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DEUTSCHE NORM Oktober 1999

Ziegel für Decken und Vergußtafeln {


statisch mitwirkend 4159
ICS 91.100.15 Ersatz für Ausgabe 1978-04

Floor bricks and plasterboards, statically active


Plancher en briques, fonctionnant statiquement

Inhalt
Seite
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
3 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
4 Ziegel für Ziegeldecken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
5 Ziegel für Stahlbetonrippendecken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
6 Ziegel als Zwischenbauteile für Stahlbetonrippendecken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
7 Ziegel für Vergußtafeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
8 Treibende Einschlüsse und wasserlösliche Salze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
9 Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
10 Übereinstimmungsnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
11 Kennzeichnung und Lieferschein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Vorwort
Diese Norm wurde vom NABau-Arbeitsausschuß 06.14.00 „Deckenziegel“ überarbeitet.

Änderungen
Gegenüber der Ausgabe April 1978 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Der Titel der Norm.
b) Die Normbezeichnungen ZSV in ZDV, ZST in ZDT, ZWV in ZVV und ZWT in ZVT.
c) Abschnitt 9 wurde um eine statistische Auswertung für Ziegel für Deckenziegel
erweitert.
d) Neue Darstellungen der Bilder.
f) Redaktionelle Überarbeitung der gesamten Norm.

Frühere Ausgaben
DIN 4159: 1943-05, 1962-02, 1972-10, 1978-04

Fortsetzung Seite 2 bis 14


NormCD Stand 2004-03

Normenausschuß Bauwesen (NABau) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.

h DIN Deutsches Institut für Normung e.V. · Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, Ref. Nr. DIN 4159 : 1999-10
nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, gestattet.
Preisgr. 09 Vertr.-Nr. 0009
Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
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DIN 4159 : 1999-10

1 Anwendungsbereich DIN EN 10002-2


Metallische Werkstoffe — Zugversuch — Teil 2: Prü-
Diese Norm gilt für Ziegel, die als statisch mitwirkende fung der Kraftmeßeinrichtungen von Zugprüfmaschi-
Bauteile verwendet werden: nen; Deutsche Fassung EN 10002-2 : 1991
a) als Ziegel für Ziegeldecken nach DIN 1045 und
DIN 1053-4,
b) als Ziegel für Stahlbetonrippendecken mit Ortbeton-
rippen nach DIN 1045, 3 Definitionen
c) als Zwischenbauteile für Stahlbetonrippendecken mit Für die Anwendung dieser Norm gilt die folgende Defini-
ganz oder teilweise vorgefertigten Rippen nach tion:
DIN 1045,
d) als Ziegel für Vergußtafeln nach DIN 1053-4.
3.1 Ziegel: Aus Ton, Lehm oder tonigen Massen mit
oder ohne Zusatzstoffe geformtes und gebranntes Bauteil.

2 Normative Verweisungen
Diese Norm enthält durch datierte oder undatierte Verwei- 4 Ziegel für Ziegeldecken
sungen Festlegungen aus anderen Publikationen. Diese
normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen 4.1 Formen
im Text zitiert, und die Publikationen sind nachstehend Die Ziegel haben an einer oder an beiden Stirnseiten
aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Aussparungen zur Aufnahme von Beton (siehe Bilder 1
Änderungen oder Überarbeitungen dieser Publikationen und 2). Nach der Tiefe der Aussparungen werden unter-
nur zu dieser Norm, falls sie durch Änderung oder Überar- schieden:
beitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen — Ziegel für Ziegeldecken für vollvermörtelbare Stoßfu-
gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publi- gen ZDV (siehe Bild 1 und Tabelle 1),
kation. — Ziegel für Ziegeldecken für teilvermörtelbare Stoßfu-
DIN 1045 gen ZDT (siehe Bild 2 und Tabelle 3).
Beton und Stahlbeton — Bemessung und Ausführung Ziegel, die zur Druckübertragung im Bereich negativer
DIN 1053-4 Momente herangezogen werden, müssen Aussparungen
Mauerwerk — Teil 4: Bauten aus Ziegelfertigbauteilen für vollvermörtelbare Stoßfugen haben.
DIN 1164-1 : 1994-10 Form und Anordnung der Löcher sind beliebig; jedoch
Zement — Teil 1: Zusammensetzung, Anforderungen darf der Einzelquerschnitt von Löchern in der vermörtel-
DIN 4102-4 : 1994-03 baren Zone 6 cm2 nicht überschreiten.
Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen — Teil 4: Die Ziegel müssen mindestens einen senkrechten Innen-
Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter steg haben.
Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile Sofern die Ziegel für feuerbeständige Decken nach
DIN 51223 Tabelle 29 von DIN 4102-4 : 1994-03 verwendet werden,
Werkstoffprüfmaschinen — Druckprüfmaschinen — dürfen die Abstände der senkrecht oder geneigt ver-
Anforderungen laufenden Innenstege (siehe Bild 2) im Bereich des
E DIN EN 772-1 Anschlusses an die Ziegelunterseite nicht größer sein als
Prüfverfahren für Mauersteine — Teil 1: Bestimmung der 60 mm. Bei anderer Querschnittsausbildung muß die
Druckfestigkeit; Deutsche Fassung prEN 772-1 : 1992 Feuerbeständigkeit durch Prüfung nachgewiesen werden.
NormCD Stand 2004-03

a) Schnitt b) Ansicht c) Ansicht


einseitige Stoßfuge beidseitige Stoßfuge

Bild 1: Ziegel für vollvermörtelbare Stoßfugen (Beispiel)


