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EINE GRIMME WELT VOLLER GEFÄHRLICHER ABENTEUER


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B AU W E R K E D E S R E I K L A N D E S

IMPRESSUM INHALT
Design: Andy Law, Dominic McDowall GEWERBLICHE GEBÄUDE 3
Texte: Andy Law, Andrew Leask, Clive Oldfield Geschäft
Illustrationen: Sam Manley, Scott Purdy Herbert Harzerts Erlesene Käsespezialitäten .................................... 3
Grafikdesign: Andy Law, Paul Bourne Lagerhaus
Das Lagerhaus Oldenhaller................................................................ 4
Layout: Andy Law
WOHNBAUTEN 5
Karten: Andy Law, Jérôme Huguenin Gehöft
Bearbeitung: Síne Quinn Limburgs Gehöft............................................................................... 5
Produzent: Andy Law Stadthaus
WFRP4 von: Andy Law, Dominic McDowall Pension der Witwe Hurkel................................................................. 7
GASTHÄUSER UND TAVERNEN 7
Herberge
Besonderer Dank an Games Workshop Zum Springenden Pegasus................................................................. 7
Taverne
Deutsche Ausgabe Trommel und Hut.............................................................................. 9
Redaktion und Übersetzung: Kai Großkordt STÄDTISCHE GEBÄUDE 10
Lektorat: Björn Bornhöft, Kathrin Bornhöft Kanalschleuse
Die Hartsklein-Schleuse und Haus des Schleusenmeisters.............. 10
Grafische Bearbeitung und Layout: Marco Reinartz Signalturm
Turm NG-163-HY.......................................................................... 11
Originalausgabe von Cubicle 7 Entertainment Ltd, Mautstelle
Unit 6, Block 3, City North Business Campus, Die Pfieffer-Mautstelle.................................................................... 12
Stamullen, Co. Meath, Ireland RELIGIÖSE GEBÄUDE 13
Tempel des Sigmar
Der Tempel von Walen.................................................................... 13
Kein Teil dieser Veröffentlichung darf ohne vorherige Schrein am Wegesrand
Genehmigung des Herausgebers reproduziert, in einem Die Diesdorfer Tafel......................................................................... 14
Abrufsystem gespeichert oder in irgendeiner Form
elektronisch, mechanisch, durch Fotokopieren, Aufzeichnen
oder auf andere Weise übertragen werden.

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Edition, das Logo des Fantasy Rollenspiels 4. Edition, GW, Games Workshop, Warhammer, The Game of Fantasy Battles, das
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von Cubicle 7 Entertainment sind Markenzeichen von Cubicle 7 Entertainment Limited. Alle Rechte vorbehalten.
Deutsche Ausgabe von Ulisses Spiele GmbH.

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• GEBÄUDE •
DES REIKLANDS

Die Bauwerke des Reiklandes sind ebenso vielfältig wie seine Bewohner. Vor kurzem erweiterte er sein Angebot und begann damit, auch die „vor-
Die hier aufgeführten Gebäude sind typische Beispiele ihrer Art und die- nehmen“ bretonischen Käsesorten anzubieten, die über den Pass der
nen dazu, dich für deine eigenen Kreationen zu inspirieren. Grauen Dame geliefert werden. Harzert bevorzugt die härteren Käse-
sorten des Imperiums, gibt jedoch vor, die neuen, weicheren bretonischen
Sorten zu lieben, um den Absatz anzukurbeln.
GEWERBLICHE GEBÄUDE
Immobilien sind in der Altstraße relativ teuer, da die Gegend so gut besucht
Gewerbliche Gebäude sind Handels- oder Gewerbeflächen wie etwa ist und jedes Geschäft gemäß der Größe seiner Straßenfront besteuert wird.
Läden und Lagerhäuser. Daher ist Harzerts, wie auch alle benachbarten Läden, lang und schmal.
Das Ladengeschoss wird von einer breiten Holztheke zweigeteilt. Auf der
Geschäft einen Seite stehen die Kunden an und lassen ihre Augen und Nasen über die
Herbert Harzerts Erlesene Käsespezialitäten Produktpalette wandern, auf der anderen Seite bedienen Harzert und zwei
Herbert Harzert betreibt Harzerts Käsespezialitäten in der Altstraße in oder drei Gehilfen, seine Nichten und Neffen, die Kunden. Harzerts Büro
Übersreik. Er ist stolz darauf, es „das beste Käsegeschäft in Übersreik“ liegt im hinteren Teil des Erdgeschosses. Es ist ein unordentlicher Raum
nennen zu können, auch wenn es nicht sonderlich viel Konkurrenz gibt. mit zwei Schreibtischen und einem kleinen Tresor, in dem über Nacht die
Einnahmen aufbewahrt werden. Überall stapeln sich wahllos Haufen von
Briefen von Zulieferern aus dem ganzen Reikland und Bretonien.

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HIER STINKT DOCH WAS ZUM HIMMEL


• Die verstorbene Frau Harzert war eine gebrechliche junge Frau, die vor einem Jahr erkrankte und starb. Ihr Bruder, Volker Grüner, ein Schifffahrtskaufmann
aus Altdorf, vermutet, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist – seine Schwester war stets ein Bild unermüdlicher Gesundheit. Noch wichtiger
ist: Sollte sich herausstellen, dass seine Schwester ermordet wurde – etwa von Harzert – und dies bewiesen werden könnte, dann würde er das Käsegeschäft
erben! Er sucht jemanden, der nach Übersreik reist, um Nachforschungen anzustellen.

• Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle im Besitz einer Käserei nichts dringender braucht als eine Frau. Eine von Harzerts
Lieferantinnen – die duftende Mademoiselle Cloche – stahl ihm sein Herz. Die naseweise Frau Duschen ärgert sich über diesen Eindringling, da sie selbst
ein Auge auf Harzert (und sein Geld) geworfen hat. Herbert braucht eine freundliche Seele, die Liebesbriefe an seine Geliebte überbringt, während Frau
Duschen alles daransetzt, Schmutz über „diese stinkende bretonische Goldgräberin“ zutage zu fördern.

