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Hinweis:

Bei diesem Skript handelt es sich um eine von Prof. Eickhof nicht genehmigte studentische Mitschrift.

Sommersemester 2004

Skript zur

Übung

Wirtschaftspolitik II

Professor Dr.

Norbert Eickhof

Inhaltsverzeichnis:

1. NORMEN DER WIRTSCHAFTSPOLITIK

4

1. Wie lauten die wichtigsten sozialen Grundwerte?

4

2. Diskutieren Sie den Begriff der individuellen Freiheit vor dem Hintergrund der totalen

4

3. Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Freiheit und Zwang?

4

4. Erläutern Sie den Unterschied zwischen formaler und materialer

4

5. Wann spricht man von formaler, wann von materialer Gerechtigkeit?

4

6. Wie lauten die Kriterien relativer Gleichheit ?

5

7. Wie sind die Aspekte der absoluten Gleichheit zu beurteilen ?

5

8. Worin unterscheidet sich formale von materialen Sicherheit ?

5

9. Welche marktwirtschaftliche Sicherheitsrisiken und persönliche Unsicherheits-faktoren kennen Sie ?

6

10. Wann spricht man von wirtschaftlichem Fortschritt ?

6

11. Welche Bewertungsschwierigkeiten bestehen bei der Definition des Fortschritts ?

6

12. Welche Einwände sind gegen die traditionellen Fortschrittsindikatoren erhoben worden und welche

Verbesserundsvorschläge wurden gemacht?

6

13. Was sind die wichtigsten gesellschaftlichen Verfahrensnormen?

7

14. Erläutern sie den Begriff Demokratie

7

15. Stellen sie den Markt-Preis-Mechanismus dar, und worin besteht die Hauptfunktion des Marktes?

7

16. Wie kann Marktversagen definiert werden, und welche Fälle des Marktversagens kennen Sie?

7

17. Skizzieren Sie den Wettbewerbsprozess, und welche Funktionen hat der Wettbewerb im Markt-

Wettbewerbs-Prozess?

8

18. Was ist Wettbewerbsversagen, und wann kann es vorliegen?

9

19. Welche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen der Demokratie und dem Markt-WettbewerbsProzess, und

welche Unterschiede gibt es?

9

20. Wie lauten die wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele, und in welchen Gesetzen werden sie normiert?

9

21. Welche Aspekte umfasst das Ziel der Wettbewerbsfreiheit?

9

22. Welche Arten der Arbeitslosigkeit kennen Sie, und wann spricht man von Vollbeschäftigung?

10

23. Beurteilen Sie die These: „Preisniveaustabilität bedeutet Starrheit aller Preise“, und wann liegt

Preisniveaustabilität vor?

10

24.

Diskutieren Sie die Aussage: „Das Ziel des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts ist immer dann verfehlt,

wenn die Zahlungsbilanz unausgeglichen

10

25. Wie kann das Ziel des Wachstums zweckmäßig definiert werden?

11

26. Nehmen Sie Stellung zu der Kritik am Wachstumsziel

11

27. Erklären Sie die Begriffe funktionale und personale sowie primäre und sekundäre

11

28. Welche Gründe sprechen dafür, die marktliche Primärverteilung zu verändern?

12

29. Warum sollte das Ziel des Umweltschutzes in den wirtschaftspolitischen Zielkatalog aufgenommen

werden?

12

30.

Erläutern Sie die unterschiedlichen

12

2. MAßNAHMEN DER WIRTSCHAFTSPOLITIK

12

31. Wann wird der Einsatz wirtschaftspolitischer Maßnahmen erforderlich?

12

32. Skizzieren Sie ordnungspolitische

13

33. Welche wirtschaftspolitischen Aufgabenbereiche gibt es?

13

34. Worin unterscheiden sich kausaltherapeutische und neutralisierungspolitische Maßnahmen?

13

35. Grenzen Sie Ordnungs- von Prozesspolitik

14

36. Welche ordnungspolitischen Maßnahmen im einzelnen kennen Sie?

14

37. Welche prozesspolitischen Maßnahmen im einzelnen sind zu unterscheiden?

14

38. Wann spricht man von zielkonformen Maßnahmen?

15

39. Erläutern Sie den Begriff der

15

40. Welche Grade der Systemkonformität können nach Tuchtfeldt unterschieden werden? Ordnen Sie diesen

einzelne wirtschaftspolitische Maßnahmen

15

41.

Welche Möglichkeiten der Verhaltensbeeinflussung der Wirtschaftssubjekte stehen dem Staat zur

Verfügung? Nennen Sie konkrete Beispiele, und beurteilen Sie die verschiedenen

15

3. TRÄGER DER WIRTSCHAFTSPOLITIK

16

42. Nennen Sie die Entscheidungs- und die Einflussträger im Bereich der deutschen

16

43. Was will die Neue Politische Ökonomik, und welche Ansätze sind zu unterscheiden?

16

44. Erläutern Sie die klassische und die moderne Theorie der Demokratie nach

17

45. Skizzieren Sie das Demokratiemodell von Downs, und erklären Sie mit seiner Hilfe die staatliche

 

17

46. Stellen Sie die Bürokratiemodelle von Niskanen und Williamson

18

47. Diskutieren Sie die These: „Die Ineffizienz der Bürokratie muss hingenommen werden“

18

48.

Welche Güter werden typischerweise von Verbänden produziert?

18

49. Zusammenhang zwischen Gruppengröße und Versorgung mit öffentlichen Gütern nach Olson

19

50. Welche Rolle spielen selektive Anreize hinsichtlich der Entstehung und Stabilität von Verbänden?

19

51. Wie sind Verbände gesamtwirtschaftlich zu beurteilen?

20

1. Normen der Wirtschaftspolitik

1. Wie lauten die wichtigsten sozialen Grundwerte?

Gerechtigkeit, Freiheit, Sicherheit & Fortschritt! Dies sind gleichzeitig die obersten Grundwerte der Wirtschaftspolitik.

2. Diskutieren Sie den Begriff der individuellen Freiheit vor dem Hintergrund der totalen Freiheit.

Positive Definition:

Etwas tun können und dürfen. Negative Definition:

Nicht zu etwas gezwungen werden, was man nicht will. Nicht an etwas gehindert werden. > Abwesenheit von Zwang/ keine Fremdbestimmung Totale/vollkommene Freiheit:

Zustand, in dem individuellem Wollen und können keine Grenzen gesetzt sind (Utopie).

Individuelle Freiheit:

Teilmengen der totalen Freiheit aufgrund verschiedener Arten der Freiheitsbeschränkung. Arten der Freiheitsbegrenzung:

- soziale Grenzen

- ökonomische Grenzen (z.B. nicht genug Geld)

- physische Grenzen (z.B. Ängste)

- technische Grenzen (z.B. unmöglichkeit an 2 Orten zu sein)

- rechtliche Grenzen (z.B. Verbote)

3. Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Freiheit und Zwang?

Macht ist die Fähigkeit, das Erstrebte zu erreichen. Machtskale:

<−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−>

Ohnmacht

Macht

Zwang Die Macht des einen ist so gross, dass er andere Zwingen kann in seinem Interesse zu handeln. Der Unterlegene ist Ohnmächtig.

−−> Ohnmacht und Zwang gilt es zu verhindern. Unterscheidung:

privater Zwang:

staatlicher Zwang: --> Freiheitserhaltend, weil Konfliktregeelung

- Möglichkeiten der Konfliktregelung:

--> Freiheitsvernichtend, per se abzulehnen

- Sitte, Konvention

- vertragliche Vereinbarungen

- staatliche Gesetze (staatlicher Zwang) /Normen (bei grossen Gruppen)

Paradoxon der Freiheit:

Freiheit = Abwesenheit von privatem Zwang, aber Notwendigkeit des staatlichen Zwangs (Monopols).

