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Auserwählte Fußnoten

zum Projekt „Konzentriertes Lesen“

Einführung

Am 17.7.2008 habe ich das interessante Experiment einer konzentrierten Lesephase gestartet. In gut vier Monaten las ich 120 Bücher, d.h. durchschnittlich 1 Buch pro Tag. Dabei dokumentierte ich alle mir wichtigen Details in einer Datenbank Konzentriertes Lesen, die mittlerweile auf etwa 175 Einträge herangewachsen ist. Etwa 90% dieser Bücher hatte ich zuvor schon mal gelesen und bereits vorhandene Notizen wurden ebenfalls erfasst. Die Bücher wurden in einer zufälliger Reihenfolge gelesen, die in der Datenbank nachvollziehbar ist. Die Auswirkung einer solchen Arbeitsweise ist wirklich erstaunlich. Eine dermaßen konzentrierte Lesephase erlaubt es m.E. Zusammenhänge aus dem Kurzzeitgedächtnis heraus zu schließen. Die Einwirkung der gelesenen Themen und der Eindruck dieser Zusammenhängen sind wesentlich intensiver als beim Lesen individueller Schriften in größeren Intervallen. Große Intervalle erzwingen zur Korrelation den Einsatz des Langzeitgedächtnisses, das unzuverlässiger arbeitet. Die Dokumentation in einer Datenbank erleichtert das Auffinden der bereits abgelegten Notizen, weil man (wie in Google üblich) gezielt nach einem Eintrag suchen kann. Weil ich die Bücher in verschiedenen Sprachen lese und die Dokumentation in der gelesenen Sprache festhalte, ist die Sammlung (leider ?) mehrsprachig geworden. In seinem Buch Chronicles beklagt sich Dylan, dass ihm nur in der Anfangsphase - in der er nicht nur konzentriert gelesen, aber auch eine unheimlich große Sammlung Schallplatten in kürzester Zeit verinnerlicht hat - die wahrhaft gigantischen Welterfolge gelungen sind. In einer späteren Phase als Familienvater haben seine Lieder dieses Niveau zu seinem Leidwesen nicht mehr erreicht. Es ist gut möglich, dass die gigantische Songs der Anfangsphase nicht zuletzt auf die intensiven Arbeitsweisen beim Lesen und Hören beruhen. Dabei hatte Dylan in den sechziger Jahren nicht einmal das Hilfsmittel YouTube zur Verfügung, in der man leicht alles abrufen kann. So kann man an der Stelle wo Dylan begeistert den Sänger Robert Johnson beschreibt, auch locker eine Aufnahme Love in Vain von Robert Johnson finden und starten. Diese Dokumentation enthält meine persönliche Notizen und Exzerpte für eine Vielzahl Bücher, die jedoch jedem Leser zur freien Verfügung stehen. Es ist gewissermaßen mein elektronischer "Karteikasten", in dem ich meine Notizen zu verschiedenen Themen Religionen, Bernstein, Farben, usw. rasch zurückfinden kann. Der "Karteikasten" ist relativ unstrukturiert (und in mehreren Sprachen) aufgebaut, weil jedermann in der Google-Suche mit den richtigen Schlüsselwörtern ohnehin auf Anhieb findet, was er sucht

Web-Dokumente

Die Datenbanktexte wurden in drei Dokumente übertragen:

Siehe auch die zugehörige Google-Bibliothek und die Liste der Rezensionen im Zeitraum Juli 2008 - April 2009 mit dem Originalinhalt der Datenbank Google-Gruppe Konzentriertes Lesen. Weiter interessante Links mit Vernetzungsinformationen befinden sich in Beats Biblionetz, z.B. ein Link auf Gödel, Escher, Bach (Kurzfassung, Verknüpfungen zu anderen Büchern ).

1

Baierische Chronik - Johannes Aventinus (1523)

„geteutscht und gemacht durch Johannes Aventinus“ (1523)

Autor: Johannes Turmair / Aventinus aus Abensberg (1477-1533)

Verlag: Eugen Diederichs (1975)

Herausgeber: Georg Leidinger

Nachdruck der Ausgabe Jena aus 1926

Im Umschlag: die erste Karte von Bayern (nach einem Holzschnitt Aventinus aus 1523)

Die Schrift ist altdeutsch.

Struktur

Das erste Buch der Baierischen Chroniken, geteutscht und gemacht durch Johannsen Aventinum von Avensberg.

Das andere Buch

Das dritte Buch

Das vierte Buch

Das fünfte Buch

Das sechste Buch

Das siebte Buch

Das achte und letzte Buch

Notizen

Es gibt auch eine digitale Online-Fassung. Siehe Das Aventin-Projekt (2008-2009) in:

Aventinus: Werke. Man kann die digitalisierte Bücher aus dem Internet herunterladen. Aus den pdf-Dateien können jedoch nicht ohne weiteres Textpassagen kopiert werden.

Die im Umschlag integrierten Landkarte enthält einen Bezug auf die in der Nähe Münchens lebenden "Brenni". Es ist die erste Karte von Bayern (nach einem Holzschnitt Aventinus aus 1523). Siehe (Ausschnitt mit „Brenni“): Aventinus, Karte von Ober- und Niederbayern

Der Fluss Amper heißt bei Aventinus noch "Amber", d.h. Bernstein und der Ammersee heisst Ambersee (1523). In dieser Karte heißt (Garmisch-) Partenkirchen noch „Barrenkirch1 .

Die Landkarte Baierns verweist in einem Siegel auf die brüderlichen Beziehungen zu

Litauen: (hoffentlich korrekt abgelesen

;-))

Beziehungen zu Litauen : (hoffentlich korrekt abgelesen ;-)) "Clariss; ac opium; principibus Vildmio, Litauico ,

"Clariss; ac opium; principibus Vildmio, Litauico, atque Ariomsto, fratribus german: pref,

praetoria rhenano Ducib Ytriusque boioarie DNNN Lu s clementissimis, J.v. AuentinusDedi MDXXXIII " (Karte von Bayern, 1523)

Von den Gesetzten und der Landesordnung, die König Tuitsch gemacht hat (19) Vom Gottesdienst, wie ihn König Tuitsco gesetzt hat (19)

Diese Zeit heißen die Poeten und die Alten die göldene Welt. Aber es währte nit lang

Dieses Buch ist offensichtlich nur ein Auszug. Herman L. Hoeh bezieht sich auf die vollständige Baierische und Deutsche Chronik in seiner These:

(19)

Compendium Of World History, Volume 2 by Herman L. Hoeh, 1963-1969, Dissertation for the Degree Doctor of Philosophy, mit einer Vernüpfung zum Tuisco-Kapitel.

2

Auswahl der besten Essais von Michel de Montaigne (1533-1592)

Verlag: Matrixverlag

Umfang 158 Seiten

ISBN: 978-3-86539-299-2

Notizen

„Ich selbst bin das Einzige Thema“ (An den Leser, Seite 19) stimmt nicht ganz. Es werden viele Themen aus anderen Quellen aufgegriffen und mit Latein-Zitaten illustriert.

Mut und Reaktionen auf Mut (21)

Weinsberg (→ Weibertreu) (22)

(Sterben und Erstarren vor) Traurigkeit (27) – Italienisch: Tristizia (Bösartigkeit)

Zärtlichkeit für Haustiere (als Ersatztrieb bei fehlender Familienmitglieder) (34)

Das Meer verprügeln und den Fluss bestrafen (38)

Der untätige Geist verfällt in Unrast (37)

Furcht (39)

Philosophie ist die Vorbereitung auf den Tod (43)

Sterbensarten (u.a. zwischen Frauenschenkeln) (49)

Einbildungskraft (69)

Potenz (73)

Die Unterscheidung von Wahr und Unwahr (85)

Die Kirchentrennung / der Protestantismus (90)

Über die Freundschaft (93)

Montaignes Essais sind Grotesken (93)

Die Freundschaft mit Étienne de La Boëtie – Hätte er sich, älter geworden, gleich mir entschlossen, seine Einfälle niederzuschreiben, wie sie gerade kommen: uns lägen jetzt ein paar exzellente Werke vor 2 (94)

Vollkommene Freundschaft findet man nur alle 300 Jahre (95)

Freundschaft lebt von rücksichtsloser Offenheit 3 (95)

Die Frauen sind dem (bei einer Freundschaft) intimen Gedankenaustausch nicht gewachsen

(99)

Die Widernatürlichkeit der Päderastie (99)

„Heilige“ Männerliebe (101)

Freundschaften können erst im Alter beurteilt werden (Cicero, De Amicitia XX) (102)

Mäßigung (113)

die Ehe (115)

Verkehr mit Unfruchtbaren und Schwangeren (115)

Kriegsgefangenen als Opfergaben (120)

Flucht in den Tod (121)

Über die Einsamkeit (125)

Über das Gebet (143)

Über das Alter (155)

Tun als ob

(145)

2 Ein Grund mehr seine Notizen niederzuschreiben

3

Der abenteuerliche Simplicissimus 4 - C. v. Grimmelshausen (1669)

Untertitel: Roman aus dem dreißigjährigen Krieg

Umfang: 596 Seiten

Struktur: 5 Bücher

Atlas-Verlag – Werke der Weltliteratur

Der Simplicissimus wurde in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher und auch in die ZEIT- Schülerbibliothek aufgenommen.

Notizen

„Knän“ („denn also nennet man die Väter im Spessart“) (6)

„Meuder“ (Mutter) (10)

Sperrholz (zum Aufsperren des Maules) (15)

sintemal (17, 77)

Dialekt (niederländisch?): „»Jung, kom heröfer 5 , oder skall 6 my de Tüfel halen, ick schiete 7 dick, dat di de Dampff thom Hals ut gaht!« 8 (17)

fürder = verder (NL) (18)

„witzig“ (das heißt verständig, wissend, schlau) (18)

Melodei (22)

Vater Unser (23)

hinweggeloffen = weggelopen (NL) (24)

Alphabet auf birkene Rinden (30), nur Birekenrinde eignet sich zum Schreiben (55)

Derohalben = derhalve (NL) (30)

Zähren (Tränen ?) (35)

solenniter = solemn (?) (41)

schmälen = smalen (NL) 46)

schlecht = schlicht (61)

Huren und Buben (als Verb!) (67)

förchten = fürchten (68)

anjetzo (75)

verkerben (78)

Das andere Buch (93)

hinket (96)

Simplicius Simplicissimus (101)

Leilach (105)

Sprachkenntnisse im Altertum (114)

5 Herüber, over here

6 Zal (NL), shall, (E), „soll mich der Teufel holen“

7 Schieten (NL)

4

Evangelische Deutsche Original-Bibel von 1741

Hebräischer und Griechischer Grundtext mit der Originalübersetzung Martin Luther

mit einer Vorrede Johann Muthmanns

Verlag: Eva Berndt-Verlag (vom Original-Microfilm reproduziert 1986)

Originalverlag: Züllichau

Umfang: 2880 Seiten, sowie Harmonien-Tafeln, 6 Zusätzen, Anweisungen

Band 1

Vorrede (Seite 5-24)

Vorbericht (25)

Biblische Chronologie, kurzgefasste Historie vom Anfang der Welt bis 100 Jahr nach C. Geburt aus hrn. Joh. Jac. Schmidts Biblischem Historico zusammengetragen. (33)

Von den Monaten (33)

Von den Jahren (34)

Zeitberechnung der alten Testamentes (35)

Von der Erschaffung der Welt bis zu Christi Geburt: Summa 4000 Jahre

Am Anfang der Zeiten schafft Gott Himmel und Erden im Herbste, Tag und Nacht gleich 1. Mos. 1:3 (35)

Zeitberechnung Neues Testamentes, nach Jesu Geburt, bis Ende des ersten Jahrhunderts (45)

Nützliche Anzeige, in welcher Zeit oder Jahren die biblischen Bücher nach einander geschrieben sind (48)

Maß-, Gewicht- und Münz-Vergleichung (49)

Die Masorethischen Anhänge (52)

Verzeichnis der unterschiedlichen Lesearten (58)

Verzeichnis aller Bücher des Alten und Neuen Testaments (64)

Das erste Buch Mose (1)

Band 2

Die Propheten (669)

Corrigenda (916)

Apocryphischen Bücher (Griechisch / Deutsch) (917)

Das Neue Testament

Harmonie der Evangelisten (in 7 Teilen)

Vergleichungs-Tabelle

Evangelium S. Matthäi (1)

Druckfehler (309)

5

Bekenntnisse von Rousseau (1762)

Verlag: Goldmann (Band 2808)

Teil I: 1712-1732, Umfang: 190 Seiten 9

Teil II: 1732-1748, Umfang: 158 Seiten

Markante Textausschnitte in Jean-Jacques Rousseau/Die Bekenntnisse:

Alle Papiere, welche ich gesammelt hatte, um mein Gedächtnis zu unterstützen und mir bei diesem Unternehmen als Leitfaden zu dienen, sind in andere Hände übergegangen und werden nie mehr in die meinen zurückgelangen.

Das Gewissen des Schuldigen rächt den Unschuldigen hinreichend.

»Zanetto, lascia le donne, et studia la matematica.«

Notizen

Ich kostete meiner Mutter das Leben, und meine Geburt war mein erstes Unglück 10 .

Die Bekenntnisse wurden 50 Jahren später dokumentiert (21).

Ich liebe die Güter allein, die nur dem Ersten, der sie zu genießen versteht, zu Theil werden 11 (39)

Meine Kurzsichtigkeit täuscht mich tausendmal, alle Vorübergehende halte ich für Bekannte; überall lasse ich mich einschüchtern, durch irgend ein Hindernis zurückhalten.

(40)

 

….

10 Bekenntnisse 1712 – 1719

6

Vermächtnis von Johann Gottfried Pahl (1799)

Johann Gottfried Pahl äußert sich zu dieser anonym erschienenen Schrift 12 in seinen Denkwürdigkeiten (postum erschienen 1840), S. 115f. Google 13 . In ihrem Mittelpunkt steht das Lebensbild des württembergischen Herzogs Carl Eugen (1728-1793). Es werden jedoch auch alle Vorgänger im Schnelldurchgang beurteilt.

Pahl ist sehr offenherzig und musste sich durch Anonymisierung vor dem Despotismus schützen. Sein Vermächtnis ähnelt dem Monetären Despotismus der Bankendiktatur, der mit der politischen Allmacht eine Allianz bildet. Und genau genommen könnte man die Geschichte des Geldadels mit einer ähnlichen Biografie dokumentieren wie das Adelsgeschlecht der Wirtemberger. Die Sprache klingt etwas altertümlich, ist aber gut lesbar und was wichtiger ist, hochaktuell. Die erste Feststellung ist, dass die Wahrheit anstößig ist und gewiss nicht mit den damaligen und mit den heutigen Geschichtsbüchern übereinstimmt:

„Ihr werdet unter meinen Papieren ein Manuscript finden, den Grundriß zu einem Gemälde unsrer Vaterlandsgeschichte, so lange ich ein Zeuge derselben war. Es enthält Wahrheit – die aber, so wie die Wahrheit überhaupt, bey vielen Leuten Anstoß erregen könnte. Demungeachtet will ich, daß es nach meinem Tode gedruckt werde. Denn die Wahrheit, [4] die ich darinn aufgezeichnet habe, kommt doch an den Tag, “

Theoretisch mag auch die Verfassung in bester Verfassung sein, aber gelebt wird sie dann dadurch noch lange nicht. Wie wahr:

Man findet deßhalb auch in Deutschland kaum eine bessere Verfassung, als die von Wirtemberg. Nur daß es mit den Verfassungen gewöhnlich geht, wie mit dem Dekalogus. Wir lernen ihn von Kindheit an auswendig, und wir sehen, daß er nur das will, was gut ist und frommt, und doch – thun wir nicht darnach.

Trotzdem werden die Grabmäler der Schurken von den Urenkeln nicht verheert, sondern eher verehrt :

Die Geschichte wird zu seiner Zeit das Geheimniß der Bosheit enthüllen, und dann mögen unsre Enkel die Grabmähler der priesterlichen und unpriesterlichen Schurken verheeren, welche, besonders in dem letzten Zeittheile der karolinischen Periode, bey den gesetzwidrigsten Handlungen des Fürsten so feige stille gesessen sind, und unser Geld so eigenmächtig, zur Befriedigung seiner Lüste, an ihn verschwendet haben.

