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*DE102021113284A120221124*
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DE 10 2021 113 284 A1 2022.11.24

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Offenlegungsschrift

(21) Aktenzeichen: 10 2021 113 284.3 (51) Int Cl.: B60G 21/10 (2006.01)
(22) Anmeldetag: 21.05.2021
B60G 13/18 (2006.01)
(43) Offenlegungstag: 24.11.2022

(71) Anmelder: (56) Ermittelter Stand der Technik:


Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft,
DE 10 2011 078 838 A1
80809 München, DE
FR 2 986 470 A1
EP 2 768 720 B1
(72) Erfinder: WO 2017/ 042 055 A1
Amsz, Markus, 85777 Fahrenzhausen, DE; CN 2 08 006 634 U
Struckmann, Claudio, Dr., 81545 München, DE;
Fella, Benedikt, 80809 München, DE; Seethaler,
Ludwig, 85253 Erdweg, DE; Buechner, Stefan, Dr.-
Ing., 80807 München, DE

Rechercheantrag gemäß § 43 PatG ist gestellt.


Die folgenden Angaben sind den vom Anmelder eingereichten Unterlagen entnommen.

(54) Bezeichnung: Radaufhängung für ein Fahrzeug, insbesondere für einen Kraftwagen, sowie Fahrzeug

(57) Zusammenfassung: Die Erfindung betrifft eine Radauf­


hängung (5) für ein Fahrzeug, mit einem Radträger (7), an
welchem ein Fahrzeugrad (2) des Fahrzeugs drehbar zu
halten ist, mit einem zumindest mittelbar und gelenkig mit
dem Radträger (7) gekoppelten Radlenker (8) zum Führen
des Radträgers (7), und mit wenigstens einer zumindest mit­
telbar mit dem Radträger (7) gekoppelten Feder- und/oder
Dämpfungseinrichtung (10), über welche der Radträger (7)
gefedert und/oder gedämpft an einem Fahrgestell des Fahr­
zeugs abstützbar ist. Der Radlenker (8) und die Feder- und/
oder Dämpfungseinrichtung (10) sind dazu ausgebildet, in
Fahrzeughochrichtung (12) relativ zu dem Fahrgestell erfol­
gende Bewegungen des Radträgers (7) zuzulassen. Vorge­
sehen ist eine elektrische Maschine (13), welche durch die
in Fahrzeughochrichtung (12) relativ zu dem Fahrgestell
erfolgenden Bewegungen des Radträgers (7) antreibbar
und dadurch als Generator betreibbar ist, mittels welchem
durch Antreiben der elektrischen Maschine (13) elektrische
Energie bereitstellbar ist.
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Beschreibung [0007] Die Radaufhängung weist außerdem wenigs­
tens einen zumindest mittelbar, insbesondere direkt,
[0001] Die Erfindung betrifft eine Radaufhängung und gelenkig mit dem Radträger gekoppelten Rad­
für ein Fahrzeug, insbesondere für einen Kraftwa­ lenker zum Führen des Radträgers und dadurch
gen, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs des Fahrzeugrads auf. Der Radlenker wird einfach
1. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Fahrzeug auch als Lenker oder als Führungslenker oder Achs­
mit wenigstens einer solchen Radaufhängung. lenker bezeichnet. Der Radträger und der Radlenker
bilden eine Baugruppe, welche auch als Aufhän­
[0002] Der EP 2 768 720 B1 ist ein Personenkraft­ gungseinheit oder Aufhängungseinrichtung bezeich­
wagen als bekannt zu entnehmen, mit einer Karosse­ net wird.
rie, einem Motor und einer Fahrzeugachse, welche
einen mit der Karosserie verbundenen Achsträger [0008] Die Radaufhängung weist außerdem wenigs­
und zwei daran seitlich über jeweils eine Verbin­ tens eine zumindest mittelbar, insbesondere direkt,
dungsanordnung beweglich angeschlossenen mit dem Radträger, insbesondere gelenkig, gekop­
Räder aufweist. pelte Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung auf,
über welche der Radlenker und der Radträger und
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, dadurch das Fahrzeugrad gefedert und/oder
eine Radaufhängung für ein Fahrzeug sowie ein gedämpft an einem Fahrgestell des Fahrzeugs
Fahrzeug mit wenigstens einer solchen Radaufhän­ abstützbar oder abgestützt sind. Unter dem Merk­
gung zu schaffen, sodass ein besonders energieeffi­ mal, dass die Feder- und/oder Dämpfungseinrich­
zienter Betrieb des Fahrzeugs realisiert werden tung zumindest mittelbar mit dem Radträger gekop­
kann. pelt ist, ist zu verstehen, dass die Feder- und/oder
Dämpfungseinrichtung beispielsweise unter Vermitt­
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch lung des Radlenkers mit dem Radträger gekoppelt
eine Radaufhängung mit den Merkmalen des Patent­ ist, oder beispielsweise ist die Feder- und/oder
anspruchs 1 sowie durch ein Fahrzeug mit den Merk­ Dämpfungseinrichtung unter Vermittlung des Radträ­
malen des Patentanspruchs 10 gelöst. Vorteilhafte gers mit dem Radlenker gekoppelt. Somit ist die
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung zumindest
der abhängigen Ansprüche. mittelbar, insbesondere direkt, mit der Aufhängungs­
einrichtung gekoppelt, sodass die Aufhängungsein­
[0005] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft eine richtung über die Feder- und/oder Dämpfungsein­
Radaufhängung für ein Fahrzeug. Dies bedeutet, richtung gefedert und/oder gedämpft an dem
dass das vorzugsweise als Kraftfahrzeug, insbeson­ Fahrgestellt abstützbar oder abgestützt ist.
dere als Kraftwagen und ganz insbesondere als Per­
sonenkraftwagen, ausgebildete Fahrzeug in seinem [0009] Beispielsweise umfasst die Feder- und/oder
vollständig hergestellten Zustand die Radaufhän­ Dämpfungseinrichtung wenigstens eine Feder, über
gung aufweist. Die Radaufhängung weist wenigstens welche der Radlenker und der Radträger, mithin die
einen Radträger auf, an welchem wenigstens ein Aufhängungseinrichtung, und dadurch das Fahrzeu­
Fahrzeugrad des Fahrzeugs drehbar zu halten oder grad gefedert an dem Fahrgestell abstützbar oder
gehalten ist. Hierzu ist beispielsweise eine Radnabe, abgestützt sind. Die Feder kann eine Luftfeder oder
insbesondere über ein Radlager, drehbar an dem aber eine mechanische Feder wie beispielsweise
Radträger gehalten, insbesondere derart, dass die eine Schraubenfeder sein. Alternativ oder zusätzlich
Radnabe um eine Radnabendrehachse relativ zu kann die Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung
dem Radträger drehbar an dem Radträger gehalten wenigstens einen Stoßdämpfer aufweisen, über wel­
ist. Dabei ist beispielsweise das Fahrzeugrad dreh­ chen der Radlenker und der Radträger, mithin die
fest mit der Radnabe verbindbar oder verbunden, Aufhängungseinrichtung, und dadurch das Fahrzeu­
sodass das Fahrzeugrad um die Radnabendre­ grad gedämpft an dem Fahrgestell abstützbar oder
hachse relativ zu dem Radträger drehbar an dem abgestützt sind. Bei dem Stoßdämpfer handelt es
Radträger zu halten oder gehalten ist. Das Fahrzeu­ sich beispielsweise um einen hydraulischen Stoß­
grad ist ein Bodenkontaktelement, über welches das dämpfer, das heißt um einen hydrodynamischen
Fahrzeug in Fahrzeughochrichtung nach unten hin Stoßdämpfer.
an einem Boden abstützbar oder abgestützt ist.
[0010] Das Fahrzeug weist in seinem vollständig
[0006] Wird das Fahrzeug entlang des Bodens hergestellten Zustand einen Aufbau auf, durch wel­
bewegt, insbesondere gefahren, während das Fahr­ chen ein auch als Fahrgastzelle oder Fahrgastraum
zeug in Fahrzeughochrichtung nach unten hin über bezeichneter Innenraum des Fahrzeugs begrenzt ist,
das Fahrzeugrad an dem Boden abgestützt ist, in dessen Innenraum sich wenigstens eine Person
sodass das Fahrzeugrad den Boden direkt berührt, wie beispielsweise der Fahrer des Fahrzeugs bei
so rollt das Fahrzeugrad an dem Boden ab. einer Fahrt des Fahrzeugs aufhalten kann. Ferner
weist das Fahrzeug in seinem vollständig hergestell­

