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S O N D E R H E FT 7/09 JUNI/JULI/AUGUST

Mit DVD • 300 Seiten • Tipps zu XP & Vista

Windows XP • Vista • Windows 7

Der komplette Guide zu Windows XP & Vista


System optimal einrichten • Programme richtig nutzen
Sicher surfen & mailen • Versteckte Befehle anwenden • Daten sichern • PCs vernetzen
XP- und Vista-Ärgernisse abstellen • Erste Tipps zu Windows 7 • u.v.m.

Deutschland € 12,99 Schweiz sfr 26,00


DVD

Österreich € 14,45 Benelux € 14,45

300 POWER-TOOLS
Mehr Tempo, mehr Sicherheit: Die besten Programme für XP & Vista
EDITORIAL

Windows XP & Vista


Wolfgang Koser
komplett von A bis Z
Stellvertreter des Chefredakteurs

Windows XP und Vista sind weiterhin das Windows Ihrer Wahl – auch wenn Micro-
soft die beiden Systeme in Zukunft mit Windows 7 ablösen möchte. Etabliert, robust und
inzwischen auch sicher: Das sind die Attribute, die für XP und Vista sprechen. Wir haben
hier Tipps, Tools und pfiffige Problemlöser für ein optimales System bereitgestellt, so dass Sie
wirklich alles aus XP und Vista herausholen und das System in Sachen Arbeitsgeschwindig-
keit, Bedienkomfort und Stabilität auf den aktuellen Stand der Technik hieven können.

Vista ist besser als sein Ruf – das zeigen unsere Workshops in vielen Details. Wie Sie Ihr
Vista-System optimieren, darüber informieren wir in diesem XXL-Sonderheft auf mehr als
300 Seiten. Richtig getunt, bietet Vista weit mehr als hübsche, durchsichtige Fenster: Unter
seiner Oberfläche stecken ausbaufähige Funktionen, um die Hardware optimal zu nutzen
und das System zu beschleunigen. Wir zeigen, wie Sie noch mehr Performance aus Vista
herauskitzeln und das System handlicher machen.

Zone Alarm ist die bekannteste und laut unseren Tests immer noch eine der
besten und zuverlässigsten Firewalls. Warum ich Ihnen das erzähle? Ganz ein-
fach: Als eines der ersten wirklich brauchbaren Sicherheitsprogramme hat
Zone Alarm vielen anderen Firewalls, Virenscannern und Anti-Spywa-
re-Tools den Weg geebnet. Dieses Programm finden Sie als eines von
300 bewährten Tools auf der C Heft-DVD, so dass Sie unsere Anlei-
tungen sofort nachvollziehen können und so Ihren Rechner zuver-
lässig gegen Angreifer abschotten. Denn nicht der Preis entschei-
det bei der Sicherheit, sondern die Leistung.

Viel Spaß beim Lesen!

Wolfgang Koser

Die Vollversion Tuneup Utilities 2008 ist das Highlight der Heft-DVD.
Außerdem haben wir die 300 besten Programme für XP & Vista für Sie
ausgewählt. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 8.

XXL-TIPPS 2009 3
INHALT

12 | So starten Sie mit Vista durch 38 | Windows 7 nachgebaut


Schöner, bunter und besser – das bietet die überarbeitete Bedien- Das nächste Windows bringt interessante Funktionen und eine
oberfläche von Vista. Hier die wichtigsten Highlights im Überblick. nette Optik. Das können Sie auch unter XP oder Vista haben.

Grundlagen
10 | Windows-Schnellstart
Installation und Einrichtung von XP und Vista
12 | Mit Vista durchstarten!
Das bietet die Bedienoberfläche von Vista
14 | Vista installieren
Schritt für Schritt als neues Setup einrichten
18 | Windows XP installieren
Auf DVD Die Einrichtung gelingt einfach und schnell
20 | Diese Software gibt’s in Vista
Vollversion Tuneup Wir ziegen die wichtigsten Vista-Bordmittel
Utilities 2008 sowie 24 | Updates einspielen
über 300 ausgewählte So bleibt Ihr System gegen Angriffe immun
Free- und Shareware-Tools 28 | Systemsicherung erzeugen
Schnell zur Grundinstallation zurückkehren
Windows-Tuning einfach wie nie: Mit den Tuneup Utilities 32 | Die wichtigsten Tastenkürzel
2008 räumen Sie die Festplatte auf, optimieren das Design von Wichtige Hotkeys für schnelle Navigation
Windows XP oder Vista und steigern die Systemleistung mit 34 | Das steckt in Windows 7
speziellen Werkzeugen. Über die Bedienerführung können Sie Die Highlights des neuen Windows-Systems
schnell und unkompliziert auf insgesamt 18 Tools in fünf Berei- 38 | Windows 7 nachgebaut
chen zugreifen. Mit der 1-Klick-Wartung führen Sie wichtige Rüsten Sie XP oder Vista im 7er-Stil auf
Tuning-Schritte in einer Aktion aus. Mehr dazu ab Seite 8.

Über 300 Tools: Wir haben für Sie eine Auswahl der besten
und wichtigsten Programme aus der internationalen Free- und
Shareware-Szene sowie unsere eigenen, bewährten PC-
WELT-Tools auf C DVD gepackt. So können Sie die Work-
shops und Tipps in dieser Ausgabe direkt nachvollziehen und
unsere Software-Empfehlungen ohne Umweg installieren. Die
meisten Programme sind kostenlos und ohne Einschränkung
unter Windows XP und Vista nutzbar. Mehr dazu ab Seite 8.

4 XXL-TIPPS 2009
INHALT

48 | Vista: So legen Sie richtig los 56 | Windows XP und Vista vernetzen


Ersparen Sie sich eine Menge Stress – mit Tipps zur Konfiguration Ein kleines Netzwerk richten Sie recht einfach ein, denn Windows
und einem Tool, das über 40 wichtige Funktionen bietet. verfügt von Haus aus über die nötigen Funktionen und Protokolle.

Konfigurieren Optimieren
46 | Richtig eingestellt 90 | Windows in Hochform
So konfigurieren Sie Ihr System ganz komfortabel Kostenlose Maßnahmen zum Optimieren und Tunen
48 | Vista: Richtig loslegen 92 | Windows-Inspektion
Über 40 wichtige Einstellungen ändern So bleibt der PC weiter schnell und stabil
52 | Windows-Schaltzentrale 96 | Ballast entfernen
Die Werkzeuge der Systemsteuerung nutzen Wie Sie Ihren Rechner einfach entmüllen
56 | Windows vernetzen 100 | Systembremsen lösen
Ein Netzwerk richten Sie recht einfach ein Tricks und Kniffe für ein Mehr an Leistung
66 | WLAN einrichten 106 | Tuning für den Explorer
Funknetzwerk ganz leicht in Betrieb nehmen Mehr Komfort für das Dateimanagement
72 | Bluetooth einrichten 110 | Bordwerkzeuge erneuern
Windows-PCs mit Funktechnik vernetzen Leistungsfähigere Alternativen einsetzen
74 | Fernsehen am Monitor 114 | Windows abrüsten
Wunschsender per TV-Karte oder -Stick Schneller arbeiten ohne Windows-Intelligenz
78 | Neue Treiber installieren 118 | Widgets nutzen
Mehr Geschwindigkeit, weniger Probleme Nützliche Gratishelfer im Windows-Alltag
82 | Dateien ordnen 122 | Tuning für den IE 8
Übersichtliche Struktur mit Bordmitteln Optische und funktionale Erweiterungen
86 | Desktop de luxe 130 | PDF für alles
Oberfläche von XP und Vista anpassen PDFs speichern, betrachten und durchsuchen
134 | System schneller starten
Tuning-Maßnahmen für wertvolle Sekunden

XXL-TIPPS 2009 5
INHALT

140 | Windows sicher mit Bordmitteln 172 | So arbeiten Sie virtuell


Für den ersten Schritt zum sicheren Windows-Computer können Testen Sie neue Programme, unbekannte Einstellungen, Sicherheits-
Sie mit Grundfunktionen arbeiten, die Ihr System mitbringt. Patches oder Software aus unseriösen Quellen – ohne Risiko.

Absichern Virtualisierung
138 | Windows abschotten 170 | Virtuelle Zweit-PCs
In nur wenigen Schritten immun gegen alle Schädlinge Virtuelle Maschinen bieten vielerlei Möglichkeiten
140 | Windows sicher mit Bordmitteln 172 | So arbeiten Sie virtuell
Angriffsflächen des Systems erheblich reduzieren Nutzen Sie einen virtuellen Zweit-PC gratis
141 | Alle Windows-Updates 182 | Windows-PC klonen
So aktualisieren Sie mit dem Update-Manager 1:1-Kopie Ihres Windows-PCs erstellen
142 | Schutz mit Antiviren-Tools 186 | Live-CDs für Windows
Antiviren-Software und Tipps schützen wirksam ISO-Images blitzschnell im virtuellen PC starten
144 | Schutzpaket im Eigenbau 188 | Linux auf dem Desktop
Mit zusätzlichen Tools den PC-Schutz erweitern Linux-Tools mit Andlinux ausführen
146 | Sicher surfen mit Add-ons und Tools
Browser absichern und Privatsphäre schützen
148 | Viren finden & beseitigen
Wie Sie bei einem Angriff am besten vorgehen
152 | Windows sicher in 5 Minuten
Tipps & Tools für ein bombensicheres System
158 | Firewall-Tipps
Tipps zum richtigen Einstellen einer Firewall
166 | USB-Stick als Datensafe
Schieben Sie dem Datendiebstahl einen Riegel vor
168 | Online-Konto absichern
Sicherheitsvorkehrungen beim Online-Banking

6 XXL-TIPPS 2009
INHALT

192 | Erste Hilfe für Windows XP und Vista


Sie kommen nicht an vertraute Einstellungen heran, und manches
funktioniert nicht so, wie es soll. Wir haben die Lösungen parat.

Power-Tipps für
Erste Hilfe Windows XP & Vista
192 | Erste Hilfe 210 | Tipps für XP und Vista
So laufen Windows XP und Vista optimal Diese Tipp-Sammlung hilft Ihnen garantiert weiter
193 | Vista-Ärgernisse abstellen 212 | Windows installieren
Die wichtigsten Lösungen für Alltagsprobleme Individuelle Setup-DVDs mit Updates
198 | XP-Ärgernisse abstellen 222 | Alles für den Desktop
Die besten Tipps und Tricks für Windows-Probleme Mehr Funktionen und schönere Designs
200 | System wiederherstellen 236 | Optimieren und tunen
So wird Ihr PC wieder startklar Funktionen einschalten, Sperren lösen
203 | So holen Sie alles zurück 252 | Windows-Sicherheit
Gelöschte Dateien mit Tools wiederherstellen So werden XP und Vista noch sicherer
204 | USB-Probleme lösen 266 | Dateien managen
So holen Sie das Beste aus USB-Geräten heraus Den Windows-Explorer effektiver nutzen
208 | Bios aktualisieren 282 | Testen & optimieren
Volle Leistung und keine Ärgernisse mehr Alle Hardware-Komponenten im Griff
298 | Problemlöser
Die Macken der Windows-Tools beheben

XXL-TIPPS 2009 7
DVD -INHALT

Vollversion Tuneup Utilities & 300 Top-Tools

Top-Software auf DVD


Räumen Sie mit der Vollversion Tuneup Utilities 2008 die Festplatte auf,
packen Sie Windows XP und Vista in ein neues Gewand, und steigern Sie
die Systemleistung mit speziellen Werkzeugen. Von Peter-Uwe Lechner

Die Tuneup Utilities 2008 lassen sich unter „Tuneup StartUp Managers“ schalten Sie nicht
Windows 2000, XP und Vista installieren. benötigte Autostart-Programme ab. Der „Tuneup
Das Setup ist schnell erledigt: Übernehmen Sie die System Optimizer“ kann Geschwindigkeitsbrem-
Vorgaben des Assistenten, und schließen Sie die sen aufspüren und sie lösen. Per Assistent wird
Installation ab. Über das Desktop-Icon starten die Systemkonfiguration in wenigen Schritten an-
Sie die Tuneup Utilities, führen das Update aus, gepasst. Physikalische Fehler in der Windows-Re-
und starten das Programm anschließend neu. Zur gistrierungsdatenbank beheben Sie mit dem Tool
Freischaltung der Vollversion klicken Sie auf „Tuneup Registry Defrag“. Außerdem lässt sich
„Produktschlüssel eingeben“. Tippen Sie die Registry für schnelleres Laden defragmentie-
Ihren Namen und die Zeichenfolge ren. Mit der 1-Klick-Wartung führen Sie wichtige
FTPLP-MNBNJ-LEJJK-YJDCB-YAX Wartungs- und Aufräumarbeiten für Windows in
JA-BQBTH als Seriennummer ein. einem Rutsch aus. Wenn Sie einen Zeitplan an-
Registrieren Sie sich danach als Besit- legen, wird das System einmal pro Woche auto-
zer der Vollversion. matisch im Hintergrund optimiert, ohne dass Sie
In der leicht verständlichen Be- bei Ihrer Arbeit gestört werden.
dienerführung der Tuneup Utilities Wechseln Sie in den Bereich „Windows anpas-
2008 stehen 18 Tools in fünf Be- sen“, um die beiden Werkzeuge „Tuneup System
reichen zur Verfügung. In der Katego- Control“ und „Tuneup Styler“ aufzurufen. Mit-
rie „Leistung steigern“ starten Sie den hilfe der Einstellungen lässt sich im Detail festle-
internen Festplatten-Defragmentierer gen, wie Ihr persönliches Windows zukünftig
„Tuneup Drive Defrag“. Mithilfe des aussehen und arbeiten soll.

Vollversion Tuneup Utilities 2008:


Registrierung gratis; S.A.D. GmbH,
www.my-sad.com

8 XXL-TIPPS 2009
DVD -INHALT

SOFTWARE AUF DVD 300 Programme für XP & Vista


.NET Framework 2.0 Gimp 2.6.6 pcwFBDisconnect Project X 0.90.04.00
.NET Framework 3.5 Gparted 0.4.4-1 pcwFreewareToolbox 1.2 Puppy Linux 4.2
7-Zip 4.65 HD Cleaner 3.186 Beta pcwGoogleHacks 1.0 QT Tabbar 1.2.2.1
Ad-Aware Anniversary Edition 8.0 HD Tune 2.55 pcwGPInst 1.1 QT Addressbar 0.9.6
Adblock Plus 1.0.2 HDD Health 3.3 pcwHide&See 0.9 Quickpar 0.9.1
Aerosnap 0.61 Hijack This 2.0.2 pcwHideInStreams 0.9 Recuva 1.26.416
AI Roboform 6.9.94 Hitachi Feature Tool 2.13 pcwHoverWheel 1.0 Redmond Path 1.0
Antivir Personal Free HW Monitor 1.13 pcwInfoCenter 1.3 Resource Hacker 3.4.0
Antivirus 9 I-Net Doc 2.0 pcwInUse Revo Uninstaller 1.80
Any Video Converter 2.7.3 IE7Pro 2.4.5 pcwIrfanIcon 1.0 Rightmark CPU Clock Utility 2.35
Appsnap 1.3.3 Imagine 1.0.4 pcwKillEmAll Rohos Logon Key 2.6
Appupdater 1.2 Imago MPEG Muxer 1.1 pcwKillUninstall 1.1 Rootkit Revealer 1.71
Artweaver 0.5.7 Imgburn 2.4.4 pcwLinkJump 1.0 Shell Enhancer 3.0
Ashampoo Firewall Free 1.2 Inkscape 0.46 pcwListKill 1.1 Shell Ex View 1.37
Audacity 1.2.6 Internet Explorer 8 (Vista) pcwListStreams 0.2 Shiftn 3.4.1
Autohotkey 1.0.48.03 Internet Explorer 8 (XP) pcwMakeConfigCenter 0.1 Silent Drive 2.4
Autoruns 9.50 Irfan View 4.23 pcwMediaKonverter 0.2.1 Speed Commander 12.50
AVG Free Edition 8.5 Irfan View, Plug-ins 4.23 pcwMultiCopy 1.1 Speedswitch XP 1.52
Bart PE PC-WELT XPE Isobuster 2.5 pcwMyRights 1.1 Spybot-Search & Destroy 1.6.2
Edition 1.0 Jalbum 8.2.8 pcwNoSleep 1.0 Stick 2.8.0.82
Belarc Advisor 7.2 Jap 00.11.012 pcwNotizIcon Stickies 6.7a
BTF-Sniffer 1.31 Java Runtime Environment 6 pcwNoUpdatesNow 1.0 Sudown 2.21
Cam2pc Free 4.6.1 Update 13 pcwNSE 1.0 Sumatra PDF 0.9.3
Ccleaner 2.19 Jk Defrag 3.36 pcwOpenFiles 1.0 Sumatra PDF Portable 0.9.3
CD Bremse 1.49 Jk Defrag GUI 1.05 pcwOpennew 1 SUMo 2.5.0.73
CD Burner XP 4.2.4.1300 JLCs Internet TV 1.1.0 pcwPatchLoader 2.0.2 Sweepi 5.4
CFDButton 1.0 Keepass 1.15 pcwPicConvert 1.0 Synctoy 2.0
Check Disk 1.05 Kill-ID für Chrome 1.2.2.0 pcwPocketTools 1.03 Sysinternals-Suite
Check Drive 2009 Maxthon 2.5.1 pcwProcess 0.3 Teamviewer 4.1.6043
CIB Image 0.7.2.5 McAfee Site Advisor 2.9 pcwProfileMove TestDisk & PhotoRec 6.11
CIB pdf brewer 2.5.26 Media Portal 1.0.1 pcwQuickStop 1.1 Threat Fire 4.1.0
Clear Skin FX 1.0 Miranda IM 0.7.17 pcwRarHide 1.0 Thunderbird 2.0.0.21
Clever Print Free 2009 Moba Live CD 2.0 pcwReg2 Thunderbird Portable 2.0.0.21
Clickfont 2.0.1 Mokafive Player 1.6.1 pcwRegSaveRestore 1.1 Top Process
Clip X 1.3.0.8 Mouseless Browsing 0.5.2.1 pcwRestore Total Commander 7.04a
Codestuff Starter 5.6.2.8 MP3Tag 2.43 pcwRunAs 0.3 Trillian Basic 3.1.12.0
Color Cast FX 1.0 Netsetman 2.5.4 pcwRunOnUnlock 1.0 Tuneup Utilities 2008
Comodo Internet Security 3.8 Nlite 1.4.9.1 pcwRunScriptAsAdmin 1.0 TV-Browser 2.7.3
Crystal Disk Info 2.7.0 Norton Internet Security 2009 pcwScreenKeys 1.0 Ultra Defrag 3.0
Deja Vu 2.29 Notepad++ 5.3.1 pcwSecureBrowser 1.0 Unlocker 1.8.7
Digifoto 3.0.6 Notepad2 3.0.20 pcwSecurityAddons 1.0 Unstoppable Copier 3.56
Digital Camera Enhancer 1.3 NTFS-Link 2.1 pcwShellExtension 1.1 Updatestar 4.0
Directory Opus 9.1 Online Armor Personal Firewall 3.0 pcwSIcons2 Utorrent 1.8.2
Divx 7 Online TV Player Free 4.9 pcwStExBar 1.4.4 Uxtheme Multi-Patcher 6.0
Doc’s AAM Tool 1.7.1d Open Office 3.1.0 pcwSysBackup 1.1 Vallen JPegger 5.0.3
Dr. Hardware 2009 9.9.2 Open Office Portable 3.0.1 pcwSysFolds 1.0 Virtual Clone Drive 5.4.2.5
Drive Image XML 2.02 Open PLS in Windows pcwTCC 1.0 Virtual Box 2.2.2
Driver Detective 6.4.0.7 Media Player 2.3.0 pcwTextExportr 2.1 Vista Firewall Control 2.4
Driver Magician Lite 3.42 Open With 1.1 pcwTreeBuilder Vistalizator 2.10
Easeus Partition Master OpenDNS-Updater 1.3 pcwTypCheck 1.1 Visual Tooltip 2.2
Home Edition 3.5 Opera 9.64 pcwUltimateLoader 1.20 VLC Media Player 0.9.9
Easy BCD 1.7.2 Orbit Downloader 2.8.9 pcwUpdateRepair 1.0 Vlite 1.2
EF Commander 7.04 Oscar’s Renamer 1.1 pcwUSBWatcher 1.1 Vmware Converter 4
EF Process Manager 5.11 Pagedefrag 2.32 pcwUSKeyboard 1.2 Vmware Player 2.5.2
EF Startup Manager 4.21 Paint.Net 3.36 pcwVirtualFolder 1.1 VSO Image Resizer 2.1.8.2
Eraser 5.86.1 PC Tools Firewall Plus 5.0 pcwVirtualLibraries 1.0 Web-Recherche Professionell 3.0
Erunt 1.1j pcwAnnoyances 1.1 pcwVistaCleaner 1.3 Winamp Free 5.552
F-Prot Antivirus for pcwAppUpdater 0.2 pcwVistaPE 1.2 Windows 7 Boot Screen
Windows 0.6.9.1 pcwArbeitsplatz 1.1 pcwVistaServices 1.2 for Vista 1.0
File Recovery 4.0 pcwAutostart 1.4.2 pcwWinMinMax 1.0 Windows 7 Boot Screen
Filezilla 3.2.4 pcwAutoText 1.0 pcwWinPolice 1.0 for XP 1.0
Find and Run Robot 2 pcwBand2 pcwWMPPassiv Windows 7 PDC Style
Find As You Type for pcwCapsRun pcwXPProme 1.0 for Vista 1.0
Internet Explorer 1.3 pcwCleaner 2.5 pcwXPServices 1.1 Windows Defender 1.1
Firefox PC-WELT-Edition 3.0.10 pcwCombineMP3 1.0 pcwXPSetupExpander 1.0 Windows Media Player 11
Foxit Reader 3.0 pcwCPUInfos 1.0 PDF-Xchange Viewer 2.0 Winpatrol 2009 16.0
Free Commander 2009.02 pcwCustomVista 1.1 PDF-Xchange Viewer Portable 2.0 WOL Magic Packet Sender 1.5
Free Commander Portable pcwDEKeyboard 1 PE Builder 3.1.10a Wordpad 2009
2009.02 pcwDelOnReboot Pea Zip 2.5.1 WOT 20090414
Free CompuSec 5.2 pcwDirSize 1.0.0.1 Photo Filtre 6.3.2 Xnview 1.96
Free Registry Cleaner 2.0 pcwDisableAvnotify 1 Picasa 3.1 XP Antispy 3.97-3
Free PDF XP 3.26 pcwDisableStandby Pidgin 2.5.5 XP File Security Extension 1.2
Fresh Diagnose 8.04 pcwDreamScreen 1.1 Portable Miranda IM 0.7.17 Xpy 0.10.9
Fresh Download 8.24 pcwDriveIcons 2 Power Point Viewer 2007 Zone Alarm Free 7 für XP
G-Data Internet Security 2010 pcwEventid 0.1 Powertoy Calculator 1.0 Zone Alarm Free 7 für Vista
Getit 2009 pcwExplorerErweitern 1.0 Process Explorer 11.33 Zonescreen 1.0.10.0

XXL-TIPPS 2009 9
GRUNDLAGEN Im Überblick

INHALT Grundlagen
12 | Mit Vista durchstarten!
Das alles bietet die Bedienoberfläche von Vista
14 | Vista installieren
Vista Schritt für Schritt als neues Setup einrichten
18 | XP installieren
Die Einrichtung gelingt einfach und schnell
20 | Diese Software gibt‘s in Vista
Wir kennen die neuen Windows-Bordmittel
24 | Updates einspielen
So bleibt Ihr System gegen Angriffe immun
28 | Systemsicherung erzeugen
Schnell zur Grundinstallation zurückkehren
32 | Die wichtigsten Tastenkürzel
Wichtige Hotkeys für eine schnelle Navigation
34 | Das steckt in Windows 7
Die Highlights des neuen Windows-Betriebssystems
38 | Windows 7 nachgebaut
Rüsten Sie Windows XP oder Vista im 7er-Stil auf

10 XXL-TIPPS 2009
Im Überblick GRUNDLAGEN

Windows-
Schnellstart
Einsteigen und loslegen – Installation und Einrichtung von XP
und vor allem von Vista sind leichter denn je. Von Haus aus sind
die wichtigsten Anwendungen mit dabei. Von Peter-Uwe Lechner

Auch mehr als zwei Jahre nach Markteinfüh- doch jede Menge Neuerungen gegenüber XP und
rung hat Vista sein Negativ-Image noch älteren Windows-Ausgaben in Vista finden. Vor
nicht ganz abgelegen können. Zu unrecht. allem bei den eingebauten Programmen ist Vista
Setup und Aktualisieren der Vista-Software-Kom- gegenüber XP im Vorteil. Die Standard-Installa-
ponenten verlaufen in den meisten Fällen ohne tion der Ultimate-Edition von Vista belegt fast 8,5
Probleme. 30 Minuten Zeit müssen Sie auf einem GB Festplattenspeicherplatz. Im Gegenzug erhält
aktuellen PC für eine komplette Neuinstallation man einige schöne Programmzugaben, für deren
aufwenden. Wir führen Sie Schritt für Schritt Funktionen man früher noch Anwendungen an-
durch die Einrichtung und weisen Ihnen den Weg derer Hersteller installieren musste. Und damit
um mögliche Hürden. Gut: Treiber für gängige ausgiebiges Experimentieren nicht im Fiasko
Hardware-Modelle sind standardmäßig mit an endet, sollten Sie eine Systemsicherung erzeugen.
Bord oder lassen sich leicht nachrüsten. Nach Das spart jede Menge Zeit, schont die Nerven und
dem Setup offenbart der erste Blick auf das Sys- sichert die Einsatzbereitschaft. Jederzeit kehren
tem wenig Revolutionäres, wenngleich sich aber Sie so schnell zur Grundinstallation zurück.

QUICK-TIPPS
Alte XP-Ansichten gehen und dann eine Vielzahl von Einträgen de- Handlers\CancelAutoplay\Files\”. Hier finden
Menüs wieder einblenden aktivieren, haben Sie gut zu tun. Einfacher geht’s, Sie bereits eine Liste mit Dateien und Datei-

!
Microsoft hat unter Vista versucht, die wenn Sie das Schema „Keine Sounds“ wählen typen, deren Ausführung verhindert wird. Um
Bedienung einiger Programme über- und einige Ausnahmen einrichten (etwa für selbst einen Eintrag hinzuzufügen, legen Sie
sichtlicher zu gestalten. Bei Explorer, Internet „Geräteanschluss“ und „Gerätetrennung“). eine neue Zeichenfolge an und geben als
Explorer und Windows Media Player sind die Namen die betreffende Datei an. Sie können
bisherigen Menüleisten ausgeblendet. Um sie Autorun einstellen auch Platzhalter wie „*“ verwenden. Als Wert
auf den Schirm zu holen, genügt ein Druck auf Autoplay-Filter erweitern für die Zeichenfolgen tragen Sie nichts ein.

!
die <Alt>-Taste. Wenn Sie die Menüs aber Wenn auf Ihrem System die Autoplay-
dauerhaft einblenden möchten, verwenden Sie Funktion aktiv ist, dann sucht Windows Schnellstarter
die Tastenkombination <Strg>-<M>. nach dem Einlegen einer CD oder DVD nach Hotkeys für Programme vergeben

!
der Textdatei Autorun.inf. Darin steht hinter dem Sie wollen häufig benötigte Programme
Ereignisse mit Klang Eintrag „OPEN=“, welche Datei ausgeführt schneller starten – per Hotkey. Suchen
(Keine) Sounds einrichten werden soll. Sie können einen Filter setzen, um Sie dazu den betreffenden Anwendungs-Link im

!
Sie möchten nur bei einigen wichtigen das für bestimmte Dateien zu verhindern. Star- Startmenü, klicken Sie mit der rechten Maus-
Ereignissen eine Audiorückmeldung hö- ten Sie Regedit, und öffnen Sie den Schlüssel taste auf das Icon, und wählen Sie „Eigen-
ren, ansonsten soll Ihr PC still sein. Wenn Sie „Hkey_Local_Machine\Software\Microsoft\ schaften“. Unter „Tastenkombinationen“ tragen
vom Soundschema „Windows-Standard“ aus- Windows\CurrentVersion\Explorer\Autoplay- Sie den gewünschten Hotkey ein.

XXL-TIPPS 2009 11
GRUNDLAGEN Vist a im Überblick

Mit Vista durchstarten!


Schöner, bunter und besser – das bietet die überarbeitete Oberfläche
von Vista. Microsoft hat dabei einige Kritikpunkte von Windows XP
beseitigt. Hier die wichtigsten Highlights. Von Peter-Uwe Lechner

Pfadanzeige
Auf den ersten Blick nur der Pfad zum aktu-
ellen Ordner oder Laufwerk, auf den zweiten
Blick eine praktische Navigationsmethode:
Jedes einzelne Element im Pfad ist mit der
Maus anwählbar, und auf Wunsch klappt es
enthaltene Unterordner aus.

Favoritenleiste
An dieser Stelle schalten Sie zwischen Ihrem
persönlichen Ordnerfavoriten und dem Datei-
baum des aktiven Laufwerks um. Favoriten
lassen sich per Mausklick anlegen und sind
in jedem Vista-Dateidialog immer verfügbar.

Startmenü
Ein Klick auf das Windows-Logo öffnet die
Steuerzentrale von Vista. Erst nach einem
Klick auf „Alle Programme“ kommen sämt-
liche Anwendungen zutage. Praktisch ist die
neue Suchfunktion: Sobald Sie einen Begriff
in das Feld eintippen, präsentiert Ihnen Vista
passende Ergebnisse.

Schnellstartleiste
Bekannt aus Windows XP, nahezu unverän-
dert auch in Windows Vista zu finden.
Inklusive eines neuen Knopfes, um unter der
schicken Oberfläche Aero das 3D-Fenster-
umschalten (3D Flip) zu aktivieren.

12 XXL-TIPPS 2009
Vist a im Überblick GRUNDLAGEN

Große Icons Systemsteuerung


Gegen die Kollegen in Windows XP sind die Die Systemsteuerung zeigt alle Einstel-
Programm-Icons in Vista wahre Riesen. lungen in Rubriken gruppiert, so dass sich
Vorteil an der schicken Darstellung: Sie Module schneller finden lassen. Die Status-
erkennen viel einfacher, um welches Pro- zeile oben und die am linken Rand befind-
gramm es sich handelt, und die Ordner liche Navigationsleiste sorgen für einen
zeigen sogar ihren Inhalt erkennbar an. schnellen Modulwechsel. Wer mag, kann
jederzeit zur klassischen Ansicht wechseln.

System verwalten
Das Hinzufügen und Entfernen von Anwen-
dungen sowie das Ausführen von Verwal-
tungsaufgaben erfordert Administrator-
rechte. Das kommt der Sicherheit zugute.
Da Benutzer standardmäßig mit ein-
geschränkten Rechten arbeiten, kann kein
Unbefugter unbemerkt Veränderungen am
Vista-System vornehmen.

Media Player
Microsofts Windows Media Player hat nicht
nur eine neue und besser geordnete Ober-
fläche: Inzwischen verwaltet die Multimedia-
Zentrale sogar Bilder und Videos. Selbst
Video-DVDs sind jetzt kein Problem mehr –
das geht ganz ohne Installation spezieller
Codecs wie noch unter Windows XP.

Windows Sidebar
Apples Mac-OS X hat das Dashboard, Vista
hat die Sidebar: In der erweiterbaren Leiste
lassen sich Widgets verankern, die nützliche
und weniger nützliche Funktionen bieten:
Uhr, Newsfeeds, Diashow, Aktienkurs-
monitor, Notizblock und eine Auslastungs-
anzeige für Prozessor und Arbeitsspeicher.

Systray-Infobereich
Wie schon unter XP sehen Sie hier auf einen
Blick, welche Programme im Hintergrund ak-
tiv sind. Vistas eigene Systemmeldungen
klappen als Benachrichtigung mit Link zur
Hilfebibliothek auf. Hübsch: Alle wichtigen
Infos wie Netzwerk- oder Batteriestatus sind
deutlicher erkennbar.

XXL-TIPPS 2009 13
GRUNDLAGEN V ist a-Inst allation

Vista installieren
Die Installation von Windows Vista als Upgrade oder als neues Setup
dauert auf modernen PCs rund 30 Minuten. PC-WELT führt Sie
Schritt für Schritt durch die Einrichtung. Von Peter-Uwe Lechner

Die Installation von Vista geht auch unge- prüfung der Systemanforderungen an (für
übten Anwendern leicht von der Hand. Im Windows XP ab SP2, www.microsoft.com/ger
Gegensatz zu früheren Windows-Versionen hat many/windows/products/windowsvista/buyorup
Microsoft die Zahl der Abfragen, Dialoge und grade/upgradeadvisor.mspx, 7,2 MB). Das Pro-
Nutzereingaben deutlich reduziert. Dabei lässt gramm liefert nach der umfassenden Analyse de-
sich auswählen, ob Windows XP und Vista auf taillierte Informationen. Sie erkennen auf einen
einem Dual-Boot-System in friedlicher Koexis- Blick, ob Ihr PC die Voraussetzungen für die ge-
tenz installiert werden sollen oder ob Vista das wünschte Windows-Vista-Edition erfüllt. Die
bisherige System komplett ablöst. Zwar ist es wichtigste Meldung präsentiert der Upgrade-Rat-
möglich, eine bereits lange genutzte XP-Installa- geber an erster Stelle: Ist das System für die Nut-
tion auf Vista zu aktualisieren, doch in der Pra- zung von Windows Vista geeignet, meldet sich die
xis zeigt sich, dass das Upgrade teils schwerwie- Routine mit dem Hinweis „Auf Ihrem Computer
gende Probleme nach sich zieht. Vor allem kann Windows Vista ausgeführt werden“.
systemnahe Anwendungen wie Virenscanner, Weitaus interessanter als die von Microsoft
Firewall und Tuning-Tools können das System empfohlene Version sind die Informationen in
zum Absturz bringen. Außerdem übernehmen den Bereichen „Geräte“ und „Programme“. Der
Sie Fehler und überflüssige Dateien vom XP-Sys- Bereich „Systemanforderungen“ spielt nur dann
tem, sodass eine komplette Windows-Neuinstal- eine Rolle, wenn das System von der Routine als
lation mit Vista dringend angeraten ist. Vista-ungeeignet erkannt wird.
Wie viele Probleme im Zusammenhang mit
1. Vorbereitungen treffen
Hardware und Peripherie das Tool entdeckt hat,
Unabhängig vom Installationstyp sollten Sie zu- erkennen Sie nach einem Klick auf „Details an-
erst sicherstellen, dass Windows nach dem Setup zeigen“. Im unteren Bereich des Bildschirms in-
auch tatsächlich funktionieren wird beziehungs- formiert Sie das Tool über mögliche Probleme mit
weise sich nicht während der Installation mit Hard- und Software. Ein Klick auf „Details“
einer Fehlermeldung verabschiedet. Hierzu bie- zeigt weitere Informationen. Im Register „Aufga-
tet Microsoft mit dem Windows Vista Up- benliste“ empfiehlt Microsoft, was genau zu tun
grade Advisor ein kostenloses Tool zur Über- ist, etwa das Laden von Gerätetreibern.

2. Partitionen bearbeiten und wichtige


Daten vor der Installation sichern
Bei einer in mehrere Partitionen aufgeteilten Fest-
platte lässt Vista eine vorhandene XP-Partition
unberührt. Jedoch ist Vorsicht geboten. Ein klei-
ner Fehler während der Installation oder ein Pro-
blem mit dem Betriebssystem – und Datenverlust
wäre die Folge. Eine Sicherung Ihrer Daten ist
also Pflicht. Am einfachsten ist es, die Daten auf
eine externe Festplatte zu kopieren. Mit Spezial-
programmen wie den jeweils 50 Euro teuren
Tools Acronis True Image Home (www.acronis.
de) oder O&O Diskimage (www.oo-software.
de) beziehungsweise dem Open-Source-Utility
Clonezilla (auf C DVD und unter www.
clonezilla.org) können Sie ganze Partitionen als
Image auf Festplatte, externe Datenträger oder
Loslegen: Wählen Sie die Sprache und das Tastaturlayout für Windows Vista aus DVD sichern und bei Bedarf wiederherstellen.

14 XXL-TIPPS 2009
Vista-Installation GRUNDLAGEN

Vista kann eine Festplatte partitionieren, doch


die angebotenen Funktionen und Möglichkeiten
sind zu gering, wenn eine Festplatte ohne kom-
plette Neuformatierung für eine Dual-Boot-In-
stallation vorbereitet werden soll. Neben einer
kostenpflichtigen Software wie Partition Magic
(www.symantec.com/de, 70 Euro) oder Para-
gon Partition-Manager (www.partitionsmana
ger.de, 40 Euro) empfiehlt sich für alle Aufgaben
rund um das Partionieren die kostenlose Open-
Source-Live-Linux-Distribution Gparted (auf C
DVD und unter http://gparted.sourceforge.net).
Das wird nach dem Download auf CD gebrannt
und bootet den PC in einer deutschsprachigen
Bedienerführung. Gparted zeigt die vorhandenen
Festplatten und Partitionen und ermöglicht das Installationsart: Upgrades auf Vista funktionieren nur dann, wenn XP bereits
Erstellen, Löschen und Ändern derselben. Das installiert ist – ältere Windows-Versionen werden nicht unterstützt
File-System NTFS wird unterstützt.

3. Windows Vista installieren


Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind,
starten Sie den PC mit eingelegter Installations-
DVD neu. Windows lädt zuerst wichtige Dateien
in den Zwischenspeicher. Dann startet der Instal-
lationsassistent. Im ersten Dialog ist bereits die
richtige Sprache, das Uhrzeit- und Währungsfor-
mat und die Tastatureinstellung vorgegeben. Mit
einem Mausklick auf „Weiter“ geht es in den
nächsten Auswahldialog.
„Wissenswertes über Windows Vista“ enthält
Infos darüber, wie man Windows auf den neues-
ten Stand bringt. Mit den „Computerreparatur-
optionen“ startet man die Systemwiederherstel-
lung. Das ist notwendig, wenn Windows Vista Festplatte auswählen: Verwenden Sie eine vorhandene Partition – oder
einmal beschädigt ist und nicht mehr startet oder erstellen Sie mit dem Assistenten eine neue für das Vista-System

BOOTMENÜ AUTOMATISCH ERWEITERN


Vista findet automatisch eine installierte und Eingabeaufforderung. Bei Letzterem wird jeder Trei-
betriebsbereite Version von Windows XP. Beim ber vor dem Laden angezeigt, und der Anwender be-
Start des Rechners erscheint ein Bootmenü, und der stätigt oder lehnt ab. In der zweiten Hälfte des Bild-
Anwender kann auswählen, ob er die frühere Version schirms finden sich verschiedene erweiterte Opti-
von Windows oder Windows Vista starten will. Durch onen. Hier kann das Erstellen des Bootlogfiles ausge-
Drücken der Tabulatortaste lässt sich bei Problemen schaltet, eine niedrige Auflösung von nur 640 x 480
eine umfassende Speicherdiagnose durchführen. Ein Bildpunkten gewählt oder Vista mit der letzten funkti-
Bootloader einer Linux-Distribution wie Grub wird onierenden Konfiguration gestartet werden.
durch die Vista-Installation mit dem Vista-Bootmenü Tipp: Auswählen kann man hier auch die Verzeichnis-
überschrieben und ist verloren. dienstwiederherstellung und den Debugmodus, der
Markiert man Windows Vista und drückt die Taste den Systemkernel neu übersetzt. Treten Systemfehler
<F8>, erhält man die erweiterten Optionen für den auf, also Probleme mit Hardware-Treibern oder An-
Systemstart von Vista. Im „Abgesicherten Modus“ wendungsprogrammen, können Sie hier den automa-
stehen nur die wichtigsten Treiber und Dienste zur tischen Neustart des Betriebssystems ausschalten.
Verfügung. Bei Problemen mit dem Betriebssystem Mit „Erzwingen der Treibersignaturen deaktivieren“
wählen Sie diesen Startvorgang. Zusätzlich gibt es wird auch das Verwenden von Treibern mit ungültigen
diesen Modus mit Netzwerkunterstützung und mit Signaturen möglich.

XXL-TIPPS 2009 15
GRUNDLAGEN V ist a-Inst allation

schwere Fehler während des Betriebes von Win- wirklich, welche der internen Festplatten gemeint
dows Vista auftreten. Mit einem Mausklick auf ist oder ob Vista gar die angestöpselte USB-HD
„Jetzt installieren“ startet die Vista-Installation. meint. Vista nummeriert die verfügbaren Fest-
Der nächste Schritt ist die Eingabe des Pro- platten-Laufwerk durch und beginnt dabei mit
dukt-Keys. Dieser befindet sich auf dem DVD- den internen Medien.
Cover oder aufgeklebt auf dem PC-Gehäuse. Die Die erste Festplatte wie auch die erste Partition
Installation ohne einen Produkt-Key ist aber auch ist immer die 0. Bei einer internen Festplatte und
möglich. Jedoch kann Vista dann nicht aktiviert einer USB-HD heißt der interne Datenträger 0
werden und arbeitet als 30-Tage-Testversion. und die USB-Festplatte Datenträger 1. Ein Maus-
Erst, wenn Sie den Produktschlüssel eintippen, klick auf „Erweitert“ zeigt die zum Partitionieren
können Sie das System freischalten. Je nach ge- notwendigen Befehle „Neu“, „Löschen“, „For-
kaufter Vista-Version müssen Sie dann noch ein- matieren“ und „Erweitern“.
mal die DVD einlegen, damit Windows bestimm- Markieren Sie die Festplatte, auf der Sie Win-
te Systemkomponenten nachträglich installieren dows installieren wollen. Vista muss auf einer mit
kann. Deaktivieren Sie die Option „Windows au- dem Dateisystem NTFS formatierten Festplatten-
tomatisch aktivieren, wenn eine Internetverbin- partition installiert werden. Ist die Zielpartition
dung besteht“. Klicken Sie auf „Weiter“ für die nicht mit dem Dateisystem NTFS formatiert, ho-
Anzeige der Lizenzbedingungen. Setzen Sie ein len Sie dies mit „Formatieren“ nach. Im letzten
Häkchen vor „Ich akzeptiere die Lizenzbedin- Schritt wird Windows Vista installiert.
gungen“. Wenn Sie die Lizenz nicht bestätigen,
5. Windows einrichten
können Sie Vista nicht installieren.
Beim ersten Start von Vista legt das Betriebssys-
4. Richtige Festplatte finden
tem einige Konfigurationsdateien an und bindet
Der Assistent fragt im nächsten Schritt, wohin die angeschlossene Hardware automatisch ein,
Vista installiert werden soll und listet alle verfüg- sofern sie in der internen Datenbank vorhanden
baren Festplattenlaufwerke auf. Die Namen sind ist. Bevor man auf dem Desktop von Vista landet,
nicht identisch mit denen, die einem Laufwerk müssen Sie noch einige Einstellungen hinter sich
später zugeordnet werden. Aus diesem Grund ist bringen. Als Erstes wird ein Benutzerkonto er-
das Ziellaufwerk auch schwer zu finden. Mit stellt. Geben Sie einen Benutzernamen und ein
„Datenträger 0 Partition 5“ weiß man nicht Passwort ein. Zu beachten ist, dass das erste ein-
gerichtete Benutzerkonto für den Administrator
verwendet wird. Es ist empfehlenswert, später ein
eingeschränktes Benutzerkonto zu erstellen und
mit diesem zu arbeiten. Das schützt den Rechner
vor ungewollten Veränderungen und sorgt dafür,
dass Angriffe von außen erschwert werden.
Anschließend wird ein Name für den Compu-
ter angegeben oder die Vorgabe übernommen.
Mit der Auswahl „Empfohlene Einstellungen ver-

Înstallation starten: Die Setup-Dateien werden


auf Festplatte kopiert und danach extrahiert

Fragen beantworten: Wie heißt der Hauptnutzer? Welches Icon ist für ihn?

16 XXL-TIPPS 2009
Vista-Installation GRUNDLAGEN

wenden“ werden wichtige Updates aus dem In-


ternet geladen und installiert, und der Internet-
Browser wird so eingestellt, dass der Anwender
vor Hacker-Attacken, Virenangriffen, Spyware
und Phishing geschützt ist. Außerdem sucht Vista
online bei Problemen mit dem Betriebssystem
nach einer passenden Lösung.
Vista fordert Sie nun auf, die Zeit- und Datums-
einstellungen zu überprüfen. Gut: Windows stellt
automatisch fest, wenn der Computer an einem
Netzwerk-Router angeschlossen ist und bietet
drei Zonen für die Einrichtung an. Die Auswahl
„Zu Hause“ sollte die Richtige sein. Damit haben
Sie die grundlegenden Einrichtung hinter sich.

6. Der erste Start


Nach 30 Minuten: Herzlich willkommen in der Welt von Windows Vista.
Melden Sie sich mit dem bei der Einrichtung fest- Sie müssen nun noch einige grundlegende Einstellungen vornehmen
gelegten Benutzerkonto an. Der Dialog „Will-
kommen“ begrüßt den Benutzer. Hier findet man Vista kann nach der Installation 30 Tage uneinge-
schnell Zugriff auf wichtige Einstellungsdialoge schränkt genutzt werden. Spätestens nach Ablauf
und -funktionen. Bereits jetzt fallen die optischen dieser Zeit muss das Betriebssystem bei Micro-
Gimmicks von Vista auf, etwa Transparenz und soft aktiviert werden, ansonsten schaltet es sich
Schattenwurf bei den einzelnen Fenstern. Die Ef- in einen „Spar-Modus“, der nur noch die Aktivie-
fekte sind nur zu sehen, wenn für die verwendete rung ermöglicht. Vista fordert Sie in unregelmä-
Grafikkarte ein WDDM-Treiber (Windows Dis- ßigen Abständen immer wieder zur Aktivierung
play Driver Model) zur Verfügung steht. Falls auf. Möchte man die Aktivierung unabhängig
nicht, besuchen Sie die Support-Seiten des Grafik- von den Hinweisen selbst durchführen, findet
kartenherstellers im Internet, und suchen Sie nach man die notwendige Funktion unter „System-
einem aktuellen Treiber. steuerung, System und Wartung, System“.

ALL IN ONE Linux, XP und Vista auf einem PC


Linux-Systeme richten einen eigenen Bootmanager ein. /dev/hdaX ist in unserem Fall wieder die Root-Partition.
ein, über den sich Linux und Windows XP starten las- Damit schreiben Sie den MBR in die Datei bootsect.lin. Ko-
sen. In der Regel ist es Grub. Das Vista-Setup-Programm hält pieren Sie diese Datei anschließend auf ein Laufwerk, auf
Linux für überflüssig und entfernt den Grub-Bootmanager aus das Sie auch unter Windows XP Zugriff haben, beispiels-
dem MBR (Master Boot Record) der Start-Festplatte. Danach weise einen USB-Stick.
können Sie XP und Vista starten, aber nicht mehr Linux. 3. Booten Sie Windows XP. Kopieren Sie die Datei
Bootmanager retten: Sie sollten daher vor der Vista-Instal- bootsect.lin auf Laufwerk C:. Öffnen Sie eine Eingabeauffor-
lation den Bootmanager etwas umbauen. Wir beschreiben derung (Cmd.exe), und geben Sie
die nötigen Schritte für Ubuntu. Bei anderen Linux-Systemen
attrib -s -h -r c:\boot.ini
verfahren Sie entsprechend.
notepad c:\boot.ini
1. Starten Sie Ubuntu, und richten Sie Grub im MBR der
Root-Partition ein (normalerweise liegt es im MBR der pri- ein. Im Editor fügen Sie dann die Zeile
mären Partition). Das ist die Partition, die auf „/“ eingehängt
c:\bootsect.lin=“Linux“
ist. Wie die genaue Bezeichnung lautet, bekommen Sie über
die Kommandozeile heraus, wenn Sie „sudo mount“ einge- am Ende der Boot-INI ein. Sollte im Abschnitt „[boot loader]“
ben. Geben Sie in einem Terminalfenster die Zeile „timeout=0“ stehen, ändern Sie den Wert beispiels-
weise auf „30“, damit der Windows-Bootmanager das Menü
sudo grub-install /dev/hdaX
anzeigt. Anschließend starten Sie den Rechner neu.
ein. In unserem Beispiel entspricht /dev/hdaX dem Gerät, Im Bootmenü lassen sich jetzt Windows und Linux als
das Sie vorher über „mount“ ermittelt haben. Betriebssystem auswählen. Außerdem können Sie nun Vista
2. Geben Sie dann den Befehl einrichten. Vista übernimmt die vorhandenen Einträge aus
der Boot.ini, so dass nach der Vista-Installation im Bootmenü
dd if=/dev/hdaX of=bootsect.lin bs=512 count=1
Vista, XP und Linux zur Auswahl stehen.

XXL-TIPPS 2009 17
GRUNDLAGEN X P-Inst allation

Windows XP installieren
Die Installation von Windows XP ist auch auf älteren PCs schnell erledigt.
Der Assistent führt Sie in rund 40 Minuten durch die einzelnen Setup-
Schritte bis hin zum ersten Start des neuen Systems. Von Peter-Uwe Lechner

Die Systemvorausssetzungen für Windows Das nächste Fenster lässt Ihnen beim Dateisystem
XP sind aus heutiger Sicht sehr gering. die Wahl zwischen FAT und NTFS. Gehen Sie mit
Schon auf einem Rechner der Pentium- den Pfeiltasten zum Eintrag „Partition mit dem
Klasse mit 233-MHz-Prozessor und 128 MB NTFS-Dateisystem formatieren (Schnell)“, und
Arbeitsspeicher lässt sich das Betriebssys- drücken Sie die Eingabetaste. Der Vorgang dauert
tem installieren. Auf der Festplatte sollten Sie einige Minuten. Direkt im Anschluss werden die
mindestens zehn GB Platz freihaben, vor allem Setup-Dateien von der CD auf Festplatte kopiert.
wenn Sie noch weitere Anwendungen unter XP Ist das erledigt, startet der Rechner neu – und Sie
einrichten möchten. fahren mit der XP-Installation fort.

1. PC booten und das XP-Setup starten 2. Installation im Assistenten fortführen


Zur Installation von Windows schieben Sie die Im „Willkommen“-Dialog klicken Sie auf „Wei-
XP-Setup-CD ins CD-Laufwerk und starten Ih- ter“. Im nächsten Fenster stimmen Sie den Li-
ren PC neu. XP bootet von der CD und emp- zenzvereinbarungen zu. Danach werden Sie auf-
fängt Sie mit einem Assistenten, der Sie durch gefordert, den XP-Produktschlüssel einzugeben.
die einzelnen Schritte führt. Zuerst werden eini- Diesen finden Sie auf der Rückseite der CD-Hül-
ge Systemtreiber geladen, damit Ihr System ein- le, in der die XP-CD geliefert wurde, oder auf
wandfrei funktioniert. Drücken Sie die <Enter>- einem Aufkleber am Gehäuse Ihres PCs. Dann
Taste, um den Willkommensbildschirm zu starten Sie mit einem Klick auf „Weiter“ die Ge-
überspringen. Im folgenden Schritt wählen Sie räte-Installation. Die Einstellungen im Fenster
die Festplatten-Partition aus, auf der Sie Win- „Regions- und Sprachoptionen“ sollten vom In-
dows XP im weiteren Verlauf installieren möch- staller korrekt vorgegeben sein, sodass Sie sie mit
ten. In den meisten Fällen wird dies C:\ sein. Ist „Weiter“ bestätigen können. Tippen Sie nun in
eine unformatierte Festplatte eingebaut, so drü- die beiden Eingabefelder Ihren vollen Namen so-
cken Sie die Taste <E> zum Erstellen einer neuen wie darunter eine beliebige Organisation ein. Be-
Partition. Mit der Taste <L> löschen Sie eine stätigen Sie mit der Eingabetaste. Ändern Sie im
markierte Partition und legen danach mit <E> nächsten Fenster den Computernamen und geben
eine neue Partition an. Sie einen eindeutigen Namen ein, etwa „XP-Ar-

Vorbereitungen: Das Setup kopiert die Installations-


dateien von CD auf Festplatte und startet nach einen
Reboot den grafischen Installer

Festplatten auswählen: Bei der Installation von


Windows XP können Sie bestehende Partitionen
auswählen oder neue erstellen

18 XXL-TIPPS 2009
X P-Inst allation GRUNDLAGEN

beitsrechner“. In den beiden Feldern darunter


geben Sie das Passwort für das Administrator-
konto ein und bestätigen Sie es. Klicken Sie auf
den Button „Weiter“.
Die Einstellungen für Datum und Uhrzeit im
folgenden Dialog sollten ebenfalls stimmen. Falls
nicht, passen Sie sie an und bestätigen die Einga-
ben mit einem Klick auf „Weiter“. Im Netzwerk-
Dialog aktivieren Sie die Option „Standardein-
stellungen“, wenn der PC an einen Router
angeschlossen ist, der die Netzwerkeinstellungen
automatisch übermittelt. Nun startet die eigent-
liche Installation, die rund 30 Minuten dauert.

3. Frisches Windows starten


Ist die XP-Installation beendet, landen Sie ganz
automatisch am Log-in-Bildschirm. Tippen Sie Schritt für Schritt: Ein Assistent begleitet Sie bei den Abfragen und Einstel-
das während des Setups festgelegte Passwort für lungen. Rund 40 Minuten dauert die gesamte Installation
das „Administrator“-Konto ein, und drücken Sie
die Eingabetaste. Nun lädt XP die Benutzer-
einstellungen und präsentiert – je nach XP-Versi-
on mit Service Pack 1 bis 3 – einige Abfragen, die
von sanften Klängen untermalt sind, falls die
Soundkarte des Rechners von Windows XP er-
kannt werden konnte. Ab Service Pack 2 lassen
sich etwa Updates automatisch laden und ein-
spielen. Auch das Einrichten der Internet-Verbin-
dung wird an dieser Stelle weitgehend automa-
tisch vorgenommen. Registrieren Sie die XP-Kopie
bei Microsoft, und legen Sie einen neuen Benut-
zer an. Windows XP startet jetzt direkt auf den
Desktop. Eventuell sind noch einige Einstellun-
gen notwendig, beispielsweise wenn die Bild-
schirmauflösung nicht korrekt ermittelt wurde
oder wenn der angeschlossene Drucker nicht
richtig funktioniert. Laden Sie sich die aktuellen Erster Start: Melden Sie sich an das frisch installierte XP-System an, und
Treiber vom Hersteller, und installieren Sie sie. nehmen Sie Einstellungen wie Bildschirmauflösung vor

INSTALLATIONSPROBLEME Zusätzliche Optionen helfen


Während des eigentlichen Installationsvor- Im weiteren Verlauf macht Sie die Installationsrou-
gangs sind Ihre Eingriffsmöglichkeiten relativ tine von Windows XP durch eine Einblendung darauf
begrenzt. Sollte sich die Setup-Routine mit einer aufmerksam, dass Sie mit der <F6>-Taste einen
Fehlermeldung verabschieden, starten Sie die Instal- eventuellen SCSI- oder Raid-Controller in die Instal-
lation erneut und drücken während der Bildschirmmel- lation einbeziehen können. Dafür müssen Sie – nach
dung „Setup untersucht die Hardware-Konfiguration einer Aufforderung durch die Setup-Routine – die
Ihres Computers“ die <F5>-Taste. <Z>-Taste drücken und die entsprechende Treiber-
Markieren Sie im Auswahlmenü den Eintrag „Stan- diskette in das Floppy-Laufwerk einlegen.
dard-PC“, und bestätigen Sie Ihre Auswahl mit einem Mit der <Return>-Taste weisen Sie das Installations-
Druck der <Return>-Taste. Diese manuelle Vorgabe programm an, die Treiber von der Diskette einzulesen
ist eigentlich nur auf älteren Systemen nötig, die Pro- und Ihnen eine Liste der unterstützten Geräte anzuzei-
bleme haben, die für den Energiesparbetrieb erforder- gen. Markieren Sie die gewünschte Komponente, und
liche ACPI-Hardware-Abstraktionsschicht (Advanced bestätigen Sie mit der <Return>-Taste. Fahren Sie
Configuration and Power Interface) zu laden. dann mit der XP-Installation fort.

XXL-TIPPS 2009 19
GRUNDLAGEN V is t a- Sof t ware

Diese Software gibt’s


in Vista, das leistet sie
Der Weg von der Digicam zur kompletten Film-DVD war noch nie
so kurz wie in Windows Vista. Auch in anderen Bereichen hat das
Windows-Betriebssystem dazugelernt. Von Jan Schneider

Microsoft hat Windows von Version zu Windows das neue Programm und zeigt die
Version mit mehr kostenlosen Beigaben Bilder in Form von Thumbnails an, nach
ausgestattet, etwa mit dem Internet Explorer Aufnahmedatum gruppiert. Über die Navigati-
oder dem Media Player. Und auch in Vista gibt es onsleiste können Sie die Schnappschüsse zusätz-
eine ganze Reihe neuer Anwendungen. Die wich- lich nach Bewertungen, Ordnern und Beschrif-
tigsten stellen wir Ihnen nachfolgend vor. tungen sortieren. Gerade die Beschriftungen sind
dabei sehr praktisch, um bei großen Fotosamm-
Fotos organisieren
lungen den Überblick zu behalten.
Kennen Sie das? Sie kommen beispielsweise aus
Fotos präsentieren
dem Urlaub zurück, laden die Ferienfotos auf den
Rechner und sichern die Dateien in irgendeinem Über die Schaltfläche unten in der Mitte können
Verzeichnis, das Ihnen gerade sinnvoll erscheint. Sie außerdem eine ansprechend gestaltete Dia-
Ein Jahr später erinnern Sie sich an diese wunder- show starten, die auf Ihrer nächsten Party die
bare Aufnahme von Ihnen und Ihrer Begleitung Gäste begeistert. Das Beschriften von Fotos geht
mit dieser damals so romantischen Sonnenstrah- kinderleicht von der Hand, auch eine ganze Reihe
len-fallen-in-Wald-Stimmung. Leider haben Sie von markierten Aufnahmen kann in einem Rutsch
aber keinen Schimmer mehr, wo Sie danach su- behandelt und geordnet werden.
chen müssen. Es ist zum Verzweifeln, normaler- Genauso leicht können Bilder mit ein bis fünf
weise. Mit der Windows-Fotogalerie, die die Sternen bewertet werden: fünf Sterne für die
Funktionen von Bilddatenbanken, Präsentations- Crème de la Crème in Ihrem Album, ein Stern für
Software und rudimentäre Bearbeitungsfunkti- unscharfe Aufnahmen. Gut: Die Meta-Informati-
onen kombiniert, will Microsoft solch unaufge- onen werden im Adobe-XMP-Format direkt in
räumten JPEG-Lager nun in Ordnung bringen. die Dateien geschrieben, sodass später auch ande-
Sobald Sie Bilder oder Videos von Ihrer Kame- re Anwendungen etwas damit anfangen können.
ra über den Standardweg importieren, startet
Fotos optimieren und drucken
Über die Leiste am oberen Bildschirmrand kön-
nen Sie die Fotos weiterverarbeiten. Hinter der
Schaltfläche „Reparieren“ verbergen sich einige
Bildoptimierungsfunktionen. Dort können Sie die
Bilder zuschneiden, Helligkeit und Kontrast ver-
ändern und rote Augen korrigieren. Mehr gibt es
allerdings nicht – Sie können leider die Auflösung
nicht verändern und auch keine Kratzer oder Fle-
cken entfernen. Zum schnellen und unkompli-
zierten Aufpeppen von zu dunkel geratenen Fotos
eignen sich die Werkzeuge aber allemal.
Mit „Drucken“ lassen sich die gespeicherten
Medien nicht nur über den Drucker ausgeben,
sondern auch bei einer Reihe von Fotodiensten in
Auftrag geben. Eine jeweils online aktualisierte
Die Besten zuerst: Hier zeigt die Windows-Fotogalerie alle Liste erlaubt Zugriff auf den Service verschie-
„Landschaften“ an, sortiert nach der Bewertung dener Anbieter, beispielsweise dm und Schlecker.

20 XXL-TIPPS 2009
V is t a- Sof t ware GRUNDLAGEN

Der gesamte Bestellvorgang ist dann in das Be-


stellfenster der Windows-Fotogalerie eingebettet.
Unkomplizierter geht es nicht.

Die eigene DVD brennen


Nach einem Klick auf „Film erstellen“ öffnet sich
der aus Windows XP bekannte Windows Movie
Maker. Die in der Fotogalerie markierten Medien
sind bereits zu einem Film mit Übergängen und
Abspann zusammengeschnitten, auf Wunsch dür-
fen Sie aber auch selbst Hand anlegen. Der Movie
Maker ist weniger mächtig als die meisten kom-
merziellen Alternativen – doch zum einfachen
Zusammensetzen der Videoschnipsel von Opas
Geburtstag ist das Microsoft-Programm durch-
aus zu gebrauchen. Die Vista-Version kennt ein
paar Effekte und Überblendungen mehr als das
XP-Pendant und verarbeitet in Vista Home Auf den Spuren von Hollywood-Regisseuren: Projizieren Sie Ihre Filme
Premium und Vista Ultimate sogar HD-Formate. mit DVD Maker auf eine digitale Leinwand
Ebenfalls in diesen beiden Editionen enthalten
ist der komplett neue Windows DVD Maker, der Vorgänger sehr ähnlich. Ein weiteres Feature, das
vom Movie Maker oder direkt von der Fotogale- Outlook Express bisher nicht ohne Weiteres be-
rie aus erreichbar ist. Mit diesem können Sie Ihre herrschte, ist die eingebaute Rechtschreibkorrek-
Medien auf einer ansprechenden Film-DVD ver- tur. Die kann so manchen orthografischen Faux-
ewigen. Für das DVD-Menü bietet das Programm pas verhindern, ist aber auch nicht der Weisheit
20 Vorlagen an, die jeweils Titelseite, eine Szenen- letzter Schluss. So wird beispielsweise die nicht
auswahl und eine Hinweis-Texttafel umfassen. mehr geltende alte Rechtschreibung (etwa „daß“)
Die Vorlagen sind nicht bloß statische Collagen, als korrekt durchgewunken.
sondern teilweise mit aufwendigen Animationen
Spam- und Phishing-Abwehr
ausgestattet. So startet ein Menü als virtuelle
Kamerafahrt um eine vom Scheinwerferlicht be- Wichtigstes neues Feature ist der Spam- und
strahlte 3D-Leinwand, ein anderes projiziert Phishing-Filter, der unliebsame Mails abwehren
Videofetzen auf ein zylinderförmiges Etwas. So soll. Der Spamfilter, der in der deutschen Version
schick die Vorlagen auch sind, die Möglichkeiten, „Junk-E-Mail-Schutz“ heißt, kennt vier Sicher-
sie zu verändern, sind eingeschränkt. Im Grunde heitsstufen. In der sichersten Stufe werden nur
lassen sich nur der Text und die Schriftart sowie Mails von Absendern angenommen, die Sie per
die eingebetteten Videos und Fotos anpassen, Whitelist als sicher qualifiziert haben. Die un-
neue Menüseiten, andere Hintergründe oder eige- sicherste Stufe blockiert ausschließlich Absender
ne Symbole erlaubt das Programm nicht. Wäh- einer allgemeinen Blacklist. Dazwischen gibt es
rend der Erstellung der DVD können Sie über zwei Stufen, bei denen Mails analysiert und dann
eine Vorschau den aktuellen Stand ausprobieren. als Spam markiert werden, wenn sie nach unge-
wollter Werbung aussehen. Leider gibt es kaum
Aufgebohrtes Outlook Express
Möglichkeiten, den Spamfilter zu konfigurieren.
Wer mit seinem PC Termine und Kontakte ver-
walten möchte, konnte das bisher mit Windows-
Bordmitteln nur sehr eingeschränkt tun. Micro-
soft Outlook ist nur als teure Stand-alone-Software
oder als Teil des Microsoft-Office-Paketes zu ha-
ben, die abgespeckte Variante Outlook Express
ist kaum mehr als ein einfacher Mail-Client. In Windows Mail:
Windows Vista sind jetzt mehr Bestandteile eines Der Nachfolger von
Personal Information Managers integriert. Die Outlook Express
Rolle von Outlook Express übernimmt das Pro- hat eine schickere
gramm mit dem naheliegenden Namen Windows Oberfläche und
Mail. Es passt sich ins Design der neuen Aero- viele Änderungen
Applikationen ein, ist aber funktionell seinem zu bieten

XXL-TIPPS 2009 21
GRUNDLAGEN V is t a- Sof t ware

Er lernt nicht aus falschen Entscheidungen, wie es


bei vielen Filtern heute üblich ist, und verdächtige
Zeichenketten in der Titelzeile oder im Mailtext
können auch nicht gesondert blockiert werden.
Hier wäre durchaus etwas mehr Kontrolle und
Einflussnahme wünschenswert.
Ein zweiter Filter versucht, Sie vor Phishing-
Mails zu schützen. Ist er eingeschaltet, blockiert
er in verdächtigen Mails Links und Bilder und
verschiebt alles auf Wunsch in den Spamordner. Junk-Abwehr: Windows Mail integriert die aus
Outlook bekannten Filtertechniken gegen Spammer
Kontakte & Termine verwalten
Zwei Erweiterungen lassen sich aus der Menü- Vista-Version unterscheidet sich allerdings nur
leiste von Windows Mail aus erreichen. Hinter geringfügig von der Version, die seit Oktober für
„Windows-Kontakte“ verbirgt sich nicht mehr, Windows XP zur Verfügung steht. Im Wesentlichen
als das Outlook-Express-Adressbuch auch schon wurde die Oberfläche auf Aero angepasst, aller-
zu bieten hatte. Neu ist dagegen der Windows- dings ist die Performance gerade beim Durchsu-
Kalender, der grundlegende Funktionen eines chen großer Medienbibliotheken stark verbessert.
Terminkalenders zur Verfügung stellt. Er be- Nach dem ersten Start des Windows Media
herrscht die üblichen Ansichten wie Tag, Arbeits- Players über den Start-Button und den entspre-
woche, Woche und Monat. Mehrere Kalender, chenden Eintrag in der Programmliste begleitet
beispielsweise für privat und beruflich, lassen sich Sie ein Assistent bei der Einrichtung. Sie können
zusammen verwalten und auch gleichzeitig ein- die Vorgaben von Microsoft mit der Auswahl von
blenden. Den Terminen lassen sich Details wie „Expresseinstellungen (empfohlen)“ übernehmen
Ort, Web-Adressen und Teilnehmer zuordnen. und den Media Player automatisch nach Musik-
Per WebDAV (Web-based Distributed Authoring und Videodateien auf der Festplatte suchen las-
and Versioning) können Sie einzelne Kalender sen. Die Treffer fügen Sie anschließend der
auch im Internet publizieren und mit anderen Medienbibliothek hinzu.
Personen gemeinsam nutzen. Leider fehlen aber Nutzen Sie dann verschiedene Such- und Aus-
so grundlegende Funktionen wie Ausnahmen bei wahlkriterien, beispielsweise „Interpret“, „Al-
periodischen Terminen. bum“ und „Musiktitel“. Wechseln Sie die An-
sichten mit einem Klick auf einen Eintrag unter-
Multimedia-Schaltzentrale
halb der Medienbibliothek. Findet der Media
Der Windows Media Player hat sich mit Version 11 Player im Verzeichnis der Musikdateien eine Co-
endgültig von einer Abspiel-Software zur ausge- vergrafik, wird diese automatisch übernommen
wachsenen Medienzentrale gemausert, die auf und angeblendet. Sehr nützlich sind die Such-
Konfrontationskurs zu Apples iTunes geht. Die funktionen des Media Players: Geben Sie einen
Begriff wie Interpret oder Teil eines Titels in das
Suchfeld ein, und klicken Sie auf das Lupensym-
bol. Alle Treffer werden dann aufgelistet.

Musik-CDs brennen
Mit dem Media Player brennen Sie ohne Umweg
Audio-CDs aus Ihrer Wiedergabeliste. Klicken
Sie auf „Brennen“ am oberen Bildrand, und zie-
hen Sie die Dateien aus der Wiedergabeliste in die
Brennliste rechts außen. Wenn die Auswahl auf
einen Rohling passt, legen Sie einen leeren Daten-
träger ein und klicken auf „Brennen starten“.

Videos und DVDs abspielen


Die Wiedergabe von lokal gespeicherten Video-
dateien mit dem Media Player ist völlig unspekta-
kulär. Ein Doppelklick im Windows-Explorer auf
eine AVI-, MPEG- oder WMV-Datei öffnet den
Windows Media Player: Der schicke Allrounder spielt Musikdateien von Festplatte und Player. Nicht vorhandene Codecs versucht der
Audio-CDs ab, Videos und Film-DVDs laufen über seine schicke Oberfläche Media Player automatisch zu beziehen. Sind die

22 XXL-TIPPS 2009
V is t a- Sof t ware GRUNDLAGEN

Codecs installiert und funktionieren, wird das und senden. Auch zum Durchführen und Organi-
Video angezeigt. Über die Steuerelemente spulen sieren von Scans bietet das Programm, das nicht
Sie vor und zurück, pausieren die Wiedergabe in den Home-Varianten des Systems zur Verfü-
und beenden sie. Über das Kontextmenü der gung steht, eine Oberfläche.
rechten Maustaste schalten Sie in den Vollbild-
Bewährtes neu aufgelegt
modus um. Unter Windows Vista kann der
Media Player vom Start weg DVD-Filme abspie- Das ehemalige Netmeeting wird von der neuen
len: Alle dafür notwendigen Funktionen sind Windows-Teamarbeit abgelöst. Darüber können
standardmäßig an Bord. Sie sich virtuell mit bis zu zehn Personen treffen,
Dokumente austauschen, gemeinsam bearbeiten
Sicherheit für Vista-Nutzer
und anderen Teilnehmern die Kontrolle über den
Sicherheit ist ein großes Thema für Microsoft, eigenen Arbeitsplatz geben.
tauchen doch immer wieder neue Sicherheits- Auch altbekannte kleine Helferlein wie Rech-
lücken auf, die mit System-Updates und Service ner, Editor, Wordpad, Audiorecorder und Paint
Packs gestopft werden müssen. Neu in diesem Be- sind wieder mit von der Partie, umwerfende Neu-
reich ist in Vista der Windows Defender. Dieser erungen gab es hier jedoch nicht. Mit dem Snip-
überprüft auf Knopfdruck das System nach Spy- ping Tool steht jetzt ein sehr einfaches Programm
ware und hält auch im Hintergrund Ausschau zum Anfertigen und anschließenden Kommentie-
nach verdächtigen Prozessen. Daneben gewährt ren von Screenshots zur Verfügung.
er Zugang zur Spynet-Online-Community, die
über Microsoft-Server bei der Identifikation von
Spyware hilft, und erlaubt Kontrolle über Auto-
start-Programme. Doch Vorsicht: Um eine Anti-
viren-Software müssen Sie sich nach wie vor
selbst kümmern. Der Defender ist ausschließlich Klein und nützlich:
für die Suche nach Spyware zuständig. Windows-Fax und
-Scan sowie die
Faxen und Scannen
Antispyware
Die Anwendung Windows-Fax und -Scan ist Windows Defender
besonders für diejenigen interessant, die gelegent- machen die
lich faxen und ihren PC an ein Faxmodem an- Anschaffung von
geschlossen haben. Dann können Sie nämlich Spezialprogrammen
schon mit Vista-Bordmitteln Faxe empfangen überflüssig

ZENTRALE ANLAUFSTELLE Die Vista-Sidebar


Schon in den Neunzigern unternahm Microsoft mit dem Active Notizzettel für den Desktop zur Verfügung. Manche Minianwendungen
Desktop den Versuch, das Internet mit der Arbeitsoberfläche zu eignen sich für den abgedockten Betrieb auf dem Desktop am besten.
verknüpfen. Erfolgreichere Versuche, den Desktop zu beleben, gab es So zeigen die Wetterinformationen dort einen Ausblick auf die nächsten
in den letzten Jahren in Form von Apples Dashboard und dem Kon- Tage, und die Aktienkurse werden in Form von Kursverläufen visualisiert.
fabulator, der inzwischen zu Yahoo gehört (http://widgets.yahoo.com). Auch die Feed-Schlagzeilen sollten Sie nicht in der Sidebar, sondern nur
Windows Vista hat jetzt mit der Sidebar nachgezogen, für die Microsoft frei auf dem Desktop verwenden, weil der schmale Bildschirmrand nicht
elf sogenannte Minianwendungen mitliefert. genug Platz bietet. Leider nimmt das Pro-
Diese werden entweder am Rand des Bild- grämmchen keine URLs an, sondern zeigt
schirms als Sidebar oder frei auf dem Bild- nur Feeds, die vorher via Internet Explorer
schirm platziert. abonniert wurden.
Die Analoguhr gibt es in acht Designs Außerdem im Angebot: ein Währungs-
von rosafarbenem Monster bis Bahnhofs- rechner, Informationen über Auslastung
uhr, während der Kalender auf ein Aus- von Prozessor und Hauptspeicher, ein 4x4-
sehen festgelegt ist. Termine lassen sich Schiebepuzzle und ein Diashow-Gadget,
nicht direkt eintragen, hier muss erst die das ständig wechselnde Bilder aus einer
Anwendung gestartet werden. Eine Mini- Galerie zeigt. Wem das mitgelieferte An-
anwendung ermöglicht den direkten Zugriff gebot nicht ausreicht, der darf sich an Mini-
auf Mailadressen und Telefonnummern aus anwendungen der Community erfreuen
dem Kontakte-Ordner, eine andere stellt oder selbst welche entwickeln.

XXL-TIPPS 2009 23
GRUNDLAGEN S ystem updaten

XP & Vista aktuell halten

Updates einspielen
Damit Ihr System und Ihre Anwendungsprogramme gegen Angriffe aller
Art geschützt sind, müssen Sie alle Software-Komponenten regelmäßig mit
Updates versorgen. Von Gaby Salvisberg und Mark Völler

Unser Sicherheitsparcours hilft Ihnen, so überprüfen, mit welchen Rechten Sie arbeiten:
schnell wie möglich die gefährlichsten Win- Öffnen Sie die Systemsteuerung, und werfen Sie
dows-Brandherde zu entschärfen. Nehmen Sie einen Blick in die Benutzerkonten. Hier sollte un-
sich etwa eine Viertelstunde Zeit, es lohnt sich. ter Ihrem Benutzernamen „Administrator“ oder
Um unsere Sicherheits-Tipps umzusetzen, benöti- „Computeradministrator“ stehen. Wenn nicht,
gen Sie die Zugriffsrechte eines Administrators. melden Sie sich mit einem Benutzerkonto an, das
In Windows XP haben Sie diese – anders als in über Admin-Rechte verfügt. Auch in Vista müs-
Vista – standardmäßig. Sie können ganz einfach sen Sie als Administrator angemeldet sein.

Wichtige Updates
1 System aktualisieren 2 Software updaten
Es ist sinnvoll, dass Windows System- Starten Sie die Update-Funktion in den von
Updates automatisch holt. Wenn Sie Windows Ihnen verwendeten Applikationen. MS Office,
XP einsetzen, dann aktivieren Sie unter „System- Photoshop, Nero und weitere Programme sind mit
steuerung, Sicherheitscenter“ die Option „Auto- einer Online-Aktualisierungsroutine ausgestattet.
matische Updates“. In Vista sind automatische Mit ihrer Hilfe laden Sie Updates der Software her-
Updates ab Werk aktiviert. So brauchen Sie sich unter. Nur bei den wenigsten Programmen ist ein
nicht selbst um Sicherheits-Updates zu kümmern. automatischer Update-Check vorkonfiguriert. Des-
Überzeugen Sie sich regelmäßig davon, dass die halb müssen Sie die Verfügbarkeitsprüfung für Up-
automatische Aktualisierung auch tatsächlich läuft. dates manuell aufrufen. In Photoshop geht das mit
Die Update-Funktion finden Sie auch im Internet Klicks auf „Hilfe, Updates“, in Word klicken Sie auf
Explorer von XP und Vista unter „Extras, Windows „? (Fragenzeichenmenü), Auf Aktualisierung prü-
Update“. Unter XP wählen Sie danach auf der fen“. Folgen Sie dann den Anweisungen des Up-
Windows-Update-Seite „Schnellsuche“. In Vista date-Moduls. Falls Ihre Firewall den Online-Kon-
folgen Sie dem Bildschirmdialog. Falls wichtige takt unterbindet, müssen Sie die entsprechende
Updates gefunden werden, wählen Sie „Updates Verbindung noch freigeben.
installieren“.
AUTO-UPDATER INSTALLIEREN
Die lästige Jagd nach Updates nimmt Ihnen Updatestar (für XP und Vista, Basisversion
gratis, auf C DVD und unter www.updatestar.de) ab. Das Tool analysiert den PC und prüft re-
gelmäßig anhand einer Online-Datenbank, ob es zu einzelnen Anwendungen und Tools neue
Versionen gibt. Sie entscheiden, ob Updatestar die Updates automatisch herunterladen soll oder
dies nur auf Rückfrage geschieht. Im manuellen Modus werden Sie nur darüber informiert, dass
es eine neue Version gibt. Sie entscheiden, ob Ihnen diese wichtig genug für ein Update ist. Zu
jeder Anwendung finden Sie Zusatzinfos, und Sie können das Programm de-installieren. Über
die „Programmliste“ lassen Sie sich Anwendungen anzeigen, die in einer alten Version vorliegen.
In den „Einstellungen“ legen Sie fest, wie oft Updatestar nach neuen Versionen fahndet.

24 XXL-TIPPS 2009
S ystem updaten GRUNDLAGEN

3 Pflicht-Updates besorgen
Auf fast jedem PC sind der Adobe Reader, der Adobe Flash-
Player und die Java Runtime Environment von Sun installiert. Mit
diesen Systemerweiterungen öffnen Sie im Browser PDF-Doku-
mente oder betrachten multimediale Web-Inhalte.
Ein Browser kann noch so aktuell sein, er bleibt
ein Einfallstor für Schädlinge, wenn er für die An-
zeige von Multimedia-Inhalten auf veraltete und
unsichere Systemerweiterungen zurückgreifen
muss. Bringen Sie deshalb die drei Zusatzmodu-
le auf den neuesten Stand:
Adobe Reader: Die aktuelle Version des PDF-
Betrachters finden Sie auf C DVD und unter
www.adobe.de. Folgen Sie dem Link auf der
Startseite. Speichern Sie diese und alle weiteren Download-
Dateien in einem neu erstellten Download-Ordner.
Flash: Für den Flash-Player gehen Sie im Browser zur Adresse
www.adobe.com/support/flashplayer/downloads.html und folgen
dem Link „Get the latest version“. Über „Zustimmen und jetzt in-
stallieren“ beziehungsweise „Jetzt herunterladen“ holen Sie sich
die Datei auf die Festplatte.

4 Java Runtime
Environment laden
Für ein Java-Runtime-Update besuchen Sie
http://java.sun.com/javase/downloads/index.jsp.
Scrollen Sie auf der Website nach unten, dann
entdecken Sie die „Java Runtime Environment
(JRE)“. Klicken Sie auf „Download“ – schon wird
Ihnen die Download-Seite angezeigt. Wählen Sie
5 Microsoft Office
„Windows“ als System aus. Aktivieren Sie ganz bei aktuell halten
den Lizenzbedingungen die Checkbox „I agree...“.
Wenn Sie nur einen PC verwenden, auf dem Sie Wenn Sie Microsoft Office verwenden, sur-
das Update installieren wollen, dann greifen Sie fen Sie mit dem Internet Explorer auf die Seite
zur Option „Windows Online Installation, Multi-lan- http://office.microsoft.com. Dort folgen Sie ganz
guage“. Möchten Sie das Update auch auf wei- oben rechts dem Link „Auf kostenlose Updates
teren PCs installieren oder später durchführen, ist prüfen“. Nicht alle Office-Updates werden über die
„Windows Offline Installation, Multi-language“ die automatische Prüfung in Word und Excel gefun-
richtige Wahl. den. Insbesondere das Einspielen von optionalen
Add-ons müssen Sie selbst vornehmen.
Wenn Aktualisierungen gefunden und von Ihnen
ausgewählt wurden, laden Sie diese herunter. Ei-
nen etwaigen Neustart des Rechners können Sie
auch hier auf später verschieben.
Die Update-Funktion in Windows XP und Vista
überprüft ebenfalls, ob wichtige Aktualisierungen
für Anwendungen aus Microsoft Office vorhanden
sind. So können Sie sich den regelmäßigen Gang
zur Website http://office.microsoft.com sparen.

XXL-TIPPS 2009 25
GRUNDLAGEN S ystem updaten

6 Firefox, Thunderbird & 7 Neue Multimedia-


Openoffice.org Komponenten
Wenn Sie den Firefox-Browser, das Mailpro- Zusätzlich zu Flash-Inhalten gibt’s im Web
gramm Thunderbird oder die Office-Alternative auch Musik und Filme in den Formaten Quick-
Openoffice.org nutzen, benötigen auch diese eine time und Real Media. Deshalb sind auf vielen PCs
Frischzellenkur. In Firefox und Thunderbird öffnen der Quicktime- und der Real Player installiert. Alte
Sie erst „Extras, Erweiterungen“ oder „Extras, Add- Versionen dieser Player kränkeln. Aktualisieren Sie
Ons“ und klicken dort auf „Updaten“. Falls Sie Er- deshalb beide Anwendungen. Die jüngsten Fas-
weiterungen installiert haben, werden diese sungen laden Sie unter www.apple.com/de/
nun automatisch aktualisiert. Danach akti- quicktime/ und unter www.real.com.
vieren Sie in beiden Programmen das „Hil- Die Originalversionen von Quicktime und Real
fe“-Menü und wählen „Firefox aktualisieren“ Player nerven mit Werbeeinblendungen, überla-
oder „Thunderbird aktualisieren“. Werden denen Oberflächen und großem Speicherhunger.
Updates gefunden, bestätigen Sie diese. Umgänglichere Ersatz-Player sind „Quicktime Al-
Wenn keine Updates angezeigt werden ternative“ und „Real Alternative“, die Sie per Such-
oder der „Aktualisieren“-Menüpunkt fehlt, maschine aufspüren.
werfen Sie unter „Hilfe“ einen Blick auf die
Versionsnummer und suchen unter www.
mozilla.org nach einer neueren Version.
Auch die Office-Suite Openoffice.org
(auf C CD) leidet gelegentlich an Sicher-
heitslücken. Zwar wurden die in der Vergan-
genheit selten missbraucht, Sie sollten das Schick-
sal allerdings nicht herausfordern. Wenn Sie
Openoffice.org einsetzen, holen Sie sich die neu-
este Version – derzeit ist das die Release 3.0 – von
der Projekt-Website unter www.openoffice.org.

8 Chat-Tool updaten
Instant Messenger sind ein beliebtes Ziel von
Angreifern. Sie sollten deshalb Ihre Chat-Software
regelmäßig auf den neuesten Stand bringen. Die
folgende Liste umfasst die Update-Links für die
wichtigsten Vertreter der Plauder-Tools:
AOL Messenger (AIM): www.aol.de, Pidgin (auf
C DVD): www.pidgin.im, ICQ: www.icq.com,
Miranda IM (auf C DVD): www.miranda-im.org,
Windows-, MSN-, Live-Messenger: www.live.
com, Trillian (auf C CD): ww.trillian.cc und Yahoo
Messenger: http://de.messenger.yahoo.com.

