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L’état c’est moi

Absolutismus im Überblick
Als Absolutismus, auch absolute Monarchie, wird sowohl eine frühneuzeitliche
Herrschafts- bzw. Regierungsform in Monarchien bezeichnet als auch in der europäischen
Geschichte in der Zeit zwischen den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts/ frühen 17.
Jahrhunderts und den Revolutionen des späten 18. Jahrhunderts eine Epoche mit
vorrangig absolutistischen Herrschern. Die Monarchie meint eine Staatsform, bei der ein
Adliger das Staatsoberhaupt ist und somit die Spitze der Ämterhierarchie innerhalb des
Staates einnimmt und den Staat nach außen und innen repräsentiert. Dieses Amt hat der
Adlige auf Lebzeiten – oder bis zu seiner Abdankung – inne, wobei es ihm entweder durch
Geburt oder Wahl verliehen wird. Dabei gibt es verschiedene Formen der Monarchie, die
die Machtbefugnisse des Staatsoberhauptes festlegen: in einer parlamentarischen
Monarchie ist die Macht recht gering, da die wesentlichen Staatsgeschäfte vom Parlament
geführt werden; in einer konstitutionellen Monarchie wird die Macht des Monarchen durch
eine Verfassung beschränkt; in einer absoluten Monarchie werden sämtliche
Angelegenheiten des Staates durch den Adligen/König geführt, weshalb seine Macht als
vollkommen und uneingeschränkt, losgelöst von gesetzlichen Schranken bezeichnet
werden kann und nicht durch politische Mitwirkung ständischer oder demokratischer
Institutionen, eingeschränkt wird. Im Absolutismus ist folglich eine einzige Person der
Träger der Staatsgewalt, dessen Macht von keiner anderen Person kontrolliert wird. Der
Absolutismus war zwischen dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) und der
Französischen Revolution (1789) die verbreitetste Herrschaftsform in Europa.

Die Herrschaftsform kristallisierte sich demnach vor allem zwischen dem


Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit heraus und ist dann vor allem im Barock
und in der Aufklärung die bestimmende Form der Herrschaft, wobei es mitunter
schwierig ist, die Monarchien im Mittelalter vom folgenden Absolutismus abzugrenzen,
da sich einzelne Elemente unterschiedlich ausprägten.
Im Feudalismus erhielt ein Grundherr von einem höhergestellten Adligen ein
Stück Land (inklusive der Bewohner) und schuldete dem Adligen dafür Kriegsdienste:
er wurde so zum Vasallen des Adligen. (Lehenswesen) Der Grundherr erhielt dafür die
wirtschaftlichen Nutzungsrechte, wobei ihm die Bewohner, welche das Land
bewirtschaften „durften“ (Grundherrschaft), Arbeitsdienste schuldeten (Fron) und zur
Naturalienabgabe verpflichtet waren (Zehnt). Der Monarch stand in diesem
feudalen System an der Spitze: er vergab Land an die Kronvasallen, die es dann an
Untervasallen aufteilten, die es wiederum von unfreien Bauern bearbeiten ließen. Der
König selbst war hierbei – dem Verständnis im Mittelalter folgend – selbst ein Vasall, da
er Gott untergeordnet war und somit das Oberhaupt aller anderen Vasallen, hatte aber
keinen unmittelbaren Zugang zu seinen Untertanen, die von ihren Grundherren
abhängig waren und diesem die Treue schworen. Weiterhin kam es vor, dass das Land
der Vasallen nicht mehr an den Lehnsherren zurückging, sondern von deren
Nachfolgern verwaltet wurde, wodurch es faktisch zum erblichen Besitz der Vasallen
wurde. Das bedeutet, dass das Feudalsystem schrittweise zum Verfall der könglichen
Macht führte: war sich nämlich ein Kronvasall der Treue seiner Untervasallen sicher,
konnte er unabhängig vom König über das Land verfügen. Somit verloren die Monarchen
Macht an den Adel. Das änderte sich im Absolutismus.

