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Ausarbeitung der Prüfungsfragen „Thermodynamik in der

Energietechnik“

Fragen zu Kapitel A1 und A2


1. Erklären Sie die Definition des thermochemischen Standardzustandes bzw. des Normzustandes.
Führen Sie die Referenz-Zustände für die Wasserdampftafel, das Mollier-Diagramm, unteren
Heizwert, oberen Heizwert, Standard-Bildungsentropie, Standard-Bildungsenhalpie, Standard-
Gibbsenthalpie an.
Thermochemische Standardzustand TCSZ: 25 ◦C, 0.1 MPa = 1 bar
• Tabellierung von S 298 (Standard-Bildungsentropie)
• Nullpunkt für Standard-Bildungsenthalpien H 298, Reaktionsenthalpien
Normzustand NZ (bei Angabe von Volumenströmen verwendet) liegt bei 0 ◦ C und 0.1013 MPa
(Luftdruck).

Referenz Zustände:
WDT: Tripelpunkt des Wassers (0.01 ◦C, 611.657 Pa)
Mollier-Diagramm: NZ
Unterer Heizwert: TCSZ
Oberer Heizwert: TCSZ
Standard Bildungsentropie: Nullpunkt bei 0K, Referenzzustand TCSZ
Standard Bildungsenthalpie: gleich Null für reine Stoffe bei TCSZ
Standard Gibbsenthalpie: bei TCSZ

2. Standard-Bildungsenthalpie und Standard Bildungsentropie: Definition, Erklärung, Anwendung,


Zusammenhang mit 3.Hauptsatz der TD
In Mischungen werden absolute Werte für Enthalpie und Entropie benötigt.
Absolute molare Enthalpien (kJ/kmol) und Entropien (kJ/kmolK), die auf den TCSZ bezogen sind,
werden als Standard-Bildungsenthalpien bzw. Standard-Bildungsentropien bezeichnet.
Der Nullpunkt für die Standard-Bildungsenthalpie kann willkürlich definiert werden:
Die Standard-Bildungsenthalpie jedes reinen Stoffes beim TCSZ ist mit Null definiert. Die
Standard-Bildungsenthalpie von chemischen Verbindungen ergibt sich dann aus den im
Bombenkalorimeter gemessenen Reaktionswärmen bei 25°C. Sind einmal die Standard-
Bildungsenthalpien der wichtigsten chemischen Verbindungen gemessen, so lassen sich
Reaktionsenthalpien zwischen chemischen Verbindungen bei bekannter Reaktionsgleichung
direkt berechnen.
Die Entropie eines jeden reinen kondensierten Stoffes, der sich im inneren Gleichgewicht
befindet, nimmt bei T = 0 ihren kleinsten Wert an, der von den übrigen intensiven
Zustandsgrößen unabhängig ist und gleich null gesetzt werden kann“
Die Theorie für den 3. HS entstand auf Basis von Kalorimeter-Messungen im Tieftemperatur-
Bereich
Standard-Bildungsentropien können auf Basis des 3. Hauptsatzes durch Integration des Entropie-
Differentials ermittelt werden. Die hierbei benötigten Temperaturfunktionen für die spezifische
Wärmekapazität können durch kalorimetrische Versuche experimentell ermittelt werden.
3 HS legt den Nullpunkt der Entropie von Mischungen fest

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3. Herleitung der Gibbsschen Fundamentalgleichung und der der Gibbsschen Hauptgleichung für
Reinstoffe aus dem 1. und 2. Hauptsatz so wie der Definitionsgleichung der Gibbs-Enthalpie.
Gibb´sche Fundamentalgleichung:
Kopplung der 1. und 2. HS:

1.HS für reversible Systeme-geschlossen:


du = dq+dw = dq-p dv => dq = du+p dv
dh = du+pdv+vdp => du = dh-pdv-vdp
 dq = dh-pdv-vdp+pdv
dq = dh -vdp
2. HS:
ds = dq/T
 dH-T ds = V dp (Gibb´sche Fundamentalgleichung)

