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Heft 599

DEUTSCHER AUSSCHUSS FÜR STAHLBETON

Bewehren nach Eurocode 2

von

Josef Hegger
Martin Empelmann
Jürgen Schnell
Jörg Moersch
Christian Albrecht
Guido Bertram
Norbert Brauer
Thomas Sippel
Marco Wichers

Berlin 2013 Beuth


Heft 599

DEUTSCHER AUSSCHUSS FÜR STAHLBETON

Bewehren nach Eurocode 2

Herausgeber:
Deutscher Ausschuss für Stahlbeton e.V.
Budapester Straße 31
10787 Berlin von
info@ dafstb.de
Prof. Dr.-lng. Josef Hegger
Prof. Dr.-lng. Martin Empelmann
Prof. Dr.-lng. Jürgen Schnell
Dr.-lng. Jörg Moersch
Dipl.-lng. ChristianAlbrecht
© 2013 Deutscher Ausschuss für Stahlbeton e.V.
Dr.-lng. Guido Bertram
Budapester Straße 31
10787 Berlin Dr.-lng. Norbert Brauer
Dr.-lng. Thomas Sippel
Dr.-lng. Marco Wichers
Telefon: +49 30 2693-1320
Telefax: +49 30 2693-1319
. Internet: www.dafstb.de
Email: info@dafstb.de

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1. Auflage 2013
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Deutscher Ausschuss für Stahlbeton e. V.- DAfStb
Druck: schöne drucksachen GmbH, Berlin
Gedruckt auf säurefreiem, alterungsbeständigem Papier nach DIN EN ISO 9706

ISSN 0171-7197
ISBN 978-3-41 0-65248-9 Beuth Verlag GmbH · Berlin · Wien · Zürich
Vorwort Inhalt
Das DAfStb-Heft 599 "Bewehren nach Eurocode 2" stellt den Nachfolger des 1993 erschienenen Heftes 399 1 EINLEITUNG .......................... .... ................... ............ ... ....... .... ..... ..... ........ ............................ 6
dar und ist eine Ergänzung zum Heft 600. Es wurde von einem Autorenkollektiv bestehend aus Mitarbeitern
des Instituts für Massivbau der RWTH Aachen, des Instituts für Massivbau der TU Braunschweig und des 2 BEWEHRUNGSZEICHNUNGEN UND STAHLLISTEN ....................................................... 7
Instituts für Massivbau der TU Kaiserslautern sowie des Instituts für Stahlbetonbewehrung e. V. (ISB), des
Vereins zur Förderung und Entwicklung der Befestigungs-, Bewehrungs- und Fassadentechn ik e.V (VBBF) 2.1 Allgemeines ..... ... ... .... .... ...... ....... .... ...... .. ... .... .......... .... .............. ..... ...... .... ... .... ......... .... .. .... ... 7
und des Ingenieurbü ros Dr. Brauer (Dormagen) erstellt. 2.2 Anforderungen an Bewehrungszeichnungen ... .... ..... ..... ... ... .. ...... .......... ... .. ...... ..... .... ... ..... ... 7
Die Bearbeitung des Heftes wurde du rch den Technischen Ausschuss "Bemessung und Konstruktion" des 2.3 Anforderungen an Stahllisten ... ..... ...... ... .............. ..... ........ .. .... ....... ...... .... .. ..... ........... ......... .. 9
DAfStb begleitet und abschließend nach Prüfung in normenähnlicher Weise durch diesen zur Veröffentli-
chung freigegeben . Insbesondere den Herren Dr.-lng. Fingerloos, Dr.-lng. Furche, Dr.-lng. Grzeschkowitz, 2.4 Taleranzen für die Weiterverarbeitung von Betonstahl und den Einbau der Bewehrung ... 11
Prof. Dr.-lng. Reineck, Dipl.-lng. Til lman und Prof. Dr.-l ng . habil. Dr.-lng. E.h. Zilch sei für die kritische
Durchsicht einzelner Kapitel und der Beispiele gedankt. 3 QUERKRAFTBEWEHRUNG UND ZUGKRAFTDECKUNG .............................................. 13
3. 1 Al lgemeines .. .......... ..... ...... ................. ..... .... ... .. ....... ... ...... ...... ..... .. .... ............ .... ... .. ............. 13
Das Heft enthält Erläuterungen und Beispiele zur Bemessung und Konstruktion von in der Hochbaupraxis
häufig vorkommenden Stahlbeton- und Spannbetonbauteilen auf Basis von DIN EN 1992-1-1 und Nationa- 3.2 Tragverhalten ... ........ .. .. .... .... .... ... ....... ....... ... ..... ... ...... ..... ... ..... .. .. .. ... ........ ...... ... ... .. .............. 13
lem Anhang. Diese sollen den Tragwerksplanern und Konstrukteuren in der Praxis die Anwendung des Bemessung .... ................. .... ...... ....... ... .. ..... .. ..... .... .. ..... ........... ....... .. ...... ............. .. ...... ......... 15
3.3
Eurocode 2 erl eichtern .
3.4 Konstru ktive Durchbildung ...... .. ..... ........ .... ............. ................ ..... ... ..... ....... ........ ........ ..... .... 17
Die einzelnen Bauteile werde n jeweils in separaten Kapiteln behandelt. Hierbei werden zunächst das prinzi-
3.5 Beispiel .. .. ...... .... ................. .... ...... ..... ....... .......... .. .. .... ... .. .......... ...... ...... .... .. .... ..... ... .. .. .. ...... 23
pielle Tragverhalten, mögliche Bemessungsansätze und Konstruktionsregeln erlä utert. Abschließend we rd en
anhand von Beispielen die Anwendung der Bemessungsansätze sowie die bauliche und konstruktive Durch-
4 BALKEN MIT ÖFFNUNGEN .... ................. .............. ............................. .. ................ ............. 37
bildung gezeigt. Für weitergehe nde Erläuterungen und wissenschaftl iche Hintergründe wird auf das Heft 600
des DAfStb zu DIN EN 1992-1-1+NA verwiesen. 4.1 Allgemeines ...... .......... .......... ....... ...... .... ...... .... ... ..... .. ..... .. ............... ... .... ... ........... .......... ..... 37

Allen Autoren und Mitarbeitern sei an dieser Stelle ausdrücklich für die geleistete Arbeit gedankt. Wir hoffen, 4.2 Tragverhalten ........ ............ ..... ....... ... .... ........... ....... ....... ... .. .. ........ ..... ... ... .... ... ....... .. ...... ..... .. 37
dass das vorliegende Heft den Tragwerksplanern und Konstrukteuren eine we rtvo lle Hilfe bei der Anwen- Bemessung ... ..... .... .......... ........... .. ... ... .. ... ..... ..... .... .... ....... .. ..... ......... .. .... .... ... ......... ......... .. .. 38
4.3
dung des Eurocode 2 in der Praxis ist.
4.4 Beispiele mit konstruktiver Durchbi ldung ... .... ............ ..... ................ ... ....... ..... .. ... .... ........ ... .. 41

5 AUSGEKLINKTE TRÄGERENDEN .. ...... ... ..... .... ...................... .. ... .................. ....... ........... 50
Univ.-Prof. Dr.-lng . Josef Hegger
Obmann Technischer Ausschuss Bemessung und Konstruktion 5.1 Allgemeines ... .. ... .. ... .... .... ................. ... ......... ..... ....... .......... .................... ... ...... ..... .......... ..... 50
5.2 Tragverhalten ... ... ..... .................... ........ ... ..... ........... .. ....... .. ..... .... ..... ... ... ....... ..... .. ...... .......... 50
5.3 Bemessung ........ .. ........... .... .... .. ..... .... .. .. .. .. .. ..... .... ... ........ ... .. .... ... .. .... ............ .... ................ .. 51
5.4 Konstru ktive Durchbildung .... .... ... .... ........... ....... .... ... .......... .. ....... ............... ...... ..... ............ .. 52
5.5 Beispiel ....... .. .. ... ...... ... .............. ......... ..... ..... .. ................. ... ... ....... ... .... ...... ..... ......... ..... ..... ... 52

6 PLATTENTRAGWERKE .... ........................... .... ..... ............................................................. 57


6.1 Allgemeines ...... .... .. .. .. ..... ............ .......... ............ .. ..... ... ....... ... ... .... ... ......... ...... ....... ...... ... ..... 57
6.2 Tragverha lten ......... .... .. ...... .... ....... .......... .... ....... ...... ...... ....... .. ... ... ............ .. ... ......... .......... ... 57
6.3 Bemessung ........ .... .. .... ........ ..... ...... ....... .... ... ...... ... ... ............... .. .. ......... ......... ..... .. ...... .. .. .... . 57
6.4 Konstruktive Durchbildung .... ........... ....... ...... ...... .... ........... .. ...... .. .... ....... ... ... .. ....... .. ....... ..... 58
6.5 Beispiel ... ....................... .. ..... .. ................... ... .. .. ...................... .. ........... ........ .. ... .. ... .. .......... .. 64

7 VERBUNDBEWEHRUNG ................................................................................................... 68
7.1 Allgemeines .................... .. ...... ... ..... ......... .... ... ..... ... .... ...... ... .... ...... .. ... .. ........ ....... ... ......... .... 68
7.2 Tragverh alten ....... ........ ... ... ....... ....... ..... ... ........ .. ... ...... .. ....... ...... .... ......... ... ....... ... .. ...... ....... . 68
7.3 Bemessung ..... ..... ....... .. .. .. .. .... .. ....... ..... .... ... .... ..... ..... ..... ....... ....... ..... .................... .... ...... .... 69
7.4 Konstruktive Durchbildu ng .. .. .... ........ .............. ..... .............................. .... .... ... ... ....... .. ... .... .... 71
7.5 Beispiel ........... ....... ...... ...... .. ........ .......... ...... .. .... ... .... ..... ...... ......... .... ... ..... ... .... ... .. .. ........ .... . 73

3
8 DURCHSTANZBEWEHRUNG ............................................ ............. ... ..... .... ....... ......... ...... . 77 14 EINZELFUNDAMENTE ................................................ ......................................... .... ....... . 149
8.1 Allgemeines ..... .. ........ ... ... ...................................... ... ........ ........ .................. .. ...... .. ........ ....... 77 14.1 Allgemeines ........... .... .. .... .................. .. .......................... ................................ .... ... .. ........... 149
8.2 Tragverhalten .. .. .. ..... .. ..... .. .... .... ..... .. ... ... ...... ... ......... .... ...... .. ... .... .. .. .... ... ........... ...... ..... ..... ... 77 14.2 Tragverhalten ... ..... ..... .. ..... .... .. ....... .... ... ....... .. ....... .... ... ...... ..... ......... .... ......... .. ... .. .... .. ..... ... 150
8.3 Bemessung .... ........... ... .. .. ......................... .... .... .... ............. .... .... .. ........................................ 78 14.3 Bemessung ........... .. .... ......... ...... ..................................... ............................... .... ... .... .... ... .. 152
8.4 Konstruktive Durchbildung .................................... ................ ........ .................. .. ............... .. .. 78 14.4 Konstruktive Durchbildu ng ... .... ..... ...... .. .................. .... ...... .... ....... .. .. .... ... .... ......... ..... .. .... ... 155
8.5 Spezielle Bewehrungstechnik ............ ....... ..... .. .... ... ................ .. .... ................................... .... 81 14.5 Beispiel ....... ... .. .............. ... .. ... .. .... ..... ..... .......... .. .... ........... .. .... .. ... .... ............. .... ............... .. 155
8.6 Beispiel ........ ........ ................................. .... .... .. .. .. .... ................ ...... ....... ........... .. ......... .......... 83
15 SPANNKRAFTEINLEITUNG UND ENDVERANKERUNG BEl VORSPANNUNG MIT
SOFORTIGEM VERBUND ... ................................................................................. ............ 166
9 SCHEIBENWIRKUNG VON ORTBETON-UND FERTIGTEILDECKEN ........................... 88
15.1 Allgemeines .............................. .. ..... .. .. .................................. ....... ............ ... .. ............. ....... 166
9.1 Allgemeines ....... ........ .... .................... .............. ............... ............ ...... .... .......................... ..... 88
15.2 Tragverhalten ................ .. ............ ............ ........ ....... ... ................. .. .. ....... ...... ........... ..... ...... . 166
9.2 Tragverhalten .... .......... ...... ... ....... ....... ... ...... ..... ............... .... ........ ... ........... .......... ............ .... . 88
15.3 Bemessung .... ..................... ... ........ ...... ... .. .. ... ..... ........ .......... .. .. ......... .... ............................ 169
9.3 Bemessung ...... ...... ......... .. .............. ............ ...... .. ......... ........ .......................... .... .... .. ............ 88
15.4 Beispiel ....... ... ...... ............ .. ..... .... ............. ........ .................................................................. 172
9.4 Konstruktive Durchbildung .................................................... ...... ..... .. ........ .. ... .. .... .. ............. 89
16 SCHWEißEN VON BETONSTAHL .... ........................................... ........................... ... ...... 176
10 STÜTZEN .. ......................... ..... .. ... ... ... ................................................. ........ .... ..... ..... .......... 93
16.1 Schweißeign ung der Betonstähle ........ ... .. .. .................................... .. .. ........ ....... ....... ......... 176
10.1 Allgemeines .................... ........ ...... ......... .................. .... ........ ........... .... .. .... .... ....... .... .... .. ...... 93
16.2 Zulässige Schweißverfahren ........................ ... .... ..... .... .. ...... ... ....... .. .. ........... .... ............... . 176
10.2 Tragverhalten ....... ............. .. ............ ... ............. ...... ................ ........ ...... ..... .. .......... .... .. ... ... .... 93
16.3 Schweißverbindungen ...... ... ...... ....................... .... ..... ................ .. ...... ....... .. .......... ....... ... ... 177
10.3 Bemessung ....... .... ...... ........ .... ... ..... .. .. ..... ...... ........ .... ...... .... ........ ........ ............. ... ..... ........... 95
16.4 Bemessung .. ...... .... .... ............ ... ............... ... .... .. ...... .... .. ............... .... ....... ............ .. ..... ........ 180
10.4 Konstruktive Durchbild ung ........... .. .......................................... ..... .. ... ............. .. .. ... ....... ...... . 95
16.5 Allgemeine Bewehrungsregeln ........... .. ...... .... .......... .. .. ........................ .. .. .. ............... ........ 181
10.5 Fertigteilstützen ......................... .. ...... ...... .. ...... ....... ............ ............. .... ............. .... .. ........... 101
16.6 Bauausführung .... .......................... .. ......... ..... .. .... ....... ................................ ... ..... .. ..... ........ 184
10.6 Beispiel ... ... ... .. ...... .. ................. .. ... .. ....................................................... ... .... ... .. .. .... .......... 103
LITERATURVERZEICHNIS ................................................................................................................ 185
11 KONSOLEN ...................................................................................................................... 107
11.1 Allgemeines ........ .. ...... .. .... .... ...... .. .. .................................................... ............................... 107
11.2 Tragverhalten .............. .. ...... .. .. ........ .. ... .. ..... .. .. ... .. .... .... .. ................... .... ............................. 107
11.3 Bemessung ......... ... .... .... ...... ...... .......... .... ...... .. ..... ... ... ...... ....... .................. .................... .. .. 108
11.4 Konstruktive Durchbildung .................................. .. .......................................................... ... 110
11 .5 Beispiele .... .. ...... .. .. ............... .. .................... .. ...... ...... ................ ...... ................................... 111

12 RAHMENKNOTEN ............................................ ...................... .......................................... 119


12. 1 Allgeme ines ................ .. ............ .. ............ .. ............ .. .................. .. ....................................... 119
12.2 Tragverhalten ............. .... .... .. .... ... .................... ........ .................... ........ ....... .... ............... .. ... 119
12.3 Beispiele mit konstruktiver Durchbildung ...... .. ................ .. ...... ............ .. .. .......... .. ...... .. ....... 122

13 WANDARTIGE TRÄGER .. ............................................................ .................................... 134


13.1 Allgemeines .. .. .... .. .. .................. .. .. .................. ......... .. ............... ...... ................................... 134
13.2 Tragverhalten .. .. ...... ....... .... .. .... ....... .... ...... .... ..... .... ....... .. ............ ............... ............ ......... ... 135
13.3 Bemessung ... .. .. .... .. ............ ..... .... .. .... .......... .......... ................ .... .... .................................... 136
13.4 Konstruktive Durchbildung ................ .... ......... ... .... .... ........ .... ............... .... ......... ..... .. ..... .. ... 140
13.5 Beispiel .... ...... .. ...... .. ..................... .. .......................... .. .. ........ .. ............. ... ................. ..... .. ... 142

4 5
1 Einleitung 2 Bewehrungszeichnungen und Stahllisten
Mit der Einführung der zehn Eurocodes mit den jeweiligen Nationalen Anhängen wird ein wesentlicher Mei- 2.1 Allgemeines
lenstein im europäischen Harmonisierungsprozess für die Bemessung und Konstruktion von Tragwerken
erreicht. ln Deutschland erfolgte die allgemeine bauaufsichtliche Einführung im Wesentlichen zum Stichtag Unter Bewehrungszeichnungen versteht man Darstellungen des konstruierten Bewehrungsgeflechtes im
1. Juli 2012 . Der Eurocode 2 (DIN EN 1992-1-1:2011-01) in Verbindung mit dem Nationalen Anhang Bauteil sowie Einzeldarstellungen verschiedener Bewehrungspositionen. Sie stellen die Verbindung zwi-
DIN EN 1992-1-1:NA:2013-04 /1.1/ für den Beton-, Stahlbeton- und Spannbetonbau (in den folgenden schen dem planenden Ingenieurbüro und dem Einbau der Bewehrung auf der Baustelle in Form von techni-
Abschnitten kurz EC2) ersetzt die entsprechenden nationalen Normen DIN 1045-1 :2008-08 /1 .2/, DIN- schen Zeichnungen her und dienen somit als "Einbauanleitung" ohne jedoch eine Einbaureihenfolge vorzu-
Fachbericht 102/1.3/ und DIN 4102-4/1.4/ (teilweise). geben . Da das Bewehrungsgeflecht aus Einzelteilen zusammengesetzt werden muss, die in der Regel im
Biegebetrieb oder aber auf der Baustelle hergestellt werden, sind jedes Einzelteil und jede Bewehrungsposi-
Konzeptionell hat sich dabei wenig geändert. Bereits die Neufassung der DIN 1045-1 :2001-07 /1.5/ enthielt tion aus den Bewehrungszeichnungen "herauszuziehen" und detailliert in Stahllisten zu vermaßen. Nach
die z. T. grundlegend neuen Nachweisformate, sodass die Umstellung auf den EC2 ohne Übergangszeit- DIN EN ISO 3766 /2.1/ werden dabei Formenlisten, Biegelisten, Mattenlisten sowie kombinierte Listen unter-
raum mit Parallelgeltung beider Normen möglich war. schieden.
Traditionell begleitet der Deutsche Ausschuss für Stahlbeton e. V. (DAfStb) die Einführung neuer Normen-
Neben guten Kenntnissen über die richtige zeichnerische Darstellung setzt die zielführende Anfertigung von
generationen im Stahlbeton- und Spannbetonbau durch die Herausgabe spezieller Hefte mit Erläuterungen
Bewehrungszeichnungen vor allem Erfahrung über die konstruktiven, betonstahlspezifischen und ausfüh-
und Hintergrundinformationen in seiner Schriftenreihe. Diese sind Heft 300: Hinweise zu DIN 1045, Ausgabe
run gsbezogenen Bedingungen voraus /2.2/. Nur so können gleichermaßen Standsicherheit, Gebrauchstaug-
Dezember 1978 /1 .6/, Heft 400: Erläuterungen zu DIN 1045, Ausgabe 07.88/1.7/, Heft 525: Erläuterungen
lichkeit, Dauerhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit der Stahlbeton- und Spannbetonbauweise sichergestellt
zu DIN 1045-1 /1 .8/ sowie Heft 600: Erläuterungen zu DIN EN 1992-1-1 und DIN EN 1992-1-1/NA
werden.
(Eurocode 2) /1 .9/.
Detaillierte Erläuterungen und Beispiele zur Bemessung und Konstruktion der Bewehrung in Stahlbetonbau- 2.2 Anforderungen an Bewehrungszeichnungen
teilen sind 1992 im Heft399 /1 .10/ auf der Basis von DIN 1045:1988-07 /1.11/ für ausgewählte Bauteile
Die Bewehrung aller Bauteile muss eindeutig in maßstäblichen Grundrissen, Ansichten und Schnitten darge-
veröffentlicht worden . Seitdem hat es keine weitere Ausarbeitung mit vergleichbarem Stellenwert zu diesem
stellt sein . Die Darstellungen müssen mit den Bezeichnungen in den statischen Berechnungen übereinstim-
Thema mehr gegeben, obwohl sich im Zuge der europäischen Harmonisierung die Bewehrungs- und
men und sollten alle Größen beinhalten, die für die Konstruktion der Bauteile, die Nachprüfung der Maße
Konstruktionsregeln weiterentwickelt haben.
und die Kontrolle von Taleranzen gemäß DAfStb-Richtlinie /2.3/ (siehe Abschnitt 2.4) notwendig sind. Auf
Der DAfStb hat deshalb gemeinsam mit dem Institut für Stahlbetonbewehrung e. V. (ISB) und dem Verein zugehörige Zeichnungen muss verwiesen sein . Falls Zeichnungen später geändert werden, müssen alle
zur Förderung und Entwicklung der Befestigungs-, Bewehrungs- und Fassadentechnik e. V. (VBBF) eine betroffenen Zeichnungen entsprechend gekennzeichnet werden. Die Hauptabmessungen sind den Rohbau-
Autorengruppe beauftragt, in einem neuen Band der DAfStb-Schriftenreihe ausführliche Hinweise zu einer zeichnungen oder Schalplänen zu entnehmen.
einerseits normgerechten und andererseits wirtschaftlich sinnvollen Bewehrungsführung zu geben .
Detaillierte Anforderungen an Bewehrungszeichnungen sind in EC2 /1.1/, Abschnitt NA.2.8, DIN 1045-3
Den Kern des vorliegenden Heftes 599 bilden die nach Bauteilen unterschiedenen Bewehrungsempfehlun- /2.4/, DIN EN 13670 /2 .5/ und DIN EN ISO 3766 enthalten. DIN EN ISO 3766 legt darüber hinaus in Tabel-
gen, die sich aus dem jeweiligen Tragverhalten unter Verwendung der aktuell gültigen Bemessungsmodelle le 1 die Darstellungsregeln (Zeichnungsvereinbarungen) für Bewehrungen und in Kapitel 5 die Form der
dann ergeben, wenn der Fokus auf der praktikablen konstruktiven Durchbildung der Bewehrungsgeflechte Kennzeichnung der Bewehrungspositionen fest.
liegt und moderne Bewehrungstechnik berücksichtigt wird.
Auf den Bewehrungszeichnungen sind folgende Merkmale und Lageinformationen für alle zu verlegenden
Dabei wi rd zum Verständnis für alle wesentlichen Bauteile das Tragverhalten weitestgehend durch Trajekto- Bewehrungspositionen anzugeben (siehe auch /2.3/):
rien- bzw. Hauptspannungsbilder für den Zustand I und/oder mittels Riss- und Bruchbildern für den Zu-
stand II veranschaulicht oder der Kraftfluss wird durch Fachwerk- und Stabwerkmodelle verdeutlicht. Der • der Maßstab;
Einfluss der wesentlichen Parameter auf das Gebrauchs- und Bruchverhalten ist im Abschnitt Bemessung • die geforderte Betonfestigkeitsklasse, die Expositionsklasse und die Feuchtigkeitsklasse, gegebenenfalls
· jeweils erläutert. Davon ausgehend sind für ausgewählte Bauteile Beispiele für die Bemessung und Kon- weitere Betoneigenschaften, wie z. B. der Größtkorndurchmesser, WU-Beton, E-Modul etc.;
struktion der Bewehrung gerechnet worden. Die dabei gewählten Abmessungen und Lastkombinationen sind
• die Sorte des Betonstahls gemäß den Referenznormen;
i. d. R. so gewählt, dass sich zwar große aber immer noch praxisnahe Bewehrungsmengen ergeben. Das
jeweilige Bewehrungsgeflecht ist dann abhängig von der Komplexität in zwei- oder dreidimensionalen Dar- • die Duktilitätsklasse des Betonstahls;
stellungen veranschaulicht, wobei alle Konstruktionsbeispiele von Praktikern auf Ausführbarkeit geprüft • die Positionsnummern oder die Formnummern nach DIN EN ISO 3766;
worden sind . Das Heft 599 wird vervollständigt mit den Kapiteln "Bewehrungszeichnungen und Stahllisten" • die Anzahl, die Stabdurchmesser, die Form und die Lage von Bewehrungsstäben ;
und "Schweißen von Betonstahl".
• der Abstand zwischen den Stäben;
Insgesamt wird dem Tragwerksplaner und Konstrukteur mit diesem Heft eine grund legende Arbeitshilfe an
• die Mindest- oder Maximalabstände;
die Hand gegeben, die den aktuellen Stand der Technik in allen für die Qualität der Bewehrung relevanten
Planungsbereichen abbildet. Gleichwohl stellen die Beispiele Empfehlungen des Autorenkollektives für • die Art und Anordnung und Ausbildung von Stößen;
ausgewählte Planungssituationen dar. Diese Beispiele können als Grundlage für angepasste konstruktive • der Abstand der Stäbe im Bereich von Stößen und die Übergreifungslängen;
Durchbildungen in ähnlichen Fällen dienen. • die Verankerungslängen;
Dank sagen möchten die Autoren auch den Herren Dr. Kämpfe, Pitscheider, Oberndorfer, Krebs und Till- • der Biegerollendurchmesser für gebogene Bewehrung;
mann als Vertreter der Betonstahlhersteller und Biegebetriebe, die mit ihrer Unterstützung und ihrem Sach- • die Mattentypen für seriell gefertigte Betonstahlmatten;
verstand dafür Sorge getragen haben, dass die Beispiele die Praxis abbilden und hoffentlich zu einer weite-
• der Mattenaufbau bei Zeichnungsmatten;
ren Verbesserung der Bewehrungsplanung in der Zukunft beitragen.
• das Verlegemaß Cv der Bewehrung;
• das Vorhaltemaß ßcdev der Betondeckung ;

6 7
• gegebenenfalls der Zuschlag zum Vorhaltemaß Llcdev für nicht ebene Flächen ; Die Konstruktion des Beweh ru ngsgeflechtes bestimmt signifikant die Wirtschaftlichkeit sowoh l bei der Erstel-
• die Art, Anzahl und Anordnung der Abstandhalter für die Bewehrung; lung der Beweh ru ngszeichnu ng als auch insbesondere beim Einbau der Bewehrung . Erfahru ngswerte aus
/2.7/ legen nahe, dass die Einbauzeit mit der Anzahl der Positionen je Tonne deutlich ansteigt (siehe Tabel-
• die Anordnung, Maße und Ausführung der Unterstützungen der oberen Bewehrungslage ;
le 2-2). Ebenso wirkt sich die Wahl der Durchmesser aus. Mit abnehmendem mittleren Stabd urchmesse r
• die für den Einbau erforderliche Montagebewehrung und konstruktive Bewehrung; erhöht sich die Einbauzeit in Stunden/Tonne wesentlich (siehe Tabelle 2-3).
• die Anordnung , Maße und Ausbildung von Schweißstellen, gegebenenfalls mit Angabe der Schweiß-
zusatzwerkstoffe; Tabelle 2-2: Zuordnung der Anzahl der Positionen und Aufba uzeitfaktor nach /2.3/
• der Typ und die Lage der mechanischen Verbind ungselemente; bei Bewehrungsanschlüssen sind dazu Anza hl der Positionen je Tonne Aufbauzeitfaktor
immer die Außenmaße anzugeben;
80 4x
• die Angabe n zum Typ und zur Lage von Einbauteilen (Einbauteile sind entweder den Schalplänen und
zugehörigen Fachplanerplänen oder den Rohbauzeichnungen zu entnehmen); 50 3x
• die Lage und Breite von Rüttelgassen ; 20 2x
• die Lage von Betonieröffnungen ; 10 1x
• Bewegungsfugen (Arbeitsfugen sind gegebenenfalls durch den Ausführenden vor Ausfüh rung auf den
Bewehrungsplänen zu ergänzen);
• das Verlegeschema mit Darstellu ng der Lagen für meh rl agige Beweh rung; die Zähl richtung der Lagen ist Tabelle 2-3 : Zuordn ung von mittlerem Stabdu rchmesser und Aufbauzeit nach /2.3/
auszuweisen (z. B. von der Schalungsaußenseite beginnend); Mittlerer Stabd urchmesser in mm Aufbauzeit in h/t
• gegebenenfalls die Hinweise auf besondere Maßnahmen zur Qualitätssicherung;
6 40
• bei Änderungen: Art der Ände rung mit Datum.
8 30
Bei der Verwendu ng von Fertigtei len sind ferne r anzugeben:
10 22
• die Art der Fertigteile; 12 16
• Typ- oder Positionsnummer, Volumen und Eigengewicht der Fertigteile; 14 13
• die Mindestdruckfestigkeit des Betons beim Transport und bei der Montage;
16 10
• Art, Lage und zulässige Einwirkungsrichtung der für den Transport und die Montage erforderl ichen An-
sch lagmittel (z. B. Transportanker), Abstützpunkte und Lagerungen ; 20 8

• gegebenenfall s zusätzl iche konstruktive Maßnahmen zur Sicherung gegen Stoßbeanspruchung; 25 6


• die auf der Baustelle zusätzl ich zu verlegende Bewehrung in gesonderter Darstellung . 28 5
ANMERKUNG Hinweise für das Erstellen von Fertigteilzeichnungen können dem Merkblatt Nr. 5 "Checkliste für das 32 4
Zeichnen von Betonfertigteilen" der Fachvereinigung Deutscher Betonfertigteilbau e. V. /2.6/ entnommen werden.

Bei der Verwendu ng von Bewehrungsele menten und mechanischen Verbindungen sind i. d. R. allgemeine 2.3 Anforderungen an Stahllisten
bauaufsichtliche Zulassungen zu beachten. Auf diese ist hinzuweisen.
2.3.1 Stabformen , Formschlüssel , Kennzeichnung
. Bei der Konstruktion der Bewehrung ist insbesondere darauf zu achten, dass Betonstabstah l und Beton-
stahlmatten zwar als Lin ien in Bewehru ngszeichnungen dargestellt werden dürfen, aber in der Realität DIN EN ISO 3766 legt die Art der Bemaßung von geraden und gebogenen Bewehrungsstäben (Stabformen)
dreidimensionale Bauprodukte sind, deren Außenabmessungen bei Nichtberücksichti gu ng erhebliche Kon- in Stahl listen über die Defi nition von Formschlüsseln (siehe Bild 2-1) fest. Dabei gilt, dass keines der Maße
sequenzen für die Bauausführung und letztl ich auch für die Qualität des Bauteil s haben können. Häufig w ird Null sein darf. Durch messer und Radien sind lnnenmaße, alle anderen Maße sind Außenmaße.
die Paketbildung bei der Übergreifung von Betonstahlmatten unterschätzt. Sie ist aber im Hinblick auf die
Einhaltung der Betondeckung und des in neren Hebelarmes zu berücksichtigen. Ein üblicher Zwe i-Ebenen-
Stoß einer Q524A erreicht eine Aufbauhöhe von rund 40 mm , die sich mit jeder weite ren Lage um rund
20 mm erhöht. Äh nliches gi lt für Betonstahlstäbe. Hier wi rd die Auswirku ng des Außend urchmessers häufig
nicht erkannt. Eine Gegenüberstellung der Nenn- zu Außendurchmesser enthält Tabelle 2-1.

Tabelle 2-1: Außendurchmesser und Nenndurchmesser (r/JA= 1,15 · rfJ N)

Nenndurchmesser [mm] 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 16,0 20 ,0 25,0 28,0 32,0 40,0
Außend urchmesser [mm] 6,9 9,2 11,5 13,8 16,1 18,4 23,0 28,8 32,2 36,8 46,0
.d
Augenmerk sollte der Planer gru ndsätzlich auf Biegesteilen insbesondere bei spitzwinkeligen Bauteilen
legen. Hier besteht die Gefahr, dass die geplante Lage der Bewehrung aufgrund der Mindestbiegerollen-
Bild 2-1: Maßangaben fü r eine Biegeform - Formschl üsseln ummer 26 nach DIN EN ISO 3766, Bild 2
durchmesser nicht eingehalten werden kann. Ferner sollte der Planer seine Beweh rungskonstruktion dahi n-
gehend auf Plausibilität prüfen, ob bei Ausnutzu ng der Taleranzen nach DAfStb-Richtlinie /2.3/ (siehe Opti onal offeriert DIN EN ISO 3766 auch ein Kennzeichnungssystem für Stabformen , bei dem über eine
Abschnitt 2.4) bei der Weiterverarbeitung von Betonstahl und beim Einbau der Bewehrung seine Konstrukti- zwe istellige Formschl üsselnummer festgeleg t wird, wie viele Biegesteilen bzw. Windungen oder Kreisab-
on ohne zusätzliche Maßnahmen umgesetzt werde n kann . schn itte in welche Richtung gebogen werden .

8 9
2.3.2 Formenlisten, Biegelisten, kombinierte Listen und Mattenlisten 2.3.3 Schriftfeld
Formenlisten, Biegelisten und kombinierte Listen nach DIN EN ISO 3766 enthalten die folgenden Informatio- Das Schriftfeld sollte nach DI N EN ISO 3766 mindestens folgende Informationen enthalten :
nen zu allen Typen von Stabstahlbewehrung in der angegebenen Reihenfolge:
a) Projektname;
a) Bauteil (Angabe des Bauteils, dem der Bewehrungsstab zugeordnet ist);
b) Name des Auftraggebers;
b) Positionsnummer (Formnummer), (eindeutige Referenz des Stabes);
c) Name des Verfassers;
c) Betonstahlsorte (Bezeichnung bzw. Kurzzeichen nach Referenznormen oder anderen Regeln; die Stab-
d) Bearbeitungsdatum, Name des Bearbeiters;
qual ität und das Profil können durch einen einzelnen Buchstaben ausgewiesen werden);
e) Zeichnungsnummer;
d) Stabdurchmesser (Nenndurchmesser) in mm;
f) Listennummer;
e) Stablänge in mm oder m (Schnittlänge);
g) Änderungsindex und Datum der letzten Änderung;
f) Anzahl der Bauteile bzw. Anzahl der Baugruppen;
h) Nennung der Norm DIN EN ISO 3766 als Grundlage der Listenfestlegung.
g) Anzahl der Stäbe in jedem Bauteil bzw. in jeder Baugruppe;
h) Gesamtzahl der Stäbe f) x g); Die Zeichnungsnummer und die Listennummer müssen übereinstimmen .
i) Gesamtlänge e) x h) in mm oder m;
2.4 Toleranzen für die Weiterverarbeitung von Betonstahl und den Einbau der
j) Stabform (Formschlüsselnummer).
Bewehrung

Für Formenlisten sind anzugeben: Mit der Erstellung der DAfStb-Richtlinie /2 .3/ in 2010 sind erstmalig in Deutschland in einem Regelwerk
Anforderungen an die Ausführungsqualität bei der Weiterverarbeitung des Betonstahls (siehe Tabellen 2-4
k) Endhakendefinition;
und 2-5) und beim Einbau der Bewehrung (siehe Tabelle 2-6) formuliert worden. Die gestellten Anforderun-
I) Stabformparameter (Teillängen), in mm . gen sind aber nur zu erfüllen, wenn die oben beschriebene Planungsqualität eingehalten ist. Dies ist zudem
Für Biegelisten sind anzugeben: für Qualitätssicherungsmaßnahmen zwingend erforderlich , da bei der Überprüfung auf Einhaltung der Tale-
m) bemaßte, unmaßstäbliche Skizze der Biegeform; ranzen die Sollmaße in den Stahllisten und Bewehrungszeichnungen dokumentiert sein müssen.
n) Änderungsindex des Bauteiles (ein Buchstabe beginnend mit A, B, C usw. ist einzutragen, wenn eine Tabelle 2-4: Grenzabweichungen von Längen- und Passmaßen (Angaben in mm) nach /2.3/
Zeile oder mehrere Zeilen geändert wurden und die Liste neu ausgegeben wird).
Ablängen Längenangaben in HIER:
Kombinationen aus Formenliste und Biegeliste sind möglich. Bei Bedarf kann auch eine Gewichtsliste erstellt Biegeformen aJ Taleranzen der
werden oder eine Spalte mit Gewichtsangaben in die Formen- oder Biegeliste eingefügt we rden. zugehö ri gen Bügel
beachten! ~

01
Bei der Stablänge (Unterpunkt e) stellt sich für den Planer die Frage, ob er Außen- oder Achsmaße angeben
Grenzabweichung I
soll. Nach DIN EN ISO 3766 ist grundsätzlich beides zulässig. Allerdings ist immer in den Stahllisten anzu-
geben, welche Berechnungsart verwendet wurde. Im Hinblick auf die maschinelle Herstellung der Biegefor-
men und deren anschließende Anwendung im Stahlbetonbau ist eindeutig das Außenmaß zweckmäßiger.
~I(mm) 1--
I ~
l J __/}
Bei dreidimensional zu biegenden Bewehrungsstäben sollte bei einer ebenen Darstellung in der Biegeliste Stablänge I Stabdurchmesser rjJ Stabdurchmesser rjJ Stabdurchmesser rjJ
entweder eine zweite Ansicht erstellt werden oder zumindest ein separater Hinweis auf die Räumlichkeit
(z. B. für Stehbügel etc.) enthalten sein . Bei mechanischen Betonstahlverbindungen (Muffenverbindungen) :s; 5,0 m > 5,0 m :s; 14 mm > 14 mm :s; 14 mm > 14 mm :s; 10 mm > 10 mm
ist zwingend anzugeben, ob die Muffe bei der Bemaßung der Stablänge enthalten ist.
+0 +0 +0 +0 +0 +0
Mattenlisten müssen neben den o. g. Angaben a) bis c) noch enthalten: allgemein ±15 ±20
-15 -25 -10 -20 -10 -15
d) Mattentyp (z. B. bei Lagermatten Q524A);
e) Durchmesser und Abstand der Längs- und Querbewehrung; +0 +0 +0 +0 +0 +0 +0 +0
f) Mattenabmessung längs und quer; bei Passmaßen
-5 -10 -10 -15 -10 -20 -5 -10
g) Anzahl der Positionen;
h) bemaßte Mattenskizze. aJ L-förmige Biegeformen können der Spalte 2 oder der Spalte 3 zugeordnet werden .

Eine Liste der Unterstützungen, die zwischen den Bewehrungslagen einzubauen sind, vervollständigt die
notwendigen Angaben.

10 11
3 Querkraftbewehrung und Zugkraftdeckung
Tabelle 2-5: Grenzabweichungen für Biegerollendurchmesser, Abstände vo n Bügelschenkeln und Eben-
heit von Biegeformen nach /2.3/
3.1 Allgemeines
Biegerollendurchmesser Abstand der Bügelschenkel Ebenheit in biegebeanspruchten Bauteilen treten neben Biegemomenten und gegebenenfalls vorhandenen Längs-
d br-T S1a aE normalkräften auch Querkräfte auf. Die Querschnittsbemessung erfolgt jedoch im Allgemeinen getrennt fü r
1 die Biege- und die Querkraftbeanspruchungen ohne Berücksichtigung der mechanischen Interaktion . Im
d br-T = D min + 1 f/J ) f/J ..S, 12 mm: S 1a ..:;, 4 r/J 8 mm..:;, rp . :;, 16 mm : aE ..:;,1Q o
rp > 12 mm: S 1a ..:;, 2 r/J Rahmen der konstruktiven Durchbildung der Bauteile sind die Zusammenhänge der unterschiedlichen Trag-
Dabei ist: mechanismen jedoch zu berücksichtigen.
d br-T: Biegerollendurchmesser mit Grenz-
abweichung 3.2 Tragverhalten
Dm ;n : Biegerollendurchmesser nach EC2
/1.1 I 3.2.1 Grundlagen
in einem biegebeanspruchten Bauteil stellen sich im ungerissenen Zustand I in Abhäng igkeit von den
Randbedingungen Hauptdruck- und Hauptzugspannungen ein , die in Größe und Aus richtung über die
Bauteillänge veränderlich sind (siehe Bild 3-1 ).
F

(~
~--..................................... /· .·
z
{ J J J J J J J J J J J J J J J J tJ J J fJfJftftI J J f J J J tJtJ

X &
... ..y

1
) Größere Biegeradien können nach DIN EN ISO 3766 über den Bogenstich beurteilt werden .

Richtung von a, (Zugspannungen)


Tabelle 2-6: Grenzabweichungen für den Einbau der Bewehrung nach /2 .3/ Richtung von 0 11 (Druckspannungen)

Bereich Anforderungen/ Taleranzen Bild 3-1: Hauptspannungen in einem durch Gleichlast belasteten Einfeldträger

Verlegemaß Cv Mindestbetondeckung Cmin , Mit der Überschreitung der Biegezugfestigkeit des Betons stellen sich Biegerisse ein , die von dem gezoge-
Überschreitung von c v: nen Querschnittsrand aus in das Bauteil hinein verlaufen. Bei weite rer Laststeigerung bilden sich in den
auflagernahen Bereichen schräg verlaufende Risse, die beim Vo rli egen einer geeigneten Längsbewehrung
für h..:;, 150 mm : ~ C(plus) = + 5mm
zu einem Lastabtrag über ein Bogen-Zugband-System führen. Bei höheren Belastungszuständen kommt es
für h = 400 mm : ~C(plus) = + 10 mm dann zu einer verstärkten Rissbildung , sodass sich schließlich kein auf dem Bogen-Zugband-System basie-
für h ~ 2500 mm : ~ C(plus) = + 20 mm rendes Gleichgewichtsmodell mehr einstellen kann . Bild 3-2 zeigt das typische Bruchbild beim Querkraftver-
sagen eines Stahlbetonbalkens ohne Querkraftbewehrung.
Verlegeabstände S v ~Sv =± 20 mm 1
)
(Stab- bzw. Bügelabstände) Anzah l der erforderlichen Stäbe und Bügel je lfd . Meter

lv . :;, 5 m: ~lv = ± 15 mm 1
)
Längenmaße lv
lv > 5 m: ~lv = ± 20 mm 1
)

Übergreifu ngslängen Ia Mindestlängen 2 )


Verankerungslängen /bd Mindestlängen
Lichter Abstand gestoßener Stäbe s 1a höchstens 4 rp3l
1)
Bauteilbezogen kön nen andere Grenzabweichungen fü r Ve rlegeabstände ve reinbart werden
(z. B. bei gekrümmten Bauteilen , Zulagebewehru ng über eine Stütze, etc.).
2)
Am fertigen Bauteil gelten die zulässigen Abwe ichungen nach DIN EN 13670 Bild 3-2: Querkraftversagen eines Stahlbetonbalkens ohne Querkraftbewehrung
( ~Ia maximal -0,06 Ia). Bauteilbezogen können andere Grenzabweichungen für das Verlegen verein-
bart werden .
3)
Nach EC2 darf der lichte Abstand zwischen gestoßenen Stäben größer sei n: Ist der lichte Abstand
der gestoßenen Stäbe größer als 4rp, so muss die Übergreifungslänge um die Differenz zwischen
dem vorhandenen lichten Stababstand und 4 rp verg rößert werden .

12 13
Bei Bauteilen mit Querkraftbewehrung kann der Querkraftabtrag mit einem Fachwerkmodell beschrieben 1.6 --···········-------·r·- ................ .,. ------------------------------, -----------------------------, ··································-----

w~rden (Bild 3-3). Dabei bilden die Betondruckkraft am überdrückten Querschnittsrand den Obergurt, die
; ; i '
~ 1,4 ·----1----------- ______________.!
für Endverankerung bei Bauteilen !
··············-············+·-· - ·········-·········---J
B1egezugbew_ehrung den Untergurt, die annähernd in Richtung der Hauptdruckspannungen Oil verlaufenden
~ ohne Normalkraft nutzbar i ;
Druckkratte d1e Druckstreben und die Querkraftbewehrung die zum Gleichgewicht notwendigen Zugpfosten . <11 1,2 ·-·! ·-i-·--··-·-r ···---- ..;
E I . i Zugstreben-
N
Bei der klassisch~n Fac_~werk~na log ie nach Mörsch wird eine Druckstrebenneigung von () = 45o angenom- n;
V)
1,0
l
··· ········i neigungswinkel a
······························ti · · ········· · ······- -------~
men /3.1 /. Allerdmgs fuhrt d1e Bemessung auf der Basis der Mörsch ·en Fachwerkanalog ie mit einer
~ 0,8
Druckstrebenne1g~ng von () = 45o z~ unwirtschaftl_ichen Ergebnissen, da die Querkrafttraganteile der Biege- V)

druckzone, d~_r ~1ssverzahnung zw1schen den Biegeschubrissen und der Dübelwirkung der Längsbeweh-
Ql
1:
Ql
rung vernachlass1gt werden . Nach /1.1/ ist die Ermittlung des Querkraftwiderstands daher mit einem variabel Cl
0
angepassten Winkel ()möglich. N
Ql
..c
0,2 ·················l--------

O,O ' + - - - - + - - - - f - - - - - t - - - - - t - --=-;


+--1-8..._4_
i- - - - - - - - - - - 15° . 20° 25° 30° 35° 40° 45°
Druckstrebenneigungswinkel ()

Bi ld 3-4: Einfluss des Druck- und Zugstrebenneigungswinkels auf das Versatzmaß


/ ,' I

z --------------------------------- ~--------------- .:~- --- -'---------


/ 3.3 Bemessung

3.3.1 Querkraftbewehrung
Die in /1.1/ enthaltenen Bemessungsansätze zum Querkrafttragverhalten unterscheiden in "Bauteile ohne
rechnerisch erforderliche Querkraftbewehrung" und "Bauteile mit rechnerisch erforderlicher Querkraft-
bewehrung".
z · cot e
Für Bauteile ohne rechnerisch erforderliche Querkraftbewehrung wird zur Ermittlung des Querkrafttragwider-
11x stands ein halb-empirischer Ansatz genutzt (/1.1/, Gleichung (6.2a)). Zusätzlich kann ein Mindestwert des
Tragwiderstands nach /1.1/, Gleichung (6.2b), angenommen werden. Bei diesen Ansätzen werden die Be-
Bild 3-3: tondruckfestigkeit, die Bauteilhöhe und der Einfluss der Dübelwirkung der Längsbewehrung sowie eine ggf.
Fachwerkmodell mit variabler Druck- und Zugstrebenneigung und Versatzmaß a1
vorhandene Normalkraft berücksichtigt. Zur Definition der im Nachweis der Querkrafttragfähigkeit anzuset-
3.2.2 Versatzmaß zenden Längsbewehrung sind die Angaben in Bild 3-5 zu beachten .

Der rechneris~_he Abtrag der Q~erkraft durch Fachwerkmodelle führt zu einem Versatz zwischen Druckgurt-
und Zuggurtkrafte~. I~ ve rsch_m1ert gedachten Fachwerk ergibt sich in jedem Querschnitt eine Vergrößerung
der Zuggurtkraft, d1e s1ch an emer zum Auflager hin horizontal versetzten M/z-Linie ablesen lässt /3. 1/.

w
Das Versatzmaß ergibt sich bei variabler Druckstrebenneigung zu :
[Al - betrachteter Querschnitt
a1= 0,5 · 1'1x- z · cot a =!... · (cot ()- cot a) (3.1)
2
Bild 3-5: Definition der anzusetzenden Längsbewehrung /1.1 I
Es entspricht dem senkrechten Abstand zwischen dem Schnitt durch einen Fachwerkknoten und dem Mittel-
punkt des dem Fachwerkknoten gegenüber liegenden Zuggurtes. Für Bauteile mit rechnerisch erforderlicher Querkraftbewehrung sind die Tragfähigkeit der Zugstrebe VRd,s
und der Tragwiderstand der Druckstrebe VRd,max nachzuweisen. Bestimmende Eingangswerte sind hierbei
Die Gr~ße des Versatzmaßes a1 von parallelgurtigen Bauteilen hängt bei konstantem innerem Hebelarm die Neigung der vorgesehenen Bewehrung asowie der Druckstrebenwinkel e.
rech~ensch nu r von den Neigungswinkeln der Zug- und Druckstreben im Steg ab. Werden die Winkel ()und
agle1ch ~roß gewählt, so nimmt a1 den Wert Null an . Der innere Hebelarm für Bauteile ohne Längsdruckkraft Bei einer Bemessung mit dem erweiterten Fachwerkmodell darf bei "reiner Biegung" näherungsweise mit
darf vereinfachend zu z =0,9·d angenommen werden. einem Druckstrebenwinkel von cot () = 1,2 ( () = 40°) gerechnet werden. Die detaillierte Ermittlung des Druck-
strebenwinkels () ist nach /1.1/, Abschnitt 6.2 .3, möglich. Der Winkel () ist abhängig von der Größe der
Wie in Bild 3-3 ersichtlich, wird das Versatzmaß a1bei abnehmender Druckstreben- sowie bei zunehmender Einwirkung und kann Werte zwischen()= 18,4° und()= 60° annehmen .
Zugstrebenneigung größer. Dieser Zusammenhang wird in Bild 3-4 zusätzlich verdeutlicht.
Im Regelfall ist die ermittelte Querkraftbewehrung entlang der Bauteillängsachse so anzuordnen, dass an
lnfolge ?es Versatzmaße~ entsteht eine Verknüpfung der ansonsten im Querschn itt unabhängig voneinan- jeder Stelle die Bemessungsquerkraft abgedeckt ist. Allerdings konnte die Querkraftdeckungslinie nach
der zu fuhrenden Nachwelse unter Biegung und Querkraft DIN 1045-1:2008-08 /1.2/ bei Bauteilen des üblichen Hochbaus bei der Verteilung der Querkraftbewehrung
entlang der Bauteillängsachse entsprechend Bild 3-6 eingeschnitten werden. Ein derartiges Einschneiden
der Querkraftdeckungslinie ist in EC2 /1.1/ nicht vorgesehen. Es bestehen jedoch keine Bedenken, bei
Tragwerken des üblichen Hochbaus von einer Staffelung der Querkraftbewehrung entsprechend den
Regelungen der DI N 1045-1 :2008-08/1.2/ Gebrauch zu machen. Dies liegt gegenüber /1 .1/, 6.2.3 (5) , auf

14 15
der sicheren Seite und führt zu einer engeren Abtreppung. Bei unten angehängter Last darf nicht 3.4 Konstruktive Durchbildung
eingeschnitten werden , es sei denn, die Aufhängebewehrung wird zusätzlich add iert.
3.4.1 Bügel
Legende
Bügel (siehe Bild 3-7) stellen das am häufigsten verwendete Querkraftbewehrungselement dar. Sie werden
1 Auftragsfläche AA im Allgemeinen lotrecht ausgeführt und bilden bemessungstechnisch die vertikalen Zugpfosten des Fach-
2 Einschnittsfläche AE werkmodells.
AE::;; AA
Mindestens 50% der erforderlichen Bügelbewehrung muss nach /1 .1/, NDP zu 9.2.2 (4), die untere Biege-
zugbewehrung umschließen, um Zugkräfte in Querrichtung, die durch die sich im Untergurt abstützende
Betondruckstrebe hervorgerufen werden, aufzunehmen. Außerdem ist in jeder Bügelecke in der Zugzone ein
Längsstab anzuordnen, um die Kraftübertragung der schrägen Druckstreben auf die Zugstreben sicherzu-
stellen.