Im Absolutismus beansprucht der Monarch sämtliche Macht für sich. Er ist dabei keiner
Kontrollinstanz unterworfen und steht somit sogar über den Gesetzen, die er selbst
erlässt, wobei – was im Feudalismus anders ist – keine Interessen des Adels berücksichtigt
werden mussten. In der Folge konnte der Adel auch keinerlei Macht auf den König
ausüben. Um ebendies zu gewährleisten, lebte der Adel selbst am Hof, wodurch er
kontrolliert und jegliche adligen Machtansprüche neutralisiert werden konnten.

Entstehung des Absolutismus

In seiner vollen Ausprägung entstand der Absolutismus im Frankreich des 17.


Jahrhunderts und löste hierbei das beschriebene Feudalsystem gänzlich ab. Die Macht
wurde auf den Monarchen konzentriert, wohingegen der Einfluss des Adels stufenweise
eingeschränkt und dann vollständig neutralisiert wurde. Diese Veränderungen erfolgten
Schritt für Schritt und nicht schlagartig.

Als Beispiel für den absoluten Herrscher wird in der Regel Ludwig XIV. angeführt, dessen
Minister und Vorgänger den Absolutismus in Frankreich vorbereiteten und der ihn selbst
als Monarch umsetzte. Ludwig XIV. prägte das Bild des Absolutismus über 60 Jahre und
zahlreiche europäische Herrscher eiferten ihm nach. Folglich entstanden nach dem
französischen Vorbild im restlichen Europa absolute Monarchien, die aber allesamt nicht
so umfassend wie der französische Absolutismus waren.

Ludwig XIV.: ein absoluter Herrscher

Ludwig XIV. wurde am 5. September 1638 geboren, wobei er schon im Jahr 1643, also
als Vierjähriger, den Thron erbte, da sein Vater Ludwig XIII. verstarb. Allerdings stand er
anfangs unter der Regentschaft seiner Mutter Anna von Österreich. Diese bestätigte
jedoch umgehend Kardinal Jules Mazarin als Premierminister von Frankreich, der die
Regierungsgeschäfte des Landes übernahm und den jungen Ludwig zielgerichtet auf die
spätere Rolle als absolutistischer Herrscher vorbereitete. Wesentlich ist hierbei, dass
Mazarin vor allem das Bestreben und die Politik seines Vorgängers, Kardinal Richelieu,
fortsetzte: nämlich das Herausdrängen des Hochadels aus den hohen Gremien und Räten
des Königreiches, um die Staatspolitik von den Interessen des Adels zu befreien. Mazarin
führte somit die Geschäfte des Königs und galt als großes Talent in der Politik. Aus
diesem Grund unterwies er auch Ludwig in der Staatsführung und trieb darüber hinaus
die Zentralisierung der Staatsgewalt voran. Dieser Zentralismus gilt als ein wesentliches
Merkmal des Absolutismus. Prinzipiell geht es darum, dass die Macht auf den König
konzentriert und dadurch der Personenverbandsstaat (Abhängigkeitsverhältnis
zwischen Lehnsherren und Vasallen) abgeschafft wurde.
Nach dem Tod Mazarins am 9. März 1661 übernahm nun Ludwig selbst die
Geschäfte und setzt dessen Bestreben der Zentralisierung in absoluter Konsequenz um
und vollendete dadurch das System des französischen Absolutismus. So verkündete er
nämlich dem Staatsrat, dass er fortan keinen Leitenden Minister mehr bestimmen sowie
die Staatsangelegenheiten fortan in die eigene Hand nehmen würde. Darüber hinaus
entließ er zahlreiche Mitglieder des Staatrates, weshalb an den folgenden Sitzungen nur
noch die wichtigsten der einstigen Minister teilnehmen durften. Diese Minister waren
nun die engsten Berater Ludwigs. Die zentralen Aufgaben, denen sie sich stellten, waren
die Förderung von Wissenschaft und Wirtschaft, ein enormer Ausbau der Flotte und Armee
sowie der starke Umbau der französischen Bürokratie. Diese Vorhaben zielten vor allem
darauf ab, die Macht des Monarchen Ludwigs zu festigen und die Aufgaben des
Staatsapparats stärker zu zentralisieren.