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DIN 4159 : 1999-10

a) Schnitt b) Ansicht c) Ansicht


einseitige Stoßfuge beidseitige Stoßfuge

Bild 2: Ziegel für teilvermörtelbare Stoßfugen (Beispiel)

4.2 Maße
4.2.1 Die Maße der Ziegel (Nennmaße) für vollvermörtelbare Stoßfugen sind in Tabelle 1, die der Ziegel für teilvermörtel-
bare Stoßfugen sind in Tabelle 3 angegeben.
Die für die Breite der Fußleisten, die Stoßfugenaussparung und die Dicke der Druckplatte angegebenen Maße sind Min-
destmaße. Werden Stoßfugenaussparungen an beiden Stirnseiten des Ziegels angeordnet, so darf das Maß s b die Hälfte
des angegebenen Wertes betragen. Die Fußleisten der Ziegel müssen so ausgebildet werden, daß eine Längsbewehrung
mit der erforderlichen Betondeckung eingebracht werden kann und die Fußleiste an der dünnsten Stelle mindestens 5 mm
dick ist. Ergänzungsziegel mit mindestens halber Breite sind zulässig.

Tabelle 1: Maße für Ziegel für vollvermörtelbare Stoßfugen für Ziegeldecken


Maße in Millimeter

Breite Länge Dicke 2) Breite der Stoßfugenaussparung


Fußleiste
b l s0 a Breite Tiefe 2)
sb st
min. min. min.

250 166 bis 500 1) 90 25 40 80

115 40 105

140 40 130

165 40 155

190 40 180

215 40 205

240 40 230

265 50 255

290 50 280
NormCD Stand 2004-03

315 50 305

340 50 330
1)
für l U 333 mm nur bei Decken ohne Querbewehrung
2)
Zwischengrößen sind zulässig (s t = s 0 – 10 mm).
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DIN 4159 : 1999-10

Alle Außenwandungen müssen mindestens 12 mm dick Tabelle 2: Rechenwerte der Stegdicke und
sein. Die Ziegel müssen an beiden Seitenflächen und Wandungen
können an der Ober- und Unterseite Rillen haben, die
Maße in Millimeter
etwa 2 mm tief und nicht breiter als 10 mm sein dürfen.
Sie sollten die Ziegelflächen so unterteilen, daß die zwi-
Summe der vorhandenen Rechenwert der Stegdicke
schen den Rillen verbleibenden Felder nicht breiter als
Stegdicke und Wandungen
30 mm sind. Im Bereich einer Rille muß die Außenwan-
dung noch mindestens 10 mm dick sein.
50 bis 59 50
Die Gesamtdicke aller senkrechten Stege und Wandun-
gen muß mindestens 50 mm betragen. Der Rechenwert 60 bis 96 60
der Stegdicke und Wandungen ist der Tabelle 2 zu ent-
nehmen. 70 bis 79 70

U 80 80
Beispiele für Fußleisten siehe Bild 3.

Bild 3: Fußleisten der Ziegel (Beispiel)

Tabelle 3: Maße für Ziegel für teilvermörtelbare Stoßfugen für Ziegeldecken


Maße in Millimeter

Breite Länge Dicke 2) Breite der Stoßfugenaussparung Dicke der


Fußleiste Druckplatte

b l s0 a Breite Tiefe
sb st s1
min. min. min. min.

250 166 bis 500 1) 115 25 40 45 50

140 40 50 55

165 40 55 60

190 40 60 65

215 40 65 70

240 40 70 75

265 50 75 80

290 50 80 85
NormCD Stand 2004-03

315 50 85 90

340 50 90 95
1)
für l U 333 mm nur bei Decken ohne Querbewehrung
2)
Zwischengrößen sind zulässig.
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4.2.2 Die Grenzabweichungen der Längen und Breiten Tabelle 4: Druckfestigkeit


betragen –50 %, höchstens jedoch –120 mm, der Dicke +50 %,
höchstens jedoch +120 mm. Druck- Druckfestigkeit Nennfestigkeit
festig- N/mm2 der Ziegel-
4.3 Ziegel-Rohdichte keits- festigkeitsklasse
Die Mittelwerte der Ziegel-Rohdichte sind festgelegt mit
klasse N/mm2
höchstens: kleinster Mittelwert Neue
— 0,60 kg/dm3 (größter Einzelwert 0,65 kg/dm3) Einzelwert Prüfkriterien f k
— 0,70 kg/dm3 (größter Einzelwert 0,75 kg/dm3) 16 16,0 20,0 16,0
— 0,80 kg/dm3 (größter Einzelwert 0,85 kg/dm3) 18 18,0 22,5 18,0
— 1,00 kg/dm3 (größter Einzelwert 1,10 kg/dm3)
20 20,0 25,0 20,0
— 1,20 kg/dm3 (größter Einzelwert 1,30 kg/dm3)
— 1,40 kg/dm3 (größter Einzelwert 1,50 kg/dm3) 24 24,0 30,0 24,0
28 28,0 35,0 28,0
4.4 Druckfestigkeit 30 30,0 37,5 30,0
Die Druckfestigkeit ist in Tabelle 4 angegeben. Die Ziegel 36 36,0 45,0 36,0
dürfen keine die Festigkeit mindernden Risse oder
Beschädigungen aufweisen.

