und geotextilverwandten Produkten in Deponien für feste
Abfallstoffe unter System 2+

Anzuwendende
Aufgaben Inhalt der Aufgabe
Abschnitte
Werkseigene Parameter, die sich auf in Tabelle ZA.1 5.4
Produktionskontrolle (WPK) aufgeführte Wesentliche Merkmale beziehen, die
für den Verwendungszweck maßgebend sind
und die erklärt werden
Bestimmung des Produkttyps 5.3
auf der Grundlage einer
Parameter, die sich auf in Tabelle ZA.1
Typprüfung (einschließlich
Aufgaben des aufgeführte Wesentliche Merkmale beziehen, die
Probenahme), einer
Herstellers für den Verwendungszweck maßgebend sind
Typberechnung, von
und die erklärt werden
Wertetabellen oder Unterlagen
zur Produktbeschreibung
Zusätzliche Prüfung von im Parameter, die sich auf in Tabelle ZA.1 5.4
Werk entnommenen Proben aufgeführte Wesentliche Merkmale beziehen, die
nach festgelegtem Prüfplan für den Verwendungszweck maßgebend sind
und die erklärt werden
Parameter, die sich auf in Tabelle ZA.1
aufgeführte Wesentliche Merkmale beziehen, die
für den Verwendungszweck maßgebend sind
und die erklärt werden, nämlich:
Zugfestigkeit – Durchschlagverhalten
(Produkte für alle Anwendungen aus den
Erstinspektion des Werks und Tabellen ZA.1.1 bis ZA.1.8) 5.4, 5.6, 5.7
der WPK
Wasserdurchlässigkeit – Öffnungsweite
(Produkte für Anwendungen aus den
Tabellen ZA.1.1, ZA.1.4, ZA.1.6 und ZA.1.8)
Dehnung (Produkte für Anwendungen aus
Aufgaben der den Tabellen ZA.1.1 bis ZA.1.8)
notifizierten Dokumentation der WPK.
Zertifizierungs-
stelle für die Parameter, die sich auf in Tabelle ZA.1
WPK aufgeführte Wesentliche Merkmale beziehen, die
für den Verwendungszweck maßgebend sind
und die erklärt werden, nämlich:
Zugfestigkeit – Durchschlagverhalten
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Laufende Überwachung, (Produkte für alle Anwendungen aus den


Bewertung und Evaluierung Tabellen ZA.1.1 bis ZA.1.8) 5.4, 5.6, 5.7
der WPK Wasserdurchlässigkeit – Öffnungsweite
(Produkte für Anwendungen aus den
Tabellen ZA.1.1, ZA.1.4, ZA.1.6 und ZA.1.8)
Dehnung (Produkte für Anwendungen aus
den Tabellen ZA.1.1 bis ZA.1.8)
Dokumentation der WPK.
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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

Tabelle ZA.3.2 — Zuordnung der Aufgaben zur Bewertung und Überprüfung der
Leistungsbeständigkeit von Geotextilien und geotextilverwandten Produkten in Deponien für feste
Abfallstoffe unter System 4

Anzuwendende
Abschnitte zur
Aufgaben Inhalt der Aufgabe Bewertung und
Überprüfung der
Leistungsbeständigkeit
Parameter, die sich auf in
Tabellen ZA.1.4, ZA.1.5
Werkseigene und ZA.1.8 aufgeführte
Produktionskontrolle Wesentliche Merkmale 5.4
(WPK) beziehen, die für den
Verwendungszweck
maßgebend sind
Aufgaben des
Herstellers Bestimmung des
In Tabellen ZA.1.4, ZA.1.5
Produkttyps auf der
und ZA.1.8 aufgeführte
Grundlage einer
Wesentliche Merkmale,
Typprüfung, einer
die für den 5.3
Typberechnung, von
Verwendungszweck
Wertetabellen oder
maßgebend sind und die
Unterlagen zur
erklärt werden
Produktbeschreibung

ZA.2.2 Leistungserklärung (DoP)

ZA.2.2.1 Allgemeines

Der Hersteller erstellt die Leistungserklärung und bringt die CE-Kennzeichnung auf der Grundlage der
verschiedenen, im Anhang V der Verordnung (EU) Nr. 305/2011 angegebenen AVCP-Systeme an:

