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Tobin, Yishai (1991 b), “Process and Result and the Hebrew Infinitive: A Study of Linguistic Isomor- phism”. In: Jongeling, Karel & van den Berg, H. L. & van Rompay, Lucas (eds.), Studies on He- brew and Aramaic Syntax. Leiden, New York: E. J. Brill, 194 210

Tobin, Yishai (1991 c), “Review Article: Compar- ing and Contrasting Grammars”. Studies in Lan- guage 15.2, 423 452

Tobin, Yishai (1991 d), “The Future Tense in Mod- ern Hebrew: From Sign to Text”. Folia Linguistica 24.3 4, 457 512

126. Türkisch (Turk)

1. Allgemeine Informationen

2. Agglutination und Allomorphie

3. Nominalflexion

4. Verbalmorphologie

5. Wortbildung

6. Illustrativer Text

7. Unübliche Abkürzungen

8. Zitierte Literatur

1. Allgemeine Informationen

Das Türkische ist Muttersprache von rund 60 Millionen Menschen, von denen der aller- größte Teil in der Republik Türkei lebt, doch zählen zur türkischen Sprachgemeinschaft auch bedeutende Minderheiten in anderen Ländern. So leben allein in der Bundesrepu- blik Deutschland über zwei Millionen Men- schen türkischer Muttersprache. Das Türki- sche gehört zusammen mit Sprachen wie dem Aserbaidschanischen und dem Turkmeni- schen zu den südwestlichen Turksprachen, die wiederum in ihrer Gesamtheit zu den al- taischen Sprachen zählen. Die türkische Sprachgemeinschaft ist unter allen Turkspra- chen die westlichste und zahlenmäßig größte. Das moderne Türkisch unterscheidet sich vor allem im Vokabular, teilweise aber auch in Morphologie und Syntax beträchtlich von seinem Vorgänger Osmanisch, das von persi- schen und arabischen Elementen dominiert war. Es wird seit 1928 in einem lateinisch-ba- sierten Alphabet geschrieben. Seit den 1930er Jahren wurde die Sprache im Rahmen der Verwestlichungspolitik massiv reformiert.

XVI. Systeme morphologischer Struktur: Sprachskizzen

Tobin, Yishai (1993), Aspect in the English Verb:

Process and Result in Language. London, New York: Longman

Tobin, Yishai (1994), Invariance, Markedness and Distinctive Feature Analysis: A Contrastive Study at Sign Systems in English and Hebrew. Amsterdam, Philadelphia: John Benjamins

Tobin, Yishai (1997), Phonology as Human Behav- ior: Theoretical Implications and Clinical Applica- tions. Durham/NC, London: Duke University Press

Yishai Tobin, Be’er Sheva (Israel)

2. Agglutination und Allomorphie

Die Flexion im Türkischen erfolgt durch Suf- fixe. Da diese mit ganz wenigen Ausnahmen jeweils nur eine grammatische Kategorie symbolisieren, so daß zum Ausdruck einer Kombination mehrerer grammatischer Kate- gorien an einem Stamm mehrere Suffixe anei- nandergefügt werden müssen, werden Spra- chen dieses Typs als agglutinierend bezeich- net. Das Türkische gilt (und durchaus nicht zu unrecht) als einer der typischsten Vertreter des agglutinierenden Sprachbaus. Doch las- sen sich regional in der Umgangssprache An- sätze von Suffixfusion hin zu Kumulativmor- phemen beobachten. So sind im Standard As- pekt- und Personalsuffixe (siehe 4.4) klar seg- mentierbar, z. B. gel-iyor-sun ‘komm-prog- 2.sg (du kommst)’ oder gel-ecek-sin ‘komm- fut-2.sg (du wirst kommen)’. In der Um- gangssprache wird hieraus regional gelegent- lich gel-iyon und gel-icen. Eine Konsequenz der Fusion ist die, daß die Interrogativparti- kel nicht mehr, wie im Standard, zwischen Aspekt- und Personalsuffix treten kann, und so wird gel-iyor mu-sun? ‘komm-prog int- 2.sg (kommst du?)’, zu geliyon mu? (analog hierzu gelecek misin? > gelicen mi? ‘wirst du kommen?’) restrukturiert. Ansonsten ist die Flexion des Türkischen fast ausnahmslos re- gelmäßig. Die Agglutination führt zusammen mit ei- nem beachtlichen Synthesegrad dazu, daß in extremen Fällen relativ lange Wortformen entstehen können, die aus einer ein- oder zweisilbigen Wurzel und einer Abfolge von

126. Türkisch (Turk)

Derivationssuffixen, stammbildenden Suffi- xen und Flexionssuffixen bestehen wie in (1):

(1) yapıs¸tırılamadıklarındandır yapıs¸-tır-ıl-ama-dık-lar-ın-dan-dır

mach:rez(kleb)-kaus-pass-npot-

oblpart-pl-poss.3-abl-pr‰d

‘(das) gehört zu denen, die nicht ange- klebt werden konnten.’