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ten Zustand das Fahrgestell auf. Bei dem Fahrgestell net oder erfolgt durch eine Zugstufe des
kann es sich um einen Rahmen handeln, an wel­ Stoßdämpfers.
chem insbesondere dann, wenn der Aufbau als
nicht-selbsttragende Karosserie ausgebildet ist, der [0012] Beispielsweise ist in vollständig hergestell­
separat von dem Rahmen ausgebildete Aufbau des tem Zustand des Fahrzeugs die Radaufhängung
Fahrzeugs gehalten ist. Alternativ kann der Aufbau Bestandteil einer Achse, welche auch das Fahrzeu­
als eine selbsttragende Karosserie ausgebildet grad umfassen kann. Beispielsweise umfasst die
sein, sodass der Aufbau, das heißt die selbsttra­ Achse einen separat von dem Aufbau beziehungs­
gende Karosserie das Fahrgestell ist. weise der selbsttragenden Karosserie ausgebildeten
Achsträger, welcher an dem Aufbau beziehungs­
[0011] Der Radlenker und die Feder- und/oder weise der selbsttragenden Karosserie gelagert ist.
Dämpfungseinrichtung sind dazu ausgebildet, in Dabei ist es insbesondere denkbar, dass der einer­
Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Fahrgestell seits zumindest mittelbar, insbesondere direkt, und
erfolgende Bewegungen des Radträgers und gelenkig mit dem Radträger gekoppelte Radlenker
dadurch des Fahrzeugrads zuzulassen. Mit anderen andererseits zumindest mittelbar, insbesondere
Worten ist beispielsweise in vollständig hergestell­ direkt, und gelenkig mit dem Achsträger gekoppelt
tem Zustand des Fahrzeugs das Fahrzeugrad an ist, sodass der Radlenker relativ zu dem Radträger
den Radträger und über den Radträger, den Radlen­ verschwenkbar mit dem Radträger und relativ zu
ker und die Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung dem Achsträger verschwenkbar mit dem Achsträger
derart bewegbar an dem Fahrgestell gehalten, dass gekoppelt ist. Die in Fahrzeughochrichtung relativ zu
das Fahrzeugrad in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des Radt­
dem Fahrgestell und dadurch auch insbesondere rägers und des Fahrzeugrads sind somit auch in
relativ zu dem Aufbau beziehungsweise relativ zu Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Achsträger
der selbsttragenden Karosserie, insbesondere trans­ erfolgende Bewegungen des Radträgers und des
latorisch, bewegbar ist. Die in Fahrzeughochrichtung Fahrzeugrads. Bei den in Fahrzeughochrichtung
relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden und durch relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen
den Radlenker und die Feder- und/oder Dämpfung­ des Radträgers und des Fahrzeugrads wird der Rad­
seinrichtung zugelassenen Bewegungen des Radt­ lenker relativ zu dem Fahrgestellt und auch relativ zu
rägers und somit des Fahrzeugrades werden bei­ dem gegebenenfalls vorgesehenen Achsträger und
spielsweise durch den Stoßdämpfer gedämpft relativ zu dem Radträger verschwenkt. Somit führ
und/oder führen dazu, dass die Feder abwechselnd die Aufhängungseinrichtung bei den in Fahrzeug­
gespannt und entspannt wird. Bewegen sich bei­ hochrichtung relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden
spielsweise der Radträger und somit das Fahrzeu­ Bewegungen des Radträgers Bewegungen relativ zu
grad in Fahrzeughochrichtung nach oben relativ zu dem Fahrgestellt und auch relativ zu dem gegebe­
dem Fahrgestell, so wird hierdurch beispielsweise nenfalls vorgesehen Achsträger aus.
die Feder gespannt. Werden daraufhin beispiels­
weise der Radträger und damit das Fahrzeugrad in [0013] Mittels des Radlenkers sind der Radträger
Fahrzeughochrichtung nach unten relativ zu dem und somit das Fahrzeugrad relativ zu dem Fahrge­
Fahrgestell bewegt, so wird dadurch die Feder stell beziehungsweise relativ zu dem Aufbau und
zumindest teilweise entspannt. Beispielsweise wird dem Achsträger geführt. Hierunter ist insbesondere
die in Fahrzeughochrichtung nach oben relativ zu zu verstehen, dass der Radlenker zumindest die in
dem Fahrgestell erfolgende Bewegung des Radträ­ Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Fahrgestell
gers und somit des Fahrzeugrades durch den Stoß­ erfolgenden Bewegungen zulässt, jedoch andere,
dämpfer gedämpft. Alternativ oder zusätzlich wird die übermäßige und/oder unerwünschte Relativbewe­
in Fahrzeughochrichtung nach unten relativ zu dem gungen zwischen dem Radträger und dem Achsträ­
Fahrgestell erfolgende Bewegung des Radträgers ger beziehungsweise dem Fahrgestell verhindert
entlang des Fahrzeugrades mittels des Stoßdämp­ oder zumindest begrenzt. In Fahrzeughochrichtung
fers gedämpft. Die mittels des Stoßdämpfers nach oben relativ zu dem Fahrgestell erfolgende
bewirkte oder bewirkbare Dämpfung der in Fahr­ Bewegungen des Radträgers und des Fahrzeugrads
zeughochrichtung nach oben relativ zu dem Fahrge­ werden auch als Einfederbewegungen des Radträ­
stell erfolgenden Bewegungen des Radträgers und gers und des Fahrzeugrads bezeichnet. In Fahr­
des Fahrzeugrads wird beispielsweise auch als zeughochrichtung nach unten relativ zu dem Fahrge­
Druckstufe bezeichnet oder erfolgt durch eine Druck­ stell erfolgende Bewegungen des Radträgers und
stufe des Stoßdämpfers. Die mittels des Stoßdämp­ des Fahrzeugrads werden auch als Ausfederbewe­
fers bewirkbare oder bewirkte Dämpfung der in Fahr­ gungen des Radträgers und des Fahrzeugrads
zeughochrichtung nach unten relativ zu dem bezeichnet.
Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des Radträ­
gers und damit des Fahrzeugrads wird beispiels­ [0014] Um nun einen besonders energieeffizienten
weise auch als Zugstufe der Stoßdämpfers bezeich­ Betrieb des Fahrzeugs realisieren zu können, ist
erfindungsgemäß wenigstens eine elektrische

