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XVI.

Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 170 seduta n. 170

vom 11.10.2022 dell'11/10/2022

Antwort des Landesrates Schuler auf die Risposta dell'assessore Schuler


Anfrage Nr. 6/10/2022, eingebracht von den all'interrogazione n. 6/10/2022, presentata
Abgeordneten Knoll und Atz Tammerle dai consiglieri Knoll e Atz Tammerle

SCHULER (Landesrat für Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Zivilschutz - SVP): Zur Beant-
wortung dieser Fragen muss man vielleicht wissen, dass das Tierbehandlungsregister ein Teilbereich der
nationalen Viehdatenbank ist und die Verwaltung dieser Datenbank übernimmt das Gesundheitsministerium,
Institut für Tierseuchenbekämpfung der Abruzzen und Molise, IZSAM in Teramo. Uns ist nicht bekannt, wie
die Zusammensetzung der Mitarbeiter dort ist. Ich möchte aber darauf hinweisen, in Bezug auf das Recht
die deutsche Sprache zu benutzen, ist ganz klar in Artikel 100 Absatz 1 des Autonomiestatutes geregelt,
dass auch die Konzessionsunternehmen entsprechend sein müssen. Allerdings ist das IZSAM kein Konzes-
sionsunternehmen und hat seinen Sitz und seine Zuständigkeit in Mittelitalien, deshalb gilt diese Pflicht nicht.
Dort ist man allerdings bemüht. Wir haben das auch in einer Anfrage, von Ihnen heuer im März gestellt, ähn-
lich beantwortet, dass man dort bemüht ist, auch den Gebrauch der deutschen Sprache so weit als möglich
sicherzustellen, also diese Möglichkeit sicherzustellen. Es hat auch viele Bemühungen gegeben, auch unse-
rerseits, dass die entsprechenden Daten zur Verfügung gestellt worden sind, also die Übersetzung des
elektronischen Arzneimittelregisters, das auch für die APP und die Webversion zur Verfügung gestellt wer-
den kann. Allerdings gibt es, was die Webapplikation anbelangt, noch einige Schwierigkeiten, die noch nicht
alle gelöst sind. Darüber hinaus sind mehrmals Schulungen angeboten worden mit zweisprachigen schriftli-
chen Anleitungen zur Abfrage und Nutzung des elektronischen Behandlungsregisters. Wenn es Schwierig-
keiten gibt, wird von Seiten der Betriebstierärzte oder Amtstierärzte bzw. des Sanitätsbetriebes auch ent-
sprechend Unterstützung angeboten. Leider ist es so, dass dieses Problem noch nicht zu 100 Prozent gelöst
ist. Wie gesagt, aufgrund der vorhin genannten Ursachen wäre auch keine unmittelbare Verpflichtung da,
aber wir sind alle interessiert, dass man auch den Gebrauch hier so einfach wie möglich macht, aber auch,
dass man die eigene Muttersprache gebrauchen kann. Wie gesagt, funktioniert das leider noch nicht zu 100
Prozent.
XVI. Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 170 seduta n. 170

vom 11.10.2022 dell'11/10/2022

Replik des Abgeordneten Knoll Replica del consigliere Knoll


auf die Antwort des Landesrates Schuler alla risposta dell'assessore Schuler
auf die Anfrage Nr. 6/10/2022 all'interrogazione n. 6/10/2022

KNOLL (SÜD-TIROLER FREIHEIT): Wie Sie sich denken können, kommt diese Anfrage von einem
Tierarzt. Es ist schon so, dass diejenigen, die dieses Tierbehandlungsregister anschreiben, es nicht tun, weil
sie sich überlegen, wem könnte ich heute eine E-Mail schreiben, sondern weil sie mit diesen Instituten kom-
munizieren müssen. Da ist das Problem der Autonomie wieder gegeben. Wir feiern in diesem Jahr oder ihr
feiert in diesem Jahr 50 Jahre Autonomie und nach 50 Jahren zweites Autonomiestatut ist man nicht in der
Lage, dafür zu sorgen, dass die Kommunikation der Tierärzte mit den Tierbehandlungsregistern in der eige-
nen Muttersprache erfolgen kann.

CONSIGIERE/A – ABGEORDNETE/R: (interrompe – unterbricht)

KNOLL (SÜD-TIROLER FREIHEIT): Ja eben. Genau, das ist das Problem. Eben hat uns Ihre Kolle-
gin noch erzählt, wie toll die Zweisprachigkeit in ganz Südtirol inzwischen überall funktioniert, aber das ist
das Problem und darauf will ich eigentlich hinaus, dass derartige Institute in dem Moment auf Südtirol über-
tragen werden sollten. Da haben wir wieder die Frage der Zuständigkeiten? Muss das alles über den Staat
laufen? Wäre es nicht besser, wenn man derartige Dinge in Südtirol autonom im Sinne der Autonomie regeln
würde. Das Problem ist, dass wir dieses Problem auf den Staat abschieben, aber das Problem ist damit nicht
gelöst. Das zieht sich wie ein roter Faden, wie ich es vorhin gesagt habe, durch alle Bereiche der Verwaltung
hindurch. Es wird immer irgendwo eine höher gestellte Ebene geben, die dann nicht in Südtirol ihren Sitz
hat, sondern irgendwo in Italien ihren Sitz hat. Das ist im Übrigen bei der Agentur der Einnahmen ganz ge-
nauso, wenn sie die Servicenummer der Agentur der Einnahmen anrufen, dann landen sie irgendwo bei der
Servicestelle in Apulien, die Ihnen dann sehr unfreundlich sagt, sprechen Sie mit mir italienisch und dann
den Hörer auflegt. Das ist in vielen anderen Bereichen auch so. Deshalb stellen wir diese Anfragen hier auch
immer wieder, Herr Landesrat, weil wir hoffen, dass die Landesregierung irgendwann den Wink mit dem
Zaunpfahl erkennt und die Notwendigkeit erkennt, hier auch die Autonomie zu verteidigen und auszubauen.
Wenn man nach 50 Jahren nicht in der Lage ist, mit einem Amt in deutscher Sprache zu kommunizieren,
dann ist das eigentlich ein Armutszeugnis für unsere Autonomie. Dann fragt man sich schon, ob das im Sin-
ne der Autonomie ist, die wir uns vorstellen und die auch beim Autonomiekonvent sehr breit diskutiert wurde,
wenn man hier keine Initiative erkennt. Meine Frage wäre schon auch, was hier die Initiative von Seiten des
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Landes ist, um derartige Probleme zu lösen. Ihnen nur ein Formular anzubieten, das löst nicht das Problem
der Kommunikation.

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