Unterhalb des geschäftigen Ladens liegt Harzerts kühler, feuchter Keller, mit einem Kohlenbecken, einer Pritsche und einem bequemen alten Ses-
in dem er den Käse lagert, der noch nicht reif genug für den Verkauf ist. sel. Backstein verbringt den größten Teil der Nacht in diesem Raum und
Im ersten Stock wohnt Witwer Harzert, der vor einem Jahr seine junge patrouilliert nur ein- oder zweimal durch die großen Korridore zwischen
Frau verloren hat, allein. Seine Wohnung besteht aus einem Schlafzim- den gestapelten Kisten. Er liebt es, zu essen und zu trinken, und ist sich
mer, einer Küche und einem kleinen Wohnraum – nicht, dass er viele nicht zu schade, ein paar der gelagerten Waren zu „verkosten“. Bisher ist
Besucher hätte: Stinkender Käse ist gehobenen Gesprächen nicht son- er dabei nicht erwischt worden, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis
derlich zuträglich. Die beiden obersten Etagen sind an private Personen jemand die fehlenden Waren bemerkt und die Flecken auf seinem Wams
vermietet, die ihre Wohnungen über eine wackelige Treppe in der Gasse ihn verraten.
hinter dem Geschäft erreichen. Eine Großfamilie – insgesamt sechzehn
Personen – lebt im zweiten Stock: die eindrucksvolle Frau Duschen, eine
Witwe, die mit ihren elf Kindern, drei derer Ehegatten und zwei Enkel-
kindern auf engstem Raum lebt. Gustav Klosch, ein Künstler, hat sich im
Dachgeschoss eingemietet und erträgt Lärm und Käsegestank zugunsten
der Qualität des Lichts.

Warenhaus
Das Lagerhaus Oldenhaller
Das Oldenhaller-Lagerhaus in den heruntergekommenen Hafengebieten
von Altdorf im Stadtteil Reiksford verfügt über eine solide Frontseite. Bei
der Oldenhaller-Handelsgesellschaft wird Sicherheit großgeschrieben,
und auf diesen Ruf ist sie stolz. Aufgrund der Saisonalität des Handels
und der erheblichen Kosten eines großen leerstehenden Warendepots in
erstklassiger Lage vermietet das Unternehmen Teile seines Lagerraumes
regelmäßig an andere, kleinere Handelsunternehmen.

Das Lagerhaus selbst hat ebenerdige Steinmauern mit einem ersten


Stockwerk aus Holz und einem Schieferdach. Schmale Fenster, die zu
klein sind, als dass Menschen hindurchgelangen könnten, befinden sich
hoch oben in allen vier Wänden des oberen Stockwerks. Ein einziges
Paar breiter Holztüren – die jeden Abend von innen mit Ketten gesichert
und mit Vorhängeschlössern versehen werden – nimmt fast die gesamte
Wand mit Blick auf die Hafenanlagen ein. Auf dem Hof vor dem Lager
stehen an jedem Tag zahlreiche Wagen und Karren sowie Lastkähne zum
Be- und Entladen ihrer Waren.

Tagsüber wird das Lagerhaus von Ella Krump beaufsichtigt. Als Mit-
glied der Gilde der Fuhrleute und Hafenarbeiter von Altdorf hat Krump
mehrere Stauerbanden unter sich. Sie ist still und kompromisslos und
trägt zahlreiche hässliche Narben und grobe Tätowierungen zur Schau,
Andenken an eine fehlgeleitete Jugend im Hafenviertel. Trotz ihres rauen
Aussehens sind ihre Vorgesetzten vor allem mit der Effizienz ihrer Arbeit
zufrieden.

Bei Nacht hält Kasey Backstein Wache, der Herr des Lagerhauses. Er ist
ebenso breit gebaut wie seine Finger flink sind und bezieht einen Wach-
posten an der Vorderseite des Gebäudes. Der Posten ist ein kleiner Raum

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WER WACHT ÜBER DIE WÄCHTER?


• Backstein teilte sich die Beute eines seiner nächtlichen Diebstähle, eine sehr teure Flasche tileanischen Weins, mit einem Freund, dessen Gesicht sich sofort
lila verfärbte, als er starb, die Finger nach seiner Kehle krallend. In seiner nachvollziehbaren Verzweiflung floh Backstein aus dem Lagerhaus und ließ die
Tür unverschlossen, die Leiche auf dem Boden liegend und den vergifteten Wein entkorkt. Er braucht Hilfe und zwar schnell!

• Als sie gerade eine Lieferung im Hafen erledigen, sehen die Charaktere, wie Ella Krump einem dunkelhaarigen Mann beiläufig die Kehle aufschneidet und
den Leichnam in den Reik wirft. Wie reagieren sie?

• Ein Vertreter der Verbrecherfamilie Valantina aus Nuln wendet sich mit einem lukrativen Stellenangebot an die Gruppe. Es ist eine einfache Aufgabe:
Ins Lagerhaus eindringen, einen bestimmten Gegenstand bergen und es dann bis auf die Grundmauern niederbrennen. Was könnte da schon schiefgehen?

