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Name: Raheel Ahmed

Assignment: Die Sprechaktheorie und Sprechakt-Klassifikation

Subject: Linguistic

Submitted to: Sir Asim

Sprechakttheorie:
In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Theorie Philosophie der Alltag entwickelt und wurde als
„Pragmatisch“ bezeichnet. Dabei ging man von der Frage aus, was man mit Wörtern eigentlich tun.
Die Tatsache, dass durch Sprache verschiedene Handlungen vollzogen und Wirkungen errreicht
werden können, hatte aber aber in der Sprachbeschreibung keine wesentliche Rolle gespielt. Dies
änderte sich, als die Gedenken der Philosophen John Langshaw Austin und John. R. Searle Eingang in
der Wissenschaft fanden.

Austin und Searle haben sich bemüht, den Sprechakt in all seine Aspekte aufzugliedern und ihre
Arbeit wurden unter der Bezeichnung „Sprechaktheorie“ zusammengefasst. Die
Sprachphilosophische Konzeption Austins wurde im Jahr 1962 unter dem Titel „ How to do things
with Words“ veröffentlicht und 10 Jahre später erscheint in der deutsche Sprache unter dem Titel
„Zur Theorie der Sprechakte“.

Austin bemerkt, dass es viele Satztypen gibt, mit denen nicht etwas Wahres oder falsches
ausgedrückt wird, keine Frage gestellt oder Befehl erteilt werden, sondern mit denen anderer sehr
spezifische Handlungen ausgeführt werden. Diese Theorie bezeichnet er als performative
Äußerungen (etwas ausführen) und stellt sie den konstativen Äußerungen gegenüber.

Konstative Sprechakt:
Drücken etwas aus, das wahr oder falsch sein kann.

Performative Sprechakt:
Performative Sprechakt ist für die das nicht der Fall. Performative Sprechakt können aber
unangemessen oder erfolglos sein, wenn bestimmte Voraussetzungen fehlen.

Beispiel:

Konstative Sprechakt:
A: Ich taufe dieses Schiff auf den Namen Nepomuk.

B: Nein, das stimmt nicht.

Performative Sprechakt:
Ein Hafenspaziergänger geht zu einem beliebigen Schiff und sagt:

Ich taufe dieses Schiff auf den Namen Nepomuk.


Performative Äußerungen, wie Austin sie in seinem ersten Analyseschritt betrachtet, sind erkennbar
an ihrer Form. Sie enthalten ein performatives Verb, ein Verb, das die Handlung bezeichnet, die mit
der Äußerung vollzogen wird. Beispiele sind Äußerungen wie die folgenden:

Ich erkläre die Versammlung für eröffnet.

Ich gratuliere dir zum Geburtstag.

Wir bitten um eine kleine Spende.

Performative Verben treten häufig in performativen Formeln auf (hiermit + performatives Verb + ich)
z.B.:

Hiermit erkläre ich die Versammlung für eröffnet.

Hiermit bitten wir Sie um eine kleine Spende.

In einem zweiten Analyseschritt argumentiert Austin, dass der Vollzug einer sprachlichen Handlung
nicht notwendigerweise mit der Äußerung eines performativen Verbs oder gar einer ausgebauten
performativen Formel verbunden ist.

Performative Äußerungen ohne performatives Verb:

Die Versammlung ist eröffnet.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.

Bitte geben Sie uns kleine Spende.

In einem dritten Analyseschritt geht Austin nun der Frage nach, wie die Handlungsqualität von
Äußerungen differenzierter bestimmt werden kann. Innerhalb des Äußerungsaktes unterscheidet er
verschiedene Teilhandlungen:

Lokutionärer Akt:
Der Lokutionäre Akt ist die Äußerung eines Satzes.

Illokutionärer Akt:
Der illokutionäre Akt wird durch die Äußerung durchgeführt. (Z.B. Behauptung, Nagebot, Befehl,
Warnung usw.). Er kann durch ein performatives Verb bezeichnet werden.

Perlokutiver Akt:
Perlokutiver Akt ist die Handlung, die man dadurch vollzieht, dass man etwas sagt. Z.B. jemanden
langweilen, ärgern, oder traurigen stimmen. Beispiel:

Es regnet

Lokutionärer Akt: Die Äußerung selbst

Illokutionarer Akt: Assertion oder Ausdruck einer Meinung.

