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Zusammenfassung Konjunktur

Ramon Schumacher

Konjunktur beschreibt die Wirtschaftsaktivität ein einem Land. Diese wird anhand des BIP gemessen. Die Wirtschaftsaktivität hat zyklische Eigenschaften.

Begriffe

Produktionspotenzial

Das Produktionspotenzial beschreibt die Auslastung der Arbeitskräfte und des Kapitals. Das heisst, wenn alle Arbeitskräfte voll eingesetzt würden, beträge das Produktionspotenzial 100%.

Normalauslastung

Die Normalauslastung ist die durchschnittliche Auslastung des Produktionspotenzials. Sie liegt bei circa 85%.

Konjunkturindikatoren

Konjunkturindikatoren sind wirtschaftliche Themen (Arbeitslosigkeit, Investitionstätigkeit und Inflation), die zur Berechnung der Wirtschaftsaktivität dienen. Die Konjunkturindikatoren werden in 3 Gruppen aufgeteilt, die Frühindikatoren, die Präsensindikatoren und die Spätindikatoren.

Realer Schock

Ein realer Schock ist eine Konjunkturschwankung als Folge einer Störung oder Veränderung. Ein realer Schock kann sowohl negativ (Ölkrise) als auch positiv (Neue Technologien) sein.

Überinvestitionstheorie

Wenn Unternehmen zu stark investieren, wächst die Produktionskapazität stärker als die Absatzmöglichkeit. Das heisst, es wird mehr produziert, als überhaupt verkauft werden kann. Das hat zur Folge, dass die Unternehmen wieder Produktionskapazitäten abbauen müssen, was zur Rezession führen kann.

Unterkonsumtionstheorie

Wenn die Güternachfrage während der Erholung zu langsam wächst um die Produktion zu decken, müssen die Unternehmen ihre Produktion drosseln, was schlussendlich die Rezession weiter anhalten lässt. Gründe sind eine niedrige Wachstumsrate der Löhne oder eine geringe Konsumneigung, weswegen die Haushälte vermehrt sparen.

Stabilisator

Stabilisatoren wirken dämpfend auf die Konjunkturschwankungen. Die wichtigsten Stabilisatoren sind die Arbeitslosenversicherung und Teilbereiche der öffentlichen Haushalte. Die ALV unterstützt die Arbeitslosen finanziell, was in der Rezession die Nachfrage der Haushalte ankurbelt. Ähnlich wirken die öffentlichen Haushalte.

Multiplikator

Ein Multiplikator ist ein Konjunkturverstärker, der die Konjunkturschwankungen vergrössert. Ein Multiplikatoreffekt entsteht, wenn die Nachfrage so steigt, dass grosse Veränderungen der Produktion entstehen. Diese Produktionsausdehnung führt zu einer weiteren Steigerung der Nachfrage, somit multipliziert sich die Nachfrage.Multiplikatoren können auch positive Auswirkungen haben

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Zusammenfassung Konjunktur

Ramon Schumacher

antizyklisch, prozyklisch (Im Zusammenhang mit Fiskalpolitik)

Es geht darum, wie der Staat mit seiner Fiskalpolitik (Steuerpolitik) auf die wirtschaftliche Situation reagiert. Bei einer antizyklischen Fiskalpolitik tut der Staat genau das Gegenteil wie das Wirtschaftswachstum. Bei einer prozyklischen Fiskalpolitik tut der Staat genau das gleiche wie das Wirtschaftswachstum.

Laffer Kurve (benannt nach Arthur B. Laffer)

Die Laffer-Kurve definiert den Zusammenhang zwischen Steuersatz und Steuereinnahmen, sie berechnet den optimale Steuersatz für einen Staat. Ein zu hoher Steuersatz hat Arbeitsverweigerung und Motivationsverluste zur Folge, dadurch entsteht eine Kurve. In der Schweiz herrscht ein Gegensatz: Die SP/GLP sagen, der Steuersatz sei zu tief für den Optimalpunkt sind, die SVP/FDP sagen, er sei zu hoch.

Stagflation (Stagnation + Inflation)

Das Wort Stagnation besteht Stagnation(negatives Wirtschaftswachstum) und Inflation. Eine Stagflation ist, wenn nebst einem tiefen Wirtschaftswachstum gleichzeitig noch eine Inflation auftritt.

Der Konjunkturzyklus

Der Konjunkturzyklus stellt die Wirschaftsentwicklung grafisch dar. Im Konjunkturzyklus gibt es vier Phasen, die den Verlauf der Konjunktur beschreiben. Die Gerade ist die Normalauslastung des Produktionspotenzials. Wenn die Kurve unter die Gerade sinkt entsteht eine Rezession, wenn sie noch tiefer sinkt, kommt die Depression. Wenn die Kurve wieder über die Gerade steigt, beginnt der Aufschwung und wenn die Kurve noch höher steigt, beginnt der Boom.

steigt , beginnt der Aufschwung und wenn die Kurve noch höher steigt , beginnt der Boom

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Zusammenfassung Konjunktur

Ramon Schumacher

Phasen des Konjunkturzyklus

 

Aufschwung

Boom

Rezession

Depression

Stimmung

Optimistische

Euphorische

Unsichere

Pessimistische

(Aussichten)