Gibb´sche Hauptgleichung:
Gibbs-Funktion (freie Enthalpie): G = H-T*S
Vollständige Differential: dG = dH-TdS-SdT
Einsetzten der Fundamentalgleichung  dG = -SdT+Vdp

4. Erklären Sie den Begriff Mischungsentropie und leiten Sie ihn her. Für welche
thermodynamischen Funktionen tritt in Stoffmischungen eine Mischungsentropie auf?
Da es auch bei idealem Mischungsverhalten zu einer Entropiezunahme des Systems kommt, ist
jeder Mischungsprozess irreversibel. Die Entropiezunahme wird Mischungsentropie genannt, die
auch eine negative Änderung der Gibbs-Funktion impliziert. Die thermische Zustandsgleichung
einer idealen Lösung ist beliebig, aber die Mischungsentropie wird per Definition mit derselben
Beziehung wie für ein ideales Gas berechnet.

Herleitung für ideales Gas:


Für die molare Mischungsentropie einer Komponente i in einer idealen Gasmischung gilt:

5. Wie kann man den 2. Hauptsatz der Thermodynamik nutzen, um auf Basis der Zustandsgrößen
Entropie und Gibbs-Energie eines geschlossenen Systems eine Bedingung für den
Gleichgewichtszustand zu formulieren?
Gleichgewichtsbedingung für geschlossenes System:

• Die innere Energie des Systems bleibt konstant


• Entropie nimmt zu, bis sie ein Maximum erreicht

Zustand max. Entropie = Gleichgewichtszustand des abgeschlossenen Systems


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6. Formulierung des Zwei-Phasengleichgewichtes des reinen Stoffes auf Basis der Gibbs-Energie

7. Was sind molare Mischungsgrößen? Was lässt sich über die molaren Mischungsvolumina,
Mischungsenthalpien und Mischungsentropien in idealen Gasen bzw. idealen Lösungen sagen?
Wie werden Mischungsgrößen experimentell bestimmt?
Mischungsgrößen sind Veränderungen thermodynamischer Funktionen zufolge Mischung
• Mischungsenthalpie (z.B. Mischen zweier Flüssigkeiten – Wärmefreisetzung)
• Mischungsvolumina (z.B. Mischen zweier Flüssigkeiten – Volumenzunahme)
• Mischungsentropie ( tritt immer auf)

Bei idealen Gas: (gleich wie bei einer idealen Lösung)

Mischungsenthalpien bzw. Mischungsvolumina bei isobar-isothermer Mischung können


experimentell leicht ermittelt werden, aus der Differenz der Zustandsgrößen vor und nach der
Mischung.

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8. Wie ist die molare Gibbs-Energie definiert (unabhängig ob reiner Stoff oder Mischung)?
Wie berechnet man die molare Gibbs-Energie (bzw.-Funktion) einer Misch-Phase?
Wie heißt die Beziehung, mit der die Gibbsfunktion und die chemischen Potentiale der
Mischungspartner in Beziehung stehen?

Equation of State: (V 1 /T 1 )=(V 2 /T 2 )

9. a-Welche phyikalisch-chemischen Prozesse zur Trennung von Mehrstoffgemischen kennen Sie?


b-Geben Sie mindestens ein Beispiel für thermische, physikalische und chemische Trennprozesse.
a) physikalisch: chemisch:
• Absorption • Elektrolyse
• Adsorption • Thermolyse
• Menbranverfahren • Ionenaustausch
b)
• Meerwasserentsalzung – thermisch
• Luftzerlegung – physikalisch
• Aminwäsche-chemisch

10. Schreiben Sie die Formel für die Gleichgewichtsbedingung in Zweiphasen-Mehrstoffsystemen an.

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11. Zeichnen Sie das Siedediagramm (T-ξ), das Dampfdruck-Diagramm (p-ξ), das (h-ξ)-Diagramm
und das McCabe-Thiele-Diagramm eines einfachen Stoffgemisches (einfach = keine
Komplikationen, keine azeotropen Punkte).

