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Justus_Liebig-Universität Gießen

Fachbereich 02 – Sozial und Kulturwissenschaften


Institut für Erziehungswissenschaften
Didaktik der Arbeitslehre
Seminar : Digitale Bildung in der Arbeitslehre
Dozent : Roland Mevissen
Wintersemester 2021 / 2022

Handreichung für das Abfall WebQuest


Vorgelegt von:
Name : Sophie Gläser (2042199)
Marie Sophie Schäfer (5054499)
Studiengang : Lehramt an Förderschulen (L5)
E-Mail : marie-sophie.schaefer@lehramt.uni-giessen.de
sophie.glaeser@lehramt.uni-giessen.de
Semester : 3. Semester
Datum : 15.05.2022

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Inhaltsverzeichnis

1. Sachanalyse ........................................................................................................ 3
2. Didaktisch-methodischer Kommentar .................................................................. 4
3. Lernziele .............................................................................................................. 6
4. Kompetenzbeschreibung ..................................................................................... 6
5. Literaturverzeichnis .............................................................................................. 8

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1. Sachanalyse

Das Thema „Abfall“ spielt für uns Menschen und unserer Umwelt eine immens wichtige
Rolle. Abfall ist unser stetiger Begleiter und wohl die offensichtlichste Art der
Umweltverunreinigung. Er führt zu Verschmutzung und Verunreinigung von: Luft,
Böden, Flora und Fauna, Meere, Flüsse sowie Seen. Die allgemeine Ursache zur
Entstehung von Müll, ist auf den Lebensstil der Menschheit
zurückzuführen (vgl. Pfliegl 2018). Doch Müll bedeutet nicht gleich Müll, denn es gibt
verschiedene Arten von Müll und diese gilt es zu unterscheiden. Restmüll, Bioabfall,
Altpapier, Altglas und Leichtstoffverpackungen (Plastikmüll) werden in privaten
Haushalten unterschieden. Der Restabfall ist ein Abfallgemisch. Restabfälle wie
Alufolien, Stifte, Windeln, Medikamente etc. werden in die „schwarze Tonne“ entsorgt.
Der Bioabfall besteht aus organischen Abfällen wie Brot, Eier, Obstabfälle etc. und
wird in die „braune Tonne“ entsorgt. Verkaufsverpackungen, die aus Kunststoff
bestehen, wie Dosen, Joghurtbecher, Milchtüten etc. müssen in den gelben Sack
sortiert werden. In die „blaue Tonne“ wird Altpapier, unter anderem Zeitungen,
Zeitschriften und Pappschachteln entsorgt. Glas wird in einem Glascontainer entsorgt
(vgl. AWVAbfallwirtschaftsverband Kreis Groß-Gerau).

Ziel der Abfallwirtschaft in Deutschland ist, Ressourcen zu schonen und negative


Umweltfolgen zu vermeiden. Beim Umgang mit Abfall gibt es bestimmte Prioritäten.
Dabei steht an erster Stelle, dass Abfälle möglichst von vornherein vermieden werden
sollen. Der beste Abfall ist der, der gar nicht entsteht, weil auch die Vorbereitung zur
Wiederverwendung und das Recycling von Abfall Rohstoffe kosten. Ist etwas bereits
zu Abfall geworden, soll der Abfall so behandelt werden, dass er recycelt und
wiederverwendet werden kann (vgl. Bundesministerium für Umwelt, 2021). Laut
Verpackungsgesetz soll mehr als die Hälfte aller Kunststoffverpackungen recycelt
werden. Das kann nur mit der richtigen Mülltrennung im Haushalt gelingen. Durch
Mülltrennung treten viele positive Effekte auf. Es können hohe Recyclingquoten durch
richtiges Mülltrennen erreicht werden, je mehr „Fehlwürfe“ vermieden werden, desto
mehr Material kann schließlich recycelt werden. Werden dementsprechend mehr
Verpackungen richtig gesammelt und recycelt, bleibt weniger Abfall übrig der in
Müllverbrennungsanlagen beseitigt werden muss. Dies schlägt sich wiederum positiv
auf den CO²- Verbrauch aus. Ein weiteres wichtiges Ziel der Mülltrennung ist die

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Schonung der Ressourcen. Durch geschlossene Kreisläufe soll verhindert werden,
dass Rohstoffe abhandenkommen. Dies führt dazu, dass weniger Ressourcen wie
Wasser und Energie genutzt werden, um neue Produkte herzustellen (Sickinger,
2022).