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Maschine vorgesehen, welche durch die in Fahr­ gekoppelt oder koppelbar, sodass die elektrische
zeughochrichtung relativ zu dem Fahrgestell erfol­ Maschine bei den in Fahrzeughochrichtung relativ
genden Bewegungen des Radträgers antreibbar zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des
und dadurch als Generator betreibbar ist, mittels wel­ Radträgers von der Aufhängungseinrichtung antreib­
chem durch Antreiben des Generators, das heißt bar und dadurch als Generator betreibbar ist. Bei den
durch Antreiben der elektrischen Maschine, elektri­ in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Fahrgestell
sche Energie bereitstellbar ist. Mit anderen Worten erfolgenden Bewegungen des Radträgers ist oder
kann bei den oder durch die in Fahrzeughochrich­ wird mechanische Energie von der Aufhängungsein­
tung relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewe­ richtung an die elektrische Maschine übertragbar
gungen des Radträgers mechanische Energie an oder übertragen, wodurch die elektrische Maschine
die elektrische Maschine übertragen werden, antreibbar ist oder angetrieben wird und somit als
wodurch die elektrische Maschine angetrieben und Generator betreibbar ist oder betrieben wird. Mittels
dadurch als Generator betrieben wird. Mittels des des Generators wird die mechanische Energie in
Generators wird die mechanische Energie, die an elektrische Energie umgewandelt, die von dem
die elektrische Maschine übertragen wird, in elektri­ Generator bereitgestellt wird. Die mechanische
sche Energie umgewandelt, die von dem Generator Energie resultiert insbesondere aus Bewegungs­
bereitgestellt wird. Hierzu ist beispielsweise die elekt­ energie der sich bei den in Fahrzeughochrichtung
rische Maschine zumindest mittelbar mit dem Rad­ relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen
lenker und/oder dem Radträger, insbesondere mit­ des Radträgers relativ zu dem Fahrgestell bewegen­
tels einer Koppeleinrichtung, gekoppelt oder den Aufhängungseinrichtung.
koppelbar. Mit anderen Worten ist die elektrische
Maschine beispielsweise zumindest mittelbar, insbe­ [0016] Die Erfindung ermöglicht somit eine
sondere direkt, mit der Aufhängungseinrichtung, ins­ Umwandlung der Bewegungsenergie der Aufhän­
besondere zumindest vorübergehend, gekoppelt gungseinrichtung beziehungsweise der mechani­
oder koppelbar. Beispielsweise ist die elektrische schen Energie in die elektrische Energie, sodass
Maschine über den Radlenker mit dem Radträger die Erfindung eine Rekuperation insbesondere der
gekoppelt oder koppelbar, oder die elektrische Bewegungsenergie der Aufhängungseinrichtung
Maschine ist über den Radträger mit dem Radlenker ermöglicht. Durch diese Rekuperation können bei­
gekoppelt oder koppelbar. Bewegt sich somit die Auf­ spielsweise die in Fahrzeughochrichtung relativ zu
hängungseinrichtung bei den in Fahrzeughochrich­ dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des Radt­
tung relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewe­ rägers und somit des Fahrzeugrads vorteilhaft beein­
gungen des Radträgers, während die elektrische flusst werden. Insbesondere kann durch die Rekupe­
Maschine mit der Aufhängungseinrichtung gekoppelt ration eine Dämpfung der in Fahrzeughochrichtung
ist, so wird die elektrische Maschine mittels der Auf­ relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen
hängungseinrichtung angetrieben und dadurch als des Radträgers und somit des Fahrzeugrads vorteil­
Generator betrieben. haft beeinflusst werden, sodass die Rekuperation
auch als Rekuperationsdämpfung oder Fahrwerksre­
[0015] Bei den in Fahrzeughochrichtung relativ zu kuperationsdämpfung bezeichnet wird. Unter der
dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des Radt­ Rekuperation ist eine Rückgewinnung der Bewe­
rägers kommt es auch zu insbesondere rotatori­ gungsenergie zu verstehen, da die Bewegungsener­
schen Relativbewegungen zwischen dem Radlenker gie der Aufhängungseinrichtung und somit des Fahr­
und dem Fahrgestell und/oder zwischen dem Rad­ zeugrads mittels des Generators in elektrische
lenker und dem Radträger, da der Radlenker zumin­ Energie umgewandelt wird. Die elektrische Energie
dest mittelbar mit dem Radträger gekoppelt und kann beispielsweise genutzt werden, um wenigstens
somit mit dem Radträger relativ zu dem Fahrgestell einen elektrischen Verbraucher zu betreiben. Alter­
mitbewegbar ist. Da die elektrische Maschine, insbe­ nativ oder zusätzlich kann die elektrische Energie in
sondere gelenkig und/oder zumindest mittelbar mit ein Bordnetz des Fahrzeugs eingespeist, das heißt
der Aufhängungseinrichtung gekoppelt oder koppel­ rückeingespeist, werden und insbesondere dazu
bar ist, ist die elektrische Maschine bei den in Fahr­ genutzt werden, um beispielsweise über das Bord­
zeughochrichtung relativ zu dem Fahrgestell erfol­ netz wenigstens einen elektrischen Verbraucher zu
genden Bewegungen des Radträgers von der betreiben. Hierdurch kann ein besonders energieef­
Aufhängungseinrichtung antreibbar und dadurch als fizienter Betrieb des Fahrzeugs realisiert werden.
Generator betreibbar. Wieder mit anderen Worten
ausgedrückt, der Radlenker und der Radträger bil­ [0017] Der Erfindung liegen insbesondere die fol­
den die Aufhängungseinrichtung, über welche das genden Erkenntnisse und Überlegungen zugrunde:
Fahrzeugrad derart an dem Fahrgestell zu halten Üblicherweise werden in Fahrzeughochrichtung rela­
oder gehalten ist, dass das Fahrzeugrad in Fahr­ tiv zu einem Fahrgestell erfolgende Bewegungen wie
zeughochrichtung relativ zu dem Fahrgestell beweg­ beispielsweise Ein- und Ausfederbewegungen von
bar ist. Die elektrische Maschine ist beispielsweise Fahrwerkskomponenten eines Fahrwerks eines
zumindest mittelbar mit der Aufhängungseinrichtung Fahrzeugs gedämpft, insbesondere mittels eines

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Stoßdämpfers, wodurch Bewegungsenergie in übli­ bewegende Aufhängungseinrichtung antreibbar und
cherweise nicht nutzbare Abwärme umgewandelt dadurch relativ zu dem Stator bewegbar ist.
wird. Insbesondere wird hierdurch aufgewendete
Antriebsenergie zum Antreiben des Fahrzeugs in [0020] Eine weitere Ausführungsform zeichnet sich
nicht nutzbare Wärme umgewandelt. Demgegen­ dadurch aus, dass die elektrische Maschine den Sta­
über ermöglicht es nun die Erfindung, die Bewe­ tor und den Rotor aufweist, welche um die Maschi­
gungsenergie der Aufhängungseinrichtung, welche nendrehachse relativ zu dem Stator drehbar ist,
beispielsweise eine Fahrwerkskomponente eines wobei der Rotor durch die in Fahrzeughochrichtung
Fahrwerks des Fahrzeugs ist, mittels der elektri­ relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen
schen Maschine, das heißt mittels des Generators, des Radträgers antreibbar und dadurch um die
in elektrische Energie umzuwandeln, welche dann Maschinendrehachse relativ zu dem Stator drehbar
beispielsweise genutzt werden kann, um wenigstens ist, wodurch die elektrische Maschine antreibbar
einen elektrischen Verbraucher zu betreiben. und dadurch als Generator betreibbar ist, mittels wel­
chem durch Antreiben des Generators, das heißt der
[0018] Beispielsweise weist die elektrische elektrischen Maschine, elektrische Energie bereit­
Maschine einen Stator und einen Läufer auf, welcher stellbar ist. Insbesondere ist der Rotor mittels der
relativ zu dem Stator bewegbar ist. Beispielsweise ist sich bei den in Fahrzeughochrichtung relativ zu
der Läufer entlang einer Bewegungsachse relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des Radt­
dem Stator translatorisch bewegbar. Alternativ oder rägers relativ zu dem Fahrgestell bewegenden Auf­
zusätzlich ist der Läufer beispielsweise um eine hängungseinrichtung antreibbar und dadurch um die
Maschinendrehachse relativ zu dem Stator drehbar, Maschinendrehachse relativ zu dem Stator drehbar,
wobei die Maschinendrehachse mit der Bewegung­ wodurch die elektrische Maschine als Generator
sachse zusammenfallen kann. Insbesondere kann betreibbar ist. Unter dem Antreiben der elektrischen
es sich bei dem Läufer um einen Rotor handeln, wel­ Maschine ist auch ein Antreiben des Generators zu
cher um die Maschinendrehachse relativ zu dem Sta­ verstehen, sodass dann, wenn die elektrische
tor drehbar ist. Dabei ist es insbesondere im Hinblick Maschine angetrieben wird, der Generator angetrie­
auf die zuvor beschriebene, etwaige Kopplung oder ben wird. Hierdurch kann der Generator elektrische
Koppelbarkeit der elektrischen Maschine mit der Auf­ Energie bereitstellen. Durch den Stator und den um
hängungseinrichtung insbesondere vorgesehen, die Maschinendrehachse relativ zu dem Stator dreh­
dass beispielsweise der Läufer mit der Aufhängungs­ baren Rotor kann die elektrische Maschine beson­
einrichtung koppelbar oder gekoppelt ist, sodass ders effektiv, effizient und bauraumgünstig mit der
durch die in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Aufhängungseinrichtung gekoppelt werden, sodass
Fahrgestell erfolgende Bewegung des Radträgers ein besonders effizienter Betrieb darstellbar ist.
der Läufer antreibbar und dadurch relativ zu dem
Stator bewegbar ist, insbesondere relativ zu dem [0021] Bei einer weiteren, besonders vorteilhaften
Stator entlang der Bewegungsachse translatorisch Ausführungsform der Erfindung ist wenigstens eine
bewegbar und/oder um die Maschinendrehachse drehfest mit dem Rotor verbundene und vorzugs­
relativ zu dem Stator drehbar ist, wodurch die elekt­ weise zusätzlich zu dem Rotor vorgesehene
rische Maschine antreibbar und dadurch als Genera­ Schwungmasse vorgesehen, welche durch die in
tor betreibbar ist. Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Fahrgestell
erfolgenden Bewegungen des Radträgers antreibbar
[0019] Um die elektrische Maschine, insbesondere und dadurch mit dem Rotor um die Maschinendre­
den Läufer, besonders vorteilhaft antreiben und hachse relativ zu dem Stator mitdrehbar ist. Durch
somit einen besonders effizienten Betrieb realisieren Verwendung der Schwungmasse kann der Rotor
zu können, ist es bei einer Ausführungsform vorge­ besonders vorteilhaft in Schwung gehalten, das
sehen, dass die Radaufhängung einen zumindest heißt relativ zu dem Stator gedreht werden, sodass
mittelbar mit dem Radträger und zumindest mittelbar eine besonders große Menge an Bewegungsenergie
mit der elektrischen Maschine gekoppelten Stabilisa­ der Aufhängungseinrichtung rekuperiert werden
tor aufweist, über welchen die elektrische Maschine, kann. Hierdurch ist ein besonders effizienter Betrieb
insbesondere der Läufer, durch die in Fahrzeughoch­ realisierbar.
richtung relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden
Bewegungen des Radträgers antreibbar ist. Mit [0022] Bei einer weiteren, besonders vorteilhaften
anderen Worten ist beispielsweise der Läufer mit Ausführungsform der Erfindung ist ein Getriebe vor­
der Aufhängungseinrichtung gekoppelt oder koppel­ gesehen, über welches die elektrische Maschine
bar und bei den in Fahrzeughochrichtung relativ zu durch die in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem
dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des Radt­ Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des Radträ­
rägers durch die sich bei den in Fahrzeughochrich­ gers antreibbar ist. Beispielsweise ist die elektrische
tung relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewe­ Maschine, insbesondere der Läufer, über das
gungen des Radträgers relativ zu dem Fahrgestell Getriebe mit der Aufhängungseinrichtung koppelbar
oder gekoppelt und somit bei den in Fahrzeughoch­

