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Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM

SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

Teil 1:
Projektmanagement

15.04.2019 1
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Organisation
• Ansprechpartner
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer – Raum 14/209;
Dipl.-Ing. Kristina Heim – Raum 14/205
• Sprechstunde: nach Vereinbarung

• Aktuelle Informationen:
• Homepage: www.bauing.uni-kl.de/baubetrieb
• „schwarzes Brett“ des Fachgebietes; in Gebäude 14 vor den Räumen
201/203/205

• Ergänzungsunterlagen zur Vorlesung


online im Olat
Kurs: „TU_KL_Körkemeyer_Projektmanagement/Arbeitsvorbereitung/BIM“
Kurscode: Baustelleneinrichtungsplan_19

15.04.2019 2
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Inhalt Projektmanagement
1. Einführung in das Projektmanagement
2. Organisationsmanagement
• Aufbauorganisation
• Ablauforganisation
3. Terminmanagement
• Balkenplan
• Volumen-Zeit-Diagramm (Weg-Zeit-Diagramm)
• Netzplantechnik
4. Kostenmanagement

15.04.2019 3
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Inhalt Projektmanagement
5. Kapazitätsmanagement
• Geräte
• Personal
6. Qualitätsmanagement
• Baustoffe (z.B. Betonzusammensetzung)
• Toleranzen (z.B. Fertigteile)
• Eigenschaften (Sichtbetoneigenschaften, Säurewiderstand bei
Kühlturmbeton)

7. Vertragsmanagement
8. Sicherheitsmanagement und Risikomanagement
15.04.2019 4
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

1. Einführung in das
Projektmanagement

15.04.2019 5
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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1. Einführung in das Projektmanagement

1.1 Lebenszyklus von Immobilien


1.2 Herstellungsphase
1.3 Kriterien / Ziele des Projektmanagements in der Bauindustrie
1.4 Management-Regelkreis
1.5 Übersicht der Methoden des Projektmanagements
1.6 Phasenmodell am Beispiel der HOAI, §§ 33, 38
1.7 Planungsebenen

15.04.2019 6
Lebenszykluskosten und Einflussmöglichkeiten innerhalb der
Projektphasen
Kosten
Baubeginn Fertigstellung

Kostenverlauf
stücks-

Kostenbeeinflussbarkeit
Grund-

kosten

Zeit
Projektinitiierung Herstellung Nutzung
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Definitionen nach DIN 69 901

• Projekt

• Projektmanagement

• Projektstruktur

• Projektstrukturierung

• Projektstrukturplan

• Arbeitspaket

15.04.2019 8
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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DIN 69 901 „Projektmanagement“


Projekt
Ein Projekt ist ein
„Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in
ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z.B.
 Zielvorgabe
 zeitliche, finanzielle, personelle oder andere Begrenzungen
 projektspezifische Organisation.“

Quelle: DIN 69901-5. „Projektmanagement – Projektmanagementsysteme –


15.04.2019 9
Teil 5: Begriffe“, Stand: Januar 2009, Seite 11
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Abgrenzung Projekt vs. Objekt

Erweiterte Definition: Projekt


(Bau-) Projekt bezeichnet ein Gesamtvorhaben beginnend mit ersten
Studien zur Bedarfsdeckung bis zum Verkauf oder Außerbetriebnahme.
Unter (Bau-) Projekt im engeren Sinne wird hier die Realisierungsphase bis
zum Beginn der Nutzungsphase verstanden.
Definition: Objekt
Mit „Objekt“ werden das Bauwerk selbst und die unmittelbar zur
Realisierung erforderlichen spezifischen Aufgaben bezeichnet.

Quelle: Proporowitz 15.04.2019 10


Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Abgrenzung Objektüberwachung -
Projektmanagement
Objektüberwachung
Leistungsphase 8 nach HOAI. Aufgabenbereich des Planers.
Projektmanagement
AHO-Fachkommission §1 Abs. 6: Projektmanagementleistungen sind von
Leistungen der Planungsbeteiligten zu unterscheiden, wie sie z.B. in der
HOAI beschreiben sind. Wenn Projektmanagern derartige Planungs- und
Überwachungsleistungen übertragen werden sollen, bedarf dies einer
besonderen Vereinbarung. Originäre HOAI-Leistungen sind unter
Beachtung des Preisrechts der HOAI zu vergüten.

15.04.2019 11
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Beispiel der Aufgaben des Projektmanagements

• Analysieren und Bewerten der Koordinationsleistungen der


Objektüberwachung
• Analysieren und Bewerten der Leistungen der Objektüberwachung
sowie Vorschlagen und Abstimmen von Anpassungsmaßnahmen bei
Gefährdung von Projektzielen
• Überprüfen des Terminplans der Planungsbeteiligten, insbesondere auf
Einhaltung des Terminrahmens

15.04.2019 12
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Beispiel der Aufgaben des Projektmanagements

• Analysieren und Bewerten bedeutet:


• Die Kontrolle eines laufenden Projektprozesses/Projektfortschritts bzw.
von Leistungen der Projektbeteiligten in Stichproben mit dem Ziel einer
Handlungsempfehlung an den Auftraggeber. Ansonsten beinhaltet die
Leistung die Definition wie „überprüfen“.

15.04.2019 13
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Beispiel der Aufgaben des Projektmanagements

• Überprüfen bedeutet:
• Kontrolle eines abgeschlossenen Arbeitsergebnisses in Stichproben mit
dem Ziel der Freigabe des Arbeitsergebnisses oder der
Verwerfung/Zurückweisung. Der Auftragnehmer ist insbesondere nicht
verpflichtet, Leistungen von Planern und Gutachtern im Detail zu
kontrollieren. Vielmehr schuldet er eine stichprobenhafte Kontrolle der
Leistungsergebnisse, u.a. auf Vollständigkeit, Plausibilität und
Übereinstimmung mit den Projektzielen. Die Stichproben sind vom
Auftragnehmer eigenverantwortlich so vorzunehmen, dass besonders
kritische und fehlerträchtige Vorgänge fachgerecht kontrolliert und
etwaige Mängel aufgedeckt werden können. Auch die Stichprobe ist zu
dokumentieren.

15.04.2019 14
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Beispiel: „Mega“-Projekt Emscherumbau


• Hauptziele der Umgestaltung
• Dezentralisierung der Abwasserreinigung
• Beseitigung der offenen Abwasserführung
• naturnahe Umgestaltung der Emscher und Nebenläufe
• Gesamtkosten: ca. 4,4 Mrd. €
• Gesamtlänge der neu zu bauenden Abwasserkanäle:
• ca. 400 km, von denen bislang ca. 165 km am Emscheroberlauf
und den Nebenläufen entstanden sind.
• Emscherkanal:
• Gesamtlänge: 51 km bzw. 76 km (z.T. Parellelrohrleitungen)
• Überdeckung bis zu 40 m
• Nennweite DN 1400 bis DN 3600
15.04.2019 15
Beispiel: „Mega“-Projekt Emscherumbau
Längsschnitt Emscherkanal Dortmund - Emschermündung
Beispiel: „Mega“-Projekt Emscherumbau

Ist-Zustand: Soll-Zustand:
ökologisch tot Naturnahe
Gewässer
Ableitung von
Regenwasser
Projektphase:
Emscherkanal
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DIN 69 901 „Projektmanagement“


 Projektmanagement
„Das Projektmanagement ist die Gesamtheit von
- Führungsaufgaben,
- Führungsorganisation,
- Führungstechniken und
- Führungsmitteln
für die Initiierung, Definition, Planung, Steuerung
und den Abschluss von Projekten.“

Quelle: DIN 69901-5. „Projektmanagement – Projektmanagementsysteme –


15.04.2019 18
Teil 5: Begriffe“, Stand: Januar 2009, Seite 14
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Abgrenzung
„Projektmanagement“ vs. „Projektsteuerung“

PM = PS + Auftraggebervollmachten

Der Projektmanager ist immer auch weisungsbefugt.


Der Projektsteuerer besetzt eine Stabsstelle; Weisungen werden
vom AG ausgelöst.

15.04.2019 19
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DIN 69 901 „Projektmanagement“


 Projektstruktur
„Gesamtheit aller Elemente (Teilprojekte, Arbeitspakete, Vorgänge) eines
Projektes sowie der wesentlichen Beziehungen zwischen diesen Elementen.“

 Projektstrukturierung (Bildung der Projektstruktur)


„Festlegung und logische Ordnung der Elemente (Teilprojekte, Arbeitspakete,
Vorgänge) nach verschiedenen möglichen Gesichtspunkten sowie der Aufbau-
und Ablaufstruktur eines Projektes.“

 Projektstrukturplan
„Vollständige, hierarchische Darstellung aller Elemente (Teilprojekte,
Arbeitspakete) der Projektstruktur als Diagramm oder Liste.“

Quelle: DIN 69901-5. „Projektmanagement – Projektmanagementsysteme –


15.04.2019 20
Teil 5: Begriffe“, Stand: Januar 2009, Seite 15
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DIN 69 901 „Projektmanagement“


• Arbeitspaket
„In sich geschlossene Aufgabenstellung innerhalb eines Projektes,
die bis zu einem festgelegten Zeitpunkt mit definiertem Ergebnis und
Aufwand vollbracht werden kann.“
• Ein Arbeitspaket ist das kleinste Element des
Projektstrukturplans, das in diesem nicht weiter aufgegliedert
werden kann und auf einer beliebigen Gliederungsebene liegt.
• Im Hinblick auf den Ablaufplan werden die Arbeits-pakete in
ihre jeweiligen Vorgänge aufgegliedert.

15.04.2019 21
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Kriterien / Ziele des Projektmanagements

• Kosten, Zeit, Qualität


(sog. “Magisches Dreieck” des Bauherrn)

• Kosten, Zeit, Kapazität, Qualität


(sog. “Magisches Viereck” des Herstellers)

• Kosten, Zeit, Kapazität, Qualität, Sicherheit (sog. “Magisches


Fünfeck”)

15.04.2019 22
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Kosten - Zeit - Qualität


Projektspannungsfeld mit
3 Hauptfreiheitsgraden: „Magisches Dreieck“
ZEIT

KOSTEN QUALITÄT
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Kosten - Zeit - Kapazität - Qualität


Projektspannungsfeld mit 4 Akteuren und
4 Hauptfreiheitsgraden: „Magisches Viereck“

ZEIT

Auftraggeber Behörden
(Aufsichtsgremien)

KOSTEN KAPAZITÄT

Nachunternehmer Auftragnehmer

QUALITÄT 15.04.2019 24
Kosten - Zeit - Kapazität - Qualität - Sicherheit

Projektspannungsfeld mit 5 Akteuren und


5 Hauptfreiheitsgraden: „Magisches Fünfeck“
ZEIT

Auftraggeber Behörden
(Aufsichtsorgane)

KOSTEN KAPAZITÄT

Handwerker Mitarbeiter

Staat
QUALITÄT (Rahmenbed.) SICHERHEIT
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Management-Regelkreis
• Planen:
Vorgeben von “SOLL-Daten” und zulässigen Abweichungen (Schwellen-, Warn-,
Alarmwerte)
• Durchsetzen:
Realisieren der Planungen
• Kontrollieren:
periodischer Vergleich der SOLL und IST-Daten, Feststellung von
Abweichungen, quantitative (!) Aussagen
• Steuern:
IST auf SOLL zusteuern
• Ziel des Projektmanagements:
ideal: Sicherung der maximalen Zielerfüllung, sogenannte “Punktlandung”
(SOLL = IST) bei allen Kriterien, insbesondere Termin- und Kostenziele

15.04.2019 26
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Probleme bei der Projektabwicklung


Aufgabe des Projektmanagements bedeutet Vermeidung der folgenden Probleme:
• unzureichende Analyse des Ist-Zustandes
• unpräzise Zieldefinition
• unzureichende Betrachtung von Alternativen
• unklare Projektverantwortlichkeit
• nicht ausreichend qualifiziertes bzw. zu wenig qualifiziertes Personal
• unentschlossenes Agieren bei Problemen („Aussitzen“)
• falsche Risikoeinschätzung bzw. –bewertung (techn., finanz. Risiken)
• Rückkopplung/Feedback ungenügend

15.04.2019 27
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Management-Regelkreis
Hilfsmittel:
Bildung der Organisation Aufbauorganisation (Wer? Was?)
Ablauforganisation (Wie?)

PLANEN Suche und Klärung von Alternativen


Entscheidung SOLL- Zustand definieren

Führung: Information
DURCHSETZEN Motivation
Anweisung Beteiligung

KONTROLLIEREN SOLL / IST - Vergleich


Feststellen der Abweichungen
Analyse der Abweichung

STEUERN Reaktion auf SOLL / IST - Abweichung


15.04.2019 28
Methoden des Projektmanagements
Organisations- Aufbauorganisation
management Ablauforganisation

Termin- grafisch
management analytisch

Kosten-
Methoden management
des Geräte
Kapazitäts-
Projekt-
management Personal
manage-
ments Qualitäts- Baustoffe
management Toleranzen
Eigenschaften
Vertrags-
management
Sicherheits- und
Risikomanagement
Prozessablauf – Phasen eines Bauprojektes
Planungs- 1) Grundlagenermittlung
phase 2) Vorplanung
3) Entwurfsplanung
4) Genehmigungsplanung
5) Ausführungsplanung

Vergabe- 6) Vorbereitung der Vergabe


phase 7) Mitwirkung bei der Vergabe

Ausführungs- 8) Objektüberwachung
phase

Nutzungs- 9) Objektdokumentation
phase
Prozessablauf – Phasen eines Bauprojektes
Projektphasen Bauherr Leistungsphasen HOAI Wesentliche Inhalte verantwortliche Bearbeiter

Phase Projektvorbereitung Bedarfsprogramm, Kosten u.- Terminrahmen

Grundlagenermittlung
Klärung der Aufgabenstellung,

2 Vorplanung architektonisches. statisch-konstruktives und


energetisches Konzept, Architekt/Ingenieur
Phase Planung 3 Entwurf Entwurf und Planung, Tragwerk,
Bauantragsunterlagen, Pläne 1:100

4 Genehmigungsplanung Prüfung und Baugenehmigung Behörden


Erarbeitung und Darstellung der Lösung

5 Ausführungsplanung Pläne 1:50 bis 1:1

6 Vorbereitung der Erarbeitung der Ausschreibungsunterlagen Architekt/Ingenieur


Vergabe
Phase Realisierung 7 Mitwirkung bei der Angebotserstellung, Unternehmer
Vergabe Verhandlung und Bauaufträge Bauherr
8 Objektüberwachung Bauwerkserstellung Bauwerkserstellung
Überwachung Architekt/Ingenieur u.
Behörden
Phase Inbetriebnahme 9 Objektbetreuung und Nutzungsübernahme,
Dokumentation evt. Mängelbeseitigung

Phase Nutzung und Betrieb


Phase Umbau und Abbruch
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Planungsebenen

• Wahl der Anzahl der Planungsebenen

• Meilensteinebene

• Projektleiterebene

• Produktionsebene(n)

15.04.2019 32
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Projektstrukturierung/1
1. Ziel des Projektes definieren

2. Projektstruktur, Aufteilung in logische überschaubare Teilprojekte

3. Relative Beziehung der Teilprojekte festlegen (Schnittstellen) sowie Beziehung


zu externen Projektpartnern berücksichtigen

4. Teilaufgaben und Teilziele definieren  Meilensteine

5. Qualitätsmerkmal für Erreichungsgrad der Teilziele definieren (z.B.


Mindestanzahl der untersuchten kritischen Bauteile)

6. Organisationsstruktur (Teamleiter, ggf. verantwortliche Personen für die


Teilziele festlegen)

7. Arbeitspakete definieren/beschreiben und benennen (mit Bezug zu den


Teilzielen)
15.04.2019 33
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Projektstrukturierung/2
8. Relative Beziehung der Arbeitspakte (logische Anordnung der Arbeitspakte) in
Form eines Projektstrukturplans

9. Aufwand abschätzen (je Arbeitspaket bzw. je Vorgang), Orientierungswert für


den Gesamtaufwand: Workload, Angebotskalkulation)

10. Organisation, Kapazitäten planen (Team, Geräte)  Ablaufplanung (in Verb. mit
8. und 9.)

11. Soll-Terminplan entwickeln („Vertragsprojektzeit“ ist 13.06. bis 18.07.),


Pufferzeiten vorsehen

12. Fortschreiben des Terminplans mit den Ist-Werten

13. Nachkalkulation der Aufwandswerte (Pkt. 9)

15.04.2019 34
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Standardstrukturplan Verwaltungsgebäude

Quelle: Greiner, Mayer,Stark: Baubetriebslehre - Projektmanagement 15.04.2019 35


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Lernziele aus Kapitel 1


Insbesondere sollten folgende Fragestellungen beantwortet werden
können:
• Was versteht man unter dem Begriff „Projektmanagement“ und
wie grenzt sich dieser Begriff von der „Projektsteuerung“ ab?
• Was versteht man unter dem sog. „magischen Dreieck“?
• Was versteht man unter dem Management-Regelkreis?

15.04.2019 36
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Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

2. Organisationsmanagement

15.04.2019 37
Methoden des Projektmanagements
Organisations- Aufbauorganisation
management Ablauforganisation

Termin- grafisch
management analytisch

Kosten-
Methoden management
des Geräte
Kapazitäts-
Projekt-
management Personal
manage-
ments Qualitäts- Baustoffe
management Toleranzen
Eigenschaften
Vertrags-
management
Sicherheits- und
Risikomanagement
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Inhalt: Organisationsmanagement

2.1 Einführung in die Organisationslehre

2.2 Aufbauorganisation

2.3 Bildung der Aufbauorganisation (Flussdiagramm)

2.4 Ablauforganisation

15.04.2019 39
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Organisationsmanagement
„Organisation ist ein Mittel, die
Kräfte des einzelnen zu
vervielfältigen.“

Peter F. Drucker

15.04.2019 40
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Organisationsmanagement
Organisation
Definition:
Bereitstellung eines Systems, mit dessen Hilfe das geplante Ziel
erreicht wird.
Grundsätze bei der Implementierung:
• Zweckmäßigkeit
• Stabilität (Unempfindlichkeit gegenüber externen
Einwirkungen, ggf. Schaffung von Redundanzen)
• Anpassungsfähigkeit, Flexibilität
• Effizienz, Wirtschaftlichkeit
15.04.2019 41
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Organisationsmanagement
Aufgabe der Bauprojektorganisation

• Planen und Abstimmen und Festlegen der Elemente (Handlungen, Vorgänge)


und deren Beziehungen
• Aufstellen der Projektstrukturen (hierarchische Gliederung in Teilaufgaben,
objektorientiert oder funktionsorientiert)
• Planen, Abstimmen und Festlegen der Aufbauorganisation
• Planen, Abstimmen und Festlegen der Abläufe
• Entwicklung von Dokumentationssystemen und Veranlassung zu deren
Verwendung
• Kontrolle und Dokumentation der Organisationsentwicklung

Quelle: Greiner/Mayer/Stark 15.04.2019 42


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Organisationsmanagement
Ablauforganisation und Aufbauorganisation

Ablauforganisation bezeichnet die Ermittlung und Definition von


Arbeitsprozessen unter Berücksichtigung von Raum, Zeit, Sachmitteln
und Personen, während sich die Aufbauorganisation hauptsächlich mit
der Strukturierung der Funktionseinheiten – Stellen und Abteilungen
– beschäftigt.

15.04.2019 43
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Organisationsmanagement
Aufbauorganisation
Wesentliche Merkmale der Aufbauorganisation sind:
• Funktionseinheiten
• Festgelegte interne institutionelle Beziehungen im Unternehmen oder
Projekt (Regelung von Abhängigkeiten, Entscheidungs- und
Kommunikationsbeziehungen)
• Schaffung grundlegender Rahmenbedingungen und Ordnungen
• Hierarchische Struktur der Funktionseinheiten

15.04.2019 44
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Organisationsmanagement

Grundformen der Aufbauorganisation

• Linienorganisation

• Funktionale Organisation

• Stab-Linien-Organisation

• Matrix-Organisation

 Vor- und Nachteile dieser Grundformen


15.04.2019 45
Organisationsmanagement
Systemskizze Linienorganisation

PROJEKTLEITUNG

Leiter Technik Leiter kaufm. Verw. Leiter jur. Verw.


Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Organisationsmanagement
Linienorganisation

Vorteile:
• klare, übersichtliche Struktur
• Fest umschriebene spezialisierte Aufgaben jeder Funktionseinheit
• Jeder Mitarbeiter hat nur einen Vorgesetzten

Nachteile
• Unflexibel
• Relativ lange Kommunikationswege (große Leitungstief)

15.04.2019 47
Organisationsmanagement
Systemskizze Funktionale Organisation
PROJEKTLEITUNG

Leiter Technik Leiter kaufm. Verw. Leiter jur. Verw.


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Organisationsmanagement
Funktionale Organisation

Vorteile:
• Flexiblere Struktur
• Schneller Verfügbarkeit auf Know-how und Kapazität anderer Stellen
• Begrenzung der Leitungstiefe

Nachteile
• Gewisse Unübersichtlichkeit
• Höherer Koordinations- und Abstimmungsaufwand

15.04.2019 49
Organisationsmanagement
Systemskizze Stab-Linien-Organisation
S PROJEKTLEITUNG S

Leiter Technik S Leiter kaufm. Verw. S Leiter jur. Verw. S

S = Stabsstelle
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Organisationsmanagement
Stab-Linien-Organisation

Vorteile:
• Durch Stabstellen ergänztes Liniensystem
• Entlastung der Linienstellen
• Unterstützung bei Aufgaben außerhalb der Kompetenz der Linie (Controlling,
Sekretariat)

Nachteile
• Stabstellen haben keine Entscheidungskompetenz

15.04.2019 51
Organisationsmanagement
Systemskizze Matrix - Organisation

LEITER PLANUNG

Architektur Planung IHT Statik

Projekt 1

Projekt 2

Projekt 3
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Organisationsmanagement
Matrix-Organisation

Vorteile:
• Simultane Wahrnehmung verschiedener Aufgaben
• Traditionelle, funktionsorientierte Struktur wird überlagert von projektorientierter
Struktur

Nachteile
• Abgrenzung von Kompetenzen ggf. problematisch
• Gewisses Konfliktpotential durch jeweils 2 übergeordnete Stellen (Überlagerung
zweier Linienorganisationen)

15.04.2019 53
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Organisationsmanagement
Entwicklung einer projektbezogenen Aufbauorganisation („wer macht
was?“)
• Zerlegung des Projektes in Teilaufgaben (Arbeitspakete)
• Festlegung des Detaillierungsgrades (Planungsebenen)
• Strukturanalyse
(„Sachlogik des Systems“)
• Aufgabensynthese
(Zuordnung der Aufgaben auf Organisationselemente und Funktionseinheiten
bzw. Stellen)
• Ergebnisse der Aufbauorganisationsplanung
• Organigramm (Systemskizze der Struktur einer Aufbauorganisation)

15.04.2019 54
Projektstruktur nach DIN 276

Projekt

100 Grundstück

350 Decken

351
Deckenkonstr.

352
Deckenbeläge

353
Decken-
bekleidung

354
Decken,
sonstiges

200 Herrichten,
Erschließung

300 Bauwerk
Baukonstr.

400 Bauwerk
TGA

500
Außenanlagen

Ebene 1 Ebene 2 Ebene 3


Zerlegung des Projektes in Teilaufgaben
Auflistung der zu erbringenden Leistungen / Aufgaben 
Aufgabensynthese:

Entwurfsplanung
Werkplanung Arbeitspaket
Detailplanung Aufgabenpakete
Korrekturzeichnungen mit „Planung“
Haustechnik

Stat. Vorbemessung
Statik Arbeitspaket
Schalpläne Aufgabenpakete
Stahlliste „Tragwerksplanung“
Bewehrungspläne
Bildung Aufbau- bzw. Ablauforganisation (1)
Aufbauorganisation: „Wer macht was?“
Ergebnis:
Festlegung des
Detailierungsgrades Festlegung der Planungsebene

Zerlegung des Projekts in Aufgabenliste


Teilaufgaben (Wichtig: Vollständigkeit)

Aufgabensynthese Liste der Beteiligten


Zuordnung der Aufgaben an (z.B. Architekturbüro,
die zu bildenden Bauleitungsbüro,
Aufgabenträger (Beteiligte) Sonderingenieure, etc.)

Strukturanalyse Projektstrukturplan ,
Klärung der Abhängigkeiten „Sachlogik des Systems“

Entscheidung über Organigramm, z.B.


Organisationsstruktur (z.B. - eines Projektes
Linie oder Matrix) - einer Bauunternehmung
Bildung Aufbau- bzw. Ablauforganisation (2)
Ergebnis:
Entscheidung über
Organisationsstruktur Organigramm

Ablauforganisation: „Wer macht es wie?“


Inhalte: z.B. Dienststelle, Auf-
Stellenbeschreibung gaben, Kompetenzen, Weiter-
bildung, Beschwerden, Stellver-
tretung, Zielsetzung

Personelle Besetzung Ausschreibung der Stelle in


der Stelle Tages- bzw. Fachzeit-
schriften, „Headhunter“

Klärung der Organisations- und


Ablaufstruktur Geschäftsverteilungsplan
Organigramm eines Projekts
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Organigramm eines Bauunternehmens


Geschäfts-
Sekretariat leitung Arbeitsvor-
Kalkulation
bereitung

Kaufm.
Hochbau Tiefbau SF-Bau Bauhof
Verwaltung
Bauleitung Bauleitung Bauleitung
Lager Einkauf
Projekt H1 Projekt T1 Projekt SF

Bauleitung Bauleitung Geräte + Rechnungs-


Projekt H2 Projekt T2 Fuhrpark wesen

Bauleitung
Projekt H3
Techn. Büro Steuerberatung
(Arch./Tragwerk./ Werkstätten Lohnbuchhaltung
TGA-Planung) Finanzbuchhaltung

Externe Abteilungen
15.04.2019 60
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Organisationsmanagement
Ablauforganisation („wer macht es wie?“)
Wesentliche Merkmale der Ablauforganisation sind:
• Prozessorientierung
• Regelung der projektbezogenen Abläufe (Aufgabenerledigung)
• Berücksichtigung von Raumbeziehungen, zeitlicher Abfolgen,
Abhängigkeiten, Abstimmungs-prozeduren, Besprechungswesen,…)
• Darstellung z.B. in Fluss- bzw. Ablaufstrukturdiagrammen oder
Abwicklungsmatrizen
• Auswahl/Akquisition der geeigneten und qualifizierten Mitarbeiter
• Stellenbeschreibung

15.04.2019 61
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Ablauforganisation

Quelle: Greiner/Mayer/Stark 15.04.2019 62


Ablauforganisation (Teil 1)

Bauherr/Nutzer

management
Projekt-
Architekt
überwacher
Objekt-
Fachplaner
Fachbauleitung
Unternehmer
Nr. Abwicklungsschritt
1 Festlegung Ausschreibungszeitpunkt R
2 Festlegung Ausschreibungsart (öff/beschr/freihdg) R
3 LV Vorklärung (wer/wie/was/etc.) R B
4 Ausschreibungsgrundlagen R
5 Prüfen der Grundlagen (Redaktionsschluss) R
6 Schlussbearbeitung R
7 LV-Erstellung (Mengen, Beschreibung, etc.) R B
8 LV-Lesung, Korrektur R B
9 LV-Ankündigung in der Presse R
10 Ausschreibungsgrundlagen
AA Aufforderung Angebot R
BB Bewerbungsbedingungen R
ANG Angebot für Bauleistungen R
ZV Zusätzliche Vertragsbed. R
BV Bes. Vertragsbedingungen R
ANL Anlagen zu Vertragsbed. R
Allg. Baubeschreibung R
Ablauforganisation (Teil 2)

B./N.
man.
Projekt-
Architekt
überw.
Objekt-
Fachpl.
Fachbaul
Untern.
Nr Abwicklungsschritt
.
10 Lageplan 1:1000 R
Anlagenbeschreibung R
ZTV Zus. techn. Vorschriften R
Leistungsbeschreibung R
Zusammenstellung L-Bereich R
Planungsunterlagen R
11 Zusammenstellung Ausschreibungsunterlagen R
12 Freigabe B R
13 Vervielfältigung R
14 Versand R
15 Submission, Angebotseröffnung R
16 Angebotsprüfung formal R
wirtschaftl., technisch, R R
17 rechnerisch R
18 Preisspiegel mit Vergabevorschlag R R R
19 Vergabegespräche B R
Vergabeentscheidung
20 Auftragsschreiben vertragsrechtlich R
technisch R
21 Auftragsleistungsverzeichnis R
22 Auftragsunterzeichnung R R
Ablaufstruktur Leistungsphase 1

Quelle: Diplomarbeit cand. ing. T. Weyh 10/01


Ablaufstruktur Leistungsphase 2

Quelle: Diplomarbeit cand. ing. T. Weyh 10/01


Ablaufstruktur Leistungsphase 3

Quelle: Diplomarbeit cand. ing. T. Weyh 10/01


Ablaufstruktur Leistungsphase 4

Quelle: Diplomarbeit cand. ing. T. Weyh 10/01


Ablaufstruktur Leistungsphase 5

Quelle: Diplomarbeit cand. ing. T. Weyh 10/01


Ablaufstruktur Leistungsphase 6

Quelle: Diplomarbeit cand. ing. T. Weyh 10/01


Ablaufstruktur Leistungsphase 7

Quelle: Diplomarbeit cand. ing. T. Weyh 10/01


Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Ablaufplanung

Quelle: Greiner/Meier/Stark 15.04.2019 72


Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Stellenbeschreibung: Wesentliche Inhalte


• Bezeichnung der Stelle • Stellvertretung

• Zielsetzung • Zusammenarbeit mit anderen


Stellen
• Aufgaben
• Weiterbildung
• Kompetenzen
• Mitarbeit in Gremien
• Unterstellung
• Beschwerden
• Überstellung
• Anforderungen an den
Stelleninhaber

15.04.2019 73
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Stellenbeschreibung „Bauleiter“ /1

• Stelle
Der Stelleninhaber ist Bauleiter in der Abteilung „Hochbau“.
• Unterstellung
Er ist dem Oberbauleiter der Abteilung „Hochbau“ unterstellt.
• Überstellung
Alle Poliere des Projektes
• Stellvertretung
Er wird im Verhinderungsfall vertreten durch einen zu benennenden
Bauleiter der Abteilung „Hochbau“.

15.04.2019 74
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Stellenbeschreibung „Bauleiter“ /2
Aufgaben und Ziele der Stelle
 Bauvorhaben zu organisieren, zu leiten und zu überwachen
 Poliere / Schachtmeister nach fachlichen und humanen
Grundsätzen zu führen und zu kontrollieren
 Größtmöglichen wirtschaftlichen Erfolg der Baustellen zu
gewährleisten
 Informationsaustausch und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit
allen anderen betrieblichen Stellen
 Ständige Weiterbildung

15.04.2019 75
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Stellenbeschreibung „Bauleiter“ /3
Kompetenzen/ Funktionen
Detailarbeitsvorbereitung
• Festlegung der Arbeitsverfahren / -methoden
• Arbeitskalkulation durchführen
• Baustelleneinrichtung festlegen
• Aufstellung der Arbeitspakete
• Aufstellen von Detailbauzeitplänen
• Ermittlung des Bedarfs an /
Disposition von Betriebsmitteln und Stoffen
• Vorgabewerte für den Leistungslohn festlegen
• Stunden der Leistungslohn-Empfänger kontrollieren

15.04.2019 76
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Lernziele aus dem Kapitel 2


Insbesondere sollten folgende Fragestellungen beantwortet werden
können:
• Was sind die Aufgaben der Bauprojektorganisation?
• Was versteht man unter einer Ablauforganisation?
• Was versteht man unter einer Aufbauorganisation?
• Welches sind die Grundformen einer Aufbauorganisation?
• Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?
• Was sind Stabstellen im Organisationsmanagement?
• Was ist ein Organigramm?

15.04.2019 77
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

3. Terminmanagement
Balkenplan, V/Z-Diagramm

15.04.2019 78
Methoden des Projektmanagements
Organisations- Aufbauorganisation
management Ablauforganisation

Termin- grafisch
management analytisch

Kosten-
Methoden management
des Geräte
Kapazitäts-
Projekt-
management Personal
manage-
ments Qualitäts- Baustoffe
management Toleranzen
Eigenschaften
Vertrags-
management
Sicherheits-
management
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Terminmanagement
3.1 Grundgrößen der Bauablaufplanung
3.2 Bedeutung der Bauzeit im Bauvertrag
3.3 Übersicht der Terminplanungsmethoden
3.4 Balkenplan
3.5 Volumen-Zeit-Diagramm
3.6 Netzplantechnik
3.7 Darstellung von Netzplänen für die Praxis
3.8 Vorteile bzw. Nachteile der Netzplantechnik
3.9 Kosten der Netzplantechnik

15.04.2019 80
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Grundgrößen der Bauablaufplanung

Vorgegebene Größen
• Fertigungszeit, d.h. vertraglich vereinbarte Bauzeit
• Fertigungsmenge und Art der Bauleistung (LV und
Ausführungspläne)

AN-seitig zu erarbeitende Größen


• Fertigungsgruppen ( Organisationsmanagement)
• Leistung und Aufwand ( Kapazitätsmanagement)

15.04.2019 81
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Grundgrößen der Bauablaufplanung


Definition Bauzeit:
Zeitraum, der für die Herstellung des Bauwerks zur Verfügung steht
(Angabe in Arbeits- oder Kalendertagen)
• Wird vom AG vorgegeben und ist aus AN-Sicht als Brutto-
Bauzeit zu verstehen
• Netto-BZ = Brutto-BZ ./. Ausfalltage
• Normale AT = Montag bis Freitag
Werktage = Montag bis Samstag
• Mögliche AT/a: 246 Tage
• Urlaubsanspruch nach § 8 BRTV: 30 Tage

15.04.2019 82
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Bauzeit - Witterungseinflüsse
• Witterungseinflüsse während der Ausführungszeit, mit denen bei
Angebotsabgabe normalerweise zu rechnen ist, hat der AN bei
seiner Ablaufplanung zu beachten (§6 Nr. 2 Absatz 2 VOB/B)
• Von den möglichen Arbeitstagen sind die voraussichtlichen
Schlechtwetterausfalltage abzuziehen
• Anomale Witterungsverhältnisse begründen einen Anspruch des
AN auf Verlängerung der Ausführungsfristen (§6 Nr. 2 Absatz 1c
VOB/B)
• Normale Witterung = 25-jähriges Mittel
( Klimazonenkarte, DWD)

15.04.2019 83
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Bauzeit – bauvertragliche Relevanz


Ausführungsfristen § 5 VOB/B

1. Die Ausführung ist nach den verbindlichen Fristen


(Vertragsfristen) zu beginnen, (…) und zu vollenden.

4. Verzögert der AN den Beginn der Ausführung, gerät er in Verzug


(…) so kann der AG bei Aufrechterhaltung des Vertrages
Schadenersatz verlangen oder Frist zur Vertragserfüllung setzen
und erklären, dass er den Auftrag nach fruchtlosem Ablauf der Frist
entziehe.

15.04.2019 84
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Bauzeit – bauvertragliche Relevanz


Gründe für nicht fristgerechte Ausführung (Bsp.):
• Vom AG zu vertreten:
- nicht rechtzeitige Übergabe von Ausführungsunterlagen (VOB/B § 3,
Nr. 1)
- fehlerbehaftete Ausführungsunterlagen (VOB/B § 3, Nr. 3)
- fehlende öffentlich-rechtliche Genehmigungen (VOB/B § 4, Nr. 1)
- fehlende oder säumige Zahlungen (VOB/B § 16)
• Vom AN zu vertreten
- fehlende Kapazitäten (VOB/B § 1, Nr. 4)
- Leistungen sind mängelbehaftet und müssen neu erbracht werden
(VOB/B § 4, Nr. 7)
- die vom AN eingesetzten Arbeitskräfte sind unzureichend qualifiziert,
Geräte und Stoffe unzureichend (VOB/B § 5, Nr. 3)

15.04.2019 85
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Methoden der Ablauf-/Terminplanung


Grundsätzlich stehen die folgenden Methoden der Ablauf-
/Terminplanung zur Verfügung
• Terminliste
• Balkendiagramm (Gantt-Diagramm)
• Liniendiagramm (V/Z-, Zeit-Mengen- Diagramm)
• Bauphasenplan
• Netzplan

(mit aufsteigendem Komplexitätsgrad)

15.04.2019 86
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM

Methoden der Bauablaufplanung


SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Grafische Analytische
Methoden Methode

Volumen-Zeit-
Balkenplan / Diagramm / Netzplantechnik /
GANTT-
Diagramm Geschwindig- PERT-Diagramm
keitsdiagramm

Die Ablaufplanung ist die grundlegende Maßnahme


der Projektvorbereitung, um die sich alle übrige
Planungsmaßnahmen gruppieren.
15.04.2019 87
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Balkenplan
Darstellungsprinzipien
1) Gliederung in Vorgänge
2) Definition der Zeitachse
3) Darstellung (SOLL-IST-Ablauf)
Weitere Aussagemöglichkeiten des Balkenplans
1) Kosten
2) Arbeitsstundenverbrauch
3) Kapazitäten
4) Leistung / Zahlung
Vorteile bzw. Nachteile des Balkenplans

15.04.2019 88
Balkenplan: Prinzipieller Aufbau

Zeit
Vorgänge Jahre; Monate; Wochen; Tage maßstäblich

Vorgang 1

Vorgang 2
unmaßstäblich

Vorgang 3

Vorgang 4

Vorgang 5

Vorgang 6
Beispiel Balkenplan: SOLL-Darstellung
Datum
Auszuführende
Wochen 1 5 10 15 20 25 27
Bauleistung Wochentage
Kurzbezeichnung Arbeitstage
Soll
Baustelleneinrichtung
Ist
Soll
Erdarbeiten
Ist
Soll
Fundamente
Ist
Soll
Keller
Ist
Rohbau- Soll
1. OG
arbeiten Ist
Soll
2. OG
Ist
Soll
3. OG
Ist
Soll
Heizung
Ist
Soll
Haustechnik Elektro
Ist
Soll
Lüftung
Ist
Soll
sonstiger Ausbau
Ist
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Verknüpfter Balkenplan
Vor- Dau- Vor- M3 M4 M5
Nr.
gäng.
gang er
21.24.27.30.03.06.09.12.15.18.21.24.27.30.02.05.08.11.14.17.20.23.26.29.02.05.08.11.14.
1 Start 0t

2 A 5t 1

3 B 20t 1

4 C 20t 2

5 D 25t 2

6 H 5t 4;3

7 G 10t 4;2

8 E 15t 4;5

9 F 5t 8

10 Ende 1t 9;7;6

Darstellung mit Microsoft Project 95 15.04.2019 91


Beispiel Balkenplan: SOLL/IST-Darstellung
Datum
Auszuführende
Wochen 1 5 10 15 20 25 30 32
Bauleistung Wochentage
Kurzbezeichnung Arbeitstage
Soll
Baustelleneinrichtung
Ist
Soll
Erdarbeiten
Ist
Soll
Fundamente
Ist
Soll
Keller
Ist
Rohbau- Soll
1. OG
arbeiten Ist
Soll
2. OG
Ist
Soll
3. OG
Ist
Soll
Heizung
Ist
Soll
Haustechnik Elektro
Ist
Soll
Lüftung
Ist
Soll
sonstiger Ausbau
Ist
Beispiel Balkenplan: SOLL/IST-Darstellung
Datum
Auszuführende
Wochen 1 5 10 15 20 25 30 32
Bauleistung Wochentage
Kurzbezeichnung Arbeitstage
Soll
Baustelleneinrichtung
Ist Nach Feststellen der Abweichung:
Soll
Erdarbeiten
Ist Steuerung erforderlich
Soll
Fundamente
Ist
Soll
Keller
Ist
Rohbau- Soll
1. OG
arbeiten Ist
Soll
2. OG
Ist
Soll
3. OG
Ist
Soll
Heizung
Ist
Soll
Haustechnik Elektro
Ist
Soll
Lüftung
Ist
Soll
sonstiger Ausbau
Ist sog. „Punktlandung“ durch
frühzeitige Steuerung
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Beispiel: Balkenplan mit Power Project

15.04.2019 94
Beispiel: Kostenplanung mit Power Project
Verwaltungsgebäude

Beispielprojekt Management & Sof tware CompetenceCenter


1999 2000 2001 2
Mittelabfluß und –zufluß
T itel Plankosten Istkosten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1

1 Erdarbeiten 30.000 25.000


sollte möglichst
kongruent zum
2
2 Sondergründung 250.000 350.000

3 Rohbau 2.400.000 1.800.000


3
Bauablauf sein
4
4 Fassade / Glaser 1.000.000
5
5 Zimmerarbeiten 120.000
6
6 Flaschner 210.000
7
7 Dachdeckung 150.000
Rohmontage Endmontage
8
8 Elektro 480.000
9
9 Heizung 380.000
10
10 Gipser 480.000
11
11 Estrich 170.000
12
12 Fliesen 120.000
13
13 Bodenbelag 100.000
14
14 Einrichtung 250.000
15
15 Baureinigung 20.000

16
500.000 1.000.000 1.000.000 600.000
17 Finanzierung
1.000.000 1.000.000 1.000.000 300.000

Phasen
Rohbau Ausbau Ausbau II Innenausbau Zahlungen

Projektdatei: c:\programme\demos\powerpro\projekte\soll-ist.pdb, Plan vom 10.01.1999, Druckdatum: 22.11.2000 Erstellt mit PowerProject Version 5
Beispiel: Kostenplanung mit Power Project

Verwaltungsgebäude

Beispielprojekt Management & Sof tware CompetenceCenter


1999 2000 2001 2
Titel Plankosten Istkosten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1

1 Erdarbeiten 30.000 25.000


2
2 Sondergründung 250.000 350.000
3
3 Rohbau 2.400.000 1.800.000
4
4 Fassade / Glaser 1.000.000
5
5 Zimmerarbeiten 120.000
6
6 Flaschner 210.000
7
7 Dachdeckung 150.000 Rohmontage Endmontage
8
8 Elektro 480.000
9
9 Heizung 380.000
10
10 Gipser 480.000
11
11 Estrich 170.000
12
12 Fliesen 120.000
13
13 Bodenbelag 100.000
14
14 Einrichtung 250.000
15
15 Baureinigung 20.000

16 500.000 1.000.000 1.000.000 600.000


17 Finanzierung
1.000.000 1.000.000 1.000.000 300.000


DM6.000.000,00


DM4.000.000,00


DM2.000.000,00 Kostensummenlinie
Phasen

Rohbau Ausbau Ausbau II Innenausbau Zahlungen

Projektdatei: c:\programme\demos\powerpro\projekte\soll-ist.pdb, Plan vom 10.01.1999, Druckdatum: 22.11.2000 Erstellt mit PowerProject Version 5
Beispiel: Kapazitätsplanung mit Power Project

Arbeitskräfte

Kapazitäts-
ganglinie
Kernbauzeit
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Vorteile bzw. Nachteile des Balkenplans


Vorteile Nachteile
• leicht lesbar, leicht • ab einer gewissen Größe
verständlich (auch für wird der Balkenplan
Laien, da Länge des unübersichtlich
Balkens proportional zur • ein Verstoß gegen die
Vorgangsdauer) Ablauflogik des „Systems
• kostengünstig Bauen“ wird nicht erkannt
• somit: bei Verzögerungen
einzelner Vorgänge sind die
Folgeverzögerungen anderer
Vorgänge nicht erkennbar.