Zu r vollständigen Aktivierung der Bügel, die die Zugpfosten des Fachwerksystems nach Bild 3-3 bilden,
müssen diese kraftschlüssig in der Betondruckzone verankert sein. Hierzu muss die Verankerung in der
Druckzone zwischen dem Schwerpunkt der Druckzonenfläche und dem Druckrand erfolgen. Werden Bügel
in der Betondruckzone des Querschnitts geschlossen (Bild 3-8 a)), ist ein Schloss mit den Verankerungs-
elementen nach Bild 3-9 a) oder b) ausreichend.

lo
Bild 3-6: Zulässiges Einschneiden der Querkraftdeckungslinie bei Tragwerken des üblichen Hochbaus lo H
D~··D
/1.2/
1"' ........
3.3.2 Zugkraftdeckung
Die entlang der Bauteilachse durch die Längsbewehrung abzudeckende Zugkraftlinie geht aus der
MEd/z-Linie durch Vergrößerung mit dem Versatzmaß a hervor. Die Zugkraft vergrößert sich im 1

verschmierten Fachwerk in jedem Schnitt um das Maß f...Ftd=f...MEd/z (vgl. Abschnitt 3.4.7). Die Zugkraftlinie
muss von der aufnehmbaren Zugkraft FRs der vorhandenen Bewehrung ohne Einschnitte abgedeckt werden. a) Schließen in der Druckzone b) Schließen in der Zugzone
Die Zugkraftlinie der vorhandenen Bewehrung wird als Zugkraftdeckungslinie bezeichnet (/1 .1/, 9.2.1 .3 ).
Bild 3-8 : a) Schließen von Bügeln in der Betondruckzone, b) Schließen von Bügeln in der Zugzone
Die Zugkraftdeckung ist grundsätzlich im Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZT) und im Grenzzustand der
Gebrauchstauglichkeit (GZG) nachzuweisen. Die Überprüfung im Gebrauchszustand wird aber nur dann Nach /1.1/, NCI zu 9.3.2 (1 ), ist bei Vollplatten mit aufgebogener Längsbewehrung eine Mindestdicke von
erforderlich , wenn im GZT eine nichtlineare Schnittgrößenermittlung zu erheblichen Verschiebungen der 160 mm und bei Platten mit einer Querkraftbewehrung aus Bügeln eine Mindestdicke von 200 mm einzuhal-
Momentennullpunkte im Vergleich zum GZG führt. Bei linear-elastischer Schnittgrößenermittlung darf der ten, um eine ausreichende Wirksamkeit der Querkraftbewehrung sicherzustellen .
Nachweis im GZG entfallen, wenn nicht mehr als 15% der Biegemomente umgelagert werden . Das
Versatzmaß auf der Zugseite darf nie kleiner als mit dem Wert Null angesetzt werden. Sollen Bügel in der Zugzone verankert und geschlossen werden, müssen diese durch einen Übergreifungs-
stoß mit der Länge /0 für die volle Zugkraft des Bügelquerschnittes gesch lossen werden, siehe Bild 3-8 b). ln
der Zugzone müssen die Verankerungselemente bei Einhaltung der Mindestbetondeckung möglichst nahe
am Zugrand angeordnet werden.

Als Verankerungselemente für Bügel können neben Haken und Winkelhaken auch angeschweißte Querstä-
be zur Anwendung kommen, siehe Bild 3-9 . Die Verankerungselemente c) und d) nach Bild 3-9 werden

D
vorwiegend bei im Querschnittsinneren angeordneten Bügelleitern verwendet. Dabei ist in der Regel für die
-· ·- · ·-· - -·-· ·-· ·- · -· - -·- · · -· ·-· - ·- ·-· · -· · - · - -! Verankerungselemente c) und d) eine seitliche Betondeckung von mindestens 3f/J oder 50 mm einzuhalten,
I um ein Ausbrechen der Querschnittsecken im Verankerungsbereich zu vermeiden /3.2/, siehe Bild 3-10.

100
®
Bügel

CD Obere Montagebewehrung ~~K~~20 ~ ~20mm


s; 50 mm

@ Biegezugbewehrung
c) JJ. > 0,7o
Bild 3-7: Querkraftbewehrung aus lotrechten Bügeln
Bild 3-9: Verankerung von Bügeln in der Druckzone /1.1 I

16 17
Tabelle 3-2: Größter Querabstand s1,max für Bügel , Querkraftzulagen und aufgebogene Bewahrung
nach /1 .1/

Festigkeitsklasse des Betons


Querkrafta usn utzu ng
:5: CS0/60 > CS0/60
VEd :5: 0,3 VRd,max h bzw. 800 mm h bzw. 600 mm

0,3 VRd,max < VEd :5: VRd,max h bzw. 600 mm h bzw. 400 mm
Bild 3-10: Auswirkung zu geringer Betondeckung bei der Verankerung gerader Stabenden mit
Verankerungselementen nach Bild 3-9 c) und d) VRd,max darf hier vereinfacht mit 8 =40° (cote = 1,2) ermittelt werden .

Bei Plattenbalkenquerschnitten dürfen die Bügel alternativ zu Bild 3-8 auch durch die obere Bewahrung der
Platte ~es.chlossen. werden , wenn der Bemessungswert der Querkraft VEd :5 2/3 · VRd,max ist (Bild 3-11 ). Der größte Querabstand von Bügeln , Querkraftzulagen und aufgebogenen Stäben darf bei Platten Smax = h
Alternativ 1st es be1 Plattenbalkenquerschnitten auch möglich, die "Haken" nach Bild 3-9 a) und b) nach nicht überschreiten.
außen abzubiegen , was den Einbau der Stegbewahrung erleichtert. ln diesem Fall werden die von den 3.4.2 Schrägaufbiegungen
Abbie~ungen ausgehenden und nach außen gerichteten Umlenkkräfte durch die untere Querbewahrung der
anschließenden Platten aufgenommen. Die Querbewahrung ist dazu in den Stegen ausreichend zu veran- Bei Schrägaufbiegungen wird ein Teil der Feldbewahrung zu r Querkraftdeckung (siehe Bild 3-12) aufgebo-
kern (Bild 3-11 ). Falls dies nicht möglich ist, sollte die Bewahrung durchgeführt oder mit einem Zulagestab gen. Diese Ausführung der Querkraftbewahrung wurde bei stabförmigen Biegeträgern bis in die 60er Jahre
kraftschlüssig gestoßen werden (Bild 3-15). des vergangenen Jahrhunderts regelmäßig genutzt; sie kommt heute bei Balken jedoch nur noch selten zur
Anwendung . Schrägaufbiegungen werden aktuell vorwiegend bei Fundamenten genutzt.

r• ~
.......,
~ r
[ • • •

D
I
, 0 0 0 0 ~ • • , I
,
,
,
,
,
,
~nach /1.7/
/ bd l l / bd

l
~
beff1 1b 1
w b.ff2 l
~
®
Bügel

• Q) obere Montagebewahrung
0 0

Bild 3-11: Schließen der Bügel bei Plattenbalkenquerschnitten

.u.m die Wi.rku~~ des Tragsystems nach Bild 3-3 sicherzustellen , sind die Abstände der Querkraftbewahrung @ durchgehende
mcht nur m Langs-, sondern auch in Querrichtung zu begrenzen. Gemäß EC2 /1 .1/ wird der maximale Biegezugbewahrung
Abstand St,max aufeinanderfolgender Bügel in Längsrichtung vom Wert VRd,max (Tragfähigkeit der
Betondruckstrebe) und der Betonfestigkeitsklasse abhängig gemacht (Tabelle 3-1 ).

Tabelle 3-1 : Größter Längsabstand s1,max für Bügel und Querkraftzulagen nach /1 .1I

Festigkeitsklasse des Beton s


@ aufgebogene Bewahrung
Querkraftausnutzung
:5: CS0/60 > CS0/60 Bild 3-12: Schrägaufbiegungen
VEd :5: 0,3 VRd,max 0,7h bzw. 300 mm 0,7h bzw. 200 mm Nach /1 .1/, Abschnitt 9.2. 1.3 (4 ), muss die Verankerungslänge der aufgebogenen Querkraftbewahrung in der
0,3 VRd,max < VEd :5: 0,6 VRd,max 0,5h bzw. 300 mm 0,5h bzw. 200 mm Zugzone mindestens 1,3·/bd und in der Druckzone mindestens 0,7·/bd betragen . Die Verankerungslänge wird
dabei vom Schnittpunkt der Achse des aufgebogenen Stabes mit der Längsbewahrung gemessen .
VEd > 0,6VRd,max 0,25h bzw. 200 mm
Schrägaufbiegungen verlaufen auf Höhe der Schwerachse ungefähr in Richtung der Hauptzugspannungen
VRd,max darf hier vereinfacht mit 8= 40° (cot e = 1,2) ermittelt werden.
und weisen damit rechnerisch eine hohe Wirksamkeit auf. Die Aufbiegungen müssen dem Verlauf der abzu-
deckenden Querkräfte längs der Balkenachse angepasst werden und sollten im Schwerpunkt des von ihnen
Für den größten Querabstand St,max der Bügel gelten die Regelungen in Tabelle 3-2. zu übertragenden Querkraftanteils angeordnet we rden. Im unteren Krümmungsbereich wird, ve rstärkt durch
die sich dort abstützende Druckdiagonale, eine seh r hohe Umlenkpressung erzeugt. Die daraus resultie ren-
den Querzugspannungen müssen wiederum durch geschlossene Bügel aufgenommen werden . Aus diesem
Grunde darf höchstens 50 % der abzudeckenden Querkraft durch Schrägaufbiegungen aufgenommen

18 19
werden (Ausnahme: Platten mit VEd :s; 113 · VRd ,max) . Trotzdem kann es unter ungünstigen Bedingungen , z. B. ausreichend in der Druck- und Zugzone zu verankern (siehe Bild 3-15 mit Verankerungselementen z. B.
bei schmalen Balkenstegen , zu Spaltrissen im Bereich der Krümmungen kommen 13 .31 (Bild 3-13). Eine nach Bild 3-9 b) bis d)).
derartige Spaltrissbildung schränkt die Wirksamkeit der Schrägaufbiegung ein. Außerdem erfordern diese
Aufbiegungen eine sehr große Biegegenauigkeit, was gerade bei dickeren Bewehrungsstäben zu Einbau-
schwierigkeiten führen kann. Aus diesen Gründen we rden derartige Bewehrungsformen in Balken nur noch
in Ausnahmefällen eingesetzt. - - - - ii •

1-rt-t-'Ht-+-- Spaltriss Ia _I

Aufbiegung
Bild 3-15 : Beispiele für Querkraftbewehrungen aus einer Ko mbination von Bügeln und Querkraftzu lagen

3.4.5 Doppelkopfanker als Querkraftbewehrung


Der Einsatz von Doppelkopfankern als Querkraftbewehrung ist auf Basis allgemeiner bauaufsichtlicher
Bild 3-13 : Mögliche Spaltrissbildung im Krümmungsbereich von Schrägaufbiegungen Zulassungen in Platten und Balken möglich . Aufgrund des im Vergleich zu Bügeln geringen Schlupfes ist
das aufwändige Umschließen der Längsbewehrung hierbei nicht erforderlich . Die obere und untere Lage der
Hinsichtlich des Längsabstandes bei aufgebogenen Stäben darf nach 11.1 I der Grenzwert Längsbewehrung kann ohne Behinderung durch Bügel verlegt werden . Hierdurch können die Verlegezeiten
deutlich reduziert werden .
sb,max = 0,5 . h. (1 + cot a) (3 .2)
Vorteile bietet diese Querkraftbewehrung auch bei Trägern mit I-Querschnitt und schmalen Stegen , bei
nicht übersch ritten werden , fü r den Querabstand gelten die Angaben in Tabelle 3-2 . denen die Doppelkopfanker als einreihige Querkraftbewehrung bis zu einem Durchmesser von 25 mm
ei ngesetzt werden dürfen. Auf eine zusätzliche Querkraftbewehrung darf hierbei verzichtet we rden , wenn
Bei Platten beträgt der größte zulässige Längs- und Querabstand von Schrägstäben Smax =h. keine Torsionsbeanspruchungen vorliegen . Eine zusätzliche Querkraftbeweh rung in Form von Bügeln ist nur
im Bereich des Zug- bzw. Druckgurts erforderlich.
3.4.3 Bügelmatten
Beispiele für den Einsatz von Doppelkopfankern als Querkraftbewehrung in Platten und Balken zeigt
Besonders bei kleinem Querkraftbewehrungsgrad und dünnen Stabdurchmessern können Mattenkörbe
Bild 3-16. lnfolge der guten Verankerung der Doppelkopfanker sind zulassungsabhängig abweichend von
wirtschaftlich eingesetzt werden . Sie werden dann meist aus R-Matten hergestellt. Zur besseren Anpassung
den Vorgaben in 11. 1I rechnerisch flachere Druckstrebenneigungen ansetzbar. Die erläuterten Grundlagen
an die Bewehrungserfordernisse, speziell bei in großer Stückzahl hergestellten Stahlbetonfertigteilen , kön-
zur Bestimmung des Versatzmaßes gelten jedoch auch fü r Bauteile mit Doppelkopfankern als Querkraftbe-
nen Mattenkörbe aber auch aus Listenmatten gebogen werden .
weh rung .
Durch die Verwendung von Bügelmatten reduziert sich der re lativ hohe Verlegeaufwand für die Bügel. Zur Beispiel1 : Beispiel 4:
Reduzierung des Transportvolumens werden Mattenkörbe meist als oben offene Bewehrungskörbe mit nach Platte Element-
außen gebogenen Endhaken ausgeführt. Diese Körbe werden vorzugsweise in Plattenbalkenquerschnitten
eingesetzt, da die Körbe so, analog Bild 3-11 , mit der Querbewehrung der Platte geschlossen werden
. • . . . . decke
' ' '' ''

~
können . Es ist zu beachten , dass der Biegerollenradius Dm;n ~ 4· (<?5 beträgt und keine Schweißpunkte im ...........
Eckbereich liegen dürfen. Beispiele für Bügelmatten sind in Bild 3-14 gegeben . I Wa ndauflager !'--- Wanda uflager

- 0
Beispiel S:
I - Träger

Beispiel 6:
Kompakt-
0
querschnitt
0
0
(Balken
bzw.
Beispiel3:
I I Plattenbalken
Bild 3-14: Beispiele für Bügelmatten
n- Platte n~ • •r=----1
3.4.4 Querkraftzulagen

Bei hoher Querkraftbeanspruchung kann es, um z. B. zu große Bügelquerschnitte zu vermeiden, erforderlich


we rden, Bügel mehrschnittig im Querschnitt anzuordnen. Die Innenbügel können nach den Regeln fü r
I!~ ~~
Außenbüge l ausgebildet werden (Umschließen der Biegezugbewehrung und Verankerung in der Druck- bzw.
Zugzone) . Wenn jedoch der Anteil der Innenbügel <50% des Gesamtbügelquerschnittes beträgt, ist es Bi ld 3-1 6: Beispiele fü r Doppelkopfanker als Querkraftbewehrung in Platten und Balken 13.41
ausreichend, diesen Anteil als Querkraftzulagen in Form von Körben, Leitern usw., welche die Längs-
bewehrung nicht umschließen , anzuordnen (siehe Bild 3-15). Diese Bewehrungse lemente sind jedoch

20 21
3.4.6 Staffelung der Längsbewehrung Durch die Wahl zusätzlicher Querkraftbewahrung kann die mögliche Druckstrebenneigung gesteigert wer-
den. Dies ermöglicht ein kleineres Versatzmaß und damit eine kleinere zu verankernde Zugkraft FEd· Tat-
Der Nachweis der erforderlichen Biegezugbewahrung von Stahlbetonbauteilen erfolgt in der Regel nur in sächlich beschreibt das am parallelgurtigen Fachwerk hergeleitete Versatzmaß den Lastabtrag am Auflager
den höchstbeanspruchten Querschnitten. Eine Staffelung der Bewahrung ist aber zulässig und es ist unter nur unzutreffend . Deshalb wird durch die Festlegung eines Mindestwertes FEd;;?: VEd/2 eine Beschränkung
Berücksichtigung der Zugkraftdeckung im Einzelfall zu prüfen, ob dies unter wirtschaftlichen Gesichtspunk- des größtmög lich ansetzbaren Druckstrebenneigungswinkels eA am Auflager auf ~ax eA=63,~ vorgenom-
0

ten sinnvoll ist. men (s. Bild 3-18). Bei Berechnung der Endzugkraft über das Versatzmaß entspncht d1es be1 senkrechten
Abweichend zu den Regelungen der DIN 1045-1 darf die Tragfähigkeit der Stäbe nach EC2 auch innerhalb
e
Bügeln einem Druckstrebenneigungswinkel von 45° (s. Bild 3-4).
ihrer Verankerungslänge berücksichtigt werden, indem dort ein linearer Kraftverlauf von der vollen Stabkraft
am Beginn der Verankerungslänge bis auf den Wert Null am Stabende angenommen wird. Diese Regelung
stellt stark erhöhte Anforderungen an die Verlegegenauigkeit der Längsbewahrung auf der Baustelle.

Wird bei Plattenbalken ein Teil der Biegezugbewahrung in die Platte ausgelagert, so muss das Versatzmaß
a1 der einzelnen Stäbe jeweils um ihren Abstand /::;.x vom Steganschnitt erhöht werden.

1 2 3 ... i
..... J
I
Bild 3-18: Stabwerkam Endauflager

Treten im GZT Längskräfte auf, so sind diese wie folgt zu berücksichtigen:

F. _ VEd · al _ N > VEd (3.8)


Ed- z Ed- 2
Bild 3-17: Plattenbalken mit ausgelagerter Biegezugbewahrung
(Druckkraft NEd > 0, Zugkraft NEd < 0)
3.4.7 Verankerung der Längsbewehrung am Endauflager
Bei großen Zugkräften ist zu beachten, dass dabei das Versatzmoment, das aus d~m _ Abs~and von Quer-
lnfolge des Versatzmaßes vergrößert sich die Stahlzugkraft in jedem Querschnitt außer den Querkraftnull- schnittsachse und Zugbewahrung entsteht, auf der unsicheren Seite liegend vernachlass1gt w1rd.
punkten zu :
3.5 Beispiel
(3 .3)
(1) Bemessungsgrundlagen
Die am Endauflager A (MEd =0) zu verankernde Zugkraft ergibt sich zu: Zugkraftdeckungslinie Zweifeldträger. Querkraftbewehrung : a) Bügel mit Querkraftzulagen , b) Verwendung
von aufgebogener Bewahrung
/::;.MEd
FEdA = - - (3.4)
' z Aufgabenstellung

.Oa die Querkraft VEd der Steigung der Momentenlinie entspricht, kann geschrieben werden: zu bemessen ist ein Stahlbetonplattenbalken, der als Zweifeldträger mit direkten Auflagern ausgebildet ist.

Für die Betondeckung maßgebende Expositionsklasse: XC4


(3.5)
Baustoffe:

und es ergibt sich schließlich : Beton C30/37

F. _ VEd · al Betonstabstahl B500B


Ed,A- z (3.6)
Vorwiegend ruhende Einwirkungen aus Linienlasten
Am Endauflager gilt im GZT für Bauteile ohne Längskraft deshalb nach /3.3/:
Auflager: Beton
F. = VEd · al > VEd (3.7)
Ed z - 2

Die Verankerung erfolgt ab der Auflagervorderkante. Die am Endauflager zu verankernde Zuggurtkraft FEd
infolge einer auflagernahen Einzellast wird in der Regel vereinfacht mit der gesamten Querkraft VEd im
Auflager ermittelt. Ein Ansatz des Bemessungswertes VEd im Abstand d vom Auflagerrand für die zu
verankernde Längskraft FEd ist unbegründet.

22 23
(2) Statisches System (3) Quersch nitt

System Betondeckunq wegen Expositionsklasse XC4 7::c:= 20


~

58
Cmin,dur =25 mm 45

=15 mm Lt--

Va riante ® Variante @ Gnom =Cmin,dur + LlCdev =40mm 30 l 40 30


100
Betondeckung zur Sicherstellung des Verbundes B1ld 3-21: QuerschmU
3D 7,75 7,75 3D Cmin,b ;::: Stabdurchmesser
8,15 8,15
Längsbewehrung 025 Cmin,b = 25 mm LlCdev = 1Ü mm Gnom= 35 mm
Bügel 010 Cmin,b = 10 mm LlCdev = 1Ü mm Gnom= 20 mm

Daraus ergibt sich das Verlegemaß der Bewehru ng :


Bügel 010 = 40 mm =Gnom
Längsbewehrung Cv,l Cv,Bü + ~ü 40 + 10= = =50 mm >Gnom

Abschätzen des Schwerpunkts der Bewehrungslage:


d1 =d 5+2 = 7 cm

I! II II II
"'
2

q, = 100 kN/m d "' h - d 1 65 - 7 = 58 cm


I I I I .I I I I I I "'

I I I I I I I I I II g, =9 •5 kN/m
Für den Schwerpunkt der Stahlbewehrung werden pauschal 2 cm von d abgezogen.

tx
Bild 3-19:
s.oo

Statisches System
t s.oo t
(4) Schnittgrößen
·13 02,40

Effektive Stützweite:

974,99

1500

Bild 3-22: Grundkombination- Umhüllende MEd EK 1-6

[kN]
814,10

800
600
I 563,50

Bild 3-20: Ermittlung a; nach EC2 /1.1/, Abschnitt 5.3.2.2 400

zoo
Die effektive Stützweite darf nach EC2 bestimmt werden zu
fett= fn + a1 +a2 ~ fett= 7,75 + 0,15 + 0,10 = 8,00 m
-200

mit fn = 7,75 m -400

-600 -563,50
1 {65cm
a1 = 2min 30cm -800
-814,10
-1000

1 . {65cm
8 2 = -mm Bild 3-23: Grundkombination - Umhüllende Querkraft VEd EK 1-6
2 20cm

24 25
(5) Biegebemessung Bemessung für das Stützmoment am Auflagerrand

Die Mindestbewehrung für ein duktiles Bauteilverhalten wird nicht maßgebend. Bei einer monolithischen Verbindung zwischen Balken und Auflager darf der Bemessungswert des Stütz-
moments am Auflagerrand ermittelt werden (5.3.2.2):
Bemessung für das maximale Feldmoment
d[cm] 58
= 1 049
d[cm] 58 MEd =1222kNm~kd = ~ [ ] [ ] ~1222 I 0,4 '
MEd = 975kNm ~ kd = = = 1857 MEds kNm Ibm
~MEds [kNm] I b811 [ m] .)975 I 1 ,
-+ Druckbewehrung (Beschränkung der Druckzonenhöhe auf ~ = 0,45

MEds [kNm] 975 2 _,. ks1 = 2' 670 k s2 = 11 03 ~ d2 I d = 0, 07 I 0, 58 = 0,12


~ ks = 2,549 ~ A81 = k8 • [ ] = 2,542 · - = 42,8cm -,- '
. d cm 58 ~ p1 = 1,02p2 = 1,06

~ = 0, 234 ~ x = 0, 234 · 0, 58 = 0,136 m < 0, 2m ~Nulllinie liegt in der Platte A- · k _MEds[kNm]=102 · 267·1222=57,4cm2
~ s1 - P1 s1 d [ cm] ' ' 58
gewählt: MEds [kNm] 1222 2
~ A - p .k . = 1 06 ·1,10 · - - = 24 ,6 cm
s2 - 2 s2 d [cm] , 58
Variante ®
gewählt:
Lage 1: 4028 (Pos . G)) + 2020 (Pos. ~) Lage 2: 6020 (Pos. ® )
Variante ®
7 As,vorh = 24 ,6 + 25,1 = 49,7 cm 2 > 42,8 cm 2 = As,ert

Variante ®
4020 (Pos. CD) + 4020 (Pos. @) + 6028 (Pos. ® )
2 2
Lage 1: 4028 (Pos. G)) + 2020 (Pos. @) 7 As,vorh = 62,1 cm > 57,4 cm = As1,ert

Variante ®
Lage 2: 2020 (Pos. ©) + 2020 (Pos. 9 ) + 2020 (Pos. ®)
2 2 4020 (Pos. CD) + 2025 (Pos. ® ) + 4020 (Pos. QJ>) + 2020 (Pos. @)
7 As,vorh = 24,6 + 25,1 = 49,7 cm > 42 ,8 cm = As,ert

Auflager A und C - Mindestmoment in Folge teilweiser Einspannung (9.2.1.2. NDP) 2020 (Pos. © ) + 2020 (Pos. 9 ) + 2020 (Pos. ®)
2 2
Bei Annahme einer gelenkigen Lagerung ist nach 9.2.1.2. bei monolithisch hergestellten Balken ein Min- 7 As,vorh = 60,1 cm > 57,4 cm = As1 ,ert
destmoment in Folge ungewollter Einspannung in Höhe des 0,25-fachen des benachbarten Feldmoments zu
berücksichtigen. (6) Querkraftbemessung
Mindestquerkraftbewehrung (9.2.2. NDP)
d[cm] 58
MEd =0,25 ·975=243,75 kNm~kd = = =2 35
~MEds [kNm] / b811 [m] ~243,7510 , 4 '
Pw,m1n. = 0 ' 16 · fctm I fyk = 0, 16 · 2, 9 I 500 = 0, 093%
2
.~ k s -- 2 , 442 ~ A -- 2 ,442 · 243,75 -10,3cm
- 2 Asw, m1n. ls=O ' 093 -40=3,7cm 1m
82
58
Querkraftbemessung am Endauflager
gewählt:
Bei gleichmäßig verteilter Belastung darf die Bemessungsq~erkraft im Abstand d vom Aufl~gerrand nachge-
Variante ® wiesen werden . Der Nachweis der Betondruckstrebe VRd,max 1st m1t der vollen Querkraft zu fuhren (6.2.1).
2 2
4020 (Pos. (])) 7 As,vorh = 12,6 cm > 10,3 cm = As.erf VEd,A= 563,50 kN
Variante ® VEd,red = 444,6 1 kN
Die Bewehrung ist mindestens über die 0,25-fache Länge des Endfeldes einzulegen . Berechnung des Druckstrebenneigungswinkels:

Mindestbewehrung am Endauflager (9.2.1 .3. NDP) und am Zwischenauflager (9.2.1.5) Der Hebelarm der inneren Kräfte darf vereinfacht zu z = 0,9d angenommen werden, jedoch nicht größer als
z = max {d- Cv,1 - 30 mm; d- 2cv,J}.
Es sind mindestens 25 % der Feldbewehrung zum End- und Zwischenauflager zu führen und hier zu veran-
kern. z = 0,9 · d = 0,9 · 58 = 52,2 cm
As,Endauflager = 0,25 . 42,8 = 10,7 cm 2 Annahme : Cv,l = Cv,Bü + </Jsü = 40 + 10 = 50 mm
2 2
4028 (Pos. G)) 7 As,vorh = 24,6 cm > 10,7 cm = As,ert z = max {d- cv. 30 mm ; d - 2cv, = max {58-5-3= 50; 58- 10 = 48} = 50 cm (maßgebend)
1
- }
1

27
26
VRd,cc = 0,24 · fc~ 3 -(1-1,2 · ~: J
bw · Z = 0,24 · 30 113 · 0,4 · 0,5 = 0,14 MN Berechnung des Druckstrebenneigungswinkels:

cote= 1,2+1,4 · acp / fcd = 1,2 = , ( ,oo) VRdcc = 0' 24 .(11


'
3
ck ·(1 -1,2. (}cp
f
cd
J·bw · Z = 0,24 · 30 113 · 0,4 · 0,5 = 0,149 MN
1 805 29
1-VRd,cc/VEd 1-149 kN/ 444,61 kN
1,2 + 1,4 · (}cp / fcd _ 1•2 = 1,523 (33,3°)
Erforderliche Querkraftbewehrung: cot B = 1 _ 1.1,Rd,cc Ed ;v. -
1 -149 kN/ 703,4 kN
4
A Is VEd
= ---'=--- 0,445 · 10 2/ Erforderliche Querkraftbewehrung:
sw,ert f . z . cot e ------=11,3cm m
yd 435 . 0, 5 . 1, 805
4
VEd _ 0, 703 · 10 =212cm 2 /m
Bemessungswert der maximalen Querkrafttragfähigkeit As,erf js = fyd . z .cotB - 435 · 0,5 ·1, 523 '

V. _ b W · Z· 01 75 · fCd 0 4 . 0 5 . 0 75 ·1 7 Bemessungswert der maximalen Querkrafttragfähigkeit


Rd,max - COt 8 + tan 8 ' ' ' =1,081MN > 0,564MN=VEdA
1, 805 + 1I 1, 805 '
5 0 5 17 -1170MN>0814MN=V.
\/, _ bw · Z·0,75·fcd = 0,4 · 0, . · ,7 · - , , Ed,B
1/,Ed ,re d/1/,Rd ,max =0,445/1 , 081=0,412~slmax
, =30cm Und Stmax
, =60cm Rd,max - cot + tan e e
1, 523 + 1 I 1, 523

gewählt:
vEd,red /V,Rd,max = 0 ' 703/1 ' 170 = 0, 601 ~ SI 'max = 30 cm und st,max = 60 cm
II

Variante ® (Bügel) Variante ® (Bügel und Schubzulagen)

010/12,5, zweischnittig (Pos.@) 2 0 10/12,5, zweischnittig (Pos.®)+ leiterartige Schubzulage 010/12,5, zweischnittig (Pos.®)
-7 As,vorh = 12,56 cm /m > 11,3 cm 2/m = As,ert
~ A s,vorh = 25 ' 12 cm /m > 21,2 cm /m = As,erf
2 2
Variante @ (Bügel und Aufbiegungen) ~

Variante @ (Bügel und Aufbiegungen)


Es dürfen maximal 50 % der Querkraftbewehrung mit Aufbiegungen abgedeckt werden (9.2.2 NDP).
Maximaler Abstand für die Aufbiegungen: Maximaler Abstand für die Aufbiegungen

sb,max = 0' 5 . h ·(1 + cota) = 0,5 · 0,65 · (1 + cot45°) = 0,65m


sb ,max = 0,5 · h ·(1 + cota) = 0,5 · 0,65 · (1 + cot45°) = 0,65m
Vier Aufbiegungen mit 2x 020 im Abstand von 50 cm
Zwei Aufbiegungen mit 2 x 020 im Abstand 0,65m:
As,vorh = (4 . 6 ' 28) 1 (0 ' 5 · 4) = 12,56 cm 2 /m
As,vorh = (2 · 6,28)/(0,65 · 2) = 9,67 cm 2 I m
Bügel 010/12,5 (Pos.®)
Bügel 010/25 (Pos.®)
2 ~
...,- A s,vorh =12 ' 56 cm 2fm (Bügel)+ 12,56 cm 2/m (Aufbiegungen) =25,12 cm 2/m > 21 ,2 cm 2/m =As,erf
"-7 As,vorh = 6,28 cm /m (Bügel)+ 9,67 cm 2/m (Aufbiegungen) = 15,95 cm 2/m > 11 ,3 cm 2/m = As,erf
Tragfähigkeit der Bügel und Aufbiegungen:
Tragfähigkeit der Bügel und Aufbiegungen:
11
v Rd,s -- a sw,Bu... tywd . z. cot e + a sw,s . f ywd . z · (cot e + cot a) · sin a
VRd,s = 6, 28 · 43,5 · 0, 50 · 1, 805 + 9, 67 · 43,5 · 0, 50· (1, 805 + cot( 45°)) · sin 45°
VRd,s = 12,56. 43,5. 0,5 ·1,523 + 12,56 · 43,5 · 0,5 · (1,523 + cot 45°) · sin 45o
VRd,s = 246, 54 + 417, 16 = 663, 71 kN > VEd,red = 445 kN
VRd,s = 416,05 + 487,36 = 903 kN > VEd,red = 703 kN
Querkraftbemessung am Zwischenauflager

Bei gleichmäßig verteilter Einwirkung und direkter Lagerung darf die Bemessungsquerkraft im Abstand d
vom Auflagerrand nachgewiesen werden. Der Nachweis der Betondruckstrebe VRct,max ist mit der vollen
Querkraft zu führen (6.2. 1).

VEd,B = 814,1 kN

VEd,red = 703,4 kN

28
29
(7) Konstruktive Durchbildung
020
Verankerung der Längsbewehrung am Endauflager (9.2.1.4)
Guter Verbund (untere Bewehrung)
Die zu verankernde Zugkraft darf ermittelt werden zu:
1b,rqd = (cjJ I 4 )( O"sct I fbct ) = (2, 0 I 4) · (435 I 3, 04) = 71, 5 cm

Mäßiger Verbund (obere Bewehrung)

mit VEd = 563,5 kN 1b,rqd = (cjJI 4) · (0's d lfbd) = (2,01 4) · (4351(3,04 · 0,7)) = 102,2cm

Versatzmaß 0 25
a 1 =zl2·(cote-cota) Mäßiger Verbund (obere Bewehrung)

z =50 cm (siehe Querkraftbemessung) lb,rqd =( f/J I 4) ·(0'3 dlfbd)=(2,514)-(4351(3,04-0,7))=127,8cm


cot e = 1, 805 (siehe Querkraftbemessung)
0 28
a1 = 50 I 2 · 1, 805 = 45 cm
Mäßiger Verbund (obere Bewehrung)
FEd = VEd · a, 1z = 563,5 · 45 I 50 = 507, 15kN > 563,5 I 2 = 281,75 = vEd 12
lb.rqct = (f/J I 4 )( O" sct I fbct) = (2,8 I 4) · (435 1(3, 04 · 0, 7)) = 143,1 cm
Hieraus folgt die am Endauflager erforderliche Bewehrung:
Anschluss der Platteng urte (EC2 6.2.4)
4 2
A, .•rt = ~d I ~d = 0, 507 · 10 I 435 = 11, 66 cm Da ein Teil der Gurtkräfte von den Plattenflanschen ausgelagert aufgenommen wird, müssen Gurt und
Flansche schubfest angeschlossen werden.
lb,rqd = (cjJI 4)(0'sd l~d) = (2,814). (43513,04)· (11,66124,6) = 47,48cm
Die zu übertragende Längskraft wird abschnittsweise ermittelt. Die m~ximale A~sc~nittsgröße L1x ist d!e
Das Stabende wird als Haken ausgebildet -7 a 1 = 0, 7 Hälfte des Abstands zwischen Momentennullpunkt und Momentenmax1mum. Be1 Emzellasten sollten d1e
gewäh lten Abschnitte nicht über die Querkraftsprünge hinausreichen.

Zur Ermittlung der Längskraftd iffe renz darf das Bemessungsmoment abschnittsweise linearisiert werden .
mit a 1 =0,7 Einflussfaktor "Stabform" Anschluss des Druckgurtes
a 2 = 1,0 Einflussfaktor "Betondeckung"
Die Längskraftdifferenz fl.Fct ergibt sich nänerungsweise zu:
a3 =1,0 Einflussfaktor "nicht an die Hauptbewehrung angeschweißte Querbeweh-
rung" fJ.M Ed ba
VEd =fl.Fd ~-- · -
Einflussfaktor "angeschweißte Querbewehrung" z beff
Einflussfaktor "Querdruck"
mit = Breite eines abliegenden Druckflansches
lbct = 0, 7 -1,0 -1,0 -1,0 · 2 I 3. 4 7, 48 = 22,16 cm
= mitwirkende Breite
_ {0,3 · 0,7 ·1,0 ·lb,rqd = 0,3 · 0,7 · 47,48 = 9,97 cm Momentennullpunkt x = 6,95 m
lb,min - max
6,7 · cjJ = 6,7 · 2,8 = 18,76 cm
Momentenmaximum x = 3,48 m
lbd = 22,16 cm > lb,min = 18,76 cm
734 0 3
L1x1 Om-1,74m fl.Fd = . • = 440,4 kN maßgebend
Verankerungslänge, gemessen ab Auflagervorderkante 0,5 1

lbd = 22,16 cm < lb,vorh = 30- 4 = 26 cm


1 ,74 m - 3,48 m fl.F = 975-734 . 0,3 = 144,6 kN
d 0,5 1
Verankerung der Längsbewehrung im Feld (8.4.4)

Die Feldbewehrung wird mit geraden Stabenden verankert. = 975- 724 . 0,3 = 150,6 kN
3,48 m - 5,22 m 11 F
d 0,5 1
Die Verankerungslängen werden mit voller Stahlspannung ermittelt.

5,22 m - 6,95 m fl.Fd = 724 . 0,3 = 434,4 kN


0,5 1

30 31
Nachweis:
Zugkraftdeckungslinie Variante ®:
cotB = 1,2 (vereinfacht)

bw =ht = 0,2 m
II. = 0, 75 . fcd . h1 . tv< = 0, 75 · 17 · 0, 2 · 1, 74 = 2 182 MN > O 440 MN = II.
Rdmax tanB+cotB 1,2+111,2 ' ' Ed ([)4020

0,440
- - - - - = 4 8 cm 21 m
435 ·1, 74 ·1,2 '
®4020
8,80
gewählt: Feldbereich Bügel 012130 (Pos.®) As,vorh = 7,5 cm 21m > As,ert =4,8 cm 21m
Anschluss des Zuggurtes - Stützbereich @6028
lbd 3,20

FRd=2697kN I
Fsd=2499kN
mit = Fläche der in einem Flansch ausgelagerten Bewehrung
As = Gesamtfläche der Zugbewehrung

Ausgelagerte Bewehrung:

Bewehrung in einem Flansch 3028 und 1020 Asa = 21,6 cm 2

Gesamtbewehrung As = 62,1 cm 2

Momentennullpunkt x = 6,0m

Momentenmaximum x =8,0m
6,0 m -7,0 m

1222 570 21 6
7,0 m -8,0m f...F "" - · • = 453 6 kN maßgebend
d 0 50 621 ' Zugkraftlinie
' '
Nachweis: Zugkraftdeckungslinie

cotB = 1,0 (vereinfacht)

bw =ht =0,2 m
II. = 0, 75 · fcd · h1 · f...x = 0, 75.17 · 0,2 ·1,0 = 1 275 MN > O 454 MN = II.
Rd ,max tan B + cotB 1, 0 + 1I 1, 0 ' ' Ed

0 454
· = 10,4cm 2 I m
435 ·1,0 ·1,0

C2l + Ql 8020
gewählt: Stützbereich Bügel 012120 (Pos. ®) As.vorh = 11 ,3 cm 21m > As.ert =10,4 cm 21m 11,22

Versatzmaß für die ausgelagerte Bewehrunq


<1) 4028
Bei der in den Gurtbereich ausgelagerten Bewehrung ist das aus dem Fachwerkmodell (Schubanschluss)
resultierende Versatzmaß zu berücksichtigen. Es wurde vereinfacht mit cot B = 1,0 also einem B von 45°
gerechnet. Hieraus folgt, dass die Bewehrung um den Abstand zum Steg zu verlängern ist (zusätzlich zum Bild 3-24: Zugkraftdeckungslinie Variante ®
Versatzmaß a 1). ··

32 33
Zugkraftdeckungslinie Variante @:
I
Querkraftdeckungslinie Variante ®:
I
I
I
CD 4020

@2025
8,64

Q)4020
3,80

8,0

Bewehrungsskizze Variante @:

Hll'll'll'l'l'l'l'l'l'l'

/01o112.s I 010/30 I 01011s I 2x 010112,s I

~'--------'@~20:7'--20
8,62
_ _/ J
Schnitt A-A: Schnitt 8-B:
~ g2020
10,98
/]
92 _) 'J12/30 92 /~ 12/20
I 12 12
I ""'"'~-----------------@~2~02~0____________________
.ki
I 13,60

I~
ü
010
{)2020
~------------------~~1~4~. 56~------------------ 57 7
1
- @
I 32
1 4028

Bild 3-25: Zugkraftdeckungslinie Variante @


Bild 3-26: Querkraftdeckungslinie und Bewehrungsskizze Variante ®

34
35
Querkraftdeckungslinie Variante ®: 4 Balken mit Öffnungen
4.1 Allgemeines
I
Stegöffnungen in Balken werden in der Regel für die technische Gebäudeausstattung benötigt. Sie
I beeinflussen das Tragverhalten eines Balkens in erster Linie in Abhängigkeit der Öffnungsgröße und -Iage
I sowie des Momenten-Querkraft-Verhältnisses. Eine Kombination aus Querkraft und Moment stellt den in der
IVRd s=903kN Praxis üblichen Fall dar. Normalkräfte treten vorwiegend bei vorgespannten Bauteilen auf. Das lokale
Tragverhalten an der Öffnung ist bei der Bemessung und der konstruktiven Durchbildung gesondert zu
betrachten. ln EC2 /1.1/ und dem Nationalen Anhang sind keine Bemessungsansätze oder konstruktive
VRd,s=664kN
Regeln speziell für Träger mit Öffnungen enthalten. Grundsätzlich kann allerdings die Bemessung von
VRd s=504kN VEd=564kN
Diskontinuitätsbereichen mit Stabwerkmodellen gemäß Abschnitt 6.5 des EC2 erfolgen . Drei grundlegende
VEd,red=445kN
Tragmodelle für Balken mit Stegöffnungen werden in /1.10/, /4.1 I und /4.2/ erläutert. Empfehlungen für die
Anordnung von kleinen Öffnungen abhängig vom Tragsystem und ein Bemessungsbeispiel für eine große
Aussparung befinden sich in /4.2/. ln /4.3/ wird die Modeliierung des Stabwerksystems bei kleinen Öffnungen
gezeigt. Weitere Untersuchungen, insbesondere zu großen Öffnungen mit verschiedenen Momenten-
Querkraft-Verhältnissen, sind in /4.4/ und /4.5/ beschrieben.

8,0 4.2 Tragverhalten


Es wird grundsätzlich zwischen kleinen und großen Stegöffnungen unterschieden (Bild 4-1 ). Wenn kein
durchgehendes Fachwerkmodell wie in Bild 4-1 d) mit dem Abstand z zwischen Druck- und Zuggurt möglich
ist, sondern im Bereich der Öffnung Teilsysteme mit reduziertem inneren Hebelarm wie in den Bildern 4-1 c)
Bewehrungsskizze Variante@: und e) erforderlich sind , liegt eine große Öffnung vor. Dann geht das Balkentragverhalten in ein Rahmen-
oder Vierendeei-Tragverhalten über. Aus der Rahmentragwirkung entstehen in den Gurten lokale Biege-
p.- O+- momente, die sich mit den globalen Momenten des Balkens überlagern. Die lokale Biegebeanspruchung der
Gurte vergrößert sich mit abnehmendem inneren Hebelarm zoG bzw. ZuG oder zunehmender Öffnungslänge
(Schlankheit der Gurte). Während bei einem gedrungenen Druckgurt das lokale Biegemoment in der Regel

l*-
1'-1'- IN!t ~'J II I I I I vv {[I I durch die globale Biegedruckkraft überdrückt wird , können bei einem schlanken Druckgurt Biegezugkräfte
und entsprechende Biegerisse sogar an der Trägeroberseite entstehen (Bild 4-1 a)). Auf der gegenüber-
O+- '---
liegenden Seite der Öffnung könne11 sie aufgrund der entgegengesetzten lokalen Biegebeanspruchung an
der Unterseite auftreten.

010/12,5 010/30 010/25

a) Rissbild bei einer großen Öffnung b) Rissbild bei kleinen Öffnungen


Schnitt C-C: Schnitt D-0:

gl 12/30
92
92 /

[1 [1
10 10

57

32
57
4
·j- -- -y-- _ ] - - - - - - - - - - ij- Fcd
--.....,...-- _,j ...,_·
0

32
l
'----o-
: r I : l
....o----' .....
I -- ---------- --- IF
· · cd ,u
Bild 3-27: Querkraftdeckungslinie und Bewehrungsskizze Variante @
f) Stabwerkmodell bei Normalkräften

Bild 4-1: Rissbilder und Stabwerkmodelle

36 37
N.eben der Geometrie sind die Höhe der Beanspruchung und das Verhältnis zwischen Querkraft und
ln Bild 4-3 b) ist ein Stabwerkmodell nach /4.2/ für große Öffnungen dargestellt. Im Beispiel er~ibt ~ich
B1~gemom~nt .bzw .. z~ischen Querkraft und Gurtkräften infolge Biegebeanspruchung entscheidend. aufgrund der großen Öffnungslänge eine starke Biegezugbewehrung des Ob~rgurte~ m1t emer
'0'ah~end d1e B1e~enssb1ldung im Druckgurt infolge einer Biegedruckkraft erheblich vermindert wird, stellen entsprechenden lotrechten Querzugkraft, die aus der Verankerung der Zu~kra~ herr~h~. D1e nach /4.2/
Sich. 1m Zuggu.rt ln .der Reg~.' Trennrisse nach Bild 4-1 a) ein, wodurch die lokale Biegesteifigkeit deutlich ermittelte lotrechte Bewehrung aus Aufhänge- und Querzugbewehrung entspncht 1m Be1sp1el der 2, 1-fachen
abn1mmt. Da s.1ch d1e Querkra~e aufgrund der Verträglichkeitsbedingung steifigkeitsabhängig auf Druck- und Querkraft, was allerdings teilweise auf die gewählte Druckstrebenneigung für die Ausbreitung der
Zuggurt aufteilen, werden d1e Querkräfte vorwiegend über den Druckgurt abgetragen. Bei kleinen Verankerungskräfte zurückzuführen ist. Durch eine Verlängerung der Bi~gezugbewehrung könnte die
Zuggurtquer~chn1tten ohn.e nennenswerte Eigenbiegesteifigkeit übernimmt
der Druckgurt die gesamte
erforderliche Aufhängebewehrung vermindert werden. Unmittelbar hinter der Offnung besitzt das vorgeschla-
Querkraft ~B1Id 4-1 e)) ... Be1 Bauteilen mit einem vorgespannten Zuggurt kann
sich dieser Effekt umkehren.
gene Stabwerkmodell keinen Zugpfosten, allerdings ist am ersten Zugpfosten des anschließenden
Zudem w1rd durch Offnungen der Verlauf von Spaltzugkräften beeinflusst. Bei einer zentrischen Balkenfachwerks die 1,5-fache Querkraft abzudecken . Dies wird wiederum durch die dort gewählten
Normalkraftbeanspruch~ng ent~tehe~ ~usätzliche Umlenkkräfte nach Bild 4-1 f) . Befindet sich die Druckstrebenwinkel beeinflusst. Ein teilweises Überdrücken des Obergurtes wird hier vorausgesetzt.
N.ormalkraft am Bautellrand w1e be.1 emer Vorspannung , ist das Modell entsprechend anzupassen.
Biegemomente werden nah~~u unbeeinflusst übe~ragen, wenn das Zugband und die Druckzone vollständig Hinweis: Bei Anforderungen an den konstruktiven Brandschutz ist Eurocode 2 Teil 1-2, Abschnitt 5.6.1 ,

I}
o?er- und unterhalb der Offnung erhalten ble1ben. Wird die Druckzone jedoch durch die Öffnung Absatz (7) hinsichtlich der Mindestabmessungen der Zugzone zu beachten.
emgeschnürt, entstehen zusätzliche Umlenkkräfte /1.10/.

