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IMPULSE AUS DER GEBÄUDE- UND ANLAGENSIMULATION FÜR DIE

BETRIEBSFÜHRUNG EINES KRAFT-WÄRME-KÄLTE-VERBUNDES

K. Walther 1, K. Voss 1
1
Bergische Universität Wuppertal, Wuppertal, Deutschland

der Planung definierten energetischen Ziele. Dabei


KURZFASSUNG lassen sich die Anforderung an den Gebäudebetrieb in
Die vorliegende Studie zeigt das Zusammenwirken drei aufbauenden Stufen formulieren.
von Simulation und Monitoring anhand eines Gebäu- 1. Stabilität und Versorgungssicherheit: Die Erzeu-
deensembles mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung im ger sind im Regelbetrieb frei von Störungen zu
industriellen Maßstab. betrieben und erfüllen die Leistungsanforderun-
Die Gebäudesimulation umfasst ein Modell in IDA gen der Verbraucher.
ICE unter Berücksichtigung der Logistik- und Produk-
2. Energieeffizienz, Ökologie und Kosten: Erzeuger-
tionsprozesse innerhalb der Gebäude. Das hydrauli-
und Verbrauchersysteme sind entsprechend den
sche System mit der Betriebsführung und Regelung
der Erzeuger wird in einer Anlagensimulation abgebil- Anforderungen des Bauherrn mit optimalen Tem-
det. peraturniveaus und aufeinander abgestimmten
Zeitprofilen eingestellt.
Ein Fokus liegt auf einer systematischen Form der Be-
schreibung der Betriebsführungsstrategie der Wärme- 3. Netzdienlichkeit: Gebäude erfüllen zukünftig An-
und Kälteerzeugung, die der regelungstechnischen forderungen an die Interaktion mit übergeordne-
Komplexität eines Kraft-Wärme-Kälte-Verbundes ge- ten Netzen, vgl. Smart Readiness Indicator (SRI)
recht wird. Anhand der Wärmeversorgung wird bei- in der EPBD (Europäische Union 2018).
spielhaft dargestellt, wie Erkenntnisse aus Gebäudesi- Die Stufen 2 und 3 sind dabei eng mit Fragen der Wirt-
mulationen in eine Betriebsführungsstrategie umge- schaftlichkeit verknüpft. Im Mittelpunkt der vorlie-
setzt und in der Anlagensimulation geprüft werden. genden Studie stehen die zur Bewältigung dieser An-
forderungen in Planung, Inbetriebnahme und Betrieb
ABSTRACT eingesetzten Methoden und Werkzeuge.
This study shows the interaction of simulation and Am Beispiel einer Anlage mit Kraft-Wärme-Kälte-
monitoring on the basis of a building ensemble with Kopplung (KWKK) im industriellen Maßstab wird
combined heat, power and cooling on an industrial das strukturierte Zusammenwirken von Gebäude- und
scale. Anlagensimulation als Planungsinstrumente mit an-
The building simulation in IDA ICE includes a model schließendem Betriebsmonitoring und digitalen Prüf-
taking into account the running logistics and produc- methoden zur Unterstützung einer geordneten Inbe-
tion processes. The hydraulic system with the opera- triebnahme dargestellt.
tional management and control of the producers is rep- Entwickelte Strategien zur Betriebsführung basieren
resented in a plant simulation. u.a. auf dem Einsatz neuentwickelter, wärmemengen-
One focus is on a systematic way of describing the op- zählender Pumpen in Verbraucherkreisen. Diese zu-
eration management strategy of the heating and cool- sätzliche Funktion ist für Nassläuferpumpen bereits
ing generation, which takes into account the complex- verfügbar und kann in Zukunft einen relevanten Bei-
ity of a combined heat, power and cooling system. Us- trag für intelligente Betriebsführungsstrategien in
ing the heat supply as an example, it is shown how multivalenten Systemen liefern.
findings from building simulations are implemented in
an operation management strategy and tested in the AUSGANGSLAGE
plant simulation. Simulationen sind etabliertes unterstützendes Werk-
zeug in allen Lebenszyklusphasen von Gebäuden. Da-
EINLEITUNG bei wird insbesondere in Planungsphasen erhebliches
Vor dem Hintergrund der Anforderungen an Energie- Detailwissen erarbeitet. Da Gebäude im Betrieb viel-
effizienz, die Integration erneuerbarer Energien und fach ihre in der Planung definierten Ziele nicht errei-
die zunehmende Interaktion von Gebäuden mit ihren chen (performance gap), rückt die Überprüfung von
Versorgungsnetzen ist eine steigende Komplexität ge- Betriebszuständen der technischen Komponenten zu-
bäudetechnischer Systeme zu verzeichnen. Multiva- nehmend in den Fokus von Wissenschaft und Praxis.
lente Systeme mit unterschiedlichen Temperaturni- Grundlage für einen nachvollziehbaren und prüfbaren
veaus (z.B. Wärmepumpe vs. BHKW) oder Energie- Gebäudebetrieb ist eine eindeutige und systematische
trägern (z.B. Gas vs. Solarthermie) erfordern beson- Beschreibung der Gebäudeautomation.
dere Sorgfalt in ihrer Planung und Automation. Ge- Abbildung 1 skizziert, wie Gebäude-, Anlagensimula-
bäude mit komplexen technischen Konzepten errei- tion und Monitoring so ineinandergreifen, dass die
chen im Betrieb vielfach nicht vollumfänglich ihre in
Anforderungen an stabilen, optimierten und netzdien- nungsleistung. Normative Grundlage für die Darstel-
lichen Betrieb erreicht und überprüft werden können. lung von Regelungsaufgaben in der Gebäudeautoma-
tion ist VDI 3814-6 (VDI Verein Deutscher Ingeni-
Planung Ausführung Betrieb eure e.V. 2008). Bereits darin wird einleitend festge-
Kon-
zept stellt, dass „die bisher häufig verwendete textliche Be-
TGA-Entwurf GA Inbetriebnahme
schreibung schon bei einfachen Aufgabenstellungen
Monitoring schnell an ihre Grenzen“ stößt. Dennoch ist die textli-
Check Check Check che Funktionsbeschreibung die Regel in Planung und
Ausführung. Eine ausführliche Darstellung der Sach-
verhalte enthält (Plesser 2013).
Anlagensimulation
Ebd. wurde ausgehend vom Zustandsgraphen nach
Gebäudesimulation
VDI 3814-6 eine als „Aktive Funktionsbeschreibung“
Abbildung 1: Impulse aus Gebäude- und Anlagensi- bezeichnete Methodik zur strukturierten, systemati-
mulationen im Lebenszyklus schen Beschreibung von Regelungsaufgaben vorge-
stellt. Diese Methodik wird nachfolgend für Erzeuger-
Gebäudesimulation systeme angewandt, gilt aber für Verbraucher gleich-
ermaßen.
Simulationen zur Ermittlung von Lastprofilen sind bei
komplexen Gebäuden neben Komfortsimulationen zur Zustandsraum (ZR) ZR
Regel in den Vorentwurfs- und Entwurfsphasen ge- y
TPuf f er Q
AKM k
worden. Sie dienen in erster Linie der Beratung von BHKW
Bauherren und Architekten zur Optimierung von Ge- ZR
Qh
ometrie, Bauphysik, Nutzung etc. und idealerweise als BM m BM HK
Grundlage des TGA-Entwurfs. BM