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richtung relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Maschine nur dann angetrieben wird, wenn sich der
Bewegungen des Radträgers über das Getriebe Radträger in Fahrzeughochrichtung nach unten rela­
von der Aufhängungseinrichtung antreibbar. Mittels tiv zu dem Fahrgestell bewegt. Somit beschränkt sich
des Getriebes kann eine bei den in Fahrzeughoch­ sozusagen das Antreiben der elektrischen Maschine
richtung relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden auf die Zugstufe, das heißt auf die Ausfederbewe­
Bewegungen des Radträgers relativ zu dem Fahrge­ gungen, sodass sozusagen die Zugstufe des Stoß­
stell erfolgende Bewegungen der Aufhängungsein­ dämpfers, das heißt die mittels des Stoßdämpfers
richtung besonders vorteilhaft in eine insbesondere bewirkte oder bewirkbare Dämpfung der in Fahr­
relativ zu dem Stator erfolgende Bewegung des Läuf­ zeughochrichtung nach unten relativ zu dem Fahrge­
ers der elektrischen Maschine umgesetzt bezie­ stell erfolgenden Bewegungen des Radträgers durch
hungsweise umgewandelt werden, sodass die elekt­ das Antreiben der elektrischen Maschine unterstützt
rische Maschine an sich besonders oder gar ersetzt werden kann. Die Beschränkung des
wirkungsgradgünstig angetrieben werden kann. Antreibens der elektrischen Maschine auf die Zug­
Dabei hat es sich als besonders vorteilhaft gezeigt, stufe, das heißt auf die Ausfederbewegungen mittels
wenn das Getriebe bezogen auf einen von der Auf­ des Freilaufs stellt eine erträgliche Schmälerung der
hängungseinrichtung über das Getriebe zu der elekt­ erwarteten Energieausbeute im Vergleich zu einer
rischen Maschine verlaufenden Kraft- und/oder erheblich verbesserten Chance einer Umsetzung
Drehmomentenfluss, über welchen Kräfte und/oder dar, weil die Zugstufe unter Berücksichtigung von
Drehmomente zum Antreiben der elektrischen Anforderungen an Fahrdynamik, Fahrkomfort und
Maschine von der Aufhängungseinrichtung über Fahrsicherheit dennoch wesentlich robuster ausge­
das Getriebe an die elektrische Maschine übertrag­ legt werden kann, insbesondere als die Druckstufe.
bar sind, eine von eins unterschiedliche Übersetzung Somit sind hierdurch vergleichsweise hohe Rekupe­
aufweist. Hierdurch kann die elektrische Maschine rationsmomente und Rekuperationsleistungen dar­
über das Getriebe besonders vorteilhaft von der Auf­ stellbar. Da somit beispielsweise die elektrische
hängungseinrichtung angetrieben werden. Insbe­ Maschine bei den in Fahrzeughochrichtung nach
sondere kann realisiert werden, dass aus den relativ oben relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewe­
zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen der gungen des Radträgers nicht angetrieben wird, wer­
Aufhängungseinrichtung eine besonders günstige den die in Fahrzeughochrichtung nach oben relativ
Drehzahl resultiert, mit welcher sich der Rotor um zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des
die Maschinendrehachse relativ zu dem Stator Radträgers nicht durch die elektrische Maschine
dreht. Somit kann ein besonders effizienter Betrieb beziehungsweise deren Antreiben beeinflusst oder
der elektrischen Maschine realisiert werden. gedämpft. Die in Fahrzeughochrichtung nach oben
relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen
[0023] Um eine besonders vorteilhafte, insbeson­ des Radträgers werden beispielsweise mittels der
dere besonders große, Übersetzung des Getriebes Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung, insbeson­
auf besonders bauraumgünstige Weise realisieren dere mittels des Stoßdämpfers, gedämpft. Da die
zu können, ist es in weiterer Ausgestaltung der Erfin­ elektrische Maschine bei den in Fahrzeughochrich­
dung vorgesehen, dass das Getriebe als ein Plane­ tung nach unten relativ zu dem Fahrgestell erfolgen­
tengetriebe ausgebildet ist. den Bewegungen des Radträgers angetrieben wird,
werden die in Fahrzeughochrichtung nach unten
[0024] Bei einer weiteren, besonders vorteilhaften relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen
Ausführungsform der Erfindung ist ein Freilauf vorge­ des Radträgers durch die elektrische Maschine
sehen, über welchen die elektrische Maschine durch beziehungsweise durch deren Antreiben gedämpft,
die in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Fahrge­ wobei es insbesondere denkbar ist, dass die in Fahr­
stell erfolgenden Bewegungen des Radträgers, mit­ zeughochrichtung nach unten relativ zu dem Fahrge­
hin von der Aufhängungseinrichtung derart antreib­ stell erfolgenden Bewegungen des Radträgers
bar ist, dass die elektrische Maschine bezogen auf zusätzlich durch die Feder- und/oder Dämpfungsein­
die in Fahrzeughochrichtung nach oben relativ zu richtung, das heißt durch den Stoßdämpfer,
dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen (Einfe­ gedämpft werden, oder aber die Ausfederbewegun­
derbewegungen) des Radträgers und die in Fahr­ gen (in Fahrzeughochrichtung nach unten relativ zu
zeughochrichtung nach unten relativ zu dem Fahrge­ dem Fahrgestell erfolgende Bewegungen des Radt­
stell erfolgende Bewegungen rägers) werden durch die Feder- und/oder Dämpf­
(Ausfederbewegungen) des Radträgers ausschließ­ ungseinrichtung nicht gedämpft.
lich durch die in Fahrzeughochrichtung nach unten
relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen [0025] Schließlich hat es sich als besonders vorteil­
des Radträgers antreibbar ist. Mit anderen Worten haft gezeigt, wenn ein beispielsweise als Batterie
bewirkt der Freilauf, dass dann, wenn sich der Rad­ ausgebildeter, elektrischer Energiespeicher vorgese­
träger in Fahrzeughochrichtung nach oben relativ zu hen ist, in welchem die von dem Generator bereitge­
dem Fahrgestell bewegt, ein Antreiben der elektri­ stellte, elektrische Energie zu speichern ist. Die von
schen Maschine unterbleibt, sodass die elektrische dem Generator bereitgestellte, elektrische Energie