12. Zeichnen Sie den Verdampfungsprozess bei p=konst eines unterkühlten Flüssigkeitsgemisches
mit ξ=0.5 im Siedediagramm t-ξ und im h-ξ-Diagramm ein. Bemerkung: einfaches
Stoffgemisches (einfach =keine Komplikationen, keine azeotropen Punkte)

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13. Einfaches Gesetz von Raoult: Geben Sie die Formel an und stellen Sie die Gesetzmässigkeit von
Raoult im p-ξ-Diagramm eines Stoffgemisches dar. Wodurch ergibt sich die Anwendungsgrenze
des Gesetzes von Raoult?

14. Schreiben Sie das Gesetz von Henry an. Beschreiben Sie verbal, was das Gesetz von Henry über
die Löslichkeit von Luft in Wasser bei variablem Luftdruck aussagt.

Im Wasser gut lösliche Gase haben eine niedrige Henry-Konstante. Schlecht lösliche Gase eine
hohe Henry-Konstante.
Je kleiner H12, desto besser kann ein Gas gelöst werden. Bei Luft H12 = 72,9 bar
Es besagt, dass die Konzentration von Luft im Wasser direkt proportional dem Partialdruck von
Luft gegenüber dem Partialdruck von Wasser ist. Diese Proportionalität wird durch die Henry-
Konstante ausgedrückt.

15. Stellen Sie den Realgasfaktor Z eines idealen Gases, eines schwach und eines stark realen Gases
über die Virial-Zustandsgleichung dar.

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Z = Z(p r ,T r ,V r ,ω) ........... stark reale Gase

16. Wie kann die Zustandsgleichung von binären Mischungen schwach realer Gase auf Basis der
Virialgleichung formuliert werden?

Für schwache reale Gase wird nach dem ersten Term abgebrochen.

𝑝 ∗ 𝑉𝑚 𝐵
=1+
𝑅𝑚 ∗ 𝑇 𝑉𝑚

𝐵 = �. � γi γj Bij
i j

Für binären Fall: B = γ1 B11+γ2B22+γ1γ2δ12

δ ij = für viele Stoffpaarungen tabelliert

17. Theorem der korrespodierenden Zustände: Beschreiben Sie es verbal und schreiben Sie die
Definitionen der drei bzw. vier benötigten Parameter an. Welche verallgermeinerten kubischen
Gesetze wurden in der Vorlesung vorgestellt? (Antwort c: Peng-Robinson und Redlich-Kwong-
Soave)
Die Variablen der Zustandsgößen werden in dimensionsloser Form angeschrieben.

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18. Wozu kann die Gleichung von Antoine benützt werden? Wie viele Konstanten benötigt die
Gleichung von Antoine für einen reinen Stoff?

Die Gleichung von Antoine beschreibt den funktionalen Zusammenhang zwischen der
Temperatur und dem Sättigungsdampfdruck für reine Stoffe. Es werden 3 Konstanten benötigt.
Bestimmung der Dampfdruckkurve

19. Geben Sie die Gleichungen zur Berechnung der molaren Enthalpien, molaren Entropien und der
molaren Gibbsenergie einer idealen Gasmischung an.

Mini-Beispiel A1.1: Taupunkt von Rauchgas


Mini-Beispiel A1.2: Reaktionsenthalpie

Mini-Beispiel: Realgaskompression

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Fragen zu Kapitel A3
1. a) Schreiben Sie die Gibbssche Hauptgleichung für Mehrstoffsysteme an.
b) Wie hängt sie mit dem vollständigen Differential der Gibbs-Energie zusammen?

2. Wie lässt sich das vollständige thermodynamische Gleichgewicht eines Mehrstoff-Gemisches im


Zweiphasengebiet auf Basis der Größen (T,p,S,G,f,φ) formulieren ?

3. Was sind partielle molare Größen ? Wie nennt man die partielle molare Größe der Gibbs-
Energie? Was ist der Unterschied zwischen partiellen molaren und molaren Größen ?

Die partielle molare Größe der Gibbs-Energie nennt man chemisches Potential.

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4. Schreiben Sie die die Homogenitätsbeziehung an. Was ist die Bedeutung, wie kann man sie
ableiten.