4.5 Bezeichnung
5 Ziegel für Stahlbetonrippendecken
Die Ziegel sind in der Reihenfolge Benennung, DIN-Num-
mer, Kurzzeichen, Druckfestigkeit, Rohdichte, Maße 5.1 Allgemeines
(Breite × Länge × Dicke — Rechenwert der Stegdicke und Sofern nicht anders festgelegt, gelten 4.1 bis 4.4 ohne
Wandungen nach Tabelle 2) zu bezeichnen. Tabellen 1 bis 3, die Fußleisten sind nach Bild 3 auszu-
BEISPIEL: Bezeichnung eines Ziegels für Ziegeldecken bilden. Die Maße der Ziegel (Nennmaße) für Stahlbeton-
für teilvermörtelbare Stoßfugen (ZDT), der Druckfestig- rippendecken sind in Tabelle 5 angegeben. Die Dicke der
keitsklasse 18, der Ziegel-Rohdichte 1,0 kg/dm3, der Fußleiste muß mindestens 5 mm betragen.
Breite 250 mm, der Länge 333 mm, der Dicke 190 mm Es werden unterschieden:
und der Rechenwert der Stegdicke und Wandungen — Ziegel für Stahlbetonrippendecken für teilvermörtel-
60 mm: bare Stoßfugen ZRT,
Ziegel DIN 4159 — ZDT — 18 — 1,0 — — Ziegel für Stahlbetonrippendecken für vollvermörtel-
250 × 333 × 190 — 60 bare Stoßfugen ZRV.

Tabelle 5: Maße der Ziegel für Stahlbetonrippendecken


Maße in Millimeter

Breite Länge Dicke 1) Breite der Fußleiste Stoßfugen- Dicke der


a aussparung Druckplatte
b l s0 bei b = bei b = Breite Tiefe
250 und 333 500 und 625 sb st s1
min. min. min. min. min.

250 166 115 25 35 40 45 50


333 bis
500 500 140 25 35 40 50 55
625
165 25 35 40 55 60

190 25 35 40 60 65

215 30 40 40 65 70

240 30 40 40 70 75

265 30 40 50 75 80

290 35 40 50 80 85

315 35 40 50 85 90
NormCD Stand 2004-03

340 35 40 50 90 95

ANMERKUNG: Bei Ziegeln, die zur Druckübertragung im Bereich negativer Momente herangezogen werden, muß die
Tiefe der Stoßfugenaussparung s t = s0 – 10 mm nach Tabelle 1 betragen.
1)
Zwischengrößen sind zulässig.
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DIN 4159 : 1999-10

5.2 Bezeichnung
Die Ziegel sind in der Reihenfolge Benennung, DIN-Num-
mer, Kurzzeichen, Druckfestigkeit, Rohdichte, Maße
(Breite × Länge × Dicke) in mm zu bezeichnen. Die
Angabe der Rechenwerte der Stegdicken und Wandun-
gen nach Tabelle 2 ist nicht erforderlich.
BEISPIEL: Bezeichnung eines Ziegels für teilvermörtel-
bare Stoßfugen (ZRT), der Druckfestigkeitsklasse 18,
der Ziegel-Rohdichte 1,0 kg/dm3, der Breite 250 mm,
der Länge 333 mm und der Dicke 190 mm.
a) Schnitt
Ziegel DIN 4159 — ZRT — 18 — 1,0 —
250 × 333 × 190

6 Ziegel als Zwischenbauteile für


Stahlbetonrippendecken
6.1 Allgemeines
Für Ziegel als Zwischenbauteile für Stahlbetonrippendek-
ken gelten für die Ziegel-Rohdichte 4.3 und für die Druck-
festigkeit 4.4.

6.2 Formen b) Ansicht, einseitige Stoßfuge


Zwischenbauteile werden mit Aussparungen für teilver-
mörtelbare Stoßfugen nach dem in den Bildern 4 und 5 Bild 5: Ziegel als Zwischenbauteil mit senkrechten
dargestellten Beispiel hergestellt. Dabei können die Sei- Seitenflächen für beidseitige Stoßfugen
tenflächen geneigt ausgeführt werden und einseitige oder
beidseitige Stoßfugenausbildung haben (siehe Bild 2).
Zwischenbauteile, die zur Druckübertragung im Bereich
Es werden unterschieden: negativer Momente herangezogen werden, müssen voll-
— Ziegel als Zwischenbauteile für teilvermörtelbare vermörtelbare Stoßfugen mit einer Tiefe von s t = s 0 —
Stoßfugen ZZT, 10 mm haben. Es gilt 4.1, jedoch ohne Bilder 1 und 2, die
— Ziegel als Zwischenbauteile für den Bereich negativer Seitenflächen dürfen geneigt ausgeführt werden.
Momente (vollvermörtelbar) ZZV.
6.3 Maße
Die Breiten b sollten so gewählt werden, daß sich die Rip-
penachsabstände für die jeweiligen Decken zu 333 mm,
500 mm, 625 mm oder 750 mm ergeben. Bei der Prüfung
der Breiten dürfen die Einzelwerte vom Nennwert nicht
mehr als — 2,5 %, maximal jedoch 12 mm abweichen. Für
die Grenzabweichungen der Längen und Dicken gelten
die Angaben nach 4.2.2.
Die übrigen Maße der Zwischenbauteile sind in Tabelle 6
angegeben. Die Maße für die Auflagertiefe auf vorgefertig-
ten Rippen, die Stoßfugenaussparungen und die Dicken
der Druckplatte sind Mindestmaße.
a) Schnitt Werden Stoßfugenaussparungen an beiden Stirnseiten
des Ziegels angeordnet, so darf das Maß s b die Hälfte des
angegebenen Wertes betragen.

