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Die EU-Osterweiterung

Die EU-Osterweiterung Abb. 1: Erweiterungsraum der EU Die EU ist kein fertiges „Gebilde". Sie zielt auf

Abb. 1: Erweiterungsraum der EU

Die EU ist kein fertiges „Gebilde". Sie zielt auf eine vereintes Europa und steht neuen Mitgliedern offen.

Zwölf europäische Staaten und die Türkei bemühen sich um einen EU-Beitritt.

Mit den baltischen Staaten, Slowenien und Zypern wird die Gruppe der bisher in der Union nicht stark vertretenen Gruppe der Kleinstaaten an Gewicht gewinnen. Von den übrigen Mitgliedswerbern sind nur Polen, Rumänien und die Türkei flächenmäßig große und bevölkerungsreiche Staaten.

Die Bevölkerungsdichte der neuen Mitgliedstaaten (98 Einwohner pro km 2 ) liegt im Durchschnitt etwas unter der der derzeitigen Gemeinschaft (115 Einwohner pro km 2 ).

Bei der räumlichen Verteilung der Bevölkerung kann eine stärker konzentrierte Sied- lungsstruktur als in den Mitgliedstaaten beobachtet werden. Allerdings leben über 60 % der Menschen in Grenzregionen, während es in den EU-Staaten nur ca. 15 % sind. Deutliche Unterschiede zeigen die Wirtschaftsdaten. Das BIP pro Kopf in Kauf- kraftparität liegt unter dem Niveau der EU-15, wobei die einzelnen Staaten wiederum große Unterschiede aufweisen.

Staat

Fläche in 1000 km 2

Bevölkerung 2002

BIP pro Kopf 2001 in Euro

Inflationsrate 2001 in %

Arbeitslosen-

in Mio.

EW je km 2

quote 2002 in %

Estland

45,227

1,4157

31

9700

5,7

12,5

Lettland

64,589

2,3665

37

7400

2,5

12,5

Litauen

65,301

3,6011

55

8500

1,2

12,1

Polen

312,690

38,6256

124

9100

5,5

19,9

Tschechische Rep.

78,870

10,2568

130

14000

4,7

8,8

Slowakei

49,030

5,4224

I I I

11600

7,3

19,0

Ungarn

93,030

10,0750

108

11900

9,2

5,8

Rumänien

238,390

22,3177

94

5700

34,5

6,7

Bulgarien

110,990

7,6213

69

7000

7,5

18,3

Slowenien

20,270

1,9329

95

16300

8,4

6,3

Abb. 1: Wirtschaftsdaten der EU-Beitrittskandidaten

Die Entwicklung der Beschäftigten erfuhr durch die Wirtschaftsreformen einen grund- legenden Wandel. Der hohe Anteil an Beschäftigten im ersten Sektor erfuhr einen star- ken Rückgang und die Arbeitslosenquoten sind hoch. Augenfällig sind auch die regionalen Disparitäten innerhalb der Beitrittsstaaten. Ins- besondere die Hauptstadtregionen und die Regionen an den EU-Außengrenzen haben ein viel höheres BIP pro Kopf als der nationale Durchschnitt.

Besonders stark verändert hat sich nach den Reformen der Verkehr. Die Verkehrsdichte nimmt sprunghaft zu. Der Ausbau und die Erneuerung der Infrastruktur sind eine große zukünftige Heraus- forderung, besonders in Richtung Ost-West-Orientierung.

Die Umweltsituation zeigt insgesamt ein ambivalentes Bild. Die meisten Beitrittsstaa- ten verfügen über ausgedehnte intakte Kulturlandschaften. Der relativen Unversehrt- heit vieler Gebiete stehen allerdings durchwegs hohe Umweltbelastung der Luft und des Wassers durch Hausbrand, Straßenverkehr und Industrie gegenüber. Eine Kon- zentration von Umweltproblemen gibt es in den industriell geprägten Regionen. Ins- gesamt ist aber zu beobachten, dass die Umweltbelastung stark abnimmt.