Für Produkte unter System 2+

— Bestimmung des Produkttyps auf der Grundlage einer Typprüfung (einschließlich Probenahme), einer
Typberechnung, von Wertetabellen oder einer Produktbeschreibung; werkseigene Produktions-
kontrolle und Prüfung von Proben, die im Werk nach dem festgelegten Prüfplan entnommen werden,
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durch den Hersteller; und

— Bescheinigung der Konformität der werkseigenen Produktionskontrolle, die von der notifizierten
Zertifizierungsstelle für die Produktionskontrolle ausgestellt wird auf der Grundlage:

— einer Erstinspektion des Werks und der werkseigenen Produktionskontrolle und

— der laufenden Überwachung, Bewertung und Evaluierung der werkseigenen Produktionskontrolle.

Für Produkte unter System 4

— Werkseigene Produktionskontrolle durch den Hersteller;


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— Bestimmung des Produkttyps durch den Hersteller auf der Grundlage einer Typprüfung, einer
Typberechnung, von Wertetabellen oder einer Produktbeschreibung.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

ZA.2.2.2 Inhalt

Das Muster für die Leistungserklärung (DoP) ist Anhang III der Verordnung (EU) Nr. 305/2011 zu
entnehmen.

Nach dieser Verordnung muss die Leistungserklärung insbesondere die folgenden Informationen enthalten:

— die Verweisung auf den Produkttyp, für den die Leistungserklärung erstellt wurde;

— das System oder die Systeme zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit des
Bauprodukts gemäß Anhang V der EU-BauPVO;

— die Referenznummer und das Ausgabedatum der harmonisierten Norm, die zur Bewertung der
einzelnen Wesentlichen Merkmale verwendet wurde;

— soweit zutreffend, die Referenznummer der verwendeten Spezifischen Technischen Dokumentation


und die Anforderungen, die das Produkt nach Angaben des Herstellers erfüllt.

Zusätzlich muss die Leistungserklärung Folgendes enthalten:

a) den Verwendungszweck beziehungsweise die Verwendungszwecke (als eine Kombination von


Anwendung und Funktionen) des Bauprodukts gemäß der anwendbaren harmonisierten technischen
Spezifikation;

b) die Liste der Wesentlichen Merkmale, die in der harmonisierten technischen Spezifikation für den
erklärten Verwendungszweck beziehungsweise die erklärten Verwendungszwecke festgelegt wurden;

c) die Leistung von zumindest einem der Wesentlichen Merkmale des Bauprodukts, die für den erklärten
Verwendungszweck beziehungsweise die erklärten Verwendungszwecke relevant sind;

d) soweit zutreffend, die Leistung des Bauprodukts nach Stufen oder Klassen oder in einer Beschreibung,
falls erforderlich, auf der Grundlage einer Berechnung in Bezug auf die Wesentlichen Merkmale des
Produkts. Die Bestimmung dieser Merkmale erfolgt entweder gemäß den Festlegungen der
Kommission, die sich auf die Wesentlichen Merkmale beziehen, für die der Hersteller die Leistung des
Produkts beim Inverkehrbringen erklären muss, oder gemäß den Festlegungen der Kommission zu
Schwellenwerten für die Produktleistung in Bezug auf die zu erklärenden Wesentlichen Merkmale;

e) die Leistung derjenigen Wesentlichen Merkmale des Bauprodukts, die sich auf den Verwendungszweck
oder die Verwendungszwecke beziehen, für den oder für die Bestimmungen in Bezug auf den
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Verwendungszweck oder die Verwendungszwecke zu berücksichtigen sind, wo der Hersteller eine


Bereitstellung des Produkts auf dem Markt beabsichtigt;

f) für die aufgelisteten Wesentlichen Merkmale, für die keine Leistung erklärt wird, die Buchstaben „NPD“
(No Performance Determined/keine Leistung festgelegt).

Bezüglich der Zurverfügungstellung der Leistungserklärung gilt Artikel 7 der Verordnung (EU)
Nr. 305/2011.