TIPPS FÜR SICHERE UPDATES


Drei wichtige Sicherheitstipps sorgen dafür, dass bei Office-Dateien: Mailanhänge sollten Sie stets als verdächtig
Updates nichts schiefgeht: ansehen. Auch Office-Dateien, die von Bekannten stammen,
können Schädlinge enthalten.
Sichere Quellen: Laden Sie Updates immer nur von der Ori- Nein sagen: Lassen Sie sich keine Software von suspekten
ginal-Website herunter. Angebliche Patches, die per Mail ein- Anbietern aufschwatzen, die Ihnen nicht bekannt sind. Unter
treffen, sind oft verseucht. Keine seriöse Firma verschickt sol- www.spywarewarrior.com/rogue_anti-spyware.htm gibt’s
che Dateien per Mail. eine englischsprachige Liste diverser nutzloser Software-Helfer.

26 XXL-TIPPS 2009
S ystem updaten GRUNDLAGEN

Updates installieren
1 Alte Versionen löschen
Nachdem Sie alle erforderlichen Dateien heruntergeladen
haben, befinden sich im Download-Ordner mehrere Installationspro-
gramme. Schließen Sie zuerst alle Anwendungen und das Browser-
Fenster. Als Nächstes de-installieren Sie die alten Versionen der her-
untergeladenen Anwendungen. Öffnen Sie dazu via Systemsteuerung
den Punkt „Software“ (XP) oder „Programme, Programme und Funktionen“ (Vista). Dort sind alle Pro-
gramme aufgelistet, die auf Ihrem PC installiert sind.
Fangen Sie mit dem Adobe Reader an, der in der Software-Liste ganz oben auftaucht. Entfernen Sie den
alten Adobe Reader. Klicken Sie dazu den Programmnamen an, und wählen Sie die Schaltfläche „Entfer-
nen“. Windows fragt sicherheitshalber nach, ob Sie das wirklich tun wollen. Bestätigen Sie mit „Ja“. Da-
nach führt Sie ein Assistent durch den Löschvorgang. De-installieren Sie auf diese Weise alle Programme,
für die Sie neue Versionen heruntergeladen haben. Wird ein PC-Neustart verlangt, verschieben Sie diesen
mit „Später neu starten“. Führen Sie den Neustart erst ganz am Schluss der Löschaktion durch.

2 Neue Versionen 3 Gefährliche Datei-


installieren Endungen aufdecken
Melden Sie sich nach dem Neustart wieder Wenn Sie auf Ihrem Computer eine unbe-
mit Administratorrechten an. Jetzt installieren kannte Datei entdecken, können Sie anhand
Sie die Anwendungen, die Sie im Download-Ord- der Datei-Endung herausfinden, ob es sich um ein
ner gespeichert haben. Achten Sie hierbei auf die harmloses Dokument oder um ein potenziell ge-
Reihenfolge, und warten Sie jeweils mit der Instal- fährliches Programm – etwa .EXE, .COM, .CMD
lation des nächsten Programms, bis das vorherige – handelt. Ausgerechnet diese Endungen zeigt
damit fertig ist. Wenn von Thunderbird und Firefox Windows allerdings standardmäßig nicht an. Än-
neue Versionen bereitliegen, fangen Sie mit diesen dern Sie das wie folgt: Öffnen Sie ein Explorer-
an. Die Installation läuft immer gleich ab: Doppel- Fenster, und gehen Sie zu „Extras, Ordneroptionen,
klicken Sie auf die heruntergeladene EXE-Datei. Ansicht“ (Vista: <Alt> drücken, um die Menüzeile
Nun werden Sie vom Programm Schritt für Schritt einzublenden).
durch die In- Entfernen Sie das Häkchen vor „Erweiterungen
stallation ge- bei bekannten Dateitypen ausblenden“. Unter Win-
führt. Nach dows XP klicken Sie anschließend noch auf „Für
Firefox und alle übernehmen“. Ab sofort erkennen Sie auf ei-
Thunderbird nen Blick, dass in einer gut gefälschten Mail bei-
folgen das Ja- spielsweise nicht ein Datei-Anhang „Rechnung.
va Runtime PDF“, sondern in Wahrheit die höchst verdächtige
Environment. Datei „Rechnung.PDF.EXE“ steckt.
A n s ch l i e -
ßend können
Sie Open-
office.org installieren. Falls Sie Word-, Excel- und
Powerpoint-Dateien immer mit Openoffice.org öff-
nen wollen, haken Sie im Laufe des Setups die
entsprechenden Optionen an. Installieren Sie jetzt
noch die restlichen Programme, also den Adobe
Reader, gegebenenfalls den Flash-Player, eine
Real- oder Quicktime-Alternative und – falls vor-
handen – den neuen Instant Messenger.

XXL-TIPPS 2009 27
GRUNDLAGEN Komplet t sicherung & Back up

Systemsicherung erzeugen

Sichern & zurückspielen


Spart jede Menge Zeit, schont die Nerven und sichert die Einsatz-
bereitschaft: Mit einem Image von Windows können Sie jederzeit
schnell zur Grundinstallation zurückkehren. Von Armin Stabit

Im Ernstfall wünschten Sie sich, Sie könnten enthält ein Abbild eines gesamten Systemlauf-
auf einen Knopf drücken und hätten innerhalb werks und lässt sich einfach zurückschreiben.
weniger Minuten wieder den stabilen Systemzu- Die Image-Datei spielen Sie bei Bedarf Byte für
stand von letzter Woche oder jenen von vor drei Byte auf die betroffene Partition zurück. Nach
Monaten. Genau hierfür ist eine Systemsicherung einem Neustart läuft Ihr Windows wieder exakt
über eine Image-Datei konzipiert. Haben Sie von so wie zu dem Zeitpunkt, an dem Sie das Abbild
Ihrer gerade perfekt eingerichteten und zuverläs- erstellten – mit genau denselben Programmen
sig arbeitenden XP- oder Vista-Installation ein und Einstellungen. Das Erstellen und Zurück-
Image erstellt, bekommen Sie das System nöti- spielen eines solchen Images zeigen wir Ihnen für
genfalls sehr schnell wieder flott. Denn das Image Windows Vista und XP.

Vista sichern
1 Image erstellen
Backups werden oft vernachlässigt. Dabei ist
es in Windows Vista besonders einfach, eine um-
fassende Vollsicherung des Betriebssystems anzu-
fertigen. Im Katastrophenfall spielen Sie das Back-
up mit der Vista-DVD zurück.
Einige Vista-Versionen bringen ein Image-Tool
für System-Backups mit. Die unter Vista eingeführ-
te Image-basierte „Complete PC-Sicherung“ gibt
es in Vista Ultimate, Business und Enterprise. Sie
finden die Funktion in der Systemsteuerung im Be-
reich „System und Wartung, Sicherung des Com-
puters erstellen“. Wählen Sie anschließend „Com-
2 Ziel festlegen
puter sichern“. Sie müssen als Administrator an
Windows angemeldet sein; bestätigen Sie dazu Als Zielort für die Sicherung wählen Sie eine
das Fenster der Benutzerkontensteuerung. Partition auf der Festplatte, eine externe Fest-
platte, sofern sie mit NTFS formatiert ist, oder
„DVD“ und dann den gewünschten Brenner. Falls
Sie bereits eine Sicherung am gleichen Zielort ab-
gelegt haben, erkennt Vista das und speichert nur
die Unterschiede. Das gesamte System wird als
Abbilddatei gesichert; die Größe entspricht an-
nähernd dem von den zu sichernden Partitionen
belegten Plattenplatz.

28 XXL-TIPPS 2009
Komplet t sicherung & Back up GRUNDLAGEN

3 System wiederherstellen
Ist eine Wiederherstellung erforderlich, booten Sie den Rechner von
Ihrer Vista-DVD. Im ersten Fenster bestätigen Sie die Spracheinstellungen
mit „Weiter“. Wählen Sie „Computerreparaturoptionen“ aus, dann das zu re-
parierende Betriebssystem. Danach gehen Sie
auf „Windows Complete PC-Wiederherstel-
lung“. Vista sucht nach Sicherungsdatenträgern
und findet die externe Festplatte oder DVD mit
dem Image. Die nun folgende Übersicht zeigt In-
fos zur Sicherung an. Eingeschlossen sind alle
Datenträger, also nicht nur die Systempartition.
Bestätigen Sie die Hinweise. Die Partitionen
werden nacheinander wiederhergestellt. Nun
lässt sich Vista wie gewohnt starten.

XP sichern
1 Systempartition auswählen
Installieren Sie Drive Image XML (auf C DVD und
unter www.runtime.org), und starten Sie das Tool. Sie
müssen dabei als Administrator oder als Benutzer mit Ad-
ministratorrechten angemeldet sein. Klicken Sie links in
der Aufgabenleiste auf „Backup“. Anschließend markieren
Sie Ihre Systempartition – in der Regel ist das das Lauf-
werk C: – und bestätigen mit „Next“.
Es erscheint der Backup-Assistent. Quittieren Sie die
Auswahl der Systempartition mit einem Klick auf „Next“.
Große Image-Dateien lassen sich zum Speichern auf DVD
splitten und komprimieren. Bestimmen Sie, auf welches
Laufwerk das Tool die Image-Datei Ihres Windows-Ab-
bilds sichern soll. Als Speicherort wählen Sie die zweite Partition oder eine externe
Festplatte aus. Klicken Sie hierfür auf das Verzeichnissymbol hinter dem Eingabefeld
„Directory“. Dann klicken Sie auf das Pluszeichen links vor der Zeile „Arbeitsplatz“.
Markieren Sie das Ziellaufwerk, und wählen Sie „Neuen Ordner erstellen“. Geben Sie
einen Namen für den Sicherungsordner ein, und bestätigen Sie ihn mit „OK“.

2 Auf CD oder
DVD sichern
Steht als Sicherungsziel weder ein zweites
Laufwerk noch eine externe Festplatte zur
Verfügung, können Sie die Abbilddatei direkt auf
DVD(s) brennen. Dazu muss allerdings das als Zu-
gabe bei vielen Brennprogrammen mitgelieferte
Packet-Writing-Modul installiert sein. Bei Nero
heißt es „In CD“. Dann können Sie als Ziellaufwerk
den Brenner angeben.

XXL-TIPPS 2009 29
GRUNDLAGEN Komplet t sicherung & Back up

3 Image sichern 4 Rettungs-CD erstellen


Tippen Sie einen Namen für die Image- Direkt nach dem Erstellen des Images soll-
Sicherung ein, und aktivieren Sie bei „Compres- ten Sie sich eine Rettungs-CD anfertigen, mit
sion“ die Option „Good (slow!)“. Damit sparen Sie der Sie die Windows-Sicherung im Notfall schnell
Speicherplatz, auch wenn die Erstellung des Ab- zurückschreiben können. Dazu benötigen Sie die
bilds dadurch länger dauern wird. Freeware PE Builder (auf C DVD und unter www.
Mit „Next“ starten Sie die Sicherung. Drive nu2.nu/pebuilder/). Halten Sie zudem Ihre Win-
Image XML sperrt nun das Windows-Laufwerk und dows-XP-CD bereit.Starten Sie PE Builder, klicken
schreibt das Image auf das angegebene Ziellauf- Sie auf den Button hinter „Quelle“, und wählen Sie
werk. Wie lange der Vorgang dauert, hängt von der das Laufwerk aus, in dem die Installations-CD von
zu sichernden Datenmenge und der Festplattenge- Windows XP liegt. Legen Sie auf der Festplatte
schwindigkeit ab. Den Fortschritt der Sicherung C: ein neues Verzeichnis namens „Plugins“ an. La-
zeigt ein Leuchtbalken unten im Fenster an. Ist die den Sie von der Website www.runtime.org die
Sicherung fertiggestellt, klicken Sie auf „Finish“. Datei Driveimage_xml.CAB („DriveImage XML
Verlassen Sie nun das Programm mit einem Klick in Plugin“) herunter. Als Speicherziel wählen Sie den
die rechte obere Ecke des Hauptfensters oder neuen Ordner aus.
über den Menübefehl „File, Exit“. In PE Builder gehen Sie auf „Plugins“ und „Hin-
zufügen“. Als Verzeichnis stellen Sie den Pfad „C:\
Plugins\“ ein. Markieren Sie die Datei Driveimage_
xml.CAB, und bestätigen Sie mit „Öffnen, OK“.
Wählen Sie „Aktualisieren“ und „Schließen“. Zum
Schreiben der Recovery-CD gehen Sie auf „CD/
DVD brennen“. Legen Sie einen Rohling ein, und
klicken Sie auf „Start“ und „Ja“. Bestätigen Sie das
nachfolgende Infofenster. Nach Abschluss des
Brennvorgangs beenden Sie PE Builder.

5 System wiederherstellen
Mit der Notfall-CD setzen Sie Ihr System jederzeit in den ursprüng-
lichen Zustand zurück. Alle Inhalte, die dort zuvor gespeichert waren, gehen
dabei verloren. Legen Sie die Notfall-CD ins Laufwerk, und starten Sie den PC
neu. Eventuell müssen Sie dazu die Boot-Reihenfol-
ge im Bios des PCs so anpassen, dass der Rechner
von CD bootet. Die Frage nach „Network Support“
beantworten Sie mit „No“.
Nach dem Hochfahren des Windows-Systems von
CD starten Sie Drive Image XML. Dazu klicken Sie
auf „Go, Programs“ und wählen den passenden Ein-
trag aus. Im Programm gehen Sie auf „Restore“.
Wählen Sie die Image-Datei und die Zielpartition aus.
Dann starten Sie die Rücksicherung. Es erscheint
ein Hinweisfenster, dass Daten überschrieben wer-
den – bestätigen Sie es. Nach Abschluss des Vor-
gangs starten Sie den PC neu.

30 XXL-TIPPS 2009
Komplet t sicherung & Back up GRUNDLAGEN

Synchronisieren statt Backup


1 Benutzerdaten sichern
Ein einfach gestricktes Gratis-Tool bietet
alles, was Sie zum zuverlässigen Sichern von
Dokumenten, dem Fotoarchiv oder der Musik-
sammlung benötigen. Dirsync ist für Privatnutzer
Freeware und auf das Übertragen von Daten zwi-
schen einem Quell- und Zielverzeichnis speziali-
siert. Weil mit Dirsync gesicherte Daten im Back-
up-Ziel die Original-Ordnerstruktur aufweisen,
kommen Sie jederzeit und ohne komplizierte Wie-
derherstellung an gesicherte Dateien heran.
Laden Sie das Tool von der Website www.
dirsync.de (auch auf C DVD) herunter, und starten
Sie es. Zum Sichern eines Ordners klicken Sie auf
der Registerkarte „1. Jobs“ auf „Eintrag hinzufü-
gen“. Markieren Sie bei „Quelle wählen“ den
Ausgangsordner und rechts daneben bei „Ziel
wählen“ das Zielverzeichnis. Als Sicherungsziel
können Sie jedes in Windows über einen eigenen
2 Auto-Sicherung
Buchstaben ansprechbare Laufwerk angeben. Die einrichten
Option „Unterverzeichnisse mit verarbeiten (in
Quelle)“ schalten Sie ein. Mit einer Verknüpfung auf dem Desktop zu
Damit das Tool mehrere Versionen Ihre Daten Dirsync sparen Sie sich den manuellen Aufruf
bereithält, aktivieren Sie „Unterordner für jedes des Tools. Klicken Sie im Programm auf „Batchfile
Backup anlegen“. Dadurch erzeugt das Programm anlegen“, wechseln Sie zum Ordner „Desktop“,
automatisch für jede Sicherung ein Unterverzeich- und klicken Sie auf „Speichern“. Bestätigen Sie die
nis mit dem Datum und der Uhrzeit des Backups. Dialogfenster mit „Ja“. Ab sofort starten Sie die
Klicken Sie auf „Job speichern“ und dann auf Datensicherung mit einem Doppelklick auf die
„START!“. neue Desktop-Verknüpfung.

SYSTEM-IMAGE Richtig sichern


Backup-Medien gibt es viele: DVDs, USB-Sticks, exter- geht auf die Dauer auch ins Geld. Zudem müssen Sie die Da-
ne Festplatten, Netzlaufwerke und andere. Sie sollten in tenträger im Falle eines Falles erstmal wiederfinden. USB-
jedem Fall vermeiden, eine Datensicherung auf der gleichen Sticks sind praktisch, aber sie gehen auch leicht verloren. Des-
Festplatte abzulegen, auf der Ihr gesamtes System läuft. Im halb raten wir zu einer externen Festplatte, die Sie per USB
Notfall nehmen Sie zumindest eine separate Partition. Das Si- anschließen. Eine ordentliche 500-GB-Festplatte bekommen
chern auf DVD braucht in den meisten Fällen mehr Zeit und Sie im Handel schon für unter 70 Euro.

XXL-TIPPS 2009 31
GRUNDLAGEN Schneller arbeiten mit Hotkeys

Die wichtigsten
Tastenkürzel
Nutzen Sie Tastenkombinationen – und sparen Sie Zeit. Wir stellen
Ihnen die wichtigsten Shortcuts für Windows, Hotkeys für eine schnelle
Navigation und allgemeingültige Tastenkürzel vor. Von Matthias Sternkopf

Hotkeys für Windows sind nicht nur praktisch Sicherheitsrelevante Tastenkürzel


– sie können auch sicherheitsrelevant oder gar <Win>-<L>: Sperrt den Rechner. Eine der wich-
kurios sein. Ein Beispiel: Sie haben gerade ver- tigsten Tastenkombinationen, die jeder Anwender
trauliche Infos auf dem Bildschirm, und jemand im Büro automatisch nutzen sollte, wenn er auch
tritt an Ihren Schreibtisch heran und möchte ei- nur kurz seinen Arbeitsplatz verlässt. Das Gros
nen Blick auf den Monitor erhaschen. Mit der des Datendiebstahls lässt sich bei konsequentem
Maus das kleine „X“ rechts oben im Fenster zu Einsatz verhindern. Der Schutz funktioniert nur
erwischen, kann unter Umständen zu langsam dann effektiv, wenn Sie zuvor in der Benutzerver-
sein. Schneller verbergen Sie das Fenster mit der waltung ein Passwort für den Account des An-
Tastenkombination <Win>-<M>. wenders hinterlegt haben.
<Win>-<M>: Dieser Hotkey minimiert sofort
Hotkeys sparen jede Menge Zeit
alle derzeit geöffneten Fenster, so dass nur noch
Die allgemeingültigen Shortcuts fassen die wich- der Desktop zu sehen ist. Schützt vertrauliche In-
tigsten Hotkeys zusammen, die in fast jedem fos vor neugierigen Blicken. Der Shortcut <Win>-
Programm funktionieren. Die Liste reicht dabei <Shift>-<M> stellt alle minimierten Fenster wie-
von Klassikern wie Copy & Paste über die Such- der so her, wie sie zuvor waren.
funktion bis hin zu selten verwendeten Kombi- <Shift>-<Entf>: Das markierte Element oder
nationen. Die kuriosen Shortcuts beleuchten die markierte Datei wird dauerhaft entfernt, ohne
weniger bekannte Tastenkombinationen. in den Papierkorb geschoben zu werden.
<Strg>-<Shift>-<Esc>: Öffnet den Windows-
Hotkey-Übersicht abrufen
Task-Manager. Hier können Programme, die zum
Eine Übersicht über alle verfügbaren Tastenkür- Beispiel nicht mehr reagieren, direkt beendet wer-
zel erhalten Sie in XP über <Win>-<R> und Ein- den. Außerdem dient der Task-Manager zur Pro-
tippen des Befehls „%windir%\Help\keyshort. zess- und Systemüberwachung.
chm“. Vista bietet diese Übersicht nicht an. Autostart verhindern: Drücken Sie <Shift> beim
Einstecken eines USB-Sticks oder beim Einlegen
einer CD oder DVD. Die Taste verhindert eine au-
tomatische Programmausführung vom USB-
Sticks oder der CD/DVD.
Abbrechen: Aktuelle Vorgänge wie Kopieren,
Umbenennen oder Verschieben lassen sich mit
der <Esc>-Taste abbrechen.
<Strg>-<S>: Sichert das geöffnete Dokument/
Fenster in einen beliebigen Ordner. Funktioniert
nicht nur bei Word, Excel und und anderen Of-
fice-Anwendungen, sondern auch beim Browser
und vielen Tools.

Hotkeys für die schnelle Navigation


Wer konsequent mit Shortcuts arbeitet, beugt
nicht nur einem Mausarm vor, er bewegt sich
Tastenkombinationen im Überblick: Windows bietet eine versteckte Übersicht auch schon nach kurzer Eingewöhnungsphase
aller aktiven Shortcuts, die standardmäßig im System angelegt sind wesentlich schneller durch die Menüstruktur.

32 XXL-TIPPS 2009
Schneller arbeiten mit Hotkeys GRUNDLAGEN

Häkchen setzen: Kontrollkästchen aktivieren Schnellstart per


oder deaktivieren Sie mit der <Leer>-Taste, wenn Hotkey: Den Task-
die aktive Option ein Kontrollkästchen ist. Manager rufen
Seite zurück: Mit der <Rück>-Taste springen Sie mit <Strg>-
Sie zurück. Die Taste zeigt den übergeordneten <Shift>-<Esc> auf
Ordner in „Arbeitsplatz“ oder im Explorer an, und beenden etwa
im Browser erfolgt eine Navigation auf die vor- Programme, die
hergehende Seite. nicht ordnungs-
<Alt>-<Leer>: Diese Tastenkombination wech- gemäß reagieren
selt in das Menü links oben. Um den Fensterrah-
men verschieben zu können, drücken Sie <Pfeil
nach unten> und bestätigen mit <Return>. Jetzt
kann der Rahmen mit den Pfeiltasten verschoben
werden – besonders wichtig, wenn sich ein Fens-
ter außerhalb des sichtbaren Bereichs befindet. <Strg>-<A>: Markiert alles.
<Alt>-<Tab>: Aktiviert den Taskwechsel und <Strg><Z>: Macht den letzen Schritt oder die
zeigt eine grafische Vorschau der laufenden Pro- letzte Aktion wieder rückgängig.
gramme in Form von Software-Icons an. Diese <F5>: Das aktive Fenster wird aktualisiert oder
Kombination ist vor allem dann praktisch, wenn Verzeichnisse neu eingelesen.
Sie viele Anwendungen geöffnet haben und häu- <Strg>-<F>: Öffnet in den meisten Office-Pro-
fig zwischen ihnen wechseln müssen. grammen eine Suchfunktion für die aktive Seite.
<Win> oder <Strg>-<Esc>: Zeigt das Start- <Strg>-<N>: Öffnet ein neues Fenster oder
menü an oder blendet es aus. Dokument des aktiven Elements.
<F10>: Aktiviert in vielen Programmen die Me-
Kuriose Shortcuts
nüleiste, um darin zum Beispiel mit den Pfeiltas-
ten navigieren zu können. Folgende Tastenkürzel sind mit Vorsicht zu genie-
<Tab>: Navigiert in einem geöffneten Fenster ßen! Schnell kann es passieren, dass Ihre Tastatur
vorwärts durch die Optionen oder springt zum auf amerikanisches Layout umgeschaltet wird,
nächsten Element. Damit lassen sich Einstellun- oder das komplette Design wird umgekrempelt.
gen auch ohne Mausaktion vornehmen. <Alt links>-<Shift links>: Wechselt zwischen
<Strg>-<Tab>: Rückwärts durch die Register- amerikanischem und deutschem Tastatur-Layout.
karten navigieren. Diese Tastenkombination wird häufig versehent-
<Win>-<E>: Öffnet den Arbeitsplatz von Win- lich aktiviert.
dows im Explorer. In dieser Ansicht erhalten Sie <Alt links>-<Shift links>-<Druck>: Mit die-
einen guten Überblick über Ihre Daten. sem Hotkey wechseln Sie in einen Modus, in dem
<Win>-<Pause>: Das Dialogfeld „System- die Kontraste umgedreht und die Menüpunkte
eigenschaften“ wird angezeigt. Hier können Sie vergrößert werden. Schrift ist hierbei nicht mehr
das Windows-Update konfigurieren, Hardware- schwarz auf weiß, sondern weiß auf schwarz.
Konflikte aufdecken oder bei Problemen einen <Alt links>-<Shift links>-<Num>: Sollte die
Maustreiber installieren. Maus ihren Dienst versagen, hilft dieses Tasten-
<Win>-<R>: Diese Abkürzung öffnet das Aus- kürzel weiter. So können Sie mit dem Nummern-
führen-Element. Hier können Programme direkt block die Maus steuern.
gestartet werden. Beispiel: „mailto:“ gefolgt von <Win>-<U>: Mit diesem Shortcut lässt sich der
<Return> startet direkt ein neues Mailfenster. Hilfsprogrammmanager öffnen. Der ist wichtig,
<Alt>-<Return>: Aktiviert die Eigenschaften wenn Sie ein Problem mit den Eingabegeräten ha-
eines Ordners. Im Explorer lassen sich schnell ben. Funktionieren etwa einige Tasten nicht rich-
Infos über die Speicherplatzbelegung von Ver- tig, kann eine virtuelle, mit der Maus bedienbare
zeichnissen oder Laufwerken aufrufen. Windows Tastatur geöffnet werden. Außerdem lässt sich
zeigt den belegten Platz und die Anzahl der in hier die Lupenfunktion aktivieren.
einem Ordner enthaltenen Dateien an. <Strg>-<Win>-<F>: In Netzwerken finden Sie
alle angemeldeten Rechner mit Hilfe dieses Hot-
Allgemeingültige Tastenkürzel
keys. Im anschließenden Dialogfenster können
Die folgenden Tastenkürzel sind so wichtig, dass Sie gezielt nach PCs suchen.
sie jeder Anwender kennen sollte. <Num>-<*>: Im Explorer öffnet dieser Shortcut
<Strg>-<C>/<Strg>-<X>/<Strg>-<V>: Löst alle Unterverzeichnisse eines Ordners. Dazu muss
das Kopieren, Ausschneiden oder Einfügen aus. der Nummernblock aktiviert sein.

XXL-TIPPS 2009 33
GRUNDLAGEN Ausblick auf W indows 7

Release Candidate

Das steckt in Windows 7


Windows 7 ist schneller als Vista, aber ist es auch schneller als XP? Wie
steht es um seine Tauglichkeit auf schwach ausgerüsteten Netbooks? Wir
nennen die Highlights des kommenden Windows. Von Hermann Apfelböck

Win 7 bewegt sich in großen Schritten auf Chancen gut, bereits Windows 7 anzutreffen. Der
seine Veröffentlichung zu: Anfang Mai hat auch in deutscher Version erhältliche RC von
Microsoft den Release Candidate (RC) von Win- Windows 7 ist ein verlockendes Angebot: Sie be-
dows 7 herausgegeben und zumindest einen un- kommen gratis für fast ein Jahr ein ausgereiftes
gefähren Veröffentlichungstermin angedeutet. Ab und stabiles System, das die meisten Vorzüge von
Mitte/Ende November könnten dann also die ers- XP und Vista vereint. Mehr noch: Genau genom-
ten Computer mit Windows 7 erhältlich sein. men erhalten Sie drei Systeme – neben Windows
Wenn Sie in diesem Jahr den Kauf eines neuen 7 ein Windows XP als virtuelle Maschine sowie
Rechners oder Notebooks planen, stehen die ein Windows PE als integriertes Notfallsystem.

1 Windows 7 bootet viel


schneller als XP & Vista
Microsoft strafft bei Win 7 erfolgreich den Optimierung. Hier überholt Win 7 jedes ältere
Vista-Code. Wir wollen den Bootvorgang nicht Windows klar (siehe Tabelle unten). Wichtiger ist
überbewerten, aber er ist symptomatisch für diese natürlich das Verhalten im laufenden Betrieb. In
unserem Test ließen wir vier Windows-Systeme
gegeneinander antreten. Sie mussten diverse An-
wendungen inklusive Benutzerdateien laden und
Daten von unterschiedlichen Quellen kopieren.
Alle Systeme haben wir auf demselben PC frisch
installiert (siehe Tabelle).
Dass Vista hier auf dem letzten Platz landete, ist
keine Überraschung. Interessanter ist aber: Kann
Win 7 auch gegen XP gewinnen? Eine gerechte
Antwort lässt sich eigentlich nicht geben, weil ein
aktuelles XP inzwischen drei Service Packs plus
weitere Updates mitzuschleppen hat. Um diesen
Ballast zu verdeutlichen, haben wir – außer Kon-
kurrenz – auch das veraltete XP Service Pack 2
(Stand: 2004) mitspielen lassen.

VERGLEICHSTEST Bootvorgang & Leistung


Win 7 hat die Nase vorn: Bootvorgang (s) Leistungstest (s)
Das neue Windows startet am Windows 7 18,83 72,71
schnellsten. Im laufenden Be- Vista SP1 25,64 87,84
trieb ist nur das veraltete XP mit XP SP3 29,44 83,08
Service Pack 2 schneller. XP SP2 26,12 66,73

34 XXL-TIPPS 2009
Ausblick auf W indows 7 GRUNDLAGEN

2 Windows 7 läuft auch auf Netbooks


Win 7 passt sich an: Auf einem PC mit 2 GB schluckt das pure
System knapp 600 MB – mit steigender Tendenz, sofern der Anwender
wenig Speicher für Anwendungen anfordert. Mit einigen Browser-Tabs und
einer Bildbearbeitung ist da schnell 1 GB voll. Theoretisch kann das System
aber seinen eigenen Bedarf auf 280 MB drücken. Das lässt sich beobachten,
wenn nur 512 MB RAM zur Verfügung stehen – dann allerdings mit spürbaren
Leistungseinbußen, weil RAM-Daten auf die Platte ausgelagert werden
(Paging). Bei 1 GB nimmt sich Win 7 etwa 450 MB, kommt dabei ohne das
verzögernde Paging aus und kann flüssig zwei größere Anwendungen oder
eine sehr große bedienen. Wenn Sie ein Netbook mit 1 GB als Surfstation oder
Minibüro nutzen, ist Win 7 die schicke Alternative zu XP. Wenn Sie möglichst
viel RAM für Anwendungen brauchen, bleibt XP die bessere Wahl.

3 Die Unterschiede
der Win-7-Varianten
Windows 7 bringt weniger Zubehör mit als Vista.
Zudem gibt es eine Reihe zusätzlicher Einschrän-
kungen bei den Home-Ausgaben. Nur Ultimate und
Enterprise bieten alle Komponenten – von Professional
bis hinunter zu Home Basic verringert sich der Umfang
zusehends. Zubehörprogramme wie Mail, Fotogalerie
oder Movie Maker fehlen Win 7 komplett. Allerdings
bietet Microsoft kostenlos die Live-Versionen dieser
Tools an (http://download.live.com/).
Home Basic erweist sich als noch deutlicher redu-
ziert als vermutet: Hier fehlen etwa die Multitouch-
Technik, DVD-Wiedergabe, Tablet-PC-Software wie
Sticky Notes oder Snipping Tool, das Media Center so-
wie alle Aero-Fensterfunktionen außer dem „Snap“ am
Bildschirmrand. Home Basic unterstützt zwar Multi-
Core-CPUs, aber kein echtes Dual-CPU-System.

4 Gute Treiberausstattung
und Rettungssystem
Bereitschaft und Know-how, ein Betriebs-
system zu pflegen und notfalls zu reparieren,
sinken bei den Benutzern stetig. Kann Win-
dows 7 Systemprobleme selbständig erkennen und
beseitigen? Win 7 erfordert weniger Planung und
Mithilfe denn je: Ein Zweitsystem wird automatisch
mitinstalliert und als Bootoption eingerichtet. Der
Umfang dieses Win PE unterscheidet sich allerdings
nicht von dem unter Vista bekannten. Die Treiber-
ausstattung ist so umfangreich und die Treiber-
konfiguration via Setup so detailliert, dass eine Neuinstallation auch Einsteiger
kaum schrecken dürfte. Neue Troubleshooting-Wizards gehen zwar nicht ins Detail,
beheben aber automatisch eine Reihe typischer und verbreiteter Systemprobleme.

XXL-TIPPS 2009 35
GRUNDLAGEN Ausblick auf W indows 7

5 Das bringt der


erweiterte Explorer
Die Windows-Shell erhält eine Reihe neuer
Funktionen, die allesamt überzeugen kön-
nen. Am auffälligsten sind eine funktionalere, da-
bei platzsparende Taskbar mit Dokumentenliste
(Jumplist), das Andocken der Fenster (Aero
Snap), die neue Gerätezentrale „Geräte und Dru-
cker“ und die virtuellen Sammelordner (Biblio-
theken). Hinzu kommen kleinere Verbesserungen
wie die zusätzliche Ansichtsoption „Inhalt“ oder
die neuen Bitlocker-Kontextmenüs. Die gesamte
Virtualisierungskomponente ist transparent über
den speziellen Shellordner „Virtuelle Computer“
zu bedienen.

6 Virtualisierungs-
funktionen inklusive
Der „XP-Mode“ sorgt dafür, dass alle XP-
Anwendungen unter Win 7 lauffähig sind.
Neu ist das nicht: Der XP-Modus ist ein virtuelles
XP SP3, das unter Win 7 gestartet wird. Kernkom-
ponente ist mit dem Virtual PC die bekannte Virtu-
alisierungs-Software von Microsoft. Auch den
neuen Seamless-Modus haben andere Virtualisie-
rungslösungen bereits vorgemacht: Das virtuelle
XP muss nur für die Installation einer neuen An-
wendung gestartet werden; danach kann der Be-
nutzer die Software direkt über das Windows-7-
Startmenü aufrufen, ja - sie wird sogar mit den
Dateitypen des Hauptsystems verknüpft: So star- Images als Bootoption eintragen – und der PC
tet etwa ein virtualisierter XP-Adobe-Reader, wenn folglich davon direkt booten. Ferner lassen sich die
Sie eine PDF-Datei unter Windows 7 anklicken. VHD-Images der virtuellen Systeme in der Daten-
Die Virtualisierung wird durch zwei weitere trägerverwaltung als Laufwerke laden und damit
Funktionen abgerundet: Bcdedit kann VHD- auch „von außen“ bearbeiten.

7 Freigabe in Heimnetzgruppen
Heimnetzgruppen vereinfachen den Austausch von Bild-, Video-
oder Musikdaten. Eine Gruppe wird durch einen gemeinsamen Schlüssel
mit 10 Zeichen verbunden. Außerdem ermöglicht die Heimnetzgruppe, die
eigene Windows Live-ID an das lokale Benutzerkonto zu koppeln und so die
Homegroup auf ausgewählte Live-Benutzer auszuweiten. Die Homegroup ist
immer an den PC gebunden, nicht an einen einzelnen Benutzer. Gehört also
ein Win-7-PC erst einmal zu einer Homegroup, können alle Benutzer des
Rechners auf die freigegebenen Medien der anderen zugreifen. Es gibt aber
auch Argumente gegen die Homegroups: Die neue Freigabe-Methode setzt
derzeit Windows 7 auf allen PCs voraus. Für Vista wird die Komponente
voraussichtlich als Update nachgeliefert, XP aber bleibt außen vor.

36 XXL-TIPPS 2009
GRUNDLAGEN So bauen Sie W indows 7 nach

Win-7-Funktionen für XP und Vista

Windows 7 nachgebaut
Rüsten Sie in Ihrem XP oder Vista einfach einen Großteil der Funktionen
nach, die das kommende Windows 7 interessant machen und für eine
ansprechende Optik sorgen. Von Hermann Apfelböck und Christian Löbering

Schnell, stabil, schön, benutzerfreundlich – nach dem Vorbild von Windows 7 bereits nachge-
so präsentiert sich der Vista-Nachfolger. Der baut. Was bislang fehlte, war eine Alternative zu
Anfang Mai veröffentlichte Release Candidate den praktischen „Libraries“, die thematisch ähn-
(RC) von Windows 7 verdiente sich in unseren liche Dateiordner in einem virtuellen Meta-Ord-
Tests gute Noten, nachdem bereits die Beta-Ver- ner zusammenfassen. Hierfür bieten wir eine
sionen vom Start weg sehr positive Eindrücke eigene, überaus effektive Lösung an: Unser Tool
hinterlassen haben. Windows 7 wird trotzdem pcwVirtualLibraries etwa arbeitet mit Micro-
kein Feuerwerk an Überraschungen zünden. Viele soft Windows Search 4.0 zusammen und leistet
interessante Funktionen hat die Freeware-Szene Vergleichbares.
Handeln Sie jetzt: Bauen Sie mit unseren Tipps
die besten Win-7-Funktionen in Ihr XP oder Vista
ein. Insbesondere Vista bringen Sie optisch fast
auf Windows-7-Niveau. Die nötigen Tools für
das Tuning haben wir auf C DVD gepackt, sofern
wir die Genehmigung erhalten haben.
Unsere Anleitung ist übrigens kein Stufenplan:
Jeden Punkt unseres Tuning-Rezepts können Sie
unabhängig voneinander jeweils einzeln umset-
zen. Entscheiden Sie einfach selbst, wie viel Win-
dows 7 Sie ab sofort haben wollen.

1 Die Taskleiste
Das kann Windows 7: Die geänderte Taskleiste Wert „-255“ auf Icon-Größe minimieren (der Ein-
unter Windows 7 findet viel Aufmerksamkeit: Sie griff wirkt nach der nächsten Anmeldung). Das An-
bietet Vorschaubilder mit Fensternavigation, zeigt pinnen von Anwendungen unterscheidet sich kaum
laufende Programme in platzsparender Icon-Grö- von der Maßnahme, in der Taskleiste eine Sym-
ße, ermöglicht dauerhaftes Andocken wichtiger bolleiste wie Quicklaunch zu aktivieren (mittels
Programme und bietet für geeignete Anwendungen Rechtsklick auf eine freie Taskleistenstelle und
„Jumplists“ mit den zuletzt genutzten
Benutzerdateien. Die Neuerungen sind
zum Teil gewöhnungsbedürftig, aber
Windows
unterm Strich eindeutig positiv. 7
XP/Vista nachrüsten: Für die Jump-
lists gibt es bisher keine adäquate Al-
ternative. Der Rest ist relativ einfach
nachzubilden: Die Größe der Tasks
können Sie in Regedit unter „Hkey_
Current_User\Control Panel\Desktop\
WindowMetrics“ mit der zusätzlichen
Zeichenfolge „MinWidth“ und dem

38 XXL-TIPPS 2009
So bauen Sie W indows 7 nach GRUNDLAGEN

WINDOWS-7-FUNKTIONEN FÜR XP & VISTA Kostenlose Tools


Name Beschreibung Windows Download
Aeroshake 1.3 Inaktive Fenster kleinschütteln XP, Vista www.pcwelt.de/191925/
C Aerosnap 0.61 Fenster am Rand andocken XP, Vista www.aerosnap.de.vu
Imgburn 2.4.4.0 1) Brennprogramm XP, Vista www.imgburn.com
C Internet Explorer 8 Browser XP, Vista www.pcwelt.de/ie8
Norton User Account Control 1) Entschärfte Vista-Kontensteuerung Vista www.nortonlabs.com/inthelab/uac_beta.php
C Paint.NET 3.36 Bildbearbeitung XP, Vista www.paint.net
C pcwMyRights 1.1 Shell-Erweiterung für NTFS-Rechte Vista www.pcwelt-praxis.de/downloads
C pcwVirtualLibraries 1.0 Virtuelle Meta-Ordner XP, Vista www.pcwelt-praxis.de/downloads
C pcwVistaPE 1.2 Windows-Rettungssytem XP, Vista www.pcwelt-praxis.de/downloads
C Powertoy Calculator 1) Erweiterter Taschenrechner XP www.pcwelt.de/pcl
Smart UAC 1) Kontensteuerung für XP XP, Vista www.replaceuac.com/
Steady State 2.5 1) 2) Benutzerkontrolle XP, Vista www.pcwelt.de/wws
Truecrypt 6.2 Verschlüsselungsprogramm XP, Vista www.truecrypt.org
C Uxtheme Multi-Patcher 6.0 1) Design-Patcher XP www.pcwelt.de/uxt
Vista Glazz 1.1 1) Design-Patcher Vista www.codegazer.com/vistaglazz
C VistaVG_Ultimate 1) Vista-Design XP http://vishal-gupta.deviantart.com
C Visual Tooltip Taskleisten-Vorschau XP www.crystalxp.net
C Windows 7 Boot Screen for Vista 1) Windows-7-Startbildschirm Vista http://vishal-gupta.deviantart.com
C Windows 7 Boot Screen for XP 1) Windows-7-Startbildschirm XP http://vishal-gupta.deviantart.com
Windows 7 Login Screen 1) Windows-7-Anmeldebildschirm Vista http://pugalenthi.deviantart.com
Windows 7 M3 Shellstyle for XP Windows-7-Shellstyle XP http://leosss.deviantart.com
C Windows 7 PDC Style For Vista 1) Windows-7-Design Vista http://giannisgx89.deviantart.com
Windows 7 PDC2008 Logon 1) Windows-7-Anmeldebildschirm XP http://raulwindows.deviantart.com
C Windows Media Player 11 Media-Player XP, Vista www.pcwelt.de/w11
C Windows Seven PDC 2008 Preview 1) Windows-7-Hintergrundbilder XP, Vista http://dj-corny.deviantart.com
Windows-7-Calculator 1) Windows-7-Taschenrechner Vista www.box.net/shared/y7tdnm9y2a
C Wordpad 2009 1) Text-Editor XP, Vista http://solo-dev.deviantart.com
C auf DVD 1) englischsprachig 2) WGA (Windows Genuine Advantage) erforderlich

dann auf „Symbolleisten, Schnellstart“ gehen) und Ihrem „Programme“-Verzeichnis, und starten Sie
dort die wichtigsten Anwendungen zu verlinken. es. Dann wählen Sie „German“ als Sprache und
Die Vorschaubilder der Taskleiste gibt es schon vergrößern auf der Registerkarte „Vorschau“ das
unter Vista. In XP können Sie diese mit dem Tool Vorschaubild. Deaktivieren Sie ferner auf der Re-
Visual Tooltip nachrüsten (auf C DVD). Entpa- gisterkarte „Anzeige“ die Optionen „Zeige Anwen-
cken Sie das Archiv dazu in einen leeren Ordner in dungsicon in Vorschau“ und „Zeige Fenstertitelleis-
te“. Um die Funktion standardmäßig zu
laden, aktivieren Sie die Option „Mit
Windows starten“.
Windows
Vista Vista-Taskleiste:
Einige Eigen-
schaften von
Windows 7 kön-
nen Sie auch
unter älteren
Windows-Ver-
sionen emulieren

XXL-TIPPS 2009 39
GRUNDLAGEN So bauen Sie W indows 7 nach

2 Das Desktop-Design
Das kann Windows 7: Verglichen mit dem nicht-signierter Designs auf Ihrem System frei-
Sprung vom Luna-Design von XP zu Vistas Aero schalten. Unter XP mit SP3 rufen Sie dazu den
ist es nur ein kleiner Schritt von Vista zu Win7. englischsprachigen Uxtheme Multi-Patcher (auf
XP nachrüsten: Wenn Sie das Aussehen von C DVD) auf und klicken auf „Patch“. Falls der Win-
Windows 7 möglichst originalgetreu nachbilden dows-Dateischutz sich meldet, klicken Sie auf „Ab-
wollen, müssen Sie zunächst die Unterstützung brechen“ und „Ja“.
Windows Öffnen Sie den Ordner „\Windows\Resources\
7 Themes“, und entpacken Sie den Inhalt des
„Theme“-Ordners des Vista-Designs VistaVG_Ul-
timate von der C DVD dorthin. Dann öffnen Sie
das Verzeichnis „\Windows\Resources\Themes\
VistaVG Ultimate\Shell“ und ersetzen in allen Un-
terordnern jeweils die enthaltene Shellstyle.dll
durch diejenige aus dem Archiv Windows 7 M3
Shellstyle for XP. Anschließend rufen Sie im
„Themes“-Ordner die Datei „VistaVG Ultimate.
theme“ auf und bestätigen die Aktion.
Vista: Unter Vista installieren Sie Vista Glazz und
Windows rufen es danach mit Admin-Rechten über das
Vista Startmenü auf. Klicken Sie dann auf das Rechner-
Symbol, und wählen Sie „Patch files“. Starten Sie
den Rechner danach in beiden Fällen neu. Entpa-
Vista: Bis auf die cken Sie nun das Design Windows 7 PDC Style
Taskleiste ent- For Vista von C DVD, und kopieren Sie den ent-
spricht das Design haltenen Unterordner „Windows 7“ nach „\Win
dem von Win 7. dows\Resources\Themes“. Öffnen Sie dann den
Größter Schritt Ordner, und klicken Sie doppelt auf die Datei „Win-
beim Tuning der dows 7.msstyles“. Passende Hintergrundbilder
Altsysteme ist das zum Design finden Sie im Archiv Windows Seven
richtige Theme PDC 2008 Preview auf C DVD.

4 Der Anmeldebildschirm
Das kann Windows 7: Anmeldebildschirm und und dem Befehl „regedit“ den Registry-Editor von
Desktop-Hintergrund wurden von Microsoft in Windows, und öffnen Sie dort den Schlüssel
Windows 7 an das eisblaue Design angepasst. „Hkey_Local_Machine\Software\Microsoft\Win
Wem die Funktionalität eines Betriebssystems im dows NT\CurrentVersion\Winlogon“.
Vordergrund steht, wird auf dieses marginale De- In diesem Schlüssel finden Sie die Zeichenfolge
tail verzichten können. Für Freunde des Schönen „UIHost“ mit dem Wert „Logonui.exe“. Diesen
ist es aber ein echter Hingucker.
XP nachrüsten: Entpacken Sie im
ersten Schritt das Archiv Windows 7
Windows
PDC2008 Logon in einen beliebigen 7
Ordner. Dort benennen Sie die enthal-
tene Datei Logonui.exe um – etwa in
Logonwin7.exe. Für die nachfolgenden
Aktionen benötigen Sie Administrator-
rechte: Kopieren Sie die eben um-
benannte Datei Logonwin7.exe in den
Ordner \Windows\System32. Starten
Sie anschließend mit „Start, Ausführen“

40 XXL-TIPPS 2009
So bauen Sie W indows 7 nach GRUNDLAGEN

3 Der Startbildschirm
Das kann Windows 7: Während Windows 7 Windows
startet, gleitet in der Pre-Beta ein silberner Schim- 7
mer über den Fortschrittsbalken. Inzwischen wurde
der Balken durch eine bunte Animation ersetzt.
XP nachrüsten: Entpacken Sie den Windows 7
Boot Screen for XP von C DVD in einen belie-
bigen Ordner. Benennen Sie die darin enthaltene
Ntoskrnl.exe etwa in Ntoswin7.exe um, und kopie-
ren Sie die Datei nach \Windows\System32. Nun
entfernen Sie den Schreibschutz der Datei C:\
Boot.ini und öffnen diese in Notepad. Kopieren Sie Windows
die Zeile, die für den Systemstart verantwortlich ist, XP
und fügen Sie sie darunter noch einmal ein. Die
Zeile beginnt meistens mit „multi(0)disk(0)“. Den Schick booten
Bezeichner in Anführungszeichen können Sie be- mit XP: Nicht
liebig ändern, um ihn vom Standard unterscheiden ganz so schön
zu können. An das Ende der Zeile fügen Sie dann wie beim Win-7-
„/KERNEL=Ntoswin7.exe“ an. Die Sekundenzahl Original bootet
nach „timeout=“ setzen Sie etwa auf „10“, um beim XP mit einem al-
Booten reagieren zu können. Speichern Sie die ternativen Start-
Datei. Künftig laden Sie Windows über die neue bildschirm
Bootoption.
Vista nachrüsten: Ersetzen Sie die Datei Win- nehmen“ wählen. Benennen Sie die Datei um in
load.exe.mui aus dem Ordner \Windows\Sys- Winload.exe.mui.old, und kopieren Sie diejenige
tem32\de-DE. Dazu müssen Sie sich zunächst die aus dem Archiv Windows 7 Boot Screen for
nötigen Rechte verschaffen. Importieren Sie dazu Vista von C DVD dorthin. Rufen Sie über „Start,
unsere Reg-Datei pcwMyRights.reg von C DVD msconfig“ das Systemkonfigurationsprogramm auf.
per Doppelklick. Halten Sie dann die <Shift>-Tas- Öffnen Sie dort die Registerkarte „Start“, markie-
te gedrückt, während Sie mit der rechten Maustas- ren Sie Ihr Vista-System in der Liste, und aktivieren
te auf die Winload-Datei klicken und „Besitz über- Sie „Kein GUI-Start“.

Wert ändern Sie in „Logonwin7.exe“. Achten Sie folgenden Aktionen benötigen Sie Administrator-
außerdem darauf, dass der Wert des Dword-Ein- rechte: Installieren Sie das im Ordner enthaltene
trags „LogonType“ auf „1“ steht. „Logon Studio Vista“, und starten Sie danach das
Vista nachrüsten: Unter Vista entpacken Sie zu- Programm. Nachdem Sie dort auf „Load“ geklickt
nächst einmal das Archiv Windows 7 Login haben, wählen Sie die Datei Windows7.logonvista
Screen in einen beliebigen Ordner. Für die nach- aus dem Unterordner „Logonvista File“ des ent-
packten Archivs. Mit „Apply“ aktivieren
Sie das neue Design.
Windows
XP

Log-in-Klon für XP: Mit


dem angepassten Anmelde-
bildschirm kosten Sie das
Windows-7-Flair auch unter
XP bis ins Detail aus

XXL-TIPPS 2009 41
GRUNDLAGEN So bauen Sie W indows 7 nach

5 Neues Fensterverhalten
Das kann Windows 7: Das nächste Windows größe. Ziehen zum oberen Rand maximiert das
wird zwei kleine, aber praktische Neuerungen beim Fenster. Beim späteren Wegziehen erhält das
Fensterverhalten bringen: Zieht man ein Fenster so Fenster automatisch wieder seine Ausgangsgröße
weit an den linken oder rechten Rand, dass der (Aerosnap). Einmal benutzt, wird diese unschein-
Mauszeiger an die Monitorgrenze stößt, skaliert bare Funktion schnell zur unentbehrlichen Ge-
das Fenster automatisch auf die halbe Bildschirm- wohnheit. Eine zweite Funktion nennt sich Aero-
Windows shake, die auf das „Schütteln“ eines Fensters, also
7 ein schnelles Hin und Her mit dem Mauszeiger auf
der Titelleiste, ab der dritten Richtungsänderung
mit dem Minimieren aller übrigen Fenster reagiert.
XP/Vista nachrüsten: Mit dem uneingeschränkt
empfehlenswerten Aerosnap (auf C DVD) und
dem brauchbaren Aeroshake rüsten Sie diese
Funktionen sowohl für XP oder Vista nach. Aero-
snap benötigt eine Installation, Aeroshake besteht
nur aus der sofort lauffähigen Aero_Shake_1.3.exe
plus zugehöriger INI-Datei.
Die kleinen Tools tragen sich nicht selbstständig
Windows im Windows-Autostart ein. Sie überlassen es also
XP dem Anwender, dies manuell nachzuholen, wenn er
mit dem neuen Fensterverhalten zufrieden ist. Am
einfachsten erreichen Sie das durch zwei Verknüp-
Aerosnap für XP fungen unter „Start, Alle Programme, Autostart“.
und Vista: Das Beide Tools zeigen sich dann im Systray-Bereich.
Tool dockt auch Das einfache Aeroshake kann dort via „Settings“
hier Fenster am über die zugehörige INI-Datei sensibler konfiguriert
Bildschirmrand werden. „Distance“ mit Wert „3“ und „Count“ mit
an, nur die trans- Wert „2“ sind durchaus praktikable Einstellungen.
parente Vorschau Damit schlägt Aeroshake nach nur zwei Richtungs-
bietet es nicht änderungen schneller an als Windows 7.

7 Ordnerbibliotheken
Das kann Windows 7: Mit virtuellen „Libraries“ Search 4 automatisch ein. Nach der Installation
führt Windows 7 ein neues und nützliches Modell starten Sie den PC neu und konfigurieren den
für die Datenorganisation ein. Die Libraries fassen Suchindex der Desktop-Suche so, dass er alle
die Inhalte unterschiedlicher Ordner in einem Ex- Laufwerke berücksichtigt. Dazu klicken Sie in der
plorer-Fenster zusammen. Wenn Sie etwa Ihr Systemsteuerung auf den Punkt „Indizierungsopti-
Musik- oder Textarchiv auf verschiedene Ordner onen“, wählen dort den Befehl „Ändern“ (unter Vis-
verteilt haben, können Sie diese Quel-
len an zentraler Stelle zusammenführen.
Libraries basieren auf einfachen XML-
Windows
Dokumenten. 7
XP/Vista nachrüsten: Unser Tool
pcwVirtualLibraries (auf C DVD) bie-
tet Ihnen in Verbindung mit der neuen
Windows Search 4 von Microsoft eine
ähnliche Funktion. Installieren Sie zu-
nächst unser Tool, es richtet dann even-
tuell fehlende Komponenten wie das
.NET Framework 2 oder die Windows

42 XXL-TIPPS 2009
So bauen Sie W indows 7 nach GRUNDLAGEN

6 Skalierbare Kontensteuerung
Das kann Windows 7: Windows 7 macht die Be- Windows
nutzerkontensteuerung (UAC) skalierbar. Zusätz- 7
lich zu den Optionen „Ein“ oder „Aus“ unter Vista
führt der Nachfolger zwei Zwischenstufen ein. Die-
se Stufen 1 und 2 wirken sich relativ dezent aus
und sind im Alltagsbetrieb kaum mehr störend. Das
dürfte die Akzeptanz dieses Schutzmechanismus
deutlich fördern.
Vista nachrüsten: Symantec geht mit Norton
User Account Control (NUACX86 für 32-Bit-
Vista und NUACX64 für 64-Bit-Vista) einen völlig
anderen Weg unter Vista. NUAC wird der Vista-
UAC vorgelagert mit dem Ziel, das Auslösen des Windows
Mechanismus vorab zu filtern. Das Ergebnis für den Vista
Anwender ist nach einiger manueller Mitarbeit ähn-
lich wie bei Windows: Hat er erst mal einige unnö- Norton UAC für
tige UAC-Alarme mit dem Häkchen „Don’t ask me Vista: Nach eini-
again“ nachhaltig weggefiltert, arbeitet er danach gen „Don’t ask
weitgehend ungestört (englischsprachige Infos un- me again“ ist die
ter www.pcwelt.de/nua mit Download-Link am En- Kontensteuerung
de der FAQ). Wie Symantec zu Recht behauptet, schnell auf ein
sind durch NUAC keinerlei Leistungseinbußen zu angenehmes Ver-
befürchten. Einen Nachteil hat das Tool jedoch: halten trainiert
Es sendet bei jeder Aktion den auslösenden Datei-
namen und den Hash-Wert an die Norton Labs. entschärfen, dass es nur noch bei unerwünschten
XP nachrüsten: Mit Smart UAC gibt es inzwi- Tasks aufpoppt. Uneingeschränkt empfehlen kön-
schen auch für XP ein kostenloses Tool, das erst nen wir das Programm nicht, weil es den PC spür-
einmal bei jeder Programmausführung anschlägt. bar bremst. Für Analysezwecke ist es aber ganz
Indem Sie eine Whitelist einsetzen und Tasks auf praktisch. Es unter Vista parallel zur internen UAC
Rückfrage erlauben, lässt sich das Tool schnell so einzusetzen, ist generell nicht sinnvoll.

ta zusätzlich „Alle Orte anzeigen“) und aktivieren freie Stelle in einem beliebigen Ordner und wählen
die Klickboxen vor jeder Partition. Bevor Sie unsere „Virtuelle Bibliothek anlegen“. Im aufpoppenden
Libraries einsetzen, sollten Sie der Suche ausrei- Dialog wählen Sie „Ordner hinzufügen“, um einen
chend Zeit lassen, den Index aufzubauen. ersten Ordner in die neue Bibliothek zu legen. Die-
Ist das erledigt, klicken Sie mit der rechten sen Vorgang wiederholen Sie, bis alle gewünsch-
Maustaste auf eine freie Desktop-Stelle oder eine ten Ordner beisammen sind. Dann klicken Sie auf
„Bibliothek erstellen“, vergeben einen
aussagekräftigen Namen und spei-
chern. Ein Klick auf die neue Bibliothek
Windows
Vista zeigt Ihnen den Inhalt der ausgesuchten
Ordner im Inhaltsfenster der Desktop-
Suche an.

Libraries unter XP & Vista:


pcwVirtualLibraries mit Windows
Search 4 bilden die virtuellen
Bibliotheken unter älteren
Systemen nach

XXL-TIPPS 2009 43
GRUNDLAGEN So bauen Sie W indows 7 nach

8 Das Rettungssystem
Das kann Windows 7: Windows 7 bietet nach XP/Vista nachrüsten: Mit unserem Rettungs-
<F8> beim Bootprozess die neue Option „Repair system pcwVistaPE (auf C DVD) erhalten Sie ein
your Computer“, die das Reparatursystem Win- mächtiges Notfallsystem für XP und Vista, das Sie
dows PE startet. Windows PE ist also standard- unter Vista auch als zweite Bootoption installieren
mäßig mitinstalliert. Der Anwender benötigt für können. Insbesondere im Fall Vista ist der Unter-
Reparaturen keine Setup-DVD mehr. schied zu Win 7 nur noch gering. Um das System
Windows anzulegen, starten Sie unser Tool. Auf der Regis-
7 terkarte „Schritt 1“ aktivieren Sie die Klickbox vor
„Windows Server 2008“ nur, wenn Sie keine voll-
wertige Vista-DVD besitzen. Die restlichen Tools
sind bereits im Archiv auf C DVD enthalten. Falls
Sie eine PC-WELT-Ausgabe ohne DVD gekauft
haben, aktivieren Sie auch die weiteren drei Klick-
boxen. Anschließend gehen Sie auf „Herunterla-
den/Entpacken. Nach dem Download wechseln
Sie auf die Registerkarte „Schritte 2-4“ und führen
die im Tool beschriebenen Schritte nacheinander
aus. Gehen Sie dann auf die Registerkarte
Windows „Schritte 5-6“, und kompilieren Sie mit „5. Vista PE
Vista anlegen“ das System entsprechend der Anleitung.
Vista: Falls Sie Vista nutzen, fahren Sie jetzt mit
Besser retten: Schritt 6 fort. Sie wählen die Partition (nicht die
Mit pcwVistaPE Systempartition), auf der Vista PE installiert wer-
erhalten Sie den soll, und klicken auf „6. Vista PE multiboot“.
für XP/Vista Künftig laden Sie das Notfallsystem über die neue
ein mächtiges Bootoption „Vista PE Boot“.
Rettungssystem XP: Unter XP funktioniert Schritt 6 aufgrund des un-
– unter Vista terschiedlichen Bootloaders nicht. Klicken Sie hier in
sogar als Multi- pcwVistaPE stattdessen auf „7. Vista PE brennen“,
boot-Option um eine Notfall-CD mit dem System zu erzeugen.

10 Windows-7-Zubehör
Das kann Windows 7: Neben Optik und Kern- Tools unter XP und Vista, die wir zum größten Teil
funktionen bietet Windows 7 auch Neuerungen bei auf C DVD packen durften. Das kostenlose Word-
den Zusatzanwendungen. So kommen Wordpad pad 2009 von „Solo-Dev“ gleicht dem Microsoft-
und Paint mit dem „Ribbon“-Menü aus Office 2007. Pendant optisch und funktional, Paint.NET ist ein
Der Windows-Rechner bietet zusätzlich zu „Stan- weit überlegener Ersatz für MS Paint. Microsoft
dard“ und „Wissenschaftlich“ nun die Modi „Pro- selbst bietet mit Powertoy Calculator bereits
grammierer“ und „Statistik“. Der Internet
Explorer ist bei Version 8 angekommen,
deutlich schneller als sein Vorgänger und
Windows
bietet einen „In Private“-Modus, der keine 7
Surfspuren hinterlässt. Der Windows Me-
dia Player trägt Version 12 und bietet mit
dem „Now Playing Mode“ eine neue Kom-
paktansicht. Mit „Burn Disc Image“ gibt
es ein Tool zum Brennen von CD-/DVD-
Abbildern (etwa ISO-Dateien).
XP/Vista nachrüsten: Für alle genann-
ten Anwendungen gibt es äquivalente

44 XXL-TIPPS 2009
So bauen Sie W indows 7 nach GRUNDLAGEN

9 Safeguard und Steady State


Das kann Windows 7: Unter „Systemsteuerung, Windows
Benutzerkonten“ war für Windows 7 für einge- 7
schränkte Konten die neue Sicherheitsoption „Turn
on PC Safeguard“ geplant. Safeguard lässt den
eingeschränkten Benutzer zunächst ohne Beein-
trächtigung arbeiten, verwirft aber alle Änderungen
beim Abmelden. Das Schreibverbot gilt standard-
mäßig für die Systempartition, kann aber auf alle
internen Partitionen ausgeweitet werden. Betrof-
fene Benutzer können Daten daher nur auf exter-
nen Medien speichern. Gleich nach der Anmeldung
erscheint ein entsprechender Hinweis.
XP/Vista nachrüsten: Sofern Microsoft Safe- Windows
guard nicht weiter ausbaut, hat der XP-/Vista-An- XP
wender mit dem Gratis-Utility Steady State die
gleichen Möglichkeiten. Das neue Safeguard und
der schon in Vista eingebaute „Jugendschutz“ bil- XP und Vista mit
den zusammen annähernd den Umfang dieses Steady State: Das
Microsoft-Tools. Microsoft-Tool ist
In Steady State entspricht die Option „Lock pro- funktional mit
file to prevent the user from making permanent Safeguard ver-
changes“ unter „User Settings, General“ gleichbar, aber
der Safeguard-Funktion. Steady State bietet zahl- etwas komplexer
reiche weitere Schutzoptionen, es hat aber zwei einzurichten
Nachteile: Microsoft hat Steady State in allen wich-
tigen Weltsprachen umgesetzt, jedoch nicht in als Admin beabsichtigen, sind oft einige Konten-
Deutsch. Ferner fordert die Bedienung etwas mehr wechsel erforderlich. Ausführlich beschrieben ha-
Know-how als die der integrierten Vista-/Windows- ben wir Steady State im Artikel „XP-Kontrolle
7-Funktionen. Bis ein mit Steady State eingerichte- leichtgemacht“ 9/07, Seite 68 bis 72 (auch unter
ter Benutzer genau das darf und nicht darf, was Sie http://www.pcwelt.de/174621/).

seit einigen Jahren einen stark aufgebohrten Ta- Versionen, die wichtigsten Schritte in puncto Ge-
schenrechner an. Unter Vista ist es möglich, den schwindigkeit, Medienfreigabe, Streaming & Co.
original Windows-7-Calculator einzurichten. wurden aber bereits im Windows Media Player
Der Internet Explorer 8 Final ist bereits für 11 verwirklicht. Dass es über 15 Jahre gedauert
XP und Vista verfügbar. Den Windows Media Pla- hat, bis Windows in der Lage war, CD-Abbilder zu
yer 12 gibt es zwar noch nicht für alte Windows- brennen, ist fast schon peinlich. Kostenlose Tools
wie Imgburn erledigen das schon seit
Jahren, auch unter älteren Windows-Ver-
sionen.

Wordpad 2009 für


XP & Vista: Der kos-
Windows tenlose Nachbau des
XP „Ribbon“-Wordpads
sieht dem Original
ziemlich ähnlich

XXL-TIPPS 2009 45
KONFIGURIEREN Im Überblick

INHALT Konfigurieren
48 | Vista: Richtig loslegen
Über 40 wichtige Systemeinstellungen ändern
52 | Windows-Schaltzentrale
Nutzen Sie die Werkzeuge der Systemsteuerung
56 | Windows vernetzen
Netzwerk schnell und sicher einrichten
66 | WLAN einrichten
Funknetzwerk einfach in Betrieb nehmen
72 | Bluetooth einrichten
Windows-PCs mit Funktechnik verbinden
Foto: © Sergey Prohkhorov – Fotolia.com

74 | Fernsehen am Monitor
Wunschsender auf den Desktop holen
78 | Neue Treiber installieren
Mehr Geschwindigkeit, weniger Probleme
82 | Dateien ordnen
Übersichtliche Datenstruktur mit Bordmitteln
86 | Desktop de luxe
Oberfläche von XP und Vista anpassen

46 XXL-TIPPS 2009
Im Überblick KONFIGURIEREN

Richtig
eingestellt
Mit Vista hat Microsoft dazugelernt und vor allem die Inbetrieb-
nahme von Netzwerkkomponenten erheblich vereinfacht. Aber
auch an anderen Stellen gibt’s mehr Komfort. Von Peter-Uwe Lechner

Nach der Installation von Windows Vista ist innerhalb weniger Minuten erledigt. Damit Sie
der PC meist noch nicht optimal an Ihre immer die maximale Leistung und möglichst viele
Arbeitsweise angepasst. So kann es notwen- Funktionen aus Ihrer Hardware herauskitzeln,
dig sein, eine höhere Bildschirmauflösung und müssen Sie die jeweils aktuellsten Treiber einspie-
eine höhere Bildwiederholfrequenz zu wählen len. Wie das geht und was Sie dabei beachten soll-
oder die Reaktionsgeschwindigkeit der Maus und ten, zeigen wir Ihnen auf den folgenden Seiten.
der Tastatur anzupassen. Nicht zuletzt gilt es, den Auf einem frisch installierten Windows sollten
Drucker zu installieren und zu konfigurieren. All Sie von Grund auf für die richtige Ordnung sor-
diese Aufgaben und viele weitere erleichtert gen: Überlegen Sie sich eine Verzeichnistruktur
Vista mit einfach zu nutzenden Assistenten, die für Ihre Daten, die das spätere Auffinden und den
Sie über die Systemsteuerung aufrufen. Und auch Zugriff möglichst einfach machen. Das geht
die früher mitunter sehr mühsame Einrichtung bereits mit Windows-Bordmitteln. Außerdem
von Netzwerken – gleich, ob festverkabelt oder passen Sie mit unserer Hilfe die Oberfläche von
drahtlos – ist dank der neuen Helfer in Vista XP und Vista an Ihre Bedürfnisse an.

QUICK-TIPPS
Einstellungen Netzwerk Netzwerk durchsuchen
Maus anpassen für Linkshänder Gesamtübersicht anzeigen Wartezeit einkalkulieren
Linkshänder können die Funktionen der In einem größeren Netzwerk behalten Sie Wenn Sie auf einem PC unter Windows
! linken und rechten Maustaste tauschen: ! mit Vista besonders einfach den Über- ! an ein Netzwerk anschließen und einen
Aktivieren Sie in den Einstellungen die Option blick. Im Netzwerk- und Freigabecenter klicken Ordner freigeben, kann es durchaus etliche
„Primäre und sekundäre Taste umschalten“. Sie den Link „Gesamtübersicht anzeigen“ an. Minuten dauern, bis die anderen PCs im Netz-
Vista generiert eine grafische Darstellung des werk ihn „sehen“ können. Das Übertragungs-
Clear Type Netzwerks mit den Geräten – sofern diese kom- protokoll für solche Freigaben arbeitet nämlich
Lesbarkeit verbessern patibel zu den Microsoft-Protokollen sind und nicht besonders schnell.
Wie schon der Vorgänger Windows XP keine Firewall dazwischenfunkt.
! unterstützt Vista mit Clear Type ein Ver- Hardware-Treiber
fahren zur Kantenglättung von Bildschirmschrift. Markierte Ordner Auf 64-Bit-Version achten
Um Clear Type einzuschalten, gehen Sie so Freigaben erkennen Wenn Sie die 64-Bit-Version von Win-
vor: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf
! Freigegebene Ordner sind im Windows- ! dows Vista einsetzen, müssen Sie auch
den Desktop, wählen Sie „Anpassen“ , dann Explorer gut zu erkennen: Links unten im entsprechende 64-Bit-Treiber verwenden.
„Visuelle Darstellung“. Klicken Sie auf „Effekte“, Ordnersymbol ist ein stilisiertes Netzwerksym- Achten Sie beim Download der Treiber auf
und schalten Sie Clear Type unter „Folgende bol eingeblendet. Es ist zwar nicht optimal ab- dieses Detail – die meisten Hersteller bieten
Methode zum Kantenglätten verwenden“ ein. lesbar, aber der Farbfleck als Info reicht aus. nämlich getrennte Downloads an.

XXL-TIPPS 2009 47
KONFIGURIEREN Schnelleinstieg

Clevere Tipps und ein PC-WELT-Tool

Vista: Richtig loslegen


Wir kennen die Vorzüge, aber auch die nervenden Macken von Vista.
Ersparen Sie sich eine Menge Stress – mit Tipps zur Konfiguration und
einem Tool, das über 40 wichtige Funktionen bietet. Von Peter-Uwe Lechner

Sie nutzen Windows Vista bereits – oder Sie parent. Wir wollen Ihnen den Einstieg erleichtern
haben vor, jetzt umzusteigen. Sie freuen sich – mit Tipps, Hintergrundinfos und dem PC-
über deutliche Verbesserungen, den ansehnlichen WELT-Tool pcwCustomVista (auf C DVD), das
Software-Umfang und die hübsche Optik. Doch Ihnen eine Menge Konfigurationsgefummel er-
wer das System näher kennen lernt, stellt rasch spart. Nachfolgend finden alle, die bisher mit
fest, dass einiges daran ganz schön nervt und die Windows XP gearbeitet haben, grundlegende
Arbeit eher behindert statt sie zu beschleunigen. Tipps für die Installation, zur richtigen Konfigu-
Beispielsweise ist die Explorer-Shell überfrachtet, ration, zur Bedienerführung und zu den neuen
einige Systemfunktionen sind nicht gerade trans- Multimedia-Funktionen von Vista.

1 Effekte loswerden –
für bessere Leistung
Die Oberfläche von Vista unterscheidet
sich optisch deutlich vom Standard unter
Windows XP. Aero, Transparenz-Effekte & Co.
werten zwar den Desktop auf, kosten aber im Ge-
genzug eine ganze Menge Ressourcen. Sie legen
mehr Wert auf schnelles als auf besonders schö-
nes Arbeiten – oder Sie wollen einfach selbst ent-
scheiden, was sinnvoll und was überflüssig ist. Sie
haben allerdings keine Lust, sich durch alle mög-
lichen Menüs und die Registry zu wühlen. Einzelne
Optionen werden Sie hier auch gar nicht oder nur
schwer finden.
Mit einem PC-WELT-Tool erhalten Sie ganz be-
quem Zugriff auf alle Effekte – mit wenigen Klicks
werden Sie sie ganz oder teilweise los. Unser
Script pcwCustomVista auf C DVD bietet im Be-
reich „Visuelle Stile für optimale Leistung anpas-
sen“ 21 Optionen an. Am tiefgreifendsten wirkt
sich „Klassischen Desktop aktivieren“ aus: Damit
verpassen Sie Vista den nüchternen Look von Win-
dows 2000. Sie können hier aber auch nur das
klassische Startmenü aktivieren. Effekte wie die
Schatten unter Menüs oder dem Mauszeiger, die
Animationen beim Minimieren und Maximieren von
Fenstern oder die Transparenz der Fensterrahmen
werden per Klick abgeschaltet. Notebook-Besitzer
können hier übrigens auch komfortabel die Clear-
type-Funktion einstellen. Sie verbessert die Les-
barkeit auf LC-Displays.

48 XXL-TIPPS 2009
Schnelleinstieg KONFIGURIEREN

2 Handhabung des
Windows-Explorers verbessern
Der Explorer unter Vista gibt nach vor wesentliche Informa-
tionen nicht direkt preis: Weiterhin werden bestimmte Dateien und
Erweiterungen versteckt. Eine neue Eigenheit: Es ist es nicht mehr mög-
lich, systemweit für alle Ordner die Detailansicht zu aktivieren. Stattdes-
sen lässt sich die Ansicht nur für jeden Ordnertyp (zum Beispiel Doku-
mente oder Bilder) anpassen. Und zu welchem Typ ein bestimmtes
Verzeichnis gehört, entscheidet Vista eigenmächtig, indem es dessen
Inhalt prüft. Wo auch immer Sie das System im Stich lässt, hilft Ihnen
das bereits erwähnte Werkzeug pcwCustom-
Vista weiter. Die gesuchte Einstellung befindet
sich in der Rubrik „Funktionalität des Explorers
verbessern“. Wenn Sie die Klickbox neben der
Rubriküberschrift aktivieren, erhalten Sie die
aus unserer Sicht ideale Einstellung für den Ex-
plorer. Damit werden beispielsweise alle Datei-
Erweiterungen sowie alle versteckten und Sys-
temdateien angezeigt. Für die Dateifreigabe
werden die erweiterten Optionen aktiviert. Eine
weitere exklusive Funktion, die PC-WELT be-
reitstellt, ermöglicht es, für Ordner „systemweit
die Detailansicht als Standard“ zu aktivieren
und die automatische Erkennung von Ordner-
typen zu unterbinden.

3 Nervendes abstellen, interessante Extras aktivieren


Nachdem Optik und Explorer optimiert sind, nutzen. Lediglich die Transparenz fehlt. Wie so oft,
nerven eventuell noch ein paar gut gemeinte fehlt die Funktion aber nicht wirklich im System,
Zusatz-Tools – zum Beispiel die Fehlerbericht- sondern wurde nur deaktiviert.
erstattung, die nach einem Absturz immer nach Es genügt, im Registry-Schlüssel „Hkey_Cur-
Hause telefonieren will, oder die Sidebar, auf der rent_User\Software\Microsoft\Windows\DWM\“
meist nutzlose Gadgets Platz und Ressourcen ver- den Wert des Eintrags „Composition“ auf „1“ und
schwenden. Außerdem fehlen einige wichtige Ein- den von „CompositionPolicy“ auf „0“ zu setzen.
stellungen. Wenn Sie etwa Vista Home Basic ver- Danach muss nur noch der Dienst für die Desktop-
wenden, fehlt standardmäßig die Aero-Optik. In Gestaltung neu gestartet werden – und schon ist
der dritten und letzten Rubrik von pcwCustomVista Aero aktiv. Genau diese Schritte erledigt für Sie
können Sie eine Auswahl weiterer Funktionen kon- unser Tool auf Mausklick.
figurieren. Loswerden können Sie beispielsweise
die Fehlerberichterstattung an Microsoft, die Side-
bar und die nervenden Warnungen über angeblich
zu wenig Speicherplatz. Außerdem lässt sich der
PC-Lautsprecher deaktivieren. Im Internet Explorer
können Sie die Schriften glätten lassen und etwa
www.google.de zur Start-Seite erklären.
Aero light: Für Benutzer der Home-Basic-Varian-
te von Vista ist außerdem die Option „Aero (ohne
Glass) unter Home Basic aktivieren“ interessant.
Wenn die Hardware leistungsfähig genug ist, lässt
sich damit das hübschere Oberflächen-Design der
größeren Vista-Versionen auch unter Home Basic

XXL-TIPPS 2009 49
KONFIGURIEREN Schnelleinstieg

4 Media Center:
Alles unter einem Dach
In Windows Vista Home Premium und Ulti- machen. Die Software war bisher den Käufern der
mate dürften viele Anwender die erste Be- Media Center Edition von Windows XP vorbehal-
kanntschaft mit dem Windows Media Center ten, die vorinstalliert auf speziellen PCs zu haben
ist. Das Windows Media Center vereinigt alle wich-
tigen Anwendungen für den Medienkonsum unter
einer Oberfläche. Sie können damit fernsehen,
Musik hören, DVDs ansehen und brennen.
Die Darstellung ist für den TV-Bildschirm opti-
miert. Für das Fernsehen benötigen Sie eine inter-
ne TV-Karte oder ein entsprechendes externes
USB-Gerät (analog oder DVB-T).
Es muss ein passender BDA-Treiber (Broadcast
Driver Architecture) installiert sein. Die Radio-Wie-
dergabe ist möglich, wenn die Empfangs-Hard-
ware einen FM-Tuner enthält. Sonst bleibt der
Menüpunkt „Radio“ ohne Funktion. Das Internet-
Radio hat Microsoft unter „Online-Medien, Gale-
rie“ versteckt. Über die Galerie müssen Sie zuerst
das Plug-in „MoreRadio“ nachinstallieren. Danach
können Sie zwischen mehreren hundert Internet-
Radiosendern wählen.

WINDOWS VISTA Tipps für Umsteiger


Startmenü individuell anpassen Mausrad können Sie die Icon-Größen in Ordnern und am
Im Startmenü erscheinen standardmäßig der Internet Explorer Desktop jederzeit von ganz klein bis sehr groß verändern.
und Windows Mail an erster Stelle. Die weiteren Einträge in der
Liste legt Vista automatisch an, wenn Sie ein Programm auf- Menüs wieder einblenden
rufen. Sie können einzelnen Anwendungen aber einen festen Microsoft hat versucht, die Bedienung einiger Programme
Platz im Menü reservieren. Das geht über den Kontextmenü- übersichtlicher zu gestalten. Beim Explorer, Internet Explorer
punkt „An Startmenü anheften“, der im Explorer, bei Desktop- und Windows Media Player sind nun die Bedienelemente auf
Icons und im Startmenü nur bei ausführbaren Programmen das Nötigste reduziert, die bisherigen Menüleisten sind ausge-
oder Verknüpfungen zu ausführbaren Programmen auftaucht. blendet. Um sie auf den Schirm zu holen, genügt ein Druck auf
Über das Kontextmenü und „Vom Startmenü lösen“ oder „Aus die <Alt>-Taste. Wenn Sie die Menüs aber dauerhaft einblen-
Liste entfernen“ löschen Sie ein Element aus dem Startmenü. den möchten, gehen Sie im Windows-Explorer auf „Organisie-
ren, Layout, Menüleiste“, im Internet Explorer auf „Ansicht,
Icon-Größe ändern Symbolleisten, Menüleiste“. Im Media Player wählen Sie
Vista stellt die Icons auf dem Desktop standardmäßig deutlich „Ansicht, Klassische Menüs“ oder verwenden die Tastenkom-
größer dar als Windows XP. Besonders auf kleinen Monitoren bination <Strg>-<M>.
wird der Schreibtisch dadurch schnell unübersichtlich. Die
Größe sollte sich eigentlich über die Systemsteuerung über Suchfeld im Startmenü
„Anpassung, Fensterfarbe und -darstellung“ nach einem Klick Das neue Suchfeld im Startmenü berücksichtigt Programme des
auf die Schaltfläche „Erweitert“ individuell einstellen lassen Startmenüs, des Systempfads sowie indizierter Datenbereiche
(unter „Element, Symbol“). Das funktioniert jedoch nicht. Über und ist damit meist die schnellste und bequemste Möglichkeit,
das Kontextmenü „Ansicht“ des Explorers können Sie aber die Programme aufzurufen. Der bisherige Dialog „Ausführen“ ist
Option „Klassische Symbole“ einstellen. Die Icons erscheinen auch noch vorhanden, nur den zugehörigen Menüpunkt zeigt
anschließend wie unter Windows XP gewohnt in einer Größe Vista nicht mehr an. Sie aktivieren ihn über das Script pcwCus-
von 32 x 32 Pixeln. tomVista (auf C DVD) oder über die „Eigenschaften von Taskleis-
Noch ein Tipp: Klicken Sie auf ein Icon, oder markieren Sie te und Startmenü“ via „Anpassen“ und die allererste Option. Der
mehrere Icons. Mit gedrückter <Strg>-Taste und Drehen am bekannte Hotkey <Win>-<R> funktioniert ebenfalls noch.

50 XXL-TIPPS 2009
Schnelleinstieg KONFIGURIEREN

5 Media Player einfach


über das Netz nutzen
Der Windows Media Player 11 bietet unter
Vista eine vereinfachte Freigabe und erlaubt
es außerdem, Medienangebote von anderen PCs
im Netz zu nutzen. Die Freigabe aktivieren Sie auf
Ihrem Rechner im Windows Media Player: Klicken
Sie in den unteren Bereich der Schaltfläche
„Medienbibliothek“, und wählen Sie „Medienfrei-
gabe“. Aktivieren Sie die Optionen „Medien su-
chen, die andere Benutzer freigegeben haben“ und
„Freigabe der Medien an“. Nach einem Klick auf
die Schaltfläche „Einstellungen“ legen Sie fest, spielsweise mit den Rubriken Titel, Genre und
welche Medientypen Sie einbeziehen möchten. Darsteller.
Auf Freigaben zugreifen: Auf den anderen Mehr Auswahl: Auf die gleiche Weise nutzen Sie
Vista-Rechnern im Netz gehen die Nutzer nun im auch andere Media-Angebote im Netz. Windows
Explorer auf „Netzwerk“. Der PC mit der Freigabe Vista kann sowohl auf die Freigaben eines XP-
erscheint hier in der Kategorie „Multimedia“. Nach Media Players 11 als auch auf diverse Streaming-
einem Doppelklick darauf startet der Media Player. Server im eigenen Netz zugreifen. Informationen
Am Server-PC erscheint jetzt ein Hinweis – Sie über passende Streaming-Hardware finden Sie
müssen dort einmal die Freigabe bestätigen. unter www.playsforsure.com. Der Media Player
Das Medienangebot sehen Sie in der Liste als 11 arbeitet auch mit Geräten zusammen, die sich
eigene Medienbibliothek. Je nach Auswahl (Musik, mit Twonkymedia ausstatten lassen (www.
Bilder, Video) erhalten Sie eine Übersicht, bei- twonkyvision.de, ab Version 4.2).

6 Video-DVDs mit Vista zusammenstellen und brennen


Mit Windows Vista können Sie jetzt ohne Brenner ein, und klicken Sie auf „Brennen“. DVD
zusätzliche Player-Software Video-DVDs Maker startet dann die Umwandlung des Materials.
nicht nur wiedergeben, sondern auch zusam- Das kann abhängig von der Länge des Films einige
menstellen und brennen. Das Programm Windows Zeit dauern. Denn das Programm konvertiert Vi-
DVD Maker bietet nur wenige Funktionen, ist aber deos in jedem Fall, auch wenn das Ausgangsmate-
vielleicht gerade deshalb besonders praktisch ein- rial sich bereits für eine DVD eignet.
zusetzen und erleichtert den Einstieg. Das Be-
merkenswerte an Windows DVD Maker ist, dass
das Programm nicht nur mit den Microsoft-eigenen
Formaten wie WMV (Windows Media Video) oder
DVR-MS umgehen kann. Das Programm verarbei-
tet auch klaglos Quelldateien aus Fremdformaten
wie MPEG 2, Divx oder Xvid.
DVD Maker lässt sich leicht bedienen. Nach dem
Start gehen Sie auf „Elemente hinzufügen“ und
wählen eine oder mehrere Dateien aus. Klicken Sie
dann unten rechts auf „Optionen“, und stellen Sie
die gewünschten Parameter ein, etwa ein Seiten-
verhältnis von „16:9“ und als Videoformat „PAL“.
Klicken Sie auf „OK“ und danach auf „Weiter“.
Wählen Sie in der rechten Leiste die gewünschte
Oberfläche für das Menü aus. Über „Menütext“ und
„Menü anpassen“ können Sie einzelne Elemente
verändern. Über „Vorschau“ kontrollieren Sie das
Ergebnis. Legen Sie einen DVD-Rohling in den

XXL-TIPPS 2009 51
KONFIGURIEREN Systemsteuerung

Systemeinstellungen ändern

Windows-Schaltzentrale
Die Systemsteuerung wächst und wächst. In der klassischen Ansicht
warten in der Ultimate-Version von Vista jetzt bis zu 48 eigenständige
Werkzeuge darauf, erkundet zu werden. Von Peter-Uwe Lechner

Als Kontrollzentrum und Schaltzentrale bie- zeigt alle Werkzeuge einzeln an und hat mit 48
tet die Windows-Systemsteuerung elemen- Symbolen in der Ultimate Edition von Vista ge-
tare Funktionen zum Konfigurieren und In- genüber Windows XP mit 30 Einträgen eine
dividualisieren des Betriebssystems. Die Menge dazugelernt. Viele Dialoge in Vista sind
Systemsteuerung ist unter Windows XP und Vista altbekannt, manch einer kommt aber auch völlig
über das Programmmenü schnell erreichbar. Alle neu daher. Die Symbolleiste und die Navigations-
Einstellungsfunktionen sind übersichtlich in Rub- leiste am linken Rand des Fensters sorgen dafür,
riken gruppiert, so dass sich das gewünschte Mo- dass Sie schnell zu einem anderen Modul oder
dul schnell finden lässt. Die klassische Ansicht Dialog wechseln können.

