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1. Warum wollen Sie bei uns arbeiten?

Mit dieser Frage überprüft Ihr zukünftiger Arbeitgeber zum einen, ob Sie sich im Vorfeld
über die Institution informiert haben und überzeugende Anküpfungspunkte aufzählen
können. Zum anderen bietet diese Frage aber auch eine Gelegenheit für Sie, schon
einmal mit einem klaren Statement Ihre zentralen Stärken zu nennen.

2. Beschreiben Sie, wie Sie mit Ärzt*innen und Ärzten


und anderem medizinischen Personal sowie Ihren
Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten
Teamgeist und kollegialer Zusammenhalt sind in der Pflege besonders wichtig, weil hier
so viel unter großer Belastung und mit hoher Verantwortung gearbeitet wird. Deshalb
sollten Sie für solche und ähnliche Fragen konkrete Beispiele parat haben, die zeigen,
dass Sie teamorientiert denken und handeln.

3. Wie würden Sie mit einem schwierigen Patienten


umgehen?
Wie auch bei ähnlichen Fragen, die auf Ihre persönliche Herangehensweise abzielen,
wollen Personaler*innen hier erfahren, ob Sie in der Lage sind, auf die Bedürfnisse von
Patient*innen einzugehen. Es geht um Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen,
Zuhören können und auch lösungsorientiertes Denken.

Besonders wird darauf geachtet, dass Sie eigene Entscheidungen treffen und nicht bei
jedem Konflikt die Pflegeleitung zu Hilfe holen.

4. Wie gehen Sie vor, wenn Sie mit einer ärztlichen


Vorgabe oder Entscheidung nicht einverstanden sind?
Mit der Antwort auf diese Frage wird überprüft, welchen Weg Sie wählen, um so einen
Konflikt zu lösen.

Betonen Sie, dass Sie zuerst immer das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin suchen
und Ihre Stationsleitung miteinbeziehen, falls Ihre Bedenken danach immer noch nicht
ausgeräumt sein sollten. Als medizinische Fachkraft haben Sie durch Ihre Erfahrung
wahrscheinlich ein Gespür für ärztliche Anordnungen, und es kann durchaus einmal
vorkommen, dass Ärzte sich irren.

Wichtig ist, dass aus Ihrer Antwort ersichtlich wird, dass Sie die Entscheidungswege
einhalten und die ärztlichen Anweisungen niemals vor den Patient*innen in Frage
stellen. Gleichzeitig sollten Sie unterstreichen, dass Sie verantwortungsvoll handeln und
jederzeit das Wohl der Patient*innen im Blick haben.

5. Was hat für Sie Vorrang, wenn es sehr viel zu tun


gibt?
Mit dieser Frage wird überprüft, wie Sie Prioritäten setzen. Außerdem zielt die Frage
darauf ab, wie Sie schwierige Situationen im Team managen, wenn beispielsweise die
Personaldecke sehr dünn ist und zusätzlich noch jemand aus Krankheitsgründen
ausfällt.

Achten Sie bei Ihrer Antwort darauf, ein konkretes Beispiel zu nennen. Betonen Sie die
Leistung des Teams und machen Sie gleichzeitig deutlich, welchen Anteil an der
Lösung Sie hatten.

6. Welche Schwerpunkte haben Sie in der Pflege, und


wie halten Sie sich auf dem Laufenden?
Ihr zukünftiger Arbeitgeber wünscht sich engagierte und motivierte Pflegekräfte. Wenn
Sie zeigen können, dass Sie eine aktive Entscheidung für bestimmte Schwerpunkte
getroffen haben, spricht das für Sie, ebenso wie Ihre Bereitschaft, sich in diesem
Bereich weiterzubilden.

7. Wie würde Ihr aktuelles Team Sie beschreiben?


Auf eine versteckte Art und Weise wird hier nach Ihren Stärken gefragt. Auf diese und
ähnliche Fragen sollten Sie immer gut vorbereitet sein und zwei bis drei wesentliche
Punkte nennen können, auch hier wieder gerne mit Beispielen, anhand derer Sie Ihre
Aussagen bekräftigen. Das wirkt immer glaubwürdiger als bloße Behauptungen.

8. Was macht Sie zu einer guten Pflegekraft?


Zum einen sollten Sie an dieser Stelle Ihre Empathie nennen sowie Ihr
Verantwortungsbewusstsein und Ihre sorgfältige Arbeitsweise. Aber auch
selbstständiges Denken, die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und Ihre
Einsatzbereitschaft könnten zur Sprache kommen.

Letztlich zielt die Frage auf Ihre Integrität und Ehrlichkeit ab: Zeigen Sie
Selbstbewusstsein, aber tragen Sie auch nicht zu dick auf.

9. Was bedeutet mitfühlende Pflege für Sie?


Ähnlich wie bei der vorhergehenden Frage haben Sie hier Gelegenheit, über Ihre
Motivation für den Pflegeberuf zu sprechen und welchen Raum Sie Empathie und
Anteilnahme geben. Sie können auch darüber sprechen, dass Sie das aufgrund der
Arbeitsbedingungen nicht immer so umsetzen können wie Sie es sich wünschen
würden. Hehre Ideale sind das eine, aber wie gelingt es Ihnen, diese im Alltag auch zu
leben?

10. Was tun Sie, wenn es zu Konflikten kommt?


Ihre Konfliktfähigkeit kommt im Jobinterview mit großer Sicherheit zur Sprache, denn in
Teams, in denen so eng zusammengearbeitet wird wie in der Pflege, bleiben Konflikte
nicht aus. Interessant für den Interviewer ist hier, welche Konfliktlösungsstrategien Sie
kennen und wie Sie konkret in verschiedenen Situationen vorgehen.