Bedeutung: die partiellen molaren Größen einer Mischung sind nicht unabhängig voneinander
Ableitung: aus vollständigen Differential dZ und Definition für partikuläre molare Größen, sowie
Anwendung der Postulate

5. Wodurch unterscheiden sich ideale Gasmischung und ideale Lösung, bzw. was haben sie
gemeinsam ?
Beides sind Stoffmodelle zur Berechnung der molaren Gibbs-Funktion Gm = Gm(T, p, {x i }) oder
der chemischen Potentiale μ i . (Lösung für Fluide)
Bei beiden lassen sich die Zustandsgrößen aus den Eigenschaften der reinen idealen Gase
berechnen. Außer der Gemischzusammensetzung werden keine weiteren Informationen über
das Gemisch benötigt.
Die ideale Lösung ist ein Gemisch realer Stoffe mit den Mischungsgrößen des idealen
Gasgemisches.
Die Abweichungsgrößen werden bei der Mischung idealer Gase als Residualgrößen und bei einer
idealen Mischung werden diese Exzessgrößen bezeichnet.

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6. Schreiben Sie die beiden gebräuchlichsten Beziehungen zur Praktischen Berechnung des
Mehrkomponenten-Mehrphasengleichgewichtes auf Basis der Größe Fugazität an.
Bemerkung: homogene Methode A mit Zustandsgleichungen, heterogene Methode B mit
Aktivitätsansatz für die Flüssigkeitsphase.

7. Fugazitätsansatz: Wie sind Fugazität und Fugazitätskoeffizient definiert? Was ist der Nutzen der
Größe „Fugazität“ ? Wie kann die Fugazität eines reinen Stoffes, bzw. eines Stoffes in einem
Gemisch bestimmt werden, wenn die Zustandsgleichung bekannt ist?

Die Fugazität f stellt den korrigierten Druck dar. Abweichungen durch Wechselwirkungen im Gas
werden durch den Fugazitätskoeffizienten dargestellt.

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8. Aktivitätsansatz: Wie sind Aktivität und Aktivitätskoeffizient definiert? Wie hängen Aktivität,
Aktivitätskoeffizient, Fugazität und Fugazitätskoeffizient zusammen? Wie bestimmt man die
Standardfugazität f i 0? Wie ermittelt man die Aktivitätskoeffizienten?

9. Erklären Sie die Begriffe Residual- (bzw. Real-) Größe und Exzessgröße. Was versteht man unter
der residualen molaren Gibbsfunktion?

Residual-Größe: Differenz aus thermischen Eigenschaften des reallen Fluid und idalen Gas
Excess-Größe: Stellt die Differenz der realen Zustandsgrößen und der idealen Mischung dar

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10. Ableitung des Zusammenhanges GR- φ (Residualanteil der molaren Gibbsenthalpie –
Fugazitätskoeffizient)

11. Ableitung des Zusammenhanges GR- Z (Residualanteil der molaren Gibbsenthalpie –


Realgasfaktor)

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12. Ableitung der Druckabhängigkeit der Fugazität f und des Fugazitätskoeffizienten φ. Ableitung
der Beziehung zur Berechnung des Poynting Faktors Poyi

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13. Allgemeine Form für eine thermodynamische Funktion Z einer Mischung. Stellen Sie im
Speziellen die Zusammenhänge für molares Volumen und molare Gibbsfunktion dar, für die
ideale Mischung realer Fluide und die reale Mischung (in Summe vier Formeln)

14. Ableitung einer Beziehung zwischen GE und GR

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15. Regel von Lewis-Randall. Darstellung im Fugazitätsdiagramm, Zusammenhang mit Gesetz von
Raoult.