15.04.2019 98
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Volumen-Zeit-Diagramm (V/Z-Diagramm)
• Prinzipieller Aufbau
• Begriffe
• Definitionen der Volumen- bzw. Zeitachse
• Beispiele
• Hochhaus
• Brücke / Straße / Kanal

• Anschauliche Erkenntnisse
beim V/Z-Diagramm
• Vorteile bzw. Nachteile des V/Z-Diagramms
• Kosten des V/Z-Diagramms
15.04.2019 99
Aufbau Volumen-Zeit-Diagramm

Produktions-
 tan α  V
geschwindigkeit T
Bauvolumen V

a DV

DT Zeit T
(z.B. AT)
Beispiel: Hochhaus

Bauvolumen V Produktions-
 tan α  V
geschwindigkeit T
4.OG

3.OG

2.OG

1.OG
a DV
EG
DT Zeit T
UG (z.B. AT)

Gesamtbauzeit
Beispiel: Hochhaus mit Einarbeitungseffekt
Bauvolumen V
Produktionslinie
mit Einarbeitungseffekt
4.OG

3.OG

2.OG

1.OG
a1.OG D V1.OG
EG
D T1.OG Zeit T
UG (z.B. AT)

Gesamtbauzeit
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer
Bauabschnitte (z.B. je 5 m) Beispiel: U-Bahn-Schacht

5m Zeit T
Schacht, unterteilt in

10 m

15 m
a DV
20 m

25 m
DT
30 m

35 m
Bauvolumen V
(hier in m) 15.04.2019 103
Beispiel: Kanal
Kanal, unterteilt in Bauabschnitte (z.B. je 0,1 km)
0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7

Bau-
volumen
a DT V
Gesamtbauzeit

(hier in km)
DV

Zeit T
Beispiel: Ungeordneter Ablauf
Bau- kai = kritische Annäherung i
volumen ka1 ka2
V
4.OG

3.OG

2.OG

1.OG

EG

UG Zeit T

Gesamtbauzeit
Beispiel: Teilgeordneter Ablauf
Bau-
volumen ka1
V
4.OG

3.OG

2.OG

1.OG b
EG

UG ka2 Zeit T
a a
Gesamtbauzeit
Beispiel: Synchrongruppen #1
ka: kritische Annäherung innerhalb einer Synchrongruppe
Bau- kA: kritische Annäherung zweier Synchrongruppen
volumen
V 3*ka1 4*ka2 2*ka3

4.OG
Leit-
betrieb
3.OG kA2-3
Leit-
2.OG
betrieb
1.OG

EG kA1-2

UG Zeit T
Beispiel: Synchrongruppen #2
Bau- z.B. Lüftung
volumen z.B. Elektrik
z.B. Wasser
V
4.OG

3.OG
Winterpause
2.OG

1.OG

EG

UG Zeit T
Beispiel: Aussetzerbetrieb
Bau-
volumen V Leerzeit L ka ka

4.OG L
3.OG L
2.OG Vorgang 1
L
1.OG Vorgang 3
L
EG L
UG Zeit T

Gesamtbauzeit
Beispiel: Wechselbetrieb
Bau-
volumen V ka1-2 ka3-4

4.OG
Vor-
3.OG gang 1

2.OG

1.OG
Vor-
EG gang 4

UG Zeit T

Gesamtbauzeit
Beispiel: Springerbetrieb
Bau- Leerzeit3
volumen V ka1-2 ka3-4

4.OG
Vor-
3.OG
gang 1

2.OG

1.OG Leerzeit2
= Produk- Vor-
EG tionszeit3 gang 4

UG Zeit T

Gesamtbauzeit
The cyclic process of conventional tunnelling
Auswirkung von Beschleunigung bzw.
Bauzeitverlängerung

Quelle: Baubetrieb (Hrsg. Proporowitz)


Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Erkenntnisse beim V/Z-Diagramm


• Unterbrechung / Beschleunigung
• Soll / Ist-Vergleich
• Lernkurve / Einarbeitungseffekt
• ungeordneter Ablauf
• geordneter Ablauf
• Kritische Annäherung
• Synchrongruppe / Leitbetrieb
• Aussetzerbetrieb
• Wechselbetrieb
• Springerbetrieb

15.04.2019 114
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Vorteile bzw. Nachteile des V/Z-Diagramms


Vorteile Nachteile
• Sehr anschaulich • Nur anwendbar für
• Geringe Erstellungskosten Bauvorgänge (= Bau-
• Nach kurzer Einarbeitung werke) mit eindeutiger
vielseitig verwendbar Ausrichtung,
z.B. Hochhaus, Kanal,
Tunnel, Autobahn etc.
• Nur für begrenzte Zahl von
Vorgängen verwendbar
(< ca. 50 Vorgänge)

15.04.2019 115
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

Saalübung zu den Themen:


Balkendiagramm, V/Z-Diagramm

15.04.2019 116
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

3. Terminmanagement
-Netzplantechnik-

15.04.2019 117
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

DIN 69900 „Netzplantechnik“: Begriffe


• Netzplantechnik (NPT):
Alle Verfahren zur Analyse, Beschreibung, Planung, Steuerung,
Überwachung von Abläufen auf der Grundlage der Graphentheorie,
wobei Zeit, Kosten, Einsatzmittel und weitere Einflussgrößen
berücksichtigt werden können.
• Netzplan (NP):
Graphische oder tabellarische Darstellung von Abläufen und deren
Abhängigkeiten.
• kritischer Weg:
Weg auf dem Vorgänge so angeordnet sind, dass die gesamte
Pufferzeit ein Minimum ist.

15.04.2019 118
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Netzplantechnik: DIN 69 900

Zeitbegriffe nach DIN 69 900, Teil 1


• FAZ Frühester Anfangszeitpunkt
• FEZ Frühester Endzeitpunkt
• SAZ Spätester Anfangszeitpunkt
• SEZ Spätester Endzeitpunkt

15.04.2019 119
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

DIN 69900 : „Dauer“


• Dauer D:
Zeitspanne vom Anfang bis zum Ende eines Vorganges.

• MIND:
Geringster Wert, auf den eine Dauer gekürzt werden kann.
• MAXD:
Höchstzulässiger Wert für eine Dauer.

15.04.2019 120
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

DIN 69900 : „Zeitabstand“


• Zeitabstand Z:
Zeitwert einer Anordnungsbeziehung. Er kann größer als, kleiner als
oder gleich Null sein.

• MINZ:
Zeitwert einer Anordnungsbeziehung, der nicht unterschritten
werden kann.
• MAXZ:
Zeitwert einer Anordnungsbeziehung, der nicht überschritten
werden darf.

15.04.2019 121
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Netzplantechnik: DIN 69 900


Anordnungsbeziehungen (AOB)
nach DIN 69 900, Teil 1:
• Vorgänger
• Nachfolger
• Normalfolge
(ENDE-ANFANG-Beziehung)
• Anfangsfolge
(ANFANG-ANFANG-Beziehung)
• Endfolge
(ENDE-ENDE-Beziehung)
• Sprungfolge
(ANFANG-ENDE-Beziehung)

15.04.2019 122
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Schema der Anordnungsbeziehungen


Anfang Ende Anfang Ende
Vorgang A Vorgang B
Normalfolge

Anfangsfolge

Endfolge

Sprungfolge
15.04.2019 123
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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DIN 69900: Anordnungsbeziehungen


• Normalfolge (NF)
= AOB vom Ende eines Vorgangs zum Anfang seines Nachfolgers.
• Anfangsfolge (AF)
= AOB vom Anfang eines Vorgangs zum Anfang seines Nachfolgers.
• Endfolge (EF)
= AOB vom Ende eines Vorgangs zum Ende seines Nachfolgers.
• Sprungfolge (SF)
= AOB vom Anfang eines Vorgangs zum Ende seines
Nachfolgers.

15.04.2019 124
Vorgangsknoten eines Netzplanes

Vorgangs-
nummer FAZ FEZ

Dauer SAZ SEZ


GP FP FRP UP
Legende: FAZ Frühester Anfangszeitpunkt GP Gesamtpuffer
FEZ Frühester Endzeitpunkt FP Freier Puffer
SAZ Spätester Anfangszeitpunkt FRP Freier Rückwärtspuffer
SEZ Spätester Endzeitpunkt UP Unabhängige Pufferzeit
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Netzplantechnik: DIN 69 900

• Pufferzeiten nach DIN 69 900, Teil 1


• GP Gesamtpuffer
• UP Unabhängiger Puffer
• FP Freier Puffer
• FRP Freier Rückwärtspuffer

• Kritischer Weg

15.04.2019 126
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

DIN 69900 : „Pufferzeiten“ /1


• Pufferzeit:
Zeitspanne, um die - unter bestimmten Bedin-gungen - die Lage eines
Vorgangs verändert oder die Dauer eines Vorgangs verlängert werden
kann.

• GP: Gesamte Pufferzeit,


Zeitspanne zwischen frühester u. spätester Lage.

• FP: Freie Pufferzeit,


Zeitspanne, um die ein Vorgang gegenüber seiner frühesten Lage
verschoben werden kann, ohne die früheste Lage anderer Vorgänge zu
beeinflussen.

15.04.2019 127
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

DIN 69900 : „Pufferzeiten“ /2

• FRP: Freie Rückwärts - Pufferzeit,


Zeitspanne, um die ein Vorgang gegenüber seiner spätesten Lage
verschoben werden kann, ohne dass die späteste Lage anderer Vorgänge
beeinflusst wird.

• UP: Unabhängige Pufferzeit,


Zeitspanne, um die ein Vorgang verschoben werden kann, wenn sich sein
Vorgänger in spätester und sein Nachfolger in frühester Lage befindet.

15.04.2019 128
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Ablaufstruktur der Netzplantechnik


• Ermittlung u. Zusammenstellung der Einzelvorgänge
• Strukturanalyse
• Zeitanalyse
• Vorwärtsrechnung
• Rückwärtsrechnung
• kritischer Weg
• subkritische Wege
• Kapazitätsinteressen
• Vergleich kritischer Weg mit vertraglicher Bauzeit
• Kostenanalyse
• Zusammenhang zwischen Kosten und Bauzeit
• Vorgangstypen
• Kapazitätsanalyse
• Ergebnis
15.04.2019 129
Ablaufstruktur der Netzplantechnik #1
Ergebnis: Zu beachten:
Zusammenstellung der Vorgangs- Vollständigkeit,
Einzelvorgänge verzeichnis Detaillierungsgrad

Technologische
Strukturplan
Strukturanalyse Abhängigkeiten,
Netzplan Lieferzeiten, AOB

Zeitanalyse Vorgangsdauern Machbarkeit


aller Vorgänge

Früheste Anfangs- und End-zeiten


Vorwärtsrechnung
(FA, FE) aller Vorgänge

Späteste Anfangs- und End-zeiten


Rückwärtsrechnung
(SA, SE); kritischer Weg;
subkritische Wege
Ablaufstruktur der Netzplantechnik #2

Vergleich kritischer Weg mit


Abweichung
vertraglicher Bauzeit

Zeit-Kosten-Diagramme der
Kostenanalyse
krit. Vorgänge
Kapazitätsanalyse Kapazitätsganglinie

Verkürzung der der kritischen Vorgänge:


- ABC-Analyse,
Vorgangszeiten - Kosten der Verkürzung

Neue Rückwärts- bzw.


Vorwärtsrechnung Ziel: Neuer kritischer Weg (=
Vertragsbauzeit),
Ergebnis (optimiert) Optimierter Soll-Netzplan
„ A B A K U S “ #1
Prinzip der Vorwärtsrechnung (FAZ, FEZ),
alle Vorgänge in der frühesten Lage
Jede Kugel entspricht einem Monat Bauzeit!

Kritischer
Weg –
Festlegung
der Bauzeit
auf 9 Monate
„ A B A K U S “ #2
Prinzip der Rückwärtsrechnung (SEZ, SAZ),
alle Vorgänge in der spätesten Lage

= kritischer Weg

= subkritischer Weg
„ A B A K U S “ #3
A 0 3 E 3 5 I 5 7 L 7 9
3 0 3 2 3 5 2 5 7 2 7 9
0 0 0 0

B 0 2 F 2 3 M 5 8
2 1 3 1 3 4 3 6 9
Start 1 1 1
J 3 5 Ende
0 0 2 4 6
9 9
C 0 2 1
G 2 4 N 4 6
2 3 5
2 5 7 2 7 9
3
3 K 3 7 3
H 0 3 4 5 9
D 0 2 3 2 5 2 P 2 4
2 5 7 2 2 7 9
5 5

Legende: Vorg. FAZ FEZ Kritischer Weg:


Dauer SAZ SEZ
subkritischer Weg:
Gesamtpuffer
„ A B A K U S “ #4
H 7 9
A 0 3 F 5 7 2 7 9
3 0 3 2 5 7 0
0 0
D 3 5 I 7 9
2 3 5 2 7 9
Start B 0 2 0 0
G 5 7 Ende
2 1 3
0 0 2 5 7
1 9 9
0
E 2 4 J 4 6
2 3 5 2 7 9
1 3

C 0 1 K 1 4
1 2 3 3 6 9
2 5

Legende: Vorg. FAZ FEZ kritischer Weg:


Dauer SAZ SEZ
subkritischer Weg:
Gesamtpuffer
Zeit-Kosten-Beziehungen von Vorgängen
Kosten [€]

maximale
Gesamtkosten
technisch unmöglich

Vorgangskosten
minimale
Gesamtkosten

Zeit [T]

optimale zu lange
minimale Dauer
Dauer Dauer
Vorgangstypen bei der Kostenanalyse #1
• Vorgangstyp A: linearer Kostenverlauf

Kosten
[€] Bauzeit lt. 1. Vorwärts- und
Typ A1: Rückwärtsrechnung
konstanter

TU
Kostenverlauf

Bauzeit [t]

Kosten
[€] Bauzeit lt. 1. Vorwärts- und
Typ A2: linear Rückwärtsrechnung
ansteigender
TU

Kostenverlauf

Bauzeit [t]

TU = technisch unmöglich
Vorgangstypen bei der Kostenanalyse #2
• Vorgangstyp B: exponentieller Kostenverlauf

Kosten
[€]
2. Hochrechnung mit
verkürzter Bauzeit
z.B.
Mehrkosten
aufgrund Bauzeit lt. 1. Vorwärts- und
TU

Überstunden Rückwärtsrechnung


hinzunehmende
Mehrkosten
Bauzeit [t]
t2 t1
∆t
vorgesehene Verkürzung der Bauzeit

TU = technisch unmöglich
Vorgangstypen bei der Kostenanalyse #3
• Vorgangstyp C: sprungfixer Kostenverlauf

Kosten 3. Hochrechnung mit


[€] verkürzter Bauzeit
2. Hochrechnung mit
verkürzter Bauzeit
Bauzeit lt. 1. Vorwärts- und
Rückwärtsrechnung
TU

∆2 z.B. zusätzliches Hebezeug

∆1 z.B. zusätzliche Schalung

hinzunehmende
Mehrkosten
Bauzeit [t]
t3 t2 t1
∆t2-3 ∆t1-2
vorgesehene Verkürzung der Bauzeit

TU = technisch unmöglich
Vorgangstypen bei der Kostenanalyse #4
• Vorgangstyp D: kombinierter Kostenverlauf

3. Hochrechnung mit
Kosten verkürzter Bauzeit
[€]
2. Hochrechnung mit
verkürzter Bauzeit
Bauzeit lt. 1. Vorwärts- und
hinzunehmende
Mehrkosten Rückwärtsrechnung
TU

∆2
∆1

Bauzeit [t]
t3 ∆t t2 ∆t t1
2-3 1-2
vorgesehene Verkürzung der Bauzeit

TU = technisch unmöglich
Beispiel für einen Netzplan
D 12 17 J 19 27
Nr FAZ FEZ 5 25 30 8 30 38
+2
Dauer SAZ SEZ 13 2 7 0 11 5 0 0 P 32 49
-1 17 38 55
GP FP FRP UP U 46 51
E 12 20 K 20 32 6 0 0 0
5 52 57
8 18 26 12 26 38
+6 6 0 0 0
6 0 6 0 6 0 0 0 -2 -8
A 0 6
0 6 F 6 18 L 24 32 Q 38 53 V 46 58
6
12 23 35 8 35 43 15 43 58 12 52 64
0 0 0 0
17 6 17 6 11 6 0 0 5 1 0 0 6 6 0 0
+3 +3 +6

B 3 10 G 10 24 M 24 31 R 38 53 W 58 70
+2
7 3 10 14 20 34 7 34 41 15 43 58 12 58 70
0 0 0 0 10 0 10 5 0 0 5 0 0 0
10 0 0 0 0 0
+1 +1
C 5 11 H 11 20 N 20 38 S 38 46 X 46 56
6 5 11 9 13 22 18 22 40 8 40 48 10 48 58
0 0 0 0 2 0 2 0 2 0 0 0 2 0 0 0 2 2 0 0
-2 -3 +9
I 14 16 O 20 38 T 38 54 Y 54 61
2 14 16 18 20 38 16 38 54 7 54 61
+9
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
+6

Kritischer Weg
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
Netzplan für ein Prof. Dr.-Ing.SoSe 2019
Karsten Körkemeyer

Industriebau-Projekt

Quelle: Brandenberger / Ruosch, „Projektmanagement 15.04.2019 142


im Bauwesen“, 1996, Seite 122, Abb. 7.18
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Vor- bzw. Nachteile der Netzplantechnik


Vorteile Nachteile
• Die Kenntnis (Erarbeitung) d. • höhere Kosten (als beim Balken-
technolog. Ablaufprozesses ist bzw. V/Z-Diagramm)
unabdingbare Voraussetzung. • Für die Durchrechnung der
• die bauzeitbedingenden Netzpläne sind erweiterte
Vorgänge sind bekannt (krit. Kenntnisse erforderlich.
Weg). Damit sind die terminlichen • Darstellung ist zunächst nicht
Folgen von Verzögerungen sofort allgem. verständlich.
erkennbar. • Umwandlung in Balkendiagramm
• Pufferzeiten können genutzt mit Abhängigkeiten erforderlich
werden.