Andere Bildungstypen kommen nur in der Wortbildung und auch dort nur relativ ver- einzelt vor, nämlich Komposition, marker- lose Konversion und Reduplikation. Phonologisch konditionierte Allomorphie im Türkischen ist hauptsächlich unter dem Begriff Vokalharmonie bekannt. Diese kann, grob gesagt, als eine Art progressiver Assimi- lation auf der Ebene der Vokale beschrieben werden (also über die dazwischenliegenden Konsonanten hinweg), und sie betrifft haupt- sächlich die Vokale von Suffixen. Man kann das so interpretieren, daß einige der Merk- male der Vokale dieser Suffixe in ihrer Lexi- koneintragung zunächst unspezifiziert blei- ben, also z. B. für [hinten] oder [rund], und daß diese dann vom entsprechenden Merk- mal des letzten Stammsuffixes bzw. des in der Suffixkette vorangehenden Suffixes spezifi- ziert werden (vgl. z. B. Bassarak 1996). Dabei sind die Suffixe, die überhaupt über mehrere Formen verfügen, mindestens hinsichtlich des Merkmals [hinten] differenziert, also a vs. e oder ı und u vs. i und ü, während bei Suffi- xen, die hinsichtlich mehrerer Merkmale dif- ferenziert sind, zusätzlich noch zwischen nicht-runden (ı und i) und runden Vokalen (u und ü) unterschieden werden muß. Wenn im folgenden ein Suffix mit dem Vokal a oder dem Vokal ı angegeben wird, ist dies also so zu verstehen, daß dieses Suffix zwei bzw. vier sich lediglich im Vokal voneinander unter- scheidende Formen hat. Nicht nur der Vokal eines Suffixes kann an die vorhergehende Silbe angepaßt werden, sondern auch der Anlautkonsonant eines Suffixes. Dies betrifft im Türkischen vor al- lem die Konsonantenpaare d/t (2 a) und c/c¸ (2 b), seltener g/k.

(2) (a) gel-di,

komm-pr‰t(3.sg) yap-tı

mach-pr‰t(3.sg)

‘er/sie kam, er/sie machte’

(b) Alman-ca,

Türk-c¸e

deutsch-advr

türkisch-advr

‘(auf) deutsch, (auf) türkisch’

Wie das Beispiel -dı/-di/-du/-dü/-tı/-ti/-tu/-tü zeigt, können daher Suffixe, die sowohl der

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Vokalharmonie als auch der konsonantischen Angleichung unterliegen, damit je nach ihrem phonetischen Vorgängerkontext bis zu acht verschiedene Formen annehmen. Neben den umgebungsbedingten Verände- rungen der phonologischen Form der türki- schen Suffixe (Vokalharmonie und konso- nantische Angleichung) gibt es noch weitere Veränderungen, die ebenfalls mit der phono- logischen Form des Stammauslauts bzw. des Auslauts des Vorgängersuffixes zusammen- hängen, und zwar damit, ob dieser dem Suf- fix vorangehende Auslaut vokalisch oder konsonantisch ist. Es ist ja klar, daß nicht je- des Suffix nach jedem beliebigen vorangehen- den Auslaut gleich gut artikuliert werden kann. Hinzu kommt, daß die Silbenstruktur- regeln des Türkischen Konsonantencluster nur in beschränktem Maße und Vokalkombi- nationen im Prinzip gar nicht erlauben. Des- halb haben einige türkische Suffixe zwei An- lautformen, deren Verwendung davon ab- hängt, ob sie auf einen Vokal oder auf einen Konsonanten folgen, wie z. B. -(y)ı (3 a), oder -(s)ı (3 b).

(3) (a) ev-i,

kapı-yı

Haus-akk

Tür-akk

(b) ev-i,

kapı-sı

Haus-poss.3

Tür-poss.3

Um beim Anhängen des Progressivsuffixes -ıyor an einen auf Vokal auslautenden Stamm eine Sequenz aus zwei Vokalen zu vermeiden, wird der zum Stamm gehörige Vokal getilgt. Diese Regel erklärt, warum die Progressiv- formen zweier Verbstämme wie yık- ‘zerstö- ren’ und yıka- ‘waschen’ identisch sind. In beiden Fällen erhält man yık-ıyor.

3.

Nominalflexion

3.1. Numerus, Definitheit und Kasussystem Im Türkischen werden nicht (wie etwa in zahlreichen indo-europäischen Sprachen) die einzelnen Bestandteile eines Nominalsyntag- mas, sondern das Syntagma als Ganzes flek- tiert. Es gibt somit keine Kongruenz zwi- schen Adjektiven, Pronomen und ihrem Be- zugswort, Flexionssuffixe erscheinen lediglich am Ende des Syntagmas. Die Numerus-Opposition wird mit Hilfe des Pluralsuffixes -lar/-ler ausgedrückt, wobei das Fehlen dieses Suffixes in bestimmten Kontexten einer Neutralisierung besagter Op- position, also einer transnumeralen Verwen- dung entspricht (4).

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(4) Kitap

oku-dum.

Buch

les-pr‰t(3.sg)

‘Ich habe (in) ein(em) Buch/(in) einige(n) Bücher(n) gelesen.’