Stimmung

Stimmung

Stimmung

Stimmung

Nachfrage

Nimmt stetig zu

Ist riesig

Nimmt ab

Ist sehr gering

Produktion

Ausgeweitete

Produktion wird

Produktion

Produktion

(Angebot)

Produktion

voll ausgelastet

vermindert

teilw. gestoppt

Preise

Steigen langsam

Steigen stark und schnell

Stagnieren und

Sinken schneller

nehmen ab

Investitionen

Gewinnerwartungen nehmen zu

Investitionen

Weniger

Sehr wenig

werden erhöht

Investitionen

Investitionen

Zinsen

Steigen

Hohe Kreditzinse

Sinken

Sehr tief

Beschäftigungslage

Neue Arbeitsplätze

Zu wenig Arbeiter

Arbeitskräfte

Hohe

abgebaut

Arbeitslosigkeit

Löhne/Gewinne

Nimmt stetig zu

Nimmt noch

Nimmt langsam

Sind sehr tief

mehr zu

ab

Sparverhalten Private Haushalte

Wird weniger

Sparen fast nicht mehr

Sparen viel

Sparen sehr viel

gespart

Konjunkturindikatoren

Konjunkturindikatoren sind wirtschaftliche Themen (Arbeitslosigkeit, Investitionstätigkeit und Inflation), die zur Berechnung der Wirtschaftsaktivität dienen. Frühindikatoren verändern sich vor dem Konjunkturverlauf, Präsensindikatoren verändern sich zeitgleich zum Konjunkturverlauf und Spätindikatoren verändern sich nach dem Konjunkturverlauf.

 

Frühindikatoren

Präsensindikatoren

Spätindikatoren

Rezession

schnell fallend

fallend

langsam fallend

Erholung

steigend

langsam steigend

langsam steigend

Boom

schnell steigend

steigend

steigend

Beispiele

Auftragseingänge,

Preise, Zinsen, Lagerbestände, BIP

Lohnanstieg,

Gewinnerwartungen

Arbeitslosenquote

Konjunkturschwankungen

Konjunkturschwankungen sind Änderungen der Wirtschaftsaktivität. Eine Konjunkturschwankung entsteht, wenn sich die Auslastung des Produktionspotenzials verändert.

Beispiel: Nach einer Hochkonjunktur machen viele Unternehmen zu hohe Investitionen. Dadurch wächst die Produktionskapazität mehr als die Absatzmöglichkeit. Es entsteht eine Überinvestitionstheorie. Die Unternehmen müssen wieder Produktionskapazitäten abbauen, entlassen Personal und kürzen die Löhne. Das Produktionspotenzial wird immer weniger ausgelastet und der Konjunkturzyklus verändert sich in eine Rezession. Viele Haushälte beginnen zu sparen (wegen Arbeitslosigkeit und tiefen Löhnen) und die Unternehmen investieren noch weniger.

Fazit: Es ist eine Konjunkturschwankung entstanden, weil die Auslastung des Produktionspotenzials drastisch abgenommen hat. Die Hochkonjunktur hat sich wieder in eine Rezession verwandelt.

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Zusammenfassung Konjunktur

Ramon Schumacher

Verschiedene Konjunkturpolitiken

Das Ziel der Konjunkturpolitiken ist es, die Auswirkungen der Konjunkturschwankungen zu vermeiden oder zumindest zu dämpfen. Im Vordergrund stehen meist die Massnahmen gegen Arbeitslosigkeit und negative Wirkungen der Rezession.

Klassik

In der Klassik ging man davon aus, dass die Märkte durch Anpassung von Preisen und Löhnen die Schwankungen ohne staatliche Beeinflussung ausgleichen können. Man spricht auf von dem Glauben an die Selbstheilung des Marktes. Rezessionen wurden lediglich als temporäre Probleme angesehen.

Keynesianismus

Der Keynesianismus war eine prozyklische Konjunkturpolitik. Er sagte, der Staat solle sich immer 180° anders verhalten (Steuererhöhung während dem Boom). Das Problem war, dass der Staat genau im richtigen Moment handeln musste, was in der Realität nicht möglich war. Durch Verzögerungen wurden die Schwankungen sogar verstärkt.

Monetarismus

Der Monetarismus schenkte der Geldpolitik mehr Bedeutung als der Fiskalpolitik. Weil es bim Monetarismus nicht möglich war, kurzfristige Veränderungen durchzuführen, orientierte sich die Geldpolitik am langfristigen Wirtschaftswachstum. Dadurch entstand eine grössere Preisstabilität, was die Schwankungen schwächte. Mit der monetären Politik hat man schlechte Erfahrung gemacht, weil die Geldpolitik für die Wahlen missbraucht wurden (expansive Geldpolitik vor den Wahlen). Deshalb sind heute die Zentralbanken politisch unabhängig und nicht mehr von der Politik gesteuert.

Angebotsökonomie

Die Angebotsökonomie ist eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik. Ziel der Angebotsökonomie war die Bekämpfung der Stagflation, also man wollte die Inflation, die durch den Monetarismus entstand bekämpfen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum positiv beeinflussen. Dies gelang ihnen durch Steuersenkung (Nachfrage stieg), Privatisierung (Wettbewerb, Konkurrenz zwischen Unternehmen stieg) und die Delegierung (Abbau von staatlichen Vorschriften).