Neben ihrer ausgezeichneten Milchviehherde, die örtliche Märkte und


WOHNBAUTEN Händler in den Nachbarstädten mit Käse versorgt, bauen die Limburgs
auch Hafer und Hopfen an und brauen ihr eigenes Bier. Sie verkaufen
Ob nun in bescheidenen Hütten oder weitläufigen Villen, jeder muss einen Teil davon an Einheimische, aber ein guter Teil wird über die
irgendwo leben. Die meisten Behausungen des Reiklandes sind einfache Kanäle des Vorberglandes nach Nuln verschifft. Neben Luther, Rita und
Bauten mit oft nur einem oder zwei Zimmern, in denen sich mehrere ihren sieben Kindern – von denen drei erwachsen sind – lebt Luthers
Familienmitglieder oder sogar Generationen nicht nur ein Zimmer, son- Tante Mags bei der Familie, obwohl sie ihren warmen Sitzplatz in der
dern auch ein einzelnes Bett teilen. Nähe des Kamins nie verlässt und nur ein- oder zweimal am Tag wach
genug wird, um lange vergessene Volkslieder vor sich hinzusummen oder
Gehöft unverständliche prophetische Warnungen auszustoßen. Es gibt auch
Limburgs Gehöft zahlreiche saisonal beschäftigte Arbeitskräfte, die beim Ernten, Pflan-
Viele Bauern leben sicher in einem Dorf, gehen im Morgengrauen hin- zen und Kalben aushelfen, sowie zahlreiche Katzen, Hunde, Hühner und
aus, um ihre Felder zu bestellen, und kehren dann vor Einbruch der Dun- Kaninchen, die den schlammigen Hof ihr Zuhause nennen.
kelheit zurück. Bei einigen größeren Bauernhöfen ist jedoch ein ständi-
ger Wohnsitz erforderlich, insbesondere bei Höfen mit Nutztieren. Diese Das Gehöft besitzt eine dicke Umfassungsmauer um seinen großen Hof,
abgelegenen, ländlichen Bauernhöfe sind notwendigerweise oft autark in dem sich das ausladende steinerne Bauernhaus – das in jeder Genera-
und gut befestigt. tion der Familie Limburg vergrößert wird –, ein Brunnen und mehrere
weitere Gebäude befinden, darunter ein Viehstall mit Melkraum, Stal-
Limburgs Gehöft – das Heim von Luther und Rita Limburg und ihrer lungen sowie ein Gesindehaus für die gemieteten Helfer. Der Hof hat
Großfamilie – liegt zwischen Siedlung und Übersreik. Das befestigte sogar seine eigene Schmiede, die am häufigsten von dem ältesten Lim-
Gehöft bietet aufgrund seiner Lage auf dem Kamm eines Bergrückens burg, Hari, besetzt ist. Er beschlägt die Pferde, stellt landwirtschaftliche
einen guten Blick auf das umliegende Land. Seine Mauern sind dick und Geräte her und repariert sonstiges schmiedeeisernes Handwerkszeug.
massiv und tragen die Spuren vergangener Überfälle von Grünhäuten
und Tiermenschen. In letzter Zeit mag es zwar ruhig gewesen sein, aber
die Limburgs gehen kein Risiko ein und treiben ihr Vieh jeden Abend in
den ummauerten Hof.

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MAN ERNTET, WAS MAN SÄT


• Die Gruppe entdeckt eine Herde von Tiermenschen in der Nähe und flüchtet sich hinter die dicken Mauern der Limburgs. Rasch sind sie umstellt und
der Anführer der Tiermenschen stößt eine kehlige Warnung aus: Für den Tribut von drei Seelen werden sie den Hof verschonen. Zieht die Gruppe gegen
die überwältigende Übermacht in den Kampf oder opfert sie die Bauern – oder ihre Kinder –, um ihre eigene Haut zu retten?

• Die Spielercharaktere treffen auf einen Priester des Morr, der eine Leiche zurückbringt, die vor kurzem aus einem Moor in der Nähe des Hofes der
Limburgs geborgen wurde. Die Leiche war Luthers jüngerer Bruder Kurt, der zehn Jahre zuvor verschwand. Damals wurde angenommen, Kurt sei geflohen,
aber sein Körper weist deutliche Spuren eines Mordes auf, und der Morrpriester sucht nach Hilfe bei der Suche nach dem Schuldigen.

• Während die Gruppe einkehrt, um Proviant zu kaufen oder Schutz vor einem heftigen Sturm zu suchen, wird sie eingeladen, mit der Familie zu Mittag
zu essen – es gibt Gans. Tante Mags unterbricht die Vorbereitungen mit einer düsteren Warnung, dass einer der SC die Familie ins Verderben stürzen
wird. Plötzlich sind alle im Raum sehr angespannt. Die Limburgs vertrauen dem Urteil ihrer Tante Mags voll und ganz …

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Im ersten Stockwerk befindet sich der Empfangsbereich mit einem


REIHENHAUS Esszimmer und einem großen Salon, der immer noch wunderschön
Pension der Witwe Hurkel eingerichtet ist, um Besucher zu empfangen. In den oberen beiden Eta-
Das Stadthaus von Tilda Hurkel ist ein Bild verblassender Größe, ähn- gen liegen vier Schlafzimmer und ein Badezimmer. Diese Zimmer wer-
lich wie seine Besitzerin. Das Haus im angesehenen altdorfer Stadtteil den an Tildas Untermieter vermietet, die in der Regel alleinstehende
Göllner-Hügel wurde für Tildas Ehemann, einen wohlhabenden Tuch- Männer oder Frauen der Mittelschicht sind, oder an kürzlich verhei-
händler, erbaut und war ihr ganzer Stolz. Jetzt, ungefähr vierzig Jahre ratete Paare, die sich kein eigenes Zuhause leisten können. Zu ihren
später, ist ihr Ehemann nicht mehr da, und Tilda hat sich darauf verlegt, Mietern gehören derzeit Volker Grüner, ein Schifffahrtskaufmann in
Untermieter aufzunehmen, um über die Runden zu kommen. Obwohl den Zwanzigern, Marie Selleaux, eine junge bretonische Schriftstellerin
das Haus nicht mehr so makellos ist wie früher, ist es dennoch solide mit gewissem Vermögen, und Leopold und Marco Santini-Fuchs, ein
gebaut und gut ausgestattet und eine Zierde für seine Nachbarschaft. junges Paar, das kürzlich aus Nuln zugezogen ist.

Im hinteren Teil des Erdgeschosses des vierstöckigen Hauses befindet Hinter dem Haus befindet sich ein kleiner gepflasterter Hof mit einem
sich eine Küche mit Platz für Wäsche, Spülstein und Speisekammer Komposthaufen, einem überraschend sauberen Abtritt und einer Katze.
neben einem kleinen Raum für Tildas Dienstmagd Lupa – ein schüch-
ternes Landmädchen aus dem Hochland. Im Erdgeschoss befinden sich
Tildas Schlafzimmer, ein Badezimmer und ein kleines Ankleidezimmer.

HINTER VERSCHLOSSENEN
TÜREN
• Auf der Suche nach einer Bleibe in Altdorf mietet die Gruppe
ein Zimmer bei Frau Hurkel. Sie bietet ihnen einen ermäßigten
Preis, wenn sie ihr einen Gefallen tun. Sie wird unter Druck
gesetzt, ihr Haus an ihren wohlhabenden Nachbarn, Herzog Otto
von Siert, zu verkaufen, der seinen Grundbesitz zu vergrößern
versucht. Das nächste Mal, wenn er seine Schläger vorbeischickt,
um sie einzuschüchtern, müssen sie sich ihnen nur entgegenstellen.
Aber die Schläger dulden kein Nein und sind bereit, ihr Leben
zu riskieren, um Hurkel zu vertreiben. Was mag der Grund dafür
sein?