6.4 Ausbildung der Flanken


Werden Zwischenbauteile auf vorgefertigte Stahlbetonrip-
pen aufgelagert, so muß bei geneigten Seitenflächen der
Zwischenbauteile der mit Beton auszufüllende Raum an
der Unterkante mindestens 5 mm und 100 mm darüber
mindestens 30 mm breit sein. Bei Zwischenbauteilen mit
senkrechten Seitenflächen muß der mit Beton auszufül-
lende Raum mindestens 30 mm breit sein.
NormCD Stand 2004-03

Flankenneigung: N, Senkrecht: S

b) Ansicht, einseitige Stoßfuge 6.5 Bruchlast


Die Bruchlast für Ziegel als Zwischenbauteile muß minde-
Bild 4: Ziegel als Zwischenbauteil mit senkrechten stens F = 12 l, unabhängig von ihrer Breite, betragen;
Seitenflächen für einseitige Stoßfugen dabei sind F in N und l in mm einzusetzen.
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DIN 4159 : 1999-10

Tabelle 6: Maße von Ziegeln als Zwischenbauteile


Maße in Millimeter

Vorzugswerte Länge Dicke 2) Auflagertiefe auf Stoßfugenaussparung Dicke der


für vorgefertigten Druckplatte
Rippenachs- Rippen
abstände 1) 2) Breite Tiefe
l s0 c sb st s1
min. min. min. min.

333 166 115 25 40 45 50


500 bis
625 500 140 25 40 50 55
750
165 25 40 55 60

190 25 40 60 65

215 25 40 65 70

240 25 40 70 75

265 25 50 75 80

290 25 50 80 85

315 25 50 85 90

340 25 50 90 95
1)
Die Breite eines Zwischenbauteils ergibt sich aus dem Rippenachsabstand unter Berücksichtigung der Ausbildung
der ganz oder teilweise vorgefertigten Rippen.
2)
Zwischengrößen sind zulässig.

6.6 Bezeichnung
Die Ziegel sind in der Reihenfolge Benennung, DIN-Nummer, Kurzzeichen, Flankenneigung, Druckfestigkeit, Ziegel-Roh-
dichte, Breite × Länge × Dicke in mm zu bezeichnen.
BEISPIEL: Bezeichnung eines Ziegels als Zwischenbauteil für teilvermörtelbare Stoßfugen (ZZT) mit geneigten Flanken
(N), mit der Druckfestigkeitsklasse 24, der Rohdichte 1,2 kg/dm3, der Breite 440 mm, der Länge 250 mm und der Dicke
240 mm:
Ziegel DIN 4159 — ZZT — N — 24 — 1,2 — 440 × 250 × 240
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7 Ziegel für Vergußtafeln


7.1 Formen
Ziegel mit Formen nach 4.1 dürfen auch als Ziegel für Vergußtafeln verwendet werden.
Ziegel für Außenwandtafeln dürfen an ihrer Außenseite einen statisch nicht mitwirkenden Querschnitt mit durchlaufenden
nicht vermörtelbaren Lochkanälen nach den Bildern 6 und 7 erhalten.
Es werden unterschieden:
— Ziegel für Vergußtafeln für vollvermörtelbare Stoßfugen ZVV,
— Ziegel für Vergußtafeln für teilvermörtelbare Stoßfugen ZVT.

a) Schnitt b) Ansicht c) Ansicht


einseitige Stoßfuge beidseitige Stoßfuge

Bild 6: Wandziegel für vollvermörtelbare Stoßfugen mit statisch nicht wirksamem Querschnitt (Randzone)

a) Schnitt b) Ansicht c) Ansicht


einseitige Stoßfuge beidseitige Stoßfuge

Bild 7: Wandziegel für vollvermörtelbare Stoßfugen

7.2 Maße
7.2.1 Die Maße der Ziegel für vollvermörtelbare Stoßfugen sind in Tabelle 7, für teilvermörtelbare Stoßfugen in Tabelle 8
angegeben.
NormCD Stand 2004-03
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Tabelle 7: Maße der Ziegel für vollvermörtelbare Stoßfugen für Vergußtafeln


Maße in Millimeter

Breite Länge Dicke Fußleiste Stoßfugenaussparung


Breite Tiefe
b l s0 a sb st
min. min. min.

250 166 bis 500 90 20 40 80

115 20 40 105

140 20 40 130

165 25 40 155

190 25 40 180

215 25 40 205

240 25 40 230

265 25 50 255

290 25 50 280

315 25 50 305

340 25 50 330

365 25 50 355

Tabelle 8: Maße der Ziegel für teilvermörtelbare Stoßfugen für Vergußtafeln


Maße in Millimeter

Breite Länge Dicke 1) Fußleiste Stoßfugenaussparung Dicke der


Druckplatte
Breite Tiefe
b l s0 a sb st s1
min. min. min. min.