Der Ausdruck der Numerus-Opposition ist also bei indefiniten direkten Objektkomple- menten fakultativ, was mit der universellen Tendenz zur Koaleszenz von transitiven Ver- ben mit schwach individuierten Objektkom- plementen zusammenhängt (vgl. deutsch Zei- tung lesen, Fenster putzen u. ä.). Je nach syn- taktischer Rolle stehen verschiedene Mittel zum Ausdruck unterschiedlicher Definitheits- grade zur Verfügung, z. B. Wortstellung, in- definiter Artikel oder Indefinit- und Demon- strativpronomen. Hier soll nur die Rolle des Akkusativsuffixes im Rahmen der differen- tiellen Objektmarkierung kurz beschrieben werden. Individuation ist eine Kombination verschiedener Eigenschaften wie Empathie, Referentialität und Definitheit. Daraus ergibt sich, daß der Sprecher stets am stärksten in- dividuiert ist. Er ist somit prädestiniert für die Rolle des Agens, das wiederum typischer- weise als Subjekt erscheint. Ist er Referent ei- nes Objektkomplements, ist dies weniger ty- pisch und wird daher in vielen Sprachen mor- phologisch signalisiert. Neben dem Sprecher können zunächst weitere menschliche oder allgemein belebte, schließlich auch sonstige definite oder lediglich referentielle Entitäten zur Kategorie der höher individuierten Prota- gonisten gezählt werden, wie das Nominal- syntagma bir ög˘renci-yi in (5).

(5) Sevim ein ög˘renci-yi

bir

ara-dı.

Sevim

Schüler-akk such-pr‰t(3.sg)

‘Sevim suchte einen (bestimmten) Schü- ler.’

Geringer individuierte Entitäten sind besser als Patiens geeignet und werden daher in der Objektposition nicht besonders symbolisiert, wie in (6).

(6) Sevim

Sevim c¸ars¸ı-ya

Markt-all gid-ip

(bir)

geh-advr ein

karpuz

Melone kauf-pr‰t(3.sg) ‘Sevim ging auf den Markt und kaufte

(eine) Melone(n).’

Dies erklärt das Fehlen des Akkusativsuffixes in (6), wo auf eine oder mehrere beliebige (zudem anempathische) Melonen verwiesen wird, und sein Vorhandensein in (5), wo das Objektkomplement zwar indefinit, aber refe- rentiell (und zudem empathisch) ist (vgl.

al-dı.

XVI. Systeme morphologischer Struktur: Sprachskizzen

Dede 1986). Die Grenze zwischen markiert und unmarkiert ist je nach Sprache unter- schiedlich definiert. Die universelle Funktion differentieller Objektmarkierung ist in jedem Falle die Signalisierung weniger typischer, also gewissermaßen “unerwarteter” Objekt- komplemente. Während also der Nominativ immer und der Akkusativ teilweise suffixlos sind (was in der Zentralität dieser beiden Fälle begründet ist), ist das Verhalten der restlichen vier Ka- sus weniger auffällig: Genitiv (-(n)ın), Loka- tiv (-da), Ablativ (-dan), sowie ein Allativ, der den Funktionsbereich des Dativs mit ab- deckt, auf -(y)a. Der Instrumental oder Ko- mitativ mit dem Suffix -(y)la, hervorgegan- gen aus der Postposition ile ‘mit’, weist in- folge von Grammatikalisierung einige Eigen- schaften von Kasus auf (z. B. Suffixstatus und damit Bildung von Allomorphen gemäß Vokalharmonie), ist aber noch nicht voll grammatikalisiert (vgl. auch Bassarak 1988).

3.2. Possessivkonstruktionen und Suffixreihenfolge Den Possessivpronomina im Deutschen und zahlreichen anderen Sprachen entsprechen im Türkischen Possessivsuffixe (s. Art. 103).

Numerus Singular Plural Person des Possessors 1. -(ı)m -(ı)mız 2. -(ı)n -(ı)nız 3. -(s)ı(n) -[lar]ı(n)
Numerus
Singular
Plural
Person
des Possessors
1. -(ı)m
-(ı)mız
2. -(ı)n
-(ı)nız
3. -(s)ı(n)
-[lar]ı(n)

Tab. 126.1: Possessivsuffixe des Türkischen

So heißt also baba-n ‘dein Vater’ oder ev-imiz ‘unser Haus’. Die Reihenfolge der Suffixe ist im Maximalfall Substantivstamm Nume- rus Possessiv Kasus ( postprädikative Suffixe). Die Anordnung der Suffixe unter- liegt also einer festen Reihenfolge. Beim Possessivsuffix der dritten Person kann sowohl der Plural des durch das Sub- stantiv bezeichneten Objekts als auch der Plural des Possessors durch das Pluralsuffix -lar gekennzeichnet werden, so daß ohne Kontext nicht immer entscheidbar ist, wessen Plural hier gemeint ist. Und da das Suffix -lar in dem Falle, daß sowohl das Objekt als auch der Possessor mehrzahlig sind, nicht verdop- pelt werden kann, hat eine Form mit der Suf- fixkombination -ları/-leri unter Umständen sogar drei Lesungen:

126. Türkisch (Turk)

 

1361

 

1. Sg.

1. Pl.

2. Sg.

2. Pl.

3.

