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Vermeintliche Wunderdiät: Liegt im Blut der Schlüssel zur Traumfigur?

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VERMEINTLICHE WUNDERDIÄT

Liegt im Blut der Schlüssel zur Traumfigur?

13.06.2011

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Autor: Berrit Gräber

Die teure Trend-Diät "Metabolic Balance" erlebt in Deutschland einen Boom: Doch die geheimnisumwitterte Abspeckmethode ist wissenschaftlich umstritten.

Abspeckmethode ist wissenschaftlich umstritten. FOTO: PA Einen so schlanken Tailenumfang wünschen sich

FOTO: PA

Einen so schlanken Tailenumfang wünschen sich viele - ob dies mit der Trenddiät "Metabolic Balance" gelingt, ist allerdings fragwürdig

Simples fdH, also futter' die Hälfte, war gestern. Wer zur Bikini-Saison in Form sein will, versucht es heutzutage gern mit der aktuellen Trend-Diät „Metabolic Balance“. Je nach persönlichem Stoffwechsel soll ein maßgeschneiderter Ernährungsplan die Pfunde nur so purzeln lassen.

FOTO: PA Studie belegt angeblich die Wirksamkeit von "Metabolic Balance". Forscher und Ernährungsexperten sin
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Studie belegt angeblich die Wirksamkeit von "Metabolic Balance". Forscher und Ernährungsexperten sin skeptisch

Die eigenen Blutwerte sind dabei angeblich der Schlüssel zur Traumfigur. Warum der eine Abspeckwillige mit Mozzarella und Mango, der andere mit Hüttenkäse und Kiwi zum Ziel kommen soll, bleibt allerdings Betriebsgeheimnis. Klar ist nur, dass die Diät immer mehr Fans findet, richtig teuer und heftig umstritten ist. Experten halten das Konzept für wissenschaftlich nicht haltbar.

Ab 300 Euro aufwärts zahlen Abnehmwillige für die Teilnahme an der Schlankheitskur - laut Eigenwerbung „von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern entwickelt“. Für eine längerfristige Betreuung - in der Regel beim Ernährungsberater - fallen schnell 800 Euro

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und mehr an.

Los geht es immer mit einem Fragebogen zu persönlichen Ess-Vorlieben und Blut abzapfen. Ein Vertragsla bor der Metabolic Balance- Anbieter bewertet rund 35 Parameter, vom Leberenzym über Kalzium- und Blutfettwerte.

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und Blutfettwerte. Wissenswertes zum Thema Ernährung So stark hat die Zahl der Fettleibigen in Deutschland seit

So stark hat die Zahl der Fettleibigen in Deutschland seit 1985 zugenommen.

FOTO: INFOGRAFIK WELT ONLINE

Was der Teilnehmer dann für sein Geld kriegt, sind jede Menge strenger Essensvorschriften, zum Beispiel täglich nur drei Mahlzeiten einnehmen, immer mit Eiweiß beginnen, Obst nur zum Dessert, unbedingt fünf Stunden Pause einhalten dazwischen, nach 21 Uhr nichts mehr essen und viel Wasser trinken.

Dreh- und Angelpunkt ist die Liste mit „erlaubten“ Lebensmitteln, angeblich ausgewählt auf Basis des eigenen Stoffwechsels - für den einen Quark mit 20 Prozent Fettanteil und Zwetschgen, für den anderen Magerquark und Rhabarber.

Wie das Blut letztlich den Ernährungsplan bestimmt, ist ein streng gehütetes Geheimnis. Nicht einmal die Betreuer wissen Genaueres. Für Hannelore Daniel, Professorin für Ernährungsphysiologie an der Technischen Universität München, ist das Konzept auf keinen Fall wissenschaftlich belegt wie von den Anbietern behauptet.

Der Erfolg gebe den Anbietern zwar Recht, sagt die Forscherin, die die Zusammenhänge zwischen „metabolischem System“, also dem Stoffwechsel, und der Ernährung seit Jahren untersucht.

Wie aber das Abspecken mit dieser Diät funktionieren soll, „kann ich nicht verstehen“, sagt sie. Ihre noch junge Forschungsrichtung Metabolomics stecke erst in den Kinderschuhen - auch wenn es immer mehr Hinweise dafür gebe, dass jeder Mensch Nahrung ganz individuell verdaue und verwerte.

Wie Sie auch ohne Hungern schlank bleiben

und verwerte. Wie Sie auch ohne Hungern schlank bleiben Bittermelonen reduzieren das Hungergefühl. FOTO:

Bittermelonen reduzieren das Hungergefühl.

FOTO: CHROMORANGE

Der Weg hin zu persönlichen Ernährungsplänen sei noch sehr weit. „Ich bin ziemlich sicher, dass es auf der Welt keinen Kollegen gibt in diesem Feld oder aus verwandten Bereichen, der diese Diät erklären kann“, ist Daniel überzeugt.

Je teurer, desto mehr Selbstdisziplin

Verbraucherschützer halten die teure Mode-Diät ebenfalls für fragwürdig. Und die Vermarktung für pseudowissenschaftlich: Es sei überhaupt kein Wunder, dass man dabei abnehme, sagt Martin Hofmeister, Ernährungsexperte der Verbraucherzentrale Bayern. Wer mitmacht, bekommt nur wenig Fett und Kohlenhydrate zu essen, dafür aber reichlich Eiweiß und Gemüse.

„Das ist im Grunde eine Low-Carb-Diät mit sehr eingeschränktem Speiseplan, Kasteien ist ein Muss“, betont der Fachmann. Dass die

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Pfunde bei so wenig Kalorienzufuhr purzelten, sei alles andere als ein Wunder.

Wie „Metabolic Balance“ letztendlich wirkt, scheint vielen Abspeckwilligen egal zu sein. Das geheimnisumwitterte Konzept boomt, das Interesse sei immens, berichtet Hofmeister. Lizenzen würden in viele Länder der Erde verkauft.

Wer viel Geld dafür ausgibt, bringt offenbar auch genügend Selbstdisziplin auf, den strengen Plan zumindest eine Weile lang durchzuhalten. Hauptsache, es macht schlank.

„Der Jojo-Effekt ist aber fast schon programmiert“, weiß Hofmeister aus Erfahrung. Nur die wenigsten könnten die wenig abwechslungsreiche Kost mit 1000 bis 1500 Kilokalorien am Tag auf Dauer durchhalten.

dapd/oc