Säulen der Macht im Absolutismus


Ludwig XIV. hatte nun viele Dinge in die Wege geleitet, um den Einfluss des Adels zu
reduzieren und die Macht auf sich selbst zu vereinen. Darüber hinaus bediente er sich
ganz bestimmter Strukturen, die dieses Vorhaben unterstützten und die Macht des
Königs festigten. Man spricht hierbei von Machtsäulen, die die Herrschaft des absoluten
Monarchen untermauern. Diese Machtsäulen sind das stehende Heer, die Justiz und
Polizei, eine Verwaltung mit dem König an der Spitze, die Bindung des Adels an den
Hof, die Staatskirche (Klerus) sowie der Merkantilismus, eine Wirtschaftspolitik, die
charakteristisch für den Absolutismus und die streng auf das Wohl der Finanzen
ausgerichtet ist. Für ebendieses Wohl waren beinahe alle Mittel und Wege recht.

1. Stehendes Heer

Eine der wichtigsten Säulen, um die Macht des Monarchen zu sichern, war das stehende
Herr. Während des Dreißigjährigen Krieges machten viele Herrschende schlechte
Erfahrungen mit Söldnern, die je nach Bedarf angeworben wurden, um dann für den
jeweiligen Landesherrn in den Krieg zu ziehen oder Schlachten zu führen. Problematisch
war vor allem, dass Söldner von jeder Partei beschäftigt werden konnten und zumeist
nur danach strebten, den besten Gewinn zu machen: sie waren also käuflich. Ludwig
brauchte allerdings ein stehendes Heer, also Soldaten, die dauernd unter Waffen
standen und damit jederzeit einsatzbereit waren. Dieses war deshalb wesentlich, um
Aufstände seiner Untertanen oder auflehnende Adlige umgehend zu bekämpfen.
Folglich brauchte Ludwig ein Heer, das auch in Zeiten des Friedens verfügbar sowie
schlagfertig war und nicht erst mühsam gebildet werden musste.
Ludwig sah vor, dass Frankreich in militärischer Hinsicht zur Hegemonialmacht
aufstieg und somit die militärische Vorherrschaft in Europa innehatte. Folglich wuchs
das Heer rasant. So umfasste es etwa 1664 lediglich 45.000 Mann und wuchs bis 1703
auf rund 400.000 Soldaten, die ständig verfügbar waren. Neu war außerdem, dass die
französischen Soldaten eine einheitliche Uniform trugen, wobei sie außerdem einem
enormen Drill ausgesetzt waren. Dennoch: das alles hatte seinen Preis und das Heer
fraß ein gewaltiges Loch in die französische Staatskasse, da der Unterhalt der Soldaten
kostspielig war.

2. Justiz und Polizei

Ludwig konzentrierte sämtliche Macht in seiner Person. Folglich führte er alle


Staatsgeschäfte, erließ außerdem die Gesetze, stand allerdings selbst über diesen, und
war der oberste Richter in sämtlichen Angelegenheiten. Dennoch gab es einige Minister,
die ihm zur Seite standen und auf deren Rat er teils zurückgriff. Im Laufe der Zeit wurden
für diese Ämter vermehrt Bürgerliche eingesetzt, was ebenso ein Zeichen für die
Verdrängung des Adels aus politischen Ämtern und Aufgabenbereichen ist.
Es ist wichtig zu wissen, dass der König im Absolutismus über dem Gesetz stand.
Ferner konnte er die Entscheidungen der Gerichte und aller anderen Instanzen
übergehen, wobei es ihm außerdem freistand, die Regierungsgeschäfte selbst in die
Hand zu nehmen oder an einen seiner Minister abzugeben. Ludwig führte – stets dem
Bestreben einer Zentralisierung folgend – sämtliche Geschäfte selbst.

3. Verwaltung

Darüber hinaus wurde der absolutistische französische Staat von rund 4000 Beamten
verwaltet. Diese wurden aus der Staatskasse bezahlt, was insofern erforderlich war, als
dass dadurch sichergestellt wurde, dass sich diese dem Monarchen verpflichteten und
auf diesen eingeschworen waren, da sie in einem finanziellen Abhängigkeitsverhältnis
standen. So entstanden hohe Kosten für den Staatshaushalt. Allerdings konnte der
Monarch nur so den enormen Verwaltungsaufwand bewältigen. Ein Großteil der
Beamten, die für den König arbeiteten, waren sogenannte Intendanten. Diese waren
dafür zuständig, die Steuern im Namen der französischen Krone einzutreiben. In den
folgenden Jahren sollte dies aber noch problematisch werden, da es nicht unüblich war,
dass sich die Intendantendabei selbst bereicherten.

