Sie sind auf Seite 1von 3

Richtig online bewerben: Neue Formatierungsvorgaben bei in... http://internet-fuer-architekten.de/index.php?

article_id=49

Richtig online bewerben: Neue Formatierungsvorgaben


bei internetgestützten Bewerbungsverfahren
von Angelika Fittkau, competitionline

Bewerbungsverfahren, die im Vorfeld von beschränkten Wettbewerben oder


Verhandlungsverfahren stattfinden, werden immer häufiger mit Hilfe des Internets
organisiert. Die Architekten sind dabei aufgefordert, ihre Bewerbungen inklusive
Anlagen komplett über Internet-Formulare einzureichen und die
Formatierungsangaben des Auslobers genau einzuhalten. Sie lesen in diesem
Beitrag, wie man dabei formelle Fehler vermeidet und warum internetgestützte
Verfahren für Auslober interessant sind.

Mehr Wettbewerbe zum beiderseitigem Vorteil


Bauherren, die beschränkte Wettbewerbe durchführen, sehen sich oft mit mehreren 100
Bewerbungen in einem einzigen Verfahren konfrontiert. Die Strukturierung und Auswahl
kostet viel Zeit. Mit Hilfe von Internet-Formularen können durch den Verzicht auf die
manuelle Datenerfasssung die Verfahren wesentlich vereinfacht werden.
Der Bewerberkatalog mit 100 % homogen strukturierten Bewerbungen kann bereits
wenige Stunden nach Bewerbungsschluss fix und fertig vorliegen. Zusätzlich wird
wertvolle Zeit in der Auswahlsitzung gespart, denn die Bewerbungsbilder können per
Mausklick schnell und einfach weitergeschaltet werden. Eine Auswahlsitzung mit etwa
300 Bewerbungen kann man durch eine Beamer-Präsentation in etwa 5 bis 6 Stunden
schaffen.

Bewerbungen müssen vergleichbar sein


Da Architekten an vielen Bewerbungsverfahren teilnehmen, soll der Aufwand dafür
möglichst gering sein. Bei einer relativ kleinen Chance auf eine Auswahl zur
Wettbewerbsteilnahme ist es verständlich, dass stets neue formale Anforderungen, wie
zum Beispiel die neuen Bedingungen bei Online-Verfahren, nicht gerade auf
Begeisterung stoßen. Wer die veränderten Vorgaben aus Zeitgründen jedoch ignoriert,
wird selten erfolgreich sein.
Jedes Architekturbüro hat eine eigene “Handschrift”, sein Corporate Design, mit dem es
sich nach Außen präsentiert. Es ist verständlich, dass dieser Stil auch in den
Bewerbungen gezeigt werden soll, zumal diese nicht anonym sind. Unabhängig von
einer Bewerbung auf Papier oder per Online-Formular sind die Bewerbungen leichter
vergleichbar, wenn Darstellung und Layout der einzelnen Bewerbungen möglichst
identisch sind. Ein einheitliches Layout der Texte (einen Bewerberkatalog) in welchem
jede Bewerbung nach gleichem Muster dargestellt ist, kann man jedoch aus Online-
Bewerbungen im Handumdrehen erstellen. Gerade das ist für den Auslober das
Interessante am Online-Verfahren. Denn er spart sich die Zeit, die man benötigt, um die
Bewerbungen zu erfassen und entsprechend homogen zu strukturieren. Den
Gestaltungsstil können die Bewerber in zusätzlich einzureichenden Referenzbildern

1 von 3 05.10.2008 23:41 Uhr


Richtig online bewerben: Neue Formatierungsvorgaben bei in... http://internet-fuer-architekten.de/index.php?article_id=49

präsentieren. Die Kunst einer guten Bewerbung besteht nun darin, die richtige Auswahl
der eigenen Referenzen zu treffen und diese im Rahmen der formalen Vorgaben
überzeugend vorzustellen.

Blitz-KO durch falsche Formatierung


Unter online abgegebenen Bewerbungen finden sich große Qualitätsunterschiede. Das
ist das Resultat aus 15 Online-Bewerbungsverfahren, die in den letzten zwei Jahren von
competitionline durchgeführt wurden. Unter mehr als 2500 Bewerbungen hat circa jeder
zehnte die Formatvorgaben nicht eingehalten.
Die wiederkehrenden Mängel waren schlecht formatierte Bilder, ungenaue Referenzen
oder auch das Weglassen von zwingend geforderten Angaben. Einige Büros scheinen
ihre bisherigen Bewerbungsvorlagen aus herkömmlichen Papier-Verfahren eingescannt
und dann als Online-Bewerbung eingereicht zu haben. Wer eine solche Bewerbung
einreicht, hat gute Chancen für ein Blitz-KO, denn der erste optische Eindruck
entscheidet oft über Verbleib oder Ausscheiden aus dem Verfahren. Zur Gruppe derer,
die ihre Chancen auf gute Bewertung durch nachlässiges Formatieren leichtfertig aufs
Spiel setzen, zählen übrigens nicht ausschließlich Newcomer oder kleinere
Architekturbüros. Auch Büros von Rang und Namen übersehen Formatierungsvorgaben
oder scheinen die technischen und inhaltlichen Vorgaben für Online-Bewerbungen nicht
anzunehmen. Dabei ist das Einhalten der Vorgaben mit ein bisschen Sorgfalt schnell
erreicht. Einige Tipps dazu bietet die folgende Checkliste.