B.ewehrun~sführung
Die prinzipie.lle .ist in Bild 4-2 dargestellt. Beim Bauteil in Bild 4-2 a), das nicht
vorgespa~nt ISt, .Wird der großere Anteil der Q.uerkraft ü~er den Obergurt abgetragen . Bei großen Öffnungen ! !!~Fcd
w~rden d1~ vert1~alen Zugpfosten vor und hmter ~er Offnung in der Regel durch mehrere geschlossene
Buge! g~b1ldet. D1e Gurte ober- und unterhalb der Offnung sind nach den Bemessungs- und Konstruktions-
~~-------f---~ ~"N'" :oz
· . VEd,u u
regeln f~r Querkraft enger ve~bügelt als der ungestörte Bereich des Balkens (Kapitel 3 dieses Heftes). Die ~ ~~ ..... Fsd
lokale B.1egebeanspruchung Wird von horizontalen Zulagen an den Öffnungsrändern sowie an der Ober- und .f-J.I2 -1 1-
L ____ f.------IL
Unterse1te des Tr~gers bzw. der Hauptbiegezugbewehrung aufgenommen. Trotz wechselseitiger Biege- a) Teilschnittgrößen nach Leonhardt /4.1/ b) Stabwerkmodell nach Schiaich und Schäfer /4 .2/, Beispiel
beanspruchung {linker u~d r~chter Gurtans~hnitt) werden di~.se Zulagen in der Regel symmetrisch
a~geordnet, um Fehler be1m E1nbau zu vermelden. Bei kleinen Offnungen reicht oft das Auswechseln der
Bug~lbewe~.rung nach Bild 4-2 b) aus. Grundsätzlich muss sich allerdings noch ein vollständiges Fachwerk
a~sb1lde~ ko~nen /4.3/. ~erden die Bügelabstände zu groß, sind schräge Zulagen oder Bügel zu ergänzen.
D1e Schragstabe beschranken zudem sehr wirksam die Risse, die von den Öffnungsrändern ausgehen. h
L Aufhängebewehrung OptionalI
Querkraftbewehrung
I
L 111111111111 I I

/; r l
I
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I I
_// I I I I I I I I I I I II I 'G--1+-
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Sie g ezu g bewehru ng
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I
ZEd,N
I
I
_.G-,+-
I
. \1,
·
.I //
//1
I
I J
ZEd ,V+IIM,u
_.
.- _. "
~
\1,
Ed ,u

Bregezugbewehrung . . Ed, l /
.... ......-"

a) große Öffnungen
b) kleine Öffnungen (vgl. Bild 4-1 b) und d))
hu ~-
.".,."

-! .... ......
/

----~.,1(
.. /1v /1v /-;'

......
I

Bild 4-2: Prinzipielle Bewehrungsführung bei Stegöffnungen J-- fa --i


c) Stabwerkmodell für Momente, Normalkräfte und Querkräfte nach Eligehausen und Gerster /1.10/
4.3 Bemessung
Bild 4-3: Bemessungsmodelle für Träger mit großen Öffnungen
Die grundlegenden ~e~ess.ungsmodelle von Leonhardt /4.1 /, Schiaich und Schäfer /4.2/ sowie Eligehausen ln /1 .10/ werden Stabwerkmodelle getrennt für Momente, Normalkräfte und Querkräfte nach Bild 4-3 c)
u~d .Ger~ter /1.10/ Sl.nd 1n B1ld 4-3 dargestellt. Die wesentlichen Unterschiede der Modelle und insbesondere vorgeschlagen und die Bewehrungsmengen durch Superposition bestimmt. Eine Querzugkraft infolge
d1e .~ewe1ls erford~rl1che Aufhängebewehrung werden in /1.10/ anhand eines Beispiels mit langer Recht- Biegung nach Gleichung (4.3) ergibt sich lediglich, wenn die Druckzone nach Biegetheorie größer ist als die
eckoffnung gegenubergestell\ ln /4.1/ wird vorgeschla~en, 80-90% der Querkraft dem Druckgurt zuzuwei- Druckgurthöhe h 0 . Die Lage der Biegedruckkraft wird dabei vereinfacht bei 0,4·x bzw. 0,4 ·ho angen~.mmen.
sen und entspreche~d 10-20 .~ dem Zuggurt. Vor der Offnung soll eine Aufhängebewehrung für etwa 80 % Wirken Normalkräfte über den Gesamtquerschnitt verteilt, sind die Anteile im Bereich der Offnung
der Qu~rkraft und hm.ter de.r Offnu~g ~in bi.s drei Bügel angeordnet werden. Bei großen Öffnungen soll zur umzulenken. Unter Annahme der Umlenkwinkel von 30° (sin 30° = 0,5) folgt die Umlenkkraft nach Glei-
Beschrank~ng .der R1ssbre1te zusatzlieh eme Schrägbewehrung an den Ecken vorgesehen werden. Die chung (4.4). Die Modelle zur Übertragung der Querkraft sind getrennt für den Ober- und Untergurt entwickelt
Querzugkraft~ m:olge Verankerung der Biegezugbewehrung an den Öffnungsrändern werden konstruktiv und können kombiniert werden. Die lotrechten Aufhänge- und Querzugkräfte infolge Querkraft und dem
abged.eckt. Fu~ d1e Bemessung der Gurtquerschnitte wird angenommen , dass die lokalen Biegemomente in zugehörigen Differenzmoment können näherungsweise nach den Gleichungen (4.5) und (4.6) bestimmt
d.er M~tte. der. ?ffnung zu Null wer~en . Durch Freischneiden in der Öffnungsmitte nach Bild 4-3 a) ergeben werden . Eine Vergleichsrechnung in /1.10/ zum Beispiel aus /4.2/ ergab die 2,0-fache Aufhängebewehrung
s1ch d1~. Je"':'elhgen l~kalen Anschn1ttsmome~te ~ach den Gleichungen (4.1) und (4.2). zur Bemessung der vor und die 0,5-fache hinter der Öffnung.
~urte fur B1egung m1t Normalkraft werden d1e Biegedruckkraft Fcd und die Biegezugkraft F sd vereinfachend
1m Schwerpunkt der Gurte angenommen. Dadurch verringert sich nach /4.1/ der innere Hebelarm z.

Obergurt: MEd,o = VEd ,o ~ (4 .1)

Untergurt: MEd ,u-V. Ia


- Ed,u 2 (4.2)

38
39
lnfolge Moment: ZEd,M = 0,4 · Fcd Tx-h (4.3)

lnfolge Normalkraft: ZEd,N =0,25 . NEd ; (4.4)

lnfolge Querkraft im Obergurt ZEd V+t.M 0 ""VEd 0 . (1 + 0,1 · +


' ' '
~
d 3 ·h0
_la_J (4.5) a) O'c für reine Biegung b) O'c für Biegung und Querkraft c) Efür Biegung und Querkraft

Bild 4-4: Spannungsverlauf infolge des globalen und lokalen Moments sowie vereinfachte Annahme der
lnfolge Querkraft im Untergurt ZEd V+ t.Mu ""VEd u · (1 + 0,1·
' ' '
+~ _la_J
d 3 · hu
(4.6) Dehnungen für die Bemessung der Druckgurtanschnitte

Um die Querkräfte auf die Teilquerschnitte aufzuteilen, lassen sich nach Eligehausen die effektiven Im Zuggurt wirkt in der Regel eine große Zugkraft mit geringer Ausmitte, sodass hier die Bemessung mit
Gurtsteifigkeiten unter Berücksichtigung der Rissbildung in Abhängigkeit der Normalkraft nach einem Hilfe von Hebelgesetzen erfolgen kann. Das lokale Moment erzeugt dann die gleiche Biegezugbewehrung
Verfahren aus Heft 240 /4.6/ ermitteln. ln Tabelle 4-1 sind die Beiwerte afür die Gurte eines Plattenbalkens an Ober- und Unterseite des Zuggurtes. Die Gesamtbewehrung ergibt sich als Summe aus der
zusammengefasst. Hierbei wird angenommen, dass zugbeanspruchte Querschnitte mit hohem Hauptbewehrung und der Bewehrung aus der lokalen Momentenbeanspruchung. Die Bemessung wird an
Bewehrungsgrad entsprechend hoch beansprucht sind und bereits unter Gebrauchslasten in den Zustand 11 den Beispielen in Kapitel 4.4 gezeigt.
übergehen. Drucknormalkräfte hingegen wirken einer Rissbildung und Steifigkeitsverlusten entgegen. Die
Gurtnormalkräfte nach Gleichungen (4.7) und (4.8) werden daher zur Ermittlung der Abminderungsfaktoren 4.4 Beispiele mit konstruktiver Durchbildung
a nach Tabelle 4-1 verwendet, die dann in die Gleichungen (4.9) und (4.1 0) eingesetzt werden. Bei nahezu
4.4.1 Allgemeines
zen_t~isch_em_ Zug werden beide Bewehrungslagen eines Tei lquerschnitts in die Berechnung der effektiven
Ste1f1gke1t einbezogen . Abweichend von /4.1/ wird die Lage der Biegezugkraft nicht im Schwerpunkt des Die konstruktive Durchbildung wird an zwei Beispielen mit großen Öffnungen erläutert, deren Momenten-
Zuggurtes sondern im Schwerpunkt der Biegezugbewehrung nach Biegetheorie des Balkens ohne Öffnung Querkraft-Verhältnis bei gleichem Querschnitt des Balkens variiert wird. Als Beispiel dient ein 75 cm hoher
angenommen, was zu größeren Werten z und Zu in den Gleichungen (4.7) und (4.8) führt. und 40 cm breiter Plattenbalkenquerschnitt mit einer 20 cm dicken Platte aus Ortbeton. Die mitwirkende
Plattenbreite des Trägers mit 8 m Spannweite beträgt im ersten Beispiel 3,60 m. Im Bereich der Öffnung wird
Druckkraft im Obergurt: allerdings zur Bestimmung der Gurtsteifigkeiten eine Breite beff :5 2 ·0,2·/a + bw = 72 cm angenommen. Da die
(4.7)
Öffnung mit der Unterkante Decke abschließt (Bild 4-6), wird der Obergurt als Rechteckquerschnitt mit der
Breite b =72 cm bemessen. Im zweiten Beispiel wird ein Durchlaufsystem gewählt und die Öffnung befindet
Zugkraft im Untergurt: (4.8) sich im Bereich des Stützmomentes . Die obere Querbewehrung der Platte wird mit q)12/10 angenommen, die
untere mit q)12/15. Die Linienlasten oberhalb der Öffnung bewirken ebenfalls lokale Biegemomente, die hier
Querkraftanteil im Obergurt: (4.9) allerdings nicht nennenswert sind (As 1 == 0,7 cm 2 ) und konstruktiv abgedeckt werden . Die verwendeten
Bezeichnungen und Geometrien sind in allgemeingültiger Form für Plattenbalken in Bild 4-5 dargestellt.
Querkraftanteil im Untergurt: (4.10) b

Tabelle 4-1: Beiwerte zur Bestimmung der effektiven Gurtsteifigkeiten in Abhängigkeit der bezogenen
Normalkraft v und des Bewehrungsgrades PI nach Heft 240 /4.6/

11(
b .,.
N Ed,o Bezogene a, = Elett [-] d

n~-~rdo
V
0
= Normalkraft
Bewehrungs- I EJ ,
[b·hf +bw · (da -hf)] · fcd grad PI[%]
h s1,o~ V[-] i = 0, u
h a NEd,u
V =
h s2,u - r d
A u du . bw . fcd v< -0,15 alle PI 1,0
u As1,u~ u
~w jvj ~ 0,15
PI :5 0,6 1,0

= As1 ,o . _ ~. _ As2,o . _ As2,u PI> 0,6 0,65 Bild 4-5: Bezeichnungen und Geometrien
P11,o d ·b' P11,u- d ·b • P12,o -~, P12,u -~
0 uw ow uw V> 0,15 alle PI 0,2 + 6(PI1 + Pl2) 4.4.2 Beispiel 1: Große Öffnung im positiven Momentenbereich

Unabhängig von der vereinfachten Annahme des inneren Hebelarms und der Lage der Biegedruck- und (1) Bemessungsgrundlagen
zugkr~fte ~rzeu~en diese ~ormalk~äfte bei der Bemessung der Teilquerschnitte kein lokales Moment infolge Baustoffe: C30/37, B500A
A~sm1tte 1m Te1_lquerschn1tt, da d1ese Kräfte mit dem globalen Moment bereits im Gleichgewicht stehen
Expositionsklasse: XC1, Gnom= 2,0 cm
(B1Id 4-4 a)). Be1 der Bemessung des Druckgurtes für Biegung mit Normalkraft darf Fcd daher im Schwer-
g = 40 kN/m, q = 20 kN/m
~unkt des Teilquerschnitts angenommen werden . Dadurch wird die Verteilung der Betondruckspannungen
~nfol~e des globalen Moments nach Bild 4-4 b) vernachlässigt und als gleichmäßig verteilt angenommen wie V9 k(2,0 m) =80 kN, Vqk(2,0 m) = 40 kN
1~ B1ld ~-4 c)._ ~ird die für das lokale Moment ermittelte Biegezugbewehrung symmetrisch angeordnet, dient M9 k(2,0 m) = 240 kNm, Mqk(2,0 m) = 120 kNm
s1e gle1chze1t1g als Druckbewehrung für das lokale Moment und die vereinfachte Annahme der Die Bauteilabmessungen sind in Bild 4-6 und die konstruktive Durchbildung in den Bildern 4-7 und 4-8
Spannungsverteilung führt zu keiner bemessungsrelevanten Erhöhung der Betonrandspannungen a; im
dargestellt.
Bereich der Gurtanschnitte. c
Die mitwirkende Plattenbreite des Trägersbett beträgt 3,60 m.

40 41
ri>A A-A Biegung mit Normalkraft im Obergurt (linker Anschnitt, obere Bewehrung):
I :
I
0,72
.
I
I Die Bemessung ergibt ebenfalls keine erforderliche Bewehrung .
0,20

0,15 ,
l_ 0,80

I
I
I

I
I
I
I
I

i0,15
I
I
0,75 i
I

I
Querkraft im Obergurt:
gewählt: ~ konstruktiv

113
VRd,cc = G·0,48·fck 113 ·(1 - 1 ,2· lJcplfcd)·b·ZoG,Ii = 0,5 ·0,48 ·30 ·(1 - 1 ,2·5,0117)·0 ,72·0, 16 = 55,6 kN
0,40 I i0,40 cote = (1 ,2 + 1 ,4·5,0117)1( 1 - 55 ,617 4,5) = 6,35 <=> cote = 3,0; a = 90°
I I
2 2
I I
Bsw,erf = 74,51(43,5·0, 14·3,0) = 4,1 Cm 1m:::; Bsw,min = 6,7 Cm lm
__I Y>A ' 2,00
-. VRd ,max = ac·fcd·b·ZoG,I;I(cote+ tane) = 0,75 ·17·0,72·0,161(3,0 + 113,0)·10 = 441 kN
3

L/2 4,00 0,40


VEdiVRd,max = 0,17 q Smax,längs = 14 cm; Smax,quer = 20 cm
2
Bild 4-6: Bauteilabmessungen [m] gewählt: @112,5 vierschnittig (16, 1 cm lm)

(2) Querschnittswerte Zugkraft mit geringer Ausmitte im Untergurt (rechter Anschnitt, untere Bewehrung):

d = h- Gnom - ~ü - r/Js.uf2 = 75- 2 - 0,8 - 2,512 = 71 ,0 cm Zs1 ,u + Zsz,u =ZuG= du1 + duz- hu = 35,8 + 36,6- 40 = 32,4 Cm
2
do1 = ho- Gnom- ~ü- r/Js,ol2 = 20-2-0,8- 1,212 = 16,6 cm As1 ,u,erf = (MEd,ufzuG + NEd,u)lfyd = (37,410,324 + 720)143,5 = 19,2 cm
2
gewählt: 4 Q25 (19,6 cm )
doz = ho- Gnom- tftluerbewehrung- </Js,ol2 = 20- 2 - 1 ,2 - 1 ,212 = 16,2 cm
du1 = hu- Gnom- ~ü- r/Js,u112 = 40- 2- 1 - 2,512 = 35,8 cm Zugkraft mit geringer Ausmitte im Untergurt (linker Anschnitt, obere Bewehrung):
2
duz= hu- Gnom- ~ü- r/Js,uzl2 = 40-2- 0,8- 1,212 = 36,6 cm Asz,u,erf = (MEd,ufzuG)Ifyd = (37,410,324)143,5 = 2,7 cm
werden~
2
Ao = b·ho = 72·20 = 1440 cm 2 Aufgrund des hier nicht aufgeführten Nachweises der Rissbreitenbegrenzung (4,5 cm )

Au= hu·bw = 40-40 = 1600 cm 2 vorgesehen und beidseitig verankert.


So= hol2 = 20,0 cm I 2 = 10,0 cm Querkraft im Untergurt:
Su = ho + ha + huf2 = 20 + 15 + 4012 = 55,0 cm cote = 1,0 (Zug); a = 90°
4 2 2
fo = b·ho 3112 = 72·20 3112 = 48000 cm Bsw,erf = 93,51(43,5·0,324·1 ,0) = 6 ,6 cm lm;::: Bsw,min = 3,7 Cm lm
4 3
Iu = bw·hu 3112 = 40-40 3112 = 213333 cm VRd,max = ac·fcd·bw·ZuG,I;I(cote+ tane) = 0,75·17·0,40·0,3241(1,0 + 111,0) ·10 = 825 kN
(3) Schnittgrößen in den Teilquerschnitten VEdiVRd,max = 0,11 c>S;,max = 28 cm; St,max = 40 cm
2
gewählt: @125 vierschnittig (8,0 cm lm)
Jl.Eds = MEdsl(ber(d2·fcd) = (1 ,35·0,24 + 1 ,5·0, 12)1(3,60·0,712-17) = 0,016 q X= 2,7 cm, z = 70,0
(5 ) Aufhängebewehrung rechts
q Druckzone liegt vollständig in der Platte q keine Umlenkkräfte infolge MEd
ZEd,N = 0,25·NEd ·halh = 0 kN
Lokale Normalkräfte:
ZEd,M = 0 kN
NEd,o = NEd-zN.ufz- MEdlz = 0-50410,70 = -720 kN ZEd,V+t.M,o = VEd,o·(1 + 0, 1-fafd + 0,33·fa/h 0 = 74,5·(1 + 0, 1·80171 ,0 + 0,33 ·80120) = 181 kN
NEd,u = NEd -zN,oiZ + MEdlz = 0 + 50410,70 = 720 kN 2
Asv,re,erf = ZEd,V+t.M,olfyd = 181143,5 = 4,2 cm 2
Bezogene Normalkräfte: gewählt: 2Bür/J1 0 vierschnittig (6 ,3 cm )

Vo = NEd,ol(b·do1·fcd) = -0,7201(0,72 ·0,166·17) = -0,35 (6) Aufhängebewehrung links


Vu = NEd,J(bw·du1·fcd) = 0,7201(0,40·0,358·17) = 0,30 ZEd,V+t.M,u = VEd,u·(1 + 0, 1-fafd + 0,33·/alhu = 93,5 ·(1 + 0, 1·80171 ,0 + 0,33·80140) = 166 kN
2
Lokale Querkräfte: Asv,li,erf = ZEd,V+t.M,ulfyd = 166143,5 = 3,8 cm 2
VEd = 1 ,35·80 + 1,5-40 = 168 kN gewählt: 2Bür/J1 0 vierschnittig (6,3 cm )

VEd,o = VEd ·aa·lof( aa·fo + a..., ·fu) = 74,5 kN (7) Verankerung der Pos. ® (obere Bewehrung des Untergurtes)
VEd,u = VEd·a..., ·/uf(aa·fo + a...,·fu) = 93,5 kN Auf eine Verminderung der Verankerungslänge wird hier verzichtet und die vorhandene
mit ~1.o = 0,2 % < 0,6 %; Va < -0, 15; aa = 1,00 (Bewehrung geschätzt) Stahlquerschnittsfläche wird vollständig verankert. 95
62,5;., 62
~z.u = 1,4 % > 0,6 %; Vu > 0, 15; a.... = 0,28 (Bewehrung geschätzt) /b d = P._. a sd = 1,2 . 435 = 62 cm
Lokale Momente: ,rq 4 fbd 4 2,1
--~.:.....---~..--~--=~}
2 1
mit fbd = 2,25 · r71 · T} 2 · fctd = 2,25 · 0,7 · 1,0 · 2,0 I 1,5 = 2,1 Nlmm
i~
MEd,o = VEd,o·fa/2 = 74,5 ·0,8012 = 29 ,8 kNm 1

MEd,u = VEd,u·fa/2 = 93,5·0,8012 = 37,4 kNm TJ1 = 0,7 für gute Verbundbedingungen I "'

T} 2 = 1,0
(4) Bemessung
Biegung mit Normalkraft im Obergurt (rechter Anschnitt, untere Bewehrung): /bd = a1 · a2 · a3 · a 4 · a 5 · fb,rqd = 1,0 ·1,0 · 1,0 -1,0 · 1,0 · 62 = 62 cm ~ /b,min = 19 cm

Zs1,o = do1- S0 = 16,6-10,0 = 6,6 Cm mit /b,min ~ max[0,3 · a 1 · a 4 · fb,rqd = 18,6 cm; 1OrjJ = 12,0 cm]
MEds,o = MEd,o- NEd,oiZs1,o = 29,8- (-720)·0,066 = 77,3 kNm Die Neigung der Druckstrebe zwischen Verankerung und lotrechter Bewehrung hinter der Öffnung
beträgt etwa 2:1 (Bild 4-3 c)). Daraus folgt ein Überstand der geraden Stabenden über die lotrechten
Jl.Eds,o = MEds,ol(b·do1 2 "fcd ) = 0,0771(0,72 ·0, 1662 ·17) = 0,228 q zoG,re = 16,3 cm
Bügel von 6212 + 2·32,5 = 96 cm. 6212 cm entspricht der halben Verankerungslänge, also dem
As1,o,erf = (MEds,oiZoG,re + NEd,o)lfyd = -4 ,2 cm 2 < 0 q Querschnitt überdrückt
Schwerpunkt der Verankerungskraft im Modellknoten . Der Überstand sollte allerdings mindestens so
gewählt: ~ konstruktiv groß gewählt werden, dass die Druckstreben nicht steiler als 45° verlaufen (62 cm +ZuG= 95 cm).

42 43
(8) Verankerung der Pos. @ (untere Bewahrung des Obergurtes) 62 80 81
I = 1_. asd = 1,2 . 435 = 62 cm
b,rqd 4 f.bd 4 21 , 0 2 012 - 2.23 m
223
mit fbd = 2,25 · 771 · 77 2 · fctd = 2,25 · 0,7 ·1,0 · 2,0 I 1,5 = 2,1 N/mm 2
/bd = a1 . a2 . a3 . a4 . a5 . fb ,rqd = 1,0 · 1,0 ·1,0 ·1,0 ·1,0. 62 = 62 cm ::::: /b,min = 19 cm ® 2 0 10 - 1.10 m
mit / b,min :2: max[0,3 · a 1 · a 4 ·lb,rqd = 19 cm; 10~ = 12 cm] 110

Der Überstand vor der Öffnung beträgt entsprechend der Vorgehensweise bei Pos . @ dem größeren
® 2 0 10 ~ t G) 2x 7 0 8 I 125 ® 2 010 I 60
Wert aus 62/2 + 2·14,4 = 60 cm und 62 cm + 14,4 = 76 cm.
~~
(9) Schließen der Bügel Pos. ® und @) mit einem Übergreifungsstoß ®201oMo ff 2 010 I 60

/b d = 1_. asd = 1,0 . 435 = 36 cm


,rq 4 fbd 4 3,0
®201 0
2.15 m ® 2 0 10 0 4 012 0 2 0 12 ®20 10
®4010
2.63 m
lo = a 1 · a 2 · a3 · a 5 · a 6 · lb,rqd = 0,7 ·1,0 ·1,0 ·1,0 · 1,4 · 36 = 36 cm :2: lo,min = 20 cm 20 36

Die vorhandene Stoßlänge von Pos. @) beträgt 36 cm, die von Pos. ® beträgt 50 cm (vgl. /1.1/,
Bild 8.5DE Fall g).
(10) Schließen der Bügel Pos.®® und0 mit einem Übergreifungsstoß
/b d = 1_. asd = 0,8 . 435 = 29 cm
,rq 4 fbd 4 3,0
10 = a 1· a 2 ·a3 · a 5 ·a6 · lb,rqd =Ü,7 ·1,0·1,0·1,0·1,0 · 29=20cm : :=: /0.min =20cm
(;;\ (:;\
~ 2010 \.02012
CD 6 0 25
Da die vorhandenen Stababstände s ~ 8~ und die Betondeckung in der Stoßebene c1 ~ 4~ betragen,
wird ett; = 1,0 angesetzt. Die vorhandenen Übergreifungslängen betragen mindestens 20 cm.
® 0 81150
@ 2 012 - 2.10 m
210

CD 2 0 12 - 2.46 m
246

36 65 80 65

Schnitt A

CD2 • 7 0 8- 0.89m
"\

~~

Bild 4-7: 3D-Darstellung der Bewehrung im Bereich der Öffnung

40

Bild 4-8: Konstruktive Durchbildung eines Balkens mit großer Stegöffnung

44 45
Aufgrund des hier nicht aufgeführten Nachweises der Rissbreitenbegrenzung werden~ (4,5 cm
2
4.4.3 Beispiel2: Große Öffnung im negativen Momentenbereich )

vorgesehen und beidseitig verankert.


(1) Bemessungsgrundlagen
Zugkraft mit geringer Ausmitte im Obergurt (linker Anschnitt, obere Bewehrung):
Baustoffe: C30/37, B500A 2
As2,o,eli = (MEd,o/ZoG + NEd,o)ffyd = (4,6/0, 126 + 430)/43,5 = 10.7 cm
Expositionsklasse: XC1 , Gnom = 2,0 cm
gewählt: §__Q1_§ ( 12,1 cm 2 )
g = 40 kN/m, q = 20 kN/m
Querkraft im Obergurt:
V9 k(1 ,0 m) = 120 kN , Vqk(1 ,0 m) = 60 kN
cote = 1 ,0 (Zug); a = 90°
M 9 k(1 ,0 m) = -140 kNm, Mqk(1 ,0 m) = -70 kNm 2
asw,eli = 11 ,4/(43,5·0, 126·1 ,0) = 2.1 cm 2 /m::;; asw,min = 3,7 cm /m
Die Bauteilabmessungen sind in Bild 4-9 dargestellt, die konstruktive Durchbildung in den Bildern 4-1 0 3
VRd,max = a:c·fcd ·b ·zoG,I/(cote+ tan/1) = 0,75·17·0,72·0,126/(1 ,0 + 1/1 ,0)·10 = 578 kN
und4-11.
VEd/VRd,max = 0,02 c::> Smax,längs = 14 cm; Smax,quer = 20 cm
2
gewählt: dß/12,5 vierschnittig (16, 1 cm /m)
~A ~

~=========~====I===~~~~:=!:~::::=~:!:::::Si I
I
I
.'
:
0,72

> I
Biegung mit Normalkraft im Untergurt (rechter Anschnitt, untere Bewehrung):
Zs1 ,u = du1- Su + ho + ha = 36,4-55,0 + 20 + 15 = 16,4 Cm
L___________________ ~o~,2~o~~~=o.=so====~-----------------------J~ 1 !
o.1s r T
L___ _ _ _ _ _ _ _____.J I
I
i0,15
I 0,75
MEds,u = MEd,u- NEd,ufZs1,u = 96 ,2- (-430) ·0 ,164 = 166,8 kNm
f.lEds,u = MEds,uf(b·du1 2 ' fcd) = 0,167/(0,40·0,364 2 ·17) = 0,185 c::)ZuG,re = 32,7 cm
0,40
1,00
l I
I
I
I
i0,40
I
As1,u,eli = (MEds,ufZuG,re + NEd,u)ffyd = 1,9 cm
2

gewählt: 4 r/!20 (12,6 cm 2 , Feldbewehrung)


,---~--~---------------------------------1 I
_-·-·-r ~A 0,40 Biegung mit Normalkraft im Untergurt (linker Anschnitt, obere Bewehrung):
Zs2,u = du2- h + Su = 36,6-75 + 55,0 = 16,6 Cm
Bild 4-9: Bauteilabmessungen [m]
MEds,u = MEd,u- NEd,ufZs2,u = 96,2- (-430)·0, 166 = 167,7 kNm
(2) Querschnittswerte (Ao, Au, 5 0 , Su, 10 , Iu wie erstes Beispiel) f.lEds,u = MEds.uf(bw· dul·fcd ) = 0,168/(0,40 ·0,366 2 ·17) = 0,184 c::)ZuG,Ii = 32,8 cm
d = h- Gnom- ~ü- r/Js.u/2 = 75- 2 - 0,8 - 1,6/2 = 71 ,4 cm As2,u,ert = (MEds,ufZuG,Ii + NEd,u)ffyd = 1.8 Cm
2

do1 = ho - Gnom - ~ü- r/Js.o/2 = 20-2-0 ,8- 1,2/2 = 16,6 Cm gewählt: 4 (/112 (4,6 cm 2 )
do2 = ho- Gnom - ~ü- r/Js,o/2 = 20- 2 - 1 ,2- 1 ,6/2 = 16,0 cm (Bewehrung Platte rjJ12) Querkraft im Untergurt:
113
du1 = hu - Gnom - ~ü - r/Js,u 1/2 = 40 - 2 - 1 - 1 ,2/2 = 36,4 cm VRd,cc = G·0,48·w fck 113 · (1 - 1 ,2. CJcpffcd)· bw· ZoG,Ii = 0,5 ·0,48·1 ·30 ·(1 - 1 ,2 ·2,69/17)·0,40·0,33 = 79,7 kN
du2 = hu- Gnom - ~ü- r/Js,u2/2 = 40-2- 0,8- 1,2/2 = 36,6 cm cote= (1,2 + 1,4·2,69/17)/(1 -79,7/240,6) = 2,13; a= 90°
2
(3) Schnittgrößen in den Teilquerschnitten asw,eli = 240,6/(43,5·0,328·2 ,13) = 7,9 Cm 2 /m 2! asw,min = 3,7 cm /m
3
f.lEds = MEds/(bw· cf2·fcd ) = (1 ,35 ·0 ,14 + 1 ,5·0,07)/(0,40·0,714 2 ·17) = 0,085 c::) X= 8,0 cm, z = 68,1 VRd,max = a:c·fcd·bw·ZuG,I/(cot/1+ tan/1) = 0,75·17·0,40 ·0,328/(2,13 + 1/2,13)·10 = 644 kN
c::) Druckzone liegt vollständig im Restquerschnitt c::) keine Umlenkkräfte infolge MEd VEd/VRd,max = 0,375 c::> Smax,längs = 20 cm; Smax,quer = 20 cm
2
gewählt: dß/12.5 vierschnittig (16, 1 cm /m)
Lokale Normalkräfte:
(5) Aufhängebewahrung rechts
NEd,o = NEd'ZN,ufz- MEd/z = 0-294/0,68 = 432 kN
ZEd,N = 0,25·NEd·hafh = 0 kN
NEd,u = NEd . ZN,o/z + MEd/z = 0 + 294/0,68 = -432 kN
ZEd,M = 0 kN
Bezogene Normalkräfte:
ZEd,V+tiM,o = VEd,o· (1 + O,Hafd+ 0,33·/afho = 11,4·(1 + 0,1 ·80/71,4 + 0,33·80/20) = 27,7 kN
Vo = NEd ,of((b·ht + bw·(do1 - hr))·fcd) = 0,430/(0,72·0,2 + 0,40·(0, 166- 0,2))·17) = 0,19 2
Asv,re,ert = ZEd,V+i'iM,offyd = 27,7/43 ,5 = 0,6 cm
Vu = NEd,uf(bw·du1·fcd) = -0,430/(0,40·0 ,364·17) = -0,17
gewählt: 1Bü(/11 0 zweischnittig (1 ,6 cm 2 )
Lokale Querkräfte:
(6) Aufhängebewahrung links
VEd = 1,35·120 + 1,5·60 = 252 kN ZEd,V+tiM,u = VEd,u ·(1 + 0, H afd + 0,33 ·/afhu = 240,6·(1 + 0, 1·80/71 ,4 + 0,33 ·80/40) = 426 kN
VEd,o = VEd' (k)lol(eto·lo + au· lu) = 11,4 kN 2
Asv, li,ert = ZEd,V+i'iM,ulfyd = 426/43,5 = 9.8 cm
VEd,u = VEd ·au ·luf( eto·lo + au·lu) = 240,6 kN gewählt: 4Bü(/110 vierschnittig (12,6 cm 2 )
mit P12.o = 0,2 % < 0,6 %; Vo > 0, 15; Cto = 0,21 (Bewehrung geschätzt)
(7) Verankerung der Pos. ® (obere Bewehrung des Untergurtes)
P11 ,u = 0,2 % < 0,6 %; Vu < -0, 15; fXu = 1 ,00 (Bewehrung geschätzt) wird hier verzichtet und die vorhandene
Auf eine Verminderung der Verankerungslänge
Lokale Momente: Stahlquerschnittsfläche wird vollständig verankert. 95
I' 62 ;? 62
MEd,o = VEd,o ·la/2 = 11 ,4·0,80/2 = 4,6 kNm ·,.
/b d = !/!_ . a sd = 1,2 . 435 = 62 cm
MEd,u = VEd,u·la/2 = 240,6·0 ,80/2 = 96,2 kNm ,rq 4 f.bd 4 21'
I

(4) Bemessung mit fbd = 2,25 · 'f} 1 · 'f} 2 · fctd = 2,25 · 0,7 · 1,0 · 2,0 I 1,5 = 2,1 N/mm 2 i------EF---'E'T.,.."..,....___,f------!i}
Zugkraft mit geringer Ausmitte im Obergurt (rechter Anschnitt, untere Bewehrung): 'f}1 = 0,7 für gute Verbundbedingungen : j ~
Zs1 ,o + Zs2,o =ZoG= d~ 1 + do2 - h 0 = 16,6 + 16,0-20 = 12,6 cm r] 2 = 1,0 1

2
As1 ,o,ert = (MEd,oiZoG)/fyd = (4,6/0 ,126)/43,5 = 0,8 cm

46 47
/bd =a1 · a2 · a3 · a4 · a5 ·lb,rqd = 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,0 ·1,0 · 62 = 62 cm ;::: /b.min = 19 cm 62 80 62
1· ' I· ·I· 16 ,1·
mit /b,min;::: max[0,3 · a 1 · a 4 · /b,rqd = 186 mm ; 10~ = 120 mm] I·
Die Neigung der Druckstrebe zwischen Verankerung und lotrechter Bewehrung hinter der Öffnung ® 2 010 1.10m
beträgt etwa 2 :1 (Bild 4-3 c)). Daraus folgt ein Überstand der geraden Stabenden über die lotrechten 110
Bügel von 62/2 + 2·33 = 97 cm . 62/2 cm entspricht der halben Ve rankerungslänge, also dem 0 6 016 - 2.20 m
Schwerpunkt der Verankerungskraft im Modellknoten. Der Überstand sollte allerdings mindestens so 220
groß gewählt werden, dass die Druckstreben nicht steiler als 45° verlaufen (62 cm + zuG = 95 cm).
(8) Verankerung der Pos. ® (untere Bewehrung des Obergurtes)
/b d = 1._. O"sd = 1,2. 435 = 62 cm
,rq 4 fbd 4 2,1
/bd =a1 · a2 · a3 · a4 · a5 ·lb,rqd = 1,0 · 1,0 ·1,0 · 1,0 · 1,0 · 62 = 62 cm ;::: /b,min = 19 cm ® 4010 ®s01o
2.15 m 2.63 m
Der Überstand vor der Öffnung beträgt entsprechend der Vorgehensweise bei Pos. @ dem größeren
U\
m
II
~~m~J J I ~ I ~ ~
36
Wert aus 62/2 + 2·zoG =57 cm und 62 cm + ZoG,re = 75 cm. ~ II
(9) Schließen der Bügel Pos. ® und @) mit einem Übergreifungsstoß r- ~ 80 CD=i==t===t=====lJ='==f===i,
! ll===li-==+==F==I===I~ 11 \ =+==r I
/b d = 1._ . O"sd = ..lQ. . 435 = 36 cm
,rq 4 fbd 4 3,0 1/
lo =a 1 · a2 · a3 · a5 · a 6 ·lb,rqd = 0,7 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,4 · 36 = 36 cm ;::: lo,min = 20 cm
).
Die vorhandene Stoßlänge von Pos. @) beträgt 36 cm , die von Pos . ® beträgt 50 cm (vgl. / 1. 1/, CD 4 0 20 @ 2 0 12
Bi ld 8.5DE Fa ll g).
(10) Schl ießen der Bügel Pos. ®,® und 0 mit einem Übergreifungsstoß · ~'- -~--'-'-
40 ----,f,l· -4_5-----ct·l··~ @ 7 0 8 I 125 ,~
/b d = 1._ . O"sd = 0,8. 435 = 29 cm
J ® 7 0 8 / 125 ~
,rq 4 fbd 4 3,0 @ 2 0 12 - 2.04 m
10 =a 1 · a2 · a3 · a 5 · a 6 ·lb,rqd = 0,7 · 1,0 · 1,0 ·1,0 · 1,0 · 29 = 20 cm ;::: lo,min = 20 cm 204

Da die vorhandene n Stababstände s ~ 8~ und die Betondeckung in der Stoßebene c 1 ~ 4 ~ betragen, CD 2 0 12 - 2.49 m
wird ~ = 1,0 angesetzt. Die vo rhandenen Übergreifungslängen betragen mindestens 20 cm. 249

45 62 80 62

Schnitt A

(j) 2* 6 0 8 - 0.92 m
&

0
N ~o
-'r f---~~~~r~-- 25
<.0

® 70 8 - 1.90 m

Bild 4-10: 3D-Darstellung der Bewehrung im Bereich der Öffnung 40

Bild 4-11: Konstruktive Durchbildung eines Balken mit großer Stegöffnung

48 49
5 Ausgeklinkte Trägerenden Die angenommene Lage der Stabwerkkräfte muss mit der gewählten Bewehru ng übereinsti mmen, auch bei
mehrlag iger Bewehru ng wie sie häufig bei der lotrechten Aufhängebewehrung oder der horizontalen Haupt-
5.1 Allgemeines bewehrung der Konsole erforderlich wird. Insbesondere bei kle inen Abmessungen können von der Beweh-
rung abweichende Modellannahmen zu einer erheblichen Vergrößerung der Stahlzugkräfte fü hren.
Ausgeklinkte Trägerenden finden vorwiegend in Fertigteilkonstruktionen in Komb ination mit Konsolen An-
wendung. Die Bemessung erfolgt mit Stabwerkmodellen nach EC2 /1.1/, Kapitel 6.5 und Kapitel 10.9.4.6.
Dort werden zwei alternative Tragmodelle vorgestellt. Konstruktive Regeln zur Lagerausbildung befinden
~ - .. , . "
=
I
I
sich in /1.1 /, Abschnitt 10.9.5. Weitere Erläuterungen zum Tragverhalten und zur konstruktiven Durchbi ldung
sind in Heft 399 des DAfStb /1.10/, Stein le und Rostasy /5.1 /, Steinle und Hahn /5.2/ sowie Leonhardt /5.3/
' 1..
/ I

L L
enthalten . Details zur konstruktiven Du rchb ildung bei hohen Beanspruchungen sind in /5. 1/ und /5.2/ zu H~ ·m
finden. Weitere Tragmodelle wu rden von Bachmann, Steinle und Hahn /5.7/, Schiaich und Schäfer /5.4/,
Reineck /5.5/ sowie Fingerlaos und Stenze! /5.6/ entwickelt. ~
II

~l
II ');
5.2 Tragverhalten
. 1;-•f-~
~c IV;-;----l•
l a
Grundsätzlich muss die Bewehrungsführung am ausgeklinkten Trägerende dem angenommenen Tragmodell
folgen. Andererseits kann du rch die Bewehrungswahl auch das Tragverha lte n beeinflusst we rden, sodass
mehrere Stabwerkmodelle möglich sind. Hierbei sind nicht nur die Zugstrebe n und Druckstreben sondern
(...___--::::::::::::::::::::::::::=-- I Ve ran keru ng der Feldbewehrung am ind irekte n Auflager
II Ve rankeru ng der Hauptbewehrung der Konsole am direkten Auflager
insbesondere die Verankerung der Beweh rung in den Zugstreben und die Knotentragfähigkeit zu beachten. III Ve rankerung der Hauptbewehru ng der Konsole im Bautei l
Bei ausgeklinkten Träge renden hängen der Kraftfluss und das Rissbild zudem vo n der relative n Höhe der (
IV Übergreifungsstoß der Feld bewehru ng mit den Schlaufen
Konsole und der Schlankheit ab (Bilder 5-1 a) bis d)). Nach /5.1 / werden die von der einspringenden Ecke
ausgehenden Risse flache r mit abnehmendem Verhältnis hk/h (Bild 5-1 a) und b)). Die für die Auflagerkraft A a) verti kale Aufhängu ng b) schräge +vertika le Aufhängung c) schräge Aufhängung mit Voute
bemessene Aufhängebewehrung in Bi ld 5-2 b) und c) wurde in den Versuchen nicht ausgenutzt, was auf Bild 5-2 : Bewehrungsfü hrung bei ausgeklinkten Auflagern mit unterschied lichen Tragmode llen
ei nen di rekten Lastfluss in Ab häng igkeit der Konsolhöhe zurückgeführt wu rde. ln /5.4/ wi rd darauf hingewie-
sen, dass die Lastausbreitung infolge Verankerung der Konsolbewehrung zusätzliche Bügel erfordert. Eine Bei einer lotrechten Aufhängebewehru ng sind große Stabdurchmesser bzw. eine sehr klei ne Verteilu ngsbrei-
nach oben geri chtete Druckstrebe, wie in Bild 5-1 c), kreuzt allerdings die Risse, sodass das Modell nach te der Aufhängebewehrung nicht zielfüh rend . Der geringe Abstand a verri ngert die rechnerische Kraft Fsd ,a.
Bild5-1 e) vorgeschlagen wurde, bei dem die Auflage rkraft A zweimal hochgehängt wird. Dadurch ergibt sich gleichzeitig verkürzt sich die zur Verfügu ng stehende Ve rankerungslänge der Feldbewehrung. Die Verte i-
dort eine größere Bügelbewehrungsmenge. lungsbreite der lotrechten Bügel sollte nach /5.3/ dennoch nicht größer als hk/2 :::; 2ac gewählt werde n, da

I
sonst die ersten an der Au sklin kung angeordneten Bügel frühzeitig deutlich höher beansprucht we rden und

h.=~ --" Fcwd/


-- - - - 7. große Rissbreiten als Folge entstehen . Weiterhin ist am oberen Bügelende eine kurze Veranke ru ngslänge
sinnvoll , da sie die Lage des oberen Fachwerkknotens beeinflusst. Wie die Ve rsuche in /5. 1/ belegen , sind
zl /
/
/
/
schräge Aufhängungen effiziente r, allerdings entstehen bei einer Schrägaufbiegung der unteren Träger-
/ längsbewehrun g Spaltzugkräfte an der unteren Umlenkung und im Bereich der Endveran kerung, we lche
/ durch Querbewehrung aufzunehmen sind . Die größte Tragfäh igkeit wird daher mit einer Komb ination aus
/ lotrechter und schräger Aufhängebewehrung erzielt.

Die Hauptbewehrung der Konsole ist einerseits am Auflager zu verankern , andererseits muss die Sta hlkraft
im Bauteil in das Balkentragmode ll überfüh rt werde n. Hier ist die Verankerung ab der ersten Druckstrebe zu
a) Rissbild nach /5.1/ c) Stabwerkmodell 1 nach /5.1 / e) Stabwerkmodell nach /5 .4/ empfehlen (Bild 5-2 , III ). Für unplan mäßige horizontale Lagerkräfte wird in /1.10/ empfohlen, eine "Reibkraft"
von 20% der Ve rtikallast anzusetzen.

Eurocode 2 - Teil 1-2 Tragwerksbemessung für den Brandfall enthält kei ne Regelungen für abgesetzte
Auflager und Konsolen . Daher wird hinsichtlich der konstruktiven Durchbildung bei Brandschutzanforderun-
gen auf DIN 4102 Teil 4, Abschnitt 3.2.4.7 und 3.2.5, verwiese n.

5.3 Bemessung
Die Bemessung von ausgekl inkten Trägerenden wird hier analog zu Konso len gemäß EC2 , Abschnitt 6.5,
mit einem Stabwerkmodell vorgenommen . Dabei ist der innere Hebelarm zu beg renzen , sodass die ins
b) Rissbi ld nach /5.1 / d) Stabwerkmodell 2 nach /5.1 I Auflager verlaufende Druckstrebenkraft von den vertikalen Bügeln umschlossen wird . Der in nere Hebelarm
wird daher in den Gleichungen (5.1) bis (5.3) um Gnom und ~ügel reduziert. Die Vers uche in /5.1/ haben ge-
Bild5-1: Rissbilder und unterschiedliche Vorschläge für Stabwerkmodelle zeigt, dass die lotrechte Aufhä ngebewehrung nicht die volle Auflagerkraft A aufnehmen muss, da ein Ante il
aus dem Druckgurt des Balkenfachwerks di rekt ins Auflager geleitet wird . Ande rerseits ist aus der Ve ranke-
ln den Modellen mit vertikaler Aufhängu ng wird die Querkraft des Balkens im Abstand a vom Auflager auf run g der Zugkraft Fsd,a die Vertikalkomponente der Druckstrebe Fcwd von der lotrechten Beweh rung aufzu-
der Aufhängebewehrung abgesetzt (Bilder 5-1 c) und 5-1 e)). Die Feldbewehrung ist daher innerhalb der nehmen. Daher sollte Fsd ,v für die volle Auflagerkraft A Ed ausgelegt werden. Ein Bemessungsa nsatz für
Aufhängebewe hrung zu verankern . Die Aufhängung kann auch aus einer um a geneigten Aufbiegung Schrägaufbiegungen ist in /5.3/ zu finden.
(Bild 5-1 d)) oder aus einer Komb ination aus Schrägaufbiegung und Bügeln bestehen. Da das Stabwerkmo-
dell nach Bild 5-1 d) ke ine Horizontallasten aufnehmen kann, wird bei Verwendung einer Sch rägbewehru ng
immer eine Kombination aus beiden Teilmodellen angewendet. Die geometrischen Parameter a und zk
ergeben sich aus dem für die Bemessung zugrunde gelegten Tragmodell und der Bewehrung.

