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Kostenlose Web 2.0-Dienste zur Online-Präsentation


von CAD-Plänen nutzen
von Dipl.-Ing. Eric Sturm

In der Regel eignen sich Architekturfotos am besten, um ein Projekt im Internet zu


präsentieren. Trotzdem kann es erforderlich sein, auch Pläne online abzubilden,
sei es als Zusatzinformation für die Website-Besucher oder im Rahmen der
Kommunikation mit Projektpartnern oder Bauherrn. Dieser Artikel stellt
traditionelle sowie neuartige bis ungewöhnliche Wege vor, wie Sie Ihre CAD-Pläne
ins Netz stellen und auf der eigenen Website einbinden können.

Von der CAD-Datei zum internet-fähigen Dateiformat


Für die Online-Präsentation von Plänen aus CAD- oder Vektorgrafik-Programmen (wie
Quark Express, InDesign, Illustrator oder Freehand) kommen zwei Datei-Arten in Frage:
Zum einen kann der Plan als Bitmap-Datei (Pixelgrafik) exportiert und z. B. in Formaten
wie JPEG, GIF, PNG online im Browser angezeigt werden. Dazu wird aus dem vektor-
basierten CAD-File ein Bitmap exportiert. Dabei muss schon beim Export die spätere
Bildgröße eingestellt werden, da Bitmaps nicht (bzw. nur mit Qualitätsverlusten) skaliert
werden können.
Ein alternativer Ansatz ist die Erzeugung eines PDF-Dokuments aus der CAD-Datei.
Das universelle Dateiformat PDF kann dem Betrachter online zur Verfügung gestellt
oder – wie im Folgenden beschrieben – von bestimmten Internetdiensten
“weiterverarbeitet” werden. PDF-Dateien sind wie CAD-Formate vektorbasiert und
erlauben daher eine spätere Skalierung (größere / kleinere Darstellung) ohne
Qualitätsverlust.

So erzeugen Sie PDF-Dokumente von Ihren CAD-Dateien: PDF-Export ist auf


Mac-Rechnern aus jedem Programm ohne Zusatz-Software möglich, unter
Windows benötigt man entweder eine Vollversion des Programms “Adobe
Acrobat” oder aber ein anderes Zusatztool. Eine kostenlose Software zur
Erzeugung von PDF-Dateien aus beliebigen Anwendungen ist z. B. PDF Creator .

Präsentationsmöglichkeiten von Bitmaps (Pixelgrafiken)


Nicht ideal: Planpräsentation in Pop-Up-Fenstern
Häufig sieht man die Präsentation von Fotos oder Plänen in sogenannten Pop-Up-
Fenstern, also Browserfenstern ohne Bedienelemente (Vor-/Zurück-Button etc.), die z. B.
nach Klick auf ein Vorschaubild aufspringen und eine Großansicht des jeweiligen Bildes
zeigen. Durch einen Klick neben das Pop-Up kann dieses aber leicht “hinter” das
ursprüngliche Browserfenster – und damit aus dem Blickfeld des Betrachters – geraten.
Für Profis kein Problem, für eher ungeübte Website-Besucher etwas schwierig.

Elegante Alternative: Der “Lightbox”-Effekt – Vollbild-Modus für Bitmaps

1 von 5 05.10.2008 23:38 Uhr


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Die “klassische” Einbindung von CAD-Plänen als Bitmaps (JPEG, GIF, PNG) ist
aufgrund der Platzbeschränkungen auf den Internetseiten selbst meist unbefriedigend,
da in der Regel zwischen Navigationselementen und einer eventuell vorhandenen
Seitenspalte wenig Platz für größere Bildformate besteht. Schon besser ist es, wenn
man mit Hilfe einer Javascript-Funktion wie der recht populären “Lightbox” Bitmap-
Dateien in einer Art “Vollbildmodus” wie auf einem zusätzlichen Layer über den
eigentlichen Website-Inhalt legen kann. Im Gegensatz zum oben beschriebenen
Darstellung der Pläne in einem Pop-Up-Fenster ist ein Lightbox-Layer
benutzerfreundlicher, weil alles im selben Browserfenster stattfindet.

Das für den “Lightbox”-Effekt benötigte Skript ist kostenfrei nutzbar und recht einfach auf
der eigenen Website einzubauen, fragen Sie ggf. einfach Ihren Webdesigner danach.
Weitere Informationen zur Lightbox .

Beispiel für den Einsatz der "Lightbox" auf der Büro-Website der Architektin Angela Fritsch aus Darmstadt.

Präsentationsmöglichkeiten von PDF-Dateien


Der einfachste Weg, eine PDF-Datei zum Online-Besucher zu bringen, ist natürlich die
Verlinkung: Ein Textlink oder ein verlinktes Vorschaubild löst den Download der
jeweiligen PDF-Datei aus. Der Besucher startet die Datei daraufhin manuell von seiner
Festplatte aus. So weit, so gut. Doch was für Pressemeldungen oder digitale
Handbücher gängig und auch völlig ausreichend sein mag, ist für die (kursiv!!)
Präsentation von Architektur meiner Ansicht nach etwas zu unattraktiv. Welche
Möglichkeiten bestehen also noch?

