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XVI.

Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 170 seduta n. 170

vom 11.10.2022 dell'11/10/2022

Antwort der Landesrätin Deeg auf die Risposta dell'assessora Deeg


Anfrage Nr. 5/10/2022, eingebracht von den all'interrogazione n. 5/10/2022, presentata
Abgeordneten Knoll und Atz Tammerle dai consiglieri Knoll e Atz Tammerle

DEEG (Landesrätin für Soziales, Wohnbau, Familie und Senioren - SVP): DEEG (Landesrätin für
Soziales, Wohnbau, Familie und Senioren - SVP): Vorab darf ich präzisieren, dass es sich um einen älte-
ren Artikel handelt und auch das Thema aus dem Jahr 2020 ist. Der Artikel stammt vom 31. August 2020
und es wurden natürlich auch bereits Korrekturen bei den entsprechenden lektorischen Verschreibungen
vorgenommen.
Zu Frage Nr. 1 gibt es eine einfache Antwort, die Sie sich auch denken können, nämlich dass es der
Südtiroler Sanitätsbetrieb (SABES) ist, der auch den Auftrag hat, die jeweiligen Bedientesten zu überprüfen,
dass die Landessprache korrekt verwendet wird und auch auf Briefen und Formularen die entsprechenden
Bezeichnungen richtig angebracht sind.
Zu Frage Nr. 2. Grundsätzlich muss diesen pauschalisierten Feststellungen widersprochen werden.
Ich glaube, wir haben in den letzten Jahren viele Debatten über die Aufrechterhaltung von Diensten geführt.
Wir wissen, dass wir gerade aufgrund der Zweisprachigkeit immer gefordert sind, muttersprachlich den Um-
gang mit den öffentlichen Behörden zu respektieren, dass wir auf der anderen Seite aber genauso gefordert
sind, Dienstleistungen am Laufen zu halten. Manchmal müssen wir auch auf Personal zurückgreifen, das
nicht perfekt zweisprachig ist. Wir haben auch entsprechende Artikel hier in verschiedenen Gesetzestexten
vorgebracht, die auch garantieren, dass wir zeitlich befristetes Personal einstellen dürfen, die eben nicht die
notwendige Zugangsvoraussetzung der Zweisprachigkeit haben in Hinblick auf die Aufrechterhaltung von
Diensten, aber mit dem Ziel, den Erwerb der zweiten Sprache bis zur definitiven Einstellung sicherzustellen.
Grundsätzlich arbeitet man im Sanitätsbetrieb daran und es werden auch umgehend Verbesserungen veran-
lasst, wenn es diesbezüglich Beanstandungen gibt.
Zu Frage Nr. 3. Das zuständige Amt wäre in der Landesverwaltung das Amt für Sprachangelegenhei-
ten, das natürlich in enger Zusammenarbeit auch mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb für die korrekte Anwen-
dung der Landessprachen sorgt und natürlich immer zu Hilfe eilt und auch zur Verfügung steht, wenn ent-
sprechende Fehler korrigiert werden sollen oder wenn unkorrekte Anwendungen offenkundig werden. Also
wir sind an den Verbesserungen dran, wie gesagt, aber natürlich an der Perfektion können wir immer noch
arbeiten. Danke schön.
XVI. Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 170 seduta n. 170

vom 11.10.2022 dell'11/10/2022

Replik des Abgeordneten Knoll Replica del consigliere Knoll


auf die Antwort der Landesrätin Deeg alla risposta dell'assessora Deeg
auf die Anfrage Nr. 5/10/2022 all'interrogazione n. 5/10/2022

KNOLL (SÜD-TIROLER FREIHEIT): Um es mit schönen deutschen Worten zu sagen: Ja, die Worte
höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Frau Landesrätin, Sie sind natürlich nicht die direkte Adressatin für
die ganzen Sachen, das wäre der Neo-Landesrat, der aber leider in den letzten Jahren nichts getan hat,
damit sich das verbessert hat. Leider müssen wir feststellen, dass Zweisprachigkeit in Südtirol nicht mehr
heißt, dass beide Landessprachen entsprechend zur Geltung kommen, sondern Zweisprachigkeit wird so
interpretiert: das machen wir zuerst einmal auf Italienisch und wenn dann noch Zeit bleibt, dann können wir
irgendetwas noch auf Deutsch machen. Es mag zwar sein, dass dieses Formular aus dem Jahr 2020
stammt, aber es ist nicht so, dass sich in der Zwischenzeit die Zweisprachigkeit so exorbitant verbessert
hätte. Im Gegenteil, Sie werden selbst festgestellt haben, wenn Sie zum Arzt gehen, dann wird entweder
Ihre Adresse nur auf Italienisch stehen oder die Verschreibung ist nur auf Italienisch, oder sie bekommen
aus dem Krankenhaus einen Bericht, der nur auf Italienisch ist. Wir waren vor einer Zeit im Krankenhaus in
Sterzing und haben uns dort mit Krankenschwestern getroffen, die uns beispielsweise berichtet haben, dass
die gesamte interne Medikamentenbestellung im Krankenhaus nur noch auf Italienisch erfolgen kann. Das
gibt es nicht einmal mehr auf Deutsch, was zur Folge hat, dass auch die interne Kommunikation in den
Krankenhäusern nur noch auf Italienisch stattfindet.
Wir haben das letzte Mal hier zwei Beispiele zweier Ärzte aus dem Vinschgau gebracht, die sogar die
Patienten beschimpft haben und ihnen gesagt haben, sie sollten gefälligst italienisch sprechen, was ihnen
überhaupt einfällt, von den Ärzten zu verlangen, deutsch zu sprechen. Ich frage mich, Frau Landesrätin, wie
schaffen das andere Länder? Haben Sie jemals erlebt, dass es in Deutschland solche Probleme gibt? Ja.
Dann zeigen Sie mir bitte einen Arztbefund in Deutschland, der nur noch auf Arabisch ausgestellt ist oder
der nur noch auf Türkisch ausgestellt ist. Da gibt es solche Diskussionen nicht, weil die Grundsatzvorausset-
zung – das habe ich hier im Landtag schon ganz oft gesagt – in einem Land mit über 70% Mehrheitsbevöl-
kerung sein muss, dass man primär zunächst dessen Sprache festlegt. Aber das tun wir nicht mehr. Das tun
wir in allen Bereichen unseres Landes nicht mehr. Das ist bei der Post nicht so, das ist bei der Polizei nicht
mehr so. Das ist im Grunde genommen überall nicht mehr so, bei den Busfahren ist es nicht mehr so. Wenn
noch Zeit übrigbleibt und man irgendwelche Ressourcen hat, dann kann man Deutsch noch irgendwo ge-
währlei-sten. Das ist aber leider der falsche Zugang, Frau Landesrätin, denn das ist nicht das, was die
Gründerväter unserer Autonomie mit Autonomie und Zweisprachigkeit gemeint haben. Die haben lange dar-
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um kämpfen müssen. Wir geben dieses Recht leider selbst leichtfertig auf, weil wir es hinnehmen, dass die
Situation einfach ist, wie sie eben ist, weil wir inzwischen Ärzte in Osttirol ausbilden müssen, weil man in
Südtirol nicht einmal mehr die Sprachkurse anbieten kann, damit sie Deutsch lernen können in einer guten
Art und Weise. Das sind eben die Probleme, die leider von der Landesregierung nicht angegangen werden.

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