Christoph

Von allen Herzogen scheint zumindest bis 1800 nur ein einziger getaugt zu haben, und zwar der Christoph:

Unsre Herzoge handelten von jeher immer im Geiste der willkührlichen Gewalt, und wenn man die Reihe derselben durch einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren hinauf verlängert, so stößt man auf die schreckliche Bemerkung, daß in dieser ganzen Periode Wirtemberg nur einen einzigen würdigen Fürsten 14 , ausser diesem aber immer entweder Despoten, oder Lüstlinge, oder Weichlinge, oder Schwachköpfe, – auf seinem Throne gesehen habe. Wehe dem Lande, aus dessen Geschichte ein solches Resultat hervorspringt! –

12 „Geheimnisse eines mehr als fünfzigjährigen wirtembergischen Staatsmannes“

13 Denkwürdigkeiten aus meinem Leben und aus meiner Zeit von Johann Gottfried ¬von Pahl,Wilhelm Matthäus Pahl

Ulrich

[15] Ulrich, der Brausekopf, stürzte er durch räuberische Finanzoperationen sein Volk in Verzweiflung. Seimen Enkel Ludwig haben seine Zeitgenossen schon den Frommen genannt; ein Prädikat welches gewöhnlich Schwäche, Bigotterie, und weibischen Sinn anzeigt. Er kümmerte sich nichts um Regierungsangelegenheiten

Johann Friedrich

[18] Johann Friedrich erwirtschaftete eine ungeheure Schuldenlast und konnte nicht verhindern, daß sich bey dem Ausbruche des dreysigjährigen Krieges, 8000 Mann Kaiserliche ins Land legten, die Unterthanen feindlich behandelten, und ihnen das Mark aus den Beinen sogen.

Eberhards III.

Aber das war nur ein kleiner Anfang des größern Jammers, den dieser Krieg unter der Regierung Eberhards III. über Wirtemberg herbeyführte. Katholische Priester nahmen die Klöster und Kirchen in Besitz, der Kaiser verschenkte mehrere Aemter an seine Generäle und Räthe, viele Dörfer [19] wurden menschenleer, viele Gegenden verödet, 50,000 Familien giengen während des Krieges durch Flucht und Tod verlohren. Eberhard ließ sich das alles wenig anfechten. Er begab sich nach Straßburg, spielte daselbst Romane und Heyrathen[WS 1], zeugte Kinder und machte sich lustig

Eberhard Ludwig

Eberhard Ludwig war der Sklave einer aus der Fremde hergelaufenen, ausgedienten Buhlschwester, – und so wurde in unserm Vaterlande ein Hurenregiment eingeführt, das an Härte, Anmassungen und Ungerechtigkeiten alles übertraf, was man je ähnliches, sogar in Frankreich, gesehen hat.

Alle Tage ward herrlich und in Freuden gelebt, – während das bedrückte Land seufzte und fluchte, und als das verruchte Weib nach einer Herrschaft von 20 Jahren, von ihrer stolzen Höhe herunter stürzte, so lag eine so unermeßliche Schuldenlast auf dem Lande, daß den spekulativsten Finanzkünstlern die Haut schauderte, und der Patriot mit Wehmuth auf den [22] schwachen Fürsten hinblickte, der sich so gutwillig berauben ließ, und sich so wild in den kostbarsten Ausschweifungen aller Art gewälzt hatte.

Alexander

Alexander, der Eberharden folgte, bestieg den Thron mit dem Ruhme eines großen Helden. Seine Regierung dauerte aber nur vier Jahre. Man hat derselben ein eisernes Monument errichtet, – den Galgen an dem der Jud Süß, in einem Käficht, aufgehangen wurde. Ich kann mich auch hier der großen Wahrheit nicht enthalten, und muß sie öffentlich der Welt sagen. Der Jud Süß mußte für die Sünden und Schandthaten mehrerer feiler Hofgünstlinge büßen und sterben – und zur ewigen Schande Wirtembergs, wurde er im eisernen Käficht aufgehängt.

Mit natürlichem Reichtum und Fleiß

Ein Glück war die natürliche Reichtum des Landes und der Fleiß der Bevölkerung, den sie wohl den widrigen Umständen zum Trotz gezüchtet haben:

Die Natur war die Beschützerinn des Landes gegen seine böse Fürsten und Mitregenten. Wenn diese auch viel bedurften, und die Abgaben und die Frohndienste ins Unendliche vermehrten, so ersetzten unsre Aecker und unsre Weinberge den Verlust doch immer wieder, und so bald eine auch kurze mildere Zeit kam, war es leicht sich zu erholen. Der Reichthum des Landes giebt dem Bewohner Kräfte, viel zu tragen, und die [24] Sparsamkeit und der Fleiß des letztern heilen die Wunden bald, die ihm der Despotismus geschlagen hat.

Karl Eugen

Karl allerdings Anlage hatte, das zu werden, was er nicht war, – ein großer Fürst. Aber – schon in seinem 16ten Jahre, in einem Alter, wo man bey einem zunftmäßigen Handwerke noch nicht Meister werden kann, und in dem man niemand auch nur das unbedeutendste Aemtchen anvertrauen würde, ward Karl für majoren erklärt, und bestieg den Thron. Das war sein Unglück, das war das Unglück des Landes. Er hatte noch keine Kenntnisse, keine Grundsätze und keinen Charakter.

Wirtemberg erfuhr nur allzufrühe nach Karls Regierungsantritt, wie wahr der alte Gemeinspruch sey: „Wenn die Fürsten verschwenden, so wird das Volk arm.“ [33] Der herzogliche Hofstaat übertraff bald alles, was man von jeher in Stuttgard gesehen hatte, und ließ manchen königlichen weit hinter sich zurück. Es wurden die prächtigsten und kostbarsten Opern gegeben, und alles erschöpft, was Jomelli’s und Vestri’s Kunst vermochte. Veronese brannte manches Feuerwerk ab, das in wenigen Minuten einen Aufwand von einer halben Tonne Goldes verzehrte. Ueber einige sehr glänzende Geburtstage giengen 3 400,000 Gulden auf.

Bey großen Jagden, wurden die Treiber oft 12 und mehrere Stunden weit fortgeschleppt; und ward, was nicht selten geschahe, eine Wasserjagd auf dem Gebirge angestellt, so mußten die Bauern eine Vertiefung graben, sie mit Thon ausschlagen, das Wasser aus den Thälern hinaufführen, und so einen See zu Stande bringen.

Beynahe alljährlich machte der Herzog Reisen, besonders auf das Karneval nach Venedig, wodurch ungeheure Summen aus dem Lande geschleppt wurden. Dieß geschah öfters seinen italienischen Beyschläferinnen zu Liebe, deren er oft ein ganzes Serail beysammen hatte. Diese verächtlichen Geschöpfe erforderten einen sehr großen Aufwand, indem sie zum Theile fürstlichen Staat machten. Die Lieblingssultaninn hatte täglich hundert Gulden Besoldung. So gut sie aber auch bezahlt waren, so konnte es der Herzog doch nicht hindern, daß sie ihm nicht samt und sonders [38] Hörner aufsetzten.

Die Befriedigung der Wollust, die unter den Töchtern des Landes gesucht wurde, kam aber nicht so theuer zu stehen. Stieß dem ehrwürdigen Landesvater ein Mädchen auf, das ihm gefiel, so wurde es ohne weiteres in Requisition gesetzt. Selten gelang es der Unschuld und der Tugend ihm zu entfliehen. Er erröthete nicht, laut zu erklären daß er die Sprödigkeit des erwählten Opfers an dessen ganzen Familie rächen werde. Machte ihm eine der Geschwächten die Anzeige, daß sie schwanger sey, so erhielt sie semel pro semper 50 Gulden, und ward damit, samt ihrem Kinde dem Schicksale überlassen.

Man wollte keine gute, sondern schöne Soldaten haben; und bey der Anstellung der Officiere empfahl eine hohe Geburt, zumal wenn noch die Abstammung aus einem fremden Lande hinzu kam, weit nachdrücklicher, als alle Verdienste. Die Gemeinen wurden durch Werbungen und verfassungswidrige Auswahlen herbeygeschleppt, und dann durften die armen Schelme, bey dem kärglichsten Solde, der noch dazu oft sehr unrichtig bezahlt wurde, und bey einer Kleidung, die den Körper zwar zierte, aber nicht bedeckte, hungern und frieren. Stuttgard und Ludwigsburg [40] wimmelten von Soldaten. Täglich trieb der Herzog sein Spiel mit ihnen, ermüdete sie durch unnütze Uebungen, und stellte ab und zu, zur Unterhaltung des Publikums, kostbare Lustlager an. Wirtemberg schien mit einem male in eine Schule des Krieges umgeschaffen. Aber das war alles bloßer Zeitvertreib, Parade, fürstliches Plaisir.

Er war eitel und thöricht genug, von einer schimpflichen Niederlage, wie von einem Siege zu sprechen, „Ich habe, schrieb er dem Minister von[WS 2] Montmartin, 600 Grenadiere aufgeopfert, um 8000 Mann zu retten, und – der Streich ist mir gelungen!

Bald nach dem Kriege raffte der Herzog, ich weiß nicht wo, den Gedanken auf, ein prächtiges Lustschloß zu bauen, und so erhub sich auf einer Höhe, welche zuvor eine unbesuchte, waldigte Wüste war, die Solitüde.

Die Bauren mußten ihre Erndte verderben lassen, und mit Mann und Roß für den Fürsten arbeiten, [43] und die Beamten hatten volle Beschäftigung wollten sie anders alle die unzähligen und unsinnigen Befehle vollziehen, die aus Veranlassung dieses Bauwesens täglich bey ihnen eintrafen. Die Ausgaben häuften sich ausserordentlich. Der Herzog bezahlte über eine Million, und doch mußten sich viele Arbeitsleute gefallen lassen, ihr Verdienst an die Tafel zu schreiben. Am Ende war aber auch hier alles ein bloser Zeitvertreib gewesen. Was schnell entsteht, vergeht wieder schnell. Einige Gebäude fiengen an in ihrem Innern zu zerfallen, ehe das Ganze noch vollendet war.

Ein Fürst der Talent und Einsicht, mit einem lebhaften und selbständigen Charakter [44] verbindet, – und das war der Fall wirklich bey Karln – lauft gewöhnlich, wenn er sich auf die Wege der Ausschweifungen und der Willkühr verirrt, so lange auf denselben fort, bis ihm die Nothwendigkeit Stillstand gebietet; was aber gewöhnlich für seine Ehre, und für das Wohl seines Landes viel zu spät geschieht.

Die Kollegien und die Staatsbedienten auf dem Lande standen unter dem eisernen Zwange der herrschaftlichen Gewalt. Auch die würdigsten Männer, in dem öffentlichen Berufe konnten sich nur selten erwehren, die Mithelfer und Organe des Despotismus zu seyn, zumal da der Eigennutz in ihrer Mitte überall eine Menge Verräther schuf, die sich alles gefallen liessen, und jeden Befehl vollzogen.

Der Graf von Montmartin

Der Graf von Montmartin war in diesen Zeiten der wichtigste Mann an dem Ruder des Staates. Er war der verworfenste Despotenknecht, unter allen die damals diese Rolle übernommen hatten, und das Hauptorgan, wodurch die willkührliche Gewalt sprach und handelte, und kein Geschäft war so entehrend, kein Auftrag so gesetzwidrig, dem er sich nicht unterzog. Schwer bereichert verließ er das Land, und nahm die Verwünschungen aller Hunderttausende [50] mit, deren Freyheit und Vermögen er berauben half.

Finanzoperationen wie im heutigen Jahrhundert

Zur Eröffnung neuer Geldquellen, um seiner Prachtliebe und Verschwendung fortdaurende Nahrung zu verschaffen war keine Finanzoperation zu gedenken, welche nicht vorgeschlagen, und dann auch probirt. Daß die gewöhnlichen Abgaben auf den höchsten Grad empor geschraubt wurden, ist, unter solchen Umständen, eine ganz gewöhnliche Sache, [53]. Daneben wurden gezwungene Anlehn gemacht; man nahm die Geldvorräthe in den Gemeindskassen, die Deposita bey den Aemtern, die Pupillen- und Stiftungsgelder mit Gewalt hinweg; man erhub mitten im Frieden enorme Militärbeyträge, man führte, auf Montmartins Vorschlag, das Toback- und Salzmonopol, und das schändliche Lotto ein; man verkaufte Privilegien aller Art, ohne Rücksicht auf die Ungerechtigkeiten, welche man damit an andern begieng; die Stadt- und Amtsschreiber mußten in einer Eile, als wäre es eine feindliche Kontribution, 50,000 Gulden bezahlen, weil, wie Rieger behauptete, die Stärke ihrer Einkünfte, eine solche Abgabe sehr leicht und sehr billig machte; alle Staatsdienste waren dem Meistbietenden [54] feil, und jeder schlechte Kerl konnte für baare Zahlung einen Dienst haben.

Die steuerliche Krone

Als endlich alles erschöpft und der Wuchergeist auf den höchsten Grad gestiegen war, so kam ein Hauptplan zum Vorschein, der allen bisherigen Finanzoperationen die Krone aufsetzte. Er zweckte auf nichts geringeres, als auf die Abschaffung des bisherigen Steuersystems, und auf die Einführung einer Vermögenssteuer ab, wodurch die landesherrlichen Einkünfte jährlich um die Summe von 400,000 Gulden vermehrt werden sollten.

Der Asperg als Züchtigungsanstalt für die Ehrlichen und Würdigen

Aber mit Kraft und Entschlossenheit widersetzten sich die meisten Magistrate der herzoglichen Zumuthung, und die Hauptstädte Stuttgard und Tübingen, leuchteten ihnen durch das schönste Beyspiel von patriotischem Widerstande vor. Karl, der es nicht gewohnt war, sich seine Plane so vereiteln zu sehen, gerieth in Wuth. Er legte den widerspenstigen Exekutionen ein; er ließ den edlen und würdigen Huber mit dem ehrlichen Kaufmann Lenz beyde von Tübingen auf den Asperg setzen; er verpflanzte sogar, um seinen Unwillen recht faktisch zu erklären, [58] seine Residenz von Stuttgardt nach Ludwigsburg.

Verhöhnung der Gesetze

Es war keines der heiligen Gesetze, auf denen die Freyheit der Nation beruht, das er nicht faktisch verhöhnt hätte: [59]

Er hatte die Söhne des Landes in den Dienst auswärtiger Mächte verkauft.

Er hatte ein Heer von Ausländern in den Staatsämtern angestellt, und die Eingebohrnen brodlos gelassen.

Er hatte mit diesen Staatsämtern einen offenen Handel getrieben.

Er hatte manchen Beamten, ohne den mindesten Schein von Recht, Abgaben von dem Ertrage ihrer Dienste aufgebürdet.

Er hatte den Adel emporgehoben, und den Bürgerstand unterdrückt.

Er hatte das Wild in so großer Zahl anwachsen lassen, daß die Güter des Landmannes täglichen Verheerungen ausgesetzt waren.

Er hatte mehrere Bürger, ohne Urtheil und Recht verhaftet und an Leib und Gut gestraft, und auf dieselbe Weise selbst Mosern, den Konsulenten des repräsentativen Korps, in einer langen Gefangenschaft hingehalten.

Er hatte eine Schuldenlast von 12 Millionen Gulden gehäuft, die am Ende doch wenigstens zum Theile den Unterthanen und der ständischen Kasse [60] zur Last fallen mußte.

Und nun maaßte er sich gar das Besteuerungsrecht, und zwar nach einem neuen Fusse an, um seine Forderungen an das Land vollends bis in das Unendliche spannen zu können.

Einen entschiedenen Einfluß auf den Charakter des Herzogs[WS 5] hatte dagegen die Gräfinn von Hohenheim. Diese Dame hat im Ganzen sehr große Verdienste um Wirtemberg

Der Herzog stellte das Bild eines Menschen dar, der der sinnlichen Wollüste und des Pompes der Welt satt geworden ist, und nun im Genusse eines stillen Lebens den so lange unbefriedigten Ansprüchen der Vernunft Genüge leistet.

Unter allen wissenschaftlichen Instituten des Herzogs ist die Bibliothek das einzige, das seinen Namen auf die Nachwelt bringen wird. Sie ist 120,000 Bände stark und hat einen großen Reichthum an Manuscripten und Inkunabeln.

