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Russland will 300.

000 Reservisten
mobilisieren
Knapp sieben Monate nach dem Überfall auf die Ukraine hat der russische Präsident Wladimir
Putin eine Teilmobilmachung in Russland angeordnet. Er habe diese Entscheidung nach einem
Vorschlag des Verteidigungsministeriums und des Generalstabs der Streitkräfte getroffen und
den entsprechenden Erlass unterschrieben, sagte Putin in einer am Mittwochmorgen
ausgestrahlten Fernsehansprache. Die Teilmobilmachung beginne noch an diesem Mittwoch.
Einberufen würden „nur die Bürger, die in der Reserve sind, und vor allem die, die in den
Streitkräften gedient haben, bestimmte militärische Spezialitäten und entsprechende Erfahrung
haben. Diejenigen, die zum Militärdienst einberufen werden, werden vor der Entsendung in ihre
Einheit unbedingt eine zusätzliche militärische Vorbereitung absolvieren“, sagte Putin. Nach
Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schojgu sollen 300.000 Reservisten mobilisiert
werden. In den vergangenen Wochen waren große Nachschubprobleme des russischen Militärs
bekannt geworden. Laut zahlreichen Medienberichten werden in Straflagern Häftlinge rekrutiert,
um als Söldner in der Ukraine zu kämpfen. Schojgu sagte in einem ebenfalls am
Mittwochmorgen ausgestrahlten Staatsfernsehinterview, es gelte, eine mehr als 1000 Kilometer
lange Front zu verteidigen. Zudem nannte Schojgu erstmals seit Ende März wieder
Gefallenenzahlen für das russische Militär: In der Ukraine seien 5937 Soldaten gefallen.
Westliche und ukrainische Quellen schätzen die Zahl der seit Ende Februar in der Ukraine
gefallenen Russen weitaus höher.
König Charles III. kündigt zahlreichen
Angestellten
Großbritannien befindet sich im Ausnahmezustand. An diesem Mittwoch ist die
verstorbene Königin Elizabeth II. in der Westminster Hall in London öffentlich
aufgebahrt worden, und viele Tausende Trauernde standen schon lange vorher
Schlange, um sie noch ein letztes Mal zu sehen. Am Nachmittag waren unter
anderem König Charles III. und seine Söhne William und Harry hinter dem Sarg
gegangen, als er vom Buckingham Palast zum Westminster-Palast transportiert wurde,
umsäumt von Menschenmengen entlang der Straße. Derweil gibt es aber auch
Missstimmung im königlichen Haushalt. Bis zu 100 Angestellte sollen Anfang dieser
Woche Schreiben über eine mögliche Entlassung erhalten haben, da Charles‘ Büros
nun in den Buckingham Palast umziehen. Clarence House wird geschlossen.

Der Privatsekretär des Königs versicherte den Angestellten, dass man ihnen alle
mögliche Hilfe für den Übergang gebe. Die engen persönlichen Mitarbeiter nehmen
König und Königin mit. Die Meldung des „Guardian“ war so formuliert, dass sie den
neuen König als herzlos erscheinen lassen sollte.

Auch das Thema Erbschaft und Erbschaftsteuer bewegt einen Teil der Briten, vor allem
jene, die der Monarchie distanziert gegenüberstehen. Charles III. muss nach einer in
den frühen neunziger Jahren getroffenen Regelung keine Erbschaftsteuer auf das
zahlen, was ihm seine Mutter vermacht.

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