4. Hofleben und Adel

Das politische und kulturelle Zentrum des französischen Absolutismus war der
Königshof. Ludwig schuf in Schloss Versailles, das ab dem Jahr 1661 umgebaut und in
der Folge zu seiner Hauptresidenz wurde, ein prunkvolles Hofleben. Dieses Leben, das
nach außen vor allem prächtig erschien, zielte aber auch darauf ab, den Einfluss des
Adels zu kontrollieren und in großen Teilen zu neutralisieren.
Das prächtige Leben am königlichen Hof lockte den (Hoch-)Adel an und war
äußerst kostspielig. Zahlreiche Adlige verschuldeten sich hierbei und waren dadurch an
die Gunst des Königs gebunden, um das prunkvolle, standesgemäße Leben weiterhin
führen zu können. Der König nutzte diesen Umstand aus, indem er denen, die sich in
seiner Nähe aufhielten, finanzielle Zuwendungen zukommen ließ. Das bedeutete, dass
es den Adel an den Hof zog, um in der Gunst des Königs zu steigen, er sich dadurch
verausgabte, in eine finanzielle Abhängigkeit geriet und somit Machteinbußen
hinnehmen musste.
Allgemein ging es also am absolutistischen Hof vor allem um die Gunst des
Königs. Diejenigen, die Ludwig bevorzugte, konnten in einem gewissen Rahmen ein
prächtiges Leben führen, die, die er mied, hatten mit Einbußen und finanziellen Sorgen
zu rechnen. Dieses Wohlwollen, das den Adligen entgegengebracht wurde, war somit ein
politisches Mittel: es spornte an, in der Gunst des Königs zu steigen und es war
gleichermaßen eine Bestrafung – in vielerlei Hinsicht – nicht vom absoluten Monarchen
wahrgenommen zu werden. Ludwig band den Adel also an seinen Hof, indem er ihn
finanziell abhängig machte und schuf darüber hinaus ein System am Hof, das die
Adligen untereinander konkurrieren ließ.
Davon ausgehend, dass Versailles zum kulturellen und politischen Zentrum des
absoluten Herrschers wurde und es das Ziel Ludwigs war, den Adel an den Hof zu
binden, ist es nur folgerichtig, dass die Unterhaltung des Hofes enorme Kosten
verschlang, die vor allem dadurch gesteigert wurden, dass das Schloss ständig
ausgebaut wurde. Zeitweilig arbeiteten über 20.000 Männer am Ausbau der Anlage, die
über 10.000 Menschen beherbergen konnte. Versailles glich somit nahezu einer kleinen
Stadt, die darauf ausgerichtet war, die Macht des Königs zu repräsentieren und ihn zu
verherrlichen.
Hinweis: Ist der Adel auf den Hof konzentriert, spricht man vom sogenannten
„höfischen Absolutismus“. Eine andere Form ist der „aufgeklärte Absolutismus“. Hierbei
sieht sich der Monarch als „erster Diener des Staates“ und versucht, die Effizienz des
Staates zu erhöhen, indem er die Kosten am Hof eher gering hält. Dennoch hatte der
Adel auch im „aufgeklärten Absolutismus“ kaum Einfluss auf die Staatsangelegenheiten.