Aus Lastprofilen lassen sich bereits ohne Anlagensi- Zustandsraum BM: Betriebsmeldung
mulation eine Vielzahl von Hinweisen für den stabilen y: Ventilstellung
und energieeffizienten Betrieb, die Dimensionierung Zustand 1 2 ... ZR: Zustandsraum
von Erzeugern sowie deren Aufteilung auf Grundlast Regel Aktion Sollw.
... T: Temperatur
m: Massenstrom
und Spitzenlast und passende Temperaturniveaus ab- T < ... Erzeuger T = ...
AKM: Abs.Kältem.
leiten. Erkenntnisse aus Gebäudesimulationen werden BM= ... Pumpe m = ...
Q > ... Ventil HK: Heizkreis
aktuell noch selten in Anleitungen zur Betriebsfüh- Q: Wärmemenge
rung für Nutzer und Betreiber von Gebäuden aufberei-
tet. Dadurch bleiben wesentliche Arbeitsergebnisse Abbildung 2: Zustandsräume und Zustände in Anleh-
und Erkenntnisse vielfach ungenutzt. nung an VDI 3814-6 und (Plesser 2013)

Anlagensimulation Zunächst sind die Komponenten eines Versorgungs-


Im Gegensatz zur thermischen Gebäudesimulation ist schemas in Zustandsräume (ZR) aufzuteilen. Prinzipi-
die Simulation von Anlagen zur Wärme- und Kälte- ell kann ein gesamtes Versorgungssystem aus Erzeu-
versorgung über Forschungsvorhaben hinaus in der gern und Verbrauchern inkl. Speichern, Pumpen und
Planungspraxis weniger verbreitet. Gründe dafür sind Ventilen als ein Zustandsraum betrachtet werden. Mit
fehlende Verpflichtungen, zusätzlicher Aufwand für steigender Anzahl zu berücksichtigter Komponenten
den Bauherrn und erforderliches Expertenwissen bei nehmen allerdings die möglichen Zustandskombinati-
der Bedienung der Software. onen exponentiell zu. In (Rehbein et al. 2014) wurde
eine Systematik zum Zerlegen von Energieversor-
Planungsbegleitende Anlagensimulationen sind in ho- gungssystemen und RLT-Anlagen vorgestellt. Danach
hem Maße von den verfügbaren Angaben der techni- sollte ein Zustandsraum einzelne Erzeuger und deren
schen Komponenten abhängig. Aus diesem Grund Peripherie aus Pumpen und Ventilen umfassen. In Ab-
können sie sinnvoll erst zur Begleitung der TGA- bildung 2 bilden BHKW, Pumpe und Mischventil ei-
Entwurfsplanung erstellt werden. Angaben wie detail- nen Zustandsraum.
lierte Erzeugerkennlinien liegen in der Regel herstel-
lerseitig nicht vor und können erst durch Messungen Ein Zustandsraum umfasst die Gesamtheit aller Be-
im Betrieb ermittelt werden. triebszustände, die ein System annehmen kann. Bei
Erzeugern sind dies in der Regel die Zustände „An“
Ziel einer Anlagensimulation sind auch Vorgaben für und „Aus“. Weitere Zustände sind nur dann erforder-
die Automation der Anlagenkomponenten und Kon- lich, wenn mit ihnen abweichende Betriebsregeln, Ak-
trolle von Planung und Ausführung. tionen und Sollwerte verbunden sind.
Gebäudeautomation und digitale Prüfung Betriebsregeln (BR) bestimmen, ob ein Betriebszu-
Die Ausführung der Gebäudeautomation und Inbe- stand eintritt. Für Erzeuger erfolgt dies in der Regel
triebnahme von HVAC-Systemen basieren in der Re- auf Basis von Pufferspeichertemperaturen oder Be-
gel auf textlichen Regelungsbeschreibungen als Pla- triebsmeldungen anderer Komponenten. Aktionen de-
finieren das Verhalten von Erzeugern, Pumpen, Ven- Betriebsregeln für Erzeuger basieren üblicherweise
tilen und Reglern. Sollwerte stellen pro Betriebszu- auf Speichertemperaturen (Abbildung 2: T_Puffer).
stand einzuhaltende physikalische Größen (Tempera- Bei Kombination mehrerer Erzeuger unterschiedlicher