16. Stellen Sie anhand der Mischung Ethanol-Wasser qualitativ die Dampfdruckkurve, die
Fugazitätskurve, die Regel von Lewis-Randall, das Gesetz von Henry sowie den Verlauf der
Fugazität f1 dar. Der Tiefindex 1 steht wie immer für das leichter flüchtige Fluid, im vorliegenden
Fall Ethanol

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17. Allgemeiner Berechnungsansatz für VLE (heterogenes Modell). Welche Vereinfachungen sind
nötig, um das Gesetz von Raoult zu erhalten? Welche Vereinfachungen sind nötig, um das
modifizierte Gesetz von Raoult zu erhalten? Geben Sie die Formeln an und stellen Sie die
Gesetzmässigkeit von Raoult (einfach—verallgemeinert) im p-ξ-Diagramm eines Stoffgemisches
dar

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18. a-Welche Referenz-Gemische werden beim Fugazitätskonzept bzw. beim Aktivitätskonzept
benützt?
b-Wie können die Koeffizienten ermittelt werden ( φi, γi)?
c-Von welchen unabhängigen Variablen hängen Fugazitäts- bzw. Aktivitätskoeffizienten im
allgemeinen Fall ab?
a) Fugazität: ideales Gasgeschmisch
Aktivität: ideale Lösung
 Dampf-Flüssigkeitsgeschmische: Fugazität mit Hilfe von Zusandsgleichung
Aktivität mi Hilfe von Messung
b) γ i ,φ i experimentel: aus Messung berechnen
φ i über Dampfdruck des reinen Stoffes von GE-Modell
γ i Zustandsgleichung, die P-V-T-Verhalten wieder gibt
c) Konzentration, Druck, Temperatur

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19. In der Vorlesung wurden vier graphische und zwei rechnerische Methoden zur Berechnung von
VLE (vapor-liquid-equilibrium)-Problemen vorgestellt.
a) Listen Sie diese auf und geben Sie eine Kurzbeschreibung.
b) Welche Kriterien entscheiden, ob besser die rechnerische Methode A oder B verwendet
werden ?

Antwort zu a): Dampfdruckdiagramm, h-x-Diagramm, McCabe-Thiele Diagramm, Ki-Diagramm,


homogene Methode (A; Zgl für V und für L), heterogene Methode (B: Zgl für V, gE-Modell für L).

Dampfdruckdiagramm:
Bei jedem Zustand kann die flüssige bzw. Gasförmige Menge im Gemisch ermittelt werden.

H,x-Diagramm:
einzeichnen von Geraden zwischen Verstärkungs-bzw. Abtriebspol. Man erhält die theoretischen
Trennstufen einer Kolonne.

McCabe-Thiele Diagramm:
.. von Geraden im x,y-Diagramm  erthält theoretische Anzahl der Stufen der Kolonne

Ki-Diagramm:
Rechnerische Darstellung von Siede und Taulinie

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20. Was versteht man unter der Exzess-Gibbs-Funktion GE einer Stoff-Mischung?
Wie hängt GE mit dem Aktivitätskoeffizienten zusammen?
Nennen Sie die Namen von mindestens zwei halb-empirischen GE-Methoden)
Wie werden Aktivitätskoeffizienten bestimmt?

GE-Methoden:

• Porter
• Wilson
• NTRL

Die Aktivitätskoeffizienten lassen sich aus experimentelle VLE-Daten ermitteln.

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21. Stellen Sie die Grundgleichungen und den wesentlichen Berechnungsansatz für die numerische
Berechnung des Zweiphasengleichgewichtes einer Mehrstoffmischung an. (Bemerkung: es gibt
fünf Berechnungsfälle, auf diese muss im Detail nicht eingegangen werden)

Mini-Beispiel A3.1: Soda-Dose


Mini-Beispiel A3.2: Fugazitätskoeffizient
Mini-Beispiel A3.3: Aktivitätskoeffizient

Kapitel A4
1. Was versteht man unter der sog. Reaktionskoordinate ? Lässt sich aus einer Änderung dε der
Reaktionskoordinate einer Einzelreaktion auf den Umsatz eines beliebigen Reaktionspartners B
rückrechnen? Wenn ja, wie ?

Die Reaktionskoordinate definiert den Fortschritt oder das Ausmaß, bis zu dem eine chemische
Reaktion abgelaufen ist. Mit Hilfe der Reaktionskoordinate kann der Fortschritt von umfangreichen
Parallelreaktionen sauber dargestellt werden.