250 166 bis 500 115 20 40 45 50

140 20 40 50 55

165 25 40 55 60

190 25 40 60 65

215 25 40 65 70

240 25 40 70 75

265 25 50 75 80

290 25 50 80 85
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315 25 50 85 90

340 25 50 90 95

365 25 50 90 95
1)
Zwischengrößen sind zulässig.
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Die für die Breite der Fußleisten, die Stoßfugenausspa- Die Prüfung nach 9.5 gilt als bestanden, wenn keine Gefü-
rung und die Dicke der Druckplatte angegebenen Maße gestörungen, keine starken Rißbildungen oder je 100 cm2
sind Mindestmaße. Werden Stoßfugenaussparungen an Oberfläche nicht mehr als 5 Absprengungen über Ein-
beiden Stirnseiten des Ziegels angeordnet, so darf das schlüssen auftreten. Absprengungen dürfen nicht tiefer
Maß s b die Hälfte des angegebenen Wertes betragen. als 3 mm sein.
Alle Außenwandungen müssen mindestens 10 mm dick Ist keine sichere Beurteilung möglich, so ist der Nachweis
sein. Die Ziegel müssen an beiden Seitenflächen und dür- zu führen, daß der auf treibende Einschlüsse geprüfte
fen an der Ober- und Unterseite Rillen haben, die etwa Ziegel den Bedingungen der geforderten Festigkeits-
2 mm tief und nicht breiter als 10 mm sein dürfen. Sie soll- klasse entspricht.
ten die Ziegelflächen so unterteilen, daß die zwischen den
Rillen verbleibenden Felder nicht breiter als 30 mm sind.
Im Bereich der Rille muß der Außensteg mindestens
8 mm dick sein. Die Formen der Fußleisten sollten Bild 3 9 Prüfung
entsprechen. 9.1 Form und Maße
7.2.2 Die Grenzabweichungen der Längen und Breiten- Länge, Breite und Dicke der Ziegel, Breite und Tiefe der
maße betragen –50 %, höchstens jedoch –120 mm, der Dicke Stoßfugenaussparungen, Lochquerschnitte, Breite der
–5 –12 Fußleisten, Dicke der Druckplatte und bei Zwischenbau-
0 %, höchstens jedoch 0 mm.
teilen die Auflagertiefe werden in je zwei Messungen am
einzelnen Ziegel bestimmt. Bei Ziegeln mit teilvermörtel-
7.3 Ziegel-Rohdichte baren Stoßfugen ist die Gesamtdicke der senkrechten
Nach 4.3. Stege und Wandungen zu prüfen. Die Messungen sind
nach Bild 8 auszuführen.
Die Schenkel des Meßschiebers müssen beim Messen
7.4 Druckfestigkeit über den ganzen Ziegel reichen. Die Mindestwanddicke
Die Ziegel dürfen keine die Festigkeit mindernden Risse wird an jeder Ziegelaußenseite je einmal mittels Meß-
oder Beschädigungen aufweisen (Druckfestigkeiten siehe schieber bestimmt.
Tabelle 9). Die Maße und die Grenzabmaße sind auf ganze Millimeter
gerundet anzugeben.
Tabelle 9: Druckfestigkeit

Druckfestigkeit 9.2 Ziegel-Rohdichte


Druckfestigkeits- N/mm2
klasse 9.2.1 Durchführung
Mittelwert kleinster
Einzelwert Der Ziegel ist bei 110 9C t 5 9C bis zur Massenkonstanz
zu trocknen. Die Massenkonstanz gilt als erreicht, wenn
6 7,5 6 die Masse sich innerhalb von 24 h um nicht mehr als 0,1 %
ändert. Nach dem Abkühlen wird der Ziegel auf 1 ‰
8 10 8 (Massenanteil) gewogen. Das Ziegelvolumen Vz wird aus
den äußeren Maßen des Ziegels bestimmt. Rillen in den
12 15 12 Ziegelwandungen dürfen übermessen werden. Der Volu-
menanteil der Fußleisten (siehe Bild 3) und die Volumen-
18 22,5 18 minderung infolge der Stoßfugenaussparung und die
Flankenneigungen sind zu berücksichtigen.
24 30 24 Bei der Eigenüberwachung kann auf die Trocknung bei
105 9C verzichtet werden, wenn die Rohdichte der luft-
30 37,5 30 trockenen Probeziegel die zulässigen Mittelwerte nicht
überschreitet.
36 45 36
9.2.2 Auswertung
Die Ziegel-Rohdichte r z wird errechnet aus der Trocken-
7.5 Bezeichnung masse m d (aus Wägung) und dem Ziegelvolumen Vz des
nach 9.2.1 getrockneten Ziegels nach der Gleichung (1):
Die Ziegel sind in der Reihenfolge Benennung, DIN-
Nummer, Kurzzeichen, Druckfestigkeit, Rohdichte, md
rz = (1)
Maße (Breite × Länge × Dicke) in mm zu bezeichnen. Vz
BEISPIEL: Bezeichnung eines Ziegels für teilvermörtel- und in kg/dm3 auf zwei Dezimalen angegeben. Im Prüfbe-
bare Stoßfugen (ZVT), der Druckfestigkeit 18 N/mm2, richt sind alle Einzelwerte und der arithmetische Mittel-
der Rohdichte 1,0 kg/dm3, der Breite 250 mm, der wert anzugeben.
Länge 333 mm und der Dicke 190 mm:
Ziegel DIN 4159 — ZVT — 18 — 1,0 —
250 × 333 × 190 9.3 Druckfestigkeit
9.3.1 Allgemeines
Die Druckfestigkeit wird bei Ziegeln in Strangrichtung
NormCD Stand 2004-03

8 Treibende Einschlüsse und (parallel zur Lochung) ermittelt. Sie bezieht sich bei Zie-
geln mit klein gelochtem Querschnitt (z. B. nach Bild 1)
wasserlösliche Salze auf den gesamten Ouerschnitt und bei Ziegeln mit großer
Ziegel müssen frei von Stoffen sein, die zu Schäden wie Lochung im unteren Bereich (z. B. nach Bild 2) auf den
Abblättern, Gefügezerstörung oder schädigendem Aus- klein gelochten Teil (Dicke s 1) — in beiden Fällen ein-
blühen führen. Zusatzstoffe dürfen die Eigenschaften der schließlich der Löcher. Alternativ darf auch das Prüfver-
Ziegel nicht nachteilig beeinflussen. fahren nach E DIN EN 772-1 angewendet werden.
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DIN 4159 : 1999-10

Bild 8: Durchführung der Messungen zur Bestimmung der Maße und der Form

9.3.2 Prüfmaschinen
Die Ziegel sind in einer Druckprüfmaschine nach
DIN 51223, mindestens der Klasse 2 nach
DIN EN 10002-2 zu prüfen.