turen, Durchflüsse etc.) dar. Eine nach diesem Muster Leistung wird in textlichen Funktionsbeschreibungen
strukturierte Funktionsbeschreibung (Soll-Werte) ist häufig eine Erzeugersequenz bei steigender Verbrau-
mit Daten aus der Gebäudeautomation (Ist-Werte) im cherlast angegeben. Eine unmittelbare Kopplung zwi-
Betrieb unmittelbar prüfbar. schen Verbraucherlast und Erzeugerleistung liegt also
Bei Abhängigkeiten von Zustandsräumen untereinan- nicht vor und ist bei Standard-Schaltungen mit ausrei-
der (vgl. Abbildung 2: AKM fordert BHKW via Be- chenden Wärmespeichern auch nicht erforderlich. Da
triebsmeldung an), ergeben sich z.T. komplexe Wech- Gebäude außerhalb von Forschungsprojekten vielfach
selwirkungen. Bei Differenzierung möglicher Last- nicht über Wärmemengenzähler verfügen, ist eine Ab-
fälle lässt sich mit einer strukturierten Beschreibung stimmung von Last und Erzeugerleistung unüblich.
noch ein geordneter Anlagenbetrieb beschreiben, ohne Speziell Kraft-Wärme-Kälte-Verbünde müssen nicht
allerdings die dynamische Abfolge von Betriebszu- selten in den Jahren nach Inbetriebnahme kontinuier-
ständen sowie deren Dauer (Relevanz) bewerten zu lich angepasst werden, was bei Misserfolg in der Still-
können. Planungsbegleitende Gebäude- und/oder An- legung ganzer Anlagen enden kann. Gründe dafür sind
lagensimulationen schließen diese Wissenslücke und in der Regel Konflikte der Temperaturniveaus bei
können als Nachweis der Funktionsfähigkeit einer Be- nicht aufeinander abgestimmten Kombinationen von
triebsführungsstrategie dienen. BHKW und AKM. Dokumentierte funktionierende
Als weitere grafische Darstellungsform bieten Pro- Projekte finden sich z.B. in (Wuschig 2015) oder
grammablaufpläne (Beispiel vgl. (Klein et al. 2014)) (Klein et al. 2017).
den Vorteil, dass die Abfolge von Zuständen und de- DEMONSTRATIONSOBJEKT
ren Übergangsbedingungen leicht nachvollziehbar
sind. Allerdings ist die Erstellung bei komplexen Sys- Grundlage für die vorliegende Studie sind Arbeiten im
temen aufwändig, die Abbildungen werden in Abhän- Rahmen des Projektes VEProB – Vernetzte Energie-
gigkeit der berücksichtigten Komponenten sehr um- ströme von Produktions- und Bürogebäuden. De-
fangreich und müssen im Zuge der Programmierung monstrationsobjekt ist der Campus eines Industrieun-
wieder „zurückübersetzt“ werden. ternehmens, auf dem aktuell ein Produktions- und ein
Verwaltungsgebäude und zukünftig Erweiterungsbau-
Strukturierte Beschreibungen werden in der Gebäu-
werke entstehen. Die Wärme und Kälteerzeugung er-
deautomation nicht flächendecken umgesetzt, was auf
folgt zentral im Produktionsgebäude, alle weiteren
Sparsamkeit, Zeit- und Kompetenzprobleme zurück-
Liegenschaften inkl. Verwaltungsgebäude sind über
zuführen ist (Fisch et al. 2017).
ein Nahwärme- und –kältenetz angeschlossen. Die Ar-
Betriebsführung und KWKK beiten in VEProB beschränken sich auf die Interaktion
Im Betrieb von Gebäuden und technischen Anlagen von Produktions- und Verwaltungsgebäude.
sind Betreiber nach einer Übergabe und Einweisung in Im Mittelpunkt der Anlagen steht ein Kraft-Wärme-
der Regel darauf angewiesen, Zusammenhänge neu Kälte-Verbund mit BHKW (504 kWth, 405 kWel) und
zu verstehen. Ein „Gebäudehandbuch“, in dem Be- Absorptionskältemaschine (AKM, 348 kW). Abbil-
triebszustände dargestellt werden und das Erkennt- dung 3 zeigt ein vereinfachtes Schema der Wärme-
nisse z.B. aus den Gebäudesimulationen enthält liegt und Kälteversorgung.
in der Regel nicht vor.