• Marie Selleaux sucht nach ein paar hartgesottene Seelen, die sie
begleiten, während sie Altdorfs Folklore und Legenden katalogisiert.
Sie hat vor, auch die gefährlichsten Stadtteile zu besuchen und
mit Bürgern aller Art zu sprechen. Auf ihrer Liste steht zunächst
der Buchhändler Harrich Buchmann im Kerzenmacherweg, der
angeblich alles über die finsteren Geheimnisse der Stadt weiß. Wie
bereit er sein wird, sie ihr zu verraten, und wie viel Wahrheit sie
enthalten, muss sich noch erweisen. Aber das liegt wahrscheinlich
daran, dass er ebenfalls ein Kultist des Tzeentch ist …

GASTHÄUSER UND TAVERNEN


Einer der wichtigsten Orte in einem Rollenspiel: die Taverne! Die meis-
ten Siedlungen haben mindestens ein Trinkloch, oft deutlich mehr.

Herberge
Zum Springenden Pegasus
Aus der Ferne wirkt der Springende Pegasus, die Herberge an der Haupt-
straße von Altdorf nach Bögenhafen, wie eine Festung. Sie ist von hohen
Steinmauern umgeben und besitzt einen Wachturm aus Holz, von dem
aus man sich nähernde Kutschen sowie marodierende Grünhäute, Tier-
menschen oder Räuber erspähen kann.

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Die massiven Mauern wachen über einen Außenhof mit Gemüsegarten. Im Obergeschoss befinden sich sechs private Gästezimmer, deren Anmie-
Von dort führen zwei Tore – das „Passagiertor“ und das „Kutschentor“ tung pro Nacht 7 S, 6 G kostet. Für diejenigen, die nicht für ihre Privatsphäre
– durch zwei Innenhöfe und in die relative Sicherheit und Wärme des bezahlen möchten, gibt es auch einen geräumigen Gemeinschaftsraum an
Hauptgebäudes der Herberge. Zwischen den beiden Toren verbinden der Vorderseite des Gebäudes für nur 1 S, 8 G pro Person und Nacht. Die
eine lebhafte Küche und eine Speisekammer die beiden Hälften des Räumlichkeiten für das Personal liegen ebenfalls im Obergeschoss, ebenso
Gasthauses miteinander. wie eine kleine Flucht von Zimmern, die den Staatstruppen von Altdorf
zur Organisation ihrer örtlichen Straßenwächterpatrouillen zur Verfügung
Hinter dem Passagiertor, das von einem Pförtner besetzt ist, liegen stehen.
der Schankraum und eine private „Klause“ für exklusive Reisegesell-
schaften. Der Schankraum wirkt wie eine gähnende Höhle, wenn Der Wachturm erhebt sich über den Mauern außerhalb des Hauptgebäu-
keine Reisekutschen zu Besuch sind, an einem geschäftigen Feiertag des. In der unteren Etage befindet sich ein kleiner Schlafraum, in dem
ist er aber bis unter die Dachbalken gefüllt. Daran angeschlossen ist ein die Wachen des Gasthauses – Helga Schauer und Helga Brun – wohnen.
Abstellraum, der zu einem gut ausgestatteten Keller führt. Der Keller
ist auch über eine Rampe im Sudhaus zugänglich, das sich gegenüber Felda Gretsch und ihre Frau Joli führen im Auftrag der Kutschenlinie
dem Eingang des Gasthauses im hinteren Teil des Gebäudes befindet. ‚Vier Jahreszeiten‘ ein Gasthaus. Felda, eine Reikländerin mit nüchterner
Im Sudhaus wird das Spezialbier „Fahrender Hopfen“ des Gasthauses Miene und klugem Urteilsvermögen, kümmert sich um die Geschäfts-
hergestellt, bei dem Honig aus drei Bienenhäusern im Hinterhof als abwicklung und ist selten mit etwas anderem als einem Stirnrunzeln im
Geheimzutat verwendet wird. Gesicht zu sehen. Im Vergleich dazu trägt die treffend benannte Joli ein
immerwährendes Lächeln, und ihr dröhnendes Lachen hallt überall wider
Das Kutschentor führt in einen Innenhof mit drei Abstellberei- – sie arbeitet an der Theke und kümmert sich um die Kunden, wobei ihr
chen für Gäste, Privatgäste und Kutschpferde. Es gibt auch eine harter Nordlandakzent ein Quell der Belustigung für viele vorbeikom-
Schmiede zum Beschlagen und für Reparaturen sowie einen großen mende Reisende ist. Felda und Joli haben 14 Angestellte, darunter die
Wagenschuppen. beiden Wachen, ein Schmied, ein Pförtner und zahlreiche junge Männer
und Frauen, die kochen, bedienen, putzen und die Ställe ausmisten.

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IM WIRTSHAUS ZUM SPRINGENDEN PEGASUS


• In der Taverne kam es zu einem heftigen Fall von Lebensmittelvergiftung. Betroffen ist eine Patrouille von Straßenwächtern, die Berichten über
Straßenräuber nachgingen. Jemand muss die Banditen dingfest machen und auch den Ursprung der verdächtigen Lebensmittel finden!

• Ein fahrender Unterhalter tritt seit einigen Tagen im Gemeinschaftsraum auf und entzückt die Zuhörer mit seiner wunderschönen Stimme und mit
atemberaubenden Geschichten über Abenteuer und Reiselust. Aber etwas geht nicht mit rechten Dingen zu: Die Besitztümer wohlhabender Kutschenreisender
verschwinden, und niemand kann sich an das Aussehen des Minnesängers erinnern.

