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MERKBLATT

Bioraps

Steckbrief

Die Nachfrage nach kaltgepresstem Biorapsöl


nimmt weiter zu. Der biologische Anbau der
Kultur stellt jedoch eine Herausforderung dar.
Insbesondere ein hoher Schädlingsdruck oder
eine Spätverunkrautung aufgrund der langen
Kulturperiode können Probleme bereiten.
Andererseits ist Raps ein wertvolles Fruchtfol-
geglied, das getreidebetonte Fruchtfolgen auf-
lockert. Rapspflanzen können im Herbst viel
Stickstoff aufnehmen und verwerten Hofdün-
gergaben sehr gut.

Grundsätzliches Botanik, Saatgut, Sortenwahl


Der Biorapsanbau wurde in der Schweiz ab 1998 Familie: Kreuzblütler; Gattung: Brassica.
aufgrund einer Anbau- und Vermarktungsinitiative der Ursprünglich aus der Kreuzung von Kohl und Rüb-
Bestellnummer 1343, Ausgabe Schweiz, 2011

Biofarm für den Biofachhandel entwickelt. Mit dem sen hervorgegangen.


Einstieg von Coop in den Verkauf von Knospe-Rapsöl
ab 2006 wurde die Anbaufläche ausgeweitet und liegt Saatgut und Sortenwahl
heute bei rund 140 Hektaren. In den nächsten drei Im Vertragsanbau mit der Biofarm Genossenschaft
Jahren soll der Anbau auf 200 bis 300 Hektaren stei- werden nur Liniensorten angenommen. Es müssen
gen. Neue Produzenten sind gesucht, auch Raps aus Sorten gesät werden, die in der Sortenliste von
Umstellung wird zu guten Konditionen übernommen. FiBL/Bio Suisse enthalten sind, resp. Sorten, für die
Bisher halten sich die Produzenten mit dem Anbau eine Ausnahmebewilligung erteilt wird. Um das Risiko
eher zurück, da Raps im Vergleich zu andern Kulturen zu verringern, wird die Verwendung von konventionel-
eine geringere Ertragssicherheit aufweist. Neben lem Saatgut aus verschiedenen Liniensorten bewilligt.
Schädlingen und Krankheiten vergrössern auch die Das Saatgut darf aber in keinem Fall gebeizt sein.
hohen Ansprüche des Raps an die Stickstoffversor- Empfohlen sind früh blühende Sorten mit rascher
gung sowie die lange Kulturdauer das Ertragsrisiko. Entwicklung im Frühling wie Aviso oder Vision. Diese
Im Vergleich zu Wintergetreide vermag Winterraps sind weniger anfällig auf Schädlinge.
im Herbst wesentlich mehr Stickstoff aufzunehmen. Aktuelles Angebot siehe: www.organicxseeds.ch.
Raps lockert als Hackfrucht getreidebetonte Fruchtfol-
gen auf und bildet als echt blühende Pflanze ein at-
traktives Ökoelement in der Agrarlandschaft.

Unter Mitwirkung von


Ansprüche an Boden und Klima Nährstoffversorgung
Boden Die optimale Versorgung mit Nährstoffen, insbesondere mit
Ideal ist ein tiefgründiger, leichter bis mittelschwerer Boden Stickstoff ist entscheidend für die Höhe des Ertrags. Zwei
mit pH-Wert 6.5 bis 7.0. Drittel des benötigten Stickstoffs braucht der Raps im frühen
Schwere Böden eignen sich nur bedingt für den biologi- Frühjahr bis zum Schossen. Dem Bedarf kann im biologi-
schen Rapsanbau. schen Anbau mit einem optimalen Boden und genügend
Als Pfahlwurzler ist Raps sehr empfindlich gegenüber Bo- hohen Güllegaben im Frühling entsprochen werden. Als Al-
denverdichtungen und Staunässe. ternative zu Gülle liefert auch Kompostpresswasser schnell
verfügbaren Stickstoff. Die Düngungsnorm im konventionel-
Klima len Anbau liegt bei 140 Kilo Stickstoff pro Hektare bei einer
Raps kann in nahezu allen Ackerbaugebieten der Schweiz Ertragserwartung von 35 Dezitonnen pro Hektare.
angebaut werden. Bei den nachstehenden Empfehlungen wird von einem Ki-
In Grenzlagen (raues Klima, über 600 m ü. M.) ist der bio- lo Stickstoff pro Kubikmeter Gülle ausgegangen. Der Nähr-
logische Anbau von Raps problematisch. stoffgehalt der Gülle ist von Betrieb zu Betrieb unterschied-
Günstig sind Lagen mit geringem Schädlingsdruck. lich, die Ausbringmenge muss deshalb angepasst werden.