4. Erläutern Sie den Unterschied zwischen formaler und materialer Freiheit.

Formale Freiheit:

Abwesenheit von privatem Zwang und Grenzen des legitimen Gebrauchs des staatlichen Zwangsmonopols. (Was man im Rahmen gesetzter Regeln darf.) Materielle Freiheit:

Freiheit des im Rahmen der formalen Freiheit ökonomisch Möglichen. (Handlungsspielraum: Nicht alles was erlaubt ist, kann von jedem genutzt werden.)

- Materielle Freiheit hängt von Machtdeterminanten ab:

- Persönlichkeitsmacht (individuelle Fähigkeiten)

- Besitzmacht (Reichtum)

- Organisationsmacht (Verbandsstärke)

5. Wann spricht man von formaler, wann von materialer Gerechtigkeit?

Gerechtigkeit = interpersonaler (min 2 Personen) Aspekt der Freiheit Formale Gerechtigkeit:

Gleichheit der formalen Freiheit (Gleichheit vor dem Gesetz).

Materielle Gerechtigkeit:

Inhaltliche Feststellung dessen, was einzelnen zustehen soll. Relative Gleichheit:

Ungleiches darf ungleich behandelt werden. Möglichkeit zur Differenzierung. Aber: Gleiches muss auch gleich behandelt werden.

Absolute Gleichheit:

Unterschiedslosigkeit. Keine Differenzierung.

6. Wie lauten die Kriterien relativer Gleichheit ?

1.) Subjektive Mühe (gleicher Lohn für gleiche subjektive Mühe) nicht operationalisieren als alleiniger Maßstab ungeeignet, jedoch mitzubeachten Korrekturmöglichkeiten in der Marktwirtschaft Beispiele:

Feiertags- und Nachtzuschläge

Schlechtwettergeld

2.) Individuelle Leistung (gleicher Lohn für gleiche Leistung) Startgerechtigkeit nicht gegeben Leistungsfähigkeit ungleich verteilt Aber: operationalisierbar Leistungsbewertungssystem: Markt / Marktpreis Korrekturbedürftig Nicht marktfähig Soziale Dimension

3.) Persönlicher Bedarf (gleicher Lohn für gleichen Bedarf) Schwierig zu operationalisieren. Leistungsanreize gehen verloren Als alleiniger Maßstab ungeeignet, jedoch mitzubeachten Bsp. :

Kindergeld

Wohngeld

Sozialhilfe

7. Wie sind die Aspekte der absoluten Gleichheit zu beurteilen ?

Unter bestimmten Aspekten wird die relative Gleichheit als ungerecht empfunden. 1.) Startgerechtigkeit / Chancengleichheit Einflussfaktoren:

Erbanlagen Familie Vermögen / Besitz Ausbildung

nicht anzugleichen / nicht erwünscht nicht anzugleichen anzugleichen (Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer) anzugleichen

Chancengleichheit nicht vollständig zu realisieren, aber auch nicht erwünscht (vgl. Erbanlage)

2.) Gleichheit der materialen Freiheit (Einheitslohn) nicht absolute Gleichheit der Verteilung, sonst Vernichtung aller Leistungsanreize

8. Worin unterscheidet sich formale von materialen Sicherheit ?

Sicherheit = intertemporaler Aspekt der Freiheit Formale Sicherheit ist gegeben, wenn auch in Zukunft vom Fortbestand der formalen Freiheit ausgegangen werden kann (Rechtssicherheit) Materiale Sicherheit ist gegeben, wenn auch in der Zukunft vom Fortbestand der materialen Freiheit ausgegangen werden kann (Beibehaltung der individuellen Fähigkeiten und des persönlichen Besitzes)

9. Welche marktwirtschaftliche Sicherheitsrisiken und persönliche Unsicherheits-faktoren kennen Sie ?

Zielebene

Wirtschaftliche Probleme

Staatliche Maßnahmen

Marktwirtschaftliche

Sicherheitsrisiken

Markt

Marktungleichgewicht (Angebots- oder Nachfrageüberschuss)

Wettbewerbs(-förderungs-

)politik

Mehrere Märkte

Branchen- oder Regionale Krisen

Sektorale bzw. regionale Strukturpolitik

Volkswirtschaft

Inflation, Konjunkturkrise / Wachstumsschwäche

Geldpolitik, Konjunktur- und Wachstumspolitik

Persönliche

Unsicherheitsfaktoren

Individuum

Erwerbsunfähigkeit:

Alter

Unfall

Pflegebedürftigkeit

Krankheit

Sozialpolitik:

Rentenversicherung

Krankenvers.

Unfallvers.

Pflegevers.

10. Wann spricht man von wirtschaftlichem Fortschritt ?

wirtschaftlicher Fortschritt Prozessinnovation Produktinnovation
wirtschaftlicher Fortschritt
Prozessinnovation
Produktinnovation

Gegebener Output mit weniger Input

Gegebener Input bring erhöhten Output

Verbesserte Qualität bei gegebenem Output

Neues Produkt / Kreation

11. Welche Bewertungsschwierigkeiten bestehen bei der Definition des Fortschritts ?

Keine Bewertungsschwierigkeiten bei der Prozessinnovation. Bei der Produktinnovation gibt es Bewertungsschwierigkeiten. Lösung: Marktpreis = Bewertungsgrundlage

12. Welche Einwände sind gegen die traditionellen Fortschrittsindikatoren erhoben worden und welche Verbesserundsvorschläge wurden gemacht?

Traditionelle Fortschrittsindikatoren Bruttoinlandsprodukt (BIP)

=

Wert aller in einer betrachteten Periode im Inland produzierten Güter ( und Dienstleistungen)

plus

im Ausland von Inländern erzeugte Produkte

mius

im Inland von Ausländern erzeugte Produkte

= Bruttosozialprodukt (BSP) = Wert aller in der betrachteten Periode von Inländern produzierten Güter (und Dienstleistungen).

Einwände

- Verteilungsaspekte werden nicht Berücksichtigt

- es werden nicht alle erbrachten Leistungen berücksichtigt -> Schattenwirtschaft, Hausarbeit etc.

- es existiert kein Preis für öffentliche Leistungen -> Kosten als Bewertungskiterium

- Externe Effekte werden nicht berücksichtigt -> Umweltverschmutzung, Gesundheit

- Verringerungen des Wohlstands- und Fortschrittspotentials werden nicht erfasst.

- Ökonomismus -> es gehen nur ökonomische Größen ein.

Verbesserundsvorschläge

1. Interner Ausbau der VGR (Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung) zu einer „sozialen Gesamtrechnung“, die soziale Zusatskosten und -erträge mitberücksichtigt. Probleme:

- Definitionsprobleme, Mengenprobleme, Preisproblematik

2. Additives Verfahren: Externe Ergänzung der VGR durch ein System von Sozialindikatoren z.B. für Gesundheit, innere Sicherheit, Umwelt. Probleme:

- Auswahlproblem, Bewertungsproblem, mangelnde Vergleichbarkeit

13.

Was sind die wichtigsten gesellschaftlichen Verfahrensnormen?

= Entscheidungs-, aber auch Koordinations- und Kontrollverfahren, um soziale Grundwerte zu verwirklichen.