 

jener

diese(r/s)

folgende(r/s)

Singular

Nom./Ind.

ben

biz

sen

siz

o

bu

s¸u

Genitiv

ben-im

biz-im

sen-in

siz-in

on-un

bun-un

s¸un-un

Dativ

ban-a

biz-e

san-a

siz-e

on-a

bun-a

s¸un-a

Akkusativ

ben-i

biz-i

sen-i

siz-i

on-u

bun-u

s¸un-u

Ablativ

ben-den

biz-den

sen-den

siz-den

on-dan

bun-dan

s¸un-dan

Lokativ

ben-de

biz-de

sen-de

siz-de

on-da

bun-da

s¸un-da

Plural

Nom./Ind.

biz-ler

siz-ler

on-lar

bun-lar

s¸un-lar

Genitiv

biz-ler-in

siz-ler-in

on-lar-ın

bun-lar-ın

s¸un-lar-ın

Dativ

biz-ler-e

siz-ler-e

on-lar-a

bun-lar-a

s¸un-lar-a

Akkusativ

biz-ler-i

siz-ler-i

on-lar-ı

bun-lar-ı

s¸un-lar-ı

Ablativ

biz-ler-den

siz-den-ler

on-lar-dan

bun-lar-dan

s¸un-lar-dan

Lokativ

biz-ler-de

siz-ler-de

on-lar-da

bun-lar-da

s¸un-lar-da

Tab. 126.2: Pronominalflexion

(7) ev-ler-i

Haus-pl-poss.3

‘seine/ihre (Sg.) Häuser’/ ‘ihr (Pl.) Haus’/ ‘ihre (Pl.) Häuser’

Klarheit kann in solchen Fällen ein lexikali- scher Possessor schaffen. Dieser steht im Ge- nitiv vor dem Possessum-Nominal, das mit dem Possessivsuffix der dritten Person verse- hen wird. Die possessive Relation wird also zweifach ausgedrückt, die redundante Wie- derholung des Pluralsuffixes entfällt jedoch, wenn die Pluralität schon an anderer Stelle ausgedrückt wird (8).

(8) kadın-lar-ın

ev-i

Frau-pl-gen

Haus-poss.3

‘das Haus der Frauen’

Daneben existiert in der Umgangssprache eine Konstruktion aus Personalpronomen im Genitiv, was einem Possessivpronomen gleichkommt, und suffixlosem Possessor-No- minal (9).

(9) biz-im

ev

ev-imiz

1.pl-gen Haus

Haus-poss.1.pl

‘unser Haus’

3.3. Pronominalflexion Im Unterschied zu den Substantiven können bei den Demonstrativpronomina (proximal bu, mesial s¸u, distal o) nur die Kategorienge- füge Numerus und Kasus und bei den Perso-

nalpronomina (ben, sen, o, Plural biz, siz, on- lar) nur der Kasus symbolisiert werden. Die Kasussuffixe sind im wesentlichen die glei- chen wie bei den Substantiven. Nur im Geni- tiv gibt es eine Modifikation, die aber nur die

1. Person betrifft (-im statt -(n)ın). Diese

Formen können als schwach suppletiv gelten. Es ist aber kein Zufall, daß sich eine solche assimilatorisch bedingte Irregularität ledig- lich im Bereich der Pronomina durchsetzen und halten konnte, da diese ohnehin allge-

mein stark zur Suppletion tendieren. Außer- dem gibt es bei den Personalpronomina der

1. und 2. Person Singular im Dativ eine

Stammveränderung von -e zu -a (ben/sen vs. bana/sana), also einen der für eine agglutinie- rende Sprache seltenen Fälle von schwacher Suppletion. O ist sowohl das Personalpronomen der 3. Person Singular und (zusammen mit dem Pluralsuffix, also in der Form onlar) Plural als auch das Demonstrativpronomen ‘jene(r/ s)’. Die Formen bizler und sizler, also Plural- formen von Personalpronomina, die bereits Pluralia sind, entsprechen ungefähr ‘wir alle’ bzw. ‘ihr/Sie alle’.

4.

Verbalmorphologie

4.1. Stammbildende Suffixe Die Flexion der Verben erfolgt durch Suffixe, die an den Stamm angehängt werden. Dieser kann durch die reine Verbwurzel alleine re-

1362

präsentiert sein oder durch Verbindungen von einer Verbwurzel mit solchen Suffixen, die vor dem Infinitivsuffix -mak stehen kön- nen. Die Reihenfolge dieser stammbildenden Suffixe liegt im Türkischen fest (s. auch Art.

118).