• In der Herberge herrscht eine gewisse Anspannung, da vor kurzem eine Gruppe von Straßenwächtern mit schlechten Manieren und streitlustiger Stimmung
eintraf. Einer der SC bemerkt, dass die Uniformen der Männer blutbefleckt sind und ihnen nicht so recht passen wollen – so, als hätten diese Männer
die echten Straßenwächter ermordet und ihre Uniformen gestohlen …

Taverne Das Trommel und Hut ist ein zweistöckiges Gebäude mit markan-
Trommel und Hut ten orangefarbenen Schindeln. Im Erdgeschoss liegt der Schankraum
In Eilhart, einer Stadt, die für ihre Biere und Weine bekannt ist, gibt mit einer geschwungenen Theke, welche die gegenüberliegende Ecke
es viele ausgezeichnete Schenken. Das direkt am Sigmarsplatz gelegene abtrennt. Der Rest des Raumes ist mit Tischen, Hockern und muffi-
„Trommel und Hut“ ist eine der bekanntesten Tavernen der Stadt und bei gem Stroh auf dem Boden übersät. Der Keller ist geräumig und wird
Touristen und anspruchsvollen Einheimischen gleichermaßen beliebt, sowohl als Lager als auch als Brauerei genutzt. Es gibt keine Aborte, aber
die eine Auswahl an leichten, hopfenreichen Bieren der Region kosten der Hinterausgang der Taverne führt zu einer engen Gasse, die auf den
möchten. Dies ist nicht zuletzt dem Gastwirt und Braumeister Berthold Schilstrombach stößt, einen schmalen Nebenfluss der Schilder, den die
Becker zu verdanken, der sowohl seine eigenen köstlichen Biere braut meisten Gäste in Ermangelung einer Alternative nutzen.
als auch seinen geschwätzigen Charme und seinen raffinierten Gaumen
einsetzt, um das Konzept der ‚Gastbiere‘ zu verbreiten, bei dem Biere Das erste Stockwerk besteht aus einer Reihe von Räumen mit niedrigen
aus anderen Brauereien angeboten werden. Ob sich diese verrückte Idee Decken, in denen Becker mit seiner verwitweten Schwester Della und
durchsetzen wird, ist unklar. ihrem jugendlichen Sohn Tomas lebt. Tomas wurde als Säugling von
einem Pferd schwer verletzt und kann seitdem seine Beine nicht mehr
verwenden. Er bewegt sich mittels einer Reihe von Haltestangen und
Griffen, die Becker angebracht hat, durch ihre Zimmer und das Gasthaus.
Die Stammgäste sind an Tomas‘ Anblick gewohnt, wie er sich geschwind
umherbewegt, Krüge einsammelt und bissige Bemerkungen von sich gibt.

AUF EIN WORT, WERTE HERREN


• Becker macht sich Sorgen darüber, dass einige seiner Kunden zu
verschwinden scheinen. Sie gehen zum Hintereingang hinaus und
kehren niemals wieder. Da er befürchtet, sie könnten möglicherweise
Straßenräubern zum Opfer gefallen sein, muss er einige mutige Seelen
anheuern, um diese loszuwerden. Er ahnt nicht, dass eine Bande von
Grabräubern, die für einen Nekromanten Leichen beschaffen, seinen
Kunden auflauert, und dass einige von ihnen vielleicht schon bald doch
noch wiederkehren könnten ...…

• Dellas Ehemann ist in Wahrheit gar nicht tot. Er befand sich in einem
Schuldnergefängnis in Altdorf, konnte aber vor kurzem von dort fliehen.
Er will, dass Becker ihn dafür bezahlt, dass er seine Schwester und ihren
Sohn, den er verachtet und für all sein Unglück verantwortlich macht, in
Ruhe lässt. Becker ist gerne dazu bereit, aber er befürchtet auch, dass der
Übeltäter ihn nur um noch mehr Geld erpresst, daher braucht er ein paar
Leute fürs Grobe, die ihm den Rücken freihalten.

• Da viele der Kunden der Trommel Touristen sind, ist sie ein
hervorragender Ort für Diebesbanden, Kuppler und Scharlatane, die
leichtgläubige Besucher ausnehmen und um ihre Geldbörsen erleichtern
wollen. Als die Geldbeutel der Gruppe entwendet werden, müssen sie sie
sich zurückholen.

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bruck vorgenommen, und auch wenn die Bedienung der Schleusentore


STÄDTISCHE GEBÄUDE einige Anstrengung kostet, entscheiden sich die meisten Kahnjungen
doch, ihr zur Hand zu gehen, nachdem sie beobachtet haben, wie sich
Städtische Gebäude gewährleisten den Lauf der reikländischen Büro- ihre gebeugte und kurzgewachsene Gestalt mit den Toren abmüht. Im
kratie und dass die Räder des Handels mahlen können. Dazu gehören Gegenzug teilt Garland mit ihnen oft eine Pfeife ihres feinsten Mootlän-
Schleusen, Signaltürme und Zollhäuser. dischen Grünblatts sowie ihre vernichtende Meinung zu diesen neuen,
dampfgetriebenen Schleusenrädern, von denen sie immer wieder hört.
Kanalschleuse
Die Hartsklein-Schleuse und Henriettas Haus ist eine bescheidene, zweistöckige Behausung mit
Haus der Schleusenmeisterin einem kleinen Wachturm. Die oberen Kammern sind die Wohnstube,
Wo der Weißbruck-Kanal aus dem Altdorfer Tiefland zu den Minen der die Küche und das Schlafzimmer in absteigender Reihenfolge der
Skaag-Hügel hinaufführt, muss er einige Schleusen passieren. Eine davon Größe. Im Erdgeschoss befinden sich ein kleines Büro, ein gemütlich
liegt in der Nähe des verschlafenen Weilers Hartsklein. Die Hartsklein- eingerichtetes Wohnzimmer, ein Abstellraum und ein Sicherheits-
Schleuse ist das Reich von Henrietta Garland, einer ergrauten Halbling- raum zur Aufbewahrung der Zolleinnahmen. Es gibt auch eine robuste
dame. Zelle, in der die Flusswächter vorübergehend Gefangene unterbrin-
gen können, wie es sie in den meisten Häusern der Schleusenwärter
Henrietta genießt ein entspanntes Leben mit einfachen Freuden, wie gibt. Die Flusswächter auf dieser Strecke kennen Henrietta jedoch
es sich für jemanden aus ihrem Volk gehört. Sie mag nichts lieber, als gut genug, um nach Möglichkeit eine andere Schleuse zu benutzen, da
neben ihrem Haus zu sitzen, auf den Kanal hinauszublicken, ihre Pfeife sie keine Kriminellen unter ihrem Dach duldet. Außerdem nutzt sie
zu rauchen oder ihren schönen Garten zu pflegen. Ihre Pflichten sind die Zelle als Abstellraum für ihre Gartengeräte und für die Pilzzucht.
minimal: Reparaturen werden von Technici der Familie Gruber in Weiß-

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SCHLEUSEN DICHT
• Die Gruppe wird fälschlicherweise von korrupten Flusswächtern festgenommen und gezwungen, die Nacht in der Zelle in Henriettas Haus zu verbringen.
Sie ist eine vertrauensvolle Seele und versorgt sie mit Abendessen, Bier und etwas von ihrem Grünblatt zum Rauchen. Wenn sie versehentlich die Zelle
unverschlossen lässt, haben die Charaktere die Wahl: Bleiben sie und versuchen sie, ihre Unschuld zu beweisen, oder fliehen sie und schaden damit
Henriettas Ruf?