Entscheidungserfahren im politischen Bereich

<−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−>

Diktatur

einer

Entscheidet

Oligarchie

wenige

Entscheiden

Entscheidungsverfahren im wirtschaftlichen Bereich

Demokratie

alle

Entscheiden

<−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−−>

Zentralverwaltungs-

Markt und

wirtschaft

Wettbewerb

einer Entscheidet

alle Entscheiden

14. Erläutern sie den Begriff Demokratie

Definition Demokratie „ Die demokratische Methode ist diejenige Ordnung der Institutionen zur Erreichung politischer Entscheidungen bei welcher einzelne die Entscheidungsbefugnisse mittels eines Konkurrenzkampfes um die Stimmen des Volkes erwerben.“ (Schumpeter) Demokratie

dirkete representative Demokratie Demokratie
dirkete
representative
Demokratie
Demokratie

Vertreterproblem individuelle Zielverfolgung der Politiker contra Gemeinwohl

List der Konkurrenz Konfliktlösung durch Konkurrenz um Wählerstimmen, Gemeinwohl/soziale Funktion als Nebenprodukt bei der Verfolgung individueller Ziele.

15. Stellen sie den Markt-Preis-Mechanismus dar, und worin besteht die Hauptfunktion des Marktes?

Marktdefinition Statische Definition: Der Markt ist der (gedachte) ökonomische Ort des Tausches von Gütern gegen Geld. Dynamische Definition: Der Markt dient der Koordination der individuellen Wirtschaftspläne auf der Angebots- und der Nachfrageseite. Als Koordinationsinstrument dient dabei der Markt-Preis-Mechanismus.

Marktversagen Marktversagen liegt vor, wenn die Koordinationsleistung des Marktes ausbleibt. Hierbei spricht man von totalem Marktversagen, wenn überhaupt kein Marktaustausch zustande kommt, von partiellem Marktversagen, wenn keine Tendenz zum Gleichgewicht besteht.

16. Wie kann Marktversagen definiert werden, und welche Fälle des Marktversagens kennen Sie?

Marktversagen: wenn sich Angebot und Nachfrage nicht überschneiden

1) Transaktionales Marktversagen:

- Wenn die Tranksaktionskosten relativ hoch sind. Höher als der Gewinn aus dem Markt. Die Transaktionskosten sind so hoch, dass sich kein Nutzen aus der Marktnutzung mehr einstellt. Tranksaktionskosten: sind die kosten, die anfallen, um den Markt zu benutzen BSP: Informationskosten, Vertragskosten, Überführungskosten Konsequenz: Die Koordinationsleistung des Marktes bleibt aus

2) Öffentliches Gut Charakteristika: nicht Ausschließbarkeit (Nichtausschließbarkeit vom Konsum) und keine Rivalität in Konsum

Paradebeispiel:

Die Koordinationsleistung des Marktes bleibt aus. Somit ist ein Handlungsbedarfes durch den Staat gegeben:

Regulierung: Staat zwingt alle zur Mitfinanzierung des öffentlichen Gutes und alle freerider-Positionen fallen dadurch weg.

Die nicht Ausschließbarkeit resultiert vor allem aus technischen Gründen:

Der Deich: wenige errichten einen Deich und alle profitieren („Freerider“)

BSP: Feuerwerk, Deich, Fischereibetrieb Konsequenz: Die Koordinationsleistung des Marktes bleibt aus

3) Marktliche Koordinationshindernisse

Koordinationslücken:

A A N Bsp.: Innovationen Weltraumtourismus Bsp.: feste Kontingente Impfstoff (bedingter Rohstoffnachwuchs) N sind
A
A
N
Bsp.: Innovationen
Weltraumtourismus
Bsp.: feste Kontingente
Impfstoff (bedingter
Rohstoffnachwuchs)
N
sind Beispielsweise dann gegeben:,
-
wenn der Mindestpreis der Anbieter noch über dem Höchstpreis der Nachfrager liegt (preisbezogene Koordinationslücke,
linke Abb.) oder
wenn Angebot und Nachfrage voneinander abweichen und völlig preisunelastisch sind (mengenbezogene
Koordinationslücke, rechte Abb.).
Konsequenz: Die Koordinationsleistung des Marktes bleibt aus
Instabilitäten im Koordinationsprozess
-
A
N

liegen vor, wenn Marktungleichgewichte trotz Preis- und Mengenveränderungen nicht geringer werden, beispielsweise

- weil anomale Angebots- und/oder Nachfragereaktionen auf Preisänderungen erfolgen (linke Abb.) oder

- weil Verhaltensverzögerungen auftreten, die nicht-konvergierende Cobweb-Prozesse hervorrufen (rechte Abb.).

Konsequenz: Zwar Marktaustausch, aber keine Gleichgewichtstendenz. 4) Externe Effekte liegen vor, wenn mit der Produktion oder mit dem Konsum eines Gutes Nach- oder Vorteile für Dritte verbunden sind, die im Rahmen der marktlichen Tauschbeziehungen nicht berücksichtigt werden. Diese negativen oder positiven Externalitäten stellen soziale Zusatzkosten oder -erträge dar, die ein Auseinanderklaffen von privat berücksichtigten und sozial existierenden Größen bewirken. Konsequenz: Zwar Marktaustausch mit Gleichgewichtstendenz beim Hauptprodukt, nicht jedoch hinsichtlich der Externalitäten; insoweit: Marktversagen.

17. Skizzieren Sie den Wettbewerbsprozess, und welche Funktionen hat der Wettbewerb im Markt-Wettbewerbs-Prozess?

Funktionaler Wettbewerbsprozess Transfermechanismus:

- effiziente Unternehmen wachsen auf weniger effizienten Unternehmen

- einer (wächst auf Kosten weniger effiziente Anbieter) ist besser als der andere (Kaufkraft wird transferiert) Innovationsmechanismus: Innovationen der Zurückgebliebenen Transfermechanismen und Innovationsmechanismus spielen zusammen.

1.) Natürliches Monopol Stromnetz, Wasserversorgungsunternehmen, Gaswerke,

- starke Fixkostendegression

- Eingriff des Staates: Überwachung dass das Monopol nicht ausgenutzt wird durch überhöhte Preise

2.) ruinöse Konkurrenz liegt vor, wenn - z.B. infolge von Überkapazitäten, Angebotsdruck und Preisverfall - relativ viele Konkurenten Verlust erleiden und den Markt verlassen müssen. Konsequenz: Funktionaler Markt-Wetbbewerbs-Prozess (kein Wettbewerbsversagen), es sei denn,

- effizientere Unternehmen müssen vor weniger effizienten den Weg verlassen (keine effizienzorientierte Unternehmensselektion: Wettbewerbsversagen) oder

- es werdenmehr Unternehmen vom Markt eliminiert als langfristig erforderlich (Verschlechterung der Marktversorgung:

Wettbewerbsversagen). z.B.: Phillip Holzmann : durch starke Subventionen konnten sie ihre Mitstreiter im Preis unterbieten und verdrängten sie vom Markt aber letztendlich konnte Phillip Holzmann ihre Kosten nicht mehr decken und ging auch Pleite. 3.) Transaktionales Wettbewerbsversagen kann auftreten, wenn die Transaktionskosten (konkret: Informationskosten) relativ hoch sindso dass beispielsweise bei den Nachfragern

- Spitzenleistungen neuer Anbieter oder Leistungsveränderungen etablierter Anbieternicht entscheidungsrelevant werden, oder

- Die Qualität der angebotenen Produkte nicht richtig erfasst wird und die Nachfrager zu Anbietern mit schlechteren, aber billigeren Gütern abwandern (adverse Selektion). Konsequenz: Keine effizienzorientierte Unternehmensselektion bzw. eine Verschlechterung der Marktversorgung.