In der ersten Position unmittelbar nach der Verbwurzel kann das Reflexivsuffix -(ı)n oder das Reziproksuffix -(ı)s¸ stehen. Hierbei handelt es sich um valenzreduzierende Ope- rationen (s. Art. 107). In der zweiten Position kann ein valenzerweiterndes Kausativsuffix stehen. Das Kausativsuffix kann die For- men -tır, -(ı)r/-ar und -(ı)t haben. Die Vertei- lung zwischen diesen drei bzw. vier Suffixal- lomorphen ist nur teilweise phonologisch konditioniert und in vielen Fällen lexikalisch determiniert. Die dritte Position ist dem Ka- tegoriengefüge Aktiv/Passiv vorbehalten. Das Aktiv ist suffixlos, das Passiv hat das Suffix -ıl/-(ı)n. Die Verteilung zwischen diesen bei- den Suffixvarianten ist in diesem Falle strikt phonologisch geregelt. In der vierten Position nach der Verbwurzel kann das Negationssuf- fix -ma stehen. Zu beachten ist, daß das Ne- gationssuffix -ma nicht betonbar ist, so daß in der Regel die Silbe vor diesem Suffix den Wortakzent trägt. Dadurch ist das Beto- nungsmuster eines negierten Verbs gegenüber dem eines positiven (affirmierten) Verbs stark distinktiv. Die fünfte Position wird von den Suffixen des Kategoriengefüges (Non-)Poten- tial eingenommen. Das Potentialsuffix ist -(y)abil, wobei aus dieser Darstellung schon hervorgeht, daß der erste Teil des Suffixes ((y)a/(y)e) der Vokalharmonie unterliegt, der zweite Teil, der mit dem Stamm des Verbs bil- mek ‘können, wissen’ identisch ist, hingegen nicht. Die negierte Form lautet -(y)ama (vo- kalharmonisch, wechselt also mit -(y)eme). Die Reihenfolge der Suffixe illustriert das Kontinuum zwischen Derivation (näher an der lexikalischen Wurzel) und Flexion (näher an den grammatischen Aspekt-/Tempus- und Personalsuffixen).

(10) Bun-u

dies-akk yap-abil-ir-sin.

mach-pot-disp-2.sg

‘Du kannst das machen.’

(11) Bun-u

dies-akk yap-ama-z-sın.

mach-npot-disp-2.sg

‘Du kannst das nicht machen.’

In der sechsten Position, also nach den stammbildenden Suffixen, können das Infini- tivsuffix -mak, einige weitere umkategorisie- rende Suffixe sowie die Tempus- und Modus-

XVI. Systeme morphologischer Struktur: Sprachskizzen

suffixe stehen. Der Infinitiv dient in Wörter- büchern als Zitierform des betreffenden Verbs.

4.2. Partizipialkonstruktionen 4.2.1. Partizipien mit Attributstatus Von Verben können zahlreiche Partizipien abgeleitet werden, die die Funktion der Sub- ordinatoren (Pronomen und Konjunktionen) indo-europäischer Sprachen erfüllen. Für Relativkonstruktionen werden die Suffixe -(y)an und -dık verwendet. Ist das Subjekt des Verbs der Relativkonstruktion mit dem Subjekt des Verbs der Matrixklause identisch, wird ein Partizip auf -(y)an/-(y)en gebildet.

(12) Yaklas¸-an

adam-ı

ta

sich.näher-sbjpart Mann-akk schon

uzak-tan gör-dü-m. fern-abl seh-pr‰t-1.sg ‘Den sich nähernden Mann sah ich schon von weitem.’

Hingegen kann ein Partizip auf -dık verschie- dene oblique syntaktische Rollen repräsentie- ren, z. B. ein allatives Komplement in (13). Das Subjekt der Relativkonstruktion er- scheint dann in Form eines Possessivsuffixes am Partizip, ein lexikalisches Subjekt steht entsprechend im Genitiv.

(13) Elif-in

Elif-gen git-tig˘-i

geh-oblpart-poss.3.sg

yer-i

bil-m-iyor-um.

Ort-akk wiss-neg-prog-1.sg ‘Den Ort, zu dem Elif gegangen ist/geht, kenne ich nicht.’

Dieses Partizip kann sowohl Präsens- als auch Vergangenheitsbedeutung haben. Das System der Tempusoppositionen ist also in der Subordination stark reduziert. Soll eine Vergangenheitsbedeutung eindeutig hervor- gehoben werden, wird ein zusammengesetztes Partizip verwendet.

(14) Elif-in

Elif-gen git-mis¸

ol-dug˘-u

aux.detr-oblpart-poss.3.sg Ort-akk bil-m-iyor-um.

wiss-neg-prog-1.sg

geh-part.pf

yer-i

‘Den Ort, zu dem Elif gegangen ist, kenne ich nicht.’

Nachzeitigkeit wird durch -(y)acak zum Aus- druck gebracht.

126. Türkisch (Turk)

(15) Elif-in

Elif-gen gid-eceg˘-i

geh-part.fut-poss.3.sg

yer-i bil-m-iyor-um. Ort-akk wiss-neg-prog-1.sg ‘Den Ort, zu dem Elif gehen wird, kenne

ich nicht.’

1363

im strengen Sinne abgeschlossen. Hier seien die wichtigsten Verbaladverbsuffixe und die Konjunktionen, die ihnen in etwa entspre- chen, aufgeführt:

 

-(y)ıp

‘und’ ‘indem’ ‘immer wenn’, ‘so oft/ solange als’, ‘in dem Maße wie’ ‘sobald’, ‘wenn’ ‘seit’ ‘ohne zu’ ‘ohne zu’ ‘anstatt zu’ ‘anstatt zu’ ‘sobald’

4.2.2. Partizipien mit Komplementstatus Die Partizipien auf -dık und -(y)acak können auch als Komplemente eines Verbs er- scheinen.