15.04.2019 143
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

15.04.2019 144
Quelle: Brandenberger / Ruosch, „Projektmanagement im Bauwesen“, 1974,
Seite 159, Abb. 7.85
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Dreistufiges Planungssystem

Quelle: Brandenberger / Ruosch, „Projektmanagement im Bauwesen“, 1996,


15.04.2019 145
Seite 135, Abb. 7.35
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Lernziele aus Kapitel 3


Insbesondere sollten folgende Fragestellungen beantwortet werden
können:
• Welche Methoden der Bauablaufplanung gibt es? Worin liegen
jeweils ihre Vor- und Nachteile?
• Was ist eine kritische Annäherung?
• Was versteht man unter einer Projektstrukturanalyse? Was
versteht man in diesem Zusammenhang unter der „Systemlogik
des Bauens“?
• Welche Anordnungsbeziehungen und Pufferzeiten gibt es in der
Netzplantechnik?
• Was versteht man unter dem „kritischen Weg“?
15.04.2019 146
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

Saalübung zum Thema:


Netzplantechnik

15.04.2019 147
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

4. Kostenmanagement

15.04.2019 148
Methoden des Projektmanagements
Organisations- Aufbauorganisation
management Ablauforganisation

Termin- grafisch
management analytisch

Kosten- Siehe auch


Methoden management BB I bzw. BM II
des Geräte
Kapazitäts-
Projekt-
management Personal
manage-
ments Qualitäts- Baustoffe
management Toleranzen
Eigenschaften
Vertrags-
management
Sicherheits-
management
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kostenmanagement
Ziel
Erlangung eines Höchstmaßes an Kostensicherheit in jeder
Projektphase.

Schwierigkeit
• teilweise paralleler Verlauf von Planung,
Genehmigungsverfahren und Ausführung.
• Langfristigkeit der Planung und Ausführung (Zinsänderungen,
gesetzliche Änderungen)
• Individualität der Baumaßnahme (örtliche RB, Gestaltung und
Konstruktion, Ansprüche der Nutzer etc.)
• „handwerkliche“ Fehler
• … 15.04.2019 150
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kostenmanagement
Häufig wiederkehrende Mängel bei Bedarfsermittlung, Planung und
Kostenmanagement (lt. Bundesrechnungshof)
• fehlende Bedarfspläne und Nutzervorgaben
• unzureichende Beschreibung der technischen Lösung
• zu kurze Bearbeitungsfristen, dadurch baubegleitende Planung erforderlich
• Unterschätzung aufwendiger Details und zu hoher Qualitätsstandards
• Fehler bei der Mengenermittlung und Kostenveranschlagung
• Fehlende Qualitätsdefinitionen
• ungenügende Kostensteuerung bei Planung, Ausschreibung und Vergabe
• Fehler bei Nachtragsbearbeitung und Abrechnung.

Baukosten werden unbeherrschbar!!

15.04.2019 151
Normen und Verordnungen zu Baukosten
Leistungspflichten
Vergütung

HOAI

Ausschreibung
Kostenplanung
Vergabe, Abrechnung
04.81

DIN 277 DIN 276 VOB/C


StLB
Bebauung,
Flächen,
Rauminhalte Bau NVO DIN 18960
Nutzung und
MF-B Wirtschaftlich-
und
MF-H
II.BV keit

Quelle:
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kostenermittlung - Begriffe
• Kostenrahmen:

Der Kostenrahmen liefert eine erste grobe Aussage über die


voraussichtlichen Baukosten auf Grundlage der Bedarfsplanung.

15.04.2019 153
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kostenermittlung - Begriffe
• Kostenschätzung:

Die Kostenschätzung dient der Entscheidungsfindung über die


Vorplanungsvarianten und ist im Zusammenhang mit dieser zu
erstellen.

Mindestens bis zur ersten Gliederungsebene des Schemas nach


DIN 276. Bezugsgrößen sind Grundflächen und Rauminhalte.

15.04.2019 154
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kostenermittlung - Begriffe
• Kostenberechnung:

Die Kostenberechnung ist eine ausführliche Ermittlung der


voraussichtlichen entstehenden Kosten und Grundlage der
Finanzierung.
Sie wird im Rahmen der Entwurfsplanung durchgeführt.
Mindestens bis zur zweiten Gliederungsebene des Schemas nach
DIN 276. Bezugsgrößen sind i.d.R. Grundflächen und
Rauminhalte, besser jedoch Gebäudeelemente.

15.04.2019 155
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kostenermittlung - Begriffe
• Kostenanschlag:

Der Kostenanschlag dient der Entscheidung der Vergabe (aber auch der
Ausführungsplanung) und ist Grundlage der Kostenkontrolle während
der Ausführungsphase. Er enthält die Sollkosten (gemäß
Ausführungsplanung), die später den Angeboten gegenübergestellt
werden.
Er basiert auf Genehmigungs- bzw. Ausführungsplänen,
Standsicherheits- und Wärmeschutznachweisen. Mindestens bis zur
dritten Gliederungsebene des Schemas nach DIN 276. Ggf.
Umsortierung der Kostengruppen 300 (Bauwerk) und 400 (TGA) nach
Vergabeeinheiten.

15.04.2019 156
Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten
und Ingenieure (HOAI)
Planungs- 0) Bedarfsplanung Kostenrahmen
phase 1) Grundlagenermittlung
2) Vorplanung Kostenschätzung
3) Entwurfsplanung Kostenberechnung

4) Genehmigungsplanung
5) Ausführungsplanung

Vergabe- und 6) Vorbereitung der Vergabe Kostenanschlag


Vertragsphase 7) Mitwirkung bei der Vergabe

Ausführungs- 8) Objektüberwachung
phase
Kostenfeststellung

Nutzungs- 9) Objektdokumentation
phase
Kostenplanung nach HOAI und DIN 276

Quelle: BKI, Vortrag an der TU Kaiserslautern am 13.01.2012


Kostenermittlung für Bauwerke
Kostenprognose der Planer Hilfsmittel: DIN 277 (“Grundflächen und
Zeit nach HOAI /
Rauminhalte um Bauwesen - Teil 1: Hochbau”)
DIN 276 (“Kosten im Bauwesen”)
Baueinl.

Kostenrahmen Bauzahl * Kostenrichtwert

Kostenschätzung Bauzahl * Kostenrichtwert


Bauplanung

Kostenberechnung Bauzahlen * Kostenrichtwerte

Leistungsverzeichnis = Vergabeunterlagen

Kostenanschlag Hauptangebot
Ausführungsmenge * Einheitspreis
Baunutzung Baudurchf.

evtl. Nachtragsangebot

Kostenfeststellung Schlussrechnung
Ausführungsmenge * Einheitspreis

Nutzungskosten
Siehe Veranstaltung FM
Toleranzgrenzen zur Festlegung von Kostenzielen –
„Kostentrompete“

Quelle: Reinhard Dietrich: „Entwicklung werthaltiger Immobilien“, Wiesbaden 2005, Seite 185
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Kostenermittlung - Haftung des Planers


Architekt muss zutreffend über Baukosten beraten!

1. Der Architekt muss den Auftraggeber zutreffend über die


voraussichtlichen Baukosten beraten. Verletzt er diese Verpflichtung
schuldhaft, ist er dem Auftraggeber zum Schadensersatz
verpflichtet.

2. Ein Schadensersatzanspruch wegen unzutreffender


Baukostenermittlung kann ausscheiden, wenn der Auftraggeber
nach der Kostenschätzung des Architekten umfangreiche
Umgestaltungen vornehmen lässt.

BGH, Beschluss vom 07.02.2013 - VII ZR 3/12, IBR 2013, 285


15.04.2019 161
DIN 276: „Kosten im Bauwesen“
(Stand: 12.2008)
Kostenplanung

Kostenvorgabe Kostenermittlung Kostenkontrolle


und -steuerung
Kostenrahmen

Kostenschätzung

Kostenberechnung

Kostenanschlag

Kostenfeststellung
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
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Kostenplanung (nach DIN 276) /1


Gesamtheit aller Maßnahmen der Kostenermittlung, der Kostenkontrolle
und der Kostensteuerung

Ziel und Zweck:


• Ziel der Kostenplanung ist es, ein Bauwerk wirtschaftlich und
kostentransparent sowie kostensicher zu realisieren.

Festlegung der Kostenplanung:


• Die Kostenplanung ist auf der Grundlage von Planungsangaben (Quantitäten
und Qualitäten) oder von Kostenvorgaben kontinuierlich und systematisch
über alle Phasen eines Bauprojekts durchzuführen.
• Kostenplanung kann gemäß folgender Grundsätze erfolgen:
• Die Kosten sind durch Anpassung von Qualitäten und Quantitäten einzuhalten;
• Die Kosten sind bei definierten Qualitäten und Quantitäten zu minimieren.

15.04.2019 163
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kostenplanung (nach DIN 276) /2


• Kostenplanung bis zur Vergabe der Bauleistungen
• Grundlagen: Bauzahlen / Kostenrichtwerte
• Kostenschätzung nach HOAI:
Vorplanungsphase (DIN 276 „Kosten im Hochbau“ / DIN 277
„Grundflächen und Rauminhalte im Bauwesen
- Teil 1: Hochbau “)
• Kostenberechnung nach HOAI:
Entwurfsplanungsphase (DIN 276 / DIN 277)

15.04.2019 164
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
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Kostenplanung (nach DIN 276) /3


• Kostenplanung nach der Vergabe der Bauleistungen
• Grundlagen des Kostenanschlags
• Leistungsverzeichnis mit Massenangaben
• Kostenanschlag nach HOAI:
Phase 7: "Mitwirken bei der Vergabe„
• Fortschreibung der Kostenplanung nach Baufortschritt

15.04.2019 165
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
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Kostenvorgabe (nach DIN 276)


Festlegung der Kosten als Obergrenze oder als Zielgröße für die Planung

Ziel und Zweck:


• Ziel der Kostenvorgabe ist es, die Kostensicherheit zu erhöhen, Investitionsrisiken zu
vermindern und frühzeitige Alternativ-überlegungen in der Planung zu fördern.

Festlegung der Kostenvorgabe:


• Eine Kostenvorgabe kann auf der Grundlage von Budget- oder Kostenermittlungen
festgelegt werden.
• Vor der Festlegung einer Kostenvorgabe ist ihre Realisierbarkeit im Hinblick auf die
weiteren Planungsziele zu überprüfen. Bei Festlegung einer Kostenvorgabe ist zu
bestimmen, ob sie als Kostenobergrenze oder als Zielgröße für die Planung gilt. Diese
Vorgehensweise ist auch für eine Fortschreibung der Kostenvorgabe – insbesondere auf
Grund von Planungsänderungen – anzuwenden.

15.04.2019 166
Beeinflussbarkeit der Herstellkosten
Beeinflussbarkeit
der Herstellkosten

Quelle: Würfele, Gralla: „Nachtragsmanagement“, 2006, Seite 642


Suche und Auswahl eines CM-Partners
flexibel
100 %
80-90 % Gebäudeabmessung
Grundrisse
Gebäudetechnische Systeme

Ausbaustandard

10-20 % Bauweise und -verfahren


Fabrikate Projekt
HOAI- dauer
Genehmigungs-

bei der Vergabe


Phasen

Mitwirkung bei
Ausführungs-

Vorbereitung
Grundlagen-

der Vergabe
Vorplanung
ermittlung

Entwurfs-
planung

planung

planung
Kostenbeeinflussbarkeit in Abhängigkeit vom
Projektfortschritt

Kosten-

Quelle: Würfele, Gralla: „Nachtragsmanagement“, 2006, Seite 640


beeinflussbarkeit
100 %
80-90 %

10-20 %
HOAI
1 2 3 4 5 6 7 8
Entwurf, Realisierung
Idee Planung,
Genehmigung Ausführungsplanung
Herstellung nach Abschluss d. Planungsphase
Wissen über das Projekt (W)
(Definition des Bauwerks)
100%
Planungsbeteiligte,
z.B.:
• Architekt
• TGA
•Tragwerksplaner
• usw…
Planungsprozess
Fertigstellung:
Vergabeunterlagen (LV und Pläne)

Beginn Zuschlag Baubeginn

Aus-
schreibu K PS AV Herstellungsphase
ng
K: Kalkulation des Unternehmers
AV: Arbeitsvorbereitung des Unternehmers Zeit
PS: Preisspiegel (Verhandlung)
Problematik der baubegleitenden Planung
Wissen über das Projekt (W) 100%
Planungs-
Wissensdefizit W100 beteiligte,
(Nachtragsgefahr) z.B.:
• Architekt
• TGA
Wt = Teilwissen • Tragwerks-
planer
Planungsprozess • usw…

Fertigstellung: Vergabeunterlagen (LV und Pläne)


Beginn Zuschlag Baubeginn

Aus-
schreibu K PS AV Herstellungsphase
ng
K: Kalkulation des Unternehmers
AV: Arbeitsvorbereitung des Unternehmers Zeit
PS: Preisspiegel (Verhandlung)
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Problematik der baubegleitenden Planung


Bsp. Leitungstunnel auf einem Chemieanlagenareal

15.04.2019 171
Problematik der baubegleitenden Planung
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Problematik der baubegleitenden Planung


• Situation:
- Bei Vergabe lag lediglich Entwurfs- und Genehmigungsplanung
vor
- Ausführungsplanung lag im Auftragsumfang des AN
- Bewehrungsstahl wurde mengenmäßig ermittelt und
beauftragt und sollte gemäß tatsächlich eingebauter Menge
abgerechnet werden

Was ist hier grundsätzlich falsch gemacht worden??

15.04.2019 173
Schema der Kostenprognosen (KS/KB)

Bauzahl(en)
* Kostenrichtwert(e)
Kostenstruktur nach DIN 276:
Flächenberechnungen Kostengruppen (2)
z.B. nach DIN 277
 Brutto-Grundfläche (BGF)
300 400
 Netto-Raumfläche (NRF) 475,- 400,-
 Konstruktions- z.B.
Grundfläche (KGF)
€/m2 BGF €/m2 BGF
 Nutzungsfläche (NUF) Grobelemente (17)
 Technikfläche (TF)
 Verkehrsfläche (VF)
320

360
310

330
340
350

370

390

420

490
410

430
440
450
460
470
480
Elemente (107)
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2
3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3
4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4
5 5 5 5 5 5 5 5 5 5
6 6 6 6 6 6 6 6
7 7 7 7 7 7
8 8 8 8
9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9

49 58
DIN 277:
„Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau“

Fläche des Baugrundstückes

bebaute Fläche unbebaute Fläche

Brutto-Grundfläche (BGF)

Netto-Raumfläche (NRF) Konstruktions-Grundfläche (KGF)

Nutzungsfläche
Technikfläche (TF) Verkehrsfläche (VF)
(NUF)

NUF 1 NUF 2 NUF 3 NUF 4 NUF 5 NUF 6 NUF 7


Wohnen Büroarbeit Produktion Lagern Bildung Heilen Sonstige
Aufenthalt Hand- Verkaufen Unterricht Pflegen Nutzungen
/Maschinenar- Verteilen Kultur
beit
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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DIN 277-2 (Stand 02/2005):


„Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau“

15.04.2019 176
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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DIN 277-2 (Stand 02/2005):


„Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau“

15.04.2019 177
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

DIN 277-2 (Stand 02/2005):


„Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau“

15.04.2019 178
Kostengruppen nach DIN 276: Kosten im Bauwesen – Teil 1:
Hochbau (12.2008)
Kostengruppen (KG): 1. Ebene
100 Baugrundstück
200 Herrichten und Erschließen
300 Bauwerk - Baukonstruktion
400 Bauwerk - Technische Anlagen
500 Außenanlagen
600 Ausstattung und Kunstwerke
700 Baunebenkosten
DIN 276 Kosten im Bauwesen – Teil 1: Hochbau
100 Grund- 110 Grundstückswert 500 Außen- 510 Geländeflächen
stück 120 Grundstücksnebenkosten anlagen 520 Befestigte Flächen
130 Freimachen 530 Baukon. Außenanl.
540 Techn. Außenanl.
210 Herrichten 550 Einbauten Außenanl.
200 Herrichten
220 Öffentliche Erschließung 560 Wasserflächen
Erschließen 570 Pflanz- u. Saatflächen
230 Nichtöffentl. Erschließung
240Ausgleichsabgabe 590 Son. Maßnahm. Außen.
250 Übergangsmaßnahmen

310 Baugrube 600 Ausstattung, 610 Ausstattung


300 Bauwerk -
320 Gründung Kunstwerke 620 Kunstwerke
Baukon-
330 Außenwände
struktionen
340 Innenwände
350 Decken
360 Dächer
370 Baukonstr. Einbau ten
390 Sonst. Baukonstruktion

400 Bauwerk - 410 Ab-,Wasser-,Gasanlagen 700 Bauneben- 710 Bauherrenaufgaben


Technische 420 Wärmeversorgungsanl. kosten 720 Vorbereitg. Objektpl.
430 Lufttechn. Anlagen 730 Architekten.-,Ing.-leist.
Anlagen
440 Starkstromanlagen 740 Gutachten, Beratung
450 Fernmeldeanlagen 750 Künstl. Leistungen
460 Förderanlagen 760 Finanzierungskosten
470 Nutzungsspez. Anlagen 770 Allg. Baunebenkosten
480 Gebäudeautomation 790 Sonst.Baunebenkosten
490 Sonstige Techn. Anlagen

Quelle: BKI, Vortrag an der TU Kaiserslautern am 13.01.2012


Grobelemente der Kostengruppe 300
1. Ebene: Kostengruppen 2. Ebene: Grobelemente

100 Baugrundstück 310 Baugrube

Herrichten
320 Gründung
200
und Erschließen 330 Außenwände
Bauwerk -
300 Baukonstruktion 340 Innenwände
Bauwerk - 350 Decken
400
Technische Anlagen
360 Dächer
500 Außenanlagen
370 Baukonstruktive
Einbauten
Ausstattung
600
und Kunstwerke
390 Sonst. Maßnahmen
700 Baunebenkosten
Grobelemente der Kostengruppe 400
1. Ebene: Kostengruppen 2. Ebene: Grobelemente

410 Abwasser-, Wasser-,


100 Baugrundstück Gasanlagen

Herrichten
420 Wärmevers.-Anlagen
200
und Erschließen 430 Lufttechn. Anlagen
Bauwerk -
300 440 Starkstromanlagen
Baukonstruktion
Bauwerk - Fernmelde/Informa-
450
400 Techn. Anlagen
tionstechn. Anlagen
460 Förderanlagen
500 Außenanlagen
470 Nutzungsspez. Anlagen
Ausstattung
600 480 Gebäudeautomation
und Kunstwerke
490 Sonst. Maßnahmen
700 Baunebenkosten
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Grobelemente nach DIN 276

Quelle: BKI 15.04.2019 183


Elemente am Beispiel des GE 320 „Gründung“
1. Ebene: 2. Ebene: 3. Ebene:
Kostengruppen (KG) Grobelemente (GE) Elemente (E)

100 Baugrundstück 310 Baugrube 321 Baugrund-


verbesserung
320 Gründung 322 Flachgründungen
200 Herrichten
und Erschließen 330 Außenwände 323 Tiefgründungen
Bauwerk -
300 Baukonstruktion 340 Innenwände 324 Unterböden
und Bodenplatte
350 Decken 325 Bodenbeläge
400 Bauwerk -
Technische Anlagen
360 Dächer 326 Bauwerks-
abdichtungen
500 Außenanlagen Baukonstrukt.
370 Einbauten 327 Drainagen

600 Ausstattung
und Kunstwerke
390 Sonst.
Maßnahmen 329 Gründungen,
700 Baunebenkosten sonstiges
Elemente am Beispiel des GE 330 „Außenwände“
1. Ebene: 2. Ebene: 3. Ebene:
Kostengruppen (KG) Grobelemente (GE) Elemente (E)