18. Was ist Wettbewerbsversagen, und wann kann es vorliegen?

Die beiden oben genannten Mechanismen funktionieren nicht. Monopol: muss vom Staat (Handlungsbedarf) überwacht werden. Regulation: Überwachung

19. Welche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen der Demokratie und dem Markt- WettbewerbsProzess, und welche Unterschiede gibt es?

transaktionales Wettbewerbsversagen

- Die Informationskosten sind zu hoch

- Erfahrungsgüter --> Preis-Leistungs-Verhältnis kann erst später festgestellt werden. Handlungsbedarf: Der Staat hilft Aufzuklären (Stiftung Warentest)

Gemeinsamkeiten:

Konkurrenzkampf, Politiker und Unternehmer sind Eigennützig und rational, sie wollen ihren Nutzen maximieren (Einkommen bzw. Macht und Prestige) Unterschiede:

- in der Demokratie entscheidet nur der Sieger, im Markt gibt es keinen Endgültigen Sieger, sowohl Unternehmen mit großem als auch mit kleinem Marktanteil sind auf dem Markt aktiv

- auf dem Markt können Nachfrager/Konsumenten einzelne Leistungen wählen, in der Demokratie kann nur zwischen Leistungsbündeln gewählt werden

- der Wähler hat nur einen verschwindend geringen Einfluss auf das Wahlergebnis und das letztlich realisierte Leistungsbündel, er ist unabhängig vom eigenen Votum, zum Konsum des durch Mehrheitsentscheidung bestimmten Leistungspakets gezwungen

- in der Demokratie stehen zwischen Nachfrager/ Wähler und Anbieter/ Politiker mächtige Organisationen (Interessengruppen), die Politiker zu ihren Gunsten beeinflussen

20. Wie lauten die wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele, und in welchen Gesetzen werden sie normiert?

a) Wettbewerbspolitische Ziele: Wettbewerbsfreiheit Normen: Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (Stab. Wg. 1967), Sachverständigergesetz (SVRG 1963), Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB 1957) „marktwirtschaftliche Ordnung“ (oberstes Ziel)

b) Stabilitäts- und Wachstumspolitische Ziele:

„magisches Dreieck“ : Vollbeschäftigung, Preisniveaustabilität, stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum „magisches Viereck“ : magisches Dreieck + außenwirtschaftliches Gleichgewicht Normen: Stab. WG (1967), SVRG (1963)

c) verteilungspolitische Ziele:

Normen: SVRG (1963) „unter Einbeziehung der Bildung und Verteilung von Einkommen und Vermögen“ (Unterziel)

21. Welche Aspekte umfasst das Ziel der Wettbewerbsfreiheit?

Wettbewerbsfreiheit bezieht sich auf:

- Freiheit im Parallelprozess

- Freiheit der etablierten Konkurrenten zum Aktionsparametereinsatz (Preis, Qualität, Konditionen) und zur Innovation

- Freiheit der potentiellen Konkurrenten zum Markteintritt

- Freiheit im Austauschprozess

- Freiheit der Konsumenten zur Wahl zwischen verschiedenen Anbietern

22.

Welche Arten der Arbeitslosigkeit kennen Sie, und wann spricht man von Vollbeschäftigung?

- Vollbeschäftigung wenn alle Arbeitsuchenden eine Arbeit gefunden haben, Arbeitslosenquote 5%

- Im Unterschied zur Arbeitslosigkeit:

= registrierte Arbeitslose/ abhängige Erwerbspersonen (abh. Erwerbstätige und Arbeitslose) Arten der Arbeitslosigkeit /

\

vorrübergehende

dauerhafte

- friktionelle

- strukturelle i.e.S.

- saisonale

- technologische

- konjunkturelle

- institutionelle

23. Beurteilen Sie die These: „Preisniveaustabilität bedeutet Starrheit aller Preise“, und wann liegt Preisniveaustabilität vor?

- Preisniveaustabilität liegt vor, wenn die Preise im Durchschnitt gleich bleiben (einige sinken andere steigen) so das die Kaufkraft des Geldes gleich bleibt

- nicht gleichzusetzen mit Preisstabilität (alle Preise bleiben gleich)

Indikatoren für Preisniveaustabilität:

für BIP bzw. einzelne Produktgruppen (Rohstoffe, Baumaterialien, Industrieprodukte etc.)

/

Preisindizes

\

für private Haushalte Verbraucherindex für Deutschland (Warenkorb) früher verschiedene Warenkörbe für spezielle Haushaltsgruppen zusätzliche Sonderzusammenfassungen Angleichung Europa harmonisierter Verbraucherindex Inflation: positive Veränderung des Preisindexes gegenüber dem Vorjahr

24. Diskutieren Sie die Aussage: „Das Ziel des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts ist immer dann verfehlt, wenn die Zahlungsbilanz unausgeglichen ist“.

des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts ist immer dann verfehlt, wenn die Zahlungsbilanz unausgeglichen ist“. 10
Diese Formulierung ist Probl ematisch, da eine Zahlungs bilanz immer ausgeglichen ist. Le diglich einzelne

Diese Formulierung ist Problematisch, da eine Zahlungsbilanz immer ausgeglichen ist. Lediglich einzelne Teilbilanzen können unausgeglichen sein. Deshalb spricht man besser von außenwirtschaftlichen Gleichgewicht.

- es ist gegeben, wenn in der Devisenbilanz kein dauerhafter/s Überschuß/Defizit besteht ( bei festen Wechselkursen ) oder wenn keine großen Schwankungen des Wechselkurses bestehen (bei flexiblen Wechselkursen).

25. Wie kann das Ziel des Wachstums zweckmäßig definiert werden?

Wachstumsrate des realen BSP

BSP (t-1) „stetiges und angemessenes“ Wirtschaftswachstum ungefähre konstante Wachstumsrate von 3%

W= BSP(t) – BSP (t-1)

26. Nehmen Sie Stellung zu der Kritik am Wachstumsziel.

Kritik:

–Wachstum

Umweltzerstörung Verknappung natürlicher Ressourcen

Antikritik:

1. kein stringenter Zusammenhang zwischen Wachstumsrate und Umweltbelastung

2. aber Zusammenhang zwischen hohem Volkseinkommen und Umweltschutz

3. Ressourcenvorräte begrenzt, aber:

- noch nicht alle Vorkommen bekannt

- durch technischen Fortschritt effizienter Nutzbar

ferner:

- Wirtschaftswachstum ermöglicht die Verwirklichung der Vollbeschäftigung und erleichtert Verteilungspolitik.

27. Erklären Sie die Begriffe funktionale und personale sowie primäre und sekundäre Einkommensverteilung.

Funktionale Einkommensverteilung:

– Verteilung auf die Faktoren Arbeit und Kapital

Lohnquote

= Anteil des Bruttoeinkommens aus unselbststäniger Arbeit am Volkseinkommen

Gewinnquote

= Anteil des Bruttoeinkommens aus Unternehmertätigkeit und Vermögen am Volkseinkommen

Personale Einkommensverteilung:

Verteilung auf bestimmte Berufsgruppen, Altersgruppen, Wohnorte (meßbar mit Lorenzkurve oder Gini-Koeffizient) Gini0 = totale Gleichheit Gini1 = totale Ungleichheit

Man kann jeweils zwischen primärer und sekundärer Einkommensverteilung unterscheiden.

Primäre Verteilung

- direkte Steuern

- soziale Abgaben

+ Transfers = sekundäre Verteilung

28. Welche Gründe sprechen dafür, die marktliche Primärverteilung zu verändern?

- Leistungs- vs. Bedarfsgerechtigkeit

- Gewährleistung eines physischen bzw. sozialen Existensminimums

- Problem: Leistungsanreizen können verloren gehen

29. Warum sollte das Ziel des Umweltschutzes in den wirtschaftspolitischen Zielkatalog aufgenommen werden?

- Verantwortungsvolle Ökonomie bedeutet Schädigung an der Umwelt zu verhindern (Umwelt= Lebens- und Wirtschaftsgrundlage)

- Falls private und gesamtwirtschaftliche Kosten auseinander fallen (negative externe Effekte) ist es Aufgabe der mweltpolitik für einen Ausgleich (Internalisierung) zu sorgen.