5. Staatskirche

Ludwig erklärte den Katholizismus zur französischen Staatsreligion und sicherte auch
durch diesen Zug seine absolutistische Herrschaft. So räumte er zwar den Katholiken
Privilegien ein und ließ sie in seinen Kirchen predigen, wohingegen diese allerdings von
der Kanzel predigten, dass Ludwig XIV. seine Macht von Gottes Gnaden ausübte. Laut
dem absolutistischen Herrschaftsverständnis war ein Herrscher, der aufgrund der Gnade
Gottes regierte, nicht absetzbar oder in der Ausübung seiner Herrschaft zu hindern.
Diese Stellung brachte zahlreiche Vorteile. Beispielsweise wurden einzelne
Entscheidungen des Regenten, welche unter Umständen das Leben der Menschen
negativ beeinflussten, in der Bevölkerung nicht als Handlung Ludwigs XIV.
wahrgenommen, sondern eher als ein Übel oder ein Hindernis, das Gott dem Menschen
auferlegt hatte, um ihn vor eine irdische Herausforderung zu stellen.
Die Entscheidung Ludwigs, den Katholizismus in Frankreich als einzige Religion
zu dulden und dadurch selbst in seiner Herrschaft legitimiert zu werden, hatte aber auch
Folgen für die Anhänger anderer Konfessionen, wie etwa Protestanten. Das bedeutet,
dass der absolute Monarch keinerlei andere Konfession duldete und deren Anhänger
brutal verfolgte und Frankreich somit zwangskatholisierte.

6. Merkantilismus (Wirtschaft)

Die beschriebenen Machtsäulen des Absolutismus sind allesamt recht kostspielig und
beanspruchten den Haushalt Frankreichs enorm. Um diese hohen Kosten zu decken
und die wichtigsten Punkte der Machterhaltung zu wahren, gab es im französischen
Absolutismus ein besonderes Wirtschaftssystem: den Merkantilismus(= Sammelbegriff
für wirtschaftspolitische Bestrebungen der europäischen Staaten des 17. Und 18. Jh.),
der den allgemeinen Wohlstand des Landes zum höchsten Ziel erklärte. Hierbei geht es
darum, auf wachsende und sichere Einnahmen blicken zu können, um die hohen Kosten
für das stehende Heer, den wachsenden Beamtenapparat und die repräsentativen
Bauten sowie die finanzielle Versorgung der höfischen Adligen zu sichern. Dies wurde
vor allem dadurch möglich, dass alles darauf abzielte, vom Außenhandel zu profitieren,
indem hohe Zölle für importierte Güter erhoben wurden. Darüber hinaus wurden die
innerländischen Betriebe unterstützt, um möglichst viele Waren exportieren zu können.
Der Staat förderte also aktiv Exporte und hemmte Importe durch Zölle. Der
Merkantilismus zeichnete sich im absolutistischen Frankreich vor allem durch 5 Punkte
aus:
1) Es wurde versucht, so wenig, wie nur möglich, aus anderen Ländern zu
importieren, aber im Gegenzug viel zu exportieren. Diese Bestrebungen zielten vor allem
darauf ab, unabhängig von anderen Staaten zu werden, wobei die Einfuhr von Gütern
außerdem mit hohen Zöllen belegt wurde, um die Staatskasse zu füllen.
2) Um die Effizienz des Transports von Rohstoffen sowie Gütern innerhalb des
Landes zu gewährleisten und somit die Transportzeiten und -kosten zu reduzieren,
entstanden vermehrt Straßen, Brücken und Kanäle, wodurch der Ausbau des
Verkehrsnetzes vorangetrieben wurde.
3) Darüber hinaus wurden zahlreiche Kolonien gegründet, wie etwa in Indien,
Kanada und auf dem afrikanischen Kontinent. Diese voranschreitende Kolonialisierung
diente vor allem der Förderung von Rohstoffen, die ausschließlich nach Frankreich
geliefert wurden, um sich so unabhängig von anderen Staaten zu machen.
4) Ferner wurden Manufakturen (Handarbeit und Arbeitsteilung) gefördert die
geförderten Gewerbebetriebe im Landesinneren vermehrt Qualitätskontrollen unterzogen,
um eine gewisse Qualität bei den produzierten Gütern zu gewährleisten und diese noch
effizienter in andere Länder exportieren zu können.
5) Weiterhin wurde die Handels- und Kriegsflotte ausgebaut, um den
Rohstoffimport und Handel gleichermaßen zu fördern und zu sichern.