9.3.3 Durchführung
Die Druckfestigkeit ist am lufttrockenen Ziegel festzustel-
len. Die Ziegel sind durch Schnitt mit einer Säge um die
Breite der Stoßfugenaussparung bzw. bei Ziegeln mit
geringer Dicke so zu kürzen, daß die verbleibende Ziegel-
länge l (Prüfhöhe) gleich der Ziegeldicke s 0 ist (siehe
NormCD Stand 2004-03

Bild 9).
Die Probekörper sind an den Druckflächen mit Zement-
mörtel aus
1 Raumteil Zement der Festigkeitsklasse 42,5 R nach
DIN 1164-1 : 19 94-10 und
1 Raumteil gewaschenem Natursand der Korngruppe Bild 9: Probekörper zur Bestimmung der
0/1 mm abzugleichen. Druckfestigkeit
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DIN 4159 : 1999-10

Die Abgleichschichten müssen planparallel und sollten 9.3.5.2 Einstufung nach Mittelwert und kleinstem
nicht dicker als 5 mm sein. Es ist dafür Sorge zu tragen, Einzelwert
daß der Abgleichmörtel nicht zu tief in die Hohlräume der Für die Einstufung der Druckfestigkeit in eine Druckfestig-
Ziegel eindringt. Die Abgleichschichten müssen bei der keitsklasse nach Tabelle 4 bzw. Tabelle 9 muß sowohl das
Druckfestigkeitsprüfung ausreichend erhärtet und luft- arithmetische Mittel als auch der kleinste Einzelwert der
trocken sein. Vor der Prüfung sind die Ziegel deshalb Druckfestigkeitsprüfungen die in den Tabellen 4 bzw. 9 zur
nach dem Abgleichen mindestens zwei Tage feucht und Druckfestigkeitsklasse angegebenen untersten Werte
anschließend mindestens zwei Tage an der Luft bei 15 9C überschreiten.
bis 22 9C zu lagern.
Die Prüfkraft muß auch bei Ziegeln für teilvermörtelbare 9.3.5.3 Einstufung nach statistischer Auswertung
Stoßfugen im Schwerpunkt der Querschnittsfläche des
Für einen Stichprobenumfang von mindestens sechs auf-
gesamten Ziegels angreifen. Die Beanspruchung ist lang-
einanderfolgenden Druckfestigkeitsprüfungen mit den
sam und stetig um 0,5 N/mm2 bis 0,6 N/mm2 je Sekunde
Einzelwerten x 1, x 2 ...... x n erfolgt die Einstufung der
zu steigern. Unmittelbar vor dem Bruch darf die Vorschub-
Druckfestigkeit in eine Druckfestigkeitsklasse nach
geschwindigkeit des Arbeitskolbens der Prüfmaschine
Tabelle 4 durch:
nicht mehr verändert werden.
f k ö xn – l n · sn (6)
9.3.4 Auswertung
f k ß x min + k n (7)
9.3.4.1 Im Prüfbericht sind die Einzelwerte und das
arithmetische Mittel der Druckfestigkeit aller Einzelwerte Für einen Stichprobenumfang von drei aufeinanderfol-
in N/mm2 auf ganze Zahlen gerundet anzugeben. genden Druckfestigkeitsprüfungen mit den Einzelwerten
x 1, x 2, x 3 erfolgt die Einstufung der Druckfestigkeit in eine
Druckfestigkeitsklasse nach Tabelle 4 durch:
9.3.4.2 Die Druckfestigkeit b ist bei Ziegeln für vollver-
mörtelbare Stoßfugenaussparungen aus der Höchstkraft f k ö x3 – 5 (8)
F und der Querschnittsfläche A einschließlich der Loch-
querschnitte zu errechnen: f k ß x min + 1 (9)
F Dabei ist:
b= (2)
A fk die Nennfestigkeit der Ziegelfestigkeitsklasse
(charakteristische Festigkeit)
9.3.4.3 Bei Ziegeln für teilvermörtelbare Stoßfugenaus-
xn der Mittelwert einer normalverteilten Stichprobe
mit n Einzelwerten
sparungen wird zunächst die Scherbendruckfestigkeil b s
aus der Höchstkraft F und der Scherbenfläche errechnet: x
der
3 Mittelwert einer normalverteilten Stichprobe mit drei
Einzelwerten
F x min der kleinste Einzelwert der normalverteilten Stich-
bs = (3)
As probe
Die Scherbenfläche A s ergibt sich aus der Querschnitts- sn die Standardabweichung einer normalverteilten
fläche A durch Abzug des Lochquerschnitts. Stichprobe
Vereinfachend darf der Lochquerschnitt mit Hilfe des l n, k n Beiwerte nach Tabelle 10.
Scherbenquerschnitts (z. B. Tauchverfahren in Wasser
oder Sandfüllverfahren) oder anderer geeigneter Verfah- Tabelle 10: Beiwerte l n, k n
ren ermittelt werden.
Aus der Scherbendruckfestigkeit b s ergibt sich die kenn- n 6 7 8 9 10 11
zeichnende Druckfestigkeit b t nach Gleichung (4):
ln 1,28 1,77 1,72 1,67 1,62 1,60
b s × A sd
bt = (4) kn 1 1 1 1 2 2
Ad
Dabei ist:
A sd der Querschnitt der Ziegeldruckplatte ohne Loch-
querschnitt (Scherbenquerschnitt) 9.4 Bruchlast
A d der Gesamtquerschnitt der Ziegeldruckplatte ein- 9.4.1 Prüfmaschinen
schließlich Lochquerschnitt Die Ziegel sind nach DIN 51227 in einer Biegeprüfma-
schine mindestens der Klasse 3 nach DIN 51220 oder
A d = (b — 2a) s 1 (5) einer gleichwertigen Prüfeinrichtung zu prüfen.

