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Deutsch für türkische Mitbürger

Sketch mit Anke Engelke (Ladykracher)

Rollen:
*Deutschlehrerin Regine Klemm
erwachsene Schüler, die Frauen tragen Kopftuch
*Orhan (Schüler II)
*Murat Özgül (Schüler I)
*Hülja
*Güley

Klassenraum – abends

Frau Regine Klemm dreht sich von der Tafel weg hin zu ihren Schülern und richtet dabei ihre Brille. Sie presst dabei
ihre Fingerspitzen gegeneinander. Sie wendet sich an die SuS und spricht langsam und überdeutlich

Ich bin die Regine Klemm. Willkommen in unserem Deutschkurs für türkische Mitbürger. Als
erstes würde ich von euch gerne wissen, wie ihr heißt, wie lange ihr denn schon in Deutschland
wohnt, und ob ihr denn auch schon ein bisschen Deutsch sprecht. Murat, fang du doch mal an, bitte.

Räuspert sich und spricht akzentfrei und in einem perfekten Hochdeutsch

Ja, hallo, ich heiße Murat Özgül. Ich bin zwar in Deutschland geboren, aber dadurch dass meine
Eltern zuhause nur Türkisch sprechen, kann ich leider sehr wenig Deutsch. Besonders schwierig
sind für mich die Grammatik und die Aussprache.
Regine Klemm blickt ……….

Ja, Murat, das hört man schon, dass du da noch einige Probleme hast. Ich muss auch gestehen, dass
ich jetzt nicht alles verstanden habe, was du gesagt hast. Irgendetwas mit "Grammatik und
Aussprache", richtig? Aber gut, dafür sind wir ja da, um daran zu arbeiten. Fangen wir doch an mit
einem ganz einfachen Satz. Wer kann mir denn in einem Satz sagen, wie er heißt und wo er wohnt?
Bitte, Orhan.

Ja, Guten Tag, ich bin der Orhan. Ich wohne in Deutschland.

Ui, ja, nun gut, also da gehen wir jetzt mal ran und das korrigieren wir dann. „Ich bin der Orhan, ich
wohne in Deutschland.“

So, da schauen wir uns das jetzt mal an.

„Ich bin“ ist schon falsch. Verb und Personalpronomen hast du vertauscht. Richtig wäre also, und
jetzt bitte unbedingt auf die Aussprache achten: „Bin isch“
"der" wird durchgestrichen, den Artikel  brauchen wir nicht. Es heißt also nicht: "Ich bin der
Orhan", sondern "Bin isch Orhan". Und, da du dich in Gesellschaft von gleichaltrigen befindest,
setzt man vor den Satz ein "Alder".

So, korrigiert heißt der Satz also: "Alder, bin isch Orhan", und jetzt bitte alle: "Alder, bin isch
Orhan."

Sehr, sehr gut. Jetzt der zweite Teil. Ich wohne in Deutschland. Du siehst es schon. Der gleiche
Fehler. Verb bitte vor das Personalpronomen. Also heißt es: "Wohn isch in...", und hier können wir
ruhig die Präposition beibehalten. "Wohn isch in...", so, wer weiß jetzt das richtige Wort für
Deutschland? Ja, bitte, Güley?

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube: "Kartoffelfresserland".

Ich weiß: "Schweinefresserland".

Sehr, sehr gut, Hülya. Wie heißt dann jetzt die korrigierte Fassung, Orhan?

Oh, da muss ich kurz nachdenken. Okay, ich versuche es: "Alder, bin isch Orhan, wohn isch in
Schweinefresserland."

Sehr, sehr gut.  Eine Kleinigkeit fehlt noch, Orhan. Wenn du dich in der direkten Rede an eine Frau
wendest, dann hängst du hinten an den Satz noch ein "Du Hure". Versuch es noch mal.

"Alder, bin isch Orhan, wohn isch in Schweinefresserland, du Hure."

Sehr, sehr gut. Und jetzt bitte alle.

"Alder, bin isch Orhan, wohn isch in Schweinefresserland, du Hure."

Sehr sehr gut, Mensch, ihr sprcht ja schon richtig gut Deutsch, das gibts ja gar nicht.

Erste Stunde ist leider schon vorbei. Bitte lernt für die nächste Woche folgenden Satz: "Gibst du mir
Jacke, du Opfer, sonst mach isch disch Messer." Tschüs.

Mann mann mann mann, Deutsch ist ganz schön schwer.

Allerdings.

"Seh isch eusch nächste Woche, ihr Ottos, ne."

"Tschüs, du Hure"

Sehr, sehr gut.

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