50 51
(1) Nachweis mit einem Stabwerk (1) Bemessungsgrundlagen
Bestimmung der Knotenabmessungen (Nachweis der Druckstrebe): Baustoffe: C40150, B500A, Yc = 1,5

Xc = (d- Gnom - 9sügel)- ~(d- Gnom- if!sügel )


2
- 2·av·as1 (5 .1 )
dizJ Expositionsklasse: XC1' Gnom = 2,0 cm

Fsd,v d1 a±...._,.-..,..., Spannweite: 10m


mit as1-_ Asi,Feld,erf: 30 cm 2
b · O'Rd,max 4 q>25 (19,6 cm 2 ) werden bis zum indirekten Auflager geführt
Asl,vorh:
. H Belastung: A = VEd = 250 kN
mit Lla c = -·a
A H
Querkraftbemessung: cote= 3,0, aswerf = 2,8 Cm 2 , z = 0,69 m,
fürfck s 50Nimm 2 a:
Versatzmaß = zl2 · (cote- cota) = 0,6912 · (3,0-0) = 1,04 m
0,8
Kontrolle: x = (2) Mindestabmessungen des Lagers
Xe
fürfck > 50Nimm 2 <
-
0 ' 4·(d -
G dL
nom - 'f'Bügei ) (5.2)
Die Auflagerachse befindet sich planmäßige= 16,5 cm von der einspringen.den Ecke en~fernt (Bild 5-3).
(1- ;~0) Nach EC2, Abschnitt 10.9.5, sind Mindestwerte für die Auflagertiefe a1, die Randabstande a2 und a3
sowie die Grenzabweichungen ßa 2 und ßa 3 zu berücksichtigen (Gleichung (5.5)). Die Werte sind nach
(2) Bestimmung der Zugkraft Fsd,a EC2 Tabellen 10.2 bis 10.5, abhängig von der Lagerpressung (hier: O'Edlfcd = 0,2501(0 ,15·0,20)122,7
zk = ( d - Gnom - q)Bügel ) - XC I 2 (5.3) = 0,37::;; 0,4), der Art des Lagers und der Baustoffe der Bauteile zu bestimm~n . Die Gre~zabweichun­
gen sind nach EC2 , Abschn itt 10.9.5 .1, bei der Bemessung und der konstruktiven Durchbi ldung zu be-
Fsda =
,
A · ~+H
zk
(5.4) rücksichtigen.
a=a 1 +a 2 +a 3 +~ßa;+ßa; =150+60+60+~10 2 +4 2 =281 mm (5.5)
Beim Nachweis nach EC2 ist bei Druck-Zug-Knoten die Bemessungsdruckfestigkeit auf O'Rd,max = k2·v'·fcd zu
mit a1 = 150 mm Grundwert der Auflagertiefe (Mindestwert 11 0 mm)
begrenzen (mit k 2 = 0,75 und v = 1,0 bis C55167). Für Betonfestigkeitsklassen :::: C55167 ist v' zusätzlich mit
a2 = 60 mm Randabstand des unterstützenden Bauteils (Mindestwert 15 mm)
v 2 = (1, 1 - fckl500) zu mu ltiplizieren. Da im Druckknoten von ausgeklinkten Trägerenden eine Spaltzugbean-
spruchung vorliegt, ist die anrechenbare Betondruckfestigkeit, wie bei Druck-Zug-Knoten, zu reduzieren. ln a3 = 60 mm Randabstand des gestützten Bauteils (Mindestwert 20 mm)
der Konsole entstehen Querzugkräfte, die analog zu Kapitel 11 dieses Heftes durch vertikale und horizontale ßa 2 = 10 mm Grenzabweichung für den Abstand der unterstützenden Fertigteile
Bügel aufgenommen werden müssen. ßa 3 = ln12500 = 1000012500 = 4 mm Grenzabweichung für die Trägerlänge
Alternativ kann das Verfahren aus Heft 600 11 .91 für Konsolen angewendet werden, wobei der innere Hebel- Für die Ermittlung der Stabkräfte werden eine statische Nutzhöhe d = 33 cm und av = 29,5 cm (i~klusive
arm d um Gnom und ~ügel zu reduzieren ist und der Hebelarm av bis zur Schwereachse der Hochhängebeweh- Grenzabweichung) angenommen und müssen nach der Bewehrungswahl überprüft werden (Bild .5-3).
rung zu verlängern ist. Bei dem gewählten Abstand av zwischen der Auflagerkraft A und der Aufhängekraft Fsd,v bzw. einem
Abstand der Aufhängekraft Fsd,v zur Ausklinkung von 12 cm kann die lotrechte Aufhängebewehrung auf
5.4 Konstruktive Durchbildung etwa 14 cm verteilt werden. Für die horizontalen Schlaufen der Konsole werden zwei Lagen angenom-
men .
Die konstruktive Durchbildung eines ausgeklinkten Trägerendes wird maßgeblich bestim mt durch die Höhe
der Beanspruchung, die Bauteilabmessungen und die gewählten Stabdurchmesser. Aus der Balkenbemes- (3) Bestimmung der Knotenabmessungen (Nachweis der Druckstrebe)
sung ergeben sich zusätzliche für die Bemessung des Auflagers relevante Randbedingungen . d- n.8 uge
Gnom - 'f/1 .. ::::: 33 - 2 - 1 = 30 cm
1-

5.5 Beispiel x = 0 30 - 1,.-0-30-:2---2-.-0-,3-05-·0_,0_4_9 = 0,055 m


c ' " '
mit as1 = A l(b · O"c) = 0,250 1(0,3 · 17,0) = 0,049 m
Für das folgende Beispiel wurde die Betondeckung des äußersten Bewehrungsstabes jeweils zu Gnom ge-
wählt. Die weiteren Stablagen ergeben sich aus den Stabdurchmessern zuzüglich der Differenz zwischen 40 2
0' = 0 75 · f d = 0,75 · 0,85 = 17,0 Nlmm
Nenndurchmesser und Außendurchmesser. Der Außendurchmesser schließt die Rippung ein und kann c ' c 1,5
überschläglich zu 1, 15· q'l angenommen werden. Hier wurden Außendurchmesser von 12 mm für einen q'l1 0, av = ac + ac2 + as1I 2 + aH · H I A = 0,165 + 0,05 + 0,1412 + 0,1 2 · 0,2 = 0,31 m
16 mm für einen q'l14 und 30 mm für einen q'l25 angenommen.
0 055
Kontrolle: x = _S_ = • = 0,069 m s 0,4 · d = 0,1 32 m
30 30 '1~ 0,8 0,8

~ --.,
7 '
./ Jt't. ;." ,."
.1.< / .-----., ' Mit einer gewählten Lagerdicke t ager = 3 cm und einer geschätzten zwei!~gig.en . Bewehrung ~it

to
/
. / ll- -
V / Fcwd/ d 1 = 7 cm ergab sich der Abstand aH = 12 cm, der in der Berechnung von a berucksichtigt wurde. H Wird
/ / I
/
/
,.; F,d,a A hier an der Oberkante des Lagers wirkend angesetzt.
.i-' /
/
.______. a" = 12
/
H~ H~ / (4) Bestimmung der Zugkraft Fsd,a
~ 40 At I At I /
zk = 0,30 - 0,055 I 2 = 0,273
~ r d1 ~ v
= A . ~ + H = 0,250 ·
0 31
te F
sd,a Z

0 273
+ 0,2 · 0,250 = 334 kN
av = 16,5+~ac+12=31
[cm] k '

a) Bauteilabmessungen b) Stabwerkmodell c) Lage der Hauptbewehrung As,ert = Fsd I fyd = 334 I 43,5 = 7,68 cm
2 c::> gewählt: 4 Schlaufen q'l1 4 (12,3 cm 2 )
Bild 5-3: Bauteilabmessungen , Annahmen zum Stabwerkmodell , zugehörige Lage der Hauptbewehrung

52 53
(5) Horizontale Bügelbewahrung lbd = a 1 . a2 · a 3 · a4 · a 5 · /b,rqd = 0,5 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · 26,5 = 13,2 cm 2:: lb,min = 10 cm
(Dm;n;:: 159 => a1 = 0,5)
Asw, 3 ,ert = 0,3 · As = 0,3 · 8,1 = 2,4 cm 2 c:> gewählt: 3 Bügel f/J8 im Bereich der Spaltzugkräfte und ein mit lbmin 2': max[0,3 · a 1 · a 4 ·lb,rqd = 4,4 cm; 109 = 10,0 cm]
konstruktiver Bügel f/J8 im Randbereich (I: = 4,0 cm 2 )
19- 2 = 17 cm ;:: 15 cm c:> Nachweis erfüllt
(6) Aufhängebewahrung
250 (10) Übergreifungsstoß der Pos.® und 0 bzw. ®
As a ert = = 5,7 cm 2 c:> gewählt: 4 Bügel 910 (6,3 cm 2 )
'' 43,5
Erforderliche Stoßlänge für 910 Pos. 0 bzw. ®
Die Aufhängebewehrung ist zu schließen und darf in der Druckzone mit einem Bügelschloss ausgeführt Ia = a 1 . a2 . a 3 · at · a5 · lb,rqd = 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,4 · 26,5 = 37,1 cm 2:: lo.min = 20 cm
werden. mit 10 min 2': max[0,3 · a 1 · a 6 ·lb,rqd = 12,2 cm; 159 = 15,0 cm; 20,0 cm]
(7) Verankerung der Konsolhauptbewahrung Pos. CD und ® oberhalb der Lagerplatte
Erforderliche Stoßlänge für 925 Pos. ®
Die Betondeckung der unteren Schlaufen wird zu 39 = 4,2 cm gewählt:
- !!__. O'sd = 2,5 . 190 = 32 cm
1 = !!__ . CJ sd = 1,4 . 272 = 25 4 cm lb,rqd - 4 fbd 4 3,75
b,rqd 4 f.bd 4 3,75 '
mit fbd = 2,25 · 'f/1 · ry2 · fctd = 2,25 · 1,0 ·1,0 · 2,5 I 1,5 = 3,75 N/mm 2 CJ = f d . As,erf = 435 . 8·6 = 191 N/mm 2 (Bemessungsspannung)
sd y As,vorh 19,6
ry2 = 1,0 gute Verbundbedingungen
7 1 = a . a 2 . a 3 . a 5 . a 6 ·lb,rqd = 1,0 · 1,0 ·1,0 · 1,0 · (1,4 + 2,0) / 2 · 32 =54 cm 2': lo,min = 37,5 cm
CJ d = f d · As,erf = 435 · ,7 = 272 N/mm 2 (Bemessungsspannung) 0 1
s y As,vorh 12,3 ml·t . > max[O ' 3. a 1 . a 6 ·1b ,rq d = 37,0 cm; 159 = 37,5 cm; 20,0 cm]
1O,mm-
lbd = a1 · a2 · a3 · a4 · 05 ·lb,rqd = 0,7 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · (2/3) · 25,4 = 11,9 cm 2:: lb,min = 9,4 cm
Da der lichte Abstand zwischen der obersten Schlaufe und Pos. ® (ca. 8 cm) mehr als 49 beträgt,
mit lb,min 2:: max [0,3 · a1 · lb,rqd = 8,5 cm; 6,7 9 = 9,4 cm]
Die vorhandene Verankerungslänge der inneren Schlaufe bis zur hinteren Lagerkante beträgt ergibt sich die erforderliche Schlaufenlänge zu 54+ (8- 4·1 ,0) = 58 cm.
20 - Gnom- 1,4 - 2,0- ßa3 = 20 - 2,0 - 1,4-2,0 - 0,4 = 14,2 cm 2:: 11,9 cm. Die Verankerungslänge der
äußeren Schlaufe ist bei gleichem Stabdurchmesser größer. c:> Nachweis erfüllt

Überprüfung des Biegerollendurchmessers Dvorh = 14,5 cm nach EC2, Abschnitt 8.3:


Innerhalb der Vorverankerungslänge 14,2 - 14,5/2 = 7,0 cm wird ein Teil der Stahlzugkraft übertragen
(7,0 cm · 1r · 9 · 1,5 · 0,375 kN/cm 2 = 17,3 kN mit 50% höheren Verbundspannungen aufgrund des Quer-
drucks), sodass zu Beginn der Abbiegung noch eine Stahlzugkraft Fbt = 1r · f /4 · 28,3 kN/cm 2 - 17,3 kN
= 43,6 kN - 17,3 kN = 26,3 kN vorhanden ist.

0 m.ln = Fbt
fcd ·[(-
1
ab + (-
29J -Jl
1 26 3 1 1
--)] = 6' 5 cm <
• ·[( 4,2 + 0,7 ) + (2·1,4
= 2,267 - 14,5 cm
c::::> Der vorhandene Biegerollendurchmesser ist ausreichend.

(8) Verankerung der Konsolhauptbewahrung ~4 Pos. CD und® im Balken


9 (J sd 1,4 272
lb,rqd =- · -r.-=4 · =25,4cm
4 bd 375
,
Die für eine beidseitige Verankerung am Auflager und im Bereich der ersten Druckstrebe erforderliche
Schlaufenlänge beträgtlk - Gnom+ cote·(z - zJ + lbd /2= 30-2 + 3,0·(69 - 26) + 25,4/2 = 170 cm .

(9) Verankerung der Feldbewahrung Pos. ® am indirekten Auflager innerhalb der Bügel ®
Aus dem Versatzmaß und der Aufhängekraft Fsd,v = 250 kN ergibt sich die am Ende zu verankernde
Kraft zu Fsd = VEd/2 ·(cote- cota) = 250/2·3,0 = 375 kN und die zu verankernde Stahlquerschnittsfläche
Bild 5-4: 3D-Darstellung der Bewehrung im Bereich der Ausklinkung
zu As.ert = 8,6 cm 2 . Da die Verankerung mit geraden Stabenden hier nicht ausreichend ist, wird die Ver-
ankerung mit Schlaufen 910 sichergestellt.

Verankerung mit 6 Schlaufen 910 (9,4 cm 2 ), Pos. 0 und ®:


I = !!__. O'sd = _lQ_ · 398 = 26 5 cm
b,rqd 4 f.bd 4 3,75 '
A 86
CJsd = fyd · ~ = 435 · -'- = 398 N/mm 2 (Bemessungsspannung)
As,vorh 9,4

54 55
~ 4----- 6 Plattentragwerke
GD ®1 Al
-- 3 f 8 I 1f0 1L4 0 t (..";:;\ ® 2 0 10
I 5t-_ _ _ _ _\.'.V.: : :10:: . . . .: 10::_:0: . . : :_81:._.:2::::::0~0-----1----J-
® 4 010 - 2.13 rr
6.1 Allgemeines
Dieses Kapitel bezieht sich auf Vollplatten nach EC2 /1.1 /, Abschnitt 9.3, mit einer Mindestdicke von 70 mm.
26

6.2 Tragverhalten
Üblicherweise werden die Schnittgrößen von Platten nach der Elastizitätstheorie ermittelt. Dabei wird ein
isotropes Verhalten des Baustoffes unterstellt. Bild 6-1 zeigt den Hauptmomentenverlauf eines Innenfeldes
bei zweiachsiger Spannrichtung im ungerissenen Zustand .

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@2 * 208-1.72m • "';,·.r1:0-.~· z'<" r .. ..._ ... ..., . ." - "'·'· ·~ •


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1 1 CD 2 014 0 2 0 14 -.."\. '.... '\. ' ~..;.!.j;.i('-/w.-1.:;... ,/#' I~ E' ~

~ltll:::::
CD 2 014 - 3.59 m
: :l: : 1
: : .I
I Bi ld 6-1:
.. 1: ..• • . ..
I

Richtung und Größe der Hauptmomente einer zweiachsig gelagerten Platte (Ränder voll ein-
gespannt)
dBR=205 174

~0
=--------------
dBR=205
Sobald Risse auftreten, weicht das tatsächliche Verhalten vom Berechnungsergebnis mehr oder weniger
deutlich ab, da dann die Steifigkeit von Richtung und Menge der eingelegten Bewehrung abhängt. Demzu-
folge ist ein genaues Staffeln der Bewehrung anhand der berechneten Schnittgrößenverläufe nicht sachge-
0 2 0 14 - 3.51 m recht. Andererseits weisen mehrseitig gelagerte Platten als innerlich statisch unbestimmte Systeme vielfälti-
dBR=145~;-------1::.!
72'-------- ge Umlagerungsmöglichkeiten auf.
~QJ
dBR=145 =-------------- Bestehen Anforderungen an die Feuerwiderstandsdauer sind durch die Bewehrungsführung für den Brand-
fall wegen temperaturbedingter Abnahme der Steifigkeit im Feld Schnittgrößenumlagerungen hin zu den
5 D-D ® 3 0 10 - 1.69 m Stützmomenten zu ermöglichen.
tri dBR=150

~o 6.3 Bemessung
dBR=150 = - - - - :Bc-1- - -

::
I 0 3 010 - 1.73 m
6.3.1 Effektive Stützweiten

dBR=150 " " " " " - - - - -


Die effektive Stützweite fett setzt sich aus der lichten Stützweite ln und den rechnerischen Auflagertiefen a1

und a 2 zusammen (vergleiche /1 .1/, Abschnitt 5.3.2.2):
dBR=150 ~-~80_ __ (6.1)

® 10 0 8 - 2.11 m fn\ B-8 Als rechnerische Auflagertiefe ist mindestens der kleinere Wert aus halber Plattendicke und halber tatsächli-
26 'o ~ 3 0 8 - 1.31 m - -
®2010 cher Auflagertiefe zu wählen . Bei Innenauflagern ist es aber sinnvoll, immer die halbe tatsächliche Auflager-
26 'o
tiefe anzusetzen . Bei Kragplatten, die in steife Bauteile einbinden, darf a 1 zu Null gesetzt werden .
20140
1008/200®
·D 2* 2 0 8 ®-n---11!

2014 0 ~~
/ /
CD 2 014
6.3.2 Mittragende Breite bei konzentrierten Lasten
Für einachsig gespannte Platten, die durch Punkt-, Linien- oder Rechtecklasten belastet werden, kann nach
dem in /6.1/, Abschnitt 2.2.2, beschriebenen Verfahren die mittragende Breite bm ermittelt werden , sofern
kein genauerer Nachweis geführt wird .
/ /
30 l /

Als Eingangswert für die in /6.1 I aufgeführte Tafel 2.1 ist die Lasteintragsbreite zu t = b0 + 2h 1 + h für die
0 4 ~ 25 30 l
1 Bestimmung der mittragenden Breite bm anzunehmen (vgl. Bild 6-2).

Bild 5-5: Konstruktive Durchbildung eines ausgeklinkten Trägerendes mit lotrechter Aufhängebewehrung

56 57
lastverteilende

~r:
Einflüsse wie die Lastverteilung von in Flächenlasten enthaltenen Einzel- und Linienlasten abgedeckt. Nach
/1. 1/, Abschnitt 10.9.8 (2), darf bei Vollplatten aus Fertigteilen mit einer Breite b ~ 1,20 m die Querbewahrung
entfallen . Auch bei zweiachsig gespannten Platten muss die Bewahrung in der weniger beanspruchten
Richtung mindesten 20% der in der höher beanspruchten Richtung betragen . Bei der Verwendung von
./ k bo ~ ·, Betonstahlmatten ist ein Mindestdurchmesser ~quer= 5 mm einzuhalten .

~,cJ1s~- ~ m ~- m ~'-' i " Werden Streckenlasten bei der Schnittgrößenermittlung berücksichtigt, ist zur Querverteilung am unteren
Plattenrand eine zusätzliche Querbewahrung einzulegen . Der Querschnitt der Querbewahrung soll je lau-
Platte fendem Meter der Streckenlast mindestens 60 % des durch die Streckenlast bedingten Anteils der Hauptbe-
wahrung betragen, sofern kein genauerar Nachweis geführt wird. Diese Bewahrung ist außerhalb des Last-
ausbreitungsbereiches t (Bild 6-2) zu verankern. Bei Einzellasten ist analog vorzugehen .

Bei einer nicht berücksichtigten Stützung mit der Breite t parallel zur Haupttragrichtung ist eine Abreißbewah-
Bild 6-2: Lastverteilungsbreite t rung (oben) mit a s,ert,s t;:: 0,6 · a s,max,F auf einer Länge;?: 0,25 I+ t/2 je Seite anzuordnen (Bild 6-4).

Die resultierenden Schnittgrößen. inf~!ge k~nzentrierter Lasten werden auf die zugehörige mittragende Breite Verformungsfigur:
bm verteilt und dann zu den Schnittgroßen 1nfolge Flächenlasten addiert.

Bei Lasten im Bereich von Öffnungen und Rändern kann nur eine reduzierte mitwirkende Breite b ange-
setzt werden (Bild 6-3). m,red

----- ----------
11 ..QE
E
~ .Q
Trag richtung Abreißbewehrung:
-------------- unberücksichtigte Stützung (Breite t)
I
rl

Bild 6-3:
·-·-·- ·-·- ·- ·- ·-·-· II
II
Reduzierte mitwirkende Breite bei Lasten in Randnähe II a
~s , erf,St

II

w
6.4 Konstruktive Durchbildung I I

6.4.1 Stababstände
;::.: 2·0,25 l+t ~ a s,max,F

Der größtzul~ssige Abstand zwischen den Bewehrungsstäben Smax,slabs ist abhängig von der Plattendicke h
/1.1/, Abschmtt 9.3.1 .1 (3): Bi ld 6-4: Verformungsfigur und Anordnung von Abreißbewahrung a s,ert,st bei unberücksichtigter Stützung
- für die Haupt- bzw. Zugbewehrung : Unabhängig von der Art der Lagerung ist mindestens die Hälfte der erforderlichen Feldbewahrung über das
Auflager zu führen und dort zu verankern (/1 .1/, Abschnitt 9.3.1.2 (1)) .
Smax,slabs =250 mm für Plattendicken h ;:: 250 mm
Smax,slabs =h für Plattendicken 150 mm < h < 250 mm Bei teilweiser Einspannung einer Plattenseite (z. B. infolge Wandauflast oder Anschluss in einen Stahlbe-
Smax,slabs = 150 mm für Plattendicken h ~ 150 mm tonbalken), die bei der Berechnung nicht berücksichtigt wurde, ist eine obere StützbeWahrung anzuordnen
und zu verankern , um Momente aus ungewollter Einspannung aufnehmen zu können . Diese Bewahrung soll
- für die Querbewahrung oder die weniger beanspruchte Richtung :
im Grenzzustand der Tragfähigkeit mindestens 25 % des benachbarten Feldmomentes aufnehmen können
Smax,slabs ~ 250 mm. und ab Auflagerrand mindestens die 0,25-fache Länge des Endfeldes aufweisen.

6.4.2 Biegebewehrung 6.4.3 Querkraftbewehrung


Bei Platten ohne rechnerisch erforderliche Querkraftbewahrung (VEd ~ VRd,c) ist keine Mindestquerkraftbe-
Zur Sicherstellung eines duktilen Bauteilverhaltens ist in Hauptspannrichtung eine Mindestbewehrung nach wehrung erforderlich . Neben den Regelungen aus /1.1/, Abschnitt 9.2.2, zu r Ausbildung der Querkraftbewah-
/1.1 /, Abschnitt 9.2.1.1 (1 ), einzulegen.
rung bei Balken gelten für Platten nachfolgend genannte Rege ln (/1.1/, Abschnitt 9.3.2).
Na.~h /1.1/, Abschnit~ 9.3.1.1. (1 ), darf die Summe der Querschnittsfläche von Zug- und Druckbewahrung aus Im Übergangsbereich vom Balken zur Platte (5 ;:: blh;:: 4 ), ergibt sich der Wert der Mindestbewehrung für
Gr~nden der Betomerbarke1t A s,max =0,08 · Ac nicht überschreiten . Dies gilt auch im Bereich von Über- Platten ohne rechnerisch erforderliche Querkraftbewahrung durch Interpolation zwischen dem nullfachen
grelfungsstößen. Dabei ist Ac die Betonquerschnittsfläche.
und dem einfachen Wert der Mindestbewehrung von Balken. Bei einer rechnerisch erforderlichen Querkraft-
bewah rung (VEd > VRd,c) wird die erforderliche Mindestbeweh rung durch Interpolation zwischen dem
ln einachsig ~espa~nte~ Plätten is.t eine Querbewahrung anzuordnen, die mindestens 20% der Hauptbe-
0,6-fachen und dem einfachen Wert ermittelt. Bauteile mit blh < 4 sind als Balken zu behandeln.
wahrung betragt. H1erm1t werden d1e Zugspannungen infolge Querdehnung sowie andere unberücksichtigte

58
59
Die Bewehrung darf auch bei mittelgroßen Öffnungen, bei denen die größte Abmessung kl~_iner _ 1/~ der
Bei Platten mit geringer Querkraftausnutzung (VEd :5 1/3VRd,max) darf die Querkraftbewehrung vollständig aus
Pl attenspannweite ist, ausgewechselt we rden /6.2/. Jedoch ist der tatsächliche Kraftfluss zu ~er~cks1~ht1ge~.
Schrägstäben oder Querkraftzulagen bestehen (/1. 1/, Abschnitt 9.3.2 (3)).
Der Spannungsverlauf darf bei getrennter Betrachtung der Plattenober- und Plattenunterseite 1~ emachsl-
Der maximale Längsabstand von Bügeln Sma x beträgt nach /1. 1/, Abschnitt 9.3.2 (4 ): gen Spannungszustand anhand von Stabwerkmodellen erfasst werden . Quer zur Spannri chtun~ 1st danach
eine Querbewehrung anzuordnen, die sich, je nachdem ob Druck- oder Zugspannungen umgeleitet werden ,
für VEd :5 0,3 VRd,max Smax = 0,7 h in unterschiedlichem Abstand zum Öffnungsrand ergibt (Bild 6-6).
für 0,3 VRd,max < VEd :5 0,6 VRd,max Smax = 0,5 h
für VEd > 0,6VRd,max Smax = 0,25 h Druckzone Zugzone

Der maximale Querabstand von Bügeln beträgt S max =h. Aufgebogene Stäbe dürfen mit einem maximalen
Längsabstand Smax =hangeordnet werden. \
I
/

D
\
I
''

D
/
Querkraftbewehrungen dürfen in Platten auch als ein- oder zweischnittige Bügel mit Haken verankert wer- -- -( )--- I
I
den. Bei Platten mit Anforderungen an die Feuerwiderstandsdauer dürfen 90°-Winkelhaken auch auf der I I I
I I I
beflammten Bauteilseite angeordnet werden.
---, I

\ 1
~---
/
/
''
6.4.4 Bewahrung im Bereich von unterbrochenen Stützungen \ I

Falls linienförmige Unterstützungen von Platten nur auf begrenzter Länge unterbrochen sind, darf die ge-
genüber der durchgehenden Unterstützung geänderte Tragwirkung der Platte näherungsweise erfasst ---- Querdruck - Querzug
werden . Werden im Bereich der fehlenden Stützungen verstärkte Tragstreifen angeordnet, ist zu berücksich-
tigen , dass die Steifigkeit der Tragstreifen geringer ist, als die einer Unterstützung. Dies bedingt eine Verän- Stabwerkmodelle zur Erfassung des Kraftflusses um eine Öffnung in Druck- und Zugzone
Bild 6-6:
derung des Schnittgrößenverlaufes in beiden Achsrichtungen .
An den Ecken auftretende Spannungsspitzen sind vorteilhaft durch Sch rägzulagen aufzunehmen.
Bei Tür- und Fensteröffnungen mit lnlh :5 7 und üblichen Belastungen genügen konstruktive Bewehrungszu-
lagen ohne rechnerischen Nachweis. Bei Auflagerunterbrechungen mit 7 < lnlh :5 15 und unter der Annahme Große Plattenöffnungen , bei denen die größte Abmessung größer als 1/5 der Plattenspannweite ist, müssen
von vorwiegend ruhenden Belastungen kann der Tragstreifen auch nach dem in /6.1/, Abschnitt 2.4, be- bei der Schnittgrößenermittlung berücksichtigt werden .
schriebenen Verfahren nachgewiesen werden .
6.4.6 Drillbewahrung
Ist die linienförmige Auflagerung der Platte in einem größeren Bereich Unlh > 15) unterbrochen, beeinflussen
die Auflagerbedingungen die Plattenschnittgrößen so erheblich , dass ihre Ermittlung nach der Plattentheorie 6.4.6.1 Vollplatten
vorzunehmen ist. Bei vierseitig gelagerten Platten werden die Schnittgrößen wesentlich durch die Lagerungsbedingungen im
Eckbereich beeinflusst.
Bedingt durch die hohen Querkräfte an den Wandenden kann Durchstanzbewehrung erforderlich werden.
Falls durch die bauliche Durchbildung oder Auflast das Abheben der Plattenecken verhindert wird, so ist dort
6.4.5 Öffnungen in Platten eine Drillbewehrung anzuordnen (/1 .1/, Abschnitt 9.3.1.3). Sofern die Schnittgrößen für eine drillsteife Platte
Bei kleinen Öffnungen , bei denen die größte Abmessung kleiner 2h ist oder den doppelten Stababstand bemessen wurden , ist die Bewehrung in den Plattenecken unter Berücksichtigung des Drillmomentes auszu-
nicht überschreitet, ist ein "Auswechseln" der durchtrennten Bewehrung ausreichend. Die entfallene Beweh- legen und ein Abheben der Plattenecken zu verhindern.
rung ist parallel zum Öffnungsrand zuzulegen und mit der durchtrennten Bewehrung unter Berücksichtigung
Bei vierseitiger Lagerung ergibt sich an der Plattenunterseite ein typisches Rissbild (Bild 6-7), das durch die
des Stababstandes nach /1.1/, 8.7.2 (3), zu stoßen. Die freien Ränder der Aussparung sind mit Steckbügeln
Verwendung von vorgefertigten Elementdecken nicht merklich beeinflusst wird /6.2/.
~inzufassen (Bild 6-5). Bei innenliegenden Bauteilen kann analog zu /1 .1/, Abschnitt 9.3 .1.4 (NA.3), auf eine
solche Bewehrung verzichtet werden .

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11 1
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- - - -- · - · - · - - ·- ·- ·- ·- ·- ·-- - - - · - · ·- ·- ·- ·- ·- · · - · - · - · - · - _1

Bild 6-5: Auswechslung von Bewehrung an kleinen Öffnungen

61
60
Einspannu ng

as,drill =0,5, as,max,Feld (nUr Oben)


I /I
j )
as 'drill: 1,0 'asmaxFeld
' '
(üben Und Unten)

as,drill =0,5 , as,max,Feld (nUr Oben)


gelenkige Lagerung

Bild 6-9: Drillbewehrung an Plattenober- und Plattenunterseite bei untersch iedlicher Lagerung der Plat-
te nränder

Bei vierseitig gelagerten Platten , deren Schnittgrößen als einachsig gespannt oder unter Vernachlässigung
der Drillsteifigkeit ermittelt werden , sollte zur Begrenzung der Rissbildung in den Ecken ebenfalls eine Be-
wehrung nach /1. 1/, Abschnitt 9.3. 1.3, angeordnet werden, sofern das Abheben der Plattenecken behindert
ist. Ist die Platte dagegen mit Randbalken oder benachbarten Deckenfeldern biegesteif ve rbunden , entste-
hen keine Drillmomente und es muss keine Drillbewehrung angeordnet werden.

ln /6.3/ und /6.4/ wurde anhand von Versuchen gezeigt, dass die obere Drillbewehrung im Grenzzustand der
Tragfähigkeit bei vierseitig gelenkig gelagerten, quadratischen Platten nur unwesentlich zur Tragfähigkeits-
steigerung beiträgt. Vielmehr stellt sich mit zunehmender Plattendurchbiegung im gerissenen Zustand ein
Membranzustand ein, der die obere Drillbewehrung stark entlastet. Zur Beg renzung der Rissbreiten im
Bild 6-7: Rissbi ld einer vierseitig gelenkig gelagerten Platte, ein Quadrant der Plattenuntersicht /6 .2/ Gebrauchszustand und wegen bisher nicht ausreichender Absicherung des Membranmodells ist der Einbau
I~ der unteren Lage ist in den Ecken eine diagonale Bewehrung, in der oberen Lage eine auf die Ecken ge- der oben beschriebenen Drillbeweh rung dennoch erforderlich.
nchtete Bewe.hrung am effekti~sten. Seide Bewehrungen sind für das Drillmoment mxy zu bemessen. Nach 6.4.6.2 Platten aus mit Ortbeton ergänzten Elementplatten
/1.1/, Abschnitt 9.3.1.3, darf diese Drillbewehrung bei vierseitig linienförmig gelagerten Platten durch eine
parallel zu den Seiten verlaufende obere und untere Netzbewehrung in den Plattenecken ersetzt werden die Nach /1. 1/, Abschnitt 10.9.3 (NA.15), ist das Ansetzen der vollen Drillsteifigkeit der Platte bei mit Ortbeton
in jed~r Richtung die gleiche Querschn ittsfläche wie die Feldbeweh rung (as,drill = as,max,Feld) und eine L~nge ergänzten Fertigteilen auch dann erlaubt, wenn vertikale Elementfugen im Drillbereich angeordnet sind. Die
von mmdestens 0,3·min fert hat (Bild 6-8). Die Drillbewehrung ist am Plattenrand zu verankern. die Elementfuge kreuzende obere und untere Drillbewehrung ist im Aufbeton zu verlegen und unter Berück-
sichtigung der verringerten statischen Höhe zu bemessen. Die Tragwirkung muss durch zusätzliche Gitter-
0,4mi~ 0,2min< "
träger auf beiden Seiten parallel zur Fuge mit einem maximalen Randabstand von 100 mm sichergestellt
werden. Durch die zusätzlich eingebauten Gitterträger wird ein Aufklaffen der horizontalen Verbundfuge
infolge Torsionsmomenten, wie es in /6.3/ beobachtet wurde, verhindert. Ohne und mit Elementfuge ergibt
sich ein gleichartiges Rissbild, das unter anderem die Wirkung der Drillmomente an der Plattenunterseite
erkennen lässt.

6.4.7 Mindestbewehrung zur Sicherstellu ng eines dukti len Bauteilverhaltens


c
E Ein Bautei l gilt als ausreichend robust, wenn die Rissschnittgröße beim Übergang in den geri ssenen Zustand
(Zustand II) von der Bewehrung aufgenommen werden kann. Bei überwiegend biegebeanspruchten Platten
wird das Rissmoment wie bei Balken nach Gleichung (6.2) berechnet:

1 1 Plattenoberseite 1 1 Plattenunterseite (6.2)


f-----.;f 0,3 min l.ff f-----.;f 0,3 min t.ff
mit fc1m: Mittelwert der Zugfestigkeit des Betons
Bi ld 6-8: Drillbewehrung bei Platten mit allseitig gelenkig gelagerten Plattenrändern Wc: Widerstandsmoment des Brutta-Betonquerschnittes
Die Mindestbewehrung As,min ist gleichmäßig über die Breite sowie anteilmäßig über die Höhe der Zugzone
Andere Aufl~~e rbedingungen wie zum Beispiel dreiseitige Lagerung können zu größeren Drillmomenten zu verteilen. Die im Feld erforderliche untere Mindestbewehru ng muss unabhängig von den Rege lungen zur
führen /1 .7/. Offnungen in Plattenecken können dagegen eine Abnahme der Drillsteifigkeit bewirken. Zugkraftdeckung zwischen den Auflagern durchlaufen. Über Innenauflagern ist die obere Mindestbeweh rung
ln Plattenecken, in denen ein frei aufliegender und ein eingespannter Rand zusammenstoßen, stellen sich in beiden anschließenden Feldern über eine Länge von mindestens je einem Viertel der Stützweite einzu le-
gen. Bei Kragarmen muss sie über die gesamte Kragarmlänge du rch laufen. Die Mindestbewehru ng ist am
se~krech t zum gelenkig gelagerten Rand vermi nderte Drillmomente ein. Nach /1.1/, Abschnitt 9.3. 1.3, sollte
Endauflager und am Innenauflager mit der Mindestl änge zu verankern . Stöße sind fü r die volle Zugkraft
=
zu ihrer Abdeckung die Hälfte der Bewehrung (as,drill 0,5·as,max,Feld) rechtwinklig zum freien Rand eingelegt
auszubilden.
werden (Bild 6-9).

62 63
6.5 Beispiel
N~ @ 4311l 8 I 150 ~~
ln einem Beispiel wird nachfolgend die Bewehrungsführung am Beispiel einer drillsteifen Hochbaudecke r
(Grundriss siehe Bild 6-12) veranschaulicht. Bild 6-10 zeigt die Verformungsfigur sowie den Verlauf der +G) 32 f2l 8 I 200 ( 188)
Hauptmomente, die durch die unterbrochenen Stützlinien wesentlich beeinflusst werden.
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Verformungsfigur: Hauptmomente: 0
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Bild 6-10: Verformungsfigur und Verlauf der Hauptmomente der Deckenplatte

Bilder 6-11 bis 6-14 zeigen eine mögliche Bewehrungsführung in der Deckenplatte. Dargestellt sind unter
anderem die Bewehrungsführung an freien Plattenrändern und Aussparungen im Bereich unterbrochener
Unterstützung und in Plattenecken.
0
0
N

'Q

5
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(j)
20 f2l8 I 150
( 3.00)

'Q
®4312l101150 N
N
( 6.50)
8

~ @ 10 111 8 I 150 f Beton C25/30


d =18 cm,
Gnom= 20 mm

Bild 6-11: 3D-Darstellung der Bewehrung in einer Deckenplatte Bild 6-12 : Bewehrungsführung in einer Deckenplatte (untere Bewehrung)

64 65
1.50 l
1 1 1
CD 121118 I 150 0 3111114 I 150
Schnitt 2-2
t ( 1.88) ·~ -f-1'----~,._.._:....:.(4~.00_:_)--------,1,~ Schnitt 1- 1
CD101118 1 2oo
ob. + un. r
CD 12 0 8 I 150 ® 43 0 8 I 150
.n= I. -~
~
19 0 8 I 150 ® @ 4 0 16
ij CD 31 0 14 I 150
I
\ J(
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"'-' 43 0 8 I 15(
(3) 32 0 8 I 200
~ 23 0 ~ 1200 0 . ® 8 0 8 I 150 CD 32 0 8/200 @ 12 0 8 I 150 @ 111 8 ( 2.11 )
100
@ litJ
p 111 8 ( 1.40 l ~ 5 1118 1 foo j
@4012
CD 10 111 8 1 200 ~ 111 8 ( 1.13 l
2
13 4 0 12
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3 4 016 {] ~ ::=J~ 1B

L 1B

Schnitt 3- 3 Schnitt 4-4


® 191118 1 150
0

® 0
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......
151118 I 150 ( 2.50)
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1
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8 L CD 12 111 8 I 200 L
@ 1118(084) f 1
14 10 @ 10 0 8 I 200 @) 32 0 8/200
~a

®1911112 1 150
( 4.00) ® 43 0 101150
CD 15 111 8 I 150 I
1

Schnitt 6-6
Schnitt5-5
® 14 111121150
0
0
!® 611181209
N 1 1
17 0 12 I 150
L@ 811112 I 150
4 0 12 ®1 CD 2;0 8 noo

® 321118/200 1308/Zoo®~: t I
( 4.60
4 0 12 ® CD 22 0 8 I 150
8 (;;;\ ~7111101 1 50
~1118( 1 .11) 1
52
s c===

Bild 6-14: Bewehrungsführung in einer Deckenplatte (Schnitte)

3 0 12 Beton C25/30
( 2.00) d = 18 cm,
100
1 1 .f Gnom= 20 mm
Bild 6-13: Bewehrungsführung in einer Deckenplatte (obere Bewehrung)

66 67
7 Verbundbewehrung f* ***********'
- . - . - -. = :--= ·
+************ r
7.1 Allgemeines r Bewehrung (u)
Betonbauteile können aus ausführungs- und fertigungstechnischen Gründen nicht immer in einem
Betoniervorgang hergestellt werden. Die dadurch entstehenden Fugen können sowohl horizontal als auch T Reibung (U)
vertikal angeordnet sein. Charakteristische Beispiele im Neubau für derartige Fugen sind z. B. Halbfertigteile
mit nachträglich aufgebrachter Ortbetonschicht (Eiementdecken, Pi-Platten, Spannbeton- bzw. .v+L1v
-
Stahlbetonverbundträger) oder auch im Bestand vorhandene Stahlbetonquerschnitte, die durch eine
I - · - · - · -, =f = · = · - · -- ·. -- .· --~·
Ortbetonschicht nachträglich verstärkt werden. u
ln den Fugen treten , je nach deren Anordnung zur Beanspruchungsrichtung, Biegeschub- oder ++J+t++J+t+++ +t+++J+++++++
Längsschubbeanspruchungen auf. Diese einwirkenden Schubspannungen bzw. Schubkräfte müssen bei b) Traganteile in Abhängigkeit von u
a) ungerissene und gerissene Fuge
Ansatz einer monolithischen Tragwirkung in den Fugen übertragen werden. Der Tragfähigkeitsnachweis für
die Fuge muss sowohl die Beschaffenheit und den lokalen Spannungszustand in der Fuge sowie den Bild 7-2: Traganteile einer Verbundfuge mit kreuzender Bewehrung
Einfluss der die Fuge kreuzenden Bewehrung berücksichtigen.

Werden Fertigteile mit einer mindestens 40 mm dicken und statisch mitwirkenden Ortbetonergänzung 7.3 Bemessung
ausgebildet, dürfen diese nach EC2 11.11 als Verbundbauteile bemessen werden, wenn die Aufnahme der 7 .3.1 Traganteile der Verbundfuge
Schubkraft zwischen Ortbeton und Fertigteil sichergestellt ist.
Der Bemessungswert der Schubtragfähigkeit in einer Verbundfuge setzt sich gemäß 11.1 I aus den oben
7.2 Tragverhalten beschriebenen Traganteilen zusammen:

=C · f ctd (7.1)
Das Tragverhalten einer parallel zur Systemachse angeordneten Verbundfuge unter Längsschub- Adhäsionsanteil: VRdi ,c

beanspruchung (z. B. Fertigteilplatte mit Ortbetonergänzung) ist in Bild 7-1 modellhaft dargestellt. Der (7.2)
Reibungsanteil : VRdi ,r =f.1 · O'n
Tragmechanismus einer solchen Verbundfuge setzt sich dabei aus drei Anteilen zusammen:
VRdi,s =p · fyd · (1 ,2 ·f.1· sina+ cosa)
(7 .3)
Verbundbewehrung:
vRd ,c Traganteil aus Adhäsion zwischen den beiden Betonteilen, der im Wesentlichen von der
Oberflächenbeschaffenheit und Rauigkeit der Fuge abhängt, Hierbei ist zu berücksichtigen , dass der Adhäsionstraganteil bei dynamischer ~elastung . ode~
Ermüdungsbeanspruchung nicht berücksichtigt werden darf. Des Weiteren hat der Re1?ungsante1l. be1
vRd ,r Reibungsanteil bei äußeren Druckspannungen aN senkrecht zur Fuge, horizontalen Fugen und Bauteilen des normalen Hochbaus aufgrund der geringen Auflas~ 1m Allgememen
nur eine unwesentliche Größenordnung. Der Traganteil der Verbundbewehrung setzt s1c~ aufgrun.d der
vRd ,s Traganteil aus der Verbundbewehrung.
Fugenverschiebung in gerissenen Fugen (Bild 7-2 a)) aus einer horizontalen . und em~r. vertikalen
Komponente zusammen, wobei aufgrund vorliegender guter Erfahrungen der vertikale Ante1l 1nfolge der
Schubreibung in Deutschland um den Faktor 1,2 erhöht werden darf.

Damit ergibt sich der Bemessungswert vRdi des Schubkraftwiderstandes in der Fuge zu:

vRdi =c· fctd +f.J,·O'n + p · fyd · (1 ,2 · f.J, ' sina+ cos a):::; 0,5 · v · fcd
(7.4)

mit fctd: Bemessungswert der Betonzugfestigkeit, siehe 11 .1I, 3.1.6 (2)P

c, f.J,: Be iwerte in Abhängigkeit von der Fugenrauigkeit, siehe Abschnitt 7.3.2


Spannung infolge der kleinsten Normalkraft rechtwinklig zur Fuge.' .die ~leichze!tig
mit der Bemessungsquerkraft wirkt (an < 0,6· fcd ; für Druck pos1t1v); 1st O'n eme
Zugspannung, so ist in der Regel auch c·fctd zu Null anzusetzen.

p: Bewehrungsgrad p =AsiA;
Bild 7-1: Tragverhalten einer Verbundfuge (nach Fingerlaos 17.1I)
Querschnittsfläche des Betonstahls, der du rch die Fuge verläuft, einschließlich
Der Adhäsionstraganteil vRd,c ergibt sich aus den chemischen und mechanischen Bindungskräften, die normaler Querkraftbewehrung (falls vorhanden), mit ausreichender Verankerung
zwischen den einzelnen Bestandteilen des Betongefüges vorhanden sind . Die Adhäsion ist wirksam , an beiden Seiten der Fuge.
solange keine bzw. nur sehr kleine gegenseitige Verschiebungen u in der Grenzfläche auftreten (Bild 7-2 a)).
Sobald der Adhäsionswiderstand überwunden wird und eine Relativverschiebung eintritt, nimmt der Fläche der Fuge
Adhäsionsanteil an der Gesamttragfähigkeit sehr schnell ab. Wenn die Fuge dann eine gewisse Rauigkeit
a: Winkel der Bewehrung zur Verbundfuge nach Bild 7-1. Der Winkel ist in der Regel
aufweist oder eine die Fuge kreuzende Bewehrung bzw. entsprechende Verbundmittel vorhanden sind,
werden die Traganteile aus der Fugenbewehrung vRd ,s und aus der Reibung in der Verbundfuge vRd ,r aktiviert auf 45° :::; a:::; 90° zu begrenzen .
(Bild 7-2 b)). Dieses Tragmodell liegt auch den Bemessungsmodellen in 11 .11 zu Grunde. Weiterführende Festigkeitsabminderungsbeiwert unter Querbeanspruchung in. Abhängigkeit von
V.
Angaben zum Tragverhalten von Verbundfugen und den Hintergründen der Festlegungen finden sich z. B. in der Fugenrauigkeit. Zur Definition der Fugenrauigkeit siehe Kap1tel 7 .3.2 .
17.1I bis 17.61 und 11.91.

68 69
7.3.2 Fugenbeschaffenheit
zur Veranschaulichung zeigt Bild 7-5 drei Oberflächen unterschiedlicher Rauigkeit.
~~ :bug~ntbe~~~haff~nh~~tbestimmt maßgeblich die Anteile der unterschiedlichen Tragmechanismen sowie
. so~ eft
0
e er ubertragbaren Schubkräfte. Zur Erzielung der geplanten Fugentragfähigkeit ist eine
gew1ssen a e Herstellung des Verbundbauteils erforderlich . Hierbei ist stets a f ..
Oberflächen sowie die sorgfältige Verdichtung des Frischbetons zu achten . u saubere, vorgenasste I .,, ,,
I '• ,,
Die ?berflächen einer Verbundfuge können nach /1.1/ in vier verschiedene Kate ori ·
!~~~~~~:ng der Fugenrauigkeit kann das im Heft 600 /1.9/ beschriebene sandfläc~en~~rf~n~~e~e~~:~g=~~:eu~
1
( ) sehr glatt ( v = 0, c = 0 und'!= 0,50), wenn die Oberfläche gegen ein glattes Material betoniert wird
z. B.KSta~l , Kunststoff, spe~1ell geglättete Holzschalungen oder wenn der erste Betonierabschnitt mit ei~
ner on~lstenz ~- F5 betomert wurde. Werte c > 0 für sehr glatte Fugen müssen durch entsprechende
Nachwelse b:grundet werden . Insgesamt darf der Reibungsanteil nach Gleichung (7.2) nur bis zur
Grenze f.i· an- 0,1 · fcd ausgenutzt werden.
Bi ld 7-5: Oberflächen unterschiedlicher Rauigkeit- sehr glatt (links), rau (m ittig), rau (rechts)
2
( ) glatt ( v = 0,20, c = 0,20_und J.l = 0,60), wenn die Oberfläche abgezogen oder im Gleit- bzw Extruder-
verfahren hergestellt Wird oder nach dem Verdichten ohne weitere Behandlung bleibt (siehe Bild 7- 3 a)). 7.4 Konstruktive Durchbildung
3
( ) rau ( v = 0,50, c = 0_,40 und J.l = 0,70), eine Oberfläche mit mindestens 3 mm Rauigkeit und un efähr 7.4.1 Bewehrungsausbildung
40 mm Abstand, die entweder durch Rechen , Freilegen der Gesteinskörnung oder andere ä uiv;lente
Im Gegensatz zur Ausbildung der Querkraftbewehrung , wo beispielsweise die Bügel die Zugbewehrung
Methoden erze~gt wu:de (mittlere Rautiefe, bestimmt mit dem Sandflächenverfahren nach ~aufmann
Rt;::: 1,5 mm), (s1ehe Bild 7-3 b)). umschließen und bis in die Betondruckzone des Bauteiles reichen sollen , sind bei Bauteilen mit reiner Ver-
bu ndbewehrung in /1.1/ keine vollständigen Angaben zur konstruktiven Durchbildung enthalten . Vorgaben
4
( ) verz~hnt ~v= 0,70, c ~ 0,50 un? J.l = 0,9), ~ine verzahnte Oberfläche (Rt;::: 3,0 mm) als geschalte Fu e zur Bauteilmindestdicke, wie sie z. B. fü r Platten mit Bügel- oder Durchstanzbeweh ru ng vorh anden sind
gemaß Bild 7-4 oder mfolge em~r Oberflachenbehandlung gemäß Bild 7-3 c). Dabei muss für die ~- (mi n h = 200 mm), bestehen nicht. Allerdings muss eine Verbundbewehrung gemäß Bild 7-4 kraftschlüssig
schalte Fuge 0,8 ::; h1/h2 ::; 1,25 emgehalten werden . g beidseitig der Fuge verankert werden, sodass bei Fugen mit Verbundbewehrung durch die wirksame Veran-
kerung von Bewehrungselementen in einer nachträglich aufgebrachten Betonschicht eine gewisse Bauteildi-
cke erforderlich wird. Hierbei sollten die für die Verankerung von Bügeln und Abbiegungen geltenden Kriteri-
verzahnt ;:::: 6 mm en sinngemäß beachtet werden.

Für die Verbundbewehrung bei Ortbetonergänzung in Platten ohne rechnerische Querkraftbewehrung sind
oouuoo
glatt< 3 mm,
die maximalen Abstände in Spannrichtung von 2,5 · h::; 300 mm und quer zur Spannrichtung von
5 · h ::; 750 mm (375 mm zum Rand) einzuhalten. Wird die Verbundbewehrung als rechnerisch erforderliche
rau;:::c3mm Querkraftbewehrung angesetzt, gelten die Konstruktionsregeln für Querkraftbewehrung . Für aufgebogene
oder unbehandelt dg ~ 16 mm Längsstäbe mit angeschweißter Verankerung in Platten mit h ::; 200 mm darf jedoch als Abstand in Längs-
richtung (cotB+ cot a) · z::; 200 mm gewählt werden. ln Decken mit Dicken bis 400 mm und erforderlicher
a) glatte Fuge Querkraftbewehrung beträgt der maximale Abstand quer zur Spannrichtung 400 mm, bei größeren Decken-
b) raue Fuge c) Oberflächenbehandlung dicken gelten die Grenzwerte der Bügelabstände nach /1. 1/, NCI zu 9.3 .2 (4) .
.Bild 7-3:
a) Fuge mit glatte~. Oberfläche, b) Fuge mit rauer Oberfläche, c) verzahnte Oberfläche herge- 7.4.2 Verbundsicherung durch Gitterträger bei Elementdecken
stellt durch Oberflachenbehandlung nach /1.9/ '
Bei nachträglich durch eine Ortbetonschicht ergänzten Fertigteilplatten wird der Verbund oft durch Gitterträ-
ger sichergestellt, siehe Bild 7-6. Diese Gitterträger sind zwei- oder dreidimensionale vorgefertigte Beweh-
rungselemente, die normalerweise aus einem Obergurt, Untergurt und Diagonalen bestehen . Diese verbin-
den die untere Fertigteilplatte mit der nachträglich aufgebrachten Ortbetonschicht

A = 1. Betonierabschnitt
B =2. Betonierabschnitt
C =Verankerung der Bewehrung
Bild 7-6: Gitterträger als Verbundbewehrung für Deckenplatten- Gitterträger (links), Fertigteilplatte mit
Gitterträgern und "rauer" Oberfläche (rechts)
geschalte Fuge
Bild 7-4: Werden diese Gitterträger zur Verbundsicherung eingesetzt, dann ergibt sich der Tragantei l aus der Ver-
Ausbildung einer verzahnten Fuge (/1.1/, 6.2.5), mit 0,8::; h 1fh 2 ::; 1,25 nach /1.9/ bundbewehrung je nach Ausfüh rung der Gitterträger entweder ausschließlich über die richtungsgebundenen

70
71
Diagonalen oder über die richtungsgebundenen Diagonalen und die Vertikalpfosten . Dabei ist die Zulassung l-r11111111 1 1 1 1 1 ---r -1 1 1 1
des jeweiligen Gitterträgers zu beachten.

