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Lager

Geräteelemente Prof. Redlich


Lagerarten
• Richtung der Kraftaufnahme in der Paarungsfläche
Axiallager, Radiallager
• Sicherung der Paarung
radial: offene Lager, geschlossene Lager
axial: Loslager Festlager Stützlager
• Art der Reibung
Gleitlager Wälzlager Federlager
• Reibungszustand
Verschleißlager (Festkörperreibung) Flüssigkeitsreibung
Gasreibung (Luftlager, Strömungslager)
• Geometrische Form
z.B. Zapfen-, Spitzen-, Schneiden-, Kugel-, Nadellager ...
Wälzlager
Wälzlagerarten
Klassifizierungskriterium:
Richtung der Kraftaufnahme in der Paarungsfläche
Axiallager Radiallager
FR FR
Aufbau von Wälzlagern
Klassifizierungskriterium:
Geometrische Form der Wälzkörper
z.B. Zapfen-, Spitzen-, Schneiden-, Kugel-, Nadellager ...

Rillenkugel- Zylinderrollen- Kegelrollen- Pendelrollen- Nadellager


lager lager lager lager
Aufbau von Wälzlagern

• Der Außen- bzw. Innenring: Stellt die äußere bzw. innere Lauffläche
für die Kugeln dar. Der Innenring sitzt fest auf der Achse.

• Die Kugeln: Sie rollen zwischen dem Innen- und


Außenring und verringern so die Reibung auf ein
Minimum.

• Der Käfig: Sorgt für die gleichmäßige Verteilung


der Kugeln und verhindert ihre unmittelbare
Berührung.

• Dichtungs- und Deckscheiben: halten den Schmierstoff im Lager und


verhindern, dass Schmutz eindringt.
Die Benennung erfolgt gemäß Wälzkörperform und Art
Beispiele
Einreihiges Zylinderrollenlager Axialkugellager

Vierpunktlager Pendelkugellager
Aufbau von Wälzlagern
Gestaltung von Festlagern

Spreizring
Strukturelle Merkmale
1. Form und Anordnung der Wälzkörper
2. Ausführung des Käfigs
3. Genormte Maßreihen und Toleranzklassen
4. Lastrichtungen
5. Belastungs-Zeit-Verläufe
6. Umlaufverhältnisse
7. Temperaturverhältnisse
8. Tragzahl
9. Lebensdauer
10. Drehzahlgrenzen
11. Lageranordnung und Einbauverhältnisse
12. Einstellbarkeit
13. Montageeigenschaften
14. Schmierung- und Dichtungssysteme
Vorteile

• sehr geringe Reibzahl


• geringe Erwärmung
• geringe Energieverluste
• beanspruchen wenig Raum
• durch geringes „Spiel“ laufen Wälzlager sehr genau
• wartungsarm
• geringer Schmierstoffverbrauch
• bedürfen keinem Vorlauf
• durch internationale Normung ist Austauschbarkeit
gewährleistet
Nachteile
• stoßempfindlich besonders im Stillstand und bei kleinen
Drehzahlen
• geräuschvoller Lauf
• geringere Drehzahlen als bei Gleitlager mit
Flüssigkeitsreibung
• teuer gegenüber einfachen Gleitlagern
• meist schwieriger Ein- und Ausbau
• Empfindlich gegen Verschmutzung
• begrenzte Lebensdauer und Maximaldrehzahl
Herstellung der Kugeln

• Von einem "Stahldraht" werden Zylinder


abgeschnitten, die in einer Presse zu
Kugeln geformt werden.

• Anschließend findet eine Entgratung statt.

• Bei der Wärmebehandlung werden die


Kugeln auf den gewünschten Härtegrad
gebracht.
Herstellung der Kugeln

• Ähnlich wie in einer Kugelmühle werden


die Kugeln nun poliert und auf ein sehr
genaues Maß gebracht (Durchmesser auf
ca. 1/100 mm genau).

• In einem weiteren chemisch-mechanischen


Prozess werden die Kugeln "mikroglatt"
gemacht, so dass sie eine hohe
Verschleißfestigkeit aufweisen.

• Schließlich werden die Kugeln einer


genauen Kontrolle unterzogen.
Materialien
Käfige Ringe und Wälzkörper

• aus Stahlblech • Von ganz wenigen


gepresste Käfige (am Ausnahmen
häufigsten) abgesehen, werden
• Messing-Massivkäfige Ringe und Wälzkörper
(bei großen Lagern) aus durchhärtenden
• glasfaserverstärkte Chromstählen
Polyamidkäfige hergestellt.
Lebensdauerberechnung
Ge
s tal
tu
ng

ela s tu ng
B

u ng
m i er
Sc h

Werkstoff

Drehzahl
Berechnung von Wälzlagern
Berechnet wird die Lebensdauer eines Lagers. Die Lebensdauer ist definiert
als Anzahl der Umdrehungen, die 90 % aller Lager einer Lagergruppe
erreichen oder überschreiten.(Ausfallwahrscheinlichkeit 10%)

L10 = 10 6 ( C / F ) p
Lebensdauer in dynamische Äquivalenzlast p = 3 für Kugellager
Umdrehungen Tragzahl p= 10/3 für Rollenlager

Lh = L10 / 60 n
Lebensdauer in Stunden
Berechnung von Wälzlagern Blatt 2
Berechnung der Äquivalenzlast