- Umweltsziel ist erstmals 1971 im Umweltbericht der Regierung aufgetaucht, ist Ziel zahlreicher Einzelgesetze und hat seit 1994 sogar Verfassungsrang (Art20a GG).

30. Erläutern Sie die unterschiedlichen Zielbeziehungen.

Zielbeziehungen

Sie die unterschiedlichen Zielbeziehungen. Zielbeziehungen Logische Beziehungen - Identität (identische Ziele) -

Logische Beziehungen

- Identität (identische Ziele)

- Kompatabilität (Vereinbarkeit, Bsp.: Wachstum/ Umweltschutz)

- Antinomie (Unvereinbarkeit, Bsp.: Gleichzeitige Erhöhung der Lohn- u. Gewinnquote)

Empirische Beiehungen

- Harmonie

- Neutralität (theoretischer Grenzfall)

- Konflikt (Bsp.: Trade Off, die Erreichung eines Zieles schließt ein anders aus)

2. Maßnahmen der Wirtschaftspolitik

31. Wann wird der Einsatz wirtschaftspolitischer Maßnahmen erforderlich?

Modifizierte und Erweiterte (langfristige) Phillipskurve Inflationsrate Inflationsrate modifizierte PK erweiterte PK
Modifizierte und Erweiterte (langfristige) Phillipskurve
Inflationsrate
Inflationsrate
modifizierte PK
erweiterte PK
AL-Quote
AL-Quote

höhere AL-Quote = niedriegere Inflation

=>

es besteht kein empirischer Zusammenhang zwischen AL-Quote und Inflation.

Es gibt einen kurzfristigen Zusammenhang Inflation steigt => Reallöhne sinken => geringere Arbeitslosigkeit Aber durch verstärkte Lohnforderungen steigt die Arbeitslosigkeit wieder

Wirtschaftspolitischer Handlungsbedarf

Soll-Ist-Vergleich

Von der Diagnose zur Therapie gibt es vier Schritte

1. Kausalerklärung der Gründe

Wurden Fehlentscheidungen getroffen? Erklärungsversuche müsse vorgenommen werden; Quantifizierung der Ziele

2. Status-quo-Prognosen/ Wirkungsprognosen

Soll/ muss überhaupt wirtschaftspolitisch gehandelt werden?Zielverfehlung verschwindet von alleine oder Wirkung der eingesetzten Maßnahme hat noch nicht eingesetzt; Problem wurde festgestellt, aber es soll nicht gehandelt werden; es kann ein Informationsdefizit vorliegen oder zu Interdependenzen zwischen Politikfeldern kommen

3. adäquater Mitteleinsatz

Instrumente werden eingesetzt

4. Neben- und Fernwirkungen der Maßnahmen

Andere Bereiche werden durch eingesetzte Mittel beeinflusst (negativ wie positiv)

32. Skizzieren Sie ordnungspolitische Grundentscheidungen.

Rahmenbedingungen/ „Spielregeln“/ Maßnahmen

Grundentscheidungen für Markt, Wettbewerb und andere Institutionen:

1. Entscheidungsverfahren: Demokratie (per Wahl)

2. Koordinierungsverfahren: Markt

3. Kontrollverfahren: Wettbewerb

33. Welche wirtschaftspolitischen Aufgabenbereiche gibt es?

Wirtschaftspolitische Staatsaufgaben

Spezielle Aufgaben auf der Basis der ordnungspolitischen Grundentscheidungen:

1.

Allokationspolitische Aufgaben Allokation = Zuordnung; welche Maßnahmen werden welchen Mittel zugeordnet Bsp.: Umweltverschmutzung: kostet den Einzelnen nichts, aber der Mehrheit (Gesundheitsschädigungen, etc.)

2.

Stabilitäts- und wachstumspolitische Aufgaben Geldwertstabilität, Preisstabilität (EZB), Forschung u. Technologie (Förderungen vom Staat), Beschäftigungspolitik

3.

Verteilungspolitische Aufgaben Eingriffe zwischen primärer und sekundärer Verteilung gilt nur bei Sozialer Marktwirtschaft

(Natürliches Monopol: z.B. nur einer betreibt das deutsche Schienennetz (DB), da es kosteneffizienter ist der Staat greift hier dann regulierend ein)

34. Worin unterscheiden sich kausaltherapeutische und neutralisierungspolitische Maßnahmen?

Kausal- oder ursachentherapeutische Maßnahmen:

Ansatzpunkt: Ursache wirtschaftspolitischer Diskrepanzen / Fehlentwicklungen (direkt / unmittelbar) Drosselung der privaten Nachfrage Neutralisierungspolitische Maßnahmen:

Andere Ansatzpunkte als Ursache, da Ursache unbekannt ist (Kausaltherapie nicht möglich)

1. Kompensatorische Maßnahmen:

Staatliche Nachfrage verringern, um Inflation zu bekämpfen => hat aber auch negative Folgen auf andere Faktoren aufgrund von Interdependenzen

Ansatzpunkt: Ausgleich der unerwünschten Wirkung, nicht aber Ursache

2. Symptomorientierte Maßnahmen

Symptom von zu hoher Inflation sind z.B. steigende Preise => Preisstop, Festsetzung der Preise

Ansatzpunkt: direkte Verhinderung/ Unterbindung der Fehlentwicklung, nicht aber Ursache Problem:

Eine Ursachenbekämpfung ist nicht immer möglich Gründe:

Theoriedefizite, Zielkonflikte

z.B. drosselt man private Nachfrage nicht, könnte Arbeitslosigkeit steigen

Ursachen nicht beeinflussbar

z.B. wenn Subventionen, etc. nicht möglich wären aufgrund z.B. von Umwelteinflüssen, keine Nachfrage besteht; Globalisierung:

Deutschland kann auf Nachfrage in China keine Einfluss nehmen, etc

35. Grenzen Sie Ordnungs- von Prozesspolitik ab.

Ordnungspolitik:

Alle rechtlich-organisatorischen Normen, die unter besonderer Beachtung bestehender gesellschaftlicher Grundwerte, die langfristigen Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsprozess schaffen und damit die qualitativen Relationen der Volkswirtschaft beeinflussen Was soll durch die Ordnungspolitik ermöglicht werden?

- Rahmenbedingungen für Wirtschaftssubjekte innerhalb derer sie handeln können

Legislative als Hauptentscheidungsträger

- auf langfristige Wirkungen ausgelegt (z.B. Sozialversicherungen)

Prozesspolitik/ Ablaufspolitik:

Alle wirtschaftlichen Aktivitäten, die sich bei gegebener Ordnung im Hinblick auf bestimmte wirtschaftspolitische Probleme/ Ziele auf den Wirtschaftsprozess selbst richten und damit die quantitativen Relationen der Volkswirtschaft ändern. Was bedeutet Prozesspolitik/ Was wird beeinflusst?

