Simon „ Ich muss diese Figur zerstören!

“ Wildes Klopfen ertönt, mit einer eigens aus Malta imp ortierten Playmobilfigur, auf einen Tisch. Frau Ulrichs sieht sich erstaunt um: „ Das ist mal wieder typisch Jungs und ihre aggressive Zerstörungswut!“ So oder so ähnlich denken wir an Simons turbulente Vergangenheit zurück und so oder so ähnlich tritt der „junge Wilde“ auch heute hin und wieder unangekündigt ans Tageslich t, um uns an ihn zu erinnern. „Der junge Wilde“, das ist Energie, das ist Herzblut, das ist Simon. Wegen seines großen Altersunterschieds zum Rest des Jahrgangs, hat er in der Vergangenheit oft leiden müssen (menschlicher Wischmob), dennoch konnte er alles wie ein Mann ertragen. Aber dafür, bedingt durch seine fortwährende Jugend, muss er sich nicht, wie andere männliche Mitschüler, mit Problemen wie Gesichtsenth aarungsmaßnahmen herumschlagen, sondern kann sich, unschuldig lächelnd, ganz den Vor teilen seines dennoch wachen Verstandes widmen. Diesen weiß der „junge Wilde“ geschick t in Mathe und Physik einzusetzen, erkennt, dank Traubenzuckergeheimdopings, ko mplexe Strukturen und macht sie sich untertan. Um seine Konkurrenten nicht nur m it der ehrgeizig erkämpften Lösung zu besiegen, verwandelt er schriftliche Form der Antwort (vielleicht eine weitere Ausprägung seiner Genialität) in eine, seinem Ego e ntsprechend, ebenso wilde Ansammlung von Hieroglyphen, für die sogar hohe Gelehrte einen Kryptographie – Crashkurs belegen müssten. Sein taktisch kluges, rationales H andeln bringt den „jungen Wilden“ mühelos ans Ziel. Dabei scheut er keine Gefahr und m eidet jegliche überflüssige Anstrengung, wie die Legende von den exakt zehn Reitstun den, die nötig waren, um ein neues futuristisches DVD – Laufwerk zu erlangen und die er deshalb auf sich nahm, besagt. Neben seiner offensichtlich naturwissenschaft lichen Begabung verbergen sich in den unendlichen Weiten seiner verworrenen Gehi rnwindungen ungeahnte Tiefen, die den „jungen Wilden“ zu einer unberechenbaren Herau sforderung für seine Feinde und zu einer Bereicherung für seine Freunde machen: Er v erfügt über eine angeborene Neigung zum Psychoanalytiker; wobei ihm das passende Sof a noch fehlt. Ein Geheimtipp, denn Simons mehrstündige Leistungen sind kostenlos u nd nur mit einer zuweilen stattfindenden Gegensitzung zu entlohnen. Sollte unserem „jungen Wilden“ seine Wildheit einmal verloren gehen, lässt sich diese mit, seiner Gesinnung entsprechend, grünen Gummibärchen wiedererwecken. Und auch wen n er sich offiziell beharrlich gegen die kreativen Künste sträubt, hat man ihn schon singend, dichtend und Gitarre spielend erlebt. Vielleicht also alles nur eine s einer ab und zu auftretenden Wellen des Selbstzweifels, die ihn unnötigerweise überk ommen und das Stürmen und Drängen in ihm hindern. Die Auswüchse seiner eigenen Kreativ ität sind die Versuche, den in ihm schlummernden Metalpoeten zu wecken: „Ein kleines Herzchen saß im Sessel Es ließ die Cola köcheln im Kessel Wer betreibt solch eine Diät Ist gesegnet mit zuviel Kreativität“ Alles in allem kann den jungen, wilden Simon nur seine Neigung, ebenso wilden Mädc hen zu verfallen, stürzen. Denn obwohl er nicht einmal volljährig sein wird, wenn er das Abiturzeugnis in der Hand hält, steckt in ihm das Zeug, Großes zu vollbringen.

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