1 Ansichten anpassen
In der Voreinstellung ist die Systemsteue-
rung in Kategorien unterteilt. Sie können diese
nach einem Klick darauf durchsuchen. Die klas-
sische Ansicht der Systemsteuerung wird Ihnen
bekannt vorkommen, wenn Sie bereits
frühere Versionen von Windows verwendet
haben. Klicken Sie auf den Link „Klassische
Ansicht“ im linken Fensterbereich, um die
von XP bekannte Systemsteuerung zu öff-
nen. Klicken Sie auf „Startseite der System-
steuerung“, um zurück zur Kategorieansicht
zu wechseln.

52 XXL-TIPPS 2009
Systemsteuerung KONFIGURIEREN

2 System- und Wartungs-


funktionen bei Vista
Hinter „System und Wartung“ verbirgt sich unter
anderem das neue Begrüßungscenter, das Sie nach
der Installation von Vista als Erstes willkommen heißt und
durch Schritte wie die Einrichtung von Internet-Verbindung
und Benutzern führt. Unter „Sichern und Wiederherstellen“
können Sie beispielsweise Wiederherstellungspunkte des
aktuellen Systemzustands setzen sowie ein automatisches
Backup Ihrer Daten einrichten. Darüber hinaus können Sie
in den „Indizierungsoptionen“ detailliert festlegen, welche
Daten die Suchfunktion durcharbeiten soll.
Über den Ordner „Verwaltung“ haben Sie Zugriff auf tiefer in das System
eingreifende Werkzeuge wie die Partitionierung von Festplatten und die
Bearbeitung der Dienste. In manchen Bereichen wie der Aufgabenplanung
und dem Systemmonitoring bietet Vista mehr Möglichkeiten als XP bisher.
Hinter „System“ verbergen sich die Funktionen des alten Systemeigen-
schaften-Dialogs, Informationen über die Ausstattung Ihres PCs und der
bekannte Geräte-Manager.

SCHNELLSTART Module der Systemsteuerung öffnen


Die einzelnen Module der Systemsteuerung las-
sen sich auch direkt von der Kommandozeile
ausführen. Mit <Windows>-<R> rufen Sie die
Eingabeaufforderung auf und tippen den Namen
der Datei ein, etwa „firewall.cpl“.

Dateiname Bedeutung System


ACCESS.CPL Eigenschaften der Eingabehilfe XP
APPWIZ.CPL Eigenschaften von Software XP/Vista
BTHPROPS.CPL Bluetooth Vista
COLLAB.CPL Personen in meiner Umgebung Vista
DESK.CPL Eigenschaften der Anzeige XP/Vista
FIREWALL.CPL Windows-Firewall XP/Vista
HDWWIZ.CPL Hardware-Assistent XP/Vista
INETCPL.CPL Internet-Einstellungen XP/Vista
INFOCARDCPL.CPL Authentifizierung und Identifizierung Vista
INTL.CPL Ländereinstellungen XP/Vista
IRPROPS.CPL Drahtlose Verbindung XP/Vista
JOY.CPL Gamecontroller XP/Vista
MAIN.CPL Eigenschaften der Maus XP/Vista
MMSYS.CPL Sound-Einstellungen XP/Vista
NCPA.CPL Netzwerkeigenschaften XP/Vista
NWC.CPL Client Service für Netware (GSNW) XP/Vista
ODBCCP32.CPL ODBC-Einstellungen XP/Vista
POWERCFG.CPL Eigenschaften von Energieoptionen XP/Vista
SYSDM.CPL Systemeigenschaften XP/Vista
TABLETPC.CPL Stift- und Eingabegeräte Vista
TELEPHON.CPL Telefon- und Modemoptionen XP/Vista
TIMEDATE.CPL Eigenschaften von Datum und Uhrzeit XP/Vista
WSCUI.CPL Windows-Sicherheitscenter XP/Vista
WUAUCPL.CPL Automatische Updates konfigurieren XP

XXL-TIPPS 2009 53
KONFIGURIEREN Systemsteuerung

3 Sicher ist sicher 4 Netzwerkeinstellungen


Im Menü „Sicherheit“ hat Microsoft alle Unter „Netzwerk und Internet“ sind die Teile
Werkzeuge und Dialoge gebündelt, die zur der Systemsteuerung untergebracht, die mit
Systemsicherheit beitragen. Dazu gehört das der Kommunikation nach außen zu tun haben, allen
Sicherheitscenter. Es bietet einen Überblick über voran das Netzwerk- und Freigabecenter. Dort
den Sicherheitsstatus des PCs. Das Programm können Sie Internet- und Netzwerkverbindungen
überwacht nicht nur Systemfunktionen von Win- einrichten sowie öffentliche Ordner, Drucker,
dows Vista, sondern auch zusätzliche Tools wie An- Medien- und andere Dateien getrennt voneinander
tiviren-Programme oder Desktop-Firewalls. Starten freigeben. Neben dem Center gruppieren sich in
Sie das Sicherheitscenter über das Symbol in der dem Menü noch die Internet-Optionen, die Win-
Taskleiste rechts unten. Alternativ öffnen Sie im dows-Firewall und das Synchronisierungscenter,
Startmenü „Systemsteuerung, Sicherheitscenter“. mit dem Sie Datenbestände mit anderen Geräten
Rechts zeigen die Balken mit Ampelfarben den Sta- abgleichen können.
tus der verschiedenen Sicherheitskomponenten an.
Die Konfiguration der verschiedenen Komponenten
erreichen Sie über die Symbole links außen.

5 Hardware nachrüsten
und konfigurieren
Das Menü „Hardware und Sound“ erlaubt Ihnen den Zu-
griff auf alle Einstellungen, die mit der Hardware in direktem
Zusammenhang stehen. Dazu gehört etwa das Einrichten von
Maus, Tastatur, Drucker, Scanner, Kamera sowie Gamepad, aber
auch die Konfiguration der Energie-Optionen und die aus der Win-
dows-XP-Tablet-PC-Edition geerbten Tablet-PC-spezifischen Di-
aloge. Über „Automatische Wiederga-
be“ können Sie das Standardverhalten
von Windows für bestimmte Dateitypen
und Medien festlegen, etwa wenn Daten-
träger mit Spielen, Musik, Videos, DVD-
Filmen, HD-Material oder anderen Inhal-
ten in das CD-/DVD-Laufwerk eingelegt
werden. So öffnet sich dann etwa bei
leeren CD- oder DVD-Rohlingen auto-
matisch das Brennmenü des Windows
Media Players, während bei Film-DVDs
das Media Center anspringt.

54 XXL-TIPPS 2009
Systemsteuerung KONFIGURIEREN

6 Software verwalten
Unter „Programme“ finden Sie die früher
„Software“ genannte Liste der installierten
Anwendungen mit der Möglichkeit, für alle
Einträge das damit verknüpfte De-Installations-
Programm zu starten.
Der Punkt „Standardprogramme festlegen“ stellt
eine neue zentrale Verwaltungsstelle für Dateiver-
knüpfungen, Standardprogramme und Autorun-
Einstellungen zur Verfügung. So lassen sich etwa
in den Einstellungen Standardprogramme für den
bevorzugten Webbrowser, das favorisierte Mail-
programm und den zukünftig verwendeten Medien-
player festlegen. Bei der Einstellung für die Auto-
play-Funktion ist es übrigens endlich möglich, das
automatische Starten global für alle Laufwerke zu
deaktivieren. „Windows SideShow“ regelt die Nut-
zung von Zweitdisplays wie zusätzliche LC-Dis-
plays, die an den Rechner angeschlossen sind.

7 Darstellung
individualisieren
Das Menü „Darstellung und Anpassung“
fasst einige Dialoge wie die Einstellungen
von Taskleiste, Startmenü, Sidebar und Schrift-
arten zusammen. Der wohl umfangreichste Unter-
punkt trägt den Titel „Anpassung“. Von hier aus
können Sie Desktop-Hintergrund, Fenster-Design,
8 Weitere Funktionen
Sound-Schemata und den Mauszeiger verändern in Vista nutzen
sowie einen Bildschirmschoner auswählen. Viele
der Dialoge sind identisch mit den XP-Pendants, Das Menü „Zeit, Sprache und Region“ bietet
die meisten Neuerungen haben mit der Aero-Ober- neben den aus XP bekannten Einstellungen
fläche zu tun. als einzige Neuerung die Möglichkeit, zwei zusätz-
liche Uhren mit unterschiedlichen Zeitzonen einzu-
richten. Diese werden angezeigt, wenn Sie die
Maus über die Uhr in der Taskleiste bewegen. „Er-
leichterte Bedienung“ stellt Hilfen für Menschen
mit Behinderungen zur Verfügung. So gibt es eine
Bildschirmlupe zum Vergrößern von Teilbereichen
des Desktops, eine
Bildschirmtastatur mit
Mausbedienung, die
Sprachausgabe und
die Möglichkeit, den
Kontrast der Arbeits-
oberfläche für eine
bessere Lesbarkeit zu
erhöhen.

XXL-TIPPS 2009 55
KONFIGURIEREN W indows verbinden

Lokales Netzwerk in Betrieb nehmen

Windows vernetzen
Ein kleines Netzwerk richten Sie recht einfach ein, denn Windows verfügt
von Haus aus über die nötigen Funktionen und Protokolle. Bei modernen
PCs ist die Netzwerkkarte heute Standard. Von Peter-Uwe Lechner

Wo mindestens zwei Rechner zur Verfügung In diesem Beitrag gehen wir davon aus, dass Sie
stehen, bietet eine Vernetzung vielfältige die Computer mit Hilfe eines Routers zu einem
Vorteile: Sie können Ordner und Laufwerke frei- Netzwerk zusammenschließen möchten. Die Vor-
geben, so dass jeder Anwender innerhalb des gehensweise unterscheidet sich nur insofern von
Netzwerks darauf zugreifen kann – vorausge- der bei einem Netzwerk mit Switches oder Hubs,
setzt, er hat die entsprechenden Zugriffsrechte. als Sie den Clients die IP-Adresse nicht manuell
Außerdem können Sie einen lokalen Drucker als zuweisen müssen. Das erledigt der Router unter
Netzwerkdrucker einrichten, der von allen Netz- Zuhilfenahme des Dynamic Host Configuration
werkrechnern aus genutzt werden kann. Protocols (DHCP) ganz automatisch.

Diese Hardware brauchen Sie


1 Netzwerkkarte kaufen
Bevor Sie das Netzwerk unter Windows ein- dass in jedem PC eine Netzwerkkarte eingebaut
richten, müssen Sie die einzelnen Arbeitsstatio- ist. Sie ist bei den meisten PCs, die ab 2005 her-
nen im Netzwerk verkabeln. Grundvoraussetzung gestellt wurden, bereits ab Werk fest eingebaut.
für die Vernetzung mehrerer Rechner ist natürlich, Fehlt die LAN-Schnittstelle, können Sie sie aber
auch selbst nachrüsten. Netzwerkkarten unterschei-
den sich primär in der angebotenen Übertragungs-
rate – 10, 100 und 1000 MBit/s sind möglich. Für
eine moderne Netzwerkkarte, die Datenübertra-
gungsraten von bis zu 1 GBit/s unterstützt, müssen
Sie rund 20 Euro hinlegen – sie ist die beste Wahl.
Mit einer solchen 1000-MBit/s-Verbindung lassen
sich theoretisch 1250 MB pro Sekunde übertragen.
Doch die Sache hat insofern einen Haken, als auch
der Router beziehungsweise Switch mit Gigabit-
Verbindungen klarkommen muss.

TECHNIK Router als Schaltzentrale im Netzwerk


Den meisten kleinen Netzwerken (LAN, Local Neben der Verbindung ist auf jedem Rechner eine
Area Network) dient ein DSL-Router als Schaltzen- Konfiguration für das TCP/IP-Protokoll notwendig, al-
trale, etwa eines der weit verbreiteten Modelle aus der so die Netzwerksprache, mit deren Hilfe sich die ein-
Fritzbox-Serie von AVM. Mit diesen Geräten lassen zelnen Rechner verständigen. Sie wird meist automa-
sich Rechner per Netzwerkkabel oder Wireless LAN tisch durch den Router erledigt. Danach können Sie
verbinden – die Grundlage dafür, dass sie Daten mit- Windows anweisen, Daten und/oder Drucker für die
einander austauschen können. gemeinsame Nutzung im Netzwerk freizugeben.

56 XXL-TIPPS 2009
W indows verbinden KONFIGURIEREN

2 Netzwerkkarte
einbauen
Um einen PC mit einer Netzwerkkarte zu
bestücken, ziehen Sie den Netzstecker des Rech-
ners, schrauben sein Gehäuse auf, suchen nach
einem freien PCI-Anschluss und stecken die Er-
weiterungskarte ein. Schließen Sie danach das
Gehäuse, und verbinden Sie den PC wieder mit
dem Stromnetz. Auf diese Weise bauen Sie auch
in alle anderen Rechner jeweils eine Netzwerkkarte
ein. Windows XP und Vista erkennen die Netz-
werkkarte in den allermeisten Fällen nach dem ers-
ten Hochfahren des Rechners automatisch, so
dass Sie keine Treiber von der zur Netzwerkkarte
mitgelieferten Treiber-CD einspielen müssen. Al-
lerdings bieten die Originaltreiber der Hersteller
oftmals erweiterte Diagnose-
und Einstellmöglichkeiten, um
beispielsweise bei Übertra-
gungsproblemen im Netzwerk
gezielt auf die Suche nach den
Engpässen zu gehen. Folgen
Sie den Anweisungen der jewei-
ligen Installationsanleitungen,
um die Treiber nachzurüsten.
Zum Abschluss der Netzwerk-
karteninstallation stellen Sie die
Verbindung zwischen den ein-
zelnen Rechnern her.

3 LAN-Kabel anstecken
Wenn Sie einen Router oder Switch verwen-
den, schließen Sie jede Netzwerkkarte mit-
tels eines gewöhnlichen Netzwerkkabels
(Twisted-Pair-Kabel, Ethernet-Kabel) an einen der
freien Anschlüsse des Routers an. Das Netzwerk-
kabel, das es in vielen unterschiedlichen Längen
von 10 cm bis 100 Meter gibt, muss nicht teuer
sein. Zehn Meter des so genannten Cat-5-Kabels
für 100 MBit/s-Netze erhalten Sie – fertig bestückt
mit RJ45-Steckern an den Enden – in Online-
Shops ab rund vier Euro. Gigabit-fähige Cat-6-
Kabel sind ab rund 6 Euro zu haben.

XXL-TIPPS 2009 57
KONFIGURIEREN W indows verbinden

Netz in XP einrichten
1 Vorbereitungen treffen 2 Einstellungen prüfen
Wählen Sie „Start, Systemsteuerung“, und Danach überprüfen Sie, ob das Internet-
klicken Sie erst auf „Netzwerk- und Internetver- Protokoll TCP/IP auf dem Rechner installiert und
bindungen“ und dann auf „Netzwerkverbindungen“, an die Netzwerkkarte gebunden ist. Hierzu klicken
um zum gleichnamigen Dialog zu gelangen. Wurde Sie mit der rechten Maustaste auf die „LAN-Verbin-
die Netzwerkkarte korrekt installiert und sind die dung“, wählen im Kontextmenü den Befehl „Eigen-
Treiber geladen, ist im Bereich „LAN oder Hochge- schaften“ und bringen das Register „Allgemein“ in
schwindigkeitsinternet“ bereits ein Eintrag zu fin- den Vordergrund. Im Bereich „Diese Verbindung
den. Standardmäßig lautet die Bezeichnung „LAN- verwendet folgende Elemente“ müssen die Einträge
Verbindung“. „Client für Microsoft-Netzwerke“, „Datei- und
Aus Gründen der besseren Übersicht empfiehlt Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke“, „QoS-
es sich, diesen Namen zu ändern. Klicken Sie mit Paketplaner“ und „Internetprotokoll (TCP/IP)“ vor-
der rechten Maustaste auf das Icon, wählen Sie im handen sein. Sollte eine dieser Komponenten bis-
Kontextmenü den Befehl „Umbenennen“, und tip- lang nicht installiert sein, spielen Sie sie jetzt
pen Sie eine aussagekräftige Bezeichnung wie nachträglich ein. Dazu klicken Sie auf „Installieren“,
„Lokales Netzwerk“ oder „Heimnetzwerk“ ein. markieren „Client“ (stellt die Funktion „Client für
Microsoft-Netzwerke“ wieder her), „Dienst“ (für die
Funktionen „Datei- und Druckerfreigabe für Micro-
soft-Netzwerke“ und „QoS-Paketplaner“) oder
„Protokoll“ (stellt das „Internetprotokoll (TCP/IP)“
bereit) und klicken auf „Hinzufügen“.

3 IP-Adresse zuweisen
Damit sich die einzelnen Rechner im lokalen Netzwerk ansprechen
lassen, benötigt jeder Computer eine eindeutige IP-Adresse. Dieses Adres-
sierungsschema erlaubt es, im Netzwerk ein bestimmtes Gerät („Host“) ein-
deutig zu identifizieren. Die 32 Bit langen IP-Adressen werden in vier Gruppen
zu jeweils 8 Bit unterteilt und somit durch vier einzelne Bytes repräsentiert. Je-
des Byte kann dabei einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen. Im Allgemei-
nen schreibt man diese IP-Adressen als vier durch Punkte getrennte Zahlen-
gruppen, beispielsweise „192.168.6.1“ oder „192.168.0.121“.

58 XXL-TIPPS 2009
W indows verbinden KONFIGURIEREN

4 IP-Adresse anpassen
Wechseln Sie wie bereits beschrieben zum
Dialog „Eigenschaften von Heimnetzwerk“,
und bringen Sie das Register „Allgemein“ in den
Vordergrund. Im Bereich „Diese Verbindung ver-
wendet folgende Elemente“ markieren Sie den
Eintrag „Internetprotokoll (TCP/IP)“ und klicken
auf „Eigenschaften“. Klicken Sie im Register „All-
gemein“ auf den Befehl „Folgende IP-Adresse ver-
wenden“ und tippen als IP-Adresse die Zahlenrei-
he „192.168.0.1“ ein. Sobald Sie die Einfügemarke
in das Feld „Subnetzmaske“ setzen, trägt Win-
dows XP automatisch die dazu passende Zahlen-
kolonne „255.255.255.0“ ein. Mit „OK“ weisen
Sie die neuen Werte zu. Den Arbeitsschritt wie-
derholen Sie bei allen an das Netzwerk ange-
5 Computername und
schlossenen Windows-XP-Rechnern, wobei Sie Arbeitsgruppe ändern
bei der IP-Adresse die letzte Zahl jeweils um eins
erhöhen. Der zweite Rechner im Netzwerk erhält Der Computername der einzelnen PCs im
also die IP-Adresse „192.168.0.2“ und so weiter, Netzwerk ist genauso wichtig wie die IP-
die „Subnetzmaske“ ändert sich nicht. Jede IP- Adresse und darf ebenfalls nur einmal im Netzwerk
Adresse ist damit einmalig. vorkommen. Anstatt sich eine IP wie „192.168.0.3“
zu merken, müssen Sie sich lediglich einprägsame
Computernamen wie „Daten-PC“ merken. Iden-
tisch sein sollte dagegen bei allen Netzwerkrech-
nern die Arbeitsgruppe – nur so können die Rech-
ner sich gegenseitig „sehen“ und miteinander
Daten austauschen. Über „Start, Systemsteuerung,
Leistung und Wartung“ gehen Sie auf „System“.
Bringen Sie das Register „Computername“ nach
vorne, und tippen Sie bei „Computerbeschreibung“
einen Text ein. Ein Klick auf „Ändern“ öffnet den
Dialog „Computernamen ändern“. Bei „Computer-
name“ tragen Sie eine eindeutige, aussagekräftige
Bezeichnung ein. Der Name darf nicht länger als
15 Zeichen sein, Leerzeichen sind nicht gestattet.
Diese Einschränkungen gelten auch für den Na-
men der „Arbeitsgruppe“. Nach einem Klick auf
„OK“ meldet sich Windows XP mit dem Hinweis,
dass die Änderungen erst nach Neustart übernom-
men werden. Folgen Sie dieser Anweisung.

DIE IP-ADRESSE Eindeutige Identität im Internet


IP-Adressen werden verwendet, um Daten von ihrem Im Gegensatz zu Postadressen sind IP-Adressen nicht an ei-
Absender zum Empfänger transportieren zu können. nen bestimmten Ort gebunden. Eine IP-Adresse kann einen
Ähnlich der Postanschrift auf einem Briefumschlag werden Da- einzelnen, aber in manchen Fällen auch eine Gruppe von Emp-
tenpakete mit einer IP-Adresse versehen, die den Empfänger fängern bezeichnen (Multicast, Broadcast). Die bekannteste
eindeutig identifiziert. Aufgrund dieser Adresse entscheiden die Notation der heute geläufigen IPv4-Adressen besteht aus vier
zwischengeschalteten Router, in welche Richtung das Paket Zahlen, die jeweils zwischen 0 und 255 liegen und mit einem
weitertransportiert werden soll. Punkt getrennt werden, beispielsweise 127.0.0.1.

XXL-TIPPS 2009 59
KONFIGURIEREN W indows verbinden

6 Daten im Netzwerk
freigeben
Laufwerke, Verzeichnisse, Dateien und Dru- stationen zu versenden beziehungsweise auf Dis-
cker sind Ressourcen, die Sie ganz einfach für kette, CD oder USB-Stick weiterzureichen, können
andere Anwender im Netzwerk bereitstellen kön- Sie die Dokumente zentral für alle Nutzer auf einem
nen. Der mit Abstand größte Nutzen eines Netz- freigegebenen Laufwerk oder in einem freigege-
werks besteht in der gemeinsamen Verwendung benen Verzeichnis ablegen.
von Verzeichnissen und Dateien. Anstatt Kopien Wenn Sie ein Laufwerk oder einen Ordner frei-
benötigter Dokumente per Mail an andere Arbeits- geben, ermöglicht die Standardeinstellung belie-
bigen anderen Benutzern im Netzwerk den vollen
Zugriff auf alle darauf beziehungsweise darin ab-
gelegten Dateien. Andere Benutzer können den
Inhalt des Laufwerks oder Ordners anzeigen, Da-
teien öffnen, Änderungen speichern, neue Dateien
auf dem Laufwerk oder in dem Ordner erstellen
und Dateien von dem Laufwerk oder aus dem Ord-
ner löschen. Der Zugriff lässt sich aber beschrän-
ken, so dass nur ausgewählte Personen oder
Gruppen mit dem Inhalt arbeiten können. Unter
Windows XP lassen sich auch die Arten des Zu-
griffs festlegen, den die einzelnen Personen oder
Gruppen haben. In der Grundeinstellung ist Win-
dows – nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen – al-
lerdings so konfiguriert, dass der Zugriff auf Ord-
ner und Dateien nur lokal möglich ist. Sie müssen
dem Betriebssystem also erst einmal mitteilen,
dass auch Fremdzugriffe erlaubt sind.

7 Freigabe einrichten
Die Datei- und Druckerfreigabe unter Windows XP wird
bereits standardmäßig eingerichtet, wenn eine Netzwerkkarte im
PC steckt. Somit müssen Sie sich nur noch um die Freigabe ge-
meinsam genutzter Ressourcen kümmern. Im Windows-Explorer
wechseln Sie in das Verzeichnis, das dem freigegebenen Ordner
übergeordnet ist. Klicken Sie den freizugebenden Ordner mit der
rechten Maustaste an, und wählen Sie im Kontextmenü den Be-
fehl „Freigabe und Sicherheit“. Im folgenden Dialog klicken Sie im
Bereich „Netzwerkfreigabe und -sicherheit“ auf „Klicken Sie hier,
wenn Sie sich des Sicherheitsrisikos bewusst sind, aber Daten
dennoch freigeben möchten, ohne den Assistenten auszuführen“.
Im folgenden Hinweis-Dialog „Dateifreigabe aktivieren“ klicken
Sie auf die Option „Dateifreigabe einfach aktivieren“ und bestäti-
gen mit einem Klick auf „OK“. Die beiden letztgenannten Schritte
sind übrigens nur bei der erstma-
ligen Freigabe eines Ordners oder
Laufwerks durchzuführen.

60 XXL-TIPPS 2009
W indows verbinden KONFIGURIEREN

8 Zugriffsrechte setzen
Da unter Windows XP Home sowie in der
Standardeinstellung von Windows XP Pro
jeder Benutzer im Netzwerk Zugriff auf die freigege-
benen Ordner und Dateien hat, sollten Sie gezielte
Benutzerrechte vergeben. Denn nur damit lässt sich
verhindern, dass andere Netzwerkbenutzer sensible
Dateien löschen oder verändern. Um solche dedi-
zierten Freigaben überhaupt definieren zu können,
müssen Sie erst einmal die Windows-XP-Profes-
sional-Grundeinstellungen verändern.
Im Windows-Explorer wählen Sie im Menü „Ex-
tras“ den Befehl „Ordneroptionen“ und bringen das
Register „Ansicht“ nach vorne. Im Bereich „Erwei-
terte Einstellungen“ klicken Sie auf „Einfache Datei-
freigabe verwenden (empfohlen)“, so dass das Häk-
chen entfernt wird, und bestätigen mit einem Klick
auf „OK“. Wechseln Sie in das Verzeichnis, das dem
freizugebenden Ordner übergeordnet ist, klicken
Sie mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis,
dessen Zugriffsrechte Sie festlegen wollen, und
wählen Sie im Kontextmenü den Befehl „Freigabe
und Sicherheit“. Die im Dialog „Eigenschaften von
Ordnername“ auf der Registerkarte „Freigabe“ an-
gebotenen Optionen unterscheiden sich von denen,
die Ihnen Windows XP bei der einfachen Dateifrei-
gabe anbietet.

9 Freigegebene Laufwerke verbinden


Nun geht es daran, die von Ihnen häufiger genutzten Netzwerkres-
sourcen permanent zu verbinden. Das erleichtert den Zugriff auf bestimmte
Ordner, Festplatten und Wechsellaufwerke, die Sie sonst immer erst über „Arbeits-
platz, Netzwerkumgebung“ und „Arbeitsgruppencomputer anzeigen“ aufrufen
müssten. Haben Sie die Ressourcen permanent verbunden, können Sie aus allen
Windows-basierten Programmen heraus darauf zugreifen, so, als handelte es sich
um ein lokales Laufwerk Ihres eigenen Rechners. Klicken Sie auf „Arbeitsplatz,
Netzwerkumgebung“ und „Arbeitsgruppencomputer anzeigen“. Doppelklicken Sie
auf den Netzwerkrechner, auf dem sich die freigegebene Ressource befindet.
Klicken Sie den Ordner beziehungsweise das
zu verbindende Laufwerk mit der rechten Maus-
taste an, und wählen Sie im Kontextmenü den
Befehl „Netzlaufwerk verbinden“. Im gleichna-
migen Dialog wählen Sie bei „Laufwerk“ den
Buchstaben aus, unter dem das Netzlaufwerk auf
dem lokalen Rechner angezeigt werden soll:
Aktivieren Sie unbedingt die Option „Verbindung
bei Anmeldung wiederherstellen“, damit alle Netz-
laufwerke sofort nach dem Start von Windows
zur Verfügung stehen. Mit „OK“ verlassen Sie
den Dialog. Fortan zeigt der Arbeitsplatz alle per-
manent verbundenen Netzlaufwerke direkt an.

XXL-TIPPS 2009 61
KONFIGURIEREN W indows verbinden

Netz in Vista einrichten


1 Netzwerk-Standort wählen
Sobald Sie den PC per Kabel mit dem Router verbunden haben,
bemerkt Vista das Vorhandensein des Netzwerks und sucht im LAN
nach einem DHCP-Server. Von diesem erhält es die notwendigen Daten
für die Netzwerkkonfiguration. Üblicherweise ist eine DHCP-Funktion im
Router enthalten, so dass dieser Teil der Einrichtung automatisch abläuft.
Wann immer ein Vista-PC erstmals Kontakt zu einem ihm noch unbe-
kannten LAN aufnimmt, fragt er Sie nach dem Netzwerkstandort und gibt
Ihnen die Standorte „Öffentlich“ und „Privat“ zur Auswahl.
Grundsätzlich empfehlen wir, „Privat“ auszuwählen, wenn Sie den ande-
ren Nutzern des Netzwerks trauen und auf deren freigegebene Daten und
Drucker zugreifen oder selbst Daten oder Dienste anbieten möchten. In
allen anderen Fällen aktivieren Sie „Öffentlich“. Das ist übrigens auch die
Einstellung, für die sich Vista entscheidet, falls die Netzwerkverbindung
schon während der Installation des Betriebssystems aktiv ist oder wenn
Sie den Standortauswahl-Dialog über „Abbrechen“ verlassen.

2 Netzwerke verwalten
Mit der Auswahl des Standortes ist das Ein- Ihnen an, welcher Standort gerade aktiv ist, und er-
richten der Netzwerkverbindung beendet. laubt das Ändern dieser Einstellung.
Möchten Sie den Status der Verbindung kontrollie- Wenn Sie rechts auf „Anpassen“ klicken, können
ren, öffnen Sie das Netzwerk- und Freigabecenter Sie übrigens nicht nur Namen, Symbol und Stand-
(NFC), das Sie unter „Netzwerk und Internet“ in der ort des Netzwerks verändern. Über den Link „Netz-
Systemsteuerung finden. Im oberen Teil des NFC- werkstandorte zusammenführen oder löschen“
Fensters finden Sie eine schematische Darstellung lassen sich auch nicht mehr benötigte Netzwerke
der Verbindung Ihres Rechners. Das NFC zeigt löschen.

62 XXL-TIPPS 2009
W indows verbinden KONFIGURIEREN

3 Verbindungen managen
Ist Ihr PC mit mehreren Netzwerken gleich-
zeitig verbunden, zeigt das NFC einen eigenen
Eintrag für jedes dieser LANs. Im Abschnitt „Ver-
bindung“ erfahren Sie, welcher Netzwerkadapter
die jeweilige Verbindung herstellt. Mit einem Klick
auf „Status anzeigen“ gelangen Sie zu dessen Ein-
stellungen und zur Diagnosefunktion, die bei der
Analyse von Verbindungsproblemen behilflich ist.
Im Abschnitt „Freigabe und Erkennung“ finden Sie
einen zentralen Anlaufpunkt für alle Einstellungen
zur Nutzung von im LAN freigegebenen Daten und
Druckern – dazu gleich mehr.

4 Systray-Icon verwenden
Auch das Netzwerkverbindungssymbol in der
Startleiste hat Microsoft für Vista überarbeitet.
Zeigte Windows XP noch für jede Verbindung und
damit letztlich für jeden einzelnen Netzwerkadapter
ein eigenes Symbol, geht Vista mit dem Platz in der
Startleiste platzsparend um. Ein einziges Icon ver-
tritt alle Verbindungen. Wenn Sie es mit der linken
Maustaste anklicken, zeigt es die derzeit aktiven
LANs an und ermöglicht den Zugriff auf das NFC
und das Herstellen von Verbindungen.
Das Kontextmenü des Icons, das Sie über
einen rechten Mausklick erreichen, enthält
ebenfalls Verknüpfungen zum NCF und zur
Verbindungserstellung. Wenn Sie hier ein
Häkchen vor „Animation bei Aktivität ein-
schalten“ setzen, dann blinkt das Symbol,
sowie Daten über den Adapter fließen.

NETZWERK Drucker gemeinsam nutzen


Die Freigabe eines Druckers ist der von Dateien recht durchführen“. Dann bereitet der Vista-PC die Daten für den
ähnlich. Vista bietet die Freigabe schon bei der Instal- Drucker auf. Bestätigen Sie die Freigabe mit „OK“.
lation des Druckers mit an. Haben Sie diese Gelegenheit
verpasst, ist das aber auch kein Problem. Wenn Sie die ent- Drucker auf einem Netzwerk-PC einrichten
sprechende Option in den Einstellungen des NFC aktivieren, Um den Netzwerkdrucker auf einem anderen Rechner in Be-
gibt Vista automatisch alle dazu geeigneten und auf dem PC trieb zu nehmen, starten Sie dort die Installation eines neuen
eingerichteten Drucker im Netzwerk frei. Möchten Sie nur einen Druckers in der Systemsteuerung. Als Druckertyp geben Sie
bestimmten Drucker freischalten, so rufen Sie mit „Start, Sys- „Netzwerkdrucker“ an und tasten sich dann über die im Instal-
temsteuerung, Hardware und Sound, Drucker“ die Drucker- lationsassistenten integrierte Suchfunktion zum Vista-PC oder
Übersicht auf. Klicken Sie den freizugebenden Drucker mit der dem von diesem freigegebenen Drucker vor.
rechten Maustaste an, und gehen Sie auf „Freigabe“. Setzen Ist im NFC die Option „Kennwortgeschütztes Freigeben“
Sie ein Häkchen bei „Drucker freigeben“. Möchten Sie den aktiv, sollten Sie auf dem Server-PC für jeden Nutzer ein Konto
Client-PCs etwas Arbeit abnehmen, entfernen Sie das Häk- mit den Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) einrich-
chen vor „Druckauftragsaufbereitung auf Clientcomputern ten, mit denen er sich auf dem Client-Rechner anmeldet.

XXL-TIPPS 2009 63
KONFIGURIEREN W indows verbinden

5 TCP/IP-Konfiguration 6 Computernamen
erneut anfordern ändern
Bei Verbindungsproblemen deaktivieren Sie Schon allein die nun funktionsfähige Verbin-
die Netzwerkverbindung und aktivieren sie wie- dung zwischen den LAN-PCs und dem Router
der. Dadurch macht sich Vista erneut auf die Suche ermöglicht viele Funktionen. So können mehrere
nach dem DHCP-Server und fordert von ihm die Nutzer gleichzeitig im Web surfen, mailen oder
TCP/IP-Konfiguration an. Klicken Sie am linken Computerspiele gemeinsam spielen. Damit Sie bei
Rand des NCF auf „Netzwerkverbindungen ver- Ihrer Arbeit im Netzwerk nicht immer wieder mit
walten“, markieren die Verbindung mit einem linken schwer zu merkenden und umständlich zu tippen-
Mausklick und gehen dann oben auf „Netzwerk- den IP-Adressen arbeiten müssen, vergeben Sie als
gerät deaktivieren“. Warten Sie, bis Vista das Sym- Nächstes einen eindeutigen Netbios-Namen (Net-
bol der Verbindung mit dem Hinweis „Deaktiviert“ work Basic Input Output System) für jeden PC.
ergänzt. Dann klicken Sie auf „Netzwerkgerät akti- Diesen leitet Vista wie seine Vorgänger aus dem
vieren“ und lassen dem PC einige Sekunden Zeit Computernamen ab, den Sie über eine gut ver-
für die Kommunikation mit steckte Option ändern können. Klicken Sie auf den
dem DHCP-Server. Startknopf, dann mit der rechten Maustaste auf
Danach zeigt das Welt- „Computer“, und wählen Sie im Kontextmenü den
kugel-Symbol im NCF Eintrag „Eigenschaften“ aus. Im Abschnitt „Einstel-
oder der Startleiste, dass lungen für Computernamen, Domäne und Arbeits-
Ihr PC Kontakt zum Router gruppen“ gehen Sie dann auf „Einstellungen än-
und zum Internet hat. dern“ und im folgenden Fenster auf „Ändern“.

7 Optionen des NCF kennen


Vistas NCF führt im Abschnitt „Freigabe und Erkennung“ sechs ver-
schiedene Einstellungen auf, die darüber entscheiden, ob und in welcher Form
Ihr Rechner auf Daten und Drucker im LAN zugreifen beziehungsweise ob er
selbst Freigaben anbieten kann. Beispielsweise findet der Vista-PC andere Com-
puter und gibt sich selbst nur dann zu erkennen, wenn „Netzwerkerkennung“ ein-
geschaltet ist. Wenn Sie „Freigabe von Dateien“ aktivieren, können andere Nutzer
auf Daten auf Ihrem PC zugreifen. So lange die Option „Kennwortgeschütztes
Freigeben“ aktiv ist, gestattet Vista den Zugriff aber nur solchen Nutzern, die über
ein Benutzerkonto auf dem Vista-PC verfügen. „Freigabe des öffentlichen Ord-
ners“ gibt den Inhalt des besagten Ordners, der unter Windows XP noch „Ge-
meinsame Dokumente“ hieß, für den Zugriff via LAN frei. „Freigabe von Druckern“
schafft die Voraussetzung für den zentralen Drucker-Zugang. „Freigabe von Medi-
endateien“ aktiviert schließlich den in einigen Vista-Versionen enthaltenen UPnP-
Server (Universal Plug and Play), der Musik, Bilder und Videos für Streaming
Clients wie die Pinnacle Soundbrigdge (www.pinnaclesys.com) bereitstellt.

64 XXL-TIPPS 2009
W indows verbinden KONFIGURIEREN

8 Daten einfach freigeben


Möchten Sie Daten ohne viel Aufwand für von Rechnern auf, die darauf zugreifen. Deutsch-
alle Nutzer Ihres Netzwerks freigeben, em- sprachige Vista-Versionen zeigen das Verzeichnis
pfiehlt sich dafür der Einsatz des öffentlichen Ord- im Explorer aber mit dem Namen „C:\Benutzer\Öf-
ners. Dieses Verzeichnis wird von Vista bei der In- fentlich“ an. Damit der öffentliche Ordner zugäng-
stallation automatisch eingerichtet und bietet lich wird, müssen Sie die entsprechende Option im
praktische Unterverzeichnisse wie „Öffentliche Bil- NFC des Server-PCs aktivieren.
der“ und „Öffentliche Musik“. Es liegt unter „C:\ Dazu klicken Sie auf die nach unten zeigende
Users\Public“ auf der Festplatte und taucht auch Pfeilspitze rechts hinter „Freigabe des öffentlichen
unter seinem Ordnernamen „Public“ im Explorer Ordners“ und vergewissern sich, dass auch „Netz-
werkerkennung“ und „Frei-
gabe von Dateien“ einge-
schaltet sind. Anschließend
müssen Sie nur noch die
Daten, die Sie mit den an-
deren Nutzern teilen möch-
ten, in den öffentlichen Ord-
ner beziehungsweise seine
Unterordner kopieren oder
verschieben.

9 Auf freigegebene Ordner zugreifen


Ein Nutzer, der von einem anderen PC aus auf die freigegebenen
Dateien zugreifen möchte, startet dort den Windows Explorer über
„Start, Netzwerk“ und klickt sich dann über den Namen des PCs mit den
freigegebenen Daten zum „Public“-Ordner vor. Erscheint dabei auf dem
Client-Rechner eine Passwort-Abfrage, geben Sie als Benutzername
„Guest“ ein und lassen das Kennwort-Feld leer. Auf Vista-PCs können Sie
den Rechner mit der Freigabe auch durch einen Klick auf
seinen Eintrag in der Gesamtübersicht des NFC ansteu-
ern. Wird der freigegebene Ordner regelmäßig benötigt,
sollten Sie ihn auf dem Client-Rechner als Netzlaufwerk
einrichten. Auf diese Weise erhält er einen eigenen Lauf-
werksbuchstaben und wird vom Windows Explorer zusam-
men mit Festplatten- und DVD-Laufwerken angezeigt.
Die Einrichtung ist schnell erledigt. Auf dem Client-Rech-
ner starten Sie den Windows Explorer über „Start, Arbeits-
platz“, klicken den freigegebenen Ordner mit der rechten
Maustaste an und gehen auf „Netzlaufwerk zuordnen“. Bei
Bedarf vergeben Sie einen anderen als den vorgeschla-
genen Laufwerksbuchstaben. Nach dem Klick auf „Fertig
stellen“ steht das neue Laufwerk im Explorer bereit.

XXL-TIPPS 2009 65
KONFIGURIEREN W indows vernet zen

Windows XP und Vista drahtlos vernetzen

WLAN einrichten
Die Inbetriebnahme eines Funknetzwerks ist dank entsprechender
Assistenten unter XP und Vista schnell erledigt. Alternativ bieten die
meisten Hersteller meist noch eigene WLAN-Tools an. Von Peter-Uwe Lechner

Ein Wireless LAN mit schnurlosem Internet- Deshalb sollte in der WLAN-Sendestation eine
Anschluss macht Schluss mit Kabelgewirr Verschlüsselung eingeschaltet sein, mit der Sie das
und lässt PCs und Notebooks samt Peripherie Funknetzwerk wirkungsvoll gegen ungebetene
drahtlos kommunizieren. So können Sie sich zu Gäste und Mitlauscher absichern.
Hause oder im Büro frei umherbewegen und ha- Die Vorgehensweise bei der Konfiguration der
ben trotzdem immer Verbindung ins Internet. Al- verschiedenen Funknetzstandards unterscheidet
lerdings machen die Funkwellen nicht an Raum- sich übrigens nicht. Sie können sich also unab-
oder Gebäudegrenzen Halt, sondern sind rundum hängig davon, ob Sie ein Wireless LAN nach dem
noch ein gutes Stück weiter entfernt zu empfan- 54-MBit/s-Standard IEEE 802.11a/g oder ein
gen. Wenn sich das Funknetz etwa in einem Büro- schnelles Netz mit bis zu 300 MBit/s nach dem
oder Mehrfamilienhaus befindet, reicht das Funk- neusten Standard IEEE 802.11n einrichten, an
signal locker bis zu den Nachbarräumlichkeiten. diesem Workshop orientieren.

Vorbereitungen treffen
1 Diese Hardware 2 WLAN-Router richtig
braucht ein WLAN aufstellen
Für ein Netzwerk ohne Kabelsalat benötigen Je weiter Sender und Empfänger auseinan-
Sie eine Funknetz-Basisstation – entweder derliegen und je mehr Wände, Decken oder Ein-
einen Access Point oder einen WLAN-DSL-Router richtungsgegenstände sich zwischen ihnen befin-
– und eine Wireless-LAN-Netzwerkkarte für jeden den, desto schlechter und langsamer wird die
Rechner, den Sie ins Funknetz einbinden wollen. Verbindung – bis sie irgendwann gar nicht mehr
Bei einem Access Point handelt es sich um einen funktioniert. Bringen Sie den Access Point bezie-
Funkverteiler, den Sie an einen Switch oder hungsweise WLAN-Router an hoch gelegenen,
Hub anschließen – dieses freien Standorten möglichst in der Mitte des ge-
Gerät benötigen Sie wünschten Versorgungsgebiets unter, und richten
also zusätzlich, wäh- Sie die Antennen senkrecht aus.
rend ein WLAN-Rou- Da das vom WLAN-Kartenhersteller mitgelieferte
ter eine Kombination Tool die Stärke des Funksignals auf dem PC oder
aus Access Point mit Notebook meist grafisch darstellt, können Sie die
eingebautem Switch und beste Position später leicht ermitteln.
DSL-Router darstellt.
WLAN-Karten gibt es
für Notebooks als PC-
Card ab rund 30 Euro, als
USB-Stick ebenfalls ab rund 30 Eu-
ro und als Mini-Einschubkarte für PDAs ab
50 Euro. Diese Geräte unterscheiden sich in ihrer
Aufgabe nicht voneinander, werden aber unter-
schiedlich angeschlossen.

66 XXL-TIPPS 2009
W indows vernet zen KONFIGURIEREN

Mit Windows XP ins WLAN


1 Treiber für den Wireless-LAN-
Adapter installieren
Windows XP macht es Ihnen leicht, ein Funknetz in Betrieb zu
nehmen, denn das Betriebssystem unterstützt von Haus aus WLAN.
Bevor der eingebaute WLAN-Helfer „Drahtlosinstallations-Assistent“
seinen Dienst verrichten kann, muss für den WLAN-Adapter ein Treiber
installiert werden – sofern dieser noch nicht vorinstalliert ist. Stecken
Sie beispielsweise erstmalig einen USB-WLAN-Stick am XP-Rechner
ein, öffnet sich der „Assistent für das Suchen neuer Hardware“ und
begleitet Sie bei der Treiberinstallation. Legen Sie die Treiber-CD des
Herstellers in das CD/DVD-Laufwerk ein und folgen Sie den Anwei-
sungen. Nach wenigen Klicks sind die Treiber installiert und der WLAN-
Adapter ist betriebsbereit.

2 WLAN-Assistent
verwenden
Ab Service Pack 2 besitzt Windows XP einen
WLAN-Assistenten, der die Konfiguration der
drahtlosen Netze einfacher macht, ohne die nötigen
Sicherheitseinstellungen zu vernachlässigen. Eini-
ge Hersteller liefern eigene Tools zur Verwaltung
ihrer WLAN-Adapter mit, die dann etwa auch Dia-
gnosefunktionen besitzen und Informationen zur
Netzwerkverbindung und deren Qualität liefern. Ein
korrekt installiertes WLAN-Gerät reicht dem neuen
Assistenten aus, um in Aktion treten zu können. Der
schnellste Weg zum eigenen WLAN führt über das
Icon im System-Tray. Über das Kontextmenü kön-
nen Sie sofort nach in der Nähe befindlichen
WLANs Ausschau halten, ein Klick auf „Verfügbare
Drahtlosnetzwerke anzeigen“ erledigt das.

XXL-TIPPS 2009 67
KONFIGURIEREN W indows vernet zen

3 Funknetzwerk auswählen
Der Dialog „Drahtlose Netzwerkverbindung“ zeigt die
Funknetzwerke in Reichweite des WLAN-Empfängers an.
Klicken Sie auf den gewünschten Eintrag und dann auf die
Schaltfläche „Verbinden“. Ist in der WLAN-Sendestation eine
Verschlüsselung aktiviert, so tippen Sie jetzt den passenden
Netzwerkschlüssel ein und wiederholen die Eingabe im Feld
darunter. Klicken Sie auf „Verbinden“. Nun wird die Verbindung
zwischen WLAN-Adapter und WLAN-Sendestation hergestellt
und eine IP-Adresse per DHCP zugeteilt.

4 Einstellungen überprüfen
Mithilfe des Netzwerk-Icons im Systray erkennen Sie
schon auf den ersten Blick, ob die Funkverbindung zum
WLAN-Router aktiv ist. Ein hellblau blinkendes Symbol
signalisiert eine aktive Verbindung. Ist das Symbol dunkel-
blau und rot durchgestrichen, ist die Verbindung unterbro-
chen. Klicken Sie auf das Icon, und wählen Sie im Kontext-
menü den Eintrag „Status“. Im folgenden Dialog sehen Sie
unter anderem die Übertragungsrate und Signalstärke so-
wie die Aktivität mit dem gesendeten und empfangenen
Datenvolumen in Bytes.

WLAN-EINRICHTUNG Alternative Installation


Viele Hersteller von WLAN-Adaptern liefern eigene Installatio- weichen deshalb unter Umständen deutlich von dem Verfahren ab, das
nsprogramme und Verwaltungs-Tools mit, die die Windows- der Hersteller Ihres WLAN-Adapters vorsieht. In der Regel sind erst die
Bordmittel ersetzen. Leider setzt sich mit Vista das Durcheinander fort, Setup-Assistenten der Hersteller zu starten und den Anweisungen zu
das Microsoft bereits mit XP angezet- folgen. Sie werden dann im weiteren Verlauf
telt hat. Weiterhin darf jeder Hersteller aufgefordert, den USB-WLAN-Stick einzu-
von Netzwerkadaptern die Windows- stecken, um mit der Treiberinstallation fort-
eigenen Dialoge zur WLAN-Konfigu- zufahren. Im Anschluss werden dann meist
ration durch eigene Software erset- noch eigene Tools installiert, die die Verbin-
zen, deren Bedienung mal mehr, mal dungsaufnahme zum WLAN-Router er-
weniger deutlich vom Windows-Stan- leichtern und bei Problemen mit Diagnose-
dard abweicht. Die jeweiligen Schritte werkzeugen helfen können.

68 XXL-TIPPS 2009
W indows vernet zen KONFIGURIEREN

Mit Vista ins WLAN


1 Treiber für WLAN-
Adapter installieren
Nach dem erstmaligen Einstecken des USB-
WLAN-Sticks meldet sich der Hardware-Assis-
tent von Windows Vista zu Wort und übernimmt
die Treiberinstallation. Doppelklicken Sie auf den
Eintrag „Treibersoftware suchen und installieren
(empfohlen)“. Legen Sie dann die beim USB-Stick
mitgelieferte Treiber-CD ein, und klicken Sie auf
„Weiter“. Eventuell müssen Sie einen Warnhinweis
bestätigen, der Sie über das Fehlen der Vista-Zer-
tifizierung des Treibers informiert. Schließen Sie
die Treiberinstallation ab.

2 Wireless LAN
auswählen
Klicken Sie mit der rechten Maustaste
auf das Netzwerkverbindungs-Symbol in der
Startleiste und dann auf „Verbindung mit
einem Netzwerk herstellen“. Vista präsentiert
daraufhin eine Übersicht verschiedener Netze,
die Sie über die Auswahl hinter „Anzeigen“
auf die Darstellung von Drahtlosnetzwerken
eingrenzen. Wenn Sie mit der Maus über die
Einträge gleiten, zeigt Vista zusätzliche Infor-
mationen wie Netzwerk- und Verschlüsselungs-
typ an. Die Balken am rechten Rand geben
Aufschluss über die Empfangsqualität.

XXL-TIPPS 2009 69
KONFIGURIEREN W indows vernet zen

3 Funkverbindung
herstellen
Wählen Sie Ihr eigenes WLAN aus, und ge-
hen Sie dann auf „Verbindung herstellen“.
Wenn Sie – was wir empfehlen – die WLAN-Ver-
schlüsselungsfunktion Ihres Routers aktiviert ha-
ben, fragt Vista nach kurzer Wartezeit den Sicher-
heitsschlüssel ab. Hier geben Sie den WPA- oder
WEP-Schlüssel so ein, wie Sie ihn im Router hin-
terlegt haben. Dann stellt Vista die Funkverbindung
her, ein Vorgang, der dem Einstecken des Kabels
in Router und Netzwerkadapter bei einem kabelge-
bundenen LAN entspricht. Abschließend bietet
Vista an, sich die Konfiguration in Form eines Netz-
werkprofils zu merken, so dass die Verbindung bei
Verfügbarkeit des WLANs automatisch aufgebaut
wird. Insofern sind Netz-
werkprofile, die Sie in
der Systemsteuerung
unter „Drahtlosnetz-
werke verwalten“ auch
später noch verändern
und löschen können,
sehr nützlich. Mit
„Schließen“ verlassen
Sie das WLAN-Setup.

SICHERHEIT So schützen Sie Funknetzwerke vor Angreifern


Zur Funknetzabsicherung müssen Sie weder ein Netz- algorithmus eichen: Beherrscht der Empfänger, etwa ein
werk-Profi sein noch benötigen Sie teures Spezial- WLAN-USB-Stick, nur die einfache, veraltete und leicht knack-
Equipment und Zusatzprogramme. bare WEP-Verschlüsselung, Ihr Router dagegen das höher-
Im WLAN-Router legen Sie die Schutzmaßnahmen für das wertige WPA, müssen Sie bei seiner Verschlüsselung eben-
kabellose Netzwerk fest. Deshalb sollte sein Konfigurations- falls auf WEP umsatteln – oder sich einen neuen WLAN-Stick
menü unbedingt gegen fremden Zugriff gesichert sein. Dann mit WPA besorgen. Tragen Sie denselben Schlüssel im Rou-
können nur Sie, nicht jedoch Dritte Änderungen vornehmen. ter-Setup und in der Konfigurations-Software für den Empfän-
Die Standardpasswörter des Routers sind entweder leicht zu ger, also den USB-Stick oder die WLAN-Karte, ein. Bevor Sie
erraten („password“, „default“ ...) oder übers Internet per Such- sich ans Einrichten wagen, lesen Sie zuerst im Handbuch des
maschine herauszufinden. Wählen Sie ein Zugangspasswort Geräts, welche Modi unterstützt werden.
für das Konfigurationsmenü, das nicht in einem Wörterbuch
steht. Mischen Sie Groß- und Kleinschreibung sowie Zahlen Verschlüsseln, aber sicher
und Ziffern. Nur bei Sonderzeichen sollten Sie vorher prüfen, Wählen Sie die höchstmögliche Verschlüsselung, die Ihre
ob der Router sie auch annimmt. Im Konfigurationsmenü finden WLAN-Geräte unterstützen – also am besten WPA2 (auch
Sie die Einstellung unter einer Option wie „Wartung – Pass- „WPA2 personal“ genannt) oder WPA+WPA2 beziehungs-
wort festlegen“. Dort müssen Sie meist das bisherige Passwort weise WPA(2)-PSK. PSK steht übrigens für „Pre Shared Key“,
eingeben, danach zweimal das neue. das ist der Schlüssel, der beiden WLAN-Geräten bekannt sein
muss, wenn sie sich verbinden wollen. Diesen Schlüssel be-
Aktivieren Sie die Kryptofunktionen rechnen die Geräte aus dem Passwort, das Sie im Router-
Sorgen Sie zuerst für eine sicher verschlüsselte Verbindung Menü eingeben. Nimmt nun ein Wireless-LAN-Client zum
zwischen Sender (Router) und PCs. Dazu halten beide Geräte ersten Mal Kontakt mit dem gesicherten WLAN-Router auf,
typische Verschlüsselungsalgorithmen wie WPA parat. Alle müssen Sie auf dem Client dieses Passwort eingeben, damit
Geräte lassen sich immer nur auf denselben Verschlüsselungs- der Router eine Verbindung zulässt.

70 XXL-TIPPS 2009
W indows vernet zen KONFIGURIEREN

4 Verbindungsinfos anzeigen
Sobald Sie den PC per Kabel oder Funk mit dem Router verbun-
den haben, bemerkt Windows Vista das Vorhandensein des Netzwerks
und sucht selbstständig im LAN nach einem DHCP-Server (Dynamic
Host Configuration Protocol). Von diesem erhält es die notwendigen
Daten für die Netzwerkkonfiguration. Üblicherweise ist eine DHCP-Funk-
tion im Router enthalten, so dass dieser Teil der Einrichtung automatisch
abläuft. Die Verbindung zum Router und somit auch ins Internet steht. Zu
den Einstellungen gelangen Sie nach einem Rechtsklick auf das Netz-
werk-Symbol im Systray und der Auswahl „Netzwerk- und Freigabe-
center“. Im folgenden Dialog klicken Sie rechts neben „Drahtlosnetzwerk-
verbindung“ auf „Status anzeigen“. Sie erhalten nun Infos zur
Signalstärke und zur Übertragungsrate. Drücken Sie den Button „De-
tails“, um weitere Infos zur Verbindung zu erhalten.

DR. RATLOS Vistas hilflose Diagnosefunktion


Wenn Vista ein reibungslos funktionierendes Netzwerk zumindest konkrete Tipps zu deren Ursachenbeseitigung lie-
erkennt, zeigt das Netzwerk-Symbol zwei stilisierte fern soll. Doch nützt diese Funktion nach unserer Erfahrung
Monitore mit einer kleinen Weltkugel. „Nichts geht mehr“ ähnlich wenig wie ihr Gegenstück „Reparieren“ in Windows
heißt es hingegen, wenn das Symbol ein rotes „X“ zeigt, dann XP. Besser, Sie spüren Verbindungsprobleme selbst auf.
ist keine Netzwerkverbindung existent. Beispielsweise weil das Zeigt das Netzwerk-Symbol in der Startleiste ein rotes „X“,
Netzwerkkabel nicht eingesteckt oder der Router ausgeschal- kann das verschiedene Ursachen haben. Neben einem ausge-
tet ist. Findet Vista zwar den Weg ins schalteten WLAN-Router können
lokale Netz, aber nicht den ins Inter- auch Hardware-Defekte die Ursache
net, dann zeigt das Netzwerk-Symbol sein, also beispielsweise eine abge-
die beiden kleinen Monitore, aber die zogene oder abgeknickte Funkanten-
Weltkugel fällt weg. Geht es nach ne oder ein Schaden am Router.
Microsoft, dann lässt Vista Sie auch Außerdem sind beispielsweise ein im
bei Verbindungsproblemen nicht im Router nicht korrekt hinterlegter
Stich. Ein rechter Mausklick auf das WPA-Schlüssel, ein falsch einge-
Icon in der Startleiste oder ein Links- stellter Funkkanal sowie ein zu
klick auf die Fehlermeldung im NCF, schwaches Funksignal als mögliche
und Vista startet die Diagnose-Funk- Ursachen für das Scheitern der Netz-
tion, die alle Probleme lösen oder werkverbindung möglich.

XXL-TIPPS 2009 71
KONFIGURIEREN Bluetooth konfigurieren

Drahtlose Vernetzung

Bluetooth einrichten
Eine Möglichkeit zur Vernetzung von Windows-Computern basiert auf der
Bluetooth-Funktechnik. Sie spielt ihre Stärken vor allem auf Distanzen von
wenigen Metern aus. Von Peter-Uwe Lechner

1 Bluetooth nachrüsten
Grundvoraussetzung ist, dass beide beteilig-
ten Geräte bluetooth-fähig sind. Bei PCs und
Notebooks lässt sich diese Funktion in Form eines
so genannten Bluetooth-Dongles für den USB-
Port nachrüsten, der schon ab rund 20 Euro er-
hältlich ist und optisch einem herkömmlichen
USB-Stick ähnelt. Ob sich Handy, Tastatur,
Maus oder andere Geräte per Bluetooth
verbinden lassen, erkennen Sie an dem
blauen Bluetooth-Logo, das Sie auf
der Verpackung, im Handbuch
oder direkt am Gerät finden.

2 Bluetooth-Treiber installieren
Windows erkennt das Bluetooth-Modul Ihres Rechners üblicherweise von
alleine und installiert die notwendige Treiber-Software automatisch. Ob das ge-
klappt hat, erkennen Sie am Eintrag „Bluetooth-Funkgerät“ im Geräte-Manager.
Sieht dieser aus wie im Bild oben, hat Vista die Installation erfolgreich absolviert.

TECHNIK So klappt der drahtlose Datenaustausch


Im Schatten von Wireless-LAN fristet Bluetooth ein Nachteile von Bluetooth gegenüber Wireless-LAN sind
Schattendasein. Dies allerdings zu Unrecht. Denn neben Datenrate, Reichweite und Stromverbrauch.
den günstigen Anschaffungskosten für die benötigte Hard- Damit sich Bluetooth-Geräte für bestimmte Aufgaben ein-
ware kann Bluetooth bei der Einrichtung und den Einsatzmög- setzen lassen, besitzen sie Profile zur Verbindungsaufnahme
lichkeiten überzeugen. So können Sie etwa Peripheriegeräte und zum Abgleich der Funktionen. Es gibt rund 30 Profile für
wie Drucker kabellos anschließen oder Verbindungen zu PDA, sehr unterschiedliche Einsatzzwecke. Die Kommunikation
Notebook und Handy realisieren. Die Bluetooth-Funktechnik funktioniert ausschließlich zwischen Geräten mit den gleichen
eignet sich für den drahtlosen Datenaustausch zwischen zwei Profilen. Die Profile bauen teilweise aufeinander auf: So müs-
Geräten, die je nach Profil zwischen 10 Metern und 100 Meter sen alle Bluetooth-Komponenten GAP (Generic Access Pro-
entfernt sein können. Auf Basis einer Client-Slave-Techik gibt file) beherrschen, um überhaupt miteinander in Kontakt treten
es Empfänger und Sender – die meisten Bluetooth-Geräte zu können. Per SDAP (Service Discovery Application Profile)
lassen sich sowohl als Client als auch als Server einsetzen. Die fragen Bluetooth-Geräte die jeweiligen Profile ab.

72 XXL-TIPPS 2009
Bluetooth konfigurieren KONFIGURIEREN

3 Bluetooth-Geräte suchen
Damit Ihr PC nicht wahllos Kontakte zu allen Bluetooth-
Geräten in seiner Umgebung knüpft, müssen Sie ihm neue Geräte
zuweisen. Dazu starten Sie die Funktion „Bluetooth-Geräte“, die Sie in
der Systemsteuerung unter „Netzwerk und Internet“ finden. Auf der Re-
gisterkarte „Geräte“ klicken Sie auf „Hinzufügen“. Beachten Sie die
Hinweise auf der „Willkommen“-Seite des Assistenten, der nun startet,
setzen Sie ein Häkchen bei „Gerät ist eingerichtet und kann erkannt
werden“, und klicken Sie dann auf die Schaltfläche „Weiter“. Im nächs-
ten Fenster erscheint nach einigen Sekunden Wartezeit das erkannte
Bluetooth-Gerät. Klicken Sie es mit der linken Maustaste, an und klicken
Sie auf „Weiter“.

4 Verbindung herstellen
Die meisten Geräte erfordern die Eingabe
einer Zahlenkombination, um zu verhindern,
dass sich jedes beliebige andere Gerät mit ihnen
verbinden kann. Oft ist diese Kombination – Vista
nennt sie „Hauptschlüssel“ – fest vom Hersteller
vorgegeben und im Handbuch zu finden. Nachdem
Sie den Code eingegeben haben, beenden Sie
das Einrichten der Verbindung mit Klicks auf die
Schaltflächen „Weiter“ und „Fertig stellen“.

5 Datei versenden
Anschließend können Sie Vistas „Dateiüber-
tragungs-Assistent für Bluetoothgeräte“ ver-
wenden, den Sie unter „Start, Zubehör“ finden. Im
folgenden Dialog haben Sie die Wahl zwischen
„Datei senden“ und „Datei empfangen“. Wir ent-
scheiden uns für „Datei senden“ und klicken auf
„Weiter“. Klicken Sie dann auf „Durchsuchen“, um
eine Datei für die Übertragung auszuwählen. Ein
Klick auf „Öffnen“ – und die Datei wird gesendet.
Drücken Sie anschließend den Button „Fertig stel-
len“, um den Assistenten zu schließen.

XXL-TIPPS 2009 73
KONFIGURIEREN T V- und V ideofunk tionen

TV-Empfang mit Windows

Fernsehen am Monitor
In Windows sind Sie der Chef über das TV-Programm. Holen Sie sich
Ihre Wunschsender per TV-Karte oder DVB-Stick auf den Monitor, und
speichern Sie das laufende Programm auf die Festplatte. Von Christoph Metzger

Während Sie am Rechner sitzen, müssen sie einfach auf der Festplatte des Rechners auf.
Sie auf das aktuelle Fernsehprogramm nicht Eine PC-Lösung ist günstiger als ein Festplatten-
verzichten. Mit minimalem Aufwand machen Recorder, und das bei vergleichbarem Funktions-
Sie Ihren PC zum Fernseher mit TV-Aufzeich- umfang. Zudem können Sie TV-Sendungen ver-
nung. Und wenn Sie gerade keine Zeit haben, sich folgen, während Sie parallel etwa in Word oder
Ihre Lieblingsserie anzusehen, dann zeichnen Sie Excel weiterarbeiten.

TV-Hardware einrichten
1 Hard- und Software-
Voraussetzungen
Für den TV-Empfang muss der Prozessor mit
mindestens 1 GHz takten, zum Mitschneiden
sollte er zumindest 2 GHz schaffen. Lediglich für
HDTV-Sendungen brauchen Sie eine Hoch-
leistungs-CPU. 1 GB RAM reichen aus. Auf
der Festplatte sollten wenigstens 80 GB frei
sein, damit Sie Sendungen ablegen können.
Die Grafikkarte braucht mindestens 64 MB
RAM-Speicher. Außerdem muss sie die aktuelle
Multimedia-Schnittstelle DirectX 9.26 oder neuer
unterstützen. Für die Tonwiedergabe genügt ein
Standard-Soundchip, wie er in praktisch allen
aktuellen Systemen von Haus aus vorinstalliert ist.

2 Der TV-Empfänger
Der TV-Receiver empfängt die Fernsehsignale. Je nach-
dem, wie die Fernsehsignale zu Ihnen gelangen, benötigen Sie
eine Karte für digitales Satellitenfernsehen (DVB-S), digitales
terrestrisches Fernsehen (DVB-T), Kabel-TV (DVB-C) oder
analogen Empfang. TV-Adapter gibt es als USB-Stick, USB-
Box und PCI-Steckkarte. Letztere erfordert einen Einbau in
den PC. USB-Sticks eignen sich zum schnellen Anstöp-
seln an den USB-Anschluss. Der Preis liegt je nach Aus-
stattung zwischen 30 und 180 Euro. Aktuelle Rechner
enthalten oft bereits eine TV-Karte für den analogen und/
oder digitalen Antennenempfang samt TV-Software.

74 XXL-TIPPS 2009
T V- und V ideofunk tionen KONFIGURIEREN

3 Karte installieren
Zunächst müssen Sie die TV-Karte samt der Software nach
Anleitung installieren. Bei einer PCI-Karte trennen Sie den PC
vom Stromnetz, öffnen das Gehäuse und setzen die Karte in einen
freien PCI-Steckplatz. Schließen Sie das Gehäuse wieder. Verbin-
den Sie die Antenne mit dem Antenneneingang der TV-Karte. Wenn
Sie über einen DVB-TV-Stick verfügen, verbinden Sie ihn mit einem
USB-2.0-Anschluss Ihres Rechners. Verbinden Sie dann die DVB-
T-Antenne mit dem Antenneneingang des Fernseh-Sticks.

4 Treiber-Installation
Windows erkennt die neue Hardware und
startet einen Assistenten. Lassen Sie das „Win-
dows Update“ nicht nach neuen Treibern suchen
(„Nein“ anklicken), und legen Sie die Treiber-CD
zur TV-Karte ins Laufwerk. Markieren Sie „Software
automatisch installieren (empfoh-
len)“, und klicken Sie auf „Weiter“.
Falls Windows im weiteren Ver-
lauf Probleme mit dem Windows-
Logo-Test meldet, klicken Sie auf
„Installation fortsetzen“. Installie-
ren Sie nun die Bedien-Software
zur TV-Hardware von der mitge-
lieferten CD/DVD.

TV-EMPFANG Tipps & Tricks


TV-Software: Extras ausreizen TV-Alternative: Fernsehen per Stream
Die meisten Bedienprogramme zur TV-Karte bringen eine Reihe von Das Internet bietet eine Reihe kostenloser Alternativen zum digitalen
Standardfunktionen mit, die für Komfort beim Fernsehgenuss sorgen. Fernsehen. Über Gratis-Tools holen Sie sich nationale und internationale
Vollbild anzeigen: Wenn Sie die Vollbild-Schaltfläche anklicken, er- Sender auf den Rechner und schauen so das heimische Programm oder
scheint das Bild in voller Größe auf dem Monitor. Drücken Sie die ausländische Sendungen.
<Esc>-Taste, oder klicken Sie einmal mit der rechten Maustaste ins Bild, JLCs Internet TV (auf C DVD und unter http://jlc-software.com) und
um zum Fenstermodus zurückzukehren. Online TV Player (auf C DVD und unter www.onlinetvplayer.com) sind
Vordergrundmodus: In diesem Modus wird das TV-Fenster nicht von zwei Tools zum Internet-Empfang von Fernseh-Streams. Die TV-Übertra-
anderen Fenstern überdeckt. So haben Sie immer das aktuelle Fernseh- gung per Internet kann in puncto Qualität und Bequemlichkeit einer ech-
bild im Blick. Um den Modus ein- und wieder auszuschalten, klicken Sie ten Fernsehübertragung natürlich nicht das Wasser reichen. Die Bildqua-
auf den entsprechenden Button. lität schwankt je nach verfügbarer Datenrate zwischen recht ordentlich
Fensterelemente ausblenden: Ein praktischer Weg, um möglichst und furchtbar. Häufig stockt die Übertragung oder bricht ganz ab. Außer-
wenig Fläche auf dem Desktop für das sichtbare Fernsehfenster zu ver- dem empfangen Sie die TV-Streams grundsätzlich verzögert – je nach
braten, ist dieser Modus. Er zeigt das TV-Fenster in einer besonders Sender hinkt die Internet-Übertragung dem Live-Geschehen zwei bis
kompakten Form ohne die üblichen Bedienelemente. fünf Minuten hinterher.

XXL-TIPPS 2009 75
KONFIGURIEREN T V- und V ideofunk tionen

Auf Empfang gehen


1 Software konfigurieren 2 Sender einstellen
Beim ersten Start der TV-Software kommen Sind die Vorbereitungen erledigt, kommen
Sie direkt zur Konfiguration. Sie hilft Ihnen, PC Sie zum Sendersuchlauf. Werden die Pro-
und Monitor für den Fernsehempfang vorzuberei- gramme nicht automatisch aufgeführt, aktivieren
ten. Zunächst werden Sie nach dem TV-Standard Sie eine Option wie „Suche starten“. Eventuell
gefragt. Wenn Sie normale Sendungen sehen wol- müssen Sie auch noch „Deutschland“ als Standort
len, wählen Sie PAL; falls Sie nach einer Unter- festlegen. Die Sendersuche dauert einige Minuten.
kategorie gefragt Gefundene Sender zeigt die Software während
werden, „PAL-B“. des Suchlaufs an.
Beim Empfangstyp
wählen Sie je nach
TV-Eingangssignal
„Satellit“, „Kabel“
oder „Antenne“.
Wird die Region ab-
gefragt, aktivieren
Sie „Deutschland“.

3 Sendeplätze organisieren
Die TV-Software verteilt die Kanäle willkürlich auf einzelne Sendeplätze.
So können ARD und ZDF zum Beispiel Kanal 8 und 12 erhalten. Wer die von der
Wohnzimmer-Fernbedienung gewohnte Programmbelegung möchte, kann die
Sendeplätze umsortieren. Dazu
klicken Sie mit der rechten Maus-
taste auf den Sender, dessen Be-
legung Sie ändern wollen. Wählen
Sie nun aus der Liste den ge-
wünschten Programmplatz, etwa
„1“ für ARD und „2“ für ZDF. Führt
der Rechtsklick nicht zum Erfolg,
suchen Sie nach einer Option wie
„Kanäle bearbeiten“ oder „Sender-
einstellung“.

76 XXL-TIPPS 2009
T V- und V ideofunk tionen KONFIGURIEREN

4 TV-Programm einschalten
Sind die Sender eingerichtet, können Sie sich das Fern-
sehprogramm anzeigen lassen. Suchen Sie dazu in Ihrer
TV-Software nach einer Option wie „EPG“ (Elektronic Program
Guide). Je nach TV-Software erhalten Sie die Programmüber-
sicht mit den Fernsehdaten, oder Sie müssen erst eine Internet-
Verbindung herstellen. Die Sendung starten Sie durch einen
Doppelklick auf das gewünschte Programm. Alternativ wählen
Sie in der TV-Software die entsprechende Option (etwa „Live-
TV“) und dann den Sender.

5 Zurück- und vorspulen


Wann immer Sie eine Pause einlegen, klicken
Sie auf das Icon „Timeshift“. Bei manchen Tools
heißt die Funktion „Pause“ (Details siehe Hand-
buch). Die Sendung wird jetzt auf der Festplatte
aufgezeichnet. Wenn Sie zurückkommen, schauen
6 Fernsehprogramm
Sie die Sendung einfach an der Stelle weiter, an aufzeichnen
der Sie unterbrochen wurden. Abhängig von Ihrer
TV-Software spulen Sie dazu den Film über einen Um eine Sendung auf Festplatte aufzuneh-
Schieber oder Drehregler zurück, oder Sie drücken men, klicken Sie im TV-Wiedergabefenster auf
abermals die „Pause“-Taste. Während Sie weiter- den Aufnahme-Button. Er ist meist mit einem roten
sehen, wird der Rest der Sendung aufgezeichnet. Kreis gekennzeichnet. Während der Aufnahme
wird die Aufnahmedauer angezeigt.
In der TV-Software können Sie auch eine Auf-
nahme programmieren. Bei einigen TV-Utilities kli-
cken Sie in der Programmauswahl mit der rechten
Maustaste auf die Wunschsendung. Es erscheint
ein Fenster, in das Sie Start- und Endzeit eintra-
gen. Alternativ suchen Sie nach einem Menü wie
BESSERER EMPFANG DVB-T
„Einstellungen“ und tragen hier für die Aufnahme
Beim TV-Empfang über das digitale terres- die Kanalnummer sowie die Start- und Endzeit ein.
trische Fernsehen DVB-T kommt es manchmal Ansehen können Sie das Ergebnis ebenfalls mit
zu Klötzchen oder Rucklern. Klötzchenbildung der TV-Software.
(Artefakte) müssen Sie hinnehmen. Sie tritt bei DVB-
T bedingt durch Bandbreitenengpässe und Bildkom-
primierung abhängig vom gerade übertragenen Inhalt
auf und ist beispielsweise bei schnellen Kamera-
schwenks oder Action-Szenen unvermeidbar. Gegen
die Ruckler können Sie allerdings etwas unterneh-
men. Wenn Sie eine DVB-T-Zimmerantenne verwen-
den, wählen Sie ein Programm mit gestörtem Emp-
fang aus. Testen Sie nun andere Standorte für die
Antenne. Hilft diese Maßnahme nicht weiter, benöti-
gen Sie eine Verstärkerantenne mit einem höheren
„Gewinn“. Gemeint ist damit der angegebene Wert
in dB – er steht vielfach auf der Antenne. Der TV-
Empfang verbessert sich in der Regel auch, wenn Sie
von einer Zimmer- auf eine Außenantenne bezie-
hungsweise auf eine Dachantenne umsteigen.

XXL-TIPPS 2009 77
KONFIGURIEREN Treiber pflegen

So spielen Sie Treiber-Updates ein

Neue Treiber installieren


Neue Treiber steigern die Geschwindigkeit von Komponenten, lösen PC-
Probleme und bieten oft zusätzliche Funktionen. Wir sagen Ihnen, worauf
Sie bei Treiber-Updates achten müssen. Von Markus Weber

Die vom System verwendeten Treiber beein- ponente, die fehlerhaft und viel zu langsam arbei-
flussen maßgeblich die Leistung eines Rech- tet.Wenn Sie mit Ihrem Rechner zufrieden sind,
ners. Alte Treiber von Windows XP werden in sind Sie nicht gezwungen, sich auf jedes Treiber-
Vista vor allem bei Grafikkarten zum Flaschen- Update zu stürzen. Denn die Suche nach neuen
hals. In manchen Fällen führen Treiber auch zu Treibern ist zeitaufwendig. Dazu kommt, dass es
einem instabilen System, das Fehlfunktionen und für manche Hardware-Komponenten in sehr
Abstürze plagen. Mit neuen Treibern steigern Sie kurzen Abständen neue Treiber gibt, sodass es
die Leistung und stabilisieren das System. kaum machbar ist, stets auf dem neuesten Stand
Treiber sorgen für die korrekte Verständigung zu sein. Falls jedoch nicht alles wunschgemäß
zwischen Hardware, Betriebssystem und Anwen- funktioniert, kommen Sie nicht umhin, nach Trei-
dungsprogrammen. Ein fehlerhafter Treiber oder ber-Updates Ausschau zu halten. Und wer Wert
ein Konflikt zwischen altem und neuem Treiber auf einen größtmöglichen Funktionsumfang
kann zu typischen Problemen führen: wiederhol- seiner Hardware legt, sollte ebenfalls auf ein Trei-
te Windows-Abstürze oder eine nagelneue Kom- ber-Update setzen.

Treiber finden
1 Treiberversion ermitteln 2 Zusatzinfos abrufen
Im Startmenü öffnen Sie die „Systemsteue- Zusätzliche Infos zum Treiber erhalten Sie
rung“ und gehen zu „System und Wartung, Ge- nach einem Klick auf die Schaltfläche „Treiber-
räte-Manager“ (Vista) oder zu „System, Hardware, details“. Windows zeigt dann eine Liste der Da-
Geräte-Manager“ (XP). Wechseln Sie in der teien an, die zum Treiber gehören. Wichtig ist vor
Baumstruktur zum Ast für die entsprechende Ge- allem der Ordner, in dem sie gespeichert sind.
räteklasse, etwa „Grafikkarte“, und öffnen Sie ihn Sobald Sie eine Datei in der Liste anklicken,
per Klick auf das „+“-Zeichen. Darunter sind die zeigt Windows spezifische Angaben wie die Datei-
einzelnen Komponenten aufgelistet, die Details öff- version oder den Signaturherausgeber. Anhand
nen Sie per Doppelklick. dieser Hinweise machen Sie sich auf die Suche
Die Registerkarte „Trei- nach einem neueren Treiber.
ber“ liefert neben Angaben Am besten lassen Sie das Eigenschaftenfenster
zum Anbieter des Treibers der Systemsteuerung geöffnet, während Sie auf
auch das Ausgabedatum der Website des jeweiligen Herstellers nach einem
und eine Versionsangabe. passenden Treiber recherchieren.
Außerdem erhalten Sie
Hinweise zum jeweiligen
Signaturherausgeber, also
dem Anbieter des Sicherheitszertifikats, das das
Betriebssystem während der Installation der Trei-
ber-Software automatisch prüft.

78 XXL-TIPPS 2009
Treiber pflegen KONFIGURIEREN

4 Neue Treiber online


aufspüren
Sie haben die Wahl, ob Sie Treiber von Micro-
soft oder solche vom Hersteller einsetzen.
Diese enthalten manchmal wesentlich mehr Funk-

3 Treibersuche starten tionen als die von Microsoft bereitgestellten Versi-


onen. Ermitteln Sie zunächst den Namen der Her-
stellerfirma der fraglichen Komponente. Im Regelfall
Eine theoretisch schnelle Möglichkeit, an ei- ist er identisch mit dem Anbieter des Treibers, den
nen aktuellen Systemtreiber zu kommen, Sie in Schritt 2 ermittelt haben. Meistens genügt
bietet der Geräte-Manager selbst. Klicken Sie im es, den Herstellernamen als Web-Adresse zu ver-
Eigenschaftendialog des Geräts auf „Treiber aktu- wenden. Landen Sie auch dann nicht auf den rich-
alisieren“ (XP: „Aktualisieren“). Es öffnet sich ein tigen Seiten, füttern Sie eine Suchmaschine mit
Fenster, in dem Sie „Automatisch nach aktueller dem Anbieternamen und der Typenbezeichnung
Treibersoftware suchen“ wählen. Jetzt sucht das der Hardware. Wenn Sie auf der deutschspra-
System zunächst auf der Festplatte nach neuer chigen Hersteller-Site keinen passenden Treiber
Treiber-Software, dann online bei Microsoft in der für Ihr Gerät finden und dafür keine länderspezi-
Datenbank der registrierten Treiber. Der Haken: fischen Extras benötigen (etwa PAL für eine TV-
Die Suche hat nur selten Erfolg. Das bedeutet aber Karte), lohnt sich beispielsweise ein Blick auf die
nicht, dass es keinen passenden Treiber gibt, denn US-Site. Vielleicht gibt es ja dort bereits einen
Microsoft hält auf seinen Servern nur einen Teil der englischsprachigen Treiber.
tatsächlich verfügbaren Treibervarianten bereit. Oft Je nach Hersteller ist die Firmen-Website natür-
melden Hersteller neue Versionen nicht. lich anders aufgebaut. Meistens finden sich Treiber
in den Rubriken
„Download“, „Ser-
vice“ oder „Support“.
Oft gibt es auch ein
Suchformular, bei
dem Sie die Typen-
bezeichnung einge-
ben können.

5 Richtige Dateiversion auswählen


Falls Sie keinen geeigneten Vista-Treiber finden, kann in einigen Fällen auch der Win-
XP-Treiber unter Vista funktionieren. An der Verwaltung der Treiber hat sich unter Vista nämlich
etwas geändert: Sie werden vermehrt aus dem Kernel- in den User-Mode verlagert. Das be-
deutet: Die Treiber dürfen weniger und können somit – etwa bei einem Absturz oder fehlge-
schlagener Installation – auch weniger anrichten. Die XP-Versionen können damit Probleme
haben. Welche Windows-XP-Treiber sich unter Vista einsetzen lassen und welche nicht, lässt
sich nur durch Ausprobieren ermitteln.
Je nachdem, ob Sie Windows als 32- oder 64-Bit-
Betriebssystem verwenden, benötigen Sie die pas-
sende Treibervariante. Achten Sie beim Download der
Treiber auf dieses Detail. Die 64-Bit-Treiber müssen
von Microsoft signiert sein. Das bedeutet: Sie sind von
den Microsoft-WHQL (Windows Hardware Quality Labs) für Vista freigegeben. Die 32-Bit-
Versionen von Vista akzeptieren auch unsignierte Treiber. Sie geben bei der Installation nur
einen Warnhinweis aus. Übrigens: Sollten Sie nicht wissen, welche Vista-Version installiert ist,
können Sie das über „Systemsteuerung, Klassische Ansicht, System“ unter dem Punkt „Sys-
temtyp“ ermitteln. Laden Sie das Treiber-Installationspaket herunter, und speichern Sie es am
besten in einem neuen, leeren Verzeichnis.

XXL-TIPPS 2009 79
KONFIGURIEREN Treiber pflegen

6 Treiber auspacken und


System sichern
Komprimierte Treiberarchive in Form einer ZIP-Datei sind
selten. Ein manuelles Entpacken ist nicht erforderlich, da Win-
dows ZIP-Archive automatisch als Verzeichnis öffnet.
Bevor Sie mit der Treiberinstallation beginnen, sollten Sie eine
Sicherungskopie wichtiger Dateien anlegen. Noch besser ist eine
Komplettsicherung des Windows-Laufwerks. Falls später bei der
Treiberinstallation etwas schiefgeht, stellen Sie das alte System
in Minuten wieder her.
Bei Vista Business, Enterprise und Ultimate können Sie dafür
das Tool „Sichern und Wiederherstellen“ verwenden, das Sie
über das Startmenü und „Alle Programme, Wartung“ finden.
Sonst nutzen Sie die Freeware Driveimage XML (auf C DVD).