-(y)arak

-dıkc¸a

-(y)ınca -(y)alı -madan -maksızın -(y)acag˘ına -maktansa -r -maz -(y)a -(y)a

(16) Elif-in

nere-ye

Elif-gen wo-all git-tig˘-in-i

geh-oblpart-poss.3.sg-akk

bil-m-iyor-um.

wiss-neg-prog-1.sg

‘Ich weiß nicht, wohin Elif geht/gegan- gen ist.’

‘indem

ständig’

 

In dieser Strukturposition trifft man auch den flektierbaren verkürzten Infinitiv auf -ma/-me an.

(17) Elif-in

Elif-gen gel-me-si-ni

komm-inf-poss.3-akk

iste-di-m.

woll-pr‰t-1.sg

‘Ich wollte, daß Elif kommt/kommen soll.’

Die Distribution von -dık/-(y)acak vs. -ma hängt von der Semantik des regierenden Verbs ab. Tendenziell werden die zuerst ge- nannten Formen nur gebraucht, wenn sich eine Handlung tatsächlich ereignet hat oder absehbar ist, während der verkürzte Infinitiv auch für eventuell eintretende Handlungen gebraucht werden kann. So wird der ver- kürzte Infinitiv vor allem bei Verben des Wünschens, Bittens und Befehlens gebraucht (Tekinay 1988: 296), während bei Kogniti- onsverben die Possessivpartizipien bevorzugt werden. Diese Einteilung erinnert an Modus- oppositionen bei der Subordination in indo- europäischen Sprachen.

4.3. Verbaladverbien Das Türkische verfügt über zahlreiche Suffixe zum Ausdruck adverbialer Subordination. Diese können zwar wie eine finite Verbform Subjekt, Objekt und sonstige Dependenten haben, weisen aber keine Kongruenz mit dem Subjekt auf. Die Klasse der Verbaladverbien (auch Ge- rundien oder Konverbien genannt) ist nicht

Tab. 126.3: Verbaladverbsuffixe

4.4. Tempus, Aspekt, Modus Nach den in 4.1 aufgeführten stammbilden- den Suffixen stehen Aspekt- und/oder Tem- pussuffixe, an die dann die Personalsuffixe tre- ten. Die Aspektsuffixe -ıyor {progressiv}, -mıs¸ {perfektiv}, -(y)acak {prospektiv/fu- tur}, -(ı)r {dispositiv} können jeweils mit den Tempussuffixen -Ø {unmarkiertes pr‰sens} oder -dı {pr‰teritum} kombiniert werden. Je nach dem Virtualitätsgrad der As- pekt-Tempus-Konstellation ist der Übergang zu modalen Bedeutungen fließend. Zur Illust- ration enthält (18) einige Kombinationen:

(18) (a) yaz-ıyor-Ø-um

schreib-prog-pr‰s-1.sg

 

‘ich schreibe’

(b)

gel-mis¸-ti-k

komm-pfv-pr‰t-1.pl

‘wir waren gekommen’

(c)

gel-ecek-ti-n

komm-fut-pr‰t-2.sg

‘du beabsichtigtest zu/wolltest kom- men’

(d)

oku-r-du-m

les-disp-pr‰t-1.sg

‘ich hätte gelesen/las regelmäßig’

Während im Präteritum die Aspektposition leer bleiben kann (oku-du-m ‘les-pr‰t-1.sg’ entspricht einem punktuellen Geschehen in der Vergangenheit), ist im (unmarkierten) Präsens die Aspektmarkierung obligatorisch.

1364

XVI. Systeme morphologischer Struktur: Sprachskizzen

Possessiv-

Personalsuffixe

suffixe

Normalfall

nach -dı/-sa

beim Imp./Opt.

Singular

1. -(ı)m

-(y)ım

-m

-ayım

2. -(ı)n

-sın

-n

3. -(s)ı(n)

-sın

Plural

1. -(ı)mız

-(y)ız

-k

-alım

2. -(ı)nız

-sınız

-nız

-ın(ız)

3. -[lar]ı(n)

[-lar]

[-lar]

-sın[lar]

Tab. 126.4: Possessiv- vs. Personalsuffixe

Während der prospektive Aspekt im Präsens nichts anderes als ein Futur ergibt (allerdings ein objektiv vorhersehendes, denn für Ab- sichtserklärungen wird der Dispositiv bevor- zugt), ist die Abgrenzung zwischen Progressiv und Dispositiv von mehreren Faktoren ab- hängig. Der wichtigste dürfte der Aktualitäts- oder Realisierungsgrad der Situation sein, wobei für reale (wirklich stattfindende) Situa- tionen der Progressiv, für virtuelle (verallge- meinerte, denkbare, beabsichtigte) Situatio- nen der Dispositiv bevorzugt wird. Beim Pro- gressiv wird also etwas über ein Ereignis aus- gesagt, beim Dispositiv wird hingegen dem Referenten des Subjekts eine Disposition (Neigung, Eignung) zu der im Verb ausge- drückten Tätigkeit zugeschrieben (vgl. Sa- vas¸ır 1986). Der perfektive Aspekt schließlich hat sich weiter grammatikalisiert, hat außer bei der Bildung des Plusquamperfekts (und als attributives Partizip) evidentielle Bedeu- tung und kann in dieser Funktion an die an- deren Aspektsuffixe angehängt werden (vgl. Aksu-Koc¸ 1986). Mit Einschränkungen kön- nen nicht-tempusmarkierte Aspektformen at- tributiv verwendet werden. Konditionalgefüge werden mit Hilfe des Suffixes -(y)sa gebildet, das an die Aspekt- suffixe angehängt wird.