Die in Artikel 31 beziehungsweise ggf. Artikel 33 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) genannten
Informationen sind zusammen mit der Leistungserklärung (DoP) zur Verfügung zu stellen.
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EN 13257:2016 (D)

ZA.2.2.3 Beispiel für eine Leistungserklärung

Der folgende Text enthält ein Beispiel für eine ausgefüllte Leistungserklärung für Geotextilien und
geotextilverwandte Produkte:

LEISTUNGSERKLÄRUNG
Nr. 001DoP-2014-07-14

1. Eindeutiger Kenncode des Produkttyps:

GEO/SWD

2. Typen-, Chargen- oder Seriennummer oder anderes Kennzeichen zur Identifikation des Bauprodukts
gemäß Artikel 11, Absatz 4:

GEO/SWD-145

3. Vom Hersteller vorgesehener Verwendungszweck oder vorgesehene Verwendungszwecke des


Bauprodukts gemäß der anwendbaren harmonisierten technischen Spezifikation

Zur Anwendung in Deponien für feste Abfallstoffe zum Filtern und Trennen

4. Name, eingetragener Handelsname oder eingetragene Marke und Kontaktanschrift des Herstellers
gemäß Artikel 11, Absatz 5:

AnyCo SA,
PO Box 21
B-1050 Brussels, Belgium
Tel. +32987654321
Fax: +32123456789
Email: anyco.sa@provider.be

5. Gegebenenfalls Name und Kontaktanschrift des Bevollmächtigten, der mit den Aufgaben gemäß
Artikel 12, Absatz 2 beauftragt ist:

Anyone Ltd
Flower Str. 24
West Hamfordshire
UK-589645 United Kingdom
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Tel. +44987654321
Fax: +44123456789
Email: anyone.ltd@provider.uk

6. System oder Systeme zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit des Bauprodukts
gemäß Anhang V der Bauproduktenverordnung:

System 2+

7. Im Falle der Leistungserklärung, die ein Bauprodukt betrifft, das von einer harmonisierten Norm
erfasst wird:
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Die notifizierte Zertifizierungsstelle für die werkseigene Produktionskontrolle Nr. 5678 hat die
Erstinspektion des Herstellwerks und der werkseigenen Produktionskontrolle sowie die
laufende Überwachung, Bewertung und Evaluierung der werkseigenen Produktionskontrolle
durchgeführt und die Bescheinigung der Konformität der werkseigenen Produktionskontrolle
ausgestellt.

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DIN EN 13257:2016-12
EN 13257:2016 (D)

8. Erklärte Leistung

Harmonisierte technische
Wesentliche Merkmale Leistung Spezifikation:
EN 13257:2016
Zugfestigkeit Tmax MD 12 kN/m (−1 kN/m) EN ISO 10319
CMD 10 kN/m (−0,8 kN/m)
Dehnung εmax MD 70 % (± 10 %) EN ISO 10319
CMD 80 % (± 5 %)
Dynamischer Durchschlagversuch Dc 8 mm (+1 mm) EN ISO 13433

Durchdrückwiderstand Fp 1,2 kN (−0,15 kN) EN ISO 12236

Charakteristische Öffnungsweite O90 90 µm (± 20 µm) EN ISO 12956


Wasserdurchlässigkeit qN 100 l/(m2s) (−10 l/(m2s)) EN ISO 11058
Dauerhaftigkeit Nach dem maßgebenden EN 13257:2016, Anhang B
Abschnitt von EN 13257:2016,
Anhang B, zu erklären
Gefährliche Stoffe Weniger als durch nationale In den EU-Mitgliedsländern
Vorschriften in den gültige nationale Vorschriften
EU-Mitgliedsländern gefordert

10. Die Leistung des Produkts gemäß den Nummern 1 und 2 entspricht der erklärten Leistung nach
Nummer 8. Verantwortlich für die Erstellung dieser Leistungserklärung ist allein der Hersteller gemäß
Nummer 4. Unterzeichnet für den Hersteller und im Namen des Herstellers von:

…………………………………………………………………………………………………..

(Name und Funktion)

…………………………………….. ………………………………………….