Außerdem soll ergründet werden, ob Sie auch eigene Anteile an vergangenen


Konflikten erwähnen. Denn niemand möchte gerne Rechthaber im Team, die eigene
Fehler nicht zugeben und daraus lernen können.

11. Welche Erfolge verknüpfen Sie mit Ihrer bisherigen


Karriere?
Bei dieser Frage dürfen Sie selbstbewusst erzählen, worauf Sie stolz sind. Das kann
zum Beispiel eine Zusatzqualifikation sein, die Sie gemeistert haben. Sie können auch
über eine besonders heikle Situation sprechen und wie Sie konstruktiv damit
umgegangen sind.

Immer gut kommt an, wenn Sie nicht nur Ihre eigene Leistung in den Vordergrund
stellen, sondern auch den Anteil des Teams benennen und würdigen.

12. Wie gehen Sie vor, wenn eine Patientin über


Schmerzen klagt?
Da Empathie im Pflegeberuf vorausgesetzt wird, können Sie bei Ihrer Antwort ein
Beispiel dafür nennen, wie Sie ganz konkret auf die Klagen einer Patientin eingegangen
sind und welche Lösungen Sie vorgeschlagen und umgesetzt haben.

13. Wie sorgen Sie in Ihrer Freizeit für Ausgleich?


Die Belastung in Pflegeberufen ist außergewöhnlich hoch. Umso wichtiger ist, dass Sie
in Ihrer Freizeit für einen angemessenen Ausgleich sorgen. Erzählen Sie also gerne,
welche Freizeitaktivitäten Ihnen dabei helfen, den Kopf freizubekommen und den Stress
zu reduzieren.
14. Wo sehen Sie sich beruflich und privat in fünf
Jahren?
Die meisten Arbeitgeber wünschen sich kontinuierliche Arbeitsverhältnisse, da ständig
wechselndes Personal erheblichen finanziellen Aufwand bedeutet. Daher zielt diese
Frage darauf ab zu erfahren, ob Sie vorhaben, in der Pflege zu bleiben und sich in
diesem Bereich zu entwickeln.

Sprechen Sie offen über Ihre entsprechenden Pläne. Dabei können Sie selbst auch
erfahren, mit welcher Unterstützung seitens des Arbeitgebers Sie eventuell rechnen
könnten.

15. Was wünschen Sie sich von uns als Arbeitgeber?


Wenn Sie sich im Vorfeld über das Unternehmen informiert haben, kennen Sie
wahrscheinlich die Aussagen über Weiterbildungsmöglichkeiten oder die
Unternehmenskultur. Daran können Sie anknüpfen und Ihre Erwartungen offen
kommunizieren.

Sie demonstrieren damit einerseits, dass Sie gemeinsame Werte haben und
andererseits, dass Sie durchaus eigene Erwartungen und Wünsche haben.

16. Welche Erfahrungen haben Sie mit


Krisensituationen?
In der Pflege kommt es immer wieder zu Notfallsituationen, die durch verschiedenen
Umstände ausgelöst wurden. Wählen Sie eine Gelegenheit aus, bei der Sie kühlen Kopf
bewahrt haben und heben Sie hervor, wie Sie zur Lösung der Krise beitragen konnten.

Mit dieser Frage will man einen Eindruck davon erhalten, wie Sie ganz konkret
vorgehen, wenn Probleme auftauchen.

17. Wie sah Ihr Alltag bisher aus, was hat Ihnen daran
am wenigsten gefallen?
Achtung: Bei dieser Frage sollten Sie auf gar keinen Fall negativ über Ihren bisherigen
Arbeitgeber sprechen, denn damit setzen Sie sich selbst in kein gutes Licht.

Alternativ sprechen Sie über bestimmte Aufgaben, die Ihnen weniger liegen und
betonen Sie gleichzeitig, dass Sie natürlich die Notwendigkeit einsehen und auch
solche Aufgaben pflichtbewusst und verantwortungsvoll erledigen.
18. Welche Bereiche der Pflege liegen Ihnen
besonders?
Im Grunde hat diese Frage eine ähnliche Zielrichtung wie die vorherige: Einerseits ist es
interessant zu erfahren, wo Sie selbst Ihre Stärken sehen. Andererseits sollten Sie
immer zeigen, dass Sie bereit sind, auch nicht ganz so angenehme Aufgaben zu
übernehmen, weil sie einfach dazugehören.

19. Worauf setzen Sie bei der Ausbildung neuer


Pflegekräfte den Schwerpunkt?
Wenn Sie schon einige Jahre dabei sind, werden Sie bereits Erfahrung damit haben, an
der Ausbildung neuer Pflegekräfte beteiligt zu sein. Durch Ihre Antwort lassen Sie
indirekt erkennen, was Ihre Werte und Vorstellungen sind. Daher sollten Sie im Vorfeld
gut überlegen, wie Sie mit Ihrer Antwort dazu beitragen können, Ihre Eignung für die
Position zu unterstreichen.

20. Fachspezifische Fragen


In jedem Vorstellungsgespräch in der Pflege sollten Sie auch auf fachspezifische
Fragen gefasst sein, z. B. zur Grundpflege oder auch zur Behandlung an fiktiven Fällen.
Die Dokumentation kann ebenso ein Thema sein wie Hygienemaßnahmen unter
besonderen Bedingungen oder auch die Anamnese.

Machen Sie sich also am besten vor dem Interview noch einmal bestimmte Abläufe klar,
damit Sie diese präsent haben und sie flüssig und korrekt wiedergeben können.

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