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2. Welche grundlegenden Phänomene bestimmen die Vorgänge in energie- und
verfahrenstechnischen Prozessen mit chemischer Reaktion? Was lässt sich über die Einflüsse der
wesentlichen Parameter Druck, Temperatur, Verweilzeit sagen? Auf welches Phänomen wirken
Katalysatoren ? Haben Katalysatoren einen Einfluss auf das Reaktionsgleichgewicht?

Katalysatoren wirken auf die Reaktionskinetik. Das chemische Gleichgewicht ist unabhängig von
Katalysatoren.

3. Welche Bedingung gilt im Chemischen Gleichgewicht für die Gibbssche Energie bzw für Ihr
Differential ?

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4. Welche Bedingung lässt sich aus der Gibbschen Fundamentalgleichung unter Einbeziehung der
Reaktions-Laufzahl für das chemische Gleichgewicht ableiten ?

5. Chemisches Gleichgewicht: Schreiben Sie die allgemeinen Formeln für das chemische Potential,
für die Reaktions-Gibbsenergie und für die Gleichgewichtskonstante an. Welche Vereinfachung
ergibt sich für die ideale Gasmischung?

Reaktions-Gibbsenergie

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6. Wie lautet die Beziehung für das chemische Gleichgewicht der idealen Lösung bzw. der idealen
Gasmischung ? Welchen Namen hat diese Gleichung? Was lässt sich mit dieser Gleichung
berechnen ?

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7. Erklären Sie die Gesetze von Le Chatelier/Braun sowie von van t’Hoff.

8. Chemisches Gleichgewicht für heterogene Reaktionen: Welcher Rechenansatz kann gemacht


werten, wenn es sich um ein Gas-Feststoff-Gleichgewicht handelt und der Feststoff ein Reinstoff
ist (z.B. C(s)) Begründen Sie die Vorgehensweise.

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9. Reaktionskinetik: welcher empirische Ansatz wurde in der Vorlesung vorgestellt? (erläutern Sie
anhand einer Reaktion A+B-> E+F) Was versteht man unter Reaktionsordnung.

die Reaktionsordnung beschreibt, wie viele Edukt-Teilchen miteinander reagieren, um eine


bestimmte Anzahl Produkt-Teilchen zu bilden.

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10. Reaktionskinetik: mit welchem empirischen Ansatz wird üblicherweise die Temperatur-
Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit dargestellt ?

Mini-Beispiel A4.1: Reaktionslaufzahl


Mini-Beispiel A4.2: Chemisches Gleichgewicht (1)
Mini-Beispiel A4.2: Chemisches Gleichgewicht (2)
Mini-Beispiel A4.4: Reaktionskinetik

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Kapitel B1-CCS
1. Erklären Sie die Mechanismen, die einerseits zum Anstieg der CO2-Konzentration in der
Atmosphäre und andrerseits zu einem Temperaturanstieg führen.
Bemerkung: Erwartet werden zwei Schemas, die einerseits den Treibhauseffekt und andrerseits
die Austauschmechanismen für C bzw CO2 zwischen Erde, Atmosphäre, Meere erklären.

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2. Geben Sie einen Überblick über die Technologien der ersten Generation von CO2-Abscheide-
Technologien für Kohlekraftwerke, unterschieden in die Brennstoffe Kohle und Erdgas.

3. Zeichnen Sie ein einfache Schema des Kohle-Dampfkraftprozesses mit Post-Combustion Capture
bzw. mit Oxyfuel-Feuerung. Welche Änderungen im elektrischen Nettowirkungsgrad ergeben
sich, wodurch sind sie bei den beiden unterschiedlichen Ansätzen bedingt ?