(Ort und Datum der Ausstellung) (Unterschrift)


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EN 13257:2016 (D)

ZA.3 CE-Kennzeichnung und Etikettierung


Das CE-Kennzeichnungssymbol muss den allgemeinen Grundsätzen gemäß Artikel 30 der Verordnung (EG)
Nr. 765/2008 entsprechen und ist sichtbar, leserlich und dauerhaft:

— am Geotextil

oder

— an einem am Produkt befestigten Etikett

anzubringen.

Falls die Art des Produkts dies nicht zulässt oder nicht rechtfertigt, ist das CE-Kennzeichnungssymbol

— auf der Verpackung

oder

— in den Begleitunterlagen

anzubringen.

Die CE-Kennzeichnung ist durch die folgenden Angaben zu ergänzen:

— die letzten beiden Ziffern des Jahres, in dem die CE-Kennzeichnung zuerst angebracht wurde;

— der Name und die registrierte Anschrift des Herstellers oder das Kennzeichen, das eine einfache und
eindeutige Identifikation des Namens und der Anschrift des Herstellers ermöglicht;

— der eindeutige Kenncode des Produkttyps;

— die Referenznummer der Leistungserklärung [siehe Beispiel für die DoP];

— die erklärte Leistung nach Stufe oder Klasse;

— eine datierte Verweisung auf die angewendete harmonisierte technische Spezifikation;

— die Kennnummer der notifizierten Stelle [nur für Produkte unter System 2+];
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— der in der einschlägigen harmonisierten technischen Spezifikation festgelegte Verwendungszweck.

Die CE-Kennzeichnung ist vor dem Inverkehrbringen des Bauprodukts anzubringen. Sie darf durch ein
Piktogramm oder ein anderes Zeichen, das insbesondere auf bestimmte Gefahren oder Verwendungen
hinweist, ergänzt werden.
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Literaturhinweise

[1] EN 1997-1, Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik — Teil 1: Allgemeine
Regeln

[2] EN 12225, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Prüfverfahren zur Bestimmung der
mikrobiologischen Beständigkeit durch einen Erdeingrabungsversuch

[3] EN 13249, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Geforderte Eigenschaften für die
Anwendung beim Bau von Straßen und sonstigen Verkehrsflächen (mit Ausnahme von Eisenbahnbau
und Asphaltoberbau)

[4] EN 13250, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Geforderte Eigenschaften für die
Anwendung beim Eisenbahnbau

[5] EN 13251, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Geforderte Eigenschaften für die
Anwendung im Erd- und Grundbau sowie in Stützbauwerken

[6] EN 13252, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Geforderte Eigenschaften für die
Anwendung in Dränanlagen

[7] EN 13253, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Geforderte Eigenschaften für die
Anwendung in Erosionsschutzanlagen (Küstenschutz, Deckwerksbau)

[8] EN 13254, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Geforderte Eigenschaften für die
Anwendung beim Bau von Rückhaltebecken und Staudämmen

[9] EN 13255, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Geforderte Eigenschaften für die
Anwendung beim Kanalbau

[10] EN 13256, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Geforderte Eigenschaften für die
Anwendung im Tunnelbau und in Tiefbauwerken

[11] EN 13265, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Geforderte Eigenschaften für die
Anwendung in Projekten zum Einschluss flüssiger Abfallstoffe

[12] EN 14030, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Auswahlprüfverfahren zur Bestimmung der
© DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Technische Baubestimmungen, 2019

Beständigkeit gegen Säure und alkalische Flüssigkeiten (ISO/TR 12960:1998, modifiziert)

[13] CEN/TR 15019, Geotextilien und geotextilverwandte Produkte — Baustellenkontrolle

[14] EN ISO 9001, Qualitätsmanagementsysteme — Anforderungen (ISO 9001)

[15] EN ISO 14021, Umweltkennzeichnungen und -deklarationen — Umweltbezogene Anbietererklärungen


(Umweltkennzeichnung Typ II) (ISO 14021:2016)

[16] ISO/TS 13434, Geosynthetics — Guidelines for the assessment of durability

M/107, Mandat an CEN/CENELEC zur Durchführung der Arbeiten zur Erstellung harmonisierter
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[17]
Normen über Geotextilien — Europäische Union — 1996, modifiziert durch Mandat M/386 (2006)

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