Düngung im Sommer und Herbst


Mittlere Mistkompost- oder Mistgabe von 20–30 Tonnen
pro Hektare.
Fruchtfolge Gülle im Frühherbst nach der Saat zurückhaltend einsetzen.
Bei schwachen Beständen mit kleinen Pflanzen ist eine
Stellung in der Fruchtfolge Güllegabe aber sinnvoll (Standard 20 Kubikmeter).
Raps hat hohe Ansprüche an eine gute Stickstoffversorgung Bei Überdüngung im Herbst droht der Rapsbestand zu
und Bodenstruktur. Optimal ist daher der Anbau nach Um- überwachsen, was die Gefahr von Auswinterungsschäden
bruch einer Kunstwiese oder nach Körnerleguminosen. Beim erhöht.
Anbau nach Getreide muss eine ausreichende Stickstoffdün-
gung gewährleistet werden. Düngung im Frühjahr
Startgabe
Vorteile von Raps in der Fruchtfolge: Erste Güllegabe ab Mitte Februar (so früh wie möglich,
Auflockerung der Fruchtfolge. aber nur bei gutem Bodenzustand und geeigneter Witte-
Schnelle Jugendentwicklung ermöglicht bei guten Bedin- rung) von 30 bis 50 Kubikmeter pro Hektare, mindestens
gungen rasche Bodenbedeckung und damit hohe Konkur- 1:1 verdünnt. Die Gülle fördert in gut überwinterten Be-
renzkraft gegenüber der Begleitflora. ständen die Bildung von Seitentrieben.
Pfahlwurzel hat positiven Einfluss auf Bodenstruktur. Handelsdünger (zum Beispiel Biorga) bereits Mitte bis
Gutes Stickstoff-Aufnahmevermögen im Herbst. Ende Februar ausbringen.

Wenn Raps nach Getreide: Der Anbau nach Gerste erleichtert Stadium Schossen
im Vergleich zum Anbau nach Weizen die Durchführung von Zweite Güllegabe vor Mitte März von 20 bis 30 Kubikemter
Unkrautkuren. pro Hektare bis zu einer Pflanzenhöhe von zirka 20 Zenti-
meter. In der Regel genügt aber eine Güllegabe. Zu späte
Gülle- und Handelsdüngergaben führen zum Nachblühen
Anbaupause
und unregelmässigen Abreifen.
Wegen der Kohlhernie und anderen Krankheiten ist Raps
Nährstoffgehalte der Gülle beachten: Schweinegülle kann
nicht selbstverträglich. Eine Anbaupause von vier bis fünf
wegen den im Vergleich zu Rindergülle höheren N und P-
Jahren muss eingehalten werden. Die Anbaupause gilt auch
Gehalten von Vorteil sein.
gegenüber Kreuzblütlern in Zwischenfrüchten und Gründün-
Schwefelmangel ist aufgrund der geringeren Ertragserwar-
gungen.
tung und des Einsatzes von Hofdüngern bisher im Bio-
rapsanbau nicht beobachtet worden.

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Breitsaaten und enge Saatabstände sind nur auf Parzellen
Saat mit wenig Unkrautdruck zu empfehlen. Breitsaaten mit
dem Krummenacher Sägerät mit Walze können sehr gute
Angestrebt wird die Überwinterung der Rapspflanzen als gut Resultate erzielen.
ausgebildete Rosetten mit 8 bis 10 Blättern, einem Wurzel-
halsdurchmesser von mindestens 8 bis 10 Millimeter und Saatmenge
einer Pfahlwurzel von 15 bis 20 Zentimeter Länge. Stängel- Einzelkornsaat ist von Vorteil: 70–80 Körner pro Quadrat-
bildung ist nicht erwünscht. Damit die Rapspflanzen als gut meter (0.8 bis 1 Dose pro Hektare, je nach Tausendkorn-
ausgebildete Rosetten überwintern, ist eine frühe Aussaat gewicht).
erforderlich. Drillsaat: 50 bis 60 Gramm pro Are.