Statistiken zeigen jedoch, dass der deutsche Lebensstil nicht Nachhaltig ist. Nach
Berechnungen des Global Foodprint Network, hat Deutschland bereits Anfang Mai das
Ressourcen-Budget fürs gesamte Jahr 2022 aufgebraucht. Demnach leben die
Deutschen seit diesem Zeitpunkt auf Kosten anderer Länder bzw. auf Kosten
zukünftiger Generationen. Auf die globale Bevölkerung hochgerechnet, bräuchte der
deutsche Lebensstil die Landfläche von über drei Erden. Das heißt, dass wir in
Deutschland die Natur dreimal so schnell nutzen, wie sich Ökosysteme regenerieren
können. Dieser Lebensstil trägt vielfältige Folgen für die Umwelt mit sich. Der
Klimawandel, das Aussterben von Tierarten oder die schrumpfenden Wälder sind
unter anderem Auswirkungen darauf (vgl. UBA, 2022).

2. Didaktisch-methodischer Kommentar

Der hessische Lehrplan für das Fach Arbeitslehre des Bildungsganges Realschule,
sieht für Schüler*innen der Jahrgangsstufe 6 das Thema „Verpackungsflut und
Umwelt“ vor. Zu den verbindlichen Unterrichtsinhalten gehören unter anderem die
Themen Umweltbelastungen, Auswirkungen auf den Menschen, Möglichkeiten der
Müllbeseitigung und Wiederverwertung. Aus diesem Grund wird das WebQuest zum
Thema „Abfall“ mit einer Schüler*innengruppe der Jahrgangsstufe 6 eines
Realschulzweiges bearbeitet (vgl. Kultusministerium Hessen, 2022).

In Deutschland sind im Jahr 2020 pro Kopf täglich rund 1,3 kg Müll angefallen. Damit


dieser Abfall auch adäquat entsorgt werden kann, gilt in Deutschland das
Kreislaufwirtschaftsgesetz. Daher ist es gegenwärtig auch für Schüler*innen
bedeutsam, das Prinzip der Abfallvermeidung zu kennen und zu wissen, wie der Abfall
getrennt wird. Zukunftsperspektivisch rücken die Themen Umweltschutz und
Nachhaltigkeit vermehrt in den Fokus. Da jeder Mensch Müll produziert, untermauert
das Kreislaufwirtschaftsgesetzt dies mit einer verschärften Abfallvermeidung. Dieses
richtet sich noch stärker auf den Ressourcen-, Klima und Umweltschutz (vgl.
Bundesamt, 2020).