• Den Charakteren wird das Abendessen gereicht, als ihr Lastkahn gerade die Schleuse passiert, und kurz darauf werden ihnen die Lider schwer. Sie wachen
verschürt auf, zusammen mit Henrietta, die von Briganten gezwungen wurde, sie zu betäuben. Diese haben neben Henriettas Ersparnissen nun auch ihren
Kahn, ihr Geld und ihre Waffen gestohlen.

• Immer wieder wird die Schleuse beschädigt. Die Grubers vermuten verbrecherische Absichten. Die Gruppe soll untersuchen, warum örtliche Hartskleiner
die Schleuse sabotieren wollen würden. Werden sie von Händlern bezahlt, die andere Strecken befahren, oder von den Poststationen? Sind sie Kultisten im
Dienste der Dunklen Göttern? Oder ärgern sie sich schlicht darüber, dass ein Halbling einen so gut bezahlten Beruf ausübt und kein einheimischer Mensch?

Signalturm Plünnker ist alt, mit weißem Haar und einem prächtigen Schnurrbart. Er
Turm NG-163-HY ist zwar freundlich, aber wann immer er die Gelegenheit hat, erzählt er
Das Imperiale Signal-Korps ist verantwortlich für den Bau, die Wartung Geschichten über seine Zeit in der Armee und die Feldzüge, die er gegen
und den Betrieb der Signaltürme, die in der Landschaft des Reiklan- „den Ork“ führte. Seine Assistenten – Molli Tupper, Rhodni Schmidt
des und darüber hinaus immer häufiger erscheinen. Dies ist Teil eines und Franz Larz – erledigen die eigentliche Arbeit, halten nach Signalen
umfangreichen und ehrgeizigen Plans zur Schaffung eines weitläufi- Ausschau und das Nachtfeuer in Gang.
gen Netzes von Türmen, welches das Imperium durchziehen und eine
schnelle Kommunikation zwischen allen Landesteilen ermöglichen soll.
Anfänglich war es ein militärisches Unterfangen, aber man hofft, dass
mit der Zeit auch die Zivilbevölkerung in der Lage sein wird, das Netz-
werk zu nutzen – natürlich gegen Bezahlung. Die Türme werden von
zwergischen Technici im Dienst des Imperialen Signal-Korps gebaut und
gewartet – sehr zum Ärger der Imperialen Technicusakademie in Altdorf,
deren Angebot abgelehnt wurde.

Die Türme – identifiziert nach einem geheimnisvollen und unverständ-


lichen System von Buchstaben und Zahlen – unterscheiden sich teils
erheblich voneinander. Wo immer möglich, versuchen die Bauherren vor-
handene Bauwerke zu nutzen – Wachtürme, Festungen, stabile Ruinen.
Wenn jedoch keine solche Struktur verfügbar ist, bauen sie einen stabilen
Steinturm von Grund auf neu. Die Soldaten und Soldatinnen, die die
Türme besetzen, sind ebenso verschieden wie die Türme selbst. Je lebens-
wichtiger die Route und je wahrscheinlicher die Feindseligkeiten, desto
kriegerischer das Personal.

Turm NG-163-HY liegt auf der wichtigen Strecke zwischen Helmgart


und Wehburg und wurde auf einem ansonsten trostlosen Stück Land von
Grund auf neu errichtet. Die unteren Geschosse bilden den Wohnbe-
reich für das Betriebspersonal, bestehend aus einem Raum für den Ersten
Signaloffizier Votta Plünnker und einem Schlafraum für seine Assisten-
ten sowie einer Eingangshalle (in der auch die Straßenwächter unter-
gebracht sind), Küche und Messe. An der Spitze des Turms befindet sich
eine Aussichtsplattform, die mit zwei montierten Teleskopen ausgestat-
tet ist. Diese sind in der Regel auf die benachbarten Türme ausgerichtet,
zusätzlich zu den Signalgeräten selbst: zwei Flaggen an mechanischen
Armen, die sich wie die Zeiger einer Uhr bewegen können, um den Code
zum nächsten Turm zu senden. Es gibt auch ein Feuer, das von bewegli-
chen Blenden umschlossen ist, mit denen Nachrichten auch bei Dunkel-
heit übermittelt werden können.