In diese Periode fiel auch die Gefangenschaft des armen Schubarts, welche einer der empörendsten Züge in den Annalen der deutschen Fürstentyranney ist. Aus dem Schoose seiner Familie hinweggestohlen, ward dieser genievolle Kopf auf den Asperg geführt, und 10 Jahre lang eingekerkert, ohne daß man ihm auch nur das Verbrechen angezeigt hätte, das er sollte begangen haben.

Ludwig

Thomas Payne hat von dem letzten Könige von Frankreich behauptet, daß er, wenn ihn der Zufall zu einem Pächter gemacht hätte, der ehrlichste Mann seines Kirchspiels gewesen wäre. Dieß gilt genau von Ludwig von Wirtenberg.

Ludwig ein sehr mittelmässiger Kopf, ohne Energie und Festigkeit, lenksam für den Schmeichler und Betrüger, unthatig und indolent. Seine Religiosität wurde oft fanatisch und intolerant. In den Freuden der Tafel fand er seine größte Seligkeit. Oft überlud er sich in ihrem Genusse.

Der Hof erhielt eine Menge Besuche von ausländischen Duodezfürstlein, Rittern und Pfaffen. Was in Karls letzter Periode nur an Festen geschah, geschah jetzt tagtäglich.

Es wurde bey Hofe in einem Tage mehr gebetet, als in der ganzen Regierungsperiode des Herzogs Karl. Der Fürst war ehemals so starkglaubig gewesen, daß er, durch

priesterliche Benediktion, seiner Gemahlinn männlichen Saamen erwecken wollte.

Die Hörsäle in dem akademischen Gebäude sollten in Pferdeställe verwandelt werden; als aber ein lustiger Vogel die Thüren derselben mit der Ueberschrift bezeichnete: olim Musis, nunc mulis! – so machte man sie zu Remisen und Materialkammern.

Genau so wie die Selbstanzeige bei Steuerbetrug

Irgendwie erinnerte ich mich an die Selbstanzeige bei Steuerbetrug beim Geständnis dass man sein Amt nicht käuflich erworben habe:

Es wurde allen Beamten ein offenes Geständniß von der Art und Weise, wie sie ihre Dienste erhalten haben, abgefordert, und ihnen dabey zu erkennen gegeben, daß man im Voraus schon alles wisse, und daß sie sich die gerechte Ahndung des Landesherrn, durch die aufrichtige Entdeckung der Wahrheit um sehr viel erträglicher machen würden.

Da unter den sammtlichen Staatsdienern, deren Anstellung dem Herzoge zukam, nur sehr wenige waren, die ihre Versorgung auf eine rechtmässige Weise erhalten hatten, so waren beynahe alle Familien des Herzogthums bey diesem Handel interessirt, und es verbreitete sich über die höhern Klassen der Landesbewohner ein Unwillen, der an manchen Orten bitter genug ausbrach. … Demungeachtet wurden die Untersuchungen fortgesetzt, und die durch dieselben erforschten Thatsachen stellten ein scheußliches Gemählde von Trug, Raub und Niederträchtigkeit dar.

Zusammenfassung

Die Zusammenfassung stellt eigenartigerweise wieder den Bezug zur heutigen Finanzkrise dar – Es sei denn, man identifiziert die neuen Krise als der Beweis, dass man nichts aus der vergangenen Beschichte gelernt hat und die hemmungslose Ausplünderung der Weltbevölkerung einfach mit anderen Mitteln fortgesetzt wird. Ja, wir haben große Summen verloren und werden nicht mehr gestatten von irgendeiner Willkür abzuhängen, … - es sei denn, die Finanzmächte sind zu gewaltig für unsere Justiz - :

Doch es ist selten etwas Böses unter der Sonne, in dem nicht der Keim von irgend etwas Gutem läge. Ich bin überzeugt, daß die unglückliche Politik, die uns so vielen Schaden gebracht hat, am Ende doch wieder nützlich für uns werden wird. Wir haben große Summen verlohren; aber unser Verlust wird die ökonomische Spekulation und Betriebsamkeit wecken, wir werden unser Interesse für die Zukunft sorgfältiger bewahren lernen, und wir werden es nicht mehr gestatten, in Dingen, wo von dem Wohl und Weh der Nation die Rede ist, von irgend einer Willkühr abzuhängen. Zudem sind durch die französische Revolution viele politische Ideen in Umlauf gekommen, die einen zu großen [106] Werth haben, als daß wir sie ganz umsonst hätten verlangen können.

Es ist ja auch klar, warum das so ist, denn Wenn ihr bedenkt daß alle Menschen nicht vollkommen sind, so seyd eben so billig, daß auch die Regierungen nicht völlig fehlerfrey seyn können.

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Aelteste Geschichte der Deutschen - von J. C. Adelung (1806)

Veröffentlicht von , 1806

Original von Oxford University

Digitalisiert am 1. Aug. 2006

Umfang: 402 Seiten

Eintrag: 4 Feb. 2009 von JWR

Inhalt

Das Buch enthält in Abschnitt 8 alle alten Bezeichnungen für Pferde (Seite 311).

Außerdem ein kleines Wörterbuch der vornehmsten uns aus diesem ersten Zeiträume behaltenen Stamm- und Wurzelworter, "so viel davon durch Griechische und Römische Lippen nicht ganz verunstaltet worden" (Seite 322).

Das Buch enthält außerdem eine Sammlung der über 800 Nahmen des Donners aus allen

Sprachen

(Seite 353).

Notizen zum Thema Bernsteinnamen

Schecheleth das Hebräische Wort für Bernstein

Sacal, dem Aegyptischen Nahmen des Bernsteins

Das Syrische Gchachal, wovon das Hebräische Wort abgeleitet wird, bedeutet heraus tröpfeln, welche« die Erklärung von einer Art Harzes begünstigt.

Notizen zum Buchtext (Anfangspassagen)

Der Bernstein wird freylich nicht an der Preußischen Küste allein gefunden. Man grabt ihn zuweilen in mehrern Ländern aus der Erde. Noch häufiger findet man ihn an den Küsten, besonders von Schonen, Norwegen, Iütland und Holstein;aber überall nur sparsam, und nirgends in einer solchen Menge, daß er einen Handelszweig abgeben könnte. Zwar gedenkt Ctesias des Elektri, welches in Indien bey dem Flusse Hyparchus in großer Menge aus den Bäumen geflossen seyn soll. Allein der Bernstein stießt nicht aus Bäumen. Sein Elektrum war vermuthlich Koval 15 , welchen, man jetzt von der Küste von Guinea erhalt. Dieser kommt im äußern dem Bernstein am nächsten, und wird daher auch Indischer Bernstein genannt.

Fußnoten: (Seite 5) (1) Der Fluß Giavetta, ehedem Simaethus auf ber Insel Sicilien wirft bey seiner Mündung eine beträchtliche Menge Bernsteines aus, welcher aber den Alten unbekannt gewesen zu seyn scheint. G. Domin. Scstini Briefe aus Vicilien, Th. 1, S. 97; Brydone Reise, Th. 1, S. 209 f. Auch in der Spanischen Provinz Asturien wird viel Bernstein und Gagat aus der Erde gegraben. S. Townsen, Reise nach Spanien, Tb. 1, S. Z71.

15 Kopal oder Kopal ist eine Sammelbezeichnung für Baumharze verschiedener botanischer Herkunft, die als Räucherwerk und für hochwertige Farben und Lacke Verwendung finden.

Von dem Bernsteinfalle an den westlichen Küsten von Dithmarsen und Schleßwig stehen einige gute Aufsätze in den Schleßwig-Holsteinschen Provinzialberichten von den Jahren 1788, 1789 und 179«; in den Schleßwig-Holsteinschen Anzeigen von 1784, und in dem neuen Kielischen Magazine, B. 1 und 2. Aber die Ausbeute ist zu unbedeutend, als daß man des Pytheäs und Plinius Bernsteinküste hier suchen könnte, anderer Gründe, die im Folgenden sich entwickeln werden, hier zu geschweige. (2) Ctesias in Indices nach dem Photius, das für Griechisch gehaltene Elector ist nach einigen der Phönizische Nähme des Bernsteines denn IlK, Elek, bebeutet im Arab. Harz

Wie er nach Asien gebracht worden. (Seite 6)

Da der ganze Erdstrich zwischen Klein-Asien und der Ostsee in diesem frühen Zeitalter noch mit lauter ungebildeten Völkern besetzt war, welche so roh und wild waren, als der Boden, welchen sie bewohnten: so ist die Frage nicht unwichtig, wie, der Bernstein aus einer so großen Ferne den südlichen gesittetern Völkern bekannt geworden, und auf welchem Wege sie ihn erhalten haben. Durch welches Ungefär, denn ein Ungefär mußte es doch wohl seyn, sie ihn und seinen Werth kennen gelernt, wird wohl auf immer unbeantwortet bleiben, weil es über den Anfang der Geschichte, selbst der Dichtung, hinaus reicht. Etwas mehr läßt sich von dem Wege sagen, auf welchem er den Klein- und Groß-Asiaten zugeführet worden. Homer gibt nicht undeutlich zu verstehen, daß man ihn, wo nicht zur Zeit des Trojanischen Krieges, doch wenigstens zu seiner Zeit von Phönicischen Kaufleuten erhalten habe. Daß diese ganz Europa sollten umschifft, und ihn unmittelbar aus der Ostsee gehöhlt haben, ist nicht sehr wahrscheinlich, wenigstens mit nichts erweislich. Höhlten sie doch, wenigstens in den frühern Zeiten, das weit nähere Zinn nicht unmittelbar aus Britannien, sondern sie bekamen es auf dem Landwege von den Iberiern in dem heutigen Spanien. Man hat Spuren, daß auch der Bernstein in den frühesten Zeiten aus einem solchen Landwege vermittelst großer schiffbarer Flüsse aus der Ostsee in das Schwarze Meer gebracht worden. In dieses ergießt sich der Dnieder, ehedem Borysthenes, ein großer und schiffbarer Fluß, welcher gerade aus Norden kommt, und bey seiner Quelle nicht weit von der Quelle der Düna entfernt ist, welche westwärts strömt, und sich nicht weit von der Bernsteinküste in die Ostsee ergießet. Nach dem Herodot beschifften die Scythen den Borysthenes vierzig Tagereisen weit, und der alte Verfasser von den dem Orpheus zugeschriebenen Argonauticis läßt die Argonauten von dem Pontischen Meere den Tanais (Don) bis zur Quelle hinauf segeln, worauf sie ihr Schiff in einen andern Fluß (vermuthlich die Düna) bringen, und vermittelst desselben in das nordliche Meer (die Ostsee) und von nach Cadir segeln. Das ist zwar nur Dichtung; allein sie zeigt doch, daß man einen solchen Handelsweg kannte. Vielleicht saß an der Mündung . Düna ein betriebsames Völkchen, welches den Bernstein von den unwissenden Bewohnern der Küste, wie in der Folge die Teutonen, erhandelte, und ihn vermittelst der Düna und des Dniepers in das schwarze Meer brachte. Selbst die uralte Dichtung von dem Phaeton laßt so etwas vermuthen, wenn anders historische Wahrheit darin zum Grunde liegt. Phaeton, welcher auch Eridanus hieß, wollte den Sonnenwagcn regieren, benahm sich aber dabey so ungeschickt, daß Jupiter ihn mit einem Donnerkeile herunter schleuderte, und er halb gebraten in einen Fluß stürzte, welcher von ihm den Nahmen Eridanus bekam. Seine Schwestern, welche sein Schicksal beweinten, wurden dafür in Pappelbäume, und ihre Thränen in Bernstein verwandelt. Dan, Don, Dun, Tanais, u. s. f. bedeutet Wasser überhaupt, und war bey machern übrigens ganz verschiedenen alten Völkern ein gemeinschaftlicher Nähme mehrerer großen Flüsse. Des Marcians Rudon, welcher bey dem Ptolemäus durch einen Schreibfehler Nübon heißt, kann wohl kein anderer Fluß, als die heutige Düna seyn, und daraus konnten die Griechen gar leicht Eridanus machen; entweder von <<unlesbar>>, Osten, östlich, der östliche Fluß, oder auch von <<unlesbar>>, ein Fluß, fließen, der Fluß Dan, daher auch der Rhodanus.

Vielleicht war Phaeton ein solcher Kaufmann, welcher bey dem Bernsteinhandel auf einem dieser Flüsse verunglückte, und dafür durch die Dichtung verewigt ward. Zwar gibt es in Preußen noch ein Flüßchen, welches die Radaune heißt, und von mehrern für den Eridanus der Griechen gehalten wird. Allein das ist ein bloßer unbedeutender Mühlgraben, welcher Ich übergehe den Norischen Stahl, welchen einige aus Mißverstand schon in dem Homer finden wollten, und gedenke nur noch des Brittischen Zinnes; nicht um die Germanen damit zu beschenken, sondern aus Ursachen, welche sich sogleich entwickeln werden. Dasjenige Zinn, dessen Moses gedenkt, und welches die Midianiten, eine handelnde Völkerschaft in Arabien, nach West-Asien brachten, kam unstreitig aus Ost-Indien und besonders aus der Halbinsel Malacca. Allein es ist doch auch gewiß, daß die Phönicier dieses Metall sehr frühe aus Britannien eingeführet haben; ob solches mittelbar, oder unmittelbar geschehen, kann hier gleich viel seyn. Dieses Metall wird in der ganzen jetzt bekannten Welt nur in vier Ländern in solcher Menge gefunden, daß es eine Handelswaare abgeben könnte, nehmlich in Malacca, Britannien, Peru und Sachsen. Die beyden letzten Länder fallen für den gegenwärtigen Zeitpunct weg; folglich konnte das Zinn, welches die Phönicier einführten, kein anderes als Brittisches seyn, wie über dieß auch aus den deutlichsten Zeugnissen der Geschichte erhellet. Würde es, so wie andere Metalle, gediegen gefunden, so würde dessen Entdeckung und Gebrauch sehr begreiflich seyn. Allein, da es nie anders als vererzt angetroffen wird, es auch in dieser Gestalt einem Metalle sehr wenig ähnlich siehet, so setzt dessen Entdeckung und Ausschmelzung schon viele Kenntnisse und eine lange Erfahrung voraus, zu welchen ein so rohes Volk, als alle Europäer in ihrem Anfangewaren, nicht eher, als nach einer Reihe von Jahrhunderten gelangen kann. Und nicht viel weniger Zeit wird erfordert, ehe sich eine solche Waare, wenn sie nun auch endlich da ist, durch viele dazwischen liegende wilde Stämme den Weg zu einem so entfernten gesittetem Volke als die West-Asiaten waren, bahnen kann. Nimmt man alles, was bisher gesagt worden, zusammen, so kann man sich des Schlusses nicht erwehren, daß Europa und folglich auch Germaniens Wälder und Sümpfe, weit früher bevölkert worden, als man gemeiniglich anzunehmen pflegt, und zwar weit vor dem Anfange aller Geschichte, indem wir bey ihrem ersten Morgenroth hier schon alles in Leben und Thätigkeit, und hin und wieder schon Kunst- sieiß, Handlung und Gewerbe erblicken, so kümmerlich auch alles nech seyn mag.

Anmerkungen.

(1) Homer erwähnt mehrmals das <Griechisch> "Nooropa Chalkon". Das übersetzte Epaphrodit. unter dem Nero durch Norisches Eisen, und verführte dadurch manche Neuere. Indessen bedeutet <Griechisch> "Noorops" weiter nichts als glänzend, wie schon Apollonius in seinem Homerischen Wörterbuch sagt. Nicht desto weniger ist der Norische Stahl sehr alt, weil schon Horaz, Quid, Martial u. a. seiner gedenken. Allein er gehört nicht den Germanen, sondern den Celten zu, denn die damahligen Noriker waren eine Celtische Völkerschaft. (2) Homer läßt den Vulcan das Zinn mit Erz, Gold und Silber zusammen schmelzen, um den Schild des Achill daraus zu verfertigen. Wie daraus eine haltbare Masse werden können, mag er selbst sehen; denn Zinn macht alle Metalle, besonders Gold und Silber brüchig. Doch Homer mochte leicht ein besserer Dichter als Metallarbeiter seyn.