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kann somit gespeichert, insbesondere zwischenge­ [0029] In den Fig. sind gleiche oder funktionsgleiche
speichert, und später dafür genutzt werden, um Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen.
wenigstens einen elektrischen Verbraucher zu
betreiben. Dadurch kann ein besonders energieeffi­ [0030] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Perspek­
zienter Betrieb des Fahrzeugs gewährleistet werden. tivansicht eine Achse 1 für ein Fahrzeug, welches
beispielsweise als ein Kraftwagen, insbesondere als
[0026] Der Erfindung liegen insbesondere die fol­ ein Personenkraftwagen, ausgebildet ist. Die Achse
genden Erkenntnisse und Überlegungen zugrunde: 1 weist zwei in Fig. 1 besonders schematisch darge­
Sowohl bei konventionellen als auch bei elektrisch stellte und einfach auch als Räder bezeichnete Fahr­
angetriebenen Kraftfahrzeugen kommt der Energie­ zeugräder 2 auf, welche in Einbaulage der Achse 1 in
effizienz fortlaufend gesteigerte Bedeutung zu. Dies Fahrzeugquerrichtung voneinander beabstandet
umfasst unter anderem die Rückgewinnung und sind und dabei auf in Fahrzeugquerrichtung gegen­
Rückspeisung von Bewegungsenergie des Fahr­ überliegenden Seiten des Fahrzeugs anordenbar
zeugs oder dessen Teilsysteme. Ferner kommen oder angeordnet sind. Die Fahrzeugquerrichtung ist
üblicherweise Aufbaufederungen beispielsweise mit in Fig. 1 durch einen Doppelpfeil 3 veranschaulicht.
Schrauben-, Luft- oder Blattfedern inklusive etwai­ Die Achse 1 nimmt ihre Einbaulage in vollständig
ger, zusätzlicher Wankstabilisierung mittels quer hergestelltem Zustand des Fahrzeugs ein, welches
angeordneter Torsionsfedern zum Einsatz, gegebe­ in seinem vollständig hergestellten Zustand die
nenfalls unterstützt oder aber ersetzt durch aktive Achse 1 aufweist. Außerdem weist das Fahrzeug
Wankstabilisierungsaktoren. Eine insbesondere zur einen vorzugsweise als selbsttragende Karosserie
Realisierung einer hohen Fahrsicherheit vorteilhafte ausgebildeten Aufbau auf, welcher einen auch als
Schwingungsdämpfung von Fahrwerken, insbeson­ Fahrgastraum oder Fahrgastzelle bezeichneten
dere Fahrzeugrädern, erfolgt üblicherweise mittels Innenraum des Fahrzeugs bildet oder begrenzt.
hydrodynamischer Dämpfereinheiten, welche einge­ Dabei ist die Achse 1 an dem Aufbau gehalten.
brachte Bewegungsenergie insbesondere mittels
viskosem Öl zur Abwärme dissipieren. Die jeweilige [0031] Die Achse 1 weist einen Achsträger 4 auf,
Dämpfereinheit wie beispielsweise der zuvor welcher separat von dem Aufbau ausgebildet und
genannte Stoßdämpfer weist eine Dämpfkraft auf, an dem Aufbau gelagert ist. Des Weiteren umfasst
welche üblicherweise nach Ein- und Ausfederbewe­ die Achse 1 eine Radaufhängung 5, mittels welcher
gung beziehungsweise Druck- und Zugstufe differen­ die Räder, insbesondere bewegbar, an dem Aufbau
ziert wird. Im Allgemeinen wird für die Druckstufe, gehalten sind. Das jeweilige Fahrzeugrad 2 ist dreh­
das heißt für das Dämpfen der in Fahrzeughochrich­ fest mit einer jeweiligen Radnabe 6 der Radaufhän­
tung nach oben relativ zu dem Fahrgestell erfolgen­ gung 5 verbunden. Die jeweilige Radnabe 6 ist dreh­
den Bewegungen ein niedrigeres Dämpfkraftniveau bar an einem jeweiligen Radträger 7 der
als für die Zugstufe, das heißt als für die Dämpfung Radaufhängung 5 gelagert, sodass die jeweilige
der in Fahrzeughochrichtung nach unten relativ zu Radnabe 6 und somit das jeweilige, mit der jeweili­
dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen vorgese­ gen Radnabe 6 drehfest verbundene Fahrzeugrad 2
hen, um einerseits ein vorteilhaftes Ansprechverhal­ um eine Radnabendrehachse relativ zu dem jeweili­
ten zu realisieren und andererseits Aufbaubewegun­ gen Radträger 7 drehbar an dem jeweiligen Radträ­
gen günstig zu beeinflussen. ger 7 gehalten sind.

[0027] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft ein [0032] Der jeweilige Radträger 7 ist mit einem jewei­
Fahrzeug, welches wenigstens eine Radaufhängung ligen, ersten Radlenker 8 und mit einem jeweiligen,
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung aufweist. zweiten Radlenker 9 jeweils zumindest mittelbar, ins­
Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des ersten besondere direkt, gelenkig gekoppelt, sodass die
Aspekts der Erfindung sind als Vorteile und vorteil­ Radträger 7 und über diese die Räder mittels der
hafte Ausgestaltungen des zweiten Aspekts der auch als Lenker oder Führungslenker bezeichneten
Erfindung anzusehen und umgekehrt. Radlenker 8 und 9 relativ zu dem Aufbau und relativ
zu dem Achsträger 4 geführt sind. Der jeweilige Rad­
[0028] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben lenker 9 ist einerseits zumindest mittelbar, insbeson­
sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines dere direkt, gelenkig mit dem jeweiligen Radträger 7
bevorzugten Ausführungsbeispiels mit den zugehöri­ und andererseits zumindest mittelbar, insbesondere
gen Zeichnungen. Dabei zeigt: direkt, gelenkig mit dem Achsträger 4 gekoppelt. In
vollständig hergestelltem Zustand des Fahrzeugs ist
Fig. 1 eine schematische Perspektivansicht
der jeweilige Radlenker 8 einerseits zumindest mit­
einer Achse eines Fahrzeugs;
telbar, insbesondere direkt, gelenkig mit dem Radträ­
Fig. 2 eine weitere schematische Perspektivan­ ger 7 und andererseits zumindest mittelbar, insbe­
sicht der Achse; und sondere direkt, mit dem Aufbau gekoppelt.
Fig. 3 eine weitere schematische Perspektivan­
sicht der Achse.