Saatzeitpunkt Angestrebte Bestandesdichten


Der optimale Saatzeitpunkt liegt zwischen dem 20. August Vor dem Winter: 70–80 Pflanzen pro m2
und 10. September. Grundsätzlich ist es besser zu früh als zu Bei Vegetationsbeginn: 50–60 Pflanzen pro m2*
spät zu säen. Vor der Ernte: 40–50 Pflanzen pro m2
Eine frühe Saat begünstigt die Stickstoffaufnahme und die
Pflanzenentwicklung. Nach guten Wachstumsbedingungen im * Entscheid für das Unterpflügen der Kultur bei Vegetations-
Herbst geht der Raps kräftig in den Winter. Eine hohe Stick- beginn: Bei unregelmässigem Bestand mit grossen Lücken
stoffmineralisierung im Herbst oder eine Güllegabe können und im Durchschnitt weniger als 12 gesunden, starken
das Wachstum noch zusätzlich anregen und beschleunigen. Pflanzen pro Quadratmeter. Wird nicht umgepflügt, sollten
Sehr stark entwickelte, aufgeschossene, wasser- und stick- grosse Lücken mit Kleegras angesät werden.
stoffreiche Pflanzen sind jedoch anfällig auf Frostschäden. Walzen nach dem Säen fördert den Bodenschluss der Sa-
Grosse Pflanzen leiden zudem unter Schneedruck, was zu men und reduziert Hohlräume im Boden (Massnahme zur
Stängelverletzungen und vermehrtem Befall durch Phoma Schneckenregulierung).
führen kann. Grössere Blätter werden abgedrückt und verfau- In schweren Böden sind besonders bei nasser Witterung
len. Die Pflanzen sehen dann im Frühjahr aus, als wären sie die Möglichkeiten zur Unkrautregulierung eingeschränkt.
abgeflammt worden. Sie sind bleich und haben kleine Blatt- Deshalb wird auf solchen Böden ein weiter Reihenabstand
riebe. Der mögliche Schaden durch zu hohen Wuchs im und spätes Hacken empfohlen.
Herbst ist schwer zu beziffern. Dank seiner enormen Regene-
rationskraft erholt sich der Raps in der Regel im Frühjahr
schnell. Trotz des Risikos überwiegen bei frühen Saaten ab
Mitte August die Vorteile. Saaten im September entwickeln
sich häufig zu kleinen, schwachen Pflanzen. Diesen Rück- Unkrautregulierung
stand können sie in der Regel nicht mehr aufholen.
Massnahmen vor der Saat
Saatbett Nach der Ernte der Vorkultur wenn möglich eine bis zwei
In den oberen 3 bis 4 Zentimeter locker und feinkrümelig, Unkrautkuren durchführen.
darunter gut rückverfestigt. Wurzelunkräuter (Blacken, Disteln) entfernen.
Früh vorbereiten und vor der Saat noch oberflächig strie-
geln (Unkrautkur). Massnahmen nach der Saat
Achtung: Pfluglose, reduzierte Bodenbearbeitung ist bei Ab dem 3–4-Blattstadium wenn nötig ein bis zweimal
genügend grossem Zeitfenster möglich. Probleme beim Auf- hacken und/oder striegeln.
laufen (Durchwuchs, Schnecken, Unkraut) sind oft eine Folge Blindstriegeln (Striegeln im Vorauflauf) ist wegen der ge-
unsachgemässer Bodenbearbeitung. ringen Saattiefe des Rapses nicht möglich. Zu frühes Strie-
geln schädigt die Rapspflanzen. Es muss darauf geachtet
Saat werden, dass die Pflanzen nicht mit Erde überdeckt wer-
Ablagetiefe den. Den Striegel mit wenig Druck einsetzen (die Wirkung
1 bis 2 Zentimeter. ist deshalb oft ungenügend).
Scharhacke und Hackbürste wirken am besten gegen klei-
Reihenabstand ne Unkräuter zwischen den Reihen. In den Reihen hat auch
Grundsätzlich wäre ein möglichst enger Reihenabstand von die Stern- oder Rollhacke eine erstaunlich gute Wirkung.
12 Zentimeter oder Breitsaat für die Beschattung und Un- Einsaaten von Buchweizen oder Erdklee haben in Versu-
terdrückung des Unkrautes besser als ein Reihenabstand chen die Verunkrautung nicht wesentlich reduziert.
von 50 Zentimeter. Grosse Reihenweiten haben den Vor- Klettenlabkraut und Winde müssen rigoros bekämpft wer-
teil, dass sich solche Bestände einfach hacken lassen. Unter den. Sie bewirken ein uneinheitliches Abreifen. Die Tren-
20 Zentimeter Reihenabstand ist hingegen nur das Strie- nung der Klettensamen von den Rapssamen ist schwierig.
geln möglich. Bei hohem Unkrautbesatz genügt das nicht.