(19) Sen

dıs¸-ın-dan

yurt

2.sg Heimat Äusseres-poss.3-abl

gel-iyor-sa-n

komm-prog-kond-2.sg borc¸

al-ama-z-sın.

nehm-npot-disp-2.sg

‘Wenn du aus dem Ausland kommst, kannst du kein Geld leihen.’

Schulden

Die Kombinationsmöglichkeiten des Debitiv- suffixes -malı innerhalb der Verbform sind stark eingeschränkt, so daß komplexere Konstellationen durch periphrastische Kon- struktionen ausgedrückt werden (vgl. 20 a vs. 20 b). Derartige Konstruktionen existieren auch für den Potential (20 c) (nicht aber beim Volitional, der immer persönlich ausge- drückt wird).

(20) (a) Gel-meli-yim.

komm-oblg-1.sg

‘Ich muß kommen.’

(b)

Gel-me-m

komm-inf-poss.1.sg

gerek-ecek.

nötig.sein-fut(3.sg)

‘Ich werde kommen müssen.’

(c)

Gel-me-m

komm-inf-poss.1.sg

imkaˆnsız-dı.

unmöglich-pr‰t(3.sg)

‘Ich konnte nicht kommen.’

Die Personalsuffixe sind den Possessivsuffi- xen sehr ähnlich, besetzen allerdings andere Strukturpositionen. Die Personalsuffixe können zusammen mit einigen der Tempus-Aspekt-Suffixe auch wie eine Kopula an Prädikatsnominale ange- hängt werden, z. B. ögrenci-ydi-m ‘Student- pr‰t-1.sg (ich war Student)’. Die Vielzahl der Suffixe, die einer Verb- wurzel folgen können, ist eine hervorragende Illustration des agglutinierenden Sprachty- pus. Der Übersicht halber dürfte es nützlich sein, hier noch einmal alle potentiell mögli- chen Suffixe mit ihren Positionen aufzulisten (s. Bassarak 1997):

126. Türkisch (Turk)

Pos. 0:

Verbwurzel

1:

Reflexiv/Reziprok

2:

Kausativ

3:

Passiv

4:

Negation

5:

Potential/Non-Potential

6:

(0 5 Verbstamm) Tempus- und Modussuffixe, umka-

7:

tegorisierende Suffixe (Infinitiv, Verbalnomina, Verbaladjektive, Verbaladverbien) Numerus

8:

Possessivsuffixe

9:

Kasus

10:

Fragepartikel

11:

postprädikative Aspekt-Enklitika

12:

Personalsuffixe

10 a: Alternativposition der Fragepar-

13:

tikel Prädikativitätssuffix -dır

7 a: Alternativposition des Numerus

Tab. 126.5: Positionen der Suffixe

In Tab. 126.6 werden noch einmal einige mögliche Kombinationen von Suffixen ab Position 6 demonstriert:

5.

Wortbildung

Wie man es von einer agglutinierenden Spra- che erwartet, hält das Türkische eine ganze Reihe von verbalen und nominalen Derivati- onsmöglichkeiten bereit. (21) illustriert das bei der Bildung von Verben aus Nomina pro- duktivste Suffix -la.

1365

(21) imza-la-mak Unterschrift-vr-inf ‘unterschreiben’ temiz-le-mek sauber-vr-inf ‘reinigen’ fırc¸a-la-mak Bürste-vr-inf ‘bürsten’

Es gibt mindestens 17 Suffixe zur Bildung von Verbalnomina, darunter das sehr pro- duktive -lık.

(22) güzel-lik schön-nr ‘Schönheit’ göz-lük Auge-nr ‘Brille’ söz-lük Wort-nr ‘Wörterbuch’

Auch Komposition, wie in büyükanne ‘Groß- Mutter’, spielt eine gewisse Rolle. Abschlie- ßend noch einige Beispiele für Reduplikation. Es gibt im wesentlichen zwei Typen: vollstän- dige und partielle Reduplikation.

(23) adım adım ‘schrittweise, Schritt für Schritt’ (von adım ‘Schritt’) elele ‘Hand in Hand’ (von el ‘Hand’) ara sıra ‘dann und wann’ (unechte Re- duplikation aus: ara ‘Zwischenraum’ sıra ‘Zeitpunkt’)

Reduplikationen von Teilen der ersten Silbe von Adjektiven haben eine Art Steigerungsef- fekt (s. (24)), besonders bei Farben (s. (25)).