Veraltete Vorgehensweise: PDF-Einbindung in HTML-Frames oder Pop-Up-Fenster


Im Jahr 2000 habe ich diese Präsentationsweise für meine Diplompläne gewählt (siehe
unternull.de). Grundsätzlich ist der Ansatz nicht dumm: Sofern der Betrachter den
“Acrobat Reader” installiert hat, wird der PDF-Plan direkt im Browser angezeigt –
inklusive aller Bedienelemente des Acrobat Readers, die eine Navigation im PDF
(Zoom, Verschieben etc.) ermöglichen. Die Nachteile dieses Verfahrens sind dennoch
beachtlich:

Um die PDF-Dateien einzubinden – sei es in HTML-Frames oder in Pop-Ups – ist

2 von 5 05.10.2008 23:38 Uhr


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eine umständliche HTML-Programmierung erforderlich,


die so entstandenen HTML-Seiten sind wenig benutzerfreundlich und für
Suchmaschinen schlecht erfassbar,
in manchen Browsern wird das PDF-Dokument nicht direkt angezeigt, sondern
automatisch auf die Festplatte herunter geladen. Der interessierte Betrachter
muss dadurch erst einige Klicks machen, um den in der Datei enthaltenen Plan zu
sehen.

Web 2.0-Dienste zur Planpräsentation nutzen


Hochladen, konvertieren, einbetten
PDF-Dateien, die man bei den kostenlosen Web 2.0-Diensten Doktus (deutschsprachig)
oder Scribd (englisch) hochlädt, werden zunächst zu sogenannten “Flash-Paper”-
Dateien verarbeitet. In diesem Format können Sie dann entweder auf dem Portal selbst
betrachtet werden oder – was wesentlich interessanter ist – mit ein paar Zeilen
HTML-Code in die eigene Website eingebunden werden. Die Darstellung als
Flash-Paper stellt dabei sicher, dass der Besucher den Plan in seinem Browser kleiner
oder größer zoomen sowie verschieben kann.

Tipp: Bei “scribd” ist auch eine Darstellung des PDFs im Vollbildmodus möglich: Klicken
Sie einmal bei der unten einbebundenen Datei auf das Icon ganz rechts in der
Bedienleiste …

Beispiel für ein bei "scribd" hochgeldadenes PDF-Dokument (Grundrisse des Schwimmbad-Projekts

3 von 5 05.10.2008 23:38 Uhr


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unternull.de als "eingebettetes" Flash-Paper.

Die oben eingebundene Datei finden Sie natürlich auch online bei scribd, unter dieser
Adresse .

MapMixer: Eigene Pläne mit Landkarten und Satellitenfotos überlagern


Dieser wirklich innovative, kostenlose Service bietet Folgendes: Grundrisse, z. B.
Bebauungspläne, Städtebau-Entwürfe o. ä. werden mit “echten” Landkarten,
Stadtplänen oder Satellitenfotos maßstabsgerecht kombiniert und online gestellt. Zum
Einsatz kommen dabei die Yahoo-Maps, ein mit Google Maps vergleichbarer
Landkarten- und Satellitenbilder-Dienst.
Der eigene, als Bitmap-Datei hochgeladene Plan wird zunächst online konvertiert und
kann danach anhand von Kontrollpunkten mit der darunter liegenden Yahoo-Map zur
Deckungsgleichheit gebracht werden. Wer möchte, kann den so entstandenen
“Plan-Mix” per embed-Code auch auf der eigenen Website einbinden. Inklusive aller
Zoom- und Verschiebefunktionen. Das Besondere am “MapMixer”: Per Schieberegler
kann der Betrachter die Transparenz des oben liegenden Planes steuern und per Klick
zwischen Stadtplan und Satellitenfoto hin- und herwechseln, siehe Beispiel unten …

Zum Yahoo MapMixer

Layer Opacity

Ein Beispiel für die Nutzung des Yahoo! MAPMIXER: Der Umgebungsplan des Projekts unternull.de wurde mit
dem Stadtplan des Berliner Alexanderplatzes kombiniert.

Fazit
Die Projektpräsentation mit Architekturfotos ist und bleibt auch im Internet die wichtigste
Darstellungsart.
Wer darüber hinaus aber auch Grundrisse, Schnitte oder Ansichtszeichnungen aus dem
CAD-Programm online stellen möchte, kann dies mit den beschriebenen Web
2.0-Diensten relativ einfach und nutzerfreundlich realisieren.

Über den Autor


Der Autor, Dipl.-Ing. Eric Sturm, ist Webdesigner, Dozent und Publizist in Berlin, siehe
auch www.ericsturm.de .

4 von 5 05.10.2008 23:38 Uhr


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Stand: 25.02.2008

Online-Magazin Internet-fuer-Architekten.de, Redaktion: Tel. 030-51694820; E-Mail: info@internet-


fuer-architekten.de

5 von 5 05.10.2008 23:38 Uhr