Richtig installieren
1 Treiber mit Setup 2 WHQL-Meldung
einrichten ignorieren
Die meisten Treiber liefern die Hersteller mit Während der Treiberinstallation erscheint
einem Setup-Assistenten aus. Wechseln Sie möglicherweise die Warnung, dass Microsoft
mit dem Windows-Explorer in das Verzeichnis, in von der Verwendung nicht zertifizierter Treiber ab-
dem Sie den Download gespeichert haben. Mit rät. Dieser Hinweis besagt, dass der Treiber keine
einem Doppelklick starten Sie die Installation. Vista WHQL-Signatur (Windows Hardware Quality
zeigt die bei Downloads übliche Sicherheitsabfra- Labs) trägt. Mit diesem speziellen Zertifikat ver-
ge an, die Sie mit einem Klick auf „Ausführen“ be- sucht Microsoft, die Anwender vor fehlerhaften
stätigen. Die weitere Vorgehensweise variiert – ab- Treibern zu bewahren. Nur durch Microsoft getes-
hängig vom Hersteller des jeweiligen Treibers. tete Treiber dürfen dieses Zertifikat tragen. Er-
Folgen Sie einfach den Anweisungen des Setup- scheint die Meldung, hat der Treiber das Microsoft-
Programms. Im Regelfall ist am Ende der Einrich- Testlabor nicht durchlaufen und kommt ohne den
tung ein Neustart von Windows fällig. Segen des Software-Giganten. Trotzdem arbeiten
die meisten dieser Treiber problemlos. Machen Sie
sich also keine Sorgen, sondern übergehen Sie die
Warnung mit „Installation fortsetzen“. Unter der
Adresse www.microsoft.com/whdc/hcl/ sind die
genauen Bedingungen für den Test und das Si-
cherheitszertifikat nachzulesen.

80 XXL-TIPPS 2009
Treiber pflegen KONFIGURIEREN

3 Updates überprüfen
Den Erfolg der Treiberinstallation können Sie in Vista mit dem Leis-
tungsindex prüfen. Vista protokolliert mit einem Tool, der „Zuverlässig-
keits- und Leistungsüberwachung“, alle Vorkommnisse im Zu-
sammenhang mit einem Gerät – etwa Treiberinstallationen oder
vergangene Abstürze. So kann der Nutzer nachvollziehen, was
seit der Installation von Vista passiert ist und nach welchen Ak-
tionen überhaupt Probleme auftauchten. Sie aktivieren das Tool
in der Systemsteuerung über „System und Wartung, Leistungsin-
formationen und -tools, Weitere Tools“. Im Fenster „Zuverläs-
sigkeitsüberwachung“ können Sie dann in den Abschnitten „An-
wendungsfehler“, „Hardwarefehler“, „Windowsfehler“ und
„Verschiedene Fehler“ einen möglichen Störenfried aufspüren.

4 Rücktritt nach dem 5 Chipsatztreiber


Update einspielen
Vista und XP haben eine Rücktrittsversiche- Auf manchen PCs ist nur der Standardtreiber
rung an Bord. Beim Einspielen eines neueren von Windows installiert. Der funktioniert zwar
Treibers entfernt Vista alte Treiber nicht automa- mit allen Chipsätzen, ist allerdings auf Kompatibili-
tisch. Dadurch bietet Ihnen das Betriebssystem die tät und nicht auf Tempo optimiert. Für maximales
Möglichkeit, einen alten Treiber zu reaktivieren, Tempo installieren Sie deshalb den zur Hauptplati-
wenn der neue wider Erwarten nicht läuft. Sie fin- ne passenden Chip-
den die Rücksetzungsfunktion im Geräte-Manager. satztreiber des jewei-
Doppelklicken Sie hier auf den Eintrag des Geräts, ligen Herstellers. Dabei
dessen Treiber Sie aktualisiert haben. Im folgenden handelt es sich nicht
Fenster bringen Sie die Registerkarte „Treiber“ um einen eigenständi-
nach vorne und klicken auf die Schaltfläche „Vorhe- gen Treiber, sondern
riger Treiber“ (XP: „Installierter Treiber“). Bestäti- um eine Art Update
gen Sie die Dialogbox „Sind Sie sicher (…)“ mit des Windows-Treibers
einem Klick auf „Ja“, und führen Sie anschließend durch den Chipsatzher-
den geforderten Neustart aus. steller. Es passt den
Windows-Treiber in
Sachen Tempo optimal
an den Chipsatz an,
ohne die Systemstabilität zu verringern, da die ur-
sprünglichen Systemdateien erhalten bleiben. Zu-
dem erweitert der Filtertreiber die Unterstützung
von schnellen Festplatten-DMA-Modi – sofern der
Chipsatz diese unterstützt. Dieser Filtertreiber soll-
te möglichst aktuell sein, damit er auch neue Stan-
dards optimal unterstützt.

ALLE GERÄTE ANZEIGEN LASSEN


Windows XP und Vista zeigen Treiberkonflikte im Ge- Windows mit einem Ausrufezeichen hin. Per Klick darauf erhal-
räte-Manager an. Windows listet hier die vorhandenen Ge- ten Sie nähere Infos. Falls Windows für ein Gerät nicht über
räte auf. Unter „Ansicht, Ausgeblendete Geräte anzeigen“ einen passenden Treiber verfügt, zeigt der Geräte-Manager
bringen Sie mit „Ausgeblendete Geräte anzeigen“ alle instal- dieses Gerät als „unbekannt“ an und platziert es im Abschnitt
lierten Geräte zum Vorschein. Auf ein Geräteproblem weist „Andere Geräte“.

XXL-TIPPS 2009 81
KONFIGURIEREN Dateiver waltung

Ordnung auf der Festplatte

Dateien ordnen
Wer mit einer Vielzahl von Dateien arbeitet, läuft leicht Gefahr, den
Überblick zu verlieren. Schaffen Sie von Anfang an eine übersichtliche
Struktur. Das geht mit Windows-Bordmitteln. Von Peter-Uwe Lechner

Bei einem neuen Rechner ist die Festplatte Dateien oder Ordner klicken. Wir sagen Ihnen,
– von den vorinstallierten Programmen ab- wie Sie Ihre Daten so strukturieren, dass Sie sie
gesehen – ziemlich leer. Doch das ändert sich jederzeit schnell finden.
erfahrungsgemäß bald: Sie installieren Pro- Eine gute Verzeichnisstruktur ist auch für die
gramme, erzeugen und verändern Dokumente in gezielte Datensicherung von Vorteil: Sie brennen
Word, Excel und anderen Anwendungen, über- dann einfach die gewünschten Ordner auf eine
spielen Musik-CDs auf die Festplatte oder lesen CD oder DVD. Und für den Fall, dass Sie sich im
Bilder von der Digitalkamera aus. Ohne eine Büro oder zu Hause ein Netzwerk einrichten,
sinnvolle Ordnerstruktur gerät die Suche nach können Sie bestimmte Dokumente ganz gezielt
einer Datei schnell zu einem Geduldsspiel, bei im Netzwerk für Mitbenutzer freigeben. Sie ar-
dem Sie sich manchmal scheinbar endlos durch beiten also insgesamt wesentlich effektiver.

1 So speichert Windows nen, so sehen Sie unter Laufwerk „(C:)“ unter an-
derem die Verzeichnisse „Eigene Dateien“ und
Ihre Dokumente „Programme“. Unter Vista befindet sich der Ordner
für die persönlichen Dateien dagegen im Verzeich-
Windows richtet bereits bei der Installation nis „Benutzer“. Unter „Programme“ finden Sie alle
eine grundlegende Ordnerstruktur ein. Wenn Dateien zu den einzelnen Anwendungen, die auf
Sie den Windows-Explorer von Windows XP öff- Ihrem Rechner installiert sind, also etwa zur Text-
verarbeitung oder zum Bildbearbeitungsprogramm.
Vista verwendet die Ordnernamen „Benutzer“ und
„Programme“ als Alias – physikalisch heißen die
Verzeichnisse „Users“ und „Progam Files“.
Den Ordner „Eigene Dateien“ beziehungsweise
„Dokumente“ hat Windows zum Speichern Ihrer
Dokumente vorgesehen. In Windows XP findet
sich sogar eine Verknüpfung namens „Eigene Da-
teien“ auf dem Desktop. Unter Vista öffnen Sie den
Ordner über das Startmenü und „Dokumente“.
Haben Sie mehrere Benutzerkonten eingerich-
tet, legt Windows automatisch für jeden Benutzer
einen separaten Ordner an, damit sich die Anwen-
der nicht gegenseitig in die Quere kommen.

DATEI-ENDUNGEN Lassen Sie sich alle Dateiformate anzeigen


Standardmäßig zeigt der Windows-Explorer kei- nen Sie per Mausklick das Häkchen vor dem Eintrag
ne Datei-Endungen an. Um dies zu ändern, öffnen „Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblen-
Sie in der XP-Systemsteuerung (Vista: „Darstellung den“. Damit erkennen Sie leicht, ob es sich bei den
und Anpassung“) den Eintrag „Ordneroptionen“. Inhalten des angezeigten Ordners beispielsweise um
Aktivieren Sie die Registerkarte „Ansicht“, und entfer- Tabellen, Texte oder Digitalbilder handelt.

82 XXL-TIPPS 2009
Dateiver waltung KONFIGURIEREN

2 Eigene Dateien
optimal strukturieren
Innerhalb Ihres Dokumentenordners können schachteln Sie die Verzeichnisse. Natürlich sollten
Sie Ihre Dateien im Grunde genommen be- Sie nicht zu tief verschachteln. Denn dadurch ver-
liebig lagern, also theoretisch auch ganz ohne lieren Sie die Übersicht, die Sie eigentlich schaffen
weitere Untergliederung durch Unterverzeichnisse. wollten. Außerdem kostet es schlichtweg zu viel
Doch ab einer gewissen Anzahl an Dokumenten Zeit, sich etwa zu einem Unterordner zehnten
wird das unübersichtlich. Damit Sie Dokumente Grades herunterzuklicken.
ohne langes Suchen finden, sollten Sie sich Ge- Welche konkrete Ordnerstruktur auf Ihrer Fest-
danken zu einer sinnvollen und verständlichen platte die beste ist, können nur Sie selbst wissen.
Struktur von (Unter-)Verzeichnissen machen. Denn die optimale Verzeichnishierarchie hängt von
Es kommt dabei darauf an, dass die Ordner in den von Ihnen benutzten Anwendungen, von Ihrer
einer logischen Hierarchie gegliedert sind und Arbeitsweise und von den vorhandenen Daten ab.
aussagekräftige Namen tragen. Aussagekräftig
bedeutet, dass Sie und Ihre Mitbenutzer bereits
am Namen der einzelnen Ordner und Unterordner
erkennen, welche Dokumente sich in dem jewei-
ligen Verzeichnis befinden.
Unterordner mit Namen wie „Juni 07“, „Daten
07“, „Vermischtes“ oder „Neu“ sind in der Regel
wenig sinnvoll. Am besten richten Sie für Briefe,
Adresslisten, Behörden, Fotos und so weiter je-
weils ein eigenes Verzeichnis ein. Achten Sie aller-
dings darauf, dass Sie im Ordner mit den eigenen
Dateien nicht zu viele Unterordner anlegen, denn
auch dann leidet die Übersicht. Stattdessen

3 Speicherpfad
optimieren
Damit Sie sich beim Speichern von Dokumen- Einstellungsmöglichkeit beispielsweise in den
ten in Word, Excel oder anderen Programmen nicht „Word-Optionen“ im Bereich „Speichern“.
erst jedes Mal umständlich zum gewünschten Ziel- Klicken Sie auf den Button „Durchsuchen“ hinter
pfad durchklicken müssen, sollten Sie den in der „Standardspeicherort“, und wählen Sie anschlie-
jeweiligen Software voreingestellten Ordner än- ßend den Ordner aus, den Windows künftig immer
dern. Unter Microsoft Word 2007 finden Sie diese als Speicherziel für Word-Dokumente anzeigen
soll. Bestätigen Sie die
Einstellungen mit einem
Klick auf die Schaltfläche
„OK“.
Auch unter Excel und
in den meisten anderen
Anwendungsprogram-
men wie Open Office
können Sie eine entspre-
chende Änderung vor-
nehmen.

XXL-TIPPS 2009 83
KONFIGURIEREN Dateiver waltung

4 Digitalbilder perfekt auf


Festplatte archivieren
Zu den wohl häufigsten Verursachern von dert Bilder zusammen. Spätestens dann beginnt
Dateienchaos gehören Bilddateien. Ob die die Verwaltung unbequem zu werden.
Quelle nun Digitalkamera, Scanner, Foto-Handy Am einfachsten ist es, wenn Sie die Dateinamen
oder Internet heißt – die Zahl digitaler Fotos auf der Fotos im Originalzustand belassen und die
dem PC steigt ständig. Rasch kommen einige hun- Bilddateien unter diesen Dateinamen in thematisch
benannten Ordnern unterhalb von „Eigene Bilder“
oder „Bilder“ abspeichern. Ob Sie Verzeichnisse
dabei für Personen, Orte oder Ereignisse anlegen,
hängt allein von Ihren Vorlieben ab.
Wie sich Bilder am besten sortieren, speichern
und wiederfinden lassen, hat schließlich mit der Art
und Weise zu tun, wie das Gedächtnis arbeitet,
und das ist von Mensch zu Mensch völlig unter-
schiedlich. Innerhalb dieser Verzeichnisse legen
Sie weitere Ordner an, entweder nach Ereignissen
(„Geburtstag 2009“), nach Themen („Urlaub Bali“)
oder nach Datum („Januar“, „Februar“) und so wei-
ter. Haben Sie beispielsweise eine Menge Ur-
laubsfotos aus den vergangenen Jahren auf der
Festplatte, so bietet sich eine Strukturierung zu-
nächst nach Jahr, dann nach Urlaub an.

5 Fotos sichten und sortieren


Im Windows-Explorer gibt es zum Einsortieren der Bilder in die jeweiligen Ordner
einige sehr hilfreiche Darstellungsmodi, die Sie im Menü „Ansicht“ finden. Vier davon sind
eher Datei-orientiert:
Kacheln: Zeigt ein Symbol, den Dateinamen, den Dateityp sowie die Bildauflösung.
Symbole: Stellt den Ordnerinhalt als Symbole mit darunter angeordneten Dateinamen
dar. Unter Vista lassen sich drei Größen anzeigen, wobei Bilder eine Vorschau besitzen.
Liste: Zeigt nur die Dateinamen mit einem kleinen, vorangestellten Symbol an.
Details: Gibt Ihnen umfassende Informationen zu den einzelnen Dateien – etwa Größe,
Typ, Änderungsdatum, letzter Zugriff, Kameramodell und so weiter. Die zwei interessantes-
ten Ansichten für Digitalfotografen sind „Miniaturen“ und „Filmstreifen“:
Miniaturen (nur Windows XP): In der Miniaturansicht errechnet Win-
dows XP aus den Bilddaten automatisch kleine Vorschaubilder, die zu-
sammen mit den Dateinamen präsentiert werden.
Filmstreifen (nur Windows XP): Wer mit den briefmarkengroßen
Miniaturen nichts anfangen kann und eine etwas größere Darstellung
bevorzugt, ist mit dem Ansichtsmodus „Filmstreifen“ bestens bedient.
Diese Variante stellt alle Bilder eines Ordners als Miniaturen im unteren
Fensterbereich dar, während die obere Sektion für eine vergrößerte An-
sicht des aktuell markierten Bildes reserviert ist. Diese Vorschau wird
automatisch mit der Fenstergröße skaliert, sodass Sie die Bildgröße
nach Ihrem Geschmack justieren können.
Windows Vista bietet im Menü „Ansicht“ eine komfortable, weil frei
skalierbare Fotovorschaumöglichkeit. Ein Klick auf „Vorschau“ öffnet die
markierten Bilder in der Windows-Fotogalerie, mit „Diashow“ starten Sie
eine Bildschirmpräsentation.

84 XXL-TIPPS 2009
Dateiver waltung KONFIGURIEREN

6 Das passende Icon für


Ihre Verzeichnisse
Eine nicht zu unterschätzende optische Hilfe
bei der Datensuche sind individuelle Ordner-
Icons. Windows ermöglicht es Ihnen, mit wenigen
Mausklicks für Ihre Ordner eigene Symbole zu de-
finieren. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustas-
te auf den gewünschten Ordner, und wählen Sie
„Eigenschaften“. Anschließend gehen Sie auf die
Registerkarte „Anpassen“ und klicken auf „Bild
auswählen“ (XP) oder „Anderes Symbol“ (Vista). ne Dateien“ beziehungsweise „Do-
Markieren Sie das gewünschte Motiv, und bestäti- kumente“. Um schnell auf eine Da-
gen Sie mit einen Klick auf „OK“. tei zugreifen zu können, speichern
Dateien vom Desktop entfernen: Manche An- Sie sie einfach in einem Unterord-
wender speichern Dateien, auf die sie schnellen ner ab und erstellen eine Verknüp-
Zugriff benötigen, auf dem Desktop. Der ist jedoch fung auf dem Desktop.
als Ablage für Dateien nicht empfehlenswert, weil Dazu ziehen Sie das Verzeichnis-
man dadurch schnell den Überblick verliert. Über- symbol mit der rechten Maustaste auf den Desktop
prüfen Sie daher, ob Sie Dateien auf dem Desktop und lassen dann die rechte Maustaste los. Aus
abgespeichert haben. Wenn ja, dann verschieben dem nun erscheinenden Kontextmenü wählen Sie
Sie sie im Windows-Explorer in den Ordner „Eige- „Verknüpfung erstellen“.

7 Volltextsuche für den PC


Die Windows-Suche ist immer dann eine
große Hilfe, wenn Sie eine Datei suchen und
nicht genau wissen, in welchem Ordner sie sich
befindet. Dank Volltextindex arbeitet Vista beim Su-
chen flott. Unter XP ist die Windows-Suche dage-
gen quälend langsam. Wer Dateien möglichst
schnell finden möchte, sollte sich Copernic Desk-
top Search genauer ansehen (auf C DVD und
unter www.copernic.com). Das Gratis-Tool scannt
die gesamte Festplattenstruktur und erstellt einen
Index aller vorhandenen Dateien und Ordner. Da-
mit läuft die Suche nach den gewünschten Dateien
in Sekundenschnelle ab.

DATENMÜLL So entfernen Sie den Ballast von der Platte


Windows und zahlreiche Anwendungspro- Das geht ganz einfach: Beenden Sie alle Pro-
gramme arbeiten mit temporären Dateien, um gramme, die Sie derzeit ausführen. Rufen Sie im Menü
während der Programmausführung Zwischenstände zu „Start“ die Suchfunktion für Dateien und Ordner auf.
speichern. Diese Dateien bleiben zum Beispiel nach Tippen Sie „*.TMP, *.BAK, *.$$$, *.SIK“ ein. Klicken
einem Systemabsturz auf dem Rechner erhalten und Sie dann auf „Suchen“. Nach Abschluss des Suchvor-
belegen Speicherplatz. Sie lassen sich an typischen gangs zeigt Windows alle Fundstellen in einer Listen-
Datei-Endungen wie „TMP“, „BAK“, „$$$“ oder „SIK“ sicht. Markieren Sie alle Dateien, und rufen Sie im Me-
erkennen. Nur in sehr seltenen Fällen können Sie mit nü „Datei“ den Befehl „Löschen“ auf.
diesen Daten nach einem Neustart noch etwas anfan- Tipp: Mehr Komfort bietet die Freeware Ccleaner (auf
gen. Daher sollten Sie diese in regelmäßigen Abstän- C DVD und unter www.ccleaner.com). Das Tool be-
den von Ihrem Rechner löschen. seitigt auch Spuren von Anwendungen.

XXL-TIPPS 2009 85
KONFIGURIEREN Desk top-Tuning

XP- und Vista-Oberfläche nach Maß

Desktop de luxe
Microsoft ist ein Meister im Verstecken von Funktionen, die Sie täglich
brauchen. Damit müssen Sie sich nicht abfinden: Mit unserer Hilfe passen
Sie XP und Vista an Ihre Bedürfnisse an. Von Christian Löbering

Die wichtigste Schnittstelle zwischen Falls Sie hier etwas vermissen: Das Kontext-
Benutzer und System ist die Windows-Shell. menü lässt sich über die Registry beliebig anpas-
Über Menüs, Schaltflächen und Navigationsleis- sen. Das ist aber ziemlich kompliziert, da auf Ab-
ten wird das Betriebssystem erst benutzbar. Große hängigkeiten von Schlüsseln geachtet werden und
Teile der Shell lassen sich anpassen. So können zudem für jeden Eintrag eine neue Schlüsselstruk-
Sie etwa neue Funktionen in die Kontextmenüs tur angelegt werden muss. Windows sieht dafür
von Dateitypen oder Spezial-Ordnern einbinden, keinen entsprechenden Konfigurationsdialog vor.
Schaltflächen erzeugen und vieles mehr. PC-WELT-Tool nutzen: Mit pcwShellExtension
Shell-Anpassungen sind jedoch kompliziert, da (auf C DVD) ergänzen Sie das Kontextmenü jedes
Windows dafür keine Konfigurationsdialoge an- Elements ganz einfach um nützliche Funktionen
bietet. Mit pcwShellExtension (auf C DVD) oder reduzieren es wieder – ganz nach Ihren
erweitern Sie die Oberfläche von XP und Vista Bedürfnissen. Damit das Tool läuft, muss .NET
ganz einfach um jede nützliche Funktion. Framework 2.0 (auf C DVD) installiert sein.
Entpacken Sie das Tool-Archiv in einen belie-
Die rechte Maustaste kann mehr:
bigen Ordner, und starten Sie per Doppelklick
Kontextmenüs erweitern pcwShellExtension.exe. Auf der Registerkarte
Unter Windows erschließt die rechte Maustaste „Kontextmenü“ startet die Konfiguration. Legen
eine Vielzahl an Möglichkeiten. Wenn Sie damit Sie über das Drop-down-Menü oben links fest,
etwa auf eine Datei klicken, erscheint ein Menü welchen Objekttyp Sie bearbeiten möchten. Bei-
mit Aktionen, die diesen Dateityp betreffen. Aber spielsweise wählen Sie für das Kontextmenü von
nicht nur Dateien besitzen ein Kontextmenü, son- MP3-Dateien „Dateierweiterung“ und geben in
dern auch Ordner oder Spezial-Icons wie der Ar- das Feld rechts daneben „.mp3“ ein (ohne An-
beitsplatz, die eigenen Dateien, der Papierkorb führungszeichen). Für das Kontextmenü des Ar-
oder die Netzwerkumgebung. Die Standardein- beitsplatzes oder anderer Spezialordner gibt es
träge wie „Öffnen“, „Ausschneiden“ oder „Kopie- entsprechende Punkte im Drop-down-Menü.
ren“ gibt das Betriebssystem vor. Die meisten zu- Die Auswahlpunkte „Alle Dateien“ und „Alle
sätzlichen Punkte stammen von installierten Dateien & Ordner“ funktionieren übergreifend.
Anwendungen oder Shell-Erweiterungen. Das bedeutet: Jede Funktion, die Sie hier eintra-
gen, erscheint im Kontextmenü jeder beliebigen
Datei beziehungsweise jeder Datei und jedes Ord-
ners. Unter Vista können Sie außerdem den Punkt
„Ordner-Hintergrund (Vista)“ wählen.
Oberfläche à Was Sie hier eintragen, wird in das Kontextme-
la carte: Mit nü eingefügt, das sich nach einem rechten Maus-
dem Gratis- klick auf eine freie Desktop-Stelle oder eine freie
Tool pcwShell- Stelle in einem Explorer-Fenster öffnet. Nachdem
Extension er- Sie das gewünschte Element in unserem Tool aus-
weitern Sie das gewählt haben, erscheint im rechten Feld dane-
Kontextmenü ben der jeweilige Registry-Unterschlüssel grün
jedes Datei- unterlegt. Darunter stehen der komplette Schlüs-
typs, Ordners sel und der aktuelle Inhalt des Kontextmenüs.
oder des Ar- Wenn Sie das Menü einer bestimmten Datei-
beitsplatzes Erweiterung bearbeiten, müssen Sie auf „Validie-
mit wenigen ren“ klicken, nachdem Sie die Dateierweiterung
Klicks eingegeben haben. Das Tool überprüft, ob die

86 XXL-TIPPS 2009
Desk top-Tuning KONFIGURIEREN

Eingabe auf einen bestehenden Dateityp verweist,


und liest das entsprechende Kontextmenü ein.
Kontextmenü tunen: Um einen neuen Kontext-
menüpunkt einzubinden, wählen Sie entweder
einen Eintrag aus dem Menü „Vorlagen“ unten
rechts im Programm aus. Oder Sie geben den Na-
men des neuen Eintrags ins Feld „Neuer Kontext-
menü-Eintrag“ und den Befehl unter „Befehlszei-
le“ ein. Sollten Sie dabei Umgebungsvariablen
wie %Systemroot% oder auch %Userprofile%
in der Befehlszeile verwenden, aktivieren Sie noch Darf’s etwas mehr sein?
„Erweiterte Zeichenfolge erzeugen“. Mit dem PC-WELT-Tool
Wir haben in den Vorlagen bereits viele Funktio- pcwShellExtension er-
nen vordefiniert. Einige davon benötigen zusätz- stellen Sie neue, nütz-
liche Scripts. In diesen Fällen ist die Befehlszeile liche Einträge in Ihrer
bei der Auswahl hellblau unterlegt. Hier müssen Systemsteuerung
Sie zusätzlich das Script-Archiv pcwExplorer-
Erweitern.zip von C DVD in einen neuen Ord- Der richtige Befehl: Das Feld „Befehl/Pfad“
ner %Userprofile%\Scripts entpacken. kann auf unterschiedliche Weise bestückt werden.
Nachdem Sie eine neue Funktion eingetragen Wenn Sie etwa einen Link zu einem bestimmten
oder ausgewählt haben, klicken Sie auf „Hinzu- Ordner erzeugen möchten, dann klicken Sie auf
fügen“, um sie in das Menü des gewählten Ele- „Durchsuchen“ und wählen das Verzeichnis aus.
ments einzubinden. Sie können auch einen bereits Um eine bestimmte Datei auszuführen, ziehen Sie
bestehenden Eintrag ändern. Dazu markieren Sie die Datei unter XP einfach per Drag & Drop auf
ihn in der Liste, passen ihn in den Textfeldern un- das „Befehl/Pfad“-Textfeld. Unter Vista funktio-
ten entsprechend an und klicken auf „Ändern“. niert das nicht, da Sie das Tool hier mit dem Be-
Um einen Eintrag zu entfernen, markieren Sie ihn nutzerkonto „Administrator“ steuern, wobei der
und klicken auf „Löschen“ . Rest Ihres Systems unter Ihrem Benutzerkonto
läuft. Drag & Drop wäre eine potenzielle Sicher-
Funktionen zu Arbeitsplatz und
heitslücke. Folglich müssen Sie hier den Pfad zur
Systemsteuerung hinzufügen Datei eintippen oder mit <Strg>-<V> hineinko-
Auch innerhalb von Spezialordnern wie der Sys- pieren. Wollen Sie als Ziel eine URL eintragen,
temsteuerung oder dem Arbeitsplatz ist Nachrüs- dann geben Sie zusätzlich den Browser ein, also
ten häufig sinnvoll. Ein Beispiel: Sie wollen schnell etwa „firefox.exe http://www.pcwelt.de“, um die
auf die Datenträgerverwaltung zugreifen. Dann Site der PC-WELT mit Firefox zu öffnen.
platzieren Sie einen entsprechenden Eintrag par- Icon wählen: Der neue Eintrag erscheint wie im
allel zu allen Laufwerken im Arbeitsplatz. Auch Explorer üblich mit einem bestimmten Symbol.
das geht mit pcwShellExtension problemlos. Sie können es auch selbst auswählen, indem Sie
Tool nutzen: Starten Sie pcwShellExtension, und auf „Icon wählen“ klicken, das gewünschte Sym-
öffnen Sie das Register „Arbeitsplatz“ oder „Sys- bol markieren und bestätigen.
temsteuerung“, je nachdem, wo Sie einen neuen Ist das alles erledigt, klicken Sie auf „Neuer
Eintrag erzeugen möchten. Dann tragen Sie den Eintrag“, um den Punkt zu erzeugen. Um einen
Namen des neuen Eintrags und den Befehl oder bestehenden Eintrag wieder zu entfernen, mar-
Pfad in die entsprechenden Textfelder ein. kieren Sie ihn und klicken auf „Löschen“.

ALLES GRATIS Modding-Tools auf DVD


Name Beschreibung Windows-Systeme Internet
C .NET Framework 2.0 .NET-Laufzeitumgebung 2000, XP http://pcwelt.de/dn2
C pcwExplorerErweitern 1.0 Script-Sammlung 2000, XP, Vista http://pcwelt-praxis.de/downloads
C pcwInfoCenter 1.1 Windows-Tool-Sammlung 2000, XP, Vista http://pcwelt-praxis.de/downloads
C pcwReg2 Registry-Tuning-Tool 98/ME, 2000, XP, Vista http://pcwelt-praxis.de/downloads
C pcwShellExtension 1.0 erweitert die Windows-Oberfläche 2000, XP, Vista http://pcwelt-praxis.de/downloads
C Resource Hacker 3.4.0 1) Shell-Editor 98/ME, 2000, XP, Vista http://angusj.com/resourcehacker/
C auf DVD 1) englischsprachig

XXL-TIPPS 2009 87
KONFIGURIEREN Desk top-Tuning

Besser klicken: Ordneroptionen


im Explorer erweitern ren Sie, welche Werte der Eintrag erhalten soll,
Es gibt sicher Funktionen, die Sie nach Bedarf wenn die Klickbox an- oder abgewählt wurde.
schnell an- und wieder abschalten möchten. Zum Option aktivieren: Ein Mausklick auf „Eintrag
Beispiel bleibt der „Windows Scripting Host“ hinzufügen/ändern“ nimmt den Eintrag auf. Sie
standardmäßig deaktiviert, und Sie schalten ihn können einzelne Punkte oder die gesamte Rubrik
gezielt scharf, bevor Sie eigene Scripts ausführen. bei Bedarf wieder entfernen. Markieren Sie dazu
Ein passender Platz für solche Registry-Optionen einen Eintrag oder die übergeordnete Rubrik,
ist unter „Extras, Ordneroptionen, Ansicht“. Er und klicken Sie auf „Eintrag/Rubrik löschen“.
enthält eine Reihe an Klickboxen, mit denen Sie Tipp: Falls Sie aus noch mehr Registry-Einträgen
das System anpassen. Mit pcwShellExtension fü- wählen möchten, als in der Vorlage zu finden
gen Sie noch weitere Optionen hinzu. sind, dann werfen Sie doch einen Blick auf das
PC-WELT-Tool nutzen: Starten Sie das Tool und PC-WELT-Tool pcwReg2 (auf C DVD) zum Be-
öffnen Sie die Registerkarte „Ordneroptionen“. arbeiten der Registry. Hier finden Sie über 100
Wir haben verschiedene Vorlagen für Sie vorbe- Einstellungen mit Kurzbeschreibung, die Sie auch
reitet. Wählen Sie aus der Drop-drown-Liste etwa in pcwShellExtension übernehmen können. Falls
den Eintrag „Scripting Host deaktivieren“, so Sie einen neuen Eintrag definiert oder übernom-
füllen sich die Felder mit den entsprechenden men haben, können Sie ihn über „Zu Vorlage
Einträgen. Im Feld „Rubrik“ können Sie eine hinzufügen“ auch in die Vorlage übernehmen.
Kategorie angeben, unter der die neue Option im
Kurze Wege: Neue Symbolleisten
Explorer-Dialog erscheinen soll. Wir haben für
all unsere Vorlagen als Beispiel die Rubrik „Un- Eine weitere Möglichkeit, die Windows-Oberflä-
dokumentierte Parameter“ definiert. Als Beschrei- che um nützliche Funktionen zu erweitern, eröff-
bungstext geben Sie an, wie die Option im Explo- net sich mit Symbolleisten. Es handelt sich dabei
rer heißen soll. um zusätzliche Menüs auf der Taskleiste, die auf
Rechts daneben müssen Sie oben den Registry- beliebige Ordner verweisen. Ein Klick auf eines
Schlüssel zur gewünschten Option eintragen, im der Menüs zeigt den Inhalt des jeweiligen Ord-
Fall des Scripting Host ist das etwa „Hkey_Local ners in einem Pop-up an. Praktisch ist das etwa,
_Machine\Software\Microsoft\WindowsHost\Set um ähnlich wie im Startmenü schnell Befehle
tings“. Genau darunter tragen Sie den Namen des oder Programme vom Desktop aus starten zu
Registry-Eintrags ein, der später per Klickbox an- können. Mit dem pcwInfoCenter (auf C DVD)
gepasst werden soll. Rechts daneben geben Sie haben wir eine Sammlung an Tools und Spezial-
den Standardwert des neuen Eintrags an. In der funktionen zusammengestellt, die Sie bequem
Zeile darunter legen Sie fest, ob es sich bei dem über eine neue Symbolleiste ansteuern können.
Eintrag um eine Zeichenfolge oder ein Dword PC-WELT-Tool integrieren: Entpacken Sie das
handelt. Wieder eine Zeile weiter unten definie- Tool-Archiv zum Beispiel nach „C:\Programme\“;
Sie können aber auch einen anderen Ordner als
Zielpfad wählen.
UMGEBUNGSVARIABLEN Abkürzungen zu Systemordnern
Beim Entpacken entsteht automatisch ein Un-
Umgebungsvariable XP Vista terordner „pcwInfoCenter“, in dem die gesamte
%Userprofile% C:\Dokumente und Einstellungen\<Benutzer> C:\Users\<Benutzer> Datenstruktur des Tool-Pakets gespeichert wird.
%Allusersprofile% C:\Dokumente und Einstellungen\All Users C:\ProgramData Jetzt müssen Sie nur noch eine neue Symbolleiste
%Appdata% C:\Dokumente und Einstellungen\<Benutzer> C:\Users\<Benutzer>\AppData anlegen, um bequem auf alle Tools zugreifen zu
\Anwendungsdaten \Roaming können. Klicken Sie dazu mit der rechten Maus-
%CommonProgramFiles% C:\Programme\Gemeinsame Dateien C:\Program Files\Common Files taste auf eine freie Stelle der Taskleiste, und wäh-
%Homedrive% C: C: len Sie „Symbolleisten, Neue Symbolleiste“. Dann
%Homepath% \Dokumente und Einstellungen\<Benutzer> \Users\<Benutzer> navigieren Sie zum Ordner C:\Programme\pcw
%Comspec% C:\Windows\System32.Cmd.exe C:\Windows\System32.Cmd.exe InfoCenter und bestätigen mit „OK“. Nun kön-
%ProgramFiles% C:\Programme C:\Program Files nen Sie in der Taskleiste das Menü „pcwInfoCen-
%SystemDrive% C: C: ter“ mit einem Klick auf das „>>“-Symbol
%SystemRoot% C:\Windows C:\Windows daneben ausklappen und die enthaltenen Funktio-
nen aufrufen. Sie können jede Symbolleiste auch
%Temp% C:\Dokumente und Einstellungen\<Benutzer> C:\Users\<Benutzer>\AppData
einfach an einem Desktop-Rand andocken lassen.
\Lokale Einstellungen\Temp \Local\Temp
Unter XP ziehen Sie die neue Symbolleiste erst
%Tmp% C:\Dokumente und Einstellungen\<Benutzer> C:\Users\<Benutzer>\AppData
aus der Taskleiste und dann per Drag & Drop an
\Lokale Einstellungen\Temp \Local\Temp
den Rand Ihres Bildschirms, dann lassen Sie die
%Windir% C:\Windows C:\Windows
Maustaste los.

88 XXL-TIPPS 2009
Desk top-Tuning KONFIGURIEREN

Individuelle Extras:
Über die erweiterten Klick-Tool: Mit
Ordneroptionen von pcwInfoCenter
Windows können Sie erhält Ihr Sys-
Ihr System viel ein- tem viele neue
facher konfigurieren Funktionen

Bei Vista geht’s einfacher: Hier ziehen Sie den Schritt 4: Die „%“-Taste soll an die Stelle neben
gewünschten Ordner aus dem Explorer an den der „Rücktaste“ und oberhalb von „7“. Dazu su-
gewünschten Bildschirmrand. chen wir im Code die Zeile, die mit „CONTROL
Explorer-Leiste erweitern: Eine andere Art von ‚Rücktaste‘“ beginnt, fügen davor mit <Return>
Symbolleiste finden Sie in XP auch in jedem Ex- eine Leerzeile und darin per <Strg>-<V> die zu-
plorer-Fenster. Unterhalb der Menüleiste („Da- vor kopierte Zeile ein.
tei“, „Bearbeiten“ und so weiter) werden Sym- Schritt 5: Passen Sie Größen und Positionen der
bole mit bestimmten Funktionen angezeigt. Auch betroffenen Schaltflächen an. Am genauesten geht
die Auswahl dieser Icons können Sie anpassen. das über die Werte am Ende jeder Zeile. Die erste
Klicken Sie dazu auf „Ansicht, Symbolleisten, Zahl entspricht der x-Position der Schaltfläche
Anpassen“, wählen Sie rechts aus der Liste der im Dialog, die zweite der y-Position, die dritte der
verfügbaren Schaltflächen eine aus (etwa „Ord- Breite des Buttons und die vierte seiner Höhe.
neroptionen“), und klicken Sie auf „Hinzufü- Wir verkleinern und verschieben die Tasten
gen“. Das Icon erscheint sofort. „Rücktaste“, „CE“ und „C“ zunächst so, dass sie
mit dem Button „8“ abschließen. Geben Sie dazu
Taste in den Rechner einbauen am Ende der Zeile „CONTROL ‚Rücktaste‘“ die
Jeder Windows-Dialog besteht aus Programm- Werte „182, 38, 41, 18“, am Ende der Zeile
Code und zusätzlichen grafischen Ressourcen, „CONTROL ‚CE‘“ die Werte „225, 38, 41, 18“
also den sichtbaren Elementen wie Menüpunkten und am Ende der Zeile „CONTROL ‚C‘“ die
oder Fortschrittsbalken. Diese Ressourcen kön- Werte „268, 38, 41, 18“ ein.
nen Sie mit der englischsprachigen Freeware Schritt 6: Wir platzieren die neue Taste „%“ ge-
Resource Hacker auf C DVD anpassen. Als Bei- nau in die so frei geräumte Lücke. Geben Sie dazu
spiel für so einen Eingriff zeigen wir, wie Sie die am Ende der Zeile „CONTROL ‚%‘„ die Zahlen
Prozenttaste („%“) in der wissenschaftlichen An- „156, 38, 24, 18“ ein.
sicht des XP-Taschenrechners nachrüsten. Schritt 7: Nach einem Klick auf „Compile
Schritt 1: Starten Sie das Tool, klicken Sie auf Script“ sehen Sie die Änderungen. Speichern Sie
„File, Open“, und wählen Sie aus dem Ordner „\ die Datei über „File, Save As“ unter einem ande-
Windows\System32“ die Calc.exe. ren Namen. Um die EXE-Datei zu ersetzen, lö-
Schritt 2: Klicken Sie auf das „+“ neben dem Dia- schen Sie Calc.exe unter XP erst aus dem ver-
log und danach auf die Pluszeichen neben „101“ steckten Ordner „Windows\System32\Dllcache“,
und „102“. In der Rubrik „102“ zeigt ein Klick dann aus „Windows\System32“ und benennen
auf den Eintrag „1031“ in der rechten Fenster- die angepasste Version um in Calc.exe. In der Re-
hälfte den Standarddialog des Rechners an. gel meldet sich dabei der Systemdateienschutz. In
Schritt 3: Suchen Sie im Code die Zeile für die diesem Fall klicken Sie einfach auf „Abbrechen“
„%“-Taste. Sie beginnt mit „CONTROL ‚%‘“. und dann auf „Ja“. Wenn Sie auf Nummer sicher
Markieren Sie die ganze Zeile, und kopieren Sie gehen wollen, können Sie die Originaldatei auch
sie mit <Strg>-<C>. Nun klicken Sie auf den Ein- einfach zuerst im Dllcache und dann in System32
trag „1031“ in der Rubrik „101“. umbenennen. So verbleibt Ihnen ein Backup.

XXL-TIPPS 2009 89
OPTIMIEREN Im Überblick

INHALT Optimieren
92 | Windows-Inspektion 114 | Windows abrüsten
So bleibt Windows schnell und stabil Schneller arbeiten ohne Windows-Intelligenz
96 | Ballast entfernen 118 | Widgets nutzen
Fegen Sie Datenmüll vom Rechner Gratishelfer für den Windows-Alltag
Foto: © Kai Arndt, www.fotoarndt.de

100 | Systembremsen lösen 122 | Tuning für den IE 8


Tipps & Tricks für ein Mehr an Tempo Tricks und Erweiterungen für den Browser
106 | Tuning für den Explorer 130 | PDF für alles
Komfortgewinn für’s Dateimanagement PDFs erstellen, betrachten und bearbeiten
110 | Bordwerkzeuge erneuern 134 | System schneller starten
Leistungsfähige Alternativen einsetzen Tuning-Maßnahmen für wertvolle Sekunden

90 XXL-TIPPS 2009
Im Überblick OPTIMIEREN

Windows in
Hochform
Windows kann nie schnell genug sein. Doch statt jede Menge
Geld in neue Hardware zu investieren, setzen Sie auf kostenlose
Tuning- und Optimierungsmaßnahmen. Von Peter-Uwe Lechner

Überprüfen und aktivieren Sie die Leistungs- tauglich ist, erhält sie und damit der gesamte PC
reserven von Windows auf Ihrem PC. Die den schwachen Index 1. Für aufwendige Spiele ist
Gesamtleistung von Vista oder XP hängt von vie- dieser Rechner weniger geeignet, Office-Pro-
len Details ab. Macht eine PC-Komponente in gramme und Browser führt er aber klaglos aus.
Vista Zicken, leidet darunter die Gesamtleistung Anstatt nun bei schwachbrüstigen PCs gleich
des Systems. Über das Startmenü und die „Sys- in neue Hardware zu investieren, drehen Sie zu-
temsteuerung“ öffnen Sie das Tool „Leistungs- erst an den internen Stellschrauben des Systems.
informationen und -tools“. Vista berechnet einen Lösen Sie versteckte Bremsklötze und passen Sie
Leistungsindex, der sich aus fünf Einzelwerten die Konfiguration an, um die Gesamtleistung zu
zusammensetzt. Je höher der Indexwert, desto erhöhen. Außerdem benötigt Windows ab und an
schneller ist das System. Nachteil des Indexsys- eine Inspektion, um die Software-Komponenten
tems: Als Gesamtwertung übernimmt Vista den wieder in Hochform zu bringen. Für all diese
Index der schwächsten Komponente. Ist das bei- Aufgaben haben wir Tipps & Tricks mit Erfolgs-
spielsweise die Grafikkarte, die nicht DirectX-9- garantie zusammengestellt.

QUICK-TIPPS
Anwendungen stoppen cher schalten Sie die Sidebar daher besser Schneller brennen
Bremse durch Autostarter verhindern über das Startmenü und „Systemsteuerung, Brennfunktion im Windows-Explorer

!
Beim Hochfahren von Windows Vista
aktivieren sich viele Programme ganz au-
Windows-Sidebar“ dauerhaft ab. Somit steht
mehr RAM-Speicher und als Folge mehr Leis- ! Die Brennfunktion für CDs und DVDs ist
in Vista an prominenter Stelle verankert:
tomatisch. Oft sind diese gar nicht für den nor- tung für andere Anwendungen zur Verfügung. Im Windows-Explorer markieren Sie die Da-
malen Betrieb erforderlich. Öffnen Sie über das teien und Ordner, die Sie brennen wollen. Dann
Startmenü und „Alle Programme“ das Tool Win- Speicherbedarf reduzieren klicken Sie auf das Icon „Brennen“ in der Sym-
dows Defender, und klicken Sie „Extras, Soft- Hintergrundbild abschalten bolleiste. Wollen Sie Dateien aus mehreren
ware-Explorer“ an. In der Kategorie „Autostart- Ein schönes buntes Hintergrundbild auf Ordnern zusammenstellen, so kopieren Sie sie
programme“ deaktivieren Sie unnötige Tools. ! dem Desktop sieht zwar gut aus, kostet zunächst in ein leeres Verzeichnis.
aber jede Menge Arbeitsspeicher. Auf Systemen
Gadgets abschalten mit wenig RAM wählen Sie besser einen einfar- Windows Explorer
CPU-Last durch Sidebar reduzieren bigen Hintergrund. Klicken Sie den Desktop mit Letzte Verzeichnisse schnell aufrufen

!
Die schicken Miniprogramme der Vista-
Sidebar wie der Wetterbericht und ins-
der rechten Maustaste an, und wählen Sie den
Befehl „Anpassen, Desktophintergrund“. Bei ! Klicken Sie im Explorer links oben das
kleine Pfeilsymbol an, so erscheint eine
besondere die Diashow belasten den Arbeits- „Bildpfad“ stellen Sie „Einfarbig“ ein und legen Liste der zuletzt angezeigten Verzeichnisse.
speicher von Windows Vista – und das nicht dann die gewünschte Desktop-Farbe fest. Mit Klicken Sie den gewünschten Ordner an, um
zu knapp. Auf Rechnern mit wenig Arbeitsspei- „Weitere“ definieren Sie eine eigene Farbe. ihn im Explorer aufzurufen.

XXL-TIPPS 2009 91
OPTIMIEREN Schnelle S ystempflege

10-Punkte-Wartungsplan

Windows-Inspektion
Wer beim Auto nicht regelmäßig das Öl kontrolliert, bekommt Probleme
mit dem Motor. Bei Windows ist das ähnlich: Es benötigt ab und zu eine
Inspektion, damit der PC weiter schnell und stabil läuft. Von Armin Stabit

Vom Start weg läuft Windows stabil und onen Ausschau halten, nicht mehr benötigte
schnell, die installierten Anwendungen machen Daten und Anwendungen entfernen, die Registry
auch meist, was sie sollen. Doch im Laufe der auf Fehler und ungültige Verweise untersuchen,
Zeit setzt sich Ballast fest, der das System ver- Autostart und Dienste kontrollieren sowie die
langsamen kann und im schlimmsten Fall sogar Festplatte für mehr Geschwindigkeit defragmen-
für Systemabstürze sorgt. Daher sollten Sie regel- tieren. Wir zeigen Ihnen, welche Windows-Bord-
mäßig nach neuen Treibern und Programmversi- mittel und Tools Sie benötigen.

1 Autostart ausmisten brauchen, diese aber wertvolle Ressourcen bele-


gen. Eine Liste mit einigen dieser Programme fin-
den Sie unter „Start, (Alle) Programme, Autostart“.
Viele Programme starten automatisch mit Um ein Programm aus der Liste zu entfernen, wäh-
Windows. Das ist aber nicht immer sinnvoll, da len Sie nach einem Rechtsklick den Eintrag „Lö-
Sie die Programme unter Umständen gar nicht schen“. Das ist übrigens völlig bedenkenlos, denn
die hier abgelegten Dateien sind nur Verknüp-
fungen zu den eigentlichen Programmen.
Mittels der Freeware Codestuff Starter (auf
C DVD und unter http://codestuff.tripod.com) ver-
walten Sie alle Autostart-Einträge, also auch sol-
che, die per Autostart-Gruppe, Windows-Registry
oder INI-Dateien bei jedem Windows-Start auto-
matisch ausgeführt werden. Über ein kleines Käst-
chen vor jedem Eintrag legen Sie fest, ob das je-
weilige Programm weiterhin automatisch starten
oder vorübergehend deaktiviert werden soll. Ein-
träge lassen sich auf Wunsch auch dauerhaft aus
den Autostart-Einstellungen entfernen. Ein ein-
facher Mausklick auf einen Eintrag zeigt im unteren
Bereich weitere Informationen an. Sie sehen auf
einen Blick den Dateipfad und können so unbe-
kannte Anwendungen leicht identifizieren.

SHELL-ERWEITERUNGEN AUSSIEBEN
Eine weitere Gattung an potenziell zumüllendem rungen auf. Entpacken Sie das Archiv, und kopieren
Programm-Code bilden Shell-Erweiterungen. Sie die INI-Datei aus dem Shellex-View-Sprachpaket
Zusätzliche Kontextmenü-Einträge, Symbolleisten & in den Tool-Ordner. Dann starten Sie das Programm,
Co. sind prinzipiell nützlich, allzu viele beeinträchtigen markieren alle überflüssigen Erweiterungen und drü-
jedoch die Übersicht. Mussten zusätzliche DLLs regis- cken <F7>, um sie zu deaktivieren. Um eine Erweite-
triert werden, besteht theoretisch sogar ein Sicher- rung komplett zu entfernen, müssen Sie zusätzlich die
heitsrisiko. Die Freeware Shellex View (auf C DVD in der Liste angegebene Datei löschen beziehungswei-
und unter www.nirsoft.net) listet alle Shell-Erweite- se die zugehörige Anwendung de-installieren.

92 XXL-TIPPS 2009
Schnelle S ystempflege OPTIMIEREN

2 Dienste abspecken
XP und Vista richten rund 80 Dienste ein, die auf je-
dem PC unbemerkt im Hintergrund arbeiten. Doch kein
Nutzer braucht alle eingeschalteten Helfer – ein neuer
Dienstplan macht den Rechner sicherer und zugleich schnel-
ler. In der Systemsteuerung liefert unter „Verwaltung“ der
Menüpunkt „Dienste“ die nötigen Informationen über die ein-
gerichteten Hintergrund-Programme.
Mit den Tools pcwXPServices und pcwVistaServices
(auf C DVD) können Sie die Performance Ihres Systems
merklich verbessern. Beide Programme deaktivieren unnöti-
ge Dienste und schafft so freie Ressourcen – der PC läuft
schneller. Sie können die zu beendenden Dienste manuell
auswählen oder eines der vorgegebenen Profile anwenden.

3 Programme entfernen 4 Software-Leichen


Installierte Software belegt Platz auf der Es kann mitunter vorkommen, dass Anwen-
Festplatte. Sobald sie gestartet ist, kostet sie dungen sich über den Software-Dialog nicht
Ressourcen und erhöht die Angriffsfläche für de-installieren lassen, weil sie kaputt sind oder die
Malware. Deshalb sollten Sie die installierten An- De-Installations-Infos gelöscht wurde. Normaler-
wendungen auf das wirklich notwendige Maß re- weise hilft es, wenn Sie
duzieren. Die primäre Anlaufstelle für die Gewichts- die Software neu in
reduktion finden Sie in der Systemsteuerung hinter denselben Ordner in-
dem Applet „Software“ (XP) beziehungsweise stallieren und anschlie-
„Programme und Funktionen“ (Vista). Hier wird auf- ßend über den Soft-
gelistet, was derzeit auf Ihrem Rechner installiert ware-Dialog entfernen.
ist. In den meisten Fällen ist das zu viel. Gönnen Funktioniert das nicht,
Sie Ihrem System eine Kur: Markieren Sie jede An- setzen Sie Revo Un-
wendung, die Sie nicht mehr brauchen oder nicht installer (auf C DVD
benutzen, und klicken Sie auf „Entfernen“. und unter www.revoun
Seien Sie nicht zu zurückhaltend, wenn es dar- installer.com) ein. Das
um geht, Anwendungen auszusieben: Programme, Tool listet alle installier-
von denen Sie nicht wissen, was sie tun, sollten ten Programme auf, mit
Sie als potenzielle Löschkandidaten ansehen. Aber einem Doppelklick auf einen Eintrag starten Sie die
prüfen Sie noch einmal, was sie eigentlich machen, De-Installation. Dabei können Sie aus vier ver-
bevor Sie sie entfernen. Bei den anderen müssen schiedenen Optionen wählen: „Eingebaut“, „Ge-
Sie streng nach Nutzen selektieren. Beachten Sie fahrlos“, „Moderat“ und „Erweitert“. Verwenden Sie
dabei auch Redundanzen: Zwei funktionsgleiche die Voreinstellung „Erweitert“, um nach der eigent-
Anwendungen verbrauchen nicht nur doppelt Res- lichen De-Installation nach Rückständen in der Re-
sourcen, sondern streiten sich häufig auch noch gistry und auf der Festplatte zu suchen.
um die Dateitypen. Wird das Tool fündig, markieren Sie die Treffer
und löschen diese. Alternativ verwenden Sie den
Jagd-Modus für Software-De-Installationen. Dabei
ziehen Sie eine ausführbare Programmdatei oder
eine Verknüpfung in das kleine Desktop-Fenster
und wählen „Uninstall“ im Kontextmenü aus.

XXL-TIPPS 2009 93
OPTIMIEREN Schnelle S ystempflege

5 Großer Plattenputz 6 Festplatte beschleunigen


Festplatten sollten regelmäßig von Ballast Eine zunehmende Fragmentierung der Fest-
befreit werden. Unter „Start, (Alle) Programme, platte sorgt dafür, dass Lese- und Schreibzu-
Zubehör, Systemprogramme“ finden Sie die „Da- griffe auf der Festplatte mit der Zeit immer länger
tenträgerbereinigung“. Das Tool analysiert das dauern. Bei einer solchen Fragmentierung sind Da-
System und zeigt dann die Möglichkeiten an, Spei- teien nicht mehr sequenziell auf der Festplatte, also
cherplatz zu gewinnen. Die Vorschläge von Win- in aufeinander folgenden Sektoren gespeichert,
dows akzeptieren Sie mit einem Klick auf den sondern verstreut über die ganze Festplatte. Beim
„OK“-Button, da es nur temporäre Dateien und Starten einer Datei muss der Lesekopf dann von
Daten entfernt, die nicht mehr benötigt werden. einer Position zur nächsten springen, so lange, bis
Danach wird das System bereinigt. alle Einzelteile zusammengefügt sind. Ein Defrag-
Die Freeware Sweepi (auf C DVD und unter mentierung-Tool wie Jk Defrag (auf C DVD und
www.yooapps.ch) bietet im Vergleich zur Win- unter http://jkdefrag.8qm.de) ordnet die Sektoren
dows-eigenen Datenträgerbereinigung mehr und neu an und bietet gleichzeitig mehr Komfort als der
erweiterte Funktionen. Das Programm räumt die in Windows XP eingebaute Defragmentierer.
Festplatte Ihres Rechner auf und bietet zusätzlich Die kostenlose Jk Defrag GUI (auf C DVD und
eine Vielzahl praktischer Tools. Beseitigt werden unter www.emro.nl/freeware/) kann Optionen des
etwa Verlaufslisten von Anwendungen, Null-Byte- Defragmentierers einschalten, die sonst als Para-
Dateien, verwais- meter in der Kommandozeile eingegeben werden
te Links und an- müssen. Dazu gehören beispielsweise eine Zeit-
dere überflüssige steuerung, die Auswahl mehrerer Laufwerke sowie
Datenreste. Au- verschiedene Defragmentierungsmodi.
ßerdem gibt es Im Screensaver-Modus startet Jk Defrag auf
Löschoptionen Wunsch automatisch in Arbeitspausen und defrag-
für den Internet mentiert die Festplatte so lange, bis Sie den Rech-
Explorer, Mozilla, ner wieder nutzen.
Firefox, Opera
und zahlreiche
Microsoft-Pro-
gramme.

7 Windows-Registry säubern
Langsame Rechner oder Programmabstürze sind oft die
Folge falscher oder überflüssiger Einträge in der Win-
dows-Registrierungsdatenbank. Die Freeware Regseeker
(www.hoverdesk.net) hilft mit nützlichen Funktionen beim Auf-
spüren und Löschen ungültiger Einträge.
Mit einem Klick auf „Registry säubern“ wird die Windows-
Registry untersucht – der Vorhang kann einige Zeit in Anspruch
nehmen. Sie können Schlüssel von der Suche ausschließen.
Nach der Analyse werden die fehlerhaften Werte aufgelistet und
können einzeln oder komplett gelöscht werden. Bei Problemen
spielen Sie ein Backup ein.

94 XXL-TIPPS 2009
Schnelle S ystempflege OPTIMIEREN

8 Auslagerungsdatei aufteilen
Wenn in Ihrem PC mehrere Festplatten stecken, können Sie die
Auslagerungsdatei darauf verteilen und so die Systemleistung verbes-
sern. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf das Arbeitsplatz-
symbol (in Vista auf „Computer“), dann auf „Eigenschaften, Erweitert,
Systemleistung, Einstellungen“ (Vista: „Eigenschaften, Erweiterte System-
einstellungen“) . Hier wählen Sie die Registerkarte „Erweitert“ und klicken
unter „Virtueller Arbeitsspeicher“ (Vista: „Einstellungen, Erweitert“) auf
„Ändern“. Verteilen Sie anschließend die Auslagerungsdatei – am besten
auf Festplatten, die weder das Betriebssystem noch häufig benutzte An-
wendungen enthalten.

9 Dateitypen wieder
zuordnen
Bei der Installation wird neuer Software oft
ein bestimmter Dateityp zugeordnet. So
übernimmt ein Multimedia-Player automatisch
auch die Wiedergabe von MP3-Dateien, obwohl
Sie dafür ein anderes Programm verwenden. Die
Zuordnung lässt sich aber nachträglich ändern.
Klicken Sie im Windows-Explorer mit der rechten
Maustaste auf eine Datei des Typs, den Sie neu
zuordnen möchten, und wählen Sie den Eintrag
„Eigenschaften“. Hier sehen Sie neben „Dateityp“,
um welche Art von Datei es sich handelt, und bei
„Öffnen mit“, welches Programm ihr zugeteilt ist.
Ein Klick auf „Ändern“ bringt Sie zum Fenster
„Öffnen mit“, das Ihnen einerseits bestimmte Pro-
gramme empfiehlt, und andererseits die Auswahl
10 Programme
aus allen Programmen zulässt. Klicken Sie auf ein up to date
Programm in der Liste, oder drücken Sie den But-
ton „Durchsuchen“ für die Auswahl einer anderen Auf den meisten Rechnern sind zwar zahl-
Software. Schließen Sie die Veränderung mit lose Programme installiert, doch viele von ih-
einem Klick auf „OK“ ab. nen sind längst nicht mehr auf dem neuesten
Stand. Welche Anwendungen längst überholt sind
und dringend aktualisiert werden sollten, findet
Updatestar (auf C DVD und unter www.update
star.com/de/) für Sie heraus.
Das Tool liefert einen Überblick über alle in Vista
und XP installierten Anwendungen und sucht auto-
matisch nach Updates. Dazu durchforstet Up-
datestar die Registrierungsdatenbank, ermittelt die
installierten Programmversionen und zeigt alles
übersichtlich an. Updatestar versorgt Sie außer-
dem mit Neuigkeiten und Meldungen über die in-
stallierten Programme.
Liegen sicherheitsrelevante Updates vor, reicht
ein Mausklick, um die Software zu laden. Einmal
eingerichtet, startet Updatestar auf Wunsch bei
jedem Rechnerstart mit. Vorteil: So werden Sie re-
gelmäßig auf Aktualisierungen hingewiesen.

XXL-TIPPS 2009 95
OPTIMIEREN W indows ausmisten

Überflüssige Dateien löschen

Ballast entfernen
Microsoft mutet Ihnen jede Menge unerwünschter Dateien zu. Das System
verschwendet damit Ressourcen und gefährdet oft Ihre Privatsphäre. Lesen
Sie, wie Sie Ihren Rechner entmüllen. Von Mark Völler

Ihr System beherbergt bereits nach kurzer Auch in Zeiten von mehreren Hundert Gigabyte
Zeit einige Gigabyte an entbehrlichen Da- oder Terabyte großen Festplatten ist es ärgerlich,
teien und Programmen. Wenn Sie sie regelmä- wenn das Betriebssystem überaus verschwen-
ßig entsorgen, gewinnen Sie Platz auf der Fest- derisch mit dem zur Verfügung stehenden Spei-
platte zurück, machen das System schlanker und cherplatz umgeht. Windows nimmt wenig Rück-
dadurch auch schneller. Außerdem benötigen Sie sicht – angefangen beim überdimensionierten
für eine Komplettsicherung weniger Speicher- Papierkorb über die Systemwiederherstellung bis
platz auf dem Zielmedium. Wir sagen Ihnen, wo hin zum Ruhezustand und dem Ordner für tem-
Sie ansetzen müssen, um Platz freizuschaufeln. poräre Dateien.

1 Speicherplatz schnell 2 Überflüssige Software


freigeben eliminieren
Dateien, die Windows nur vorübergehend – Öffnen Sie den „Bereinigen“-Dialog aus
temporär – benötigt, werden vom System nicht Schritt 1 nochmals, und wählen Sie „Dateien
immer automatisch gelöscht. So sammelt sich im von allen Benutzern des Computers“. Bringen Sie
Laufe der Zeit Datenschrott an. Es empfiehlt sich, die Registerkarte „Weitere Optionen“ nach vorne,
diese Dateien manuell zu löschen. Das kann zum und klicken Sie bei „Programme und Funktionen“
Beispiel einen Vi- auf „Bereinigen“. Vista zeigt alle installierten Pro-
renscan erheblich gramme an. Wählen Sie eine Software aus, die Sie
beschleunigen, weil nicht mehr benötigen, und klicken Sie auf „De-
dieser sich nicht um installieren“. Entfernen Sie auf diese Weise alle
viele überflüssige Programme, mit denen Sie nicht mehr arbeiten.
Kleinstdateien küm- Schließen Sie das Fenster.
mern muss. Starten Im nun angezeigten Dialogfenster haben Sie
Sie vor der Löschaktion auf jeden Fall den Rechner auch die Möglichkeit, Speicherplatz freizugeben,
neu, damit Windows Gelegenheit hat, die Dateien indem Sie alle bis auf den letzten Wiederherstel-
selbst zu entsorgen. lungspunkt löschen.
Im Startmenü von Vista klicken Sie auf „Compu- Davon raten wir jedoch ab: Die Systemwieder-
ter“, unter XP öffnen Sie den Arbeitsplatz. Nach herstellung ist im Notfall oft die letzte Möglichkeit,
einem Rechtsklick auf das Icon für die Festplatte etwa nach einer missglückten Änderung an der
wählen Sie „Eigenschaften“ und klicken auf „Berei- Konfiguration, zu einer funktionierenden Windows-
nigen“. Wählen Sie „Dateien von allen Benutzern Installation zurückzukehren.
des Computers“. Aktivieren Sie nun das Häkchen
vor allen Einträgen, die Sie entfernen lassen wol-
len. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Dateien
sich hinter den einzelnen Optionen verbergen,
klicken Sie auf „Dateien anzeigen“. Vorsicht, Falle:
Die im Papierkorb befindlichen Dateien zeigt Win-
dows in der Tabelle immer mit 0 Byte an. Haben
Sie die gewünschten Einträge markiert, bestätigen
Sie mit „OK“, und Windows löscht die Daten.

96 XXL-TIPPS 2009
W indows ausmisten OPTIMIEREN

3 Nicht benötigte
Komponenten entfernen
Auch nicht benötigte Systemkomponenten sollten Sie de-
installieren. Dazu gehen Sie in die Systemsteuerung und rufen
unter „Programme, Programme und Funktionen“ den Punkt „Win-
dows-Funktionen ein- oder ausschalten“ auf. Warten Sie einen Mo-
ment, bis Windows die Liste aktualisiert hat. Entfernen Sie die Häk-
chen vor den Modulen, die Sie loswerden wollen. Haben Sie die nicht
benötigten Elemente abgewählt, bestätigen Sie mit „OK“.

4 Überflüssige Update- 5 Beispieldateien


Dateien entfernen löschen
Möglicherweise haben Sie Vista als Update Vista bringt Beispielbilder, Videodateien und
von XP installiert. In diesem Fall liegt die vor- Musikstücke mit, die Sie ebenfalls löschen kön-
herige Windows-Installation noch auf der Festplat- nen. Das lohnt jedoch nur, wenn Sie Speicherplatz
te, und zwar im Ordner Windows.OLD auf Lauf- freischaufeln wollen. An die Beispieldateien kom-
werk C:. Wenn Sie diesen Speicherplatz wieder men Sie im Windows-Explorer oben links über die
freigeben möchten, rufen Sie den Explorer auf und Verweise bei „Linkfavoriten“. Für eine Radikalkur
löschen das Verzeichnis. kann man auch die Systemklänge von Vista lö-
schen. Die Audioda-
teien befinden sich
auf dem Systemlauf-
werk im Verzeichnis
\Windows\Media.

6 Temp-Ordner
regelmäßig ausmisten
Die Datenträgerbereinigung von Windows lässt manchmal
Dateileichen zurück, die Sie manuell löschen sollten. Den Stan-
dardordner für temporäre Dateien („TEMP“) des derzeit angemel-
deten Benutzers ermitteln Sie am einfachsten, indem Sie erst den
Befehl „cmd“ (ohne Anführungszeichen) unten bei „Start“ eingeben
und danach den Befehl „set“ verwenden. Im Temp-Ordner sammelt
sich immer wieder Datenmüll. Kontrollieren Sie in Intervallen den
Inhalt dieses Ordners für jedes eingerichtete Benutzerkonto.

WINDOWS PUR Optische Gimmicks abschalten


Speicherplatz sparen können Sie auch im Ar- deaktivieren, nehmen Sie sich am besten eine halbe
beitsspeicher: Indem Sie auf optischen Schnick- Stunde Zeit und arbeiten der Reihe nach die Einstel-
schnack wie hochauflösende Hintergrundbilder, re- lungen in der Systemsteuerung durch. Die relevanten
chenintensive Bildschirmschoner, Hunderte installierter Optionen finden Sie in Vista insbesondere in den Ka-
Schriftarten und aufwenige visuelle Stile für Fenster tegorien „System und Wartung“ sowie „Darstellung
und Schaltflächen verzichten, steht mehr RAM für Ihre und Anpassung“, in Windows XP unter „Anzeige“,
Anwendungen zur Verfügung. Um die RAM-Fresser zu „System“ und „Schriftarten“.

XXL-TIPPS 2009 97
OPTIMIEREN W indows ausmisten

7 Platzfresser Hiberfil.SYS löschen


Beim Wechsel in den Ruhezustand sichert Vista den Inhalt des Arbeits-
speichers in der Datei Hiberfil.SYS im Hauptverzeichnis des Systemlaufwerks. Sie
belegt genauso viel Festplattenspeicherplatz, wie der RAM-Speicher groß ist, also
meist 1 bis 2 GB. Wer den Ruhezustand nicht verwendet, kann
die Datei theoretisch löschen, indem er den Ruhezustand abschal-
tet. Doch anders als in XP lässt sich der Ruhezustand zwar deak-
tivieren, aber Hiberfil.SYS wird dabei nicht entfernt.
In Vista werden Sie die Datei jedoch über die Datenträgerbe-
reinigung los. Unter „Start, Alle Programme, Zubehör, Systempro-
gramme, Datenträgerbereinigung“ setzen Sie das Häkchen vor „Ruhezustandsdatei-
bereinigung“. Möchten Sie den Ruhezustand später wieder nutzen, geben Sie den
Befehl „powercfg.exe -h on“ (ohne Anführungszeichen) in die Kommandozeile ganz
unten bei „Start“ ein.

8 Benutzerspuren im 9 Firefox von


IE löschen Surfspuren befreien
Der Verlauf im Internet Explorer („Chronik“ Beim Entfernen temporärer Surfdateien hat
bei Firefox) und die „Temporary Internet Firefox die Nase vorne. Anders als der Micro-
Files“ (Cache bei Firefox) enthalten oft Hunder- soft-Browser schreibt die Open-Source-Alternati-
te kleiner HTM-, GIF- und JPG-Dateien, die kaum ve keine Benutzerdaten in die Registry. Sämtliche
noch Fragen über die besuchten Web-Seiten offen anwenderspezifischen Daten finden sich im Profil-
lassen. Hinzu kommen gespeicherte Formularda- verzeichnis in den Dateien History.DAT (Verlauf),
ten, die beispielsweise im Formhistory.DAT (Formulardaten), Key3.DB und
Google-Suchfeld auf einen Signons.TXT (Passwörter), Cookies.TXT (Cookies)
Mausklick hin offen liegen. und Downloads.RDF (Download-Chronik). Beson-
Wie unangenehm, wenn Ih- ders schnell geht das Löschen der Daten mit der
re Mitbenutzer diese Daten Tastenkombination <Strg>-<Shift>-<Entf> im
auslesen. Abhilfe führt über Browser: Daraufhin erscheint eine Dialogbox, in
„Extras, Internetoptionen, All- der die wesentlichen Daten bereits ausgewählt
gemein, Löschen, Alle Lö- sind. Mit der Schaltfläche „Private Dateien jetzt lö-
schen“, denn damit entfernen Sie die Surfspuren. schen“ beseitigen Sie diese. Ausgenommen sind
Dauerhaften Schutz bietet „Extras, Internetopti- per Voreinstellung die Cookies und Passwörter.
onen, Erweitert“, indem Sie im Abschnitt „Sicher-
heit“ das Häkchen vor der Option „Leeren des
Ordners temporäre Internetdateien beim Schließen
des Browsers“ aktivieren. Eine überaus praktische
Komplettbereinigungsautomatik für persönliche
Temporärdateien, wie sie in Firefox existiert, bietet
der Internet Explorer bislang übrigens nicht.

DAS SIND DIE HEIMLICHEN PLATZVERSCHWENDER


Windows belegt zu viel Speicherplatz, weil Microsoft bei den Festplattenspeicherplatz: Je großzügiger ein Rechner ausgestattet
Voreinstellungen geschlampt hat. Drei Beispiele: ist, desto mehr Speicherplatz wird von Windows XP vergeudet. Von einer
Festplatte, die in drei Partitionen zu je 60 GB eingeteilt ist, beansprucht
Speicherdateien: Dazu kommen im Extremfall nach einem Systemab- der Papierkorb von Haus aus 18 GB (Standardeinstellung: zehn Prozent
sturz noch die Dateien für den Ruhezustand (Hiberfil.SYS) und das voll- jeder Partition). Vista ist immerhin beim Papierkorb genügsamer.
ständige Speicherabbild (Memory.DMP), deren Größe jeweils exakt dem Systemwiederherstellung: 21,6 GB sind in unserem Beispiel für die
vorhandenen Arbeitsspeicher entspricht. Systemwiederherstellung reserviert (zwölf Prozent jeder Partition).

98 XXL-TIPPS 2009
W indows ausmisten OPTIMIEREN

10 Metadaten im 11 Abstellen der System-


Explorer entfernen wiederherstellung
In Office-Dokumenten gespeicherte Meta- Die Systemwiederherstellung
daten wie Namen, Datei-Eigenschaften und Be- von XP und Vista erstellt auto-
arbeitervermerke sind weniger aus Platzgründen matisch Systemprüfpunkte, die
ein Problem, sondern geben möglicherweise per- eine Momentaufnahme der Win-
sönliche Infos an Dritte weiter. In Vista lassen sich dows-Konfiguration enthalten. Mit
Metadaten beispielsweise aus Word- und Excel- ihrer Hilfe lässt sich Windows in ei-
Dateien schnell und einfach entfernen. Im Explorer nen startfähigen Zustand zurückver-
klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein Doku- setzen, zum Beispiel, wenn ein neu
ment und wählen „Eigenschaften“. Wechseln Sie installierter Treiber Probleme be-
zur Registerkarte „Details“; dort sehen Sie die Me- reitet oder ein Hardware-Profil nicht
tadaten. Folgen Sie unten dem Link „Eigenschaften mehr lesbar ist.
und persönliche Informationen entfernen“. Nachteil: Bei aktivierter System-
wiederherstellung verschlingen die
Schnappschüsse mehrere Hundert
Megabyte Speicherplatz auf der
Festplatte. Wer sich das sparen
möchte, kann das Windows-eigene
Rettungssystem komplett abschalten. Dazu gehen
Sie in der Systemsteuerung auf „System und War-
tung, Sichern und Wiederherstellen“. Klicken Sie
am linken Fensterrand auf „Wiederherstellungs-
punkt erstellen oder Einstellungen ändern“, und
entfernen Sie die Häkchen vor dem jeweiligen Da-
tenträger.

12 Auslagerungsdatei 13 Schrumpfen per


löschen lassen NTFS-Komprimierung
Eine weitere Maßnahme, die in erster Linie Updates, .NET, DirectX und Java sowie zahl-
Ihrer Privatsphäre zugute kommt, ist das auto- lose Anwendungen und Tools verschlingen Spei-
matische Löschen der Auslagerungsdatei beim cherplatz auf der Festplatte. Windows bietet Bord-
Herunterfahren von Windows. Das Abbild des vir- mittel, um ihn zu minimieren. Einfachste Möglichkeit:
tuellen Arbeitsspeichers auf der Festplatte kann Sie setzen die NTFS-Komprimierung ein und
vertrauliche Daten enthalten, die von neugierigen schrumpfen ganze Verzeichnisse zusammen. Win-
Personen mit Tools eingesehen werden könnten. dows entpackt die Dateien, sobald
Sicherheitsbewusste Anwender weisen Vista an, Sie darauf zugreifen. Eine Kompri-
den Inhalt der Auslagerungsdatei beim Systemab- mierung erlaubt Windows nur auf
schluss zu entfernen. Dazu müssen Sie in der Laufwerken mit NTFS-Dateisystem.
Registry für den Schlüssel „Hkey_Local_Machine\ Zum Komprimieren eines Ordners
System\CurrentControlSet\Control\Session Man öffnen Sie den Explorer. Wählen Sie einen Ordner
ager\Memory Management“ den Wert von „Clear- oder, falls Sie das gesamte Laufwerk komprimieren
PageFileAtShutdown“ auf „1“ setzen. wollen, das Stammverzeichnis – etwa „C:“ –, und
markieren Sie alle Dateien und Verzeichnisse. Im
Kontextmenü „Eigenschaften“ finden Sie unter „All-
gemein, Erweitert“ die Option „Inhalt komprimieren,
um Speicherplatz zu sparen“. Aktivieren Sie sie,
und bestätigen Sie mit „OK“. Bejahen Sie die
Nachfrage des Betriebssystems, ob Sie die Ände-
rungen für alle untergeordneten Dateien und Ord-
ner übernehmen wollen.

XXL-TIPPS 2009 99
OPTIMIEREN Richtige W indows-Einstellungen

System optimieren

Systembremsen lösen
Bei Vista bleiben wie bei XP einige Optimierungswünsche offen. Analog
zu Windows XP lässt sich das System mit den richtigen Tricks und Kniffen
mit mehr Leistung versehen. Wir haben für Sie eine nützliche Auswahl mit
Erfolgsgarantie zusammengestellt. Von Christoph Metzger

Nach der Installation von Vista ist der PC top-Einstellungen und eine höhere Bildwieder-
genau wie bei XP noch nicht optimal an Ihre holfrequenz zu wählen oder die Reaktionsge-
Arbeitsweise angepasst. Beispielsweise kann es schwindigkeit der Maus und der Tastatur
erforderlich oder zumindest sinnvoll sein, eine anzupassen. Nicht zuletzt gilt es noch den ange-
höhere Bildschirmauflösung, individuelle Desk- schlossenen Drucker zu konfigurieren.

1 Bildschirmanzeige
optimieren
Das Installationsprogramm von Vista stellt
die Bildschirmanzeigevorgaben normaler-
weise bereits optimal ein. Eine Anpassung der
Anzeigeparameter kann sich jedoch lohnen:
Manchmal beherrschen Monitor und Grafikkarte
noch höhere Auflösungen, gelegentlich ist die ein-
gestellte Auflösung zu hoch für den persönlichen
Geschmack, manchmal flimmert die Anzeige bei
längerem Betrieb, und hin und wieder erkennt das
Setup die Grafikkarte nicht richtig und wählt die dem den Schieberegler unter „Auflösung“ nach
Standard-VGA-Anzeige. rechts, um eine höhere Auflösung einzustellen.
Ist das bei Ihnen der Fall, dann klicken Sie im Falls Sie nicht genau wissen, welche Auflösungen
Begrüßungscenter erst auf „Alle <x> Elemente an- Ihre Grafikkarte und Ihr Bildschirm unterstützen,
zeigen“ und dann doppelt auf „Windows anpas- sehen Sie in der Dokumentation dazu nach.
sen“. Alternativ können Sie auch mit der rechten Tipp: Wenn Ihr Bildschirm flimmert, klicken Sie auf
Maustaste auf eine freie Stelle auf dem Desktop „Erweiterte Einstellungen“ und wählen auf der Re-
klicken und den Befehl „Anpassen“ auswählen. Kli- gisterkarte „Monitor“ eine höhere „Bildschirmaktu-
cken Sie im Anschluss auf „Anzeige“. Wählen Sie alisierungsrate“ aus. Doch Vorsicht: Eine zu hohe
die höchstmögliche „Farbtiefe“ aus. Bei „Höchste Bildwiederholfrequenz ist schädlich für den Moni-
(32 Bit)“ erhalten Sie eine fotorealistische Desk- tor, ebenso eine zu hohe Auflösung. Schlagen Sie
top-Darstellung, bei niedrigerer Farbtiefe kann es daher im Handbuch nach, welche Wiederholrate
zu Farbverfälschungen kommen. Ziehen Sie außer- („Refresh Rate“) das Gerät beherrscht.

XP-SYSTEMDATEIEN So funktioniert der Check


Seit Windows 2000 sind Systemdateien mit <%Systemroot%>\System32\Dllcache Kopien wich-
einem Schutzmechanismus namens System File tiger Systemdateien ab, zum anderen versucht das
Protection versehen, der Veränderungen ge- Betriebssystem, auf die Installationsdateien zuzugrei-
schützter Dateien automatisch rückgängig macht. Zum fen, wenn keine passende Sicherheitskopie im Ver-
einen legt Windows dazu im Systemverzeichnis zeichnis „Dllcache“ vorliegt.

100 XXL-TIPPS 2009


Richtige W indows-Einstellungen OPTIMIEREN

2 Mausvorgaben anpassen
Damit Sie mit der Maus optimal arbeiten können, müssen Sie ein-
stellen, wie das Gerät reagieren soll. Dazu rufen Sie die Systemsteuerung
auf und klicken dort unter „Hardware und Sound“ auf „Maus“. Aktivieren Sie
die Registerkarte „Tasten“. Unter „Doppelklickgeschwindigkeit“ klicken Sie
mit Ihrer gewohnten Geschwindigkeit doppelt auf das gelbe Ordnersymbol.
Über den Schieber bei „Geschwindigkeit“ passen Sie das Tempo an.
Auf dem Register „Zeigeroptionen“ stellen Sie unter „Bewegung“ die Zei-
gergeschwindigkeit ein. Bei Monitoren mit größerer Diagonale ist die Vorga-
be zu langsam: Es dauert dann lange, bis sich der Zeiger von einer Ecke in
die gegenüberliegende bewegen lässt. Aktivieren Sie außerdem „Zeigerbe-
schleunigung verbessern“.
Wer möchte, kann die Einstellung „In Dialogfeldern automatisch zur Stan-
dardschaltfläche springen“ aktivieren. Dann müssen Sie in den meisten Dia-
logfenstern nur noch klicken, um die wahrscheinlichste Aktion auszulösen.
Notebook-Nutzer, die gelegentlich Schwierigkeiten haben, den Mauszeiger
zu erkennen, wählen „Mausspur anzeigen“ beziehungsweise „Zeigerpositi-
on... beim Drücken der <Strg>-Taste anzeigen“.

3 Superfetch 4 Readyboost
Bereits unter Windows XP wurde der Sys- Readyboost soll die Zugriffe auf die Ausla-
tem-Cache um die zusätzliche Prefetch- gerungsdatei beschleunigen. Sie benötigen
Funktion erweitert: Für Kernel-Dateien, System- dafür einen USB-Stick oder anderen Flash-Spei-
treiber und häufig genutzte Anwendungen merkt cher mit USB-2.0-Schnittstelle und mindestens
sich Windows XP Basisdaten wie Pfade und 256 MB Kapazität. Optimal ist es, wenn Sie auf
Speicherbedarf sowie zusätzlich benötigte Kom- dem Stick Platz in der Größe des Hauptspeichers
ponenten im Ordner <%windir%>\Prefetch. reservieren.
Superfetch in Vista erweitert das Prefetch aus Um Readyboost zu nutzen,
XP. Das System analysiert jetzt auch, wie häufig verbinden Sie den Stick mit
und wann Sie eine Anwendung aufrufen und war- dem Rechner und klicken in
um Daten im Einzelfall auf die Festplatte ausgela- der daraufhin erscheinenden
gert werden. Beispiel: Sie starten Anwendung A Dialogbox auf „System be-
und danach B. B benötigt zusätzlichen Speicher, schleunigen“. Im nächsten Di-
die Speicherseiten von A landen in der Auslage- alog aktivieren Sie die Option
rungsdatei. Wenn Sie jetzt B beenden, transferiert „Dieses Gerät verwenden“
Superfetch die Daten von A sofort wieder in den und stellen den zu reservie-
Speicher. A kann daher schneller reagieren. renden Speicher ein. Den ver-
bleibenden Speicherplatz auf
dem Stick nutzen Sie wie ge-
wohnt.
Beim Verwalten des Speichers verwendet Vista
den USB-Stick als Cache für die Auslagerungsda-
tei. Wegen der kurzen Zugriffszeiten des Flash-
Speichers arbeitet Windows damit theoretisch
schneller – in der Praxis bringt Readyboost jedoch
praktisch keinen Tempogewinn.

XXL-TIPPS 2009 101


OPTIMIEREN Richtige W indows-Einstellungen

5 Benutzerkonten- 6 Benutzerkonten-
steuerung pausieren steuerung loswerden
Wenn Sie Ihr System konfigurieren, müssen Wenn Sie die Benutzerkontensteuerung in
Sie in Vista praktisch jeder Aktion per Klick Vista längerfristig abschalten möchten, nervt
zustimmen. Praktisch wäre es, diese Dialoge zu Sie eventuell die Infoeinblendung in der Taskleiste.
deaktivieren. Die Benutzerkontensteuerung (UAC Sie weist Sie ständig darauf hin, dass Sie die Be-
– User Account Control) unter Vista fordert Sie bei nutzerkontensteuerung deaktiviert haben.
jedem Systemeingriff auf, der Aktion zuzustimmen, Die Hinweiseinblendung können Sie über die
auch wenn Sie als Registry leicht abstellen. Starten Sie Regedit, und
Administrator ange- öffnen Sie den Schlüssel „Hkey_Local_Machine\
meldet sind. Das lässt Software\Microsoft\Security Center“. Hier legen
sich aber vorüberge- Sie, falls es ihn nicht gibt, einen Dword-Eintrag mit
hend abschalten. dem Namen „UACDisableNotify“ an und geben
Dazu gehen Sie in ihm den Wert „1“. Nach einem weiteren Neustart
der Systemsteuerung haben Sie auch hier Ruhe.
auf „Benutzerkonten Tipp: Die Benutzerkontensteuerung wird nicht be-
und Jugendschutz, nötigt, wenn alle Benutzer mit eingeschränkten
Benutzerkonten“ und wählen die Option „Benut- Konten arbeiten und nur bei Bedarf über „Ausfüh-
zerkontensteuerung ein- oder ausschalten“. Nach ren als“ Administratorrechte aktivieren.
einem Rechnerneustart belästigen Sie keine UAC-
Dialoge mehr. Sobald Sie mit der Konfiguration
Ihres Systems fertig sind, sollten Sie die Funktion
aber auf demselben Weg
wieder einschalten. Sie
bietet einen Schutz, weil
Sie vor kritischen System-
eingriffen gewarnt wer-
den. Außerdem tauchen
die Dialoge bei der regu-
lären Arbeit mit Anwen-
dungen nur selten auf
und stören daher kaum.