100 Baugrundstück 310 Baugrube 331 Tragende


Außenwände
320 Gründung 332 Nichttragende
Außenwände
200 Herrichten
und Erschließen 330 Außenwände 333 Außenstützen
Bauwerk -
300 Baukonstruktion 340 Innenwände 334 Außentüren
und -fenster
350 Decken 335 Außenwandbe-
400 Bauwerk - kleidungen, außen
Technische Anlagen
360 Dächer 336 Außenwandbe-
kleidungen, innen
500 Außenanlagen
370 Baukonstrukt.
Einbauten
337 Elementierte
Außenwände

600 Ausstattung 338 Sonnenschutz


und Kunstwerke
390 Sonst. 339 Außenwände,
Maßnahmen sonstiges
700 Baunebenkosten
Elemente am Beispiel des GE 430 „Lufttechnische Anlagen“
1. Ebene: 2. Ebene: 3. Ebene:
Kostengruppen (KG) Grobelemente (GE) Elemente (E)
Abwasser-,
100 Baugrundstück 410 Wasser-, 431 Lüftungsanlagen
Gasanlagen

420 Wärmeversor- 432 Teilklimaanlagen


gungsanlagen
200 Herrichten
und Erschließen 430 Lufttechnische
433 Klimaanlagen
Anlagen
Bauwerk -
300 Baukonstruktion 440 Starkstrom-
anlagen 434 Prozeßlufttechnische
Anlagen
Fernmelde-
450 und Informations 435 Kälteanlagen
400 Bauwerk - techn. Anlagen
Technische Anlagen
460 Förderanlagen

500 Außenanlagen Nutzungsspez-


470 ifische Anlagen

600 Ausstattung 480 Gebäude-


automation
und Kunstwerke
490 Sonst.
Maßnahmen
439 Lufttechn.
sonstiges
Anlagen,
700 Baunebenkosten
SoSe 2019Kostenrahmen
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM

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Kosten- Kostenschätzung
ermittlung Kostenberechnung
(nach DIN 276-1, Kostenanschlag
Stand: 12.2008)
Kostenfeststellung
Die DIN 276-1 („Kosten im Bauwesen“) gilt für die
Ermittlung und die Gliederung von Kosten im Hochbau.
Sie erfasst die Investitionskosten für Herstellung, Umbau
und Modernisierung von Bauwerken.
Kosten im Hochbau sind Aufwendungen für Güter,
Leistungen und Abgaben, die für Planung und Ausführung
von Baumaßnahmen erforderlich sind. 15.04.2019 187
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
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Kostenrahmen
(= Ermittlung der Kosten auf der Grundlage der Bedarfsplanung)
Der Kostenrahmen dient als eine Grundlage für die Entscheidung
über die Bedarfsplanung sowie für grundsätzliche
Wirtschaftlichkeits- und Finanzierungs-überlegungen und zur
Festlegung der Kostenvorgabe.
Grundlage für den Kostenrahmen sind:
• quantitative Bedarfsangaben, z.B. Raumprogramm mit Nutzeinheiten,
Funktionselemente und deren Flächen;
• qualitative Bedarfsangaben, z.B. bautechnische Anforderungen,
Funktionsanforderungen, Ausstattungsstandard
• gegebenenfalls auch Angaben zum Standort
Im Kostenrahmen müssen innerhalb der Gesamtkosten
mindestens die Bauwerkskosten gesondert ausgewiesen werden.

15.04.2019 188
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Kostenrahmen
Grobe Objektangaben mit der Idee
eines Nutzungskonzeptes
z.B. Büro-/ Verwaltungsgebäude
• Flächenbedarf laut Nutzungskonzept
im Sinne der Hauptnutzfläche ca. 580 bis 620 m2 HNF

Grundstückssituation:

Quelle: BKI 15.04.2019 189


Kostenrahmen - Mengenermittlung
600 m2 HNF Hauptnutzfläche (Raumprogramm)

Quelle:
BGF Brutto-Grundfläche 1.200 m2
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Kostenrahmen
(= Ermittlung der Kosten auf der Grundlage
der Bedarfsplanung)

Bauzahl(en)
* Kostenrichtwert(e)
Flächenberechnungen Kostengruppen (2)
z.B. nach DIN 277
 Brutto-Grundfläche (BGF)
300 400
 Brutto-Rauminhalt (BRI) 475,- 400,-
 Netto-Raumfläche (NRF) z.B.
…
€/m2 BGF €/m2 BGF

15.04.2019 191
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Kostenschätzung (HOAI § 33, Phase 2)


(= Ermittlung der Kosten auf der Grundlage der Vorplanung)

Die Kostenschätzung dient als Grundlage für die Entscheidung über die
Vorplanung.

Grundlagen für die Kostenschätzung sind:


• Ergebnisse der Vorplanung, insbesondere Planungsunterlagen, zeichnerische
Darstellungen
• Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten der Kostengruppen, nach DIN 277
• Erläuternde Angaben zu den planerischen Zusammenhängen, Vorgängen und
Bedingungen
• Angaben zum Baugrundstück und zur Erschließung

In der Kostenschätzung müssen die Gesamtkosten nach Kostengruppen


mindestens bis zur 1. Ebene der Kostengliederung ermittelt werden.
15.04.2019 192
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Kostenschätzung
Grundlagen

(HOAI §33,sind:
für die Kostenschätzung
Ergebnisse der Vorplanung,
Phase 2)
... Strichskizzen,
• Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten
... nach DIN 277
• erläuternde Angaben zu planerischen Zusammenhängen
• Angaben zum Baugrundstück und zur Erschließung

Quelle: BKI 15.04.2019 193


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Kostenschätzung (HOAI §33, Phase 2)

(= Ermittlung der Kosten auf der Grundlage


der Vorplanung)
Bauzahl(en)
* Kostenrichtwert(e)
Flächenberechnungen z.B. Kostengruppen (2)
z.B. nach DIN 277
 Brutto-Grundfläche (BGF)
300 400
 Brutto-Rauminhalt (BRI) 475,- 400,-
 Netto-Raumfläche (NRF) z.B.
…
€/m2 BGF €/m2 BGF

15.04.2019 194
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Kostenschätzung (HOAI §33, Phase 2)


(= überschlägige Ermittlung der Kosten)

Quelle: BKI 15.04.2019 195


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Kostenschätzung (HOAI §33, Phase 2)

Quelle: BKI 15.04.2019 196


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Kostenberechnung (HOAI § 33, Phase 3)


(= Ermittlung der Kosten auf der Grundlage der Entwurfsplanung)
Die Kostenberechnung dient als Grundlage für die Ent-scheidung über die
Entwurfsplanung.
Grundlagen für die Kostenberechnung sind:
• Planungsunterlagen, z.B. durchgearbeitete Entwurfszeichnungen (Maßstab nach Art und
Größe des Bauvorhabens), ggf. auch Detailpläne mehrfach wiederkehrender
Raumgruppen
• Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten der Kostengruppen
• Erläuterungen, z.B. Beschreibung der Einzelheiten in der Systematik der
Kostengliederung, die aus den Zeichnungen und den Berechnungsunterlagen nicht zu
ersehen, aber für die Berechnung und die Beurteilung der Kosten von Bedeutung sind.

In der Kostenberechnung müssen die Gesamtkosten nach Kostengruppen


mindestens bis zur 2. Ebene der Kosten-gliederung ermittelt werden.

15.04.2019 197
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Kostenberechnung (HOAI § 33, Phase 3)


Grundlagen für die Kostenberechnung sind:
• ... Entwurfszeichnungen ...,
• Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten
der Kostengruppen
• Erläuterungen, z.B. Beschreibung der Einzelheiten
in der Systematik der Kostengliederung

Quelle: BKI 15.04.2019 198


Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Kostenberechnung (HOAI § 33, Phase 3)


(= Ermittlung der Kosten auf der Grundlage der
Entwurfsplanung)
Bauzahl(en)
* Kostenrichtwerte
Flächenberechnungen z.B. Grobelemente (17)
z.B. nach DIN 277

320

340
310

330

350
360
370

390

420

490
460

480
410

430
440
450

470
 Brutto-Grundfläche (BGF)
 Netto-Raumfläche (NRF)
…
oder Elemente (107)
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2
3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3
4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4
5 5 5 5 5 5 5 5 5 5
6 6 6 6 6 6 6 6
7 7 7 7 7 7
8 8 8 8
9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9

49 58
15.04.2019 199
Kostenberechnung (HOAI § 33, Phase 3)

Quelle:
Kostenberechnung (HOAI § 33, Phase 3)

Quelle:
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Kostenanschlag (HOAI §33, Phase 5,6)


(= Ermittlung der Kosten auf Grundlage der Ausführungsvorbereitung)
Der Kostenanschlag dient als eine Grundlage für die Entscheidung über
Ausführungsplanung und Vorbereitung der Vergabe.
Grundlagen für den Kostenanschlag sind:
• Planungsunterlagen, z.B. endgültige, vollständige Ausführungs-, Detail und
Konstruktionszeichnungen
• Berechnungen,
z.B. für Standsicherheit, Wärmeschutz, technische Anlagen
• Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten der Kostengruppen
• Erläuterungen zur Bauausführung, z.B. Leistungsbeschreibungen
• Zusammenstellungen von Angeboten, Aufträgen und bereits entstandenen Kosten (z.B.
für das Grundstück, Baunebenkosten usw.)

Im Kostenanschlag müssen die Gesamtkosten nach Kostengruppen mindestens bis


zur 3. Ebene der Kostengliederung ermittelt und nach den vorgesehenen
Vergabeeinheiten geordnet werden. Der Kostenanschlag kann entsprechend dem
Projektablauf in einem oder mehreren Schritten aufgestellt werden.
15.04.2019 202
Grundlagen für den Kostenanschlag sind:
• ... Vollständige Ausführungszeichnungen ...,
• BerechnungKostenanschlag (HOAI §33,derPhase
der Mengen von Bezugseinheiten 7)
Kostengruppen
• Erläuterungen, zur Bauausführung, z.B. Leistungsbeschreibungen
• Zusammenstellungen von Angeboten, Aufträgen und
bereits entstandenen Kosten

Quelle:
Kostenanschlag (HOAI §33, Phase 5,6)

(= Ermittlung der Kosten auf Grundlage der


Ausführungsvorbereitung)
Einheitspreise
Aus- der Bieter
schreibungs- Gewerke Positionen des LV
Baustelleneinrichtung 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...

mengen * nach ATV DIN 18300 ff


Erdarbeiten
Mauerarbeiten
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...

der Positionen Zimmerarbeiten


Stahlbauarbeiten
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...

des LV
Klempnerarbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
Estricharbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
Tischlerarbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
Anstricharbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
Installationsarbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
Kostenanschlag (HOAI §33, Phase 7)

Quelle:
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Kostenfeststellung (HOAI §33, Phase 8)


(= Ermittlung der endgültigen Kosten)
Die Kostenfeststellung dient zum Nachweis der entstandenen Kosten
sowie gegebenenfalls zu Vergleichen und Dokumentationen.
Grundlagen für die Kostenfeststellung sind :
• geprüfte Abrechnungsbelege,
z.B. Schlussrechnungen, Nachweise der Eigenleistungen
• Planungsunterlagen, z.B. Abrechnungszeichnungen
• Erläuterungen

In der Kostenfeststellung müssen die Gesamtkosten nach


Kostengruppen bis zur 3. Ebene der Kostengliederung unterteilt
werden.

15.04.2019 206
Kostenfeststellung (HOAI §33, Phase 8)
(= Ermittlung der endgültigen Kosten)

Gewerke Positionen des LV


Vertragliche Baustelleneinrichtung 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...

Ausge-
*
Erdarbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...

nach ATV DIN 18300 ff


Einheits- Mauerarbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...

führte
Zimmerarbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
preise der Stahlbauarbeiten
Klempnerarbeiten
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...

Mengen geprüften Estricharbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...


Tischlerarbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
Rechnungen Anstricharbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...
Installationsarbeiten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...

Kosten-
320
330
340
350
360
370
310

390

420

490
460
410

430
440
450

470
480
fest- … 1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3

stellung
4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4
5 5 5 5 5 5 5 5 5 5
6 6 6 6 6 6 6 6
7 7 7 7 7 7
8 8 8 8
9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9
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Herkunft von Kostenrichtwerten

• Bauverwaltung (Bund und Länder), z.B.


• NHK 2000
• Alle Länder: LAG-Datei
• Freier Markt, z.B.
• BKI: Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern
• Private Anbieter, z.B.
• Edition AUM / SIRADOS (Voelckner, München)
• WEKA (Mittag)
• HeinzeBauObjekte (Heinze GmbH, Celle)
• Marschall & Swift

15.04.2019 208
Kennzahlen der Planungsökonomie

Definition nach BKI: „Planungskennwert ist ein Wert, der das Verhältnis bestimmter
Flächen und Rauminhalte darstellt, angegeben als Prozentwert oder als Faktor
(Mengenverhältnis)“
Funktion der Planungskennwerte: Möglichkeit zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit
einer Entwurfslösung anhand nicht monetärer Kennwerte
Richtwerte (Mittelwerte)
für Bürogebäude, mittlerer
Standard
Nutzfläche NF m2

Quelle: BKI Baukosten 2008 Teil 1, Seite 73


K1 = = 0,652
Brutto-Grundfläche BGF m2
Techn. Funktionsfl. TF m2
K2 = = 0,046
Brutto-Grundfläche BGF m2
Verkehrsfläche VF m2
K3 = = 0,178
Brutto-Grundfläche BGF m2
Nutzfläche NF m2
K4 = = 0,743
Netto-Grundfläche NGF m2
Brutto-Rauminhalt BRI m3
K5 = = 0,0533
Nutzfläche NF m2
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Bedeutung der Gebäudegeometrie

Beide Gebäude haben


den gleichen Brutto-
Code KKW
Bezeichnung m2 EURO m2 EURO Rauminhalt, aber
320 Gründung 110,-- 144 15.840,- 176 18.360,-
330 Außenwände 230,-- 324 74.520,- 335 77.970,- unter-schiedliche
340 Innenwände 150,-- 290 43.500,- 290 43.500,- Mengen [m2] bei den
350 Decken 180,-- 288 51.840,- 320 57.600,-
360 Dächer 170,-- 204 34.680,- 249 42.330,-
Kostenelementen.
Summen 220.380,- 240.760,-
Gebäudegeometriebedingte Mehrkosten 20.380,- Die BRI [m3]-Methode
dadurch Mehrkosten für KG 700 bei 15% gleich 3.057,-
Summe Mehrkosten 23.437,-
klärt über diesen
Sachverhalt nicht auf;
Ergebnis: bei z.B. 10% Zins + Tilgung
für den Bauherrn eine Mehrbelastung von beide Häuser sind
danach gleich teuer!
195,- EURO/Monat
Quelle: BKI 15.04.2019 210
DIN 277: „Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau“ (02/2005)

Brutto-Grundfläche (BGF):
Summe der Grundflächen aller Grundrissebenen eines Bauwerks (mit
Nutzungen nach DIN 277-2:2005-02, Tabelle 1, Nr. 1 bis Nr. 9) und deren
konstruktive Umschließungen.
Nicht zur Brutto-Grundfläche gehören Flächen, die ausschließlich der Wartung,
Inspektion und Instandsetzung von Baukonstruktionen und technischen
Anlagen dienen, z.B. nicht nutzbare Dachflächen, fest installierte Dachleitern
und –stege, Wartungsstege in abgehängten Decken.
Die BGF gliedert sich in Netto-Raumfläche und Konstruktions-Grundfläche.
Netto-Raumfläche (NRF):
Die Netto-Raumfläche gliedert sich in Nutzungsfläche, Technikfläche und
Verkehrsfläche mit Nutzungen nach DIN 277-2:2005-02, Tabelle 1, Nr. 1 bis Nr.
9.
Sie schließt die Raumflächen ein von: freiliegenden Installationen, fest
eingebauten Gegenständen, wie z.B. von Öfen, Heiz- und Klimageräten, Bade-
oder Duschwannen; nicht raumhohen Vormauerungen und Bekleidungen;
Einbaumöbeln; nicht ortsgebundenen, versetzbaren Raumteilern;
Installationskanälen und -schächten sowie Kriechkellern über 1,0 m2 lichtem
Querschnitt; Aufzugsschächten.
DIN 277-2: „Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im
Hochbau“ (02/2005)
Brutto-Rauminhalt: Ermittlungsgrundlagen
Der Brutto-Rauminhalt (BRI) ist aus den ermittelten Brutto-Grundflächen
und den dazugehörigen Höhen zu ermitteln.
Als Höhen für die Ermittlung des BRI gelten die vertikalen Abstände
zwischen den Deckenbelagsoberkanten der jeweiligen Grundrissebenen
bzw. bei Dächern die Dachbelagsoberkanten.
Für die Höhen des Bereichs c sind die Oberkanten begrenzender Bauteile,
z.B. Brüstungen, Attiken, Geländer, maßgebend.
Bei untersten Geschossen gilt als Höhe der Abstand von der Unterkante der
konstruktiven Bauwerkssohle bis zur Deckenbelagsoberkante der darüber
liegenden Grundrissebene.
Bei Bauwerken oder Bauwerksteilen, die von nicht vertikalen und/oder nicht
waagerechten Flächen begrenzt werden, ist der Rauminhalt nach
entsprechenden geometrischen Formeln zu ermitteln.
Netto - Rauminhalt:
Der Netto-Rauminhalt ist aus den Netto-Raumflächen und den lichten
Raumhöhen sinngemäß zu ermitteln.
Berechnung von Grundflächen: DIN 277

Quelle: NHK 2005 • Bereich a:

überdeckt und allseitig in


voller Höhe umschlossen

• Bereich b:

überdeckt, jedoch nicht


allseitig in voller Höhe
umschlossen

• Bereich c:
nicht überdeckt, z.B. nicht
überdachte Dachterrassen
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kostenkontrolle /1
• Voraussetzungen der Kostenkontrolle
• Kostenplanung / Kostenplan (Kostenbudget)
• Kostenfortschreibung (Kostenaktualisierung)
• Grundsätze der Kostenkontrolle
• Vollständigkeit der Kostenermittlung
• Richtige Detaillierung bzw. Gliederung (Planungsebenen)
• Erfassung der Kosten bei Veranlassung
• Kurzfristige Verfügbarkeit (Ereignisnähe)
• Getrennter Ausweis der Teuerung
• Periodische Erfassung

15.04.2019 214
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Kostenkontrolle /2
• Zielsetzung der Kostenkontrolle
• Jederzeitige Prognose
der Gesamtkosten bei Projekten
• Projektbegleitende Kostensteuerung
bei Kostenabweichung
• Ziel:
Sogenannte “Punktlandung”
bei den ursprünglich
prognostizierten Kosten

• Ergebnis der Kostenkontrolle


• SOLL-IST-Abweichung

15.04.2019 215
Kostensteuerung in der Planungsphase
 K1  K2
Kosten

 K3
steuern
steuern
Geschätzte Kosten

steuern
Ist-
Kurve

Soll-
Zeit
Kurve
Kosten- 1. 2. 3. 4. Kosten-
rahmen Kontrolle Kontrolle Kontrolle Kontrolle berechnung
Ursprünglich Kostenüber- bzw.
geschätzte Summe unterschreitung Ki
Kostensteuerung in der Bauphase

 K1  K2
Kosten

 K3
steuern
steuern
steuern
Ist-
Budget

Kurve

Soll-
Zeit
Kurve
Kosten- 1. 2. 3. 4. Kosten-
anschlag Kontrolle Kontrolle Kontrolle Kontrolle feststellung
Ursprünglich Kostenüber- bzw.
veranschlagte Summe unterschreitung Ki
Zeitliche Kostenplanung mit Power Project
Verwaltungsgebäude

Beispielprojekt Management & Sof tware CompetenceCenter


1999 2000 2001 2
T itel Plankosten Istkosten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1

1 Erdarbeiten 30.000 25.000


2
2 Sondergründung 250.000 350.000
3
3 Rohbau 2.400.000 1.800.000
4
4 Fassade / Glaser 1.000.000
5
5 Zimmerarbeiten 120.000
6
6 Flaschner 210.000
7
7 Dachdeckung 150.000
Rohmontage Endmontage
8
8 Elektro 480.000
9
9 Heizung 380.000
10
10 Gipser 480.000
11
11 Estrich 170.000
12
12 Fliesen 120.000
13
13 Bodenbelag 100.000
14
14 Einrichtung 250.000
15
15 Baureinigung 20.000