- bezieht sich nicht die Rahmenbedingungen, sondern auf individuelle Handlungen; bestimmt wie gelenkt werden soll

- es geht um einzelne Wirtschaftssubjekte an denen gesteuert wird

- Hauptentscheidungsträger ist die Exekutive und die Notenbank

- kurze oder mittelfristige Ziele werden festgelegt

36. Welche ordnungspolitischen Maßnahmen im einzelnen kennen Sie?

Ordnungspolitische Maßnahmen Einzelne Teilbereiche der Wirtschaftsve rfassung, verschiedene Einzelverfassungen
Ordnungspolitische Maßnahmen Einzelne Teilbereiche der Wirtschaftsve rfassung, verschiedene Einzelverfassungen

Ordnungspolitische Maßnahmen

Einzelne Teilbereiche der Wirtschaftsverfassung, verschiedene Einzelverfassungen (langfristig, stabil)

Maßnahmen Einzelne Teilbereiche der Wirtschaftsve rfassung, verschiedene Einzelverfassungen (langfristig, stabil)
Maßnahmen Einzelne Teilbereiche der Wirtschaftsve rfassung, verschiedene Einzelverfassungen (langfristig, stabil)

1-

Produktionsverfassung

2-

Produktionsorganisation Zulassungsregeln, Zugangsvoraussetzungen Produktionsvorschriften, gesetzliche Regelungen Marktverfassung

3-

Spielregeln beim Marktaustausch Regeln zur Markttransparenz Regeln gegen Wettbewerbsbeschränkungen Geldverfassung

4-

alle Währungsangelegenheiten Wechselkurssystem (festgesetztes od. flexibles System; Kopplung an Warenkorb) Notenbank Finanzverfassung

5-

Bereiche staatlicher Verfassung Steuersystem, -klassen Finanzausgleich Sozialverfassung

soziale Sicherungssysteme

)

6-

Versicherungsarten (Kranken-, Pflegeversicherung, etc) Pflichtversicherungsgrenzen (Altersgrenzen: Wie lange kann Kind bei Eltern versichert sein Außenwirtschaftsverfassung

Internationale Wirtschaftsbeziehungen Freier Außenhandel, Protektionismus

37. Welche prozesspolitischen Maßnahmen im einzelnen sind zu unterscheiden?

Prozesspolitische Maßnahmen Beeinflussung des Wirtschaftsprozesse s im Rahmen der ordnungspolitischen Spielregeln
Prozesspolitische Maßnahmen Beeinflussung des Wirtschaftsprozesse s im Rahmen der ordnungspolitischen Spielregeln

Prozesspolitische Maßnahmen

Beeinflussung des Wirtschaftsprozesses im Rahmen der ordnungspolitischen Spielregeln (Ergänzungsfunktion)

Maßnahmen Beeinflussung des Wirtschaftsprozesse s im Rahmen der ordnungspolitischen Spielregeln (Ergänzungsfunktion)
Maßnahmen Beeinflussung des Wirtschaftsprozesse s im Rahmen der ordnungspolitischen Spielregeln (Ergänzungsfunktion)

Ansatzpunkt: Wirtschaftspläne der einzelnen Wirtschaftssubjekte (Produktions- und Konsumpläne (Konsumentscheidung)) Maßnahmen: Veränderungen der quantitativen Größen Bezugspunkte: Marktergebnisse

1- indirekte Maßnahmen

= nur mittelbare Beeinflussung einzelwirtschaftliche Planelemente

Anreize werden verschoben; Versteuerung von etwas, aber Konsumentscheidung liegt immer noch beim Konsumente z.B. Ökosteuer

monetäre:

- geldpolitische (Zinsen)

- wirtschaftspolitische (Wechselkurse)

fiskalische:

- Steuern (Steuerhebung, -senkung)

- Subventionen und Transfers

2- Direkte Maßnahmen

= unmittelbare Festlegung der einzelnen wirtschaftlichen Planelemente oder deren Veränderung

Preispolitisch

mengenpolitisch (z.B. Kontingente auf den Import von argentinischem Rindfleisch)

38. Wann spricht man von zielkonformen Maßnahmen?

Was ist Zielkonformität? Wann ist eine Maßnahme zielkonform? Zielkonform sind alle Maßnahmen , die prinzipiell geeignet sind, zur Verwirklichung eines angestrebten Zieles beitragen.

39. Erläutern Sie den Begriff der Marktkonformität.

Marktkonform sind alle Maßnahmen, die den Preismechanismus un d die Selbststeuerung des Marktes nicht aufheben, sondern sich ihm als neue Daten anpassen und von ihm assimiliert werden. Bsp: marktinkonform: wenn Preise und Mengen festgelegt werden.

40. Welche Grade der Systemkonformität können nach Tuchtfeldt unterschieden werden? Ordnen Sie diesen einzelne wirtschaftspolitische Maßnahmen zu.

Systemkonformität:systemkonform sind alle Maßnahmen, die unter dem Aspekt der wertenden Vorentscheidung über die wirtschaftspolitische Generallinie zur Lösung bestimmter Probleme zugelassen werden können. (Tuchtfeldt) Die fünf Grade der Systemkonformität nach Tuchtfeldt:

1.

systemnotwendig

sind Maßnahmen, die für das Funktionieren einer Ordnung unbedingt erforderlich sind. Bsp: Sicherung von Privateigentum, sowie von Gewerbe- und Vertragsfreiheit

2.

systemfördernd

sind Maßnahmen, die dazu beitragen die Funktionsfähigkeit eines System szu sichern Bsp: Kartellverbot, Fusionskontrolle, Sicherung der Geldwertstabilität

3.

systemadäquat

sind Maßnahmen, die die Funktionsfähigkeit des Systems nicht oder nur unwesentlich beeinflussen. Bsp: Sozialpolitische Maßnahmen (Umverteilung)

4. systemverschlechternd

sind Maßnahmen, die die Funktionsfähigkeit eines systems mindern, ohne es jedoch zu zerstören.

Bsp: bestimmte Arten von Umweltauflagen – Ordnungspolitik; Strukturerhaltende Maßnahmen oder Beschränkungen des Marktzutritts – Wettbewerbsregulierung

5.

systemzerstörend

sind Maßnahmen, die die Funktionsfähigkeit eines systems in beträchtlichem Maße behindern oder sogar völlig außer Kraft setzen. Bsp: Investitionssenkung; Preisregulierung

41. Welche Möglichkeiten der Verhaltensbeeinflussung der Wirtschaftssubjekte stehen dem Staat zur Verfügung? Nennen Sie konkrete Beispiele, und beurteilen Sie die verschiedenen Möglichkeiten.

Instrumente der Verhaltensbeeinflussung:

a) Information:

Vermittlung möglichst objektiver Informationen über die wirtschaftliche Lage oder die zukünftige Entwicklung Bsp: Berichte des Sachverständigenrates (SVR); Verkehrswegeplanung

b) Datenänderung:

Veränderung einzelwirtschaftlicher Daten Bsp: quantitativ (monetäre und fiskalische Maßnahmen oder Änderung der institutionellen Rahmenbedingungen –

Ladenöffnungszeiten)

c) Moral Suasion (Überredung)

Überzeugungsarbeit, soziale Indoktrinationen, Propaganda Bsp: Apelle zur Bereitstellung zusätzlicher Ausbildungsplätze; Apelle zum kauf heimischer Produkte

d)Reziprozität

Gegenseitigkeit im Sinne von freiwilliger Übereinkunft Bsp: Beschäftigungspakt, Bündnis für Arbeit, Selbstbeschränkungsabkommen

e) Zwang

intensivste Form der Verhaltensbeeinflussung. Gebote vs. Verbote

Abschließende Beurteilung:

Informationen und Datenänderung: keine prinzipiellen Einwände. Geringe Beeinflussung des Entscheidungsspielraumes.

Moral Suasion: ambivalent zu beurteilen; schnellere Zielerreichung durch Freiheitsverlust Reziprozität: kontrovers, kritisch zu beurteilen; Legitimationsproblem (Wirtschaftsvorstände sind Einflussmöglichkeiten der Interessengruppen geringe Effizienz Zwang: äußerst kritisch zu beurteilen

- Freiheitsverlust

- verringert Eigeninitiative

- hoher Kontrollaufwand, geringe Wirksamkeit

- exogene Eingriffe weniger wirksam, als wenn die Wirtschaft selbst drauf kommt

Freiheits- und

nicht gewählt) unterschiedl.