(24) epeski ‘uralt’ (von eski ‘alt’) besbelli ‘völlig klar’ (von belli ‘klar’)

0 5 Stamm

6

7

8

9

10

11

12

13

7 a

tm/vn

num

poss

kasus

qu

pp

ps

-dır

num

yap

ar

ım

yap

mıs¸

m

yap

ıyor

mus¸

sun

yap

ar

sınız

yap

acak

lar

yap

mıs¸

lar

dır

yap

mıs¸

tır

lar

yap

ar

ken

yap

mıs¸

ydı

nız

yap

mıs¸

sın

dır

yap

ıyor

lar

sa

yap

mak

ta

dır

lar

yap

mak

ta

yken

yap

tık

lar

ımız

dan

ymıs¸

1366

(25) bembeyaz ‘reinweiß’ (von beyaz ‘weiß’) kapkara ‘kohlrabenschwarz’ (von kara ‘schwarz’)

Der einzige produktive Typ von Reduplika- tion ist der mit m-Anlaut, der bei allen Sub- stantiven möglich ist, die nicht schon mit m be- ginnen, und der etwa ‘N und/oder so(was)’ bedeutet:

(26) kitap mitap ‘Bücher und so’ (von kitap ‘Buch’).

6. Illustrativer Text

(27) Vatan-das¸-lar-ın Heimat-Gefährte-pl-gen

c¸og˘-u,

viel-poss.3

˙

I

englisch-pl-gen yönetim

merkez-ler-in-i

Zentrum-pl-poss.3-akk

kendi el-ler-in-de eigen Hand-pl-poss.3-lok

tut-ma-lar-ın-dan

halt-inf-pl-poss.3-abl und chinesisch

ngiliz-ler-in

Leitung

uzun yıl-lar

lang jahr-pl

ve

C¸ in

köken-li-ler-i

Wurzel-adjr-pl-akk bilinc¸-li

Bewußtsein-adjr

ol-arak

politika-dan

aux.detr-advr

Politik-abl

uzak-las¸-tır-ma-lar-ın-dan

fern-proz-kaus-inf-pl-poss.3-abl

yakın-ıyor-lar.

Özel-lik-le

klag-prog(3)-pl

besonders-nr-komit

˙

englisch yönetim-i-nin

auch

demokratik

demokratisch Recht-pl-akk c¸ok

uygula-ma-ya

anwend-inf-all koy-ma-sı

eles¸tir-il-iyor.

kritisier-pass-prog(3.sg)

ilk

de

de

ngiliz

I

Leitung-poss.3-gen

hak-lar-ı

sehr gec¸

spät

stell-inf-poss.3

Gerc¸ek-ten

wirklich-abl

özgür

auch Hongkong-da

Hongkong-lok erst frei

parlamento sec¸im-ler-i

bin

Parlament

Wahl-pl-poss.3 tausend

dokuz yüz

doksan

bes¸-te

neun

yap-ıl-dı.

mach-pass-pr‰t(3.sg)

hundert neunzig fünf-lok

XVI. Systeme morphologischer Struktur: Sprachskizzen

‘Die meisten Bürger klagen darüber, daß die Engländer die Schaltstellen viele Jahre lang in ihren eigenen Händen gehalten hätten und die Chinesischstämmigen bewußt von der Po- litik ferngehalten hätten. Besonders wird auch kritisiert, daß die englische Verwaltung demokratische Reformen sehr spät durchge- führt habe. Und in der Tat wurden die ersten freien Parlamentswahlen in Hongkong 1995 durchgeführt.’

7. Unübliche Abkürzungen

disp

Dispositiv

npot

Non-Potential

oblpart

Obliquegerichtetes Partizip

sbjpart

Subjektgerichtetes Partizip

pr‰d

Postprädikatives Suffix

8. Zitierte Literatur

Aksu-Koc¸, Ayhan (1986), “The Acquisition of Past Reference in Turkish”. In: Slobin & Zimmer (Hrsg.), 247 264

Bassarak, Armin (1988), “Morphologisierungsten- denzen im Türkischen”. In: 2. Jenaer Semantik- Syntax-Symposium, Wissenschaftliche Beiträge der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 222 233

Bassarak, Armin (1996), “On Turkish Vowel Har- mony”. In: Rona, Bengisu (Hrsg.), Current Issues in Turkish Linguistics. Proceedings of the Fifth In- ternational Conference on Turkish Linguistics. School of Oriental and African Studies, 15 17 Au- gust, 1990, Bd. I. Ankara: Hitit Yayınevi, 23 27

Bassarak, Armin (1997), “On the Position of the

Question Marker in Turkish (An Integrated Model

˙

of Turkish Inflection Revised)”. In: I mer, Kaˆ mile &

Uzun, N. Engin (Hrsg.), Proceedings of the VIIIth International Conference on Turkish Linguistics, August 7 9, 1996, Ankara, 183 190

Dede, Müs¸erref (1986), “Definiteness and Referen- tiality in Turkish Verbal Sentences”. In: Slobin & Zimmer (Hrsg.), 147 163

˙

Savas¸ır, I skender (1986), “Habits and Abilities in

Turkish”. In: Slobin & Zimmer (Hrsg.), 137 146

Slobin, Dan Isaac & Zimmer, Karl (1986, Hrsg.), Studies in Turkish Linguistics. Amsterdam, Phila- delphia: Benjamins (Typological Studies in Lan- guage 8)

Tekinay, Alev (1988), Günaydın: Einführung in die moderne Türkische Sprache, Teil 2. Wiesbaden:

Ludwig Reichert

Armin Bassarak, Berlin (Deutschland) Gerd Jendraschek, Toulouse (Frankreich)