7 Windows wird mehrsprachig


Für die Bedienerführung ist eine andere Sprache einstellbar. Am deut-
lichsten offenbaren sich die Vorteile dieser Neuerung in der Vista-Ultimate-Vari-
ante: Hier können Sie für viele Sprachen MUI-Pakete (Multilingual User Inter-
face) von einigen hundert MB kostenlos herunterladen. Mit deren Hilfe lässt sich
die gesamte Oberfläche per Klick in einer anderen Sprache darstellen („System-
steuerung, Regions- und Sprachoptionen, Tastaturen und Sprachen“).
Die grundsätzliche Mehrsprachenunterstützung bringt auch für die anderen
Vista-Versionen etwas: Denn die Voraussetzung für diese Funktion ist eine
Struktur, in der alle Systembestandteile von den sprachlichen Komponenten
getrennt sind. Die Folge ist, dass beispielsweise System-Updates nur noch in
einer neutralen Form erscheinen müssen, die alle Vista-Nutzer weltweit instal-
lieren können. Sie brauchen also nicht mehr nach einer regional passenden
Sprachversion zu suchen. Das bedeutet für Sie als Anwender mehr Sicherheit,
weniger Redundanz und somit auch weniger Fehler. Da die Sprachpakete
unterschiedlich groß sind und das größte Paket das englischsprachige ist,
nehmen wir an, dass sich die Zahl der übersetzten Elemente unterscheidet.

102 XXL-TIPPS 2009


Richtige W indows-Einstellungen OPTIMIEREN

8 Systemabsturz: Blue Screen und


Infos wieder anzeigen lassen
Auch wenn System-Crashs seit Windows XP nicht mehr zum Alltag
gehören – unter ungünstigen Bedingungen stürzt auch Windows Vista ab, etwa
bei Problemen mit fehlerhaft programmierten Treibern. Es zeigt Ihnen dann aller-
dings keinen Blue Screen mehr, sondern startet sofort erneut. Das Fehlen der
dort gebotenen Infos erschwert die ohnehin nicht einfache Fehlersuche.
Eine Handvoll Optionen steuert das Verhalten von Vista im Fall eines System-
Crashs. Sie finden die Einstellungen gut versteckt in der Systemsteuerung unter
„System und Wartung, System“ und dort ganz links im Fenster unter „Erweiterte
Systemeinstellungen“. Bringen Sie die Registerkarte „Erweitert“ nach vorne, und
klicken Sie bei „Starten und Wiederherstellen“ auf „Einstellungen“. Deaktivieren
Sie die Option „Automatisch Neustart durchführen“. Mit dem nächsten Neustart
machen Sie die Änderung wirksam. Bei einem Absturz bietet Windows Vista
statt eines simplen Reboots wieder den blauen Bildschirm, der zumindest wei-
tere Infos und Fehlercodes zum Verursacher des Absturzes preisgibt.

9 Admin-Konto fehlt auf


Anmeldebildschirm
Auf dem Anmeldebildschirm von XP Professi-
onal und Vista fehlt ein wichtiges Konto. Den „Ad-
ministrator“ zeigt XP Home nur an, wenn Sie das
System im abgesicherten Modus starten. in XP Pro
steht das Admin-Konto immer zur Verfügung. Es
wird nur nicht angezeigt. Um sich künftig direkt als <Alt>-<Entf>. Dieser Hotkey zeigt Ihnen zur An-
Administrator anzumelden, können Sie die Will- meldung den herkömmlichen Log-on-Dialog.
kommensseite komplett deaktivieren und den alter- Sie können das Admin-Konto auch permanent
nativen Anmeldedialog verwenden. Die Willkom- im Anmeldebildschirm einblenden. Gehen Sie dazu
mensseite lässt sich in der Systemsteuerung unter mit Regedit zu „Hkey_Local_Machine\Software\
„Benutzerkonten, Art der Benutzeranmeldung än- Microsoft\WindowsNT\Current Version\Winlogon\
dern“ abschalten. Nur müssen Sie dann auch auf SpecialAccounts\UserList“. Erstellen Sie den neu-
die Funktion verzichten, schnell zwischen Benut- en Dword-Eintrag „Administrator“, und weisen Sie
zern umzuschalten. Falls Sie aus diesem Grund bei ihm den Wert „1“ zu. Ab der nächsten Anmeldung
der Standardanmeldung bleiben möchten, hilft auf erscheint der „Administrator“ auf der Startseite.
der Willkommensseite ein zweimaliges <Strg>- Unter XP Home ist der Trick wirkungslos.

EINGABEN OPTIMIEREN So vermeiden Sie viele Klicks


Sie möchten Ihre favorisierten Websites in verschie- gramme starten sowie bestimmte Funktionen aufgerufen wer-
denen Browsern aufrufen. Zusätzlich würden Sie gerne den. Das geht mithilfe einfacher Scriptbefehle, die Sie in der
mehrere Programme gleichzeitig starten. Es nervt Sie, dass erst englischsprachigen Online-Hilfe oder im deutschsprachigen
nach vielen Klicks alles da ist, was Sie beispielsweise zum Sur- Nachschlage-Wiki (http://de.autohotkey.com/wiki) finden.
fen brauchen. Das Tool kann noch mehr: Abkürzungen lassen sich umwan-
Mithilfe von der Freeware Auto Hotkey (Download unter deln, sodass etwa beim Tippen von „h:w.“ automatisch „http://
www.autohotkey.com) lassen sich Tastaturanschläge sowie www“ geschrieben wird. Auch lassen sich Tasten neu belegen,
Mausbewegungen und auch Klicks automatisieren und mit be- etwa wenn Sie einen anderen Zeichensatz gewohnt sind.
stimmten Tasten aufrufen. So kann etwa ein Druck auf eine der Tipp: Wenn Sie mit dem Tool ein Script erstellt haben, können
Funktionstasten veranlassen, dass mehrere Browser mit be- Sie daraus eine EXE-Datei machen, die auch auf PCs ohne
stimmten Seiten geöffnet werden und zusätzlich einige Pro- Auto Hotkey läuft.

XXL-TIPPS 2009 103


OPTIMIEREN Richtige W indows-Einstellungen

10 Rechner herunterfahren oder neu starten


Mit Aufgaben, die einige Zeit brauchen, können Sie Ihren Rechner zwar
allein lassen, aber zum Herunterfahren oder Neustart müssen Sie ihn extra auf-
fordern. Sie möchten, dass er das nach Ende einer Aktion oder zu einer bestimm-
ten Uhrzeit von sich aus tut. Es gibt viele Programme, die eine Option zum Herun-
terfahren des Rechners nach dem Ende einer Aufgabe bieten. Schauen Sie also
zunächst, ob die Anwendung, auf deren Ende Sie warten wollen, eine solche Op-
tion selbst bietet. Wenn das nicht der Fall ist, ist die Lösung ein geplanter Task.
Wählen Sie den Befehl Shutdown aus, und geben Sie als Pfad
C:\Windows\System32\Shutdown.EXE an. In den „Erweiterten
Eigenschaften“ des Tasks geben Sie unter „Ausführen“ folgende
Befehlskette ein: „C:\Windows\System32\Shutdown.EXE -s -f -t
01“. Das Attribut -s führt das Herunterfahren aus. Mit -f erzwingt
das System, dass alle noch laufenden Anwendungen ohne War-
nung geschlossen werden. Mit -t 01 legen Sie fest, dass der Rech-
ner eine Sekunde danach mit dem Herunterfahren beginnt. Das ist
wichtig, damit er nicht auf eine Eingabe wartet. Möchten Sie den
PC neu starten, ersetzen Sie das -s durch -r für „Restart“.

11 Desktop-Ordnung liche Schnellstartleiste und fast alle Zugriffe auf die


durch Symbolleisten Einträge des Startmenüs.
Die entsprechenden Einstellungen zeigt Win-
Mit jeder Windows-Version hat Microsoft die dows nach einem Rechtsklick auf die Taskleiste
Aufgabenverteilung von Desktop, Startmenü unter „Symbolleisten“ an. Der linke Fensterrand
und Taskleiste neu gegliedert – der Software- eignet sich für eine Symbolleiste im Hintergrund
Gigant sucht offensichtlich immer noch nach dem optimal, weil man den rechten Bildrand relativ oft
optimalen Windows-Desktop. zum Schließen von Fenstern ansteuert. Die Option
Jedem Windows seit dem Erscheinen des Inter- „Automatisch im Hintergrund“ finden Sie im Kon-
net Explorers 4.0 im Jahr 1996 steht eine attraktive textmenü der Leiste.
Funktion für den maßgeschneiderten Desktop zur Einteilung: Die einzelnen Einträge (Links) auf der
Verfügung – die benutzerdefinierten Symbolleisten. Leiste sind durch Trennlinien in logische Gruppen
Eine durchdacht eingerichtete Symbolleiste erspart eingeteilt. Für die Trennlinien eignen sich Unterstri-
die Mehrzahl der Desktop-Icons, die unübersicht- che, Tilden oder Ähnliches als Namen. Als Icons
für die Teiler empfehlen sich möglichst unschein-
bare oder leere Symbole. Den Teiler-Links können
Sie ebenfalls Funktionen zuweisen. Im unteren Teil
sehen Sie zwei weitere Symbolleisten – Schnell-
startleisten mit großen Symbolen und den wich-
tigsten Tasks beziehungsweise mit Netzwerkres-
sourcen. Legen Sie einen Ordner an, in dem Sie
die Gruppenteiler und alle Verknüpfungen unter-
bringen, die Sie später schnell ansteuern wollen.
Wenn die Links auf Hotkeys reagieren sollen, müs-
sen Sie einen Unterordner im Startmenü anlegen.
Danach klicken Sie mit der rechten Maustaste
auf die Taskleiste und dann auf „Symbolleisten,
Neue Symbolleiste“. Im folgenden Dialog wählen
Sie den eben erstellten Ordner aus. Ziehen Sie die
Leiste an den gewünschten Bildrand, und sortieren
Sie per Drag & Drop die Einträge nach Wunsch.
Weitere Leisten können Sie jederzeit in die beste-
hende integrieren.

104 XXL-TIPPS 2009


Richtige W indows-Einstellungen OPTIMIEREN

12 Zugriffsschutz nur mit


NTFS-Dateisystem
Das Setup von Windows XP und Vista fragt beim Update, ob es
das bestehende Dateisystem – zumeist wohl FAT32 – auf NTFS umstel-
len soll. Über die Konsequenzen dieser Entscheidung klärt das Setup
nicht auf: FAT32 beizubehalten hat den Vorteil, im Fall des Falles auf das
alte System zurückkehren zu können. Außerdem ist damit eine einfache
Parallelinstallation auf derselben Partition möglich, auf der sich bereits ein
Windows-System befindet. Andererseits bedeutet die Wahl von FAT32
praktisch den Verzicht auf wichtige Sicherheitsfunktionen des Systems.
Eine Rechtevergabe für Ordner und Dateien setzt zwingend NTFS
voraus. XP oder Vista ohne NTFS ist nicht sicherer als das völlig veraltete
Windows 95/98/ME. Aus Gründen der Datensicherheit sollten Sie daher
in jedem Fall NTFS verwenden. Immerhin: Wer es versäumt hat, beim
Setup auf NTFS umzustellen, kann dies nachträglich ohne Datenverlust
korrigieren – Windows XP und Vista stellen hierfür das Kommandozeilen-
Tool Convert.EXE zur Verfügung. Hinweise zur Bedienung des Komman-
dozeilen-Tools lassen Sie sich mit „convert /?“ anzeigen.

13 Temposteigerung mit
zwei Festplatten
XP und Vista bieten die Möglichkeit, Stripe-
set-Datenträger anzulegen (Raid 0). Dabei er-
streckt sich eine Partition über zwei Festplatten,
und die Daten werden zu gleichen Teilen parallel
auf beide Platten geschrieben. Folglich muss jede
der Festplatten beim Lesen oder Schreiben einer
Datei nur die halbe Datenmenge bewältigen. Dar-
aus resultiert theoretisch eine höhere Lese- und
Schreibgeschwindigkeit.
Ausführung: Um einen Stripeset-Datenträger zu
erstellen, benötigen Sie mindestens zwei Festplat-
ten. Diese sollten vom gleichen Typ sein. Der resul- den Anweisungen des Assistenten. Beim Forma-
tierende Datenträger kann maximal doppelt so tieren können Sie hinter „Größe der Zuordnungs-
groß werden wie die kleinste Festplatte. Und so einheit“ einen anderen Wert wählen. Bei „Stan-
gehen Sie vor (Beispiel XP): dard“ legt Windows die kleinstmögliche
Rufen Sie über „Start, Einstellungen, System- Cluster-Größe fest, also etwa 4 KB – abhängig
steuerung, Verwaltung“ die „Computerverwaltung“ von der physikalischen Formatierung der Festplat-
auf, und gehen Sie unter „Datenspeicher“ auf „Da- te. Sie können aber auch einen anderen Wert ein-
tenträgerverwaltung“. Stripesets lassen sich nur tragen, etwa 1024 KB. Dadurch soll sich die Arbeit
aus „dynamischen“ Festplatten erstellen. Wenn bei mit großen Dateien optimieren lassen.
den Festplatten, die Sie verwenden wollen, als Typ Nun zeigt die Datenträgerverwaltung die Lauf-
„Basis“ in der Liste erscheint, müssen Sie diese werke farblich als „Stripesetvolume“ markiert und
erst in dynamische Festplatten umwandeln. Wäh- mit dem gleichen Laufwerksbuchstaben an. Im Ex-
len Sie dazu aus dem Kontextmenü jeder beteilig- plorer finden Sie ein neues Laufwerk, dessen Ka-
ten Platte „In dynamische Festplatte umwandeln“. pazität der Summe der beiden verwendeten Parti-
Datenträger erstellen: Klicken Sie mit der rech- tionen entspricht.
ten Maustaste auf eine freie Stelle in der Darstel- Einziges Manko: Der Geschwindigkeitsvorteil
lung der Festplatten, und wählen Sie „Datenträger eines Stripesets wird durch eine nicht vorhandene
erstellen“. Im Assistenten klicken Sie auf „Weiter“ Fehlertoleranz erreicht. Fällt eine der Partitionen
und wählen „Stripesetdatenträger“ aus. Folgen Sie aus, sind auch sämtliche Daten verloren.

XXL-TIPPS 2009 105


OPTIMIEREN Dateiver waltung verbessern

Windows-Explorer effizienter nutzen

Tuning für den Explorer


Als zentrale Anlaufstelle für das Dateimanagement arbeitet der Windows-
Explorer unter XP und Vista mehr schlecht als recht. Mehr Komfort gibt
es mit Tuning-Maßnahmen und Add-ons. Von Peter-Uwe Lechner

Der Explorer von Vista und XP ist mehr als ten muss man jedoch auch unter Vista auf die
nur ein Werkzeug zum Kopieren, Verschieben, praktische Zwei-Fenster-Darstellung und einige
Löschen oder Umbenennen von Dateien und Ver- Tastaturkürzel für oft benötigte Funktionen wie
zeichnissen, das vollständig in das Betriebssystem das Anlegen neuer Verzeichnisse. Mit den fol-
integriert ist. Gegenüber dem XP-Explorer gibt genden Tricks lassen sich allerdings viele Unzu-
es in Vista zusätzliche Vorschauansichten und er- länglichkeiten des Explorers sowohl unter XP als
weiterte Sortierfunktionen. Noch immer verzich- auch unter Vista abstellen.

1 Startoptionen einstellen 2 Klassisches Menü


Je nachdem, wie der Explorer gestartet wird, Der Vista-Dateimanager zeigt sich gegen-
kann er nach dem Start insgesamt vier verschie- über seinem XP-Vorgänger in einer neuen Op-
dene Ordner anzeigen. tik und mit Änderungen an der Bedienerführung.
Start-Menü: Ein Aufruf über „Start, Alle Anstelle der Standardbefehle „Datei“, „Bearbei-
Programme, Zubehör, Windows-Explorer“ ten“, „Ansicht“ und „Extras“ finden sich im Explorer
lädt standardmäßig das Verzeichnis „Doku- von Vista nunmehr Schaltflächen, beispielsweise
mente“ des aktiven Benutzers. Ein rechter „Organisieren“, „Ansichten“ und „Explorer“.
Mausklick auf den Start-Button – und die <Alt>-Taste: Auf die Standardbefehle müssen
Auswahl vom „Explorer“ im folgenden Sie nicht ganz verzichten. Das Drücken der Taste
Kontextmenü zeigt den Startmenü-Ordner <Alt> zeigt die vermisste Menüleiste im aktiven
des aktuell angemeldeten Users oder aller Explorer-Fenster an. Möchten Sie diese Befehle
Nutzer an. Wie schon unter XP liefern „Öff- dauerhaft nutzen, so wählen Sie „Organisieren,
nen“ und „Öffnen, Alle Benutzer“ genau Layout, Menüleiste“. Im gleichen Dialog schalten
dieselben Ergebnisse. Um den Explorer auf Sie auch das hilfreiche Vorschaufenster ein.
der höchsten Ebene „Computer“ zu starten, Shortcuts: Die bekannten Shortcuts aus XP, etwa
wird die Tastenkombination <Windows>- <Alt>-<D> für das Menü „Datei“, funktionieren
<E> verwendet. auch in Vista. Mit einigen Tastenkombinationen
Link-Aufruf: Möchten Sie hingegen das können Sie flott durch
standardmäßig angezeigte Verzeichnis selbst die Ordner navigieren.
auswählen, so navigieren Sie durch das So gelangen Sie mit
Startmenü zum Eintrag „Windows Explorer“ <Alt>-<Cursor links>
und klicken das Icon mit der rechten Maus- eine Verzeichnisebene
taste an. Im Kontextmenü wählen Sie „Eigen- nach oben, <Alt>-
schaften“ und wechseln im folgenden Dialog <Cursor rechts> bringt
zum Register „Verknüpfung“. Erweitern Sie Sie in die Gegenrich-
nun das Kommando „%SystemRoot%\ex tung. Im Bereich „Ord-
plorer.exe“ um ein Leerzeichen und den Pa- nerleiste“ zeigt <Num-
rameter „/e,C:\Zielordner“. Soll der Explorer lock>-<+> Unterordner
nach dem Aufruf den Inhalt eines bestimmten des selektierten Ordners
Netzwerkordners anzeigen, legen Sie als an, <Numlock>-<->
Pfad etwa „%SystemRoot%\explorer.exe blendet die Unterordner
/e,\\LAN-PC\Zielordner“ fest. des Ordners aus.

106 XXL-TIPPS 2009


Dateiver waltung verbessern OPTIMIEREN

3 Vorschaufenster 4 Schneller auf


einblenden Verzeichnisse zugreifen
Verwenden Sie das Vorschaufenster im Ex- Der Pfad in der Adresszeile des Explorers
plorer von Vista, wenn Sie mehr über den Inhalt wird unter Vista nicht mehr auf die von XP
von Dateien wissen möchten, ohne jede Datei in bekannte Art dargestellt. So zeigt der Vista-Da-
einer Anwendung zu öffnen. Nachdem Sie zum An- teimanager „C:\Windows\“ als „Computer > Loka-
schalten des Vorschaufensters auf „Organisieren, ler Datenträger (C:) > Windows“ an. Per Klick auf
Layout, Vorschaufenster“ geklickt haben, werden einen der Pfeile öffnen Sie ein
nun direkt im Explorer Bilder, Dokumente oder Ausklappmenü, das Ihnen alle
Mails angezeigt. Im unteren Bereich des Explorers Elemente des vorherge-
sehen Sie Datei-Infos wie Autor, Markierungen und henden Eintrags anzeigt. So
Datum, die Sie nach einem einfachen Mausklick ermöglicht etwa ein Klick auf
bearbeiten und mit Zusatzinfos, den Markierungen, „Computer“ den schnellen
versehen können. Über die erweiterte Suchfunk- Zugriff auf alle Partitionen und
tion von Vista können Sie dann nach solchen Mar- Laufwerke. Ein Klick auf „Win-
kierungen suchen und die Treffer zur Bearbeitung dows“ zeigt alle Unterordner.
auflisten lassen. Praktisch sind auch die
Verknüpfungen, die unter
„Linkfavoriten“ untergebracht sind. In der Grund-
einstellung finden sich hier drei Einträge: „Doku-
mente“, „Bilder“ und „Musik“. Sie können jedoch
Verknüpfungen zu beliebigen Ordnern anlegen, um
so schnell auf oft verwendete Elemente zuzugrei-
fen. Dazu ziehen Sie einfach den gewünschten
Ordner per Drag & Drop in die Linkfavoriten.

5 Erweiterungen anzeigen
Der Explorer zeigt unter XP und Vista in der
Standardeinstellung keine Datei-Endungen
an. Um sie einzuschalten, wählen Sie „Organisie-
ren, Ordner- und Suchoptionen“ und bringen „An-
sicht“ nach vorne. Im Bereich „Erweiterte Einstellun-
gen“ deaktivieren Sie unter „Dateien und Ordner“
die Option „Erweiterung bei bekannten Dateitypen
ausblenden“. In XP finden sich die entsprechenden
Einstellungen im Explorer unter „Extras, Ordnerop-
tionen“. Allerdings stellt der Explorer die Erweite-
rungen PIF (Program Information File) und LNK
(Verknüpfung) auch mit diesem Trick nicht dar.
Alle freischalten: Um auch diese beiden Datei-
typen anzuzeigen, öffnen Sie dazu den Registrie-
rungs-Editor. Wechseln Sie zum Schlüssel „Hkey_
Classes_Root\lnkfile“. Markieren Sie „NeverShow
Ext“, und ändern Sie den Namen nach einem Druck sowie Systemordner anzeigt. Dazu müssen Sie die
der <F2>-Taste in „AlwaysShowExt“. Nach dem Option „Geschützte Systemdateien ausblenden
gleichen Muster passen Sie auch „Hkey_Classes_ (empfohlen)“ abschalten und das daraufhin ein-
Root\piffile“ an. Nach einem Neustart zeigt der Ex- geblendete Hinweisfenster mit „Ja“ bestätigen. Die
plorer auch PIF- und LNK-Erweiterungen an. Einstelloption „Alle Dateien und Ordner anzeigen“
Versteckte Dateien: Erfahrene Anwender stellen schalten Sie ein.
den Dateimanager in Windows Vista zusätzlich so Mit einem Klick auf „OK“ bestätigen Sie die Än-
ein, dass er auch versteckte Dateien, Verzeichnisse derungen und verlassen das Dialogfenster.

XXL-TIPPS 2009 107


OPTIMIEREN Dateiver waltung verbessern

6 Schnellsuche starten 7 Zwei Explorer-Fenster


In jedem Explorer-Fenster finden Wenn Sie Dateien zwischen zwei Ordnern
Sie im Bereich rechts oben die oder Laufwerken per Drag & Drop kopieren
Schnellsuche. Wenn Sie hier einen oder verschieben, kann es praktisch sein, beide
Begriff eintippen, wird Ihnen dank der Ordner in jeweils einem eigenen Explorer-Fenster
Indizierungsfunktion von Vista inner- nebeneinander anzuzeigen. So sehen Sie gleich,
halb weniger Sekunden das Ergebnis welche Dateien sich in den Ordnern befinden und
dargestellt. Für XP können Sie die welche Dateien etwa neueren Datums sind (dazu
Desktop-Suche mit einem Suchfeld in sollten Sie die Detailansicht einschalten). Um zwei
der Taskleiste von der Website www. Explorer-Fenster nebeneinander anzuzeigen, rufen
microsoft.com nachrüsten. Sie den Explorer zweimal auf und öffnen jeweils
Wenn Sie die Suche das erste Mal den gewünschten Ordner. Minimieren Sie nun alle
nutzen, empfiehlt Vista, alle ange- übrigen Programmfenster, die Sie geöffnet haben.
zeigten Orte zu indizieren. In der Praxis Dann klicken Sie mit der rechten Maustaste in die
ist das aber nicht sinnvoll. Besser ist es, nur Ord- Taskleiste und rufen den Befehl „Fenster nebenein-
ner zu indizieren, in denen Sie Ihre Dateien spei- ander anzeigen“ auf.
chern. Klicken Sie die Meldung mit der rechten
Maustaste an, und wählen Sie den Befehl „Index-
pfade ändern“. Im darauf folgenden Dialog, der die
standardmäßig indizierten Ordner aufführt, klicken
Sie auf „Ändern“ und wählen „Alle Orte anzeigen“.
Im Bereich „Ausgewählte Orte ändern“ markieren
Sie alle Ordner, die die Suchroutine indizieren soll.
Schließen Sie den Dialog. Alternativ dazu können
Sie die Indexpfade direkt über das Systemsteue-
rungs-Control „Indizierungsoptionen“ ändern.

8 Echten Pfad zeigen


Vista zeigt im Unterschied zu XP in der Adressleiste eines Ordnerfensters
nicht mehr den echten Pfad an. So sehen Sie etwa statt C:\Ordner eine Liste wie „Com-
puter > Lokaler Datenträger (C:) > Ordner“. Erst nach einem weiteren Klick auf einen
der Listeneinträge erscheinen jeweils alle Unterordner des Eintrags. Das ist praktisch
– was aber, wenn Sie den echten Pfad brauchen, etwa um ihn in die Zwischenablage zu
kopieren? Dann klicken Sie ganz links in der Adressleiste auf das kleine Ordnersymbol
– schon sehen Sie den echten Pfad. Um
die Ordnerliste wiederherzustellen, drü-
cken Sie die <Tab>-Taste.

TABBED BROWSING im Explorer


Mit der Freeware QT Tabbar (auf C DVD und unter Gruppen zusammen oder stellen bereits geschlossene
http://qttabbar.wikidot.com, deutsche Sprachdatei Tabs wieder her. Weitere Funktionen der Software sind
erhältlich) erweitern Sie den Explorer von Windows XP Chronik und Favoriten. Auch können Programmver-
und Vista um eine neue Funktion, die Sie aus dem In- knüpfungen in der Tab-Leiste angelegt werden.
ternet Explorer beziehungsweise dem Firefox-Browser Wenn Sie das QT-Tab-Desktop-Tool als Taskleisten-
kennen: das so bezeichnete Tabbed Browsing. Mittels Symbolleiste aktivieren, können Sie per Doppelklick
einer Tab-Leiste können Sie auf Mausklick zwischen auf den Desktop oder in die Taskleiste ohne Umweg
den einzelnen Ordnern navigieren, fassen diese zu Gruppen und Anwendungen aufrufen.

108 XXL-TIPPS 2009


Dateiver waltung verbessern OPTIMIEREN

9 Verzeichnisse direkt öffnen


In der Praxis ebenfalls hilfreich ist es, jeden belie-
bigen Ordner direkt in einer Shell zu öffnen. Auch dies
erledigen Sie ganz einfach mit einem Eingriff in die Re-
gistry: Unter „Hkey_Local_Machine/Software/Classes/
Folder/Shell“ legen Sie den Schlüssel „Command Prompt“
mit der Bezeichnung „In Shell öffnen“ an. In diesem
Schlüssel legen Sie den Unterschlüssel „Command“ mit
dem Wert „cmd.exe /k pushd %L“ an.

10 Verschlüsselung per 11 ZIP-Packer


Kontextmenü starten ausschalten
Leider finden sich in Vista noch immer Usa- Windows XP kann ohne Zusatz-Software
bility-Schwächen, die bereits von XP bekannt wie die Freeware 7-Zip (auf C DVD und unter
sind. Beispielsweise hat der Befehl zur Verschlüs- www.7-zip.org) mit ZIP-Archiven umgehen. Im Ex-
selung von Dateien erneut keinen Platz im Kontext- plorer werden ZIP-Archive wie normale Verzeich-
menü erhalten. User, die diese Security-Funktion nisse behandelt, und das Extrahieren und Hinzufü-
regelmäßig nutzen, müssen das Kontextmenü in gen von Dateien
Eigenregie erweitern. Im Registrierungs-Editor öff- erfolgt wie bei ge-
nen Sie dazu den Schlüssel „Hkey_Current_User\ wöhnlichen Ordnern.
Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\ Das ist eine nette
Explorer\Advanced“ und wählen „Neu, DWORD- Zusatzfunktion, vor-
Wert (32-Bit)“. Der Name des neuen Eintrags lau- ausgesetzt, Sie ver-
tet „EncryptionContextMenu“. Doppelklicken Sie fügen über einen
das Element an, und geben Sie als Wert die Zahl schnellen Rechner.
„1“ ein. Nun steht der Befehl „Verschlüsseln“ im Auf langsameren
Kontextmenü zur Auswahl. PCs erweist sich die
integrierte ZIP-Funk-
tion als Performance-
Bremse. Anwender mit langsameren Rechnern
sollten erwägen, die ZIP-Funktion mit folgendem
Befehl in der Eingabeaufforderung zu deaktivieren:
„regsvr32 /u zipfldr.dll“. Sollten Sie es sich zu
einem späteren Zeitpunkt wieder anders überle-
gen, stellen Sie die Funktion mit dem Befehl „reg
svr32 zipfldr.dll“ wieder her.

ALTERNATIVE DATEIMANAGER mit Zusatzfunktionen


Schon vor über 20 Jahren zu DOS-Zeiten zählte der le- speedproject.de, Vollversion ab 30 Euro), Total Commander
gendäre Norton Commander als Dateimanager zur (auf C DVD und unter www.ghisler.com, Vollversion 26 Euro)
Grundausstattung vieler PCs. Auf seinem Funktionsprinzip ba- und Directory Opus (auf C DVD und unter www.haage-
sieren heute nahezu alle Dateimanager für Windows: In einer partner.de, Vollversion 50 Euro) bieten außerdem viele Extras.
Zwei-Fenster-Ansicht werden rechts und links die Inhalte von Dazu zählen etwa integrierte Packer, Datei-Viewer für Texte und
Verzeichnissen angezeigt, die Kontextmenüs vom Explorer ste- Bilder, Sound- und Videoplayer, Volltext- und Dublettensuche,
hen weiterhin bereit. Mit Tastenkombinationen lassen sich Da- FTP-Client sowie Funktionen zur Synchronisation, zum Mehr-
teien und Ordner schnell verschieben, kopieren, löschen, um- fach-Umbenennen und für Datensicherungen. Wer viel mit Da-
benennen oder in einer Schnellansicht öffnen. Moderne Pro- teien hantiert, wird einen solchen funktionsreichen Dateimana-
gramme wie Speedcommander (auf C DVD und unter www. ger schnell zu schätzen wissen.

XXL-TIPPS 2009 109


OPTIMIEREN W indows-Produk tivit ät erhöhen

Windows-Tools ersetzen

Bordwerkzeuge erneuern
Viele der Windows-eigenen Tools sind in die Jahre gekommen und lassen
Komfort und Funktionen vermissen. Mit kostenlosen Programmen
ersetzen Sie Windows-Bordmittel durch leistungsfähigere Alternativen.
Von Peter-Uwe Lechner

Zum Surfen im Web, zum Senden und Emp- Web-Seiten oder Mails mit aktiven Inhalten ma-
fangen von Mails, zum Arbeiten mit Texten, nipuliert werden. Notepad kann immer nur eine
zum Betrachten von Bildern sowie zum Abspielen Textdatei gleichzeitig öffnen und braucht ewig
von Musik- und Videodateien bringt Windows zum Laden großer Dateien. Die Windows-Bildan-
die erforderlichen Programme praktischerweise zeige ist vergleichsweise träge und bietet im Ge-
gleich mit. Doch so recht überzeugen kann keines gensatz zu vielen flotten Bildbetrachtern nur we-
der Hausmittel. Internet Explorer und Outlook nige Bearbeitungs- und Konvertierungsfunktionen.
Express beziehungsweise Windows Mail gelten Es ist also an der Zeit, die Windows-eigenen Pro-
als anfällig gegen Hacker-Attacken, bei denen gramme durch alternative Tools zu ersetzen.

1 Bilder richtig bearbeiten 2 Ersatz für den Explorer


Das unbrauchbare Foto-Tool Windows Paint Für anspruchsvolle Windows-Nutzer bietet
ersetzen Sie durch Paint .NET (auf C DVD und der Explorer zu wenige Funktionen. Der Free
unter www.paint.net). Die leistungsfähige Bildbe- Commander (auf C DVD und unter www.free
arbeitungs-Software arbeitet auf der Basis von commander.com/de/) ist dem Windows-Pendant
Ebenen und bietet eine praktische Undo-Funktion in Sachen Funktionalität um Längen voraus: Die
mit beliebig vielen Schritten. Freeware bietet schnelle Kopier-, Verschiebe-,
Für eine Freeware bringt Paint .NET überra- Lösch- und Benennungsfunktionen. Dank einer
schend viele Korrektur- und Retuschefunktionen zweigeteilten Fensteransicht mit zwei nebeneinan-
mit – selbst Bézier-Kurven sowie 3D-Dreh- und der angeordneten Dateifenstern lassen sich Datei-
Zoomeffekte sind an Bord. Der Anwender kann und Verzeichnisoperationen zwischen den beiden
Bilder drehen, beschneiden und um Text ergänzen. Fenstern durchführen – sogar im Netzwerk und bei
Mithilfe integrierter Filter lassen sich Motive mit externen Laufwerken. Eine Unterstützung für ver-
Spezialeffekten, etwa einer Reliefstruktur, versehen. schachtelte Archivdateien, der Zugriff auf Arbeits-
Eine Funktion zum Entfernen roter Augen ist eben- platz, Startmenü und Favoriten, eine am unteren
falls vorhanden. Fensterrand jederzeit zugängliche DOS-Komma-
Hinzu kommen Ef- dozeile und eine Favoritenliste für Programme und
fekte, viele Werk- Ordner beschleunigen die Arbeit.
zeuge sowie die
Unterstützung der
gängigsten Bild-
formate. Das Tool
benötigt das .NET
Framework 3.5
SP1 (auf C DVD),
das Sie vorher in-
stallieren müssen.

110 XXL-TIPPS 2009


W indows-Produk tivit ät erhöhen OPTIMIEREN

3 Taschenrechner updaten
Den altbackenen Taschenrechner von Windows bringen Sie mit dem kos-
tenlosen Microsoft Rechner-Plus auf den neuesten Stand. Sie laden das Tool
am einfachsten über eine Web-Suche nach „Microsoft Rechner-
Plus“ herunter. Das Tool kommt mit einer aufgefrischten Oberflä-
che, die sich über die Menüs „Ansicht, Klassische Ansicht“ auch
abschalten lässt. Der Rechner kann im Modus Standard oder
Wissenschaftlich betrieben werden. Außerdem können Sie im
Umrechnungsmodus („Ansicht, Umrechnung“) Längen, Tempera-
turen oder Währungen umrechnen. Die Umrechnungskurse für
Währungen bezieht das Tool von der Europäischen Zentralbank.
Rechenergebnislisten kann der Anwender drucken und über die
Zwischenablage in andere Anwendungen übernehmen.

4 Multi-Messenger statt 5 Windows-Notepad


Microsoft-Chats ablösen
Den Windows-Messenger hat Microsoft pri- Schon seit jeher gehört das Programm Note-
mär auf das eigene Chat-Netzwerk zuge- pad zur Windows-Grundausstattung, und
schnitten. Auch beim Nachfolger Windows Live zwar ohne wesentliche Änderung beim Funktions-
Messenger haben die Redmonder trotz Kooperati- umfang. Zahlreiche Ausstattungsmerkmale, die für
on mit Yahoo vor allem das eigene Kommunikati- einen modernen Text-
onsnetz im Auge. Der kostenlose Open-Source- Editor selbstver-
Messenger Pidgin (auf C DVD und unter www. ständlich sein sollten,
pidgin.im) ist dagegen kompatibel zu ICQ, AIM, fehlen. Notepad ist
MSN, Yahoo, Jabber und zum IRC-Netzwerk. An- etwa nicht in der La-
wender können sich gleichzeitig in die verschie- ge, mehrere Dateien
denen Protokolle einklinken, und zum größten Teil parallel zu öffnen, be-
sind auch alle bekannten Funktionen des jewei- sitzt keine Book-
ligen Messengers nutzbar. Im Einstellmenü stehen marks, verzichtet auf
zahlreiche Plug-ins bereit, die der Nutzer allerdings erweiterte Ersetzen-
manuell aktivieren muss. Funktionen und kann
Der Messenger unterstützt Drag & Drop etwa keine Zeilennummern
zum Einladen anderer Benutzer, legt Chat-Proto- anzeigen.
kolle an und kann Nachrichten nachträglich emp- Als Ablösung für
fangen, wenn Sie gerade nicht verbunden sind. das Windows-Note-
Zusätzlich gibt es während Konversationen Infos pad bietet sich Notepad++ (auf C DVD und unter
über den Status von Dateiübertragungen. http://notepad-plus.sourceforge.net) an. Der Text-
Editor ist Open Source und kann mehrere beliebig
lange Dokumente gleichzeitig in Tabs öffnen. Bei
der Bearbeitung spart eine automatische Eingabe-
vervollständigung einiges an Zeit und Tipparbeit.
Sie können unterschiedliche Ansichten für Ihre Do-
kumente einstellen und mit der Tastatur durch den
Text navigieren. Dank einer schnellen Suchfunktion
springen Sie jede Textstelle direkt an, und mit dem
Makro-Recorder nehmen Sie Tastenanschläge auf,
um sie später abzuspielen.

XXL-TIPPS 2009 111


OPTIMIEREN W indows-Produk tivit ät erhöhen

6 Mit mehr Komfort surfen 7 Mail-Client mit Spamfilter


Das Thema Sicherheit beim Surfen im Inter- Outlook Express gilt aufgrund mangelhafter
net wird immer im gleichen Atemzug mit der Sicherheitseinstellungen und der Unterstüt-
Angreifbarkeit des Internet Explorers genannt. Das zung von aktiven Scripts als unsicher. Außerdem
liegt nicht daran, dass die Microsoft-Entwickler sind Benutzer von Outlook Express der Spam-Pla-
schlampig gearbeitet hätten. Vielmehr sorgen die ge schutzlos ausgeliefert, wenn sie keinen zusätz-
weite Verbreitung der Software und die tiefe Inte- lichen Werbemail-Blocker einsetzen. Auch der
gration ins Windows-System dafür, dass der komfortable Abruf von RSS-Feeds bleibt ohne ei-
Browser zur lohnenden Zielscheibe wird. ne Extra-Software verwehrt.
Durch den Verzicht auf Active X und die von Produktiver arbeiten Sie mit Thunderbird (auf
Haus aus höheren Sicherheitsstandards arbeitet C DVD und unter wwww.mozilla-europe.org).
der Open-Source-Browser Firefox (auf C DVD Den Komplettumzug des Postfachs erleichtert ein
und unter wwww.mozilla-europe.org) deutlich si- Assistent, der Nachrichten und Adressen aus Out-
cherer als der Internet Explorer. Sicherheitslücken look Express importieren kann. Die Bedienerfüh-
in Firefox werden üblicherweise von den Entwick- rung ist klar strukturiert und kann mit Hilfe von
lern innerhalb weniger Tage nach Bekanntwerden Themes individuell angepasst werden. Praktisch ist
mit einem automatischen Update die Schnellsuche, mit der sich das aktuelle Post-
beseitigt. Zu den fach nach Titel oder Absender durchsuchen lässt.
Stärken des freien Thunderbird integriert einen lernfähigen Spam-
Browsers zählen Filter sowie einen RSS-Reader. Sehr gut funktio-
Tabbed Browsing, niert die IMAP-Unterstützung. Mit Plug-ins von
ein guter Pop-up- https://addons.mozilla.org/de/thunderbird/ lassen
Blocker und die sich zusätzliche Funktionen nachrüsten.
Erweiterbarkeit mit
über 1000 kosten-
losen Extensions.

8 Schneller Bildbetrachter
Das Öffnen einzelner Bilder beziehungsweise die Verwaltung einer Foto-
sammlung ermöglicht Windows XP mit der Windows-Bild- und Faxanzeige. Aller-
dings sind spezielle Archivierungs- und Verwaltungsprogramme dem sehr einfach ge-
haltenen Bordwerkzeug von Windows weit überlegen.
Zum Anzeigen von Bildern gibt es hunderte Programme. Eines der flinkesten ist
Imagine (auf C DVD und unter www.nyam.pe.kr). Wir kennen keinen anderen Be-
trachter, der selbst 50 MB große Bilder derart schnell und nahezu ohne Verzögerung
lädt. Neben einfachen Bearbeitungsfunktionen zum Ändern von Farbe, Größe und Aus-
richtung gibt es Effektfilter und Miniaturansichten. Zudem verfügt die Freeware über
eine Exif-Anzeige und einen Batch-Konverter zum Umwandeln von Bildformaten. Um die
Windows-Bild- und Faxanzeige unter XP komplett abzuschalten, öffnen Sie „Start, Aus-
führen“, geben das Kommando „regsvr32 /u shimgvw.dll“ ein und klicken auf „OK“.

112 XXL-TIPPS 2009


W indows-Produk tivit ät erhöhen OPTIMIEREN

9 Vielseitiger Medienplayer
Der Windows Media Player bekommt regel-
mäßig schlechte Kritiken: Einerseits ist er zu
träge und zu ressourcenhungrig – andererseits wird
er als Spionage-Tool gebrandmarkt.
Die Schwächen im Windows Media Player kom-
pensiert VLC Media Player (auf C DVD und unter
www.videolan.org). Die Open-Source-Software
bringt die zum Abspielen vieler Filme benötigten
Codecs für Videodateien in Formaten wie MPEG-
1/4/4, Divx oder Xvid gleich mit.
VLC spielt auch Filme problemlos und synchron,
die der Windows Media Player nicht abspielen mag,
bei denen er mitten im Film abbricht oder Ton- und
Bildstörungen erzeugt. Geeignet ist VLC auch als einfache Ab-
spielstation für DVDs, Video- und Super-Video-CDs. Als einer
der wenigen Player unterstützt VLC MPEG- und Divx-Streaming.
Ein Assistent führt Schritt für Schritt durch die Einstellungen.

10 Multifunktionale 11 Komfortabler
Firewall Registry-Editor
Die Windows-Firewall ist von Haus aus akti- Mit dem zum Lieferumfang von Windows
viert, und zwar für alle Netzwerkverbin- gehörenden Programm Regedit.exe öffnen
dungen – alles, was nicht zugelassen ist, wird Sie die Registrierungs-Datenbank und nehmen
blockiert. Die Bedienung der Firewall ist umständ- Änderungen vor. Allerdings ist der Editor von
lich, das Anlegen neuer Regeln für vertrauenswür- Microsoft nur überaus spartanisch ausgestattet
dige Programme mühsam. Obwohl Comodo Fire- und bietet wenig Komfort beim Bearbeiten.
wall + Antivirus (auf C DVD und unter www. Mehr Funktionen erwarten dürfen Sie vom kos-
comodo.com) kostenlos zur Verfügung steht, ist tenlosen Regedit-Pendant Regcool (auf C DVD
die Oberfläche professionell, intuitiv und leicht zu und unter www.pcwelt.de/87354/). Im Look &
bedienen. Die Firewall besteht alle Sicherheits- Feel des Windows-Explorers ist in Regedit ein
Standardtests. Überwacht wird im Hintergrund schneller Wechsel zu den gewünschten Schlüs-
sämtlicher ein- und ausgehender Datenverkehr – seln möglich. Häufiger benötigte
für mehr als 10.000 populäre Anwendungen wer- Schlüssel lassen sich als Lese-
den die Zugriffsregeln automatisch erstellt. zeichen ablegen. Die Volltext-
suche erlaubt die Eingabe von
Begriffen und Werten in Verbin-
dung mit einer Boole’schen
Verknüpfung. Außerdem gibt es
Vergleichs- sowie Import- und
Exportfunktionen.

XXL-TIPPS 2009 113


OPTIMIEREN Schneller ohne Automatik arbeiten

Schluss mit nervigen Automatismen

Windows abrüsten
Microsoft erfindet bei jedem Windows neue Automatismen, damit viele
Aktionen wie von selbst ablaufen. Das nervt – weg mit der unerwünschten
Windows-Intelligenz! Von Hermann Apfelböck, Christian Löbering und Ramon Schwenk

Fürsorglich nimmt Microsoft den Benutzer Workshop lesen Sie, welche Automatismen es
an die Hand und leitet ihn durch das unweg- gibt, welchen Zweck sie erfüllen – und wie Sie sie
same Gelände von XP, Vista und Office. Freund- abstellen. Menüpunkte und Optionen können
liche Assistenten und lustige Sprechblasen bieten sich je nach Windows-Variante unterscheiden.
dabei ungefragt Rat und Hilfe an. In diesem Wir verwenden Windows XP als Basis.

1 Zugriff auf alle Ordner


Die Automatik: Windows versperrt Ihnen den zunächst ausgeblendet, und Sie müssen einmal
Weg, wenn Sie im Explorer den Windows-Ordner extra klicken, um doch in den Ordner zu gelangen.
oder das Systemverzeichnis anklicken. Aus Sicher- Das soll Neulinge abschrecken – erfahrene Benut-
heitsgründen bleiben die dort enthaltenen Dateien zer nervt es gehörig.
So stellen Sie sie ab: Unter allen Windows-Va-
rianten können Sie dieses oberlehrerhafte Verhal-
ten generell abstellen, indem Sie die Web-Ansicht
für Ordner abschalten. Hierfür aktivieren Sie über
„Extras, Ordneroptionen“ im Windows-Explorer auf
der Registerkarte „Allgemein“ die Einstellung „Her-
kömmliche Windows-Ordner verwenden“. Sie kön-
nen die Web-Ansicht aber auch behalten.

2 Offene Fenster nicht speichern


Die Automatik: Windows speichert beim Abmelden die geöffneten Explo-
rer-Fenster sowie deren Lage und Größe. Wenn Sie sich das nächste Mal
bei Windows anmelden, wird der alte Zustand wiederhergestellt. Das mag
eventuell praktisch sein, doch wer die Automatik nicht will, vermisst die Op-
tion, sie abzustellen.
So stellen Sie sie ab: Ein Registry-Eintrag legt fest, ob Windows den
Status der Fenster beim Abmelden speichert. Der verantwortliche Wert heißt
„NoSaveSettings“ und steht in der Registry unter „Hkey_Current_User\Soft
ware\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Explorer“.
Es handelt sich um einen Dword-Wert: Steht er auf „1“, ist Windows ver-
gesslich, bei dem Wert „0“ dagegen merkt es sich alle Fenster für den
nächsten Start. Je nach Windows-Version ist es auch möglich, dass an die-
ser Stelle ein Binärwert steht. Statt „1“ setzen Sie dann „01 00 00 00“ ein,
statt „0“ „00 00 00 00“.

114 XXL-TIPPS 2009


Schneller ohne Automatik arbeiten OPTIMIEREN

3 „Verknüpfung mit“ 4 Keine Jagd nach


unterdrücken verlinkten Dateien
Die Automatik: Immer wenn Sie per Drag & Drop Die Automatik: Wenn Sie die Zieldatei einer Ver-
eine Verknüpfung erstellen, erhält sie im Datei- knüpfung löschen, bleibt die Verknüpfung beste-
namen den vorangestellten Zusatz „Verknüpfung hen und verweist einfach ins Leere. Bei einem
mit“. Das soll im Explorer und auf dem Desktop Doppelklick auf einen solchen Link startet ein Win-
den Status der Datei als Link verdeutlichen – zu- dows-Automatismus die Suche nach einem pas-
sätzlich zu dem kleinen schwarzen Pfeil auf weißem senden Ziel: Falls auf dem Rechner eine Datei
Grund beim Programmsymbol. existiert, die in möglichst vielen der Kriterien Name,
So stellen Sie sie ab: Die meisten Anwender Typ oder Erstel-
finden den Hinweis überflüssig und entfernen den lungsdatum über-
Zusatz manuell. Windows ist aber relativ leicht zu einstimmt, dann
überreden, generell darauf zu verzichten: Gehen bietet Windows Ih-
Sie in der Registry zum Schlüssel „Hkey_Current_ nen nach dem
User\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersi- Suchlauf an, die
on\Explorer“. Im rechten Fenster erstellen Sie, falls Verknüpfung auf
noch nicht vorhanden, einen neuen Binärwert mit das gefundene al-
dem Namen „Link“ und geben ihm den Wert „00 ternative Ziel zu
00 00 00“. Legen Sie anschließend bis zum korrigieren. Dieser
nächsten Neustart des Systems keine weitere Ver- Service ist aber
knüpfung im Windows-Explorer an, da Windows selten sinnvoll.
den Wert sonst selbständig wieder zurücksetzt. So stellen Sie sie ab: Gehen Sie in der Registry
zum Schlüssel „Hkey_Current_User\Software\
Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Ex
plorer“. Legen Sie hier den neuen Dword-Wert
„NoResolveSearch“ an, und setzen Sie ihn auf „1“.
Nach einem Neustart startet bei einem Doppelklick
auf einen verwaisten Link keine Suche mehr. Statt-
dessen bekommen Sie gleich eine Fehlermeldung
zu sehen.

5 Nur öffnen, nicht gleich zuordnen


Die Automatik: Beim Versuch, eine Datei mit unbekannter Endung zu starten, er-
scheint der Dialog „Öffnen mit“. Dort wählen Sie aus, welches Programm die Datei
öffnen soll. Sehen Sie genau hin, bevor Sie auf „OK“ klicken. Denn standardmäßig ist
die Klickbox „Dateityp immer mit dem ausgewählten
Programm öffnen“ aktiviert. Schnell ist ein Dateityp
versehentlich an die falsche Anwendung gebunden.
So stellen Sie sie ab: Per Registry-Eintrag lässt
sich die Option ausschalten. Gehen Sie mit Regedit
zum Schlüssel „Hkey_Classes_Root\Unknown\
Shell\Openas\Command“. Der Wert „Standard“
enthält den Befehl, den Windows nach Doppelklick
auf einen unbekannten Dateityp ausführt. Klicken Sie
den Wert doppelt an, um ihn zu bearbeiten, und fü-
gen Sie hier ganz am Ende den Parameter „%2“ an.
Ab jetzt ist die Klickbox für das Zuordnen von Da-
teien über „Öffnen mit“ wirkungslos. Dateizuord-
nungen erstellen Sie im Explorer über „Extras, Ord-
neroptionen, Dateitypen“ (bei älteren Win-Versionen
über „Ansicht, Ordneroptionen, Dateitypen“).

XXL-TIPPS 2009 115


OPTIMIEREN Schneller ohne Automatik arbeiten

6 Keine automatischen 7 Keine automatischen


Netzwerk-Links Netz-Mappings
Die Automatik: Sie können über „Netzwerkum- Die Automatik: Nachdem Sie die Verbindung
gebung hinzufügen“ Verknüpfungen zu Freigaben zum Netzlaufwerk einmal getrennt haben, verbindet
in den Ordner „Netzwerkumgebung“ aufnehmen. Windows das Laufwerk automatisch, sobald Sie
Allerdings wird Windows auch eigenmächtig tätig: eine Verknüpfung darauf anklicken. Ist der frühere
Wenn Sie über das Netz – ohne Be- Buchstabe inzwischen belegt, schnappt sich Win-
nutzung eines Laufwerksbuchsta- dows einfach den nächsten, der frei ist. An sich ist
bens – auf ein beliebiges Dokument das ganz praktisch, wenn Sie aber die Laufwerks-
zugreifen, legt Windows automatisch zuordnung absichtlich gelöscht haben, ist die
im genannten Ordner eine Verknüp- Automatik eher lästig.
fung an. Der eigentliche Zweck die- So stellen Sie sie ab: Mit einem Eintrag in der
ser Verknüpfungen, der schnelle Zu- Registry können Sie Windows abgewöhnen, Netz-
griff auf Netz-Ressourcen, geht laufwerke automatisch neu zu mappen. Gehen Sie
jedoch mangels Übersicht bald verlo- mit Regedit zum Schlüssel „Hkey_Current_User\
ren, da sich immer mehr dieser automatischen Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Pol
Links zu denen gesellen, die Sie absichtlich ange- icies\Explorer“. Erstellen Sie dort den neuen
legt haben. Dword-Wert „LinkResolveIg noreLinkInfo“, und
So stellen Sie sie ab: Dieses Verhalten lässt weisen Sie ihm den Wert „1“ zu. Um die Einstel-
sich nur durch einen undokumentierten Registry- lung zu aktivieren, starten Sie den PC neu.
Eintrag unterbinden. Starten Sie hierzu
Regedit, und gehen Sie zum Schlüssel
„Hkey_Current_User\Software\Micro-
soft\Windows\CurrentVersion\Polic
ies\Explorer“. Hier legen Sie im rechten
Wertefenster den neuen Dword-Wert
„NoRecentDocsNetHood“ an und set-
zen nach Doppelklick auf diesen neuen
Eintrag seinen Wert auf „1“. Nach dem
nächsten Start von Windows oder nach
der nächsten Neuanmeldung am Sys-
tem wird diese Einstellung wirksam.

8 „Öffnen mit“-Dialog ohne Web-Dienst


Die Automatik: Unter Windows XP erscheint beim Anklicken eines unregistrierten Da-
teityps vor dem „Öffnen mit“-Dialog ein weiterer Dialog, der einen „Webdienst für die
Suche nach einem geeigneten Programm“ verspricht. Via Internet-Datenbank will Win-
dows den Dateityp identifizieren und das passende Programm zuweisen.
Abgesehen davon, dass die Infos dieser Web-Datenbank oft hilflos wirken,
kann Ihnen dieser Dienst das jeweilige Programm nicht bereitstellen – im
günstigsten Fall erhalten Sie die Info, womit Sie die Datei öffnen könnten.
So stellen Sie sie ab: Um den unnötigen Dialog zu deaktivieren, starten Sie
Regedit und öffnen den Schlüssel „Hkey_Current_User\Software\Microsoft\
Windows\CurrentVersion\Explorer“. Legen Sie einen neuen Dword-Eintrag
mit dem Namen „InternetOpenWith“ an. Den automatisch angelegten Wert
„0“ können Sie stehen lassen. Beim nächsten Klick auf einen unbekannten
Dateityp überspringt Windows den Web-Dienst und zeigt gleich den „Öffnen
mit“-Dialog an.

116 XXL-TIPPS 2009


Schneller ohne Automatik arbeiten OPTIMIEREN

9 Taskleisten-Gruppen
anpassen
Die Automatik: Mehrere geöffnete Instanzen der-
selben Anwendung fasst Windows XP in der Tas-
kleiste zu einer Gruppe zusammen. Dieser Auto-
matismus greift, wenn in der Taskleiste nicht mehr
genug Platz ist und die einzelnen Schaltflächen zu
klein werden. Dabei gilt normalerweise die Regel:
Die Fenster der Anwendung, die Sie zuerst gestar-
tet haben, werden zuerst zu einer Gruppe zusam- der täglichen Arbeit nicht nervt, sich aber im Ex-
mengefasst. Standardmäßig beginnt Windows die tremfall doch einschaltet. Gehen Sie dazu in der
Gruppierung ab drei Instanzen. Das dient auf den Registry zum Schlüssel „Hkey_Current_User\Soft
ersten Blick der Übersichtlichkeit, erschwert aber ware\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explo
das Öffnen einer speziellen Instanz. rer\Advanced“. Erstellen Sie dort über „Bearbei-
So stellen Sie sie ab: Um die Klumpenbildung in ten, Neu“ einen Dword-Wert mit dem Namen
der Taskleiste zu verhindern, klicken Sie einfach mit „TaskbarGroupSize“.
der rechten Maustaste auf eine freie Stelle der Tas- Als Wert für diesen neuen Eintrag geben Sie die
kleiste und wählen „Eigenschaften“. Auf der Regis- Anzahl der Instanzen an, ab der die Anwendungen
terkarte „Taskleiste“ deaktivieren Sie die Klickbox gruppiert werden sollen. Wenn Sie also etwa „7“
vor „Ähnliche Elemente gruppieren“. eintragen, ordnet die Taskleiste eine Anwendung
Mit Hilfe eines Registry-Eintrags können Sie die ab dem siebten geöffneten Fenster in einer ge-
Gruppierung aber auch so einstellen, dass sie bei meinsamen Schaltfläche an.

10 „Öffnen mit“-Liste
selbst anpassen
Die Automatik: Wenn Sie im Windows-Explorer So stellen Sie sie ab: Um für einzelne Datei-
im Kontextmenü einer Datei den Eintrag „Öffnen typen die „Öffnen mit“-Liste anzupassen, gehen
mit“ wählen, erhalten Sie eine Liste von Anwen- Sie zum Schlüssel „Hkey_Current_User\Software\
dungen, mit denen Sie die Datei öffnen können. Microsoft\Win dows\CurrentVersion\Explorer\File-
Windows nimmt in diese Liste alle Programme auf, Exts“. Dort finden Sie eine Liste aller in Windows
die Sie zum Bearbeiten einer Datei dieses Typs je- registrierten Dateitypen. Wechseln Sie zu dem ge-
mals verwendet haben. Die Reihenfolge legt Win- wünschten Dateityp. Im Unterschlüssel „Open-
dows nach der Häufigkeit fest, mit der Sie die ent- WithList“ finden Sie in der Regel die Namen
sprechenden Anwendungen einsetzen. Sie haben mehrerer Anwendungen und eine MRU-Liste
keine Möglichkeit, Programme aus dieser Liste zu (Most Recently Used). Hier können Sie gezielt ein-
entfernen – beispielsweise weil Sie einmal ein Pro- zelne Anwendungen entfernen. Zusätzlich müssen
gramm versehentlich angewählt haben oder es Sie den zugehörigen Buchstaben in der MRU-Lis-
nicht mehr einsetzen. te manuell löschen.
Sie können übrigens auch für
einzelne Anwendungen festlegen,
dass Windows sie niemals in die
„Öffnen mit“-Liste eintragen darf.
Gehen Sie für diese Einstellung
zum Registry-Schlüssel „Hkey_
Classes_Root\Applications“. Su-
chen Sie den Schlüssel mit dem
Namen der Anwendung, und er-
stellen Sie dort eine neue Zeichen-
folge mit dem Namen „No- Open-
With“. Einen Wert müssen Sie
nicht eintragen.

XXL-TIPPS 2009 117


OPTIMIEREN W idget s für W indows

Praktische Mini-Programme

Widgets nutzen
Widgets sind nützliche Gratishelfer im Windows-Alltag. Die kleinen
Programme sind flott installiert und verwandeln den XP- und den
Vista-Desktop in eine multifunktionale Oberfl äche. Von Mark Völler

Dank kleiner, grafisch attraktiver Zusatz- delt es sich um Miniaturprogramme, die nicht in
Tools mutiert der Desktop von Windows zur einem Fenster ablaufen, sondern ein oder mehre-
schicken Infozentrale. Widgets zeigen Ihnen re Elemente direkt auf dem Desktop platzieren.
auf einen Blick die Uhrzeit, den Füllstand Ihrer In Vista hat Microsoft Widgets unter der irrefüh-
Festplatte, den Eingang neuer Mails oder das Er- renden Bezeichnung „Gadgets“ direkt ins Be-
gebnis der Fußballbundesliga an und bieten viele triebssystem eingebaut. XP kann nur mit Widgets
weitere nützliche Funktionen. Bei Widgets han- umgehen, wenn Sie ein Zusatz-Tool installieren.

Widgets in XP
1 Widget-Software 2 Widget-Engine
für XP laden einrichten
Die Installation der Widget Engine für XP ist Einige Standard-Widgets wie Wetterbericht,
schnell erledigt: Gehen Sie auf die Seite http:// Uhr und Wecker werden bereits standardmäßig
widgets.yahoo.com/upgrade/. Klicken Sie auf den eingerichtet und nach vollendeter Installation auto-
großen gelben Button, dann beginnt matisch geöffnet. Ist Microsoft Antispyware, die
der Download. Starten Sie das Set- Windows-Firewall oder eine andere Firewall-Soft-
up mit einem Doppelklick auf die ware aktiv, poppt ein Fenster auf, das um Erlaubnis
heruntergeladene Datei. Im Installa- bittet, für die neue Internet-Software eine Daten-
tionsassistenten können Sie getrost verbindung herzustellen. Die sollten Sie gestatten
alle entfernbaren Häkchen abwählen – denn nur so funktionieren die Widgets.
– Yahoo möchte damit nur seinen Beim ersten Start zeigt die Software eine an die
Werbestempel auf Ihr System drü- Sidebar von Vista angelehnte Leiste und im Vor-
cken. Klicken Sie nun auf „Next“. dergrund einige Widgets zum Ausprobieren. Damit
offenbart das Tool, dass schon
knapp zwei Dutzend der prak-
tischen Helfer in das Verzeichnis
„Eigene Dateien, My Widgets“
eingefügt wurden.

118 XXL-TIPPS 2009


W idget s für W indows OPTIMIEREN

3 Gewünschte Miniprogramme
installieren
Viele weitere kostenlose Widgets für fast jeden erdenklichen Zweck laden
Sie aus der Widget-Bibliothek unter http://widgets.yahoo.com und www.widget
gallery.com. Unter anderem gibt es kleine Lernprogramme, Spiele und sogar ein
Widget, das die Belegung von Parkhäusern anzeigt. Wer ständig eine Webcam im
Auge behalten will, hat die Wahl unter fast 200 Webcam-Widgets.
Die für Windows bestimmten Widgets haben die Endung .widget. Dagegegen
können Sie Tools mit der Extension .sit unter Windows nicht verwenden – es handelt
sich hierbei um die für Apple bestimmten Versionen. Wählen Sie das gewünschte
Angebot, und klicken Sie auf „Get Widget“. Legen Sie die Datei bei den anderen
Widgets ab. Besonders komfortabel läuft die Widget-Installation mit einem Rechts-
klick auf das Systray-Icon der Software und den Befehl „Mehr Widgets besorgen“.

4 Starterlaubnis für die 5 Widget-Einstellungen


Miniprogramme konfigurieren
Um ein neues Widget zu starten, klicken Sie Die Widget Engine ist
doppelt darauf – oder Sie klicken aufs Zahnräd- standardmäßig auf
chen-Symbol der Yahoo Widget Engine im Systray „Deutsch“ als Sprache
rechts unten neben der Uhr. Wählen Sie „Widget eingestellt – die Über-
öffnen“ aus. Damit startet das ausgewählte Modul setzung ist aber nicht voll-
automatisch. Bei jedem Widget, das Sie zum ers- ständig. Manche Bezeich-
ten Mal starten, fragt die Engine, ob das gewollt nungen sind noch immer
ist. Das soll verhindern, dass Widgets als Schad- englischsprachig. Die Ein-
programme missbraucht werden. Tatsächlich ist stellungen der Widgets
uns aber noch kein Fall bekannt, wo ein Widget selbst erfolgen fast aus-
einen Trojaner oder eine Spyware auf fremde Sys- schließlich in englischer
teme geschleust hätte. Sprache – Ausnahme:
einige deutsche Minipro-
gramme. Im Kontextmenü eines Widgets oder über
das Kontextmenü im Systray legen Sie allgemeine
Einstellungen wie Fenstertransparenz und Position
(immer im Vordergrund, immer im Hintergrund) der
Module fest. Falls es unübersichtlich wird, blenden
Sie mit der <F8>-Taste den gesamten Windows-
Desktop bis auf die Widgets aus.

WIDGET-ENGINES VON OPERA UND GOOGLE


Widgets, die auf dem Desktop ablaufen und Anwendern gestatten, die Desk-
top-Oberfläche zu personalisieren, sind auch mit dem kostenlosen Browser Opera
(auf C DVD und unter www.opera.com) möglich. Eine Reihe von vorinstallierten Wid-
gets werden mitgeliefert. Eine Vielzahl weiterer Widgets stehen unter http://widgets.
opera.com zur Installation und Nutzung bereit, etwa um News-Feeds, Spiele oder an-
dere Inhalte auf dem Desktop einzublenden.
Etwas Ähnliches wie die Widgets bietet Google mit iGoogle unter www.google.
com/ig/directory. Hier finden Sie einige Progrämmchen für Ihre Google-Startseite
(www.google.de/ig). Klicken Sie dazu auf den „ADD“-Button. Die deutschsprachige
Seite baut sich wieder im Browser auf, wenn Sie erneut www.google.de/ig aufrufen.

XXL-TIPPS 2009 119


OPTIMIEREN W idget s für W indows

Widgets in Vista
1 Sidebar in Vista
konfigurieren
Über die Sidebar in Windows Vista holen Sie jede Menge kleiner Hel-
ferlein auf den Vista-Desktop. Damit lässt sich allerhand anzeigen und erledi-
gen, angefangen von Kalender und Taschenrechner über Newsfeeds bis hin zum
virtuellen Notizblock. Dazu müssen Sie die Sidebar mit den gewünschten Minian-
wendungen füllen. Als Ergänzung zu den bei Vista mitgelieferten Modulen laden
Sie weitere kostenlose Miniprogramme über die Homepage von Microsoft herun-
ter. Dann konfigurieren und platzieren Sie die Gadgets nach Ihren Wünschen.
In Vista ist die Sidebar mit den Minianwendungen standardmäßig nach der
Installation an der rechten Seite des Desktops zu sehen. Falls sie nicht zu sehen
ist, prüfen Sie in der Taskleiste, ob das Sidebar-Icon angezeigt wird. Dann ge-
nügt ein Doppelklick darauf, um die Leiste anzuzeigen. Fehlt das Icon, starten
Sie die Sidebar im Startmenü über „Alle Programme, Zubehör, Windows-Side-
bar“. Die Sidebar kann wahlweise rechts oder links am Bildschirmrand an-
docken. Ihre Position und weitere Einstellungen legen Sie nach einem Rechts-
klick auf eine freie Stelle auf die Leiste über den Befehl „Eigenschaften“ fest.
Alternativ öffnen Sie in der Systemsteuerung den Punkt „Darstellung und An-
passung, Windows-Sidebar-Eigenschaften“.

2 Neue Module 3 Ordnung in der


hinzufügen Sidebar schaffen
Um ein neues Modul in die Sidebar aufzu- Die Reihenfolge der einzelnen Module in der
nehmen, rufen Sie im Kontextmenü „Minianwen- Sidebar ist nicht strikt festgelegt. Mit gedrück-
dungen hinzufügen“ auf. Schneller geht es mit ter Maustaste ziehen Sie die Anwendung an den
einem Klick auf das „+“-Zeichen ganz oben in der gewünschten Platz. Ein Miniprogramm lässt sich
Sidebar. Vista zeigt eine Übersicht der vorhande- aber auch an beliebiger Stelle auf dem Desktop
nen Gadgets an. Mit einem Doppelklick auf eines ablegen – ziehen Sie es einfach an die gewünsch-
der Symbole nehmen Sie das Modul in die Sidebar te Position, und lassen Sie die Maustaste los.
auf. Alternativ ziehen Sie das Dabei stellen Sie schnell fest, dass sich die Dar-
Gadget mit der Maus an die stellung bei manchen Modulen ändert. Das Wet-
gewünschte Position in der ter-Gadget beispielsweise zeigt in der Sidebar nur
Leiste. Um ein Miniprogramm den gewählten Ort mit der aktuellen Temperatur
wieder von der Leiste zu ent- an. Auf dem Desktop abgelegt, wird die Darstel-
fernen, setzen Sie den Maus- lung größer und zeigt unter anderem eine Vorschau
zeiger auf das entsprechende für die nächsten drei Tage an.
Modul. Vista zeigt dann oben
rechts am Gadget einige
Symbole an. Wenn Sie auf
das Kreuz klicken, verschwin-
det das Objekt.

120 XXL-TIPPS 2009


W idget s für W indows OPTIMIEREN

4 Sidebar-Gadgets 5 Allgemeine
individuell konfigurieren Einstellungen tunen
Zahlreiche Gadgets für Vista bieten individu- Es gibt weitere Einstellungen: „Von der Side-
elle Einstellmöglichkeiten. Dazu platzieren Sie bar abdocken“ beziehungsweise „An die Sidebar
den Mauszeiger über dem Gadget. Rechts oben andocken“ wirkt sich auf die Desktop-Position der
erscheint dann ein Schraubenschlüsselsymbol, Minianwendung aus. Unter „Undurchsichtigkeit“
das Sie anklicken müssen. Alternativ wählen Sie stellen Sie ein, wie stark der Hintergrund hinter
nach einem Rechtsklick auf das Modul im Kontext- einem Modul durchscheinen soll. Erlaubt sind Wer-
menü den Befehl „Optionen“ aus. Welche Einstel- te zwischen 20 und 100 Prozent. Durch einen ho-
lungen zur Verfügung stehen, variiert von Modul zu hen Transparenzwert verschmilzt das Gadget de-
Modul. Bei der analogen Uhrzeitanzeige können zent mit dem Hintergrund.
Sie beispielsweise eine von acht Designvorlagen Bei abgedockten Modulen sorgt die Option „Im-
auswählen, eine Beschriftung hinzufügen und die mer im Vordergrund“ dafür, dass kein Programm-
Zeitzone bestimmen. Einige der Minianwendungen fenster das Gadget überdeckt und es so perma-
haben zudem eine einstellbare Größe. nent sichtbar bleibt.

6 Weitere Widgets 7 So laufen Download


online nachladen und Installation ab
Über die vorinstallierten Sidebar-Gadgets Haben Sie sich für ein Zusatzmodul ent-
hinaus stellt Microsoft im Internet eine Vielzahl zu- schieden, klicken Sie auf „Herunterladen“. Mit ei-
sätzlicher Erweiterungsmodule kostenlos zum Her- ner Warnung informiert Sie Microsoft darüber, dass
unterladen bereit. Sie stammen sowohl von Micro- ein Gadget Programm-
soft als auch Drittentwicklern. Um Module online code enthält und somit
nachzuladen, setzen Sie den Mauszeiger auf die theoretisch einen Schäd-
Sidebar und klicken ganz oben auf das „+“-Icon. ling installieren kann. Es
Ein Klick unten auf den Link „Weitere Minianwen- scheint allerdings unwahr-
dungen online beziehen“ öffnet die Gadget-Gale- scheinlich, dass auf der
rie im Browser. Auf der linken Fensterseite wählen Microsoft-Website ein in-
Sie eine Rubrik aus, dann erscheinen rechts alle fiziertes Gadget länger
derzeit verfügbaren Module. unbemerkt bleibt.
Vorsichtige Anwender beschränken sich auf Mo-
dule, die schon längere Zeit unverändert online
angeboten werden und einen entsprechend hohen
Download-Zähler aufweisen. Bestätigen Sie die
Sicherheitsabfrage mit „OK“. Im nächsten Schritt
wählen Sie „Öffnen“ und bestätigen die folgende
Rückfrage erst mit „Zulassen“ und dann mit „Instal-
lieren“. Einige Sekunden später ist das neue Modul
in der Sidebar eingeklinkt.

XXL-TIPPS 2009 121


OPTIMIEREN Internet E xplorer 8

Tipps & Tools

Tuning für den IE 8


Optisch und funktional lässt sich der Internet Explorer 8 verbessern – die
richtigen Erweiterungen vorausgesetzt. Wir haben die besten Tipps und
Tools für die Nutzung des IE 8 zusammengestellt. Von Peter-Uwe Lechner

Wenn man Nutzer fragt, was ihnen am Mo- on einer zentralen Erweiterungssammlung adap-
zilla-Browser Firefox am besten gefällt, dann tiert und sammelt die Zusatzmodule unter der
ist die Erweiterbarkeit meist ganz vorne dabei. Adresse http://ieaddons.com. Wir haben die Seite
Für die älteren Versionen der Microsoft-Browser unter die Lupe genommen und stellen Ihnen die
gab es zwar auch schon Add-ons, allerdings muss- wirklich sinnvollen Erweiterungen vor. Dazu
ten Nutzer diese mühevoll zusammensuchen. gibt’s noch eine Sammlung nützlicher Tipps für
Microsoft hat die Strategie der Mozilla-Foundati- die optimalen Einstellungen des Browsers.

Auf den IE 8 updaten


1 Manuell einspielen
Um den Internet Explorer unter Windows XP
und Vista zu installieren, rufen Sie im Browser
die Microsoft-Website http://www.microsoft.com/
germany/windows/internet-explorer/default.aspx
auf. Klicken Sie auf den Button „Jetzt herunterla-
den“. Auf der nächsten Seite wählen Sie im ersten
Schritt als Land oder Region „Deutschland –
Deutsch“ aus. Klicken Sie in Schritt 2 auf den Link
für Ihr Betriebssystem und laden Sie die Setup-
Datei auf Festplatte. Starten Sie den Windows Ex-
plorer, und wechseln Sie in den Download-Ordner.
Klicken Sie doppelt auf die Datei IE8-WindowsXP-
x86-DEU.exe (XP) beziehungsweise IE8-Win-
dowsVista-x86-DEU.exe (Vista). Folgen Sie den
Anweisungen, und starten Sie den PC neu.

INTERNET EXPLORER 8 Das sind die neuen Funktionen


Mehr Komfort, mehr Sicherheit, mehr Privatsphäre ver- und Gruppen von Tabs lassen sich wieder zurückholen. Wenn
spricht Microsoft mit dem Internet Explorer (IE), der jetzt Sie eine URL eingeben, macht der Browser Vorschläge zur
in Version 8 vorliegt. Neu ist unter anderem das „In-Private Vervollständigung. Zusätzlich sortiert der IE die Vorschläge
Browsing“, bei dem der Browser während des Surfens keiner- nach ihrer Herkunft (Verlauf, Feeds, Favoriten). Neben den
lei Daten auf dem lokalen PC speichert. Ein verbesserter Anti- Favoriten gibt es jetzt noch eine Favoritenleiste, in die andere
phishing-Filter hindert den Anwender auch daran, Seiten zu Elemente, etwa Dokumente oder RSS-Feeds, aufgenommen
besuchen, die schädlichen Code verbreiten. Überarbeitet wur- werden können. Komfortabel ist auch die Funktion Automatic
de die Tab-Anordnung, die nun durch eine farbliche Kennzeich- Crash Recovery (ACR), die bei einem Browser-Absturz sämt-
nung übersichtlicher wirkt. Versehentlich geschlossene Tabs liche Inhalte und Tabs wiederherstellt.

122 XXL-TIPPS 2009


Internet E xplorer 8 OPTIMIEREN

2 Per Online-Update
IE aktualisieren
Microsoft stellt den Internet Explorer 8 auch
per Windows Update bereit. Anwender, die
derzeit noch den Internet Explorer 6 oder den In-
ternet Explorer 7 unter Windows XP, Vista oder
Windows Server 2003/2008 nutzen, erhalten eine
Benachrichtigung von der automatischen Update-
Funktion, indem auf die Verfügbarkeit des Internet
Explorer 8 hingewiesen wird.
Wie üblich, erhalten nicht alle Anwender gleich-
zeitig den Hinweis, sondern es wird mehrere Wel-
len geben. Zu Beginn werden nur eine vergleichs-
weise geringe Anzahl von Nutzern den Hinweis auf
den Internet Explorer 8 erhalten. Der IE 8 installiert
sich übrigens nicht automatisch über das Win-
dows Update. Sie können also jederzeit entschei-
den, ob Sie die Installation sofort starten oder erst
später ausführen möchten.

Grundeinstellungen anpassen
1 Surfspuren löschen
Beim Surfen speichert der Internet Explorer
zahlreiche Infos zu den besuchten Websites.
Dazu zählen temporäre Internet-Dateien, Cookies,
der Verlauf der von Ihnen besuchten Websites, in
Adressleisten eingegebene Daten sowie gespei-
cherte Kennwörter. Das Speichern dieser Infos
kann die Geschwindigkeit beim Surfen erhöhen,
lässt jedoch Rückschlüsse auf die Internet-Aktivi-
täten zu. Zum Löschen klicken Sie im Internet Ex-
plorer auf „Extras, Internetoptionen“. Im
folgenden Dialog holen Sie das Regis-
ter Sicherheit nach vorne und klicken
dann auf „Browserverlauf löschen“.
Wählen Sie die einzelnen Kategorien,
die Sie löschen möchten. Aktivieren Sie
das Kontrollkästchen „Bevorzugte
Websitedaten beibehalten“, wenn die
Cookies und Dateien nicht gelöscht
werden sollen, die den Websites in der
Favoritenliste zugeordnet sind. Klicken
Sie auf den Button „Löschen“. Setzen
Sie im Ausgangsdialog ein Häkchen vor
die Option „Browserverlauf beim Been-
den löschen“, um zukünftig alle Infos
automatisch zu entfernen.

XXL-TIPPS 2009 123


OPTIMIEREN Internet E xplorer 8

2 Sicherheitszonen 3 Datenschutz
verwalten gewährleisten
Der Internet Explorer verwendet so genannte Um sich gegen zielgerichtete Werbung, Be-
Zonen, um Websites in gefährliche und we- trugsversuche und den Diebstahl der Identi-
niger gefährliche einzuteilen. Zonen enthalten tät zu schützen, sollten Sie die Datenschutzein-
URLs von Sites und unterliegen Sicherheitsbe- stellungen für den Internet Explorer überprüfen
schränkungen, die getrennt verwaltet werden. Es und anpassen. Über „Extras, Internetoptionen“
gibt vier Zonen mit jeweils eigenen Sicherheits- wechseln Sie auf die Registerkarte „Datenschutz“.
stufen: In der „Internet-Zone“ sind alle Sites ent- Nun können Sie die Standardeinstellungen für
halten, die nicht bereits in einer anderen Zone un- Cookies auswählen, Cookies für bestimmte Web-
tergebracht wurden. Über „Extras, Internetoptionen“ sites blocken oder zulassen.
und einen Klick auf das Register „Sicherheit“ geht‘s Aktivieren Sie die Funktion „Popupblocker ein-
zu den Einstellungen. Dort befin- schalten“, wenn Sie verhindern möchten, dass un-
det sich ein Schieberegler, mit erwünschte Pop-ups beim Surfen eingeblendet
dem sich vier Sicherheitsstufen werden. Klicken Sie auf den Button „Einstellun-
einstellen lassen. Die Voreinstel- gen“, um bestimmte Websites von der Filterung
lungen für die einzelnen Zonen auszuschließen.
stellen einen guten Kompromiss
dar. Wer vorsichtig ist, sollte
Active X in der Internet-Zone auf
jeden Fall ausschalten. Die Schalt-
fläche „Stufe anpassen“ erlaubt es
Ihnen, die Sicherheitseinstellun-
gen einer Zone zu ändern.

4 Einstellungen für das


Tab-Browsing anpassen
Die Registernavigation ist eine Funktion in Internet Ex-
plorer, mit der Sie mehrere Websites in einem einzigen
Browserfenster geöffnet halten können. Sie öffnen die
Webseiten auf neuen Registerkarten und schalten zwischen ih-
nen hin und her, indem Sie auf die anzuzeigenden Registerkar-
ten klicken. Im Register „Allgemein“ der Internet-Optionen finden
Sie die Einstellungen für die Registerkarten und können die
Funktion auch komplett abschalten.

124 XXL-TIPPS 2009


Internet E xplorer 8 OPTIMIEREN

HOTKEYS für den Internet Explorer


Tastenkürzel Funktion
<F4> in die Adresszeile springen
<F5> Seite aktualisieren
<F11> Vollbild
<Alt> Menüleiste temporär
einblenden
<Alt>-<links> vorherige Seite
<Alt>-<M> Homepage aufrufen
<Alt>-<rechts> nächste Seite
<Alt>-<Return> eingegebene URL in neuer
Registerkarte/Tab öffnen
<Esc> Ladevorgang der aktuellen
Seite abbrechen
<Strg>-<+>
<Strg>-<->
Web-Seite vergrößern
Web-Seite verkleinern
5 Erweiterte
<Strg>-<D> aktuelle Seite zu Favoriten Einstellungen festlegen
hinzufügen
<Strg>-<E> in die Suchleiste springen Die Registerkarte „Erweitert“ enthält Ein-
<Strg>-<F> aktuelle Seite durchsuchen stellungen für verschiedene IE-Optionen, die
<Strg>-<H> Verlauf aufrufen nach Kategorie angeordnet sind. Die meisten
<Strg>-<I> Favoriten aufrufen dieser Einstellungen können Sie auch anderswo in
<Strg>-<J> RSS-Feeds aufrufen Internet Explorer ändern, aber es kann hilfreich
<Strg>-<N> neues Fenster öffnen sein, sie von dieser zentralen Stelle aus zu bearbei-
<Strg>-<P> drucken ten. Wenn neben einer Einstellung ein Sternchen
<Strg>-<Q> Miniaturansichten aller (*) steht, müssen Sie den Internet Explorer schlie-
Registerkarten/Tabs ßen und neu starten, bevor die jeweiligen Ände-
<Strg>-<T> neue Registerkarte/ rungen in Kraft treten. Scrollen Sie in dem Fenster
Tab öffnen nach unten, um zu der gewünschten Einstellung zu
<Strg>-<Tab> zwischen Registerkarten/ gelangen. Sie können hier etwa Sicherheits- und
Tabs wechseln Multimediafunktionen schnell ein- und ausschalten
<Strg>-<W> aktuelle Registerkarte/ oder das Verhalten des Internet Explorers beim
Tab schließen Surfen anpassen. Ein Klick auf „Zurücksetzen“
macht alle Änderungen unwirksam.

SUCHDIENSTE Tuning für die Suchleiste


Der Internet Explorer besitzt in der rechten oberen Ecke nicht ohne Weiteres in das IE-Suchfeld einbinden. Andernfalls
eine Suchleiste, mit der Sie ohne Umwege eine Anfrage kopieren Sie diese Web-Adresse komplett in die Zwischenab-
bei einem oder mehreren Suchdiensten starten. Über lage und fügen sie in den Generator auf der Suchmaschinen-
den Pfeil rechts neben dem Suchfeld und „Weitere Anbieter Auswahlseite von eben ein.
suchen“ können Sie als Suchdienste etwa Google, Yahoo oder In das zweite Eingabefeld tippen Sie einen Titel für die Su-
Wikipedia auswählen. Auf der Seite haben Sie auch die Mög- che, etwa „Leo.org Übersetzung“. Dann klicken Sie auf „Instal-
lichkeit, für nahezu jede andere Suchmaschine ein Suchleisten- lieren“. Der IE 8 ersetzt „TEST“ durch eine Variable und bindet
Plug-in zu erstellen. Dazu rufen Sie die Seite mit dem ge- nach einer Rückfrage die Suchabfrage ein. Manche Websites,
wünschten Suchformular auf, zum Beispiel den Übersetzungs- darunter auch pcwelt.de, bieten IE-kompatible Such-Plug-ins
dienst Leo unter http://dict.leo.org. Geben Sie als Suchbegriff an. Dies erkennen Sie daran, dass sich der Pfeil neben dem
„TEST“ in Großbuchstaben ein, und starten Sie die Abfrage. Suchfeld hellorange verfärbt. Wenn Sie darauf klicken, werden
Daraufhin erscheint die Ergebnisseite, und entsprechend ver- zu den bereits eingerichteten Suchdiensten die Suchabfragen
ändert sich der Inhalt der Adressleiste. Darin müsste an der aufgerufenen Web-Seite eingeblendet – kenntlich gemacht
irgendeiner Stelle auch der Suchbegriff „TEST“ als Parameter durch einen Stern. Über den Eintrag „Suchanbieter hinzufügen“
auftauchen. Tut er das nicht, lässt sich die gewünschte Suche übernehmen Sie diese dauerhaft in das Suchfeld.