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4. Welche Technologien der 3.Generation kennen Sie, auf welchem Grundprinzip beruhen diese
Prozesse (einfache Schemas, Erklärung)

Chemical-Looping Combustion ist ein Verbrennungsverfahren bei dem anstatt wie bei
konventioneller Verbrennung durch Luft, der Sauerstoff für die Verbrennung des gasförmigen
Brennstoffs von Metalloxiden zur Verfügung gestellt wird. Wie in Abbildung 1 ersichtlich ist, erfolgt
dies unter Bildung von Kohlendioxid, Wasserdampf und Metalloxid in reduziertemOxidationszustand.
Letzteres wird in einem zweiten Reaktor, dem Luftreaktor durch Luft wieder aufoxidiert, bevor es
wiederum in den Brennstoffreaktor zurückgeführt und somit der Reaktionszyklus des Metalls
geschlossen wird (Chemical-Looping).

Beim Carbonate-Looping-Verfahren wird natürlich vorkommender Kalkstein genutzt, um das CO2


zunächst in einem ersten Reaktor aus dem Abgasstrom des Kraftwerks zu binden. In einem zweiten
Reaktor wird das reine Kohlendioxid wieder freigesetzt und kann anschließend gespeichert werden.
Der Vorteil des Carbonate-Looping-Verfahrens ist, dass auch bestehende Kraftwerke mit dem
Verfahren nachgerüstet werden können.

Minibeispiel B1.1 Wirkungsgradverlust im Oxyfuel-Prozess

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Kapitel B2-Vergasung + IGCC
1. Geben Sie einen Überblick über Vergasungstechnologien: Reaktorprinzip, Vergasungsmittel,
Energiequelle

2. Listen Sie die 5 homogenen und die 5 heterogenen Vegasungsreaktionen auf.

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3. Erklären Sie die Begriffe Kaltgaswirkungsgrad, Heissgaswirkungsgrad, allotherme bzw.
autotherme Vergasung. Was sind die wichtigsten Vorteile der allothermen
Vergasungstechnologien.

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4. Welche Bedeutung haben die Verfahrensschritte Rohgaskühlung, Quench und Shift-Reaktor –
beim IGCC-Prozess mit und ohne CCS? Wie erfolgt im IGCC-Prozess die Abtrennung von H2S bzw.
CO2 aus dem Syngas ? (Bemerkung : Selexol- und Rectisol-Prozess, Selektivität)

Rohgaskühlung:
Das Rohgas muss gekühlt werden um den CO und den H2O Umsatz zu erhöhen.
Quench:
Zufuhr von H2O zum Syngas
 reagiert mit CO2
 Kühlung
Shift-Reaktor:
Erhöhung der Reaktionsgeschwindigkeit, Co2 und H2O werden im Wäscher entfernt,
2 stufige Wäsche: Selexol- und Rectisol als Lösungsmittel

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Kapitel B3-Thermische Trennprozesse
1. Zeichnen Sie ein Anlagenschaltbild einer einfachen Destillationsanlage und stellen Sie den
Destillationsvorgang in einem h-ξ-Diagramm dar.

2. Erklären Sie die Wirkungsweise eines Rückflusskühlers und skizzieren Sie einen
Destillationsapparat mit Dephlegmator.

Ein Dephlegmator ist ein Kondensator, der Dämpfe kondensieren und sie vor dem eigentlichen
Kondensator dem Kessel wieder zuführen soll. Dadurch wird eine höhere Trennleistung
gewährleistet, denn durch eine Destillation lassen sich zwei oder mehr Stoffe nicht hundertprozentig
voneinander trennen. Das bedeutet, dass in dem Dampf ebenfalls ein Gemisch vorliegt. Um jetzt nur
die leichter siedende Flüssigkeit passieren zu lassen, erwärmt man den Dephlegmator knapp über
den Siedepunkt der Flüssigkeit. Die schwerer siedende Flüssigkeit kondensiert dabei in dem
Dephlegmator und fällt zurück in den Kessel.

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3. Skizzieren Sie eine Rektifikationskolonne. Aus welchen Teilen besteht diese im Allgemeinen?

4. Erklären Sie den Begriff „Verstärkungspol“ anhand eines h,ξ-Diagramms; welcher


Zusammenhang besteht zwischen Verstärkungspol und Querschnittsgerade.