16
500.000 1.000.000 1.000.000 600.000
17 Finanzierung
1.000.000 1.000.000 1.000.000 300.000

Phasen
Rohbau Ausbau Ausbau II Innenausbau Zahlungen

Projektdatei: c:\programme\demos\powerpro\projekte\soll-ist.pdb, Plan vom 10.01.1999, Druckdatum: 22.11.2000 Erstellt mit PowerProject Version 5
Zeitliche Kostenplanung mit Power Project
Verwaltungsgebäude

Beispielprojekt Management & Sof tware CompetenceCenter


1999 2000 2001 2
Titel Plankosten Istkosten 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1

1 Erdarbeiten 30.000 25.000


2
2 Sondergründung 250.000 350.000
3
3 Rohbau 2.400.000 1.800.000
4
4 Fassade / Glaser 1.000.000
5
5 Zimmerarbeiten 120.000
6
6 Flaschner 210.000
7
7 Dachdeckung 150.000 Rohmontage Endmontage
8
8 Elektro 480.000
9
9 Heizung 380.000
10
10 Gipser 480.000
11
11 Estrich 170.000
12
12 Fliesen 120.000
13
13 Bodenbelag 100.000
14
14 Einrichtung 250.000
15
15 Baureinigung 20.000

16 500.000 1.000.000 1.000.000 600.000


17 Finanzierung
1.000.000 1.000.000 1.000.000 300.000

DM6.000.000,00

DM4.000.000,00

DM2.000.000,00 Kostensummenlinie
Phasen

Rohbau Ausbau Ausbau II Innenausbau Zahlungen

Projektdatei: c:\programme\demos\powerpro\projekte\soll-ist.pdb, Plan vom 10.01.1999, Druckdatum: 22.11.2000 Erstellt mit PowerProject Version 5
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Exkurs: Honorarermittlung
• Gemäß § 6 der HOAI werden die anrechenbaren Kosten auf
Basis einer Kostenberechnung (oder ggf. Kostenschätzung)
ermittelt.
• Das Honorar ergibt sich in Abhängigkeit von:
- Leistungsbild
- Honorarzone (Komplexität)
- Anrechenbaren Kosten
- (beim Bauen im Bestand darüber hinaus nach §§ 35, 36)
 Honorartafel (Tafelwert (Mindest-/Höchstsatz)
• Nur in Ausnahmefällen dürfen die Mindestsätze unterschritten
werden

15.04.2019 220
Exkurs: Honorarermittlung

- Unterschreitung der HOAI ist wettbewerbswidrig


- Argument der zu hohen Kostenschätzung greift nicht
- Argument, es habe keine Kostenschätzung vorgelegen, greift
ebenfalls nicht
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Lernziele aus dem Kapitel 4


Insbesondere sollten folgende Fragestellungen beantwortet werden
können:
• Welche Stufen der Kostenermittlung nach DIN 276 gibt es?
• Was sind Bauzahlen und Kostenrichtwerte?
• Wie wird vom Berechnungsprinzip eine erste überschlägige
Kostenermittlung durchgeführt?
• In welche Kostengruppen ist die DIN 276 gegliedert?
• Was versteht man unter „Planungskennwerten“?
• Welches sind die Grundsätze einer Kostenkontrolle?

15.04.2019 222
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

Saalübung zum Thema


Kostenermittlung

15.04.2019 223
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

5. Kapazitätsmanagement

15.04.2019 224
Methoden des Projektmanagements
Folie 05.
Organisations- Aufbauorganisation
management Ablauforganisation

Termin- grafisch
management analytisch

Kosten-
Methoden management
des Geräte
Kapazitäts-
Projekt-
management Personal
manage-
ments Qualitäts- Baustoffe
management Toleranzen
Eigenschaften
Vertrags-
management
Sicherheits-
management
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kapazitätsmanagement

• Kapazität

Leistungsfähigkeit eines Einsatzmittels (Gerät oder Person) in


Form von Leistungseinheiten pro Zeiteinheit

15.04.2019 226
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kapazitätsmanagement
• Ziel:

Gleichmäßiger, kontinuierlicher Einsatz der Kapazitäten über die


gesamte Bauzeit eines oder mehrer Bauprojekte („Verstetigung“)

Vermeidung von Auslastungs-/Kapazitätsspitzen und -tälern

 Beziehung zwischen Zeiten und Ressourcen

15.04.2019 227
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kapazitätsmanagement /1
5.1 Kapazitäts- /
Ressourcenplanung der Planung

5.2 Kapazitäts- /
Ressourcenplanung der Bauausführung
• Kapazitätsplanung für Arbeitskräfte
(„Man-Power“)
• Kapazitätsplanung für Baumaschinen
• Kapazitätsplanung der Führungskräfte

5.3 Kapazitätsplanung der Sozialeinrichtungen

15.04.2019 228
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kapazitätsmanagement /2
5.4 Darstellung der Kapazitätsmittel
über die Projektdauer
• Tabellarische Darstellung
• Grafische Darstellung
5.5 Kapazitätsgrenzen

5.6 Optimierung bzw.


Harmonisierung der Kapazitäten

5.7 Ausgleich von Kapazitätsschwankungen

5.8 Kapazitätskontrolle

5.9 Kapazitätssteuerung

5.10 Beispiel zur Kapazitätsbemessung


15.04.2019 229
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Beispiel zur Kapazitätsbemessung


• Grundlage: Gesamtstundenverbrauch
(lt. Arbeitskalkulation) z.B. 200.000 Arbeitsstunden
• 1 Arbeitskraft leistet z.B. 200 h/Monat
• Die Bauzeit beträgt z.B. 10 Monate
• Bemessung der Personalkapazität:
• 200.000 h/10 Monate = 20.000 h/Monat
• (20.000 h/Monat) / (200 h/Mon und Arbeitskraft)
= 100 Arbeitskräfte
• Bemessung der Sozialeinrichtung:
z.B. Tagesunterkünfte
• 100 Personen * 2,0 m2/Pers = 200 m2 Containerfläche
• Bemessung der Hebegräte
15.04.2019 230
• z.B.: 1 Kran je 20 Personen ==> 5 Kräne
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kapazitätsmanagement
Kapazitätsmanagement in der Planung
• Leistungsbedarfswerte

1. Erfahrungswerte für
m²Pläne / m³BRI und in Abhängigkeit des Schwierigkeitsgrades

2. Phaseneinteilung und Honorarermittlung gemäß HOAI


- Ermittlung Gesamthonorar
- Aufteilung auf die Leistungsphasen
- Zuordnung von Mitarbeitern und Auslastungsgrad zu den jeweiligen
Leistungsphasen

- Ermittlung der Gesamtstunden unter Berücksichtigung von mittleren oder


individuellen Stundensätzen

- Umrechung auf Arbeitstage und Anzahl der beteiligten MA


15.04.2019 231
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Planungsdauern # 1
Projekt Bankgebäude
Bruttorauminhalt 10.000 m³ BRI
Kosten DIN 276 KGR 3+4 netto 3.750.000 EUR

Planungsphase Objektplanung Planung HLS Planung ELT


Gesamthonorar 349.000 53.000 60.000
Mittlerer Stundensatz €/h 55

Phasen % Teilhonorar % Phasen % Teilhonorar % Phasen % Teilhonorar %


Grundlagenermittlung 3 10.470 3 1.590 3 1.800
Vorplanung 7 24.430 11 5.830 11 6.600
Entwurfsplanung 11 38.390 15 7.950 15 9.000
Genehmigungsplanung 6 20.940 6 3.180 6 3.600
Ausführungsplanung 25 87.250 18 9.540 18 10.800
Vorbereiten der Vergabe 10 34.900 6 3.180 6 3.600
Mitwirken bei der Vergabe 4 13.690 5 2.650 5 3.000
Objektüberwachung 31 108.190 33 17.490 33 19.800

15.04.2019 232
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
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Planungsdauern #2

Objektplanung Planung HLS Planung ELT


MA-Zahl Dauer(AT) MA-Zahl Dauer(AT) MA-Zahl Dauer(AT)

Grundlagenermittlung 1 24 0,5 7 0,5 8


Vorplanung 1,5 37 1 13 1 15
Entwurfplanung 2 44 1 18 1 20
Genehmigungsplanung 2 24 1 7 1 8
Ausführungsplanung
Vorbereiten der Vergabe
Mitwirken bei der Vergabe
Objektüberwachung 1 246 0,3 133 0,3 150

MA: Mitarbeiter
ELT: Elektro, Licht, Telekom Quelle: Greiner / Mayer / Stark (2009): „Baubetriebslehre -
HLS: Heizung, Lüftung, Sanitär Projektmanagement, 4. Auflage, S. 154

15.04.2019 233
Vorgänge
Grafische Darstellung der Kapazitätsmittel
Kapazitäten /
Ressourcen

z.B. Arbeitskräfte / Geräte

Kernbauzeit Zeit
Beispiel: Kapazitätsplanung mit Power Project

Arbeitskräfte

120
Kapazitäts-
80
ganglinie
40
Kernbauzeit
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kapazitätsplanung
• Für die Erreichung eines kontinuierlichen und gleichmäßigen
Ressourceneinsatzes bestehen verschiedene Methoden und Möglichkeiten der
Kapazitätsabstimmung und –optimierung
• Variation der Betriebsform
• durch Einführung von Wechselbetrieb, Springbetrieb oder Aussetzerbetrieb.
• Zeitliche Anpassung
• durch Überstundeneinsatz Variation der Schichtdauern oder 2-Schicht-Betrieb.
• Quantitative Anpassung
• Durch Erhöhung der Arbeitskräfteanzahl, Ausführung in Argen
oder durch die Verpflichtung von Nachunternehmern, um Auslastungsspitzen
abzudecken.

15.04.2019 236
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Kapazitätsermittlung

V*A
n=
T*t AT

V [m³ BRI] A Aufwandszahl

n Anzahl Arbeiter [-] T Gesamtbauzeit bzw.


Vorgangsdauer [d]

tAT tägliche Arbeitszeit [h/d]

15.04.2019 237
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
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Ober- und Untergrenzen der Kranaufwandswerte

-konv. Deckenschalung UG
0,020 h/m² OG 0,090 h/m²

15.04.2019 238
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Erforderlicher Kraneinsatz am Bsp. des Ortbetoneinbaus

Betriebsmittelgrundzeit für den Schalungstransport 28.783 m² * i.M. 0,035 Kh/m² = 1.010,6 Kh

Betriebsmittelgrundzeit für das Betonieren


Gesamtmenge: 5.934 m³
Abzgl. Pumpenbeton:
Decken 11.274 m² * 0,30 m = -3.382 m³
Bodenplatten 2.944 m² * 0,25 m = - 736 m³
1.816 m³ 1.816 m³ * 0,1 Kh/m³ = 181,6 Kh

Betriebsmittelgrundzeit für das Bewehren 736 t * 0,3 Kh/t = 220,8 Kh

Gesamte Betriebsmittelgrundzeit tBg = 1.413,0 Kh

Zuschlag für zus. Nutzungszeiten tBz und Betriebmittelbrachzeit tBb : 80% = 1.130,4 Kh

Erforderliche Betriebsmittelzeit tB = tBg + tBz + tBb = 1,8 x tBg = 2.543,4 Kh

2.543,4 𝐾ℎ
𝐸𝑟𝑓𝑜𝑟𝑑𝑒𝑟𝑙𝑖𝑐ℎ𝑒𝑟 𝐾𝑟𝑎𝑛𝑒𝑖𝑛𝑠𝑎𝑡𝑧: 𝑛 = ℎ = 𝟐, 𝟔 𝑲𝒓𝒂𝒏𝒆
25,1 𝐾𝑊∗ 39
𝐾𝑊

15.04.2019 239
Beispiel zur Kapazitätsplanung

Quelle: Schneider: „Bautabellen für Ingenieure“, 16. Auflage, Seite 1.28


Beispiel zur Kapazitätsplanung

Mittelfeiner bis feiner


Geschwindigkeitsplan
mit Kapazitätsplan für
das 5 km lange Erdlos
einer
Straßenbaumaßnahme
(Zeiteinheit:
Arbeitstage)

Quelle: Schneider: „Bautabellen für Ingenieure“, 16. Auflage, Seite 1.29


Ausgleich von Kapazitätsschwankungen #1
„Kapazitätsspitzen“ müssen abgebaut werden, da sie meist Anforderungen darstellen,
die die eigene Kapazität übersteigen
Ziel: gleichbleibende Auslastung der eingesetzten Mannschaften (Personal) und
Geräte; Vermeiden von Kapazitätsspitzen und -tälern

Quelle: Greiner, Mayer, Stark: „Baubetriebslehre – Projektmanagement“, 4. Auflage, Seite 149


Ausgleich von Kapazitätsschwankungen #2

„Kapazitätsspitzen“
können abgebaut
werden, indem
Arbeiten auf einen
späteren Zeitraum
durch Ausnutzung des
Spielraumes eines
Vorgangs zwischen
frühester und
spätester Lage verlegt
werden (Anmerkung:
Es müssen nicht alle
Vorgänge in der
frühesten Lage
abgearbeitet werden –
hier liegen große
Kapazitätsreserven!!)

Quelle: Greiner, Mayer, Stark: „Baubetriebslehre – Projektmanagement“, 4. Auflage, Seite 147 f.


Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Lernziele aus Kapitel 5


Insbesondere sollten folgende Fragestellungen beantwortet werden
können:
• Was versteht man unter einer Kapazitätsganglinie?
• Mit welcher Methode der Terminplanung lässt sich die
Kapazitätsganglinie leicht verknüpfen?
• Was versteht man unter Kernbauzeit?
• Welche Vorgänge gehören nicht zur Kernbauzeit?
• Warum sind Kapazitätsspitzen während der Bauzeit möglichst zu
vermeiden?

15.04.2019 244
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

6. Qualitätsmanagement

15.04.2019 245
Methoden des Projektmanagements
Organisations- Aufbauorganisation
management Ablauforganisation

Termin- grafisch
management analytisch

Kosten-
Methoden management
des Geräte
Kapazitäts-
Projekt-
management Personal
manage-
ments Qualitäts- Baustoffe
management Toleranzen
Eigenschaften
Vertrags-
management
Sicherheits-
management
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Qualitätsmanagement
6.1 Definition von Qualität /
Qualitätsbegriffe
6.2 Qualitätsplanung / SOLL der Qualität
 Vertrag
• Leistungsbeschreibung
(Zugesicherte Eigenschaft)
• Pläne / Zeichnungen
6.3 Allgemein anerkannte Regeln der Bautechnik
6.4 Qualitätskontrolle
6.5 Qualitätssicherung
6.6 Qualitätsbezogene Kosten
15.04.2019 247
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Qualität: Begriff / Definition


• Der Begriff 'Qualität'
Abgeleitet aus dem lateinischen Wort 'qualitas': Beschaffenheit,
Eigenschaft; Eignung eines Gutes für bestimmte Verwendungszwecke
(Zweckeignung).

• Definition von 'Qualität'


Qualität bedeutet „die Gesamtheit von Merkmalen (und Merkmalswerten)
einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte
Erfordernisse zu erfüllen“.
(nach DIN EN ISO 8402 sowie DGQ /Begriffe/ 26)

z.B. Verträge,
Zeichnungen, z.B. Gesetze,
Baubeschreibungen, Verordnungen,
Ausschreibungen, VOB Normen, Regelwerke 15.04.2019 248
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Schnittstellenproblematik
der Prozessbeteiligten
Prüf-
Ing.
Tragwerks- Schalungs- und Be-
berechnung wehrungszeichnung
Hand-
Entw.-
Abteilung
Pla-
nung
Aus-
schreibung
Bau-
leiter werker
...
Wissen Haus- Pla-
nung
techniker

Schnittstellen:
Probleme d. Informations-
übertragung Ende der
Planung
15.04.2019 249
Zeit
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Schnittstellen- u. Wissensproblematik
Beteiligte am Planungs-
und Bauprozess
Prüf
Ing
Tragwerks
berechnung
Entw Plan Aus Bau Hand
Abt ung schreibung Leit. werker
Wissen über das Bauwerk

Haus Plan
Techn ung

100% Nutzungsphase

Fertigstellung Zeit
15.04.2019 250
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Anerkannte Regeln der Technik


• VOB/B § 4 „Ausführung“, Abs. 2, Satz 1

• Der Auftragnehmer hat die Leistung unter eigener Verantwortung


nach dem Vertrag auszuführen.
• Dabei hat er die anerkannten Regeln der Technik und die
gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen zu beachten.
• Es ist seine Sache, die Ausführung seiner vertraglichen Leistung zu
leiten und für Ordnung auf seiner Arbeitsstelle zu sorgen.

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)


15.04.2019 251
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Anerkannte Regeln der Bautechnik #1


• Teil der allgemein Regeln der Technik sind die allgemein anerkannten Regeln
der Bautechnik.
• Die anerkannten Regeln der Technik können immer noch auf Grundlage einer
Entscheidung des Reichsgerichts definiert werden:
»Anerkannte Regeln der (Bau)Technik liegen vor, wenn es sich um
technische Regeln für den Entwurf und die Ausführung baulicher
Anlagen handelt, die in der tech-nischen Wissenschaft als theoretisch
richtig anerkannt sind und feststehen sowie in dem Kreis der für die An-
wendung der Regeln maßgeblich vorgebildeten tech-nischen
Mitarbeiter durchweg bekannt und als richtig und notwendig anerkannt
sind.»
(vgl. Ingestau / Korbion, Kommentar zur VOB).

15.04.2019 252
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Anerkannte Regeln der Bautechnik #2


• Ein Konsens der Fachwelt ist Voraussetzung für das
Vorhandensein einer anerkannten Regel der Technik.
• Da die technischen Entwicklungen und die wissenschaftlichen
Erkenntnisse in einem ständigen Fortschritt begriffen sind,
verändern sich auch die Regeln der (Bau)-Technik im Laufe der
Zeit.
Auftraggeber und Auftragnehmer haben sich jeweils über die
fortlaufende technische Entwicklung zu informieren.

15.04.2019 253
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Anerkannte Regeln der Bautechnik #3


• Die Regeln der (Bau)Technik sind in zahlreichen Vorschriften
niedergeschrieben.
Solche Regelwerke sind beispielsweise:
 DIN-Normen des Deutschen Instituts für Normung e.V.
 VDI-Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure
 VDE-Bestimmungen
des Verbands Deutscher Elektrotechniker
 ETB: Einheitlich technische Bestimmungen der
Baugenehmigungsbehörden
• Die DIN-Normen haben keinen Gesetzescharakter;
sie sind nur private Empfehlungen.

15.04.2019 254
Anerkannte Regeln der Bautechnik #4
Behördliche
Bestimmungen DIN Normen

Gesetzliche
Bestim-
mungen

unge-
schriebene Anerkannte
anerkannte Regeln der
Regeln der Bautechnik
Bautechnik (100 %)
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Technische Vertragsteile eines Bauvertrages

1.
Privatrechtlicher
Vertragsteil

2.
Einhaltung der
anerkannten Regeln
der Bau-technik
Skizze unmaßstäblich!
15.04.2019 256
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Stufen wissenschaftlich-technischer Regeln

• Allgemein anerkannte Regeln der Technik

• Stand der Technik

• Stand der Wissenschaft und Technik

15.04.2019 257
Stufenschema wissenschaftlich-technischer Regeln

Quelle: Blecken / Hasselmann: Kosten im Hochbau, 2007, Seite 197


Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Allgemein anerkannte Regeln der Technik

Der Technikstandard „allgemein anerkannte Regeln der Technik“ ist nicht


legal definiert. Er wird in Anlehnung an die Rechtsprechung des
Reichsgerichts definiert als „ganz vorherrschende Ansicht der technischen
Fachleute“. Eine allgemein anerkannte Regel der Technik“ setzt damit
voraus, dass die meisten Fachleute, die diese Regel anzuwenden haben,
von ihrer Richtigkeit überzeugt sind. Die „Regel“ muss auch Eingang in die
Praxis gefunden haben, erprobt sein und sich bewährt haben. Die
Vertretung als Einzelmeinung oder Lehre an der Universität reicht nicht
aus. Es genügt jedoch eine Durchschnittsansicht. Ob einzelne Personen
die Regel akzeptieren oder nicht kennen, ist unbeachtlich.

