Sie sind auf Seite 1von 3

Wie sich der Konsum in der Corona-

Krise verändert hat


Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Einstellung sowie das Kauf- und
Konsumverhalten der deutschen Bevölkerung? Diese Frage hat das Corona-
Konsumbarometer seit Beginn der Pandemie untersucht. Ein Fazit und ein Ausblick.
Von  N.A. 30. SEPTEMBER 2021
 / 

Die Beunruhigung aufgrund der Corona-Krise hat über den Untersuchungszeitraum


hinweg abgenommen. © Unsplash/Arturo Rey
Von Andreas Fürst und Nina Pecornik von der Uni Erlangen

Ziel des Corona-Konsumbarometers war es, konsumrelevante Einstellungen und


Verhaltensweisen der Deutschen über die Zeit der Pandemie zu tracken. Mittels sieben
Befragungswellen zwischen März 2020 und Juni 2021 mit jeweils mehr als 1000 repräsentativen
Teilnehmern konnten fundierte Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Krise auf den Konsum der
Deutschen gewonnen werden.

ANZEIGE

Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

1. abnehmende Sorge
Die Beunruhigung aufgrund der Krise hat über den Untersuchungszeitraum hinweg
abgenommen. War zu Beginn der Pandemie noch die Hälfte der Befragten stark beunruhigt, so
ist dieser Wert mittlerweile auf ein Viertel gesunken.

Auch die Sorge um Einkommensverluste hat über die Zeit abgenommen. Während ursprünglich
noch ein Drittel der Befragten beunruhigt war, ist dies nun nur noch ein Achtel. Selbstständige
und Beschäftigte im Tourismus und im Gastgewerbe zeigten sich stets am besorgtesten.
2. Veränderungen im Einkaufsverhalten
Spannend ist, dass die Befragten trotz abnehmender Sorge angaben, im Laufe der Pandemie
zunehmend mehr Desinfektionsmittel und Hygieneartikel gekauft zu haben. Backzutaten,
Nudeln/Reis, Toilettenpapier und Konservendosen erreichten ihren Peak dagegen bereits im Jahr
2020. Die Befragten haben teilweise deutlich weniger Kleidung, Sportartikel und
Unterhaltungselektronik als vor der Pandemie gekauft, was angesichts des Trends zum
„Cocooning“ etwas verwundert.

Quelle: Friedrich-
Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg / Deutsches Marketing Excellence Netzwerk e.V.

3. Schub für das Online-Shopping


Der Trend zum Einkauf im Internet hat sich durch die Corona-Krise weiter verstärkt. Bereits mit
Beginn der Pandemie hat knapp ein Viertel der Konsumenten häufiger im Internet eingekauft als
vor der Pandemie. Mittlerweile ist dies sogar bei knapp der Hälfte der Konsumenten der Fall.
Diese Entwicklung ist nicht nur von den jungen Konsumenten getrieben, sondern auch von den
Konsumenten mittleren Alters, bei denen die Corona-Krise offenbar besonders stark als
Katalysator für den Einkauf im Internet diente. Viele Online-Händler – vor allem Amazon – haben
hiervon bereits zu Beginn der Pandemie profitiert.
Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg / Deutsches Marketing Excellence
Netzwerk e.V.

Fazit und Ausblick


Zusammenfassend lässt sich eine zunehmende Entkoppelung des Konsums vom
Inzidenzgeschehen beobachten. Während die Inzidenzwerte im Laufe der Pandemie teilweise
deutlich dreistellige Werte angenommen haben, sank gleichzeitig die Sorge der Befragten.
Inwieweit die Veränderungen im Einkaufsverhalten nachhaltig sein werden, wird die Zukunft
zeigen. Bei Desinfektionsmitteln und Hygieneartikeln wäre dies beispielsweise gut vorstellbar,
beim Online-Shopping sogar wahrscheinlich.

Unsere Autoren:

 Dr. Nina Pecornik ist Postdoc an der Uni Erlangen-Nürnberg und General Manager des
Deutschen Marketing Excellence Netzwerkes e. V.
 Prof. Dr. Andreas Fürst ist Inhaber des Marketing-Lehrstuhls an der FAU und Präsident
des Deutschen Marketing Excellence Netzwerkes e.V.
Herausgeber des Corona-Konsumbarometers sind die absatzwirtschaft und der Lehrstuhl für
Marketing an der FriedrichAlexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in Kooperation mit
dem Deutschen Marketing Excellence Netzwerk e.V., der Plattform zum Austausch über Trends,
Erfolgsfaktoren und Best Practices im Marketing.

Alle Ausgaben des Corona-Konsumbarometers finden Sie hier im Überblick.

Das könnte Ihnen auch gefallen