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men die Mautstellen in regelmäßigen Abständen vor und sind gut besetzt.
ZEICHEN DER ZEIT Eine niedrige Mauer mit eisernen Stacheln verläuft über Dutzende von
Metern senkrecht zur Straße und erstreckt sich vom Kanal im Norden bis
• Eine wichtige Nachricht muss weitergeleitet werden, aber der zur Baumgrenze im Süden, wodurch das Tor schwer zu umgehen ist. Das
Mechanismus des Turms wurde beschädigt. Kann die Gruppe die Tor selbst ist eine robuste Konstruktion, die in einem starken Turmhaus
Botschaft rechtzeitig zum nächsten Turm bringen, und wird man aus Stein untergebracht ist. Zu beiden Seiten hängt eine schwere Glocke,
ihnen glauben? falls Reisende dem Mauthüter ihre Anwesenheit mitteilen müssen. Das
Erdgeschoss wird von dem Tunnel und dem Pförtnerhaus eingenommen,
• Örtliche Wegelagerer nutzen irgendwie die Informationen, die die ebenfalls einen kleinen Mautschalter haben, sowie einer Halle und
über das Turmnetzwerk übertragen werden. Haben sie einen Spion einer kleinen Zelle, in der Kriminelle untergebracht werden, einer Küche
eingeschleust oder Zugang zum Codebuch? Das Signal-Korps wird und einem Büro mit einem Tresorraum, in dem die Mautgebühren aufbe-
gutes Geld zahlen, um das herauszufinden. wahrt werden, bis sie einmal im Monat abgeholt werden. In der obersten
Etage befinden sich das Schlafzimmer des Mautverwalters sowie eine
Messehalle und ein Schlafhaus für besuchende Straßenwächter. Eben-
Mautstelle falls innerhalb der Mauern befinden sich ein Stall und ein Innenhof mit
Die Pfieffer-Mautstelle einem Brunnen. An den meisten Tagen richtet ein unternehmungslusti-
Straßen müssen instandgehalten und überwacht werden. Dies kostet ger Halbling aus Pfieffer – Alwhin Distelfuß – im Innenhof einen Stand
Geld, daher sind Mautgebühren ein notwendiger Preis für Reisen und ein, an dem vorbeiziehende Reisende leckeres Gebäck erstehen können.
Handel im Reikland. Dazu werden die Fern- und Nebenstraßen der Pro-
vinz regelmäßig von Mautbrücken und Mautstellen unterbrochen. Viele Der Zollbeamte, Tollich ‚Dreiglocken‘ Stamper, wird so genannt, weil er es
Städte erheben auch eine Gebühr für die Einreise. sich zur Gewohnheit gemacht hat, nachts das Tor zu verschließen und etwa
eine halbe Meile nach Pfieffer zu seinem Gasthaus zur Eingelegten Lanze
Eine solche Mautstelle liegt in der Nähe von Pfieffer, einem kleinen Dorf zu laufen, in dem Vertrauen, dass niemand dumm genug ist, des nachts
bei Stimmigen im südlichen Vorbergland. Als wichtige Handelsroute zu reisen, die Glocke läutet, um auf sich aufmerksam zu machen. In der
sind die Straßen in gutem Zustand und werden überwacht, daher kom- Wärme des Wirtshauses braucht es drei Glockenzeichen, bevor Tollich sich
überhaupt rührt. Alles andere kann unmöglich wichtig genug sein, um ihn
aus seiner Weinlaune zu holen.

WEM DAS STÜNDCHEN SCHLÄGT


• Alwhin Distelfuß ärgert sich zutiefst über einen Rivalen, der sich
ihm gegenüber einen Stand eingerichtet hat und „Fleischbrot“ zu
ermäßigten Preisen anbietet. Er wird jemanden dafür bezahlen, zu
untersuchen, wie sein Rivale derart niedrige Preise anbieten kann. Das
Fleisch ist von zweifelhafter Herkunft, aber das Dorf hatte noch nie
so wenige Landstreicher.

• Als die Gruppe die Mautstelle passiert, können sie hören, wie ein
Händler überrascht anmerkt, dass ‚Dreiglocken‘ nicht da ist. Der
Mautverwalter murmelt eine mürrische Antwort und winkt den
Händler, ohne dass er die Maut zahlen müsste. Die Gruppe kann
sich mit dem Glück begnügen, ein paar Münzen gespart zu haben,
oder ihrer Neugier nachgeben. Stamper – der echte Mautverwalter
– liegt derweil im Tresorraum, während eine Bande von Dieben nur
auf die Gelegenheit wartet, ihm die Kehle aufzuschlitzen und mit den
monatlichen Mautgebühren zu fliehen.

• In der Eingelegten Lanze ertönt spät in der Nacht die Glocke, aber
Stamper ist zu betrunken, um sich darum kümmern zu können.
Die Gruppe wird „nominiert“, der Sache nachzugehen, doch bei
ihrer Ankunft finden sie niemanden an der Mautstelle vor. Als sie
zum Gasthaus zurückkehren, hören sie wieder die Glocke, aber sie
scheint aus dem Wald zu erklingen. Sollten sie nachforschen, werden
sie einen Nekromanten bei seiner grausigen Arbeit in den Ruinen
eines längst verlassenen Hospizes der Shallya vorfinden, begleitet vom
gespenstischen Läuten der Alarmglocke des Krankenhauses, die der
Nekromant anscheinend nicht hören kann.

12
WA R H A M M E R FA N TA S Y- R O L L E N S P I E L

RELIGIÖSE GEBÄUDE Er hat hohe, dicke Mauern, die ihn als Quell körperlicher und spiritueller
Heiligkeit erscheinen lassen, und ist der erste Rückzugspunkt, sollte das
Religion ist im Reikland allgegenwärtig. Alle Dörfer unterhalten Dorf angegriffen werden. Neben dem Haupttempel, in dem die Gläubigen
einen Tempel zu Ehren Sigmars, und die meisten größeren Städte den Predigten des Priesters lauschen können, befinden sich im hinteren
sogar mehr als einen. Während andere Glaubensrichtungen weni- Teil des Tempels mehrere kleinere Gebäude, darunter Kammern für den
ger vorherrschen, findet man in großen Städten möglicherweise örtlichen Priester Vater Stihlman und seinen Büttel Klaus Bahlk. Stihlman
auch Tempel für diese anderen Gottheiten. Kleinere Schreine – unterhält auch ein kleines, gemütliches Büro, in dem das ganze Jahr über
allen möglichen anderen Göttern gewidmet, egal ob wohlbekannt ein kleines Feuer brennt und in dem er den Dorfbewohnern abseits seiner
oder obskur – verteilen sich entlang der Straßenränder im Herzen Gottesdienste spirituelle Beratung und Beichte anbietet. Über dem Büro
des Reiklandes. befindet sich der „neue“ Glockenturm, eine etwas klapprige Konstruk-
tion, die sich mehr schlecht als recht in den übrigen Steintempel einfügt.
Tempel des Sigmar Während Vater Stihlman ein ruhiger, freundlicher Mann ist, ist sein Büttel
Tempel in Walen Klaus schweigsam und mürrisch, wenn nicht sogar offen feindselig. Mit
Über dem Marktplatz des Dorfes Walen in der Nähe von Auerswald großzügigen Spenden für den Unterhalt des Tempels ist er jedoch leicht
erhebt sich der Tempel des Sigmar. Er stellt in mehrfacher Hinsicht das zu beschwichtigen.
Herz der Siedlung dar. Das relativ kleine Gebäude ist trotz allem das
größte in der Umgebung und befindet sich gegenüber seinem nächsten Der Tempel ist zwar immer geöffnet, Feiertag ist jedoch der wichtigste
Rivalen – der Taverne zum Krummen Haken – auf der gegenüberliegen- Tag der Anbetung und alle Einheimischen von nah und fern werden zur
den Seite des Marktplatzes. allwöchentlichen „Feiertagsschar“ erwartet. Obwohl der Tempel einst
alle Dorfbewohner und Bauern in der Nähe aufnehmen konnte, wurde es
Wie bei vielen Sigmartempeln ist das Gebäude lose in Form eines Ham- zunehmend enger, während Walen wuchs. In diesen Tagen müssen Spät-
mers angelegt, obwohl es in diesem Fall der Norm widerspricht, da der ankömmlinge vor den Türen des Tempels verweilen, und Vater Stihlman
‚Hammer‘ und die ‚Klaue‘ am Eingang statt an seiner Rückseite liegen. versucht sein Bestes, dass auch sie noch seine Stimme vernehmen.

