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Landesamt für

• Je nach Ertragsniveau kann mit folgenden Ent- • Bei der Mähdreschereinstellung sollten die vom Landwirtschaft und
Ländlichen Raum
zügen gerechnet werden: Hersteller gegebenen Empfehlungen für die
P = 10 bis 15 kg/ha Rapsernte beachtet werden.
K = 50 bis 60 kg/ha • vorzugsweise erfolgt der Mähdrusch mit verlän-
Mg = 2 bis 5 kg/ha gertem Schneidwerk und Seitenmesser zur Mini-
mierung der Vorernte- und Schneidwerksverluste
• nach der Ernte müssen die Samen auf 9 % Feuch-
Ernte und Aufbereitung te zurückgetrocknet und gereinigt werden
• Ertrag: 15 bis 20 dt/ha,
ANBAUTELEGRAMM
• Etwa 10 Tage nach Getreideernte ist die Mäh-
druschreife erreicht.
• Eine vollständige Abreife ist für die gute Aus-
Spitzenerträge > 25 dt/ha sind möglich
Senf zur Körnernutzung
gangsqualität der Rohware entscheidend. (Sinapis alba L.)
• Der Direktdrusch erfolgt, wenn alle Körner in
den braunen Schoten gelb sowie Blatt und
Stängel abgestorben sind.
• Kornfeuchte 10 % Verwertung
• Beim Schütteln des Fruchtstandes hört man das
• Die Samen kommen für die Speisesenfherstellung
typische „Rasseln“. Die Schoten sind hingegen
und als Gewürz zum Einsatz.
platzfest. Eine Überständigkeit sollte jedoch
• Als Nebenprodukt fällt Senföl an, das wegen des
vermieden werden, da sich mehrmaliges Ein-
hohen Erucasäuregehaltes in der chemischen In-
regnen ungünstig auf die Samenfarbe auswirkt.
dustrie Verwendung findet.
• Senföl findet auch in der asiatischen Küche Ver-
wendung.
• Mit seiner Blütezeit im Juni/Juli und mittleren bis
guten Nektar- und Pollenwerten besitzt Senf auch
für blütenbesuchende Insekten, insbesondere die
Wildbienen, Bedeutung.

Herausgeber:
Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum
Naumburger Straße 98 | 07743 Jena

Kontakt: Andrea Biertümpfel


Telefon: +49 361 574047-129
Mail: andrea.biertuempfel@tlllr.thueringen.de

Bildnachweis: C. Graf

Januar 2021

Copyright: Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt.


Alle Rechte, auch die des Nachdrucks von Auszügen und der
fotomechanischen Wiedergabe sind dem Herausgeber vorbehalten. www.tlllr.thueringen.de
Klimaansprüche Bodenbearbeitung Pflanzenschutz
• Senf benötigt für eine optimale Entwicklung ein • nach Getreidevorfrucht Schälfurche sowie saubere Über den aktuellen Zulassungsstand bzw. die
gemäßigtes Klima. und termingerechte Herbstfurche Möglichkeiten der Erteilung von Genehmigungen
• Er stellt hohe Anforderungen an eine gleichmä- • feuchtigkeitsbewahrende Saatbettbereitung im der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nach §
ßige Wasserversorgung. Frühjahr 22 (2) PflSchG informieren die zuständigen Pflan-
• Warme, mäßig feuchte Bedingungen sind gün- • feinkrümeliges und rückverfestigtes Saatbett zenschutzstellen.
stig. Unkrautbekämpfung
• Senf gehört zu den typischen Langtagspflanzen, • Es sind nur wenige Herbizide zugelassen.
wobei eine zeitige Jugendentwicklung zur Förde- • Durch die schnelle Jugendentwicklung und
rung der generativen Entwicklungsphase von be- Aussaat rechtzeitige Bodenbedeckung wird das Un-
sonderer Bedeutung ist. • Saatzeit: wegen ausgeprägter Langtagreaktion krautunterdrückungsvermögen erhöht.
• Spätfröste während der Keimung und Jugendent- so früh wie möglich • Maschinenhacke bei Reihenentfernung über
wicklung von bis -6 °C werden toleriert. Ende März bis Anfang April 25 cm ist möglich
• Saatstärke: 120 bis 150 Pflanzen/m² Schädlingsbekämpfung
Saatmenge (kg/ha) • Schädlingspopulationen wie bei Raps
erwünschte Keimpflanzenzahl x TKG (g)
= 8kg/ha
bis 10 • Die wichtigsten Schaderreger sind Erdflöhe
= erwarteter Feldaufgang (%) während des Auflaufens, der Rapsglanzkäfer im
Knospenstadium und die Mehlige Kohlblattlaus.
Bodenansprüche
• Saattiefe: max. 2 cm • Spezifischer Senf-Schädling im Mai ist die Rüb-
Besonders geeignet sind Böden mit optimaler Kalkver- • Reihenabstand: 15 bis 30 cm senblattwespe, deren Afterraupen ganze Be-
sorgung (neutraler bis alkalischer Bereich) und einer stände in kurzer Zeit kahl fressen können.
• Saattechnik: Drillsaat mit üblichen Drillmaschinen
guten Wasserführung (Lösslehme, alluviale Böden so- • Insektizide zur Bekämpfung sind zugelassen.
wie Muschelkalkverwitterungsböden). • Pilzkrankheitzen treten selten in bekämpfungs-
würdigem Umfang auf.

Sorten
Fruchtfolge
• Laut Beschreibender Sortenliste des Bundessorten-
• Vorfruchtwahl unter Berücksichtigung unkrautun- amtes ist als Ölfrucht nur die erucasäurefreie Sorte Düngung
terdrückender bzw. -regulierender Eigenschaften. Martigena zugelassen.
• Es gibt ca. 70 Sorten für den Zwischenfruchtanbau. • Bei der Düngebedarfsermittlung sind die Vorga-
• Zu empfehlende Vorfrüchte sind alle Getreidear-
Der Anbau als Körnersenf ist möglich, wenn eine ben der aktuellen Düngeverordnung zwingend
ten.
„hohe Neigung zum Blühen“ ausgewiesen ist. zu beachten.
• Als Vorfrucht wirkt Senf positiv in nicht hack-
• Anforderungen der abnehmenden Hand sind zu be- • Der Bedarfswert für die N-Düngung beträgt ca.
fruchtfähigen Fruchtfolgen mit hohem Getrei-
achten. 120 kg/ha bei einem Ertragsniveau von 15 dt/ha.
deanteil durch Hinterlassen einer guten Boden-
struktur und der Möglichkeit einer kombinierten • Die N-Düngung sollte ausschließlich minera-
Stroh-Gülle-Düngung. lisch erfolgen, weil eine organische Düngung
die Lagerneigung erhöht.
• Anbaupausen von mind. 4 Jahren, auch zu ande-
ren Kruziferen, sind einzuhalten. • Gedüngt wird in der Regel zur Aussaat.
• Nachfrucht Getreide ermöglicht die Bekämpfung • Ist der Boden ausreichend mit P, K und Mg ver-
von Durchwuchs. sorgt (Stufe C), hat der Senf keinen Grunddün-
gungsbedarf. Nährstoffentzüge können im Rah-
men der Fruchtfolgedüngung ergänzt werden.

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