3. Träger der Wirtschaftspolitik

42. Nennen Sie die Entscheidungs- und die Einflussträger im Bereich der deutschen Wirtschaftspolitik.

Entscheidungsträger sind durch die Verfassung bzw. das Gesetz dazu legitimiert:

– wirtschaftspolitische Entscheidungen zu treffen (Kompetenz)

– die Entscheidung durch legale Zwangsgewalt durchzusetzen (Macht)

Staatliche Entscheidungsträger:

– Legislative, Gesetzgebung auf der Ebene der einzelnen Gebietskörperschaften durch Parlament

– Exekutive, Ausführung der Gesetze

– Supranationale Institutionen, Abgabe von Souveränität an übergeordnete Institutionen

Kammern:

nicht staatlich, aber im Besitz bestimmter Hocheitsbefugnisse Einflußträger Einflußträger verfügen über nicht demokratisch legitimierten hoheitlichen Entscheidungsspielraum, sie können lediglich Einfluß nehmen, Organisationen auf privatrechtlicher und freiwilliger Basis. Keine Ausübung behördlicher Funktionen.

Marktverbände:

• Tarifvertragsparteien bzw. Sozialpartner. Zwischenstellung durch Tarifautonomie und weitere Privilegien

• Genossenschaftsverbände wirtschaftspolitische Interessenverbände:

- reiner Lobbyismus; Interessenvertretung

- Einflußnahme über Öffentlichkeitsarbeit, Informationsbeschaffung; Kontrolle, etc

- nicht demokratisch legitimiert

- Bsp: Unternehmer- und Bauernverbände; Gewerkschaftsverbände, Verbraucherverbände

43. Was will die Neue Politische Ökonomik, und welche Ansätze sind zu unterscheiden?

Inhalt:

Anwendung wirtschaftspolitischer Modelle und Verhaltensausnahmen auch auf politische Prozesse Annahmen:

• eigennütziges, rationales Verhalten

• methodischer Individualismus (Staat besteht aus vielen kleinen Beamten)

• Theorie der Interaktion

Ansätze:

ökonomische Theorie der Demokratie

• ökonomische Theorie der Bürokratie ökonomische Theorie der Verbände

44. Erläutern Sie die klassische und die moderne Theorie der Demokratie nach Schumpeter.

Klassische Theorie der Demokratie

- wurde von Schumpeter nur noch mal aufgerollt, aber nicht entwickelt

Annahmen:

- die Politiker verfolgen das Ziel der Gemeinwohlmaximierung

- die Politiker wissen, was das Gemeinwohl ausmacht und welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um es zu realisieren (handeln altruistisch)

- die Bürger besitzen homogene Ansichten über politische Fragen, es existiert somit als Gemeinwohl zu bezeichnender Volkswille

Moderne Theorie der Demokratie Erster Vertreter: J.A. Schumpeter, 1883-1950 Annahmen:

-

Politiker handeln eigeninteressiert (daraus folgt ein VERTRETERPROBLEM): „Demokratie ist Konkurrenzkampf um

Stimmen, bei dem die Zügel der Regierung jenen übergeben werden

,

die über mehr Unterstützung verfügen als die

anderen in Konkurrenz stehenden Individuen oder Teams.“

-

Die Bürger haben heterogene Ziele und Ansichten über Ziel-Mittel- Beziehungen, sie verfügen zudem über einen sehr unterschiedlichen Informationsstand

-

In gewissem Umfang gilt die Nebenproduktthese

45.

Skizzieren Sie das Demokratiemodell von Downs, und erklären Sie mit seiner Hilfe die staatliche Umverteilungspolitik.

Das Modell von Downs ist Weiterführung des Ansatzes von Schumpeter Annahmen:

- Individuen handeln auch im politischen Bereich rational und eigennützig

- Wähler und Politiker versuchen, ihren Nutzen zu maximieren

- Unterziel der Politiker, hohes Einkommen, Macht und Prestige

Oberziel (=Wähler) Stimmenmaximierung

Politische Programme ist Mittel zum Zweck

politische Programme spiegeln Präferenzen des „Medianwählers“ wieder

wegen hoher Kosten und geringer Nutzen von Informationen über Politik: „rationale Unwissenheit“ der Wähler (persönliche Kosten zur Wahl zu gehen oft höher als der eigentliche Nutzen daraus -> oft rational unwissende Wähler aufgrund von Informationsmangel; unterschiedlicher Informationsstand unter den Wählern durch unterschiedliche Informationskosten)

- begrenzte Ausrichtung der Politik an den Medianwählerpräferenzen (aufgrund der Informationsdefizite der Medianwähler in Teilbereichen des politische Handelns einer jeweiligen Partei, hat die Partei die Möglichkeit beispielsweise manche Interessensgruppen zu bevorzugen, da Wähler eben zu uninformiert ist, um das später in die Wahlentscheidung mit einzubeziehen -> Handlungsspielraum für die Parteien)

Erklärung staatlicher Umverteilung durch ökonomische Theorie der Demokratie

- „Arme“ sind große Gruppe

- „Reiche“ sind kleine Gruppe

- Politik wird zugunsten des „Medialwählers“, in diesem Fall der „Armen“, gemacht, die Stimmgewinne wiegen die Stimmverluste auf

Grenzen der Umverteilungspolitik

- volkswirtschaftliche Auswirkungen

- soziale Mobilität (z.B.: ein Student, der jetzt zwar noch arm ist, aber später Aussichten auf einen gut bezahlten Job hat, wird nicht unbedingt eine umfangreiche Steuerreform seitens der Politik befürworten)

- Interessensgruppenbildung: „Reiche“ sind als kleine Gruppe besser organisiert als „Arme“; gut organisierte Gruppen können durch Lobbying Vorteile erringen bzw. Nachteile vermeiden (Beispiel: Konsumenten-Produzenten)

46.

Stellen Sie die Bürokratiemodelle von Niskanen und Williamson dar.

Klassisches Bürokratiemodell Annahme:

- Bürokraten verfolgen als „Staatsdiener“ Gemeinwohlinteresse

Ökonomische Theorie der Bürokratie Annahme:

- Individuen handeln auch als Bürokraten rational und eigennützig

Unterziele der Bürokraten (individuell unterschiedlich ausgeprägt)

- hohes diskretes und indiskretes Einkommen

- öffentliche Anerkennung (auch office seeking)

- ruhiges und sicheres Berufsleben

Restriktion der Bürokratie

- ökonomisch (Budget)

- rechtlich (Vorschriften)

- politisch (Vorgaben der Regierung oder Parlament)

- sozial (Kritik der Öffentlichkeit)

Welches Oberziel verfolgen Bürokraten?

Modell von Niskanen und Williamson

Gemeinsamkeit:

Beide gehen von einem principle-agent-Modell aus: Prinzipal (Politik)- Agent (Bürokratie)-Problem

Informationsasymmetrien bezüglich Kosten der effizienten Leistungserstellung

Diskretionärer Handlungsspielraum für Agenten/ Bürokraten

Niskanen Ziel der Bürokraten ist Budgetmaximierung (mehr Personal, mehr Einkommen, weniger Arbeit, größere Arbeitsplatzsicherheit)

- Überwindung der ökonomischen Restriktion: Einfluss auf Politiker (Bürokratie erfordert beispielsweise höheres Budget für die Verwaltung, was durch den Informationsvorsprung der Bürokratie gegenüber der Politik möglich ist) Williamson

- Ausschöpfung des Handlungsspielraums durch Verringerung der nichtökonomischen Restriktionen

- Begrenzte Kontrollmöglichkeiten durch Informationsvorsprung, mangelnde Konkretisierung der Rechtsbegriffe, Informationskosten der sozialen Kontrolle

- aus beiden Modellen folgt eine ineffiziente Leistungserstellung

47. Diskutieren Sie die These: „Die Ineffizienz der Bürokratie muss hingenommen werden“.

Ineffizienz der Bürokratie Warum sind bei unterstellter Nutzenmaximierung Ergebnisse im Privatsektor effizienter als im öffentlichen Sektor?

