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8. September 2011, 15:58 Uhr

Branchen mit Karrierechancen: Wo es am schnellsten nach oben geht

Die Aussichten auf eine lukrative Laufbahn stehen in den Medien und in der Tourismusbranche am besten, zeigt eine Statistik. Denn hier gelingt der Aufstieg am schnellsten. Wer im Bergbau oder in der Metallindustrie arbeitet, muss sich gedulden. Von Sabine Meinert

arbeitet, muss sich gedulden. Von Sabine Meinert Die Karriereleiter rauf: Wie schnell es geht, hängt von

Die Karriereleiter rauf: Wie schnell es geht, hängt von der Branche ab© Colourbox

Alle paar Jahre sollte man die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmen, sonst klappt es nicht mehr mit der Führungsposition. Nach dieser Faustregel versuchen Karrieristen, innerhalb ihres Berufslebens ihren Weg an die Spitze eines Unternehmens zu organisieren. Allerdings lohnt es sich zu schauen, in welcher Branche man seine Karrierechancen sucht. Denn je nachdem, ob man bei EADS oder bei Eon arbeitet, geht es schneller oder eben deutlich langsamer - und zwar egal, ob mit oder ohne ausgefahrene Ellenbogen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des beruflichen Online-Netzwerkes Xing.

Demnach geht es in der Medienbranche und im Tourismus karrieretechnisch zügig vorwärts. Nach durchschnittlich 2,1 Jahren beziehungsweise 25 Monaten winkt bereits der nächste Hierarchie-Level. Gut voran kommt man auch in der Luft- und Raumfahrt, in der IT-Branche oder im Automobilbau. Weniger Erfolge wird wahrscheinlich eine angehende Führungskraft im Bergbau verbuchen.

Xing analysierte für den Branchencheck mehr als vier Millionen deutsche Mitgliederprofile, vor allem mit Fokus auf die beruflichen Stationen der Fach- und Führungskräfte und die Verweildauer auf einer Position.

Chefsessel als Schleudersitze

Eine Studie des Headhunterverbandes AESC hatte bereits vor einigen Monaten ans Tageslicht gebracht, dass Chefsessel jedoch mehr und mehr zu Schleudersitzen werden. Die Trendkurve zeigt in Sachen Verweildauer immer weiter nach unten, berichteten mehr als 400 Top-Personalberater aus ihrer Erfahrung. Grund seien schärfere Kontrollen durch Aufsichts- und Verwaltungsgremien sowie Fusionen.

Außerdem sollen Verantwortliche in neuen Positionen immer schneller die volle Leistung bringen und Erfolge vorweisen. Wo es dem Beförderten dabei nicht früh genug gelingt, aus Fachleuten und Vertrauten ein Team zu schmieden, droht die Ablösung. Vor allem in Teams aus hochspezialisierten Fachkräften und teuer zusammengekauften Hochleistern ist gerade das eine geradezu täglich lauernde Gefahr. Das Thema Teambildung fällt deshalb den Experten zufolge den Managern am häufigsten auf die Füße.

Wer in höhere Führungsebenen vorstößt, hat zudem häufig gleich zwei Aufgaben auf einmal zu lösen: Er muss das Arbeitsumfeld schnellstens kennenlernen und in kürzester Zeit praktikable Strategien für den Geschäftserfolg entwickeln. Denn meist erfolgt ein Chefwechsel nach Problemen in der Abteilung oder in einer Unternehmenskrise. Wer sich dann nicht schnell genug einarbeiten und mit Führungsstärke seine Mitarbeiter dazu bringen kann, das neue Konzept mitzutragen und umzusetzen, macht weitere Karrierechancen oft in kürzester Zeit zunichte.

Sportmanagern geht's noch schlechter

Den absoluten Schleudersitz haben übrigens britische Fußball-Manager gepachtet, stellte die Warwick Business School bereits vor einigen Jahren fest. Üblicherweise büßen in der Premier League innerhalb einer Spielzeit mehr als die Hälfte der Sportmanager ihren Posten ein. Der Rest schafft es im Schnitt gerade mal auf 1,8 Jahre Verweildauer. Unabhängig vom Tabellenplatz ihres Clubs. Die alte Managerweisheit von "Stabilität als Schlüssel zum Erfolg" scheint sich damit - im Profisport wie auch in anderen Branchen - erst wieder durch Vorzeigebeispiele als Top-Strategie etablieren zu müssen.

Von Sabine Meinert

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