XXL-TIPPS 2009 125


OPTIMIEREN Internet E xplorer 8

Add-ons nachrüsten
1 Allzweckerweiterung
IE 7 Pro nutzen
Das kostenlose Add-on IE 7 Pro (auf C DVD) weise ein gerader Strich von rechts nach links der
fügt dem Internet Explorer 7 und 8 viele neue Befehl für „Eine Seite zurück“. Mausgesten sind
Funktionen hinzu. Zum Beispiel erweitert das vor allem dann praktisch, wenn Sie eine Standard-
Tool die Tab-Funktion massiv. So werden neue maus ohne zusätzliche Steuertasten besitzen.
Tabs nun etwa automatisch geöffnet, wenn Sie ei- Zur weiteren Ausstattung gehören ein Werbe-
ne neue URL öffnen oder Begriffe in die Suchmas- und Flash-Blocker, ein Netzbeschleuniger sowie
ke eingeben. Daneben bringt IE 7 Pro auch die eine Screenshot-Funktion, die den aktuellen Tab im
praktische Unterstützung für Mausgesten mit. In BMP-, GIF-, TIFF-, oder PNG-Format speichert.
der Standardeinstellung halten Sie dazu die rechte Außerdem lassen sich mit IE 7 Pro versehentlich
Maustaste gedrückt und bewegen die Maus über geschlossene Tabs wieder retten und Kürzel für oft
das Fenster. Die jeweilige Geste wird dann als ro- genutzte Web-Seiten anlegen.
ter Strich angezeigt. Mit den Gesten lässt
sich der Internet Explorer über die Maus
nahezu komplett steuern. So ist beispiels-

2 Schnellsuche installieren
Für den Internet Explorer lässt sich eines der prak-
tischsten Firefox-Merkmale nachrüsten – die
Schnellsuche: Der Browser findet auf der aktuellen Seite
Begriffe, sobald der Benutzer diese eintippt. Im Internet Ex-
plorer ist die Textsuche nur auf herkömmliche Weise inte-
griert, doch das ändert sich mit der Erweiterung Find as you type (auf C DVD und unter
http://www.ookii.org). Das Tool klinkt sich als zusätzliche Toolbar in den IE mit ein. Sobald
Sie den Hotkey <Strg>-<F> drücken, springt der Cursor in das Suchfeld, mit dem sich
das aktuelle Web-Dokument dann bequem durchsuchen lässt. Derzeit ist die Version 1.3
aktuell, die neben einigen Fehlerkorrekturen auch Neuerungen bietet. So markiert das Tool
nun etwa den Text im Suchfeld automatisch, wenn Sie <Strg>-<F> betätigen. Mit der
<Return>-Taste können Sie anschließend von einem Suchbegriff zum nächsten springen.
Der Hotkey lässt sich übrigens beliebig ändern, außerdem wird die Suche wie bei Firefox
auf Wunsch auch aktiv, sobald Sie die ersten Buchstaben auf der Tastatur eingeben.

126 XXL-TIPPS 2009


Internet E xplorer 8 OPTIMIEREN

3 Ausfüllhilfe für Web-


Formulare verwenden
Das für die private Nutzung kostenlose Pro- („SafeNotizen“), eine Lesezeichenverwaltung, die
gramm Roboform füllt Formulare auf Web- Verschlüsselung Ihrer Benutzerdaten mittels DES-
Seiten automatisch aus. Dazu können Sie nach Algorithmus sowie die Möglichkeit eines Listen-
der Installation eine Vielzahl persönlicher Daten ausdrucks der Benutzerdaten und Passwörter.
eingeben, die das Programm später
für Sie übermitteln soll. Die Band-
breite reicht von Adresse und Tele-
fonnummer über Ausweis- und
Kreditkartendaten bis hin zu Log-in-
Angaben für anmeldepflichtige Sites.
Wenn Ihnen nach der Installation des
Tools ein Formular im Web präsen-
tiert wird, trägt das Programm auto-
matisch per Mausklick die ihm be-
kannten Daten ein. Roboform (auf
C DVD und unter www.roboform.
com) erkennt anhand von Schlüssel-
wörtern, welcher Eintrag in welches
Feld gehört. Praktische Zusatzfunkti-
onen der Software sind die verschlüs-
selte Speicherung von Kommentaren

4 Blog-Beiträge mit beliebigen


Editoren schreiben
Wer selbst aktiv bloggt oder etwa regelmäßig Beiträge
auf Wiki-Seiten schreibt, für den bieten die auf der jeweiligen
Website angebotenen Online-Editoren meist zu wenig Komfort.
Oft fehlen einfache Hilfen wie eine Rechtschreibprüfung. Mit der
Gratis-Erweiterung Area Editor (www.tucows.com) können
Sie diese Schwachstelle geschickt umgehen und einen lokal
installierten Editor verwenden. Nach der Installation klinkt sich
die Software in das IE-Kontextmenü ein. Ein Rechtsklick in eine
Eingabemaske zeigt dann die neue Option „Edit with Editor“.
Klicken Sie darauf – und Area Editor startet beispielsweise
Notepad. Dort geben Sie anschließend ganz normal den Text
ein, speichern ihn und beenden das Tool. Dann übernimmt Area
Editor sämtliche Eingaben in das ursprüngliche Textfeld.

XXL-TIPPS 2009 127


OPTIMIEREN Internet E xplorer 8

5 Wichtige Infos archivieren


Im Internet sind Informationen kurzlebig. Interessante Web-Seiten,
die heute noch online waren, sind morgen häufig schon wieder verschwun-
den beziehungsweise nur noch schwer aufzufinden – oder ihre Inhalte haben
sich geändert. Wer Seiten dauerhaft archivieren möchte, kann auf einen ent-
sprechenden Helfer für den Internet Explorer zurückgreifen. Die im Browser von
Haus aus integrierten Funktionen zum Speichern von Web-Inhalten auf lokalen
Laufwerken eignen sich indes nicht zur strukturierten Informationsablage.
Wer sich aus Web-Inhalten ein Archiv anlegen
will, kann dies mit dem Tool Web-Recherche (auf
C DVD und unter www.macropool.com, Vollversion
ab 20 Euro) bequem erledigen. Web-Recherche in-
tegriert sich als Symbolleiste in den IE und unter-
stützt Anwender beim Sammeln von Informationen
im Web. Für Firefox gibt es ein Gratis-Plug-in, das
aber die IE-Fassung von Web-Recherche voraus-
setzt. Über die Symbolleiste lassen sich die ange-
zeigte Web-Seite, einzelne Elemente daraus oder
eine komplette Website speichern. Archiviert wer-
den auch Bilder, Bildausschnitte, verlinkte Medien-
dateien, Frames, markierte Textabschnitte oder die
Link-Adresse.

6 Anmeldedaten
verschlüsseln lassen
Keyscrambler ist ein kompaktes Tool, das
automatisch Tastatureingaben auf der Kernel-
Ebene des Betriebssystems verschlüsselt. Vorteil:
Mitlauschende Programme wie Spyware zeichnen
bei Eingaben von Kennwörtern lediglich eine sinn-
lose Kombination aus Buchstaben und Zahlen auf.
Der Hersteller QFX Software (www.qfxsoftware.
com) bietet zwei verschiedene Versionen des Tools
an. Die kostenlose Personal Version verschlüsselt
alle Eingaben innerhalb der Brow-
ser Firefox und Internet Explorer, die
einen Benutzernamen und ein
Kennwort erfordern. Zahlenkolon-
nen wie Konto- oder Kreditkar-
tennummern werden allerdings
nicht erfasst, das ist der 25 Dollar
teuren Pro-Variante vorbehalten.
Keyscrambler Personal eignet sich
damit vor allem für den Schutz von
Mailkonten oder Log-in-Daten, die
auf alphanumerische Kombinati-
onen setzen, etwa Ebay-Konten.
Kleines Manko: Keyscrambler bleibt
ständig im Hintergrund geladen.

128 XXL-TIPPS 2009


Internet E xplorer 8 OPTIMIEREN

7 SVG-Unterstützung
installieren
Im Internet Explorer 7 und 8 ignoriert Micro-
soft die Web-Spezifikation „Skalierbare Vek-
torgrafiken (SVG)“. Mit diesem Standard lassen
sich zweidimensionale Vektorabbildungen mittels
der plattformunabhängigen Sprache XML beschrei-
ben. Neben normalen Bildern sind auch bewegte
Animationen möglich. Ein Beispiel für SVG ist die
Tetris-Variante unter www.croczilla.com/svg/
samples/svgtetris/svgtetris.svg. Die fehlende Unter-
stützung für SVG beseitigt der kostenlose SVG
Viewer von Adobe (www.adobe.de). Sobald die

8 Eigene Web-Seite mit rund 2,3 MB große Erweiterung installiert ist, stellen
SVG-Dateien für den IE kein Hindernis mehr dar.
WAT überprüfen
Die Web Accessibility Toolbar (WAT) ist vor
allem für Website-Ersteller und -Tester ge-
dacht. Mit den Optionen der Toolbar können Sie
die Struktur, die Komponenten und weitere Details
der aktiven Seite genau unter die Lupe nehmen.
Wie jede Toolbar klinkt sich auch Web Accessibi-
lity (www.wat-c.org/tools/index.html) direkt in den
IE ein. Über die verschiedenen Schaltflächen ha-
ben Sie Zugriff auf die einzelnen Optionen wie die
Anzeige der verwendeten Javascript-Aufrufe sowie
auf eine Reihe weiterer Funktionen, die andere
Web-Seiten zur Verfügung stellen, darunter auch
die HTML-Validation. Website-Designer erhalten
mit der Toolbar ein nützliches Werkzeug, um ihre
Seiten zu prüfen und um andere alltägliche Arbei-
ten durchzuführen. Die kostenlose Erweiterung
arbeitet mit allen Versionen des IE zusammen, be-
nötigt aber eine aktivierte Java-Umgebung.

BROWSER-AUFSATZ Internet Explorer im neuen Gewand


Maxthon ist ein komfortabler Ersatz und Aufsatz für dene Designs, Pop-up-Blocker, Werbeblocker und Feedreader.
den Internet-Explorer und bietet Komfortfunktionen, Sie können zwischen der Rendering-Engine Gecko oder Tri-
die das Surfen angenehm ma- dent umschalten, die Google-Tool-
chen. Der schlanke Browser bar verwenden oder mit wenigen
(www.maxthon.com) setzt auf Klicks Verläufe, Cookies und tem-
den Internet-Explorer auf und porären Internet-Dateien löschen,
bringt alle gängigen Funktionen um somit Ihre Privatsphäre besser
wie Tabbed-Browsing mit. Zusätz- zu schützen. Maxthon kann auf
lich bietet Maxthon einen Pop-up- Wunsch bei jedem Start des
Stopper und eine Bremse für Browsers eine Gruppenauswahl
Flash-Animationen. Mit Kürzeln sowie alle geöffneten Registerkar-
können Sie häufig besuchte Sei- ten wiederherstellen, welche beim
ten schnell aufrufen. Der Browser vorherigen Programmende von
unterstützt Mausgesten, verschie- Maxthon geöffnet waren.

XXL-TIPPS 2009 129


OPTIMIEREN PDF-Funk tionen nachrüsten

PDFs erstellen und bearbeiten

PDF für alles


Für optisch perfekte Dokumente ist PDF das Standardformat. Wir zeigen,
wie Sie ohne teure Software Ihre Dokumente im PDF-Format speichern,
betrachten, durchsuchen und bearbeiten. Von Ramon Schwenk

PDFs ansehen
1 PDFs perfekt anzeigen 2 PDFs schnell anzeigen
Das am meisten verbreitete Programm für Trotz seiner Vormachtstellung unter den PDF-
das Betrachten von PDF-Dateien ist Adobes Viewern hat Adobes Reader Konkurrenz. Zum
Reader. In der aktuellen Viewer-Version 9 wurden Beispiel vom Foxit Reader (auf C DVD und unter
die Bedienerführung aufgefrischt und neue Werk- www.foxitsoftware.com). Ein kompakter, aber vor
zeuge hinzugefügt. Aufwendig gestaltete Doku- allem flinker Viewer, der es in der Praxis durchaus
mentseiten lassen sich schneller durchblättern und mit dem Reader von Adobe aufnehmen kann. Wer
zoomen. Dateianlagen, Kommentare und Markie- die Freeware ausprobiert, wird schnell Gefallen fin-
rungen kann der Anwender bequem über Buttons den, da das Tool blitzschnell startet. Damit redu-
anzeigen. Ebenso sind die Sicherheitseinstellun- ziert sich die Ladedauer beim Doppelklick auf ein
gen, die Seitenübersicht und die Hilfe-Funktion mit PDF oder einen PDF-Link im Web auf wenige Au-
einem Mausklick erreichbar. Unter „Werkzeuge, genblicke. In Foxit Reader können Sie PDF-Doku-
Auswählen und zoomen“ finden Sie etliche Aus- mente öffnen, vergrößern, drehen und ausdrucken.
wahlwerkzeuge und die Lupe. Digitale Signaturen Natürlich ist auch die übliche Vorwärts-/Rück-
sind jetzt bei PDF-Dateien ebenfalls möglich. wärts-Navigation möglich.
Ein weiteres Gratis-Anzeigeprogramm für PDFs
ist PDF-Xchange Viewer (auf C DVD und unter
www.docu-track.com). Es glänzt vor allem durch
die PDF-Anzeige in Tabs, also Registerkarten. So
behalten Sie bei mehreren gleichzeitig geöffneten
PDF-Dateien leicht den Überblick.

130 XXL-TIPPS 2009


PDF-Funk tionen nachrüsten OPTIMIEREN

3 PDFs unterwegs
betrachten
Möchten Sie sich unterwegs auf die Schnelle
nur PDF-Dokumente ansehen, ist Sumatra
PDF Portable (auf C DVD und unter http://
portableapps.com/apps/office/sumatra_ pdf_
portable) auf einem USB-Stick schnell zur Hand.
Der kleine PDF-Betrachter kann den oft über-
dimensionierten Adobe Reader ersetzen. Sie kön-
nen eine PDF-Datei in unterschiedlichen Ansichten
betrachten und in die Datei hinein- oder aus ihr
herauszoomen. Ebenso bietet das Gratisprogramm
ein Inhaltsverzeichnis und eine Suchfunktion. Na-
türlich können die Dokumente auch direkt aus dem
Programm heraus gedruckt werden.

PDFs erstellen
1 PDF-Konvertierung mit 2 PDF-Dokumente
Office 2007 erstellen
Wer MS Office 2007 nutzt, kann seine Word-, Die Freeware Free PDF XP (auf C DVD und
Excel- oder Powerpoint-Dokumente als PDF unter www.freepdfxp.de) klinkt sich als virtueller
speichern. Dazu muss allerdings zuerst ein Plug-in Drucker in das System ein. Zusätzlich benötigen
heruntergeladen werden, da Microsoft die Funktion Sie von der Programm-Website Ghostscript, das
wohl aus rechtlichen Gründen nicht fest integriert für die eigentliche
hat. Für die Installation des Zusatzmoduls klicken Konvertierung ins
Sie auf den Office-Button oben links und wählen PDF-Format zustän-
„Speichern unter, Add-Ins für andere Dateiformate dig ist. Öffnen Sie nun
suchen“. Folgen Sie den Anweisungen. die Datei, die Sie ger-
Nach dem Setup finden Sie im Menüpunkt ne als PDF haben
„Speichern unter“ die Option „PDF oder XPS“. Kli- möchten, und rufen
cken Sie darauf, und wählen Sie unter „Dateityp“ Sie die Druckfunktion
den Eintrag „PDF“. Unter „Optimieren für“ haben auf. Wählen Sie unter
Sie die Möglichkeit, die Qualität festzulegen. „Drucker“ den Eintrag
„FreePDF XP“ aus.
Nach einem Klick auf „OK“ erscheint das Pro-
grammfenster von Free PDF XP. Unter „PDF-Pro-
fil“ haben Sie jetzt die Wahl zwischen verschie-
denen Einstellungen. Wählen Sie „High Quality“,
wenn das PDF auch in guter Qualität gedruckt
werden soll. Für die Betrachtung am Bildschirm
reicht hingegen das Profil „Medium Quality“.
Im Feld „PDF-Dateiname“ geben Sie den ge-
wünschten Namen für das Dokument ein. Wenn
Sie die Option „PDF öffnen“ aktivieren, wird die
Datei nach dem Erstellen automatisch mit Ihrem
PDF-Programm geöffnet.

XXL-TIPPS 2009 131


OPTIMIEREN PDF-Funk tionen nachrüsten

3 PDFs in Word erzeugen 4 PDF-Formulare ausfüllen


Auch mit dem kostenlosen CIB PDF Brewer Eine Kernfunktion von Adobes Acrobat-Voll-
(auf C DVD und unter www.cib.de) erzeugen Sie version ist das Ausfüllen digitaler Formulare. Die-
PDF-Dateien. Das Programm steht Ihnen in Win- se ersetzen immer öfter herkömmliche Papierfor-
dows-Programmen als virtueller Drucker zur Verfü- mulare. Eine abgespeckte Formularfunktion bietet
gung, sodass Sie die PDF-Dateien mit einigen der PDF Action Reader Free (www.pdfaction.
Mausklicks erstellen können. com/pdfactionreader.html). Die Freeware kann
In Word, Excel und Powerpoint wird bei der In- beliebige PDF-Dateien öffnen und darin eingebet-
stallation auf Wunsch ein Menüeintrag eingefügt, tete Formularfelder anzeigen. Der Anwender kann
über den Sie die PDF-Ausgabefunktion direkt per nun die gewünschten Informationen eingeben und
Mausklick starten. Mit der Funktion „ePDF“ in sich von Feld zu Feld durchhangeln. Sind alle Da-
Word ab der Version 2000 erstellen Sie PDF-Da- ten eingetippt, können Sie das fertige Formular
teien, die sich auch in Word bearbeiten lassen, so- ausdrucken oder mitsamt den eingegebenen Inhal-
dass Sie nur noch eine Dateiversion benötigen. ten speichern. Das PDF-Formular lässt sich dann
beispielsweise per Mail versenden, sodass es der
Empfänger ausdrucken kann.

PDFs VORLESEN LASSEN


Eine interessante Funktion des Adobe Readers herunter, und installieren Sie ihn. Machen Sie das Glei-
ist die Sprachausgabe, die Dokumente vorliest. che mit dem Text-to-Speech-Package unter www.
Dazu klicken Sie auf „Anzeige, Sprachausgabe, microsoft.com/reader/de/downloads/tts.asp .
Sprachausgabe aktivieren“. Jetzt markieren Sie die ge- Nach einem Neustart deaktivieren Sie im Adobe Rea-
wünschte Stelle; alternativ aktivieren Sie unter „Anzei- der unter „Bearbeiten, Grundeinstellungen, Lesen“ die
ge, Sprachausgabe“ den Befehl „Nur diese Seite le- Option „Standardstimme verwenden“. Jetzt finden Sie
sen“ oder „Bis zum unter „Stimme“ die
Ende des Dokuments deutschsprachigen
lesen“. Standardmä- Sprecher „LH Anna“
ßig ist nur die eng- sowie „LH Stefan“.
lische Sprachausga-
be installiert.
Um eine deutsche
Variante zu nutzen,
müssen Sie zwei Pro-
gramme installieren:
Laden Sie den Micro-
soft Rea der von
www.microsoft.de

132 XXL-TIPPS 2009


PDF-Funk tionen nachrüsten OPTIMIEREN

PDFs verändern
1 PDFs online bearbeiten
Auf www.pdfhammer.com können Sie ein PDF-Dokument
hochladen und dort Seiten verschieben, löschen oder mehrere
PDFs zu einem verschmelzen. Die Bedienung ist einfach gestrickt:
Folgen Sie auf der Begrüßungsseite dem Link „Start PDF Ham-
mer“. Rechts oben erscheint ein Dateifenster. Klicken Sie auf die
Schaltfläche „Durchsuchen“, wählen Sie eine PDF-Datei aus, und
starten Sie mit „Upload“ den Transfer zu PDF-Hammer.
Anschließend können Sie weitere Dokumente hochladen oder
die Buttons unterhalb der Vorschau verwenden, um die Seitenrei-
henfolge zu modifizieren (Pfeil-Buttons), Seiten zu entfernen („De-
lete“) oder Angaben wie Titel oder Ersteller zu ändern („Advanced
Settings“). Die fertige PDF-Datei laden Sie mit einem Klick auf
„Export Final PDF“ wieder auf Ihren Rechner.

2 PDFs bearbeiten I 3 PDFs bearbeiten II


Mehr Bearbeitungsfunktionen als PDF-Ham- Umfassende und an eine Layout-Software
mer bietet der Tausendsassa CIB Image (auf angelehnte Bearbeitungsfunktionen für PDF-
C DVD und unter www.cib.de). Die Freeware ge- Dokumente bietet die Vektorgrafik-Software Ink-
währt Ihnen bequeme Möglichkeiten zur Anpas- scape in der aktuellen Version (auf C DVD und
sung von PDF-Dokumenten. Mit wenigen Klicks unter www.inkscape.org).
ändern Sie etwa bei mehrseitigen PDF-Dokumen- Inkscape kann PDF-Da-
ten die Seitenreihenfolge oder einzelne Seiten. teien öffnen, ein Import-
Ferner verfügt das Tool über eine Stempelfunktion, dialog fragt die rele-
mit der Sie Markierungen wie „Eingegangen“, vanten Infos ab. Mit den
„Freigegeben“ oder „Gebucht“ sogar mit aktuellem Zwischenwerkzeugen
Datum auf Ihren PDF-Dokumenten positionieren lassen sich anschließend
können. Weitere Funktionen sind das Hinzufügen die Grafiken bearbeiten.
von Anmerkungen, das Hervorheben beliebiger Auch die im Dokument
Textpassagen ähnlich einem Leuchtstift und die enthaltenen Texte sind
Suche nach Text. Zudem lassen sich PDF-Formu- editierbar. Allerdings
lardaten speichern und zu einem späteren Zeit- müssen Sie zunächst die
punkt bearbeiten. Gruppierung aufheben
(„Objekt, Gruppierung aufheben“) und den Text mit
„Text, Manuelle Unterschneidungen entfernen“ ent-
sperren. Mit der Maus verschieben Sie Grafikele-
mente und Textblöcke, löschen bestimmte Objekte
oder verändern die Seitenanordnung.
Bei komplex gestalteten Seiten funktioniert das
Einlesen von PDF-Dateien allerdings noch nicht
perfekt, ein Nachbearbeiten der PDF-Seiten steht
daher auf dem Programm.

XXL-TIPPS 2009 133


OPTIMIEREN W indows schneller st ar ten und beenden

Sparen Sie täglich wertvolle Sekunden

System schneller starten


Der Systemstart zieht sich hin – und bis der Desktop nutzbar ist, dauert
es eine ganze Weile. Vista bootet sogar langsamer als XP. Doch mit etwas
Tuning gewinnen Sie bei beiden wertvolle Sekunden. Von Ramon Schwenk

Bis das Windows-Logo verschwunden und vorhandenen Netzwerk und möchte auch gleich
das Betriebssystem fertig gestartet und die alle gefundenen Netzlaufwerke und -drucker ver-
nervige Sanduhr verschwunden ist, vergeht in der binden. Und je länger Sie Ihren Rechner nutzen,
Regel viel Zeit. Kein Wunder, schließlich lädt Vis- umso mehr verlängert sich meist die Startzeit.
ta während des Bootens Treiber, Dienste und alle Wir zeigen Ihnen in diesem Workshop eine Viel-
automatisch startenden Applikationen. Zudem zahl von Tricks, mit denen Sie den Startvorgang
sucht das Betriebssystem nach einem eventuell wie auch das Herunterfahren beschleunigen.

1 Startrampen 2 Autoloader-Optionen
entschlacken checken
Die Autostartfunktion von XP und Vista ist Manche Autostarter in XP und Vista verste-
zwar durchaus sinnvoll – beispielsweise lassen cken sich, beispielsweise in der Registry. Um
sich darüber Virenscanner und Desktop-Tools oh- auch ihnen Herr zu werden klicken Sie auf „Start“
ne Benutzereingriff starten. Doch mittlerweile be- (XP: „Start, Ausführen“), tippen unten ins Eingabe-
dienen sich sehr viele Windows-Pro- feld „msconfig“ ein und drücken <Return>. Im
gramme dieser Funktion, ohne dass Sie Fenster „Systemkonfiguration“ bringen Sie die Re-
dies bei der jeweiligen Installation explizit gisterkarte „Systemstart“ nach vorne, um eine Liste
festgelegt haben. Unser Rat: Überprüfen aller für den Autostart registrierten Programme ein-
Sie regelmäßig die automatisch startenden zusehen. Entfernen Sie die Häkchen neben den
Programme, und entfernen Sie alle nicht nicht benötigten Einträgen. Dann verlassen Sie das
benötigten Komponenten. Dialogfenster mit Klicks auf „OK“. Bestätigen Sie
Der offensichtlichste Ballast findet sich im den Boothinweis mit „Neu starten“.
Autostartordner unter „Start, (Alle) Programme, Wer Autostartbefehle deaktiviert hat und sich mit
Autostart“. Überprüfen Sie die Einträge daraufhin, der Registrierdatenbank auskennt, kann die verwa-
ob die entsprechende Anwendung wirklich bei je- isten Befehle mit einem einfachen Registry-Eingriff
dem Windows-Start automatisch mitgeladen wer- entfernen. Dabei sind zwei Schlüssel wichtig:
den muss. Überflüssige Einträge beseitigen Sie „Hkey_Local_Machine\Software\Microsoft\Shared
bei Bedarf per Rechtsklick auf ein Programm mit Tools\MSConfig\startupreg“ ist für alle Programme
dem Befehl „Löschen.“ zuständig, die über einen Registry-Eintrag initiali-
siert werden. In
„Hkey_Local_Machi-
ne\Soft ware\Micro-
soft\Sha red Tools\
MSConfig\ start-
upfolder“ sind hinge-
gen sämtliche Appli-
kationen eingetragen,
die Windows wäh-
rend des Bootens
über den Autostart-
ordner aufruft.

134 XXL-TIPPS 2009


W indows schneller st ar ten und beenden OPTIMIEREN

3 Begrüßungscenter deaktivieren
In Vista öffnet sich das Begrüßungscenter standardmäßig beim
Start des Betriebssystems und bietet Ihnen Zugriff auf zahlreiche Ein-
stellungen und Infos. Doch schon nach kurzer Zeit nervt das Verweis-
fenster. Das Wegklicken können Sie sich sparen, indem
Sie das Fenster deaktivieren. Dazu entfernen Sie im Be-
grüßungscenter das Häkchen vor „Beim Start ausführen“.
Beim nächsten Neustart wird das Begrüßungscenter nicht
mehr angezeigt, Sie können es aber jederzeit über „Start, Systemsteu-
erung, System und Wartung, Begrüßungscenter“ öffnen.

4 Bootmenü abkürzen 5 Boot-Logo abschalten


Wenn Sie XP und Vista parallel oder zusätz- Um weitere Sekunden beschleunigen Sie
lich eine andere Windows-Version installiert den Systemstart in Vista, indem Sie beim Boo-
haben, aber hauptsächlich eines der Systeme ver- ten den Windows-Begrüßungsbildschirm abschal-
wenden, benötigen Sie nicht viel Zeit, um sich für ten. Gehen Sie dazu in das Systemkonfigurations-
eben dieses zu entscheiden. Standardmäßig star- programm – Menü „Start“,
tet der Bootmanager das Betriebssystem jedoch „msconfig“ eingeben und <Re-
erst nach 30 Sekunden. Diese Wartezeit lässt sich turn> drücken –, und holen
mit dem Systemkonfigurationsprogramm verkür- Sie die Registerkarte „Start“ in
zen. Geben Sie im Startmenü unten (XP: „Start, den Vordergrund. Im Bereich
Ausführen“) den Befehl „msconfig“ ein, und klicken „Startoptionen“ setzen Sie ein
Sie auf „OK“. Auf der Registerkarte „Start“ (XP: Häkchen vor „Kein GUI-Start“.
„Systemstart“ und „Allgemein“) ändern Sie das
„Zeitlimit“ von 30 Sekunden auf einen geringeren
Wert, beispielsweise fünf Sekunden.

6 Nachteilige Bios-Einstellungen korrigieren


Auch im Bios können Sie Zeit sparen, wenn Sie ein paar Einstellungen entspre-
chend verändern. Sie kommen ins Bios Ihres PCs, indem Sie beim Rechnerstart
<F1>, <F2> oder <Entf> drücken – die bei Ihnen korrekte Taste wird Ihnen ange-
zeigt. Schalten Sie die Option „Quick Boot“ oder
„Fast Boot“ ein. Sonst prüft das Bios bei jedem
Rechnerstart die angeschlossene Hardware be-
sonders genau, was jedoch in der Regel unnötig
ist. Die Option „Floppy Seek“ zum Check des
Diskettenlaufwerks deaktivieren Sie. Und bei
den Optionen zum Festlegen der Bootreihenfol-
ge bringen Sie die Festplatte („Hard Drive“) ganz
nach oben. Damit startet der PC auch dann verzögerungsfrei von Festplatte, wenn
eine CD/DVD oder Diskette im Laufwerk liegt. Wollen Sie später von einem Wechsel-
medium booten, müssen Sie die Startreihenfolge anpassen.

XXL-TIPPS 2009 135


OPTIMIEREN W indows schneller st ar ten und beenden

7 Zahl der Schriftarten reduzieren


XP und Vista laden alle installierten Schriftarten automatisch beim
Systemstart. Je mehr Fonts Sie eingerichtet haben, desto langsamer geht
daher der Startvorgang vonstatten. Die Lösung: Löschen Sie gnadenlos alle
nicht benötigten Schriftarten: Gehen Sie über „Start“ in die „Systemsteue-
rung“. In XP klicken Sie nun doppelt auf „Schriftarten“. In Vista wechseln Sie
zu „Darstellung und Anpassung“, dann klicken Sie auf „Schriftarten“. In XP
wählen Sie „Ansicht, Details“.
In Vista klicken Sie neben dem „Ansichten“-Button auf den kleinen Pfeil
nach unten und wählen „Details“. Damit blendet Windows mehr Infos ein. Um
Fonts zu löschen, markieren Sie einfach die entsprechenden Einträge und
drücken die <Entf>-Taste. Achtung: Die mit einem roten Icon markierten
Schriftarten – zum Beispiel „MS Serif“ oder „Small Fonts“ – dürfen Sie keines-
falls löschen, da es sich hierbei um Systemschriftarten handelt.

8 Dienste abschalten 9 Freigaben entfernen


Bei Diensten handelt es sich um weitere Entfernen Sie nicht mehr benötigte Netz-
Autostartvarianten. Der Unterschied zum her- werkfreigaben, damit Windows keine Zeit für
kömmlichen Autostart: Bei der Installation von Vis- vergebliche Zugriffsversuche auf nicht mehr gültige
ta werden einige Diensten automatisch aktiviert, Laufwerke vergeudet. Dazu starten Sie den Win-
unabhängig von der dows-Explorer. In Vista müssen Sie nun die <Alt>-
Ausstattung und der Taste drücken, um die Menüleiste einzublenden.
Nutzung des PCs. Das Wählen Sie „Extras, Netzlaufwerk trennen“. Vista
macht den Start lang- blendet eine Übersicht aller derzeit verbundenen
samer. Nicht benötigte Netzwerkfreigaben ein. Markieren Sie den Eintrag,
Dienste sollten Sie da- der getrennt werden soll, dann klicken Sie auf
her in der Systemsteu- „OK“. Wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf für
erung deaktivieren. weitere Freigaben.

WINDOWS ZU BESTIMMTEN ZEITPUNKTEN HERUNTERFAHREN


Um Windows zeitgesteuert herunterzufahren, gibt es ten. Nach Klicks auf „Weiter“ und „Durchsuchen“ wählen Sie
zwei Ansätze: Sie können dazu entweder zu einem Gratis- als Programm die Verknüpfung aus, die Sie in Schritt 12 erstellt
Tool wie Dshutdown greifen (auf C DVD und unter http:// haben. Als Nächstes stellen Sie den Zeitpunkt ein, an dem Sie
dimio.alter vista.org/eng/, deutsche Sprachdatei optional). Windows beenden möchten. Zum Schluss will der Assistent
Dann wählen Sie in einem umfangreichen Menü bequem aus, noch den Benutzernamen und das Kennwort wissen, mit dem
wann Windows beendet werden soll. der Task ausgeführt werden soll.
Oder Sie verwenden die Bordfunktionen des Betriebssys- Wichtig: Für den hier angegebenen Benutzer muss zwingend
tems. Dazu rufen Sie in der Systemsteuerung den Windows- ein Windows-Passwort vergeben sein, sonst wird der Task
Taskplaner über den Punkt „Geplante Tasks“ auf. Per Doppel- nicht aktiviert. In Vista rufen Sie den Taskplaner im Startmenü
klick auf „Geplanten Task hinzufügen“ starten Sie den Assisten- mit dem Befehl „Aufgabenplanung“ auf.

136 XXL-TIPPS 2009


W indows schneller st ar ten und beenden OPTIMIEREN

10 Automatische Anmeldung aktivieren


Wenn Sie das zu Ihrem Benutzerkonto gehörende Kennwort dauerhaft
abschalten und dadurch den Anmeldeprozess automatisieren, sparen Sie bei
jedem Windows-Start einige Sekunden.
Vista: Klicken Sie auf „Start, Systemsteuerung, Benutzerkonten und Jugend-
schutz“ und anschließend auf den Link „Eigenes Windows-Kennwort ändern“.
Im nächsten Fenster gehen Sie auf „Eigenes Kennwort entfernen“. Vista
verlangt zur Sicherheit die Eingabe Ihres bisherigen Passworts. Klicken Sie
dann auf „Kennwort entfernen“. Beim nächsten Neustart überspringt Vista die
Passwortnachfrage.
XP: Klicken Sie auf „Start, Systemsteuerung, Benutzerkonten“. Gehen
Sie zu „Konto ändern“, klicken Sie Ihr Konto an, und wählen Sie „Eige-
nes Kennwort entfernen“. XP verlangt zur Sicherheit die Eingabe Ihres
bisherigen Passworts. Klicken Sie dann auf „Kennwort entfernen“. Beim
nächsten Neustart überspringt Vista die Passwortnachfrage.
Achtung: Richten Sie die Anmeldung ohne Kennwort ausschließlich dann ein,
wenn niemand außer Ihnen Zugang zum Rechner hat. Anderenfalls können
andere Benutzer Ihren Rechner starten und Ihr Konto verwenden.

11 Vista-Netzschalter 12 Herunterfahren per


anpassen Doppelklick
Microsoft hat den Netzschalter („Power“- Mit einer Desktop-Verknüpfung zum Herun-
Button) im Startmenü von Vista standard- terfahren des Betriebssystems sparen Sie am
mäßig mit der Funktion „Ruhezustand“ verknüpft. Ende Ihrer Windows-Sitzung ebenfalls Zeit. Nach
Möchten Sie Ihren PC dagegen lieber vollständig einem Rechtsklick auf den Desktop wählen Sie
herunterfahren, müssen Sie erst auf den Pfeil nach „Neu, Verknüpfung“. Geben Sie „<windir>\sys
rechts klicken und „Herunterfahren“ auswählen. tem32\shutdown.exe -s -f -t 0“ ein. Den Platzhalter
Schneller geht es, wenn Sie die Voreinstellung für <windir> ersetzen Sie durch den Windows-Pfad,
den Netzschalter ändern. normalerweise ist das „c:\windows“.
Gehen Sie dazu in der Systemsteuerung zu
„System und Wartung, Energieoptionen“ und dann
links im Fenster auf den Link „Energiesparmodus
ändern“. Wählen Sie „Erweiterte Energieeinstel-
lungen ändern“. In der Kategorie „Netzschalter und
Laptopdeckel, Netzschalter im Startmenü“ wählen
Sie „Herunterfah-
ren“. Bestätigen
Sie mit „OK“.

XXL-TIPPS 2009 137


ABSICHERN Im Überblick

INHALT Windows absichern


140 | Windows sicher mit Bordmitteln 148 | Viren finden & beseitigen
Angriffsflächen mit Grundfunktionen verringern Wie Sie bei einem Angriff am besten vorgehen
141 | Alle Windows-Updates 152 | Windows sicher in 5 Minuten
Sicherheitslücken automatisch schließen lassen Tipps & Tools für ein bombensicheres System
142 | Schutz mit Antiviren-Tools 158 | Firewall-Tipps
Eine gute Software auswählen und richtig einsetzen Nur eine richtig eingestellte Firewall schützt
144 | Schutzpaket im Eigenbau 166 | USB-Stick als Datensafe
Mit zusätzlichen Tools den PC-Schutz erweitern Packen Sie Ihre Daten verschlüsselt in einen Tresor
146 | Sicher surfen mit Add-ons und Tools 168 | Online-Konto absichern
Den Browser absichern und die Privatsphäre schützen Sicherheitsvorkehrungen beim Online-Banking

138 XXL-TIPPS 2009


Im Überblick ABSICHERN

Windows
abschotten
Kriminelle verbreiten Viren und Trojaner, um die Anwender
abzuzocken. Schützen Sie Ihren PC: Mit unseren Tipps und
Gratis-Tools machen Sie Windows in nur wenigen Schritten
gegen alle Schädlinge immun. Von Arne Arnold und Christian Löbering

Bei einem ungeschützten Windows haben Gezielte Maßnahmen gegen Virenattacken: All
Schädlinge leichtes Spiel. Aktuelle Viren ver- diese Virenangriffe können Sie mit geringem Auf-
schlüsseln Ihre Dateien und geben diese erst wie- wand verhindern – und Ihr Windows wirklich
der frei, wenn Sie Lösegeld bezahlt haben. Troja- sicher machen. Lesen Sie auf den folgenden Sei-
ner kapern Ihren PC und attackieren damit ten, wie Sie Windows XP und Vista abdichten
Firmennetzwerke. Andere Schädlinge stehlen Ihre und Ihr System immer aktuell halten, was sinn-
digitale Identität einschließlich der Kreditkar- volle Virenabwehrprogramme sind und welche
tennummer und der Online-Log-ins. Diese Liste zusätzlichen Utilities Sie zum Abschotten des PCs
an bösartigem Code lässt sich fast beliebig ver- unbedingt benötigen. Außerdem gibt’s Tipps und
längern. Das muss Sie aber nicht kümmern, wenn Tools zum sicheren Surfen. Die Mehrzahl der
Sie Ihr System mit den richtigen Mitteln gegen Programme, die wir einsetzen, ist kostenlos. Die
Viren und Trojaner schützen. meisten finden Sie auch auf C DVD.

QUICK-TIPPS
Schnell-Check bei Virenverdacht Backdoors eine Rolle. Aus aller Welt sammelt der Ameri-
Hilfe aus dem Web Windows unter fremder Kontrolle kaner Joe Wells seit 1993 Berichte über Viren-
Online-Virenscanner testen Ihren Rech- Im Internet sind Hunderte verschiedener befall und stellt sie monatlich in seiner Wild-List
! ner bei Virenverdacht auf Herz und ! Backdoor-Tools im Umlauf. Sie erlauben zusammen, die Sie unter der Adresse www.
Nieren. Zu einer vollwertigen Virenprophylaxe Dritten, fremde PCs fernzusteuern und Daten wildlist.org einsehen können.
reichen die Tools aber nicht aus. heimlich zu übertragen. Damit eine Backdoor
funktioniert, muss auf dem PC des Opfers ein Desktop-Firewalls
Antiviren-Programme Server-Programm – die Backdoor – installiert Unbekannte Eindringlinge entdecken
Das bringt der Quarantänebereich sein. Der Empfänger muss dazu eine mit der Die meisten Desktop-Firewalls arbeiten
Ihre Antiviren-Software meldet Ihnen Backdoor infizierte Datei starten. Dann nistet ! mit einem Anwendungsfilter. Die Fire-
! einen Virus. Nutzen Sie in solchen Fäl- sich die Backdoor in Windows ein und wird bei wall-Software führt dazu eine Liste, in der fest-
len den Quarantänebereich. Dorthin wird der jedem Start des Systems automatisch aktiv. gelegt wird, welche Anwendungen auf das lo-
Schädling beziehungsweise die befallene Da- kale Netz und damit auf das Internet zugreifen
tei zunächst verschoben. Der Virus kann sich Aktuell im Umlauf dürfen. Die Liste entsteht meist durch die An-
nicht weiter ausbreiten und keinen neuen Die häufigsten Schädlinge gaben des Anwenders: Wenn ein Programm
Schaden anrichten – und Sie haben Zeit, sich Über 75.000 Schädlinge sind heute be- eine Verbindung ins Internet aufbauen will, mel-
über ihn zu informieren und die richtige Ent- ! kannt – und es werden täglich mehr. det die Firewall das und fragt nach, welche
scheidung für die Beseitigung zu treffen. Allerdings spielt nur ein Bruchteil davon wirklich Regel für das Programm erstellt werden soll.

XXL-TIPPS 2009 139


ABSICHERN X P & V ist a sicher machen

Windows sicher
mit Bordmitteln
Für den ersten Schritt zum sicheren PC können Sie mit Grundfunktionen
arbeiten, die Ihr System mitbringt. Mit unseren Tipps verringern Sie die
Angriffsflächen des Systems erheblich. Von Arne Arnold und Christian Löbering

TIPP 1 Surfen mit Benutzerrechten


Ihr Browser ist das Einfallstor Num-
mer eins für Viren. Wenn Sie auf Ihrem System als
tor“. Wenn jemand einen solchen PC im abgesi-
cherten Modus startet, kann er sich einfach ohne
Passwort anmelden und hat sogar Admin-Rechte.
Administrator arbeiten, verfügen alle aufgeru- Um dem „Administrator“ ein Kennwort zuzu-
fenen Programme ebenfalls über Admin-Rechte ordnen, öffnen Sie mit Admin-Rechten ein Kom-
– und können somit Einstellungen verändern und mandofenster (cmd) und geben den Befehl ein:
Soft- beziehungsweise Malware installieren. Zu- net user Administrator
mindest den Browser sollten Sie nur mit einge- <neues Kennwort>
schränkten Rechten betreiben.
Dazu legen Sie sich über „Systemsteuerung, Be-
nutzerkonten“ ein neues eingeschränktes Benut-
zerkonto an (Vista: „Standardbenutzer“) und
TIPP 4 Router, DNS & Co. schützen
Wenn Sie über einen DSL-Anschluss
online gehen, so ist der Router die Hardware-
vergeben dafür ein Kennwort. Um Ihren Browser Schnittstelle zwischen Ihrem Rechner (also dem
in der Admin-Umgebung über das eingeschränkte lokalen Netz) und dem Internet. Er bildet somit
Konto aufzurufen, klicken Sie mit der rechten ein Angriffsziel für Malware. In der Regel können
Maustaste auf die entsprechende EXE-Datei Sie jeden Router über eine Web-Oberfläche so
(nicht auf den Link auf dem Desktop oder im konfigurieren, dass er geschützt ist.
Startmenü). Dann wählen Sie „Ausführen als“, Router-Firewall: Sehen Sie nach, ob die Firewall
aktivieren „Folgender Benutzer“ und tragen die auf Ihrem Router aktiv ist – und schalten Sie sie
Log-in-Daten des neuen Kontos ein. gegebenenfalls ein. Eine solche Hardware-Firewall
Bequemer: Mit pcwRunAs 0.3 (auf C DVD schützt Ihr Netz wirksam vor eingehenden Ver-
und unter www.pcwelt-praxis.de/downloads) le- bindungen, die Sie nicht selbst veranlasst haben.
gen Sie einen speziellen Link auf dem Desktop an, Domain Name System: Sie sollten das ab Werk
über den Sie Ihren Browser mit eingeschränkten eingestellte Kennwort des Routers ändern. Damit
Rechten starten können. Eine Anleitung dazu fin- verhindern Sie Eingriffe an den DNS-Einstellun-
den Sie unter www.pcwelt-praxis.de. gen. Wenn Sie eine URL eingeben, dann übersetzt
ein DNS-Server diesen Namen in die Ziel-IP-

TIPP 2 Software sorgfältig wählen


Wenn Sie mit eingeschränkten Rech-
ten surfen, haben Sie das Risiko einer Infektion
Adresse. Ihr Router nutzt dabei die DNS-Server,
die Ihr Provider hinterlegt hat. Ändert etwa eine
Malware die DNS-Konfiguration, könnte es bei-
zwar deutlich reduziert. Allerdings hilft das we- spielsweise passieren, dass Sie beim Surfen unbe-
nig, wenn Sie beliebige Software herunterladen merkt auf Phishing-Seiten umgelenkt werden.
und dann lokal mit Admin-Rechten installieren. UPnP & Ports: Ports sind die Schnittstellen von
Laden Sie Software daher nur aus vertrauenswür- Ihrem System zur Außenwelt. Damit eine Anwen-
diger Quelle herunter, etwa von www.pcwelt.de. dung außerhalb Ihres lokalen Netzes einen Port
auf Ihrem PC nutzen kann, muss sie an Ihrem

TIPP 3 Kennwörter für alle Benutzer


Jegliche Maßnahme, mit der Sie Ihr
Windows im lokalen Netz oder vor direkten Zu-
Router vorbei. Per „Port-Forwarding“ kann der
Router angewiesen werden, Anfragen für Ports
weiterzuleiten. Die UPnP-Funktion (Universal
griffen schützen, steht und fällt mit den Kenn- Plug & Play) im Router kann die Port-Konfigura-
wörtern, die Sie für Ihre Benutzerkonten gewählt tion ungefragt ändern, wenn eine Anwendung es
haben. Unter XP Home etwa fehlt standardmä- verlangt. Schalten Sie UPnP also ab, oder schrän-
ßig das Kennwort des Benutzers „Administra- ken Sie es so ein, dass es nur melden darf.

140 XXL-TIPPS 2009


X P & V ist a sicher machen ABSICHERN

Alle Windows-Updates
Geschlossene Sicherheitslücken sind Grundvoraussetzung dafür, dass Ihr
System nicht von Malware, Viren oder Hackern angegriffen werden kann.
Deshalb: Aktualisieren Sie regelmäßig! Von Arne Arnold und Christian Löbering

TIPP 1 Automatische Updates


Jeden zweiten Dienstag im Monat
stellt Microsoft für alle aktuellen Windows-Versi-
onen und die eigenen Anwendungen neue Up-
dates zur Verfügung. Am wichtigsten für Sie sind Update-Manager:
die Sicherheits-Updates, denn sie schließen Lü- Unser pcw-
cken, die kürzlich entdeckt wurden. PatchLoader legt
Automatische Funktion nutzen: Damit so- ein lokales Archiv
wohl Ihr Windows als auch die installierte Micro- mit allen wichtigen
soft-Software optimal geschützt sind, sollten Sie Windows-Updates
überprüfen, ob die Option „Automatische Up- an, das bei einer
dates“ auf Ihrem System aktiviert und richtig Neu-Installation
konfiguriert ist (unter XP und Vista eigentlich der stets griffbereit ist
Standard). Nur so ist sichergestellt, dass Win-
dows täglich (sofern der Rechner hochgefahren Kit (WAIK) installiert sind (beides auf C DVD).
ist) nach neuen Updates sucht und sie gegebenen- Das WAIK finden Sie auf der C DVD als ISO-Da-
falls auch herunterlädt und installiert. tei mit dem Namen 6001.18000. 080118-1840-
So gehen Sie vor: Öffnen Sie die Systemsteue- kb3aik_de.iso im Archiv pcwVistaPE. Um es zu
rung, und wählen Sie dort das Applet „Automa- installieren, entpacken Sie die ISO-Datei etwa mit
tische Updates“ (Vista: „Windows Updates, Ein- 7-Zip (auf C DVD) und rufen dann die Datei
stellungen ändern“). Im Dialog sollte die Option StartCD.exe auf.
„Automatisch“ aktiv (Vista: „Updates automa- Nun starten Sie den pcwPatchLoader_v2 und
tisch installieren“) und in der Drop-down-Liste klicken auf „Optionen“. Im Konfigurationsdia-
darunter „Täglich“ ausgewählt sein. log wählen Sie über die Schaltfläche „Durchsu-
chen“ ein Zielverzeichnis für die Updates aus und

TIPP 2 Lokales Update-Archiv


Wenn Sie Ihr System nach einem
Crash oder bei neuer Hardware frisch aufsetzen
schließen den Dialog mit „OK“. Dann kopieren
Sie die Setup-Dateien von .NET Framework
(Dotnetfx35.exe) und bei Vista außerdem die
müssen, bleibt Ihnen normalerweise nur folgender ISO-Datei des WAIK in das zuvor gewählte Ziel-
Weg: Sie installieren Windows mit der alten Set- verzeichnis. Falls Sie die entsprechenden Setup-
up-CD/-DVD und gehen dann ohne Schutz ins Dateien nicht zur Hand haben, lädt sie unser Tool
Internet, um sich das aktuelle Service Pack und automatisch herunter.
alle nötigen Updates herunterzuladen. Dieser Update-Archiv anlegen: Klicken Sie auf „Up-
Netzbesuch stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dates suchen“, um eine Liste aller sicherheitsrele-
für Ihr System dar, denn es dauert meist nur we- vanten Updates für Ihr System zu ermitteln, die
nige Minuten, bis sich der erste Virus einnistet. noch nicht im Zielverzeichnis vorliegen. Es spielt
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie die Set- dabei keine Rolle, ob die Patches bereits instal-
up-Dateien zu allen sicherheitsrelevanten Updates liert sind oder nicht. Beim ersten Check lädt der
regelmäßig in einem lokalen Archiv sichern. So PatchLoader einige Hilfs-Tools herunter und in-
können Sie nach einer Neu-Installation darauf stalliert sie, falls nötig. Das erfordert gegebenen-
zugreifen, ohne online gehen zu müssen. falls einen Neustart. Außerdem lädt das Tool
Voraussetzungen schaffen: Mit dem pcw- nach jedem Patch Day die aktuelle Update-Liste
PatchLoader (auf C DVD) legen Sie ein solches von Microsoft. Nachdem das Tool die Überprü-
Update-Archiv ganz einfach an. Voraussetzung fung abgeschlossen hat und die Update-Liste an-
dafür ist, dass das .NET Framework und unter zeigt, klicken Sie auf „Updates laden“, um alles
Vista das Windows Automated Installation herunterzuladen.

XXL-TIPPS 2009 141


ABSICHERN X P & V ist a sicher machen

Schutz mit
Antiviren-Tools
Die größte Bedrohung am PC geht von Viren, Trojanern und anderen
Schädlingen aus. Mit guter Antiviren-Software und den richtigen Tipps
können Sie sich wirksam schützen. Von Arne Arnold und Christian Löbering

TIPP 1 Verbreitungsarten kennen


Die Betrüger verbreiten ihre Schäd-
linge auf drei Arten.
angebliche Rechnungen, Abmahnungen, Ge-
richtsdokumente, polizeiliche Unterlagen im An-
hang – oder auch Pornovideos oder Nacktbilder,
Pure Masse: Die Kriminellen hängen einen die es zum Herunterladen geben soll. Wenn der
Schädling an eine Mail mit mehr oder weniger Text gut gemacht ist und die Masche stimmt,
zweifelhaftem Text und verschicken sie millio- können auch erfahrene Anwender auf den Trick
nenfach. Oder sie platzieren den Virus auf einem hereinfallen und den Anhang oder den Download
Server im Internet und verschicken Mails oder der gefährlichen Datei starten.
Nachrichten per Messenger mit einem Link auf Abwehr: Seien Sie grundsätzlich so misstrauisch
den Schädling. wie nur irgend möglich! Im Zweifelsfall verzich-
Abwehr: Diese Angriffe haben kaum Aussichten ten Sie auf den Klick. Gegen sehr gut gemachte
auf Erfolg, da auch wenig erfahrene Anwender Angriffe mit Social Engineering ist niemand ge-
die Finte bereits erkennen. Auf Anhänge und feit. Zum Glück sind diese noch sehr selten. Hat
Links in merkwürdigen Mails reagieren heute man dann doch einen Virus gestartet, muss das
nur noch absolute PC-Neulinge falsch. Hier muss Antiviren-Tool greifen.
dann die Antiviren-Software helfen.
Übrigens: Gefährlich sind heutzutage grundsätz-
lich fast alle Dateitypen. Selbst über ein PDF-Do-
kument können sich Viren ins System hieven. Technisch raf-
Social Engineering: Diese Methode funktio- finiert: Wer auf
niert im Prinzip wie die erste, nur dass in der Mail den Link klickt,
oder auf einer Website ein wirklich raffinierter bekommt ei-
Text den Empfänger zum Klick auf den Link oder nen Virus per
den Anhang verleiten soll. Beispiele dafür sind Flash-Datei

ACHTUNG, VIRUS! Das müssen Sie bei einem Befall tun


Wenn Ihr Antiviren-Programm einen Schädling meldet, ist es Schädling in Quarantäne befördern
wichtig, wie Sie reagieren. Das Vorgehen hängt davon ab, welches Der Wächter ist permanent aktiv und überwacht alle aktuellen Schreib-
Modul die Meldung ausgibt, wo sich der Virus befindet und um was für vorgänge am PC. Meldet der Virenwächter einen Schädling, versucht
eine Art von Virus es sich handelt. sich dieser wahrscheinlich gerade einzuschleichen. Hier genügt es
meist, ihn vom Antiviren-Tool in Quarantäne nehmen zu lassen.
Virenscanner aktivieren
Stoßen Sie manuell einen Prüflauf mit dem Scanner an, um alle Dateien Virenart prüfen
auf dem PC untersuchen zu lassen. Manche Antiviren-Tools starten ei- Ihr Antiviren-Programm gibt bei einem Virenfund meist Infos zum Schäd-
nen solchen Check auch automatisch – wöchentlich beziehungsweise ling aus und stuft ihn auch seiner Gefährlichkeit nach ein. Meldet das
je nach Einstellung. Meldet das Antiviren-Programm bei dieser Untersu- Tool etwa ein Tracking-Cookie oder einen Scherzvirus, ist die Gefahr
chung einen Schädling, dann befindet sich dieser wahrscheinlich schon gering. Alle anderen Meldungen müssen Sie sehr ernst nehmen.
länger auf dem PC. Sie sollten das System komplett neu installieren.
Ausnahme: Der Schädling steckt in der Maildatenbank als Anhang zu Gegenprobe durchführen
einer Mail, und Sie sind sicher, dass niemand an Ihrem PC diesen An- Antiviren-Tools können sich irren. Checken Sie bei einer Meldung den
hang geöffnet hat. PC zusätzlich mit einem Online-Scanner (etwa www.pcwelt.de/avs).

142 XXL-TIPPS 2009


X P & V ist a sicher machen ABSICHERN

Verhaltensanalyse:
Panda Antivirus
Pro 2009 hat in den
Optionen die neue
Spezialfunktion
ebenfalls inte-
griert. Damit findet
das Antiviren-Tool
auch unbekannte
Schädlinge

Drive-by-Download & Co.: Diese Methode Antiviren-Programme haben deshalb Code-Mus-


schleust Viren ins System, ohne dass der Anwen- ter gespeichert, die wahrscheinlich in allen Vari-
der viel dazutut. Der Besuch einer präparierten anten vorkommen.
Website genügt – und der Schadcode gelangt über + Erkennt auch neue Varianten.
Bugs im Browser auf das System. – Produziert Fehlalarme. Zeigte in Tests Erken-
Abwehr: Gegen solche Angriffe auf Windows nungsraten von lediglich 20 bis 45 Prozent.
helfen nur ein gut geschütztes System und eine Verhaltensanalyse: Dieses Verfahren analysiert
gute Antiviren-Software. die Aktionen jedes unbekannten Programms und
stoppt dieses, wenn ein verdächtiges Verhalten

TIPP 2 So arbeiten die Tools


Wenn alle Vorsicht nichts genützt
hat und ein Virus sich auf den PC schleichen will,
vorliegt.
+ Erkennt auch völlig neue Schädlinge.
– Produziert zahlreiche Fehlalarme. Die Tools
muss die Antiviren-Software das verhindern. Wir sind meist auf die richtige Entscheidung des
erklären, wie die Tools vorgehen, und zeigen die Anwenders angewiesen.
Vor- und Nachteile auf.
Signaturbasiert: Im Antiviren-Programm befin-
det sich eine Datei mit Signaturen. Das sind Fin-
gerabdrücke von Viren, die einen Schädling ein-
TIPP 3 Das beste Antiviren-Tool
Die PC-WELT unterzieht seit Jahren
rund alle 12 Monate die wichtigsten Antiviren-
deutig identifizieren. Die Signaturen holt sich das Programme einem ausführlichen Vergleich. Fin-
Tool per Update von seinem Hersteller. Es ist die den müssen die überprüften Tools dabei ITW-
älteste Methode, Viren zu erkennen. Viren (In the wild = stark verbreitet) sowie
+ Erkennt den Virus zuverlässig. Fehlalarme sind Zoo-Schädlinge (wenig verbreitet).
bei richtigen Einstellungen selten. Eine sehr gute Leistung von Virenscanner und
– Bis die Signatur auf einen PC gelangt, vergeht Wächtermodul ist nur die halbe Miete. Wichtig
einige Zeit. Denn zunächst verbreitet sich der sind auch weitere Aspekte wie die verhaltensba-
Schädling, und erst dann kann der Antiviren- sierte Analyse von Programmcode, eine schnelle
Hersteller ihn entdecken und analysieren. Die- Reaktionszeit auf neue Viren und natürlich eine
ser muss eine Signatur erstellen und sie per einfache Bedienung.
Update bereitstellen. Das kann einige Zeit dau- Erfreulich: Das kostenlose Avira Antivir Perso-
ern: Die Zeitspanne beträgt zwischen einigen nal Free Antivirus (C auf DVD und unter www.
Minuten und Tagen, selten Wochen. Bei mehre- free-av.de) schneidet gut ab und ist empfehlens-
ren hundert neuen Schädlingen pro Tag haben wert. Ein „sehr gut“ bekommen die Tools von
nur noch Antiviren-Labore mit einem hohen Bitdefender, G-Data und Symantec (Norton Anti-
Grad an Automatisierung die Chance, schnell virus 2009 auf C DVD). Diese Programme kom-
zu reagieren. men auch in unserem letzten Test auf Spitzenplät-
Heuristik: Die meisten Schädlinge sind nur Vari- ze. F-Prot (auf C DVD) und Kaspersky schneiden
anten weniger, aber aktuell erfolgreicher Viren. über die Jahre gesehen gut ab.

XXL-TIPPS 2009 143


ABSICHERN X P & V ist a sicher machen

Schutzpaket im Eigenbau
Ein Antiviren-Tool allein ist nur die halbe Miete. Um den Schutz für den
PC zu vervollständigen, stellen wir Ihnen fünf Programme und Funktionen
vor, die Ihr PC immer haben sollte. Von Arne Arnold und Christian Löbering

TIPP 1 Verhaltensbasierte Analyse


Spezial-Tools wie Threat Fire (auf
C DVD) untersuchen das Verhalten eines jeden
Modul ist standardmäßig ausgeschaltet!), Kas-
persky (6. Platz), Panda (7. Platz).

aktiven Programms auf dem PC und blocken es,


wenn sich das Programm verdächtig benimmt.
Wer es braucht: Jeder! Einsteiger greifen aber
TIPP 2 Systemüberwachungs-Tool
Schädlinge versuchen fast immer, sich
in einen Autostart-Schlüssel von Windows einzutra-
besser zu einem Antiviren-Tool mit integrierter gen. Tools, die diese Systembereiche überwachen, in-
Verhaltensanalyse (siehe unten). formieren den Anwender bei einem neuen Eintrag.
Das ist wichtig: Unter den Spezial-Tools emp- Wer es braucht: Jeder, der sich über Änderungen
fehlen wir Threat Fire, da es in unserem Test nur an seinem System informieren will. Er erhält da-
wenige Fehlalarme lieferte. Zudem hilft es bei sei- mit auch einen besseren Virenschutz.
nen Warnmeldungen über einen Farbcode (grau, Das ist wichtig: Empfehlenswert für diese Auf-
gelb, rot), die Bedrohung besser einzuordnen. gabe ist etwa die kostenlose Version von Winpat-
Denn: Das größte Problem der Spezial-Tools liegt rol 2009 (auf C DVD). Das Tool zeigt per Pop-
darin, dass letztlich der Anwender entscheiden up, wenn es einen neuen Autostart-Eintrag gibt.
muss, ob ein Programm ausgeführt wird oder Aber Achtung: Winpatrol prüft die Autostart-
nicht. Auf der sicheren Seite sind Sie als Nutzer, Einträge in einem Intervall von 2 Minuten. Das
wenn Sie im Zweifelsfall das gemeldete Pro- ist gut, da es so kaum PC-Performance abzieht.
gramm blockieren lassen. Andererseits vergeht aber auch Zeit, bis die Mel-
dung erfolgt. So dürfen Sie sich nicht wundern,
wenn Winpatrol erst nach der Installation eines
Programms eine Warnmeldung ausgibt. Auf den
ersten Blick ist sie oft nicht gleich zuzuordnen.
Von Microsoft: Der Das Intervall können Sie über die Registerkarte
Software-Gigant „Startup-Programm“ und den Button „Monitor“
hat zwar keinen zwischen 0 und 30 Minuten einstellen. Eine Über-
guten Ruf in wachung in Echtzeit gibt es nur in der kosten-
puncto Sicherheit, pflichtigen Pro-Version. Diese Einstellung emp-
aber sein Windows fehlen wir aber nicht, da mit Antiviren-Tool,
Defender ist ein Verhaltensanalyse, Firewall und unter Umstän-
sehr gutes Antispy- den auch noch Antispyware-Programm schon
ware-Programm genügend Wächter Ressourcen abziehen.

Für Anwender von Antivir Personal Free: We-


der das kostenlose Antiviren-Tool von Avira noch
die Kaufprogramme dieses Herstellers haben eine
TIPP 3 Antispyware-Tool
Die neue kostenlose Version 9 von
Avira Antivir Personal Free (auf C DVD) findet
Verhaltensanalyse integriert. Threat Fire als Zu- nun auch Ad- und Spyware-Dateien. Für die vor-
satz-Tool ist also sehr empfehlenswert. herigen Versionen ist ein Zusatz-Tool nötig.
Für Einsteiger: Wer sich am PC nicht auskennt Wer es braucht: Wir empfehlen, auf die Version 9
oder sich nicht mit mehreren Sicherheits-Tools von Antivir Personal Free upzudaten. Die Vorver-
herumschlagen will, sollte eine Antiviren-Lösung sionen brauchen als Zusatzschutz gegen Ad- und
oder Sicherheits-Suite mit integrierter Verhaltens- Spyware etwa Microsofts Windows Defender.
analyse wählen. In unserem Test in der PC-WELT Das ist wichtig: Wenn Sie Antivir 9 eingerichtet
1/2009 ab Seite 66 (auch auf C DVD) hatten fol- haben, sollten Sie gegebenenfalls den standard-
gende Tools ein entsprechendes Modul integriert: mäßig aktiven Windows Defender deaktivieren.
Norton (Testsieger), G-Data (2. Platz), F-Secure Sonst stehen sich die beiden Spyware-Wächter
(3. Platz), Bitdefender (4. Platz, Achtung: Das nur gegenseitig im Weg.

144 XXL-TIPPS 2009


X P & V ist a sicher machen ABSICHERN

Übrigens: Im Test hatten wir fünf reine Antispy- Surf-PC befinden sich keine persönlichen Daten.
ware-Tools und zwei klassische Antiviren-Pro- Es ist also nicht so schlimm, wenn man sich dort
gramme. Das verblüffende Ergebnis: Die beiden einen Schädling einfängt. Aber Achtung: Ihre On-
Antiviren-Programme waren deutlich besser als line-Bank etwa dürfen Sie von hier aus nicht auf-
die Spezial-Tools. Der Einsatz von reinen Anti- rufen. Das machen Sie mit dem Arbeits-PC.
spyware-Jägern ist demnach nur für Avira Antivir So richten Sie es ein: Laden Sie Moka Five
Personal Free bis Version 8 nötig. Player herunter, und installieren Sie die Software.
Nach dem ersten Start lädt sich das Tool den vir-

TIPP 4 Desktop-Firewall
Eine Firewall blockiert ankommende
Datenpakete, wenn diese nicht erwünscht sind,
tuellen Standard-PC (Linux XP Desktop) auto-
matisch herunter. Das sind rund 520 MB, also
nichts für Modem-Nutzer. Abbrechen lässt sich
und kontrolliert ausgehende Sendungen. So las- der Vorgang über das Zahnradsymbol rechts un-
sen sich Angriffe von außen abwehren und ten und die Auswahl von „Delete“.
Spione, die eingedrungen sind, entdecken. Über die Funktion „Add a new LivePC“ gelan-
Wer es braucht: Jeder Anwender ohne DSL- gen Sie auf die Website des Herstellers in die Live-
Router. Und selbst für Nutzer, die einen DSL- PC-Bibliothek, wo Sie einen anderen virtuellen
Router einsetzen, empfiehlt sich eine Desktop- Rechner auswählen können. Es gibt kleinere, aber
Firewall. Der Grund: DSL-Router kontrollieren nicht schlechtere Varianten.
den ausgehenden Datenverkehr oft nicht oder Beliebt ist zum Beispiel der „Fearless Browser
nur mit großem Konfigurationsaufwand. Deutsch“ genannte virtuelle PC von Moka Five
Das ist wichtig: Desktop-Firewalls haben viele (circa 170 MB). Er hat den Vorteil, dass das Be-
Vor-, aber auch Nachteile. Die größte Schwäche: triebssystem (Linux) und der Browser (Firefox)
Die meisten kostenlosen Firewalls konfigurieren deutschsprachig sind. Allerdings ist dieses Paket
den Zugang für Anwendungen nicht selbst, son- nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand. Den-
dern fragen den Anwender, ob ein Tool online noch eignet es sich gut zum sicheren Surfen.
gehen darf oder nicht. Einsteiger sind hierbei Achtung: Beim Start von Fearless Browser
schnell überfordert. Trotzdem: Auf eine Desktop- Deutsch bringt Moka Five Player die Aufforde-
Firewall sollten Sie nicht verzichten. Empfehlens- rung, man solle die Dateifreigabe konfigurieren.
wert ist Zone Alarm Free (auf C DVD). Das können Sie getrost ignorieren und stattdes-
Fortgeschrittene Nutzer sollten sich Comodo sen auf „Yes“ fürs Starten der virtuellen Maschi-
Firewall ansehen. Seit Ende 2008 gibt es das Tool ne klicken.
nicht mehr einzeln, sondern nur mehr als Teil der
Comodo Internet Security. Sie finden das kos-
tenlose, englischsprachige Paket auf C DVD.

TIPP 5 Virtuelle Maschine


Ihr System können Sie effektiv vor
Viren schützen, wenn Sie fürs Surfen eine virtu-
Kostenloser Zweit-
PC: Mit Moka Five
Player installieren Sie
elle Maschine einsetzen – quasi einen kostenlosen sich gratis einen virtu-
Zweit-PC. Einfach geht das mit dem Gratis-Pro- ellen PC, mit dem Sie
gramm Moka Five Player. Ihr System beim Sur-
Wer es braucht: Jeder, der beim Surfen den fen schützen. Rechts
größtmöglichen Schutz haben will. sehen Sie den
Das ist wichtig: Der Schutz entsteht durch die deutschsprachigen
Trennung von Surf- und Arbeits-PC. Auf dem Fearless Browser

VIRENSCHUTZ Gratis-Tools im Überblick


Produkt Beschreibung Windows Internet
C Comodo Internet Security 3.8 1) Sicherheitspaket XP, Vista www.comodo.com
Moka Five Player 1.6.2 Virtueller PC XP, Vista www.mokafive.de
C Threat Fire 4.1 Verhaltensbasiertes Analyse-Tool 2000, XP, Vista www.threatfire.com
Windows Defender 1.1 Antisypware-Tool XP www.pcwelt.de/3d8
C Winpatrol 2009 16.0 Systemüberwachung 98/ME, 2000, XP Vista www.winpatrol.com
C Zone Alarm 7.0/7.1 Desktop-Firewall 2000, XP, Vista www.zonealarm.com
C auf DVD 1) englischsprachig

XXL-TIPPS 2009 145


ABSICHERN X P & V ist a sicher machen

Sicher surfen mit


Add-ons und Tools
Die meisten Schädlinge fangen Sie sich beim Surfen im Netz ein. Mit
unseren Tipps und den Gratis-Tools sichern Sie Ihren Browser ab und
schützen zusätzlich Ihre Privatsphäre. Von Arne Arnold und Christian Löbering

TIPP 1 Sicher surfen mit Plug-ins


Gefährliche Websites sind meistens
kaum von harmlosen zu unterscheiden. Selbst er-
die oft im Internet angeboten werden. Es sucht
etwa in Musikdateien für den Real Player.
Schutz bei neuen Sicherheitslücken: Vom
fahrene Anwender können oft nicht erkennen, ob Antiviren-Hersteller F-Secure gibt es das Tool
Sites schädlichen Code enthalten. Plug-ins für Exploit Shield. Es schützt den Browser und
den Browser warnen Sie davor, wenn Sie auf eine Windows vor Angriffen auf neu entdeckte Sicher-
bösartige Website geraten sind. Zu diesem Zweck heitslücken, für die es typischerweise noch keine
analysieren sie beim Aufruf einer URL den Code Patches gibt. Das Tool ist momentan noch in der
der Website und prüfen zudem, ob die Site bereits Betaphase und kostenlos verfügbar.
in ihrer Datenbank als gefährlich hinterlegt ist. Übrigens: Sehr zuverlässig schützen Sie Ihr Sys-
Diese Datenbank wird von Experten des Plug-in- tem vor Internet-Gefahren, wenn Sie mit einem
Herstellers und auch von engagierten Anwendern virtuellen PC surfen (siehe vorherige Seite).
des Tools gepflegt.
Website-Einstufung: Ein überaus empfehlens-
wertes Plug-in ist McAfee Site Advisor (auf
C DVD). Ein Balken gibt über den Farbcode grün
TIPP 2 Surfen ohne Spuren
Beim Surfen will man in der Regel
anonym bleiben – sowohl für den Anbieter der
(harmlos), rot (gefährlich) und grau (unbekannt) besuchten Website als auch für weitere Benutzer
Auskunft zur aktuellen Website. desselben PCs. Damit nicht jeder nachvollziehen
Website-Bewertung nach Kategorien: Eben- kann, welche Sites Sie aufrufen, benötigen Sie
falls gut ist WOT (Web of Trust, auf C DVD). einen privaten Modus. Er verhindert das Ausspio-
Das Plug-in für den Browser unterscheidet bei nieren Ihrer Surfausflüge.
Websites nicht nur nach gut und böse, sondern Via Google Chrome ins Netz: Mit dem Brow-
bewertet sie detailliert nach „Vertrauenswürdig- ser besuchen Sie beliebige Web-Seiten, ohne dass
keit“, „Händlerzuverlässigkeit“, „Datenschutz“ diese Spuren im Browser hinterlassen können. Zu
und „Jugendschutz“. diesem Zweck starten Sie in Google Chrome mit
Inklusive Dateiformat-Check: Spezieller arbei- der Tastenkombination <Strg>-<Shift>-<N> ein
tet Firekeeper, ein Plug-in für Firefox. Zwar neues „Inkognito-Fenster“. Sie erkennen es dar-
greift es auch auf eine Datenbank zu, in der Sites an, dass oben links ein Schlapphut zu sehen ist,
mit bösartigem Code verzeichnet sind. Doch es wie er in Comics vorzugsweise von Detektiven
analysiert auch Schwachstellen in Dateiformaten, getragen wird.

UPDATES Gratis-Tools für ein aktualisiertes System


Produkt Beschreibung Windows Internet
C Ccleaner 2.19 1) Spurenbeseitiger 98/ME, 2000, XP, Vista www.ccleaner.com
Firekeeper 0.3.1 1) Firefox-Sicherheits-Plug-in Firefox http://firekeeper.mozdev.org
F-Secure Exploit Shield 0.5 1) Browser- und Systemsschutz XP www.pcwelt.de/2d6
Google Chrome 1.0.154 Browser XP, Vista www.google.com/chrome
C McAfee Site Advisor 2.9 Sicherheits-Plug-in Firefox, IE www.siteadvisor.de
Privacy Dongle (Torpark 2.4.1) 2 1) Anonymisierer 2000, XP, Vista www.pcwelt.de/a67
Stealther 1.0.6 1) Firefox-Plug-in Firefox www.pcwelt.de/1a8
C WOT (Web of Trust) Browser-Plug-in Firefox, IE www.updatestar.com/de
C auf DVD 1) englischsprachig

146 XXL-TIPPS 2009


X P & V ist a sicher machen ABSICHERN

Ratgeber-Plug-in
WOT: Die Erweite-
rung für Firefox und
Internet Explorer
warnt Sie vor ge-
fährlichen Websites
sehr deutlich. Bei
geringerer Gefahr
informiert ein Icon
über mögliche
Bedrohungen

Firefox erweitern: Die Inkognito-Funktion von Die Anonymisier-Software kommt mit Firefox
Google Chrome – auch privater Modus genannt Portable und muss entsprechend nicht installiert
– wird es für Firefox erst in der Version 3.1 ge- werden. Nach dem Entpacken und Starten von
ben. Diese erscheint vermutlich im Mai/Juni Torpark.exe surfen Sie anonym. Allerdings ist die
2009. Bis die Funktion verfügbar ist, können Sie Verbindung meist recht lahm oder kommt gar
sich mit dem englischsprachigen Plug-in nicht zustande.
Stealther behelfen. Mit der neuen Tastenkombi-
nation <Strg>-<Shift>-<S> wechseln Sie in den
privaten Modus und wieder zurück.
Spuren komplett löschen: Wollen Sie alle Spu-
TIPP 3 Schnell mal anonym surfen
Sie surfen an einem fremden PC und
möchten online weder gezählt noch erkannt wer-
ren im Browser beseitigen, hilft das englischspra- den. Extra eine Anonymisierungs-Software zu
chige Tool Ccleaner (auf C DVD) weiter. Nach- installieren ist zu umständlich und kostet zu viel
teil: Es verschwinden auch Cookies zu Seiten, die Zeit. Es gibt einfachere Lösungen, wenn Sie nur
Sie vielleicht nützlich finden. So klappt nach einer ab und zu eine Tarnkappe aufsetzen wollen. Ru-
Komplettsäuberung etwa die automatische Be- fen Sie im Browser die Site Anonymouse.org auf,
nutzererkennung bei Shopping-Sites wie Amazon und klicken Sie auf die deutsche Flagge, um die
nicht mehr. Site deutschsprachig zu verwenden. Geben Sie
Anonym surfen: Wer sein Surfverhalten nicht anschließend die URL, die Sie anonym besuchen
nur vor den Augen von PC-Mitbenutzern verber- wollen, in das Formularfeld ein, klicken Sie auf
gen möchte, sondern auch vor denen der Website- „Anonym surfen“ – und fertig. Während Sie über
Betreiber, surft anonym mit Privacy Dongle Anonymouse.org surfen, blendet sich ab und zu
(vormals bekannt unter dem Namen Torpark). ein Extra-Werbebanner ein.

Schutzschild für Ihren


PC: Das Tool Exploit
Shield von F-Secure
soll Schadcode stop-
pen, der Lücken in
Internet Explorer und
Windows ausnutzen
will, für die es noch
keine Updates gibt

XXL-TIPPS 2009 147


ABSICHERN S ystem von Malware befreien

Schädlinge entfernen

Viren finden & beseitigen


Wenn Sie vermuten, dass Ihr PC von einem Schädling attackiert wurde, ist
jeder Ihrer Handgriffe von großer Bedeutung für Ihre Daten. Wir zeigen
Ihnen Schritt für Schritt, was zu tun ist. Von Armin Stabit

Viren entfernen
1 Scannen vom
Boot-Medium
Reinigen Sie den Computer zunächst mit
dem Open-Source-Live-System Insert 1.39b
(Download unter www.inside-security.de). Das ist
ein Linux-System mit dem Virenscanner F-Prot und
anderen Sicherheits-Tools. Brennen Sie das ISO-
2 Scan vorbereiten
Image „INSERT-1.3.9b_de.iso“ mit einem Tool wie
Imgburn (Download unter www.imgburn.com) als Nach dem Booten in den Linux-Desktop bin-
bootfähige Insert-CD. Der von der Insert-Live-CD den Sie die Windows-Partitionen ein. Klicken
gestartete Virenscanner be- Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop,
sitzt einen großen Vorteil: Er und führen Sie dann den Befehl „Terminal Session,
sieht alle Dateien, auch Root- Aterm – Superuser“ aus. Geben Sie nun in die
kits, die sich unter Windows Shell das Kommando „nttfs-3g<partition>
vor Virenscannern unsichtbar <mountpoint>“ ein. Die beiden Platzhalter <parti-
machen. Legen Sie die Insert- tion> und <mountpoint> sind von der Konfigura-
CD ein, und starten Sie den tion Ihres PCs abhängig. Der Befehl für die erste
PC neu. Eventuell müssen Sie Partition einer IDE-Festplatte lautet „ntfs-3g /dev/
dazu die Boot-Reihenfolge im hda1 /mnt/hda1“ beziehungsweise für SATA-Fest-
Bios so ändern, dass der PC platten „ntfs-3g /dev/sda1 /mnt/sda1“. Probieren
von CD startet. Sie beide Varianten aus.

3 F-Prot einsetzen
Bestandteil der Insert-CD ist der Virenscanner F-Prot, der zunächst bei beste-
hender Internet-Verbindung eingerichtet werden muss. Nach einem Rechtsklick mit
der Maus auf den Linux-Desktop wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag „Erwei-
terungen, Installiere F-Prot“. Bestätigen Sie mit „OK“ und „Continue“. Nun wird F-Prot
heruntergeladen und installiert. Mit einem Klick auf „Finish“ schlie-
ßen Sie die Installation ab. Danach genügt ein Rechtsklick auf
den Desktop und das Anklicken von „Virenscanner F-Prot GUI
xfprot – Superuser“ unter „Anwendungen/Sicherheit“. In das Feld
„Scan-Pfad“ tippen Sie den Pfad der Windows-Partition ein –
meist ist das „/mnt/hda1“. Aktivieren Sie „Automatisch“ und „Infi-
zierte Dateien löschen“, und wählen Sie „F1 Scannen“. Ist der
Test beendet, starten Sie den PC nach einem Rechtsklick auf
den Desktop und „Start/Stop, Neustart des Systems“ neu.

148 XXL-TIPPS 2009


S ystem von Malware befreien ABSICHERN

4 Windows-Scan
Nach dem Virenscan unter Linux folgt Win-
dows. Dazu verwenden Sie den kostenlosen Viren-
scanner AVG Free Edition (auf C DVD und unter
www.grisoft.com). Installieren Sie das Programm,
und starten Sie Windows neu. Der Virenscanner
wird automatisch geladen. Als Erstes steht das
Online-Update der Virensignaturen an. Klicken Sie
dazu mit der rechten Maustaste auf das Systray-
Icon des Virenscanners, und wählen Sie im Kon-
textmenü den Eintrag „Run Updater“.
Um die Festplatte Ihres Rechners auf Viren und
andere Schädlinge zu untersuchen, klicken Sie mit
der rechten Maustaste auf das Systray-Icon des
Virenscanners und wählen den Eintrag „Scan My
Computer“. Schlägt AVG Free Edition Alarm, ent-
fernen Sie die infizierten Dateien von Festplatte.
5 Spyware beseitigen
Im nächsten Schritt fahnden Sie
nach Spyware. Dazu zählen etwa
Werberoboter, Keylogger und Schnüf-
felprogramme. Neben diesen Kompo-
nenten erkennt das Programm auch
so genannte Hijacker. Das sind Tools,
die Startseiten im Browser ändern
oder Umleitungen auf Fake-Websites
einrichten. Installieren Sie den be-
währten Spyware-Scanner Spybot
Search & Destroy (auf C DVD und
unter www.safer-networking.org). Im
Setup schalten Sie im Fenster „Zu-
sätzliche Aufgaben wählen“ die Opti-
on „Schutz vor Systemeinstellungen
(TeaTimer)“ ab. Laden Sie die neuesten Signaturen
von der Hersteller-Website, um auch gegen neue

6 Abgesicherten Modus Bedrohungen geschützt zu sein. Klicken Sie bei


„Nach Updates suchen“ auf „Weiter“. Schließen
verwenden Sie den Assistenten mit „Programm benutzen“,
und starten Sie das Tool. Klicken Sie auf „Nach
Nach dem Update von Spybot Search & Des- Updates suchen“, anschließend auf „Alle markie-
troy starten Sie Windows im abgesicherten Mo- ren“ und „Updates herunterladen“.
dus. Das erhöht die Chance, dass der
Spyware-Scanner den mit Schädlingen
verseuchten PC erfolgreich reinigt. Nach
dem Neustart drücken Sie mehrmals die
Taste <F8>. Im Menü mit den erweiterten
Startoptionen wählen Sie mit der Tastatur
„Abgesicherter Modus“ aus und drücken
die Eingabetaste. Melden Sie sich dann
unter Ihrem Benutzernamen an, und star-
ten Sie Spybot. Klicken Sie auf „Über-
prüfen“. Sobald die Suche abgeschlos-
sen ist, klicken Sie auf „Markierte
Probleme beheben“.

XXL-TIPPS 2009 149


ABSICHERN S ystem von Malware befreien

7 Dateien checken
Vertrauen Sie im Zweifelsfall nicht nur einem
Virenscanner, sondern setzen Sie auf eine Mehr-
fachkontrolle. Immer wieder sind fehlerhafte Signa-
tur-Updates im Umlauf, die harmlose Dateien als
Virus identifizieren und löschen. Wenn nun etwa Ihr
MP3-Player als verseucht gemeldet wird oder eine
Software der Heft-DVD einen Infekthinweis verur-
sacht, öffnen Sie die Seite www.virustotal.com/de.
Der Onlinescanner untersucht Dateien mit allen
populären Antiviren-Programmen und aktuellen Si-
gnaturen. Klicken Sie dazu auf „Durchsuchen“, und
wählen Sie die infizierte Datei mit „Öffnen“ aus.
Mit einem Klick auf den Link „Senden der Datei“
laden Sie die Datei hoch. Sobald der Scanner zu
arbeiten beginnt, gibt er nach und nach das Ergeb-
nis der Prüfung aus. So lassen sich Fehlalarme
leicht entdecken.

Spyware & Rootkits beseitigen


1 Rootkits aufspüren 2 Removal-Tools nutzen
Durch eine Manipulation von Sys- Die meisten Hersteller von Antivirus-Soft-
temdateien werden Rootkits vom ware bieten auch kostenlose Spezialwerkzeuge
Windows-Explorer ausblendet und sind zum Aufspüren und Beseitigen von bestimmten,
beispielsweise auch für viele Virenscanner gerade sehr verbreiteten Schädlingen an. Ob es
unsichtbar. Zum Aufspüren von Rootkits ein passendes Removal-Tool für Ihren Schäd-
verwenden Sie das Tool Rootkit Re- lingstypen gibt, erfahren Sie über die Virensuch-
vealer. Es vergleicht die im Windows-Ex- maschinen der Software-Hersteller. Removal-Tools
plorer angezeigte Dateiliste mit der tatsächlichen stoppen aktive Trojanerprozesse, löschen die
Liste und meldet alle gefundenen Unterschiede. schädlichen Dateien von Festplatte und korrigieren
Laden Sie Archiv Rootkitrevealer.ZIP von www. die Windows-Registry.
microsoft.com/sysinternals,
und entpacken Sie die Datei
auf Festplatte. Nun schließen
Sie alle Anwendungen und
starten Rootkit Revealer.
Rechts unten im Programm-
fenster drücken Sie den But-
ton „Scan“, um die Windows-
Registry und das Dateisystem
nach versteckten Einträgen zu
prüfen. Nach der Analyse er-
halten Sie eine Liste verdäch-
tiger Elemente. Versteckte
Dateien kennzeichnet Rootkit
Revealer als „Hidden from
Windows API“.