7.4.3 Verbundsicherung durch Bügel bei balkenartigen Bauteilen


Bei balkenartigen Bauteilen wird die Querkraftbewehrung oft gleichzeitig als Verbundbeweh rung eingesetzt, I
kfr
~ I
siehe Bild 7-7. Gegebenenfalls können bei gegliederten Querschnitten auch Zulagen , z. B. in anschließen-
den Plattenbalkenbereichen , erforderl ich werden.

j)a Jfe j, Ia= fe ~ di/2

Bild 7-9: Querkraft-Diagramm mit schematischer Darstellung der erforderlichen Verbundbewehrung

Verbundfug e Werden als Verbundbewehrung geneigte Stäbe oder Gitterträger genutzt, so dürfen für . d~n Tragan.teil der
Bewehrung vRdi ,s nur die diagonalen Einzelstäbe mit 45o ::; a ::; 135° angesetzt werden , d1e 1n Schubnchtung
geneigt sind .

7.5 Beispiel

(1 ) Bemessungsgrundlagen
Der dargestellte Plattenbalken besteht aus einem Halbfertigteii-Unterzug, Elementplatte~ so~ie der Ortbe-
a) Prinzipskizze Plattenbalken b) Einbau von Halbfertigteil-Brückenträgem tonschicht Die Verbundfuge zwischen dem Halbfertigteii-Unterzug und der Ortbetonsch.lcht 1st rau ausge-
fü hrt und soll für die Querkraft an der maßgebenden Stelle am Auflagerrand nachgewiesen werden. Der
Bild 7-7: Plattenbalkenbrücke mit nachträglich ergänzter Ortbetonplatte
Nachweis wird im Rahmen des Beispiels nur für den Endzustand geführt.
Zur Ausführung der Verbundsicherung stehen unterschiedliche konstruktive Durchbildungen zur Verfügung,
wie z. B. offene und geschlossene Bügel, aufgebogene Einzelstäbe, Stäbe mit angeschweißten Querstäben,
+-42---f-
Körbe oder Leitern. Bild 7-8 zeigt exemplarisch die Ausführung für einen mit Halbfertigteilen erstellten Plat- Ortbeton
tenbalken. Elementplatte

(2) Längsbewehrung Halbfertigteii-Unterzug

0 Vierschnittige lotrechte Querkraft- und Verbundbewehrung Halbfertigteii-Unterzug


0 Bügelkappe (für Transport- und Montagezustände)

0 Obere Längsbewehrung (Endzustand) -4~-- 50 ---1('-


G) Konstruktive Stegbewehrung
Bild 7-10: Plattenbalken aus Halbfertigteii-Unterzug, Elementplatten und Ortbetonschicht .
@ Obere Längsbewehrung (fü r Transport- und Montagezustände)

0 Untere Längsbewehrun g Elementplatte


Querschnitt: Betondeckung Längsstäbe c v, l = 50 mm
@ Obere Längsbewehrung Platte Betondeckung Bügel Cv,b = 30 mm

0 Gitterträger Eleme ntplatte statische Höhe d =0,50 m,


@ Raue Verbundfug e Elementplatte- Ortbetonschicht
Breite der Kontaktfuge bi =0,42 m
@ Raue Verbundfuge Halbfertigteii-Unterzug - Ortbetonschicht
Baustoffe: Beton C20/25 (Ortbeton) bzw. C30/37 (Fertigteile), Betonstabstahl B 500B

Bild 7-8: Unterzug aus Halbfertigteilbalken und -deckenplatten mit nachträglich ergänzter Ortbeton- Einwirkung: Bemessungsquerkraft an theoretischer Auflagerlinie VEd ,O =290 kN
schicht Bemessungsquerkraft im Abstand di vom Lagerrand VEd =260 kN
7.4.4 Staffelung der Verbundbewehrung
Der Bemessungswert der Schubkraft in der Fuge vEdi ergibt sich aus dem Bemessungswert der Querkraft
VEd · Somit folgt auch der Verlauf der Schubkraft dem Querkraftverlauf. Die erforderl iche Verbundbewehrung
darf, wie in Bild 7-9 dargestellt, entsprechend dem Schubkraftverlauf gestaffelt werden. Im begrenzten Maße
darf bei der Anordnung in Längsrichtung auch in das Schubkraftdiagramm eingeschnitten werden .

73
72
(2) Aufzunehmende Bemessungsschubkraft (5) Bemessungswert der aufnehmbaren Schubkraft einer Verbundbewehrung

VEd =--
VEd VRcti,s =As I A; · fyd · (1 ,2 · ,u · sin a + cos a)
Z · b;
Rauigkeitsbeiwerte und Neigung der Verbundbewehrung:
Der innere Hebelarm z wird in Abhängigkeit von der Betondeckung der Längsbewehrung begrenzt
(EC2-1-1 /NA 6.2.3, vgl. auch Bemessung der Querkraftbewehrung): ,u = 0,7 (raue Fuge)

z =0,9 · d =0,9 · 0,5 =0,45 m a = 90° (Verbundbewehrung kreuzt Fuge rechtwinklig)

d - 2cv 1 = 0, 50 - 2 · 0, 05 = 0, 40 m a = vEd,i -vRdi,c ·b = 1,47-0,34 ·042 -104 =12,99cm2fm


z::;max ·
{ d- cv,l- 30 mm = 0,50-0,05-0,03 = 0,42 m s fyd·(1,2 · ,u · sina+cosa)' 435·(1,2 · 0,7 ·1,0)'

0 260 Verbundbewehrung gewählt: lotrechter 4-schnittiger Bügel 010/15


v = • = 147 MN/m 2
Ed 0 42 · 0 42 '
' ' as,vorh =20,94 cm 2/m > 12,99 cm 2/m =as,erf
0,290 2
(6) Vera nkerung der Verbundbewehrung
vEct 0 = = 1,64 MN/m
' 0,42. 0,42
Grundwert der Verankerungslänge für eine Stahlspannung von CFsct =fyd:
(3) Nachweis der Druckstrebe

VRdi,max = 0,5 · V· fcd


mit fbd =2,25 · TJ1 · TJ2 · fctd =2,25 · 1,0 · 1,0 ·1 ,0 =2,25 N/mm2
Beiwert zur Bestimmung der Druckstrebentragfähigkeit
fctd = lXct · fctk;o,oslrc = 1,0 · 1,5/1 ,50 = 1,0 N/mm 2
v =0,5 (raue Fuge)
TJ1 = 1,0 für gute Verbundbedingungen
Bemessungswert der Betondruckfestigkeit (maßgebend ist hier die Ortbetonschicht):
TJ2 = 1,0 für r/J '5 32 mm
0 85 20
fcd = acc · fck = • . = 11,33 MN/m 2 fctk;o,os = 1,50 N/mm 2 für C20/25 (maßgebend ist hier die Ortbetonschicht)
rc 1,5
ac1 = 1,0 Dauerstandsbeiwert, nur bei der Ermittlung der Verbundspannung fbd
VRdi,max = 0,5 · 0,5 ·11,33 = 2,83 MN/m 2 > VEd,O= 1,64 MN/m 2 (11.1/, NDP zu 3.1.6 (2))

(4) Nachweis der Verbundbewehrung rc =1,50 Teilsicherheitsbeiwert Beton

Bemessungswert der aufnehmbaren Schubkraft bei Verzicht auf Verbundbewehrung: /b,rqd =10/4-435/2,25 =483 mm
V Rdi,c+r = C · fctd + ,U · (j n Bemessungswert der Verankerungslänge:

Rauigkeitsbeiwerte:
mit Einflussfaktor "Stabform" für Stäbe mit Haken unter Zug
c = 0,4 ; ,u = 0,7 (raue Fuge)
Einflussfaktor "Betondeckung", in der Regel mit 1,0 anzusetzen
Normalkraft senkrecht zur Fuge:
Einflussfaktor "nicht an die Hauptbewehrung angeschweißte Quer-
bewehrung"

Bemessungswert der Betonzugfestigkeit (maßgebend ist hier die Ortbetonschicht): Einflussfaktor "angeschweißte Querbewehrung"

fctd = a ct . fctk;o,os = 0•85 · 1•5 = 0' 85 MN/m 2 as =2/3 Einflussfaktor "Querdruck" (sinngemäß wie für Längsbewehrung),
Yc 15
, Abminderung entsprechend /1 .1/, NCI zu 8.4.4 (2), Tabelle 8.2
aufgrund der allseitig durch Bewehrung gesicherten Betondeckung
2
VRdi,c = 0,4 · 0,85 = 0,34 MN/m < vEd,j = 1,47 MN/m 2 /bd =0,7 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · 2/3 · 483 · 12,99/20,94 =140 mm
Es ist Verbundbewehrung erforderlich. /b,min = max {0,3. a,. a4. /b,rqd; 6,7. r/J)
=max {0,3 · 0,7 · 1,0 · 483 = 101 mm; 6,7 · 10 =67 mm) =101 mm

/b,vorh =hortbeton- Cv,b = 180- 30 = 150 mm ~ 140 mm

74 75
Reicht die vorhandene Verankerungs_länge nicht aus, so besteht die Möglichkeit der Verringerung des
8 Durchstanzbewehrung
verwendeten St~bdurchmessers sow1e der Erhöhung der Dicke und 1 oder der Druckfestigkeitsklasse
der Ortbetonschicht und der Bewehrungsfläche.
8. 1 Allgemeines
(7) Abstände
Insbesondere im Bereich der Decken-Stützenverbindungen entstehen bei Flachdecken hohe Momenten-
und Querkraftbeanspruchungen, die sowohl ein Biegeversagen als auch ein lokales Querkraftversagen
Im vorlie~enden Fall -~erden die Bügel als Verbund- und Querkraftbewehrung genutzt, daher sind die
Konstruktionsregeln fur Querkraftbewehrung anzuwenden . veru rsachen können. Das lokale Querkraftversagen wird in der Literatur als Durchstanzen bezeichnet. Mit
steigender Belastung entstehen erst radiale und danach tangentiale Biegerisse, die sich in der Platte als
Größter Längsabstand (Querkraftnachweise hier nicht gezeigt): zu m Stützenanschnitt geneigte Risse fortsetzen. Durch das Risswachstum erfolgt der Lastabtrag verstärkt
über einen Druckring am unteren Stützenanschluss, bis eine weitere Kraftaufnahme nicht mehr möglich ist
Smax,i = 0,5 . h = 0,5 · 580 = 290 mm für 0,30 · VRd,max::; VEd ::; 0,60 · VRd ,max und die Stütze in die Platte eindringt. Der Bruch tritt mit zunehmender Verformung ohne eine ausgeprägte
Vorankündigung ein. Dem lokalen Durchstanzen folgt ein progressiver Kollaps des Deckenfeldes, wenn
Smax,l,vorh = 150 mm < 290 mm
keine Notfallbewehrung (über den Stützen verlaufende, durchgehende Feldbewehrung) vorgesehen wird.
Größter Querabstand
Beim Durchstanznachweis ergeben sich aufgrund der mehraxialen Beanspruchung des Betons vor der
Sm ax,q = h = 580 = 580 mm Stütze (Druckring) höhere Querkrafttragfähigkeiten als beim einaxialen Lastabtrag. Ist der Durchstanz-
widerstand der Platte ohne Querkraftbewehrung nicht ausreichend , lässt er sich mit einer Durchstanz-
Smax,q,vorh "" 150 mm < 580 mm bewehrung deutlich steig_ern . Allerdings ist die Verankerung der Durchstanzbewehrung in Flachdecken
wegen der im Vergleich zu Balken geringen Bauteildicke besonders sorgsam zu planen und auszuführen. Im
(8) Darstellung der Bewehrung Durchstanzbereich dürfen daher nur Bewehrungsformen vorgesehen werden, die keinen oder nur geringen
Verankerungsschlupf zulassen oder es ist eine reduzierte Stahlspannung anzusetzen . Durch beide Maß-
nahmen lässt sich das Wachstum der Schubrisse vermindern .

Die Bemessung gegen Durchstanzen ist in DIN EN 1992-1-1, Abschnitt 6.4, geregelt 11.1 I. Für eine Anwen-
dung in Deutschland wurden die Regelungen aus EC2 überprüft und die erforderlichen Änderungen im
Nationalen Anhang für Deutschland, EC21NA:DE angegeben. Weitere Erläuterungen zum
Durchstanztragverhalten und zur konstruktiven Durchbildung sind in Heft 600 gegeben 11.91. Die nach
EC21NA:DE zulässigen Bewehrungsformen und die konstruktive Durchbildung für eine robuste Ausführung
des Durchstanzbereichs werden in den folgenden Abschnitten vorgestellt.

8.2 Tragverhalten
Aufgrund der hohen Schlankheit von Flachdecken ergeben sich im Bruchzustand flache Rissneigungen
(Bild 8-1 ). Für Flachdecken wird nach EC2 der rechnerische Nachweisschnitt u1 im Abstand von 2,0d zum
Rand der Lasteinleitung festgelegt (d =statische Nutzhöhe).
8 14028 0 2 x 2 0 10 0 Gitterträger

0 2x Bügel010/15 0 2 014 ® Raue Verbundfuge

(:;\ Bügel 0 8/25 {für fy\ @


V Transport und Montage) \.J 0 12115 Raue Verbundfuge

8 4014 0 0 1 0/15

Bild 7-11: Bewehrung des Plattenbalkens

a) ohne Durchstanzbewehrung b) mit Durchstanzbewehrung


Bild 8-1: Rissbild im Sägeschnitt von Versuchen ohne und mit Durchstanzbewehrung aus 18.1I
Bei Einzelfundamenten und Bodenplatten sind bedingt durch die geringere Schubschlankheit und den dem
Durchstanzen entgegengerichteten Sohldruck deutlich steilere Rissneigungen zu beobachten 18.21, 18.31.
(Bild 8-2). Da das Tragverhalten entscheidend von der Rissneigung beeinflusst wird, ist der Durchstanz-
widerstand zusätzlich von der Schubschlankheit und Größe des Sohldrucks abhängig . Aus diesem Grund ist
der Abstand vom Stützenrand zum kritischen Rundschnitt (acrit) nicht von vorneherein bekannt.

76 77
a/d= 1,25 a/d =2,00
UD wie zum Beispiel Doppelkopfanker oder Gitterträger dürfen unter Beachtung der deutschen oder europäi-
schen Zulassungen eingesetzt werden.

Besonders in dünneren Platten ist die Ve rankerung der Du rchstanzbewehrung sorgfältig zu planen und
auszuführen . Bei einer Bügelbewehrung ist da rauf zu achten , dass in jeder Bügelecke ein Stab der Längs-
bewehrung angeordnet wird . Dabei ist das Umfassen der Stäbe einer Verlegerichtung ausreichend , sofern
diese mindestens 50 % der erforderlichen Summe der Bewehru ng aus beiden Richtungen entspricht. Wer-
den die äußeren Lagen der Längsbewehrung durch die Bügel umfasst, ist die zulässige Betondeckung an
den Bügeln zu überprüfen. Das Bügelschloss bzw. die Öffnungen bei hutförmigen Bügeln sind in der Druck-
zone anzuordnen . Für das Schließen der Bügel gilt EC2/NA:DE, Bild 8.5DE. Neben der ausnutzbaren Stahl-
spannung der Bügel fywd,ef in Abhängigkeit der statischen Nutzhöhe ist bei Bügeln der Stabdurchmesser auf
Bild 8-2: Sägeschnitt und Versagensriss aus Durchstanzversuchen an Einzelfundamenten aus /8.4/ r/Js ~ 0 ,05d zu begrenzen , um eine ausreichende Verankerung sicherzustellen (Bild 8-4 ).

8.3 Bemessung ln der Ausführungsplanung ist es erforderl ich , die Lage der Bügel im Grundriss zu vermaßen und eine Ein-
bau reihenfelge festzulege n. Wi rd im Du rchstanzbereich einmal die Biegebewehrung in y- und einmal in
Die Bestimmungsgleichung für den Durchstanzwiderstand in EC2, Gleichung (6.47), entspricht formal der in z-Richtung umfasst (Bügelausrichtung um 90° ged reht), ist die Schenkellänge der Bügel anzupassen . Unter-
DIN 1045-1, Gleichung (105). Unterschiede bestehen in den beiden Vorfaktoren CRd.c =0,18/yc für den schiedliche Stabdu rchmesser der Längsbewehrung in der oberen und unteren umfassten Lage führen bei
Betontraganteil und k1 = 0,10 für den Traglast steigernden Einfluss des Normalspannungsanteils aus Druck- gedrehter Ausrichtung der Bügel zu verschiedenen Längen der vertikalen BügelschenkeL Sind die Bügel
spannung. Seide Vorfaktoren sind in EC2 kleiner als in DIN 1045-1. Durch den in EC2 größeren Abstand nicht auf die Längsbewehrung abgestimmt und daher zu lang, ist eine schlupfarme Verankerung nicht si-
zum kritischen Rundschnitt und der daraus resultierenden größeren Länge (EC2 im Abstand 2,0d (Bild 8-3), chergestellt.
DIN 1045-1 im Abstand 1,5d) ergeben sich jedoch etwa gleich große Widerstände:
113
Innerhalb des Rundschnittes u 1 darf der tangentiale Abstand zweier lotrechter Bügelschenkel nicht größer
VRd,c = CRd,c · k · (1 ÜÜ · P, · fck) + k1 · O'cp 2: Vmin + k1 · O'cp (8 .1) als 1,5d sein. Für die Bügel außerhalb des Bereiches 2 ,0d vom Stützenrand gilt ein maximaler tangentialer
Der Durchstanzwiderstand von Fundamenten wird mit der durch den zusätzlichen Faktor (2d/a) mod ifizierten Abstand von 2 ,0d (Bild 8-4 ). Durch die orthogonal ve rlegte Längsbewehrung sind baupraktische Lagetole-
Bemessungsgleichung für Platten (Gleichung (8.1 )) bestimmt, mit d der statischen Nutzhöhe und a =acrit ranzen einzelner Bügelschenkel in den Kreissegmente n erforderlich . Lotrechte Bügelschenkel dürfen zu
dem Abstand des Stützenanschnittes zum maßgebenden Rundschnitt Bei zunehmendem Abstand des einer Beweh rungsreihe gerechnet werden , sofern diese in radialer Richtung maximal 0,2d vom Rundschnitt
kritischen Rundschnitts von der Stütze wird das Verhältnis (2d/a) kleiner und die durch den Beton abweichen und die tangentialen Abstände eingehalten we rden /1.9/.
aufnehmbare Schubspannung wird reduziert. Die Fläche innerhalb des kritischen Rundschnitts und damit die SchnittA-A
Summe des entlastenden Sohldrucks wird jedoch größer. Aufgrund dieser beiden gegenläufigen Einflüsse 45° ,; a,; 60° $,,;0,08d
ist eine iterative Bestimmung der Lage des kritischen Rundschnitts erforderlich . Der maßgebende Abstand
a = Bcrit ergibt sich für die kleinste aufnehmbare Durchstanzlast (Bild 8-3) .

• 0
0


.
• •
·~o~
~•
.
i ~
l d
u crit ,
l----ll--- + -$.:.:.,"_o:_
,o_5d---1 ····• .......... ................... . ......
..................................... ...... ...............................................................
c 2d j/ ~ = iterativ
ß = 26,6° ' t I t . . J Druckzone

lA A

,;Q,25d
Bi ld 8-3: kritischer Rundschnitt bei Flachdecken im Abstand 2d (links) und bei gedrungenen
Fundamenten (rechts) $,,;0 ,05d

----~--
. :l:~~~~~~~~~tf~~~;-~ B
Druckzone
Mit einer Durchstanzbewehrung lässt sich der Durchstanzwiderstand von Flachdecken und Fundamenten L oooooooooooooooooooooo OOoo OO OOOOOO 00000 00000 000000 0000~~~.~~9.~.~~.?.~00~~:~~~~~.~.~.?.~?.~.~0~00
deutlich steigern. Durch Bügel oder Schrägstäbe ist nach EC2/NA:DE /1 .1/, Gleichung (NA.6.53.1 ), eine
Erhöhung des Durchstanzwiderstands gegenüber Platten ohne Querkraftbewehrung von bis zu 40 % mög- Bi ld 8-4: Bügel und Schrägstäbe als Durchstanzbewehrung in Flachdecken
lich /8.9/, /8.10/.
Werden Schrägstäbe als Durchstanzbewehrung vorgesehen, ist bei der Planung besonders im Knotenbe-
VRd,max = 1,4 · VRd,c (8.2) reich auf eine gute Betonierbarkeit zu achten . Um zu große Bewehrungskonzentrationen zu vermeiden ,
dürfen die Schrägstäbe um bis zu 0,25d neben den Rand der Lasteinleitungsfläche ausgelagert werden.
mit vRd,c der Tragfähigkeit der nicht durchstanzbewehrten Platte. Aufgrund der im Vergleich zu lotrechten Bügeln besseren Verankerung der horizontalen Abbiegungen dürfen
für Schrägstäbe Stabdurchmesser bis r/Js ~ 0 ,08d verwendet werden. Es darf eine Reihe Schrägstäbe , mit
8.4 Konstruktive Durchbildung einem maximalen Abstand von 1,5d am Fußpunkt bis zum Stützenrand, angeordnet werden. Zur besseren
8.4.1 Bewehrungstechni k Betonierbarkeit dürfen die Sch rägstäbe abwechselnd ve rsetzt angeordnet werden (Bild 8-4).

Nach EC2 sind nur Bügel und Schrägstäbe als Durchstanzbewehrung zulässig . Schubzulagen , Leiterkörbe Für Schrägstäbe gelten die Regeln zur bau lichen Durchbildung nach Bild 8-4. Die Neigung der Schrägstäbe
oder Unterstützungen sind als Durchstanzbewehrung nicht erlaubt. Ande re Durchstanzbewehrungsformen zu r Mittelebene der Platte muss zwischen 45° und 60° betragen. Die horizontalen Abbiegungen müssen in

78 79
mindestens eine Bewehrungslage einbinden und sind mit dem Grundmaß der Verankerungslänge /bd zu Dem Durchstanzen eines Decken-Stützen-Knotens folgt in der Regel ein progressiver Kollaps des gesamten
vera.~kern. Sollen die Schrägstäbe auf die Notfallbewehrung angerechnet werden, ist mit der Feldbewehrung Deckenfeldes. Zur Vermeidung eines fortschreitenden Versagens von punktförmig gestützten Platten ist
ein Ubergreifungsstoß auszubilden. . daher ein durchgehendes Zugband in der Platte auszubilden, indem ein Teil der Feldbewehrung über die
Lasteinleitungsfläche hinweggeführt bzw. dort verankert wird. Diese Längsbewehrung muss mindestens die
Aufgrund der steileren Rissneigung in Fundamenten besteht die Gefahr, dass die Durchstanzbewehrung
Querschnittsfläche As = VEd/fyk aufweisen. Dabei ist VEd der Bemessungswert der Querkraft mit n= = 1,0.
nicht im erforderlichen Umfang aktiviert wird. Daher sind die Abstände der Durchstanzbewehrungsreihen auf
Beim Durchstanzen von elastisch gebetteten Gründungskörpern darf wegen der Boden-Bauwerk-Interaktion
0,3d für die erste Reihe zur Stütze hin und auf 0,5d für die weiteren Reihen untereinander zu verringern
auf diese Notfallbewehrung verzichtet werden.
/8.11/. Die engere Anordnung stellt sicher, dass jeder Schubriss von mindestens zwei vertikalen Bügel-
schenkeln gekreuzt und das Risswachstum wirksam begrenzt wird. Da zur Bestimmung der 8.4.2 Besondere Aspekte der Bauausführung
Durchstanzbewehrung in Fundamenten auf einen Betontraganteil verzichtet wird, kann die
Durchstanzbewehrung vereinfacht als Aufhängefachwerk ermittelt werden. Als Aufhängebewehrung dürfen Bei Flachdecken beträgt die Bewehrungsmenge der oberen Biegezugbewehrung im Durchstanzbereich in
die lotrechten Bügelschenkel in einem Bereich von 0,3d bis 0,8d vom Rand der Stütze angerechnet werden. der Regel ein Mehrfaches der unteren Feldbewehrung. Während über der Stütze oft if/20-28 mm inselartig
Sind außerhalb von 0,8d weitere Reihen Durchstanzbewehrung erforderlich, darf bei schlanken Fundamen- angeordnet werden, besteht die Feldbewehrung aus einer durchgehend verlegten Stabstahlbewehrung mit
ten der Abstand der Bügelschenkel in radialer Richtung auf 0,75d erhöht werden (Bild 8-5). Bei gedrungenen ifß-12 mm. Im stützennahen Bereich sind in der Regel daher im Vergleich zu den Feldbereichen Unterstüt-
Fundamenten ist der Abstand höchstens 0,5d. Ein Fundament wird als schlank eingestuft, wenn a1Jd > 2,0 zungen mit geringeren Bauhöhen erforderlich, um die Lage der oberen Bewehrung und die Betondeckung
gilt. Bei Einzelfundamenten ist aA. der Abstand zwischen Stützenanschnitt und Fundamentrand, bei Boden- sicherzustellen. Gleichzeitig ergibt sich im Vergleich zum Feldbereich eine geringere statische Nutzhöhe.
platten darf der kleinste Abstand zum Nullpunkt der radialen Plattenbiegemomente angenommen werden.
Wird zur Steigerung des Durchstanzwiderstandes eine Durchstanzbewehrung vorgesehen, sind die Anord-
Für die Durchbildung von Bügeln und Schrägstäben als Durchstanzbewehrung in Fundamenten gelten die nung der Biegebewehrung und der Durchstanzbewehrung aufeinander abzustimmen, um ein Herausschnei-
gleichen Bestimmungen wie für Flachdecken. den einzelner Stäbe der Biegebewehrung bei der Montage zu vermeiden. Ist dies zum Einbau der
Durchstanzbewehrung dennoch erforderlich, ist der Durchstanznachweis mit einem reduzierten Längsbe-
! ! +++!~0,3·d I aJd:S 2,01 a laJd>2,ol wehrungsgrad erneut zu führen.
1<--L--o'-'-,5=-·d o, 5· d
).

8.5 Spezielle Bewehrungstechnik


8.5.1 Allgemeines
d Für andere Durchstanzbewehrungsformen wie Doppelkopfanker, Gitterträger oder Stahleinbauteile sind
bauaufsichtliche Zulassungen des Deutschen Instituts für Bautechnik oder Europäische Zulassungen (ETA:
European Technical Approval) erforderlich. Sie regeln den Einsatz der Systeme im Durchstanzbereich von
Flachdecken und Fundamenten. Im Zulassungsverfahren wird experimentell die Leistungsfähigkeit des
Produktes im geplanten Anwendungsbereich nachgewiesen und ein Bemessungskonzept festgelegt. ln den
Bild 8-5: Bügelabstände bei gedrungenen (links) und schlanken (rechts) Fundamenten letzten Jahren wurden die bauaufsichtliehen Zulassungen auf Grundlage von DIN 1045-1 erteilt und werden
Als Durchstanzbewehrung können auch Schrägstäbe und Bügel kombiniert werden (Bild 8-6). Dazu ist zurzeit auf EC2 umgestellt. Im Folgenden werden die Regelungen nach DIN 1045-1 für übliche Systeme
entlang der Nachweisschnitte eine ausreichende Durchstanztragfähigkeit sicherzustellen, indem die einwir- vorgestellt /8.7/, /8.8/.
kende Querkraft über Lasteinzugsflächen zugeordnet wird. Der Plattenbereich ist vom Stützenmittelpunkt
8.5.2 Doppelkopfanker
ausgehend in 12 bis 16 Querkraftsektoren (L'l~ =22,5° bis 30°) einzuteilen /8.6/. Die resultierende Querkraft
VEd,i wird über die Summe der Belastung auf die Fläche außerhalb des kritischen Rundschnittes u 1 bis zu Durch die an den Enden aufgestauchten Köpfe mit dem zumeist dreifachen Schaftdurchmesser ( rA< =3if!A)
den Lastscheiden bestimmt. Der Durchstanznachweis ist erbracht, wenn die Schubspannung wird im Vergleich zu Bügeln eine deutlich schlupfärmere Verankerung erzielt. Dies führt besonders in dün-
.vEd,i = VEd/(L'lu;d) in allen Sektoren kleiner als der nach EC2 zulässige Widerstand vRd ist. Ist in einem Sektor nen Platten zu einer Traglaststeigerung gegenüber Bügeln, da mit der besseren Verankerung geringere
Durchstanzbewehrung erforderlich, ist in den anderen Sektoren wenigstens die Mindestdurchstanz- Schubrissbreiten verbunden sind /8.9/. Doppelkopfanker werden in Deutschland mehrheitlich aus gerippten
bewehrung anzuordnen. Auf den Ansatz des Lasterhöhungsbeiwertes ß darf bei Verwendung des Betonstahl hergestellt (Bild 8-7).
Sektormodells verzichtet werden (/1.9/, /8.1/, /8.4/).

. ·········•······
7
~A

Bild 8-6: Abstände bei einer Kombination von Schrägstäben mit Bügeln sowie Nachweis der Bild 8-7: Doppelkopfanker und Systemelemente mit Montageleiste
Tragfähigkeit mit dem Sektormodell
Um eine möglichst hohe Verlegegenauigkeit zu erreichen, werden die Doppelkopfanker als Systemelement
mit zwei oder mehreren Ankern vorgefertigt und ausgeliefert (Bild 8-7). Dabei wird die Montageleiste mit

80 81
einem Überstand ausgeführt, der dem Abstand des ersten Ankers zur Stütze und bei Kombination zweier 8.6 Beispiel
Systemelemente auch der Anker untereinander entspricht. Der Einbau kann je nach Ausbildung der Monta-
gehilfen nachträglich von oben oder vor dem Verlegen der unteren Biegebewehrung sowohl in Elementplat- Gegeben ist eine Flachdecke aus C30137 mit hld =30125 cm und regelmäßigem Stützenraster
ten als auch in Ortbetonplatten erfolgen. Die Länge der Doppelkopfanker hA ist so zu wählen, dass die (LxiLy =6,5016,00 m). Aus der statischen Berechnung ergibt sich im Bereich der Innenstütze die erforderliche
Ankerköpfe mindestens bis zu den Außenkanten der äußeren Bewehrungslagen reichen. Die Mindestanfor- Bewehrung:
derungen der Betondeckung gelten für die Ankerköpfe , da in der Regel die Montageleiste keine statische
Obere Lage:
Relevanz besitzt.
Längsbewehrung über der Stütze, innerer Gurtstreifen (0 ,1 ·L): As,y,ert =19,7 cm 2
; As,z,ert =16,0 cm 2

Neben der höheren Durchstanztragfähigkeit von 90 % gegenüber einer Platte ohne Durchstanzbewehrung
Längsbewehrung über der Stütze , äußerer Gurtstreifen (0, 1·L): As,y,ert = 12,2 cm 2 ; As,z,ert = 10,1 cm 2
nach DIN 1045-1 hat insbesondere der deutlich einfachere und schnellere Einbau der Doppelkopfanker zu
einer weiten Verbreitung geführt. Zusätzlich zu den gerippten Doppelkopfankern aus Betonstahl B 500 gibt Längsbewehrung über der Stütze, Feldstreifen: As,y,ert = 5,0 cm 2 ; As,z,ert = 5,0 cm 2
es weitere Varianten mit glattem Schaft (für Platten mit statischer Nutzhöhe bis 300 mm), geringerer Streck-
grenze oder kleinerem Verhältnis von Kopf- zu Schaftdurchmesser. Die Bemessung wird ebenfalls über Untere Lage:
bauaufsichtliche Zulassungen geregelt.
im Bereich der Stütze: konstruktiv
8.5.3 Gitterträger als Notfallbewehrung: VEd = 0,576 MN (mit VF = 1,0)
Gitterträger wurden ursprünglich als Verbund-, Transport- und Montagebewehrung für den Einsatz in Ele- As,erf = VEdlfyk =0,5761500 = 11 ,5 cm 2

mentdecken entwickelt. Inzwischen können Gitterträger je nach Ausführung als Verbund-, Querkraft- und
Durchstanzbewehrung:
Durchstanzbewehrung in Fertigteilen oder Ortbeton eingesetzt werden. Sie bestehen üblicherweise aus
einem Obergurtstab und zwei Untergurtstäben, zwischen denen geformte Betonstähle verlaufen. Je nach (1) Bemessungsgrundlagen
Ausführung und Hersteller bilden diese abwechselnd ansteigende und fallende Diagonalen oder abwech-
selnd Vertikal- und Diagonalstäbe, die mit den Gurten kraftschlüssig verschweißt sind . Baustoffe : C30137, B500A, Yc = 1,50, Ys = 1,15
Statische Nutzhöhe: dy =0,24 cm, dz =0,26 cm -7 dm =0,25 cm
Für den Einsatz im Durchstanzbereich sind nur Gitterträger zugelassen, die aus einer Vertikai-IDiagonalstab
Stützenabmessungen : c =c1 =c2 =0,30 m
Kombination bestehen . Beim Einbau sind die Gitterträger mit zum Auflager hin ansteigenden Diagonalen
anzuordnen, damit der Winkel zwischen dem geneigten Durchstanzriss und dem Diagonalstab möglichst Belastung: VEd =0,806 MN
groß ist. Ein Einbau der Gitterträger parallel zum Auflagerrand ist ebenfalls möglich, wobei allerdings nach (2) Kritischer Rundschnitt
den aktuellen Zulassungen die parallel zum Auflagerrand angeordneten Diagonalstäbe für den Lastabtrag
nicht angesetzt werden dürfen. Abhängig von der Ausbildung der Gitterträger darf nach der bauaufsichtli- Rundschnitt Lasteinleitung:
ehen Zulassung die obere Bewehrungslage ganz oder teilweise auf den Gitterträgerobergurten gestapelt u 0 = 4. 0,30 = 1,20 m -7 u 0 I d = 1,20 I 0,25 = 4,80::::; 12 -7 geschlossener kritischer Rundschnitt u1
werden. Mit Gitterträgern sind Traglaststeigerungen zwischen 25 % und 70 % gegenüber einer Platte ohne
Durchstanzbewehrung nach DIN 1045-1 möglich . Kritischer Rundschnitt
u1 = 2. (2 · c + :rr. 2,00 · d) = 2 · (2 · 0,30 + :rr · 2,00 · 0,25) = 4,34 m
8.5.4 Stahleinbauteile
Kann mit herkömmlichen Durchstanzbewehrungsformen aus Betonstahl der geforderte Tragwiderstand nicht (3) Maximal aufzunehmende Schubspannung: Gleichung (6.38)
erreicht werden, können Konstruktionen aus Baustahl den erforderlichen Traglastzuwachs erzielen vEd = (ß · VEd )l(u; · d)
(Bild 8-8). Die Stahleinbauteile wirken wie eine Stützenkopfverstärkung, die den kritischen Durchstanzkegel
nach außen verlagert und somit die Durchstanztragfähigkeit deutlich erhöht. Bei einer ausreichenden Steifig- mit VEd = 0,806 MN
keit der Stahleinbauteile tritt dabei das Versagen außerhalb des Einbauteiles auf. Soll die Durchstanz- ß = 1,10 (lnnenstütze, ausgesteiftes System /1//z::::; 1,25)
tragfähigkeit weiter gesteigert werden, ist der Einsatz einer Durchstanzbewehrung außerhalb der Stahlein-
bauteile denkbar. Allerdings fehlen zurzeit noch die entsprechenden Regelungen in den Zulassungen . v Ed = (1,1 0 · 0,806) I( 4,34 · 0,25) = 0,817 MN 1m 2

(4) Querkrafttragfähigkeit ohne Durchstanzbewehrung: Gleichung (6.47)

VRd,c =CRd,c ·k · (100·pi ·fck)1/3 +Ü,1 Ü· O"cp ;;::(vmin +Ü,1 Ü·O"cp )


mit eRde= 0,18/ Yc = 0,18/1,50 = 0,12 für Uo I d = 4,80 > 4

k = 1 + .J2oo 1d = 1 + .J2oo 1250 = 1,89 ::::; 2,oo

Pi:
Annahme: Die letzte Bewehrungsreihe befindet sich im Abstand 2,0d vom Stützenanschnitt
b = 2 · (2,00 + 3,00) · d + c = (2 · (2,00 + 3,00) · 0,25 + 0,30 = 2,80 m
Bild 8-8: Stahleinbauteile im Durchstanzbereich Pi ,y =A s,y, b= 280 1(b·d y)=((12·1,6 2 +13·2,0 2 )·trl4)1(280·26)=0,0089
2 2
Aufgrund der höheren Herstellkosten der Stahleinbauteile ist der Einsatz auf Spezialanwendungen begrenzt. Pi,z == As,z,b=ZBO l(b · dz) = ((10 · 1,6 + 11 · 2,0 ) ·tr i 4)1(280 · 24) = 0,0081
Hauptsächlich werden Stahleinbauteile in Verbindung mit Verbundstützen eingesetzt. Durch die vergleichs-
weise kleinen Stützendurchmesser der Stahlverbundstützen ist der Nachweis mit anderen Durchstanz-
J
Pi = Pi,y · Pi,z = Jo,0089 · 0,0081 == 0,0085 ::::; 0,02 ::::; 0,5 · fcd I fyd = 0,5 ·17 I 435 = 0,02
bewehrungsformen häufig nicht möglich. Der maximale Durchstanzwiderstand von Stahleinbauteilen wird im
Wesentlichen durch die Steifigkeit und Größe des Einbauteils bestimmt.

82 83
(10) Konstruktionsregeln der Durchstanzbewahrung nach 9.4.3
112 312 ·30 112 =0498MNim 2
V .
m1n
=005251y
' c
·k 312 .fck =005251150·189
' ' ' '
Maximaler Stabdurchmesser:
max iflsw ::; 0,05d = 0,05 · 250 = 12,5 mm -7 gewählt: iflsw = 10 mm
v Rd,c = 0,12 ·1,89 · (1 00 · 0,0085 · 30) 113 = 0,668 MNim 2 ?:: 0,498 MNim 2 =V min -7 vRd,c ist maßgebend!
Maximaler tangentialer Abstand der Bügelschenkel:
vRdc = 0,668 MNim 2 ?:: 0,817 MNim 2 = vEd -7 Durchstanzbewehrung ist erforderlich!
innerhalb des kritischen Rundschnitts: S1 = 1,50 · d = 1,50 · 0,25 = 0,38 m
(5) Tragfähigkeit der Betondruckstreben: Gleichung (NA 6.53.1) außerhalb des kritischen Rundschnitts: S1 = 2,00 · d = 2,00 · 0,25 = 0,50 m
2 2
VRd,max = 1,40 · VRd,c = 1,40 · 0,668 = 0,935 MNim ?:: 0,817 MNim = VEd
Mindestbewehrung :
-7 vEd kann mit Durchstanzbewehrung aufgenommen werden!
1. Bewehrungsreihe im Abstand 0,50d = 12 cm:
(6) Abgrenzung des durchstanzbewehrten Bereiches: Gleichung (6.54) uAsw, 1 =2·(2·0,30+n·0,50·0,25)=1,99m
Querkrafttragfähigkeit außerhalb des durchstanzbewehrten Bereiches: LI
"sw,1,mm
. = 0 ' 08 I 1' 5 . "\}'ck
ffk I f d
y
. sr · s 1 = 0' 08 I 1' 5 · .J30 I 500 · 0, 7 5 · 0, 25 ·1, 99 ·1 04 = 2, 2 cm
2

113
VRd,c,out = 0,1511,50 ·1,89 · (1 00 · 0,0079 · 30) = 0,543 MNim 2
-7 nicht maßgebend!
2
mit Pt,y,out = ((100110 + 1) · 1,6 · nl 4)1(100· 26) = 0,0085
2. Bewehrungsreihe im Abstand 1 ,25d = 31 cm:
2 uASW, 2 =2·(2·0,30+n·1,25·0,25)=3,16m
Ptzout = ((100113 + 1) ·1,6 ·lll 4)1(100 · 24) = 0,0073
2 4
Asw,2 ,mm. =008115 · '\j'ck
ffklfd·s ·S1 =00811,5·.J301500 · 0,75 · 0,25·3,16·10 =3,5cm
Pt,out = ~ Pt,y,out · Pt,z,out = ~0,0085 · 0,0073 = 0,0079 ::; 0,02 ::; 0,5 · fcd I fyd = 0,5 ·17 I 435 = 0,02 ' ' y r '

-7 nicht maßgebend!
Erforderliche Länge des äußeren Rundschnitts:
3. Bewehrungsreihe im Abstand 2,0d =50 cm:
uout = (ß. VEd )l(vRd,c,out. d) = (1,1 0. 0,806)1(0,543. 0,25) = 6,53 m
UAsw, 3 = 2 · (2 · 0,30 + ll· 2,00 · 0,25) = 4,34 m
4 2
Abstand äußerer Rundschnitt von Aoad: ffk I f d · s · s 1 = 0 08 I 1 5 · .J30 I 500 · 0, 75 · 0,25 · 4,34 ·1 0
Asw,3 ,mm. = 0 ' 08 I 1' 5 · '-/'ck = 4,8 cm
y r ' '
Uout = Uo + 2Jl· aout
-7 nicht maßgebend!
-7 aout = (uout - U0 )I 27l = (6,53 -1,20)1 2n = 0,85 m = 3,40d
(11) Gewählte Durchstanzbewehrung
-7 Iw = (3,28 -1,50)d = 1,78d (Bereich mit Durchstanzbewehrung) 2
1. Bewehrungsreihe im Abstand 0,50d = 12 cm: 18 Schenkel fjJ 10 mit Asw,1,vorh = 14,1 cm
mit Iw: Länge zwischen Stützenanschnitt und letzter Bewehrungsreihe 2. Bewehrungsreihe im Abstand 1 ,25d = 31 cm: 18 Schenkel ifJ 10 mit Asw,2,vorh = 14,1 cm
2

-7 3 Reihen Durchstanzbewehrung erforderlich (Bügelbewehrung 90°) 3. Bewehrungsreihe im Abstand 2,00d= 50 cm: 18 Schenkel f/J10 mitAsw,3,vorh = 14,1 cm
2

(7) Gewählte Bügelbewehrung 90°


Gewählte Reihenabstände vom Stützenanschnitt
-7 1. Bewehrungsreihe 0,50d
-7 2. Bewehrungsreihe 1 ,25d (Sr= 0,75d)
-7 3. Bewehrungsreihe 2,00d (Sr= 0,75d)
(8) Grundbewehrungsmenge je Reihe: Gleichung (6.52)
VRd,s =0.75·VRd,c +1,5·dlsr ·(Asw ·fywd,ef ·Sina)l(u1 ·d)
3
mit f ywd,ef = 250 + 0,25 · d = 250 + 0,25 · 0,25 ·1 0 = 312,5 MNim 2 ::; 435 MNim 2 = f ywd
sina = sin(90) = 1,0

-7 Asw = ((vEd- 0,75. VRd,c). u1 . d)l(1,5. (d I Sr). fywd,ef)


= ((0,806- 0,75. 0,668) · 4,34 · 0,25)1(1,5 · (1 I 0,75) · 312,5) = 5,3 cm 2

(9) Erforderliche Bewehrungsmenge je Reihe


1. Bewehrungsreihe im Abstand 0,50d = 12 cm: Asw,1,erf = Ksw,1 . Asw = 2,5. 5,3 = 13,3 cm 2
2. Bewehrungsreihe im Abstand 1 ,25d = 31 cm: Asw,2,erf = Ksw,2 . Asw = 1,4. 5,3 = 7,4 cm 2
3. Bewehrungsreihe im Abstand 2 ,00d = 50 cm: Asw,3,erf = Ksw,3 . Asw = 1,0 . 5,3 = 5,3 cm 2

84 85
Durchstanzbewehrung und Durchstanzbewehrung und konstruktive ······················· ................................................................ ...................................................................................... ... ·························································:
Biegezugbewehrung (obere Lage) Längsbewehrung (untere Lage) G)
d>10/15

z
-~----·- ~----.:_

~r

I V • 72 "•
j( 72 " j(

) L!)
111rr
3 I r

L!) 0
Bügelanordnung im Querschnitt eo ......
~ @~
......
ea
L!)

C') ~
B-B @ 19

TI_} G)<j> 10
@
@
<1>

<1>
20, I= 5,00
16, I= 5,00
m
m
Gnom 43 "
@Bügel <1> 10
=25mm <l>bc = 40 mm
® 4<j>14, I= 2,00 m
Bild 8-9: @ @ @
Bewehrungsausbildung an der Innenstütze mit Hutbügeln als Durchstanzbewehrung
I 5d> 16/13 11 d>20/13 5d>1 6/13 I
Alternativ wird eine Durchstanzbewehrung aus Doppelkopfankern dargestellt.

~r
Doppelkopfanker als Durchstanzbewehrung und Biegezugbewehrung (obere Lage)

G)<j> 10
Anordnung Doppelkopfanker im Querschnitt
@<j> 20, I= 5,00 m
~
I @<j> 16, I= 5,00 m ~
. 0- /'> Ol
'4 ' 0
~ _.", 1;:: G) G)
G)
~ [_.;;
d>10/15 d>10/15 d>10/15
A -r ~ .................................................. .... ...... .... .............................................. .................... .............. ..... ...
'[_ ~
~ tJ
-
·- """ N

......
=25mm
~ --· ··········· · ····· ·

Bild 8-11: Ausschnitt aus Bewehrungsplan der oberen Bewehrung einer Flachdecke im Bereich der
..........................................................

~ ~ ~
Innenstütze
~ 0

V "" '0
';::
0

~
0

( ( ( ( I
' 13 13' 13'13 13
'13'13'13'13'14 '12
I
} }
( ( (
}
(
}
I

Bild 8-10: Bewehrungsausbildung der Innenstütze mit Doppelkopfankern als Durchstanzbewehrung

86 87
9 Scheibenwirkung von Ortbeton- und Fertigteildecken
9.1 Allgemeines
Die räumliche Stabilisierung eines Bauwerks erfordert in der Regel die Ausbildung der Decken als horizontal [I] Fertigteilelemente
aussteifende Tragelemente (Scheiben). Horizontalkräfte aus Wind und Schiefstellung von Stützen und
Wänden sowie gegebenenfalls aus Erddruck und Erdbeben werden über die Deckenscheiben zu den verti-
kal aussteifenden Tragelementen weitergeleitet. Die Scheibe muss Teil eines wirklichkeitsnahen Trag-
werksmodells sein, das die Verträgl ichke it der Verformungen der aussteifenden Bauteile berücksichtigt. Die
Auswirkungen der resultierenden horizontalen Verschiebungen auf alle Teile des Tragwerkes sind zu be-
rücksichtigen.

9.2 Tragverhalten
ln den Deckenscheiben kommt es zu einem Lastabtrag, der analog zu wandartigen Trägern (vergleiche Bild 9-2: Schubkräfte zwischen benachbarten Fertigteilen
Kapitel13) durch ein Begen-Zugbandmodell oder ein Fachwerkmodell beschrieben werden kann (Bild 9-1 ).

Bogen-Zug bandmodell Fachwerkmodell 9.4 Konstruktive Durchbildung

9.4.1 Ortbeton-Vollplatten
Bei einer Ortbetonkonstruktion muss die Wirkung als Deckenscheibe durch die eingele~te Be~~hrung si-
chergestellt werden. Zugbänder sind analog zu den Regeln für Zugbänder von wandart1gen Tragern /9.2/
anzuordnen und zu verankern.
- - -- - Druckbogen
An freien (ungestützten) Rändern (Ausnahme lnnenbauteile) ist nach Bild 9-3 eine Randverbügelung anzu-
ordnen .
~2h
Zugband
i
Bild 9-1: Lastabtrag in Deckenscheiben
/eff

: : : ]\]
9.3 Bemessung Bild 9-3: Randverbügelung von freien Plattenrändern nach /1.1/, Abschnitt 9.3.1.4

Die Ermittlung der Druck- und Zugkräfte kann je nach Abmessung mithilfe der Balkentheorie Die Randverbügelung darf auch in der 2. Bewehrungslage angeordnet werden (Bild 9-4 ).
(bei lefflh ~ 3 /1 .1/) oder unter Anwendung von Stabwerkmodellen erfolgen. Regeln zur Modelltindung sind in
~ 2h ,
/9.1/ enthalten . Die Bemessung der Druckstreben, Zugstreben und Knoten muss nach /1.1/, Abschnitt 6.5,
(Stabwerkmodelle) erfolgen. Die Bewehrung ist entsprechend der im Tragwerksmodell auftretenden Zugkräf-
te anzuordnen.
t 1
Bauwerke, die nicht für außergewöhnliche Ereignisse bemessen sind , müssen nach /1.1 /, Abschnitt 9.1 0, ein
geeignetes Zuggliedsystem aufweisen, um alternative Lastpfade bei einer örtlichen Schädigung zu ermögli-
chen . Hieraus ergeben sich Mindestanforderungen für Ringanker und innere Zuganker (s. Abschnitt 9.4.4).
: : : l\]
Bei Decken aus Fertigteilen muss außerdem nach /1.1 /, Abschnitt 6.2.5, nachgewiesen werden, dass die Randverbügelung von freien Rändern in 2. Bewehrungslage
Bild 9-4:
Druckkräfte der Druckstreben des Fachwerkmodells von einem Deckenelement auf das benachbarte De-
ckenelement durch Schubkräfte übertragen werden können (Bild 9-2). Bei rauen, glatten und sehr glatten 9.4.2 Fertigteildecken mit Aufbeton
Fugen muss die Schubtragfähigkeit nach /1.1 /, Abschnitt 10.9.3 (12), eingeschränkt werden.
Deckenscheiben , die aus Fertigteilplatten mit nachträglicher Ortbeton~rgän~ung bestehe~. u~d bei_ denen die
Verbundwirkung nachgewiesen wurde , können hinsichtlich der Sche1benw1rkung grundsatzlieh w1e Vollplat-
ten behandelt werden.
Freie Ränder sind wie bei Vollplatten zu verbügeln (Bild 9-5 a)). Sof~rn eine Verbundbeweh_rung nac~ /1.1/,
Abschnitt 6.2.5, oder bauaufsichtlich zugelassene Gitterträger zur Sicherung der Verbundwl~kung z~1sche~
Fertigteilplatte und nachträglicher Ortbetonergänzung angeordnet w~rden, darf der Steckbugel be1 ausrei-
chender Bauteilhöhe auch auf die Fertigteilplatte aufgelegt we rden (Bild 9-5 b)).