9.3.5 Einstufung der Druckfestigkeitsklassen 9.4.2 Durchführung


9.3.5.1 Allgemeines Die Proben sind entsprechend ihrer Lage während des
Einbaus drehbar auf zwei Auflagern zu lagern und in der
Bei Ziegel für Ziegeldecken, Ziegel für Stahlbetonrippen-
Mitte mit einer 20 mm breiten Streifenlast gleichlaufend
decken und Ziegel als Zwischenbauteile für Stahlbeton-
NormCD Stand 2004-03

zum Auflager zu belasten (siehe Bild 10). Die Auflager und


rippendecken darf die Einstufung der Druckfestigkeit in
die Oberfläche unter der Streifenlast sind dabei nicht mit
Druckfestigkeitsklassen sowohl nach dem Mittelwert und
Mörtel abzugleichen. Die Last ist langsam und stetig um
dem kleinsten Einzelwert als auch nach einer statisti-
200 N/s zu steigern.
schen Auswertung erfolgen. Bei Ziegel für Vergußtafeln
muß die Einstufung der Druckfestigkeit in Druckfestig-
keitsklassen nach dem Mittelwert und dem kleinsten Ein- 9.4.3 Auswertung
zelwert erfolgen. Es sind die Einzelwerte auf 0,05 kN gerundet anzugeben.
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DIN 4159 : 1999-10

Nachweis über die Beziehung zwischen diesen Festig-


keitsarten vorliegt und durch die Fremdüberwachung
bestätigt ist.
Die Prüfung auf treibende Einschlüsse ist nur bei Produk-
tionsaufnahme und bei einem Wechsel in der Zusammen-
setzung des Rohmaterials erforderlich.
Die Ergebnisse der werkseigenen Produktionskontrolle
sind aufzuzeichnen und mindestens fünf Jahre aufzube-
wahren. Die Aufzeichnungen müssen mindestens die fol-
genden Angaben enthalten:
— Bezeichnung des Ausgangsmaterials und seiner
Bestandteile,
— Art der Prüfung,
— Datum der Herstellung und der Prüfung,
Bild 10: Prüfanordnung zur Bestimmung — Ergebnis der Prüfung und Vergleich mit den Anforde-
der Bruchlast rungen,
— Unterschrift des für die werkseigene Produktionskon-
9.5 Prüfung auf treibende Einschlüsse trolle Verantwortlichen.
Vor der Prüfung sind an den Proben alle äußerlich erkenn- Bei ungenügendem Prüfergebnis sind vom Hersteller
baren Schäden festzustellen und zu kennzeichnen. unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen zur Mängel-
abstellung zu treffen. Ziegel, die nachweislich nicht den
Die Proben sind unmittelbar nach mindestens Anforderungen dieser Norm entsprechen, sind auszuson-
12stündiger Trocknung bei 110 9C t 5 9C Lufttemperatur dern, deutlich entsprechend zu kennzeichnen und geson-
in noch erhitztem Zustand weitere 6 h einer Behandlung dert zu lagern.
mit Wasserdampf von etwa 100 9C und Atmosphären-
druck auszusetzen. Sie werden dazu in einem Behälter
mit lose aufgelegtem Deckel auf einen Rost über dauernd 10.3 Fremdüberwachung
siedendes Wasser gelegt. 10.3.1 Allgemeines
Nach Abschluß der Prüfung sind die Beschädigungen In jedem Herstellwerk ist die werkseigene Produktions-
(Absprengungen, Gefügestörungen und dergleichen) fest- kontrolle durch eine Fremdüberwachung regelmäßig,
zustellen und nach Abschnitt 8 zu beurteilen. mindestens jedoch zweimal jährlich zu überprüfen. Im
Rahmen der Fremdüberwachung ist eine Erstprüfung der
Ziegel mit allen Prüfungen nach Abschnitt 9 durch-
10 Übereinstimmungsnachweis zuführen.
10.1 Allgemeines Der Hersteller hat der anerkannten Überwachungsstelle
folgende Angaben schriftlich mitzuteilen: — Inbetrieb-
Die Bestätigung der Übereinstimmung der Ziegel mit den
nahme des Werkes, — Name des Technischen Werk-
Festlegungen dieser Norm muß für jedes Herstellwerk
leiters (auch bei jedem Wechsel), — vorgesehene Ziegel-
durch den Hersteller mit einem Übereinstimmungszertifi-
arten dieser Norm, — Durchführung der werkseigenen
kat auf der Grundlage einer werkseigenen Produktions-
Produktionskontrolle, — Aufnahme der Fertigung weiterer
kontrolle und einer regelmäßigen Fremdüberwachung
Ziegelarten. Die Probenahme obliegt der Überwachungs-
einschließlich einer Erstprüfung der Ziegel nach den fol-
stelle. Dabei sollte aber die gesamte Streubreite der Pro-
genden Bestimmungen erfolgen. Für die Erteilung des
duktion erfaßt werden. Bei wesentlichen Beanstandungen
Übereinstimmungszertifikats und die Durchführung der
oder unzureichenden Prüfergebnissen sind unverzüglich
Fremdüberwachung einschließlich der dabei durchzufüh-
Wiederholungsprüfungen durchzuführen.
renden Produktprüfungen hat der Hersteller der Ziegel
eine hierfür anerkannte Zertifizierungsstelle sowie eine 10.3.2 Probenahme
hierfür anerkannte Überwachungsstelle einzuschalten. 1)
Die Proben sind aus einem möglichst großen Vorrat oder
aus der Fertigung zu entnehmen und sollten der durch-
10.2 Werkseigene Produktionskontrolle schnittlichen Produktion entsprechen. Unter besonderen
In jedem Herstellwerk ist eine werkseigene Produktions- Umständen können die Proben auch aus einem Händler-
kontrolle einzurichten und durchzuführen. Unter werksei- lager oder auf der Baustelle entnommen werden. Vom
gener Produktionskontrolle wird die vom Hersteller vorzu- Hersteller als fehlerhaft bezeichnete und als solche deut-
nehmende kontinuierliche Überwachung der Produktion lich gekennzeichnete sowie getrennt gelagerte Ziegel dür-
verstanden, die auch die Beschreibung und Überprüfung fen nicht in die Probenahme einbezogen werden. Die Pro-
der Ausgangsstoffe (Rohstoffe) einschließt. Mit der werks- ben sind sofort bei Entnahme unverwechselbar zu kenn-
eigenen Produktionskontrolle stellt der Hersteller sicher, zeichnen, über die Entnahme ist ein Protokoll anzuferti-
daß die von ihm hergestellten Ziegel den Bestimmungen gen, das vom Probenehmer abzuzeichnen und vom
dieser Norm entsprechen. Werkleiter oder seinem Vertreter gegenzuzeichnen ist.
Das Protokoll muß mindestens die folgenden Angaben
Im Rahmen der werkseigenen Produktionskontrolle sind enthalten: — Hersteller und Herstellwerk, — Entnahme-
mindestens die Prüfungen nach Abschnitt 9 durchzufüh- stelle, Anzahl und Bezeichnung der entnommenen
ren. Dazu sind jeweils drei Proben je Ziegelart aus 60 000
NormCD Stand 2004-03