Quelle: Würfele, Gralla: „Nachtragsmanagement“, 2006 15.04.2019 259


Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Anerkannte Regeln der Technik


• Nach DIN EN 45020 (März 2006)

• „Technische Festlegung, die von einer Mehrheit


repräsentativer Fachleute als Wiedergabe des Standes
der Technik angesehen wird.“
• ANMERKUNG: Ein normatives Dokument zu einem
technischen Gegenstand wird zum Zeitpunkt seiner
Annahme als der Ausdruck einer anerkannten Regel der
Technik anzusehen sein, wenn es in Zusammenarbeit
der betroffenen Interessen durch Umfrage- und
Konsensverfahren erzielt wurde.
15.04.2019 260
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Anerkannte Regeln der Technik


• Begriff „Konsens“
• allgemeine Zustimmung, die durch das Fehlen aufrechterhaltenen
Widerspruches gegen wesentliche Inhalte seitens irgendeines
wichtigen Anteiles der betroffenen Interessen und durch ein
Verfahren gekennzeichnet ist, das versucht, die Gesichtspunkte aller
betroffenen Parteien zu berücksichtigen und alle Gegenargumente
auszuräumen

Quelle: DIN EN 45020:2006

15.04.2019 261
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Stand der Technik


Unter Bezugnahme auf die IVU-Richtlinie (Integrierte Vermeidung und
Verminderung der Umweltverschmutzung) und ausgehend vom
Umweltrecht definiert Seibel den Begriff „Stand der Technik“ im
Wesentlichen mit der Beschreibung:
„Stand der Technik ist der Entwicklungstand fortschrittlicher Verfahren,
Einrichtung oder Betriebswesen, der die praktische Eignung einer
Maßnahme (berücksichtigt)…“

Im Folgenden bezieht er die Gewährleistung von Sicherheit und


Erreichung eines allgemein hohen Schutzniveaus in die Begriffsbildung
mit ein.

Quelle: Würfele, Gralla: „Nachtragsmanagement“, 2006


15.04.2019 262
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Stand der Technik

• Nach DIN EN 45020 (März 2007)

„entwickeltes Stadium der technischen Möglichkeiten zu einem


bestimmten Zeitpunkt, soweit Produkte, Prozesse und
Dienstleistungen betroffen sind, basierend auf entsprechenden
gesicherten Erkenntnissen von Wissenschaft, Technik und Erfahrung“

15.04.2019 263
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Stand von Wissenschaft und Technik

Der Begriff „Stand der Wissenschaft und Technik“ ergänzt den Begriff
„Stand der Technik“ um den Teil „Wissenschaft“. Letztgenannter Begriff ist
nicht legal definiert. Unter Bezugnahme auf das „Würgassen-Urteil“ des
Bundesverwaltungsgerichts wird der „Stand der Wissenschaft“ als die
Gesamtheit der derzeit neuesten wissenschaftlich-menschlichen
Erkenntnisse bezeichnet. Diese Erkenntnisse müssen das „Stadium des
Zweifelns und der kritischen Überprüfung“ überwunden haben.

Quelle: Würfele, Gralla: „Nachtragsmanagement“, 2006 15.04.2019 264


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Qualitätskontrolle
• Baustoffkontrolle vor dem Einbau
• Kontrolle der Maßgenauigkeit (--> nächste Folie)
• Verhinderung von Toleranzüberschreitungen
• Reaktion auf Toleranzüberschreitungen
• technisch
• wirtschaftlich
• Kontrolle des Bauwerks
(Rohbau / Haustechnik / Ausbau)
• Kontrolle der vereinbarten Beschaffenheit
• Funktionsprüfungen
• z.B. Luftwechsel, Heizwerte ...
• zerstörungsfreie Prüfungen

15.04.2019 265
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Toleranz: Begriff / Definition #1

 „Toleranz“‚ auch: Duldsamkeit


abgeleitet vom lateinischen Verb tolerare: „ertragen“, „durchstehen“, „aushalten“
oder „erdulden“, aber auch „zulassen“.

 Toleranzen in der Bautechnik dienen zur Begrenzung der Abweichungen


von den Nennmaßen der Größe, der Gestalt und der Lage von Bauteilen
und Bauwerken.

Quelle: Motzko, Hausmann: „Verformungsverhalten von Tragwerken –


Toleranzen im Hochbau“, Weiterbildung an der TU Kaiserslautern vom 15.04.2019 266
24.09.2008
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Toleranz: Begriff / Definition #2

 Einhaltung von Toleranzen: Trotz unvermeidlicher Ungenauigkeiten beim


Messe, in der Fertigung und bei der Montage ist die Erfüllung der
Funktion sowie das funktionsgerechte Zusammenfügen von Bauwerken
und Bauteilen des Roh- und Ausbaus ohne Anpass- und Nacharbeiten zu
gewährleisten.

 Toleranzen sind vertraglich zu vereinbaren.

Quelle: Motzko, Hausmann: „Verformungsverhalten von Tragwerken –


Toleranzen im Hochbau“, Weiterbildung an der TU Kaiserslautern vom 15.04.2019 267
24.09.2008
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Kontrolle der Maßgenauigkeit


• Zulässige Toleranzen nach DIN
• DIN 18 201 (1997-04): „Toleranzen im Bauwesen; Begriffe Grundsätze,
Anwendung, Prüfung“ – zurückgezogen, Nachfolgenorm DIN 18202
• DIN 18 202 (2005-10): „Toleranzen im Hochbau-Bauwerke“ - Ersatz für
DIN 18201 (1997-04) und DIN 18202 (1997-04)
• DIN 18 203: „Toleranzen im Hochbau ; Vorgefertigte Teile/Bauteile“
• Internationale Normen
• ISO 1803/1 und /2: "Bautoleranzen; Vokabularium und Definitionen"
• ISO 3443/1 bis /7: "Bautoleranzen: Berechnungen, Methoden, Kriterien
…"

15.04.2019 268
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DIN 18 202: Toleranzen im Bauwesen


Nennmaß (Sollmaß)

Istmaß Maßabweichung

Grenz- Grenz-
abweich- abweich-
ung ung
Mindestmaß (-) (+)

Maßtoleranz
Höchstmaß
15.04.2019 269
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Toleranzbegriffe nach DIN 18 202

• Nennmaß (Sollmaß): Maß, das zur Kennzeichnung von Größe, Gestalt und
Lage eines Bauteils oder Bauwerks angegeben und in Zeichnungen
eingetragen wird.
• Istmaß: Ein durch Messung festgestelltes Maß
• Maßabweichung: Differenz zwischen Nennmaß und Istmaß
• Höchstmaß: Größtes zulässiges Maß
• Mindestmaß: Kleinstes zulässiges Maß
• Grenzabweichung: Differenz zwischen Höchstmaß und Nennmaß oder
Mindestmaß und Nennmaß
• Maßtoleranz: Differenz zwischen Höchstmaß und Mindestmaß
15.04.2019 270
Grenzabweichungen DIN 18 202, Tabelle 1

Spalte 1 2 3 4 5 6 7

Grenzabweichungen in mm bei
Nennmaßen in m
Zeile Bezug
über 1 über 3 über 6 über 15
bis 1 > 30
bis 3 bis 6 bis 15 bis 30
1 Maße im Grundriss ± 10 ± 12 ± 16 ± 20 ± 24 ± 30
2 Maße im Aufriss ± 10 ± 16 ± 16 ± 20 ± 30 ± 30
3 Lichte Maße im
± 12 ±16 ± 20 ± 24 ± 30 -
Grundriss
4 Lichte Maße im
± 16 ±20 ± 20 ± 30 - -
Aufriss
5 Öffnungen
± 10 ± 12 ± 16 - - -
(Einbauten)
6 Öffnungen mit
±8 ± 10 ± 12 - - -
oberfl. Leibungen
Beispiel Grenzabweichung
Fensteröffnung

Nennmaß

Mindestmaß

Höchstmaß

Beispiel: Grenzabweichung der Fensteröffnung


Soll (Laut Plan): Nennmaß (z.B. 1620 mm)
Ist minimal: Mindestmaß (z.B. 1620 – 12 = 1608 mm)
Ist maximal: Höchstmaß (z.B. 1620 + 12 = 1632 mm
Maßtoleranz: 24 mm

Quelle: Bludau / Ertl / Weber: Maßgerechtes Bauen – Toleranzen im Hochbau, 5. überarb. Auflage, 2002, Seite 103, Abb. 3.6
Maßstreuung von Bauteilen

Beispiel einer Maßstreuung von Bauteilen aus der gleichen Produktion


Quelle: Bludau / Ertl / Weber: Maßgerechtes Bauen – Toleranzen im Hochbau, 5. überarb. Auflage, 2002, Seite 197, Abb. 6.1
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Ist-Zustand einer Decke

Ausgleich von Unebenheiten durch mehrlagige


Putze und Unterestrichschichten
Quelle: Bludau / Ertl / Weber: Maßgerechtes Bauen – Toleranzen im
15.04.2019 274
Hochbau, 5. überarb. Auflage, 2002, Seite 144, Abb. 4.37
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Beispiel: Betondeckung

• Einhaltung der Mindestbetondeckung ist wesentliche


Voraussetzung für die Funktionssicherheit und Dauerhaftigkeit:
 Eintragen der Verbundspannungen Stahl-Beton
 Korrosionsschutz der Bewehrung
 Feuerwiderstand
Daher werden in der DIN 1045 die Werte der
Mindestbetondeckung in Abhängigkeit der Umweltbedingungen
und der Stabdurchmesser definiert.

15.04.2019 275
Beispiel: Betondeckung
Corrosion resistant high performance concretes for the use in natural
cooling towers and municipal sewage system (with additional fly-ash
acc. to EN 450 and silica-suspension)

World largest cooling tower, power plant Niederaußem Sewer System, Berlin
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Beispiel: Betondeckung
Mindestbetondeckung und Vorhaltemaß nach DIN 1045

15.04.2019 277
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Beispiel: Betondeckung
• Die Werte für das Vorhaltemaß Δc dürfen um 5 mm abgemindert
werden, wenn dies durch eine entsprechende Qualitätskontrolle
bei Planung, Herstellung und Bauausführung gerechtfertigt
werden kann. (Verweis auf DBV-Merkblatt)
• Bei Fertigteilen mit einer werksmäßigen und ständig
überwachten Herstellung darf das Vorhaltemaß Δc um mehr als
5 mm nur dann reduziert werden, wenn durch eine Überprüfung
der Mindestbetondeckung cmin am fertigen Bauteil sichergestellt
ist, dass Fertigteile mit zu geringer Mindestbetondeckung
ausgesondert werden. Eine Verringerung der
Mindestbetondeckung unter 5 mm ist nicht zulässig.

15.04.2019 278
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Beispiel: Auswertung Betondeckung

Beispielhafter Meßschrieb für eine zerstörungsfreie Messung der Betondeckung (Profometer)


15.04.2019 279
Beispiel: Auswertung Betondeckung
Auswertung zerstörungsfrei ermittelter Meßwerte mittels
Neville-Näherungsverfahren (aus Brameshuber et al. Beton- und
Stahlbetonau 99(2004), H. 3)

2. Schritt 2 hier nicht relevant


Beispiel: Auswertung Betondeckung
Beispiel: Auswertung Betondeckung
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Qualitätssicherung
• Historie der Qualitätsförderung

• Zertifizierung nach DIN ISO 9000ff: Übersicht der


Verfahren

• Schritte der Qualitätssteuerung

15.04.2019 283
Historie der Qualitätsförderung

Hammurabi / Codex Hammurabi /


Altertum
Ägypten, Pyramiden Längenmessungen
Normen,
Mittelalter Zünfte
Meister
Anfang Taylorismus, Arbeitsteilung (FORD),
20. Jahrh. Scientific Management Qualitätskontrolle
30 / 40 er
Shewart u.a. Statistik, Stichproben
Jahre
Qualitätssicherung Vorbeugen,
60 er Jahre
(QS) Fehlerverhütung
Integrierte QS, Q-Verbesserungen,
70 er Jahre
Qualitätszirkel Mitarbeiterintegration
Systemnormen (ISO),
80 er Jahre Qualitätsmanagement
TQM (Awards)
Integration Top-Manage-
90 er Jahre Awards
ment und Kunden
Zeit
Der Codex Hammurabi
Schon in früher Zeit regelten Gesetze die Qualitätssicherung
und die Produkthaftung. So legt der Codex Hammurabi, ein
Gesetzeswerk, das der Herrscher Hammurabi (Regierungszeit
1728 bis 1686 v. Chr.) für das Zweistromland erlassen hatte
und das eines der ältesten Gesetzeswerke überhaupt ist,
unter anderem die Strafen fest, die galten, wenn ein Produkt
oder eine Dienstleistung mangelhaft war.

Dabei galt in vielen Fällen das Prinzip


"Auge um Auge und Zahn um Zahn".
Stürzte beispielsweise ein Haus ein und
der Besitzer kam dabei ums Leben, so
wurde auch der Erbauer getötet. Starb
der Sohn des Besitzers, so wurde auch
der Sohn des Erbauers getötet
(Art. 229-230, siehe Darstellung rechts).
Quelle: http://santana.uni-muenster.de/Projects/
EurolangQM/german/bookmark/codexham.htm
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Aus dem Codex Hammurabi

• Wenn ein Baumeister ein Haus baut für einen Mann und es für ihn vollendet, so
soll dieser ihm als Lohn zwei Schekel Silber geben für je einen Sar.
(1 Schekel = 360 Weizenkörner = 9,1 g; 1 Sar = 14,88 m2).
• Wenn ein Baumeister ein Haus baut und macht seine Konstruktion nicht stark, so
dass es einstürzt und verursacht den Tod des Bauherrn, dieser Baumeister soll
getötet werden. Wenn der Einsturz den Tod eines Sohnes des Bauherrn
verursacht, so sollen sie einen Sohn des Baumeisters töten.
• Kommt ein Sklave des Bauherrn dabei um, so gebe der Baumeister einen Sklaven
von gleichem Wert.
• Wird beim Einsturz Eigentum zerstört, so stelle der Baumeister wieder her, was
immer zerstört wurde.

15.04.2019 286
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Übersicht DIN ISO 9000 ff


• DIN ISO 9000:
„Normen zum Qualitätsmanagement und zur Qualitätssicherung /
QM-Darlegung; Leitfaden zur Auswahl und Anwendung”

• DIN ISO 9001:


„Qualitätsmanagementsysteme - Modell zur Qualitätssicherung /
QM-Darlegung in Design, Produktion, Montage und Wartung”

• DIN ISO 9002:


„Qualitätsmanagementsysteme - Modell zur Qualitätssicherung /
QM-Darlegung in Produktion, Montage und Wartung”

• DIN ISO 9003:


„Qualitätsmanagementsysteme - Modell zur Qualitätssicherung /
QM-Darlegung bei der Endprüfung”

• DIN ISO 9004:


„Qualitätsmanagement und Elemente eines Qualitätsmanagement-systems; Teil 1:
Leitfaden”
15.04.2019 287
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Schritte der Qualitätssteuerung

Rückmeldung

(Schritt 4)

Qualitätsan- Qualitätsan- Qualität


forderungen forderungen prüfen
erkennen erreichen
(Schritt 1) (Schritt 2) (Schritt 3)

Gegenstand SOLL IST SOLL - IST - Vergleich


Beispiel Spezifikation Mittel, Freigabe,
Organisation, Korrektur
Motivation 15.04.2019 288
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Qualitätskosten
• Qualitätskosten sind die Summen von:

1. Fehlerbeseitigungs- und Fehlerfolgekosten (=


Fehlerkosten)

2. Fehlerverhütungskosten
(= Qualitätssicherungskosten)

15.04.2019 289
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Qualitätskosten
Qualitätskosten

Fehlerkosten QS* - Kosten

intern extern Prüf- Verhütungs-


kosten kosten
* QS: Qualitätssicherung
15.04.2019 290
Kosten in Abh. vom Fehlerprozentsatz
Qualitäts-
Kosten
kosten
Fehler- (∑ 1+2)
kosten (1)
ca. 1%

Qualitäts-
sicherungs-
kosten (2)
ca. 2-3%

Optimaler Korridor
Herstellkosten

100% Fehlerprozentsatz 0%
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Fehlerursachen/Fehlerkosten
Nach JUNGWIRT (1996) liegen die Fehlerkosten zwischen 4 und
12% der Baukosten und verteilen sich wie folgt:
30%Entwurfs- und Planungsfehler,
8%unklare Angaben,
8%Materialfehler,
6%nicht Ausführbares,
46%schlechte Ausführung,
davon 30% Sorglosigkeit,
8% fehlende Information,
4% fehlende Zuständigkeit,
4% fehlende Kenntnis
2%sonstiges.

15.04.2019 292
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Lernziele aus Kapitel 6


Insbesondere sollten folgende Fragestellungen beantwortet werden
können:
• Wie ist Qualität definiert?
• Was versteht man unter den „anerkannten Regeln der
Bautechnik“?
• Welchen Charakter haben DIN-Normen?
• Was versteht man unter dem „Stand der Technik“ und dem
„Stand von Wissenschaft und Technik“?
• Was sind Toleranzen im Bauwesen?
• Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Fehlerkosten und
Qualitätssicherungskosten?
15.04.2019 293
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Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

7. Vertragsmanagement

15.04.2019 294
Methoden des Projektmanagements
Organisations- Aufbauorganisation
management Ablauforganisation

Termin- grafisch
management analytisch

Kosten-
Methoden management
des Geräte
Kapazitäts-
Projekt-
management Personal
manage-
ments Qualitäts- Baustoffe
management Toleranzen
Eigenschaften
Vertrags-
management
Sicherheits-
management
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Vertragsmanagement
7.1 Vertragspartner
7.2 Vertragsformen
• Einheitspreisvertrag
• Teil-Pauschalvertrag
• Global-Pauschalvertrag
• Guaranteed Maximum Price
(GMP-Vertrag: "Garantierter Höchstpreis")
7.3 Vertragsinhalte (Auszug)
• Preise - Zahlungsbedingungen
• Sicherheitsleistungen - Termine / Fristen
• Vertragsstrafen - Abnahme
• Gewährleistung
7.4 Vertragsänderungen
15.04.2019 296
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Vertragspartner/-parteien

• Definition
Vertragsparteien eines Bauvertrages sind die Personen, die aus dem
vertraglichen Schuldverhältnis als Auftraggeber (AG) und Auftragnehmer (AN)
berechtigt und verpflichtet sind.
AG: bei einem Bauvertrag derjenige, der die Ausführung der Bauleistung im
eigenen Namen für eigene Rechnung in Auftrag gibt. Er ist „Besteller“ gemäß
Werkvertragsrecht des BGB.
AN: „Unternehmer“ gemäß Werkvertragsrecht des BGB; erbringt die gemäß
Bauvertrag vereinbarte Bauleistung durch den eigenen Betrieb oder durch
Dritte

15.04.2019 297
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Vertragspartner/-parteien
• Wichtig:

eindeutige und rechtlich zutreffende Bezeichnung der Vertragsparteien

 Wer ist gemäß Bauvertrag berechtigt und verpflichtet?