150 XXL-TIPPS 2009


S ystem von Malware befreien ABSICHERN

3 Online scannen 4 Hijacker stoppen


Mit einem Online-Virenscanner überprüfen Das Tool Hijack This (auf C DVD) hilft Ihnen
Sie die Dateien Ihres Rechners auf eine mög- beim Identifizieren von aktiven Prozessen.
liche Vireninfektion. Von der Prüfung ausgeschlos- Entpacken Sie Hijack This in ein Verzeichnis Ihrer
sen sind in der Regel Arbeitsspeicher, Bootsektoren Wahl, und starten Sie das Programm anschlie-
und Master Boot Record (MBR). Vorteil: Die Diens- ßend. Stimmen Sie den
te ermöglichen die Verwendung von Scannern, die Lizenzbedingungen zu,
Sie selbst nicht installiert haben. Nachteil: Sie müs- und klicken Sie auf den
sen den Herstellern, denen Sie einen Zugang auf Link „Do a system scan
Ihrem PC einrichten, vertrauen und das Ausführen and save a logfile“. Das
von Active X im Internet Explorer erlauben. startet die Systemprü-
Gute Online-Scanner starten Sie beispielsweise fung und erstellt zum
auf den Websites von Kaspersky (www.kaspersky. Abschluss die Protokolldatei „hijackthis.log“ im
com/de/Virusscanner), Trend Micro (http:// Programmordner von Hijack This. Rufen Sie im
housecall.trendmicro.com/de/) und Symantec Webbrowser die Webseite www.hijackthis.de auf,
(http://security.symantec.com/sscv6/). und kopieren Sie den gesamten Inhalt der Proto-
kolldatei „hijackthis.log“ in die weiße
Textbox. Ein Klick auf die Schaltfläche
„Auswerten“ unterhalb der Textbox
startet die Prüfung des Logfiles. Ist die-
se abgeschlossen, zeigt der Online-
Testbericht eine Liste mit Prozessen
und Registry-Einträgen.

SO SCHÜTZEN SIE WINDOWS VOR ANGRIFFEN


Mit immer neuen Tricks versuchen Hacker, die Gewalt 4. Vertrauenswürdige Mails aufrufen: HTML-Mails oder
über Ihren PC zu erlangen. Wir zeigen die sieben wich- Mailanhänge können ausführbaren Code enthalten, sprich:
tigsten Gefahren auf und sagen Ihnen, wie Sie die Ha- Malware. Öffnen Sie solche Mails nur, wenn sie eindeutig aus
cker abwehren. einer sicheren Quelle stammen.
5. Sichere Software downloaden: Nicht jede Freeware im
1. Windows aktuell halten: Hackern kommen Sicherheitslü- Netz hält, was sie verspricht. Manche ist schlecht programmiert
cken im System gerade recht. Schalten Sie daher die automa- und macht dadurch Ihr System unsicher. Manche enthält be-
tischen Updates in der Systemsteuerung ein. reits Ad- und Spyware. Installieren Sie nur sichere Software,
2. Software aktualisieren: Ähnlich wie Windows selbst kann die Sie wirklich brauchen.
auch jede andere Software Sicherheitslücken haben, die Ha- 6. Peer-to-Peer-Netze meiden: Dateitauschbörsen sind der
cker ausnutzen können. Installieren Sie nur wirklich notwendige ideale Lebensraum für Malware. Ein populärer Filmtitel im Na-
Programme, und halten Sie diese über (automatische) Online- men, und die Datei wird tausendfach heruntergeladen. Lassen
Updates immer aktuell. Sie die Finger von Peer-to-Peer-Netzwerken!
3. Nicht als Admin surfen: Wer mit Administratorrechten 7. Ports nicht unnötig öffnen: Ports sind die Schnittstellen
online geht, muss nur einmal falsch klicken, und schon ist das Ihres Systems zur Außenwelt. Jeder offene Port erhöht die An-
System infiziert. Besser ist es, wenn Sie als eingeschränkter griffsfläche. Mit einer Firewall im (DSL-)Router bleiben stan-
Benutzer surfen. dardmäßig alle Ports von außen nach innen dicht.

XXL-TIPPS 2009 151


ABSICHERN Tipps & Tools

Tipps für ein bombensicheres XP & Vista

Windows sicher
in 5 Minuten
Schädlinge, Hacker, Spione – lassen Sie es erst gar nicht zum Schaden
kommen: Mit unseren Tipps und ausgewählten Tools sichern Sie System,
Browser und Router gegen alle Risiken ab! Von Christian Löbering

Kriminelle im Internet wollen Ihren Rechner che auf Ihrem System mit Windows XP und Vista
missbrauchen – etwa um Spam zu verschi- so weit, dass praktisch keine Malware und kein
cken, verbotene Inhalte zu verbreiten oder Hacker mehr eine Chance hat. Sorgen Sie dafür,
Bankdaten zu sammeln. Wenn es Hackern ge- dass Ihr System wirklich nur Ihnen gehorcht.
lingt, Ihren Rechner für illegale Zwecke zu nut- Viele unserer Tipps können Sie ganz einfach mit
zen, droht auch Ihnen Ärger. Doch Sie können Windows-Bordmitteln umsetzen. Für die anderen
sich vor solchen Übergriffen schützen. Die fol- liefern wir Ihnen jeweils ein kostenloses Schutz-
genden Maßnahmen reduzieren die Angriffsflä- Tool auf C DVD.

Benutzerrechte reduzieren
1 Windows schützen:
Sichere Benutzerkonten
Neben dem unentbehrlichen Windows- alle weiteren Benutzer sollten Sie ausschließlich
Benutzerkonto mit Administrator-Rechten sichere Konten vergeben.
können Sie auch sichere eingeschränkte Benutzer- Sicheres Konto anlegen: Um ein sicheres neu-
konten anlegen. Wenn Sie ein solches Konto nut- es Konto zu erstellen, öffnen Sie die Systemsteue-
zen, haben weder Sie selbst noch gestartete An- rung (klassische Ansicht) und wählen den Punkt
wendungen das Recht, Systemeinstellungen zu „Benutzerkonten“. Unter XP wählen Sie dann
ändern. Folglich führt auch der Großteil der Malwa- „Neues Konto erstellen“ und tragen den Namen
re- oder Hacker-Attacken ins Leere, egal, durch des neuen Kontos ein – etwa „<Benutzername>
welches Einfallstor sie dringen wollen. Legen Sie (geschützt)“. Nach einem Klick auf „Weiter“ wählen
also für sich selbst ein sicheres Zweitkonto an. Für Sie den Kontotyp „Eingeschränkt“ und gehen auf
„Konto erstellen“. Dann klicken Sie auf das neue
Konto in der Liste, wählen „Kennwort erstellen“
und vergeben ein sicheres Passwort (bestehend
aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen).
Unter Vista klicken Sie im Systemsteuerungs-
Applet „Benutzerkonten“ auf „Anderes Konto ver-
walten“ und bestätigen die Warnung der Benutzer-
kontensteuerung. Wählen Sie „Neues Konto
erstellen“, geben Sie wie unter Windows XP einen
Benutzernamen ein, aktivieren die Option
„Standardbenutzer“ und klicken danach auf „Konto
erstellen“. Dann rufen Sie das neue Konto in der
Liste auf, gehen auf „Kennwort erstellen“ und ver-
geben ein sicheres Passwort.

152 XXL-TIPPS 2009


Tipps & Tools ABSICHERN

2 Browser schützen:
Rechte im Web minimieren
Sie sollten Ihren Browser immer mit
minimalen Rechten betreiben, um mög-
lichst wenig Angriffsfläche zu bieten.
Browser-Schutz unter XP: Mit pcwRun-
As (auf C DVD) legen Sie einen Link auf dem
Desktop an, über den Sie den Browser ge-
schützt starten können. Installieren Sie das
Tool, rufen Sie es auf, und folgen Sie dem
Assistenten. Geben Sie den Pfad zum Brow-
ser an, wählen Sie Ihr sicheres Konto aus
Punkt 1 und geben das Kennwort dazu ein. Zum Schluss benennen
Sie den neuen Desktop-Link, etwa „Firefox – geschützt“.
Achtung: Der Browser läuft in einem anderen Benutzerkontext als
Ihr System. Wenn Sie eine Datei auf den Desktop herunterladen,
erscheint sie im Desktop-Ordner des geschützten Benutzers und
nicht auf Ihrem üblichen Desktop. Um das zu ändern, passen Sie
das Download-Verzeichnis in Ihrem Browser an und gewähren dem
geschützten Konto Schreibrechte auf den Haupt-Desktop.
Browser-Schutz unter Vista: Vista bietet mit „Mandatory Inte-
grity Control“ einen Schutzmechanismus, der direkt auf einzelne
Dateien angewendet werden kann. Damit wird der Zugriff auf alle
Dateien und Ordner verboten, denen ein höherer Integritätslevel
zugeteilt wurde. Der IE 7/8 läuft geschützt. Mit pcwSecureBrow-
ser (auf C DVD) können Sie diese Funktion schon jetzt für Firefox,
Chrome, Opera und Safari nutzen.

3 Ordner schützen:
Zugriff kontrollieren
Jede Datei und jeder Ordner verfügt über in-
dividuelle Zugriffsrechte (NTFS-Rechte). Dür-
fen viele Benutzer eines Systems etwa auf einen
Ordner zugreifen und dort Dateien ausführen, ist
das Risiko einer Infektion besonders hoch.
Rechte setzen: Drücken Sie <Win>-<R>, ge-
ben Sie %userprofile% ein, und bestätigen Sie.
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den
Ordner „Desktop“, und wählen Sie „Eigenschaften,
Sicherheit“. Gehen Sie nun auf „(Bearbeiten), Hin-
zufügen“, geben Sie den Benutzernamen des si-
cheren Kontos ein, klicken Sie auf „Namen über-
prüfen“ und „OK“. Markieren Sie das neue Konto,
und deaktivieren Sie unter „Berechtigungen“ alle
Klickboxen unter „Zulassen“ – bis auf „Ordnerin-
halt auflisten“ und „Schreiben“. Jetzt können Sie
den Hauptnutzer-Desktop als Download-Ordner in Rechte für XP-Home: Bei dieser XP-Version
Ihrem Browser festlegen. Auf diese Weise steuern fehlt die Registerkarte „Sicherheit“. Um sie und
Sie analog für jede andere Datei oder jeden ande- weitere Funktionen der Pro-Version nachzurüsten,
ren Ordner, ob Mitbenutzer (oder Sie selbst) dar- rufen Sie unser Tool pcwXPProme (auf C DVD)
auf zugreifen können. auf.

XXL-TIPPS 2009 153


ABSICHERN Tipps & Tools

Online-Sicherheit
1 System schützen: So bleibt Windows lückenlos aktuell
Microsoft veröffentlicht am zweiten Diens- einer Neu-Installation nicht mit einen unge-
tag jedes Monats neue Updates für Windows, schützten Windows ins Netz gehen zu müssen. Am
Office, IE & Co. (Patch-Day). Prüfen Sie in der einfachsten geht das mit dem pcwPatchLoader
Systemsteuerung unter „Sicherheitscenter“, ob (auf C DVD; erfordert .NET Framework, Version
„Automatische Updates“ aktiviert sind und ob Win- 3.5 auf C DVD). Rufen Sie das Tool auf, und kli-
dows die Updates bei Verfügbarkeit selbstständig cken Sie auf „Updates suchen“. Nachdem Sie ein
installiert. Falls nicht, schalten Sie die Option ein. Download-Verzeichnis angegeben haben und das
Update-Archiv anlegen: Zusätzlich dazu sollten Tool Ihr System untersucht hat, zeigt es eine Liste
Sie sich ein lokales Update-Archiv anlegen, um bei mit Updates an, die für Ihr System relevant sind.
Mit einem Klick auf „Updates laden“ holen Sie sie
auf den Rechner. Um die Updates nach einer Neu-
Installation von Windows einzuspielen, starten Sie
das Tool, klicken auf „Optionen“ und wählen Ihr
Archivverzeichnis. Anschließend klicken Sie auf
„Updates installieren“. Zunächst wird das aktuelle
Service Pack eingerichtet und der Rechner neu
gestartet. Danach starten Sie wieder das Tool und
klicken auf „Updates installieren“. Nachdem alle
zusätzlichen Updates eingerichtet wurden, starten
Sie den Rechner noch einmal neu – fertig.

2 Downloads überprüfen:
Keine Chance für Malware
Heruntergeladene Dateien, die Sie im Explorer mit
Admin-Rechten aufrufen, können enthaltenen Schad-Code
natürlich trotz geschützten Browsers und aktuellen Systems
ausführen. Dasselbe kann auch passieren, wenn Sie verseuchte
Mailanhänge öffnen. Trotz aller Schutzmaßnahmen brauchen
Sie zusätzlich ein Frühwarnsystem für neue Dateien, die auf Ih-
rem Rechner landen. Ein kostenfreier
und empfehlenswerter Malware-Wäch-
ter ist Avira Antivir 9 (auf C DVD).
Antivir einrichten: Nachdem Sie das
Tool mit den Standardeinstellungen in-
stalliert haben, erscheint ein neues Re-
genschirmsymbol im Infobereich (Tray).
Klicken Sie mit der rechten Maustaste
darauf, und wählen Sie „Update star-
ten“, um die aktuellen Signaturen herun-
terzuladen. Danach klicken Sie doppelt
auf das Symbol und wählen neben
„Letzte vollständige Systemprüfung“
den Punkt „System jetzt prüfen“. Tritt bei
dieser Überprüfung kein Fund auf, kön-
nen Sie davon ausgehen, dass Ihre
Daten sauber sind.

154 XXL-TIPPS 2009


Tipps & Tools ABSICHERN

3 Verbindungen sperren:
Die Firewall richtig konfigurieren
In der Voreinstellung ist die Windows-Firewall
unter XP (SP3) und Vista eingeschaltet. Sie ver-
wirft alle eingehenden Verbindungen, die Sie nicht er-
laubt haben (somit auch gefälschte Netzwerkpakete).
Beim Start von Tools, die Server-Dienste anbieten, fragt
sie nach, ob eingehende Verbindungen zu den von die-
sen Programmen geöffneten Ports erlaubt werden sol-
len. Sie konfigurieren die Firewall über das Sicherheits-
center in der Systemsteuerung. Dort kann man eine
Ausnahmenliste für Tools oder Ports erstellen.
So funktioniert die Firewall: Nach außen gehende
Verbindungen kontrolliert die Windows-Firewall nicht.
Deswegen ist sie machtlos gegen Schädlinge, die sich
bereits auf Ihrem System eingenistet haben und Verbin-
dung ins Web aufnehmen. Dies kann etwa – auch bei
aktivierter Firewall – durch Sicherheitslücken im Brow-
ser geschehen sein. Um auch ausgehende Verbin-
dungen gemeldet zu bekommen, müssen Sie auf Profi-
Tools wie Zone Alarm (auf C DVD) oder Comodo
Firewall ausweichen (auf C DVD).

4 Netzfreigaben schützen: Dateien kontrolliert freigeben


Unter Windows können Sie einzelne Ordner eingerichtet. In der zweiten Spalte sehen Sie, wel-
im Netz freigeben. Dann ist es Benutzern ande- chen lokalen Pfad die Freigabe besitzt. Ein Klick
rer Rechner, die sowohl über entsprechende lokale auf den Namen öffnet ein Eigenschaftenfenster.
als auch über Freigabe-Rechte verfügen, möglich, Auf der Registerkarte „Freigabeberechtigungen“
auf die Inhalte zuzugreifen. Wenn Sie nicht genau sehen Sie, welcher Benutzer oder welche Gruppe
darauf achten, welche Ordner Sie freigeben und Zugriff hat. Ist hier etwa die Gruppe „Jeder“ mit
dass nur vertrauenswürdige Benutzer Zugriff erhal- Lese- und Schreibrechten ausgestattet, so kann
ten, kann etwa ein feindlich gesinnter Kollege oder jeder Benutzer, der ein Konto auf Ihrem System
ein Hacker Ihre Daten manipulieren. Um schnell hat, und jeder Gast – also praktisch alle – Ihre Da-
einen Überblick über alle Freigaben zu bekommen, ten manipulieren. Falls Sie das nicht möchten, soll-
drücken Sie <Win>-<R> und geben „fsmgmt. ten Sie die Gruppe „Jeder“ ausklammern und statt-
msc“ ein. Im Freigabenmanager öffnen Sie die dessen Berechtigungen für klar definierte einzelne
Rubrik „Freigaben“. Benutzer vergeben.
Administrative Freigaben: Standard-
mäßig sind alle Laufwerke für den Admin
des Systems versteckt freigegeben. Sie
erkennen die administrativen Freigaben
daran, dass deren Namen aus
Laufwerksbuchstaben und „$“ bestehen
(etwa C$). Das „$“ versteckt die Freigaben
in der Netzwerkumgebung – über den
UNC-Pfad „\\<Rechnername>\C$“ kön-
nen Sie trotzdem darauf zugreifen. Deshalb
ist es wichtig, dass Ihr Admin-Konto mit
einem sicheren Kennwort geschützt wird.
Eigene Freigaben: Alle Freigabenamen
ohne abschließendes „$“ haben Sie selbst

XXL-TIPPS 2009 155


ABSICHERN Tipps & Tools

5 Browser & Mail absichern:


Schützen Sie sich vor Phishing
Phishing bedeutet im weitesten Sinne, dass ein krimineller Web-Seiten-
Betreiber oder Spam-Mailer versucht, durch Verschleierung der eigenen
Identität ein Vertrauensverhältnis zu Ihnen aufzubauen. Die Folgen: Arglos überge-
ben Sie ihm möglicherweise die Daten zu Ihrem Online-Banking- oder Paypal-
Konto, oder Sie lassen sich auf eine gehackte Site locken und führen vertrauens-
würdig anmutenden Schad-Code aus.
Die Tricks der Phisher sind im Prinzip immer die
gleichen. Deshalb ist es auch recht einfach, sich
davor zu schützen. In unserem Sicherheits-Paket
pcwSecurityAddons (auf C DVD) haben wir eine
ganze Reihe nützlicher Erweiterungen für Firefox 3,
Internet Explorer 7/8 und Thunderbird 2 zusam-
mengestellt. Nachdem Sie pcwSecurityAddons
gestartet haben, öffnen Sie die Registerkarte mit
der Anwendung, für die Sie die Add-ons einrichten
möchten. Wählen Sie das zu aktualisierende
Benutzerprofil oder „Systemweit“ , und klicken Sie
auf „Installieren“.

6 CD-/USB-Malware stoppen: Autostart entschärfen


Nicht nur im Internet lauert Malware. Unvor- tische Wiedergabe“. Hier können Sie detailliert für
sichtige oder böswillige Bekannte oder Kollegen jeden Medientyp einstellen, wie Windows beim
können Schädlinge auch per USB-Stick oder CD/ Einlegen oder Anstecken reagieren soll. Unter XP
DVD einschleppen. Das größte Risiko besteht dar- können Sie einen ähnlichen Autoplay-Konfigurati-
in, dass die enthaltene Malware aufgrund der onsdialog nachrüsten, indem Sie das Tool Autoplay
Autoplay-Einstellung auf Ihrem PC ohne Rückfra- Repair installieren. Tragen Sie in beiden Fällen für
gen ausgeführt wird und dabei private Daten auf alle Medientypen ein, dass das Medium lediglich
den Stick kopiert (Podslurping). Bei Vista öffnen im Explorer geöffnet wird, aber nichts automatisch
Sie in der Systemsteuerung das Applet „Automa- ausgeführt werden soll.

156 XXL-TIPPS 2009


Tipps & Tools ABSICHERN

7 DSL-Zugang schützen:
Router & Firewall sichern
Wenn Sie DSL nutzen, dann ist Ihr PC wahr- dauerhaft geöffnete Port erhöht die Angriffsfläche.
scheinlich an einen Router angeschlossen Damit eine Anwendung außerhalb Ihres lokalen
(etwa einer Fritzbox). In der Regel bietet jeder Netzwerks einen Port auf Ihrem Rechner nutzen
Router eine Web-Oberfläche, um die wichtigsten kann, muss sie erst an Ihrem Router vorbei.
Parameter einzustellen. Über „Port-Forwarding“ kann der Router ange-
Router-Firewall: Sehen Sie im Konfigurations- wiesen werden, Anfragen für bestimmte Ports wei-
dialog des Routers zunächst nach, ob dessen Fire- terzuleiten. Dieses Port-Forwarding müssen Sie
wall aktiviert ist. Eine solche Hardware-Firewall eigentlich manuell erlauben, doch eine Ausnahme
schützt noch wirksamer als Zone Alarm, Windows- macht UPNP (Universal Plug & Play). Diese Funk-
Firewall & Co. vor eingehenden Netzverbindungen, tion kann die Port-Konfiguration ungefragt ändern,
die Sie nicht selbst veranlasst haben. wenn eine Anwendung auf Ihrem PC es verlangt.
UPNP & offene Ports: Ports sind die Schnitt- Sollte diese Anwendung jedoch eine Malware sein,
stellen von Ihrem System zur Außenwelt. Jeder öffnet sie so eine Hintertür in Ihrem Netzwerk.
Schalten Sie UPNP also ab
– oder schränken Sie es
zumindest so ein, dass es
melden, aber nichts ändern
darf.

8 Verzeichnisse schützen:
Daten verschlüsseln
Können Sie sicher sein, dass in Ihrer Abwe-
senheit niemand an Ihren PC geht und Daten
ausspioniert? Würde es Sie stören, wenn ein
Fremder Ihr Notebook findet und an Ihre privaten
und geschäftlichen Daten kommt? Das Windows-
Kennwort ist nur ein sehr schwacher Schutz für
Ihre Daten. Je nach Umfang können Sie vertrau-
liche Daten mit Truecrypt (auf C DVD) in einen
unknackbaren, verschlüsselten Container packen
oder – mit Truecrypt oder Bitlocker (Vista Ultimate)
– den Inhalt einer Partition verschlüsseln.
Mit Truecrypt verschlüsseln: Nachdem Sie True- Sie nun dem Assistenten, bis der Vorgang abge-
crypt installiert haben, starten Sie das Programm. schlossen ist. Bewahren Sie die während des Vor-
Dann klicken Sie auf „Volume erstellen“ und wählen gangs angelegte Rettungs-CD sorgfältig auf. Soll-
„System-Partition bzw. System-Laufwerk verschlüs- ten Sie Ihr Verschlüsselungskennwort einmal
seln“. Danach fordern Sie Truecrypt auf, die ge- vergessen, ist sie Ihre letzte Möglichkeit, um wie-
samte Systemfestplatte zu verschlüsseln. Folgen der an Ihre Daten zu kommen.

XXL-TIPPS 2009 157


ABSICHERN A ngreifer aus sperren

Testen Sie Ihre Firewall

Firewall-Tipps
Eine Firewall soll Ihren PC vor Angriffen aus dem Internet schützen. Das
gelingt ihr aber nur, wenn sie richtig konfiguriert ist. Wir geben Tipps, wie
Sie die Software am besten einstellen. Von Arne Arnold

Eine Desktop-Firewall hat eine eindeutige mitgebrachten Regeln. Stets aktiv und wahr-
Aufgabe: Sie lässt erwünschte Datenpakete scheinlich die wichtigste Regel ist: Die Annahme
passieren, und unerwünschte blockt sie ab. von unaufgefordert zugesandten Datenpaketen
Doch woher weiß das Programm, was erwünscht aus dem Internet wird verweigert. Auf diese Wei-
ist und was nicht? Es hört auf die Befehle des An- se schützt eine Firewall auch vor den gefürchte-
wenders – also auf Ihre. ten „Wurmlücken“ in Windows. Schließlich pro-
Wenn Sie etwa eine typische Tauschbörsen- tokolliert eine Desktop-Firewall auch, welche
Software starten, dann geben Sie zumindest einen Anwendung wann Daten versendet. Das ver-
Ordner Ihres PCs auch allen anderen Anwendern schafft einen guten Überblick über den Netz-
dieses Dienstes frei. Das Verzeichnis ist von jedem werkverkehr auf Ihrem Rechner.
Rechner im Internet aus erreichbar. Es ist also In diesem Artikel geben wir Ihnen 20 Tipps,
entscheidend, dass Sie Ihre Firewall richtig ein- wie Sie Desktop- und Hardware-Firewalls richtig
stellen und bedienen. Die Firewall folgt außerdem testen und konfigurieren.

TIPP 1 Kontrollieren Sie die


Windows-Firewall
Die Windows-Firewall genügt als Schutz gegen
Windows-Firewall bei der De-Installation wahr-
scheinlich nicht wieder eingeschaltet. Kon-
trollieren Sie, ob das Bordmittel aktiv ist: Das
Angriffe aus dem Internet vollkommen. Wenn Sie geht unter „Systemsteuerung, Windows Fire-
keine zusätzliche Desktop-Firewall nutzen wol- wall“. Sollten Sie aber eine Desktop-Firewall in-
len, verwenden Sie das Bordmittel von Windows. stalliert haben, so darf nur diese aktiv sein. Die
Ab der Version XP mit Service Pack 2 ist das Tool Windows Firewall muss vom Installations-Assis-
standardmäßig eingeschaltet. tenten deaktiviert worden sein. Ob das wirklich
Achtung: Wenn Sie irgendwann eine ältere geschehen ist, überprüfen Sie an derselben Stelle:
Desktop-Firewall installiert hatten, hat diese die „Systemsteuerung, Windows Firewall“.

QUICK-CHECK für Ihre Firewall


• Prüfen Sie im Windows-Sicherheits-Center,
ob überhaupt eine Desktop-Firewall aktiv ist: Das
geht unter „Systemsteuerung, Sicherheitscenter“.
• Kontrollieren Sie im Sicherheitscenter, dass
nur eine Firewall aktiv ist.
• Wenn Sie eine Desktop-Firewall installiert
haben, prüfen Sie, welche Programme die Er-
laubnis haben, online zu gehen und welche als
Server arbeiten dürfen.
• Checken Sie, ob nur erwünschte Ausnahmen in
der Windows-Firewall eingetragen sind: Das geht
unter „Systemsteuerung, Windows-Firewall“.
• Scannen Sie Ihren PC mit einem Online-Dienst
auf offene Ports (Online-Türen): www.pcwelt.
de/c5a. Je weniger Sie finden, desto besser.

158 XXL-TIPPS 2009


A ngreifer aus sperren ABSICHERN

TIPP 2 Kontrollieren Sie Freigaben in


der Windows-Firewall
Nach außen ist Ihr Rechner durch die Windows-
diese und schauen sich unter „Eigenschaften“
den Pfad und den Dateinamen an. Mit Hilfe von
Tipp 8 finden Sie schnell heraus, was das Pro-
Firewall abgeschottet. Denn sie verwirft alle Da- gramm macht.
tenpakete, die unaufgefordert ankommen. Aber: In der Regel ist
Sie lässt alle Pakete durch, die an Programme auf es unproblema-
der Ausnahmenliste gesendet werden. Diese Liste tisch, Tools von
sollten Sie regelmäßig kontrollieren, um sicher zu der Ausnahme-
sein, dass dort nur erwünschte Tools stehen. Das liste zu entfernen
geht über „Systemsteuerung, Windows Firewall, (Häkchen entfer-
Ausnahmen“ (XP) oder „Systemsteuerung, Win- nen). Sollte ein
dows Firewall, Programme durch die Windows- Online-Tool da-
Firewall kommunizieren lassen“ (Vista). nach nicht mehr
Was die „Ausnahmen“ genau bedeuten, erfah- richtig arbeiten,
ren Sie im Tipp 9. Sollten auf dieser Liste Namen setzen Sie das
auftauchen, die Ihnen nichts sagen, markieren Sie Häkchen wieder.

TIPP 3 Windows-XP-Firewall mit Tipps


von Microsoft einstellen
Die Firewall von Windows XP bietet nicht gerade
viele Einstellmöglichkeiten. Wer sie dennoch ein-
setzen möchte, findet bei Microsoft selbst
eine ausführliche Anleitung – über www.
pcwelt.de/3b6 . Wenn Sie die Firewall nicht
nur auf einem PC konfigurieren wollen,
sondern auf vielen in gleicher Weise, geht
das am besten über eine Konfigurations-
datei (Netfw.inf). Diese kopieren Sie mit
den gewünschten Regeln auf jeden PC, und
schon ist die Firewall entsprechend konfi-
guriert. Eine genaue Anleitung gibt’s über
www.pcwelt.de/22b.

TIPP 4 Die Vista-Firewall als


Zwei-Wege-Firewall nutzen
Neu in Windows Vista ist eine Zwei-Wege-Fire-
den ausgehenden Datenverkehr zu regulieren.
Aber Achtung: Wenn Sie diese Option einschal-
ten, müssen Sie manuell jedes einzelne Programm
wall. Diese ist anders als bei XP auch in der Lage, eintragen. Eine mühselige Aufgabe, bei der man
schnell ein wichtiges Tool vergisst, etwa den Up-
dater des Antiviren-Programms.
Die komfortable Lösung: Das kostenlose Vista
Firewall Control (auf C DVD) ist eine Ergän-
zung zu der in Windows Vista eingebauten Fire-
wall. Nach der Installation meldet das Tool jede
Anwendung, die Daten ins Internet senden will –
so, wie man es von anderen Desktop-Firewalls
her kennt. Auf diese Weise gelingt die Konfigura-
tion Schritt für Schritt.
Wenn Vista Firewall Control ein Programm
meldet, das Zugriff aufs Internet fordert, können
Sie mit „Enable All“ und „Disable All“ für dieses
Programm den gesamten Datenverkehr erlauben
beziehungsweise verbieten. Eine Beschränkung
auf den nur ein- oder ausgehenden Verkehr ist
ebenfalls möglich.

XXL-TIPPS 2009 159


ABSICHERN A ngreifer aus sperren

TIPP 5 So finden Sie die beste


kostenlose Desktop-Firewall
Wenn Ihnen die Firewall von Windows zu wenig
bietet, sollten Sie eine kostenlose Desktop-Fire-
wall installieren. In den vergangenen Jahren hat
in Tests meist Zone Alarm Free (auf C DVD)
am besten abgeschnitten. Wer dennoch eine Al-
ternative sucht: Einfach in der Bedienung ist etwa
die Ashampoo Firewall Free (auf C DVD),
schlicht ist das Tool Vista Firewall Control
(Tipp 4). Profis können sich die gute, aber kom-
plizierte Firewall in der Suite Comodo Internet
Security (auf C DVD) ansehen.

TIPP 6 Das darf eine gute


Desktop-Firewall kosten
Wer mit einer kostenlosen Firewall nicht glück-
lich wird, schielt vielleicht auf ein Bezahl-Tool,
etwa Zone Alarm Pro (www.zonealarm.com),
Online Armor (auf C DVD) oder Outpost Fire-
wall Pro (www.agnitum.de). Wir raten allerdings
davon ab, lediglich eine Desktop-
Firewall allein zu kaufen. Wenn Sie
Geld ausgeben wollen, investieren
Sie lieber in eine komplette Sicher-
heits-Suite, die außer der Firewall
auch einen Virenschutz bietet. Emp-
fehlenswert sind beispielsweise die
Suiten von Norton (C auf DVD) und
G-Data (auf C DVD). Die Die Voll-
versionen kosten laut Hersteller zwi-
schen 25 und 40 Euro im Elektro-
markt, bei Online-Versendern gibt’s
die Tools teils deutlich billiger.

GRATIS-FIREWALLS Diese Tools schotten ab (zu Tipp 5)


Programm Internet Windows
TIPP 7 Pro-Funktionen von Zone
Alarm kostenlos nutzen
Die kostenlose Version von Zone Alarm
C Ashampoo Firewall Free www.ashampoo.com XP (auf C DVD) fragt gegen Ende der Instal-
C Comodo Internet Security 1) www.comodo.com XP, Vista lation, ob Sie das Tool zu Testzwecken für
Jetico Personal Firewall 1) www.jetico.com XP, Vista ein paar Wochen mit den Funktionen der
C Online Armor Personal Firewall 1) www.tallemu.com XP, Vista Pro-Version starten wollen. Wir empfeh-
C PC Tools Firewall Plus www.pctools.com XP, Vista len, diesen Modus zu nutzen. Dann konfi-
Sunbelt Personal Firewall www.sunbeltsoftware.com XP, Vista guriert das Tool automatisch Regeln für
Webroot Desktop Firewall 1) 2) www.webroot.com XP, Vista etliche bekannte Programme. Diese Re-
C Vista Firewall Control 1) www.sphinx-soft.com Vista geln bleiben Ihnen erhalten, wenn die
C Zone Alarm Free www.zonealarm.com XP, Vista Firewall später in den Freeware-Modus
wechselt. So sparen Sie sich eine Menge
C auf DVD 1) englischsprachig 2) derzeit gratis
Konfigurationsaufwand.

160 XXL-TIPPS 2009


A ngreifer aus sperren ABSICHERN

TIPP 8 So schätzen Sie Meldungen


der Firewall richtig ein
Eine Gratis-Firewall wird Sie immer wieder
mal fragen, ob ein bestimmtes Programm
online gehen darf. Dazu zeigt es zumindest
den Namen der Programmdatei an, meist
aber auch den kompletten Pfad zur Datei.
Sind Sie sich nicht sicher, ob es sich bei dem
Programm um eine harmlose, legitime An-
wendung handelt, hilft unser Prozessmana-
ger Process Explorer (auf C DVD) weiter.
Sie müssen das Tool nicht installieren. Nach
dem Start zeigt es alle aktiven Programme
an. Den Programmnamen können Sie dann
auf www.pcwelt.de/b10 in unserer Pro-
zessdatenbank suchen. Wenn er dabei ist,
erhalten Sie entsprechende Infos zur An-
wendung; wenn nicht, geben Sie den Na-
men in Google ein. Sie dürfen übrigens un-
sere Datenbank (ein Wiki) erweitern.

TIPP 9 Achtung! Seien Sie sparsam mit


Server-Rechten für Tools
Programme, die auf das Internet zugreifen, lassen
Beispielsweise der Browser, der die Website www.
pcwelt.de angefordert hat.
Für andere Tools sind Server-Rechte erforder-
sich in zwei Gruppen einteilen: Tools, die nur lich, da sie unangeforderte Datenpakete empfan-
Client-Rechte benötigen, und solche, die (auch) gen wollen. Dafür öffnen die Tools selbst einen
als Server arbeiten. Client-Tools empfangen nur Port des PCs für Zugriffe aus dem Internet. Oft
Datenpakete, die sie zuvor angefordert haben. ist klar, warum ein Tool als Server arbeiten möch-
te – etwa wenn Sie einen FTP-Server
einsetzen. Ein offener Port alleine ist
noch keine Sicherheitslücke. Erst
wenn der Dienst, der dahinter aktiv
ist, einen Bug hat, ist der PC über
diesen Port und den Bug angreifbar.
Je weniger Programme also Server-
Rechte in der Firewall besitzen und
einen Port geöffnet haben, desto
besser.

TIPP 10 So erteilen Sie Server-Rechte,


wenn es nötig ist
Die meisten Firewalls erkennen automatisch,
QUICK-TIPPS für Ihre Firewall
• Gibt’s mal Probleme mit einer Online-Anwendung, dann schau-
wenn ein Programm Server-Rechte benötigt (Tipp en Sie im Regelwerk der Desktop-Firewall nach, ob die jeweilige
9), und fragen Sie eigens um Erlaubnis. Sind Sie Anwendung dort verboten ist.
im Zweifel, ob Sie dem Tool das erlauben wollen, • Installieren Sie Updates für Ihre Desktop-Firewall, um Bugs und
sagen Sie zunächst mal „Nein“. Wenn das Tool Sicherheitslücken zu beseitigen.
dann nicht wie erwartet arbeitet, vergeben Sie die • Vergewissern Sie sich, dass Ihr Antiviren-Programm und das
Server-Rechte nachträglich. zugehörige Update-Modul Zugriff aufs Internet haben, sonst kann
Server-Rechte – so geht’s: In Zone Alarm sich das Tool keine Infos über neue Viren holen und Ihren Computer
etwa finden Sie die Optionen unter „Programm- nicht mehr schützen.
einstellungen, Programme“. Klicken Sie mit der • Wenn Sie ein DSL-Modem mit Router haben, dann verwenden
linken Maustaste auf die Zeile unter „Server“, Sie es auch wirklich als Router und nicht als Modem (Handbuch), da
und wählen Sie „Zulassen“. Bei anderen Firewalls Sie nur so von den Schutzfunktionen des Geräts profitieren.
findet sich das Regelwerk an ähnlicher Stelle.

XXL-TIPPS 2009 161


ABSICHERN A ngreifer aus sperren

TIPP 11 Fehler finden, wenn es mit


Online-Programmen hapert
Sollte ein Online-Programm nicht so funktionie-
gelingt meist sehr gut über die Protokollfunktion
in der Firewall.
1. Öffnen Sie das Protokoll. Bei den meisten
ren wie erwartet, dann kann das an der Desktop- Firewalls wird das Protokoll laufend aktualisiert,
Firewall liegen. Keine gute Idee ist es, die Firewall so dass Sie neue Einträge gleich entdecken.
einfach auszuschalten, denn dann sind Sie unter 2. Starten Sie das Programm, das nicht kor-
Umständen von außen angreifbar. Stattdessen rekt funktioniert.
sollten Sie sich auf die Fehlersuche begeben. Das 3. Achten Sie auf die Angaben im Protokoll.
Wird dort dem Programm oder einer Komponen-
te davon verboten, online zu gehen, dann fehlt
eine entsprechende Berechtigung.
4. Vergeben Sie in der Programmliste der
Firewall die fehlende Berechtigung. In Zone
Alarm finden Sie das Protokoll unter „Warnungen
und Protokolle, Protokollanzeige“. Kontrollieren
Sie sowohl die Anzeige unter „Meldungstyp, Pro-
gramm“ als auch die unter „Meldungstyp, Fire-
wall“. Die Berechtigung für ein Online-Programm
ändern Sie unter „Programmeinstellung, Pro-
gramme“.

TIPP 12 Den Unsichtbarkeitsmodus


können Sie sich sparen
Einige Desktop-Firewalls werben immer noch
chenen IP-Adresse etwas befinden muss, das die
Anfrage verworfen hat. Den Unsichtbarkeitsmo-
dus (Stealth-Modus) können Sie sich getrost spa-
damit, dass sie einen Rechner unsichtbar machen ren. Innerhalb eines privaten Netzwerks stört er
können. Das ist Unsinn. Denn um zu signalisie- gar bei einer möglichen Fehlersuche.
ren, dass eine bestimmte IP-Adresse nicht verge-
ben ist – sich dort also auch kein PC befindet –,
muss die davor befindliche Netzwerkstelle die
ICMP-Meldung 3 ausgeben (Destination Unreach-
able). Beim PC ist das der Internet-Provider.
ICMP steht für Internet Control Message Proto-
col. Eine Firewall hat aber keinerlei Einfluss auf
den Internet Service Provider. Sie kann die ICMP-
Anfrage, ob dort ein PC ist, nur verwerfen. Da
das aber bei ICMP nicht vorgesehen ist, kann ein
Angreifer folgern, dass sich auf der angespro-

TIPP 13 So finden Sie den Anbieter


zu einer IP-Adresse
Im Protokoll Ihrer Firewall können Sie sich Ver-
bindungen zu einer bestimmten IP-Adresse nicht
erklären. Dann sollten Sie auf der sehr nützlichen
Site http://network-tools.com die IP-Adresse ein-
geben und auf „Go“ klicken. Voreingestellt ist die
Option „Express“, die per Whois und anderen
Netzwerk-Tools Infos über die IP holt. Wenn es
sich um eine dynamisch verteilte IP-Adresse han-
delt, erfahren Sie zumindest, welcher Internet-
Service-Provider die IP-Adresse vergibt. Gehört
die IP-Adresse zu einer Website, zeigt Ihnen der
Dienst den Namen der Site an – etwa www.
pcwelt.de. Auch liefert der Dienst den Eigen-
tümer der Site plus viele weitere Informationen.

162 XXL-TIPPS 2009


A ngreifer aus sperren ABSICHERN

TIPP 14 Diese Warnungen der Firewall


können Sie ignorieren
Viele Desktop-Firewalls melden per Pop-up,
Adressbereiche scannen. Auf dieselbe Weise ge-
hen etliche Würmer vor. Auch solche Scans lösen
bei einer mitteilungsfreudigen Firewall eine Mel-
wenn sie Datenpakete verwerfen, die ankommen, dung aus.
ohne dass sie zuvor von einem Programm ange-
fordert wurden. Diese Pop-ups sind fast immer
überflüssig, und Sie können sie abschalten – meist
bietet die Firewall diese Option an.
Darum sind die Warnungen überflüssig: In
den meisten Fällen sind die gemeldeten Pakete
nur die Antworten auf Anfragen, die eines Ihrer
Tools – etwa der Browser – generiert hat, was der
Firewall aber entging. Und wer sich für eine On-
line-Verbindung neu einwählt, bekommt eine
IP-Adresse, die eventuell kurz zuvor an einen an-
deren PC vergeben war und an die noch Pakete
gesendet werden.
Außerdem: Hacker durchsuchen das Internet
laufend automatisiert nach verwundbaren Rech-
nern. Sie überprüfen, welche Rechner eingehende
Verbindungen zulassen, indem sie ganze IP-

TIPP 15 Eine Desktop-Firewall als


Ergänzung zum DSL-Router
Die meisten DSL-Router blocken Angriffe aus
Daten ins Internet senden. Kurz: Alles was vom
PC aus mit dem Web reden will, darf das – selbst
Trojaner, Bots und andere Schädlinge. Darum ist
dem Internet ab. Doch sie informieren den Nut- eine Desktop-Firewall (siehe Tipp 5) eine gute Er-
zer nicht über Anwendungen, die vom PC aus gänzung zu dem Schutz durch einen DSL-Router.

TIPP 16 Vor- und Nachteile von


DSL-Routern
Das bringt ein Router: Hardware-Firewalls be-
Sie können also zuverlässig alle unaufgeforderten
Sendungen aus dem Internet verwerfen.
Nachteile eines Routers: Auch auf einem DSL-
ziehungsweise DSL-Router bieten einen guten Router läuft ein Betriebssystem, das gegen An-
zusätzlichen Schutz gegen Gefahren aus dem In- griffe nicht gefeit ist, meist Linux.
ternet. Da sie getrennt vom Arbeitsrechner lau- Es gab bereits Angriffe per Javascript und den
fen, sind sie selber weniger für Angriffe anfällig. Browser des Anwenders, ebenso Angriffe per
Flash-Dateien sowie
Angriffe durch einen
Wurm mit dem Namen
Psyb0t, der manche
DSL-Router mit dem
System Mipsel in ein
Botnet zieht (Infos über
w w w.pcwelt.de/31a ).
Entsprechende Attacken
sind bislang aber noch
selten und meist nur bei
Routern mit schwachen
Passwörtern möglich.

XXL-TIPPS 2009 163


ABSICHERN A ngreifer aus sperren

TIPP 17 NAT im DSL-Router ist nur fast


ein ausreichender Schutz
Network Address Translation (NAT) ist keine
auftaucht, was ihn für IP-Angriffe unempfindlich
macht. NAT ist somit ein sehr zuverlässiger
Schutz gegen viele verbreitete Gefahren im
Firewall-Funktion, sondern die Aufgabe eines Internet.
Routers. Er erhält bei der Einwahl ins Internet Aber: Es gibt eine – wenn auch eher theoretische
eine öffentliche IP-Adresse vom Provider. Alle – Angriffsart, die NAT überrumpeln würde. Er-
PCs hinter dem Router haben eine private IP- reicht den Router ein nicht angefordertes Paket
Adresse. Fordert ein PC etwa eine Website aus für eine vorhandene Adresse, etwa die häufig ge-
dem Internet an, gibt NAT die Anforderung ans nutzte private Adresse 192.168.0.1, so versuchen
Web weiter. einfache Modelle, irgendwie den passenden Port
Anschließend erhält NAT die Site und leitet sie zu erraten und das Paket zuzustellen.
an den PC. Bei der Anforderung tauscht die Funk-
tion die private IP-Adresse des Rechners gegen
die öffentliche des Routers aus – und beim
Liefern an den PC umgekehrt. Das hat zur Folge,
dass die IP-Adresse des PCs im Internet gar nicht

TIPP 18 Gefährliche Angriffe auf


DSL-Router abwehren
Die Nachteile beziehungsweise Schwächen eines
3. Ändern Sie unbedingt das voreingestellte
Passwort, da sich sonst Angreifer über Sicher-
heitslücken von außen einloggen können. Dieser
DSL-Routers (Tipp 16) können Sie durch die fol- Punkt ist nur dann nicht relevant, wenn Ihr DSL-
genden Maßnahmen zur Gänze ausgleichen. Router mit einem individuellem Passwort kommt.
1. Installieren Sie regelmäßig Updates für Das ist etwa bei der Fritzbox und den Geräten
Ihren DSL-Router. Sie erhalten damit nicht nur von T-Home der Fall.
neue Funktionen, sondern schließen auch Sicher- 4. Führen Sie vor dem Ändern des Passworts
heitslücken. ein Reset durch. Folgen Sie dazu den Anwei-
2. Falls Sie Universal Plug and Play (UPnP) sungen im Handbuch. Sollte der Router vorher
nicht benötigen, deaktivieren Sie diese Funktion von einem Angreifer manipuliert worden sein,
in Ihrem DSL-Router. wird dies dadurch rückgängig gemacht.

164 XXL-TIPPS 2009


A ngreifer aus sperren ABSICHERN

TIPP 19 Nur für Profis: Testprogramme


für Firewalls
Für absolute Profis gibt’s im Internet die „Security
Software Testing Suite“ (über www.pcwelt.
de/320, für Windows XP und Vista, gratis). Das
ist eine Sammlung von einigen Dutzend Befehls-
zeilen-Tools, die es auf Desktop-Firewalls abgese-
hen haben. Zunächst müssen Sie die Konfigurati-
onsdatei ssts.conf an Ihre Bedürfnisse und an die
zu testende Firewall anpassen und darin die Be-
stimmungen akzeptieren (in der vorletzten Zeile).
Achtung: Verwenden Sie die Tool-Sammlung zur
Sicherheit nicht auf einem Produktivsystem, son-
dern ausschließlich auf reinen Test-PCs.

TIPP 20 So testen Sie Ihre Firewall auf


offene Ports (Online-Türen)
Ein Online-Check Ihrer Firewall zeigt Ihnen, ob
Hardware-Firewall einsetzen, dann werden bei
dem Scan nicht die Ports Ihres Rechners getestet,
sondern die des DSL-Routers. Diese sollten aller-
Ihr System nach außen komplett geschützt ist. dings ebenfalls geschlossen sein.
Gut ist etwa der Dienst Shields Up (über www.
pcwelt.de/d6a). Sie können dort aus sieben Sze-
narien auswählen – darunter eines, bei dem Sie
selbst die zu prüfenden Ports bestimmen. Der
Test ist englischsprachig, er zeigt geschlossene
Ports als „Closed“, offene als „Open“ und un-
sichtbar gemachte als „Stealth“ (siehe Tipp 12).
Zum Testergebnis hinzu bekommen Sie einige
nützliche Informationen zu Ihrem System.
Einen deutschsprachigen Portscan bietet die
Firma Symantec (über www.pcwelt.de/c5a). Hier
können Sie zwar nicht die Ports festlegen, doch
der Dienst prüft bereits in seiner Standardeinstel-
lung sehr gründlich. Mögliche Warnungen zu Si-
cherheitslücken sollten Sie aber genau studieren.
Denn natürlich will Symantec in erster Linie seine
Produkte verkaufen und bewertet eine Schwach-
stelle im System möglicherweise stärker als nötig.
Insgesamt ist der Test aber verlässlich.
Achtung: Wenn Sie einen DSL-Router oder eine

FIREWALL Das zeichnet ein gutes Programm aus


Sicherheit: Eine Firewall sollte alle Angriffsversuche aufzubauen versuchen. Die Anwendungen sollten sich
auf den Rechner verhindern. Dabei spielt es keine Rol- in Listen einordnen lassen, über die man festlegt, ob
le, ob die Angriffe von außen oder von innen kommen. die Programme online gehen dürfen oder nicht. Assis-
Ein Tool muss etwa Backdoor-Programme erkennen tenten sollten mit einfachen Erklärungen helfen.
und den Regeln sowie Filtern entsprechend behan- Bedienung: Als Sicherheits-Software greift eine Fire-
deln. Der Selbstschutz muss Manipulationen an der wall tief in das System ein. Aus diesem Grund ist es
Regelliste und das Deaktivieren des Tools blockieren. unverzichtbar, dass sie eine klare Benutzerführung
Auch müssen sich die Tools gegen das Löschen der bietet, die Fehler ausschließt.
eigenen Programmdateien schützen. Systemanforderungen: Wichtig sind auch die von
Funktionen: Eine Firewall muss den Nutzer über Pro- der Firewall geforderte Prozessorleistung sowie der
gramme informieren, die eine Verbindung zum Internet benötigte Platz auf Festplatte.

XXL-TIPPS 2009 165


ABSICHERN Daten ver schlüs seln

Open-Source-Tool Truecrypt

USB-Stick als Datensafe


Schieben Sie dem Datendiebstahl einen Riegel vor: Mit Truecrypt packen
Sie Ihre wichtigen Daten in einen Tresor auf Ihrem USB-Stick. Selbst wenn
er geklaut wird, kommt niemand an Ihre Daten ran. Von Peter-Uwe Lechner

Gerät Ihr USB-Stick in die falschen Hände, Büro können meist problemlos eingesehen wer-
hat das unangenehme, möglicherweise so- den. Mit dem Open-Source-Tool Truecrypt legen
gar schlimme Folgen für Sie. Nicht nur, weil Sie auf Ihrem Stick eine verschlüsselte Container-
dem Dieb dann all Ihre Fotos zur Verfügung ste- Datei an, die Sie als Laufwerk einhängen. Die
hen – auch gespeicherte Kennwörter, Ihre Mail- enthaltenen Dateien bleiben geschützt, selbst
Accounts und vertrauliche Dokumente aus dem wenn der Stick verloren gegangen ist.

1 Verschlüsselten 2 Art der Verschlüsselung


Container anlegen festlegen
Nachdem Sie Truecrypt Einen Dialog weiter müssen Sie sich für
installiert haben, ent- einen bestimmten Verschlüsselungs- und
packen Sie die deut- einen Hash-Algorithmus entscheiden. Da alle
sche Sprachdatei in angebotenen Algorithmen als sicher gelten, können
das Truecrypt-Ver- Sie sich mit einem Klick auf „Benchmark“ für den
zeichnis und starten schnellsten entscheiden. Wir haben „AES“ als Ver-
das Tool. Dann klicken schlüsselung und „RIPEMD-160“ als Hash-Funkti-
Sie auf „Volume erstellen“, on ausgewählt.
markieren im nächsten
Dialog die Option „Einen
verschlüsselten Datei-
Container erstellen“ und klicken auf „Weiter“. Wäh-
len Sie dann das „Standard TrueCrypt-Volume“.
Nach einem Klick auf „Weiter“ können Sie über
„Datei“ einen neuen Container erzeugen. Legen
Sie ihn als Datei mit einem unauffälligen Namen auf
Ihrem USB-Stick an. Recht unscheinbar ist zum
Beispiel eine 700 MB große Datei mit dem Namen
des CD-Images von Ubuntu Linux, also „ubuntu-
9.04-desktop-i386.iso“.

3 Größe der Container-


Datei definieren
Im nächsten Dialog müssen Sie die Größe
der Container-Datei festlegen. Falls Sie in
Schritt 1 den Namen ubuntu-9.04-desktop-i386.
iso gewählt haben, sollten Sie hier die Größe des
originalen Linux-Images wählen (699 MB). Damit
machen Sie die Tarnung perfekt.

166 XXL-TIPPS 2009


Daten ver schlüs seln ABSICHERN

4 Verschlüsselungs- 5 Vorgang abschließen


kennwort festlegen und Container erstellen
Nun erreichen Sie den wichtigsten Dialog, in Im letzten Dialog wird der verschlüsselte
dem Sie ein Kennwort für die Verschlüsse- Container angelegt. Truecrypt verbessert den
lung festlegen müssen. Um sicherzugehen, Hash-Wert, über den es verschlüsselt, wenn Sie
dass Ihr neues Laufwerk nicht geknackt werden die Maus einige Zeit hin und her bewegen. Danach
kann, sollte das Passwort etwa 20 Zeichen lang klicken Sie auf „Formatieren“. Ist der Vorgang ab-
sein und sich aus möglichst zufällig angeordneten geschlossen, klicken Sie auf „Beenden“. Damit ver-
Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Son- schwindet Truecrypt im Infobereich („Tray“) .
derzeichen zusammensetzen. Dieses Kennwort
müssen Sie später jedes Mal eingeben, wenn Sie
die verschlüsselte Container-Datei einhängen.

6 Verschlüsselten
Container einhängen
Zum Mounten (Einhängen) des Containers öffnen Sie
Truecrypt und markieren einen Laufwerksbuchstaben,
der auf Ihrem System noch nicht vergeben ist. Dann klicken Sie
auf „Datei“ und wählen die zuvor erstellte Container-Datei. Zu-
letzt gehen Sie auf „Einbinden“, geben Ihr Kennwort ein und
klicken auf „Beenden“. Jetzt finden Sie im Arbeitsplatz das neue
Laufwerk und können damit arbeiten.

7 Container-Laufwerk
abhängen
Wenn Sie alle relevanten Dateien auf dem
neuen Laufwerk abgelegt haben, öffnen Sie
Truecrypt erneut, markieren das eingehängte Lauf-
werk in der Liste und klicken auf „Trennen“. Jetzt ist
der Container wieder abgesperrt – und Ihre Da-
teien sind geschützt.

XXL-TIPPS 2009 167


ABSICHERN Online-Konten

Sicherheit beim Online-Banking

Online-Konto absichern
Millionen Deutsche erledigen ihre Bankgeschäfte übers Internet. Doch
viele sind dabei sehr leichtsinnig und riskieren im schlimmsten Fall, dass
das Konto geplündert wird. Von Peter-Uwe Lechner

Jeder dritte deutsche Bankkunde setzt mitt- einem Banküberfall das Kreditinstitut oder des-
lerweile auf den Internet-Service seines sen Versicherung den finanziellen Schaden trägt,
Kreditinstituts. Doch bei vielen bleibt ein gibt es bei Diebstahl über das Internet oft Streit,
mulmiges Gefühl: Ist das Geld dabei wirklich wer haftet. Damit es gar nicht erst so weit kommt,
sicher? Was passiert, wenn sich Räuber an sollten Sie als Kunde die nötigen Sicherheitsvor-
meinem Konto bedienen? Denn während bei kehrungen treffen.

1 Sicheres Banking-
Verfahren verwenden
Grundsätzlich empfehlen wir, zumindest auf
eine der fortgeschrittenen Lösungen zu set-
zen, nicht auf das klassische PIN-TAN-Ver-
fahren. Schon eine iTAN- oder iTAN-Plus-Lösung
bietet mit nur wenig Mehraufwand einen beacht-
lichen Sicherheitsgewinn. Bei der mTAN kommt ein
zuvor bei der Bank angemeldetes Handy ins Spiel.
Der Kunde erhält hier jeweils eine Transaktions-
nummer per SMS. Diese ist nur für kurze Zeit gültig
und an eine bestimmte Überweisung gebunden.
Das HBCI-Verfahren ist sicher, aber recht auf-
wendig. Außerdem sind Sie mit HBCI zunächst auf
Ihren PC daheim festgelegt oder müssen den Kar-
tenleser mit sich herumtragen.

2 Sichern Sie Ihr Konto schen viele Banken. Falls darüber hinausgehende
Transaktionen anstehen, können Sie sie über Ihre
Filiale anweisen. Informieren Sie sich im Vorfeld bei
Wichtig ist die Wahl des richtigen Zugangs- Ihrer Bank, welche Daten Sie im Notfall brauchen,
codes. Er sollte einerseits so einprägsam um Ihr Konto zu sperren, und über welche Rufnum-
sein, dass Sie ihn nirgendwo notieren müssen, an- mer das am schnellsten geht.
dererseits aber auch für Ihr privates Umfeld nicht Prüfen Sie regelmäßig Ihren Kontostand. In vie-
zu erraten sein. Wäh- len Betrugsfällen wird Geld auf ein ausländisches
len Sie unter keinen Konto übertragen. Ist es dort erst einmal abgeho-
Umständen für ver- ben, haben Sie in jedem Fall das Nachsehen. Aus
schiedene Zugänge vorgenanntem Grund sollten Sie einen Betrugsver-
denselben Zugangs- dacht schnellstmöglich melden. Spätestens ab
code. Legen Sie auch diesem Zeitpunkt muss nämlich die Bank die Haf-
ein Limit für Überwei- tung übernehmen. Notieren Sie sich dabei unbe-
sungen fest – dies dingt, mit wem Sie wann gesprochen haben. Oft
ermöglichen inzwi- erhalten Sie auch eine Vorgangsnummer.

168 XXL-TIPPS 2009


Online-Konten ABSICHERN

Paypal
Konto mit Schlüssel schützen
Wenn Sie häufig bei Ebay ein- oder ver- mal. Nach einem Klick auf „Registrieren“ warten
kaufen und dazu gerne den Bezahldienst Sie, bis das System eine SMS mit Aktivierungs-
Paypal nutzen, dann sind Ihnen vermutlich Code an Ihr Mobiltelefon schickt. Den erhaltenen
schon etliche Meldungen über Sicherheits- Code müssen Sie innerhalb der nächsten Minute
risiken bei Paypal untergekommen. eingeben. Sonst wird er ungültig, und Sie müssen
einen neuen anfordern. Nun ist Ihr Sicherheits-

TIPP Damit Sie nie zu den Leuten gehören,


die per Konto-Diebstahl um ihr Geld ge-
bracht werden, sichern Sie Paypal (www.paypal.
schlüssel aktiv.
SCHRITT 3: Sicherheitsschlüssel nutzen
Wenn Sie sich von nun an bei Paypal anmelden,
de) einfach besser ab. Seit einiger Zeit bietet der geben Sie zunächst wie gehabt Ihre Kontodaten
Bezahldienst die Möglichkeit,
sich einen kleinen Nummern-
generator für den Schlüsselan-
hänger zu bestellen. Er erzeugt
alle 30 Sekunden einen neuen
Code. Wenn Sie sich bei Paypal
anmelden, müssen Sie dann zu-
sätzlich zu Mailadresse und
Kennwort die aktuelle Nummer
eingeben.
Noch praktischer als das Zu-
satzgerät ist es, den SMS-Dienst
von Paypal zu nutzen. Das
Prinzip ist ähnlich – nur rufen
Sie hier die aktuelle Kennung
mit Ihrem Mobiltelefon ab, wie
Sie das vom mTAN-Verfahren
beim Online-Banking kennen.
Wir finden diese Methode sinn-
voller, da Sie das Mobiltelefon
meist sowieso dabei haben und
somit auf ein zusätzliches Ge-
rät verzichten können.
Sowohl für das Gerät als Paypal-Schlüssel im Mobiltelefon: Um Ihr Paypal-Konto sicherer zu machen
auch für den SMS-Dienst be- und vor unbefugtem Zugriff zu schützen, registrieren Sie Ihr Telefon einfach
trägt der Preis einmalig 4,95 als Sicherheitsschlüssel. Dieser Paypal-Dienst ist kostenlos
Euro. Die Benutzung ist danach
kostenlos, zumindest wenn Ihr Mobiltelefon- ein und bestätigen. Klicken Sie dann auf „Code
Provider Ihnen kein Geld für den Empfang von anfordern“. Kurz darauf erhalten Sie eine SMS
SMS-Nachrichten berechnet – das ist in Deutsch- mit einem Sicherheitscode. Geben Sie ihn inner-
land aber unüblich. halb der nächsten Minuten ein, um sich endgültig
SCHRITT 1: Sicherheitsschlüssel wählen anzumelden.
Um den Sicherheitsschlüssel zu nutzen, melden SCHRITT 4: Sicherheitsfragen hinterlegen
Sie sich zunächst wie üblich auf der deutschen Für den Fall, dass Sie mal das Mobiltelefon nicht
Paypal-Website (www.paypal.de) mit Ihren Kon- zur Hand haben und sich trotzdem bei Paypal an-
todaten an. Dann klicken Sie auf „Mein Profil, melden müssen, können Sie zusätzlich Sicher-
Sicherheitsschlüssel, Sicherheitsschlüssel anfor- heitsfragen hinterlegen. So können Sie etwa die
dern“. Im nächsten Dialog wählen Sie „Jetzt vier letzten Ziffern Ihres Personalausweises und/
SMS-Sicherheitsschlüssel bestellen“, um die oder Führerscheins abfragen lassen, um eingelas-
Mobiltelefon-Variante zu nutzen. sen zu werden. Um zu den Sicherheitsfragen zu
SCHRITT 2: Sicherheitsschlüssel aktivieren gelangen, geben Sie wie gehabt Ihre Paypal-Konto-
Im folgenden Dialog geben Sie Ihre Mobiltelefon- daten ein und wählen dann „Ich habe meinen
nummer ein und bestätigen die Eingabe noch ein- Sicherheitsschlüssel nicht bei mir“.

XXL-TIPPS 2009 169


VIRTUALISIERUNG Im Überblick

INHALT Virtualisierung
172 | So arbeiten Sie virtuell
Nutzen Sie einen virtuellen Zweit-PC gratis
182 | Windows-PC klonen
1:1-Kopie Ihres Windows-PCs erstellen
186 | Live-CDs für Windows
ISO-Images blitzschnell im virtuellen PC starten
188 | Linux auf dem Desktop
Linux-Programme unter Windows ausführen

170 XXL-TIPPS 2009


Im Überblick VIRTUALISIERUNG

Virtuelle
Zweit-PCs
Virtualisierung auf dem Desktop ist und bleibt ein Trendthema.
Kein Wunder, virtuelle Maschinen bieten vielerlei Möglichkeiten
– und die benötigte Software ist gratis. Von Peter-Uwe Lechner

Software testen oder Betriebssysteme aus- mit bereits installierter Software zu achten. Virtu-
probieren, ohne gleich einen Systemcrash elle Maschinen lassen sich jederzeit umkonfigu-
zu riskieren, mit potenziell gefährlichen Pro- rieren, etwa indem Sie den bereitgestellten Haupt-
grammen ohne Folgen experimentieren oder ein- speicher vergrößern oder verkleinern, eine
fach ohne Virenschutz sicher surfen: Mit einem Schnittstelle hinzufügen oder ein zusätzliches
virtuellen PC geht das ganz leicht. Der neue Com- Laufwerk integrieren. So erzeugen Sie ganz ein-
puter arbeitet in einem Fenster auf dem Desktop fach unterschiedliche Anwendungsumgebungen.
des Host-Rechners. Das virtuelle System lässt sich Die Verwaltung der virtuellen Maschinen er-
wie ein herkömmliches Betriebssystem nutzen folgt über Steuerzentralen. Über sie schalten Sie
und später zurücksetzen, ohne die Konfiguration zwischen mehreren Betriebssystemen hin und her
des Hauptrechners zu verändern. Frei nach dem wie zwischen herkömmlichen Anwendungen,
Motto: „Alles ausprobieren, null Risiko“. bringen einen PC in den Vordergrund oder schal-
So brauchen Sie beispielsweise bei neuen Pro- ten ihn ab. Alles was Sie für den Einstieg benöti-
grammen nicht auf mögliche Wechselwirkungen gen, finden Sie auf C DVD.

QUICK-TIPPS
Mehr Funktionen ners. Mehr Arbeitsspeicher im Host-PC sorgt für terzuarbeiten. Hierfür genügt es, den Festplat-
Gasterweiterungen installieren eine zügigere Ausführung des Betriebssystems ten-Container beispielsweise auf DVD zu
Bei den Zusatzpaketen handelt es sich im Fenster. Als Faustregel: Virtuelle Maschinen brennen, am Ziel-Computer wieder auf die
! um kostenlose Systemerweiterungen für laufen ab 2 GHz und 1 GB RAM recht flott. Den Festplatte zu kopieren und die Datei in Vmware
Vmware, Virtual Box und Virtual PC. Sie werden virtuellen PCs müssen Sie genügend RAM ab- oder Virtual Box zu öffnen. Weil die Programme
auf dem Windows- oder Linux-Gastsystem ein- geben: 256 MB beanspruchen ältere Windows- im laufenden Betrieb permanent Daten in den
gerichtet, um etwa Daten per Drag & Drop zwi- Versionen und einfache Linux-Distributionen. Für Container schreiben, lassen sich virtuelle PCs
schen dem virtuellen PC und dem Haupt- Windows XP und umfangreiche Linuxe müssen übrigens nicht direkt von DVD starten.
betriebssystem auszutauschen. Auch für die es mindestens 512 MB sein. Vista beansprucht
Simulation von Netzwerkfreigaben und das Ein- für eine zügige Ausführung mindestens 1 GB. Hardware-Erkennung
stellen einer höheren Bildschirmauflösung sind USB-Geräte zuordnen
die ergänzenden Tools wichtig. Gast-PC Oftmals wird ein USB-Gerät von der
Virtuelle Maschine umziehen ! Virtualisierungs-Software mit einem
Geschwindigkeit Die Festplatte einer virtuellen Maschine kryptischem Namen oder nur als „Unbekanntes
So arbeiten virtuelle PCs schneller ! wird auf dem Host-Rechner in Form ei- Gerät“ erkannt. Um herauszufinden, um wel-
Entscheidend für das Arbeitstempo des ner Container-Datei gespeichert. Dadurch ist ches Gerät es sich tatsächlich handelt, schalten
! virtuellen PCs ist die Prozessorleistung es einfach, einen Gast-PC auf einen anderen Sie alle USB-Geräte aus und dann nacheinan-
und die Arbeitsspeichergröße des Host-Rech- Windows-Rechner umzuziehen und dort wei- der ein. Merken Sie sich die Namen.

XXL-TIPPS 2009 171


VIRTUALISIERUNG W indows vir tuell nut zen

Zweit-PC auf Ihrem Desktop

So arbeiten Sie virtuell


Testen Sie ohne Risiko neue Programme, unbekannte Einstellungen,
Tuning-Tipps, Sicherheits-Patches und Software aus unseriösen Quellen
in einer virtuellen Umgebung auf dem PC. Von Peter-Uwe Lechner

Die virtuelle Umgebung basiert auf einem oder mit Einstellungen herumexperimentieren,
Virtualisierungsprogramm, mit dessen Hilfe ohne dass Ihre reale XP- oder Vista-Installation
Sie weitere Betriebssysteme wie Open Suse, Schaden nehmen kann. Sogar das Surfen auf einer
Ubuntu oder eine beliebige Windows-Version in- verseuchten Website bleibt für Ihr Arbeits-Win-
stallieren. Dazu brauchen Sie weder Zusatz- dows ohne Folgen: Wird das virtuelle System mit
Hardware noch einen weiteren Monitor: Das Malware infiziert, schließen Sie einfach das Fens-
Ganze läuft wie ein herkömmliches Programm in ter und verwerfen damit sämtliche Änderungen.
einem Fenster auf Ihrem Desktop ab. Mit einer Der Markt für Virtualisierungs-Produkte ist hart
Virtualisierungs-Software können Sie sogar meh- umkämpft. Bei Vista und XP können Sie in puncto
rere Betriebssysteme parallel auf Ihrem Rechner Virtualisierungs-Software aus dem Vollen schöp-
starten. Das hat viele Vorteile: Sie können darin fen. Gleich mehrere leistungsfähige und vor allem
wie auf einem echten Rechner Tools installieren kostenlose Programme stehen zur Auswahl.

Software auswählen
1 Virtual PC 2007 SP1
Primitiv – im positiven Sinne – ist Virtual PC
2007 SP1 (auf C DVD und unter www.microsoft.
com): Das Programm ist intuitiv bedienbar und gut
geeignet, wenn Sie vor allem Vista oder andere
Windows-Versionen im Fenster ablaufen lassen
wollen. Virtual PC lässt sich laut Microsoft unter
Windows Server 2003, Windows XP Professional
sowie den Vista-Editionen Business und Ultimate
installieren. Die Software arbeitet jedoch auch pro-
blemlos mit Windows XP Home und Vista Home
Premium zusammen. Den Hinweis über ein nicht
unterstütztes Betriebssystem können Sie bei der
Installation von Virtual PC 2007 ignorieren.

TECHNIK So funktioniert die Virtualisierung


Virtualisierungs-Tools teilen die Ressourcen Ihres das Sie darauf installieren, sieht die Umgebung wie ein echter
Rechners auf weitere, zusätzliche Betriebssysteme auf. PC aus. Ein virtueller PC zwackt dem Hauptsystem Arbeits-
Dazu emuliert das jeweilige Programm einen kompletten PC speicher, CPU-Leistung und Festplattenplatz ab, läuft ansons-
– samt Bios, CPU, Grafikkarte, Chipsatz, Soundkarte und ten jedoch weitgehend unabhängig vom Wirtssystem. Die
Netzwerkschnittstelle. Festplatten stellt die Virtualisierungs- Netzwerkkarte im virtuellen PC lässt sich so einrichten, dass
Software durch Image-Dateien dar. Für ein Betriebssystem, sich das virtuelle System wie ein eigenständiger PC verhält.

172 XXL-TIPPS 2009


W indows vir tuell nut zen VIRTUALISIERUNG

2 Virtual Box
Mit Virtual Box lassen sich mehrere PCs
parallel aufsetzen. Die für Privatanwender kos-
tenlose Software (auf C DVD und unter www.
virtualbox.org) arbeitet schnell und verfügt über
eine übersichtliche Steuerzentrale. Virtual Box un-
terstützt Freigabeordner und USB-Geräte. An
Gastsystemen sind neben Windows auch Linux
und DOS erlaubt. Über einen Assistenten legen
Sie eine neue virtuelle Maschine an, in der Sie das
Gastbetriebssystem einrichten und schließlich
starten – fertig ist der Zweit- oder Dritt-PC.

3 Vmware Player, Server


und Workstation
Von Vmware gibt es mit Vmware Workstation
ein vergleichbares Tool (www.vmware.com),
für das Sie allerdings rund 170 Euro investieren
müssen. Das lohnt sich für Privatanwender nicht.
Für Software-Entwickler bietet das Tool dagegen
interessante Zusatzfunktionen.
Gratis ist der Vmware Player (auf C DVD), den
Sie primär zum Abspielen vorgefertigter virtueller
Systeme verwenden – erstellen kann er sie nicht.
Dafür können Sie mit dem Player eine mittels Vm-
ware Converter (auf C DVD) erstellte Kopie Ihres
eigenen Rechners ausführen.
Der kostenlose Vmware Server enthält viele
Funktionen der Vmware Workstation. Gewöh-
nungsbedürftig: Der Vmware Server arbeitet Web-
basiert, der Zugriff auf die Programmfunktionen
zum Anlegen und Starten von virtuellen Maschinen
erfolgt über den Webbrow-
ser. Für die Nutzung der
Software ist eine kostenlose
Registrierung beim Hersteller
unter http://www.vmware.
com/freedownload/login.
php?product=server20 er-
forderlich.

XXL-TIPPS 2009 173


VIRTUALISIERUNG W indows vir tuell nut zen

Virtuelles System einrichten


1 Software installieren 2 Neuen PC erstellen
Installieren Sie Virtual Box von C DVD, oder Im Hauptmenü von Virtual Box klicken Sie
laden Sie die Software von der Hersteller-Website auf „Neu“. Geben Sie einen Namen für den neu-
www.virtualbox.org. Folgen Sie den Anweisungen en virtuellen Rechner ein. Als
des Setup-Assistenten. Nächstes wählen Sie im Ausklapp-
Übernehmen Sie alle feld darunter das gewünschte Be-
vorgeschlagenen Ein- triebssystem aus, das Sie einrich-
stellungen. Die Einrich- ten wollen. Bestätigen Sie mit
tung der Software er- „Weiter“. Nun legen Sie fest, über
folgt in englischer wie viel Arbeitsspeicher der virtu-
Sprache. Beim ersten elle PC verfügen soll. Geben Sie nicht mehr als
Programmstart er- den halben Wert des verfügbaren Speichers an.
scheint die Software
dann deutschsprachig.

3 Festplatte einrichten
Statten Sie den virtuellen PC mit einer Fest-
platte aus. Dazu rufen Sie mit „Neu“ den Daten-
trägerassistenten auf. Gehen Sie auf „Weiter“,
markieren Sie „Dynamisch wachsend“ und über-
nehmen die Einstellung mit Klicks auf „Weiter, Wei-
ter“. Die Laufwerksgröße für Windows ist stan-
dardmäßig auf 10 GB voreingestellt.
4 DVD-Laufwerk ergänzen
Mit dem Schieber passen Sie die Größe an. Be-
stätigen Sie mit „Weiter“, dann erscheint eine Zu- Richten Sie ein virtuelles DVD-Laufwerk ein.
sammenfassung mit den getroffenen Einstellungen. Klicken Sie dazu im Hauptmenü von Virtual Box
Gehen Sie auf „Abschließen“ zum Beenden des Ihren neuen virtuellen PC an und dann rechts im
Assistenten. Damit haben Sie Bereich „Details“ auf den blau eingefärbten Eintrag
ein dynamisch anwachsendes „CD/DVD-ROM“. Es öffnet sich das Einstellun-
Laufwerk erstellt. Die Container- gen-Fenster. Setzen Sie ein Häkchen vor „CD/
datei dazu legt DVD Laufwerk einbinden“.
Virtual Box auf Aktivieren Sie den Punkt „CD/DVD Laufwerk
der Festplatte des des Hosts“, und stellen Sie den Laufwerksbuch-
Hauptrechners ab staben Ihres echten DVD-Laufwerks aus. Bestäti-
und ändert deren gen Sie mit einem Klick auf „OK“.
Größe je nach
Erfordernis. Be-
enden Sie die
Einrichtung mit
„Weiter“ und
„Abschließen“.

174 XXL-TIPPS 2009


W indows vir tuell nut zen VIRTUALISIERUNG

5 Netzwerk einrichten
Unter „Netzwerk“ richten Sie bis zu vier
Netzwerkkarten ein. Auf den meisten Windows-
PCs sinnvoll ist die Netzwerkeinstellung „NAT“: In
diesem Modus nutzt der virtuelle PC die IP-Adres-
se des Host-Computers. Der Gast-PC erhält von
Virtual Box eine interne IP-Adresse und hat dar-
über Zugriff auf Ihr lokales Netzwerk und auf den
vorhandenen Internet-Anschluss.
„Hostinterface“: Der virtuelle Rechner darf direkt
auf die Netzwerkkarte des Host-PCs zugreifen.
Die virtuelle Maschine verhält sich wie ein weiterer
PC im lokalen Netz. Der Modus „Internes Netz-
werk“ stellt ein virtuelles Netzwerk bereit, das nur
für den Host-Rechner und die aktiven virtuellen
Computer sichtbar ist.

6 Startassistent aufrufen
Starten Sie den virtuellen PC mit einem Klick
auf „Starten“ im Hauptmenü von Virtual Box.
Es erscheint ein Startassistent, der Sie beim In-
stallieren eines Betriebssystems in der virtuellen
Maschine unterstützt. Der Assistent öffnet sich im-
mer dann, wenn Sie bei einem neuen virtuellen
System zum ersten Mal auf „Starten“ klicken. Nach
einem Klick auf „Weiter“ kommen Sie zur Auswahl
des Installationsmediums.
Um auf dem virtuellen PC beispielsweise Win-
dows XP zu installieren, legen Sie die Setup-CD in
Ihr echtes Laufwerk ein oder mounten ein CD-Ab-
bild im Startassistenten. Klicken Sie auf „Weiter“
und danach auf „Abschließen“.

7 Betriebssystem
installieren
Nach dem Start von der Setup-CD beginnt
das Installations-Procedere des Betriebs-
systems. Abhängig von den persönlichen Anfor-
derungen lassen Sie das Setup-Programm die
virtuelle Festplatte in mehrere Partitionen aufteilen.
Oder Sie verwenden eine große zusammenhän-
gende Partition. Als Dateisystem empfiehlt sich
NTFS. Das Kopieren der Daten und die übrige
Einrichtung von Windows XP dauern rund eine
Stunde.

XXL-TIPPS 2009 175


VIRTUALISIERUNG W indows vir tuell nut zen

Virtuelles System optimieren


1 Ablagepfad ändern 2 Host-Taste anpassen
Über „Datei, Globale Einstellungen“ bezie- In der Kategorie „Eingabe“ ist die rechte
hungsweise die Tastenkombination <Strg>- <Strg>-Taste zum Verlassen des Gast-PC-
<G> gelangen Sie zum Dialog „Virtual Box - Än- Fensters voreingestellt. Um die Host-Taste zu än-
dern“. Unter „Allgemein“ sind die beiden dern und zukünftig eine andere Tastenkombination
Verzeichnisse für virtuelle Festplatten und die Kon- zu nutzen, klicken Sie im rechten Bereich das Ein-
figurationsdateien der virtuellen Rechner vorein- gabefeld neben „Host-Taste“ an und drücken dann
gestellt. Falls Sie einen anderen Pfad, beispiels- die gewünschte Tastenkombination aus. „Auto-
weise auf einer anderen Festplatte, angeben Fangmodus für Tastatur“ ist standardmäßig ein-
möchten, klicken Sie am Ende des Feldes auf den schaltet. Die Option sorgt dafür, dass alle Tas-
Pfeil und danach auf den tatureingaben in den virtuellen PC umgeleitet
Eintrag „Ändern“. Im fol- werden, wenn ein Virtual-Box-Fenster aktiv ist.
genden Dateiauswahldia-
log wählen Sie dann das
gewünschte neue Ver-
zeichnis aus. Möchten Sie
die Änderungen rückgän-
gig machen, genügt ein
Klick auf „Zurücksetzen“.

3 Speicher erhöhen
Wählen Sie einen virtuellen PC links in der
Steuerkonsole von Virtual Box aus, und klicken
Sie auf „Ändern“. Im folgenden Dialog landen Sie
im Bereich „Allgemein“. Hier stellen Sie den zuge-
wiesenen Haupt- und Grafik-
speicher für den virtuellen
Rechner ein. Bewegen Sie den
Schieberegler nach rechts be-
ziehungsweise links, oder ge-
ben Sie den gewünschten Wert
direkt in die entsprechenden
Eingabefelder ein.

176 XXL-TIPPS 2009


W indows vir tuell nut zen VIRTUALISIERUNG

4 Erweiterte Optionen regeln


Im Register „Erweitert“ verändern Sie die Boot-Reihen-
folge (Diskette, CD/DVD-ROM, Platte und Netzwerk). Außer-
dem passen Sie die erweiterten Einstellungen an.
„ACPI aktivieren“ sorgt dafür, dass das Gastbetriebssystem
das Advanced Configuration and Power Interface (ACPI) des
Host-Rechners nutzen kann. Der ACPI-Standard stellt verschie-
dene Schnittstellen zur Hardware-Erkennung, zur Gerätekonfi-
guration und zum Energiemanagement zur Verfügung. Stan-
dardmäßig ist in jedem neuen virtuellen Rechner ACPI
eingeschaltet und sollte nur bei offensichtlichen Problemen in
der jeweiligen VM deaktiviert werden.
Von Haus funktioniert die Zwischenablage in beide Rich-
tungen – also vom Host-PC zum virtuellen Rechner und umge-
kehrt. Falls Sie diese bidirektionale Funktion nicht wünschen,
stellen Sie die gewünschte Richtung („Host zu Gast“ bezie-
hungsweise „Gast zu Host“) ein oder schalten Sie die Zwi-
schenablage in Virtual Box komplett ab.

5 Gasterweiterungen 6 Ansichten wechseln


installieren
Ist der virtuelle PC mit seinem Gastbetriebs-
Damit das Gast-Betriebssystem optimal mit system in einem eigenen Fenster gestartet,
der Virtualisierung zurechtkommt, braucht es stehen in der Menüleiste unter „Maschine“ ver-
ein paar Treiber und Add-ons. Ein virtueller PC in schiedene Einstellungen und Funktionen zur Verfü-
Virtual Box ist deshalb ohne die Additions genann- gung. Die bei den Hotkeys verwendete <Host>-
ten Zusatz-Tools aus dem Lieferumfang der jewei- Taste ist übrigens die
ligen Software nicht komplett. Taste, die Sie in der
Konsole von Virtual Box
unter „Globale Einstel-
lungen“ festgelegt ha-
ben. Standardmäßig ist
das die rechte <Strg>-
Taste. Über <Host>-
<F> wechseln Sie in die
Vollbildansicht. Beim
ersten Anschalten erhal-
ten Sie einen Hinweis,
Das Software- und Treiberpaket installiert im Gast- den Sie danach aber
system einen speziellen Grafik- sowie Maustreiber dauerhaft abschalten
und unter Linux einen angepassten X-Server. Die können. In der Vollbild-
Grafikauflösung und die Reaktionszeit des Gast- ansicht werden keine Menüleisten angezeigt. Mit
systems sind damit erheblich besser. Die Funktion <Host>-<Pos1> blenden Sie das Kontextmenü
zur Installation der Tools hängt im Gastsystem eine für „Maschine“ ein. Mit <Host>-<F> verlassen Sie
ISO-Datei als virtuelles CD-Laufwerk ein, von der die Vollbildansicht auch wieder.
aus Sie die Additions installieren können. Das ist
schnell erledigt, denn ein Assistent führt Sie durch
die erforderlichen Schritte. Wenn Sie eine neue
Version von Virtual Box installieren, müssen Sie
auch die Additions neu einrichten.

XXL-TIPPS 2009 177


VIRTUALISIERUNG W indows vir tuell nut zen

Einstellungen sichern
1 Sicherungspunkt
erstellen
Bei einem Sicherungspunkt handelt es sich
um einen Wiederherstellungspunkt des virtu-
ellen Systems, zu dem Sie jederzeit wieder zurück-
kehren können. Im Hauptmenü von Virtual Box mar-
kieren Sie links den virtuellen PC, für
2 Änderungen widerrufen
den Sie einen Sicherungspunkt er-
stellen möchten. Klicken Sie dann im In Virtual Box kehren Sie bei Bedarf zum
rechten Fensterbereich auf die Regis- letzten gespeicherten Sicherungspunkt zu-
terkarte „Sicherungspunkte“. In der rück. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste
Symbolleiste am oberen Rand drü- auf den Eintrag „Aktueller Zustand“. Im Kontextme-
cken Sie das Kamerasymbol. Geben nü wählen Sie entweder den Befehl „Zurückkehren
Sie im folgenden Fenster einen Na- zum letzten Sicherungspunkt“ oder „Aktuellen Si-
men für den Sicherungspunkt ein. cherungspunkt und Zustand verwerfen“ aus.
Bestätigen Sie mit „OK“.

