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CE11LS01 Menschen in ihrer Orientierung fördern Jasmin, Frederik

Snoezelen

Definition:

Der Begriff Snoezelen, ausgesprochen als Snuselen, ist eine Verbindung aus den
beiden holländischen Wörtern „snuffelen" und „doezelen". Snuffelen bedeutet
übersetzt schnüffeln oder schnuppern und doezelen kann übersetzt werden mit
dösen und schlummern.

 Multifunktionales Konzept
 Einwirkungen von visuellen, akustischen, olfaktorischen, taktil-haptischen,
vestibulären oder vibratorischen Reizen
 Aus den Niederlanden
 Seit 1970 bekannt, wurde von dem Beschäftigungstherapeut Ad Verheul und dem
Musiktherapeut Jan Hulsegge entwickelt

Zielgruppen:

 Einrichtungen für geistig behinderte Menschen


 Senioren
 Hospize
 Kliniken (insbesondere Onkologie, Psychiatrie, Neurologie, Pädiatrie)
 Kindergärten und Schulen

Ziel und Wirkung:

 Verbesserung der Lebensqualität


 Zugang und Kommunikationsmöglichkeiten finden
 Individuelle Bedürfnisse erkennen und befriedigen
 Interesse wecken
 Wohlbefinden erzeugen
 Beschäftigung
 Förderung von Vertrauen und Entspannung
 Neue Wahrnehmungsdimensionen erleben
 Stressbewältigung erleichtern
 Gefühle ausleben
 Autonomie fördern
 Abbau fixierter Verhaltensmuster
 Vertrauensvollere Entwicklung einer Beziehung

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Gestaltung und Ausstattung:

 Wasserblasensäule
 Mobiles
 Kissen, Sessel, Liegen
 Lampen, Laternen, Lavalampen, Lichtprojektoren z.B. für Sternenhimmel
 Windspiele, Klangschalen, Glocken
 Wasserbett mit Lautsprechern
 Vibrationsgegenstände, Massageröhren
 Tastplatten
 Gepolsterte Böden und Plattformen
 Aromaverbreiter
 Technische Geräte, um Musik abzuspielen

Kritikpunkte am Snoezelen:

 Zur Förderung eines (behinderten) Menschen bedarf es individueller


Entwicklungspläne und spezieller, auf die Entwicklungsdefizite und -ressourcen
des Individuums ausgerichteter Förderprogramme. Diesem Anspruch werde
das Snoezelen nicht gerecht.
 Snoezelen werde bei behinderten oder dementen Menschen letztlich ohne eine
auf diesen Personenkreis ausgerichtete Entwicklungs- oder Involutionstheorie
durchgeführt.
 Snoezelen schaffe eine künstliche Welt, deren Erfahrungen (z. B. für Menschen
mit Mehrfachbehinderung oder Demenz) nicht in den Alltag übertragbar sind.
 Snoezelen schaffe eine teure Scheinwelt, statt derer solle besser der Alltag in
den Institutionen schöner und reizvoller gestaltet werden.
 Die Wirkung des Snoezelens bestehe hauptsächlich in der intensiven
Zuwendung seitens der Anwender. Allein diese Variable könne die
beobachtbaren positiven Reaktionen erklären.
 Das Motto des Snoezelens „Nichts muss gemacht werden, alles ist erlaubt“
stehe für Willkür und Beliebigkeit seitens der Anwender.

Fazit:
Vor dem Hintergrund neuerer Untersuchungsergebnisse scheint die Aussage
gerechtfertigt, dass sich das Snoezelen positiv z. B. auf herausfordernde
Verhaltensweisen demenziell erkrankter Menschen auswirken kann (Bundesministerium
für Gesundheit 2006,
Perrar 2003a b).
Separate Snoezelenräume hingegen sind eher zur Freizeitgestaltung für nicht demente
oder Menschen in einem frühen Stadium der Demenz geeignet.
Bei nicht dementen Menschen kann Snoezelen durchaus ausgeprägte negative
Wirkungen in Form von Unwohlsein, Angst, Panikattacken oder Kontrollverlust haben.
Solange eine grundlagentheoretische Ausarbeitung des Snoezelens fehlt, sollte es
seinem ursprünglichen Konzept nach als ein „Freizeit“angebot in der Pflege demenziell
Erkrankter und weniger als spezifischer therapeutischer Ansatz verstanden werden.

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Quellen:

http://www.pflegeportal.ch/pflegeportal/Snoezelen.php

https://cne.thieme.de/cne-webapp/r/library/page/9783131407221_5_3/-/1

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