Erdleitung
BHKW AKM
4 350 kW Nicht vorgesehen
Sprinkler
3
TWW
2
PSP 06

BWK 03 KKM 01
1.300 kW 1.300 kW
1 Nahwärme
Weiche

KKM 02
BWK 04 Heizkreise
HVT 1.300 kW
600 kW Vorlauf
Rücklauf Zentrale Nord
BWK 01
1.300 kW Heizkreise
BHKW Blockheizkraftwerk PSP Pufferspeicher
BWK Gas-Brennwertkessel TWW Trinkwarmwasser BWK 02 TWW KKM 03 Kühlkreise
HVT Heizkreisverteiler AKM Absorptionskältemaschine 400 kW 750 kW
KKM Kompressionskältemaschine TABS Thermisch aktivierte Bauteilsysteme TABS
(hier IFH/K Industrieflächenheizung/-kühlung und BKA: Betonkernaktivierung)

Abbildung 3: Vereinfachtes Schema der Wärme- und Kälteerzeugung


Das BHKW kann in den Pufferspeicher zur Wärme- Logistik (Toröffnungen) und bildet unterschiedliche
versorgung einspeisen oder die AKM bedienen. Eine Raumsysteme zur Beheizung und Kühlung, insbeson-
definierte Aufteilung von Volumenströmen ist nicht dere Industrieflächenkühlung, und 22 mechanische
vorgesehen. Gasbrennwertkessel unterschiedlicher Lüftungsanlagen ab. Das Modell umfasst rund 60 Zo-
Leistung (400 – 1.300 kW) dienen als Spitzenlaster- nen, um der räumlichen Auflösung der Wärmemen-
zeuger. genzähler zu entsprechen.
Die AKM speist entweder in einen Sprinklertank, der Die Gebäudesimulation dient zunächst zur Ermittlung
in die Versorgung der Industrieflächenkühlung und von Lastprofilen, die Eingangsgröße für die Anla-
Betonkerntemperierung eingebunden ist, oder in den gensimulation sind. Eine Kopplung von Gebäude- und
Kälteverteiler, ein. 3 Kompressionskältemaschinen Anlagesimulation bzw. Messwerten ist möglich.
unterschiedlicher Leistung (750 – 1.300 kW) dienen
als Spitzenlasterzeuger. Q [kW] From 01.01.2018 to 31.12.2018
2200
Neben dem BHKW als schaltbarem Wärmeerzeuger 2000
ist auf dem Dach des Produktionsgebäudes eine 1800
1600
1 MWp PV-Anlage installiert. Darüber hinaus erfolgt 1400
die Auskopplung von Abwärme aus Fertigungspro- 1200
1000
zessen, die aber unmittelbar an Verbrauchern einge- 800
speist wird. 600
400
Die Untersuchungen in dieser Studie bauen auf einer 200
abgeschlossenen TGA-Planung auf und bilden den 0
Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug Sep Oct Nov Dec Jan

Status zum Ende von Planungs- und Bauphase ab. Ab- 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000

gleich und Kalibrierung der Simulationsmodelle erfol- Q_h Q_h_BHKW_min/max


Q_k
gen sobald Messwerte vorliegen. Das Produktions-
und Verwaltungsgebäude werden im Laufe des Jahres
Abbildung 5: Jahresprofil Wärme und Kälte
2020 vollständig in Betrieb genommen.
Jahresprofil und Dauerlinie des Wärme- bzw. Kälte-
bedarfes weisen darauf hin, dass Lasten im Teillastbe-
reich des BHKW und in insbesondere in der Über-
gangszeit unterhalb der Mindestleistung zu erwarten
sind. Die Lastprofile stellen jedoch, solange keine
Messwerte vorliegen, nur eine qualifizierte Annahme
dar, da sie erheblich durch die Auslastung der Produk-
tion, Schichtarbeitsprofile und Laufzeiten von Lüf-
tungsanlagen beeinflusst werden. Erweiterungsbau-
werke über Produktions- und Verwaltungsgebäude
hinaus sind ebenfalls noch nicht enthalten.

Q [kW] From 01.01.2018 to 31.12.2018


2200
2000
Abbildung 4: Simulationsmodell (oben) und Zonie- 1800
1600
rung (unten) in IDA ICE (Produktionsgebäude) 1400
1200
1000
Gebäudesimulation 800
Das Demonstrationsobjekt verfügt über ein hoch auf- 600
400
gelöstes Mess- und Zählkonzept mit ca. 140 Wärme- 200
mengenzählern und ca. 240 Stromzählern. Als Refe- 0

renz für Energie- und Emissionsbilanzierung sowie 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000

Studien zur Gebäude-Stromnetz-Interaktion und Q_h Q_h_BHKW_min/max


Q_k
Raumklimaanalysen dient ein Simulationsmodell in
IDA ICE.
Abbildung 6: Jahresdauerlinie Wärme und Kälte
Die Modellierung berücksichtigt neben Randbedin-
gungen aus Standort, Geometrie und Bauphysik, Ein-
flüsse aus Produktionsprozessen (Abwärme) sowie
29.03

EMETER Q_k_Sprinkler_Verlust Q_k_Sprinkler_Beladung [kWh]


6

32

RKW Q_k_Sprinkler_Entladung [kWh]