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Der Unterrichtsgegenstand zielt darauf ab, ein Bewusstsein dafür zu vermitteln, dass
Abfallvermeidung und -verwertung eine wichtige Rolle für die nachhaltige Entwicklung
spielen. Die Umwelt wird geschont und Rohstoffressourcen werden eingespart. Abfall
ist ein Thema, das an der Lebenswelt der Schüler*innen anknüpft, denn jede/r von
ihnen produziert täglich Abfall. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema sollen
die Schüler*innen erfahren, welche Auswirkungen ihr eigenes Handeln hat. Im Sinne
der Bildung für nachhaltige Entwicklung erweitern die Schüler*innen zum Beispiel die
Kompetenzen, vorausschauend und interdisziplinär zu denken und zu handeln.
Außerdem werden sie motiviert, selbst aktiv zu werden. Durch die Bilder und Videos
werden die einzelnen Themenblöcke für die Lerngruppe veranschaulicht. Die
Auswirkungen sind dadurch transparent sprechen die Schüler*innen konkreter an (vgl.
Bundesministerium für Umwelt, 2021). Durch die Unterteilung der einzelnen Themen
in konkrete Themenblöcke haben die Schüler*innen einen besseren Überblick und ein
roter Faden ist zu erkennen. Der Fokus der Lerngruppe liegt somit immer bei einer
bestimmten Problemstellung, die es zu erforschen gibt. Damit eine Sicherungsphase
vorhanden ist und die Schüler*innen die eigenständigen Recherchearbeiten und Inputs
von Videos verfestigen, müssen auf jedem Themenblock Aufgabenstellungen
bearbeitet werden. Damit die Motivation der Schüler*innen vorhanden bleibt, wurden
zu jedem Themenblock unterschiedliche Forschungsfragen vorbereitet die anhand von
wechselnden Aufgaben gelöst werden müssen. Jede/r hat die Möglichkeit mit Hilfe der
vorbereiteten Blöcke, sein/ihr Wissen bezüglich des Wichtigen Gesellschaftsproblem
Abfall zu erweitern und eine eigne Meinung darüber zu bilden. Jede/r Schüler*in kann
sich am Ende des Web-Quest als Expert*in erleben, was das unteranderem die
persönlichen Kompetenzen stärkt (vgl. UBA, 2022). Durch das Web-Quest erleben die
Schüler*innen Selbstverwirklichung in Bezug auf ihre Selbstständigkeit. Ihre
Wahrnehmung bezogen auf die Umwelt wird geschärft und sie werden sensibilisiert für
den aktiven Umweltschutz. Jede/r Schüler*in kann zu Hause in digitaler Lehre in dem
eigenen Lerntempo arbeiten. Durch die vorgegebenen Abgabefristen herrscht jedoch
Transparenz bezüglich des groben Arbeitstempos.

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3. Lernziele

Die Schülerinnen und Schüler …


- kennen die 5 verschiedenen Abfallarten (Biomüll, Plastikmüll, Restmüll,
Papiermüll und Altglas)
- können verschiedenen Müll den richtigen Mülltonnen (Biotonne, gelbe Tonne,
Restmülltonne, blaue Tonne, Altglas Container) zuordnen.
- können einem Video Informationen entnehmen und diese Informationen in
einem anderen Kontext anwenden.
- können ihr eigenes Konsumverhalten reflektieren
- können Internetquellen Informationen entnehmen um angegebene Fragen
sachgerecht zu beantworten
- können eigenständig Strategie zur Abfallvermeidung entwickeln
- nutzen die Informationen des Web-Quests, um sich eine eigene Meinung zu
der Thematik „Abfall“ zu bilden