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Wichtig zu wissen:
Schädlingsregulierung Die erste Generation tritt im Juni auf und richtet in der
Regel nur geringen Schaden an. Die zweite Generation
Aus Überzeugung verzichtet Bio Suisse auf jeglichen Einsatz folgt im August und verursacht oft Schäden an Gründün-
von Insektiziden und Fungiziden im Ackerbau. Seit 2008 gungen und Zwischenfutter. In warmen Jahren tritt ver-
dürfen hingegen eisenphosphathaltige Schneckenköder ein- stärkt noch die dritte Generation auf, welche grosse Schä-
gesetzt werden. Der Anbau von Bioraps berechtigt zum Bezug den an Winterraps anrichten kann.
von Extenso-Beiträgen. Die Pflanzen wachsen in der Regel die Schäden aus, das
heisst, die Kulturen erholen sich.
Keimung/Auflaufen
Schnecken Direkte Massnahmen:
Wichtig zu wissen: Keine möglich im Bioanbau.
Richten vor allem bei feuchtem Wetter Schäden an.
Nach dem 3-Blattstadium des Rapses ist das Schadenpo- Längenwachstum:
tenzial nicht mehr gross. Rapsstängelrüssler und Kohltriebrüssler
Hohes Risiko von Schnecken- und Mäuseschäden entlang Wie erkennen?
von Wiesenstreifen und Buntbrachen. Zuerst schleimige, später weisslich umrandete Einstichstel-
len am Stängel (Eiablage) zirka ein Zentimeter unterhalb
Vorbeugende Massnahmen: der Triebspitze.
Ernterückstände einarbeiten. Rapsstängelrüssler: Zwei Wochen nach der Eiablage zuerst
Raps nur in trockenen Boden aussäen. leicht, später stark S-förmig gekrümmte Befallsstellen am
Walzen, um Hohlräume im Boden zu vermeiden. Stängel.
An den Rändern die Saatdichte verdoppeln. Kohltriebrüssler: Keine Krümmung des Stängels. Larven
hauptsächlich in Blattmittelrippe. In den Blattachseln sit-
Direkte Bekämpfung: zende Anlagen für Seitentriebe werden geschädigt.
Pro Hektare 7 Kilo Sluxx Schneckenköder bis zwei Wochen Gestauchter Pflanzenwuchs als Folge des Larvenfrasses und
nach dem Auflaufen mit dem Düngerstreuer oder Spezial- eventuell Aufplatzen der Stängel.
streuer ganzflächig ausbringen. Bei geringem Schnecken-
druck werden nur die Ränder behandelt. Vorbeugende Massnahmen:
Anbaupause einhalten (Schädling überwintert im Boden).
Anbau direkt neben Rapsparzellen des Vorjahres vermei-
Auflaufen bis Rosettenbildung:
den.
Rapserdfloh
Wie erkennen?
Direkte Bekämpfung:
Schabstellen oder kleine Löcher an den Blättern infolge
Keine möglich im Bioanbau.
Frass durch die drei bis vier Millimeter grossen Käfer.
Später fressen die Larven in den Stängeln.
Ab Knospenbildung
Rapsglanzkäfer
Wichtig zu wissen:
Wie erkennen?
Vereinzelt gravierende Schäden durch Erdflöhe.
Blüten fallen ab, später fehlen Schoten (die Käfer nagen
Vorbeugende Massnahmen: die Knospen an um den Blütenstaub zu gelangen).
Nicht zu spät säen.
Minderung des Schadens durch Bestäubung mit Steinmehl, Wichtig zu wissen:
Asche oder Kalk im Zweiblattstadium ist möglich. Wichtigster Schädling des Raps; Totalausfälle sind möglich.
Der Befall wird begünstigt durch: späte Blüte, häufigen
Blattwespenlarven Rapsanbau in der Region, Anbau in Waldrandnähe (Über-
Wie erkennen? winterung des Käfers in Waldrändern.
Anfänglich Schabfrass auf der Blattunterseite (ähnlich Erd-
flohbefall), später Löcher in den Blättern; bei starkem Befall Vorbeugende Massnahmen:
lokal Kahlfrass sichtbar. Gut entwickelte Pflanzen mit kräftigen Seitentrieben ertra-
Blattwespenlarven (auch Afterraupen genannt): anfänglich gen einen höheren Befall (10 bis 12 Käfer pro Pflanze) als
grün, später samtschwarz und ein bis zwei Zentimeter lang. schwache Pflanzen mit nur einem Haupttrieb. Die optimale
Blattwespenlarven meiden das Sonnenlicht. Deshalb kön- Pflanzenentwicklung (Bodenzustand, Saatzeitpunkt, Nähr-
nen sie am besten frühmorgens und abends sowie bei stoffe) bestimmen den Ertrag oft mehr als der Rapsglanzkä-
feuchtem Wetter beobachtet werden. fer.