Fi r st Or der 1

T =5

I CE -
M A CRO
out[1] in[2]
P
M
T
Fi r st Or der AKM
P-ct rl
out[4] I CE -
T =10
M A CRO
A K M _cont
in[1] out[2]
BHKW in[1] r

in[4] Tank_Sprinkler

out[1]
16
PT

h_4 in[1] out[2]

KVT_02_Sammler_RL
h_3
in[3] out[6]
BWK_04 I CE -
M A CRO
KKM_01
h_2 KVT_02_Sammler_VL 16
TWW
in[6] PI

out[3] h_1 I CE -
M A CRO

PSP_06
BWK_03 out[5] KKM_02
ICE-MACRO PSP_05 KVT_03_Sammler_VL
I CE -
M A CRO Nahwärme
B WK _03+0 in[5] out[1] in[2]
4a
75 I CE -
M A CRO
KVT_03_Sammler_RL
T_PSP_06_soll [°C]

KKM_03 KKM_Eintritt_gesamt
out[2]
ICE-MACRO KKM_Austritt_gesamt ICE-MACRO I CE -
M A CRO
I CE -
M A CRO

HVT_04 Nahkälte KVT_02 KVT_03


in[2]

Abbildung 7: Anlagensimulation in IDA ICE

Mindestleistung BWK
berücksichtigen
Analyse z.B. zur Überwachung von Betriebsgrenzen
Vor der Erstellung von Betriebsführungsstrategien (Temperaturen, Durchflüsse) zugeordnet sind.
sollten übergeordnete, zu berücksichtigende Grund- Gebäudeautomation und interne Anlagenregelun-
sätze formuliert werden. Dazu zählen im Falle von gen können dabei über unterschiedliche Sensoren
Kraft-Wärme-Kälte-Verbünden allgemein: mit unterschiedlichen Genauigkeiten verfügen.
 Maximierung der Laufzeit des BHKW und Ver-  Dies erfordert in der Simulation eine robuste Re-
meidung von häufigen Schaltvorgängen gelung mit ausreichenden Temperaturbändern zur
Berücksichtigung von Toleranzen.
 BHKW zur Wärmeversorgung in der Regel wirt-
schaftlicher als zur Kälteversorgung über AKM  Da weder Kennlinien der Erzeuger noch Mess-
werte vorliegen, fließen erzeugerspezifische
 Berücksichtigen der Ankopplung des BHKW an
Kennlinien von Leistungs- und/oder Temperatur-
das übergeordnete Stromnetz (Einspeisung und
verläufen aktuell noch nicht in die Simulation ein.
Eigenverbrauch)
 Das dynamische Verhalten von Erzeugern kann
 Zusammenhängende Laufzeiten der AKM im
detailliert erst durch Messungen berücksichtigt
Grundlastbetrieb.
werden.
Aus den in Abbildung 3 dargestellten Zusammenhän-
Die nachfolgend untersuchten Betriebsführungsstrate-
gen und der durchgeführten Gebäudesimulation lassen
gien konzentrieren sich zunächst auf das Subsystem
sich für das Demonstrationsobjekt ergänzend hinzufü-
der Wärmeversorgung mit BHKW und Kessel an den
gen:
Pufferspeicher.
 Die Strategie der Wärmeversorgung muss Teil- Dazu wird eine typische Strategie aus der Planungs-
lastbetrieb des BHKW berücksichtigen. praxis in der Anlagensimulation für einen beispielhaf-
 Beladung des Sprinklertanks durch die AKM und ten Wintertag untersucht und einer optimierten und
Entladung müssen sowohl seinen Ladezustand als strukturiert beschriebenen Betriebsweise gegenüber-
auch aktuellen bzw. zukünftigen Kältebedarf am gestellt.
TABS-Verteiler berücksichtigen.
BETRIEBSFÜHRUNG STANDARD
 Minimierung von Speicherverlusten, d.h. Ver-
brauch von gespeicherter Energie prioritär gegen- Als üblicher Systemvorschlag wird eine Erzeugerse-
quenz bei steigender Verbraucherlast wie folgt ange-
über erneuter Einspeicherung.
nommen:
Anlagensimulation 1. BHKW (Grundlast)
Zur Bewertung unterschiedlicher Betriebsführungs- 2. BHKW + Kessel klein
strategien dient ein Modell des hydraulischen Systems
in IDA ICE (vgl. Abbildung 7), das die in Abbildung 3. BHKW + Kessel groß
3 dargestellten Komponenten umfasst. Die Lastprofile 4. BHKW + Kessel klein + Kessel groß
sind aus der Gebäudesimulation übernommen. Zielgröße ist eine Solltemperatur im Pufferspeicher
Die Anlagensimulation basiert auf einer Reihe von von 75 °C. Erkenntnisse aus einer Gebäudesimulation
Annahmen und Idealisierungen wie zum Beispiel: zum Lastprofil werden bewusst ausgeklammert.
 Alle Sensoren sind in einer umfassenden Automa-
tion verfügbar. In Realität existieren üblicher-
weise neben der Sensorik der übergeordneten Ge-
bäudeautomation (z.B. Temperatursensoren im
Pufferspeicher) Fühler, die unmittelbar Erzeugern
Betriebsverhalten Simulation Das Ergebnis verdeutlicht, dass bei vereinfachten Re-
Abbildung 8 zeigt das Profil von Wärmelast und Er- gelstrategien in Verbindung mit pessimistischen Kri-
zeugerleistungen für einen beispielhaften Wintertag. terien (z.B. maximale BHKW-Eintrittstemperatur) ge-
Dabei wird Takten als typisches Problem im rade in Teillastzuständen die Anforderungen an stabi-
BHKW-Betrieb deutlich. Auslöser ist die Abschaltung len Betrieb ggfs. nicht erfüllt werden.
bei Überschreitung der maximalen BHKW-
T [°C]
Eintrittstemperatur (83 °C). Begünstigt wird dies ṁ [kg/s]
Date: 2018-01-25

