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Atmosphärische Planetarische Zirkulation Windsysteme

Atmosphärische Zirkulation

Atmosphärische Zirkulation = Allgemeine Zirkulation der Atmosphäre = planetarische Zirkulation = globale Zirkulation

Die allgemeine Zirkulation der Erde bezeichnet alle globalen Luftströmungen, die auf der unterschiedlichen Energiezufuhr der Erde durch die Sonne beruhen. Dazu zählen die Passatzirkulation (tropische Hadley-Zelle) mit den Passatwinden, die außertropischen Westwinde, die polaren Ostwinde und das Polarhoch sowie die Jetstreams.

die polaren Ostwinde und das Polarhoch sowie die Jetstreams. Am Äquator ist die Strahlungsbilanz positiv (=

Am Äquator ist die Strahlungsbilanz positiv (= Energieüberschuss), somit ist auch die Erwärmung der Luft und des Bodens hoch. An den Polen ist die Strahlungsbilanz negativ (= Energiemangel), somit ist auch die Abkühlung der Luft und des Bodens groß (siehe Abschnitt Grundlagen der Zirkulation). D.h. am Äquator ist es heißer als am Nordpol! Aus diesem Energie- und Temperaturgegensatz ergibt sich die globale Zirkulation der Atmosphäre. Sie sorgt für den Ausgleich zwischen der warmen Tropikluft und der kalten Polarluft.

Die globale Zirkulation erklärt also wie die überschüssige Energie vom Äquator zum Pol gelangt. Durch die hohe Erwärmung am Äquator steigt dort Warmluft auf - der Luftdruck fällt. Es entsteht ein thermisches Tiefdruckgebiet, das als Äquatoriale Tiefdruckrinne oder Innertropische Konvergenzzone bezeichnet wird. Am Pol zieht sich die kalte Luft zusammen, wird dadurch schwerer und sinkt ab. Es entsteht ein Hochdruckgebiet, genannt Polarhoch. Zwischen diesen zwei thermischen Druckgebieten am Äquator und an den Polen existieren weitere Zirkulationssysteme, die aus der Drehbewegung der Erde um ihre eigene Achse (Rotation) und der sich daraus entwickelnden Coriolis-Kraft entstehen.

Zwischen 30°N und 30°S bildet sich die Passatzirkulation aus. Am Boden weht dort der Nordost- bzw. Südostpassat und in der Höhe der Antipassat. Letzterer ist ein starker Westwind, aus dem sich bei etwa 30° der Subtropen-Jetstream entwickelt. Unter dem Subtropen-Jetstream befindet sich der subtropische Hochdruckgürtel. Aus diesen Hochdruckgebieten strömen in Richtung des Äquators die Passatwinde und polwärts die außertropischen Westwinde. Die Westwinde transportieren Hoch- und Tiefdruckgebieten (Antizyklonen und Zyklonen) nach Osten. Diese werden daher als wandernde oder dynamische Druckgebiete bezeichnet. Sie bilden sich ständig neu und lösen sich auch wieder auf. Die Zone der außertropischen Westwinde, wo die warme Tropikluft auf die kalte Polarluft trifft, wird auch als planetarische Frontalzone bezeichnet. Polwärts dieser Westwindzone schließt sich die Polarfront (= subpolare Tiefdruckrinne) an. Dort konvergieren (zusammenströmen) die Westwinde mit den polaren Ostwinden, die von den Polen kommen. Über der Polarfront in der Höhe weht der Polarfront-Jetstream. Dieser bildet Schlingen (Mäander), welche die Verursacher der Zyklonen und Antizyklonen in der Westwindzone sind.

der Zy klonen und Antizyklonen in der Westwindzone sind. Die obigen Abbildungen sind natürlich nur Grund

Die obigen Abbildungen sind natürlich nur Grund-Schemen der globalen Zirkulation. Die Ausprägung und Intensität dieser Winde und Druckgebiete wird noch durch andere Faktoren geprägt. So entwickelt sich beispielsweise aus der Passatzirkulation die Monsunzirkulation durch die unterschiedliche Lage von Land und Meer und der damit verbundenen unterschiedlichen Erwärmung.

und der damit verbundenen unterschiedlichen Erwärmung. Die globalen Bodenwinde der Erde sind also die Passatwinde

Die globalen Bodenwinde der Erde sind also die Passatwinde, die außertropischen Westwinde, die polaren Ostwinde sowie die Monsune (Sonderform der Passate). Neben diesen globalen Winden gibt es noch zahlreiche andere regionale Windsysteme.