4 Fernzugriff einschalten
Virtual Box bietet einen praktischen Fern-
zugriff für Windows XP und Vista, der stan-
dardmäßig jedoch ausgeschaltet ist. Klicken Sie im
Hauptmenü von Virtual Box auf „Fernsteuerung“,
schalten Sie die Checkbox vor „VRDP-Server akti-

3 Zweitplatte einbinden vieren“ ein, und übernehmen Sie die Änderung mit
einem Klick auf die Schaltfläche „OK“. Starten Sie
anschließend die virtuelle Maschine.
Reicht der Speicherplatz auf der Festplatte Am XP- oder Vista-PC, von dem aus Sie auf das
eines virtuellen PCs nicht aus, können Sie ein virtuellen System zugreifen möchten, wählen Sie
weiteres Laufwerk einbinden. Beenden Sie den vir- „Start, Programme, Zubehör, Kommunikation“ oder
tuellen PC, markieren Sie ihn im Hauptmenü von „Alle Programme, Zubehör“. Gehen Sie auf „Re-
Virtual Box und klicken rechts auf „Festplatten“. motedesktopverbindung“. Geben Sie die IP-
Gehen Sie auf das grüne Pluszeichen, und fol- Adresse des virtuellen PCs ein. Wenn Sie in den
gen Sie den Anweisungen des Assistenten, um Fernsteuerungs-Einstellungen von Virtual Box die
eine zweite virtuelle Festplatte zu erstellen und ein- Anmeldung mit einem Kennwort aktiviert haben,
zubinden. Mit „Neu“ und der Hilfe des Assistenten müssen Sie noch den Benutzernamen und das
erstellen Sie eine virtuelle Festplatte in der ge- Passwort eintippen.
wünschten Größe. Mit einem Klick auf
das gelbe Icon im Einstellungsfenster
öffnen Sie den Manager für virtuelle Me-
dien und wählen eine bereits vorhande-
ne virtuelle Festplatte aus.

178 XXL-TIPPS 2009


W indows vir tuell nut zen VIRTUALISIERUNG

Daten teilen
1 Ordner einrichten
Beenden Sie den virtuellen PC. Klicken Sie
dann im Hauptmenü von Virtual Box im rechten
Fensterbereich auf die Registerkarte „Details“ und
danach auf den Punkt „Gemeinsame Ordner“.
Im folgenden Dialog klicken Sie rechts außen auf
das grüne Symbol und fügen anschließend mit Hil-
fe des Dateiauswahldialogs die Verzeichnisse hin-
zu. Dazu klicken Sie im Auswahlfeld „Ordner-Pfad“
auf „Ändern“, suchen das gewünschte Verzeichnis
auf der lokalen Festplatte und klicken auf „OK“.
Tippen Sie dann noch einem Namen für den ge-
meinsamen Ordner ein.

2 Zugriffsrechte vergeben 3 Laufwerk verbinden


Falls Sie den Schreibschutz einschalten Die neu hinzugefügten Ordner stehen nicht
möchten, setzen Sie ein Häkchen vor die Option sofort zur Verfügung und müssen im Gast-Be-
„Nur lesbar“. Übernehmen Sie die Einstellungen triebssystem erst konfiguriert werden. Öffnen Sie
mit einem Klick auf den Button „OK“. Fügen Sie dazu den Explorer. Wählen Sie „Extras, Netzlauf-
weitere Verzeichnisse für die gemeinsame Nutzung werk verbinden“. Rechts neben
hinzu, oder schließen Sie das Einstellungsfenster. „Ordner“ klicken Sie auf „Durchsu-
Einmal angelegte gemeinsame Ordner lassen sich chen“. Im nächsten Fenster „Ordner
übrigens auf Mausklick wieder entfernen, oder Sie suchen“ klicken Sie auf den Eintrag
ändern die Einstellungen. „Virtual Box Shared Folders“ und
darunter auf die jeweilige Freigabe.
Bestätigen Sie mit einem Klick auf
den Button „OK“.
Zurück im Fenster „Netzlaufwerk verbinden“ wei-
sen Sie dem gemeinsamen Ordner noch einen
Laufwerksbuchstaben über das Aufklappfeld
„Laufwerk“ zu und setzen ein Häkchen vor „Verbin-
dung bei Anmeldung wiederherstellen“. Ein Klick
auf den Button „Fertig stellen“ schließt die Konfi-
guration ab. Im Explorer erscheint das Laufwerk
unter „Netzlaufwerke“.

4 Ordner mappen
Auch auf der Kommandozeile können Sie virtuelle Ordner ansprechen: Auf
einem Gast-System mit Windows öffnen Sie über „Start, Ausführen“, den Befehl
„cmd“ und einen Klick auf „OK“ ein Kommandozeilenfenster. Tippen Sie den Befehl
„net use <Laufwerk> \\vboxsvr\<Ordner>“ ein, und klicken Sie auf „OK“. Der Platz-
halter <Laufwerk> steht für den Laufwerksbuchstaben samt Doppelpunkt, den die
Freigabe erhalten soll, und <Ordner> für den Namen, den Sie vergeben haben.

XXL-TIPPS 2009 179


VIRTUALISIERUNG W indows vir tuell nut zen

Nahtlosen Modus einschalten


1 Auflösung angleichen
Der nahtlose Modus lässt sich nur verwen-
den, wenn Host- und Gast-System die gleiche
Bildschirmauflösung verwenden. Die Einstellung
1024 x 768 Pixel sollte ein gemeinsamer Nenner
für beide Systeme sein. Zum Ändern der Einstel-
lungen unter Windows XP klicken Sie mit der rech-
ten Maustaste auf den Windows-Desktop und
wählen im folgenden Kontextmenü den Eintrag „Ei-
genschaften“. Stellen Sie dann im Register „Ein-
stellungen“ die Auflösung mithilfe des Schiebereg-
lers ein. Unter Vista ist das Vorgehen ähnlich. Der
Kontextmenüeintrag nach einem Rechtsklick auf
den Desktop lautet „Anpassen“, die Einstellungen
finden Sie im folgenden Dialog unter der Register-
karte „Anzeige“. Bestätigen Sie die Änderungen
mit einem Klick auf „Übernehmen“ und „Ok“. Even-
tuell müssen Sie den Host- und Gast-PC neu star-
ten, damit die Änderungen Anwendung finden.

2 Modus einschalten
Wechseln Sie in den nahtlosen Modus, indem
Sie die Maus über das Fenster des virtuellen PCs
bewegen und die rechte <Strg>-Taste zusammen
mit der Taste <L> drücken. Oder Sie klicken in der
Menüleiste des Virtual-Box-Fensters auf „Maschine“
und wählen „Nahtloser Modus“. Bestätigen Sie das
Infofenster mit einem Klick auf „Einschalten“.

3 VM steuern
Am unteren Bildschirmrand
sehen Sie die Startleiste des
Wirt-PCs. Über diese Leiste lassen
sich neue Programme im Gast-PC
starten sowie geöffnete Fenster
verschieben und schließen. Der
nahtlose Modus funktioniert übri-
gens auch mit Linux als Gast-Sys-
tem. Das Einschalten und die Steu-
erung läuft nach dem gleichen
Muster wie bei Windows ab.

180 XXL-TIPPS 2009


W indows vir tuell nut zen VIRTUALISIERUNG

Sicher surfen im Fearless Browser


1 Moka Five einrichten
Der für Privatnutzer kostenlose Moka Five Player
(www.mokafive.com) erlaubt das Herunterladen und Starten
von fertigen virtuellen Maschinen aus dem Netz, etwa einer
sicheren Surfumgebung auf Linux-Basis. Mit dem Moka Five
Creator können Sie zudem eigene Systeme einrichten. Moka
Five Player besteht aus zwei Teilen: Einer grafischen Steuer-
zentrale für virtuelle PCs samt Download-Manager zum ein-
fachen Herunterladen von virtuellen Systemen und einem
technischen Unterbau. Hierfür arbeitet im Hintergrund die
Virtualisierungs-Software Vmware Player. Das Tool bekom-
men Sie normalerweise nicht zu Gesicht, denn sämtliche
Aufgaben wie das Starten und Beenden eines virtuellen
Rechners erledigen Sie im Menü von Moka Five.

2 Fearless Browser laden


Der eigentliche Clou vom Moka Five ist die Laden Sie die Software von der Website www.
Live-PC-Bibliothek. Unter der Adresse http:// mokafive.com, und installieren Sie das Programm.
lab.mokafive.com/List gibt’s eine große Auswahl Wählen Sie im Begrüßungsfenster „Auf diesem
vorkonfigurierter Live-PCs, etwa kostenlose Surf- Rechner installieren“, die übrigen Vorgaben kön-
PCs, Linux-Rechner mit Open Office, Spiele- und nen Sie übernehmen. Deaktivieren Sie im Begrü-
Multimedia-Systeme. Nachdem Sie sich einmal an- ßungsfenster „Anonymisierte Nutzungsdaten an
gemeldet haben, genügt ein Mausklick auf eines MokaFive senden“. Beim ersten Start von Moka
der Systeme, und Moka Five lädt den gewünsch- Five lädt das Tool automatisch den rund 130 MB
ten virtuellen PC herunter und installiert ihn. Da- großen Surf-PC Fearless Browser herunter. Den
nach ist er ohne weitere Anpassungen startklar. Fortschritt des Downloads zeigt ein Statusbalken
an. Sobald neben dem
Schildkröten-Icon „ready“
erscheint, ist der Down-
load abgeschlossen und
der virtuelle PC einsatz-
bereit. Zum Start des Live-
PCs klicken Sie auf den
„Run“-Button. Zum Verlas-
sen des Live-PC-Fensters
drücken Sie <Strg>-
<Alt>. Zum Beenden
schließen Sie das Fenster.

XXL-TIPPS 2009 181


VIRTUALISIERUNG Eigenen Rechner konver tieren

Ihr Windows als Zweit-PC

Windows-PC klonen
Möchten Sie eine Kopie Ihres Windows-PCs in eine virtuelle Maschine
umwandeln, klappt das am einfachsten und schnellsten mit dem kosten-
losen Vmware Converter 4.0 (auf C DVD). Von Peter-Uwe Lechner

1 Konvertierung
vorbereiten
Bevor Sie mit der Konvertierung eines Win-
dows-PCs starten, sollten Sie das System vor-
bereiten. Das vermeidet Ärger wie Abstürze und
Bluescreens in der virtuellen Maschine und schont
Ihre Nerven. Mit der Freeware Autoruns (Down-
load unter www.sysinternals.com, kostenlos)
schalten Sie sämtliche Windows-Autostart-Einträ-
ge vorübergehend ab und nach dem Konvertieren
wieder an. Zusätzlich sollten Sie Windows aufräu-
men, denn Datenmüll sowie verwaiste Einträge und
Fehler in der Registry möchten Sie ganz sicher
2 Klon-Assistenten starten
nicht in die virtuellen Maschine überführen. Für
schnelle Aufräumarbeiten verwenden Sie bei- Ein Assistent führt Sie durch die Konvertie-
spielsweise die Free- rungsaufgaben. Beginnen Sie mit einem Klick
ware Ccleaner (auf C auf „Convert Machine“ links oben, um den Assis-
DVD und unter www. tenten zu starten. Unter „Specify Source“ überneh-
ccleaner.com). Sind die men Sie im Aufklappfeld „Select source type“ die
Vorbereitungen abge- Vorgabe „Powered-on-machine“. Im Abschnitt dar-
schlossen, können Sie unter ist die Option „A remote machine“ voreinge-
die Konvertierung mit stellt. Damit lassen sich Rechner im Netzwerk si-
Vmware Converter chern, ohne dass Sie den Vmware Converter auf
4.0 (auf C DVD und diesen PC installieren müssen. Wir entscheiden
unter www.vmware. uns an dieser Stelle für die Option „This local ma-
com) beginnen. chine“ und drücken den Button „Next“.

3 Software wählen
Nun wählen Sie den Typ und das Vmware-
Tool aus, für das der virtuelle PC bereitgestellt
werden soll. Setzen Sie die Einstellung im oberen
Ausklappfeld auf „VMware Workstation or other
VMware virtual machine“. Darunter haben Sie unter
anderem die Wahl zwischen Vmware Workstation,
Vmware Server und Vmware Player – wir entschei-
den uns für „Vmware Player 2.x“. Geben Sie dem
neuen virtuellen PC einen Namen, und klicken Sie
auf „Browse“, um das Zielverzeichnis auf Platte
auszuwählen. Klicken Sie auf „Next“.

182 XXL-TIPPS 2009


Eigenen Rechner konver tieren VIRTUALISIERUNG

4 Laufwerke wählen
Im Bereich „Data to copy“ sind alle internen Festplatten und
Partitionen aufgelistet, die verfügbar sind. Klicken Sie auf „Edit“ am
Ende der Zeile. Nun werden rechts die vorhandenen Festplatten aufge-
listet. Entfernen Sie das Häkchen vor den Laufwerken, die der virtuelle
Rechner nicht erhalten soll. Zusätzlich sollte die Option „Ignore page file
and hibernation file“ eingeschaltet sein. So reduzieren Sie die Größe
des virtuellen Abbildes. Die beiden Dateien werden beim ersten Start
von Windows in der virtuellen Umgebung automatisch neu angelegt.
Tipp: Sind später in der virtuellen Maschine die Gast-Erweiterungen
von Vmware („Vmware Tools“) installiert, ist ein Zugriff auf die Datenträ-
ger über „freigegebene Verzeichnisse“ möglich.

5 CPU und Netzwerk


anpassen
Nun erhalten Sie eventuell einige Warnhin-
weise. Beispielsweise kann der Vmware Player
nur mit zwei Prozessoren umgehen. Besitzt Ihr PC
einen Quad-Core-Prozessor (4 CPU-Kerne), muss
die Einstellung entsprechend geändert werden. Da
der Vmware Converter den tatsächlich vorhande-
nen Hauptspeicher des echten Rechners auch in
die virtuelle Maschine übernimmt, ist der zugewie-
sene RAM im Abschnitt „Memory“ mit Hilfe des
Schiebereglers zu reduzieren.
Anschließend richten Sie das Netzwerk für die
virtuelle Maschine ein. Dazu klicken Sie links auf
„Networks“ und wählen rechts im Aufklappfeld
„Networks adapters to connect“ aus, wie viele
6 Dienste einstellen
Netzwerkkarten der virtuelle PC erhalten soll.
Klicken Sie dann in das Aufklappfeld in der Spalte Nun kommen Sie zu den Windows-Diensten
„Connection Type“, um sich die drei Auswahlmög- des Quell-PCs. Klicken Sie auf „Edit“ hinter „Ser-
lichkeiten anzeigen zu lassen: „Bridged“, „NAT“ vices“, und wechseln Sie zur Registerkarte „Desti-
und „Host Only“. Bei „NAT“ wird Network Address nation Services“. Über die Aufklappfelder rechts
Translation verwendet, also ein Übergang zwischen neben dem Dienst legen Sie seine Startmethode
zwei Netzen durchgeführt – in unserem Fall zwi- im virtuellen PC fest. Kritische Systemdienste wie
schen dem realen Netz und dem virtuellen. Aus Virenscanner und Firewall sollten Sie abschalten.
Sicherheitsgründen entscheiden wir uns für eine Auf jeden Fall sollten Sie die Vmware Tools instal-
Netzwerkkarte und „NAT“. lieren. Im Bereich „Advanced Options“ klicken Sie
auf „Edit“ und setzen ein Häkchen vor die Option
„Install VMware Tools on the imported virtual ma-
chine“. Die anderen Einstellungen belassen Sie auf
ihren Vorgaben. Drücken Sie „Next“ für den Zwi-
schenschritt „Customizations“. Nach einem Klick
auf „Edit“ vervollständigen Sie die Felder hinter
„Computer Name“, „Owner Name“ und „Organiza-
tion“. Unter „Windows License“ tippen Sie eine
gültige Product-ID ein. Unter „Workgroup/Domain“
geben Sie die Arbeitsgruppe an, in die der virtuelle
PC eingebunden sein soll. Klicken Sie auf den
Button „Next“.

XXL-TIPPS 2009 183


Eigenen Rechner konver tieren VIRTUALISIERUNG

7 PC konvertieren
Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, und Sie
erhalten eine Übersicht aller Einstellungen. Falls
Sie etwas ändern möchten, klicken Sie auf „Back“
und passen die Einstellung an. Die Konvertierung
des echten in den virtuellen Rechner beginnen Sie
mit einem Klick auf „Finish“. Die komplette Konver-
tierung dauert einige Stunden. Sobald ein grünes
Häkchen und die Meldung „Complete“ erscheinen,
ist die Konvertierung des physikalischen PCs in
einen virtuellen abgeschlossen.

8 Virtuellen PC starten
Zum Starten des geklonten PCs verwenden Sie
den Vmware Player (auf C DVD und unter www.
vmware.com). Ist der Player installiert, reicht ein
Doppelklick im Windows Explorer auf die VMX-Da-
tei des neuen virtuellen PCs aus, um den Bootvor-
gang zu starten. Beim ersten Windows-Start in der
virtuellen Maschine kommt
es wahrscheinlich zu ver-
schiedenen Anpassungen
und Treiberinstallationen.
Denn durch die Umwand-
lung ändert sich im Normal-
fall die Hardware des instal-
lierten Systems. Unter
Umständen verlangt die
Windows-Installation eine
erneute Aktivierung.

XXL-TIPPS 2009 185


VIRTUALISIERUNG Moba Live CD

Emulation

Live-CDs für Windows


Moba Live CD lädt und startet die ISO-Datei einer Live-CD, ohne dass Sie
das Image erst auf eine CD brennen müssen. Das Gratis-Tool verzichtet auf
komplizierte Optionen und ist supereinfach bedienbar. Von Peter-Uwe Lechner

Sicher surfen in einer Linux-Sandbox oder Freeware-Tool Moba Live CD vereinfacht das
einen Blick auf eine neue Distribution wer- Verwenden von ISO-Images erheblich. Das Tool
fen, ohne dafür extra einen Rohling verschwen- emuliert fremde Betriebssysteme mit ein paar
den zu müssen – das ist die Stärke von Moba Live Klicks direkt aus der ISO-Datei heraus. Moba
CD (auf C DVD und unter www.mobatek.net). Live CD verwendet den freien Emulator Qemu,
Bislang mussten Sie Linux-Live-CDs im ISO-For- um das Linux Ihrer Wahl zu starten. Qemu ist
mat erst auf ein Leermedium brennen oder in fest ins Hauptprogramm integriert. Die Software
einem virtualisierten Laufwerk ausführen. Das müssen Sie nicht einmal installieren.

1 Programm starten
Kopieren Sie Moba Live CD von der C Heft-
DVD in ein beliebiges Verzeichnis auf Fest-
platte. Öffnen Sie dann mit <Win-
dows>-<E> den Windows Explorer,
und wechseln Sie in das Verzeichnis, in
das Sie die exe-Datei von Moba Live
CD kopiert haben.
Das Gratis-Tool lässt sich unter
Windows ME, 2000, XP und Vista
starten. Klicken Sie doppelt auf die
Datei MobaLiveCD_v2.0.exe.

DAS SIND ISO-DATEIEN


Ein ISO-Abbild (englisch ISO-Image) ist die Be- vorhanden. Linux-Distributionen werden etwa auf
zeichnung für eine Computer-Datei, die ein 1:1- www.distrowatch.com beziehungsweise bei den je-
Abbild des Inhalts einer CD oder DVD enthält. weiligen Anbietern als ISO-Datei zum Download an-
Das jeweilige Dateisystem wird bei der Erstellung geboten. Mit nahezu jeder Brenn-Software lassen
eines ISO-Abbildes unverändert kopiert, dadurch blei- sich auch eigene ISO-Dateien aus den Inhalten einer
ben Berechtigungen und andere Daten unverändert CD/DVD erstellen.

186 XXL-TIPPS 2009


Moba Live CD VIRTUALISIERUNG

2 ISO-Datei auswählen
Zum ersten Ausprobieren des Tools klicken
Sie auf „Run the LiveCD“. Es öffnet sich der
Dateiauswahl-Dialog mit dem voreingestellten Fil-
ter „*.ISO“. Wechseln Sie in das Verzeichnis, das
die ISO-Datei enthält, die Sie mit Moba Live CD
laden wollen. In unserem Beispiel verwenden wir
die rund 100 MB große
ISO-Datei „puppy-4.2-
k2.6.25.16-seamonkey.iso“,
die Sie auf C DVD und unter
www.puppylinux.org finden.
Klicken Sie auf „Öffnen“. Es
erscheint ein Hinweisfenster,
das Ihnen folgende Frage
stellt: „Do you want to create
a hard disk image for your
virtual machine?“. Wir ver-
zichten an dieser Stelle auf
das Anlegen einer virtuellen
Festplatte und klicken auf
den Button „No“. Nun bootet
die Software die Live-CD.

3 Linux booten
Jetzt wird Qemu in einem eigenen Pro-
zess gestartet und das Linux-System
gebootet. Sie müssen lediglich „de“ für das
deutsche Tastaturlayout auswählen und mit
einem Klick auf „OK“ bestätigen. Danach lan-
den Sie im „Puppy Video Wizard“. Hier klicken
Sie auf „Xorg“. Der Assistent versucht nun
automatisch die Bildschirmeigenschaften zu
ermitteln und gleich darauf die geeignete Bild-
schirmauflösung einzustellen. Falls Sie das
Qemu-Fenster verlassen möchten, drücken Sie
<Strg>-<Alt>.

4 Kontextmenü-Eintrag
aktivieren
Sie öffnen immer wieder ISO-Images mit Moba
Live CD, etwa eine sichere Surfumgebung? Dann
sollten Sie eine entsprechende Verknüpfung im Kon-
textmenü des Windows Explorer anlegen. Öffnen Sie
die Moba-Live-CD-Oberfläche, und klicken Sie auf
„Right-click menü“. Ein Hinweisfenster informiert Sie
über die erfolgreich abgeschlossene Aktion.

XXL-TIPPS 2009 187


VIRTUALISIERUNG A ndlinux

Alternative zur Linux-Installation

Linux auf dem Desktop


Unter Linux gibt es einige Programme wie Amarok oder Konquerer,
die Windows nicht zu bieten hat. Doch mit dem kostenlosen Andlinux
kriegen Sie diese auch unter Windows zum Laufen. Von Stephan Lamprecht

Wer Windows-Programme unter Linux ver- und unter www.andlinux.org) soll sich das ändern.
wenden will, der kann auf Cedega oder Wine Andlinux ist im Kern ein Ubuntu-System, das sich
zurückgreifen – andersrum sieht es dagegen eher komplett in ein Windows-System integriert. Da-
mau aus. Linux-Tools unter Windows waren bis- durch wird es möglich, nahezu alle Linux-Anwen-
lang eine Seltenheit, mit Andlinux (auf C DVD dungen direkt aus Windows heraus zu starten.

1 Andlinux installieren
Auf der Website des Andlinux-Projekts
werden zwei Varianten angeboten. Eine
minimalistische Variante, die auf die Xfce-Um-
gebung setzt, sowie eine KDE-Version. Wir
beziehen uns im Folgenden auf die umfang-
reichere KDE-Version, deren Anwendungen
Sie bei Bedarf nachinstallieren können. Es ge-
nügt ein Doppelklick auf die exe-Datei and-
linux-beta2rc1-kde.exe (auf C DVD), um das
Installationsprogramm zu starten. Der Assis-
tent begleitet Sie durch die nächsten Schritte.
Mit einem Klick auf „Next“ gelangen Sie jeweils
zum nachfolgenden Dialog. Das Setup-Pro-
gramm fragt Sie nach einigen Details der In-
stallation, beispielsweise wie viel Speicher Sie
dem neuen Linux-System zuweisen wollen. Bei
einem Hauptspeicher von 1 GB sind 256 MB
angemessen, bei mehr als 2 GB RAM sind
512 MB für Andlinux eine gute Wahl.

KDE Dialoge eindeutschen


Unter Umständen blicken Sie zunächst auf
englischsprachige Dialoge. Das lässt sich
ändern: Klicken Sie auf das KDE-Icon, und rufen Sie
dann aus dem Menü den Eintrag „KControl“ auf. Un-
ter „Regional & Accessibility“ markieren Sie den
Eintrag „Country“. Klicken Sie auf „Add Language“,
wählen Sie „German“ aus, und verlassen Sie das
Kontrollzentrum mit einem Klick auf „Apply“. Sobald
Sie ein weiteres Programm starten, präsentiert es
sich mit deutschsprachigen Dialogen.

188 XXL-TIPPS 2009


A ndlinux VIRTUALISIERUNG

2 Einstellungen treffen
Im weiteren Verlauf des Setup-Vorgangs
klären Sie außerdem die Frage, wie Sie And-
linux starten wollen. Sinnvoll ist der manuelle Auf-
ruf, um die Startzeit von Windows zu minimieren.
Außerdem möchte das Installationsprogramm von
Ihnen wissen, wie Sie auf die lokal gespeicherten
Dateien zugreifen wollen. Entscheiden Sie sich
hier am besten für die Einstellung „COFS“, da Sie
dann nur noch den Laufwerksbuchstaben der Par-
tition angeben müssen, die Sie nutzen möchten.
Ein Zugriff über das Netzwerk-Tool Samba ist
ebenfalls möglich, aber schwieriger zu konfigurie-
ren. Hat Andlinux alle Angaben gesammelt, kann
die eigentliche Installation beginnen, die mit einem
Neustart des Systems abgeschlossen ist.

3 Andlinux in
Windows starten
Andlinux trägt sich brav in die Programm-
gruppen von Windows ein und legt Verknüp-
fungen auf dem Windows-Desktop ab. Haben Sie
sich während der Installation für den manuellen
Start entschieden, rufen Sie über die Desktop-Ver-
knüpfung „Start Andlinux“ auf.
Wichtig: Sie müssen über Administratorrechte
verfügen. Unter Vista führen Sie also einen Rechts-
klick auf die Verknüpfung aus und wählen aus dem
Kontextmenü den Befehl „Als Administrator“ aus-
führen. Auf den ersten Blick scheint sich nicht viel
getan zu haben. Im Systray von Windows zeigt sich
ein Ihnen vielleicht bekanntes Symbol: das Start-
Icon des KDE-Desktops. Mit einem Klick darauf
zeigt Ihnen Andlinux ein Menü, über das Sie die
installierten Linux-Anwendungen starten.

4 Anwendungen starten und beenden


Eine Anwendung starten Sie per Mausklick auf den entsprechenden Eintrag im
Andlinux-Menü. Sollte es dabei zu einer Fehlermeldung kommen, hat etwas mit dem
Start von Andlinux selbst nicht geklappt. Das kam bei der getesteten Version mitunter vor.
Probieren Sie in einem solchen Fall einfach den erneuten Aufruf der Distribution. Zur
Grundausstattung der KDE-Variante von Andlinux gehören das Koffice-Paket sowie klas-
sische Tools wie Kmail (Mailprogramm) oder auch Konqueror (Browser). Die Linux-Anwen-
dungen können auch auf die Zwischenablage von Windows zurückgreifen. Sofern das
Ausgangsformat von der Zielanwendung unterstützt wird, steht einem reibungslosen Da-
tenaustausch damit nichts im Weg. Das ist praktisch, wenn Sie etwa die Gliederung einer
Präsentation in Word angelegt haben, die eigentliche Präsentation aber mit dem KDE-
Grafikprogramm Kpresenter erstellen möchten.

XXL-TIPPS 2009 189


A ndlinux VIRTUALISIERUNG

5 Windows-Dateien
bearbeiten
Während der Installation von Andlinux haben
Sie eine Partition Ihres Systems für den Linux-Zu-
griff freigegeben. So können Sie die dort gespei-
cherten Dateien auch mit Ihren Linux-Programmen
bearbeiten. Andlinux nistet sich sogar im Kontext-
menü des Windows-Explorers ein. Wechseln Sie
in den Ordner Ihrer Wahl, und führen Sie einen
Rechtsklick auf eine Datei aus – dann können Sie
mit dem Kontextmenüeintrag „Kate (Andlinux)“ die
Datei direkt an den Editor Kate übergeben.

6 Launcher-Menü anpassen
Wenn Sie eine neue Anwendung installiert haben, trägt sich
diese nicht automatisch in das KDE-Startmenü ein. Mit einem
Text-Editor passen Sie das Menü aber einfach an Ihre Wünsche an. Im
Programmverzeichnis von Andlinux, das Sie meist unter „C:\Programme\
Andlinux“ finden, suchen Sie dazu nach dem Ordner „Launcher“. Darin
finden Sie eine Reihe von Icon-
Dateien sowie eine Textdatei na-
mens „menu“. Damit Ihre neuen
Einträge geladen werden, beenden
Sie Andlinux und öffnen die Datei
in einem Text-Editor. Ein Menü-Ein-
trag ist in der Form „Name der An-
wendung; Dateiname des Icons;
Programmaufruf“ aufgebaut. Wich-
tig ist, dass Sie diese Angaben
durch ein Semikolon voneinander
trennen. Nach dem Bearbeiten
speichern und schließen Sie die
Datei und starten Andlinux. Ihre
neuen Einträge sind damit bequem
über das Menü aufzurufen.

XXL-TIPPS 2009 191


ERSTE HILFE Im Überblick

Erste Hilfe
Windows XP und Vista laufen, allerdings nicht optimal.
An vertraute Einstellungen kommen Sie nicht heran, und
manches funktioniert nicht so, wie es soll. Wir erklären,
welchen Problemen Sie auf welche Weise begegnen können.

INHALT Erste Hilfe


193 | Vista-Ärgernisse abstellen
Die wichtigsten Lösungen für Probleme im Vista-Alltag
198 | XP-Ärgernisse abstellen
Tipps und Tricks für das bewährte Windows-System
200 | System wiederherstellen
So bekommen Sie Ihren PC wieder startklar
203 | Dateien wiederherstellen
Mit Freeware können Sie scheinbar gelöschte Daten retten
204 | USB-Probleme lösen
Holen Sie das Beste aus Ihren USB-Geräten heraus
208 | Bios aktualisieren
So lösen Sie Systemärgernisse mit einem Bios-Update

192 XXL-TIPPS 2009


W indows optimieren ERSTE HILFE

Vista-Ärgernisse abstellen
So manche Funktionen unter Vista sind nicht einfach zu durchschauen.
Für die wichtigsten Alltagsprobleme haben wir hier praktikable Lösungen
zusammengestellt. Von Hermann Apfelböck, Christoph Metzger und Jan-Dirk Skippoe

TIPP 1 Dateitypen neu zuordnen und


einfach ändern
Erfahrene Windows-Anwender haben wahr-
scheinlich bemerkt, dass unter Vista eine Konfi-
gurationszentrale komplett weggefallen ist: Unter
„Systemsteuerung, Ordneroptionen“ fehlt die
Registerkarte „Dateitypen“. Hier war es möglich,
bestimmten Dateitypen eine Standardanwendung
sowie selbst gewählte Kontextmenüs zuzuweisen.
Die vermissten Funktionen lassen sich auf ande-
ren Wegen erreichen.
Standardaktion: Sie wollen festlegen, was beim
Doppelklick auf eine Datei geschehen soll. Diese File Type Doctor: Mit der Software passen Sie Dateiverknüpfungen
„Open“-Aktion neu zuzuweisen ist auch unter weit komfortabler als mit Windows-Bordmitteln an
Vista kein Problem: Es reicht, nach Rechtsklick
auf die Datei „Öffnen mit“ und dann auf den wie kommen Sie an den Ordner „Sendto“? Auf
Eintrag „Standardprogramm auswählen“ zu kli- %userprofile%\Sendto dürfen Sie nicht zugreifen.
cken. Danach sehen Sie die Liste „empfohlener Sehen Sie also auf der Kommandozeile (Cmd.exe
Programme“ und den Button „Durchsuchen“, starten) mit
der Ihnen freie Wahl lässt. Bestätigen Sie die Op-
dir /ah %userprofile%
tion „Dateityp immer mit dem ausgewählten Pro-
gramm öffnen“, wenn die Aktion künftig jedes nach, auf welchen Ordner die „Verbindung“
Mal so ablaufen soll. (Junction) verweist. Diesen Ordner (unter %user-
Kontextmenüs: Die Kontextmenüs der einzel- profile%\AppData\Roaming\) können Sie öffnen
nen Dateitypen (rechte Maustaste) können Sie und dort die Links anlegen.
unter Vista nicht mehr direkt über die Benutzer- Creative Element Power Tools: Diese englisch-
führung ändern. Unter „Systemsteuerung, Stan- sprachige Sammlung für Vista enthält einige
dardprogramme“ gibt es zwar die Option „Da- nützliche Programme (auf C DVD und unter
teityp oder Protokoll einem bestimmten www.creativelement.com/powertools, Vollversi-
Programm zuordnen“ – damit bewirken Sie aller- on 18 Dollar). Der darin enthaltene „File Type
dings nur das Gleiche wie im vorherigen Punkt. Doctor“ lässt sich komfortabler bedienen als der
Nehmen wir nun an, eine Datei startet nach „Dateitypen“-Dialog unter Windows 2000/XP.
einem Doppelklick, und Sie benötigen einen zu- Registry bearbeiten: Für ein paar Dateitypen
sätzlichen Kontextmenüpunkt, über den Sie sie eigene Kontextmenüs per Regedit manuell einzu-
alternativ in einen Standard-Editor laden können. tragen ist nicht schwer. Sie suchen unter „Hkey_
Dazu müssen Sie andere Wege einschlagen. Classes_Root“ erst die Extension, etwa „.hta“,
und lesen dann rechts im Wertefenster den be-

TIPP 2 Sendto-Kontexteintrag
individuell anpassen
Das ist besonders bei häufig genutzten Anwen-
schreibenden Namen (beispielsweise „HTAFile“).
Unter „htafile\Shell“ tragen Sie den Namen der
gewünschten Aktion ein (etwa „Bearbeiten“),
dungen der einfachste Ausweg. Wenn Sie etwa darunter den Schlüssel „Command“. Für „Com-
Verknüpfungen zum Bild-Viewer, Text-Editor mand“ vergeben Sie anschließend im rechten
oder Multimedia-Player unter „Sendto“ ablegen, Wertefenster nach Doppelklick auf „(Standard)“
schicken Sie jede Datei, unabhängig von Extensi- den Programmaufruf – beispielsweise
on und Format, über den Kontextmenüpunkt
<Pfad>\Ultraedit.EXE "%1"
„Senden an“ zum gewünschten Programm. Aber

XXL-TIPPS 2009 193


ERSTE HILFE W indows optimieren

Danach wird eine HTA-Datei (Parameter %1) Indexpfade: Der Indexdienst erfasst standard-
über das Kontextmenü „Bearbeiten“ im Text- mäßig einige Systemordner, etwa das Startmenü
Editor Ultraedit geladen. oder die voreingestellten Dateien der Benutzer
Bleibt ein derartiger Eingriff erfolglos, gibt es of- (also alle Daten unter \Users). Wenn die rele-
fensichtlich bereits eine benutzerdefinierte Zu- vanten Dateien anderswo liegen, müssen Sie den
ordnung, die über den Eintrag unter „Hkey_ Indexer entsprechend informieren: Über „Sys-
Classes_Root“ dominiert. In diesem Fall löschen temsteuerung, Indexoptionen, Ändern“ können
Sie unter „Hkey_Current_User\Software\Micro- Sie weitere Partitionen oder Pfade hinzufügen. Je
soft\Windows\CurrentVersion\Explorer\FileExts\ nach Datenmenge, Dateitypen und Auslastung
.<Extension>“ den Schlüssel „UserChoice“. des Computers kann es einige Stunden und Tage
dauern, bis die Indizierung abgeschlossen ist – die

TIPP 3 Der Suchindex:


Alle Fallstricke kennen
Den Searchindexer gibt es seit Windows 2000. In
Aktion läuft vollständig im Hintergrund ab. Der
Festplatteninhalt ist dann erfasst, wenn unter den
„Indizierungsoptionen“ der Satz auftaucht: „Die
Vista ist er in die Bedienerführung integriert. So- Indizierung wurde abgeschlossen“. Danach soll-
wohl das Suchfeld im Startmenü als auch jenes in ten neu hinzukommende Dateien automatisch
den Explorer-Fenstern greift automatisch auf ihn indiziert werden.
zu. Sollte diese Funktion nicht aktiv sein, dauert
eine Suche unzumutbar lange. Damit Sie aller-
dings mit dem Index tatsächlich finden, was Sie
brauchen, müssen Sie Detaileinstellungen an ver-
TIPP 4 Keine Indizierung dank
Not-Indexed-Attribut
Damit die Indizierung auf NTFS-Datenträgern
schiedenen Punkten berücksichtigen. laufen kann, muss bei Dateien und Ordnern die
Windows XP: Die Mehrzahl der angespro- Option „Datei für schnelle Suche indizieren“ ak-
chenen Fehlerquellen gilt auch für Microsofts tiv sein. Standardmäßig ist das der Fall. Das heißt:
Desktop Search 3.0 oder 3.01 für Windows XP. Jede Datei ist zunächst mal indizierbar, und folg-
Insgesamt arbeitet diese aber erstaunlicherweise lich ist das Häkchen bei der oben genannten Op-
schneller und frisst weit weniger Ressourcen. tion gesetzt. Genau genommen bedeutet das, dass
Task-Kontrolle: Läuft der Indexdienst über- das zusätzliche NTFS-Attribut „i“ nicht gesetzt
haupt? Standardmäßig sollte er aktiv sein. Sehen ist. Wurde das Häkchen entfernt, erhält die Datei
Sie nach, ob im Taskmanager der Task „SearchIn- das Attribut „i“ („not indexed“) und fällt aus der
dexer“ erscheint. Ist das nicht der Fall, rufen Sie Indizierung heraus. Über die Bedienerführung
über das Startmenü „services.msc“ auf und kli- können Sie sich nicht schnell einen zuverlässigen
cken den Dienst „Windows-Suche“ an. Wählen Überblick darüber verschaffen, welche Dateien
Sie dann als Starttyp „Automatisch“. Nach möglicherweise das störende „i“-Attribut aufwei-
„Übernehmen“ laden Sie mit „Starten“ den In- sen. Nur bei einzelnen Dateien erfahren Sie das in
dexer. Der Starttyp „Automatisch“ gewährleistet, den „Eigenschaften“. Wenn allerdings beim Da-
dass der Dienst künftig immer läuft. tenträger oder einem übergeordneten Ordner das
Häkchen vor „Laufwerk für schnelle Suche indi-
zieren“ aktiv ist, heißt das noch lange nicht, dass
wirklich alle darunter liegenden Dateien indizier-
bar sind. Am einfachsten entsorgen Sie das „Not
Indexed“-Attribut in einem Aufwasch im ge-
wünschten Pfad oder Laufwerk auf der Kom-
mandozeile mit dem Befehl:

attrib.exe /s –i *.*
Wenn Sie einen neuen PC unter Vista eingerichtet
haben, wird dieses Problem übrigens kaum auf-
treten. Größer ist die Wahrscheinlichkeit hinge-
gen, wenn Sie eine ältere Festplatte intern oder
extern unter Windows Vista benutzen.
FAT: NTFS ist übrigens keine Voraussetzung für
die Indizierung. Der Indexer arbeitet auch auf
FAT(32). Dort scheidet die eben beschriebene
Wo genau soll gesucht werden? Für optimale Suchergebnisse innerhalb des Fehlerquelle aus, weil es hier das Attribut „i“
Dateisystems schließen Sie wichtige Pfade ein und nehmen unnötige heraus nicht gibt. Sie haben die Suche aktiviert und sind

194 XXL-TIPPS 2009


W indows optimieren ERSTE HILFE

sicher, dass sie etwas liefern müsste – doch Sie Energieoptionen:


haben keinen Erfolg? Dateien mit den Eigen- Stromsparmaßnahmen
schaften Hidden („Versteckt“) und System wer- können den Indexdienst
den nicht indiziert – und damit nicht gefunden. bremsen
Vielleicht hat der Ordner, der diese Dateien ent-
hält, diese beiden Attribute? Solche Dateien be-
rücksichtigt der Index grundsätzlich nicht. Ent-
fernen Sie gegebenenfalls die störenden Attribute.
Das Systemattribut bekommen Sie nur über die
Kommandozeile und den Befehl „attrib -s <Datei
oder Ordner>“ weg.
EFS-Verschlüsselung: Bei den Home-Versi-
onen scheidet diese Fehlerquelle aus, weil hier die
Verschlüsselung deaktiviert ist. Unter Ultimate
oder Business lässt sich erzwingen, dass auch sol-
che Dateien in den Index aufgenommen werden,
indem Sie unter „Systemsteuerung, Indizierungs-
optionen, Erweitert“ das betreffende Häkchen
(ganz oben) aktivieren.
Suchfenster im Startmenü:

TIPP 5 Weitere Fehlerquellen


für Indexärger ausschließen
Wird ein für Sie relevanter Dateityp gar nicht
Unter „Eigenschaften, Start-
menü, Anpassen“ optimieren
Sie die Menü-Einstellungen
oder nicht nach Inhalt indiziert? Diese mögliche
Fehlerquelle können Sie unter „Systemsteuerung,
Indizierungsoptionen, Erweitert, Dateitypen“ Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den
überprüfen. Wenn die fragliche Extension dort Startknopf, dann auf „Eigenschaften, Startmenü,
nicht auftaucht, können Sie sie im Eingabefeld Anpassen“. Als dritte Option sehen Sie „Dateien
manuell hinzufügen. Ist die Erweiterung dort be- suchen“. Wählen Sie dort „Gesamten Index
reits eingetragen, wird der Dateityp aber nur durchsuchen“.
nach den Datei-Eigenschaften (Name, Datum) Neuer Index: Wenn der Indexdienst trotz aller
durchsucht. Über die Option „Eigenschaften und Maßnahmen Ordner und Dateien übersieht, soll-
Dateiinhalte indizieren“ erreichen Sie, dass auch ten Sie den Index neu erstellen. Unter „System-
der Inhalt erfasst wird. steuerung, Indizierungsoptionen, Erweitert“ fin-
Energieoptionen: Vista hat die „Energieopti- den Sie diese Option. Sie ist auch sinnvoll, wenn
onen“ gegenüber XP ausgeweitet. Es kommt da- der Index nicht mehr existierende Ordner enthält,
her vor, dass die Sparmaßnahmen zu streng ein- die längst gelöscht oder verschoben wurden. Prü-
gestellt sind. Der Indexdienst kommt dann gar fen Sie daher vor dem Neu-Erstellen in jedem Fall
nicht erst zum Arbeiten. Er benötigt nämlich ein noch unter „Systemsteuerung, Indizierungsoptio-
bestimmtes Leerlaufintervall, bevor er überhaupt nen, Ändern“ alle zu indizierenden Orte.
anfängt. Sorgen Sie daher unter „Systemsteue-
rung, Energieoptionen“ dafür, dass der Ener-
VISTA Petzendes Protokoll
giesparmodus erst nach längerer Zeit aktiv wird.
Zusätzlich sollten Sie unter „Erweiterte Ener- Vista protokolliert mit einem neuen Tool, der „Zuverlässigkeits-
gieeinstellungen ändern“ insbesondere die Ein- und Leistungsüberwachung“, alle Vorkommnisse im Zusammenhang
stellungen für „Festplatte“ sowie „Suche und In- mit einem Gerät – etwa Treiberinstallationen oder vergangene Abstürze.
dizierung“ kontrollieren und gegebenenfalls So kann der Nutzer nachvollziehen, was seit der Installation von Win-
korrigieren. dows Vista passiert ist und nach welchen Aktionen überhaupt Probleme
Suchfenster im Startmenü: Eventuell finden auftauchten. Sie aktivieren das Tool in der Systemsteuerung über „Sys-
Sie zwar Dateien über das Explorer-Suchfenster, tem und Wartung, Leistungsinformationen und -tools, Weitere Tools“.
aber nicht über das Suchfenster im Startmenü. Im Fenster „Zuverlässigkeitsüberwachung“ können Sie dann in den Ab-
Das ist nicht nur irritierend, sondern auch lästig, schnitten „Anwendungsfehler“, „Hardwarefehler“, „Windowsfehler“ und
weil sich das Suchfenster des Explorers stets am „Verschiedene Fehler“ einen möglichen Störenfried aufspüren. Nach
aktuellen Ordner orientiert und nur für dort Er- einem Update der Software oder einer Neuinstallation lässt sich dieser
gebnisse liefert. Auch hierfür gibt es wieder eine dann vielleicht doch noch korrekt ins System integrieren.
unscheinbare Option, die das Problem behebt:

XXL-TIPPS 2009 195


ERSTE HILFE W indows optimieren

TIPP 6 So suchen Sie


besser und genauer
Sofern der Indexdienst erst mal zuverlässig funk-
TIPP 7 Properties als Schlüssel für
Topresultate
Neben dem schon erwähnten „date“ können Sie
tioniert, lassen die Suchmöglichkeiten wenig zu zahlreiche weitere Eigenschaften (Properties) für
wünschen übrig. Sie können die Suche nicht nur die Suche verwenden. Die wichtigsten sind
über Operatoren, sondern auch über zahlreiche „name“, „content“, „extension“ und „size“. Sie
Datei-Eigenschaften klar eingrenzen. Die Abfra- sind für alle Dateitypen einsetzbar. Mit „name:
ge-Syntax ist allerdings komplex und in der Win- gutenberg“ suchen Sie also nur in Dateinamen,
dows-Hilfe nicht annähernd dokumentiert. Wir mit „content:gutenberg“ nur in den Inhalten
nennen hier die wichtigsten Suchoptionen, die für nach Gutenberg.
normale Recherchen ausreichen sollten. Properties: Auf Musikdateien begrenzt sind
Teiltreffer: Wenn Sie neben sinnvollen zu viele etwa „year“, „artist“ und „genre“. Und nach
irrelevante Ergebnisse erhalten, schalten Sie über „author“, „comment“ und „keyword“ können
„Systemsteuerung, Ordneroptionen, Suchen“ die Sie in Office-Dateien suchen. Unter Vista von be-
Option „Teiltreffer finden“ ab. Teiltreffer führen sonderem Interesse ist ferner die Eigenschaft
etwa dazu, dass Sie „alternative Schutzmaßnah- „tag“, mit der Sie nach den Markierungen su-
men“ finden, wenn Sie „alter Hut“ eingeben. chen. Mit dem Suchstring „tag:daniela“ fahnden
Genaue Wortfolge: Der Suchdienst interpretiert Sie nach Dateien, die Sie zuvor in der Windows-
eine Wortfolge wie „alter hut“ als UND-Ver- Fotogalerie oder via Windows-Explorer mit der
knüpfung, also wie „alter AND hut“ (oder „alter Markierung „Daniela“ versehen haben. Das er-
+ hut“). Sie erhalten also alle Dateien, die irgend- leichtert beispielsweise das schnelle Auffinden
wo die beiden Wörter enthalten. Wenn Sie die ge- von Urlaubsfotos, die Sie bestimmten Orten oder
naue Wortfolge suchen wollen, setzen Sie diese in Personen zugeordnet haben
Anführungszeichen. Übrigens funktionieren alle hier englisch wie-
dergegebenen Operatoren und Eigenschaften
Operatoren: auch in deutscher Entsprechung (beispielsweise
Die Treffer ent- „inhalt“ statt „content“, „markierung“ statt
halten im Text „tag“). Wer sich intensiver mit der Syntax der
oder im Namen Operatoren beschäftigt, wird aber schon wegen
beide Such- der besseren Dokumentation bei den englischen
wörter Bezeichnungen bleiben (siehe hierzu auch www.
pcwelt.de/464).
Suchlauf speichern: Wenn Sie bestimmte Such-
ergebnisse öfter benötigen, lohnt es sich, diese
Suchläufe für eine späte wiederkehrende Verwen-
dung zu speichern. Sofern Sie das Suchfenster des
Startmenüs benutzt haben, klicken Sie erst auf
„Alle Ergebnisse anzeigen“ und dann im Explo-
rer-Fenster auf „Suche speichern“. Das vorge-
schlagene Standardziel ist der Ordner „Suchvor-
gänge“ (\Users\<Konto>\Searches).

Operatoren: Die Operatoren AND (+), OR und


NOT (-) müssen Sie immer in Großbuchstaben
eintippen:

beethoven AND (klavier OR piano)


Damit erhalten Sie alles zu Beethoven mit dem
zusätzlichen Stichwort „Klavier“ oder „Piano“.
Mit „<“ und „>“ können Sie quantitative Regeln
vergeben: So findet

date: >01.04.07 <01.05.07


Für Suchkomfort sorgen: Durch das gezielte Festlegen
alle Dateien im Index, die zwischen 1.4. und 1.5. von Eigenschaften für die Datenträgersuche recher-
entstanden sind oder geändert wurden. chieren Sie gezielt nach Datei-Inhalten

196 XXL-TIPPS 2009


W indows optimieren ERSTE HILFE

TIPP 8 Entlassen Sie überflüssige


Dienstboten
Vista wird mit gutem Grund von Gegnern als
den Service in der lau-
fenden Sitzung los. Mit
dem Starttyp „Deakti-
„aufgebläht“ kritisiert. Die Zahl der Tasks und viert“ und „OK“ sorgen
Dienste hat sich gegenüber XP etwa verdoppelt. Sie ferner dafür, dass er
Selbst Besitzer von gut ausgestatteten PCs bemer- künftig nicht mehr gela-
ken diesen Ballast. Wenn CPU und RAM auf Ih- den wird. Im Beispiel in
rem PC ständig voll ausgelastet sind, sollten Sie der Abbildung rechts ha-
entbehrliche Dienste entsorgen. ben wir eine stattliche
Zustandsprotokoll: Welche Dienste Sie brau- Anzahl von Diensten de-
chen und welche nicht, lässt sich nicht pauschal aktiviert. Es entfallen
beantworten – Sie müssen das nach Ihren Bedürf- aber nur einige RAS-,
nissen entscheiden. Tatsache ist, dass Vista zu- Remote-, Fax- und spezi-
nächst nahezu alles lädt, was es – je nach Version ellere LAN-Funktionen.
– an Bord hat. Das ist in jedem Fall mehr als nö- Alle fundamentalen
tig. Abschalten können Sie überflüssige Dienste Funktionen bleiben er-
nach Aufruf von „services.msc“. Vorher sollten halten (LAN-Client und -Server sowie Internet- Konfigurations-
Sie allerdings den Originalzustand über „Aktion, Surfen, Download, FTP). Ob bei Ihnen zum Bei- beispiel:
Liste exportieren“ in eine Datei schreiben. An- spiel Media-Center-Komponenten, Jugendschutz, Jeder kann
hand dieser Liste können Sie Ihre Eingriffe später Tablet-PC-Eingabedienst zur Stiftbedienung, auf bestimmte
kontrollieren und notfalls wieder korrigieren, Schattenkopien (erhöhte Sicherheit, aber ressour- Dienste
falls es zu Problemen kommen sollte. cenaufwendig), Readyboost (optionale Beschleu- verzichten
Beenden und deaktivieren: Führen Sie in der nigung durch USB-Stick) oder Offline-Dateien
Konsole Services.MSC einen Doppelklick auf (lokale Kopien von LAN-Daten) entbehrlich sind,
jene Dienste aus, die unnötig und gestartet sind müssen Sie selbst entscheiden und die Einstellun-
(„Status: Gestartet“). Mit „Beenden“ werden Sie gen entsprechend vornehmen.

VISTA-SYSTEMANPASSUNG Nützliche Tipps


Standardordner verschieben: Die Standardordner „Bilder“, „Musik“ Google-Gadgets in der Sidebar: Die Zahl der Minianwendungen für
und „Dokumente“ liegen bei Vista im User-Konto. Diese Einstellung ist die Vista-Sidebar wächst zwar langsam, aber stetig. Mit dem Amnesty
nicht sinnvoll, wenn Sie bereits unter einer älteren Betriebssystemversion Generator lassen sich dort auch die zahlreichen Google-Gadgets ein-
solche digitalen Inhalte an anderer Stelle angesammelt haben. Sie kön- binden (englischsprachige Freeware, Download unter http://amnesty.
nen das System aber leicht überreden, die Daten einer anderen Partition mesadynamics.com/GeneratorWin.html, 4,61 MB). Dazu starten Sie
zu akzeptieren. Klicken Sie hierfür den betreffenden Eintrag im Start- den Generator, wählen „Google Gagdets“ und „Open Site in Browser“.
menü rechts an, wählen Sie danach „Eigenschaften“ und dort die Regis- Klicken Sie auf das gewünschte Gadget und dann auf den Button „Zu
terkarte „Pfad“. Schließlich gehen Sie auf „Verschieben“ und folgen im Ihrer Webseite hinzufügen“. Ein weiterer Klick auf „Code abrufen“ zeigt
Weiteren am besten dem Vorschlag von Vista. unten den Code, den Sie jetzt per Copy & Paste in den Amnesty Gene-
rator einfügen. Nach „Generate“ öffnet sich das Sidebar-Fenster mit
Software-Probleme: Kummer mit instabiler Software gibt’s auch unter dem neuen Element. Wenn Sie nun darauf einen Doppelklick ausführen,
Vista. Immerhin enthält es ein brauchbares Tool, mit dem Sie den wich- erscheint das Gadget in der Sidebar.
tigsten Störenfrieden auf die Spur kommen können. Wenn Sie „perfmon.
msc” aufrufen, finden Sie unter „Überwachungstools” den Punkt „Zuver- Platten beschleunigen:
lässigkeitsüberwachung”. Hier sehen Sie rote Einträge – überprüfen Sie Vista bietet eine Option, mit der sich die Festplattenleistung steigern
diese. Sie erfahren hier, welche Programme bei Fehlern und Abstürzen lässt – allerdings auf Kosten der Sicherheit. Wenn Sie im Geräte-Mana-
beteiligt waren – bis zurück zum Datum der Installation. ger unter „Laufwerke“ eine Platte bestimmen und unter „Eigenschaften“
die Regis-terkarte „Richtlinien“ wählen, finden Sie den Eintrag „Erhöhte
Windows-Elemente anpassen: Unter XP fanden Sie den Dialog zur Leistung aktivieren“. Voraussetzung ist, dass im selben Dialog der
Feinsteuerung der Windows-Elemente nach einem Rechtsklick auf den Schreib-Cache aktiviert ist.
Desktop über „Eigenschaften“. Unter Vista suchen Sie ihn erst mal ver- Die Leistung wird gesteigert, indem das System Daten aus dem RAM
geblich. Es gibt ihn – unter „Systemsteuerung, Anpassung, Fensterfarbe nicht zwischendurch auf der Festplatte speichert. Der aktuelle Bearbei-
und Darstellung“. Dort führt der Link „Eigenschaften für klassische Dar- tungszustand einer geladenen Datei befindet sich daher nur im RAM und
stellung öffnen“ weiter zum bekannten Dialog. Beachten Sie aber, dass geht bei einem Stromausfall verloren, wenn Sie sie nicht zuvor selbst
Farbänderungen unter dem Aero-Design keine Wirkung haben, Größen- gespeichert haben. Auf Festplatten mit wichtigen Benutzerdaten können
anpassungen hingegen schon. wir diese Einstellung nicht empfehlen.

XXL-TIPPS 2009 197


ERSTE HILFE W indows optimieren

XP-Ärgernisse abstellen
Von den folgenden Tipps und Tricks für den Windows-Alltag profitieren
Anwender, die weiterhin mit XP arbeiten – ob zu beruflichen oder zu
privaten Zwecken. Von Hermann Apfelböck, Christoph Metzger und Jan-Dirk Skippoe

TIPP 1 Gruppierung von Taskleisten-


Fenstern
Wenn Sie beispielsweise mehrere Word-Doku-
Den Eintrag nennen Sie „TaskbarGroup-Size“,
den Wert setzen Sie auf „6“. Dann wird erst ab
dem sechsten Fenster gruppiert.
mente oder Excel-Tabellen parallel geöffnet ha-
ben, wird von Windows ab dem dritten Doku-
ment eine Gruppierung in der Taskleiste
vorgenommen. Die Autogruppierung spart zwar
TIPP 2 Bildlauf im Startmenü tunen
Sie haben auf Ihrem PC zahlreiche
Programme installiert. Wenn Sie im Startmenü
Platz auf der Taskleiste, aber Sie würden gerne mit dem Mauszeiger auf „(Alle) Programme“ ge-
erst ab dem sechsten Element gruppieren lassen, hen, verteilt sich die Zahl der Programme über
weil das für Ihre Arbeit einfacher wäre. Windows drei Spalten. Die einzelnen Spalten sind so breit,
XP bietet jedoch nur eine Einstellmöglichkeit, ob dass Sie von der dritten Spalte nur einen kleinen
man generell gruppieren will oder gar nicht. Teil sehen, wodurch Sie Mühe haben, die Pro-
Die Gruppierung ist von Microsoft starr auf grammnamen in dieser Spalte zu lesen und anzu-
drei Fenster festgelegt. Das können Sie jedoch – klicken. Die Breite der Programmliste richtet sich
wie immer mit der gebotenen Vorsicht – über die nach dem längsten Eintrag, Ordnernamen oder
Registry ändern. Starten Sie den Registrierungs- Link. Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf ei-
Editor mit „Start, Ausführen“ und der Eingabe nen Eintrag klicken, können Sie im Kontextmenü
von „regedit“, und gehen Sie zu folgendem „Umbenennen“ aufrufen. Vergeben Sie einen
Schlüssel: „Hkey_Current_User\Software\Micro- kürzeren Namen, und die Leiste mit den Pro-
soft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Advan- grammen wird schmaler.
ced“. Machen Sie in der rechten Fensterhälfte den Es ist aber auch möglich, das Startmenü so ein-
Eintrag „TaskbarGroupSize“ ausfindig. Der ein- zustellen, dass nicht mehrere Leisten nebeneinan-
gestellte Wert ist „3“. Setzen Sie diesen Wert nach der dargestellt werden, wenn die Programmliste
einem Doppelklick auf „6“, und bestätigen Sie zu lang wird, sondern dass in einer einzigen Leis-
die Einstellung mit einem Klick auf „OK“. te gescrollt werden kann. Dazu klicken Sie mit
Falls der Eintrag fehlt, klicken Sie mit der rech- der rechten Maustaste in einen freien Bereich im
ten Maustaste in einen leeren Bereich des rechten Startmenü und anschließend auf „Eigenschaften“.
Fensterteils und dann auf „Neu, DWORD-Wert“. In den „Eigenschaften von Taskleiste und Start-

STRESSFREI USB-Drucker einrichten


Bei USB-Druckern installieren Sie in der Regel
(Handbuch konsultieren) zunächst den Treiber
und die Drucker-Software von der Installations-
CD des Herstellers. Erst wenn die Software Sie dazu
auffordert, schließen Sie das Gerät an und schalten es
ein. Haben Sie keinen passenden Treiber, stöpseln Sie
den Drucker einfach an. Windows XP und Vista erken-
nen die USB-Hardware. Je nachdem, ob es den Fall als
„unbekanntes Gerät“ oder „Kompatibilitätsproblem“ ein-
stuft, fahren Sie entsprechend mit der Installation fort.
Alternativ können Sie USB- und Paralleldrucker auch
über „Systemsteuerung, Drucker, Drucker hinzufügen“
installieren: Wählen Sie in der Auswahlliste Hersteller
und Modell, oder klicken Sie auf „Windows Update“ be-
Autogruppierung steuern: Mit diesem Schlüssel für die Taskleiste legen Sie ziehungsweise „Datenträger“.
fest, dass Windows XP ab dem sechsten Fenster gruppieren soll

198 XXL-TIPPS 2009


W indows optimieren ERSTE HILFE

menü“ klicken Sie auf die Schaltfläche „Anpas-


sen“. Im zweiten Dialogfenster wählen Sie die
Registerkarte „Erweitert“ aus. Unter den „Start-
menüelementen“ klicken Sie „Bildlauf für Pro-
gramme“ an. Bestätigen Sie das mit „OK“. Wenn
Sie jetzt die Programmliste im Startmenü auf-
klappen, zeigt sich nur noch eine Leiste mit gro-
ßen Pfeilen am unteren und oberen Rand. Wenn
Sie mit der Maus über diese Pfeile fahren, wird
die Programmliste hoch- oder heruntergescrollt.
Fehlercodes

TIPP 3 Fehlercodes in Windows XP


auswerten
Windows XP spuckt bei Problemen kryptische
auswerten: Bei der
Analyse von Error-
Codes helfen Über-
Fehlercodes aus – schweigt allerdings über ver- sichtslisten aus
ständliche Hintergrundinfos zu den Ursachen. dem Web (Suchma-
Weiterführende Informationen zu Fehlercodes schine konsultieren)
wie „0x80070643“ – Fehlanzeige. Zahlreiche Be- und die Microsoft-
schreibungen zu Windows-Fehlercodes finden Sie Website
im Internet auf der Seite Winfixx (www.winfixx.
de/etc/errorcodes.htm). Allerdings sind dort So funktioniert’s: Im ersten Startbildschirm der
nicht alle Codes aufgeführt und die Erklärungen Setup-CD drücken Sie zuerst <Return>, als ob Sie
sehr knapp. Am besten suchen Sie deshalb den Windows neu installieren wollten. Im zweiten
jeweiligen Code direkt auf der Microsoft-Sup- Schirm des Assistenten (Lizenzvertrag) drücken
port-Seite unter http://support.microsoft.com/ Sie <F8>. Dann sucht die Setup-CD nach beste-
kb/920660/de. Dort erhalten Sie nützliche Hin- henden Windows-Installationen. Möchten Sie die
tergrundinfos. Diese erklären genauer, weshalb es gefundene Windows-Version reparieren, drücken
zum jeweiligen Fehler gekommen ist. Sie die <R>-Taste. Nun versucht das Setup eine
Achtung: Schauen Sie bei den Suchresultaten un- Reparatur, und der PC wird neu gestartet.
bedingt auf den jeweiligen Produktnamen, denn Danach ist eine Installationsorgie fällig: Service
derselbe Fehlercode kann bei verschiedenen Pro- Packs und neueste Updates sowie alle Programme,
grammen eine andere Bedeutung haben. die jetzt nicht mehr laufen.
Wenn alle Stricke reißen: Dann ist eine voll-

TIPP 4 XP ohne Neuinstallation


reparieren
Vista bietet auf der Setup-DVD ein umfangreiches
ständige Neuinstallation nicht mehr zu vermei-
den, es sei denn, Sie hätten zu einem früheren
Zeitpunkt ein Image Ihres noch funktionierenden
Rettungsmenü. Auch mit der Installations-CD Windows-Systems erstellt.
von XP können Sie den Bootbereich und sogar
Ihre ganze Windows-Installation reparieren las-
CHECK DISK Freeware zur Fehlerdiagnose
sen. Bevor Sie dies in Angriff nehmen, sollten Sie
sich aber darüber im Klaren sein, was Sie von ei- Das kostenlose Tool Check Disk (auf C DVD und unter www.paehl.de)
ner Reparatur erwarten können – und was nicht. prüft verschiedene Festplattentypen auf Fehler und behebt diese.
Die eingerichteten Benutzer und deren Dateien Das leistet das Programm: Es spielt keine Rolle, ob das Laufwerk über
bleiben erhalten. Das bedeutet, dass Sie zumin- (S)ATA, IDE, SCSI, RAID oder USB angeschlossen ist. Besonders praktisch:
dest wieder an die Benutzerdaten herankommen. Das englischsprachige Tool startet auch von einem USB-Stick oder einer CD.
Der Aufwand einer solchen Reparaturinstallation Es stehen unter anderem folgende zwei Prüfarten zur Auswahl: „Standard“ und
ist jedoch einer Neuinstallation praktisch eben- „Full Scan“ (erweiterte Überprüfung, die auch den freien Speicherplatz mit ein-
bürtig: Die Systemdateien, die bei der Reparatur bezieht). Das Ergebnis des Checks wird nur teilweise auf Deutsch angezeigt.
verwendet werden, sind mindestens so alt wie die Erste Schritte: Check Disk benötigt keine Installation. Starten Sie das Pro-
CD selbst. Auch ist es wahrscheinlich, dass viele gramm mit einem Doppelklick. Wählen Sie zunächst die zu prüfende Festplatte
der installierten Programme nicht mehr laufen. links oben im Fenster aus, indem Sie diese anklicken. Wenn Sie „Correct Errors“
Es empfiehlt sich natürlich auch hier eine vorhe- aktivieren, werden allfällige Fehler gleich nach der Überprüfung korrigiert. Es
rige Datensicherung. Zudem sollten Sie das neu- empfiehlt sich, auch „Verbose“ anzukreuzen. Damit werden die zu reparierenden
este Service Pack für Ihre Windows-Version etwa Fehler angezeigt. Zuletzt legen Sie unter „Option“ die Art des Tests fest. Mit
auf einer separaten CD bereitliegen haben, denn „Check Disk“ startet die Überprüfung.
dieses müssen Sie ebenfalls wieder aufspielen.

XXL-TIPPS 2009 199


ERSTE HILFE W indows wieder lauf fähig machen

Windows retten

System wiederherstellen
Der PC bleibt hängen, Anwendungen meckern und nichts geht mehr. Doch
statt in Panik zu geraten, greifen Sie einfach zum passenden Notfall-Helfer
und bekommen den PC ohne fremde Hilfe wieder startklar. Von Armin Stabit

1 Im abgesicherten 2 Hängenden Treiber


Modus starten zurücksetzen
Die klassische Reparatur-Option startet Win- Wenn ein Hochfahren des Rechners im abge-
dows in einer abgespeckten Form. Bei Problemen sicherten Modus nicht mehr möglich ist, hilft oft
mit Autostart-Einträgen oder Treibern ist sie häufig das Zurücksetzen der Treiber. Die entsprechende
erfolgreich. Während des Bootvorgangs drücken Start-Option „Letzte als funktionierend bekannte
Sie dazu wiederholt auf <F8> und wählen dann Konfiguration“ erreichen Sie ebenfalls via <F8>
die Option „Abgesicherter Modus“. Wenn dieser beim Bootvorgang. Sie eignet sich ausschließlich
Modus noch funk- bei Treiberproblemen, weil sie die Hardware-Kon-
tioniert, können Sie figuration, die beim letzten erfolgreichen Start des
dort fehlerhafte Pro- Betriebssystems gesichert wurde, in die aktuelle
gramme oder Trei- Registry zurückschreibt.
ber bequem deakti-
vieren.

3 System reparieren
Startet Windows nicht von der Festplatte, obwohl sie im Bios
ordnungsgemäß erkannt wurde und als Boot-Medium eingetragen
ist, sind möglicherweise die Boot-Informationen beschädigt. Um den
Boot-Bereich neu zu schreiben, starten Sie den PC mit Ihrer Win-
dows-Installations-CD/DVD. Sobald alle Treiber geladen sind, er-
scheint das Begrüßungsmenü. Drücken Sie die für Ihre Windows-
Version angezeigte Taste, um zur Wiederherstellungskonsole zu
kommen – in Windows XP ist das <F10>.
Wählen Sie nun die zu reparierende Windows-
Installation aus, indem Sie die entsprechende Zif-
fer eingeben. Haben Sie ein Administrator-Pass-
wort gesetzt, müssen Sie es nun eingeben. Tippen
Sie erst „fixmbr“ ein und bestätigen Sie mit <Re-
turn>, dann „fixboot“ und <Return> sowie „boot
cfg /rebuild“ und <Return>. Abschließend geben
Sie „exit“ ein, um den Rechner neu zu starten.

200 XXL-TIPPS 2009


W indows wieder lauf fähig machen ERSTE HILFE

4 Notfall-CD einsetzen
Microsoft hat eine Notfall-CD mit Tools für Diagnose und Reparatur
im Download-Angebot. Sie heißt Microsoft Diagnostics and Recovery
Toolset (Dart) und ist für Firmenkunden gedacht. Angeboten wird auch
eine auf 30 Tage beschränkte Testversion zum Download.
Nach der Installation finden Sie unter „C:\Programme\
Microsoft Diagnostics and Recovery Toolset“ die Datei
Erd50.ISO, mit der Sie eine bootfähige CD brennen. Nach
einer Neu-Installation des Tools können Sie eine weitere
CD erstellen und erneut 30 Tage lang nutzen. Im Notfall
booten Sie den PC von der CD. Wählen Sie nun das Sys-
tem aus, das Sie reparieren wollen. Danach können Sie
etwa den Explorer oder die Eingabeaufforderung öffnen
oder zwischen mehreren Diagnose- und Reparatur-Tools
wählen.

5 Eigenes Recovery- 6 PC hochfahren mit


Windows Ultimate Boot CD
Erstellen Sie eine individuelle bootfähige Die UBCD 4 Win (Ultimate Boot CD for Win-
Notfall-CD mit den Tools Ihrer Wahl. Mit der CD dows, www.ubcd4win.com) basiert auf Bart PE.
greifen Sie auf alle Daten zu, selbst wenn nichts Das Tool zum Erstellen der CD sieht daher genau
mehr läuft. Sie lässt sich mit dem kostenlosen PE so aus wie beim PE Builder und lässt sich entspre-
Builder 3.1.10a (auf C DVD und unter www.nu2. chend bedienen. UBCD 4 Win erweitert Bart PE
nu/pebuilder/) einfach erstellen. Ein Assistent führt um zahlreiche Hardware- und Software-Diagnose-
Sie durch die erforderlichen Schritte. Fast jedes Tools, die alle Freeware sind. Darunter finden sich
Windows-Tool können Sie mit auf die Rettungs- Antiviren- und Antispyware- Programme, Festplat-
CD brennen. Legen Sie die CD ins Laufwerk ein ten-Clone- und Image-Tools sowie Sala Password
und stellen Sie im Bios sicher, dass der Rechner Renew, das bei vergessenen XP-Anmeldekenn-
wörtern hilft. Eine komplette Liste der
Programme gibt’s unter www.bcd4
win.com/contents.htm. Die Software
erzeugt ein Multiboot-Menü, von dem
aus sich auch Tools zum Zurücksetzen
von Kennwörtern und zum Bearbeiten
der Registry, NTFS für DOS und die
Windows-Wiederherstellungskonsole
starten lassen.

beim Start zuerst vom CD/DVD-Laufwerk bootet.


Beim Hochfahren meldet sich automatisch die
Netzwerkkonfiguration, die Sie auf Wunsch über-
springen können. Nun können Sie, wie in Windows
üblich, Systemdateien reparieren und den internen
Dateimanager verwenden, um wichtige Dateien auf
einen USB-Stick zu kopieren.

XXL-TIPPS 2009 201


Dateien ret ten ERSTE HILFE

Dateien wiederherstellen

So holen Sie alles zurück


Selbst wenn im schlimmsten Fall Dateien von der Festplatte scheinbar
verloren sind, kommen Sie mit einer Freeware in vielen Fällen noch an Ihre
versehentlich oder absichtlich gelöschten Daten heran. Von Armin Stabit

1 Rettungs-Tool einrichten 2 System booten


Laden Sie die Setup-Datei von PC Inspector Schließen Sie den Stick an den PC an, auf
File Recovery (auf C DVD) von www.pcinspector. dem die Dateien gelöscht wurden. Haben Sie Win-
de herunter. Damit die gelöschten, dows heruntergefahren, verwenden Sie am besten
aber noch nicht vollständig ent- eine Notfall-CD. Im Explorer wechseln Sie zum
fernten Dateien nicht durch neue Stick und klicken doppelt auf Filerecovery.EXE.
überschrieben werden und so un-
widerruflich verloren sind, führen
Sie Download und Setup auf einem
anderen PC aus, etwa im Büro. Die
Installation erledigt ein Assistent. Anschließend
wechseln Sie in den Setup-Ordner des Tools und
kopieren sämtliche Dateien auf einen USB-Stick.

3 Recovery starten 4 Daten zurückholen


Stellen Sie im ersten Fenster als Sprache Warten Sie, während PC Inspector den Daten-
„Deutsch“ ein. Es erscheint ein Dialog, der Ihnen träger durchsucht. Im Wiederherstellungsfenster
drei Rekonstruktionsmöglichkeiten zur Auswahl markieren Sie als Nächstes das Laufwerk mit den
stellt: Mit der ersten Option retten Sie Dateien, die verlorenen Dateien und bestätigen Ihre Wahl. Die
Sie selbst gelöscht haben, beispielsweise im Win- Software zeigt Ihnen nun ein Fenster mit allen Da-
dows-Explorer und durch das anschließende Lee- teien an, die sich zurückholen lassen. Wählen Sie
ren des Papierkorbs. Punkt in der rechten Fensterhälfte die Dateien oder den
zwei findet verlorene Daten Ordner per Rechtsklick aus, die Sie zurückholen
auf Laufwerken, die in Folge wollen. Halten Sie dabei die <Shift>-Taste ge-
eines Absturzes oder durch drückt, um mehrere Ordner zu markieren.
versehentliches Formatieren Im Kontextmenü entscheiden Sie sich für „Spei-
verschwunden sind. Der letzte chern unter“. Als Zielpfad geben Sie im folgenden
Punkt sucht nach verschwun- Fenster den Laufwerksbuchstaben des USB-
denen Laufwerken. Sticks an. Vorsicht: Speichern Sie keine Dateien
auf der Festplatte, denn dabei könnten Daten über-
schrieben werden. In Spezialfällen, etwa
bei besonders großen Dateien, die nicht
mehr auf einen USB-Stick passen, kön-
nen Sie statt des Spei-
cher-Sticks eine externe
Festplatte anschließen.
Das Vorgehen ist mit der
Datenrettung über einen
USB-Stick identisch.

XXL-TIPPS 2009 203


ERSTE HILFE USB-Verbindungen

Externe Geräte anschließen

USB-Probleme lösen
Der Universal Serial Bus (USB) ist das wichtigste Bindeglied zu externen
Komponenten wie Druckern, Laufwerken und Scannern. So holen Sie das
Beste aus USB-Geräten unter XP und Vista heraus. Von Markus Weber

Oft verfügbar, klein und unscheinbar – aber Digitalkameras, Speicher-Sticks, externe Lauf-
vielseitig. Der USB-Anschluss ist an aktuellen werke oder Telefonanlagen – einen USB-An-
Windows-PCs nicht mehr wegzudenken. Kaum schluss besitzen fast alle. Obwohl USB inzwischen
ein Gerät, das sich nicht über die universelle einige Jahre auf dem Buckel hat, treten beim Ver-
Schnittstelle verbinden ließe. USB ist der Stan- binden von Geräten über den Universal Serial
dard zum Anschluss von Peripheriegeräte und um Bus noch immer Probleme auf. Wir zeigen, wie sie
ein Vielfaches populärer als Firewire. Ob Scanner, sich lösen lassen.

Richtig konfigurieren
1 USB aktivieren 2 Mehr USB-Geräte
anschließen
Prüfen Sie bei USB-Problemen zunächst
Ihre Bios-Einstellungen. Damit Betriebssystem Sind an Ihrem PC alle USB-Anschlüsse be-
wie Windows oder Linux die USB-Bausteine auf legt, brauchen Sie nicht auf zusätzliche Geräte zu
der Hauptplatine überhaupt erkennt und anspre- verzichten. Weitere Anschlüsse fügen Sie mit
chen können, muss Sie USB im Bios aktiviert sein. einem USB-Hub hinzu. Dabei handelt es sich um
Das gilt auch, wenn Sie einen äl- eine Art Mehrfachstecker mit in der Regel zwei,
teren Rechner nutzen und eine fünf oder sieben USB-Buchsen. Eine davon wird
USB-PCI-Karte verwenden. Die für die Verbindung zum PC benötigt, die übrigen
passende Einstellung findet sich stehen Ihnen zur Verfügung. USB-Hubs gibt es in
im Bios meist unter dem Punkt zwei Ausführungen: Mit und ohne Stromversor-
„Peripherals“ oder „Integrated gung. Einen USB-Hub mit Strom-
Peripherals“. versorgung brauchen Sie, wenn
Sie viele Geräte anschließen
wollen. Gleiches gilt auch für
Geräte, die viel Strom über
USB ziehen.

3 Stromversorgung
sicherstellen
Foto: © Fotolia.com – Albert Lozano

USB-Geräte ohne eigene Stromversorgung,


etwa USB-Sticks oder Mini-Festplatten, beziehen
ihre Energie über das USB-Kabel vom PC. Sind
mehrere USB-Geräte angeschlossen, kann es
leicht zu Störungen kommen. Versuchen Sie in die-
sem Fall, durch Umstecken der USB-Geräte einen
reibungslosen Betrieb aller Geräte am Rechner
sicherzustellen.

204 XXL-TIPPS 2009


USB-Verbindungen ERSTE HILFE

4 Später andocken
Festplatten, die bereits vor dem Hochfahren des Betriebssystems über
die USB-Schnittstelle angeschlossen sind, identifiziert Windows noch während
des Startvorgangs, also bevor das Anmeldefenster erscheint. Dadurch verzö-
gert sich der Startvorgang geringfügig. Wenn Sie das Laufwerk erst im lau-
fenden Betrieb andocken, läuft die Erkennung des Geräts schneller ab.

5 Treiber neu starten 6 Laufwerksbuchstaben


für USB-Sticks zuweisen
Wenn USB-Geräte nach einem Be-
triebssystem-Update nicht mehr er- Windows XP vergibt temporäre Laufwerks-
kannt werden, hilft Ab- und wieder An- buchstaben, beispielsweise für einen USB-Stick,
stecken, um die Treiber erneut zu laden. unter bestimmten Umständen fälschlicherweise
Auch nach dem „Vorbereiten zum sicheren erneut – etwa für ein Netzlaufwerk. Um Laufwerks-
Entfernen“ über das entsprechende Icon konflikte zu vermeiden und auf den USB-Stick im-
im Systray muss ein USB-Laufwerk zum mer mit dem identischen Buchstaben zuzugreifen,
Reaktivieren getrennt und wieder ange- geben Sie ihm eine feste Kennung: Klicken Sie im
schlossen werden. Windows 98/ME, Explorer mit der rechten Maustaste auf „Arbeits-
2000, XP, Vista und auch Linux unterstüt- platz“ und wählen Sie „Verwalten, Datenträ-
zen USB standardmäßig. Treiberprobleme gerverwaltung“. Klicken Sie mit der rech-
sind daher nicht üblich. Nur unter Win- ten Maustaste auf den USB-Stick und
dows 98 brauchen Sie zur Unterstützung wählen Sie „Laufwerkbuchstaben und
von USB einen passenden Zusatztreiber. -pfad ändern“ und dann „Ändern“.

7 Nur lokale Datenträger 8 Entfernen klappt nicht


Wenn Sie Ihren über USB angeschlossenen Der Dialog „Hardware sicher entfernen“ im
Laufwerken in der Datenträgerverwaltung von Systray kann oft nicht halten, was er verspricht.
Windows XP und Vista keinen festen Laufwerks- Besonders bei USB-Festplatten ist oft nicht er-
buchstaben zugewiesen haben, erhält das ange- sichtlich, welche Anwen-
schlossene Gerät immer den ersten freien Buch- dung das Entfernen blo-
staben. Das Betriebssystem betrachtet die ckiert. Eine relativ flotte
Kennung nach dem letzten lokalen Laufwerk als Methode, die Erlaubnis
verfügbar, ignoriert dabei allerdings Netzlaufwerke. zu erzwingen, ist die
Ist beispielsweise F: das letzte lokale Laufwerk und Windows-Abmeldung.
E: eine Netzwerkfreigabe, dann zeigt der Explorer Nach erneutem Log-in ist
den USB-Datenträger nicht an. Lösen Sie das Pro- der Dialog „Hardware
blem, indem Sie der Freigabe einfach einen ande- sicher entfernen“ erfolg-
ren Buchstaben zuweisen. Dazu trennen Sie das reich. Alternativ können
Netzlaufwerk im Explorer und verbinden es an- Sie unter Windows XP
schließend erneut. den Schreib-Cache für
ein USB-Laufwerk ent-
fernen und dann den
USB-Stecker ohne Win-
dows-Erlaubnis ziehen,
sobald die Laufwerks-LED nicht
mehr leuchtet. Die Einstellung fin-
det sich im Geräte-Manager unter „Laufwerke“ und
dort beim betreffenden USB-Gerät auf der Regis-
terkarte „Richtlinien“.

XXL-TIPPS 2009 205


ERSTE HILFE USB-Verbindungen

Auf USB-Geräte zugreifen


1 Abziehen ohne Klicks 2 USB 1.1 updaten
Einen USB-Stick sollten Sie nicht einfach Für Mäuse oder Drucker reicht USB 1.1 noch
abziehen, da Windows einen Schreib-Cache ver- aus, für Festplatten mit USB-Anschluss ist die
wendet. Microsoft schreibt vor, den Speicher-Stick Übertragungsleistung zu gering. In der Regel kom-
im Systray neben der Uhr über das grüne Symbol men Sie mit USB 1.1 kaum über 1 MB pro Sekun-
„Hardware sicher entfernen“ abzumelden. Ande- de. Mit USB 2.0 steigt das Datenübertragungstem-
renfalls kann es zu Datenverlust kom- po auf immerhin 7 bis 10 MB pro Sekunde. Wenn
men, weil Windows Teile der zu Sie eine externe Festplatte an einem PC mit USB
schreibenden Daten aus dem 1.1 anschließen wollen, lohnt es sich in jedem Fall,
Cache noch nicht übertragen gleich die circa 15 Euro für eine USB-2.0-PCI-Kar-
hat. Ein schnelles Abmelden te dazuzulegen. USB-Karten gibt es mit zwei oder
ohne Klick ins Systray-Icon vier Anschlüssen.
ermöglicht ein spezielles
Kommandozeilen-Tool. La-
den Sie Sync von http://
technet.microsof t.com/
de-de/sysinternals/ herun-
ter. Beim Aufruf leert es au-
tomatisch den Schreib-Ca-
che aller mit dem PC
verbundenen Laufwerke.

3 Kameras als Datenträger 4 USB-Stick verschlüsseln


Jede spezialisierte USB-Peripherie mit eige- Möchten Sie verhindern, dass Dritte Zugang
nem Speicher, also etwa die Digitalkamera oder zu den auf einem USB-Stick gespeicherten, per-
ein MP3-Player, lässt sich prinzipiell als sönlichen Daten erhalten, müssen Sie die Dateien
normaler Datenträger nutzen. Ist die an- verschlüsseln. Dazu bietet sich ein virtuelles, chiff-
geschlossene Kamera als Massenspei- riertes Laufwerk an. Ein Nachteil herkömmlicher
cher klassifiziert und erscheint im Win- Verschlüsselungslösungen, die mit virtuellen Lauf-
dows-Explorer als normales Laufwerk, werken arbeiten: Sie benötigen am betreffenden
gibt es in der Regel kein Hindernis, die Windows-PC Administratorrecht. Dadurch haben
Kamera wie einen USB-Stick einzuset- Sie an Fremdrechnern schlechte Karten, denn hier
zen. Einfach mal ausprobieren! haben Sie normalerweise nur Benutzerrechte.
Eines der wenigen Tools, das die Rechteproble-
matik geschickt umgeht, ist die Open-Source-
Software True Crypt (auf C DVD und unter www.
truecrypt.org). Mit der Software lässt sich ein
USB-Stick so vorbereiten, dass er neben der True-
Crypt-Software einen beliebig großen, verschlüs-
selten Datencontainer enthält, der Speicherplatz
für Ihre vertraulichen Daten bietet. Sie können fest-
legen, dass die Containerdatei automatisch geöff-
net und als virtuelles Laufwerk mit eigenem Buch-
staben in Windows aktiviert wird, sobald Sie den
USB-Stick mit dem Rechner verbinden und das
richtige Kennwort eintippen.

206 XXL-TIPPS 2009


USB-Verbindungen ERSTE HILFE

USB-Probleme lösen
1 Paralleler Drucker an USB
Drucker sind meist recht langlebig. Wenig verwunderlich also, dass un-
zählige Modelle im Einsatz sind, die sich ausschließlich über die parallele Schnitt-
stelle anschließen lassen. Neuere PCs verfügen jedoch meist nicht mehr über
eine parallele Schnittstelle. Abhilfe schafft ein Parallel-nach-USB-Adapter – etwa
von www.digitus.info für rund 20 Euro. Das Modul macht Drucker mit paralleler
Schnittstelle nach IEEE-1284-Standard fit für den USB-Port. Unter Windows