Woher die Germanen gekommen. (Seite 12)

Sehr verzeihlich ist nunmehr die Frage, woher sie denn gekommen, diese alten und ersten Bewohner Deutschlandes. Taciti German leitete sich in seinen Dichtungen von einem Gotte Tuisco ab, der aus der Erde geboren sey, und seinen Nachkommen feinen Nahmen hinterlassen habe; Ein sicherer Beweis, daß er von seinem Ursprünge nichts wußte. Auch die auswärtige Geschichte schweigt; aber Ueberlieferung und Geschichtsähnlichkeit weisen uns auf Asien hin. Dieses hat sich von je her seiner Fülle in Europa entledigt, und wir können daher mit Gewißheit annehmen, daß auch die Germanen einmahl ein Theil dieser Fülle waren. Die erste Bevölkerung von diesem Welttheile aus geschähe vermuthlich nach und nach, so wie die vermehrte Wolksmenge sie nothwendig machte, daher gewiß eine lange Reihe von Jahrhunderten erfordert wurde, ehe Europa von dem Don an bis zu den Säulen des Herkules seine nothdürftigen Einwohner erhalten konnte. Es würde Thorheit seyn, gerade den Punct in Asien bestimmen zu wollen, aus welchem dieses oder jenes Volk herstammt. Einen solchen Punct gibt es eigentlich gar nicht, wenn man anders den gehörigen Begriff mit der Verbreitung der ersten Wölkerschäften verbindet. Aber, wenn wir die verschiedenen Volksstämme, mit welchen wir Europa in der ersten Dämmerung der Geschichte besetzt finden, und die Gegenden, wo sie wohnen, erwägen, so läßt sich doch etwas mehr als gar nichts davon sagen, wenigstens muthmaßen. Wir finden vornehmlich sechs der Sprache und Abstammung nach ganz verschiedene Hauptvölker in dem heutigen Europa, welche von Westen nach Osten in folgender Ordnung auf einander folgen:

Iberier, Celten, Germanier, Thracier, Finnen und Slaven . Die Iberier wohnen am westlichsten, sind also auch wohl am frühesten eingewandert. Ob es vor ihnen noch ältere Völker gegeben, welche von ihnen und ihren, Nachfolgern verschlungen worden, wissen wir nicht. Sie selbst machen zu der Zeit, da wir sie kennen lernen, nur noch ein kleines Häufchen aus, weilder größte Kheil von ihnen bereits von den Gelten unterdrückt und diesen einverleibet ist, (Celt-Iberier.) Desto zahlreicher ist die Celtische Völkermasse, welche einen Theil von Spanien, ganz Gallien, und die Brittischen Inseln besitzt und sich von hier aus nachmahls über ganz Ober-Italien und den südlichen Theil von Germanien bis nach Pannonien und Thracien verbreitet. An diese schließen sich in Norden die Germanen und in Süden die Thracier an, und die Slaven, die Spatlinge der ausgewanderten Asiaten, machen in Norden den Beschluß. Welches Glied in dieser großen Völkerkette die Finnen ausmachen, wird sich wohl nicht leicht bestimmen lassen. Sie werden uns erst spät als ein eigner Volksstamm benannt, und da finden wir sie in den nördlichsten Theilen Europens in Norden der Germanen und Slaven. Nahmen sie ihre Stelle anfänglich zwischen den Celten und Germanen, oder zwischen den Germanen und Slaven ein, so daß sie von diesen nur nordwärts gedrängt wurden? Oder folgten sie auf die Slaven, und drängten sich neben diesen nordwärts fort? Zum Glück kommt auf die Beantwortung dieser Fragen nichts an. Genug, sie sind da, und machen einen eigenen großen Stamm aus. Gehen wir dieser Lage nach, so ergeben sich zwey große Zuglinien für die eingewanderten Volksstämme, die eine in Süden, die andere in Norden der Donau. Auf welchem Wege die Iberier gekommen sind, bleibe immer unbeantwortet; aber der Celtische, und in dessen Rücken der Thracische Stamm kamen vermuthlich auf dem südlichen, so wie die Germanen, Slaven und Finnen auf dem nordlichen Wege.

Was besonders die Germanen betrifft, so finden wir sie bereits in dm frühesten Zeiten an der Nord- und Ostsee, und in Osten bis tief in dem heutigen Pohlen hinein. Südwärts erstreckten sie sich in Germanien bis aü die Donau, vielleicht gar nur bis an den Hercynischen Wald. Wie weit sie in dem heutigen Preußen und Pohlen gewohnt, wissen wir nicht, wahrscheinlich ein wenig weiter südwärts, als in Germanien. Spater hin treffen wir sie auch in Scandinavien. Ob dieses ihr Hauptsitz gewesen, aus welchem sie Germanien bevölkert, oder ob sie erst aus diesem in Scandinavien eingewandert, weiß die Geschichte nicht. Zwar weiß es die nordische Dichtung; aber Dichtung ist denn doch keine Geschichte.

Anmerkungen.

(1) Als die Griechen noch nicht gelernt hatten, weiter als wenige Schritte über ihr Ländchen hinaus zu sehen, theilten sie die ganze ihnen bekannte Welt in vier Theile, und nannten den südlichen Aethiopien, den östlichen Indien, den nördlichen Scythien und den westlichen Celtica. Als sie in der Folge nach und nach lernten, daß in diesen ungeheuren Bezirken sehr viele ganz verschiedene Völker wohnten, so gingen ihnen zwar die Augen ein wenig auf, allein sie waren in diese unkritische Nahmen bereits so gewöhnt, daß sie sich aus der Verwirrung nicht wieder herausfinden konnten.

Man könnte hoffen, neuere Geschichtschreiber, welche hier überall unendlich mehr licht haben, als jene haben konnten, würden sich nie mehr so sehr an der Kritik versündigen, und sich durch solche schwankende allgemeine Nahmen verführen lassen. Allein das ist leider nicht der Fall. Besonders rühret daher das Vorurtheil, daß, wo nicht das ganze Europa, doch wenigstens der größere westliche Theil desselben von einem einzigen Volke bewohnet gewesen, welches die Celten geheißen, daß alle Völkerschaften Europens in den frühern Zeiten eine und eben dieselbe Sprache geredet, welche sich nur in mehrere Mundarten getheilet, daß daher Iberisch, Celtisch, Germanisch, Thracisch u. s. f. nur sehr wenig von einander verschieden gewesen, und was solcher Behauptungen mehr sind.

Die große Verwirrung, welche dadurch in der ganzen Geschichte verursacht wird, hat mich bewogen, die noch vorhandenen Ueberreste dieser Sprachen mühsam zu sammeln, und dadurch auf die überzeugendste Art darzuthun, daß alle diese Völker völlig von einander verschieden gewesen, und daß ihre Sprachen nichts mehr mit einander gemein gehabt, als was alle Sprachen ganz natürlich mit einander gemein haben müssen. Von der Thracischen Sprache werde ich es in dem Folgenden beweisen.

Von der Lettischen und Gallischen bemerke ich nur, daß sehr viele Wörter in des du Fresne Glossario Keltischen Ursprunges sind, daher die Vergleichung leicht anzustellen ist. Nur lasse man sich von den Griechischen und Römischen Schriftstellern nicht irre machen, welche mehrmahls Belgische Wörter für Gallisch ausgeben: z. B. Sapo, Seife, Ambactus, Soldurii u. f. f. Daß diese und manche andere aus dem Germanischen herstammen, wird aus dem Folgenden erhellen.

kleines Wörterbuch der behaltenen Stamm- und Wurzelworter (Seite 322)

Hier ist ein kleines Wörterbuch der vornehmsten uns aus diesem ersten Zeiträume auf behaltenen Stamm- und Wurzelworter, so viel davon durch Griechische und Römische Lippen nicht ganz verunstaltet worden. Um nicht zu weitlaufig zu werden, werde ich sie mehr andeuten, als ausführen. Man bemerke noch, daß die Deutschen, so wie alle ungebildete Völker, den Stolz auch in ihren Nahmen äußern, und sich daher gern prächtige und hochtönende Nahmen geben. Beispiele:

Amal, unbefleckt, von dem verneinenden a und Mahl, Makel. So erkläret man wenigstens den Nahmen des bekannten Gothischen Geschlechtes Amala. Aber das Wort kommt auch in andern eigenen Rahmen vor, Amalafrida, schön ohne Makel, bey dem Procopius, Amaloberga, ihre Tochter, unbefleckte Beschützerin, Amalasuntha, unbefleckte Tochter. Ango, eine Art Fränkischer Wurfspieße, welche Agathias beschreibt, ohne Zweifel das Stammwort von Angel, weil sie zu beyden Seiten krumme Widerhaken hatten. Ar, Herr, in den Nahmen des Cheruscischen Fürsten Arminius, Hermann, und des Quadischen Fürsten Ariogaisus, von Gais, Gast, mächtig. Wäre Ariovist ein Deutscher und nicht vielmehr ein Gallischer Nähme, so könnte er auch hierher gerechnet werden und als ein Amtsnahme Heerführer bedeuten. Asch, Esch, hat sehr frühe sowohl Wasser, als eine Art Schiffe ingleichen eine Feldflur bedeutet. Letzteres bedeutet das Holland. Esch, Essen, und das Oberb. Esch, Desch noch jetzt. S. mein Wörterb. v. Esch. In ber Bedeutung eines Schiffes kommt es im Salischen Gesetze vor. Tacitus erwähnt einer Stadt Asciburgium am linken Nieder-Rhein, und Ptolemäus einer am rechten. In Bremen gibt es noch jetzt einen Ort Askevorg an der Weser. G. Brem. Nieders. Wörterbuch, Th. i, S.30. Aestier, das äußerste Germanisch Volk an der Bernsteinküste, ohne Zweifel von Ost, wegen seiner östlichen läge. Dahin auch Plinii Austra-via, in Norden noch spät Austurweg. Ob die Vandalischen Astingi auch daher den Nahmen haben, weiß ich nicht. Athal, Adel, in Athalaricui. Vermuthlich auch in dem Nahmen des Marcomannischen Königes Attalus. Aber der Cheruscische König Italus und der Suevische Italicus hießen so, weil sie zu Rom waren erzogen worden. Bert, berühmt, in vielen Nähmen Sigcbert, Childebert, Cunibert, u. s. f. eben st wie brand und brecht. Brand, berühmt, wie dert, in Ansbrandus, Gi- gibrandus-. ingleichen Brun, in Brunechild. Die Nahmen Brennus und Brindio scheinen Gallischen Ursprunges zu seyn. Bruch, Niederd. Brook, sumpfige Gegend, daher der Rahme der B r u c t e r e r. Daher vielleicht auch Bucterus Mons, der Brocken, Blocksberg, weil er viele Torfbrüche auf seinem Gipfel enthält, oder auch von Breken brechen, weil der Brocken ein bloßer Überrest zertrümmerter Felsen ist. Burg, in Quabriburgium, Asciburgium. In Burgunder gehöret das zur zweyten Hälfte, G. Gund. Burgunder sind einerley mit Taciti Buriis. Ob dieß zu Born, «der zu Bauer, Einwohner, oder zudem Slavischen Lui, Wald, gehöret, wage ich nicht zu bestimmen. Car, Char, Ger, Krieg, ein altes Wort, Angels. War, Franz. Guerre, daher die Nahmen Cariowald, mächtig im Kriege, Cararik, Charibertus, Gerbert, Chariomer, Cariovistus. Cat, Cad, Krieg, noch in dem Wallisischen Cad. Daher die Nahmen Catualba, Catumer, Bellocatus, Godigiscius, belli potens; giscius ist so viel als gaisus, gast. Daß die Catten von ihrem kriegerischen Charakter den Nahmen haben, ist wenigstens eher wahrscheinlich, als daß sie von Katzen benannt worden. Cateja, eine Art Wurfspieße, welche Birgit den Deutschen, Serums und andere aber den Galliern zuschreiben. Der Nähme wenigstens scheint eher Gallisch als Deutsch zu seyn. Ehamaver, vielleicht vom alten Ham, ein Wald, ingleichen eine Wiese, Aue, auch ein Gehege. Char, S. Car. Aber in Charudes ist es das durch einen Vocal nach Römischer Sitte getheilte Hart. Gam, ein Mann, Mannsperson, wie noch in Bräutigam. Daher sollen die Gambriui«r den Nahmen ha» den, von dem Gallische» Briua, eine Brücke, weil ihr Land sumpfig war. Aber es kann auch zu Cham, Ham, Wald, schören.

Glessum, der Deutsche Nähme des Bernsteins

Glas, und diest von gleißen Goth, Gaut, ein Mann, Mensch« S. den Nahmen der Gothen.

von gleißen Goth , Gaut, ein Mann, Mensch« S. den Nahmen der Gothen. , bey dem

, bey dem Plinius, augenscheinlich verwandt mit

Gund« i. Gin Mann, noch Island. 0»n. Daher Nur: gunder. 2. Eine männliche Hrau, Heldinn. Adel» gunda, Fredegunda, Gundoberga, Hunil«. 3» Krieg. Gunderik, Günther, Gundobaldus. Hart, tapfer, kühn, Hartomundus, Ardabu? rius, Gerhard. Vielleicht auch Hortarius. Hart, Harz, waldiges Gebirge. Daher Hercyni», Sylva, Cherusci, Haruder. Hen, Geschlecht, wie Cun, daher Henricus, reich an Ahnen, Hunnerik, Gensericus, eben

dasselbe,

und gilt, gast, mächtig von Ahnen. Her, Heer, ingleichen Krieg, wie Ger, Hariobau» des, dello potcu«, Arminius, Hermann, Hermanarik. Hertha, die Erde, als die Gottheit der sieben verbundenen Suevischen Völkerschaften bey dem Tacitus. Hild, Cyild. 1. Kind, wie Engl. cki!<l. Hildebrand, berühmter Knabe, aber auch berühmter Krieger - Brunechild, berühmtes Mädchen. 2. Krieger, tapferer Mann, Held. Childerik, Ehilbebert, Hildebrand Lud, Laut, berühmt, daher Lut«, ein vornehmer Franke im Marcellin, Ehlodowig, Ludowig, berühmter Krieger, Held, Chlobeswinda, berühmte Heldin, Liutprand, sehr berühmt. Nigellüs ä« ß«!>ti« Lullu^. li» 33. i, erklärt Uluto ausdrücklich durch pi»««l»iu«. Mal. i. Makel, Flecken, Amala, ohne Makel. 2. Gericht, Sprache, Grenze, Gebieth u. s. f. Malorich, Mar. i. Meer, Marsaten. Margarita, nach dem Plinius der barbarische Nähme der Perle, ölerißrick in Qlc>«5. rior. zl«l>ßlNll im llatian. 2. Pferd, Mäh«, Marpahis, Marschall, bey den Longobarden. 3. Mar, mer, mir, berühmt, Maroboduus, Marbod, bc: lühmter Feldherr, Segimer, Inguiomar, Chario- «er, Marcomir, Visumar u> f. f. 4. Vcrmebrcr. Muhimer, Hheudomer, Marlomer. Mark, Mari. 1». Sumpfiges kand. ^l,«,»»» »?l- ,», der Schwarzwald, Markomannen, Marsi, Mau» rusii, Marsin gi. 2. Grenze. Marcomir, der Nah- me eines Fränkischen Fürsten, Vermehr« der Grenzen. Ner, Norden. Nerigon, im Plinius, Norwegen. Quad, Cuat, Wald, daher die Qu «den. Reno, Renntyier, von rennen, Schweb. ««„, Island, lli«,». Rhein, eigentlich ein allgemeiner Nähme eines jeden Flusses, von rinnen. Vtunen, wissen, in Alraun. Sachs, Messer, daher gemeiniglich der Nahm« der Sachsen, Sal, ein allgemeiner Nähme vieler Flüsse. Sapo, Seife, Riedels. Sepe, von Sapp, Saft, eine Erfindung der Belgischen Gallier, d. i. Cimbern.