durch eine Soll-Austrittstemperatur des BHKW 90


80
(98 °C), die im Heizfall deutlich höher ist, als das er- 70
forderliche Temperaturniveau im Pufferspeicher 60

(75 °C), vgl. Abbildung 9. 50


40
30
Q [kW] 20
Date: 2018-01-25
2000 10
1800 0
0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24
1600
576 578 580 582 584 586 588 590 592 594 596 598 600
1400
1200 m_in_BHKW m_in_Verbraucher T_in_BWK
1000
m_in_BWK T_in_BHKW T_h3_Pufferspeicher
800
600 Abbildung 9: Betriebsführung Standard, Temperatur
400
200
und Durchfluss im Pufferspeicher
0
0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24
576 578 580 582 584 586 588 590 592 594 596 598 600
BETRIEBSFÜHRUNG OPTIMIERT
Q_h_BHKW_min/max Q_h_BWK_03 Q_h
Q_h_BHKW Q_h_BWK_04 Wie eingangs formuliert, erfordern komplexe Versor-
gungssysteme eine systematisch strukturierte Be-
Abbildung 8: Betriebsführung Standard, Leistungs- triebsführungsstrategie unter Einbeziehung begleiten-
profil Erzeuger der Simulationen. Dementsprechend wird nachfol-
gend aufbauend auf den Erkenntnissen der Gebäudesi-
Darüber hinaus wirkt sich der Kesselbetrieb in den Ta-
mulation zunächst eine an der Methodik der Aktiven
gesrandbereichen negativ auf das Teillastverhalten des
Funktionsbeschreibungen orientierte Betriebsfüh-
BHKW aus; auch hier kommt es zum Takten.
rungsstrategie entwickelt und anschließend in der An-
Das Betriebsverhalten ließe sich durch optimierte lagensimulation überprüft.
Wahl von Parametern (z.B. Absenkung der Soll-Aus-
trittstemperatur aus dem BHKW) verbessern, ohne Zustandsräume
grundlegend eine optimale Aufteilung von Erzeugern In Anlehnung an die in (Rehbein et al. 2014) genann-
auf die Last zu erlauben. ten Prinzipien wird eine Aufteilung in Zustandsräume
und Zustände nach Tabelle 1 vorgenommen (vgl. auch
Abbildung 3).

Tabelle 1: Zustandsräume, Zustände, Regeln, Aktionen und Sollwerte (BM = Betriebsmeldung, Q_h: Heizlast,
Q_k: Kühllast, SOC: State of Charge, Ladezustand)

ZUSTANDS- BETRIEBS- BETRIEBSREGELN AKTIONEN SOLLWERTE


RÄUME ZUSTÄNDE
BWK klein Aus Q_h > Q_h_BHKW_min UND Erzeuger: Aus BM = Aus
Q_h < Q_h_BHKW_max Pumpe: Aus m = 0 kg/s
BWK groß An Q_h < Q_h_BHKW_min ODER Erzeuger: An BM = An
(analog) Q_h > Q_h_BHKW_max Regler: T_out so, dass T_Puffer_h3 = 75 °C
T_Puffer_h3 = 75 °C
Pumpe: An m = m_nenn (kg/s)
BHKW Aus Q_h < Q_h_BHKW_min ODER Erzeuger: Aus BM = Aus
T_BHKW_in > 83 °C Pumpen: Aus m = 0 kg/s
BHKW_Wärme Q_h > Q_h_BHKW_min Erzeuger: An BM = An
Pumpe: An T_out = 90 °C
m = m_nenn (kg/s)
BHKW_Kälte Noch festzulegen Erzeuger: An BM = An
Pumpe: An T_out = 98 °C
m = m_nenn (kg/s)
weitere
AKM SOC_Sprinkler
Sprinkler Entladung Q_k_TABS / Zukunft
KKM Zukünftig: Netzsignal
Betriebszustände Takten des BHKW vermieden und eine sinnvolle Auf-
teilung der Erzeuger auf Verbraucherleistungen er-
Für jeden Zustandsraum erfolgt eine Festlegung von
reicht wird.
Betriebszuständen. In der Regel sind dies die Zustände
„An“ und „Aus“. Für das BHKW werden neben „Aus“
Q [kW]
die Zustände „Wärme“ und „Kälte“ definiert, da hier 2000
Date: 2018-01-26

unterschiedliche Austrittstemperaturen vorgesehen 1800


1600
sind (vgl. folgender Abschnitt „Aktionen und Soll- 1400
werte“). 1200
1000
800
Betriebsregeln 600
Die Definition der Betriebsregeln muss nun, aufbau- 400
200
end auf den Erkenntnissen der Gebäudesimulation und 0
unter Einbeziehung einer begleitenden Anlagensimu- 0
600
2
602
4
604
6
606
8
608
10
610
12
612
14
614
16
616
18
618
20
620
22
622
24
624

lation so erfolgen, dass zunächst ein stabiler und ener- Q_h_BHKW_min/max Q_h_BWK_03 Q_h
gieeffizienter Betrieb erreicht wird. Q_h_BHKW Q_h_BWK_04