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[0033] Des Weiteren ist der jeweilige Radträger 7 bei den Einfederbewegungen der jeweiligen Stoß­
zumindest mittelbar, insbesondere direkt, mit einer dämpfer 11 auf Druck beansprucht wird, wird eine
jeweiligen Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung mittels des jeweiligen Stoßdämpfers 11 bewirkte
10 der Radaufhängung 5, insbesondere gelenkig, oder bewirkbare Dämpfung der Einfederbewegun­
gekoppelt. Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungs­ gen auch als Druckstufe bezeichnet. Es ist denkbar,
beispiel umfasst die jeweilige Feder- und/oder dass der jeweilige Stoßdämpfer 11 eine jeweilige
Dämpfungseinrichtung 10 einen insbesondere hyd­ Zugstufe aufweist, mittels welcher die Ausfederbe­
raulischen Stoßdämpfer 10, sodass der jeweilige wegungen gedämpft werden oder werden können.
Radträger 7 und somit das jeweilige Fahrzeugrad 2 Der jeweilige Stoßdämpfer 11 wird bei den jeweiligen
über die jeweilige Feder- und/oder Dämpfungsein­ Ausfederbewegungen auf Zug beansprucht.
richtung 10, insbesondere über den jeweiligen Stoß­
dämpfer 10, gedämpft an dem Aufbau abgestützt [0034] Um nun einen besonders energieeffizienten
sind. Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbei­ Betrieb des Fahrzeugs realisieren zu können, umfas­
spiel ist der Aufbau als selbsttragende Karosserie sen die Radaufhängung 5 und somit die Achse 1
ausgebildet, wobei der Aufbau beziehungsweise die wenigstens eine elektrische Maschine 13, welche
selbsttragende Karosserie als Fahrgestell fungiert durch die in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem
oder ausgebildet ist, an dem der jeweilige Radträger Aufbau und relativ zu dem Achsträger 4 erfolgenden
7 und somit das jeweilige Fahrzeugrad 2 über die Bewegungen der Radträger 7 antreibbar und
Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung 10 gedämpft dadurch als ein Generator betreibbar ist, mittels wel­
abgestützt ist. Die jeweiligen Radlenker 8 und 9 und chem durch Antreiben des Generators, das heißt
die jeweilige Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung durch Antreiben der elektrischen Maschine 13, elekt­
10 lassen in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem rische Energie bereitstellbar ist. Hierzu ist die elekt­
Aufbau und relativ zu dem Achsträger 4 erfolgende rische Maschine 13 drehmoment- und/oder kraft­
Bewegungen des jeweiligen Radträgers 7 und somit übertragend mit den Aufhängungseinrichtungen
des jeweiligen Fahrzeugrades 2 zu. Die Fahrzeug­ gekoppelt oder koppelbar, sodass dann, wenn sich
hochrichtung ist in Fig. 1 durch einen Doppelpfeil die Radträger 7 in Fahrzeughochrichtung relativ zu
12 veranschaulicht. Der jeweilige Radträger 7 und dem Achsträger 4 und relativ zu dem Aufbau (Fahr­
die jeweiligen, zugeordneten Radlenker 8 und 9 bil­ gestell) bewegen, die elektrische Maschine 13 mit­
den eine Aufhängungseinrichtung, die über die tels der Aufhängungseinrichtungen angetrieben
jeweilige Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung wird oder antreibbar ist und somit als Generator
10, das heißt über den jeweiligen Stoßdämpfer 11, betrieben wird oder betreibbar ist. Wieder mit ande­
zumindest gedämpft an dem Aufbau abgestützt ist. ren Worten ausgedrückt wird Bewegungsenergie der
Bei den jeweiligen, in Fahrzeughochrichtung relativ sich in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Achs­
zu dem Aufbau und relativ zu dem Achsträger 4 erfol­ träger 4 und relativ zu dem Aufbau (Fahrgestell)
genden Bewegungen des jeweiligen Radträgers 7 bewegenden Aufhängungseinrichtungen genutzt,
und somit des jeweiligen Fahrzeugrades 2 bewegt um die elektrische Maschine 13 anzutreiben und
sich die jeweilige Aufhängungseinrichtung, insbe­ somit als einen Generator zu betreiben, welcher mit­
sondere derart, dass sich der jeweilige Radträger 7 tels der Bewegungsenergie der Aufhängungseinrich­
in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Aufbau und tungen angetrieben wird. Mittels des Generators wird
relativ zu dem Achsträger 4, insbesondere translato­ die Bewegungsenergie in elektrische Energie umge­
risch, bewegt, und dass der jeweilige Radlenker 8 wandelt, die von dem Generator bereitgestellt wird.
beziehungsweise 9 relativ zu dem Aufbau und relativ
zu dem Achsträger 4 sowie relativ zu dem jeweiligen [0035] Die Radaufhängung 5 weist einen beispiels­
Radträger 7 verschwenkt wird. In Fahrzeughochrich­ weise als Drehstab oder Drehstabfeder ausgebilde­
tung nach oben relativ zu dem Aufbau und relativ zu ten Stabilisator 14 auf, welcher besonders gut aus
dem Achsträger 4 erfolgende Bewegungen des Fig. 2 erkennbar ist. Der Stabilisator 14 ist über
jeweiligen Radträgers 7 und somit des jeweiligen Lagerungen 15 bewegbar, insbesondere drehbar,
Fahrzeugrades 2 werden auch als Einfederbewe­ an dem Achsträger 4 gelagert. Wie aus dem allge­
gungen bezeichnet, und in Fahrzeughochrichtung meinen Stand der Technik hinlänglich bekannt ist,
nach unten relativ zu dem Aufbau und relativ zu sind die Radträger 7 über den Stabilisator 14 mitei­
dem Achsträger 4 erfolgende Bewegungen des nander verbunden, wodurch insbesondere bei einer
jeweiligen Radträgers 7 und somit des jeweiligen Kurvenfahrt des Fahrzeugs eine Wankneigung
Fahrzeugrades 2 werden auch als Ausfederbewe­ beziehungsweise ein Wanken des Aufbaus vermie­
gungen bezeichnet. Insgesamt ist erkennbar, dass den oder zumindest besonders gering gehalten wer­
sich die Aufhängungseinrichtungen bei den Ein- den kann. Insbesondere ist der Stabilisator 14 über
und Ausfederbewegungen relativ zu dem Aufbau jeweilige, beispielsweise als Pendelstäbe ausgebil­
und relativ zu dem Achsträger 4 bewegen. Dabei dete Koppelstangen 16, insbesondere gelenkig, mit
werden zumindest die Einfederbewegungen mittels den Radträgern 7 gekoppelt. In Fig. 3 sind durch
der Stoßdämpfer 11 und somit mittels der Feder- Doppelpfeile 17 die auch als Vertikalbewegungen
und/oder Dämpfungseinrichtungen 10 gedämpft. Da bezeichneten, in Fahrzeughochrichtung relativ zu

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dem Achsträger 4 und relativ zu dem Aufbau (Fahr­ [0037] In Fig. 1 ist besonders schematisch eine ein­
gestell) erfolgenden, insbesondere translatorischen, fach auch als Abstützung bezeichnete Drehmomen­
Bewegungen der Radträger 7 veranschaulicht. tenabstützung 23 gezeigt, mittels welcher der Stator
Außerdem ist in Fig. 3 durch Pfeile 18 eine insbeson­ 20 an dem Achsträger 4 abgestützt ist, insbesondere
dere relativ zu dem Achsträger 4 und somit relativ zu derart, dass um die Maschinendrehachse 22 relativ
dem Aufbau erfolgende Schwenk- oder Drehbewe­ zu dem Achsträger 4 und somit relativ zu dem Aufbau
gung des Stabilisators 14 veranschaulicht. Zu der in erfolgende Drehungen des Stators 20 vermieden
Fig. 3 durch die Pfeile 18 veranschaulichten und oder zumindest begrenzt sind, sodass der Rotor 21
relativ zu dem Achsträger 4 und somit relativ zu um die Maschinendrehachse 22 relativ zu dem Stator
dem Aufbau erfolgenden Schwenk- oder Drehbewe­ 20 und relativ zu dem Achsträger 4 und relativ zu
gungen des Stabilisators 14 kommt es insbesondere dem Aufbau drehbar ist. Nicht erkennbar in den Fig.
bei einer insbesondere gleichsinnigen Vertikalbewe­ ist, dass mit dem Rotor 21 wenigstens eine insbeson­
gung der Radträger 7. Mit anderen Worten, bewegen dere zusätzlich zu dem Rotor 21 vorgesehene
sich die Radträger 7, insbesondere gleichzeitig, in Schwungmasse drehfest verbunden ist, welche
Fahrzeughochrichtung nach oben relativ zu dem durch die in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem
Achsträger 4 und relativ zu dem Aufbau, so wird der Aufbau und relativ zu dem Achsträger 4 erfolgenden
Stabilisator 14 um eine Stabilisatordrehachse 19 Bewegungen der Radträger 7 antreibbar und
(Fig. 3) relativ zu dem Achsträger 4 gedreht. Bewe­ dadurch mit dem Rotor 21 um die Maschinendre­
gen sich alternativ oder zusätzlich die Radträger 7, hachse 22 relativ zu dem Stator 20 drehbar ist.
insbesondere gleichzeitig, in Fahrzeughochrichtung
nach unten relativ zu dem Achsträger 4 und relativ [0038] Des Weiteren weist die Radaufhängung 5 ein
zu dem Aufbau, so wird der Stabilisator 14 um die vorliegend als Planetengetriebe ausgebildetes
Stabilisatordrehachse 19 relativ zu dem Achsträger Getriebe 24 auf, über welches der Rotor 21 von den
4 gedreht beziehungsweise verschwenkt. Es ist Aufhängungseinrichtungen bei den in Fahrzeug­
erkennbar, dass die Einfederbewegungen und die hochrichtung relativ zu dem Achsträger 4 und relativ
Ausfederbewegungen zu um die Stabilisatordre­ zu dem Aufbau erfolgenden Bewegungen der Rad­
hachse 19 relativ zu dem Achsträger 4 erfolgenden träger 7 antreibbar ist. Darüber hinaus ist bei dem in
Drehungen oder Drehbewegungen des Stabilisators Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ein Freilauf 25
14 führen, dadurch, dass der Stabilisator 14 insbe­ vorgesehen, über welchen der Rotor 21 und somit
sondere über die Koppelstangen 16 mit den Radträ­ die elektrische Maschine 13 von dem Getriebe 24
gern 7, insbesondere gelenkig, gekoppelt ist. und über dieses von den Aufhängungseinrichtungen
antreibbar ist. Bezogen auf einen Kraft- und/oder
[0036] Die elektrische Maschine 13 weist einen Sta­ Drehmomentenfluss, über welchen bei den in Fahr­
tor 20 und einen Läufer in Form eines Rotors 21 auf, zeughochrichtung relativ zu dem Achsträger 4 und
welcher um eine Maschinendrehachse 22 relativ zu relativ zu dem Aufbau erfolgenden Bewegungen der
dem Stator 20 drehbar und dadurch bewegbar ist. Radträger 7 Kräfte und/oder Drehmomente zum
Die Maschinendrehachse 22 kann von der Stabilisa­ Antreiben der elektrischen Maschine 13 von den Auf­
tordrehachse 19 beabstandet sein und parallel zur hängungseinrichtungen auf die elektrische Maschine
Stabilisatordrehachse 19 verlaufen, oder die Maschi­ 13, insbesondere auf den Rotor 21, übertragbar sind,
nendrehachse 22 fällt mit der Stabilisatordrehachse sind das Getriebe 24 und der Freilauf 25 in dem
19 zusammen. Der Rotor 21 und somit die elektri­ Kraft- und/oder Drehmomentenfluss und dabei
sche Maschine 13 sind nun mit dem Stabilisator 14 stromauf der elektrischen Maschine 13 angeordnet,
gekoppelt oder koppelbar und dadurch bei den in wobei bezogen auf den Kraft- und/oder Drehmomen­
Fahrzeughochrichtung relativ zu dem Achsträger 4 tenfluss das Getriebe 24 stromauf des Freilaufs 25
und relativ zu dem Aufbau (Fahrgestell) erfolgenden angeordnet ist.
Bewegungen der Radträger 7 durch die Aufhän­
gungseinrichtungen antreibbar. Hierunter ist zu ver­ [0039] Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbei­
stehen, dass der Rotor 21 dann, wenn sich die Rad­ spiel ist der Freilauf 25 derart ausgebildet, dass die
träger 7 in Fahrzeughochrichtung relativ zu dem elektrische Maschine 13 über den Freilauf 25 bezo­
Achsträger 4 und relativ zu dem Aufbau bewegen, gen auf die Einfederbewegungen und die Ausfeder­
über den Stabilisator 14 von den Aufhängungsein­ bewegungen ausschließlich durch die Ausfederbe­
richtungen angetrieben und dadurch um die Maschi­ wegungen antreibbar ist. Dies bedeutet, dass bei
nendrehachse 22 relativ zu dem Stator 20 gedreht den Einfederbewegungen ein durch die Aufhän­
wird. Hierdurch wird die elektrische Maschine 13 gungseinrichtungen bewirktes Antreiben der elektri­
angetrieben und als Generator betrieben. Hierdurch schen Maschine 13 unterbleibt, sodass die Aufhän­
kann die Bewegungsenergie der Aufhängungsein­ gungseinrichtungen die elektrische Maschine 13 bei
richtungen mittels des Generators in elektrische den Ausfederbewegungen und bezogen auf die Ein­
Energie umgewandelt werden, die beispielsweise in federbewegungen und die Ausfederbewegungen nur
ein Bordnetz des Kraftfahrzeugs eingespeist werden bei den Ausfederbewegungen antreiben. Im Hinblick
kann. auf den Stabilisator 14 bedeutet dies insbesondere,