Hengistus

, der Anführer der Sachsen,

gewiß nicht von einem Hengste

, sondern von Hen,

Sat, Saß, vom Niebers. sitten, sitzen. Marßten, Anwohner des Meeres. Ptolemai Phurgisatis. Scutilo, ein Alemanne, vielleicht von schützen, oder Schütz. Seg, Sieg, Sieg. Daher Segestes, Sigimer, Sigibrand, Sigibert, Sigimund. Sieg, ein Fluß, noch jetzt die Siege, daher die Sieg-ambern. Späth, ein kurzes Schwert der Deutschen nach Diodor. Jetzt ist Spaden im Niederdeutschen ein Gradscheit. Taunus, ein Gebirge im Hessischen, jetzt die Höhe Taun. Dun ist ein mehrern Sprachen eigenes Wort, wellches einen Berg bezeichnet. Teut, Theud, Diet, Volk, Menschen. Daher die Teutonen, Theudorix, Theudimund, Theed. Aber der Teutoburger, besser Teutoberger Wald hat den Nahmen von der D ü t e, der D ü te b e r g e r Wald. Hhor. i. Der Nähme einer Germanischen Gottheit, der Donnergott, von thoren, bonncrn. 2. Ein Berg, S.Dur. Üb, Ob, ein Fluß, in mehrern alten Sprachen. Daher vielleicht die Ubier, weil sie am Rheine

wohnten. Ur, der Nahme der Auerochsen schon bey dem Caesar. Vald, Walt, mächtig, von walten, herrschen, in manchen Eigennahmen, Cariovald, Catuaald; verwandt mit balo. Vand, Wand, Meer, daher Vandali, Veneti, Küstenbewohner. Vang, Wang, eine fruchtbare Ebene, noch jetzt in einigen Oberdeutschen Gegenden. Daher die Vangiones, ein ursprünglich Deutsches Volk am linken Rheinufer. Var 1. Ein Mann in mehrern Mundarten. 2. Ein Bewohner, Anwohner, Amsivarier, Bewohner der Ems, Angrivarier. Daher noch büren in manchen Niederdeutschen Ortsnahmen, z. B. Emsbüren. 3. Ein Nachfolger, Nachkomme. Attuarii, Chassuarii, Boructuarier, Bojoarier.

Fußnoten (Seite 338)

(1) Die Deutsche Sprache, eine der reichsten, hat deren nicht mehr, als zwischen 3(00) und 400 Wurzelwörter Fourmont der Ältere fand in der Griechischen Sprache nur 300 Wurzelwörter, welche theils aus Thracien und von den benachbarten Völkern, theils aus dem Morgenlande herstammten. Wilh. Aven fand in der Wallisischen (einer jetzt freylich sehr armen) Sprache nur 220 Wurzeln. Court de Gebelin zählt in der Französischen, einer sehr vermischten Sprache, die Onomatopdien abgerechnet (wie unphilosophisch!) keine 400, und auch hier ist er sehr freygebig. Die Chinesische Sprache hat nur 333, und da es ihr bey ihrer Einsylbigkeit an der Ableitung und Zusammensetzung fehlt, so hilft sie sich, freylich kümmerlich genug, mit dem Ton der Aussprache, wodurch aus den 333 Wurzeln 1665 der Bedeutung nach ganz verschiedene Wörter entstehen.

Seite 367-(1) Ich habe im vorigen bemerkt, daß mehrere Europäische und Asiatische Sprachen in so vielen Wörtern unverdächtige Beweise einer geschehenen Vermischung mit Germanischen Völkern und Sprachen aufzuweisen haben. Manches davon kann wohl noch Überrest der ersten Sprachbildung sein, aber vieles schreibt sich auch von spätern Einflüssen her. Merkwürdig ist dabey, daß die Wörter, welche auf diese Art in andere Sprachen übergegangen sind, aus beyden Hauptmundarten herrühren, und eine frühe Einwirkung bey- der Hauptstämme zu beweisen scheinen. Ich will hier einige Wörter und Formen aus der niedere Mundart anführen. Solcher, welche beyden gemein sind, folglich auch aus der höhere seyn können, sind freylich weit mehr; allein ich will hier blos bey denenjenigen stehen bleiben, welche unlügbar aus der niedere Sprache sind. Seite 384: Die Genealogie wird dabey nicht vergessen, denn die rohesten Volker sind immer die stärksten Genealogisten, welche ihre Geschlechtsregister durch eine Menge von Gliedern bis auf ein einziges Paar zurück zu fuhren wissen, welches sich denn immer an einen Gott anschließt. Die Probe, welche uns Tacitus gleich zu Anfange seines Werks von einer ihrer vornehmsten Dichtungen gibt, beweiset beydes. Gott Tuisco, von der Erde geboren, und sein Sohn Mann waren die Stifter und Stammväter der Deutschen. Mann hatte drey Söhne Ingävon, Hermion und Istävon, die Stammväter der Völker dieses Nahmens, u. f. f. Ist es doch als wenn man den Griechen von seinem Gott Pelasguno dessen Söhnen Actäüs, Argos, Thessalus u. f. f. dichten hörte. Solche Dichtungen sind der thätigste Beweis des Mangels aller Geschichte, selbst aus Überlieferung, daher man dergleichen Nothbehelfe eines rohen Volkes nach 2000 Jahren nicht in die ernsthafte Geschichte verpflanzen sollte, welche Ehre dem Tuisco selbst noch in unsern Tagen wiederfähret.

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Dichtung und Wahrheit – Johann Wolfgang von Goethe (1809-1831)

Untertitel: Aus meinem Leben (Auswahl)

Verlag: Hamburger Lesehefte Verlag

Umfang: (Auszug) 135 Seiten

Struktur: 20 Bücher (1749 - 1775)

Kurzfassung (Wikipedia): Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit

Notizen

Das Erdbeben in 1755 von Lissabon wird in (heilsamen) Quellen durch „Innehalten“ wahrgenommen (14)

Ober-Yssel: viel Morast, macht das gute Land verhasst (15)

Die vier Haimonskinder (16)

Eisnascherei (29)

Jeder Finger hat einen Spitznamen (Däumerling, Deuterling, Goldfinger (37)

Seidenzucht als Kinderarbeit (39)

Englisch in 4 Wochen (39)

Die Lesemütter in Hebräisch (41)

Publizität durch Bücherverbrennung (43)

Gretchen (46)

Weinbrunnen (52)

Purpur (Ornat, Kaiserkrönung) (10,55)

Messzeit in Leipzig (64)

Kleider (66)

Herders Augenleiden (78)

Über den Ursprung der Sprachen (Herder) (79)

Die Sprache wurde mit den Menschen erschaffen (Goethe) (79)

Friedrikens Ruhe (88)

Schreiben ist ein Missbrauch der Sprache (90)

9

Deutsche Grammatik - von Jacob Grimm (1818)

Quelle Deutsche Grammatik ab Seite 5

Notizen zur Vokalbeschreibung in Deutsche Grammatik Jakob Grimm

Die Vokale sind entweder einfache oder doppelte womit die Einteilung in kurze oder lange gänzlich zusammenfällt (vergl. unten die Bemerkungen über die Prosodie).

, von

welchen wiederum müssen ;

mit

althochdeutschen Buchstabenlehre entwickeln lässt.

Die Aussprache des

Zungen; schon schwankender ist die des

Es wird zumal auffallen , dass ich dem

man hiergegen aus ganz abstrakten Untersuchungen der Sprachlaute oder aus der Betrachtung fremder Sprachen vorbringen wollte, lasse ich mich jetzt nicht ein; in der deutschen Sprache steht es

als Ersatz für frühere andere Laute zu

betrachten sei, wie denn auch die ältesten Runen gar kein Zeichen zu beiden besitzen. Ein anderer Grund liegt mir in dem späteren Entspringen und steigenden Umgreifen der Umlaute,

welches auf frühere Seltenheit und selbst Abhandensein des einfachen

spricht endlich auch die in den neueren Sprachen immer wachsende Auslösung fast aller Vokale der

, so dass das erlangte entschiedene Übergewicht dieses Lauts seinenSprachen immer wachsende Auslösung fast aller Vokale der anfänglich geringeren Umfang gleichsam zurück bedeutet.

anfänglich geringeren Umfang gleichsam zurück bedeutet. Die uralte Sprache braucht überhaupt weder alle Vokale, noch alle Konsonanten entwickelt zu haben ; manche fremde Sprachen entbehren bekanntlich einzelner einfacher Konsonanten. Noch viel mehr aber gilt das von den gemischten oder zusammengesetzten Lauten, Vokalen und Konsonanten, in deren Entfaltung und vielfältigen Bestimmung meiner Ansicht nach etwas Unursprüngliches zu suchen ist.

nur ein, fürmeiner Ansicht nach etwas Unursprüngliches zu suchen ist. beziehungsweise ) , welches die Ungewissheit beider Laute

beziehungsweise

) , welches die Ungewissheit beider Laute bestätigt, obgleich sie prosodischzu suchen ist. nur ein, für beziehungsweise eben dadurch bestimmt worden sind und schließen lässt.

eben dadurch bestimmt worden sind und

schließen lässt. Hierfür

historisch zu erweisen , dass das

die Natur eines reinen Vokals nicht beilege ; auf gründe die

a, i, u (finden, fand, funden) gleicht sich in allen (oder den meisten) deutschenNatur eines reinen Vokals nicht beilege ; auf gründe die der aber als getrübte (umlaute) betrachtet

der

aber als getrübte (umlaute) betrachtet werden

Der einfachen (kurzen) gibt es in den deutschen Sprachen achte:

a, e, i, o, u, ë, ö, ü (= y)

nicht

sondern

erst

in

a, i, o, u als die reinen,achte: a, e, i, o, u, ë, ö, ü (= y) nicht sondern erst in es

es

eine

eigne

e, ö, ü
e, ö, ü

die

dem

e
e

hat

Bewandtnis,

o . e
o
.
e

sich

hier

noch

als Umlaut, dase, ö, ü die dem e hat Bewandtnis, o . e sich hier noch ë e

ë
ë
e
e

Endungen in ein tonloses

Merkwürdig besitzen die Griechen für

ο ,
ο
,
e und o
e
und
o

jedes mal zwei Zeichen {

ε , η
ε
,
η
η und ω
η
und
ω

für doppelte Laute geachtet werden müssen.

3) Ein doppelter Vokal setzt den Zusammenfluss zweier einfacher in einer Silbe voraus; Einsilbigkeit ift das wesentliche Erfordernis jedes Diphthongen. Man kann zwei arten der Doppelvokale angeben :

, wo die ursprüngliche Doppelung desselben Vokals äußerlich in

etc. entspringen, liefert

teils die verschiedentlich vorkommende Schreibung

Vokale in Diphthongen der zweiten Art (z. b. des

Vergleichung der verschiedenen Mundarten, das goth.

dem alth.

Sprache bedient sich statt des Dehnzeichens da, wo sie die gedehnten Vokale nicht in Diphthongen zweiter Art umwandelt, zwar noch zuweilen der äußeren Doppelung, gewöhnlich aber und daneben

einem Körper zusammengetreten ist. Den Beweis, dass

a) Gedehnte Vokale:

â, ê, î, ô, û

â, ô aa, oo â in æ ô ae
â,
ô
aa,
oo
â in
æ
ô
ae

etc. aus

aa, oo
aa,
oo

etc. teils die Umlautung der gedehnten

, das heißt

ae
ae

, des

û in iu) ; endlich die
û in
iu) ; endlich die

entspricht etymologisch und prosodisch

uo , das hochd. â dem niederdeutschen
uo
, das hochd.
â dem niederdeutschen

oder niederrheinischen ai etc. Die neuhochd.

der Schreibung ah, eh, ih (und ie ) oh, uh. Die Lateiner schrieben ihre lange
der Schreibung
ah,
eh,
ih (und
ie
)
oh,
uh. Die Lateiner schrieben ihre lange Vokale früher durch
zwei kurze (Schneider p. 96.), den Griechen entsprang
η
und
ω
aus der Schreibung
εε
,
oo
; bei den

übrigen Vokalen pflegten sie wie die Lateiner später bei allen, Länge u. Kürze durch gar kein Zeichen zu unterscheiden.

b) Eigentliche Diphthongen, in denen sich zwei verschiedene Vokale verbinden. Hier wären vorerst

und ohne selbst die trüben Vokale

ö , ü mit anzuschlagen, folgende Fälle denkbar,
ö
,
ü mit anzuschlagen, folgende Fälle denkbar,

ae, ai, ao, au; ea, ei, eo, eu; ia, ie, io, iu; oa, oe, oi,
ae, ai, ao, au;
ea, ei, eo, eu;
ia, ie, io, iu;
oa, oe, oi, ou;
ua, ue, ui, uo
;

allein keine, Sprache in der Welt hat ihrer soviel auf einmal entwickelt, sondern die reichsten kaum die Hälfte, andere noch weit weniger. Die Eigentümlichkeit der Mundarten setzt sich großenteils nach den vorhandenen oder mangelnden Diphthongen; welche den deutschen Sprachen zustehen, ist keiner allgemeinen angäbe fähig. Allmählich dürften sich in ihnen so ziemlich Beispiele aller Fälle darbieten, wie z. b. das den alten Mundarten gänzlich fremde ui im Neuniederländischen aufgetreten ist.

10

Deutsche Mythologie - von Jacob Grimm (1835)

Verlag: Fourierverlag

Autor: Jacob Grimm (* 1785, Hanau, gestorben 1863 in Berlin)

Widmung: Dahlmann dem Freunde

Bänder: 2 Stück

Umfang: Teil I 1045 Seiten, Teil II 536 Seiten

Veröffentlicht: 1835

Nachdruck Fourierverlag: unveränderter Nachdruck der 4. Auflage 1875-1878

Datum Notizen: 27.12.2004

Eintrag: 20 Jul. 2008 von JWR

Struktur / Themenliste / Inhaltsverzeichnis Band I

Grimm hat die Substantive in seinem Werk (wie im Englischen) immer mit Kleinbuchstaben geschrieben.

Vorrede

elemente

einleitung

bäume und thiere

gott

himmel und gestirne

gottesdienst und feste

tag und nacht

tempel und altar

sommer und winter

priester

zeit und welt

götter

seelen

Wuotan

tod

Donar

schicksal und heil

Zio

personificationen

Fro

dichtkunst

Paltar

gespenster

andere götter

entrückung

göttinnen

teufel

götterverhältnisse

zauber

helden

aberglaube

weise frauen

krankheiten

wichte und elbe

kräuter und steine

riesen

sprüche und segen

schöpfung

Zusätzlicher Anhang (in Band II)

Angelsächsische stammtafeln

Aberglaube (auszüge)

Zusammenfassung

Im letzten Moment gelingt Jacob Grimm (zusammen mit seinem Bruder) die Dokumentation der deutschen Identität, der Mythologie, einschließlich Grammatik, Märchen, Sprichwörter, Volksbräuche, usw.

Das Buch ist für Fachleute und Interessenten gut lesbar, verständlich und typografisch ausgezeichnet geschrieben und gedruckt. Für Unbedarfte enthält das Buch aber sehr viele Details. Der Unwissende wird gewissermaßen von der Vielzahl der Details erschlagen.

Im ausgezeichneten Gesamtregister (im Teil II) kann man leicht nach Stichwörter suchen. Die Schreibweise ist sehr modern, d.h. Grimm schreibt Substantive ohne Großschrift, sodass die Schreibweise dem Englisch entspricht. Auch ist das Buch nicht in Sütterlinschrift geschrieben, aber in den normalen römischen Buchstaben.

Notizen Band I

Mahlstätte (71)

Drie godenbeelden bij Bregenz aan de Bodensee (90)

Woensel, Eersel, Roysel (127, 167)

Woedenspanne, duim (132)

Djaus (Zio), pag. 160 (175)

Rune Tis, Tir (165)

Zistag (167)

Zui (168)

Brond, Brand = Sohn von Baldar (p. 183, unten)

Helium und Hellevoetssluis stammen von der Göttin Nehalennia (Seite 213).

Carrus Navalis (214, Athene → 220)

Ziu war den Christen ein Wirbelwind (236)

Hellevoetssluis, Römisch Helium (262)

Ambrosia bevat goud en edelstenen (264)

Ahnenreihe Tuisco (287)

Esche (290)

Die Milchstraße 16 wurde als Sonnenbahn (der Weg des Sonnenwagens) betrachtet (296).