WANKENDER GLAUBE
• Während Vater Stihlman am Feiertag seine übliche, relativ zahme
Predigt hält, betritt ein Fremder in Roben das Dorf und hält seine
eigene Rede, ein aufregender Kontrapunkt über feuriger Wut und
Zerstörung, der die Menge rasch einschüchtert und auf seine Seite
schlägt. Gerade als Stihlman seine Kanzel an den Wanderprediger zu
verlieren scheint, erhascht die Gruppe einen Blick auf den Fuß unter
dessen Gewand, der in einem gespaltenen Huf endet …

• Am Morgen nach dem Eintreffen der Gruppe in Walen wird Klaus,


der Büttel, bewusstlos und schwer verletzt in der Sakristei aufgefunden.
Die SC sind die einzigen Fremden in der Stadt, und Misstrauen
schlägt ihnen entgegen, obwohl eine Untersuchung von Klaus‘
Kammern eine seltsam geschnitzte Holztafel mit Elfensymbolen und
ein paar Stiefel zutage fördert, die mit dem charakteristischen roten
Lehm eines nahegelegenen Steinbruchs verkrustet sind.

• Als die Charaktere bei Einbruch der Dunkelheit in Walen ankommt,


sehen sie vor sich ein munteres Leuchten. Als sie den Marktplatz
erreichen, wird die Angelegenheit zusehends finsterer, denn dort wird
eine alte Frau, gefesselt und geknebelt, unter dem stählernen Blick
eines Hexenjägers zum Feuer gezerrt. Hinter ihm werden ein Dutzend
weitere Dorfbewohner für den Scheiterhaufen vorbereitet, darunter
auch Vater Stihlman. Während sie noch darüber debattieren, was
sie tun sollen, richtet der Hexenjäger seinen fiebrigen Blick auf die
ungebetenen Eindringlinge.

13
B AU W E R K E D E S R E I K L A N D E S

Abgesehen von seiner spirituellen Verantwortung spielt der Sigmartem-


pel auch eine zentrale Rolle bei der Ausbildung der Dorfmiliz. Alle voll- IM LICHTE DES SCHREINS
jährigen Männer und Frauen müssen im Laufe des Jahres eine Reihe von
Schulungen absolvieren, damit sie bereit sind, im Falle eines Angriffs das • In einer mondlosen Nacht stößt die spät reisende Gruppe auf ein
Dorf und einander zu verteidigen. Während Vater Stihlman ermutigende Ritual, das am Schrein abgehalten wird. Älteste aus Diesdorf haben
Worte spricht, stammen die Ausbildung und Ratschläge während dieser vor, einen Verbrecher auf der alten Tafel zu opfern, weil sie glauben,
Sitzungen in der Regel von Else Frink, einer pensionierten Straßenwäch- dass dies ihrer Stadt ein Jahr reicher Ernten sichern wird. Was wiegt
terin und Staatssoldatin, die jetzt Walen ihr Zuhause nennt. denn schon das Leben eines üblen Gesetzesbrechers verglichen mit
der Ernährung der Massen? Als jedoch einer der Charaktere erkennt,
Der Schrein am Wegesrand dass die Hilferufe von einem alten Freund stammen, wird Verenas
Die Diesdorfer Tafel Waage der Gerechtigkeit plötzlich ganz anders gewichtet.
Kurz hinter Diesdorf, etwas abseits der ausgetretenen Pfade, am Rande
eines gewundenen Feldwegs, der durch den Wald führt, liegt ein ural- • Eine Katastrophe! Die Ernte von Diesdorf wird durch eine Fäule
ter Schrein zu Ehren Rhyas. Die heilige Stätte befindet sich in einem ruiniert, die sich über viele Kilometer erstreckt und sich auf den
abgenutzten, megalithischen Gebäude mit einem flachen Dach, das uralt Schrein konzentriert, der mit unheiligen Runen entweiht wurde, die
wirkt. Die große Steintafel, die es vor Wind und Wetter schützt, ist jedoch mit Schmutz daraufgeschmiert wurden. Die Einheimischen sind ratlos
ungleich älter. Niemand erinnert sich daran, was die Tafel ursprünglich und versuchen verzweifelt, die Täter ausfindig zu machen, bevor sich
sein sollte oder warum sie dort verankert wurde, aber die Einheimischen die Seuche ausbreitet, hatten aber bislang kein Glück. Können die
kümmern sich weiterhin zuverlässig um den Schrein und hinterlassen SC dort Erfolg haben, wo alle anderen scheiterten?
Obst, Gemüse und Getreidegarben als Opfergaben.
• Als die Gruppe am Schrein vorbeikommt, bemerkt sie eine Bewegung
In der Nähe liegt ein wunderschöner Garten, der groß genug ist, um im Unterholz und vernimmt dann ein schrilles Lachen. Bei näherer
Rhya selbst stolz zu machen. Trotz der leidenschaftlichen Hingabe der Betrachtung finden sich winzige Fußabdrücke und ein Dunghaufen
Diesdorfer an Sigmar sind viele der ländlichen Gemeinden der Region auf der heiligen Tafel. Der Schrein wurde von Snotlings überrannt!
Rhya treu ergeben, da ihr Überleben von der anhaltenden Fruchtbarkeit Sollten die Charaktere den lästigen Kreaturen nachjagen, stellen sie
ihrer Felder abhängt. Einige dieser Einheimischen aus Diesdorf und den bald fest, dass sie Vorboten eines viel größeren Überfalls durch
umliegenden Dörfern haben viel Arbeit in den Garten gesteckt, um ihn Grünhäute sind. Kann die Gruppe Diesdorf rechtzeitig warnen?
schön und entspannend zu gestalten.

14
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