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dass der Stabilisator 14 um die Stabilisatordre­ von dem Generator bereitgestellt wird, umgewandelt
hachse 19 relativ zu dem Achsträger 4 in eine erste wird.
Drehrichtung gedreht werden kann, wodurch die
elektrische Maschine 13 über den Freilauf 25 und [0041] Aus Fig. 2 besonders gut erkennbar ist ein
das Getriebe 24 angetrieben wird. Der Stabilisator zusätzlicher Hebelarm 30, welcher einerseits, insbe­
14 kann auch relativ zu dem Achsträger 4 um die sondere einenends, gelenkig mit einer der Koppels­
Stabilisatordrehachse 19 in ihrer in der der ersten tangen 16 und andererseits, insbesondere ander­
Drehrichtung entgegengesetzte, zweite Drehrich­ nends, mit dem Stabilisator 14 verbunden ist. Die
tung gedreht werden. Wird jedoch der Stabilisator Einfederbewegungen werden auch als Einfedern
14 in die zweite Drehrichtung gedreht, so lässt der bezeichnet, und die Ausfederbewegungen werden
Freilauf 25 eine solche Relativdrehung zwischen auch als Ausfedern bezeichnet.
dem Stabilisator 14 und dem Rotor 21 zu, dass
dann, wenn der Stabilisator 14 in die zweite Drehrich­ [0042] Es ist erkennbar, dass die beim gleichsinni­
tung gedreht wird, die elektrische Maschine 13 nicht gen Einfedern der Radträger 7 erfolgende bezie­
durch den Stabilisator 14 angetrieben wird. Dabei hungsweise aus dem gleichsinnigen Einfedern der
wird der Stabilisator 14 mittels der Aufhängungsein­ Radträger 7 resultierende Drehbewegung des auch
richtungen in die erste Drehrichtung gedreht, wenn als Querstabilisator bezeichneten oder als Quersta­
die Radträger 7, insbesondere gleichzeitig bezie­ bilisator fungierenden Stabilisators 14 genutzt wird,
hungsweise gleichsinnig, ihre Ausfederbewegungen um die elektrische Maschine 13 anzutreiben und
durchführen, und der Stabilisator 14 wird beispiels­ somit als Generator zu betreiben, der dadurch, dass
weise in die zweite Drehrichtung gedreht, wenn die die elektrische Maschine beziehungsweise der
Radträger 7, insbesondere gleichzeitig beziehungs­ Generator angetrieben wird, Bewegungsenergie der
weise gleichsinnig, ihre Einfederbewegungen Aufhängungseinrichtungen beziehungsweise des
durchführen. Stabilisators 14 in elektrische Energie umwandelt
und die elektrische Energie bereitstellt, die beispiels­
[0040] In Fig. 3 ist durch Pfeile 26 eine mittels des weise dem Bordnetz zugeführt werden kann. Ange­
Getriebes 24 hochübersetzte Dreh- oder Schwenk­ trieben wird die elektrische Maschine 13 über das
bewegung des Stabilisators 14 dargestellt. Beispiels­ beispielsweise als Stirnradgetriebe oder aber als
weise weist das Getriebe 24 eine von eins unter­ Planetengetriebe ausgebildete Getriebe 24, welches
schiedliche Übersetzung ins Schnelle auf, sodass mit dem Freilauf 25 und der genannten Schwung­
dann, wenn der Stabilisator 14 um die Stabilisatord­ masse verbunden ist. Die Schwungmasse wird
rehachse 19 relativ zu dem Achsträger 4 mit einer beim Ausfedern von dem Stabilisator 14, das heißt
ersten Drehzahl durch die Aufhängungseinrichtun­ von dessen beim Ausfedern stattfindenden Drehbe­
gen gedreht wird, insbesondere in die erste Drehrich­ wegung, angetrieben. Beim Einfedern wirkt der Frei­
tung, der Rotor 21 mit einer gegenüber der ersten lauf 25, sodass beim Einfedern der Radträger 7 eine
Drehzahl größeren, zweiten Drehzahl um die Drehbewegung des Stabilisators 14 stattfindet oder
Maschinendrehachse 22 relativ zu dem Stator 20 stattfinden kann, dessen beim Einfedern stattfin­
gedreht wird. In Fig. 3 ist durch einen Pfeil 27 veran­ dende Drehbewegung jedoch nicht zu einem Antrei­
schaulicht, dass mittels des Freilaufs 25 nur die Aus­ ben der Schwungmasse und nicht zu einem Antrei­
federbewegungen der Radträger 7 auf die elektri­ ben der elektrischen Maschine 13 führt. Es erhöht
sche Maschine 13 übertragen werden, das heißt sich also bei jeder Ausfederbewegung eine Dreh­
dass bezogen auf die Einfederbewegungen und Aus­ zahl, mit welcher sich die Schwungmasse und der
federbewegungen der Radträger 7 nur die Ausfeder­ Rotor 21 um die Maschinendrehachse 22 relativ zu
bewegungen der Radträger 7 zu einem Antreiben der dem Stator 20 drehen, insbesondere mit einem Dreh­
elektrischen Maschine 13 führen. Ein hierdurch auf sinn, welcher beim Einfedern gleich bleibt. Aufgrund
die elektrische Maschine 13 übertragenes Drehmo­ der Schwungmasse ändert sich die Drehzahl beim
ment ist in Fig. 3 durch einen Pfeil 28 veranschaulicht Einfedern im Wesentlichen nicht. Aus der Drehbewe­
und unterstützt oder ersetzt die Zugstufe der auch als gung der Schwungmasse kann über eine geeignete
Fahrwerksdämpfung bezeichneten oder zur Fahr­ Ansteuerung eines Magnetfelds der elektrischen
werksdämpfung verwendeten Stoßdämpfer 11. Die Maschine 13 elektrische Energie gewonnen werden,
elektrische Energie, die von dem Generator bereitge­ insbesondere bis die Drehzahl der Schwungmasse
stellt wird, ist in Fig. 3 besonders schematisch darge­ eine untere Grenze erreicht. Anschließend wird bei­
stellt und mit 29 bezeichnet. Die elektrische Energie spielsweise die Stromerzeugung unterbrochen, ins­
29 wird beispielsweise in ein Bordnetz des Fahr­ besondere bis die Drehzahl der Schwungmasse wie­
zeugs eingespeist und/oder in einem elektrischen der über einem definierten Schwellenwert liegt
Energiespeicher des Fahrzeugs gespeichert. Insge­ beziehungsweise über den definierten Schwellen­
samt ist erkennbar, dass mittels der elektrischen wert angestiegen ist.
Maschine 13 eine Rekuperation realisierbar ist, in
deren Rahmen die Bewegungsenergie der Aufhän­ [0043] Die Schwungmasse kann als Ring mit hohem
gungseinrichtungen in die elektrische Energie, die rotatorischem Trägheitsmoment und geringer Masse