4. Kompetenzbeschreibung

Lehrkräfte müssen einem Bildungs- und Erziehungsauftrag nachkommen der darauf


abzielt, Schüler*innen angemessen auf das Leben in der derzeitigen und zukünftigen
Gesellschaft vorzubereiten. Abfallvermeidung und Abfallverwertung spielt dabei eine
bedeutsame Rolle im gesellschaftlichen Leben. Durch das Bearbeiten des Web-Quest
findet eine Selbstständigkeitsförderung für eigenständiges Lernen statt. Die
Schüler*innen recherchieren in eigener Verantwortung über das wichtige
Gesellschaftsthema Abfall. Während der Bearbeitung des Web-Quests müssen sich
die Schüler*innen die Arbeitsaufträge eigenständig einteilen, um die vorgegebenen
Abgabefristen einzuhalten. Des Weiteren wird die Fähigkeit trainiert, sich
Anforderungssituationen und Aufgaben mithilfe geeigneter Strategien eigenständig zu
erschließen, sowie den Lernprozess und dessen Ergebnisse angemessen zu
reflektieren, um sich schließlich eine eigene Meinung zum Thema Abfall zu bilden (vgl.
Kultusministerium Hessen, Kerncurriculum Arbeitslehre, 2022). Das Reflektieren des
eigenen gelernten, wird durch das Sammeln der verschiedenen Meinungen und
Sichtweisen während der „Gesamtkonferenz“ transparent. Die Schüler*innen können
ihre eigenen Gedanken und Sichtweisen, die sie eigenständig aus dem gelernten
geschlossen haben, noch einmal reflektieren und ggf. überdenken. Hierbei wird die
metakognitive Kompetenz geschult. Durch die offenen Recherchearbeiten im Internet,
haben die Schüler*innen großen Freiraum und können sich umfassend, nach eigenem
Interessenschwerpunkt, über das Thema informieren. Die Schüler*innen lernen
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seriöse Quellen zu suchen, mit denen sie arbeiten können und bauen ihre digitalen
Fähigkeiten weiter aus (vgl. Kultusministerkonferenz, 2021). Die
Problemlösekompetenz zeigt sich darin, dass die Schüler*innen das Abfallproblem
analysieren, eigenständig Lösungsmöglichkeiten herausfinden und schließlich eine
eigene Entscheidung treffen, ob sie für oder gegen die Abfallvermeidung in Schulen
sind (vgl. Kultusministerium Hessen, Kerncurriculum Arbeitslehre, 2022). Die
Arbeitskompetenz der Schüler*innen wird ausgebaut, da sie Lernstrategien bewusst
einsetzen und Ressourcen angemessen nutzen müssen. Die Selbstständigkeit der
Schüler*innen wird von Beginn bis zum Ende des Web-Quest gefördert. Sie lernen,
mit Aufgaben selbstständig zu beginnen und Tätigkeiten auszuführen. Die digitale
Lernumgebung ermöglicht den Schüler*innen in ihrem eigenen Lerntempo an dem
Thema zu arbeiten. Aufgrund der zeitlichen Unabhängigkeit können Schüler*innen bei
Krankheiten zeitlich versetzt daran arbeiten und sind nicht an feste Zeitstunden
gebunden. Die digitale Lernumgebung verhilft, dass alle Arbeitsmaterialien jederzeit
dokumentiert und verfügbar sind. Insgesamt bietet das Web-Quest die Chance, den
Schüler*innen mehr Verantwortung für die Gestaltung und das Einteilen des eigenen
Lernens zu übertragen und damit ihre Selbstständigkeit zu fördern
(Kultusministerkonferenz, 2021, S. 14).

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5. Literaturverzeichnis

Bundesamt, S. (2020). Abfallwirtschaft. Von


https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-
Umwelt/Umwelt/Abfallwirtschaft/_inhalt.html abgerufen am 12.05.2022
Bundesministerium für Umwelt, N. n. (2021). Umwelt im Unterricht. Von
https://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/vermeiden-verwerten-
beseitigen-der-umgang-mit-abfall/ abgerufen am 12.05.2022
Kultusministerium Hessen, K. (2022). Kerncurriculum Arbeitslehre. Von
https://kultusministerium.hessen.de/sites/kultusministerium.hessen.de/files/20
21-06/kerncurriculum_arbeitslehre_realschule.pdf abgerufen am 10.05.2022
Kultusministerium Hessen, K. (2022). Lehrplan Arbeitslehre. Von
https://kultusministerium.hessen.de/sites/kultusministerium.hessen.de/files/20
21-06/lpreal_arbeitslehre.pdf abgerufen am 11.05.2022
Kultusministerkonferenz. (2021). Bildung in der Digitalen Welt. Von
https://www.kmk.org/fileadmin/pdf/PresseUndAktuelles/2018/Digitalstrategie_2
017_mit_Weiterbildung.pdf abgerufen am 12.05.2022
Sickinger, D. M. (2022). Mülltrennung. Von https://www.muelltrennung-
wirkt.de/fragen-und-antworten/ist-muelltrennung-
sinnvoll/?gclid=Cj0KCQjwmuiTBhDoARIsAPiv6L_PqMYLk4N3ddMAeRE9XA
mXBw8t1hc-kcGBMhPkQbimXDWq4fV8CWAaAnLiEALw_wcB abgerufen
UBA, U. B. (2022). Von
https://www.umweltbundesamt.de/themen/erdueberlastungstag-deutsche-
haben-ressourcen-fuer abgerufen

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