De Iuuåringes 17 uueg (→ weg) wordt later de Euringsstrasse (297)

Von der Irmensûl teilten sich vier Wege durch das Land, Eriksgata wurde nach 4

Richtungen gezogen. Solche vier Straßen kennt auch die Englische Überlieferung

(p. 300)

Min = weiblich, zu Man = homo (Mensch), vgl. Meermin (p. 360)

Das Wicht (neutrum), bald männlich: der Bösewicht; Wichtel (diminutiv), (p. 364)

Das Ding wird auch für Kind (→ Wicht) verwendet (p. 365)

Edda (476)

Lilith (476)

So heißt in den Niederlanden der Wirbelwind barende frouw (526)

Sieben Pompebledden (im friesischen Schild) (545)

Yggdrasil = Esche (542)

Tag / Nacht (614)

Halja, Hel ist die Todesgöttin (700) – Helgoland = heilig

Dürst / Duris (431/767)

Duivel (824)

Salz / Halle (875)

Zuilinde (998)

16 Bennenung der Milchstraße in vielen Sprachen

Notizen Band II

Fronwald (heiliger Wald), Bannwald (34)

Wie Saxo die nordischen Götter ansah (Pluto oder Dis = Othinus, Prosperina = Hel) (45)

Wochentage (46)

St.Bernhard = Montjoux (um 1132) (63)

Tuisco (71, 398) – Duisburg (72)

Noch heute nennen die Schweizerinnen ihr Gürtelband „die Freude“ (92)

Vischnu = schwarzer Gott (97)

Mannus (400), Mennon – Mannitu – Manitu (105)

Wenn Sigune sich Schionatulander nackt zeigt, sichert sie ihn in Gefahren und läßt ihn im Kampf gewinnen (S. 114).

Nikolaus & Ruprecht (149)

Den Grönländern wurde der erste Mann geschaffen, aus seinem Daumen (Nl. „duim“) die erste Frau (162)

Das notfeuer oder wilde feuer heißt skr. reibfeuer, wobei ein männliches und ein weibliches holz aneinander gerieben werden (175).

Zum Notfeuer (skr. Reibfeuer): in Arab. heißen die altertümlichen Feuerreibhölzer Zend (das männliche, obere), und Zendet das weibliche, unterlegte, gehölte (175)

Hellekessel ist ein Eigenname zu Bonn (240)

Gestorbenen sollen nach Helgafell kommen (244)

Ein sagenhafter Milchweg, der nun Mühlenweg genannt wird (280)

Das Salz (hal, sal) war heilig (307)

11

Das Runen-Wörterbuch - von Udo Waldemar Dieterich (1844)

Untertitel: Abstammung und Begriffsbildung der ältesten Sprachdenkmäler Skandinaviens

Autor: Dr. Udo Waldemar Dieterich

Ausgabe: Stockholm 1844

Verleger: Marix, 2004

ISBN 3937715134, 9783937715131Umfang: 387 Seiten

27 Jan. 2009 von JWR

Inhalt

Die Wörter sind nicht nach der modernen Alphabetsortierung geordnet. Ich habe deshalb selbst eine Inhaltsliste aufgebaut:

F-U-Th(-> Þ)-O-R-K-H-N-I-A-S-T-B-L-M-R

Notizen

Tyr is en Runensymbol (aufwärts gerichteter Pfeil) und ein Göttersymbol. → Die Darstellung des Pfeils könnte den Stierkopf mit 2 Hörnern symbolisieren) (Seite IX)

Der Name Haithabu (Eintrag 1548, Seite 185) bedeutet "Heidendorf" und stammt nicht von "aiten" = brennen.

Þu (Eintrag 1307, Seite 62, -> Du, engl. Thou) Ik:biÞ :Þ ik:, d.h. "Ich bitte dich"

Tu (Eintrag 552, Seite 314) -> sterben, (Engl. to dy) , ggf. von two -> in 2 Teilen zerlegen, trennen

IKI (Eintrag 1695, Seite 207) dat. dualis von Thu, du.

nom. Thid, gen. yckar, dat. und ac

Iki wird somit als zugehörige "Hälfte" von Thu betrachtet.

yckr, vgl. R. Gr. S- 118 - Vergl. Firilati.

Þiod = Volk (Seite 72)

JAK bzw. Ik (Eintrag 1780, 1985, bzw. 1869 und 1971, Seite 216) -> Ich (isl. ek, schw. jag, dän. jeg, goth. ik, ahd. ih, ags. ic, engl. i, nhd. ich), die Ableitung ist ungewiss.

BRAN (Eintrag 1911, Seite 349) von Brinna = brennen, bezeichnet eigentlich das Aufwallen, Brausen, Prasseln des Feuers.

Tuai (Eintrag 265, Seite 318) zwei. Der Urbegriff ist getrennt, bzw. aus einander sein.

Tutir (Eintrag 1455, Seite 319) Tochter

Trutin (Eintrag 28, 259, 714, Seite 322) Herr (Gott), ggf. auch für ->> Druide

Þur (Eintrag 1482, Seite 62) Mannsname: der Kühne

Þing (Seite 74) Beratung, Gemeinde

Die Rune Þ (Th) bezieht sich auf Thorn (Seite VI), ->> kann aber ggf. auch zusmmengesetzt sein aus I und U (??) -

Die Urvokale sind U, I und A (Seite VI); das O und E sind später hinzugekommen

12

Arthur Schopenhauers Werke in Fünf Bändern (1859)

Autor: Arthur Schopenhauer (1859)

Verlag: Haffmans (1988 / 1991)

Umfang: 6 Taschenbücher

Eintrag: 24 Nov. 2008 von JWR

Inhalt

1. Die Welt als Wille und Vorstellung I

2. Die Welt als Wille und Vorstellung II

3. Kleinere Schriften

4. Parerga und Paralipomena I

5. Parerga und Paralipomena II

6. Beibuch zur Schopenhauerausgabe

Notizen

Parerga und Paralipomena II

(Untertitel: Kleine Philosophische Schriften von Arthur Schopenhauer)

§37: Gedächtnis versus Schriftliches Archiv (Seite 55, P&P II)

§92: Adam und folglich auch Jehovah hatten eine schwarze Hautfarbe (138, P&P II) Die weiße Gesichtsfarbe ist krankhaft. Die ältesten Madonnenbilder (im Orient und auch noch in einigen alten italienischen Kirchen) mit samt dem Christkinde haben eine schwarze Gesichtsfarbe. (139) Hinweis: Auch zur Zeiten Schopenhauers noch wurden die Albinos in Afrika getötet. Hellhäuter haben im Kampf mit dem rauen, nördlichen Klima ihr Intellekt am höchsten entwickelt (139). -> Der Mensch wurde weiß und Karnivor (140)

§237: Die Schriftsteller kann man einteilen in Sternschnuppen, Planeten und Fixsterne. (399, P&P II).

§239: Es ist nun das Geschick der Großen hier auf Erden, Erst wann sie nicht mehr sind, von uns erkannt zu werden. (Seite 400, P&P II)

§245: Studierende und Studierte aller Art und jedes Alters gehn in der Regel nur auf Kunde aus; nicht auf Einsicht. (Seite 424, P&P II)

§249: In Wahrheit ist dem Dilettanten die Sache Zweck, dem Fachman bloß Mittel. Von Dilettanten und nicht von den Lohndienern ist stets das Größte ausgegangen (427, P&P II).

§260: Lesen ist bloßes Surrogat des eigenen Denkens. Man läßt dabei seine Gedanken von einem Andern am Gängelbande führen. Zudem taugen viele Bücher bloß, zu zeigen, wie viele Irrwege es giebt. (436, P&P II).

Von der Schöpfungslegende nach Arthur Schopenhauer (1851)

In dem 1851 veröffentlichten Werk Parerga und Paralipomena untersucht Arthur Schopenhauer die biblischen Schöpfungslegende und kommt zum Ergebnis, dass der erste Mensch Adam aufgrund der Sonneneinstrahlung wohl nur mit einer schwarzen Hautfarbe überleben konnte. Folglich musste auch Jehovah mit einer schwarzen Hautfarbe abgebildet werden. Tatsächlich werden die ältesten Madonnenbilder (im Orient und auch noch in einigen alten italiänischen Kirchen) mit samt dem Christkinde mit einer schwarzen Gesichtsfarbe abgebildet. Nach der These des Schopenhauers ist die weiße Gesichtsfarbe zunächst eine krankhafte Ausprägung. Die Hellhäuter hatten damals jedoch genetische Vorteile im hohen Norden und im Kampf mit dem rauhen, nördlichen Klima haben sie laut Schopenhauer ihr Intellekt am höchsten entwickelt. In der Folge wurde der nördliche Mensch weiß und carnivoor (§92, Parerga und Paralipomena II, Seite 140).

13

Heimathskunde von Thüringen – J.C. Kronfeld 18 (1861)

Gesamttitel: Heimathskunde von Thüringen und dessen nächster Umgebung

Neuausgabe Verlag Donhof, Arnstadt (1990)

Umfang 496 Seiten mit 35 Abbildungen

Notizen

Übersicht der thüringschen Geschichte und Übersicht des Landes (13-50)

Die Thüringer Eisenbahn (50)

Die Werra-Eisenbahn (206)

Perlenfischerei in der Elster (386)

Gölzschtalbrücke (387)

Ureinwohner der Rhön waren die Chatten (436)

18 Lehrer an der Bürgerschule zu Apolda

14

Das Hauptwerk - von Friedrich Nietzsche (1871 1889)

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Verlag: Nymphenburger (1990)

Umfang, Ausführung: Gebunden, 4 Bänder zu je etwa 600 - 700 Seiten

ISBN: 3-485-00621-1

Untertitel: Ein Buch für freie Geister

Eintrag: 25 Nov. 2008 von JWR

Struktur (4 Bände)

1. Menschliches, Allzumenschliches (1878)

2. Morgenröte (1881) - Die fröhliche Wissenschaft (1881)

3. Also sprach Zarathustra (4 Teile, 1883

1885) -

Die Geburt der Trgödie (1871) - Jenseits von Gut und Böse

4. Zur Genealogie der Moral (1887) - Der Fall Wagner (1888)- Götzendämmeruing (1888)- Der Antichrist (1888) - Nietzsche contra Wagner (1889)- Ecce Homo, Wie man wird, was man ist (1889 -> 1908) - Dionysos-Dithyramben (1888)

Notizen

Band I, Menschliches, Allzumenschliches Teil I & II,

IO
IO

19 = Ego (§223, Teil I, Seite 467)

Sozialismus (§304, Teil II, Seite 491)

Gefahr im Reichtum: Nur wer Geist hat, sollte Besitz haben: sonst ist ihr Besitz gemeingefährlich (§310, Teil II, Seite 493)

Stufen der Moral (§44, Teil II, Seite 559)

Verkehr mit den Tieren (§57, Teil II, Seite 563)

Baum der Menschheit und die Vernunft (§189, Teil II, Seite 620)

Zum Thema Besitz (§285, Teil II, Seite 665)

Auszeichnen von Personen (§288, Teil II, Seite 668)

Nietzsche schlägt vor: kein Stimmrecht für Besitzlosen und für Reiche (§293, Teil II, Seite

670)

Band II, Morgenröte

Vorschlag für eine alternative Eidformel: Wenn ich jetzt lüge, so bin ich kein anständiger Mensch mehr, und jeder soll es mir ins Gesicht sagen dürfen (§152, Seite 137)

Band III, Also sprach Zarathustra

19 Io ist auch im Italienischen Ego

15

Die Gesänge des Maldoror - Comte de Lautréamont (1874)

Verlag: Heyne

Comte de Lautréamont ist ein Pseudonym für Isidore Lucien Ducasse

Notizen

Ozean (20)

In meiner letzten Stunde (24)

Briefe (199)

Über den Autor und sein Werk (206-238) – von Ré Soupault (1975)

Sadismus und Grauen zur Zeit der Belagerung von Montevideo (210)

Isodore Ducasse wuchs dreisprachig auf (Französisch, Spanisch, Englisch) (212)

Internat in Tarbes (bis 1812), Gymnasium in Pau (bis 1865) (213)

Isodore schrieb nachts, am Klavier sitzend und deklamierte seine Sätze beim Klang der Akkorde, was doe Hotelbewohner zur Verzweiflung brachte (1890) (219)

Starenflug kopiert (219, 235)

Auch die Initiale (George Dazets) sind noch zu viel (220-221)

Kein Vogel singt (in 1870) mehr im (belagerten) Paris (225).

Ratten werden zu 2,50 Goldfranken das Stück verkauft (225).

Isidore Lucien Ducasse stirbt 1871 (226)

Lautréamont schrieb automatisch, unbewusst, „an der Schwelle des Traumes“ (230)

Wie der Philosoph Philo (230)

Schnelligkeit: die Gesänge wurden 1868-1869 geschrieben (232)

Tiergeschlechter: 185 Tierarten (234)

Der Mensch als Tötungsmaschine am Schlachtaltar (234)

Ob Tier oder Gott, gemeint ist immer der Mensch (235)

Gesänge des Guten (238)

Anhang: Der Traum als Konstruktionsprinzip bei Lautréamont und Carroll 20

(244-263)

von Elisabeth Lenk

16

Gesammelte Werke – Eduard Mörike (1875)

Untertitel Sonderausgabe in einem Band

Verlag: Müller und Kiepenheuer Verlag (undatiert)

Umfang: 456 Seiten

Notizen

Eduard Mörikes Lebenund Werk (415-441)

17

Huckleberry Finn – von Mark Twain (1876-1885)

Untertitel: Huckleberry Finns Abenteuer und Fahrten

Verlag: Goldmann, Band 844

Umfang: 243 Seiten

Notizen

Mark Twain = „Zwei Faden Tiefe markieren“ (Rückseite)

18

Der Sohar - nach dem Urtext von Ernst Müller

Ursprünglicher Titel "Sefer ha-Sohar", das "Buch des Glanzes"

Kompilator/Übersetzer: Ernst Müller (1880 - 1945)

Untertitel: das Heilige Buch der Kabbala

Sprache: Deutsch

Verlag: Weltbild

Abbildungen: 12

Inhalt / Struktur

Kabbala und Sohar

Preis der Thora

Schöpfungslehre, Weltenplan

Das Menschenreich

Kult und Ritus

Hinweise und Notizen

Das vorliegende Buch enthält nur Auszüge des Sohars.

Der Sohar (offensichtlich im 13. Jahrhundert als schriftliches Zeugnis einer mündlichen Kabbala-Lehre entstanden) dokumentiert eindeutig die Erschaffung eines androgynen Adams, der erst später in Mann und Frau aufgeteilt wird.

Zitatstellen in Deutsch

Diese Bibelstelle wird im kabbalistischen Hauptwerk Sohar näher erläutert. Der Sohar, „das Buch des Glanzes”, das bedeutendste Werk der jüdischen Kabbala, erscheint in schriftlicher Form erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts in Spanien. Das Buch umfasst die Überlieferung und die Lehre der mystischen Seite der jüdischen Religion. Der Sohar beschreibt darin eine Vielzahl an Details zum androgynen Charakter des Götternamens IHVH und die aus diesem Wort hervorgegangene Schöpfung. Die nachfolgenden Zitate[1] verweisen auf eine merkwürdige Parallele zwischen den Schöpfungsmythen in der Bibel und im Gastmahl Platons. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass die jüdische Gottheit Jahwe ihre Schöpfung Adam aus Mitleid, Zeus nach Meinung Platons eher aus Furcht die Menschen in Mann und Frau aufgetrennt hat.

Die Trennung von Mann und Frau[2]

Es begann Rabbi Acha mit dem Schriftsatz: Und es sprach IHVH Elohim: „Nicht gut ist es, dass der Mensch allein sei“ (1. Moses 2,18). Warum beginnt der Satz mit diesen Worten? Es wurde gelehrt, dass aus dem Grunde vom zweiten Tage nicht gesagt wird: dass es gut ist, weil der Mensch vereinsamen sollte. War er denn aber einsam, wo doch gesagt wird: Männlich und weiblich erschuf Er sie? Auch haben wir gelernt, dass der Mensch zweigesichtig erschaffen wurde, und du sagst: Nicht gut, dass der Mensch allein sei? Vielmehr bemühte er sich nicht um seine weibliche Hälfte und hatte keine Stütze an ihm, da dieser nur eine Seite bildete und sie rückwärts wie eines waren – so war doch der Mensch allein. Ich will ihm einen Gehilfen verschaffen ihm gegenüber (1. Moses 2, 16). Das heißt: seinem Antlitz gegenüber, dass eines am andern hafte, Angesicht zu Angesicht. Was tat der Allheilige? Er sägte an ihm und nahm das Weibliche von ihm. Wie es heißt: Und Er nahm eine seiner Rippen (1. Moses 2,21). Was bedeutet: eine: das ist seine weibliche Seite, in gleichem Sinne wie in den Worten: Eine ist sie, meine Taube, meine Reine (Hohelied 6,9). Und er brachte sie zu Adam (1. Moses 2,22). Er rüstete sie wie eine Braut und ließ sie vor sein leuchtend Angesicht kommen:

Angesicht zu Angesicht.