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ausgeführt sein. Es ist denkbar, dass die Schwung­ 18 Pfeil
masse ein Bestandteil der elektrischen Maschine 13
ist, insbesondere dann, wenn die Schwungmasse als 19 Stabilisatordrehachse
ein Spulenpaket der elektrischen Maschine 13 aus­ 20 Stator
geführt ist.
21 Rotor
[0044] Bei dem in den Fig. gezeigten Ausführungs­ 22 Maschinendrehachse
beispiel ist die elektrische Maschine 13 insbeson­
dere bezogen auf die Fahrzeugquerrichtung in der 23 Drehmomentenabstützung
Mitte des Stabilisators 14 und dabei an einem Stabi­ 24 Getriebe
lisatorrücken des Stabilisators 14 angeordnet,
wodurch eine Stabilisatorwirkung realisierbar ist, die 25 Freilauf
nicht von der Rekuperation beeinflusst wird, da bei 26 Pfeil
einem wechselseitigen Einfedern der Radträger 7
die Mitte des Stabilisators 14 beziehungsweise die 27 Pfeil
Mitte des Stabilisatorrückens in Ruhe bleibt, das 28 Pfeil
heißt nicht um die Stabilisatordrehachse 19 relativ
zu dem Achsträger 4 verdreht wird. Die Übersetzung 29 elektrische Energie
der Drehbewegung des Stabilisators 14 beim gleich­ 30 Hebelarm
sinnigen Einfedern der Radträger 7 ins Schnelle
dient einer Erzeugung einer vorteilhaften Relativbe­
wegung, um die elektrische Maschine 13 vorteilhaft
klein dimensionieren und dabei mit höherer Drehzahl
antreiben zu können. Für das Getriebe 24 ist ein Pla­
netensatz oder, um die Kosten gering zu halten,
bevorzugt eine oder mehrere Stirnradstufen vorstell­
bar, wobei aus Gewichts- und Kostengründen Zahn­
räder des Getriebes 24 aus einem Kunststoff gebildet
und somit als Kunststoff-Zahnräder ausgebildet sein
können, gegebenenfalls in Verbindung mit wenigs­
tens einem oder mehreren Ritzeln aus einem metal­
lischen Werkstoff, insbesondere aus Stahl.

Bezugszeichenliste

1 Achse
2 Fahrzeugrad
3 Doppelpfeil
4 Achsträger
5 Radaufhängung
6 Radnabe
7 Radträger
8 Radlenker
9 Radlenker
10 Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung
11 Stoßdämpfer
12 Doppelpfeil
13 elektrische Maschine
14 Stabilisator
15 Lagerung
16 Koppelstange
17 Doppelpfeil

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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur

- EP 2768720 B1 [0002]

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Patentansprüche tiv zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen
des Radträgers (7) antreibbar und dadurch mit
1. Radaufhängung (5) für ein Fahrzeug, mit dem Rotor (21) um die Maschinendrehachse (22)
wenigstens einem Radträger (7), an welchem relativ zu dem Stator (20) mit drehbar ist.
wenigstens ein Fahrzeugrad (2) des Fahrzeugs
drehbar zu halten ist, mit wenigstens einem zumin­ 6. Radaufhängung (5) nach einem der vorher­
dest mittelbar und gelenkig mit dem Radträger (7) gehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein
gekoppelten Radlenker (8) zum Führen des Radträ­ Getriebe (24), über welches die elektrische
gers (7) und dadurch des Fahrzeugrads (2), und mit Maschine (13) durch die in Fahrzeughochrichtung
wenigstens einer zumindest mittelbar mit dem Rad­ (12) relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewe­
träger (7) gekoppelten Feder- und/oder Dämpfung­ gungen des Radträgers (7) antreibbar ist.
seinrichtung (10), über welche der Radträger (7) und
dadurch das Fahrzeugrad (2) gefedert und/oder 7. Radaufhängung (5) nach Anspruch 6,
gedämpft an einem Fahrgestell des Fahrzeugs dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (24)
abstützbar sind, wobei der Radlenker (8) und die als ein Planetengetriebe ausgebildet ist.
Feder- und/oder Dämpfungseinrichtung (10) dazu
ausgebildet sind, in Fahrzeughochrichtung (12) rela­ 8. Radaufhängung (5) nach einem der vorher­
tiv zu dem Fahrgestell erfolgende Bewegungen des gehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch
Radträgers (7) und dadurch des Fahrzeugrads (2) einen Freilauf (25), über welchen die elektrische
zuzulassen, gekennzeichnet durch wenigstens Maschine (13) durch die in Fahrzeughochrichtung
eine elektrische Maschine (13), welche durch die in (12) relativ zu dem Fahrgestell erfolgenden Bewe­
Fahrzeughochrichtung (12) relativ zu dem Fahrge­ gungen des Radträgers (7) derart antreibbar ist,
stell erfolgenden Bewegungen des Radträgers (7) dass die elektrische Maschine (13) bezogen auf in
antreibbar und dadurch als Generator betreibbar Fahrzeughochrichtung (12) nach oben relativ zu
ist, mittels welchem durch Antreiben der elektri­ dem Fahrgestell erfolgende Bewegungen des Radt­
schen Maschine (13) elektrische Energie bereitstell­ rägers (7) und in Fahrzeughochrichtung (12) nach
bar ist. unten relativ zu dem Fahrgestell erfolgende Bewe­
gungen des Radträgers (7) ausschließlich durch die
2. Radaufhängung (5) nach Anspruch 1, in Fahrzeughochrichtung (12) nach unten relativ zu
gekennzeichnet durch einen zumindest mittelbar dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des
mit dem Radträger (7) gekoppelten und zumindest Radträgers (7) antreibbar ist.
mittelbar mit der elektrischen Maschine (13) gekop­
pelten oder koppelbaren Stabilisator (14), über wel­ 9. Radaufhängung (5) nach einem der vorher­
chen die elektrische Maschine (13) durch die in gehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch
Fahrzeughochrichtung (12) relativ zu dem Fahrge­ einen elektrischen Energiespeicher, in welchem die
stell erfolgenden Bewegungen des Radträgers (7) von dem Generator bereitgestellte, elektrische Ener­
antreibbar ist. gie zu speichern ist.

3. Radaufhängung (5) nach Anspruch 1 oder 2, 10. Fahrzeug, mit wenigstens einer Radaufhän­
dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische gung (5) nach einem der vorhergehenden Ansprü­
Maschine (13) einen Stator (20) und einen Rotor che.
(21) aufweist, welcher um eine Maschinendre­
hachse (22) relativ zu dem Stator (20) drehbar ist. Es folgen 3 Seiten Zeichnungen

4. Radaufhängung (5) nach Anspruch 3,


dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (21)
durch die in Fahrzeughochrichtung (12) relativ zu
dem Fahrgestell erfolgenden Bewegungen des
Radträgers (7) antreibbar und dadurch um die
Maschinendrehachse (22) relativ zu dem Stator
(20) drehbar ist, wodurch die elektrische Maschine
(13) antreibbar und dadurch als Generator betreib­
bar ist, mittels welchem durch Antreiben der elektri­
schen Maschine (13) elektrische Energie bereitstell­
bar ist.

5. Radaufhängung (5) nach Anspruch 4,


gekennzeichnet durch wenigstens eine drehfest
mit dem Rotor (21) verbundene Schwungmasse,
welche durch die in Fahrzeughochrichtung (12) rela­

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