Da das Demonstrationsobjekt mit Wärmemengenzäh- Abbildung 10: optimierter Ansatz: Aufteilung Wär-
lern an relevanten Abgängen und Erzeugern ausgestat- meleistung BHKW und BWK
tet ist, lassen sich deren Informationen in die Betriebs-
führungsstrategie einbinden. Insbesondere in multiva- Abbildung 11 verdeutlicht die Vorteile des entworfe-
lenten Systemen lassen sich so in Abhängigkeit der nen Konzeptes anhand der Temperaturen im Puffer-
Gebäudelast gezielt Erzeuger sperren oder freigeben, speicher. Maßgeblich ist die Temperatur des Sen-
was die Sequenzierung vereinfacht. Dabei ist zu be- sors T_h3 im Pufferspeicher (Kammer 3, vgl. Abbil-
achten, dass ein sinnvoller Integrationszeitraum zu dung 3). Dieser muss mindestens auf dem zur Wärme-
wählen ist. Dieser Aspekt ist im Rahmen des Monito- versorgung erforderlichen Temperaturniveau liegen
rings weiter zu untersuchen. und darf gleichzeitig 83 °C nicht überschreiten, da auf
Im Gegensatz zum statischen Ansatz werden die Be- diesem Niveau das BHKW versorgt wird. Beide Be-
triebsregeln und Aktionen wie folgt gewählt (vgl. Ta- dingungen werden erfüllt. Der Verlauf von
belle 1): „T_in_BWK“ zeigt die variable Austrittstemperatur
der Brennwertkessel mit dem Ziel eine Temperatur
 Freigabe des BHKW erst ab Verbraucherleistun-
von 75 °C in Kammer 3 zu erreichen.
gen oberhalb der BHKW-Mindestleistung zur
Vermeidung von Taktbetrieb T [°C] Date: 2018-01-26

 Sperrung der Brennwertkessel zwischen ṁ [kg/s]

80
BHKW-Mindest- und Maximalleistung 70

 Freigabe der Brennwertkessel unterhalb der 60


50
BHKW-Mindestleistung und oberhalb der 40
BHKW-Maximalleistung, um Einflüsse der Kes- 30
20
sel auf den BHKW-Teillastbetrieb zu vermeiden.
10
0
Aktionen und Sollwerte 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24
600 602 604 606 608 610 612 614 616 618 620 622 624

Aktionen und Sollwerte umfassen die in Tabelle 1 dar- m_in_BHKW m_in_Verbraucher T_in_BWK
gestellten Aktoren und Variablen. Aus den Erkennt- m_in_BWK T_in_BHKW T_h3 _Pufferspeicher