88 89
• ;::: 2h
i
j,

I 1 1 1 1

~]
I
i
~]
I
i

a) Steckbügel (Standard) b) Steckbügel auf der Fertigteilplatte bei


vollflächiger Verbundbewehrung
Bild 9-5: Randverbügelung von freien Plattenrändern bei Fertigteilen mit Aufbeton

9.4.3 Fertigteildecken ohne Aufbeton


Die Scheibenwirkung bei einer Decke aus Fertigteilelementen ohne Aufbeton muss über die kraftschlüssige
Verbindung von Zugpfosten und Ringanker und den Verguss der Fugen sichergestellt werden. Hierzu muss
die Fugenbewehrung am Randglied ausreichend verankert sein (Bild 9-6). Die Fuge muss ausreichend Platz
für die Fugenbewehrung auch im Stoßbereich bieten und das Verdichten des Fugenmörtels ermöglichen. Ring- und Zuganker für außergewöhnliche Ereignisse nach /1.1/, Abschnitt 9.10.2.3
Bild 9-7:
Zur Sicherstellung eines ausreichenden Verbundes und des Korrosionsschutzes ist bei der Wahl des maxi-
malen Stabdurchmessers das geforderte Nennmaß der Betonüberdeckung Gnom zu berücksichtigen . Es sind Die Ringanker [KJ sind innerhalb eines Randabstandes von 1,2 m durchlaufend a~zuordnen. Die Plattenbe-
geeignete Abstandhalter zu verwenden. Sollte aufgrund der Fugengeometrie die Verwendung von Abstand- wehrung in diesem Bereich darf hierzu angerechnet werden (Bild 9-8) . . Der Ringanker darf _Bewehrung
haltern nicht möglich sein , ist von mäßigen Verbundbedingungen nach /1.1/, Abschnitt 8.4, auszugehen.
einschließen, der Teil der inneren Zuganker ist. Der Ringanker muss d1e Zugkraft nach Gleichung (9 .2)
aufnehmen können.
(9.2)
Schnitt A-A Ftie,per = I; · 1 0 kN/m ~ 70 kN

mit F 1;e,per: Zugkraft des Ringankers . . .


I;: Spannweite des Endfeldes rechtwmkllg zum Rmganker

- ·- · r--·
I
II
[]] Fertigteilelement
[2]Fugenbewehrung
~ Zugbandbewehrung
@]Steckbügel (Anschlussbewehrung)
Bild 9-6: Einbindung der Fugenbewehrung in das Zugband
. lL .

ln der Regel wird das gesamte Zugband aus der Scheibenbemessung über ein Zugglied am Rand aufge- 1,20m Ir
nommen . Gegebenenfalls kann die Zugkraft bei Deckensystemen aus mehreren Fertigteilelementen auch
auf mehrere Fugen verteilt werden. i 1 I
I

Die zur Übertragung der in Fugenlängsrichtung wirkenden Kräfte erforderliche Bewehrung quer zur Fuge
darf in den Querfugen konzentriert werden .
::I
9.4.4 Ring- und Zuganker zur Schadensbegrenzung bei außergewöhnlichen Ereignissen
Durch die Einhaltung nachfolgender Regeln erfüllt eine Deckenscheibe die Anforderungen nach /1.1/, Ab-
schnitt 9.10, die ein Versagen des Gesamtsystems ohne Vorankündigung verhindern sollen . Die nach /1.1/ Bild 9-8: Für einen Ringanker anrechenbare Plattenbewehrung
bemessenen Ring- und Zuganker sind als Mindestbewehrung und nicht als zusätzliche Bewehrung vorgese-
hen. Für Ring- und Zuganker dürfen grundsätzlich die Bewehrungen in Fertigteildecke und Aufbeton ange- Um die Umlaufwirkung des Ringankers sicherzustellen, kan~ er nach /1.1/, Abschnitt 9.:0.2.2 (2), mi~
setzt werden. - 2·1 (I mit f ) gestoßen werden. Die Verbindung des Rmgankers darf auch durch gee1gnete mecha
I0 - b,rqd b,rqd yd ..
nische Verbindungen oder durch Verschweißen ausgefuhrt werden .
Der Betonstahl darf bei außergewöhnlichen Ereignissen bis zu seiner charakteristischen Streckgrenze
ausgenutzt werden (siehe Gleichung (9.1 )).

A _ _f_ (9.1)
s,erf - f
yk

mit fyk: charakteristischer Wert der Streckgrenze des Betonstahls

91
90
Mehrla~ige Ringanker sind an Plattenecken nach Bild 9-9 oder Bild 9-10 auszubilden . Die hierbei erforderli- 10 Stützen
chen Ble~erollendurchmesse.~ Dmin richten sich gemäß /1.1 /, Tabelle 8.1 DE, nach den jeweiligen örtlichen
Rand. b~d~ngungen. Durch Stutzen oder Wände eingetragener Druck senkrecht zur Scheibenebene ersetzt 10.1 Allgemeines
dabei e1ne große Betondeckung. Stützen sind stabförmige Druckglieder, die überwiegend durch Normalkräfte beansprucht werden. ln der
Praxis werden meist rechteckige und runde Querschnitte genutzt. Bei Stützen mit rechteckiger Querschnitts-
form darf die Querschnittshöhe h maximal das Vierfache der Querschnittsbreite b (h::; 4b) betragen, in
anderen Fällen ist das Bauteil als Wand anzusehen . Stützen weisen im Allgemeinen hohe Auslastungen bei
\ <> gleichzeitig geringen Umlagerungsmöglichkeiten auf. ln allen Fasern des Querschnitts, auch in der Betonde-
ckung, liegen dabei hohe Beanspruchungen vor. Zur Gewährleistung einer ausreichenden Trag- und
! Gebrauchstauglichkeit ist daher eine geeignete konstruktive Durchbildung und sorgfältige Herstellung
~~~r~~~~~~~ erforderlich. Hierbei sind insbesondere die Durchdringungs- und Anschlussstellen an Decken , Unterzüge
I Ir lo Ir
und Fundamente zu beachten.

-(··~:~ _,f::
I
I
I
I 10.2 Tragverhalten
I /-R-,-
I Zur Abschätzung, ob es sich bei einem Bauteil unter Normalkraftbeanspruchung um ein Druckglied handelt,
I v nganker
kann die bezogene Exzentrizität betrachtet werden. Das Bauteil ist nach /1.1/, NA.1.5.2.18, als Druckglied zu
I
I behandeln, wenn die bezogene Ausmitte er/h < 3,5 (ed =MEr!NEd· Querschnittshöhe h) ist.

ln Abhängigkeit der Bauteilschlankheit .-1. erfolgt die Unterscheidung in gedrungene und schlanke Druckglie-
der. Bei gedrungenen Druckgliedern treten im Grenzzustand der Tragfähigkeit nur geringe Tragwerksverfor-
mungen auf, sodass sich hieraus keine relevanten Vergrößerungen der Schnittgrößen nach Theorie
Bild 9-9: Ringanker Eckausbildung Bild 9-10: Ringanker Eckausbildung I. Ordnung ergeben . Die Tragfähigkeit gedrungener Stützen wird üblicherweise durch die ertragbaren
(analog Ringbalken) Druckspannungen des Betons und Betonstahls bestimmt, es handelt sich um ein Spannungsproblem nach
Theorie I. Ordnung (Bild 10-1, Fall 1).
Innen lieg~nde .. Zugan.~er ~ s~!len in .zwei zueinander ungefähr rechtwinkligen Richtungen angeordnet
werden. S1e mussen uber 1hr~ Lange Wl.rksam durchlaufend sein und an jedem Ende in den Ringankern Die Abgrenzung zwischen gedrungenen und schlanken Druckgliedern erfolgt nach EC2 /1 .1/, Abschnitt 5.8.2
~erank~rt werden, sofern Sle.. mcht als honz~ntale Zuganker zu Stützen oder Wänden fortgesetzt werden . Die und 5.8.3, in Abhängigkeit der dimensionslosen Normalkraft n =NEI(Ac·fcd) mittels der Grenzschlankheit .-1,;m:
1nn~n llegen?en Zuganker durfen entweder Insgesamt in den Deckenscheiben liegen oder ganz oder teilwei-
(10.1)
se ln ans~~l1eßenden Balken oder Wänden angeordnet werden. ln Wänden sind sie in der Regel nicht mehr .-1,;m = 25 für lnl ~ 0,41
als 0,5 m uber oder unter den Deckenplatten einzulegen.
(10.2)
.-1,;m = 16/Jii für lnl < 0,41
Bei Ort~etonvollplatten und Fertigteildecken mit Aufbeton müssen die Zuganker in jeder Richtung in der
Lage se1n, folgenden Bemessungswert der Zugkraft aufnehmen zu können : Bei schlanken Druckgliedern (.-1. > .-1.1;m) können die Effekte aus der Theorie II. Ordnung bei der Bemessung
nicht mehr vernachlässigt werden. ln diesem Fall sind bei Nachweisen neben der planmäßigen Ausmitte
Ftie,per = 20 kN/m nach /1.1/ (~ 0,4 cm 2 je Meter Plattenbreite) e0 = MEd I NEd auch die ungewollte Ausmitte e; infolge von Imperfektionen und die zusätzliche Ausmitte e 2
infolge von Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung zu berücksichtigen. Die Tragfähigkeit dieser Stützen
Bei Fertigt~ildecken oh~e Aufbe.ton ~önnen die Zuganker nicht flächig in der Spannrichtung und rechtwinklig wird bei mäßiger Schlankheit durch das Materialversagen des Betons bzw. Betonstahls bestimmt (Span-
dazu verteilt wer~en. :;1elmehr 1st e1ne Bewehrung in der Fuge zwischen den einzelnen Deckenelementen nungsproblem Theorie II. Ordnung). Hierbei können sowohl Druck- als auch Zugspannungsüberschreitungen
anzuordnen und 1m Ringanker zu verankern. Diese ist für die Mindestkraft nach Gleichung (9.3) zu bemes- maßgebend werden (Bild 10-1, Fall 2). Druckglieder mit sehr hohen Schlankheiten versagen durch Stabili-
sen: tätsverlust (Bild 10-1, Fall3).
FanG) Fall @ Fall@
Ftie = 20 kN/m · (/1 + /2 ) ~ 70 kN (9 .3) gedrungene mäßig schlanke sehr schlanke
Stütze Stütze Stütze
mit Ftie: Kraft des Ringankers (Zug) N N
/1, lz: Spannweite der benachbarten Deckenplatten rechtwinklig zur Fuge (Bild 9-7)
' ,, Grenzzustand
I
Randstützen un~ Außenwände sind horizontal in den Deckenscheiben in der Regel mit Bewehrung [gJ zu ',, Materialversagen I
verankern, ~m ~ln ro~ustes Tragwerksverhalten z. B. im Falle eines auftretenden Explosionsdruckes sicher- '/
zustellen. D1e e~nzul.eltenden. Kräfte. sind kraftschlüssig in die Deckenscheiben zu übertragen. Die Bemes-
sung der Anschlussnchtung nchtet s1ch nach den Regeln in /1.1 /, Abschnitt 9.1 0.2.4. \
\
Nu und
\
Mu Mu= N-(e+v)
N., und
Nu, Mu: Bruchschnittgrößen infolge Materialversagen
N51 ,M51 : Bruchschnittgrößen infolge Stabilitätsversagen
M., = N·(e+v)

Bild 10-1: Versagenszustände von Druckgliedern unterschiedlicher Schlankheiten (nach /10.1 /)

92 93
Die Abtragung der einwirkenden Normalkraft NE erfolgt bei Stahlbetonstützen durch die Traganteile des Hierdurch wird in diesen Bereichen eine deutliche Steigerung der ertragbaren Spannungen und
Betons Ne und der Bewehrung Ns. Aufgrund des zeitabhängigen Materialverhaltens des Betons (Kriechen Stauchungen des druckbeanspruchten Betons erzielt (siehe Bild 10-3 ). Die Höhe der wirksamen
und Schwinden) kommt es in bewehrten Druckgliedern zu einer Spannungs- bzw. Kraftumlagerung vom Umschnürungsspannung hängt wesentlich von der konstruktiven Durchbildung ab (Bewehrungstyp , Längs-
Beton auf den BetonstahL Diese führt dazu, dass die Beanspruchung der Bewehrung auch bei üblichen und Querabstände der Quer- und Längsbewehrung).
Stützenausbildungen mit zunehmendem Bauteilalter deutlich ansteigt. Die zeitabhängige Höhe der Span-
nungen im Beton O"c(t) und in der Bewehrung O"s(t) können bei zentrisch beanspruchten Stützen in Abmessung des Wirkung einer Umschnürungsspannung
umschnürten Kernbereichs auf die Druck-Arbeitslinie
Abhängigkeit von der Kriechzahl rp(t) und der Gesamtschwinddehnung Ecs(t) unter Vernachlässigung der einaxialer
Relaxation wie folgt abgeschätzt werden:
Spannungs-
zustand
Zeitabhängige Betonspannung:
(10.3)
steigende
Umschnürungs-
O"s(t)= n(t) · ~~) + L'ws,es(t)
Zeitabhängige Stahlspannung: dreiaxialer
(10.4) spannung Oiat
Spannungs-
zustand

Verhältnis Elastizitätsmoduli:
(10.5)
"
•·- - d
k
- ---1-·
~

Bild 10-3: Umschnürte Kernbetonbereiche bei unterschiedlichen Stützenquerschnitten und Auswirkung


Ideelle Querschnittsfläche: der Umschnürungsspannung auf die ertragbare Druckspannung und zugehörigen Bruchdeh-
(10.6)
nungen
Spannungsänderung im Beton
infolge Schwinden: llO"c,cs (t)=-t"cs(t)·Es )\{t) 10.3 Bemessung
(10.7)
Spannungsänderung im Stahl
infolge Schwinden: llO"s,cs (t) = t'cs (t)·Es {1-n(t)· A~tt)) (10.8)
Zur querschnittsbezogenen Bemessung von Druckgliedern (Rechteck- und Kreisquerschnitt) eignen sich
M-N-Interaktionsdiagramme, siehe z. B. /10.2/. Bei Stützen mit komplexeren Querschnittsformen ist eine
EDV-gestützte Bemessung zweckmäßig . Bei geringen Abweichungen vom Rechteck- oder Kreisquerschnitt
Bild 10-2 zeigt eine exemplarische Auswertung der zeitabhängigen Traganteile des Betons Ne und der kann auch ein auf der sicheren Seite liegender Ersatzquerschnitt gewählt werden. Bei schlanken Bauteilen
Bewehrung Ns für eine typische Hochbau-lnnenstütze.
sind die Bemessungsschnittgrößen unter Berücksichtigung der Effekte nach Theorie II. Ordnung durch
Hochbau-lnnenstütze (C30/37, BSt 500 S) Iteration zu bestimmen. ln diesem Fall können ebenfalls die schlankheitsabhängigen ,u-v-Nomogramme
NEd = =
1000 kN , N perm 500 kN N[kN] (z. B. in /1 0.2/) genutzt werden , in denen der Effekt aus Theorie II. Ordnung direkt berücksichtigt ist.
Kriechzahl <Jl oo = 3,6 Gesamtkraft N perm = 500 kN
Schwindmaß Ecs, oo = -0 ,64%o 10.4 Konstruktive Durchbildung
400 Traganteil Traganteil
Querschnitt Beton Ne Bewehrung N5 10.4.1 Mindestabmessungen
300
I I Gemäß den Angaben in /1.1/, NCI zu 9.5.1 (1 ), dürfen stehend hergestellte Stützen eine Mindestdicke von
Längs-Bewehrung
4020 200 mm nicht unterschreiten. Für waagerecht betonierte Fertigteilstützen kann die Mindestquerschnitts-
200 abmessung entsprechend /1 .1/, Abschnitt 10.9.8 (4 ), auf 120 mm reduziert werden. Die gleichen Grenzwerte

DJ
sollten auch für die Wandstärken von Stützen mit Hohlquerschnitt eingehalten werden. Bei Schleuder-
betonstützen, deren Herstellung durch allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen geregelt wird , sind
100 geringere Wandstärken von ca. 1/3 des Durchmessers möglich.

Die Mindestabmessungen von Stützen dienen der Sicherstellung einer sachgemäßen Bauausführung
+-- 200 ---1- 0
0
28 91 182
200
365
400 600 800
1095
1000 t [d] (Betonierbarkeit), der Beschränkung von übermäßigen Verformungen und berücksichtigen die Anforde-
rungen des Brandschutzes und der Dauerhaftigkeit.
Bild 10-2: Kraftumlagerung infolge des zeitabhängigen Betonverhaltens in Stahlbetonstützen
10.4.2 Längsbewahrung
Im Grenzzustand der Tragfähigkeit können die Materialwiderstände von Beton und Betonstahl unabhängig
10.4.2.1 Bewehrungsgrad, Durchmesser und Abstände der Längsbewahrung
von den zeitabhängigen Spannungsumlagerungen unter Gebrauchslasten ohne Abminderung angesetzt
werden. Bei schlanken, exzentrisch beanspruchten Druckgliedern führt das Kriechen des Betons zu einer Als Mindestbewehrung von Stahlbetonstützen ist nach /1.1/, NDP zu 9.5.2 (2), eine Bewehrung anzuordnen,
Vergrößerung der Verformungen. Diese sind in der Bemessung mittels einer zusätzlichen Kriechexzentrizität mit der im Grenzzustand der Tragfähigkeit mindestens 15 % der Längsdruckkraft aufgenommen werden
eq> zu berücksichtigen (/1.1 /, Abschnitt 5.8.4 ). kann :

Neben der Längsbewahrung bestimmt auch die Querbewahrung das Tragverhalten von Stützen maßgeblich. (10.9)
Die Querbewahrung dient allgemein der Aussteifung der Längsbewehrung gegen Ausknicken. Durch
Querdehnungen werden in der Querbewehrung zusätzliche Umschnürungsspannungen geweckt, die in den Bemessungswert der aufzunehmenden Längskraft
Kernbereichen des Stützenquerschnitts zur Ausbildung eines dreiaxialen Spannungszustands führen.
fyd: Bemessungswert der Festigkeit des Betonstahls an der Streckgrenze

Gesamtfläche des Betonquerschnitts

94 95
sich die Kernfläche innerhalb der Bügel im Bereich eines Vollstoßes mit gekröpften Stäben stark reduzieren,
Nach /1.1/, NDP zu 9.5.2 (3), darf die maximale Bewehrungsfläche, auch im Bereich von Stößen, 9% des
Betonquerschnitts Ac nicht überschreiten, d. h. sodass Verdichtungsprobleme auftreten könnten.

As,max =0,09·Ac (10.10)

Die Begrenzung des Längsbewehrungsanteils dient der Sicherstellung der Betonierbarkeit. Überschreitet der
Umlenkkräfte bei Kröpfungen von
Bewehrungsgehalt im Stoßbereich den angegebenen Maximalwert von 9 %, so muss der Übergreifungsstoß
Druckstäben Zugstäben
versetzt ausgeführt werden.
t t__
Der Durchmesser der Längsstäbe rA darf nach /1 .1/, NDP zu 9.5 .2 (1 ), rA.min = 12 mm nicht unterschreiten.
Nach NDP zu 9.5.2 (4) darf der Abstand der Längsstäbe maximal 300 mm betragen (Bild 10-4). Bei recht-
eckigen Stützen mit Querschnittsabmessungen von b :5 400 mm und h :5 b braucht nur je ein Bewehrungs-
stab in den Querschnittsecken angeordnet zu werden . Im Falle einer größeren Anzahl von Längsstäben auf bei Druckstößen:
ein Stab außerhalb des Stoßbereichs,
einer Querschnittsseite wird ggf. die Sicherung durch zusätzliche Querbewehrungen erforderlich , siehe Abstand vom Ende des Stoßbereichs < 41/1
Abschnitt 10.4.2.2. ln Stützen mit Kreisquerschnitt sind mindestens 6 Längsbewehrungsstäbe vorzusehen. scl,tmax

Stützen des allgemeinen Hochbaus sollten im Allgemeinen immer symmetrisch bewehrt werden, da hier
meist wechselnde Endmomente gleicher Größenordnung vorliegen. Bei symmetrischer Bewehrungs- Empfehlung für Kröpfungsausbildung
ausbildung werden zudem Fehler beim Einbau der Bewehrung vermieden. Eine unsymmetrische Bewehrung rpl /KI I /Kv mindestens 8
ist bei Kragstützen sinnvoll, wenn hohe, richtungstreue Momentenbeanspruchungen, z. B. aus Windlasten ~ 14mm nicht erforderlich 3 Bü mit 0,6 scl,tmax
und I oder Kranstoß, vorliegen . wenn 1))1> 14 mm
16mm 360 mm I 30 mm
~ 300 mm ;::, 20 mm 600 mm I 50 mm
t-t
Ausbildung Vollstoß mit Kröpfung
0,25 max ~I b

- ~w 2:: 6 mm (Stabstahl) o gekröpfte Längsstäbe


(
5 mm (Mattenstahl)

• • Anschluss-Längsstäbe Kröpfungslange: 'KI
• • Kröpfungsversatz: 'Kv

~200mm[
:5 400mm
~ •
< 15 I
>w



• Bild 10-5: Konstruktionsregeln für Stützen mit Vollstoß und Empfehlungen für die Kröpfungsausbildung

10.4.3 Querbewahrung
L__ ~ 2::
1 12 mm Zwischenbügel
10.4.3.1 Querbewehrungsdurchmesser und -abstände
Bild 10-4: Anforderungen an Stützen mit Eckbewehrung und gleichmäßig verteilter Bewehrung Um ein Ausknicken der Längsbewehrung zu verhindern, ist diese durch Querbewehrungen zu siche~_n . ln
Abhängigkeit der Ausbildung der Querbewehrung werden bügelbe~ehrte_ und w~ndel?ewehrte Stutzen
10.4.2.2 Stoß der Längsbewahrung unterschieden. Bild 10-6 zeigt einen ausgeknickten Bewehrungsstab ~m M1tten_bere1ch em~r gedrungenen
Die im Stoßbereich von Stützenlängsbewehrungen auftretenden Lagetaleranzen der Bewehrungsstäbe Stütze. ln den Lasteinleitungsbereichen am Kopf und Fuß konnte em Auskmcken der Langsbewehrung
fü_hren oft dazu, dass es insbesondere bei vorgefertigten Bewehrungskörben zu Behinderungen beim Einbau durch engere Bügelabstände verhindert werden.
kommt. Bei einer Längsbewehrung aus Stäben mit einem Durchmesser größer als 14 mm ist es bei
auftretenden Unplanmäßigkeiten im Übergreifungsbereich auf der Baustelle meist nicht mehr möglich, die zu
stoßende Bewehrung durch manuelles Biegen und Verschieben in eine parallele Lage zu bringen . Zur
Vermeidung dieser Probleme sollten Längsbewehrungsstäbe ab rA = 16 mm mit Kröpfungen im
Übergreifungsbereich ausgeführt werden. Hierbei werden die Stabenden im Bereich des Stützenkopfes
jeweils nach innen abgebogen. Die Anschluss-Längsstäbe können dann an der Stützenaußenseite
angeordnet und von Bügeln umfasst werden, siehe Bild 10-5. Die Kröpfungslänge und der-versatzmüssen
in Abhängigkeit vom Durchmesser der Längsbewehrung ausreichend bemessen werden, siehe hierzu die
Empfehlungen in Bild 10-5. Die Anordnung der ersten Längsstababbiegung (Biegung nach innen) erfolgt in
der Regel unterhalb der Decke bzw. des Unterzugs. Die zweite Abbiegung der Längsstäbe in die parallele
Stablage sollte im Allgemeinen im Bereich der Decke bzw. des Unterzugs liegen, da die bei einer
Zugbeanspruchung der Längsbewehrung infolge der Abbiegung auftretenden Umlenkkräfte hier sicher
aufgenommen werden können. Bei stets überdrückten Stützen erfolgt die Anordnung der Kröpfung
zweckmäßig so, dass die erste Abbiegung innerhalb des angeschlossenen Bauteils liegt. Die Aufnahme der
Umlenkkräfte braucht nach /1 .1/, 9.5.3 (5), nicht rechnerisch nachgewiesen zu werden , solange die
Richtungsänderung :5 1/12 ist. Bei Stützen mit geringen Querschnittsabmessungen sollten aus konstruktiven
Gesichtspunkten Längsstäbe mit Stabdurchmessern von maximal 14 mm gewählt werden, die ohne
Kröpfungsausbildung gestoßen werden können. Aufgrund der geringen Querschnittsabmessungen würde

96 97
0

I~ I~
<D

<"{ lL a!
:;s 15·~w j j.
4~w
:;s 15·~wt=

ll :;s15·~wt=

~ Jl
:;;:; 300 mm :;;:; 300 mm :;;:; 300 mm

0
~ Längsbewehrung:
4 0 25 B 500 s
Bügel:
CJ [ J
9 0 8 B 500 s
S-Haken ~
0

I~ [ ) Jl
<D

[) Jl
:;s 15·~w t= :;s 15 ·~wt=
a) Detail b) Versuchsstütze c) Bewehrung

Bild 10-6: Ausknicken der Längsbewehrung im Mittenbereich einer gedrungenen Versuchsstütze 11


j
Bei der Wahl des Querbewehrungsdurchmessers ist der Mindestdurchmesser 9w nach Gleichung (1 0.11) :;;:; 300 mm :;;:; 300 mm :;;:; 300 mm
einzuhalten, siehe /1 .1 /, Abschnitt 9.5.3 (1 ).

t/Jwmin -

mit
·
_ {max fA/4 ~ 6 mm Stabstahlbewehrung
5 mm B h
ewe rungsmatten (10.11) [ J CJ
CJ
C/)w: Stabdurchmesser der Querbewehrung

max ~: größter Durchmesser der Längsbewehrung

Bei der Verwendung von Stabbündeln mit Vergleichsdurchmessern 9n > 28 mm (nach /1 .1 /, 8.9.1) und
Stäben mit fjJ > 32 mm als Druckbewehrung ist der Mindeststabdurchmesser für Einzelbügel und für Wendeln Bild 10-7:
0
Anordnung der Längs- und Querbewehrung bei Stützen
nach /1 .1 /, NCI zu 9.5.3 (1), auf 12 mm zu erhöhen.
Die Querbewehrungsabstände sind in Stützenbereichen mit erhöhten Querzugkräften nach /1 .1 /, 9._5.3 (~).
Der Abstand der Querbewehrung Scr.tmax entlang der Stützenachse darf nach /1.1/, NDP zu 9.5.3 (3), den um den Faktor 0,6 zu vermindern (siehe Bild 10-5). Die Bereiche mit verstärkter Querbewehrung srnd wre
kleinsten der folgenden Abstände nicht unterschreiten: folgt definiert:

12 -min ~ - Krafteinleitungsbereiche unmittelbar über und unter Balken und Platten über eine Höhe, die der größeren
Abmessung des Stützenquerschnitts entspricht,
scl,tmax = min min h
{
300mm (10.12) Bereiche mit Übergreifungsstößen der Längsstäbe, wenn deren größter Durchmesser ~ehr als 14 mm
beträgt. Auf der Stoßlänge sind mindestens drei gleichmäßig angeordnete Bügel erforderlich.
mit min ~: kleinster Durchmesser der Längsbewehrung
Bei Richtungsänderungen der Längsstäbe (z. B. bei Veränderungen des Stützenque~schnittes oder i~
min h: kleinste Seitenlänge (Rechteckquerschnitt) oder Durchmesser (Kreisquer- Bereich von Kröpfungen) sind die Abstände der Querbewehrungen in der Regel auf Basrs der q~er angrei-
schnitt) der Stütze fenden Kräfte zu berechnen. Querzugkräfte infolge von Richtungsänderungen dürfen vernachlässrgt werden,
falls die Richtungsänderung :::; 1/12 ist oder eine Kröpfung der Längsbewehrung im Deckenbereich erfolgt
Bei Berücksichtigung des Maximalabstands können nach /1.1/, NCI zu 9.5.3 (6), in einer Querschnittsecke (/1.1/, 9.5.3 (5)).
5 Längsstäbe durch die Querbewehrung gesichert werden. Der Abstand der Längsstäbe vom Eckbereich
darf jedoch den 15-fachen Bügeldurchmesser nicht überschreiten (Bild 10-4 und Bild 10-7). Weitere Längs- 10.4.3.2 Schließen der Querbewehrung
stäbe sind nach /1. 1/, NDP zu 9.5.3 (3), durch zusätzliche Zwischenquerbewehrungen zu sichern . Deren Querbewehrungen sind nach /1 .1/, NCI zu 9.5.3 (2), mit 150°-Haken nach Bild 10-8 zu schließen. Dabei
Abstand entlang der Stützenachse darf den doppelten Wert des Maximalabstands Scr.tmax betragen. sollten die Schlösser entlang der Stützenachse versetzt werden .

98 99
10 <P Soll durch eine entsprechend dimensionierte Wendelbewehrung ein Umschnürungseffekt _zur Traglast~teig~­

~~my
rung erzeugt werden, so ist der Stoß der Bewehrung geso~de_rt zu . sichern. ln diesem Fall 1st e1n
übergreifungsstoß nach /1.1/, Abschnitt 8.7.3, auszuführen. Zusatzlieh w1r? empfoh_~en , an ?en Stoßenden
nach innen gebogene Winkelhaken nach Bild 10-8 b) anzuordnen. Alternativ dazu konn~n d1e Bewehrungs-
enden verschweißt werden. Die Aktivierung der erhöhten Querbewehrung erfolgt erst 1n hohen Beanspru-
chungszuständen; unter Gebrauchslasten weisen derartig bewehrte Stützen ein Verhalten entsprechend
konventionell querbewehrter Stützen auf.
a) b)
10.5 Fertigteilstützen
Bild 10-8: Verankerungselemente für Querbewehrung in Stützen, Hakenarten (aus /1.1/, Bild 8.5DE)
10.5.1 Allgemeines
Wenn der Widerstand der Betondeckung gegen Abplatzen durch besondere Maßnahmen erhöht wird, kann
die Querbewehrung auch mit 90°-Haken nach Bild 10-8 b) ausgeführt werden. Um eine Bei Fertigteilstützen ist für eine sichere Kraftübertragung eine . sor~fälti~e konstruktive ~usbildung . der
Feuerwiderstandsklasse ;:::: R90 zu erreichen, ist mindestens eine der folgenden Maßnahmen anzuwenden, Stützenstöße und -anschlüsse erforderlich . Bei Stützenstößen w1rd d1e Langsbewehrung 1m Allgeme1~en
siehe /1 .1 /, NCI zu 9.5.3 (2): nicht durch den Stoß hindurchgeführt. Daher ist die gesamte Stützenkraft (Beton- und Bewehrungsante1le)
über die Stoßfuge zu übertragen .
- Vergrößerung des Bügeldurchmessers um mindestens 2 mm gegenüber Gleichung (1 0.11 );
Bei Fertigteilstützenstößen werden zwei grundlegende Ausbildungen unterschieden:
- Halbierung der Bügelabstände nach Abschnitt 10.4.2.2;
a) Reine Druckstöße: Kraftübertragung über
- Anschweißen von Querstäben (Bügelmatten);
Mörtelbett,
- Vergrößerung der Winkelhakenlänge nach Bild 10-8 b) von 1Oy:> auf;:::: 15y:>.
- Stahlplatten (i . d. R. ebenfalls im Mörtelbett),
Die Verankerungsstellen sollten entlang der Stützenachse versetzt werden , um das vollständige Versagen - Elastomerlager (bewehrt I unbewehrt).
der Querbewehrung im Falle des Abplatzens der Betondeckung zu verhindern (Ausnahme:
Bügelmatten). Bei geringen Querschnittsabmessungen sind 90°-Haken zweckmäßiger, da die Betonier- b) Biegesteife Stützenstöße: Übertragung der Druckkräfte nach a); Übertragung der Zugkräfte in der
barkeit durch 150° -Haken eingeschränkt wird (Bild 10-9). Längsbewehrung durch

- Übergreifungsstoß,
- Stoßen der Längsbewehrung mittels Schweißanschluss,
- Schrauben- oder Pressmuffenstoß,
- Stützenschuhe aus Stahl.

Die Ausführung eines biegesteifen Stützenstoßes erfordert im Vergleich zu~ rei~en_ Dr~ckstoß einen ~rhöh­
ten Planungs-, Montage- und Überwachungsaufwand. Bei den in der Prax1s hauf1g eingesetzten Stutzen-
schuhen bleibt der Mehraufwand begrenzt.

Bild 10-9: Bewehrungsbeispiele für eine 20 cm breite Stütze, Neben der sicheren Kraftübertragung sind bei der Ausbildung der Stützenstöße weitere Randbe?ingungen
schlechte Betonierbarkeit bei Ausführung mit nach innen gebogenen Haken (links), wie z. B. brandschutztechnische Anforderungen zu beachten . Weiterführende Angaben zur Ausbildung von
gute Betonierbarkeit bei Ausführung mit 90°-Haken (rechts) Stützenstößen finden sich in /10 .2/ bis /10.7/.

10.4.4 Stützen mit Kreisquerschnitt 10.5.2 Tragverhalten

Bei kreisförmigem Stützenquerschnitt sind die Längsbewehrungsstäbe gleichmäßig über den Umfang verteilt Beim Stoß von Fertigteilstützen entstehen in den anschließe~den Bauteilen (_)u~rzugspannungen, die_ durch
anzuordnen . Dabei ist eine Mindestanzahl von 6 Stäben einzuhalten (Abschnitt 10.4.2). Für die Abstände geeignete Bewehrungen aufzunehmen sind. Die Fugenausblldun~. hat da_be1 e1nen maßgebenden Einfluss
auf die im Bereich des Stützenstoßes auftretenden Spannungszustande (Bild 10-11 ).
und das Schließen der Querbewehrung gelten die Regelungen nach Abschnitt 10.4.3. Beim Stoß der Längs-
bewehrung durch Übergreifung können die Bewehrungsstäbe nebeneinander angeordnet werden . Die
Kröpfung der Stäbe wie bei Stützen mit Rechteckquerschnitt ist in der Regel nicht erforderlich.
tr
I

(a) r (b)
Bild 10-10: Bewehrungsanordnung bei wendelbewehrten Stützen mit Kreisquerschnitt
Bild 10-11: Querzugspannungen im Bereich von Druckfugen in Abhängigkeit der Fugenausbildung /10 .4/

100
101
Die Fugenausbildungen werden daher unterteilt in: A) B) C)
a) Weichgebettete Fuge (Bild 10-11 a)): T7 J:-:
/
:~~:>T -
.•

l //~>:· .:·
Elastizitätsmodul des Fugenmaterials EFuge ~ 70 %Ec (/1.1/, NCI zu 10.9.4.3 (4)),
die Querzugspannungen resultieren vor allem aus hohen Querdehnungen des Fugenmaterials, die
.; _:.<;::> ':
Resultierende der Querzugspannungen liegt nahe der Fuge. ·1. ·.·'..".,·
'l ·.) .
b) Hartgebettete, eingeschnürte Fuge (Bild 10-11 b)): l/ . l

Elastizitätsmodul des Fugenmaterials EFuge > 70 %Ec (/1.1/, NCI zu 10.9.4.3 (4)),
l ~ i~~J _
die Querzugspannungen stellen sich infolge der konzentrierten Krafteinleitung in einem gewissen Bild 10-12: Biegesteife Stöße von Fertigteilstützen (Beispiele)
Abstand zur Fuge ein.

c) Hartgebettete, vollflächige Fuge (Bild 10-11 c)):

Elastizitätsmodul des Fugenmaterials wie vor, die Querzugspannungen entstehen infolge der Einlei-
tung des Traganteils der Längsbewehrungsstäbe in den Betonquerschnitt, die auftretenden Quer-
zugkräfte werden durch verteilte Quer- und Stirnflächenbewehrungen aufgenommen. Zusätzlich ist
die Ausführung mit einer stirnseitigen Stahlkopfplatte möglich (siehe /10.6/, /10.7/).

10.5.3 Bemessung
Im Falle der weichgebetteten Fuge (Bild 10-11 a)) darf der Bewehrungsquerschnitt zur Aufnahme der Quer-
zugkräfte beim Fehlen genauerer Modelle nach folgender Gleichung ermittelt werden:

As =0,25 . (tlh) . FEdlfyd (10.13)

Bewehrungsfläche an der stirnseitigen Oberfläche der Stütze je Achsrichtung

t: Dicke des Fugenmaterials Bild 10-13: Biegesteifer Stützenanschluss mit Stützenschuhen

h: Abmessung des Fugenmaterials in Richtung der Bewehrung 10.6 Beispiel


Bemessungsdruckkraft in der Lagerfuge (1) Bemessungsgrundlagen
Bei hartgebetteten, eingeschnürten Fugen (Bild 10-11 b)) können die zur Abdeckung der auftretenden Quer- Gegeben ist eine mehrgeschossige quadratische Hochbau-lnnenstütze mit blh =300/300 mm. Die
zugkräfte erforderlichen Bewehrungen nach /1.1/, 6.5.3 Gleichung (6.58), bzw. entsprechend Bild 6.25 a) Stütze bindet in die Unterzüge der Geschossdecken ein. Die Geschosshöhe beträgt 3,75 m. Die
berechnet und angeordnet werden . Aussteifung des Gebäudes ist durch Wandscheiben gewährleistet. Die Bemessung der Innenstütze
erfolgt daher an einem beidseitig gelenkig gelagerten Ersatzsystem mit einer Länge von
10.5.4 Konstruktion
Ia =ß·lcot = 1,0·3,50 =3,50 m.
Bei einfachen Druckstößen wird oft die hartgebettete, vollflächige Fuge (Bild 10-11 c)) mit Stahlkopfplatten
Die rechnerischen Nachweise der Stütze ergeben, dass es sich um ein schlankes Druckglied unter
a·n jedem Stützenende bevorzugt. Im Allgemeinen erfolgt der Plattenstoß stumpf, ggf. wird aber auch ein
dominierender Normalkraftbeanspruchung handelt. Die Bemessung ergibt für einen symmetrisch
zusätzlicher Zentrierdorn angeordnet. Die Dicke der Stahlplatte an der Stützenstirnfläche sollte aus konstruk-
bewehrten Querschnitt eine erforderliche Längsbewehrung von As,tot,erf = 12,0 cm •
2
tiven Gründen mindestens 10 mm betragen und der lichte Abstand zwischen der Stahlplatte und dem Ende
der Längsbewehrung 10 mm nicht überschreiten . Nach dem Einbau können die Platten zusätzlich an zwei
oder vier Seiten verschweißt werden.
Querschnitt: =300/300 mm, Ac =900 Cm As,tot,erf =12,0 Cm
blh 2
,
2

Baustoffe: Beton C30/37 mit fcd = 17,0 N/mm Betonstahl B500 B mit fyd =435 N/mm
2 2
,
Die Herstellung von biegesteifen Stützenstößen erfordert den Einsatz hochwertiger Fugenmörtel und die
Ausbildung eines Bewehrungsstoßes. ln Bild 10-12 sind prinzipielle Ausführungen der Stoßausbildung bei Belastung: NEd =-1.900 kN
Fertigteilstützen dargestellt. Bei der Variante A wird ein Übergreifungsstoß mit Anschlussbewehrungen, die
in nachträglich ausgegossene Hüllrohre einbinden, ausgebildet. Der Anschluss nach Bild 10-12 Variante B (2) Mindest- und Maximalbewehrung, Stabdurchmesser der Längsbewehrung
zeigt die Verschraubung der unteren Stützenbewehrung mithilfe sogenannter Stützenschuhe und Bild 10-13
deren praktische Ausführung. Der Anschluss nach Bild 10-12 Variante C stellt eine stahlbaumäßige Verbin- As,min =0,15·INEdl/fyd =0,15·1,9/435 =0,000655 m 2
~ 6,55 cm
2

dung durch einen verschweißten Winkelrahmen mit nachträglicher Verpressung des Zwischenraumes dar.
Maximalbewehrungsfläche der Längsbewehrung im Regelbereich außerhalb des Stoßes bei Annahme
eines 100 %-igen Übergreifungsstoßes in der Stütze :

As,max =0,5·0,09·Ac =0,5·0,09·900 =40,5 cm 2

gewählt: 4020 mm, As.tot =12,6 cm 2


~ As.tot,erf =12,0 cm 2
, Anordnung in den Ecken des Querschnitts

102 103
Kontrolle der Bewehrungsfläche, des Stabdurchmessers und -abstands der Längsbewehrung: Mindestdurchmesser:

As,min =6,55 cm 2
:5 As,tot =12,6 cm 2
:5 As,max =40,5 cm 2
max rp1/4 = 20/ 4 = 5 mm
rp . = max
{ 6 mm (Stabstahlbewehrung)
w,m,n
~ = 20 mm ;?: ~.min = 12 mm

h = b = 300 mm ::; 400 mm -7 es genügt ein Stab je Querschnittsecke q\..,min =6 mm


(3) Übergreifung der Längsbewahrung gewählt: q\.. =8 mm :?: 6 mm
Grundwert der Verankerungslänge für eine Stahlspannung von O"sd =fyd: Länge des 135° -Hakens /Haken = 10· q\.. =80 mm :?: 70 mm
/b,rqd = (#4 )·(fydlfbd) =20/4-435/3,0 =725 mm Bügelabstände im Regelbereich (Bereich 1):

mit fbd =2,25 ·1J1 ·17z·fctd =2,25·1,0·1 ,0·1,33 =3,0 N/mm 2 Scl.tmax 1 = min (12·~; min(b; h bzw. d) ; 300 mm) =min (12·20 =240; 300; 300 mm) =240 mm
fctd = fXct"fctk;a,a51Yc = 1,0·2,0/1 ,50 = 1,33 N/mm
2 gewählt: Scl,1 =240 mm :5 Scl.tmax1
'171 = 1,0 für gute Verbundbedingungen Bügelabstände in Krafteinleitungsbereichen (Bereich 2):

'172 = 1,0 für rp:5 32 mm =0,6·Scl.tmax1 =0,6·240 =144 mm


Scl.tmax2

fctk;a.a5 =2,00 N/mm 2


für C30/37 gewählt: sc~ , 2 = 120 mm ::; Schtmaxz über die Länge der größten Stützenkantenlänge

fXct = 1,0 Dauerstandsbeiwert, nur bei der Ermittlung der Verbundspannung fbd Bügelabstände im Bereich von Übergreifungsstößen (Bereich 3):
(/1.1/, NDP zu 3.1 .6 (2))
=Scl.tmax2 =144 mm
Scl.tmax3
Yc = 1,50 Teilsicherheitsbeiwert Beton
gewählt: Sc 3 = 120 mm :5 Scl.tmax2 über die Übergreifungslänge von Ia = 700 mm
1,

Die Stäbe der Längsbewehrung werden im Bereich des Stützenfußes in einem 100 %-Stoß durch Über-
(5) Darstellung der Bewahrung
greifen gestoßen. Aufgrund der normalkraftdominierten Belastung handelt es sich um einen Druckstoß.
Innenstütze Detail Decken-Stützen-Knoten
Bemessungswert der Übergreifungslänge (für O"sd =fyd):
Ia = a1·az·a3·lX5·a{rlb,rqd =1,0·1 ,0·1,0·1 ,0·1 ,0·725 =725 mm
mit Einflussfaktor "Stabform" für gerade Stäbe unter Druck

az =1,0 Einflussfaktor "Betondeckung" für gerade Stäbe unter Druck

Einflussfaktor "nicht an die Hauptbewehrung angeschweißte Quer-


bewehrung" für Stäbe unter Druck

lX5 =1,0 Einflussfaktor "Querdruck" entfällt für Stäbe unter Druck

lXB = 1,0 Einflussfaktor "Stoßanteil" für 100 % Stoßanteil und Stäbe unter
Druck nach /1.1 /, Tabelle 8.3DE

la,min:?: max (0,3· a1 ·lXß -/b,rqd; 15·rp; 200 mm) =max (0,3·1 ,0·1, 0·725 =218; 15·20 =300; 200) =300 mm
=Ia· As,tot,ertiAs,tot =725 ·12,0/12,6 =690 mm > 300 mm
la,ert

gewählt: Ia =700 mm > 690 mm

Die Stäbe der Längsbewehrung werden zur Ausführung des Übergreifungsstoßes gekröpft. Als Kröp-
fungslänge werden 600 mm und als Versatz 50 mm gewählt. Die untere Abbiegung wird 50 mm
unterhalb des Unterzugs vorgesehen. Die Länge der Längsbewehrungsstäbe wird so gewählt, dass
diese 700 mm oberhalb der Decke enden .

(4) Art der Querbewehrung, Schlossausführung, Stabdurchmesser und Abstände

Als Querbewehrungsform der Stütze werden Bügel gewählt. Die Bügelschlösser werden zur
Erleichterung des Bewehrungseinbaus bei gekröpften Längsbewehrungsstäben als 135° -Haken
ausgeführt, die Hakenlänge wird mit 10 rp angesetzt. Die Anordnung erfolgt derart, dass die Schlösser Bild 10-14: 3D-Darstellung der Stützenbewehrung
benachbarter Bügel jeweils um 90° versetzt sind.

104 105
- r-- r- -
11 Konsolen
CD 4 0 20
( 4.45) ~

11.1 Allgemeines
- Konsolen sind kurze Kragarme, die in Abhängigkeit von ihrer Geometrie als Scheibe oder Kragarm bemes-
-
~
sen werden . Das Hauptanwendungsgebiet sind an Fertigteilstützen angeformte Konsolen, die als Auflager
0
r- für Kranbahnträger oder andere Fertigteile dienen . Die Bemessung ist im EC2 /1.1/, Abschnitt 5.6.4, 6.2, 6.5,
=
10.9.4 und Anhang J3, geregelt. Anhang J3 wird allerdings nach Nationalem Anhang mit dem Verweis auf
= Heft 600 des DAfStb /1.9/ gestrichen und dort die Bemessung nach Heft 525 des DAfStb /11.2/ fortgeführt.
- "' Erläuterungen zum Tragverhalten und zur konstruktiven Durchbildung sind in Heft 425 /11 .1/, Kapitel 3.1 ,
I l und in Heft 600 /1.9/ enthalten. Bemessungsvorschläge werden auch in /11.3/ bis /11.6/ entwickelt, die zum
' ' c:n
c Teil von den hier vorgeschlagenen abweichen, und weitere Grundlagen zur Rissbildung sowie eine Gegen-
..__
::J
überstellung von Bemessungsmodellen sind in /1 .10/ zu finden . Versuchsauswertungen befinden sich in
0
= I I "'"' o_
'0
'---
' ' ~
/11.4/, /11.7/, /11 .8/ und /11 .9/.
I I
I l
0 11.2 Tragverhalten
~ !=-===== ""'
'-
CO 1--- Das Tragverhalten einer Konsole wird maßgeblich durch deren Schlankheit (B elhe) beeinflusst. Bei gedrun-
'&
..;;.:......-- genen Konsolen mit Be s; z0 bzw. Bv s; z (Bild 11 -1 a)) stellt sich ein direkter Lastabtrag über eine einzelne
I--= Schnitt A-A
Druckstrebe ein (Scheibentragwirkung). Die Druckspannungen konzentrieren sich unter der Lastplatte und
Et.-- ,____ am Konsolanschnitt (Bild 11-1 b)). Dazwischen breiten sich die Druckspannungen aus und erzeugen Quer-
zugspannungen. Im Modell nach Bild 11-1 b) wi rd der Querzug über die Kraft F wd erfasst. Bei orthogonaler
~

0
Bewehrungsführung sowie einer steilen Druckstrebe (Be s; 0,5·z0) wird F wd entsprechend Bild 11-1 b) durch
~ horizontale und bei 0,5·z0 s; Be s; z0 vorwiegend durch vertikale Bügel aufgenommen. Mit zunehmender
'-
I-=
0
N
CO Schlankheit geht die Scheibentragwirkung in eine Balkentragwirkung über und die Bemessung kann als
ISl ISl 0
0
<:t <:t
r- M Kragbalken mit einem Fachwerkmodell (Bild 11 -1 c)) vorgenommen werden .
""'
r-:
("V")
N
'-
CO
~
8 8 Be::; 0,5·zo
'&

"' 8
CO
- l FEd HEd
CD 2 0 20
0

~-l' - z Ih,
;;; cvi
,_CD 4 0 20
~
l ·~
30
............. 1
CD 7+8+4=19 0 8 ( 1.15 l
-'~
Jeweils um 90° drehen

-' .....- a) Scheibe (B v s; z bzw. Be s; z0 ) b) Querzug infolge Lastausbreitung c) Kragträger (Bv > z bzw. Be> z0 )
0
~
'- fA ~ Bild 11-1: Stabwerkmodelle für Konsolen

~-
CO
'&
r-:
Bei Belastung einer gedrungenen Konsole bildet sich bei Überschreiten der Betonzugfestigkeit zuerst ein
Diagonalriss am Konsolenanschnitt (Bild 11-2 a)). Hiermit wird das Hauptzugband der Konsole aktiviert,
8 26
dessen Zugkraft F sd zwischen Anschnitt und Lastplatte nahezu konstant ist (Bild 11-1 ). Während die Veran-
I .....> ~ kerung in der Stütze wie bei Rahmenknoten erfolgen kann, steht unter der Lastplatte in der Regel nur wenig
Raum zur Verfügung, sodass die Erfordernisse einer ausreichenden Verankerung der Bewehrung für die
' '
I I Wahl der Konsolgeometrie maßgebend werden . Hierfür sind auch die Mindestabmessungen für Lager nach
I I EC2 /1.1/, Abschnitt 10.9.5, zu beachten. Mit zunehmendem Bewehrungsgrad wird die Druckstreben-
' ' tragfähigkeit maßgebend (Bild 11-2 b) und c)). Während des Versagens kommt es in der Regel zur Ein-
I I schnürung der Druckzone und zu Abplatzungen am Konsolanschnitt.
' '

5ll 30 ~ l5
11 '1

Bild 10-15: Konstruktive Durchbildung der Beispielstütze

106 107
(2) Alternativ: Nachweis mit einem Stabwerk gemäß EC2, Abschnitt 6.5
Bestimmung der Knotenabmessungen (Nachweis der Druckstrebe):
( 11. 7)
Xe = d- Jd 2 - 2·av ·ac1

mit ac1 = FEd 'b =Breite der Druckstrebe;


b · O"Rd,max

H
av = ac + ac1I 2 + ~ac' mit L1ac = F. Ed ·aH
Ed

a) Rissbild b) Versagensarten c) Druckstrebenversagen


Bild 11-2: Tragverhalten bei gedrungenen Konsolen

11.3 Bemessung 0,8


Kontrolle: x= xc :::;; 0,4·d (11.8)
Die Tragfähigkeit von gedrungenen Konsolen sollte nach /1 .1/, Abschnitt 6.5, mit einem Streben-Zugband- fürfck > 50N/mm 2
Modell bestimmt werden (Bild 11-1 a) und b)). ln /11.2/ wird die Druckstrebentragfähigkeit halbempirisch
nachgewiesen, in /11.3/ durch geometrische Bestimmung der Druckstrebe und einen Spannungsnachweis
(1- ;~0 J
und in /11 .6/ wird die Mindestkonsolhöhe in Abhängigkeit der Druckstrebe berechnet. Während in /11.3/ die
erforderlichen Knotenabmessungen zur Ermittlung von z bestimmt werden, wird in /11.2/ vereinfacht Bestimmung der Zugkraft Fsd:
= =
z 0,9 · dangenommen und z 0,85 · d in /11.6/. Zur Aufnahme von unplanmäßigen Horizontallasten sollte zk = d- xc /2 (11.9)
=
ausgehend von ,u 0,2 mindestens eine horizontale Ersatzkraft HEd = 0,2 · FEd angesetzt werden, wenn
av H (11 .1 0)
keine Maßnahmen zur Vermeidung dieser Reibkräfte ergriffen werden. ln /11 .5/ wird empfohlen, den Teil- Fsd = FEd · - + Ed
zk
=
sicherheitsbeiwertfür Beton auch bei Fertigteilen nicht auf Yc 1,35 zu reduzieren (nach /1.1/, 2.4.2.4 und
A.2.3), da Konsolen bei liegender Fertigung oft in ungünstiger Position hergestellt we rden. Für die hier Beim Nachweis nach EC2 ist bei Druck-Zug-Knoten die Bemessungsdruckfestigkeit auf
gezeigten Beispielkonsolen wird der Nachweis nach Heft 525 /11.2/ bzw. Heft 600 /1.9/ und alternativ nach aRd max = k2 · V · fcd zu begrenzen (mit kz = 0,75 und V = 1,0 bis C55/67). Für Betonfestigkeitsklassen
EC2 /1 .1 /, Abschnitt 6.5, geführt, die mit den hier vorgenommenen Anpassungen zu annähernd gleichen =
;::: C55/67 ist v zusätzlich mit v2 (1 ,1 - fck/500) zu multiplizieren. Da im Druckknoten von Konsolen eine
Bemessungsergebnissen führen. Spaltzugbeanspruchung vorliegt, ist die anrechenbare Betondruckfestigkeit, wie bei Druck-Zug-Knoten,
zu reduzieren. ln /11.5/ wi rd für eine Stabwerksbemessung vorgeschlagen, die zulässigen Betondruck-
(1) Nachweis nach Heft 525/11.2/ spannungenfür aclhc :5 1 ,0 auf 75% und für aclhc > 1,0 auf 95 %zu begrenzen . Hier wird_ alternativ eine
Nachweis der Druckstrebe: Abminderung der anrechenbaren Betondruckfestigkeit in Abhängigkeit der Schlankheit m1t
(11.1)
~: J:::;; 0,95 · fcd
VRd,max ::;;0,5·V·b·Z·fck/yc
0,65 · fcd:::;; O"Rd,max = fcd { 0,55 + 0,4 · (11.11)
f
v 2: 0,7- ~ 2: 0,5; fck in [Nimm 2 )
mit
20 (11.2)

z =0,9. d (11.3) vorgeschlagen, wenn die Berechnung als Stabwerk nach EC2 durchg~führt wird . Di~ Auswe~ung der
vorhandenen Versuchsdatenbank aus /11.9/ in Bild 11-3 zeigt, dass dieser Ansatz em vergleichbares
ln Gleichung (11.1) wurde fcd =fcklrc eingesetzt, da die Herleitung in Heft 525 ohne
Sicherheitsniveau wie Heft 525 /11.2/ erreicht und die Ve rsuchsergebnisse gut wiedergibt. Die Kreis-
Dauerstandsbeiwert acc = 0,85 erfolgte .
symbole geben zusätzlich das Lastniveau eines Druckstrebenversagens an. Sofern Kreis und _ v er-
Nachweis der Zuggurtkraft Fsd: suchssymbol übereinstimmen, wu rde auch rechnerisch ein Druckstrebenversagen ma_ßgebend_. Be1 der
Datenbank ist anzumerken, dass keine Versuche mit Schlankheiten aclhc < 0,44 vorliegen. D1e untere
(11.4) Grenze wurde mit 0,65·fcd angenommen, da keine Versuche mit ungünstigeren Ergebnissen enthalten
sind und Schlankheiten aclhc < 0,25 ohnehin nicht praxisrelevant sind.
(11.5)

(11.6)
=
Die Zuggurtkraft ergibt sich aus der Gleichgewichtsbedingung LM 0 um den Schnittpunkt der
Druckstrebe mit dem Konsolanschnitt (Bild 11-1 a)) nach Gleichung (11.4). Der Abstand z0 zwi-
schen diesem Schnitt und dem Schwerpunkt der Zugbewehrung ist hierbei eine rein geometri-
sche Größe und entspricht nicht dem inneren Hebelarm z. Die Abschätzung von z0 erfolgt nach
Gleichung (11 .5) und die Forderung in Gleichung (11.6) stellt sicher, dass tanB:5 2,5 ist.

108 109
in /11.5/ wird ein alternativer Ansatz zur Ermittlung der Bügelbewehrungsmenge vorgeschlagen (Bild 11-5).
1800
Die von der Hauptbewahrung abhängige Menge der horizontalen Bügel ist entsprechend dem Stabwerkmo-
1800
I Heft 525
1600
J
lV l Stabwerk red . aRd,max /
V dell in Bild 11-1 b) im mittleren Bereich von 0,25 · z bis 0,75 · z anzuordnen. Die lotrechte Bügelbewehrung

z 1400 @ fA"I z 1400


1600

/
wird auf die Vertikallast bezogen und sollte zwischen 0,25 · av und 0,75 · av verteilt werden. Die Randberei-
che sind zusätzlich konstruktiv zu verbügeln, wobei ein maximaler Bügelabstand s = 10 cm zu empfehlen ist.
~

>& 1200
/ unsich er /
V ~
>& 1200
/ un sicher /
V 0 Die Summe der Bügelbewehrungsmenge aus statisch erforderlichen Bügeln nach Bild 11-5 und konstrukti-
1ii
:E 1000 lo ©i V 1ii
.!l! 1000
9V ven Bügeln entspricht den gleichwertigen Forderungen aus Heft 425 bzw. Heft 525.

.
2"
al 800
n o / .c

Oi"
:l 0
V 1,0
Hauptbewehrung As
:Y1,0.----------.----------~--------~
.c
<>
0~ l sicher
I .c
. 800

~
n

I sicher
I ~ ---
" 600 ~ Ii
.
U>
·;:
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600

# I "(