Verhalten der Akteure:

- Privat: Gewinnmaximierung durch Wettbewerb und Konkursrisiko (Unternehmer hat immer volles Risiko, aber auch vollen Gewinn, wenn Geschäft gut läuft)

- Bürokratie: Keine Risikoübernahme (hat weder positive noch negative Konsequenzen zu tragen; zwar keinen Verlust zu verantworten, dafür aber auch keine Beteiligung an Gewinnen) Verbesserung:

- Schwierigkeit interner Kontrolle

- Externe Kontrolle Durch Deregulierung, Privatisierung, leistungsabhängige Bezahlung, Haftung)

48. Welche Güter werden typischerweise von Verbänden produziert?

Wie kommt es zu Zusammenschlüssen? Klassische Erklärung: Menschen sind „soziale Wesen“. Erklärt jedoch nicht Unterschiede hinsichtlich

- Voraussetzungen [dass überhaupt Verbände gegründet werden] und Anreize [warum entstehen manche Verbände und andere nicht?]

- Stabilität [wie lange gibt`s Verbände]

- [unterschiedlichen] Einfluss auf die Gesellschaft

Moderne Verbandstheorie von M. Olson:

Welche Güter werden von Verbänden produziert? Öffentliche Güter: Ausschluss – und Qualitätsprinzip gilt nicht Keine Exklusion aus:

- institutionell-rechtlichen Gründen [es ist politisch gewollt, dass niemand davon ausgeschlossen wird z.B. Schulen]

- ökonomische Gründen [es gibt keinen Markt dafür, es ist billiger, wenn Staat das stellt für alle, als wenn sich jeder selbst drum kümmern müsste, z.B. Straßen]

- technischen Gründen [z.B. Luft, Feuerwerk => kann keine so große Mauer drum gebaut werden ] Beispiele:

- Gewerkschaften: Mindestlöhne (für alle, auch für Nichtmitglieder)

- Verbraucherverbände: Verbraucherschutz (für alle)

Problem: Trittbrettfahrer [Problem kann man dadurch lösen, dass man gleichzeitig auch privates Gut bereitstellt.]

Private Güter: Exklusionsprinzip anwendbar Beispiele: Gewerkschaft: Zeitschrift, Rechtsbeistand, Streikgelder, Urlaubs- und Bildungseinrichtungen (nur für Mitglieder)

49. Zusammenhang zwischen Gruppengröße und Versorgung mit öffentlichen Gütern nach Olson.

Gruppengröße ist Ausschlaggebend für Zustandekommen und Stabilität von Verbänden

a) kleine Gruppen (Oligopol)

[wenige Teilnehmer]

Interdependenz zwischen den Mitgliedern

Strategisches Verhalten der Mitglieder

Positiver Nettonutzen als Notwendige Vorbedingung für die Mitgliedschaft im Verbund

Trittbrettfahrer – Problem

Ergebnis hängt von der Einstellung des Individuums ab:

Pessimistische Einstellung:

Negative Auswirkung des eigenen Trittbrettfahrerverhaltens überwiegt. Zustandekommen des Verbandes, Gut wird angeboten Optimistische Einstellung:

Keine Relevanz des eigenen Verhaltens – keine Mitgliedschaft

[in kleinen Gruppen: man kennt sich, soziale Kontrolle, sozialen Druck, Transparenz gibt`s vielleicht und dann kann man nicht Trittbrettfahrer sein und auch oft nicht entscheiden, ob man aus rationalen Gründen jetzt mitmacht oder eben nicht.]

b) Große Gruppen (Polypol)

keine Interdependenz der Aktionen – autonomes Verhalten der Akteure

keine Breitstellung öffentlicher Güter

Notwendigkeit selektiver Anreize

50. Welche Rolle spielen selektive Anreize hinsichtlich der Entstehung und Stabilität von Verbänden?

Selektive Anreize [private Güter, von denen man ausgeschlossen werden kann]

1.

Wirtschaftlich:

-

Positiv: Streikgeld, Zeitschriften, Service

-

negativ [Anreiz ist, Schaden zu vermeiden] „closed shop“ Bestrafung von Nicht-Mitgliedern durch Verweigerung exklusiver Möglichkeiten [Nicht-Mitglieder werden in übertragenem Sinne bestraft]

2.

Nicht wirtschaftlich:

Sozial:

- Positiv: Zusammengehörigkeit [Identitätsstiftung]

- Negativ: Ächtung [sozialer Druck, Gruppenzwang, wieder Vermeidung von Schaden]

Psychologisch:

- Beitritt zum Verband, wenn der Nutzen (pos. / neg. ) größer als die Kosten der Mitgliedschaft ist

51. Wie sind Verbände gesamtwirtschaftlich zu beurteilen?

Vorteile:

- Informationen der Verbände steigern die Rationalität der Wirtschaftspolitik [konzentrierte Information, die sich weitergeben; Verbände vermitteln Informationen für Gesetze der Wirtschaftspolitik, auf den Informationen basieren die Gesetze]

- Verbände als Vermittler: Stellungnahme zu Gesetzesentwürfen, Information der Mitglieder [einmal nach oben => Information der Politik über die Interessen der Mitglieder und einmal zu den Mitgliedern => Erklärung von neuen Gesetzen] [Ganz wichtige Informationsfunktion der Verbände] Wirtschaftspolitische Bedenken:

- Verbände repräsentieren nur Partikularinteressen [die Information, die von Verbänden kommt, ist natürlich gefärbt]

- Forderung nach Gleichbehandlung [ein Verband handelt mit Wirtschaftspolitik etwas aus, Subventionskarussell, andere Verbände wollen das dann auch, hier wird nicht mehr nach wirtschaftspolitischen Kriterien entschieden, sondern nach Einflussnahme]

- Vermachtung und fehlende Gegensteuerung [kein Verband der Verbraucher existiert, der zu Produzentenverbänden äquivalent wäre => einseitig]

- Gegenseitige Blockade [Konflikt zwischen zwei Verbänden wird zu Lasten der rationalen Wirtschaftspolitik geführt => wirtschaftspolitisch entstehen hohe Kosten] Verfassungspolitische Bedenken:

- keine politische Verantwortung [der Verbände für die Politik, die von ihnen forciert wird]

- keine Legitimation durch Wahlen

- oft verbandsintern keine demokratische Organisation

- Ohnmacht der „schweigenden Mehrheit“ [Einflussnahme unterschiedlich, Einfluss eines Verbandes ist abhängig von Mitgliedern, deren finanzieller Ausstattung, hier wird dem demokratischen Prinzip auch überhaupt nicht Rechnung getragen, fehlende finanzielle Ausstattung lässt viele einflusslos werden] Mögliche Lösungen [Lösungsvorschläge]:

- Kennzeichnung der Information [Verbandsinformation muss gekennzeichnet sein, damit allen klar ist, dass es nicht neutrale Information ist]

- Bereitstellung neutraler Information [um auch die Verbandsinformation (durch Forschungsinstitute) besser bewerten zu können]

- [verstärkter] Wettbewerb zwischen Verbänden [mehr Transparenz, z.B. Entlohnung für bestimmte Information, die aber auch ausgeschrieben ist]

- Auflösung bilateraler Beziehungen zwischen Einfluss- und Entscheidungsträgern [z.B. wenn Bauernverbände und Landwirtschaftsbehördenmenschen 30 Jahre zusammenarbeiten => Identifikation; Entscheidungsträger => Einflussträger => sachlichere Beurteilung auch von Verbandsinteressen bei häufigerem Wechsel]