hergestellten Einheiten, mindestens jedoch einmal je Fer-


tigungswoche, wahllos aus der laufenden Produktion 1)
Verzeichnis der Prüf-, Überwachungs- und Zertifizie-
ofentrocken zu entnehmen. Die Bestimmung der Maße rungsstellen nach den Landesbauordnungen, Teil 1:
darf sich auf Länge, Breite und Dicke der Ziegel Stellen zur Einschaltung beim Nachweis der Überein-
beschränken. stimmung geregelter Bauprodukte mit den technischen
Die Prüfung der Druckfestigkeit darf durch die Prüfung Regeln nach Bauregelliste A Teil 1, zu beziehen beim
der Bruchlast ersetzt werden, wenn ein statistischer Verlag Ernst & Sohn, Mühlenstr. 33/34, 13187 Berlin
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DIN 4159 : 1999-10

Proben, — Ziegelkennzeichnung (nach dieser Norm und 11 Kennzeichnung und Lieferschein


durch den Probenehmer), — ungefährer Ziegelumfang, für
den die entnommene Probe gilt, — Name des Probe- Nach dieser Norm hergestellte und überwachte Ziegel
nehmers, Ort, Datum, Unterschriften. sind mit numerierten Lieferscheinen auszuliefern, die von
je einem Beauftragten des Herstellers und des Abneh-
10.3.3 Überwachungsbericht mers zu unterschreiben sind und folgende Angaben ent-
halten:
Die Ergebnisse der Fremdüberwachung sind aufzuzeich-
nen und mindestens fünf Jahre aufzubewahren. Der Über- a) Herstellwerk oder Werkzeichen,
wachungsbericht muß unter Hinweis auf diese Norm b) Gütezeichen oder fremdüberwachende Stelle,
folgende Angaben enthalten: c) Bezeichnung des Ziegels,
— Hersteller, Herstellwerk, Bezeichnung der Ziegel, d) Anzahl oder Masse der gelieferten Ziegel,
— Umfang, Ergebnisse und Bewertung der werkseigenen e) Empfänger,
Produktionskontrolle, f) Tag der Lieferung.
— Erklärung über die Vollständigkeit der Protokolle der Das Herstellwerk oder das Kennzeichen ist auf jedem
Probenahmen, 30. Ziegel oder auf der Verpackung der Ziegel anzu-
— Ergebnisse der im Rahmen der Fremdüberwachung geben.
durchgeführten Prüfungen und Vergleich mit den Die Druckfestigkeitsklasse muß durch Eindruck oder
Anforderungen, dauerhaften Aufdruck auf jedem 2. Ziegel gekennzeichnet
— Gesamtbewertung, sein.
— Ort, Datum; Unterschrift und Stempel der anerkannten Auf die Kennzeichnung kann verzichtet werden, wenn die
Überwachungsstelle. Ziegel im Herstellwerk zu Fertigteilen verarbeitet werden.
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