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Unterschied zwischen Prävalenz und Inzidenz:

Prävalenz gibt den Anteil der Erkrankten zu einem bestimmten Zeitpunkt


wieder.

Inzidenz gibt den Anteil der Neuerkrankten innerhalb eines bestimmten


Zeitraumes wieder.

Definition: Prävalenz

Die Prävalenz ist neben der Inzidenz eine der Kennzahlen in der
Epidemiologie. In der Regel wird der Begriff Prävalenz im Sinne einer
Punkt- oder Stichtagsprävalenz verwendet. Diese gibt an, wie viele
Individuen einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer
bestimmten Krankheit erkrankt sind (Krankheitshäufigkeit), also z.B. wie
viele Deutsche am 15. August 2010 an Lungenkrebs gelitten haben.

Neben der Punkt-/Stichtagprävalenz wird in manchen Fällen auch die


Perioden- oder Streckenprävalenz erfasst (z.B. wie viele Personen in einer
Woche an einer Norovirus-Infektion erkrankt sind). Mögliche Varianten der
Periodenprävalenz ist die Jahresprävalenz (Erkrankte Personen in einem
Jahr) oder die Lebenszeitprävalenz (Zahl der Personen, die zum
Untersuchungszeitpunkt einmal in ihrem Leben an einer bestimmten
Erkrankung gelitten haben).

Prävalenz = Anzahl der erkrankten Personen : Bevölkerung

Beispiel: 2005 erhielten 80 Personen pro 100.000 Einwohner eine


Dialysebehandlung. Prävalenz = 80 : 100.000 = 0,0008 In Prozent
ausgedrückt: 0,0008 * 100 = 0,08 Prozent

Punktprävalenz: Prävalenz zu einem bestimmten Zeitpunkt

Punktprävalenz = Anzahl der erkrankten Personen zu einem Zeitpunkt :


Bevölkerung

Periodenprävalenz: Prävalenz innerhalb eines Zeitabschnitts (zum Beispiel


Jahres- oder Lebenszeitprävalenz)

Definition: Inzidenz

Inzidenz ist ein Begriff aus der Epidemiologie (= Teilgebiet der Medizin,
das sich mit der Verbreitung und dem Verlauf von Krankheiten sowie den
jeweiligen Einflussfaktoren beschäftigt). Sie beschreibt die
„Neuerkrankungsrate“ an einer bestimmten Krankheit.
In den meisten Fällen ist mit „Inzidenz“ die „Kumulative Inzidenz“
gemeint. Diese ist Maßzahl dafür, wie viele gesunde Menschen einer
definierten Bevölkerungsgruppe (z.B.: alle Bewohner Berlins/Deutschlands/
Europas; alle 18- bis 25-jährigen männlichen, nicht-rauchenden Australier)
innerhalb eines bestimmten Zeitraumes an einer bestimmten Krankheit neu
erkranken. Bereits vor diesem Zeitraum erkrankte oder erneut erkrankte
Personen werden hierbei nicht mit in die Berechnung einbezogen.

Anhand der kumulativen Inzidenz kann man die Wahrscheinlichkeit


abschätzen, mit der eine Person aus der betrachteten Personengruppe an der
Krankheit erkrankt.
Die Begriffe aus der Epidemiologie sind für Laien verwirrend, zumal sie
häufig synonym verwendet werden.
So kann zum Beispiel der Begriff Prävalenzrate als Synonym für die
Prävalenz dienen.

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