• bei natürlichen Personen Angabe von Vor- und Zunamen,
postalische Anschrift
• bei juristischen Personen Angabe von Rechtsform und
Außenvertretung (z.B. Geschäftsführung)

15.04.2019 298
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Vertragspartner/-parteien
• Bei Abschluss, Änderung und Aufhebung des Bauvertrages
und bei Ausübung vertraglicher Rechte müssen die Parteien
selbst handeln. Dies ist auch der Regelfall. Sie können sich
durch Bevollmächtigte vertreten lassen.
• Während der Bauausführung stehen sich i.d.R. nicht die
Vertragsparteien unmittelbar, sondern deren
Bevollmächtigte (z.B. Architekt für den AG;
Unternehmensbauleiter und Poliere für den AN) gegenüber.
Sie werden rechtsgeschäftlich tätig. Die Bevollmächtigung
sollte schriftlich sein und den Umfang der Bevollmächtigung
präzise darlegen.
15.04.2019 299
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Vertragspartner/-parteien

Beispiele für rechtsgeschäftliche Erklärungen im Rahmen von


Bevollmächtigungen:
• Anordnungen zur vertragsgemäßen Ausführung der Leistung (§ 4
Nr. 1 , Abs. 3 VOB/B)
• Rüge mangelhafter Leistungen während der Bauzeit (§ 4 Nr. 7
VOB/B)
• Abruf von Bauleistungen (§ 5 Nr. 2 VOB/B)
• Anerkennung von Stundenzetteln
• Anerkennung von Behinderungen (§ 6 VOB/B)
• ...
15.04.2019 300
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Vertragspartner/-parteien
Rechte und Pflichten des AG gemäß VOB/B, z.B.:
• Rechtzeitige und unentgeltliche Übergabe der
Ausführungsunterlagen (§ 3 Nr. 1 VOB/B) („Planvorlauf“)
• Abstecken der Hauptachsen, Schaffen der Höhenfestpunkte (§ 3
Nr. 2 VOB/B)
• Vorlage der Baugenehmigung und anderer Genehmigungen (§ 4
Nr. 1 VOB/B) (z.B. Zustimmung Dritter, Straßenbauverwaltung,
Umweltbehörde)
• weitere (nicht in der VOB/B geregelte) Pflichten sollten
sinnvollerweise vereinbart werden z.B.:
• Fristen für die Prüfung und Freigabe von Plänen
• Fristen für Materialauswahl, Bemusterung
• Deadline für Änderungswünsche Ergänzungen, ohne Gefährdung der
Ausführungsfristen
15.04.2019 301
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Vertragspartner/-parteien
Überwachungspflicht des AG

VOB/B § 4 Nr. 1, Absatz 1

(1) Der Auftraggeber (AG) hat für die Aufrechterhaltung der allgemeinen
Ordnung auf der Baustelle zu sorgen und das Zusammenwirken der
verschiedenen Unternehmer zu regeln. Er hat die erforderlichen öffentlich-
rechtlichen Genehmigungen und Erlaubnisse – z.B. nach dem Baurecht, dem
Straßenverkehrsrecht, dem Wasserrecht, dem Gewerberecht –
herbeizuführen.

15.04.2019 302
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Vertragspartner/-parteien
Überwachungsrecht des AG
VOB/B § 4 Nr. 1, Absatz 2

(2) Der Auftraggeber (AG) hat das Recht, die vertragsgemäße Ausführung der
Leistung zu überwachen.
Hierzu hat er Zutritt zu den Arbeitsplätzen, Werkstätten und Lagerräumen,
wo die vertragliche Leistung oder Teile von ihr hergestellt oder die hierfür
bestimmten Stoffe und Bauteile gelagert werden.
Auf Verlangen sind ihm die Werkzeichnungen oder andere
Ausführungsunterlagen sowie die Ergebnisse von Güte-prüfungen zur
Einsicht vorzulegen und die erforderlichen Auskünfte zu erteilen, wenn
hierdurch keine Geschäftsgeheimnisse preisgegeben werden. Als
Geschäftsgeheimnis bezeichnete Auskünfte und Unterlagen hat er
vertraulich zu behandeln.

15.04.2019 303
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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VOB/B § 4 Nr. 1, Absatz 3 - 4


(3) Der AG ist befugt, unter Wahrung der dem AN zustehenden Leitung (Nr. 2)
Anordnungen zu treffen, die zur vertrags-gemäßen Ausführung der Leistung
notwendig sind.
Die Anordnungen sind grundsätzlich nur dem AN oder seinem für die
Leitung der Ausführung bestellten Vertreter zu erteilen, außer wenn Gefahr
im Verzug ist.
Dem AG ist mitzuteilen, wer jeweils als Vertreter des AN´s für die Leitung
der Ausführung bestellt ist.
(4) Hält der AN die Anordnungen des AGs für unberechtigt oder unzweckmäßig,
so hat er seine Bedenken geltend zu machen, die Anordnungen jedoch auf
Verlangen auszuführen, wenn nicht gesetzliche oder behördliche
Bestimmungen entgegen-stehen.
Wenn dadurch eine ungerechtfertigte Erschwerung verursacht wird, hat der
AG die Mehrkosten zu tragen.
15.04.2019 304
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Vertragspartner/-parteien
Pflichten des AN
• In erster Linie schuldet der AN das gemäß Bauvertrag zugesagte
Werk
• Darüber hinaus, z.B.:
- Schutzpflicht
- Fürsorgepflicht
- Aufklärungspflicht
- Prüfungspflicht
- Beratungspflicht
• Hieraus leitet sich im Fall einer Verletzung der Pflichten die
Verpflichtung zum Schadensersatz ab!

15.04.2019 305
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Vertragsformen

• Übliche Vertragsformen in Deutschland


• Werkvertrag nach BGB (ohne VOB)
• Werkvertrag nach VOB
• Vergütung nach Einheitspreisvertrag
• Vergütung nach Teil-Pauschalvertrag
• Vergütung nach Global-Pauschalvertrag

• Internationale Vertragsformen
• GMP-Vertrag (Guarenteed Maximum Price), Target Costing
• FIDIC-Vertrag (Federation Internationale des Ingenieurs Conseils)
• BOT-Vertrag (Built / Operate / Transfer)

15.04.2019 306
Allgemeiner GMP Ablauf
Bauherr definiert Werkvertrag
Architektur-
Projektziele / LB mit LP /Ingenieurbüros

Auswahl GMP – Partner Anbieter 1

weiche harte Anbieter 2


Kriterien Kriterien Anbieter 3
Entscheidung für einen Anbieter (GMP-Partner)

Vertrag / Festlegung GMP


Teilbereiche: z.B.
Architektur/Design
PARTNERING

Optimierung aller
Teilbereiche durch die Rohbau Bonus-
Projektbeteiligten regelung
Haustechnik
(BH, A., Unternehmer)
Ausbau

Optimierter Endpreis
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Auswahl des GMP-Partners

Bewertung durch
• Harte Kriterien (Vergleichbar)
• Garantierter Maximalpreis
• Aufschlag für allgemeine Geschäftskosten
• Sicherung der Gewährleistung und Haftung
• Weiche Kriterien (Subjektive Abwägung)
• Innovationspotential zur Entwicklung neuer Ideen
• Erfahrungen des Managements
• Referenzobjekte und Erfahrungen mit GMP-Modellen
• Konzepte für Entwurf/Projektierung und Ausführung

15.04.2019 308
Kostenreduzierung bei GMP – Verträgen

Optimierungsgewinne

Optimierung durch Planer, BH, Bonus


Unternehmer
für
GMP – Partner
Kosten-
einsparungen Vergabegewinne
durch
Kosteneinsparung durch
Beauftragung von NU

Anpassung des
„Change Orders“
GMP
Veränderung des Leistungsumfangs
durch Bauherrn
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Vertragsinhalte (Auszug)
• Leistungsbeschreibung/Leistungsverzeichnis
• Preise
• Vertragspläne
• Termine / Fristen / Zwischentermine
• Zahlungsbedingungen
• Sicherheitsleistungen
• Vertragsstrafen (Pönale)
• Abnahme
• Mängelansprüche (vormals: Gewährleistung)
• Urkalkulation
15.04.2019 310
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Vertragsinhalte - Sicherheitsleistungen

• Ziel: AG und AN versuchen, mit Sicherheitsvereinbarungen das


wirtschaftliche Risiko für den Fall zu vermindern, dass ein Partner
seinen Vertragsverpflichtungen nicht nachkommen kann/will. 
„Sicherheitsabrede“
• Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaft
• Regelung in § 17 Nr. 1 Abs. 2 VOB/B

15.04.2019 311
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Vertragsinhalte - Vertragsstrafen
• In Bauverträgen werden Vertragsstrafen (sog. Pönale) für den Fall
der Überschreitung von Ausführungsfristen vorgesehen.
• Vertragsstrafen müssen ausdrücklich vereinbart werden.
• Nach § 9 VOB/A nur dann zu vereinbaren, wenn für den AG
erhebliche Nachteile aus Verzögerungen resultieren.
• Beurteilung der Einhaltung der Fertigstellungsfrist:
bestimmungsgemäße Nutzung muss möglich sein.
• Die Vertragsstrafe ist auf einen evtl. bestehenden
Schadensersatzanspruch anzurechnen.

15.04.2019 312
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
SoSe 2019
Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer

Vertragsinhalte - Vertragsstrafen
• Ausführungsfristen § 5 VOB/B

1. Die Ausführung ist nach den verbindlichen Fristen


(Vertragsfristen) zu beginnen, (…) und zu vollenden.

4. Verzögert der AN den Beginn der Ausführung, gerät er in


Verzug (…) so kann der AG bei Aufrechterhaltung des Vertrages
Schadenersatz verlangen oder Frist zur Vertragserfüllung setzen
und erklären, dass er den Auftrag nach fruchtlosem Ablauf der
Frist entziehe.

15.04.2019 313
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Vertragsinhalte - Abnahme
• Mit der Abnahme der Werksleistung (nach BGB oder VOB) (oder von Teilen
des Werkes) wird bestätigt, dass sie den vertraglichen Vereinbarungen
entspricht.
• Die Abnahme hat auf Verlangen des AN nach der Fertigstellung innerhalb
von 12 Werktagen zu erfolgen (ausdrückliche Abnahme, § 12 Nr. 1 VOB/B).
• Die Abnahme muss dem AN erkennbar zum Ausdruck gebracht werden.
Üblich ist eine förmliche Abnahme mit Protokoll (sog. „förmliche“ Abnahme,
§ 12 Nr. 4 VOB/B).
• Es besteht eine Hauptpflicht des AG zur Abnahme, die nur bei wesentlichen
Mängeln verweigert werden kann (§ 12 Nr. 3 VOB/B).
• Sofern keine Abnahme verlangt wird, gilt das Werk mit einer Frist von 12
Werktagen nach schriftlicher Mitteilung der Fertigstellung bzw. 6 Werktage
nach Beginn der Benutzung als abgenommen (sog. „fiktive“ Abnahme, § 12
Nr. 5 VOB/B).

15.04.2019 314
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Abnahme
„zweigliedrige“ Definition
Abnahme ist die körperliche Hinnahme
(Entgegennahme) des Werkes verbunden mit
der (ausdrücklich oder konkludent erklärten)
Anerkennung (Billigung) als in der Hauptsache
vertragsgemäße Erfüllung des Bauvertrages.

Quelle: Heiermann (2008): „Handkommentar zur VOB), 11. Auflage, Seite


15.04.2019 315
1115
Abnahme nach VOB/B § 12
ausdrückliche Abnahme
(VOB/B § 12 Nr. 1)
Tatsäch-
förmliche Abnahme (VOB/B
liche § 12 Nr. 4)
Abnahme
stillschweigende Abnahme
Arten (z.B. Bezahlung der Schlussrechnung)

der Ab-
nahme schriftl. Mitteilung der
Fertigstellung
+ Frist von 12 Werktagen
Fiktive
Abnahme Beginn der
Benutzung
+ 6 Werktage
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Rechtliche Wirkungen der Abnahme


 Ende des Erfüllungsstadiums
 Beginn der Mängelhaftung (aus Erfüllungsanspruch wird Mängelanspruch)
 Schlussrechnung wird fällig
 Beginn der Verjährung der Mängelansprüche
 Kündigungsrecht für AN und AG erlischt
 Gefahrtragung für das Bauwerk geht über
 Offene Mängel gehen unter und vereinbarte Konventionalstrafen
verfallen, soweit sie nicht in das Abnahmeprotokoll aufgenommen wurden
 Umkehr der Beweislast

Quelle: Heiermann (2008): „Handkommentar zur VOB), 11. Auflage, Seite


15.04.2019 317
1123 ff.
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Vertragsinhalte - Mängelansprüche
nach VOB/B § 13
1. Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber seine Leistung zum Zeitpunkt
der Abnahme frei von Sachmängeln zu verschaffen.

Die Leistung ist zur Zeit der Abnahme frei von Sachmängeln, wenn sie
die vereinbarte Beschaffenheit hat und den anerkannten Regeln der
Technik entspricht. …

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) vom 20.03.2006, Beck Text 25. Auflage 2009

15.04.2019 318
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Mängelansprüche VOB/B § 13

Ist die Beschaffenheit nicht vereinbart, so ist die Leistung zur Zeit
der Abnahme frei von Sachmängeln,
a) wenn sie sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte (Verwendung eignet),
sonst
b) für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist,
die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Auftraggeber nach
der Art der Leistung erwarten kann.

15.04.2019 319
§ 13 Nr. 1 VOB/B: „dreistufiger Mangelbegriff“
frei von Sachmängeln

vereinbarte Beschaffenheit nicht vereinbarte


+ Beschaffenheit
Anerk. Regeln d. Technik
nach Vertrag vorausgesetzte
Verwendung
+
§ 13 Nr. 1a) übliche und zu erwartende
Beschaffenheit

Kommentar: Aus dem Merkmal


„übliche und zu erwartende gewöhnliche Verwendung
Beschaffenheit“ dürfte sich die § 13 Nr. 1b) +
Realisierung der a.a.R.d.T. übliche und zu erwartende
ergeben. Beschaffenheit
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Mängelansprüche VOB/B § 13

2. Bei Leistungen nach Probe gelten die Eigenschaften der Probe als zugesichert,
soweit nicht Abweichungen nach der Verkehrssitte als bedeutungslos
anzusehen sind.
Dies gilt auch für Proben, die erst nach Vertragsabschluss als solche anerkannt
sind.
3. Ist ein Mangel zurückzuführen auf die Leistungsbeschreibung oder auf
Anordnungen des Auftraggebers, auf die von diesem gelieferten oder
vorgeschriebenen Stoffe oder Bauteile oder die Beschaffenheit der Vor-
leistung eines anderen Unternehmers, haftet der Auftragnehmer, es sei denn,
er hat die ihm nach § 4 Nr.3 obliegende Mitteilung gemacht.

15.04.2019 321
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Mängelansprüche VOB/B § 13
4. (1) Ist für Mängelansprüche keine Verjährungsfrist im Vertrag
vereinbart, so beträgt sie
• für Bauwerke 4 Jahre,
• für andere Werke, deren Erfolg in der Herstellung, Wartung oder
Veränderung einer Sache besteht, und
• für die vom Feuer berührten Teile von Feuerungsanlagen 2 Jahre.
...
(3) Die Frist beginnt mit der Abnahme der gesamten Leistung;
nur für in sich abgeschlossene Teile der Leistung beginnt sie mit
der Teilabnahme
(§ 12 Nr. 2).

15.04.2019 322
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Mängelansprüche VOB/B § 13
5. (1) Der Auftragnehmer ist verpflichtet, alle während der Verjährungsfrist
hervortretenden Mängel, die auf vertragswidrige Leistung
zurückzuführen sind, auf seine Kosten zu beseitigen, wenn es der
Auftraggeber vor Ablauf der Frist schriftlich verlangt.
Der Anspruch auf Beseitigung der gerügten Mängel verjährt in 2 Jahren,
… , jedoch nicht vor Ablauf der Regelfristen oder der an ihrer Stelle
vereinbarten Frist.
Nach Abnahme der Mängelbeseitigungsleistung be-ginnt für diese
Leistung eine Verjährungsfrist von 2 Jahren neu, die jedoch nicht vor
Ablauf der Regelfristen oder der an ihrer Stelle vereinbarten Frist
endet.

15.04.2019 323
Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM
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Mängelansprüche VOB/B § 13
5. (2) Kommt der Auftragnehmer der Aufforderung zur Mängelbeseitigung
in einer vom AG gesetzten angemessenen Frist nicht nach, so kann der
AG die Mängel auf Kosten des AN beseitigen lassen.
6. Ist die Beseitigung des Mangels für den AG unzumutbar oder ist sie
unmöglich oder würde sie einen unverhältnismäßig hohen Aufwand
erfordern und wird sie deshalb vom AN verweigert, so kann der AG
durch Erklärung gegenüber dem AN die Vergütung mindern (§ 638
BGB).
Der AG kann ausnahmsweise auch dann Minderung der Vergütung
verlangen, wenn die Beseitigung des Mangels für ihn unzumutbar ist.

15.04.2019 324
Mängelansprüche vor der Abnahme

Quelle: Fries, Claudia (2009): „Architektenleistungen, Bauvertrag – Bauleitung – Projektabwicklung“, Seite 54


Mängelansprüche nach der Abnahme

Quelle: Fries, Claudia (2009): „Architektenleistungen, Bauvertrag – Bauleitung – Projektabwicklung“, Seite 54


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Vertragsinhalte - Urkalkulation

 Die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültige Angebotskalkulation


wird als Auftrags- oder Vertragskalkulation bezeichnet und kann entweder
die unveränderte oder eine im Zuge der Auftragsverhandlungen
modifizierte und beispielsweise mit einem Nachlass versehene
Angebotskalkulation sein.
 Für öffentliche AG sind Verhandlungen über den Angebotspreis
unzulässig.
 Bei sorgfältiger Ausschreibung wird der AG bereits mit dem Angebot die
verschlossene und versiegelte Kalkulation zur Hinterlegung verlangen, um
dadurch die Preisermittlungsgrundlagen zu dokumentieren und im
Bedarfsfall einsehen zu können. Diese hinterlegte Kalkulation wird auch
als Urkalkulation bezeichnet.
Quelle: Elwert / Flassak (2008): „Nachtragsmanagement in der Baupraxis“, 2.
15.04.2019 327
Auflage, Seite 40
Eintreffen der Ausschreibungsunterlagen

Angebotsselektion
Dokumentation der
Ausschreibungs-
Angebotskalkulation
grundlagen (= Urkalkulation)
Angebotskalkulation bei privater Vergabe Angebotskalkulation bei Vergabe der
mit Preisverhandlungen öffentl. Hand ohne Preisverhandlungen
 Urkalk.= Angebotskalkulation zuzüglich  Versiegelung bei Auftragsvergabe
Verhandlungsergebnisse (Angebotskalkulation = Urkalkulation)
Verhandlungsergebnisse zwischen AG und
AN z.B. über:
• Änderung einzelner Preise
• Preisnachlässe in % Arbeitsvorbereitung
• Zahlungsbedingungen Auftragskalkulation bestehend aus z.B.:
• Baustelleneinrichtung
• Bürgschaften
• Termine des Unternehmers • Schalungstechnik
• Eigenleistung/Fremdleistung
• usw.

Ausführungskalk. des
Unternehmers Soll der Baustelle
(= Arbeitskalk.)

Zeit Nachkalkulation
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Sachl. Ursachen von Vertragsänderungen


 von Seiten des Bauherrn
 Behördenauflagen
 fehlende Baugrunduntersuchung
 Änderungswünsche
 Zusatzleistungen bzw. unvorhergesehene Leistungen
 von Seiten des Planers / Ausschreibenden
 Planungsmängel
 Koordinierungsmängel
 unvollständige Leistungsbeschreibung
 unklare Leistungsbeschreibung
 fehlerhafte Leistungsbeschreibung
 von Seiten des Unternehmers
 ...
siehe auch Vorlesung „Baumanagement IV“ (WPF für Architekten) und
15.04.2019 329
„Baubetriebstechnik II“ (Vertiefervorlesung für BI)
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Anspruchsgrundlagen für Nachträge

 Recht des Auftraggebers auf Änderung des Bauentwurfs (VOB/B § 1 Abs.


3)
 Leistungsänderung (VOB/B § 2 Abs. 5)
 Unvorhergesehene Leistung
(VOB/B § 2 Abs. 6)
 Mengenänderungen (VOB/B § 2 Abs. 3)
 Mengenmehrung (VOB/B § 2 Abs. 3 (2))
 Mengenminderung (VOB/B § 2 Abs. 3 (3))

siehe auch Vorlesung „Baumanagement IV“ (WPF für Architekten) und


15.04.2019 330
„Baubetriebstechnik II“ (Vertiefervorlesung für BI)
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Formen der Vertragsänderungen

• Neuer Vertrag

• Vertragsergänzung

• Gemeinsame Protokolle

• Schriftverkehr

15.04.2019 331
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Lernziele aus dem Kapitel 7


Insbesondere sollten folgende Fragestellungen beantwortet werden
können:
• Welche Vertragsformen gibt es?
• Was ist ein GMP-Vertrag und welche Besonderheiten beinhaltet
er?
• Welche Bewertungskriterien zur Auswahl eines GMP-Partners
unterscheidet man?
• Welche verschiedenen Vertragsinhalte gibt es?
• Welche Ansprüche im Bezug auf Mängel gibt es vor bzw. nach
der Abnahme?

15.04.2019 332
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Modul BI/FM: Projektmanagement/ Arbeitsvorbereitung/ BIM


Modul A: Baumanagement Teil 2

8. Sicherheitsmanagement

15.04.2019 333

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