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5. Welcher Teil der Rektifikationskolonne wird als Abtriebssäule bezeichnet. Erklären Sie den Begriff
„Abtriebspol“ anhand eines h,ξ-Diagramms .

6. Was bezeichnet man als Hauptgerade einer Rektifikationskolonne. Skizzieren Sie diese in einem
h,ξ-Diagramm.

Verbindung von Verstärkungspol und Abtriebspol.

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7. Skizzieren Sie den Aufbau einer Bodenkolonne. Wie kann der Gas- Flüssigkeitskontakt technisch
realisiert werden; welche Probleme können auftreten?

Steigt zu wenig Gas auf, kann zusätzlich


Flüssigkeit nach unten gelangen.

Temperaturschwankungen in der Kolonne


können zu Problemen führen.

8. Skizzieren Sie ein McCabe-Thiele-Diagramm eines Trennprozesses mit Verstärkungs- und


Abtriebssäule und bezeichnen Sie alle Linien die im allgemeinen Fall auftreten können.

9. Erklären Sie den Begriff Verstärkungs- und Abtriebsgerade im McCabe-Thiele-Diagramm

Die Verstärkungsgerade, die für den Verstärkungsteil der Kolonne (Zulauf bis Kolonnenkopf) gilt.
Die Abtriebsgerade, die für den Abtriebsteil der Kolonne (Zulauf bis Kolonnenboden) gilt.

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10. Was bedeutet Rücklaufverhältnis der Verstärkungs- und der Abtriebssäule?

Das für die Trennleistung wichtige Rücklaufverhältnis ist das Verhältnis von in die Kolonne
zurückgeführtem und als Destillat abgezogenem Kondensat. Hohes Rücklaufverhältnis und damit
gute Trennleistung sind allerdings mit erhöhtem Energie- und Zeitaufwand verbunden.

Legt die Lage der Verstärkungsgerade fest.

11. Erklären Sie anhand von Beispielen drei wichtige Trenn-Prozesse in der Energietechnik:
Chemische Absorption, Physikalische Absorption, Pressure Swing Absorption.

Chemische Absorbtion:

• Reinigung von Industrieabluft


• Beseitigung von Gerüchen

Physikalische Absorbtion:

Da der Partialdruck das Produkt von Gesamtdruck und Stoffmengenanteil ist, werden physikalische
Waschmittel vorteilhaft für Gase mit hohem Druck und großem Anteil der abzutrennenden
Komponente eingesetzt.

Pressure Swing Absorption:

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Minibeispiel B3.1,
Minibeispiel B3.2,
Minibeispiel B3.3,
Minibeispiel B3.4,
Minibeispiel B3.5;
Kapitel B4-Luftzerlegung

1. Geben Sie einen Überblick über die vier vorgestellten Luftzerlegungstechnologien (inkl.
Kapazitätsbereich, maximale O2-Reinheit, Vor- und Nachteile)

Cryogenic Air Seperation (Kryogentechnik):

• Bis zu 30 000 t/Tag


• Hohe O 2 Reinheit von 99,8 %
• Flüssige Produkte können simultan produziert werden
• Einzige Technologie um große Mengen zu produzieren

Polymeric Membranes and Moleculare Sieves:

• Geringe Kapazität <200t/Tag


• Geringere Reinheit von 90-95 %
• Keine gleichzeitige Produktion der Flüssigkeit

High Temperature Ceramic Membranes and Sorbents:

• Pilotprojekt 5 t/Tag (seit 2005), Entwicklung: 150 t/Tag


• Keine Produktion von Flüssigkeit, kein Synergies, keine Edelgasproduktion

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2. Skizzieren Sie das Anlagenschema eines Einsäulen und eines Zweisäulen-Lindeprozesses zur
Luftzerlegung. Was lässt sich über die erzielbaren Reinheiten und den Leistungsbedarf sagen?

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Minibeispiel B4.1

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Kapitel B5-Meerwasserentsalzung

1. Erklären anhand von einfachen Schemas den prinzipiellen Unterschied zwischen MSF, MED, VCD
MSF:

MED:

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VCD:

Minibeispiel B5.1

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