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Direkte Bekämpfung: Vorbeugende Massnahmen:
Keine direkten Bekämpfungmassnahmen zugelassen. In Anbaupause einhalten.
der Praxis wurden gute Erfahrungen mit dem Einsatz von
Gesteinsmehl gemacht. Direkte Bekämpfung:
Details siehe FiBL-Merkblatt Rapsglanzkäfer. Bestellnum- Nicht möglich.
mer 1483. Bezug wie vorliegendes Merkblatt (siehe Fuss-
zeile). Kohlhernie
Wie erkennen?
Schotenbildung Verkümmerte Jungpflanzen.
Kohlschotengallmücke Gelbe bis rötliche Verfärbungen an den älteren Blättern.
Wie erkennen? Unregelmässige Verdickungen an den Wurzeln (im Innern
Befallene Schoten sind gelblich und verdickt. In den Scho- weiss und ohne Hohlräume).
ten sind weisse, ein bis zwei Millimeter lange Maden sicht-
bar. Vorbeugende Massnahmen:
Schoten springen vorzeitig auf; Körner fallen heraus. Anbaupause von mindestens vier Jahren einhalten, dabei
Befall vor allem am Feldrand, selten im Innern der Parzel- auch Kreuzblütler in Zwischenfrüchten einbeziehen.
len. Ertragseinbussen gering. Auch die Kreuzblütler unter den Unkräutern können die
Kolhernie übertragen, deshalb sollten sie in allen Kulturen
Direkte Bekämpfung: konsequent bekämpft werden.
Keine Bekämpfungsmöglichkeit beim Bioanbau. Kalkung bei pH-Wert unter 6.5 kann das Befallsrisiko redu-
zieren.
Zwischen Blüte und Abreife
Blattläuse Direkte Bekämpfung:
Wie erkennen? Nicht möglich.
Befall nesterweise.
Pflanzen sterben vorzeitig ab, Körner fallen aus.

Direkte Bekämpfung: Ernte


Bekämpfung nicht möglich und auch nicht nötig.
Druschreife ab Mitte Juli, soald die Körner schwarz und die
Schoten grün-grau sind; auf gleichmässige Abreife achten.
Mähdrusch ist ab 15 Prozent Wassergehalt möglich (Mini-
mum 10 Prozent, sonst Ausfallverluste).
Regulierung von Pilzkrankheiten Bei Drusch am Morgen oder am Abend sind die Schoten
leicht feucht und platzen damit weniger auf.
Phoma Nach Möglichkeit Mähdrescher mit Schneidetischverlänge-
Wie erkennen? rung und Rapstrennscheren einsetzen.
Im Herbst helle, runde Flecken mit kleinen, schwarzen Um Ernteverluste und Ausfallraps zu vermeiden ist bei der
Punkten (Pyknidien = Fruchtkörper) auf den Blättern. Ernte höchste Sorgfalt geboten.
Verbräunter Wurzelhals an stark befallenen Pflanzen. Raps ist erst bei einem Wassergehalt von sechs Prozent
Später rissige Verkorkungen am Wurzelhals. lagerfähig. In der Regel ist eine Nachtrocknung notwendig.
Wichtig: Nach der Ernte rasche Ablieferung an die Sammel-
Vorbeugende Massnahmen: stelle. Während einer Nacht feucht gelagerte Rapssamen
Anbaupause von mindestens vier Jahren einhalten. führen im kaltgepressten Rapsöl bereits zu modrigem und
Ernterückstände und Ausfallraps beseitigen, um eine Früh- stichigem Fehlgeschmack.
infektion der neuen Parzelle zu vermeiden.
Nicht zu dicht säen.