Männlich und weiblich[3]

Rabbi Schim’on sprach: „Männlich und weiblich hat Er sie erschaffen.” Darum ist ein Geistbild, in dem nicht Männlich und Weiblich vereinigt sind, nicht himmlischer Art. Und in der geheimen Überlieferung fanden wir dieses bestätigt. So merke denn auch: An einem Orte, wo sich nicht ein Männliches und ein Weibliches vereinigt finden, schlägt der Allheilige nicht Seinen Wohnsitz auf und auch der Segen findet sich nur an einem Orte, der Männlich und Weiblich vereinigt. So heißt es denn auch: „Und Er segnete sie und nannte ihren Namen Adam[4], am Tage da sie geschaffen wurden” (1. Moses 5,2), und nicht: „Er segnete ihn und nannte seinen Namen Adam”. Denn sogar der Name „Mensch” wurde nur dem Männlichen und Weiblichen zusammen gegeben.

Vom Urzusammenhang der Geschlechter[5]

sie sich dann verbinden, erscheinen sie als ein Körper wahrhaftig. Daraus folgt, dass

das Männliche allein nur als ein halber Körper erscheint

sie sich verbinden, werden sie zur Einheit. Und wenn sie sich zur Einheit verbunden, freuen sich

alle Welten, weil von einem vollkommenen Körper alle Menschen Segen empfangen. Was darum nicht Männlich und Weiblich enthält, wird ein halber Körper genannt. Und es kann kein Segen walten an einem makeligen, mangelhaften Dinge, sondern nur an einem vollkommenen Orte und nicht an einem halben, denn halbe Dinge können in Ewigkeit nicht ”

bestehen und in Ewigkeit keinen Segen aufnehmen

und ebenso das Weibliche. Erst wenn

„ Wenn

Vom ersten Menschen[6]

Rabbi Jizchak sagte: „Der Mensch wurde zweigesichtig erschaffen. Darauf verweist die Stelle, wo Gott eine seiner Rippen nahm, sie ihm absägte, und zwei Wesen entstanden, von Osten und von Westen, was in dem Satze ausgesprochen ist: Rückwärts und vorne hast Du mich gebildet (Psalm 139,5). Rückwärts – das ist die Seite des Niedergangs, vorne – jene des Aufgangs.” Und Rabbi Chija sagte: „Was tat der Allheilige? Er gestaltete jenes Weibliche, vollendete ihre Schönheit über alles und brachte sie dem Menschen. Wie geschrieben ist: Und es baute JHWH Elohim die Rippe, die er vom Menschen genommen, zum Weibe (1. Moses 2,22). Und wenn es vorher heißt: Und er nahm eine von seinen Rippen, so ist dies im gleichen Sinne gemeint wie in den Worten: Eine ist sie, meine Taube, meine Reine, eine ihrer Mutter (Hohelied 6,9). Und Rippe bedeutet einfach Seite, wie in den Worten: An der Seite des Stiftzeltes” (2. Moses 26,20). Der Allheilige gab eine höhere Seele in den Menschen und legte in sie Weisheit und Vernunft – alles zu wissen. Aus welcher Region nahm er diese Seele? Und Rabbi Jehuda setzte hinzu, dass dies gemeint sei in dem Satze: „Es bringe die Erde hervor lebende Seele!” (1. Moses 1,24). Die Erde – das ist die Stätte, darin das Heiligtum sich befand. Lebende Seele – das heißt: lebende Seele schlechthin – es ist die Seele des Urmenschen. Rabbi Abba sagte: „Der erste Mensch bestand aus Männlichem und Weiblichem, wie es heißt:

Und es sprach Gott: Lasset uns einen Menschen machen in unserem Abbild, nach unserem Gleichnis. Hiernach wurden also Männliches und Weibliches in einem geschaffen und trennten sich erst später.” Der Sohar beschreibt den ersten jüdischen Menschen als zweigesichtig, nach Seinem Abbild, mannweiblich in einem. Erst später wird er aufgetrennt, genauso, wie es auch Platon beschrieben hat. In unmissverständlicher Weise sind der Name „Elohim“ und die Verben in diesem biblischen Kontext im Plural geschrieben, denn dem biblischen Autor stand selbstverständlich noch die androgyne Dualität klar vor Augen, obwohl doch das androgyne Ehepaar als monotheistischer Gott bekannt war. Doch nicht nur die Geschichte, auch die Kernbuchstaben (I und U) der jüdischen und keltischen Religion stimmen überein, denn hierzu sagt der Sohar:

Der Urglanz, aus dem alle Worte geschaffen[7]

„Dies ist Sohar, der Urglanz, aus dem alle Worte geschaffen wurden im Geheimnis der Ausbreitung jenes verborgenen Punktes. Und wenn hier das Wort schaffen (Bara) steht, so ist es nicht zu verwundern, dass dann wieder folgt: Es schuf (bara) Elohim den Menschen in Seinem Ebenbild. Dieses Geheimnis ist das des Uranfangs, da alles in Seinem Namen enthalten war. Erst nachher, als es zum Namen Elohim entwickelt war, brachte es die Geschlechterfolgen hervor aus jenem Samen, den es empfangen hatte. Welches ist aber der Same selbst? Die Lautzeichen, geprägt im Geheimnis der Thora, die in jenem Punkte ihren Ursprung haben. Denn es ging von jenem Punkte als der Same in die Palasteshülle das Geheimnis der drei Vokalpunkte: Cholem (O), Schurek (U), Chirik (I), sich vollendend aneinander und ein Geheimnis bildend.“ Schurek (U) und Chirik (I) sind jedoch genau die androgynen Symbole in den Namen der wichtigsten Götter, des römischen Diu-piter, des Kelten- und Germanengottes Tuisco. Der Sohar betont in erhabenen, klaren Worten die Bedeutung der Ehe als ein unzerbrechlicher, von Gott geheiligter Verbund zwischen Ehemann und Ehefrau. Die Beschreibung dokumentiert eine auffällige Übereinstimmung mit der androgynen Schöpfung im Symposion. Der erste Mensch wurde zweigesichtig in androgyner Gestalt erschaffen. Dessen zwei Gesichter waren rücklings verbunden und konnten sich nicht in die Augen sehen. Sie waren einsam, obwohl sie doch miteinander verbunden waren. Erst einige Zeit nach der Erschaffung wurden sie von göttlicher Hand getrennt und Gott führte sie zueinander, von Angesicht zu Angesicht, wie ein Brautpaar. Der Sohar fügt dem noch hinzu, dass der erste Mensch weder männlich noch weiblich gewesen sei, sondern mannweiblich. Da jedoch Gott diesen mannweiblichen Menschen nach seinem Abbild geschaffen hatte, muss aber auch der biblische Schöpfer zur Zeit der Schöpfung eine androgyne Gestalt gewesen sein. Irgendwann hat der Schöpfergott seinen dualen Charakter ablegen müssen. Die Androgynität ist jedoch in den Hieroglyphen seines Namens erhalten geblieben. In der jüdischen Religion sind es die Symbole Jod und He, die beiden ersten Buchstaben des Tetragrammaton. In den Namen Tuisco und d’Iu-piter sind es die Buchstaben I und U. Jetzt aber, nachdem wir gelernt haben die Hieroglyphen zu lesen, werden wir diese androgynen Symbole noch in vielen anderen Namen wiederfinden: in den Namen der Städte, Länder und Völker in ganz Europa.

[1] Der Sohar – Das heilige Buch der Kabbala, Übersetzung 1932 von Ernst Müller, 13. JH. n.C. [2] Sohar III. fol. 44b. [3] Sohar I. fol. 55b [4] Die Wörter „Adam“ und „Mensch“ enthalten in der hebräischen Sprache die gleichen Konsonanten und sind damit austauschbar. Quelle: Fußnote in Genesis 5, der World English Bible im Internet [5] Sohar, III. fol. 296a [6] Sohar II. fol. 54b-55a [7] Sohar I. fol. 15b-16a

19

Der goldene Zweig - von James George Frazer (1890)

Der goldene Zweig - von James George Frazer (1890)

Originaltitel The Golden Bough (1890-1900-1911/1915)

Untertitel: Eine Studie über Magie und Religion

Veröffentlicht von Ullstein, 1977

Teil 1: ISBN 3548033733, 9783548033730 (Seiten 1-556)

Teil 2: ISBN 3548033741, 9783548033747 (Seiten 557-1088)

10 Mrz. 2009 von JWR

Notizen

Die alten Germanen glaubten in den Frauen wohnte etwas Heiliges und befragten sie als Orakel. Unter der Regierung Vespasians wurde eine gewisse Weleda vom Stamm der Brukterer allgemein als Gottheit angesehen. und herrschte in dieser Eigenschaft über das Volk. Sie lebte in einem Turm an der Lippe. (Seite 141).

Der Maipfahl wird voller Ehrfurcht aus dem Wald ins Dorf getragen. Dazu haben die junge Männer 20 oder 40 Joch Ochsen, die den Maipfahl ("ein stinkendes Götzenbild") über und über mit Blumen und Gräsern bedeckt nach Hause ziehen. Nach der Aufrichtung beginnen sie zu tanzen wie die Heiden bei der Einweihung eines Götzenbildes. Von den 40, 60 oder Hundert Mädchen, die über Nacht in den Wald gehen, kehrt kaum ein Drittel makellos

heim

(Seite 174).

Der römische König verkörperte Jupiter selbst. Die siegreiche Feldherren feierten den Triumph in den Kleidern Jupiters, die man aus dem Tempel auf dem Kapitol lieh. Sie trugen Purpur-farbenen Gewänder. Ihr Gesicht war mit Scharlach-Röte gefärbt. (Seite 216).

Als lebendiges Abbild Jupiters und Ersatzvertreter Jupiters auf Erden galt der "Flamen Dialis" und seiner Gattin Flaminia (Seite 254).

Die Götterpaare Jupiter & Juno, Dianus & Diana, Zeus & Dione sind im Wesen und Ursprung identisch. Juno und Diana wurden als Mond identifiziert. Die Abstammung wird auf den Indo-Germanischen Stamm "Di" mit der Bedeutung "Hell" zurückgeführt. Varro erwähnt, dass Janus mit einem Stock in der einen und einem Schlüssel in der anderen Hand der Himmelsgott war (Seite 241). Janus soll in den ältesten Tagen der römischen Geschichte in den Eichenwäldern des Janiculum geherrscht haben, jenes Gebirge am rechten Ufer des Tibers.

Buschneger in Surinam haben stets einen Wächter am Dorfseingang aufgestellt. Das Götzenbild besteht aus einem Holzklotz mit einem grob geschnitzten menschlichen Gesicht auf beiden Seiten (Seite 244).

Bei den Juden wurde beim Tempelbau kein eisernes Werkzeug verwendet. Ebenso bei der alten Holzbrücke (Pons Sublicius ) zu Rom, die für heilig galt. Als Begründung wird angegeben, dass Götter und Geister alle Eisenteile meiden. Eisen gilt deshalb auch als Schutz gegen unliebsamen Geister. (Seite 327).

Byblos an der Küste Syriens war (mit Paphos auf Zypern) ein Hochburg der Aphroditen- bzw. Astarte-Verehrung. Byblos war die älteste Stadt Phöniziens und vom großen Gott "El" gegründet, den Griechen und Römer mit Chronos, bzw. Saturn identifizierten. Im Altertum war es ein heiliger Ort an der Mittelmeerküste, in dem die Riten des Adonis abgehalten wurden. Der Fluss Nahr Ibrahim, der etwas südlich von Byblos ins Meer mündet, hatte im Altertum den Namen Adonis. Der letzte König von Byblos hieß Cinyras und wurde von Pompeis der Große enthauptet. In Aphaca, etwa eine Tagesreise von Byblos entfernt) liegt die Quelle des Adonis-Fluss. Dort befand sich ein heiliger Hain und ein Heiligtum der Astarte, da Konstantin zerstörte. Der

Tempel liegt bei einem Dorf Afka, inmitten von Hainen mit Walnussbäumen. Der Fluss entspringt in einer hochgelegenen Höhle und folgt dann seinen Weg über riesigen Wasserfällen. An dieser Stelle soll Adonis zum ersten und letzten Mal Aphrodite begegnet sein und hier wurde sein von einem Eber verstümmelten Körper beerdigt. Jedes Jahr wurde Adonis in den Bergen zu Ostern tödlich verwundet und färbt sich das Antlitz der Natur mit seinem heiligen Blut. Während der Blütezeit der roten Anemonen und Rosen strömte das rote Wasser des Adonis-Flusses in das blaue Mittelmeer und färbte das Meer im Frühling bei landeinwärts wehender Wind wie mit einem schlängelnden Purpurband (Seite 477).

Das Bild der Aphroditen- bzw. Astarte war ein weißer Kegel oder Pyramide (Seite 481).

Der Name der Anemone stammt vermutlich von Naaman ("Liebling"), der Beiname für Adonis. (Seite 481).

Zum Beltane-Feuer (Notfeuer) in den Hochländern Schottlands gibt es Spuren von Menschenopfern. Lt. Beschreibung von John Ramsay, ein Gutsherr des Ochtertyre bei Grieff, galt der erste, zweite oder dritte Maitag als Beltane-Tag. Dabei wurde auf Bergzipfeln ein Holzsztoß, "tein-eigin" genannt, aufgerichtet. Dieses Notfeuer oder Zwangsfeuer wurde oft mit einem passenden Eichenbohrer in einer Eichenbohle gerieben. Ein Funkenregen entzündete dabei einen trockenen Blätterpilz, der auf Birken wächst. Zum Feuer wurde der Beltane-Kuchen verteilt, mit einem Sonderstück "Cailleach beal-tine" für denjenigen, der Baal geopfert werden sollte. (Seite 896).

Das Sommerfest (am Johannestag 24 Juni) der mohammedanischen Völkern ist unabhängig vom Mondkalender und orientiert sich am Sonnenjahr. Es ist daher ein Überrest einer weit älteren Heidenkults (Seite 917).

Walpurgisnacht ist der Vorabend zum 1 Mai. Dieser Termin ist wichtig für Viehzüchter als Eintritt der Sommerwärmephase. Halloween (Allerheiligen) dagegen markiert den Wintereinbruch und war der Jahresanfang auf der Insel Man, wo die Druiden zuletzt standhielten. Am "Samhain" wurde das neue Jahres-Feuer angezündet (Seite 918)

20

Briefe und Tagebücher - von Franz Kafka (1902-1924)

Briefe an Felice - von Frank Kafka

Briefe an Felice (1912-1917) - von Frank Kafka

Verlag: Fischer (1976)

Umfang: Taschenbuch, 784 Seiten

ISBN: 3 436 02231 4

Briefe 1902-1924 - von Frank Kafka

Briefe (1902-1924) - von Frank Kafka

Verlag: Fischer (1975)

Umfang: Taschenbuch, 528 Seiten

ISBN: 3 436 02048 6

Tagebücher 1910-1923 - von Frank Kafka

Tagebücher 1910-1923 - von Frank Kafka

Herausgegeben von Max Brod (1948)

Verlag: Fischer (1973)

Umfang: Taschenbuch, 470 Seiten

ISBN: 3 436 01637 3

21

Die Kabbala - von Papus (1903)

Ursprünglicher Titel: La Cabbale, Papus, Paris (1903)

Verlag: Fourier (1993)

Autorisierte Übersetzung von Julius Nestler

Umfang: 366 Seiten, mit zahlreichen S/W-Illustrationen

ISBN: 3-921695-43-0

4 Feb. 2009 von JWR

Struktur

1. Die Einteilung der Kabbala

2. Die Lehren der Kabbala Methodische Darstellung der Kabbala

3. Die Texte

4. Bibliographie der Kabbala

Notizen

Ehieh, der erste göttliche Name, oft ausgedrückt durch „Iod“ bedeutet „ich“ (78).

Lacour hat in seinem Buch „Aeloim oder Götter des Moses“ dargetan, dass Ehieh im Griechischen zu άέί (d.h. „immer“) geworden ist. Bei dieser Bedeutung wird es verständlich dass Ehieh („Das Immer“ durch den Buchstaben „Iod“ ausgedrückt wird, der Anfang und Ende von Allem bedeutet (Seite 78 in Die Kabbala).

Das Jod, das eigentlich nur durch einen Punkt dargestellt wird, bedeutet das Prinzip, d.h. der Uranfang und das letzte Wesen der Dinge. (Seite 81).