Planetarische Zirkulation

Die planetarische Zirkulation, oder auch allgemeine, planetare oder globale Zirkulation (englisch: general circulation, global circulation), ist eine Sammelbezeichnung für atmosphärische Zirkulationssysteme, die große Teile des Erdballs umfassen und durch ihre Wechselwirkung die Wetterdynamik der Erdatmosphäre bestimmen. Es handelt sich also insbesondere um eine großskalige Modellvorstellung der atmosphärischen Zirkulation, da das idealisierte Bild eines umfassenden Gesamtverständnisses durch den Stand der meteorologischen Forschung derzeit und auch in absehbarer Zukunft nicht erfüllt werden kann. In der Praxis des Begriffs der planetarischen Zirkulation ist es daher treffender, von einer modellhaften Annäherung an die reale Atmosphärendynamik zu sprechen. Dies gilt insbesondere für:

- Prozesse der mittleren und höheren Erdatmosphäre,

- Wechselwirkungen der einzelnen Zirkulationssysteme untereinander,

- Wechselwirkung der Atmosphäre mit anderen Bereichen der Geosphäre wie den Ozeanen,

- die zeitliche Variabilität der planetarischen Zirkulation (im Bereich des Jahresganges bis zu Zeitskalen einer Klimaveränderung) und

- den Einfluss kleinskaliger Systeme, welche in den Modellvorstellungen der planetarischen Zirkulation nicht oder kaum berücksichtigt werden.

Grobe Vereinfachung Aus der Erwärmung der Luft über dem Äquator resultieren durch Einwirkung der Corioliskraft* je drei schlauchförmige Luftzirkulationszellen pro Hemisphäre

Wesentliche Energiequelle für die zu beschreibenden Bewegungen ist die Sonne, die den äquatornahen Regionen der Erde viel Energie pro Fläche zuführt, den polaren Regionen wenig (siehe Sonneneinstrahlung, Globalstrahlung). Die warme Luft an den Tropen steigt auf, am Boden bildet sich ein Tief, die äquatoriale Tiefdruckrinne, in großer Höhe ein Hoch. Die kalte Luft an den Polen setzt sich über der Erdoberfläche ab. So entsteht dort das Polarhoch und in größerer Höhe ein Tiefdruckgebiet. Das Temperaturgefälle zwischen Tropen und Polarregionen bedeutet daher grundsätzlich ein Luftdruckgefälle (siehe Luftdruck, Druckgradientkraft):

Am Äquator steigt erwärmte Luft auf. In Bodennähe strömt (kältere) Luft in Richtung Äquator nach Wegen der Erddrehung (und der daraus resultierenden Corioliskraft) werden Bewegungen auf der Nordhalbkugel nach rechts abgelenkt, auf der Südhalbkugel nach links, und eine äquatorwärts strömende Luftmasse wird dadurch auf der Nordhalbkugel zum Nordostwind, auf der Südhalbkugel zum Südostwind In der Höhe kommt es zu Ausgleichsströmungen: Luftmassen, die über dem Äquator aufgestiegen sind, strömen in der Höhe wieder polwärts. Am Pol in der Höhe einlangende Luftmassen sinken dort ab

*Die Corioliskraft gehört zu den Schein- oder Trägheitskräften. Sie wirkt auf jeden massehaltigen Körper, dessen Bewegung in einem rotierenden Bezugssystem beschrieben wird. Die Richtung der Corioliskraft ist senkrecht sowohl zur Bewegungsrichtung des Körpers als auch zur Rotationsachse des Bezugssystems. Ihr Betrag ist proportional zur Masse des bewegten Körpers, zur Rotationsfrequenz und zur Länge der Projektion des Geschwindigkeitsvektors auf eine Ebene senkrecht zur Rotationsachse. Sind Geschwindigkeitsvektor und Rotationsachse parallel, ist sie daher Null.