Direkte Bekämpfung: Vermeidung von Ausfallraps


Nicht möglich.
Samen können über Jahre im Boden keimfähig bleiben.
Rapskrebs (Weissstängeligkeit) Nach der Ernte den Boden maximal fünf Zentimeter tief
Wie erkennen? bearbeiten, damit die ausgefallenen Samen keimen.
Ab Juni zirka handbreite, weisse Zonen in der Mitte des Später eventuell das Rapsstroh mulchen. Eine kleine Gül-
Stängels. legabe von zirka 25 Kubikmeter pro Hektare fördert die
Graues Pilzgeflecht und schwarze Sklerotien (unregelmäs- Strohrotte.
sig geformte Fruchtkörper) im hohlen Stängel. Oberflächliche Bodenbearbeitung in Intervallen von 10 bis
14 Tagen durchführen.

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Wirtschaftlichkeit Literatur
Biologisch angebauter Raps ist nicht so ertragsstabil wie Daniel, C. und Messerli N. (2009): Merkblatt Rapsglanzkä-
Weizen. Auch bei guter Kulturführung kann es zu einem Er- fer. Bestellnummer 1483, FiBL Frick.
tragsausfall kommen. Häni, F. et al. (2008): Pflanzenschutz im nachhaltigen
Als Zielertrag gelten 20 Dezitonnen pro Hektare. Gemäss Ackerbau. 7. Auflage, LMZ Zollikofen.
bisherigen Erfahrungen schwanken die Erträge aber zwischen Datenblätter Ackerbau, Agridea Lindau.
weniger als zehn und deutlich über dreissig Dezitonnen. Im
Durchschnitt werden zirka 16 Dezitonnen pro Hektare erzielt.
Mit dem aktuellen Preis von 200 Franken pro Dezitonne
kann bei 22 Dezitonnen Ertrag ein mit Weizen vergleichbarer
Deckungsbeitrag erreicht werden. Der Extenso-Beitrag liegt Impressum
bei 400 Franken pro Hektare. Seit 2009 wird eine Anbau-
prämie von 1000 Franken pro Hektare ausbezahlt. Vorausset- Herausgeber
zung für die Auszahlung ist, dass der Raps geerntet wird. Der Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)
Grenzertrag liegt bei zehn Dezitonnen pro Hektare. Bei tiefe- Ackerstrasse, Postfach, 5070 Frick
rem Ertrag ist die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben. Tel. 062 865 72 72, Fax 062 865 72 73
info.suisse@fibl.org, www.fibl.org

Autoren
Hansueli Dierauer und Claudia Daniel (FiBL)
Clay Humphrys und Thomas Hebeisen (ART)
Markt
Titelbild
Kaltgepresstes Biorapsöl wird vom Biofachhandel und vom Thomas Alföldi (FiBL)
Grossverteiler Coop rege nachgefragt. Generell wird bei
Durchsicht
den Ölen die Schweizer Herkunft sehr geschätzt.
Rosalie Aebi (ART)
Aufgebaut wurde der Anbau und Markt für Bio-Raps ab
Hans-Georg Kessler (Biofarm)
1999 in der Schweiz von der Biofarm Genossenschaft.
Niklaus Messerli (Inforama Rütti)
Momentan gibt es eine Absatzmöglichkeit für Umstellraps.
Andreas Rohner (Fenaco Winterthur)
Der Preis beträgt 140 Franken pro Dezitonne.
Redaktion
Anmeldung für den Vertragsanbau Res Schmutz
Biofarm Genossenschaft, Beim Bahnhof, 4936 Kleindietwil Preis
Hans-Georg Kessler, kessler@biofarm.ch Download: Gratis ab www.shop.fibl.org
Tel. 062 957 80 53, Fax 062 957 80 59 Ausgedruckt: Fr. 4.50, EUR 3.00

fenaco Genossenschaft
Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (GOF)
Theaterstrasse 15a, 8401 Winterthur
Andreas Rohner, andreas.rohner@fenaco.com
Tel. 058 433 64 91, Fax. 058 433 64 66

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