~~~
c: 0 /11 .10/ (i;
.c 400 c: 400 0 /11.1 0/
r:_ Ol

....r
<>/11 .7/ .c c
e" e" <>/11 .7/ :::J
....
200 a /11 .8/ 200 a /11 .8/ ..c
0 / r 0 Druckstrebenversagen
0 ~ OOruckstrebenversagen
Q)
5 horizontale Bü el
0 ~ ~ ~ ~ 1~ 1~ 1~ 1~ 1~ 0 ~ ~ ~ ~ 1~ 1~ 1~ 1~ 1~
~0,3 A sw,3
a:;
~1,0
experimentelle Bruchlast V0 [kN] experimentelle Bruchlast V0 (kN)
Ol
::::J
((}
a) nach Heft 525 /11.2/ b) mit Stabw1rkmodell mit Gleichung (11.11)
0 0,5 1,5 0 1,5
Bild 11-3: Vergleich der Bemessungsansätze nach Heft 525 und mit einem Stabwerkmodell mit reduzier-
ter Druckstrebentragfähigkeit a) horizontale Bügel abhängig von As und aclhc b) lotrechte Bügel abhängig von FEd und aclhc
Bild 11-5: Anordnung und Bewehrungsmenge der Bügel nach /11.5/
Die Ver~nkerung des Zugbandes und die Mindestabmessungen der Lagerkonstruktion sind nach EC2 /1.1 /,
Ab~chmtt 6.5, 6.6 und 10.9.5, zu bemessen. Die Lastweiterleitung in das anschließende Bauteil ist nachzu-
11.4.2 Spezielle Bewehrungstechnik
weisen_. Der Anschluss der Konsole an eine durchlaufende Stütze kann dabei wie ein Rahmenendknoten
und be1 Konsolen am Stützenkopf wie eine Rahmenecke nach Kapitel 12 behandelt werden. Spezielle Bewehrungstechniken für (hochbeanspruchte) Konsolen ergeben sich insbesondere durch beson-
dere Verankerungselemente, wie z. B. angeschweißte Ankerplatten oder durch in bauaufsichtliehen Zulas-
11.4 Konstruktive Durchbildung sungen geregelte Ankerköpfe. Aktuelle Zulassungen zu Doppelkopfankern beinhalten zudem die Möglichkeit
eines Schraubstoßes für die Konsolbewehrung /11 .9/, sodass die Konsole mit einer profilierten Arbeitsfuge
11.4.1 Allgemeines anbetoniert werden kann.
Die Wahl der Bewehrung muss den Annahmen des Stabwerkmodells entsprechen, da Abweichungen der
Beto~deckung oder der Anzahl der Bewehrungslagen bei kleinen Bauteilabmessungen erheblichen Einfluss 11 .5 Beispiele
a~: die anges~tzten Hebelarme _und damit auf die Größe der ermittelten Stabkräfte haben. Um die Querzug-
11.5.1 Beispiel 1: Gedrungene Konsole
kratte nach Bild 11-1 b) bzw. Bild 11-2 b) aufzunehmen, ist die Druckstrebe insbesondere im Mittelbereich
dur~h Bügel -~u umschli~ßen. Bei steilen Druckstreben (gedrungene Konsolen) eignen sich vorwiegend Die Abmessungen der gedrungenen Konsole sind in Bild 11-6 und die konstruktive Durchbildung in den
honzontale Bug~l un? be1 flacheren Druckstreben (schlanke Konsolen) vertikale Bügel. Nach Heft 425 des Bildern 11-7 und 11-8 dargestellt. Auf die Verwendung des Teilsicherheitsbeiwertes rc = 1,35 für Fertigteile
D~fStb /11 .1/ smd fur ac::; 0,5 hc und FEd > 0,3 VRd,max in der Regel geschlossene horizontale Bügel mit wird hier verzichtet. Wird rc = 1,35 in Ansatz gebracht, ist bei jedem Fertigteil die Festigkeit explizit nachzu-
mmd~stens _50 % der Querschnittsfläche der Hauptbewehrung (Asw,3 ~ 0,5 As) gleichmäßig über die Höhe zu weisen.
v~rteJien (Bild 11-4 a)). Für ac > 0,5 hc u~d FEd > VRd,c sind zusätzlich vertikale geschlossene Bügel für ··-·- ·-··-· r-·-·-·-
I I
0,7 FEd (Asw,2 ~ 0,7 FEdlfyd) anzuordnen (Bild 11-4 b)). Nach /1.1/, 6.2.2 (7), sind Konsolen i. d. R. durch
Stabwe~kmodelle z~ bemessen, wobei die Querzugkräfte entsprechend der Konsolgeometrie nach /1.1 /,
,.~ -28 ,.~ Stb.-Bauteil 30
I I
Abschnitt 6.5.3, erm1ttelt werden können.
·r- · -·- ·.- · -·- ·-·-·-
I
....
'
Fsd I '--'---.1.-, 6 15 9

As: Sc hlaufen As: Sc hlaufen As: Seh laufen '' vorh. a 1 = 15


oder Anker oder Anker oder Anker ', I I
\ I I
_r--"1
j _r--"1
j r--1
j vorh . 8 2 +~a 2 =7
:(Bügel vorh . a3 +~a 3 = 5
j
.-(Bügel 4 konstr.
A sw,3 ) A sw,3 ) Bügel [cm] L·-·-·-· .....-------'
~ ''' '
\ \ ~ ~
' Bild 11-6: Konsol- und Lagerabmessungen mit aclhc = 16,5/40 = 0,41
kon str. Bügel "
Büg
":::::
Querkraftbewe hrung (1) Bemessungsgrundlagen
•"-·-·- ·-·-·- ·'--·-·-
a) Be ::; 0,5·hc b) ac ~ 0,5·hc c) Kragträger (ac > hc) Baustoffe: C40/50, B500A, Yc = 1,5
Bild 11-4: Prinzipielle Bewehrungsführung bei Konsolen unterschiedlicher Schlankheit Belastung: FEd = 250 kN (HEd = 0,2·FEd =50 kN)

(2) Mindestabmessungen des Lagers, Lagerpressung


Nach EC2, 10.9.5, sind Mindestwerte für die Auflagertiefe a 1, die Randabstände a2 und a3 sowie die
Grenzabweichungen ~a 2 und ~a 3 zu berücksichtigen . Die Werte sind nach EC2, Tabellen 10.2 bis 10.5,

110 111
abhängig von der Lagerpressung (hier: 0,15 < CJEd I fcd = 0,251(0, 15·0,2·22,7) = 0,37 s; 0,40), der Art des (6) Verankerung der Konsolhauptbewahrung Pos. <D und ® unterhalb der Lagerplatte
Lagers und der Baustoffe der Bauteile zu bestimmen . Werden vertikale Schlaufen zur Endverankerung
Die Betondeckung der Schlaufen wird zu 3q) = 4,2 cm gewählt:
herangezogen, ist a3 um den inneren Biegeradius zu vergrößern. Die Grenzabweichungen sind nach
EC2, 10.9.5 .1 bei der Bemessung und der konstruktiven Durchbildung zu berücksichtigen. Die Spann- I =t_· CJsd = 1,4. 332 =31cm
weite des aufgelagerten Stahlbetonträgers beträgt hier ln = 10 m. b,rqd 4 f.. 4 3 75
bd '
2
(11.12) mit fbd = 2,25 · 'T} 1 · r} 2 · fctd = 2,25 ·1,0 ·1,0 · 2,5 I 1,5 = 3,75 Nlmm
rJ 2 = 1,0 gute Verbundbedingungen, da liegende Fertigung
mit a1= 110 mm Mindestlagertiefe (EC2 Tabelle 10.2)
a 2 = 15 mm Mindestrandabstand des unterstützenden Bauteils (EC2 Tabelle 10.3) 47
CJ d = f d . As,ert = 435 . · = 332 Nlmm 2 (Bemessungsspannung)
a3 =20 mm Mindestrandabstand des gestützten Bauteils (EC2 Tabelle 10.4) s y As,vorh 6,16
~a 2 = 10 mm Grenzabweichung für den Abstand der unterstützenden Fertigteile
/bd =a 1 -a 2 -a 3 - a 4 - a 5 ·fb,rqd =Ü,7·1,0 · 1,0·1,0·(213)·31=14,5cm;:::/b,min =9,4cm
~a 3 =ln I 2500 =10000 I 2500 =4 mm Grenzabweichung für die Trägerlänge
(3) Nachweis der Druckstrebe nach Heft 525 mit /b,min ;::: max[0,3 · a 1 ·fb,rqd = 8,5 cm ; 6,7q) = 9,4 cm]

VRd,max = 0,5 ·0,5·0,3·0,9·0,35-4011 ,5 = 630 kN ;::: 250 kN Die vorhandene Verankerungslänge der inneren Schlaufe bis zur hinteren Lagerkante beträgt

Alternativ: Bestimmung der Knotenabmessungen gemäß EC2, Abschnitt 6.5 (15+6)- Gnom- 1,4-2,0- ~a 2 =21-2,0- 1,4-2,0- 1,0 =14,6 cm;::: 14,5 cm. Die Verankerungslänge
der äußeren Schlaufe ist bei gleichem Stabdurchmesser größer. Q Nachweis erfüllt.
2 2
X0 = d- Jd - 2 · av · 8 01 = 0,35- J o,35 -2 · 0,207 · 0,051 = 0,032 m
Überprüfung des Biegerollendurchmessers Dvarh =8 cm nach EC2, Abschnitt 8.3:
mit ac1 = FEd l(b . (Je)= 0,250 1(0,3 ·1 6,2) = 0,051 m Innerhalb der Vorverankerungslänge 15,6 - 8,012 = 11,6 cm wird ein Teil der Stahlzugkraft übertragen
16 5 40 (11 ,6 cm . n· 41 · 1,5 · 0,375 kNicm 2 =28,7 kN mit 50% höheren Verbundspannungen aufgrunddes Quer-
drucks), sodass zu Beginn der Abbiegung noch eine Stahlzugkraft Fbt =n· f I 4 · 35,3 kNicm - 28,7 kN
2
CJc = ( o,55 + 0,4 · !!.E. _) · fcd = ( o,55 + 0,4 · • J · 0,85 · = 0,715 · 22,6 = 16 2 Nlmm 2
~ ~ ~ '
= 54,3 kN- 28,7 kN =25,6 kN vorhanden ist.
av = ac + ac1 I 2 + Llac = ac + ac1 I 2 + aH . HEd I FEd = 0,165 + 0,026 + 0,08 . 0,2 = 0,207 m
1 1 1
X

0,8
0032
Kontrolle: x = _ c = - ' - = 0,04m::::; 0,4 · d = 0,14m
0,8
Dmin = Fbt ·[(J__)
ab
+ ( -)] I fcd = 25,6·[(
241 4,2 + 0,7
) + ( - .)] I 2,27 = 6,3 cm ::::; 8,0 cm
21,4
Mit einer gewählten Lagerdicke tager =3 cm und einer geschätzten einlagigen Bewehrung mit d1 =5 cm q Der vorhandene Biegerollendurchmesser ist ausreichend.
ergab sich der Abstand aH =8 cm , der in der Berechnung von a berücksichtigt wurde. Die statische
Nutzhöhe dergibt sich zu 35 cm . HEd wird hier an der Oberkante des Lagers wirkend angesetzt. (7) Verankerung der Konsolhauptbewahrung (b14 Pos. <D und® in der Stütze

(4) Nachweis der Zuggurtkraft Fsd nach Heft 525 Die Verankerung der Konsolbewehrung wird analog zu Rahmenendknoten nachgewiesen 111.101 (vgl.
Kapitel 12.3.4 ). Der Biegerollendurchmesser wird zu Dmin = 1Oq) = 14 cm gewählt.
250
z 0 =d- [1- 0,4 VEd ) =0,35·(1-0,4 J=0,294m
VRd,max 630 (8) Schließen der Bügel
Die Bügel Pos . @, @und® dürfen in der Druckzone mit einem Bügelschloss geschlossen werden.
Fsd = FEd · ~ + HEd · aH +
20 0 165 0 08 0 294
= 0,250 · • + 0,050 · · + · = 140 + 64 = 204 kN
z0 z0 0,294 0,294

As,ert = Fsd I fyd = 204143 ,5 = 4,7 cm


2
Q gewählt: 2 Schlaufen q)14 (6, 16 cm 2 )

Alternativ nach EC2, Abschnitt 6.5


zk = d- xc I 2 = 0,35-0,032 I 2 = 0,334 m
0 207
Fsd = FEd . av + HEd = 0,250 . • + 0,050 = 205 kN
zk 0,333

As,erf = Fsd I fyd = 205 I 43,5 = 4,7 cm 2 Q gewählt: 2 Schlaufen q)14 (6, 16 cm 2 )

(5) Horizontale Bügelbewahrung nach Heft 525

As,Bü,erf = 0,5 . As = 0,5. 4,7 = 2,4 cm 2 Q gewählt: 3 Bügel rjß (3,0 cm 2 ) einschließlich konstruktiver
Bügel im Randbereich
Alternativ:
Asw,3,ert = 0,3 · As = 0,3 · 5,0 = 1,5 cm 2 Q gewählt: 2 Bügel rjß im Bereich der Spaltzugkräfte und ein
konstruktiver Bügel rjß im Randbereich (I: =3,0 cm 2
)

112 113
Ansicht A II II

CD 1 0 14 - 2.02 m
~ ,--- dBR=280

dBR=280~

CD aJ 14 N
~~ ®···
V CDHJ14
/
CV1

/ =::: ~L.(")
CV"l ,_
:L

....
0
CD10 14 - 1.87 m
dBR=280
d BR=280~

H
L.(")
N

____, ~
MV . ,_. Bild 11-8: 3D-Darstellung der Konsolbewehrung (gedrungene Konsole)

- - - -- ~' 2 4
11.5.2 Beispiel 2: Schlanke Konsole
.,- ·-·-··-·
~' 30 ~- I I I

~ -28 ~ Stb.-
je ;.
Bauteil
30
0 3081 = 1.27 I
Fsd
. 15 .~9..
6~

·D.
I
.... ---!-----:G
'
''
24
~-~/ vorh. a 2 +!la2 =5
'' } .~ : vorh. a 3 +!la 3.-=_5
_ ____, LJ
Draufsicht Konsole Schnitt Stütze ' 42 36 42
[cm] L·-·-·- ·J H3
Bild 11-9: Konsol- und Lagerabmessungen mit acfhc = 28,5/40 = 0,71
0
N (1) Bemessungsgrundlagen
ISI
Baustoffe: C40/50, BSOOA, Yc = 1,5

ro~e
Belastung : FEd = 250 kN (HEd = 0,2·FEd =50 kN)
(2) Mindestabmessungen des Lagers, Lagerpressung
g
?
wie im Beispiel 1
(3) Nachweis der Druckstrebe nach Heft 525
®., 8 Der Randabstand des Schwerpunkts der Bewehrung wird mit d1 = 7 cm angenommen. Die statische

h ®.,8 Nutzhöhe dergibt sich zu 33 cm.


32
VRd,max =0,5 · 0,5 · 0,3 · 0,9 · 0,33 · 40/1,5 =594 kN ;: : 250 kN
~o Alternativ: Bestimmung der Knotenabmessungen gemäß EC2, Abschnitt 6.5
Da hier die Lagerdicke tLager = 3 cm bekannt ist, wird sie bei der Berechnung von a in aH = 10 cm be-
rücksichtigt. HEd wird an der Oberkante des Lagers wirkend angesetzt.
62
Xe = d- ~d 2 - 2 · av · ac 1 = 0,33- ~0,33
2
- 2 · 0,327 · 0,044 = 0,047 m

Bild 11-7: Konstruktive Durchbildung einer gedrungenen Konsole mit ac 1 = FEd l(b · a c ) = 0,250 /(0,3 ·18,9) = 0,044 m

ac = ( 0,55 + 0,4 ·ac


-) · f cd = ( 0,55 + 0,4 · -
28,5)
- · 0,85 ·40
- = 0,835 · 22,6 = 18,9 N/mm 2
hc 40 tS
av = ac + ac 1 /2 + Llac = ac + ac 1 /2 + aH · HEd I FEd = 0,285 + 0,022 + 0,10 · 0,2 = 0,327 m

Kontrolle: X=~=
0,8
0 047
·
0,8
=0059m :o; 04 ·d= 0132m
, , ,

114
115
(4) Nachweis der Zuggurtkraft F sd nach Heft 525

z 0 = d[1- 0,4 VEd ) = 0,33 · ( 1- 0,4


250
) = 0,274 m
Ansicht All II

VRd,max 594

F =F. ·~+H aH +Zo =250· ·


0 285 1
+50°' 0+0,274 =260+68=328kN ® 1 0 14 - 2.35 m
sd Ed Zo Ed Zo 0,274 0,274 dBR=140

As,ert = Ftd I fyd = 328 I 43,5 = 7,5 cm 2 <=:> gewählt: 3 Schlaufen 914 (9,2 cm 2 ) dBR=BO

Alternativ nach EC2, Abschnitt 6.5


zk = d- Xe I 2 = 0,33- 0,04 7 I 2 = 0,31 m

Fsd = FEd · -av + H Ed = 0,2 50 · -


0,327 N
CD 1 0 14 - 2.28 m
- + 0, 050 = 314 k dBR=140
zk 0,31
As,erf = Fsd I f yd = 314 I 43,5 = 7,2 cm 2 <=:> gewählt: 3 Schlaufen 914 (9,2 cm 2 ) dBR=BO

(5) Horizontale Bügelbewahrung nach Heft 525 <=:> konstruktiv gewählt: 2 Bügel rjf3 (2,0 cm 2 )

Alternativ (Interpolation für aclhc = 0,7 1 nach Bild 11-5)


I+F===~ ~- ~.0 i·d 8 I 100 CD 1 0 14 - 2.20 m

0 71
0 4 d 8 I 50 dBR=140

Asw''3 erf = 0,3 · (1- • 0,5


- ·
05
J·A 5 = 0,17 4 · 7,2 = 1,3 cm 2 c:> gewählt: 2 Bügel r/f3 (2,0 cm 2 ) dBR=140r - ·
12 dBR=BO
-1· 30 .J·
dBR=BO
-~ 36 '~ 42 ...
M

(6) Lotrechte Bügelbewahrung nach Heft 525 CD 6 08 - 1.27 m


As,Bü,erf = 0,7 · (250 I 43,5) = 4,0 cm 2

Alternativ (Interpolation für aclhc = 0,71 nach Bild 11-5)


<=:> gewählt: 6 Bügel rjf3 (6,0 cm 2 ) einschließlich konstruktiver
Bügel im Randbereich

Draufsicht Konsole

'o 24

0 71 0 5
A sw 2 erf - ( ·
'' 0,5
J
- · · A s - 0,42 · 7,2-
- 3,0 cm
2
<=:> gewa. hl t: 4 B üge I r/f3 .m Bere1c
1 . h der S paltzugkräfte

und konstruktiv 2 Bügel rjf3 im Ra ndbereich (6,0 cm 2 ) 36


1- 42 ,r Schnitt Stütze
(7) Verankerung der Ko nsolhauptbewehrung Pos. G), ® und 0 unterhalb der Lagerplatte
39 =4,2 cm gewählt:
4o20~~
Die Betondeckung der oberen Schlaufen wi rd zu
14 355
1 = !!__ . O" sd = · . = 33 1 cm
b,rqd 4 fbd 4 3,75 ,

75
l-~0 4020
mit O"sd = fyd · As,erf = fyd · · = 355 Nlmm 2 (Bemessungsspann ung)
As,vorh 9,2 ® 08
/bd = a 1 ·a2 ·a3 · a4 · a 5 · lb,rqd =0,7 · 1,0· 1,0 · 1,0·(213) · 33,1=15,4cm~/b,min =9,4cm
mit /b,min ~ max[0,3 · a 1 · /b,rqd = 8,5 cm; 6,7 9 = 9,4 cm]
® 8 - 1.23 m
0

Die vorhandene Verankerungslänge der inneren Schlaufe bis zur hinteren Lagerkante beträgt
21- Gnom- 1,4- 2,0- ß a2 = 21- 2,0- 1,4- 2,0- 1,0 = 14,6 cm, die der äußeren Schlaufe n 19 cm ,
o~
"' 32
sodass die Verankerung sichergestellt ist. <=:> Nachweis erfüllt

(8) Verankerung der Konsolhauptbewehrung Pos. G), ® und 0 in der Stütze


Die Verankerung der Konsolbewehrung wird analog zu Rahmenendknoten nachgewiesen 11 1.101
(vgl. Kapitel 12.3.4 ). Der Biegerollendurchmesser wird zu Dmin = 109 = 14 cm gewählt.
(9) Schließen der Bügel Bild 11 -10: Konstruktive Durchbildung einer sch lanken Konsole

Die Bügel Pos. 0, @) und ®dürfen in der Druckzone mit ei nem Bügelschloss geschlossen werden.

11 6 11 7
12 Rahmenknoten
12.1 Allgemeines
Biegesteife Rahmenknoten stellen besondere Anforderungen an die Bewehrungsführung, da hier Stützen
und Unterzüge bzw. Wände und Decken an einer hochbeanspruchten Stelle zusammengefügt werden. Die
Bemessung ist in DIN EN 1992-1-1, Anhang J.2 geregelt. Allerdings wird Anhang J.2 in Deutschland durch
den Nationalen Anhang außer Kraft gesetzt und auf Heft 600 des DAfStb /1.9/ verwiesen . Weitere Erläute-
rungen zum Tragverhalten , zur konstruktiven Durchbildung und Beispiele sind in den Heften 354 /12.1/, 373
/12.2/, 399 /1 .10/, 486 /12.3/, 532 /12.4/ und 535 des DAfStb /12.5/ sowie /12 .6/ bis /12.8/ zu finden.

12.2 Tragverhalten
Grundsätzlich muss bei Rahmenecken in Rahmenend- und -innenknoten sowie zwischen öffnender und
schließender Momentenbeanspruchung (positives und negatives Moment) unterschieden werden. Neben der
Knotengeometrie hat auch die Beanspruchung maßgebenden Einfluss auf die konstruktive Durchbildung.
Zudem werden in den Knoten Kräfte umgelenkt, sodass die hieraus resultierenden Umlenk- und Spaltzug-
beanspruchungen durch geeignete Bewehrungsführung zu berücksichtigen sind .

12.2.1 Rahmenecke mit schließender Momentenbeanspruchung (negatives Moment, Zug außen)


Bild 11-11: 3D-Darstellung der Konsolbewehrung (schlanke Konsole)
Bei einer Rahmenecke mit schließendem Moment tritt die Biegezugbeanspruchung an den Außenseiten auf
(Bild 12-1 a). Folgende charakteristische Versagensarten können unterschieden werden:
- Fließen der Biegebewehrung ,
- Betondruckversagen,
- Spaltzugversagen oder Verankerungsbruch .
Die Stahlzugkräfte F5 aus dem Riegel und der Stütze müssen in einem eng begrenzten Bereich umgelenkt
werden und erzeugen daneben auch Querzugspannungen senkrecht zur Umlenkebene, die zu Spaltrissen
entlang der Bewehrung führen können (Bild 12-1 b)). Die Zugbewehrung ist daher mit einem ausreichend
großen Biegedurchmesser auszuführen (Bild 12-1 c)). Da die Biegezugbewehrung häufig oberhalb der
Arbeitsfuge im Bereich des Riegels mit der Übergreifungslänge /0 gestoßen wird, treten weitere Querzug-
spannungen auf, die ebenfalls eine Querbewehrung erfordern. Bei Knoten mit hohen mechanischen Beweh-
rungsgraden w > 0,20 bis 0,25 wird Betondruckversagen an der Innenecke maßgebend .

Spalten Stahltragfähigkeit Spalten

---j2'ffih,
I
I
J...-1..----.1
I
I
I
)
Fe, Riegel --- ~~-

Ärbeitsfug e
I
I
I
___ ...J .
·-·- . - ·L · -·-
~
F' ts,Stütze
F c.Stütze
Werte des Mindestbiegerollendurchmessers
A s, Riegel

~kj
D min

aus EC2, Tabelle 8.1 DE


Mindestwert der Betondeckung rechtwinklig zur Biegeebene
hs > 100 mm und> 7·<!> >50 mm und> 3·<j> : : :; 50 mm oder : : :; 3 ·<!>
10<!> 15<!> 20<!>
A s.Stütze

a) Stabwerkmodell b) Rissbild c) Prinzipskizze zur Bewehrungsführung


Bild 12-1: Rahmenecke mit schließender Momentenbeanspruchung

118
119
12.2.2 Rahmenecken mit öffnender Momentenbeanspruchung (positives Moment, Zug innen) 12.2.3 Rahmenendknoten
B~i Rahmenecken mit öffnender Momentenbeanspruchung tritt die Biegezugbeanspruchung an den Innen- Rahmenendknoten sind biegesteife Anschlüsse von durchlaufenden Randstützen an Unterzügen bzw.
selten auf und folgende vier charakteristische Versagensarten können angegeben werden : Platten . ln Rahmenendknoten wechselt häufig das Vorzeichen des Stützenmomentes im Knoten und der
- Fließen der Biegezugbewehrung, Querkraftverlauf weist daher innerhalb des Knotens zwei Sprünge auf, die aus den horizontal angreifenden
- Betondruckversagen bei gleichzeitigem Querzug, Biegezug- und Biegedruckkräften des Riegels resultieren. Bild 12-4 a) zeigt den prinzipiellen Kräfteverlauf in
einem Rahmenendknoten . lnfolge großer Knotenquerkräfte entstehen mit zunehmender Belastung diagona-
- Druckzonenversagen durch Abplatzung der Betondeckung,
le Spaltrisse (Bild 12-4 b)). Die Spaltzugkräfte sind durch Bügel oder Steckbügel aufzunehmen.
- Verankerungsbruch durch Rissbildung.
Die Umlenkung der Biegedruckkräfte aus dem Riegel und der Stütze erzeugt im Eckbereich radial gerichtete Die Stützenlängsbewehrung wird geradlinig durch die Stütze geführt (Bild 12-4 c)). Die Hauptbewehrung des
Zugspannungen (Bild 12-2 a)), die Spaltrisse und ein Abspalten der Druckzone in der Ecke hervorrufen Riegels geht aus der Biegebemessung hervor. Das Abbiegen der Riegelhauptbewehrung um 90° und Wei-
könn~n (Bild 12-2 b)). Die Spaltrisse können nach Bild 12-2 b) zudem zum Verankerungsversagen führen. terführung in die untere Stütze entspricht dem Modell in Bild 12-4 a). Alternativ kann die Riegelhauptbeweh-
Um em Abspalten zu verhindern, sollte die Biegezugbewehrung schlaufenförmig ausgebildet und mit Steck- rung um 180° gebogen und unten in den Riegel zurückgeführt werden (Bild 12-4 c) rechts). Zur Beschrän-
bügeln eingefasst werden . Mit einer Bewehrungsführung nach Bild 12-2 c) kann in der Rahmenecke die kung der Kehlrissbreite (Schrägriss) am Riegelanschnitt können horizontale Steckbügel im Riegel und verti-
Bie~etragfähigkeit der anschließenden Bauteile bis zu einem mechanischen Bewehrungsgrad von m =0,2 kale Zulagen in der Stütze angeordnet werden (Bild 12-4 c) rechts). Zudem treten im Knoten Querzugkräfte
~rre1~ht werden /12.4/. Die Wirksamkeit der Bewehrungsformen in Abhängigkeit des Bewehrungsgrades ist infolge Lastausbreitung und Umlenkung der Bewehrung auf, die durch horizontale Steckbügel oder ge-
1n B1ld 12-3 dargestellt. Bei einer schlaufenartigen Bewehrung nach Bild 12-2 c) sollte bei Längsbeweh-
schlossene Bügel aufgenommen werden können.
rungsgraden PI > 0,4 % die Hauptbewehrung um 50 % vergrößert werden. Hierzu können z. B. Steckbügel
angeordnet werden. Alternativ kann die Tragfähigkeit durch Schrägzulagen erhöht werden . Die Bereiche vor 1 ~Ed.Stü~e.o
~MEd,Stü~e.o
dem Anschnitt sind sorgfältig zu verbügeln , um ein robustes Bauteilverhalten sowohl am Stützenanschnitt als .....,._ QEd,Stütze,o
A s ,Riegel

auch am Riegelanschnitt sicherzustellen. --r·-·:;-- . ·- ·-


I / -
I /
Abspalten
/ - -
Druckzonenversagen Abspalten Verankerungs-
Stahltragfähigkeit - prbeitsfug

~---r~"}Eh, ~- - - - ~
versagen Riegel
I

!)
I
'I'

I
I
I
I
) I
I
I

Fs.Riegel r-·

I
Stahltragfähigkeit 'Arbeitsfuge Ärbeitsfug :H--H
I
1 Verankerung
·- ·-

-FpfFs,stü~f?.•c:
~ -
·- ·- . ' - . -·-·-
:

ffi
c,Stu~e

hs
I

I
- '· -·- ·-
~

I
n (

--
A s,Riegel
a) Stabwerkmodell

Bild 12-4: Rahmenendknoten


b) Rissbild c) Prinzipskizzen für zwei Varianten der
Bewehrungsführung

12.2.4 Rahmeninnenknoten
Rahmeninnenknoten sind biegesteife Kreuzungspunkte von durchlaufenden Stützen und Durchlaufträgern.
a) Stabwerkmodell b) Rissbild c) Prinzipskizze Bewehrungsführung (/12.3/) Dabei können symmetrische und antimetrische Belastungszustände auftreten, wie die Riegel- und Stützen-
Bild 12-2: Rahmenecke mit öffnender Momentenbeanspruchung momente in den Bildern 12-5 und 12-6 verdeutlichen. ln ausgesteiften Rahmen, bei denen das
Stützweitenverhältnis benachbarter Riegelfelder 0,5 < leff, 1 I leff,2 < 2,0 beträgt, können die Riegel wie Durch-