F = V X Fr + Y Fa

Äquivalenzlast Umlauffaktor Radialkraft Axiallast

V = 1 ...Umfangslast am Innenring X und Y aus DIN ISO 281


V = 1,2 ...Punktlast am Innenring
Radialfaktoren X und Axialfaktoren Y nach DIN 622 b.z.w. DIN ISO 281
Für (Radial-) Rillenkugelager gilt :

Radialfaktor X Axialfaktor Y
für FA / FR < e 1 0
für FA / FR > e 0,56 nach Diagramm

Für (Radial-) Schulterkugelager gilt :

Radialfaktor X Axialfaktor Y
für FA / FR < 0,2 1 0
für FA / FR > 0,2 0,5 2,5

2,2

2,0

1,8 0,5

1,6 0,4
Y
1,4 0,3 e

1,2 0,2

1,0

0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6

FA/Co
Berechnung von Wälzlagern

Die nach DIN 622 errechnete Lebensdauer kann nur erreicht werden, wenn :

1. die zulässigen maximalen Drehzahlen entsprechend Wälzlagerkatalog nicht überschritten


werden,

2. die Lager einwandfrei geschmiert und

3. sorgfältig gegen Eindringen von Fremdkörpern abgedichtet werden.


FAQs
? !
1. Lager sitzen sehr fest auf Man erwärmt die Lager. Dadurch wird
den Achsen, ohne dass sie u.a. der Innendurchmesser des
Innenringes größer und man kann die
mit Schrauben o.ä. Lager auf die Achse ziehen. Nach dem
befestigt sind. Wie schafft Abkühlen sitzt das Lager fest.
man das?

2. Warum ist der Käfig bei Der Käfig führt die Kugel und
verhindert, dass die Kugeln
Kugellagern wichtig? untereinander reiben.

3. Warum können Bei Zylinderrollenlagern ist die


Kontaktfläche mit dem äußeren und
Zylinderrollenlager inneren Lagerring größer und dadurch
größere radiale Lasten der Druck bei gleicher Belastung kleiner
aushalten als Kugellager? als beim Kugellager.
Gleitlager
Hydrodynamische Gleitlager
Aufgabe der Lagerberechnung und -gestaltung ist es, die Lager

betriebssicher, d.h. ohne nennenswerten Verschleiß, auszulegen


Striebeckdiagramm

n üb n
Hydrodynamische Gleitlager
Konstruktive Gestaltung

Bei der Lagergestaltung sind u.a. folgende Probleme zu lösen:

Gestaltung der Lagerschalen

Schmiereinrichtung Kippbeweglichkeit
zur Gewährleistung des Öldurchflusses im Spalt
zur Vermeidung der Kantenpressung
Hydrodynamische Gleitlager
Lagerzapfen

zylindrischer zylindrischer zylindrischer kegeliger kugeliger


Lauf-Stirnzapfen Lauf-Stirnzapfen Halszapfen Ruhezapfen Lauf-oder Ruhezapfen
mit Bund
Werkstoffwahl

Der Werkstoff des Zapfens soll die größere Härte besitzen .


Für den Lagerzapfen wird Stahl verwendet mit einem Unterschied
in der Brinellhärte zur Buchse von HBZapfen = (3...5) HBBuchse.
Für hydrodynamisch laufende Gleitlager ist in erster Linie die Flächenpressung
maßgebend.
Weitere Auswahlkriterien :
- geringe Neigung zum Verschleißen gegenüber dem Zapfenwerkstoff
- gutes Wärmeleitvermögen
- großes Haftvermögen für das Schmieröl
- Einbettfähigkeit für Fremdkörper
- gute Notlaufeigenschaften bei Schmierstoffausfall.
Auswahl metallischer Werkstoffe für Verschleißlager

DIN Kurzzeichen Zulässige Anwendung


Flächen-
pressung pzul
in N/mm²*)

1729 MgMn2F20 0,1 für kleine


MgAl8ZnF30 9715 Gleitgeschwindigkeiten
und Belastungen

17660 CuZn40Pb2 0,3 für kleine


17679 F67 Gleitgeschwindigkeiten

17662 CuSn8F60 2 gute Gleiteigenschaften,


abriebfest, höher belastbar
1705 G-CuSn12Pb als CuZn-Legierungen
17665 CuAl11NiF75 10 gute Gleiteigenschaften,
1714 G-CuAl9Ni hoch belastbar,verschleißfest,
korrosions- säurebeständig

ISO LgPbSn10 5 für mittlere bis hohe


Beanspruchungen

1716 G-CuPb22Sn 10 für sehr hochbelastete Lager,


G-CuPb15Sn widerstandsfähig gegen Stöße und Kantenpressung,

ausgezeichnete Gleiteigenschaften
Lagerberechnung
Reibmoment aus Radiallast und Axiallast

M Rr = Fr µrm M Ra = Fa µrm
mittlerer Wirkradius rm

 2  (r − r3)
3
a
rm = 
 3  (ra
2
− r2 )
Lagerberechnung
M b = Fa • a ≤ Wbσ zul

Wb = πd 3 / 32 ≈ d 3 / 10

Dimensionierung des Zapfendurchmesser

32 Fa 10 Fa
d min = 3 ≈3
πσ bzul σbzul
Lagerberechnung

Belastung des Lagerzapfens

pm = F / ( bd ) ≤ pzul
Wälzführung
3 3
2

4 5 1
1