Tipps für die formal perfekte Online-Bewerbung


Bilder für eine Beamer-Präsentation
Die eingereichten Referenzbilder werden in der Auswahlsitzung oft in Form einer
Beamer-Präsentation auf eine Leinwand projiziert. Aufgrund der meist hohen Zahl an
Bewerbungen können die Bilder nur wenige Minuten, manchmal auch nur 20-30
Sekunden lang gezeigt werden. In dieser kurzen Zeit müssen die Betrachter von der
Professionalität und der Gestaltungskompetenz des Bewerbers überzeugt werden.
Deshalb ist es ausgesprochen wichtig, dass die Bilder perfekt formatiert werden.

Auflösung 72 DPI
Je nachdem welchen Zweck die geforderten Bilddateien erfüllen sollen, werden
unterschiedliche Auflösungen gefordert. Grundsätzlich sollten Bilder, die nur für die
Bildschirmdarstellung und nicht zum Ausdrucken gedacht sind, in einer Auflösung von
72 DPI (Dots per Inch) erstellt werden. Ein Bildschirm kann in der Regel überhaupt nur
72 DPI darstellen. Praktisch kann man die für Bildschirme optimale Auflösung mit dem
Befehl “Für Web speichern” im Menü Datei ganz leicht in Photoshop einstellen.

Bildgröße
Die Größe eines für die Bildschirmausgabe zu erstellenden Bildes wird nicht in cm oder
DIN-Formaten angegeben, weil jede Ausgabe per Bildschirm oder per Projektion eine
andere tatsächliche Größe haben kann. Eine bewährte Einheit für die Bildgröße ist der
Pixel (auch Bildpunkt oder engl. Dot). Mit einer Größenangabe in Pixel bei gleichzeitiger
Auflösung von 72 DPI kann man ein Bild optimal für die Bildschirmdarstellung
formatieren. Für die beste Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Präsentationsfläche
wählt man die Größe (Auflösung) des darstellenden Bildschirms. Bei einem 15-Zoll
Laptop-Bildschirm, wie er für Beamer-Präsentationen häufig verwendet wird, sind das

2 von 3 05.10.2008 23:41 Uhr


Richtig online bewerben: Neue Formatierungsvorgaben bei in... http://internet-fuer-architekten.de/index.php?article_id=49

zum Beispiel 1024 Pixel Breite x 768 Pixel Höhe. Die Größenvorgabe des Auslobers
sollte in jedem Fall eingehalten werden.

Informationsmenge und Beschriftung der Bilder


Dem Auswahlgremium steht pro Bewerbung nur wenig Zeit zur Verfügung. Deshalb
empfiehlt sich auf den Bildern eine kleine Auswahl an Referenzen darzustellen, die
inhaltlich zum ausgeschriebenen Verfahren passen. Die Referenzbilder mit
Beschriftungen sollten gut lesbar angeordnet werden. Auf längere
Projektbeschreibungen ist besser ganz zu verzichten. Unbedingt zu nennen sind die
Namen der Bewerber bzw. der Büros, Titel, Ort und Jahr des dargestellten
Referenzprojekts. Bei Wettbewerbsreferenzen sollte unbedingt der erzielte Rang
vermerkt werden.

Charakter der Bewerbung


Ein gutes Referenzbild sollte das Auswahlgremium innerhalb weniger Sekunden von der
Professionalität und der Gestaltqualität des Bewerbers überzeugen. Der Kern sind stets
ein oder mehrere professionelle Fotos oder Grafiken der für die aktuelle Bewerbung
wichtigsten Referenzen. Unter Einhaltung der Formatvorgaben und eingebettet in ein
ansprechendes Layout, entsteht das Bewerbungsbild. Schnappschüsse, die
unbeschriftet und in der falschen Größe abgegeben werden, scheiden in der Regel
sofort aus. Es empfiehlt sich, die Wirkung der eigenen Referenzbilder vorab zu testen.
Man kann dafür seine Bewerbung in einem Bildbetrachtungsprogramm im Vollbildmodus
30 Sekunden lang ansehen.

Textangaben
Neben den üblichen Adressangaben und Nachweisen über die Kammermitgliedschaft
werden meist weitere Referenzen abgefragt. Die Angaben sollten möglichst kurz und
präzise gemacht werden. Wichtig ist, dass das Auswahlgremium genügend
Informationen erhält, um die Projekte bewerten zu können. Dazu gehören Titel, Ort,
Größe, ggf. die Bausumme und bei Wettbewerben der erzielte Rang. Bei der direkten
Eingabe der Referenzen in die Online-Formulare entstehen nicht selten
Flüchtigkeitsfehler. Daher empfiehlt es sich, die Texte in einem Textprogramm
vorzuschreiben und anschließend in die Formularfelder zu kopieren. Auf Formatierungs-
und Sonderzeichen ist besser ganz zu verzichten. Bei der nächsten Online-Bewerbung
können die Daten dann größtenteils wiederverwendet werden.

Angelika Fittkau ist Geschäftsführerin von competitionline – Plattform für Wettbewerbe


. Dieser Artikel erschien erstmalig in: Deutsches Architektenblatt (Ausgabe 07/2006).

Stand: 23.07.2006

Online-Magazin Internet-fuer-Architekten.de, Redaktion: Tel. 030-51694820; E-Mail: info@internet-


fuer-architekten.de

3 von 3 05.10.2008 23:41 Uhr