-- laufträger behandelt werden, da keine nennenswerten Kräfte zwischen Riegel und Stützen umgelenkt wer-
M u,Versuch
1,25
r--
- [WJ
M u,rechn.
den müssen. Wird der Rahmen zur Aussteifung herangezogen, ist wie auch bei Rahmenendknoten stets das
1,00 .... r-- Gesamtsystem zu untersuchen. Die Rahmeninnenknoten erfah ren dann aus den Horizontallasten und aus

~~~ fP feldweiser Verkehrslast antimetrische Momente. Die Druckstrebe im Knoten resultiert im Wesentlichen aus
der Umlenkung der Biegezug- und Biegedruckkräfte zwischen rechtem Riegel und unterer Stütze bzw.
0,75

0,50
'"""" ...............
!'-..
-- [9? linkem Riegel und oberer Stütze (Bild 12-6 a)).
Bei symmetrischer Beanspruchung wird die Stützen- und Riegelbewehrung durch den Knoten durchgeführt
(Bild 12-5 b)). Bei antimetrischer Beanspruchung muss die Bewehrung innerhalb des Knotens verankert
............... ~ werden (Bild 12-6 b)). Wenn die Rahmentragwirkung wechselseitig auftritt (Aussteifungslasten), werden
0,25
fP Rahmeninnenknoten zweckmäßigerweise symmetrisch bewehrt.

0,25 0,50 0,75 1,00 1,25 1,50 1,75 p, [%]

Bild 12-3: Wirksamkeit der Rahmeneckenbewehrung unter öffnender Momentenbeanspruchung /12 .1/

120 121
~ NEd ,Stütze,o 12.3.2 Beispiel für Rahmenecke mit schließender Momentenbeanspruchung
·-·- ln Bild 12-7 sind die Geometrie , die statisch erforderliche Biegezugbewehrung des Riegels und der Stütze

~i--!L ~ L
sowie die Betondeckung für Expositionsklasse XC1 gegeben. Neben der Biegezugbewehrung ist eine weite-
re konstruktive Bewehrung erforderlich, um die Tragfähigkeit der Hauptbewehrung sicherzustellen. ln
Bild 12-8 ist eine mögliche konstruktive Durchbildung dargestellt. Diese ist zusätzlich in Bild 12-9 dreidimen-
sional dargestellt.
j j QEd,Riegel I I

k ',, : : // A
. ' I I / . )
I ' I I / I I I
( I I
i' ' / / i I

,- ----~--~---- -~M'"""
I

a) Stabwerkmodell
- · L · -·-1

t NEd, Stütze, u
,
j ·- · - l
b) Prinzipskizze zur Bewehrungsführung
·-·-·-·-·-·~
C30/37
XC1: erf. Gnom = 20 mm
40

2
oben : erf. A s,Riegel = 10,0 cm
Bild 12-5: Symmetrisch beanspruchter Rahmeninnenknoten außen : erf. A ,.stütze = 12,0 cm
2

Stütze: vorh. oo = 0,15


1~Ed,Stütze,o Stütze: vorh . p, = 0,006
~MEd,Stütze,o Beispiel einer Rahmenecke mit schließender Momentenbeanspruchung
~ QEd, Stütze,o Bild 12-7:
-· · -·

~[7
L L
Der Übergreifungsstoß der Pos. CD und @ wird mit Haken ausgeführt. Der erforderliche Biegerollendurch-
Ve rankerung messer beträgt Omin =20rp =40 cm, da hier die seitliche Betondeckung c::::; 50 mm ist. Der Eckbereich wird
I
I
/
/
/
/
L \ ~ mit Steckbügeln Pos. ® und geschlossenen Bügeln ® eingefasst. Dadurch können die Bügel Pos. ® nach
dem Betonieren der Stütze eingebaut werden. Im weiteren Verlauf des Stoßes besteht die Querbewehrung
(/" ..----- / /
I QEd,Riegel I aus geschlossenen Bügeln (Pos. ®) . Sowohl bei Pos. ® als auch 0 sind die Bügelschlösser innen anzu-
''
(t ~)
1/ / /
/ / I I I ordnen (Druckzone). Die horizontalen Steckbügel Pos. ®werden mit der konstruktiven Stegbewehrung des
/
'' /

/•r-
I /I I I
/ /
/ . Riegels gestoßen (Pos . ® ).
I
/
' /
---- --. MEd ,Riegel I I

1 1
Übergreifungsstoß der Biegezugbewehrung Pos. CD und@
~\
(1)
/ I
/
Bei einem geraden Stabende ergibt sich aufgrund des Stabdurchmessers rp20 für den
/'i Verankeru ng
/ I Übergreifungsstoß ein Bemessungswert der Übergreifungslänge lo = 1,98 m. Daher wird die
/-~ - -: . ·- · - Übergreifungslänge durch Winkelhaken reduziert.
~ QEd,Stütze,u

T 1\/MEd,Stütze,u I = !!_ . a sd = 2,0 . 415 = 99 cm


NEd,Stütze ,u
b,rqd 4 f. 4 21
bd '
a) Stabwerkmodell b) Prinzipskizze zur Bewehrungsführung unter A
Berücksichtigung der Durchlaufwirkung mit a d =f d ·~ = 435 · -120
' - = 415 N/mm 2 (Bemessungsspannung)
s y A s vorh 12,6
Bild 12-6: Antimetrisch beanspruchter Rahmeninnenknoten
Variante mit Winkelhaken:
12.3 Beispiele mit konstruktiver Durchbildung /
0
= a 1 · a 2 · a3 · a5 · a6 = 0,7 ·1,0 ·1,0 · 1,0 · 2,0 · 99 = 1.39..crn 2: lo,min = 30cm
· lb ,rqd

12.3.1 Allgemeines mit lo ,min 2: max[0,3 · a 1 · a 4 · a 6 - /b.rqd = 0,3 · 0,7 ·1,0 ·104 = 21,8 cm ; 15rp = 30,0 cm; 20,0 cm]

Die konstruktive Durchbildung eines Rahmenknotens wird maßgeblich bestimmt durch Art und Höhe der a 1 : Beiwert zur Berücksichtigung der Biegeform (für Schlaufen a 1 = 0, 7 wenn die Beton-
Beanspruchung, die Art und Abmessungen der Bauteile sowie die gewählten Stabdurchmesser. Weiterhin ist deckung senkrecht zur Schlaufenebene ;:: 3rp, anderenfalls a 1 = 1,0)
die Bewehrungsführung sorgfältig auf die Betonierfugen und die Schalungstechnik abzustimmen . Für die
folgenden Beispiele wurde die Betondeckung des äußersten Bewehrungsstabes jeweils zu Gnom gewählt. Die
a 2 : Beiwert zur Berücksichtigung der Mindestbetondeckung; a2 ist nach /1 .1/ i. d. R. mit
weiteren Stablagen ergeben sich aus den Stabdurchmessern zuzüglich der Differenz zwischen Nenndurch- 1,0 anzusetzen .
messer und Außendurchmesser. Zudem wird hier jeweils ein C30/37 mit einheitlichen Verbundspannungen a3 : Beiwert zur Berücksichtigung der Querbewehrung
verwendet:
a 5 : Beiwert zur Berücksichtigung des Querdrucks p senkrecht zur Schlaufenebene
guter Verbund: fbd = 2,25 · 171 · 172 · fctd = 2,25 · 1,0 · 1,0 · 1,33 = 3,0 N/mm 2 ( a 5 = 1- 0,04p ; 0,7 ::::: a 5 ::::: 1,0 ); Q6 =2/3 bei direkter Lagerung
mäßiger Verbund : fbd = 2,25 ·171 ·17 2 · fctd = 2,25 · 0,7 · 1,0 ·1,33 = 2,1 N/mm 2
a 6 : Beiwert zur Berücksichtigung des Stoßanteils nach /1.1/, Tabelle 8.3DE
Die gewählte Übergreifungslänge beträgt 9 + 22 + :rr· 21/4 + 83 + 9 = 139 cm

122 123
(2) Verankerung der Steckbügel Pos. ®
/b d = ! . O'sd = 0,8. 435 = 41cm
,rq 4 fbd 4 2,1

/bd = a1 · a2 · a3 · a4 · as · /b,rqd = 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · 41 = 41 cm ~ /b,min = 12 cm


mit /b,min ~ max[0,3 · a 1 ·/b,rqd = 12,3 cm ; 1Oy? = 8,0 cm]

~
'E)

"'
®---;;;---------
LSl

~
'E) Bild 12-9: 3D-Darstellung der Bewehrung einer Rahmenecke mit schließender Momentenbeanspruchung
"'
8 ~--~~~---------
12.3.3 Beispiel für Rahmenecke mit öffnender Momentenbeanspruchung

-
~ Zur Darstellung der Bewehrungsführung bei Rahmenecken unter positiver Momentenbeanspruchung werden
I die Abmessungen , Baustoffe und Bewehrungsgrade nach Bild 12-10 verwendet. Die Bewehrung soll schlau-
~
(S) fenartig geführt werden. Aufgrund des hohen Bewehrungsgrades (geometrischer Bewehrungsgrad PI= 0,6%
=
J- f--
1-
ve"" bzw. mechanischer Bewehrungsgrad w 0, 15) sind neben der innenliegenden Hauptbewehrung entweder
eine weitere Schrägbewehrung in der Kehle oder orthogonale Zulagen von 50 % der jeweiligen Hauptbe-
wehrung erforderlich.

E
"'
'=!$
"'
"'
'E)

' -<>
.-
8 ~
.L .1-~----J,.~

,
·~
r- 40
I
k;:::=
SE 1 C30/37
XC1: erf. Gnom = 20 mm
2
unten: erf. A ,,Rieo•' = 10,0 cm
<(+ OlliH G) =
innen: erf. A ,,stütze 12,5 cm
Stütze: vorh. co = 0,15
2

: •"'
Stütze: vorh . p, = 0,006
Bild 12-10: Beispiel einer Rahmenecke mit öffnender Momentenbeanspruchung
~
m:lilt>(D 'lt lill m ~ Ollil-;q

Bild 12-8: Konstruktive Durchbildung einer Rahmenecke mit schließender Momentenbeanspruchung

124 125
OP Die Bewehrung ist in Bild 12-11 und als 3D-Visualisierung in Bild 12-12 dargestellt. ln der Stütze und im
Riegel wird die Hauptbewehrung zu 4 fjJ20 gewählt (Pos. CD und Pos. @ = 12,5 cm 2 ). Die Zulagen Pos. ®
® (4 Steckbügel fjJ1 0 =6,3 cm 2 <:: 0,5 ·10 cm 2 ) und Pos. @ (6 fjJ12 =6,8 cm 2 <:: 0,5·12,5 cm 2 ) entsprechen 50 %

110:
der Hauptbewehrungsmenge. Die Umlenk- und Spaltzugkräfte im Eckbereich werden von den Steckbügeln
Pos. ® und Pos. ® aufgenommen. Um den späteren Einbau der Riegelbewehrung nach dem Betonieren
der Stütze zu erleichtern , wird Pos . @ oben mit einem Kappenbügel Pos. @ geschlossen . Die Bügelschlös-
ser der Pos. ® und 0 in der Stütze und im Riegel sind in der außen liegenden Druckzone anzuordnen.

(1) Übergreifungsstoß der Zulagen Pos. ® mit Pos. @ (As,ert =0,5 · 10,0 = 5,0 cm 2
)

= . fjJ O"sd 2,0 230


5 Pos.@. lb,rqd = - · -,.- = - ·3o = 38 cm
4 bd 4
"' ,

e~·D
~,c . fjJ O"sd 1,0 230
Pos. ®. lb d =-·-=-·-=19cm
c;) ,rq 4 f.bd 4 30,
~ LS
=
~

~
.-' 0 5 10
- -~- ~
mit O"sd = fyd · As,ert = 435 · · " = 230 N/mm 2 (4 fjJ20 + 2 Bü f/J10 4-schnittig)
~ As,vorh 6,3 + 12,6
e
N
'GI
'"'
' 1,4 + 2,0 19 + 38
"' 15
,, Ia =a1 · a 2 - a 3 · a 5 ·a6 · lb,rqd =1,0·1,0·1,0·1,0 · =48cm:2:1a,m 1n =30cm
@ 65 2 2

(2) Übergreifungsstoß der Zulagen Pos. @mit Pos. CD (erf. As =0,5 · 12,5 = 6,25 cm 2 )
. fjJ O"sd 2,0 140
Pos . CD. lb,rqd = 4 . fbd = 4. 3,0 = 23 cm

. fjJ O"sd 1,2 140


Pos. @. lb d =- · - = - · -=14cm
f--. ,rq 4 f.bd 4 3,0

8. 0 5 12 5
Cl mit o-d=fd. erf.As =435· · . · =140N/mm 2 (4fjJ20+6fjJ12)
"' s Y vorh. A 5 6,8 + 12,6

1,4 + 2,0 14 + 23
Ia = a 1 · a 2 · a 3 · a 5 · a 6 · lb rqd = 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · · = 45 cm :2:: Ia min = 30 cm
' 2 2 '

(3) Übergreifungsstoß der Steckbügel Pos. @ mit Pos. @


'~

1::--..
I = t_ . O"sd = 1,2 . 290 = 29 cm
b,rqd 4 f.bd 4 3,0

2
mit 0" 5 d =- · fyd = 290 N/mm 2
x I0
3
= a 1 · a 2 · a 3 , a 5 · a 6 · Ib.rqd = 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,0 · 1,4 · 29 = 41 cm :2:: I o,min = 13 cm

;.0
95 ~
1il
(4) Verankerung der Steckbügel Pos. ®

lb d =t__· O"sd = 1,0. 435 =52cm

~~·8
! ~
,rq 4 fbd 4 2,1
G 9l

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Bild 12-11: Konstruktive Durchbildung einer Rahmenecke mit öffnender Momentenbeanspruchung

126 127
Einwirkende Querkraft im Knoten:
VEd = Fs ,beam - VEd ,col,o = 12,0 · 43,5 = 522 kN
Auf der sicheren Seite liegend wird auf den Abzug von VEd,col ,o verzichtet.
Knotentragfähigkeit ohne Bügel:
f )0,25 0 60 (30)0,25
Vi.cd = 1,4 . (1,2- 0,3 hbeam ) . bett . hcoi .
(
~ = 1,4 · (1,2- 0,3 · ) · 0,40 · 0,40 · 15 = 355 kN
hcol Yc 0'40 '
Knotentragfähigkeit mit Bügel :
llj,Rd = IIJ.cd + 0,4 · Asj.eff · fyd = 341 + 0,4 · 10,3 · 43,5 = 520 kN == VEd

V
J,
Rd ~ 2. v.J,Cd = 710 kN und vj ,Rd ~ YN . 0,25 . fck
Yc
. beff . hcol = 1. 0,25 .
30
1,5
. 0,4. 0,4 = 800 kN

mit Asj ,eff = 2 · 1r · (4 · 0,16 + 4 · 0,25) = 10,3 cm 2 (0 4 Bü t/ß + ® 4 Bü y?10)

Eine mögliche konstruktive Durchbildung ist in den Bildern 12-14 und 12-15 dargestellt. Die Riegelhauptbe-
..._______ Betonierfuge wehrung, Pos. CD und@, wird um 180° abgebogen und in die Riegeldruckzone geführt, sodass die Beweh-
rungsführung auf die Betonierabschnitte und Schalungstechnik abgestimmt ist. Für den nach oben geleiteten
Traganteil sind zur Hauptbewehrung die Zulagen Pos . ® und ® anzuordnen . Oberhalb des Stoßes sollte
Pos. ® der Stützenlängsbewehrung gekröpft werden .

(1) Mindestbiegerollendurchmesser von Pos. CD und@:


0 = 10y?=20cm
Bild 12-12: 3D-Darstellung der Bewehrung einer Rahmenecke mit öffnender Momentenbeanspruchung (2) Nachweis der Verankerung der Riegelzugbewahrung Pos. CD und @

12.3.4 Beispiel für Rahmenendknoten I =t· O"sd = 2,0. 332 =55cm


b,rqd 4 f. 4 30
bd '
Die Abmessungen eines beispielhaften Rahmenendknotens, der Momentenverlauf und die nach Biegetheo-
rie statisch erforderliche Bewehrung sind in Bild 12-13 dargestellt. Das Riegelmoment wird hier jeweils zur mit O"sd = 435 · E_ = 332 N/mm 2
Hälfte auf die obere und untere Stütze geleitet. Um das Beispiel zu vereinfachen, wurde auf den Ansatz von 15,7
zusätzlichen Quer- und Normalkräften verzichtet. ,b,eq = /b,rqd =55 cm:;::,: ,b,min = 21,8 cm
erf. A s.Riegel = 12,0 cm 2 oben mit /b,min::::: max [0,3 ·/b,rqd = 0,3 · 72,5 = 21,8 cm; 109 = 20,0 cm]
Die anrechenbare Verankerungslänge nach /12.4/ beträgt

C30/37 /b = 2 ·/d = 2 { 40-2 ·Gnom- 2 · lf'-Bü-


2
~ ~)
= 2 · (40- 4-2 · 0,8- 2) = 65 cm::::: 55 cm
XC1: erf. cnom= 20 mm
VEdcol,o

0,3h

Bild 12-13: Beispiel eines Rahmenendknotens, Abmessungen und statisch erforderliche Bewehrung Betonierfuge

Die Bemessung des Riegels erfolgt nach /12 .2/ und /12.4/ im Abstand 0 ,3h von der Schwereachse der
Stütze (h = Dicke der Stütze). Zur Bemessung des Rahmenendknotens wird der halbempirische Bemes-
sungsansatz für die Knotenquerkrafttragfähigkeit nach /12.4/ verwendet, wobei l!j,Rd ~ l!jh nachzuweisen ist. ..._______ Beton ierfuge
Dabei wird zwischen der Tragfähigkeit ohne und mit Bügelbewehrung unterschieden. Zur Aufnahme der
Spaltzugkräfte wird im Knoten eine Steckbügelbewehrung As,i angeordnet. Der Nachweis der Betondruck-
strebe wird durch Begrenzung der Knotenquerkrafttragfähigkeit geführt.

Bild 12-14: 3D-Darstellung der Bewehrung des Rahmenendknotens mit 180o-Abbiegungen

128 129
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Bild 12-15: Konstruktive Durchbildung eines Rahmenendknotens
~ ~
12.3.5 Beispiel für Rahmeninnenknoten
ln den Bildern 12-16 und 12-17 ist ein Ausführungsbeispiel eines Rahmeninnenknotens dargestellt. Ein Bild 12-16: Konstruktive Durchbildung eines Rahmeninnenknotens
ausführlicher Nachweis ist in /12.4/ zu finden.

131
130
Bild 12-19 zeigt die empfohlene konstruktive Durchbildung der ~auptb~wehrung für ~in Zwischenpodest Für
so bewehrte Treppenpodeste lässt sich in Versuchen /12.1 I b1s zu emem mechamschen Bewehrungsgrad
von w"" 0,15 das rechnerische Bruchmoment erreichen.

Betonierfuge ~

SchnittA-A
.. .. .. .. .. .. .. .. ....
a,, = 0,5·a,, für p, > 0,4%

Bild 12-19: Konstruktive Durchbildung eines Treppenpodestes


Bild 12-17: 3D-Darstellung der Bewehrung des Rahmeninnenknotens
12.3.7 Spezielle Bewehrungstechnik
12.3.6 Konstruktive Durchbildung bei Sonderformen von Rahmenknoten Bei Rahmenecken mit öffnendem Moment (positives Moment, Zug innen) (Bild 12-20 a)) /12.5/ und Endk~o­
ten (Bild 12-20 b)) /12.4/ haben Stäbe mit Ankerplatten Vorteile hinsichtlich der Verankerung und de_s Ein-
Eine mögliche konstruktive Bewehrungsführung für Wand-Deckenanschlüsse und spitze Rahmenecken ist in
baus (Bild 12-20) /12 .10/. Hier sind grundsätzlich die entsprechenden Zulass~ngen zu beac~ten. Be1 Rah-
Bild 12-18 dargestellt. Bei Wand-Decken-Anschlüssen mit schließendem Moment ist bei einem Längsbeweh-
menecken mit schließendem Moment (negatives Moment, Zug außen) konnte 1n Versuchen ~mgege~ ke;ne
rungsgrad von p, ~ 0,4% und 9~ d/20 (mit d =statische Nutzhöhe) ein Biegerollendurchmesser Dmin gemäß
ausreichende Tragfestigkeit festgestellt werden, da es zu einem vorzeitigen Betonausbruch 1m Bere1ch des
/1.1/, Tabelle 8.1 DE a), Spalten 1 bis 2 ausreichend, wenn in den Abbiegungen eine durchlaufende und
Ankerkörpers kommt /12.9/.
ausreichend dimensionierte Querbewehrung angeordnet wird. Ein Abspalten der seitlichen Bauteilränder
kann wirksam durch Steckbügel verhindert werden.

Hauptbewehrung konstruktive Bewehrung


Steckbügel

!)
I

.L._ -·-

............... '--"
a) Rahmenecke (Zug innen) b) Rahmenendknoten c) 3D-Darstellung der Bewehrung
~ ­
"'"---" -~·
Bild 12-20 : Schematische Bewehrungsführung von Stäben mit Ankerplatten
a) Wand-Deckenanschluss b) spitze Rahmenecke
Bild 12-18: Konstruktive Durchbildung

Bei Rahmenecken unter positivem Moment mit spitzen Knickwinkeln von etwa 135° ist eine schlaufenförmi-
ge Führung der Hauptzugbewehrung mit zusätzlichen Schrägstäben in einer Voute erforderlich, um eine
ausreichende Tragfähigkeit zu erreichen (Bild 12-18 b)). Der äußere Eckbereich ist konstruktiv zu verbügeln.
Beim biegesteifen Anschluss von Treppenläufen an Treppenpodeste handelt es sich um Rahmenecken mit
Laibungswinkeln a :s; 45° (Bild 12-19). Der Biegerollendurchmesser der Hauptbewehrung soll Om;n = 1Orp
nicht unterschreiten. Durch die Schlaufen werden die Umlenkkräfte der Druckzone aufgenommen . Für
geometrische Längsbewehrungsgrade p, :2: 0,4% ist eine Schrägbewehrung ass :2: 0,5 ·a51 anzuordnen.

132 133
13 Wandartige Träger 13.2 Tragverhalten
13.1 Allgemeines Das Tragverhalten eines wandartigen Trägers wird maßgeblich durch den Ort des Lastangriffs (Belastung
von oben angreifend oder unten angehängt), durch die Lastart (Gieichstrecken- oder Punktlast) und die Art
Wandartige Träger sind in Richtung ihrer Mittelebene belastete ebene Flächentragwerke, deren Querschnitte der Lagerung (unten gestützt oder über die Höhe verteilt an andere Bauteile angeschlossen) beeinflusst. Mit
unter Belastung nicht mehr eben bleiben. Die Stützung erfolgt - im Gegensatz zu kontinuierlich Hilfe der Scheibentheorie kann die Spannungsverteilung im ungerissenen Zustand I zutreffend beschrieben
aufgelagerten und vorwiegend auf Druck beanspruchten Wänden - nur an diskreten Auflagerpunkten, werden. Ab einem Seitenverhältnis hllett = 1 wird eine an der Oberkante einwirkende Belastung quasi durch
sodass wandartige Träger vorwiegend auf Biegung beansprucht werden. Bei der Spannungsermittlung muss den oberen Wandbereich "durchgeleitet" und Längszugspannungen in X-Richtung entstehen nur in einem
beachtet werden, dass die Ansätze der technischen Biegelehre (Bernoulli-Hypothese) für wandartige Träger kleinen, unteren Bereich (Bild 13-2 links) . Bei Belastung an der Unterkante ergibt sich ein ähnlicher Längs-
nicht gültig sind . Bild 13-1 zeigt die in wandartigen Trägern bei Bauteilhöhen von hllett =0,5; 1,0 und 1,5 spannungsverlauf, wobei jedoch im Einleitungsbereich zusätzlich in Lastrichtung verlaufende Zugspannun-
auftretenden Längsspannungen ax in der Feldmitte im Zustand I. Kennzeichnend für wandartige Träger ist gen ay entstehen (Bild 13-2 rechts). Die meisten wandartigen Träger gehen allerdings schon auf Gebrauchs-
auch, dass sich diese Spannungszustände bei Bauteilhöhen hllett > 1 qualitativ kaum noch verändern. lastniveau in den gerissenen Zustand II über, sodass der Ansatz eines isotropen Materialverhaltens nicht
mehr zutreffend ist und die sich einstellenden Tragmechanismen von der elastischen Spannungsverteilung
Die Abgrenzung zwischen wandartigen Trägern und Balken erfolgt anhand des Verhältnisses der Stützweite
abweichen können. ln guter Näherung kann das Tragverhalten dann unter Verwendung einfacher Stab-
zur Höhe der Wandscheibe h. ln Abhängigkeit von dem statischen System liegt ein wandartiger Träger
fett
werkmodelle beschrieben werden. Diese Stabwerkmodelle werden im Allgemeinen an den Verlauf der
nach Heft 240 des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton 113.1I bei folgenden hllett- Verhältnissen vor:
Hauptspannungstrajektorien im ungerissenen Zustand I angelehnt. Sie fassen die wesentlichen Ströme der
Gelenkig gelagerter Einfeldträger: hfleff > 0,5 gekrümmten, ebenen oder räumlichen "Spannungsfelder" zu konzentrierten Einzelstäben zusammen ("Last-
pfadmethode" 113.21). Die Stabwerkmodelle bestehen aus den Betondruckstreben, den Zugstreben (Beweh-
Endfeld eines Mehrfeldträgers: hfleff > 0,4 rung) und den verbindenden Knoten. Die Knotenpunkte der Stäbe sind keine idealen Gelenke, sondern
Wandbereiche, in denen innere Kräfte umgelenkt oder verankert werden. Die Wirksamkeit der Knotenpunkte
Innenfeld eines Mehrfeldträgers: hffeff > 0,3 ist zur Vermeidung eines schlagartigen Versagens von großer Bedeutung.
Kragträger: hlfeff > 1,0 Bild 13-2 zeigt die Verläufe der Hauptspannungstrajektorien und die daraus entwickelten Stabwerkmodelle
für ein Einfeldsystem mit oben aufgebrachter und unten angehängter Gleichstreckenlast Dabei kann ent-
sprechend dem Verlauf der Hauptdruckspannungen im Auflagerbereich von einem Winkel zwischen Druck-
e
und Zugstrebe von =55 + 65° ausgegangen werden. Außerdem ist zu erkennen, dass die Längsspannun-
gen ax am unteren Querschnittsrand zwischen den Auflagerpunkten verlaufen.

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Druck
Zug

Bild 13-1: Längsspannungsverläufe in der Feldmitte von Wandscheiben bei einem •l * * * * I I I t


1eff
Seitenverhältnis von hllett =0,5; 1,0 und 1,5 '1 J
Nach EC2 11 .1/, NA 1.5.2.23, werden gelenkig gelagerte, einfeldrige Bauteile mit Seitenverhältnissen bis a) Belastung an der Oberkante b) Belastung an der Unterkante
hllett= 0,33 als wandartige Träger bezeichnet, da der Lastabtrag erst bei diesen Bauteilen vollständig durch
ein Balkenfachwerk mit vertikalen Zugstreben beschrieben werden kann 113.21. Die für das Seitenverhältnis Bild 13-2: Hauptspannungstrajektorien und Stabwerkmodell einer Wandscheibe (hllett =1,5)
von hllett =0,5 dargestellten Spannungszustände (Bild 13-1 links) verdeutlichen, dass bei dieser Schlankheit
bereits weitgehend der für Balken typische Spannungsverlauf auftritt. Im Nachfolgenden wird daher die Bei mehrfeldrigen Wandscheiben kann das Tragverhalten ebenfalls in guter Näherung mit Stabwerkmodellen
klassische Abgrenzung zwischen wandartigen Trägern und Balken nach 113.1 I verwendet. Gelenkig gelager- beschrieben werden (Bild 13-3).
te, einfeldrige Bauteile mit Seitenverhältnissen von hllett =0,33 bis 0,5 liegen im Übergangsbereich zwischen
Balken und wandartigen Trägern . Bei der Bestimmung der Längs- und Querbewehrung können diese Bau-
teile als Balken betrachtet werden. Zusätzlich sind die konstruktiven Regeln für wandartige Träger zu beach-
ten .

134 135
nach der Biegetheorie ermittelt und dann die Zugkräfte unter Ansatz des Hebelarms der inneren Kräfte zF
+ +
bzw. z über ZF = MF/zF bzw. Zs = M8/z 8 ermittelt. Das Näherungsverfahren gilt für beliebige Laststellungen.
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I
I
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I
I
8
I I I
I I I Der Hebelarm z der inneren Kräfte wird in Abhängigkeit vom Verhältnis hllett definiert und kann ab einer
Bauteilhöhe hlfett >1
für einfeldrige Wandscheiben zu zF =0,6 · fett und
h h
für durchlaufende Wandscheiben zu zF = Zs = 0,45 · fett (Endfelder) bzw. ZF = zs = 0,4 · fett
I I I I
(lnnenfelder)
angenommen werden.
Bild 13-5 zeigt die Entwicklung der inneren Hebelarme gemäß dem Nährungsverfahren nach Heft 240 des
DAfStb /13 .1/ für unterschiedliche statische Systeme.

1,00 Innere Hebelarme wandartiger Träger im


Feldbereich zFifett bzw. Stützbereich zslfett
---Druck
0,80 A Innenfelder von Durchlaufträgern (zF =zs)
---Zug
a) Belastung an der Oberkante b) Belastung an der Unterkante
J . . .. . ; ..- . .~. -- . ··+-··--'© B Zweifeldträger und Endfelder von
~
0,60
: /. . : :® Durchlaufträgern (zF = zs)
Bild 13-3: Hauptspannungstrajektorien und Stabwerkmodell einer zweifeldrigen Wandscheibe mit
hllett = 1,5 und einer Belastung an der Oberkante (links) bzw. an der Unterkante (rechts) Jj 0,40 ....... r ' . .,.,.,. ~ ---------
® C Einfeldträger (zF)

Auch bei Einzellasten lässt sich der Lastabtrag in einer Wandscheibe mit einem inneren Stabwerksystem ~ 0,20
/!
.......,.....
: : : :
········-·····-~·-············ · ··· · ····t········-······" ' ''''1''''''''' ..............:
D Kragträger (zs)
zutreffend beschreiben (siehe Bild 13-4).

m 0,00
0,00 0,50 1,00 1,50 2,00 2,50
h//eff
Bild 13-5: Innere Hebelarme ZF bzw. z8 bei wandartigen Trägern

I I I I I I I I I I I \ \ \ I I
I I I 111 I I I I I I \1\ \ I I h 13.3.2 Zugstreben
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1
Die aus einem Stabwerkmodell oder dem Näherungsverfahren nach Heft 240 des DAfStb ermittelten
Zugstrebenkräfte im Feld- und Stützbereich von wandartigen Trägern müssen durch eine ausreichende
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1 ............. . ,, ,,
Bewehrung abgedeckt werden, die im Allgemeinen ungeschwächt von Knoten zu Knoten durchgeführt
I I I I I I ••• ' ' ' ' I I I werden muss.
'I '" .. . . "'' \ '
I I • • - • - - - • \ \ ---Druck
7 1 · - - ----- - . ~ ~ Neben diesen Zugstrebenkräften entstehen an Krafteinleitungsstellen und bei einer Einschnürung von
Zug Druckstreben (z. B. an Knotenpunkten) Querzugkräfte Ftct· Bild 13-6 zeigt schematisch den Bereich, in dem
die Druck-Trajektorien durch die Konzentration auf die Krafteinleitungsstelle gekrümmt verlaufen. Die abzu-
deckende Querzugkraft F1ct ermittelt sich nach EC2 /1.1 /, Abschnitt 6.5.3, in Abhängigkeit von der Ausbrei-
tung der Druckspannung:
Bild 13-4: Hauptspannungstrajektorien und Stabwerkmodell einer einfeldrigen Wandscheibe mit punktför-
miger Belastung am oberen Rand (hlfett = 1 5) 1 a) Bereiche mit begrenzter Ausbreitung der Druckspannung bei b :s H/2 (Bild 13-6 links):

Bereits bei ~er Wa~_l de~ St~bwerkmodelle sollten die ausführungstechnischen Randbedingungen der Stahl-
betonbauweise berucks1cht1gt werden. Grundsätzlich muss die zur Abdeckung der Zugkräfte erforderliche 0 (1- ~) ·
F.\d = 25 · I b F
(13.1)

Bewehrung baupra~tisc~ verleg_?ar sein, wobei gerade Stäbe mit wenigen Abbiegungen zu bevorzugen sind.
Au~erde~ muss s1ch d1e gewahlte Bewehrungsführung für alle auftretenden Lastfälle eignen . Eine reine b) Bereiche mit unbegrenzter Ausbreitung der Druckspannung bei b > H/2 (Bild 13-6 rechts):
TraJektonenbewehr~ng.' die ledigl_~ch .für einen bestimmten Belastungszustand ausgelegt wird, ist aufgrund
des stark von der E1nw1rkung abhang1gen Zugkraftverlaufs nicht sinnvoll.
F.td- 0 (1-07 · ~)
- 25 · I H ·F I
(13.2)
13.3 Bemessung
Die zur Abdeckung der Querzugkraft F1ct notwendige Bewehrung ist im Einleitungsbereich zu verteilen.
13.3.1 Schnittgrößenermittlung
Für di~
Schnittgrößenermittlung von wandartigen Trägern werden in der Ingenieurpraxis entweder die oben
beschn~benen ~tabwerkmodelle oder das Näherungsverfahren nach Heft 240 des DAfStb /13.1/ angewen-
det. Be1 dem Naherungsverfahren werden zunächst die Biegemomente im Feld und über den Stützungen

137
136
Druck-Zug-Knoten
Druckknoten
bet = 0,5H + 0,65a
K1
K6-1
a <5. h

h=b h=
0,5H
H Jt-------f
a,

K6-2
K2

f Ecd.2 \ f'Ecd .3

I. '
yI

[§]- Kontinuitätsbereich I
1 f Ecd.1 Ll!-L.Jt.JL...f--JU ()" Ed,1
f Ecd,1r
[Q]- Diskontinuitätsbereich fE cd,1 ~
a, '
Bild 13-6: Einschnürung des Druckfeldes und Querzugkräfte Ftd bei einem Spannungsfeld mit begrenzter
(links) und mit unbegrenzter Ausbreitung der Druckspannung (rechts) /1.1/
K6-3

13.3.3 Druckstrebe
Bei der Bemessung von Druckstreben sind die auftretenden Druckspannungen und im Falle von Einschnü-

~t ]~
1 F Ecd,2
I
rungen auch die Querzugkräfte nachzuweisen. Die Bemessungswerte der Betondruckfestigkeit crRd ,max sind
für ungerissene Betondruckzonen auf 1,0 · fcd und bei Druckstreben parallel zu Rissen auf 0,75 · fcd zu h E 1d F Eld
I
begrenzen. Werden Druckstreben von Rissen gekreuzt, ergeben sich noch geringere Werte für crRd, max · ln 1 f Ecd, 1 O"Ed,1

der Regel wird jedoch im Rahmen des Druckstrebennachweises die Bemessung der Knoten maßgebend . f Ecd,1

13.3.4 Knoten I Verankerung der Druckstrebe '


l
a,
>2·s0 ~
/bd

An Krafteinleitungsstellen, Bereichen von Mitten- oder Endauflagern sowie Endverankerungsbereichen von


Zugstreben werden große Kräfte in das Bauteil eingeleitet. ln diesen Knotenpunkten werden die Kräfte aus K9-1
II
den Zug- und Druckstreben gebündelt und evtl. umgelenkt (siehe Bild 13-2 bis Bild 13-4). Im Allgemeinen
erreichen die Druckspannungen im Bauteil an diesen Knoten ihren Höchstwert und werden ggf. zusätzlich F E!d,3 fEcd,1
O"Ed ,1

von Zugspannungen überlagert (z. B. Druck-Zug-Knoten am Endauflager). ln wandartigen Trägern mit hohen
Bewehrungsgraden ist das Versagen der Druckstreben und Knoten meist maßgebend für die Traglast des
gesamten Tragwerks.
~ f Etd ,2 f Etd,1
f Etd.2 f Etd,1
h-i /bd
Die Geometrie und der Beanspruchungszustand der Knoten in wandartigen Trägern ergeben sich in
Abhängigkeit der angreifenden Strebenkräfte (Richtung und Größe). Hierbei können reine Druckknoten und K9-2
Druck-Zugknoten mit Bewehrungsverankerungen oder -umlenkungen unterteilt werden. ln Bild 13-7 sind
verschiedene idealisierte Knoten dargestellt, anhand derer die auftretenden Druckspannungen bestimmt und f Ecd.1
O"Ed ,1
f Etd3
die Bewehrung der Zugstreben ausgelegt werden können .
L fEtd,1
~
f Etd1

/bd

fEtd,1i

K10

F
,.L. --+
f Etd.2 f Etd,2
}---,--i
/bd

Bild 13-7: Druckknoten (links) und Druck-Zug-Knoten (rechts) (nach /10.4/)

138 139
Für die maximal zulässige Betondruckspannung aRd,max in Druckknoten gilt nach EC2 /1 .1/, Abschnitt 6.5.4, Wie auf Bild 13-2 bis Bild 13-4 dargestellt, verlaufen die Zugspannungen am unteren Querschnittsrand
für normalfeste Betone bis zur Festigkeitsklasse C50/60: nahezu konstant über die gesamte Feldlänge durch. Aus diesem Grund muss auch die Feldbewehrung
vollständig auf die Auflager geführt und dort für 100% der Zugkraft des Feldes verankert werden. Dabei
(13 .3) kann die im Bereich der Höhe cF liegende Oberflächenbewehrung zur Abdeckung der Zugkraft ZF im Feld
mit v· = 1,0 und k 1 = 1,1 angerechnet werden (siehe Bild 13-8). Für den Einflussbereich cF der unteren Zuggurtbewehrung gilt:

Bei einem Druck-Zug-Knoten sind die folgenden Bedingungen einzuhalten: CF= min (0 , 1 · leff; 0,1 · h) (13.6)

Bild 13-8 zeigt den Einflussbereich der Bewehrung, der bei durchlaufenden Wandscheiben mit einem
(13.4)
Seitenverhältnis von hlleff = 0,5 bzw. hfleff > 1 zur Abdeckung der Zugkraft Zs im Stützbereich angesetzt
mit v· = 1,0 und k 2 = 0,75 werden kann . Sofern möglich, kann bei wandartigen Trägern mit hlleff > 1 bei der Abdeckung der Zugkraft Zs
über die angegebene Höhe c8 = 0,6 leff eine leichte Konzentration der Bewehrung im unteren Bereich
Bei Betonfestigkeitsklassen ;:: C55/67 ist die Bemessungsdruckspannung zusätzlich mit v· = (1, 1 - fck/500) vorgenommen werden , um dem Spannungsverlauf im Stützbereich besser zu folgen /13.3/.
abzumindern.
- ------1-------~-------T------ -
Die Bemessungswerte für die Druckspannungen in Knoten dürfen gegenüber den Bemessungswerten I I

i7Rd,max um 10 %erhöht werden, wenn eine der folgenden Bed ingungen erfüllt ist: I zs I
I I
- Die Ausbildung eines dreiaxialen Druckspannungszustandes ist gewährleistet.
- ln einem Druck-Zug-Knoten betragen alle Winkel zwischen den Druck- und Zugstreben ;:: 55°. I es 0.6"eff I
- Die an den Auflagern oder durch Einzellasten hervorgerufenen Spannungen sind gleichmäßig
verteilt und der Knoten ist durch Bügel gesichert.
- Die Bewehrung ist in mehreren Lagen angeordnet.
- Die Querdehnung des Knotens wird zuverlässig durch anschließende Bauteile oder auftretende 1eff 1eff
Reibung behindert.

13.4 Konstruktive Durchbildung Bild 13-8: Verteilung der Hauptbewehrung bei Wandscheiben mit hlleff = 0,5 (links) und hlleff > 1 (rechts)
nach /13.1/
13.4.1 Allgemeine Bewehrungsanforderungen
Sind wandartige Träger auf Stahlbetonstützen aufgelagert und biegesteif angeschlossen, sollte die
An den Außenseiten von Wandscheiben ist stets ein rechtwinkliges Bewehrungsnetz in beiden Richtungen Bewehrung der Stütze bis in die Höhe der Hauptzugbewehrung geführt werden .
anzuordnen EC2 /1 .1/, Abschnitt 9.7. Der Mindestquerschnitt As,dbmin je Seite beträgt dabei:
3
An freien Rändern müssen die Eckstäbe durch Steckbügel gesichert werden, wenn die Bewehrung je
Asdbmin= 0,75 · 10· ·Ac bzw. mindestens 1,5 cm 2 /m (13 .5) Wandseite 0,003 · Ac übersteigt. Werden Betonstahlmatten mit Randeinsparung verwendet, muss die
Bewehrung am Rand ergänzt werden . Auch hier ist eine Randeinfassung mit Steckbügeln erforderlich .
mit Ac: Betonquerschnittsfläche
13.4.2 Detailausbildung Aufhängebewehrung
Die Maschenweite des Bewehrungsnetzes darf nicht größer als die doppelte Wanddicke und nicht größer als
300 mm sein. Bei der Anordnung dieser netzartigen Wandbewehrung sollten folgende Konstruktionskriterien Die am unteren Querschnittsrand angreifenden Lasten (siehe Bild 13-2 und Bild 13-3) müssen wegen der in
beachtet werden: diesem Bereich auftretenden vertikalen Zugspannungen mittels einer Aufhängebewehrung bis in das sich in
der Scheibe ausbildende Druckgewölbe geführt und dort verankert werden /13.3/, siehe auch Bild 13-9. Bei
- Bei schlanken wandartigen Trägern (hlleff:::; 0,7) sollte die vertikale Bewehrung in Anlehnung an die
Abmessungsverhältnissen von hlleff < 1,2 wird empfohlen, die Aufhängebewehrung nicht im Bereich des
Anordnung der Schubbewehrung bei Biegeträgern im Allgemeinen außen liegend angeordnet
eingeschriebenen Druckbogens zu verankern , sondern bügelförmig bis an den oberen Rand durchzuführen.
werden .
- Bei wandartigen Trägern mit überwiegender Lasteintragung von unten kann die auf Zug
beanspruchte Vertikalbewehrung (Aufhängebewehrung) ebenfalls außen liegend angeordnet
werden, da keine Ausknickgefahr vorliegt.
- Bei hohen wandartigen Trägern (hlleff > 1,5), die zudem noch große Ve rtikal streckenlasten von oben
aufweisen, sollte- wie bei Druckgliedern-die Vertikalbewehrung innen angeordnet werden .

ln Wandbereichen, in denen der Gesamtquerschnitt der vertikalen Bewehrung beider Wandseiten 0,02 ·Ac
übersteigt, ist nach /1 .1 /, 9.6.4 (1 ), in der Regel eine Querbewehrung mit Bügeln entsprechend den
Vorgaben bei Stützen vorzusehen. Abweichend ist der Querbewehrungsabstand im Anschlussbereich
angrenzender Bauteile auf der vierfachen Wanddicke zu verringern . Sind die Anteile der vertikalen
Bewehrung beider Wandseiten gemeinsam < 0,02 · Ac. so ist eine außen liegende Bewehrung in der Regel
2
je m Wandfläche an mindestens vier versetzt angeordneten Stellen durch Bügelschenkel (z. B. S-Haken) zu
verbinden. Bei Tragstäben mit r/Js :::; 16 mm können S-Haken entfallen, wenn die Betondeckung der Stäbe
mindestens 2 · r/Js beträgt. Bei dicken Wänden können statt S-Haken auch übergreifende oder in der Wand
verankerte Steckbügel verwendet werden . Bei der Verankerung im Wandinneren muss die
Verankerungslänge der freien Bügelenden 0,5 · /b,rqd (bei Annahme von fyd) betragen.

140 141
(2) Bemessung der Zug- und Druckstreben

Aufhängebewehrung
1 1 1 1 r I 1 1 1 1 1 1

3
. 460 ·10 3 2 2 . 720 ·10 2 2
h
Aufhängebewehrung Strebe 1. A 881 = =1060mm =10,6cm StrebeS. A 885 = =1660mm =16,6cm
I I I I I I I I I I I I I ' 435 ' 435
h

]~12
_...~ ... 1-- f-!-. 3 3 2
- ~ .... I .....
r--, ,..v ""r-. . d b {0,75 ·10- -ac {0,75 ·10- ·100 · 30=2,25cm /m
;" i\ I r', ...,.._ ._... Druck
M tn est ewehrung: a5 min
·
= max
1, 50 cm 2 Im
= max
1, 50 cm Im
2

~ ,. Zug
t \ t. i Die Maschenweite des Bewehrungsnetzes darf nicht größer als die doppelte Wanddicke (hier
2 · 300 = 600 mm) bzw. nicht größer als 300 mm sein.
• • • • +• + • • • +• • • +
• gewählt:
2
Grundbewehrung 08 mm/200 mm kreuzweise je Seite, as.grund = 2,51 cm /m

. { 0,1 · I eff = 0,1 · 5,50 = 0,55 m


Bild 13-9: Ausführung der vertikalen Aufhängebewehrung bei wandartigen Trägern mit hllett = 1,0 (links) Strebe 1: Verteilung auf Höhe: hbew,s1 = mtn 0 1 · h = 0 1 · 3 00 = 0 30 m
und hlfett = 1,5 (rechts) ' ' ' -'--

2
Bei abschnittsweiser Herstellung von Wandscheiben und großer Bauteilhöhe des wandartigen Trägers kann erforderliche Zulage: AS,S1 ,Zulage=As,S1-hbew,S1 . as,grund = 10,6-0,30 . 2 . 2,51 = 9,1 cm
es erforderlich werden, die Aufhängebewehrung nach den Regeln für Zugstabübergreifungen zu stoßen.
2
gewählte Zulage: 2 · 5 012, vorh A 8.s1.zulage= 11,3 cm 2 :?: 9,1cm
13.5 Beispiel
2
Strebe 5: Bereich 1 (oben): 2/3 ·A 8 85 = 2/3 · 16,6 = 11,1 cm
(1) Bemessungsgrundlagen

gegeben: Verteilung auf Höhe: hbew,ss.1 = 0,4 · h = 0,4 · 3,00 = 1,20 m (gemäß Bild 13-8 links)
- Zweifeldriger wandartiger Träger, Gesamtbelastung auf effektive Stützweiten aufgeteilt, Auflager-
2
kräfte aus Stabstatik mit Erhöhung der Endauflagerkräfte nach /13.1/, Strebenverläufe und -kräfte erforderliche Zulage 1: As.ss.Zulage1= 2/3 ·As,S5-hbew,S5,1 . as,grund = 11,1-1,20 '2 . 2,51 = 5,1 cm
entsprechend der Lastpfadmethode bestimmt, vereinfachter Strebenverlauf über dem Mittelauflager 2
nach /10.4/ gewählte Zulage: 2 · 3 012 , vorh As.ss,zulage 1= 6,8 cm 2 :?: 5,1cm
- Baustoffe C30/37; BSOO 2
Bereich 2 (unten): 1/3 ·A 8 85 = 1/3 ·16,6 = 5,5 cm
gesucht:
- Bemessung der Streben und Knoten, Bewehrungsführung Verteilung auf Höhe: hbew,ss.2 = hbew, ss.1 = 0,4 · h = 1,20 m (gemäß Bild 13-8 links)

Höhe, inn. Hebelarm Strebenkräfte erforderliche Zulage 2: As,S5,Zulage2 = 1/3 ·As,ss -hbew,S5,1. as,grund = 5,5-1,20 . 2 . 2,51 < 0
hffeff 0,55 FEtd,1 460 kN
Es sind zur Grundbewehrung keine zusätzlichen Zulagen erforderlich!
ZF = Zs 2,03 m FEcd,2 -460 kN
Einwirkungen FEcd,3 -960 kN Die Druckstäbe Nr. 3 und 4 werden nicht gesondert nachgewiesen, da sie bei der Bemessung des
(f)
(g+q}d ,oben 310 kN/m FEcd,4 -1600 kN Knotens überprüft werden . Ohne Nachweis ist ersichtlich, dass Druckstab 2 nicht maßgebend ist. Die
NO
II o _ Querzugkräfte infolge der Spannungsausbreitung in den Druckstreben können im vorliegenden Fall
(g+q)d,unten 80 kN/m FEtd,5 720 kN
Nu... C'? durch die Mindestbewehrung ohne Nachweis übernommen werden .
Strebenwinkel Lagerkräfte
e1 68° A=C 890 kN (3) Bemessung der Knoten
T fh 52° 8 2510 kN Knoten 1: Druck-Zug-Knoten am Endauflager
+t
30 Nachweis Druck-Zug-Knoten 1 am Endauflager (Typ K6-3 aus Bild 13-7):

Bemessungswert der
- f - - - - - - - - - 1 1 ,40 - - - - - - - +
Betondruckfestigkeit
Bild 13-10: Zweifeldriger wandartiger Träger mit Strebenverläufen und -kräften
Bemessungsdruck-
festigkeit im Knoten : O'Rd,max =k2 · v'·fcd =0,75·1,0·17,0 =12,8 N/mm 2

Randabstand: so== 40 mm

142 143
Überstand: Süberstand ~ 2 · So = 2 · 40 = 80 mm Einflussfaktor "nicht an die Hauptbewehrung angeschweißte Quer-
bewehrung"
Abmessung a1: 81 = fA- Süberstand - Cnom = 400 - 80 - 25 = 295 mm
Einflussfaktor "angeschweißte Querbewehrung", entfällt
0 890
Nachweis (Länge a 1): aEd 1 - -A- - - • - 10,1 N/mm 2 < 12,8 N/ mm 2 06 =2/3 Einflussfaktor "Querdruck", für direkte Lagerung
· a1 · b 0,295 · 0,30
/b,min ~ max (0,3 · a 1 · a4 · /b,rqd ; 2/3 · 10 · r/J) = max (0,3 · 0,5 · 1,0 · 435 = 65; 2/3 · 10 · 12 = 80) = 80 mm
Abstand der
Bewehrungslagen: s =50 mm (gewählt für dien= 5 Lagen der Zulagen) /bd,ert = /bd · As,tot,ertfAs,tot = 145 · 7,8/9,0 = 126 mm > /b.min = 80 mm
Zugstrebenbreite: u = 2·s0 + (n- 1)·s = 2-40 + (5- 1)·50 = 280 mm < 300 mm /b vorh = fA- Cv + u/2 · COt 81 = 400 - 25 + 280/2 · COt 68° = 432 mm > /bd,erf = 126 mm

~
Empfehlung zur Zugstrebenbreite im Knoten vom Typ K6-3 nach /10.4/:

= 0,15 · 3,00 = 0,45 m


"' 0,15 · h
u = ~ 0,20 · h = 0,20 · 3,00 = 0,60 m FEcd,3
{
~ 0,20 · fett = 0,20 · 5,50 = 1,10 m

Für das Zugband wird eine konstante Höhe über die gesamte Bauteillänge gewählt. Die ö
'<!"
vorgesehene Höhe des Zugbands im Knoten liegt im Bereich der Empfehlung nach /13.2/. I I FEcd .3 II

~F~~~I~
I
Knotenbreite a 3 : a3 = (a 1 + _u_J ·
tan 81
sin 81 = (295 +
280
tan 68°
) · sin 68° = 379 mm
I

h
I E t d 1.
0 960 I ••
Nachweis (Länge a 3 ): a;
3
= jFEcd,3 1 = · = 8 5 N/mm 2 < 12 8 N/mm 2 1FEcd,1
Ed, a3 · b 0,379 · 0,30 ' ' 0
'<!"
II
C/)0
Die Bewehrungsstäbe des Zugbands mit r/Js = 12 mm werden am Auflager mit liegenden Schlaufen
ausgebildet. Für die Schlaufen wird ein Biegerollenradius von 0 ~ 15· r/Js = 15·12 = 180 mm genutzt.
Dieser ist bei der vorliegenden Wanddicke von 300 mm möglich. Die Betondeckung senkrecht zur ,.,. ,·
Gnom = 25 80 a1 = 295
Schlaufenebene beträgt cd ~ 3r/Js = 3·12 = 36 mm. Die Verankerung der Grundbewehrung erfolgt mit
Steckbügeln am freien Rand . (A = 400

Grundwert der Verankerungslänge für die Zulagen mit r/Js = 12 mm und die Stahlspannung von asd = fyd : Bild 13-11: Druck-Zug-Knoten 1 am Endauflager

Nachweis Druckknoten 2 am Mittelauflager (Typ K4 aus Bild 13-7):


/b,rqd = ( #4) · (fyd/fbd) = 12/4 · 435/3,0 = 435 mm

mit fbd = 2,25 · '!71 · '!72 · fctd = 2,25 · 1,0 · 1 ,0 · 1,33 = 3,0 N/mm 2 Bemessungsdruck-
2
festigke it im Knoten: l7Rd,max = k2 · v' ·fcd = 1'1·1 ,0·17,0 = 18,7 N/mm
fctd = O:Ct · fctk;o,os/Yc = 1,0 · 2,0/1 ,50 = 1,33 N/mm 2
Abmessung a1 : a1 = ts = 500 mm
ry1 = 1,0 für gute Verbundbedingungen
aEd 1 = ~
2 510
Nachweis (Länge a1 ): = · = 16,7 N/mm 2 < 18,7 N/mm 2
ry2 = 1,0 für rjJ$ 32 mm · a1 · b 0,50 · 0,30

fctk;o.os = 2,00 N/mm 2 für C30/37


Abmessung aa: a0 = -a1 · tan 82 = -500 · tan 52 o = 320 mm
O:Ct = 1,0 Dauerstandsbeiwert, nur bei der Ermittlung der Verbundspannung fbd 2 2
(/1.1/, NDP zu 3.1.6 (2))

Yc = 1,50 Teilsicherheitsbeiwert Beton Nachweis (Länge aa): a;


Ed,o
= 1-aFEtd,sl

= 0.7 20 = 7,5 N/mm
0,32 · 0,30
2 < 18,7 N/mm 2
0

Bemessungswert der Verankerungslänge bei direkter Lagerung und Endausbildung mit Schlaufen:
a4 = -a1 + -a-
0 )
-
( 500 +
. sin82 = -
320 ) · sm52°
. = 394 mm
/bd = a1 · a2 · a3 · Q4 · 06 · /b,rqd = 0,5 · 1,0 · 1,0 · 2/3 · 435 = 145 mm ( 2 tan 82 2 tan 52°

mit Einflussfaktor "Stabform" für Schlaufen mit cd ~ 3rjJ = 36 mm und


Biegerollenradien 0 ~ 15· r/Js (/1.1 /, NCI zu 8.4.4 (2), Tabelle 8.2) = jFEcd. 4 1 = 1•600 = 13 5 N/mm 2 < 18,7 N/mm 2
Nachweis (Länge a4): 4
aEd, a4 · b 0,394 · 0,30 '
Einflussfaktor "Betondeckung" für gebogene Stäbe unter Zug

144 145
(5) Darstellung der Beweh rung
~

"' 0
"&""'
r- II l~

8 - ~c
g
8 !:::!
"'<S>
'' / <C ~~CD [;;
;;_
/
8
ll
<C
8
' / ...,
' /
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N
(\")
.t!
<=
..c::
u
(/)
1
II
(00

II
<o"'
05 /ZL0 sCD
00~ H
05/ZL!ll5@
F Ecd, 11 F Ecd ,1 1 OOZ/ 8 l'l 5L CD j

250
,· II - ill

Bild 13-12: Druckknoten 2 am Mittelauflager

(4) Details zur konstruktiven Durchbildung

Es liegt ein schlanker wandartiger Träger vor, bei dem die Biegeeinflüsse domin ieren . Daher wird die
vertikale Bewehrung wie auch bei Balken üblich in der äußeren Lage angeordnet. Die Grundbewehrung
08 mm/200 mm wird an den Stirnseiten konstruktiv mit Steckbügeln verankert. Das unten liegende Zug-
band (2·5012 mm) wird bereits im Bereich vor dem Endauflager mit entsprechenden Steckbügeln
gestoßen , um Bewehrungskonzentrationen am Auflager zu vermeiden .

Die Bewehrung der Stützen , auf denen der wandartige Träger aufliegt, wird nach innen gekröpft und in
den Träger geführt. Die außen liegenden Bewehrungsstäbe werden je m2 Wandfläche an mindestens
vier versetzt angeordneten Stellen mit S-Haken verbunden , der Abstand über zwei Abstandhalter je m2 ~ ~ ~
Wandfläche gesichert.
nr
~ ~
·- ~

"'"'
.",.", "'
." 0
~
~
~
~
~ - [;;
I
Übergreifungslängen für 100 %- bzw. 50 %-Stöße der Stäbe der Grundbewehrung und Zulagen: 88 8 ~
I
I
C/Js = 8 mm lo,erf =41 0 mm
C/Js =12 mm lo,erf =610 mm
1- -
1- -
Die Hauptbewehrung für die Zugkraft über dem Mittelauflager ist nach /13.1I zur Hälfte über die 8
gesamte Stützweite zu führen , der Rest ist beidseitig des Auflagers auf eine Länge von leff/3 vom
Auflagerrand ohne Berücksichtigung zusätzlicher Verankerungslängen vorzusehen.

Beim vorliegenden Beispiel wird die Zugkraft über dem Mittelauflager der Grundbewehrung und
entsprechenden Stabzu lagen zugeordnet. Der Empfehlung folgend we rden die Zulagen mit einer
Gesamtlänge von 2 · leff/3 + t8 =2 · 5,50/3 + 0,50 "'4,20 m ausgeführt.

Bei der Ausbildung der Bewehrung an der Unterkante des wandartigen Trägers wird berücksichtigt,
dass die Betanage der beidseitig anschließenden Decke vorab erfolgt. Auf die Nachweise der
Schubkraftübertragung in den horizontalen Arbeitsfugen wird im Rahmen dieses Beispiels verzichtet. -
II "&
~

~~El~

OOZ/81'l5L CD l e~ ~
OOZ/8 !2l SL@
051 lL l'l s CD
OS/l~@

'"
Bild 13-13: Bewehrung des zweifeldri gen wandartigen Trägers

146 147
14 Einzelfundamente
14.1 Allgemeines

Einzelfundamente werden in der Regel in Ortbeton ausgeführt. Sie können jedoch auch im Fertigteilwerk
vo rgefertigt werden . Für den Anschluss der aufgehenden Stützen an das Fundament sind folgende Ausfüh-
rungsvarianten üblich:

a) monolithisches b) Anschluss einer c) Anschluss einer Stüt- d) Ansch luss e) Anschluss einer
oder Stütze in einem ze in einem Köcher- einer Stütze Stütze mit Stüt-
angeformtes Blockfundament fundament mit Stumpf- zenschuh
Fundament stoß
Bild 14-1: Ausführungsvarianten Stützenanschluss (schematisch)

Fundamente werden meist relativ gedrungen ausgeführt. Die Dimensionierung erfolgt in der Regel so, dass
eine Durchstanzbewehrung vermieden wird .

Ist die folgende ve reinfachende Bedingung aus /1.1 /, Abschnitt 12.9.3, eingehalten , darf ein Einzelfundament
auch unbewehrt ausgeführt werden :

(14.1)

-
..._____.... -----"..-

t-Ybt=-1
Bild 14-2: Unbewehrtes Stützenfundament nach /1 .1/, Bild 12.2

Für den Fall , dass in ein Einzelfundament Normalkraft und Moment eingeleitet werden , darf die erforderliche
Biegebewehrung fü r beide Lastanteile getrennt berechnet werden, sofern sich eine geri ngfügige Überschät-
zung des inneren Hebelarms nicht wesentlich auswirkt. Beide Bewehrungsanteile sind zu addieren . Für den
Abtrag des Biegemomentes darf die rechnerische Breite eines Ersatzbalkens nach Bild 14-3 angesetzt
Bild 13-14: 3D-Darstellung der Bewehrung des zweifeldrigen wandartigen Trägers (oben) und Detail am werden . Bei Fundamenten nach Bild 14-1 a) ist die im Stützenanschnitt benötigte Biegezugbeweh rung
Endauflager (unten) rahmenartig in die Stütze zu führen. Die zugehörige Biegezugbewehrung im Fundament kann auf einer
Breite von 0,5 b 1 verlegt werden. Bei Ausfüh ru ngen nach Bild 14-1 b) und c) ist die Biegezugbewehrung
hinter der Aussparung nach oben zu führen , bei solchen nach Bild 14-1 e) dient sie als vertikale Anschluss-
bewehrung zur Ve rankerung des Stützenschuhs.

148 149
---Zug
I
I -----Druck

I
I
I
I
1>--- .OL-
.. - - - - . , ....----------~. ,.,.... -- A. .
h
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I
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lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll