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Protokoll der Berufsorientierungs-AG

Thema: Arzt als Beruf(-ung)?

Ort:

Mensa des Gymnasiums Walldorf

Zeit:

17.00 – 18.15 Uhr

Anwesende:

teilnehmende Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen, interessierte

Thema:

Schüler der 10. Klassen, Herr Bloching, Frau Wulff, Referent Herr Peter Schlüter Vorstellung des Arztberufes

Protokollantin:

Anna Krautloher

Der rote Faden:

1. Medizinstudium

a) Voraussetzungen

b) Zulassungsbeschränkungen

c) Vorklinischer Abschnitt

d) Klinischer Abschnitt

e) Praktisches Jahr

f) Approbation

 

g)

Facharztausbildung

2. Der Beruf Arzt

a)

Arzt in der Klinik

a)

Arzt in der eigenen Praxis

b)

Arzt in der Forschung

3. Was verdient ein Arzt?

4. Arbeitsalltag

Medizinstudium

Voraussetzungen

Voraussetzung für ein Medizinstudium und den ärztlichen Beruf ist das Abitur oder ein vergleichbarer Abschluss, wissenschaftliches Interesse und Belastbarkeit, so Herr Schlüter.

Zulassungsbeschränkungen

Die Zulassungsbeschränkungen für ein Medizinstudium sind bundeseinheitlich geregelt. Das Bewerbungsverfahren ist aber überall ähnlich. Herr Schlüter legte den Schülern deshalb besonders nahe, Bewerbungsfristen einzuhalten und Informationen rechtzeitig einzuholen. Auch der Notenschnitt spielt bei der Bewerbung eine Rolle. Im Allgemeinen muss man vor dem Studium schon einmal ein Praktikum in einer Klinik o. Ä. absolviert haben. Weiter müssen die Bewerber oft auch noch den so genannten Medizinertest bestehen und mit einem Wartesemester rechnen. Für weitere Informationen gab Herr Schlüter folgende Internetadresse an:

Vorklinischer Abschnitt

Der Vorklinische Abschnitt des Medizinstudiums dauert vier Semester und beinhaltet einen praktischen und einen theoretischen Teil. Im praktischen Teil sind ein Erste-Hilfe-Kurs und ein Krankenpflegerpraktikum enthalten. In der Theorie werden vor allem naturwissenschaftliche Grundlagen in Biologie, Physik, Chemie, Biochemie, Anatomie und Physiologie, sowie Sozialwissenschaften vermittelt. Nach diesem Abschnitt folgt der erste Abschnitt der ärztlichen Prüfung, das erste Physikum.

Klinischer Abschnitt

Nach einem weiteren Praktikum und sechs Semestern Theorie folgt das zweite Physikum und dann ein Praktikumsjahr in einer Klinik mit weiteren mündlichen und schriftlichen Prüfungen.

Approbation

Mit der Approbation erhält man die Zulassung alt Arzt tätig zu sein. Ohne eine weitere fachärztliche Ausbildung erhält man jedoch keine Zulassung von den Krankenkassen.

Facharztausbildung

In einer fünfjährigen Weiterbildung kann man sich für ein Fachgebiet spezialisieren, z.B. als HNO-Arzt. In diesem Zusammenhang erklärte Herr Schlüter, dass die Fachgebiete durch die Forschung immer mehr spezialisiert und dadurch mehr gegliedert werden. Man unterscheidet zwischen klassischen und operativen Fachgebieten.

Als Arzt im freien Arbeitsmarkt hat man definitiv bessere Chancen und kann sich auf ein Fachgebiet spezialisieren. Dazu ist jedoch ein Zweitstudium nötig. Man braucht z.B. noch ein Sportstudium, um Dopingarzt zu werden.

Der Beruf Arzt

Arzt in der Klinik

Ein Arzt kann in der Klinik die typische Kliniklaufbahn gehen: Er kann promovieren, eine Habilitation schreiben und Professor oder Angestellter in der Klinik werden.

Arzt in der eigenen Praxis

Hier wird zwischen einem Kassenarzt, der gesetzlich Versicherte behandelt, und einem Privatarzt, welcher privat Versicherte behandelt unterschieden.

Arzt in der Forschung

In der Forschung befasst man sich z.B. mit der Labormedizin oder der Radiologie.

Was verdient ein Arzt?

Ein Kassenarzt wird anders bezahlt, als ein Privatarzt.

Die Kassenärztliche Vereinigung erhält von den Krankenkassen eine bestimmte Summe von Geldern, die sie auf die Kassenärzte verteilt. Da diese Summe relativ konstant ist, werden die Ärzte nicht direkt nach ihren Leistungen bezahlt.

Das Abrechnungsverfahren:

Ihre Dienstleistungen werden mit Punkten verrechnet. Ein Hausbesuch bringt z.B. 400 Punkte. Die Summe der Gelder von der Kassenärztlichen Vereinigung wird durch die Summe der Punkte aller Kassenärzte geteilt, sodass man einen Geldwert für einen Punkt erhält. So erhalten die Kassenärzte also eher einen Pauschalpreis, denn egal ob Hochsaison (z.B. eine Grippeepidemie) ist oder die Leute gesund sind, durch dieses Abrechnungssystem bleibt der Lohn eines Kassenarztes immer relativ gleich. Es handelt sich also um einen Werteverlust durch die Punktabrechnung. Dies, so erklärte Herr Schlüter, sei auch der Grund, weshalb es mehr Privatärzte gibt. Bei Privatpatienten wird nämlich nach der Gebührenordnung abgerechnet. Immer mehr Ärzte nehmen Privatpatienten, um Geld zu verdienen, und nur wegen ihrer Berufung, als Arzt Menschen zu helfen, auch gesetzlich versicherte. Eine Kassenpraxis allein bringt keinen Gewinn. Herr Schlüter folgerte daraus, dass der Beruf des Arztes mehr ein kalkulierender als ein ideologisch begründeter Beruf sei.

Arbeitsalltag

Mit einer eigenen Praxis arbeitet ein Arzt täglich 12-14 Stunden. Darin sind Sprechstunden, Hausbesuche, Nacht-, Bereitschafts- und Wochendienst, sowie Verwaltung, Organisation und Buchhaltung mitinbegriffen. In der Klinik arbeitet ein Arzt 10-12 Stunden. Er hat begrenzte Einteilungen für Nacht-, Bereitschafts- und Wochendienst und Aufgaben im öffentlichen Dienst zu erfüllen.