Der französische Merkantilismus erreichte seinen Höhepunkt unter Jean-Baptiste


Colbert, der von 1661 bis 1683 Finanzminister unter Ludwig XIV. war, weshalb diese
Ausprägung mitunter auch Colbertismus genannt wird. Wesentlich ist hierfür, dass
Colbert vor allem den Import von Fertigwaren untersagte oder durch hohe Zölle enorm
limitierte, aber den Export enorm förderte, wobei zahlreiche Manufakturen entstanden.
In einer Manufaktur wird die anfallende Arbeit auf spezialisierte Arbeiter aufgeteilt. Das
bedeutet, dass die wesentliche Arbeit in zahlreichen Einzelschritten erfolgte, dafür aber
effizienter gestaltet war. Solche Manufakturen können als Vorläufer der modernen
Fließbandarbeit gelten. Folgen des Merkantilismus sind unter anderem die einseitige
Ausrichtung auf den Export von Fertigwaren, die Insolvenz zahlreicher kleiner
Handwerksbetriebe aufgrund der Konkurrenz der Manufakturen und die Verarmung der
Bauern.

Zusammenfassung: Merkmale des Absolutismus

• Der Absolutismus bezeichnet eine Herrschaftsform und dabei eine besondere


Form der Monarchie, weshalb der Absolutismus auch absolute Monarchie
genannt wird. Hierbei steht das Staatsoberhaupt über allem und wird von keiner
Person kontrolliert. Diese Herrschaftsform ist vor allem im 17. und 18.
Jahrhundert in Europa verbreitet.
• Als Begründer des Absolutismus – aber nicht als dessen Erfinder – gilt Ludwig XIV.,
ein französischer König. In der Folge entstanden zahlreiche absolute Monarchien
in Europa, die sich am französischen Vorbild orientierten, aber insgesamt niemals
so umfassend und konsequent waren, wie der französische Absolutismus.
• Um die zentrale Rolle, die dem Herrschenden im Absolutismus zukam, zu erfüllen,
musste Ludwig XIV. allerhand strukturelle Veränderungen in Frankreich
vornehmen. Einer der wichtigsten Punkte war hierbei der Adel, dessen Einfluss
vor allem im Spätmittelalter enorm groß geworden war. Hierfür verdrängte Ludwig
den Adel aus zahlreichen Machtpositionen und band ihn darüber hinaus – vor
allem finanziell – an den königlichen Hof (Schloss Versailles), wodurch der Adel
entmachtet und neutralisiert wurde (höfischer Absolutismus).
• Nun galt es, diese zentrale Machtposition zu erhalten. Dafür stützte sich der
Absolutismus vor allem auf sechs Machtsäulen. Diese sind: das stehende Heer,
die Justiz und Polizei, eine Verwaltung mit dem König an der Spitze, die Bindung
des Adels an den Hof, die Staatskirche (Klerus) sowie der Merkantilismus, eine
Wirtschaftspolitik, die charakteristisch für den Absolutismus und die streng auf
das Wohl der Finanzen ausgerichtet ist.
• Einer der wichtigsten Punkte ist der Merkantilismus, der überhaupt erst
gewährleisten konnte, dass die hohen Staatsausgaben, die die anderen
Machtsäulen einforderten, gesichert waren. Grundsätzlich geht es hierbei darum,
dass Rohstoffe günstig importiert, aber nicht exportiert werden, wobei Fertigwaren
in hohem Maße ins Ausland verkauft, aber eben nicht eingekauft werden. Somit
blieb das Geld im Land und es wird nach großen Überschüssen im Außenhandel
zur wirtschaftlichen Entwicklung des Staates gestrebt.

Hinweis: Auch heutzutage gibt es noch absolute Monarchien, wie etwa in Saudi-Arabien,
Swasiland, Brunei, Oman oder auch Katar. Darüber hinaus gilt der Papst, der das Oberhaupt
der katholischen Kirche ist, als letzter absoluter Herrscher in Europa, da er den Staat
Vatikanstadt absolutistisch führt.

Quelle: https://wortwuchs.net/absolutismus/, gekürzt und leicht verändert.

Ständegesellschaft im Absolutismus
Der absolute Staat ist in Stände gegliedert. Dies sind soziale Gruppen, die streng
hierarchisch sind. Mit der Geburt in einen bestimmten Stand sind die Rechte und
Pflichten, die sozialen und beruflichen Möglichkeiten des Individuums festgelegt

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