Alle Buchstaben des hebräischen Alphabets sind nur durch Gruppierungen des Jods entstanden. (Seite 81).

Der Haken Vau in IHVH ist die dritte Komponente der mystischen Trinität und das Mittelglied in der Beziehung zwischen Ich und Nicht-Ich. So bilden in Wahrheit nur drei Buchstaben den großen heiligen Namen. Der vierte Buchstabe He ist nur eine Wiederholung des zweiten. (83).

Das Jod - das aktive Prinzip - das Ich = 10 Das He - das passive Prinzip - das Nicht-Ich = 5 Das Vau - Das Mittelglied, der Haken, der das Aktive an das Passive befestigt. Die Beziehung zwischen Ich und Nicht-Ich = 6. Diese drei Begriffe bringen das Trinitätsgesetz des Absoluten zum Ausdruck. (84).

Nach dem Ebenbilde Gottes inbezug auf geistige Kraft und Intelligenz (Chocma und Binah) d.h. als Positives und Negatives geschaffen, ist er auch zugleich männlich und weiblich, Adam-Eva, obwohl er doch ursprünglich ein einziges Wesen bildet. (141). Der anerkannte Kabbalist Papus beschreibt um 1900 in seinem Werk „Kabbala“ die Buchstaben des heiligen Tetragrammaton (יהוה, von rechts nach links gelesen: Jod-He-Vau-He) folgendermaßen[1]:

„Das Jod (י), das eigentlich nur als Punkt dargestellt wird, bedeutet das Prinzip, d.h. der Uranfang, aber auch das letzte Wesen der Dinge. Alle Buchstaben des hebräischen Alphabets sind nur durch verschiedene Gruppierungen des Jods entstanden. Das synthetische Studium der Natur brachte die Alten auf den Gedanken, dass es nur ein einziges Gesetz gebe, das alle Produktion der Natur beherrsche. Das Jod symbolisiert darin die Urquelle der Schöpfung.

Der Angang aller Dinge ist jedoch gleichzeitig der Urzweck am Ende aller Dinge. An diesen Anfang aller Dinge stellt die Kabbala die absolute Bejahung des Seins durch sich selbst, das Ur- Ich, die das Jod symbolisch zum Ausdruck bringt. Aber das Ich kann sich nur begreifen durch Gegenüberstellung des Nicht-Ichs. Kaum ist die Bejahung des Ichs vollzogen, so tritt sofort die Gegenwirkung des absoluten Ichs auf sich selbst ein, wodurch in einer Art Teilung der Einheit die Erkenntnis der eigenen Identität folgt. Dieses Prinzip ist der Ursprung der Dualität, der Gegenüberstellung, der Zweiheit, das Sinnbild des weiblichen Wesens, wie die Einheit das Sinnbild des männlichen Wesens ist. Der Buchstabe He ( ה) ist der zweite Buchstabe des großen, heiligen Namens. Das He stellt das Passive dar, so wie Jod das Symbol des Aktiven ist, und ebenso das Nicht-Ich oder Du in Beziehung zum Ich, das Weib in Beziehung zum Mann. Die Gegenüberstellung des Ich und des Nicht-Ich lässt sofort einen weiteren Faktor entstehen, eben die Beziehung zwischen diesem Nicht-Ich und Ich. Das Vau (ו), der sechste Buchstabe des hebräischen Alphabets, bedeutet auch Beziehung, ursprünglich einen Haken und Bindeglied in der Natur. Außerhalb dieser Trinität יהו (IHV), die als Gesetz betrachtet wird, existiert nichts. Die Trinität ist die synthetische und absolute Formel, auf der alle Wissenschaften beruhen, und diese Formel wurde, nachdem ihr wissenschaftlicher Wert vergessen war, durch alle Religionen unversehrt bis auf uns überliefert, da diese unbewusst die Trägerinnen der Weisheit der ursprünglichsten Zivilisation waren. So bilden in Wahrheit nur drei Buchstaben den großen heiligen Namen. Der vierte Buchstabe, das He, ist nur eine Wiederholung des zweiten.” „Diese Wiederholung bedeutet den Übergang von der metaphysischen Welt zur physischen, oder im Allgemeinen von irgendeiner Welt zur nächstfolgenden. Die Kenntnis dieser Eigenschaft des zweiten He ist der Schlüssel zu dem ganzen göttlichen Namen in allen seinen Anwendungen. Das zweite He ist gewissermaßen die Keimzelle für das heranwachsende, nachfolgende Jod und symbolisiert den Übergang und das Werden. Dieses Symbol wird in der Kabbala verglichen mit dem Verhältnis, das zwischen einem Getreidekorn und seiner mütterlichen Ähre besteht. Die Ähre, als manifestierte Dreiheit im Jod-He-Vau, investiert ihr ganzes Wirken in die Erzeugung des Getreidekerns: der Schlussbuchstabe He. Dieses Getreidekorn bildet der Übergang von der gebärenden Mutterähre zur nächsten Generation, die dieser (weiblichen) Kraftanstrengung seine Entstehung verdankt. Die abschließende, weibliche Hieroglyphe He symbolisiert somit den ewigen Generationswechsel, der in der einzigartigen Komplexität, die wir Leben nennen, die göttliche Unsterblichkeit aller Lebewesen sicherstellt. Zusammenfassend können wir aus diesen Ausführungen schließen, dass in den wichtigsten Götternamen einiger bedeutenden Völker im Mittelmeerraum und Europa die Antithesen Mann - Frau, Du - Ich, Tageslicht - Zwielicht (Düsternis) codiert worden sind. Das Männliche Ich wird in den androgynen Namen als Gegenpol zum weiblichen Nicht-Ich (Du) gestellt. Diese Gegenüberstellung des Ich und Nicht-Ich (Du) wird uns wieder begegnen bei der Analyse der Pronomina und ihrer Beziehung zum Gottesnamen Thuih in den germanischen und romanischen Sprachen.

Nachtrag 4.2.2009: Der IU-Kern im Tetragrammaton

Die Einsicht in die lange Zeit verhüllten Codierung des Tetragrammatons wurde mir erst verliehen nach dem Verständnis der Matres lectionis (lateinisch: Mütter des Lesens). Diese "Mütter" sind Hilfszeichen, um die Vokale in den semitischen Konsonantenschriften lesen zu können. Zu diesem Zweck werden meistens Konsonantenzeichen wie z. B. das Waw ("w" für "o" oder "u") und das Jod ("j" für "i") verwendet.

Dadurch wurde mir klar, wie man das Tetragrammaton lesen soll. Nachdem der dritte Buchstabe infolge der Matres lectionis ein "U" oder "O" ist, liest man tatsächlich: JehOVah oder JahWeh. Die Schlüsselbuchstaben sind analog an Ju-Piter und Tuisco das männliche "J" bzw. "I" und das weibliche Symbol "OV" beziehungsweise "W". Ungeklärt ist noch die Verdoppelung der Buchstaben, denn "W" ist eine Darstellung der Kombination "UU". Dabei heißt es im Sohar:

Schurek (U) und Chirik (I) sind die androgyne Symbole in den Götternamen. Mit dieser Entschlüsselung ist die Deutung des zweiten Buchstabens "H" als weibliches Symbol hinfällig. Alle Bücher und Manuskripte, die das He in zweiten und vierten Buchstaben als weibliches Symbol deuten, haben die Schlüssel wohl bereits verloren. Dieses gilt insbesondere für die Bücher "Sohar" in der englischen Übersetzung und für die Kabbala von Papus in der Übersetzung von Julius Nestler, die beide den zweiten Buchstaben He als weibliches Symbol definieren. Blavatsky hat die Codierung der androgynen Symbolik korrekt dokumentiert, denn sie schreibt:

Yet identical with the sacred name Jehovah

which written in unpointed Hebrew with

four letters, is J-E-V-E or JHVH (the H being merely an aspirate and the same as E).

This process leaves us the two letters I and V (in another form U);

Es müssen nun selbstverständlich alle Manuskripte (aus der Zeit vor Februar 2009) bezüglich dieser Fehldeutung korrigiert werden

[1] Die Kabbala (Papus, Übersetzung Julius Nestler), 1900

22

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß von Robert Musil (1906)

Untertitel: und andere Erzählungen

Verlag: Rowohlt

Umfang: 320 Seiten

Film das Wesentliche betont, das beim Lesen vielleicht unter die Räder gerät

Notizen

)

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (Seite 5-136)

Es schien damals, dass er überhaupt keinen Charakter habe 21 (11), weil er zwar alle Bücher der Internatsbücherei (langweilige Klassiker und sentimentale Novellen sowie witzlose Militärhumoresken) gelesen habe, die gelegentlich etwas nachwirkten, aber keinen wirklich spürbaren Einfluss auf seinen Charakter hatten

Der Mensch, der seine Weltseele verloren hat

(so unbedeutend wie ein Stein am

Straßenrand) (53)

Wahre Menschen sind nur die, welche in sich selbst eindringen können, kosmische Menschen, welche imstande sind, sich bis zu ihrem Zusammenhange mit dem großen Weltprozesse zu versenken (56)

Das Unendliche (IU) (60)

Die Kindsheitserinnerung, das Bäume so schweigend und ernst standen wie verzauberte Menschen (60)

Der Mathematikunterricht (70)

Der Besuch beim Mathematikprofessor (72)

Billiger Knaster (72)

Bis man nicht 10 Jahren studiert hat hilft nur: Glauben! (74) „Lieber Freund, du musst einfach glauben; wenn du einmal zehnmal soviel Mathematik können wirst wie jetzt, so wirst du verstehen, aber einstweilen: glauben!“

Beim Aufschlagen des „Renommierbandes Kant“:

Ich wollte ihnen nur ein Beispiel geben, an dem Sie sich später einmal erinnern können; vorläufig durfte es wohl noch zu schwer für Sie sein. (75)

Reclamausgabe Kant (77)

Traumbeschreibungen (Kant) (82)

Das leere Internat an Feiertagen (91)

Schlusssatz: Und er prüfte den leise parfümierten Geruch, der aus der Taille seiner Mutter aufstieg (136)

„Nur in ihren Herbstfarben leuchten die Bäume wie die jungen Mädchen“ 22

21 → Der Mann ohne Eigenschaften (1921 -1942, unvollendet) 22 datiert 2.10.2010 - gefunden auf einem Notizzettel, vermutlich basierend auf einer Herbstwanderung in Bad Hindelang, als ich wieder mal den Törleß gelesen habe. Zusätzliche Notizen halten eine Wanderung zu einer Hütte fest, in dem 12 in Lederhosen gekleidete Mädels, „bewaffnet“ und mit einem Schlachtruf, den kompletten Schankraum ausfüllen.

Drei Frauen (Grigia, Die Portugiesin, Tonka)

Fersenatal - Das Fersental, Val dei Mócheni oder

, ist eine der unzähligen

Sprachinseln in den südlichen Alpen. In diesen „vergessenen Tal“, wie Musil es nennt wird heute noch ein altertümlicher bayerischer Dialekt gesprochen, den Bergleute zur Zeit der tridentinischen Bischofsmacht (Zeit Martin Luthers) aus Bayern und Böhmen aus Heimat mitgebracht hatten. Lange Zeit konnten sie wegen der Abgelegenheit des Tales ihre Sprache und Gebräuche ebenso wie ihren protestantischen Glauben bewahren 23 . Bernstol ist wegen der Gleichheit F = V = B ggf. gleichzusetzen mit Ferntal. Schließlich ist Verona ja auch Bern, und Fersena ~ Bern.

Bernstol
Bernstol

Tridentische 24 Bischofsmacht (222)

So waren diese Weiber. Ihre Beine staken in braunen Wollkitteln mt handbreiten roten, blauen oder orangenen Borten, und die Tücher, die sie am Kopf und gekreuzt über die Brust trugen, waren billiger Kattundruck moderner Fabrikmuster, aber auch irgend etwas in den Farben oder deren Verteilung wiesen sie weit in die Jahrhunderte der Altvorderen zurück. Das war viel älter als Bauerntrachten sonst, … (Grigia, 223)

23

Das Land der Blinden – auserwählte Erzälungen – H.G. Wells (1911)

Originaltitel "The Country of the Blind and other stories“

Umfang: 142 Seiten

Verlag: Diogenes

Inhalt

1. Das Land der Blinden

2. Die seltsame Orchidee

3. Der Zauberladen

4. Der gestohlene Bazillus

5. Durch ein Fenster

6. Die Seeräuber

7. Herrscher der Generatoren

8. Der Stern

9. Der schöne Anzug

Notizen

24

Der Ursprung der Gottesidee: Von Wilhelm Schmidt (1912)

Untertitel: Eine historisch-kritische und positive Studie.

Teil I. Historisch-kritischer Teil

Von Wilhelm Schmidt, Paul Wilhelm Schmidt

Veröffentlicht: von Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, 1912 (bzw. 1912–1955)

510 Seiten

Widmung: Memoriae in Christo defuncti reverendissimi domini P. Arnoldi Janssen

Fernleihe v. Landesbiblothek Stgt

Gelesen von 17.1. → 24.1.2009

Inhalt

1. Die Erforschung der Religionen der Geschichtsvölker

2. Die Erforschung der Religionen der Naturvölker

3. Die Stellungnahme der theologischen Kreise

4. Der monotheistische Präanismus Andrew Lang's

5. Die Kritik der Theorie Lang's

6. Die Präanimistischen Zaubertheorien

Notizen

Wilhelm Schmidt hat die Thesen bereits zuvor in seiner internationalen Zeitschrift "Anthropos" veröffentlicht und plädiert - basierend auf Studien der Naturvölker - dafür als initiale Religion einen Monotheismus anzunehmen. Von der Existenz eines „ursprünglichen Monotheismusüberzeugt, machte er sich auf die Suche nach dem „Ursprung der Gottesidee“. Die wesentliche Argumente werden bereits in Band I genannt. Allerdings wurde diese These später offensichtlich entkräftet. Schmidts These eines Urmonotheismus wurde nicht von allen Wissenschaftlern geteilt, weil sie dem Paradigma einer Höherentwicklung widerspricht.

Die Studie basiert auf Darwin, auf Sprachentschlüsselung z.B. der Keilschrift, auf Entdeckungsreisen, prähistorische Funde (Artefakte im Tal der Somme, Boucher de Perthes, 1839, Seite 11)

Die Polynesier sind verbunden mit den Völkern in Vorindien am Fuße des Himalaya (P.W. Schmidt, 1906, Seite 14). ->> Hauptgöttername ist IO.

Die These, dass Monotheismus überall nur aus den niederen animistischen Formen hervorgeht stimmt nicht (Andrew Lang, The Making of Religion, 1898, Seite 106)

Monotheistische Götternamen in Australien: Nurrundere, Martummere, Nurelli, Pirmeheeal (= unser Vater, Südwest Victoria), Bunjil, Mami ngorak (= unser Vater), Mami ngata (= unser Vater), Mungan ngaua (= unser Vater), Daramulun, Thathapuli, Tulong, Baiame, Bei den Ititiationsriten werden Schwirrhölzer verwendet (Seite 119).

Monotheistische Götternamen bei den Andamanen-Insulanern: Puluga (Seite 131).

Monotheistische Götternamen bei den Pygmäenvölker: Kage (Seite 132).

Monotheistische Götternamen bei den Hottentotten: Cü koab.

Namen der höchsten Wesen (Götter) in Westafrika (von süden beginnend): Nyambe, Nzambi, Anayambi, Anzambi, Anzam, Nzame, Nzam, Nyam (Seite 136)

An der Goldküste: Onyame (dieses bedeutet Himmel, vergleichbar mit Dyaeus-pitar, Juppiter, Zeus und Tyr) (Seite 137)

Namen der höchsten Wesen (Götter) in Ostafrika: Mulungu, Morimo,

Nordamerikansche Götternamen: Ahone (in Virginia), Kiehtan (Massachusetts), Po'shai-

(Seite 140)

ank'ia (Zuñi, New Mexico), Tira-wá (Geist-Vater bei den Pawnee-Indianer), Napi (Sioux = Schwarzfußindianer). (Seite 144). Bemerkenswert ist die Bezeichnung Tira-wá der Pawnee, die dem norwegischen Tyr-Vater, bzw. Ti-vater stark ähnelt. Es ist denkbar, dass Erich der Normann den Indianern die Religion des skandinavischen Schöpfergottes Tyr-Vater übermittelt hat?

Naturvölker leben überwiegend