nissen der begleitenden Anlagensimulation werden


folgende Sollwerte festgelegt: Abbildung 11: optimierter Ansatz: Temperaturen und
Durchflüsse im Pufferspeicher Wärme
 Variable Austrittstemperaturen des BHKW: Im
Heizfall geringe Austrittstemperatur, damit der
Pufferspeicher im Teillastbetrieb nicht die maxi-
ZUSAMMENFASSUNG
male BHKW-Eintrittstemperatur erreicht und im Am Beispiel der Wärmeversorgung konnte in der Si-
Kühlfall maximale Austrittstemperatur zur Ver- mulation nachgewiesen werden, dass durch Zusam-
sorgung des Absorbers. menwirken von Gebäudesimulation, Anlagensimula-
tion und strukturierter Funktionsbeschreibung ein
 Ausregelung der Temperatur im Pufferspeicher stabiler und energieeffizienter Anlagenbetrieb zu er-
über Brennwertkessel mit variabler Austrittstem- reichen ist. Demgegenüber ist bei pessimistischen d.h.
peratur. strengen Annahmen, wie festen Temperaturgrenzen,
Betriebsverhalten Simulation instabiler Anlagenbetrieb nicht auszuschließen.
Abbildung 10 zeigt die Aufteilung von Erzeugerleis- In der Diskussion mit Planern und Errichtern wird da-
tungen im optimierten Ansatz. Es zeigt sich, dass das rauf hingewiesen, dass z.B. BHKWs in der Praxis
nach einem entsprechenden Einregulierungsprozess
robuster reagieren und größere Temperaturbänder der
Eintrittstemperatur abdecken können. So verfügt das DANKSAGUNG
BHKW über interne Regelungen (z.B. kurzfristige
Das diesem Beitrag zu Grunde liegende Vorhaben
Veränderung von Volumenströmen und Austrittstem-
„VEProB – Vernetzte Energieströme von Produkti-
peraturen), die ein unmittelbares Abschalten bei Über-
ons- und Bürogebäuden“ wird mit Mitteln des Bun-
schreiten einer Eintrittstemperatur verhindern. Dieses
desministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
detaillierte Anlagenverhalten lässt sich mit Standard-
unter dem Förderkennzeichen 03ET1446B gefördert.
komponenten in der Anlagensimulation kaum verläss-
Die Autoren danken dem Mittelgeber für die Unter-
lich vorhersagen und erfordert einen Abgleich mit
stützung und dem Projektträger Jülich (PtJ) für die Be-
Messdaten unter Einbeziehung von Messgenauigkei-
treuung des Vorhabens.
ten, Regelstrecken etc., was Gegenstand weiterer Un-
tersuchungen sein wird. LITERATUR
Darüber hinaus sind die tatsächlichen Lastprofile, die Europäische Union (2018): Directive (EU) 2018/ of
im Falle von Produktionsstätten deutlich schwieriger the European Parliament and of the Council of
vorherzusagen sind als z.B. in Verwaltungsbauten, 30 May 2018 amending Directive 2010/31/EU
von erheblicher Bedeutung. on the energy performance of buildings and Di-
rective 2012/27/EU on energy efficiency. EPBD
AUSBLICK (156), zuletzt geprüft am 18.09.2019.
Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens steht die
Energie- und Emissionsbilanzierung der gesamten Fisch, Norbert; Plesser, Stefan; Wussler, Maik;
Liegenschaft, die Gegenstand der beginnenden Moni- Sauss, David 2017: Spec&Check Gebäudeauto-
toringphase ist. Die Betriebsführung muss dazu zu- mation. Entwicklung und Erprobung einer Me-
nächst einen stabilen und nachvollziehbaren und an- thodik zur Beschreibung, Abnahme und Überwa-
schließend effizienten Anlagenbetrieb erreichen. chung von Funktionen der Gebäudeautomation.
Stuttgart: Fraunhofer IRB Verlag (Forschungs-
Das Simulationsmodell beinhaltet Vereinfachungen
initiative Zukunft Bau, F 3043).
bei der Modellbildung von Komponenten und Reg-
lern, die dem Wissensstand aus Planung und Ausfüh- Klein, K.; Gschwander, S. et al. 2017: Latentwärme-
rung geschuldet und durch Messwerte zu vervollstän- speicher in netzreaktiven Gebäuden. LaNeGe.
digen sind. Dazu werden im Rahmen der Inbetrieb- Abschlussbericht. Freiburg.
nahme Prüfabläufe zur Bewertung des Kraft-Wärme-
Klein, K.; Wahl, A. et al. 2014: Optimierter Betrieb
Kälte-Verbundes durchgeführt.
von KWKK-Systemen mit Speichern - Case
Die Beschreibung in Zustandsräumen für technische Study am Beispiel einer Liegenschaft. In: van
Anlagen ist in der Forschung etabliert, findet aber in Treeck, C. und Müller, D. (Hg.): BauSIM 2014.
der Planungspraxis, z.B. in Funktionsbeschreibungen, Human-centred building(s). Proceedings of the
kaum Anwendung. Die vorgestellte Methodik soll da- 5th German-Austrian IBPSA Conference.
her exemplarisch auf das gesamte Erzeugersystem und Aachen, 22.-24. September. RWTH Aachen Uni-
komplexe Verbraucher erweitert werden, um die versity, S. 402–409.
Chancen eines systematischen Zusammenwirkens von
Simulation und Monitoring zur Definition und Über- Plesser, S. 2013: Aktive Funktionsbeschreibungen
prüfung von Zielwerten aufzuzeigen. Dazu gehört zur Planung und Überwachung des Betriebs von
auch eine intelligente Strategie zur Beladung des Gebäuden und Anlagen. Dissertation. Techni-
Sprinklertanks nach folgenden Prinzipien: sche Universität Carolo-Wilhelmina zu Braun-
schweig, Braunschweig. IGS – Institut für Ge-
 Beladung nur, wenn zukünftig Kältebedarf am
bäude- und Solartechnik.
TABS-Verteiler zu erwarten ist.
 Vorrang der Entladung des Sprinklertanks vor Rehbein, C.; Plesser, S.; Fisch, N. 2014: Application
Beladung. of Active Funktional Specifications for HVAC
Systems. In: van Treeck, C. und Müller, D.
Die Bereitstellung von Flexibilitätsoptionen stellt eine (Hg.): BauSIM 2014. Human-centred buil-
zukünftige Anforderung an Gebäude dar, die sich im ding(s). Proceedings of the 5th German-Austrian
Demonstrationsobjekt auf unterschiedlichen Ebenen IBPSA Conference. Aachen, 22.-24. September.
untersuchen lässt: Zum einen bietet das Nahwärme- RWTH Aachen University, S. 497–502.
und Kältenetz die Möglichkeit campusinterner
Wärme-Flexibilitätsoptionen. Zum anderen stellt das VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.: VDI 3814-6
BHKW als schaltbarer Wärmeerzeuger eine Verbin- Gebäudeautomation (GA) Grafische Darstellung
dung zum übergeordneten Stromnetz dar. Bei der von Steuerungsaufgaben, Juli 2008.
Analyse dient die aufgebaute Simulationsumgebung Wuschig, C. 2015: Energetisch und wirtschaftlich
als Referenz. optimierte Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung. Ab-
Die im Rahmen des Forschungsprojektes gewonnenen schlussbericht. ZAE Bayern Bayerisches Zent-
Erkenntnisse sollen Anwendung auf die Erweite- rum für Angewandte Energieforschung e.V.
rungsbauwerke auf dem Campus finden.

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