Perlokutiver Akt: A glaubt dass die Proposition „es Regnet“ wahr ist: möglciherweise mehr: A nimmt
einen Schirm mit.
Die Sprechakttheorie von John Searle:
Der US-amerkanische Philosoph Searle sucht zehn Jahre später die Frage „Was ist ein Sprechakt“ zu
beantworten. Er betrachtet den illokutiven Akt als die „minimale Einheit „ sprachlicher
Kommunikation. Searle unterscheidet zwischen:

1) Dem Akt der Äußerung eines Satzes (Äußerungsakt)


2) Dem semantischen Gehalt eines Satzes (propositionaler Akt)
3) Dem illokutiven Akt, der durch die Äußerung des Satzes vollzogen wird.

Searle setzt zunächst die Bedingungen der normalen Eingabe und Ausgabe (Input und output
condition) als Vorausstezung für sinnvolles Sprechen und Verstehen an. Sprecher und Hörer wissen,
wie die Sprache gesprochen wird, der Sprecher handelt nicht unter Zwang oder Furcht und es liegt
keine Kommunikationshindernisse wie Taubheit vor.

B.S. Wer bei der Prüfung abschreibt, fällt durch, das kann ich Ihnen versprechen.

Einen anderen Typus von Bedingungen bilden nach Searle die Bedingungen des propositionalen
Gehalts. Es wird ein zukünftiger Akt des Sprecher in der Proposition thematisiert und für den
Sprechakt „Versprechen“ kennzeichnend. Der Sprechakt „Verbieten“ bezieht sich demgegenüber auf
einen vom Sprecher für möglich erachteten zukünftigen Akt des Hörers.

B.S Ich verspreche Ihnen, dass ich die erreichte Punktzahl korrekt berechnen werde.

Ein weiterer Typus von Bedingungen wird als Einleitungsbedingungen von Searle gefasst. Es wird so
thematisiert, dass die Handlung des Sprechers im Interesse des Hörers liegt und der Sprecher diese
Handlung nicht sowieso im normalen Verlauf der Ereignisse ausführen würde.

B.S Können Sir mir sagen, wie spät ist es?


Sprechakt-Klassifikation

Es gibt zahlreiche Versuche, Sprechakte nach systematischen Kriterien zu klassifizieren.

Die Klassifikation von Austin (1-5), erweitert durch Zeno Vendler :

1. Verdiktive: geben einen Befund,

z.B. beschreiben, freisprechen

2. Exerzitive: geben eine Entscheidung für eine bestimmte Handlung,

z.B. befehlen, empfehlen.

3. Kommissive: verpflichten S zu einer bestimmten Handlung,

z.B. versprechen, garantieren

4. Expositive: stellen eine Ansicht in einem Argument dar,

z.B. bestätigen, leugnen, illustrieren

5. Behabitive: Reaktionen auf das Verhalten von Leuten,

z.B. entschuldigen, gratulieren, segnen, verfluchen

6. Operative: Verändern Eigenschaften einer Person oder eines Dinges,

z.B. ernennen, taufen

7. Interrogative, z.B. fragen.

Die Sprechakt-Klassifikation von Searle

Searle (1975) führt die bekannteste Klassifikation ein:

1. Repräsentative

Verpflichten S auf die Wahrheit der ausgedrückten Proposition.

Der Grad der Verpflichtung kann variieren (vermuten, sagen, schwören).

(sich beschweren) oder Diskurszustand (z.B. entgegnen, beantworten).

2. Direktive

Versuch von S, eine Handlung von A hervorzurufen (fragen, befehlen).

Stärke kann variieren: vorschlagen, nahelegen).

3. Kommissive

Verpflichten S auf eine zukünftige Handlung (versprechen, drohen,

anbieten). Stärke kann variieren, z.B. versprechen, garantieren.

4. Expressive

Drücken einen psychischen Zustand aus,

z.B. danken, entschuldigen, begrüßen, gratulieren.

5. Deklarationen

führen zu einem Wechsel eines Zustands einer Entität im Gefüge

gesellschaftlicher Institutionen, z.B. taufen, einstellen, befördern.

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